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Juni 1931 Eriche in, «üglich.mitzo Sonntags und Feiertag* Beilagen: Dte Dnuftriertt Stehenei Jamilienblitto Heimat im Bild Die Scholle OlonatS'Bejugsorets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 5ernfprechanfchlüste an ter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Siehe». poftfcheckkonto: Srafhiirtam Main 11686 SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid und Verlag: Vrühl'jche Unwerfitülr-Vuch- und Stehiöruderet 8. Lange in Stehen. Sd)riftle!hing und Seschästrftelle: Schulttrahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mns Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrist 20° 9 mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in Bietzen Amerika schlägt einjährigen Zahlungsaufschub vor. Ein Welimoraiorium für alle Regierungsschulden und Reparationen, das am 1. Juli 1931 beginnen soll. Washington, 21. Juni. (IDXB.) Präsident Hoover gab gestern abend folgende Erklärung ab, deren Wortlaut er den Missionschefs der beteiligten Länder, darunter dem deutschen Geschäftsträger Leitner, durch das Auhenamt überreichen lieh: Die amerikanische Regierung schlägt einen einjährigen Aufschub allerZah- lungen aufSchulden derRegierungen Präsident Hoover. Reparationen und Wiederaufbau- schulden vor, und zwar sowohl bezüglich des Kapitals wie der Zinsen, ausgenommen natürlich Schuldverpflichtungen der Regierungen, die sich in Privathänden befinden. vorbehaltlich der Zustimmung des Kongresses ist die amerikanische Regierung bereit zu einem Aus- slhub aller ihr seitens fremder Regierungen geschuldeten Zahlungen während des am 1. Juli 1931 beginnenden Etatjahres unter der Bebingung, Latz die wichtigeren Gläubigerstaaten ebenfalls alle ihnen geschuldeten Zahlungen aus Regierungsschulden sür ein Jahr auf- Ichieben. Dieser Schritt ist von folgenden Sena- i loccn bereits gebilligt worden: Ashursl, Bingham, i Rorah, Byrnes, Lapper, Feh, Fletcher, Glah, Harris, Karrison, Bull, King, Morrow, Mofes, Reed, ! Sroanfon, vandenberg, Wagner, David Walsh, ' Thomas Walsh, Watson, ebenso von 18 Mitgliedern | r>cs Repräsentantenhauses. Lr wurde ferner gebii- j ligt von den Botschaftern Dawes und Owen Zoung. Zweck dieses Schrittes ist, das kommende ' Jahr der wirtschaftlichen Erholung der Welt zu widmen und die Kräfte in den Ber- ; «inigten Staaten, die bereits am Wiederaufbau urteilen, von den von auhen kommenden verzögern- i ten Faktoren zu befreien. Die über die ganze Welt »crbreilete Depression Hal die europäischen Staaten mehr in Milleidenschasl gezogen, als uns. Einige jener Staaten fühlen die Verminderung ihrer roirt- schasllichen Stabilität durch die Depression im ärgsten Mähe. Das Gewicht der Regierungsschulden, bas in normalen Zeiten tragbar wäre, drückt inmitten dieser Depression schwer aus die Völker. Aus einer Reihe von Gründen, die aus der Depression resultierten, beispielsweise der Preissturz fremder waren und das mangelnde vertrauen in die wirtschaftliche und politische Stabilität im Auslande, erfolgte eine abnorme Zuwanderung non Kapitalien nach den vereinigten Staaten, wodurch die Kreditfähigkeit vieler fremder Staaten vermindert wurde. Diese und andere Schwierigkeiten im Auslande verringern bi e Kaufkraft für unsere Lxportwa - Ten und sind daher in gewissem Umfange schuld «m unserer fortdauernden Arbeitslosigkeit und den fortdauernden niedrigen Preisen für unsere Farmprodukte. Rechtzeitige Mahnahmen sind daher geboten, um den Druck dieser ungünstigen Faktoren im Auslande zu lindern, zur Wiederherstellung des : Vertrauens beizutragen und dadurch den politischen Frieden und die wirtschaftliche Stabilisierung in der Welt zu fordern. Tie Autorität des Präsidenten der vereinigten Staaten bezüglich der Lösung dieser Probleme ist tegrenzt, da er hierin vom Kongreh unterstützt ivcrden muh. Dem Präsidenten ist von führenden Mitgliedern beider Häuser des Kongresses herzliche : Unterstützung zugesichert worden. Der Kern des Vorschlages ist, den Schuldnern Zeit zur Wiedererlangung ihrer nationalen Prosperität zu geben. Ich richte an die Amerikaner den 2Rot in ihrem eigenen Interesse gute Gläubiger und gute Nachbarn zu sein. Jch möchte diese Gelegenheit dazu benützen, meine Ansicht über unsere Beziehungen zu den deutschen Reparationen und den uns von den europäischen alliierten Regierungen geschuldeten Summen offen zu äufjern: Unsere Regierung hat sich nicht an der Auferlegung der Reparationen beteiligt, »och sich irgendwie bezüglich ihrer Festsetzung geäußert. wir haben mit voller Absicht keinen Anteil gehabt an den allgemeinen Reparationen, ober an der Aufteilung von Kolonien, oder von Privateigentum. Die Rückzahlung der Anleihen, die wir den Alliierten für den Krieg und für Wiederaufbau gewährten, wurde auf einer Basis geregelt, die weder mit den deutschen Reparationen irgendwie zusammenhing, noch von deren Zahlung abhängig gemacht wurde. Daher ist die Reparationsfrage notwendigerweise ein rein europäisches Problem, mit dem wirnichtszu tun haben. Jch billige nicht im entferntesten die Streichung der uns geschuldeten Summen. Das Weltvertrauen würde durch einen derartigen Schritt nicht gefördert werden. Keiner unserer Schuldner hat das je vorgeschlagen, aber da die Basis der Fundierung dieser Schulden die Zahlungssähigkeit des Schuldners unter normalen Verhältnissen war, so führen wir nur konsequent unsere eigenen Prinzipien durch, wenn wir die gegenwärtigen anormalen Verhältnisse in der Welt in Rechnung ziehen. Jch bin davon Überzeugt, dah das amerikanische Volk nicht den Wunsch Hal, den versuch zu machen, vom Schuldner mehr herauszuholen, als er zahlen kann, und meiner Ansicht nach verlangt eine weitschauende Politik, dah unsere Regierung die gegenwärtige Situation in ihrer Realität anerkennt. Diese Haltung entspringt vollkommen unserer bisher befolgten Politik. Wir werden dadurch nicht in die viskufsion rein europäischer Probleme, zu denen die Reparationsfrage gehört, hineingezogen, wir wollen lediglich unsere Bereitschaft ausdrücken, zur baldigen Erholung der Weltprosperität, an der unser Volk so arg interesiiert ist, unseren Teil beantragen. Jch möchte noch hinzufügen, dah wir, obgleich dieser Schritt mit der für nächsten Februar angesetz- ten Konferenz zur Beschränkung der Land- rüst ungen nichts zu tun hat, doch die Hoffnung haben, angesichts des starken Einflusses des Wettrüstens auf die gegenwärtige Depression werde unser Schritt zu freundschaftlicheren Beziehungen beitragen, die für die Lösung dieser wichtigen Rüffungsfrage so notwendig sind. Hoover sehr befriedigt. A e u h o r f, 22. 3uni. (WTD. Funkspruch.) Präsident Hoover, der in feinem Landhaus in der Rahe von Orange (Virginia) von einer anstrengenden Woche ausruht, hat mit großer Genugtuung die Presseberichte aus dem Auslände und aus verschiedenen Staaten der USA. über die Ausnahme, die sein Vorschlag gefunden hat, gelesen. Amtliche Kreise betonen, Hoover sei .sehr befriedigt". Deutschland Hai bereits zugestimmt. Englands und Italiens Zustimmung steht bevor. Berlin, 21. Juni. (CAB.) Die Reichsre- pierung ist über den Vorschlag des amerikanischen Präsidenten ebenso wie die anderen Hauptmächte auf dem Wege über ihre Botschaft in W a shing t on am Freitagabend unterrichtet worden. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat sie der amerikanischen Regierung bereite ihre Zustimmung zu dem Vorschlag mitgeteilt. Die Zustimmung ist um so freudiger erfolgt, als man in Berlin wohl zu würdigen weih, was die Einschaltung der Vereinigten Staaten in die Bemühungen für die Beseitigung der Weltwirtschaftskrise bedeutet. Die Erleichterung, die Deutschland nach dem amerikanischen Vorschlag zuteil würde, beläuft sich nach den Berechnungen an zuständigen Stellen aus etwa 1500 Millionen: von der Gesamtsumme, die während dieses Zeitraums fällig wäre, muh man nämlich etwa 200 Millionen für weiterlaufende Zinsverpflichtungen abziehen. In diesem Zusammenhang ist auch zu unterstreichen, dah die Revisionsmöglichkeiten durch das Ferienjahr nicht beeinträchtigt werden. Es ist nach Auffassung Berliner Stellen schließlich richtiger, die Zahlungen auf Wunsch des Gläubigers, als gegen die Front der Gläubiger einzustellen. Eiire wesentliche Frage für die weitere Entwicklung ist natürlich, welchen Standpunkt die übrigen Mächte einnehmen. Es ist anzunehmen, dah England ebenfalls unmittelbar sein E i n- verständnis erklären wird, ebenso 3 t a I i en. Problematischer scheint im Augenblick noch die Stellung Frankreich s. Auch in deutschen politischen Kreisen wird nicht verkannt, dah Frankreich gewisse Opfer bringen muh. Frankreich erhält von uns über 800 Millionen und hat selbst mehr als 400 Millionen Mark an Kriegsschuldenverpflichtungen zu zahlen, erleidet also einen Ausfall von rund 400 Millionen Mark. Es ist aber schließlich wohl kaum anzunehmen, dah Frankreich sich einer G e - f am tat ti on Amerikas und Europas entziehen wird. Die ScDciriino des Heemsche» Vorschlags. Ein offiziöser deutscher Kommentar. - Oie Erleichterung für Deutschland beträgt in diesem Jahre 17? Milliarde Mark. Berlin, 21. 3uni. (CAD.) Der Vorschlag des Präsidenten Hoover findet in Berlin die Aufnahme, die einem Ereignis von ganz a a - hergewöhnlicher Bedeutung zukommt. Diese Bedeutung zeigt sich vor allem in der Tatsache, dah der Gedanke Hoovers well über das hinausgeht, was der Poungplan an Möglichkeiten vorsieht. Das gilt von dreiGesichtspunkten aus: 1. Hoover schlägt nicht nur einen Transfer-, sondern einen Zahlungsaufschub vor. 2. Der Aufschub soll nicht erst nach den im Voung-Plan vorgesehenen Fristen, sondern bereits am 1. 3 u I i eintreten. 3. Er umfaßt die geschützten und ungeschützten Zahlungen, also auch die660Millionen,die wir bei einem regulären Voung-Moratoriurn auf alle Fälle zu zahlen hätten. Die Ersparnis des schuldenfreien Jahres würde für uns etwa 1 500 Millionen Mark ausmachen. Der amerikanische Präsident nimmt von dem F e i e r j a h r die Schuldenverpflichtungen an Private aus. Das würde bedeuten, dah die Zinsen aus der D a w e s - und derPoung-Anleihe weiter zu zahlen wären. Dagegen würden die Zcch- lungen, die wir auf Grund des deutsch-amerikanischen Friedensvertrages an die Vereinigten Staaten zu leisten haben, mit Ausnahme der Mixed Claims, ebenfalls eingestellt werden können. Der Reichshaushalt erfährt durch die völlige Auherkraftfehung des Poungplans für ein Jahr eine Entlastung von über 1500 Millionen Mark. Das kommt gleichzeitig unserer Devisen - und Kredit läge zu Hilfe, und wirkt sich schon damit nicht nur finanz-, sondern *auch w i r t - s cha ftspolitisch aus. 3n Berliner politischen Kreisen unterstreicht man besonders, wie stark in der Erklärung des Präsidenten Hoover betont wird, dah jetzt die Wirtschaft und die A o t - Wendigkeit ihrer Gesundung den Vorrang vor der Politik haben. Das ist ein 3bcengang, wie er in Deutschland seit langem vertreten wird. Erfreulicherweise hat sich diese Einsicht auch in Amerika so weit durchgeseht, dah sie zu einer 3nitiative des Präsidenten Hoover führte, die in Deutschland nur auf das herzlichste begrüßt wird. Die Vorgeschichte der hooverschen Jnitialive läht sich etwa folgendermahen skizzieren: Das erste nach auhen hin erkennbare Anzeichen der neuen Entwicklung waren die Erklärungen des äLnterstaatssekretärs Castle am Samstag vor acht Tagen, aus denen hervorging, dah Amerika keineswegs dauernd an dem Standpunkt der Trennung von Reparationen und alliierten Schulden festhalten werde. Dah die Einsicht sich durchsetzte, daran hat nicht zuletzt auch Botschafter S a cf e 11 seinen Anteil. Er hat die deutsche Situation bei seinem Aufenthalt in Washington im vorigen Monat mit dem ganzen Emst geschildert, den sie nicht nur für uns, sondern auch für die Welt hat. 3n deutschen politischen Kreisen wird fein Der dien st an der letzten Entwicklung deshalb besonders dankbar hervorgehoben. Ebenso zeigt sich in dem Vorschlag Hoovers auch eine direkte Auswirkung der Zusammenkunft von Chequers. Staatssekretär Mellon hat sich in London ebenfalls orientiert, und er konnte das Dild, das man in Washington von den europäischen und namentlich den deutschen Verhältnissen hatte, sehr genau auf Grund dessen ergänzen, was in Chequers besprochen worden ist. Die inner- politische Krisis der letzten Woche und ihr Ausgang können nicht ohne Eindruck in Amerika geblieben fein. Die Autorität des Reichskanzlers ist dadurch zweifellos auch dem Ausland gegenüber gestärkt worden. Es muhte den Eindruck haben, dah der Kanzler den Weg einer festen Regierungsführung weitergehen wird. So wertet man in ‘Berliner politischen Kreisen den Vorschlag Hoovers auch als einen persönlichen Erfolg Dr. Brünings. 3m letzten Stadium der Entwicklung ist Übrigens offenbar noch eine Beschleunigung eingetreten, die man sich so erklärt, dah auch der starke Devisenverlust in den letzten Tagen — am Samstag waren es bekanntlich wieder 70 Millionen — in Washington den letzten Anstoh gegeben hat. Die wettere Entwicklung hängt nun davon ab, wie die europäischen Mächte die amerikanische Anregung aufnehmen. Allgemein erwartet man, dah sich niemand den Vorschlägen Hoovers entziehen kann. Das gilt auch für Frankreich, in dessen Presse wohl am ehesten noch eine gewisse Skepsis gegen die in den letzten Tagen angekündigtrn amerikanischen Schritte herauszulesen war. Man darf daran erinnern, dah gerade der französische Auhenminister in zahllosen Reden immer am stärksten die Solidarität der Völker und die Notwendigkeit ihrer Zusammenarbeit proklamiert hat. Man darf deshalb von Frankreich erwarten, dah es sich einer Aktion anschlieht, die diesem Geiste entspringt, zumal hinter ihr die Autorität deS amerikanischen Präsidenten steht. Der Vorschlag Hoovers ist zudem so aufgebaut, dah er ja auch den europäischen Gläubigerstaaten materiell entgegenkommt. Das geschieht vor allem mit der ausdrücklichen Einbeziehung auch der Zinszahlungen. Sie betragen nach dem Schuldenabkommen in der fraglichen Zeit bei Frankreich etwa das 3,5fache und bei England fast das 5fache der Schuldentilgung. Betrachtet man den Vorschlag Hoovers schließlich noch unter dem Gesichtspunkt einer Revision, so muh man $u dem Ergebnis kommen, dah auch in dieser Beziehung eine Erleichterung durch das Ferienjahr vorbereitet wird. Alle eingeweihten kreise sind sich darüber klar gewesen, dah die Revisionsmöglichkeiten durch drei Ereignisse arg gehemmt und erschwert werden, die in den Zeitrum bis zum nächsten Sommer fallen; das sind die Wahlen in Amerika und Frankreich, ist weiter die Abrüstungskonferenz. lieber diese Schwierigkeiten hilft das Feierjahr hinweg. und inzwischen findet sich, so hofft man in politischen Kreisen, Gelegenheit, die Revis ions- frage praktisch aufzurollen. Hindenburg an Hoover. Berlin, 21. 3uni. (CAD.) Wie wir erfahren, hat Reichspräsident von Hindenburg in der Aacht vom Samstag zum Sonntag an den Präsidenten Hoover ein Telegramm gerichtet, in dem er darauf hinweist, dah die Rotlage des deutschen Volkes eine sofortige Entlastung notwendig mache. Es ist anzunehmen, dah der Reichspräsident diesen Schritt nicht ohne das vorherige Einverständnis des Präsidenten Hoover unternommen hat. Eine Veröffentlichung des Telegramms wird nicht in Devlin, sondern vielleicht in Aeuhvrk erfolgen. Oer Inhalt der deutschen Botschaft. Berlin, 22. 3uni. (TU.) Wie die Berliner „MontagSpvst" aus Aeuhork über den 3n- halt des Telegramms des Reichspräsidenten an den Präsidenten Hoover berichtet, soll es Hindenburg darin begrüßen, dah Präsident Hoover die 3nitiatioe zur Lösung des Schuldenproblems, das auf der ganzen Welt lastet, ergriffen habe. Besonders die Avtlage Deutschlands habe ein schnelles Eingreifen erfordert. Dann sollen im einzelnen die b e f o n - deren Aotstände Deuts chlands dargelegt sein. Mit der neuen Notverordnung seien dem deutschen Volk noch einmal fast unerträgliche Opfer auferlegt worden, die auf die Dauer kaum tragbar feien und die trotzdem nicht ausreichen, eine wirtschaftliche Gesundung herbeizuführen, wenn nicht ein verständnisvolles toirt- schaftlichesZusammenwirken der Völker erfolge. Die nunmehrige 3nitiative des Prä- fibenten Hovver habe den Weg zu einem solchen Zusammenwirken eröffnet. Der Schritt werde deshalb von Deutschland aufs wärmste anerkannt werden. AerWiderhallmderVerlinerMrgenpreffe Berlin, 22. Juni. (CAD.) Die Montagsmorgenblätter bringen eingehende Kommentare zu der Erklärung des amerikanischen Präsidenten über ein Weltschuldenmoratorium. Die „Montagspost" betrachtet die Auswirkungen des Moratoriums nach drei Richtungen: in staatsfinanzieller, in rein wirtschaftlicher und in devisentechnischer Hinsicht. Linker der Voraussetzung, daß die Bestimmun- gen der Rotverordnung in ihren wesentlichen Teilen in Kraft blieben, schaffe sich die Regierung durch das Moratorium eine ganz wesentliche Reserve, die'zur Abwen- dungderdrengendsten Finanznot verwendet werden könnte. Rein wirtschaftlich gesehen höre jetzt der Zwangsexport, den die Uebrr- tragung der 1500 Millionen auf das Ausland notwendig machte, vorläufig auf. Die Summe siehe als neugewonnene inländische Kaufkraft dem Binnenmarkt zur Verfügung. Die wichtigste Frage bleibe die Entlastung unserer Devisenbilanz. Da Deutschland bisher ungefähr 600 Millionen Mark Sachlieferungen ausfuhrte, entlaste sich die Devisenbilanz durch das Moratorium nur um rundeineMilliarde. Das sei eine Summe, die gegenüber den gegenwärtigen außergewöhnlichen Anforderungen an den Devisenmarkt wenig ins Gewicht falle. Llnabhängig vom Moratorium könne daher eine durchgreifende Entspannung am Devisenmarkt mir eintreten, wenn entweder die Reichsbank außerdem noch einen Bereit» schaftskredit aus dem Ausland schalte, oder wenn die psychologischen Wirkungen des Moratoriums so schnell und tiefgreifend wären, daß sie sich bereits in den nächsten Tagen auswirkten und die Kreditkündigungen des Aus- landÄ sofort abstoppten. Der „M o n t a g" spricht von „Hoovers Zwischenlösung", von der man nicht nur bei der nationalen Opposition, sondern auch bei der Regierung immer mit Sorge gesprochen habe. Die Notverordnung werde weitergehen. Deutschland habe die kehlen Reserven nicht nur für eine Revision, sondern für eine Zwischenlösung benutzt. Was die Regierung seit etwa vier Wochen zur Vorbereitung von Hoovers Vorschlag getan habe, hätte wesentlich früher kommen müssen. Schon auf den beiden Haager Konferenzen hätte eine mutige deutsche Regierung die wirkliche Auffassung der Verhandlungsgegner benutzen können, um den $ o u n g- plan z u verhindern. Damals habe man sich einem angeblichen politischen Zwang gebeugt. Die nationale Opposition habe Stück vor Stück vorausgesagt, was sich seit der Unterzeichnung des Poung- planes ereignet hat. Ohne die nationale Opposition hätte die Negierung es nicht erreicht, die ärgste Krisis in letzter Minute abzubiegen. Die Rechnung von Hoover müsse in einem Jahr aufgehen. Aber es komme für Deutschland nicht auf eine vorübergehende Ordnung an, bei der es wieder von Anleihen lebe, sondern auf die wirkliche Gleichberechtigung Deutschlands in der Weltwirtschaft, die nur dann bestehe, wenn Deutschland keine Reparationen zahle, sondern wenn alle Staaten bereit seien, in gleichem Maße die gleichen Lasten der Weltkrise auf sich zu nehmen. Der „M ontagmorgen" warnt, der an sich sehr dankenswerten amerikanischen Initiative übertriebene Bedeutung für die deutsche Wirtschaft beizumessen. Es sei fraglich, c6 die Ersparnis von 1500 Millionen Praktisch auch nur eine einzige Steuererleichterung gestatten würde, und noch fragwürdiger sei der Heileffekt dieser Ersparnis auf eine Wirtschaft, deren Produktionsvolumen sich auf mehr als 60 Milliarden Mark jährlich belaufe. Die Washingtoner Aktion könnte sogar zum wahren Llnglück für Deutschland werken, wenn sie die Gemüter einlullte und ihnen suggerierte, jetzt werde schon wieder alles von selbst ins Gleis kommen. Richts berechtigt zu dieser Illusion. Die „Welt am Montag" fragt: „Wann geht Brüning nach Frankreich?" Das Blatt bezeichnet es als erste Rotwendigkeit für Europa, daß an Stelle der bisherigen Konfliktsanhäufung zwischen Deutschland und Frankreich vertrauensvolle Zusammenarbeit trete. Jetzt handele es sich darum, das (Elfen zu schmieden, solange es heiß sei. Amerikas Präsident habe guten Willen bekundet. Dem müsse der gute Wille Europas entsprechen. Amerika habe eine Fanfare geblasen. Aus Europa müsse ihr die Fanfare antworten: Deutschland und Frankreich wollten sich endgüllig verständigen! Geschehe das, so werde das Weltfeierjahr Hoovers zum Weltfriedensjahr. Das Echo in England. Mittwoch Kabinettssihung in London. 2 ondon, 22. Juni. (WTD.) Das britische K a- b i n e t t wird sich in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch mit dem Moratoriumsvorschlag des Präsidenten der Vereinigten Staaten befassen. Erklärungen führender Persönlichkeiten. London, 22. Juni. (WTB.) Mehrere führende Persönlichkeiten des britischen öffentlichen Lebens haben bereits gestern zu dem Vorschlag des Präsidenten der Vereinigten Staaten Stellung genommen. Premierminister Macdonald und Schahkanzler Snowden, der gestern abend nach Downing Street zurückgekehrt ist, haben es allerdings abgelehnt, sich zu dem Manifest Hoovers zu äußern. Der Straatssekretär für die Dominions, Thomas, dagegen beschäftigte sich gestern in einer Rede mit dem Vorschlag Hoovers, in der er sagte, es gebe nichts, was jeden ManU und jede Frau und jedes Kind mehr erfreuen würde. Hoovers Schritt fei der erste, aber notwendige Schritt zur Erholung der Welt. Wenn sich der amerikanische Vorschlag verwirkliche, und er hoffe, er werde sich verwirklichen, so bedeute dies, daß Amerika endlich erkennt, daß keine Ration von der anderen unabhängig ist. Der Wirtschaftler Sir Josiah S t a m p erklärte: Vom amerikanischen Standpunkt aus gesehen ist es das Beste, was die Vereinigten Staaten für das Wiederaufleben des Handels in der Welt tun könnten. Für Deutschland ist es unbedingt wesentlich, daß es innerhalb d^r nächsten Monate Hilfe erhält. Der Vorsitzende des Gewerkschaftskongresses, H a y d a h , nennt die Aktion Hoovers einen ausgezeichneten Vorschlag, der, wenn er weiter ausgebaut werde, die gegenwärtige Weltdepression beenden würde. Eine endgültige, fei es völlige oder teilweise Streichung der Schulden und Reparationen, würde sowohl Amerika, als auch den Schuldnernationen zugute kommen. LloydGeorge gab der Lieberzeugung Ausdruck, daß Hoovers Schritt sehr wesentlich zur Behebung der Weltwirtschaftsnot beitragen werde. Zustimmung in der presse. London, 22. Juni. (WTD.) Das Manifest des Präsidenten der Vereinigten Staaten, das von der Presse übereinstimmend als das wichtigste Ereignis in Europa seit dem Waffenstillstand Gießener Konzertverein. Orchester konzert in der Bolkshalle. Stellt man den Eindruck des letzten Konzertes und auch die Darbietung von Bachs „Kunst der Fuge" im Vorjahre mit den früheren Leistungen des Gießener Orchestervereins in Vergleich, so wird man einen ganz außerordentlichen, ja fast rapid zu nennenden Fortschritt feststellen können. Die Erwartungen, die vor Jahren gelegentlich des Symphoniekonzertes unter Prof. Brückner ausgesprochen wurde, sind durchaus erfüllt worden: unter der führenden Hand von Universitätsrnusik- direktor Dr. Stefan Ternesvary ist durch straffe Zusammenfassung und Disziplinierung der an sich befähigten einzelnen Kräfte ein sehr beachtlicher Klangkörper geworden, der schon jetzt größeren Aufgaben gewachsen erscheint, und der in seiner weiteren Fortentwicklung zu den allerbesten Hoffnungen für das Gießener Musikleben berechtigt. Der Zusammenklang war rein, voll und ausgeglichen; in der dynamischen Abstufung war er nachgiebig, stets gesättigt und edel; die Akzente zeugten von starker Leuchtkraft. (Wir haben hier in Gießen schon auswärtige Orchester gehört, die nicht alle diese Vorzüge aufwiesen.) Ganz geringen, nur gelegentlichen Stimmungsschwankungen im Zusammenklang der Hölzbläser wäre noch besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Dem volkstümlichen Charakter der Veranstaltung entsprach die Auswahl der Werke, die sämtlich in ihrer Struktur leicht erfaßbar und auch für den weniger geübten Hörer leicht eingänglich waren. Die „Akademische Fe st Ouvertüre" von Joh. Brahms, eine Dankesgabe des Meisters an die Breslauer Universität für die Verleihung des philosophischen Ehrendoktors, läßt Blicke tun in das innere, vaterländische Erleben der Studenten im vorigen Jahrhundert. Unter diesem Gesichtspunkte wird man die volkstümlichen Motive, Studentenlieder, als geistige Symbole werten und so dem Werk den Charakter einer symphonischen Dichtung geben können. Brahms weiß das melodische Gut überaus fein pointiert zu behandeln und mit vielen musikalischen Feinheiten auszugestatten; er trifft ebenso den Ton des Burschikosen wie auch des Feierlicken. Dr. Ternesvary hatte dem Werk eine seyr sorgfältige Durcharbeitung zuteil werden lassen. Das erwiesen die feinen klanglichen Abstufungen im Thematischen, dem vielleicht noch stellenweise eine noch stärkere Beleuchtung erwünscht gewesen wäre; das zeigte die Herausstellung der großen Steigerung zumal am Schluß. Der Blech- körper war ausgeglichen und klangschön abgetönt, das Rhythmische erfuhr scharfe Ausprägung. Die Uebergänge zum „Fuchslied" in den Holzbläsern stehen in der Partitur als „Triolen" verzeichnet, hier wurden sie als „Duolen" gebracht. In Bizets Suite „L ’ A r 1 £ s i e n n e" sind besonders wertvolle Sätze der Musik, die Bizet zu dem gleichnamigen Drama von Daudet geschrieben hatte, zusammengefaßt. Der eigenartige proven?a- lische Charakter der Dichtung hat djxsem Werk besondere Züge verliehen. Das von einem marsch- artigen Rhythmus beherrschte Präludium steigert sich zu leidenschaftlichem Aufwallen. Mit besonderem Reiz erschlossen sich bei der Aufführung die Zwischensätze mit ihren satztechnischen Feinheiten in der solistischen Behandlung der Instrumente, namentlich der Klarinette und des Cello. Im Menuettsatz kamen die Nuancierungen der Instrumentation trefflich zur Geltung. Das Adagietto zeigte den gedämpften Streichkörper in der Abstufung des Klanges bis zum ätherischen Entschwinden. Der letzte Satz (Carillon) lieh das Melodische auf dem Untergründe des in den Hörnern durchgesührten Glockenmotives sich stimmungsvoll entfalten; in dem pastoralen Zwischensatz war die Thematik der Holzbläser nicht immer mit der erforderlichen Klarheit erkennbar. Liszts zweite Ungarische Rhapsodie gilt für weiteste Kreise wohl als das bekannteste Werk des Meisters. Die hohen technischen Anforderungen, die das Werk stellt, vermochte das Orchester durchaus zu erfüllen; ja, die Kadenzen wurden in braoouröfter Art durch die Klarinette durchgeführt. Dr. Ternesvary gab den einzelnen Themen durch feine Differenzierung des Tempos ganz besondere Wirkung. (Erfüllt mit starkem Temperament, löste das Werk eine zündende Wirkung aus. Bei der Solistin, Frl. Edeltraut Raab, entzieht es sich der Beurteilung, wie weit ihre Leistung durch innere Hemmungen beeinflußt wurden. Sie zeigte wohl technisches Können, aber in der musikalischen Erfassung und Durchdringung des k-Moll-Konzertes von Fr. Chopin blieb mancher Wunsch offen. Mit der Begleitung des Konzertes legte das Orchester dafür Zeugnis ab, daß es auch auf diesem Gebiet sehr erhebliche Fortschritte gegen die früheren Solistenbegleitungen aufweisen kann. Dr. H, charakterisiert wird, findet die allgemeine Z u st i m m u ng der Blätter, die gleichzeitig die Rolle betonen, die der Besuch der deutschen Staatsmänner in Chequers dabei gespielt hat, die aber anderseits besorgt fragen, we l cheH a l- tung Frankreich einnehmen werde. „Daily Herald" betont, daß Hoover gerade noch zur rechten Zeit gehandelt habe. Roch einige Tage, und die deutsche Republik würde dem endgültigen Bankerott gegenübergestanden haben. Washington, fährt das Blatt fort, habe sich der Lage gewachsen gezeigt. Die Annahme des Vorschlags Hoovers stehl außer Frage. Rur in Frankreich zeigt sich Verstimmung bei denen, deren Wahlspruch ist, Deutschland niederzustohen, und sich den Teufel um die Folgen zu kümmern. Aber Frankreich kann sich kaum der Isolierung und der Verurteilung aussehen, die die Strafe für seine Weigerung sein würde. Daher kann die Annahme des Vorschlages als gewährleistet angesehen werden, und dies bedeute die endgültige Abwendung derernstesten Krise, die Europa und die Welt in der Rachkriegszeit heimgesucht hat. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß der Vorschlag uns nur eine Frist gewährt, dah die Probleme verschoben, jedoch nicht gelöst sind. In diesen zwölf Monaten, die Hoover für uns gewonnen hat, müssen wir die Frage lösen. Die Arbeit muß sofort begonnen werden. Rach den Ausführungen der Zeitung „S c o t s- man", die die Initiative Hoovers warm und dankbar anerkennt, beweise das Vorgehen des Präsidenten, eine auch nur zeitweilige Einstellung der Kriegsschulden- und Reparationszahlungen vorzuschlagen, ein beträchtliches Maß von Mut und Llnabhängigkeit. Das Haupthindernis für die Annahme des Vorschlages sieht das Blatt in dem unmittelbaren Opfer, das von Frankreich verlangt wird. „Financial Times" nennt den Plan Hoovers den Fall des Auhentores, was «in Erfolg von nicht geringer Bedeutung sei. Die innere Zitadelle habe aber noch nicht kapituliert. „Birmingham P o ft“ betont, daß Hoove» die Welt ausgefordert hat, einen Schritt zu unternehmen, der niemals rückgängig gemacht werden könne. wenn das Rloratoriumsjahr gut verläuft, dann wird wahrscheinlich niemand bestrebter fein, es zu wiederholen als die Gläubigernalionen. Selbst eine einjährige Erleichterung für Deutschland unter diesen Bedingungen wird di« gesamte Haltung Europas gegenüber dem Voung- plan berühren. „Daily Mail" nennt den Vorschlag Hoovers eine „glänzende G e st e", während „Time s" ihn als eine „weise Führung" bezeichnet. Wenn, so bemerkt „Times", darauf rasch die klug vereinte Aktion anderer folgt, so müßt« dies eine Reihe von finanziellen Zusammenbrüchen verhindern, die das wirtschaftliche, soziale und politische Gefüge Europas bedrohen und deren Rückstoß weit über seine Grenzen hinaus gespürt werden würde. ~ ■*- . Es fei Sache der Staatsmänner Europas, die die nächsten Schritte unternehmen müssen, ihr Aeußerstes zu tun, um die Vorschläge praktisch und dauernd zu machen. Ls dürfe keine Zeit verloren werden, wenn das Angebot vollkommen ausgenuht werden solle. Auf jeden Fall müsse der Versuch, den europäischen Kontinent wieder in normale Verhältnisse zu bringen, unternommen werden, und je früher das unternommen werde, um so besser sei es. England wird, so schließt „Times", die Führung des Präsidenten Hoovers äußerst herzlich bewillkommen und unterstützen. Will Frankreich Schwierigkeiten machen? Gefährliche Stimmungsmache der französischen presse. Halbamtliche französische Giellungnahme. Paris, 21. Juni. (WTB.) Havas verbreitet heute folgende halbamtliche Mitteilung: In den autorisierten Kreisen weiß man die Bedeutung und die Hochherzigkeit der Geste der Vereinigten Staaten wohl zu schätzen, betont aber die Rotwendigkeit, den Moratoriumsplan mit dem Voung-Plan in Einklang zu bringen. Ein Meinungsaustausch hierüber würde seitens der verschiedenen Regierungen vor dem eventuellen Zusammentritt einer internationalen Konferenz, für die gegenwärtig noch kein Zeitpunkt festgesetzt werden kann, statt- finden müssen. Oie Haltung der französischen Regierung? London, 22. Juni. (WTB. FunkspruchL In feinem Bericht im „Daily Telegraph" skizziert Per- tinax, der Pariser Korrespondent des Blattes, die Haltung der französischen Regierung gegenüber dem amerikanischen Vorschlag folgendermaßen: 1. Muß der Poungplan soweit wie möglich auf- rechlerhalten bleiben; Deutschland darf von feinen Zahlungen aus dem ungeschützten Teil der Reparationsannuität nicht befreit werden. 2. hinsichtlich des geschützten Teiles der deutschen Annuität wird die französische Regierung daraus bestehen, daß nach Ablauf des Moratoriums jede Verminderung der deutschen Zahlungen, die inzwischen beschlossen sein könnten, eine Kompensation findet in einer gleichen Verminderung der Forderungen verschiedener Gläubiger. Laut Pertinax glaubt man in Frankreich, daß die (Einberufung einer internationalen Kon - f e r e n 3 in nächster Zukunft nicht vermieden werden könnte, da die Vorschläge Hoovers roeitüber den -lahmen des Poungplanes hinausgingen. Was die presse sagt. P a r i s , 22. Juni. (WTB.) Die gestrig« Abendpresse bezeichnet die Initiative des Präsidenten Hoover als eine Tatsache von ungeheurer Bedeutung. „T e m p s" erklärt, dieses sensationelle Angebot müsse eingehend geprüft werden. Man müsse genauere Angaben über die Bedingungen des amerikanischen Angebots ab- tvarfen. Denn es handle sich um ein Unternehmen, das nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine beträchtliche politische Bedeutung habe, hier könne der Beginn einer völlig neuen Politik seitens Amerikas liegen. Rotwendig allerdings sei, daß diese neue Politik nicht darauf abziele, von dem einen schweren und von dem anderen verhältnismäßig unbedeutende Opfer zu fordern. Wenn das Angebot des Präsidenten Hoover von allen interessierten Regierungen angenommen würde, so würde es sich dabei um eine vorübergehende Regelung handeln, die automatisch eine Revision des Boung - Planes bedeuten würde und die man schwerlich in der Form zurückweisen könnte, die man durch Verschiebung des Teiles der deutschen Zahlungen um ein Jahr erreichen wolle, der die für die eigentlichen Reparationen bestimmten Annuitäten ausmache. Gerade hier habe Frankreich ein Wort mitzusprechen, und nichts könne ohne seineZustimmung geschGen. Das „Journal des Debats" erklärt: Der Inhalt der Hooverschen Vorschläge ist viel wichtiger, als deren Form und Durchführung. Sagen wir sofort, dah nad) unserer Ansicht Die Llrvötker der Bienen. Von Dr. h. c. X Francs. Di« Biene ist schon so lange zum fleißigen und getreuen Haustier des Menschen geworden, daß man überyaupt nicht mehr hoffen durfte, etwas von ihrer natürlichen Stammesgeschichte zu erfahren. Erst spät gelang es zwei deutschen Gelehrten, Fritz Müller und H. von I h e r i n g , das Leben der beiden wilden sozialen Dienenarten zu beobachten, die Brasilien bewohnen und vielleicht die einzigen sind, die unabhängig vom Menschen noch nach uralten Gewohnheiten leben. Es ist nun sehr interessant, zu vergleichen, was die menschliche Kultur mit ihren Bedürfnissen an den Instinkten und Wünschen der Tiere geändert hat. Drei grundlegende Dinge scheinen bei unseren Hausbienen und den brasilianischen Meliponen und Trigonen gleich zu sein: das Honigsammeln, der Restbau und die hohe Kopfzahl eines Volkes. Aber auch hier sind bedeutsame Unterschiede. Zunächst sind besonders die Trigonen durch ihre Faulheit in ihrer Heimat geradezu sprichwörtlich. Sie stehen auch an den schönsten Tagen nicht vor 10 Uhr vormittags auf und mühen sich während ihrer Arbeitszeit auch nicht annähernd so viel wie unsere kleinen geflügelten Freunde. Das ist sehr leicht zu verstehen, wenn man erfährt, daß auch die Brutpflege etwas ist, das sie mit der geringsten Anstrengung zu erledigen pflegen. Richt nur, daß die ehrfurchtsvolle Verehrung und der große und anstrengende Hofdienst bei der Königin fehlt, der bei unseren Bienen beinahe schon einem Zeremoniell gleicht, und daß die arme Königin ohne weiteres in ihrem Winkel rücksichtslos gestoßen und weggepufft wird, wenn sie einer beladenen Arbeiterin sich gerade im Weg zu sein erlaubt. Die Brasilianer kennen auch die verschiedenen Unterschiede nicht, die unseren Dienen beim Dau ihrer Kinderwiogen selbstverständlich sind. Anstatt dreierlei Zellen für Arbeiterinnen-, Drohnen- und Königinnenlarven zu bauen, deren Insassen durchaus anders gepflegt werden, stellen die Trigonen und Meliponen nur eine einzige Art von Wiegen her, die fast bis obenan mit Honig und Blutenstaub voll- gefüllt, mit einem Ei belegt und dann sofort mit einem Deckel fest verschlossen wird. Don einer Pflege ist überhaupt keine Rede, und die junge Biene erscheint durchaus solbständig, nachdem sie sich völlig entwickelt und den Deckel durchgenagt hat. Man sieht also, das Familienleben dieser wilden Waldbienen vollzieht sich in einer unendlich viel primitiveren Art und Weise als bei unseren Hausbienen, zu denen sie etwa in einem Verhältnis stehen wie ein Südseeinsulanerstamm zu einem europäischen Großstädter. Dieses selbe Verhältnis läßt sich auch bei den Bauten der' brasilianischen Bienen feststellen. Sie verlegen sie, wenn gerade kein geeigneter Baum aufzufinden ist, ohne weiteres in Gestrüpp oder Mauerlöcher, sogar drei bis vier Meter in die Erde, wo dann sehr sauber gehaltene und mit Wachs tapezierte Röhren angefügt werden. Bei allen oberirdischen Stöcken wird jedoch stets große Sorgfalt auf einen zuverlässigen Boden, eine feste Decke und sichere Wände angewendet, und die kleinen Baumeister lassen es sich nicht verdrießen, oft aus weiter Entfernung Lehm in ihren Höschen herbeizutragen und aus ihm regelrechte Mauern aufzuführen, in deren Vorderseite dann nur ein oft durch ein meterlang vorstehendes Wachsflugrohr verlängerter Eingang ausgespart wird. Dieses Anflugrohr wird übrigens gern durch eine Tür nachts über verschlossen und am Tage von einer strengen Wache behütet, die nicht nur fremden Dienen und sonstigen Insekten den Eintritt verwehrt, sondern auch zu gelegener Zeit die sich herauswagenden Drohnen einzeln hinauswirft, denn die Meliponen und Trigonen haben noch nicht die barbarische Sitte der Drohnenschlacht zum Staatsakt erhoben. Diese sehr schönen und int Innern sinnvoll und mit guter Raumausnützung eingerichteten Stöcke haben manchmal 60 000 bis 100 000 Bewohner mit fast ebenso vielen Zellen. Die Speiseräume enthalten richtige Vorratstöpfe aus Wachs, die mit Honig und Blumenstand gefüllt, wie Fässer und Kisten nebeneinander aufgereiht sind. Sie erreichen etwa die Größe eines Hühnereies, aber der ganze Stock besitzt nicht mehr als etwa 10 bis 15 Liter Honig, was verständlich macht, daß die Zucht dieser Bienen nicht als sehr rentabel gilt. Dom Standpunkt der Raturerkenntnis aus sind die Meliponen und Trigonen ein selten klares Beispiel, daß die Rotwendigkeiten des 2ebens den Eigenschaftskreis der Geschöpfe bestimmen, und daß es überall Deränderungen der Lebens- gewohnheiten geben muß, wo die Umwelt infolge künstlicher oder natürlicher Ursachen eine andere ist. akt U'L ,«Si ate> ’-’Ä&S )runo‘- ’k ■ es 'N n% W". er folgt fa’lly In,ner Europa® hi, ^"müssen' jjt pratii j, ? butfe feine Z«n MofnoUfoi en folle. M- ben europäisch,» zu btin. , .,e Putzer bas unter. ei es- England wirb bewillkommcn AW reffe. in Frankreich, bah bit ationalen Ron. licht oetmieben werben >crs weit über ben a n e s hinausgingen. esse sagt. .) Sie gestrige Abend- live des Präsidenten von ungeheurer erklärt, dieses sm« eingehend geloben übet die Be- schen Angebot» ab- sich um ein Unter- • (inanjieüe, fonbera sche Bedeutung habe, einer völlig neuen rifaj liegen. ist diese neue Politt/ a einen schweren und KmWg unbedeutende z Angebot deS Prä>i- äeressierten Aegierun- ) würde es sich daki Regelung handeln, feit ision desVoung- und die man schüm- jifen könnte, die man les der deutschen 3^ M wolle, der die sm en bestimmten Anruu- :r habe Frankreich echen, und nichts Stimmung geM£ )cbats" erklärt^ > Vorschläge s v>ei ,rm und Durchführung । unserer Ansicht _ ”s«*-*»* eht sich 'N euer un S und Weise als M LL fie MtnemM SÄ**** ’S und öl« a^!7«rdrieben. ssHM rffäffjs rd an. sremden die nicht nu yr- cftcn de" Lt -je iclegen r *inauMrfl einzeln P WZ HM sSs'- Ursache" Frankreich nicht in die Aufschiebung der deutschen Reparationszahlungen einwilligen kann. Zunächst: Wir brauchen sie. Zum anderen: Wenn wir uns aus den amerikanischen Standpunkt stellen, so würden wir den Bvung- Plan gegenstandslos machen. Wenn man diese wesentlichsten Punkte berührt«, bliebe nicht« von dem berühmten Plan übrig, der nicht länger als ein 3ahr in Kraft ist, und der keinen Wert für uns haben würde. Alle Vorteile werden Deutschland zugesprochen. 3m Handumdrehen unter den au- herordentlichen Amständen würde Deutschland die Revision erreicht haben, an der es seit dem Tage der Anterzeichnung gearbeitet hat. Glaubt man in Washinglon, daß der Sieg der politischen Unmoral das letzte Wort der Weisheit sei? Di, Liberte" schreibt: Frankreich muß auf alle Fälle vorsichtia sein. Zwar must es sich bereit- finden, mit den Vereinigten Staaten auf Herstellung der Ordnung der Weltwirtsthaftslaye zusam- menzuarbelten. Aber es darf seine grundsätzliche Einstellung in der Repara- tlonrsrage nicht ausgeben. „Paris Soir" erklärt: Präsident Hoover ist nicht der Mann, der sich vorwagt, ohne ® a • ranticn zu haben. Er ist der Unterstützung der republikanischen Führer und, was noch wichtiger ist, der demokratischen Führer gewiß. Er hat die Än- d ustri eilen und den Handel auf seiner Seite. /fC e <5oir“ schreibt: Die Initiative Hoovers ist nur eine vorübergehende Hilfe von geringerer Bedeutung. Andere Maßnahmen sind notwendig, um die Weltwirtschaft wieder in Ordnung zu bringen. Das Problem der Reparationen und der Schulden bleibt auf der Tagesordnung. Die heutiye Morgenpresfe bespricht den Beschluß Hoovers, wie sich der „P o p u l a i r e“ ausdrückt, mit schlechter Laune und Mißtrauen. Selbst die radikale „R c p u b l i q u e" schreibt, daß die Aussetzung der Zahlung der geschützten Annuität etwas e r n st e s sei und daß man sich hierzu nicht leichtfertig entschließen würde. Die Politik des „Wohlstands^ habe die fron» zäsischen Finanzen in einen Zustand gebracht, daß man franzSsischerseils dem Ausfall einer bedeutsamen Einnahmequelle nicht gleichgültig gegenüberstehen könne, wenn aber Deutschland bei dieser Gelegenheit aus eine teuere und unheilvolle Politik geheimer, yder offener Rüstungen verzichten würde, denn könnten die Rüstungen, die Deutschland bewilligt würden, eine Herabsetzung der französischen Rüstungen zur Folge haben. So schwer auch das Opfer wäre, das man von Frankreich verlangen würde, so würde das Lcnd es zweifellos annehmen, wenn es darin ein Mittel zur Gewährleistung des Friedens erblicke. „Petit P o r i s t e n" meint, für Den Augenblick denke Hoover nur an eine Verschiebung der Zahlungen um 1 3ahr. Das sei eine zu kurze Frist, man müsse eine Zahlungsauvsehung von mindestens zwei Jahren inS Auge fassen. Die Hauptsache aber sei, daß hie amerikanische Opposition nicht mehr unnachgiebig sei. Man stehe jetzt am Beginn eines Experiments, dessen Tragweite noch nicht übersehen werden könne. Gegenwärtig könne man nur sagen, daß dieses Experiment nur unter Berücksichtigung der Lebensinteressen Frankreichs unternommen werden könne. „QH p t in" errechnet, welche Opfer Frankreich im Falle der Verwirklichung der Hoover- schen Anregung bringen müßte, und hält Drei Punkte für besonder- wichtig: 1. Frankreich habe Einerlei Vorteil von einem Opscr, das es sozusagen unter einem großen moralischen Druck bringen würde. Die Deutschen würden darin nicht eine Bekundung des Entgegenkommens seitens Frankreichs sehen. 2. Bedenklich seien nicht die Einstellungen der Zahlungen, sondern die Schwierigkeit, sie wieder aufzunehmen. 3. Der geschützte Teil der Reparqtionen habe, vom finanziellen Standpunkt gesehen, einen unantastbaren Cha- rakter: durch die Zahlungsaussetzung würde ihm dieser Charakter genommen werden. Das .Journal- hält hie Revision bes Poungplans für unvermeiblich, denn entweder werde das Heilmittel der Aussetzung der Zahlungen sich nicht als wirksam Herausstellen — und wenn die Wirtschaftskrise anhalte, würden die Zahlungen im nächsten Jahre noch unmöglicher sein —, oder aber das Heilmittel der Zahlungsaussetzung - werde sich alS wirksam Herausstellen, und dann sei eS ziemlich natürlich, die Zahlungsaussehung andauern zu lassen. „ Avenir" erklärt, Hoover habe daS Recht, die Zahlungen, die Amerika geschuldet seien, abzulehnen, aber nicht das Recht, Frankreich zu zwingen, bah es sich her Summen begebe, hie ihm zukämen, nnb bie Frankreich nolroenbig brauche. Auch „Quotidien" schreibt, Amerika Kime die Rückzahlung der Summen, die eS Europa geliehen habe, aufschieben, sogar streichen, aber Frankreich müsse die Milliarden wieder bekommen, die es ausgegeben habe, um seine verwüsteten Städte und Dörfer wieder aufzubauen. „Echo d« PariS" erwartet, baß di« französische Regierung beantragen werde, das vor- geschiagene Moratorium auf einer Konferenz zu besprechen, an der alle an den Reparationen interessierten Mächte teilnehmen würden, und daß Garantien ergriffen werden, damit nach Ablaus eines 3ahres. e aller wieder in bie Orbgang bes Poungplans eintrete. — 3m „Po Pula irr" äußert der sio- zialistische Abgeordnete Leon D l u m , die Grunde, die Hoover zu seinem Entschluß bestimmt hätten, feien in dem ilmftanb zu erkennen, daß der amerikanische Präsident zwischen Amerika und den europäischen Staaten das gemeinsame Gesetz der Solidarität proklamierte. Alliierte, Gläubiger oder Schuldner, alle würden an dem gleichen Liebel zugrunde ge- DerSchiciieiireppelmrasivonHambmgnachVertin 271 Kilometer in 104 Minuten. Berlin, 21. Juni. Rach dem Start um 3.27 Uhr in B e r g e d o r f bei Hamburg traf ber Schienenzeppelin Krukenbergs um 5.11 Uhr auf dem Spanbauer Hauptbahnhof ein. Er halte bie Strecke von 271 Kilometer in 1 Stunbe 44 Minuten burchsahren unb einen Durchschnitt von 170 Stundenkilometer erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 230 Stundenkilometer. An der Fahrt hatten außer Dr. Krukenberg teilgenommen der Mitkon- ltrukteur Diplomingenieur S t e d e f e l d. Der Führer Ingenieur Plack, die Gattin Krukenbergs sowie zwei Monteure. Dr. Krukenbera selbst war von der Fahrt begeistert. Der Brennstoffverbrauch von Berlin bis Hamburg betrug genau 183 Liter, das sind etwa 70 Liter für ICO Kilometer, olfo ungefähr das Doppelte dessen, was ein starker Kraftwagen verbraucht. Demgegenüber aber würde der Kraftwagen mit nur etwa 60 bis 70 Stundenkilometer fahren und höchstens vier ober sechs Personen befördern können, während der Schienenzeppelin durchschnittlich mit 100 Kilometer fährt und habet 24 Personen — im Rotfall über 40 Personen — befördern kann. Rach einem halbstündigen Aufenthalt in Spandau setzte sich der Propellerwagen wieder In Fahrt zum Bahnhof Grünewald. Hier hatten sich die Vertreter der Deutschen Reichsbahn eingefunden, u. a. Präsident Marx und Direktor Dr. D o r p m ü 11 e r. Die Stadt Berlin war durch Stadtbaurat Dr. W a g - n e r vertreten Zn einer Besprechung mit den Vertretern der Der Schienenzeppelin Dr. Krukenbergs. Preste braAte Ingenieur Stedef eld zum Ausdruck, daß her seit 1903 bestehende Schienenwagen, rekord, der damals von Reichest mit 214 Stunden- kilometer ausgestellt worden sei, nunmehr durch diese Fahrt gebrochen wurde. Von 8 Uhr früh ab wurde der Wagen dem Publikum gezeigt, lieber die Rückfahrt nach Han- nover ist noch nichts Näheres festgelegt: sie dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach am Mittwoch ober Donnerstag erfolgen. hen, wenn si« sich nicht zur glichen Aufgab« txteiniflten. „Le Populaire" sagt, das Angebot Hoovers bedeute, daß Frankreich nicht untätig bleiben dürfe, wenn es nicht in der Welt isoliert und verurteilt sein wolle. Frankreich müsse zwischen einer verständnisvollen Außenpolitik und den aggressiven Torheiten der Parlamentsmehrheit der Marin- Gruppe wählen. „Echo de Paris" gibt eine Erklärung einer ungenannten Persönlichkeit der französischen Regierung zu Hoovers Vorschlag wieder, die französische Regierung habe noch nicht die notwendige K.arbeit über die Modalitäten erhalten. Dcr Ministerrat werde erst am Dienstag zusammen: re ten. Die französische Regierung wolle hoffen, daß es sich nicht darum handle, die Rechte Frankreichs zu beeinträchtigen, das sich wirtschaftlich nicht in der Doge befinde, auf drei Milliarden Franks zu verzichten, die der Anteil an der geschützten Annuität ausmache. Sowohl durch den Voungplan als auch durch die im Haag unterzeichneten Abkommen sei vereinbart worden, daß die geschützte Annuität nicht angelastet werde. Günstig GiimmunginFfalien Rom, 22. 3uni. (WTB. Funkspruch.) Wenn auch der amtliche Kommentar zu Hoovers Vorschlägen noch nicht veröffentlicht ist, so spricht doch alles dafür, daß die öffe'ntliche Meinung 3taliens Hoovers Vorschläge günstig aufnimmt. Zustimmung in Genf. Genf, 22. 3unt. (WTB. Funkspruch.) 3n Völkerbundskreisen werden die Vorschläge des Präsidenten Hoover warm begrüßt und als gutes Vorzeichen für die nächstjährige Abrüstungskonferenz vorgesehen. Das neue österreichische Kabinett Wien, 20. Juni. (TU.) Die Verhandlungen Dr. B u r e s ch s führten am Samstag in den Abendstunden zu einem vollen Erfolg. Das Kabinett Dr. Karl Duresch, bisher Landeshauptmann von Rlederösterreich. Buresch ist gebildet. Es setzt sich wie folgt zu- sammen: Bundeskanzler Dr. B u r e s ch, Vizekanzler und Aeußeres Dr. Schober, Innenminister Dr. Winkler, Soziale Verwaltung Dr. Resch, Heeresminister V a u g o i n s, Landwirtschaft D o l - fuß. Unterricht C z e r m a k, Finanzen Dr. Redlich, Handel H a i n d l, Justiz Dr. Schürff. Der Bundespräsident hat die Ernennung des Kabinetts bereits vollzogen. Das Ende der Weimarer Koalition in Hessen. Darmstadt, 20.Juli. (WSR.) Die Weimarer Koalition, die leit 1918 unverändert in Hessen bestanden und bisher die Regierung gestellt hat, ist mit dem heutigen Tage beendet worden. Nachdem der Vorstand der Deutschen Etaatspartei in Hessen beschlossen hat, den Abgeordneten Schreiber aufzufordern, die Fraktionsgemeinschaft der Demokratischen Vereinigung aufzuheben, haben die Abg. Schreiber (Staatspartei) und Abg. Reiber (Radikaldemokrat) heute an das Hessische Landtagspräsidium ein Schreiben gerichtet, in dem sie mitteilen, daß die seitherige Fraktionsgemeinschaft der demokratisch staatsparteilichen Arbeitsgemeinschaft im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöft worden ist. Staatspartei und Radikaldemokraten fühlen sich durch den Minister K o r e l l nicht mehr in der Regierung vertreten. Eine Veränderung in der hessischen Regierung wird, wie wir erfahren, nicht erfolgen, da der Hessische Landtag vor Ablauf seiner Legislaturperiode im Herbst nur noch einmal zu einer kurzen Sommertagung Zusammentritt. Außerdem verfügen Sozialdemokraten und Zentrum auch ohne die seitherigen Demokraten über die einfache Mehrheit im Plenum. Au« aller Welt. Legelflug Kronfcldö über den Kanal hin und zurück. Calais, 21. 3unL (WTB.) Der bekannte Flieger K r o n f e l d ist am Samstagabend 19.30 Ähr mit feinem Flugzeug „Wiew in Calais zum Fluge über den Kanal gestartet und um 20.30 Uhr in Dover gelandet. Rach einem Aufenthalt von einer Stunde ist er wieder in Dover gestartet und um 22.30 Ahr in Calais gelandet. Kronseld hat damit die Bedingungen des Preisausschreibens der „Daily Mail", den Kanal an einem Tage in beiden Richtungen zum ersten Male zu überqueren, erfüllt und errang damit den von dem Blatt für diese Leistung ausgesetzten Preis von 1000 Pfund. Aus ber Provinzialhauptstadt. Gießen, den 22.3 uni 1931. Oie Gieuermaßnahmen des Staats' kommiffars für Gießen find rechtsgültig Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Darmstadt hat am Samstag die Berufung des Handelsvertreters H. in Gießen gegen Die Entscheidung des Provinzialausschus- s e s für Oberhessen wegen der Heranziehung zu den am 31. Dezemoer 1930 von dem Staats- k o m m i s s a r s für die Stadt Gießen verfügten erhöhten Gewerbe st euern usw. zurückgewiesen. Die Begründung des Urteils steht noch aus. Vermutlich haben zu dem Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs die Bestimmungen der neuesten Notverordnung geführt, nach der sämtliche Maßnahmen der Staatskommissare, selbst wenn sie vor Erlaß der Notverordnung getroffen wurden, Rechtskraft erhalten. Das die Klage abweisende Urteil des Prooinzialausschusses für Oberhessen ist damit rechtskräftig geworden. Bornotizen. — TageskalenderfürMvntaa: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Tänzerinnen für Südamerika gesuchf. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als 5. GastspiÄ der Sommerspielzeit hat die 3ntendanz nunmehr ein Errsemb'.e des 3ntirnen Tbeaters Nürnberg zu einem einmaligen Gastspiel verpflichten können. Zur Aufführung gelangt der Schwank „Familie Hannemann" von den beiden auch Gießen besonnten Autoren Reimann und Schwarz. Die Rolle der Tante 3utta spielt Freya Sturmselk Die auch für diese» Gastspiel gellenden ermäßigten Sommerpreife werden eS allen Kreisen ermöglichen. sich diesen Schwank anzulehen. Beginn der Vorstellung 20 Ahr, Ende 22 Ahr. — Der Gewerbe-Verein Gießen veranstaltet am Donnerstag, 25.3uni, 20 Ahr, im Lase Leib eine Vortragsveranstaltung. in der man sich mit steuerlichen Fragen befassen wird. OberregierungSrat Kabel vorn LandeSfinanzamt Darmstadt wurde als Redner gewonnen und wird über das Thema .Die Abgabe der neuen Vermögenssteuererklärung und ihre Bedeutung für Reich»- unb 2anbe»ftcucm" referieren. 3m Rahmen der Veranstaltung ist eine Beantwortung von schriftlichen und mündlichen Fragen vorgesehen. Räheres in ber Anzeige vom SamStag. Taten für Montag 22. Juni 1767: ber Staatsmann Wilhelm von Humboldt in Potsdam geboren; — 1861: Admiral Maximilian Graf von Spee in Kopenhagen geboren; — 1919: Gründung der Universität Köln. e •• Die.Gehaltskürzungen in Hessen. Durch Verordnung bes Hessischen Gesamtministeriums vom 20. 3uni ist die zweite Rotverordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen vom 5. 3uni 1931 auch für bas Laub, bie Gemeinben und bie sonstigen Körperschaften bes öffentlichen Rechts in Hessen zur Anweisung gebracht. *’ Veränderungen bei ben Mebi - zinalbehörben. Ernannt wurden der Kreisarzt. Mebizinalrat Dr. 3afob Schmitt in Groß- Gerau mit der Amtsbezeichnung .Obermedizinal- rat" »um Vortragenden Rat bei dem Ministerium des Innern;, ber Amtsarzt, Medizinalrat Dr. Karl Dinsack in Gießen unter Belassung seiner Amtsbezeichnung .Medizinalrat" zum Kreisarzt bei dem Kreisgefundheitsamt Groß-Gerau; der praktische Arzt l)r. meck. Richard Burger in Lich mit der Amtsbezeichnung .Medizin al rat" zum Amtsarzt bei dem KreisgesundbeitSamt Gießen; der praktische Arzt Dr. med. Adalbert Lucius in Hirzenhain mit der Amtsbezeichnung .Medizinalrat" zum Amtsarzt bei dem KreiS- gesundyeitsamt Mainz; sämtlich mit Wirkung vom 1. 3uli 1931. * Wiederherstellung deS GeorgS- ternpelS. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein, der sich in anerkennenswerter Weise um die Verschönerung und Pflege der Anlagen und Erholungsplähe in der näheren Umgebung unserer Ctabt bemüht, hat nun wieder etwas vollbracht, was von feiten ber Einwohnerschaft sicherlich allgemein begrüßt werben dürfte. Der Ge- orgstempel in der Rähe des Schiffenbergs wurde von dem Verein von Grund aus neu hergerichtet. Bedauerlicherweise war dieser Erholungs- unb Aussichtspunkt sehr in Verfall geraten, er bietet aber jetzt wieder eine Stätte, an ber sich die Ausflügler wvhlfühlen können. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein hat außerdem ein Wegweiserschild anbringen lassen, das bie Auffindung dieses etwas versteckt liegenden Erholungspunk- tcs erleichtert. Dem Verein gebührt für die Renovierung dieser Anlage alle Anerkennung. ** Die W asserzuf u h r im Goldfischteich. Es ist erstaunlich und bedauerlich zugleich, da der Springbrunnen im Goldfischdeich in bet Ostanlage in diesem 3ahre noch nicht in Betrieb gesetzt wurde. Richt nur, daß das Anlagenbild dadurch wesentlich z lungunste i beeinträchtigt wird, erhalten auch die Fische nicht in dem reichlichen Maße Frischwasser, wie in ben Vorjahren. Es wäre zu begrüßen, wenn der Springbrunnen wenigstens während einiger Stunden am Tage in Betrieb gesetzt würde. Die dadurch entstehenden Kosten dürften sicherlich nicht allzuhoch sein unb sollten selbst unter den schwierigen Etatsverhältnissen der Stadtverwaltung iwch aufgebracht werden. Wettervoraussage. Die Wetterlage steht im Zeichen der Hochdruck- brücke, welche sich über Deutschland erstreckt. Schon in den gestrigen Nachmittagsstunden ist infolgedessen die Bewölkung zurückgegangen, und am heutigen Tage herrscht in unserem Bezirk meist heiteres Wetter, wobei die Sonnenstrahlung mehr Temperaturanstieg bewirkt. Die über dem Nordmeer gelegene neue Störung ist mittlerweile mit ihrem Kern nach Skandinavien gewandert und hat ihre Ausläufer weiter südwärts oorgestreckt. Wenn auch durch sie Bewölkung aufkommt und namentlich die Temperaturen beeinflußt werden, so dürfte in unserem Gebiet doch mehr der hohe Druck zur Geltung kommen. Allerdings wird die Ozeanluft nachts noch Abküh. lung verursachen. Wettervorhersage für Dienstag: Zeitweise bewölkt, sonst aufheiternd, trocken, nachts kühl. Lufttemperaturen am 21. Juni: mittags 20,1 Grad Celsius, abends 12,7 Grad; am 22. Juni: morgens 12,3 Grad. Maximum 22,5 Grad, Minimum 6,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Juni: abends 20 Grad; am 22. Juni: morgens 14,8 Grad. — Sonnenfcheindauer 10)4 Stunden. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein. EMrea Sie M Den Vnforhetangen des Spotts entfpreöienö? Gerade beim Svortsmenfchen ist rtcktige Ernähruna von außerordentlicher Wichtigkeit. Verwenden Sie daher nur das Echte Lüneburger Jod-Speisesalz. , Dieses jodhaltige reine Siedesalz von natürlichem Sal^geschmack und -geruch bat dank feiner stärker salzenden Stroh einen Minderverbrnuch an Salz zur Folge. Dadurch wird die Forderung der modernen ärztlichen Wissenschast nach einer möglichst faharmen Kost erfüllt, was besonders für den Organismus deS stark In Anspruch genommenen Svorlsmenschen wichtig ist. Lüneburger Zod-Svetse- salz erhält Sie jung und elastisch. Erhältlich in allen Lebensmittel« und Drogen« geschüsten zum Preise von 27 Pfennig für das Pfund-Paket 50 Pfennig für daS Kilo-Paket. Nur echt in der bekannten Würfelvackunq mit dem Giebel. Name und Packung geschützt. Nachahmungen weise man zurück. — Vertreter: 3885V Wilbelm Westerman«, Sranfinrt a. Mai«, Hochstraße 43, Telephon Hansa 28501. Gießen und München, den 22 Juni 1931. 33629 Gießen, den 22. Juni 1931. 035R4 Tänzerinnen 03636 UMmMMM! Im Beiprogramm 4156 C Ton-Lustspiel * Ufa-Wochenschau Für Jugendliche verboten Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben unvergeßlichen Mannes, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und allen, die ihm das letzte Geleit gaben, spreche ich meinen herzlichsten Dank aus. Wenn Ärger und Verdruß Sie plagen, Wenn Ihnen nichts so recht gelingt. Wenn Sie sich abgespannt und müde fühlen Dann müssen Sie hinaus in die Natur, Dahin, wo sie groß und hehr und einsam ist: In die V^underwelt des Nordens. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme hei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen Frau Wilhelmine Rüspeler, geb. Gilbert sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jost Rüspeler und Kinder. Gießen, den 22. Juni 1931. Wir bringen ab heute den einzigen authentischen Tonfilm üb -r den internationalen Mädchen handel: Hergestellt mit ünterstütung des Deutsch. National-Komitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels. In den Hauptrollen: Dita Parlo, Harry Frank, Engen Hex, Harry Hardt, Paal Otto Zur Beachtung! Die Handlung dieses Tonfilms ist kein Phantasie - Gebilde, sie geht vielmehr auf die bitterste Wirklichkeit zurück und bringt die Affäre einer Agentin, die vor Monaten mit einer Girltruppe nach Südamerika ging. — Wenn im Verlauf dieser Handlung Dinge gezeigt werden, die kaum glaublich erscheinen, die aber tatsächlich immer noch passieren, so geschieht das aus dem Bestreben heraus, deutsche Frauen und Mädchen abzuschrecken und zu warnen vor den dunklen Machenschaften der internationalen Mädchenhändler Im Namen der Hinterbliebenen: Gretel Lippert, geb. Willershausen. Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wlo man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen. Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen. Brühl'sche Druckerei, Gießen, Schulstr. 7, Anruf 2251 vlemrlk in Worf/Eön am Mittwoch, dem 24. Juni 1931. Der Auftrieb zu obigem Markt findet vormittags von 8% bis 9 Uhr statt. Allendorf a. d. Lda., den 20. Juni 1931. Hessische Bürgermeisterei. Schneider.______4153D Samstagabend 9V? Uhr verschied plötzlich und unerwartet nach eintägigem Kranksein unser liebes Bübchen und Brüderchen Rolf Horst im Alter von 2 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm August Momberger und Frau Fanny,-geb. Wagner. Gießen (Mühlstraße 20), den 22. Juni 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 03635 Trauer««-"“ MM iiimi i— ........■um Auswahl bereitwillig Telephon 3048 Wfltte-Bereine.B.Wii Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung auf Montag, den 29. Juni 1931, 17 Uhr, im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße. 4149D Tagesordnung: . 1. Geschäftsbericht über das Jahr 1930. 2. Rechnungsabschluß für das Geschäftsjahr 1930. 3. Bestimmung zweier Rechnungsprüfer für die Rechnung für 1931. 4. Auslosung von Anteilscheinen gemäß § 6 der Satzung. 5. Mitteilungen. Die Teilnahme an der Mitgliederversammlung ist nur gestattet gegen Vorzeigung der Anteilscheine am Eingang zum Sitzungssaal. Gießen, den 20. Juni 1931. Der Vorstand: Dr. Hamm. NOBDLAND uanrten führen zu den wundervollen norwegischen Fjordefl,'dem sagenumwobenen Island, in die Einsamkeit Spitzbergens, an die Grenze des ewigen Eises, ins Land der Mitternacht» sonne. Die erhabenen Eindrücke einer solchen Reise, die heitere Geselligkeit und die behagliche Muße an Bord eines Hapag» Dampfers geben neue Lebensfreude und Arbeitskraft, 4. JULI BIS 20. JULI - 2. REISE • Hjpig.Nordkapfahrt mit dem .Vergnügungsreisen«Dampfer »Oceana« von RM. 470.- aufwärts. 18. JULI BIS 11. AUGUST - 3. REISE - Hapag-Schottiand*. Island«, Spitzbergen« und Norwegenfahrt mit dem 20000 Ton» großen Luxusdampfer »Resolute« von RM. 200.- aufwärts. 22. JULI BIS 7. AUG. • 4. REISE - Hapag.Nordkapfahrt mit dem Vergnügung!reiscn«Dampfer »Oceana« von RM. 470.- aufwärts. 10. AUGUST BIS 23. AUGUST • S. REISE ■ Hapag. Schottland«. Norwegen« und Ostseefahrt mit dem bekannten Vergnügungsreisen«Dampfer »Oceana« von RM. 390.- aufwärts. 25. AUGUST BIS 12. SEPTEMBER • 6. REISE - Hapag» Ostsee«, Skandinavier» und Rußlandfahrt mit dem bekannten Vergnügungsreisen«Dampfer »Oceana« von RM. 620.- aufwärts. fläfieres in der NORDLAND Jffustrierten mit dem Preisausschreiben gratis erhältlich bei den Vertretungen der HAMBURG-AMERIKA LINIE Lichlsnielliaos ♦ Bieten [Vermietungen | Möbl.Zimmer zu vermieten. er«Regaita in Bad Ems. Gießener Ruderer erfolgreich. Die diesjährige Emser Ruder-Regatta hatte ein ausgezeichnetes Meldeergebnis gefunden, so daß am Samstag zahlreiche Vorrennen, die zum Teil in zwei Abteilungen dupchgeführt werden muhten, notwendig waren. 3m a.lgcmeinen gab es wenig Überraschungen, das Wetter lieh za wünschen übrig. Würdig reihte sich die am Sonntag auf der Lahn zum Austrag gekommene 51. Ruderregatta zu Bad Ems ihren Vorgängerinnen an. Die Befürchtungen, daß sich ein Rückgang der Meldungen ergeben werde, haben sich nicht bewahrheitet. Die sportlichen Leistungen standen auf einer mehr als befriedigenden Höhe. 3m Mittelpunkt des 3nteresses standen das Kaiserpreis- Rennen und der Verbands-Achter-Wettkampf. Erwartungsgemäß blieben die Frankfurter Germanen im Viererrennen siegreich. Dahnlänge: 2000 Meter. Die Ergebnisse vom Samstag. B -03 ie r e t: 1. Lauf: 1. WSV. Krupp-Essen 7:09.2. 2. Laus: 1. RG. Lahnstcin 7:20,6. 3. Lauf: 1. RK. Hassia Giehen 7:15. Zweites Rennen: 1. Laus: 1. RV. 1905 Weilburg, 2. RV. Gießen 1913. 2. Lauf: 1. RG. 1921 Koblenz 7:10. Zweiter Vierer: 1. Lauf: 1. RG. Germania Frankfurt 7:34,4. 2. Lauf: 1. WSV. Mülheim-Ruhr 7:04,4, 2. RG. 77 Giehen 7:06. 3. Lauf: 1. RC. Rhenania Koblenz 7:05,1. 3unior-Einer: 1. Laus: 1. CfL. Köln (Schneider) 7:40. 2. Lauf: 1. RC. Saarbrücken (Hofs) 8:01,4. 3. Laus: 1. RV. 1880 Wetzlar (Leih) 7:47. 3unior-Achter: 1. Lauf: 1. RG. Germania Frankfurt 6:30. 2. Laus: 1. RK. Germania Köln 6:25,4. 3ungmann-Vierer: 1. Laus: 1. CfL. Köln 7:16. 2. Lauf: 1. RV. Mainz 7:24. Lahn-3ungmann-Vierer: 1. Lauf: 1. RK. Limburg. 2. Lauf: 1. RG. 77 Gießen 7:19. Zweiter Achter: 1. Lauf: 1. WDV. Krupp übrigens nicht einen Augenblick zweifle. Trotzdem zwingt mich mein Amt bedauerlicherweise, Sie einweilen in Haft zu nehmen, bis sich 3hre Unschuld erwiesen hat." „Aber das bei Petrowitsch gefundene Armband ..." wagte der Direktor leise einzuwenden. „Wenn meine Folgerungen stimmen, hatte diese Contessa nach der -Unterredung auf der Straße von Salo das größte 3ntereffe daran, diesen Herrn hier", er nickte mit einem Lächeln zu Petrowitsch hinüber, „für eine Weik unschädlich zu machen. Sie schmuggelte das Armband, das noch in ihrem Besitz war, geschickt in fein Zimmer hinein, ganz richtig voraussehend, daß ja die Hotelangestellten bei Diebstählen im Hause immer zuerst in Verdacht kommen. Haussuchungen waren selbstverständlich. So entledigte sie sich also dieses gefährlichen Deweisgegenstandes auf die einfachste Weife und machte gleichzeitig, indem sie den Verdacht auf Ihren Eintänzer lenkte, einen Ankläger unschädlich, der sie hier so unerwartet bedroht hatte. ORein Verdacht wurde wach, als ich am Tage meiner Ankunft hier diese Dame in höchster Eile und in sehr einfacher Kleidung, mit allen Anzeichen einer großen Erregung, auf Seitenwegen, Die sonst auf Spaziergängen von eleganten Damen nicht auf gesucht werden, ankommen sah. Ihre Jungfer sagte mir dann, daß der „Conte" kurz vor meiner Ankunft, an demselben Tage also, als „Sie" zurückkam, ebenfalls einen tagelangen Ausflug unternommen hätte. So hatte ich früher, ehe ich gedacht, Fäden in der Hand, die nicht schwer weiterzuspinnen waren. Miß Gälvestones Perlen wurden am anderen Tage in Venedig auf gefunden ... alle Briefe der Contessa, die das Hotel verließen, waren in Geheimschrift abgefaht. Run, mein lieber Herr Direktor, allzuviel Scharfsinn erforderte dieser einfache Fall nicht und auch Ihr langjähriger Hoteldetektiv wäre heute so weit wie ich bin, hätten Sie mich nicht herbei - gerufen und mich mit der Führung dieses Falles betraut. Signore Patchelli assistierte mir übrigens äußerst geschickt, ich..." Das Telephon schrillte in feine Rede hinein. Mit einem Sah war der Detektiv am Schreibtisch und hob den Hörer ab. „Hier Savoyhotel." Man hörte eine schnarrende Stimme. Dann kam Donis Antwort: „Das klappte ja vorzüglich, ich glaube, daß Sie keinen Fehlgriff getan haben, Herr Kollege. Wie nennt er sich?... Ah, sehr interessant. Rein, ich selbst sah ihn nicht mehr, war gerade ausgeflogen, der Vogel... 3a... ich erwarte nur noch die Rachrichten aus London." <$r wandte sich ins Zimmer zurück. „Dieser angebliche Graf Semjonow ist soeben in Florenz festgenommen worden, als er den Versuch yiachte, einen wertvollen Ring zu verkaufen. Er wehrte fich wie ein Verzweifelter, führte einen Essen 6:29. 2. Laus: 1. RK Germania Köln 6:24. 3. Lauf: 1. RV. Mainz 6:24,2. Die Ergebnisse vom Sonntag. B»Vierer: 1. Abt.: 1. Krupp Essen 7:25,4, 2. RG. Lahnstein 7:41. 2. Abt.: 1. RV. Weil- bürg 7:25, 2. RG. Koblenz 7:34,4. Zweiter Vierer: 1. WSV Mülheim- Ruhr 7:23, Germania Frankfurt und Rhenania Koblenz aufgegeben. 3unior-Einer: 1. Hosf-Saar Saarbrücken 7:50,2, 2. Leitz-Wehlar 8:03.4. 3unior-Achter: 1. Germania Köln 6:27, 2. Köln 1877 6:34,4, 3. Germania Frankfurt! 6:38,2. 3ungmann-Q3iercr: 1. WSV. Köln 7:19, 2. Mainzer RV. 7:28. Hochschul-Vierer: 1. Universität Tonn 7:19, 2. WSV Düsse.dorf 7:36. Erster Vierer: 1. Germania Frankfurt 6:56, 2. WSV. Godesberg 7:00, 3. WSV. Düsseldorf 7:25,4. Lahn-3ungmann-Vierer: 1. Gießen 1877 7:12,4, 2. RK. Limburg 7:16, 3. ®ie- ßener Hassia 7:42. Zweiter Achter: 1. RV. Mainz 6:25,4, 2. Germania Köln 6:31,4, 3. Krupp Essen 6:33,4. LeichtgewichtS-Dierer: 1. RV. Bad. Ems 7:22, 2. RV. Mainz 7:24,6. 3uni or-Vierer: 1. Germania Köln 7:13, 2. Germania Frankfurt 7:18,9. 3ungmann-Achter: 1. Köln 1877 6:35,4, 2. RV. Mainz 6:36, 3. Germania Köln 6:45. Dritter Vierer: 1. Abt.: 1. Saar Saarbrücken 7:18, 2. Krupp-Essen 7:25, 3. RG. Koblenz 7:37,4. 2. Abt.: 1. RV. Mainz, 7:15, 2. RV. WeLburg 7:19. Ermunterung-» Vierer: 1. RV Kreuznach 7:24, 2. Marburger RV. 7:30,2 . DritterAchter: 1. Rhenania Koblenz 6:26, 2. RG. Trier 6:29,4. Erster Achter: 1. Kölner Wassersport 6:19,2, 2. Germania Frankfurt 6:23,4, 3. Wassersport Düsseldorf 6:37. Paß auf den Ramen Monsieur Gandry lautend bei sich. Das Signalement stimmte bis ins Kleinste, als man ihm seinen falschen Bart abnahm. Wir brauchen diese Rachrichten aus London gar nicht erst abzuwarten, tonnen uns die Maus in der Falle holen. Sie, Herr Gros", er wandte sich an ©emjonöto und klopfte ihm auf die Schulter, „werden nach einer Unterredung, die ich jetzt mit der „Frau Contessa" führen werde, glänzend gerechtfertigt sein. Geben Die mir 3hr Ehrenwort, daß Sie daS Hotel binnen vierundzwanzig Stunden nicht verlassen werden... nach der Entwicklung der Dinge kann von einer Verhaftung Ihrerseits nicht mehr die Rede sein. Wie das Armband Mademoiselle Gallieurs in Ihr Zimmer kam. werden wir gleich hören. Ditte, begleiten Sie mich, meine Herren." Roch ehe sie das Zimmer verlassen hatten, trat ein Page ein und überreichte Signore Doni eine Depesche. „Endlich", murmelte er, trat anS Fenster und studierte sie eingehend. Dann entnahm er einem Schubfach deS Schreibtisches ein Formular, verglich es eingehend mit dem Inhalt der Depesche und steckte die Papiere bann zu sich. „Kommen Sie, keine Minute Zeit ist zu verlieren. Herr Direktor, bitte wollen Sie voran- gehen." Als sie im Lift nach dem ersten Stockwerk hin- aufsuhren, drückte Semjonow die Hand des Detektivs. „Ich danke Ihnen", sagte er leise. „Ich banke Ihnen, daß Sie mir Glauben schenkten. Wie ein Wunder ist mir das." „Unter anderen Umständen wäre ich auch nicht so leichtgläubig gewesen, Herr Graf", gab der andere lächelnd zurück. „Aber Ihre Aussagen trugen so sehr den Stempel der Wahrheit... und biese anderen Fäden hielt ich in der Hand. Und dazu kam Ihre große Unvorsichtigkeit, die Frau auf der Straße zu stellen. Rehmen Sie mir dies nicht übel, es war sehr dumm gehandelt. Wäre es der Gemahl gewesen und ich noch nicht gleich zur Stelle... er hätte Sie totsicher einer Irrenanstalt überweisen lassen." „Ich war auch halb von Sinnen in dieser letzten Feit, nachdem ich die Entdeckung gemacht hatte, daß dieser Gast auf meinen Ramen reist. Der Umstand, daß ich niemals zu jemandem gesprochen hatte über meine Vergangenheit und meinen wirklichen Ramen, daß ich nicht den kleinsten Deweis mehr dafür besaß, daß ich der echte Gras Semjonow bin, nicht jener andere, fiel erschwerend ins Gewicht. Wer hätte mir geglaubt, wer? Da, in meiner höchsten Verzweiflung, lief mir diese Frau in den Weg. Mein Uebevrumpelunsversuch mißlang kläglich, hätte dieser (Betrüger einen größerer» Vorsprung gehabt, wäre er jetzt wohl über alle (Berge." (Fortsetzung folgt.) Oberheffen. Landkreis Gießen. 0 Linden st ruth, 20. Juni. Bei der B e i g e - ordnetenwahl erhielt Gemeinderatsmitglied Sehrt die Stimmenmehrheit und ist somit zum Beigeordneten unserer Gemeinde gewählt. ' Lang-Göns, 21. Sunt 3m hiesigen Rat- Haus fand in diesen Tagen die Jahresversammlung der Spar- und Leihkasse statt. Direktor 2l r tz gab bekannt, daß der seitherige Rechner Lehrer Merkel, der die Kafft seit 1914 treu verwaltet hat, in Bad Kreuznach verstorben sei. Oberrevisor Hartmann trug die Bilanz für 1930 vor. Der Reingewinn betrug 3263 Mk. Es wurde beschlossen, von dem Reingewinn 10 Prozent Dividende auszuschütten und den Rest der Rücklage zuzuführen. Das Aussichts- ratsmitglied Karl Wenzel führte in den letzten Wochen die Geschäfte vertretungsweise und wurde nunmehr als Rechner gewählt. Landwirt Heinrich F r e y II. und Bauunternehmer Heinrich Schaub traten neu in den Aufsichtsrat ein. Den alten Einlegern sind vorerst 8 Prozent Aufwertung gutgeschrieben, die bis Ende 1930 mit 3 Prozent und von da ab mit dem üblichen Sah verzinst werden. Cs ist aber damit zu rechnen, das) später noch eine ansehnliche Aufwertungsnach^ah- lung stattfinden kann, die allerdings von dem Zeitpunkt der Auslosung der Reichsanleiheablosungsschuld abhängig ist. 0 Holzheim, 20. Juni. Nachdem gegen die Bürgermei st erwähl vom <8. 3uni keine Beanstandungen erhoben worden sind, wurde der neugewählte Bürgermeister Heinrich Buß L gestern durch Regierungsrat Dr. Braun vom Kreisamt Gießen in Gegenwart des vollzählig erschienenen Gemeinderats in sein 21 m t ein- geführt. Das Ortsoberhaupt verpflichtete alsdann unseren neuen Beigeordneten, Landwirt W. Gg. Konrad Ohly. Das Gemeinderatsmitglied Karl Buß, Maurermeister, scheidet, da sein Bruder zum Bürgermeister gewählt wurde, aus dieser Körperschaft aus. Sein Raäifolger wäre nach der Liste des Hessischen Bauernbundes W. Ohly, der jedoch inzwischen zum Drigeordneien gewählt wurde. Runmehr rückt Landwirt Hch. Wilhelm S ch m a n d t in den Gemeinderat ein. Preußen. Berufsschulpflicht im Amtsbezirk Ahbach-Launsbach. # Kroforf, 20. Juni. Die von den Amtsvertretungen Atzhach und Launsbach beschlossene Einführung der Berufsschulpflicht für die schulentlassene männliche Jugend tritt, nachdem die erlassene Satzung die Genehmigung des Bezirksausschusses in Koblenz gefunden hat, nunmehr in Kraft. Die in der Genehmigung des Bezirksausschusses gestellte Bedingung, daß die Kreissatzung für das ländliche Fort- bildungsschulwesen im Amtsbezirk Atzbach-Launs- bach ausgeschaltet würde, ist durch entsprechen- den einstimmigen Beschluß des Kreistages vom 21. Mai 1931 erfüllt worden. Die bisherigen ländlichen Fortbildungsschulen sind somit aufgehoben und an ihrer Stelle haben die Jugendlichen die Berufsschulen in W e tz l a r oder in Gießen zu besuchen. Die Zuweisung zu den Berufsschulen erfolgt durch den Bürgermeister. Für die Gemeinden Dorlar und Garbenheim ist die Berufsschule in Wetzlar, für die anderen Gemeinden diejenige in Gießen vorgesehen. Mit der Stadtverwaltung Wetzlar und mit dem hessischen Staat bzw. der Stadtverwaltung Gießen sind entsprechende vertragliche Abmachungen getroffen worden. Durch den Besuch der mit Fachklassen ausgestalteten Berufsschulen ist eine berufskundige Fortbildung der jungen Leute gewährleistet. Kirche und Schule. 4 Dad-Rauheim, 21. 3uni. Unter starker Teilnahme der Bevölkerung und der Kurgäste feierte man heute das 25. 3 ubiläurn der Danke s k i r ch e. Der Festtag begann mit Festgeläute und Choralblasen vom Turm des Gotteshauses. 3m Festgottesdienst am Vormittag hielt Pfarrer Knodt, der vor 25 3ahren bei der Einweihung als Pfarrassistent mitwirkte, die Festpredigt. Der Superintendent von Oberbessen, Oberkirchenrat D. Wagner (Gießen), überbrach'e in herzlicher Ansprache die Segenswünsche der hessischen Landeskirche. Bei der Festfeirr, die nachmit'azs in der Dankeskirche stattfand, hielt Prälat D. Dr. Diehl einen fesselnden Bortrag übet ..Bilder aus der kirchlichen Vergangenheit von Bad-Rau- heirn'. Er wies u. a. nach daß vor Einführung der Reformation in dem damals hanau-münzen- bergischen Rauheim schon eine starke evangelische Volksbewegung den Ueber tritt zum neuen Bekenntnis vorbereitet habe. Aus Anlaß des 3u- b.läums erhielt die Dankeskirche mehrere wert- olle Stiftungen. Wirtschaft. • Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Reichsamt für den 17.3uni errechnete Indexziffer der Großhandelspreise lag mit 112,2 um 0,4 v. H. niedriger als in der Vorwoche. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 107,2 (— 0,9 v. H.), Kolomalwaren 95 7 (4- 1,2 v. H), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 102,7 (— 0,1 v. H.), und industrielle Fertigwaren unverändert 136,7. ♦ 40 ° Stundenarbeitswoche bei der Duisburg - Ruhrorter - Hasen - AG. Zwischen der Duisburg-Ruhrorter-Hafen-AG. und den Gewerkschaften bzw. dem Gesamtbetriebsrat ist zur Vermeidung der Entlassung der durch den Verkehrsrückgang entbehrlich gewordenen Arbeiter eine Einigung dahin erzielt worden, daß ab Montag, 22. 3uni, zunächst für die Arbeiter der Lohngruppen 1 bis 3 und ab Montag, 29. 3uni, für sämtliche Arbeiter die 40stündige Arbeitswoche eingeführt wird. 'Herabsetzung derMais - und Ger- stenpreise. Der Verwaltungsrat des Mais- Monopols hat am 20. 3uni beschlossen, den Preis für Mais von 250 auf 170 Mark für die Tonne herabzusetzen. Ferner ist von den zuständigen Ministern eine Verordnung gezeichnet worden, die am 26. 3uni in Kraft tritt und Vorsicht, daß künftig beim Bezug von 1 dz Kartoffel- f locken von der Deutschen Getreidehandelsgesell- j'chaft G. m. b. H. 1 dz Gerste zu Futterzwecken zum Zollsatz von 5 Mark für 1 dz eingeführt werden darf. Da Kartoffelflocken künftig zu 170 Mark statt zu 185 Mark abgegeben werden, ermäßigt sich bei Zugrundelegung eines Preises von 85 Mark für die Tonne Gerste unter Zoll der Durchschnittsv.eis für die Tonne Gerste zu Futterzwecken auf 152,50 Mark. Für die alten Gerstenbezugsscheine, die bei 3nkrafttreten der neuen Verordnung noch nicht ausgenuht sind, wird der Zoll gleichfalls auf 5 Mark für 1 dz herabgesetzt.' Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 22. 3uni. Tendenz: Roggen und Roggenmehl fest, sonst ruhig, Futtermittel rückgängig. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte im Einklang mit der festen Haltung der Berliner Produktenbörse ebenfalls in etwas gebesserter Stimmung. Besonders für Roggen, wo das Angebot sehr gering war, wurden große Käufe vorgenommen, so daß der Preis um 5 Mk. anzog. Auch Roggenmehl war ziemlich gefragt und 1 Mark höher. Weizenmehl dagegen stark vernachlässigt und um eine halbe Mark ermäßigt. Die übrigen Getreidearten wie Hafer, Gerste waren sehr stark vernachlässigt und eher etwas schwächer. Am Futtermittelmarkt setzte sich die Abwärtsbewegung der Preise fort. Es wurden notiert: Weizen 295, Roggen 237,50—240, Hafer, inländischer, 200, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 39,50—40,50, Roggenmehl 31,75 bis 33, Weizenkleie 10—25, Roggenkleie 11,50, Erbsen 28—36, Linsen 25—68, Heu, süddeutsches, 5,75—6,00, Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt, 3,00, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt, 2,75, Treber, getrocknet, 10,00. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt«. M., 22. 3uni. Auftrieb: Rinder 1229 Stück; darunter Ochsen 314, Bullen 107, Kühe 418, Färsen 368; Kälber 601, Schafe 29, Schweine 4751. Es wurden notiert: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 44—49, ältere 40—43, sonstige vollfleischige: jüngere 33—39. Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 38—42, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 34—37. Kühe: jüngere, vollfleijchige, höchsten Schlachtwerts 35 bis 39, sonstige pollfleischige oder ausgemästete 29—34, fleischige 22—28. Färsen (Kalbinnen, 3ungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 44—49, vollfleischige 40—43, Große Hausse au der Börse Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. 3untTendenz: haussierend. Der amerikanische Plan zur Aufschiebung der Schuldenzahlungen drückte sich schon im Dor- börsenverkehr in einer stürmischen Aufwärtsentwicklung der Kursbewegung aus. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs zeigte sich außerordentlich starke Deckungsnachfrage, die die Kurseaufderganzen Linie Don 5 bis 15 v.H. in die Höhe trieb. Man war allgemein der Ansicht, daß sich die Kreditlage nun günstig gestalten werde. Der Beschluß der Reichsbank, die Rotterung des Privatdiskonts wieder aufzunehmen, wurde gleichfalls als ein Zeichen dafür ausgefaßt, daß die Reichsbank die Lage völlig beherrscht. Den energischen Dek- kungen der Baissepartei schloß sich das Publikum mit umfangreichen Meinungskäufen an. Der Flut von Kauforders stand nur recht begrenztes Angebot gegenüber, so daß sich bei der Kursfestsetzung Schwierigkeiten ergaben. Eine ganze Anzahl von Rotierungen mutzte wegen Stückemangels ausgesetzt werden. Die Führung der Haussebewegung hatten Siemens mit plus 18 v. H., Farben mit plus 14 v. H., Salzdetfurth mit plus 17 v. H. und Gesfürel mit plus 12 v. H. Am Elektromarkt erhöhten AEG. ihren Kursstand-um 12 v. H., Schuckert um 11 v. H. Licht & Kraft um 10 v. H. Von Kaliwerten standen Aschersleben im Vordergründe des 3nteresses (15 v. H.). Am Montanmarkt zogen Buderus 5,5 v. Sy, Rheinstahl 6 v. H., Mannesmann 7,75 v. H., Harpener 8 v. H. und Gelsenkirchen 10 v. H. an. ' Holzmann zogen um 9 v. Sy, Zement Heidelberg um 5,25 v. H. an. Von 'Kunstseideaktien Aku 11 v. H. und Demberg 8 v. H. höher. Von Chemienebenwerten wurden Scheideanstalt 10 v. H, Deutsche Erdöl 11 v. H. und Metallgesellschaft 7 v. H. fester gehandelt. Auch Schiffahrtsanteile schlossen sich der allgemeinen Haussebewegung an und erzielten Kursbesserungen bis 4 v. H. Bankaktien gewannen durchweg bis zu 3 v. H., Reichsbank waren 10 v. H. fester. Deutsche Bonds (Altbesitz) plus 2 v. H., Reubesih 1 v. H. höher. Bei stillem Geschäft waren besonders Liquidations- Pfandbriefe und 7prozentige Gold-Kommunal- pfandbriefe stärker gesucht. Reichsschuldbuchforderungen etwa 5 v. Sy höher. 3m Verlaufe trat eher noch eine Verstärkung der De k - kungsneigung ein, so daß sich die Hausse fortse'te De: anhalte. deMaterialm an- g e l hemmte allerdings das Geschäft. Lediglich in 3G -Farben und einigen Elektropapieren gewann das Geschäft weitere Ausdehnung. Es ergaben sich erneut Kursbesserungen bis zu 3 v.H., bei Gesfüvel um 8 v.H. Am Geldmarkt ging Tagesgeld auf 6 v. H. zurück. Am Devisenmarkt war ebenfalls eine deutliche Entspannung zu beobachten. Das Pfund und die Mark lagen fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2125, gegen Pfunde 20,4913, London gegen Reuyork 4,8668, gegen Paris 124,26, gegen Mailand 92,93, gegen Madrid 50,70, gegen Schweiz 25,0950 sehr schwach, gegen Holland 12,09. Berliner Börse. Berlin, 22. 3uni. Die Erklärung des Präsidenten Hoover, die Schuldenzahlung auf ein 3ahr auszusehen, hatte schon im Dormittagsverkehr außerordentlich gewirkt, und die Dörse beantwortete diese Nachricht mit einer stürmischen Hausse, wie man sie schon seit 3ahren nicht mehr erlebt hat. Hoovers Erklärung wurde in der ganzen Welt mit Begeisterung aufgenommen, nur in der französischen Presse kann man eine gewisse Zurückhaltung nicht verkennen. Die Auslandbörsen waren infolgedessen besonders fest. Die sonst noch vorliegenden Momente traten in den Hintergrund, so der erhöhte Ruhrkohlenabsah. der Schiek^spruch für den Ruhrbergbau. Anregende Momente waren ferner die Festigkeit der deutschen Werte in Reuyork. Ferner regte aber noch die Tatsache, daß die Reichsbank in ihrem Beschluß vom Samstag, den Privatdiskontsah neu festzustellen und Wechsel nur am Reichsbankschalter entgegenzunehmen, rückläufig gemacht hatte, wodurch die Befürchtung weiterer Kreditrestriktionen aufgehoben sind. Am Devisenmarkt ist eine starke En t- sp annun g festzustellen. Die .Reichsmark blieb gegen Pfund und Dollar fest. 3nfolge des herrschenden Materialmangels gingen die Kurse sprunghaft in dieHöhe. Besserungen von 10 bis 15 Prozent waren an der Tagesordnung, doch gingen sie auch darüber hinaus bis zu 20 Prozent. Die Kursfestsetzung stieß auf Schwierigkeiten. Fast alle Werte erschienen mit Plus-Plus-Zeichen. Farben, in denen etwa eine Million umging, wurden nach etwa halbstündiger Bemühung 16,5 Proz. höher festgesetzt.Deutsche Anleihen waren ebenfalls haussierend. Alt- und Reubesih 1,5 Proz. höher. Reichsschuldbuchforderungen etwa 6 Proz. fester. Der Pfandbriefmarkt war noch nicht zu übersehen. Die Geldsätze blieben unverändert. Tagesgeld 7 bis 9, Monatsgeld 7,5 bis 8,75 Prozent. Auch im Verlaufe blieb die Stimmung zuversichtlich. Das Geschäft war jedoch ruhiger, da man immer noch mit der Feststellung der ersten Kurse beschäftigt war. Die Kurse zogen später weiter bis zu 2 Prozent an. fleischige 33—39. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 53—58, mittlere Mast- und Saugkälber 46 bis 52, geringe Kälber 35—45. Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 40—44, vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 41—45, desgl. von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 43—47, desgl. von zirka 160—200 Pfd. Lebendgewicht 42—46, fleischige Schweine von zirka 120—160 Pfd. Lebendgewicht 40—43. Marktverlauf: Rinder ruhig, ausverkauft; Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine schleppend, ausverkauft. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt am M a i n , 20. 3uni. Tendenz: fest. Es notierten in Pf. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: bulgar. 7,50 bis 7,75, jugoslav. 7,25 bis 7,50, rumän. 7—7,25, russische 6,75 bis 7,25, poln. 6,75 bis 7, holl. 7,50 bis 10, dän. 7,50 bis 10, belg.-sland. 9 bis 9,50, baher. 7,75 bis 8, deutsche Frischeier 7,50 bis 10,50, in- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 6 bis 6,50. Kleine Strafkammer Gießen. * Gietzen, 19. 3uni. Ein wegen Eigentums- Vergehen mehrfach vorbestrafter Landwirt von Ober-Laukcn war vom Amtsgericht Bad-Rau- heim von der Anklage des Betrug?' freigesprochen worden. Gegen dieses Urteil verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung. Es wurde festgestellt, dah er sich in Steinfurth unter falschen Vorspiegelungen bei einem Landwirt ein Pferd im Wert von 400 Mark erschwindelt hatte. Auf dem Transport erwies sich das Tier als derart störrisch, datz der Angeklagte den Spaß an seiner Deute verlor und es seinem Begleiter überließ, der damit machen könne, was er wolle. Dieser brachte das Pferd in die landwirtschaftliche Halle in Frankfurt, wo es der Geschädigte abholte. Obwohl auf diese 'Weise kein dauernder Schaden en t ft an-■ den war, muhte der Angeklagte wegen vollendeten Betrugs verurteilt werden. Der Schaden war durch den Verlust des Besitzes eingetreten. Zusammen mit einer anderen Betrugsstrafe wurde auf eine Gesamtgefängnisstrafe von drei Monaten erkannt. Ein Studierender in Friedberg war zu fünf W oche n Haft verurteilt worden, weil er trotz behördlicher Aufforderung für sein uneheliches Kind nicht sorgte. Da er trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen war, wurde feine Berufung verworfen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 6. C. 11. 1. Der betreffende Mieter' ist Staatsbeamter. Seine Wohnung gilt als beschlagnahmt. — 2. Nach der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 2. Dezember 1930 kann ein Hauseigentümer, der feit drei Jahren bereits Eigentümer ist, aber in diesem Hause keine ausreichende Wohnung besitzt, verlangen, daß ihm eine solche in dem Hause eingeräumt wird. Auf eine beschlagnahmte Wohnung hat er unseres Dafürhaltens keinen Räumungs-' anfpruch. Letzte Nachrichten. Präsident Falliöfes t. Paris, 22. Juni. (DJIB. Funkfpruch.) Der frühere präfidenlderfranzösifchen Re- publik Armand Fallidres ist heute im Alter von fast 90 Jahren geftorben. Lr war von 1906 bis 1913 Präsident der Republik. Stimson Über den Brief Hindenburgs. Washington, 22. Juni. (WTB. Funkspruch.) Gerüchte über eine Botschaft Hindenburgs an h o o v e r, die heute in Reuyork umliefen und dahin lauteten, der Reichspräsident o o.rt Hindenburg habe seinen Dank ausgesprochen und Deutschlands Verständnis mit diesem Vorschlag ausgedrückt, veranlaßten Staatssekretär S t i m s o n zu folgender Erklärung: Seitdem die finanzielle Lage in Deutschland hier Gegenstand des Studiums wurde, hat Präsident h o o v e r sich bemüht, möglichst genaue und authentische Jnformationen zu erlangen. Lr erbat daher kürzlich von der deutschen Regierung eine derartige Jnformation, wobei er den Wunsch ausdrückte, datz sie von höchster Stelle kommen möge. Er erhielt Antwort in Form eines vom Präsidenten von Hindenburg an ihn gerichteten Briefes, dessen Jnhalt er als vertraulich und nur für i h n selbst bestimmt betrachtet. Jm Übrigen stimmt diese Jnformation mit dem allgemein bekannten Gesamtbild überein, das die Regierung aus anderen amtlichen und privaten Berichten gewonnen hat. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v.H., Lombardzinsfuß 8 v. H. ui ui ... Jh. | ■8 er i c-chmp- tur« 1-Uhr- Kur- Schluß« 1 An,o g» lur Kurs Datum 20.6. 22 6. 20.6. 22.6. .% Deutsche Retchsanieihe o. 192. 81-5J — 80,25 — 7% Deut!che Reichöanleihe v. 1929 94 — 94 — ">'/.% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit — — 64,5 Auilos.»Rechten....... 50 52 50 51,5 Teegl. ohne Auslos.-Reckte . . i% Hess. Bollsstaat von 1929 4,55 5,4 4,25 5,75 (rückzahlb. 102%)...... Oberhellen Provinz-Anleihe mil 87,25 — 87 — Auelos.-Rechten...... Deullche Komm. Sammelabl. — — — — Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 47,75 — 48 — 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Frantz. Hyp.-Bank Goldpse 97,75 — — unkündbar bi» 1936 Serie 16 . 4%% Franks. Hyp.-Bank Ciqu.- 91,9 — — — Psandbriele......... 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank.Liou 86,3 — — — Goldpse........... 8% Pr. Landedpsandbriesanstalt, 86,75 — — — Psandbriele R. 19...... 7% Pr. Landespsandbriesanstalt, 100 — 100 —• Psandbriele R io . . . 95,5 — 95,5 — 4% Oesterreichische Goldrente . . 19,75 —- 19,9 _ 4,20% Oesterreichische Silberrenie — 1,25 — 4% Ungarische Goldrentc . . . . — — 16,5 16,8 4°;, Ungarische Staatrrenle v. 1910 14 — 14 4!4% desgl. von 1918..... — •— 13,5 14,1 5% abgcst. Goldmcxikaner von 99 7,13 —- 6,75 4% Türkische Zollanleche von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlcihr 2,3 2,25 2,15 2,25 Serie 1........... — —— 2,25 —— 4% dekgl. Serie II....... 2,25 2,25 2,25 5% Rumän. vercinh. Rente v. 1903 7,15 — 6,9 — 4'/,%Rumän.vereinh.Rcntev.l913 13,5 —- 13,65 — 4% Rumänische vereinh. Rente 5,6 —— 5,6 —— 2 *4% I. Anatolier...... 13,5 — 13,5 — .iran ur ... . | äerh Schluß« ■ ur i 1-Ubr« Kurs Schluß« urs Anfang- Kurs Datum 20.6. 22 6 20.6. 22.6. Hamburg.Amerita Pate. Hamburg-Südam. Dampsschiss • L 44,5 47,25 41,5 46 ■ Oi — — 90,25 — Hansa Dampsschiss . . . 0 — —— 67,75 80 Norddeutscher Lloyd .... . 6 45,5 49,5 43,25 48,75 A.G. sür Verkehrswesen Alt. 42 • — 41 49 Berliner Handelsgesellschast . 8 102 — 102 105 Commerz- und Privat-Bank . 7 100.25 103 100,75 103 Darmstädter und giationalban1 8 109 112,5 108 112 Deutsche Bank und Disconto-Gesellschast. . . 6 100 _ 100,25 101,25 Dresdner Bank...... 6 100,25 101,25 100,5 101,25 RetchSbank........ 12 125 134,75 120,75 — A.E.G........... . 7 80 79,75 — Bergmann........ . 9 — —— 65 — Elektr. LiescrnngSgesellschast. 10 — —— 93 106 Licht und Straft...... 10 . 96 106 95 — Felten & Guilleaume.... Gesellschasi für Elektrische Üntcrnehmungcn .... 6-/2 65 72,75 62,75 71,9 9 84,5 97,5 85 _ Rheinische Elektrizität . . . . 9 98,5 — 96,75 — Schuckert & (£o....... 11 106 117 102,5 —— Siemens & Halske..... 14 128 146 128 — Lahmeyer & Eo....... 12 97,5 97,5 — Buderus......... . 4 34 39,5 34 — Deutsche Erdöl...... . 5 57 68 55,75 —— Gelsenkirchener...... . 8 61,5 71 59,75 69 Harpener......... . 0 —— 60 51 59 Hoejch Eisen........ . 6 — 43 —— Ilse Bergbau....... 10 135 —- 135 146 Klöckncrmerke....... . 6 43,25 — 45,25 57 Küln-Ncuellen....... 6 V, — 47,75 — Mannesmann-Röhren . . . 6 56 63,75 55 —- ManSsclder Bergbau .... . C 26 27 29,5 Lberschles. Kokswerke . . . . 8 — 55 63 Phönix Bergbau...... 471 41 — 39,25 — Rheinische Braunkohlen . . . IC 141 — 136,75 —— Rheinstahl........ . 6 65,5 71 61,25 — .xiuii.iur u. iii. Hern Scy-uß« Inrs l-uhr« Kurs Echluß- kurs Üinfang« Kurs Datum 20.6. 22.6. 20.6. 22.6. Rtebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 Olavi Minen......16'/» Kaliwerke Aschersleben . . . io Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 3. G. Farben-Industrie ... 12 Verein, ehern. Industrie Frank« surt a. M........... Scheideanstalt.......1° Goldschmidt.........0 Rütgerswerke........& Metallgesellschasi.......6 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg.... 7 Eementwcrk Karlstadt.....7 Wayb & Frey tag......0 Schultheis Patzenhoser ... 16 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... 0 Zellltos« Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum.....6 Orenstein & Koppel.....O Leonhard Tietz.......8 SvenSka.........15 Ehade............ Frankfurter Maschinen ....<) Gritzner..........0 Mainkrastwerke Höchst a.M.. .6 Süddeutscher Zucker .... 10 40 17 107 112 169 118 44 113,5 34,5 37,25 53 67 50 81,75 21 61 73 59,5 55 22,25 52 83 193 9,1 27 51,5 99,5 120 186 132 46,5 124 60 75 55,25 72,5 81 38,5 17,4 104,5 108 162,5 117,75 33,75 36,25 52 67,5 21,13 116,75 60,5 72,75 56,5 55 105,25 21,5 52,5 32; 65 83 193 219 8,25 - 1 101,5 45,25 120 37,9 74,75 131 71,75 70 m 38,25 89,25 221 231,75 Banknoten. Scrlin, 20. Juni Geld Brief Amerikanische Noten....... 4,221 4,241 Belgische Noten......... 58,48 58,72 Dänische Noten......... 112.48 112,92 Englische Noten......... 20,49 20,57 Französische Noten........ 16,505 16,565 Holländische Noten........ 169,41 170,09 Italienische Noten........ 22,06 22,14 Norwegische Noten........ 112,58 113,02 Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling 59,03 59,27 Rumänische Noten........ 2.485 2.505 Schwedische Noten........ 112.83 113,27 Schweizer Noten......... 81,77 82,09 Spanische Noten......... 40,37 40,53 Ungarische Noten........ 73,32 73,62 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 20.3uni 22. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie! Geld Brie, HelslngsorS . 10.595 10,615 10,593 10,613 Wien. . . . 59,17 59,29 59,23 59,25 Prag . . . 12,472 12,492 12,468 12,483 Budapest . . 73,49 73,63 73,48 73,62 Sofia . . . 3,048 3,054 3,047 3,053 Holland . . 169,41 169,75 169.40 169,74 O«lo . . . . 112,69 112,91 112,69 112.91 Kopenhagen. 112,73 112.95 112,73 112,95 Stockholm . 112,84 113,06 112,83 113.06 London. . . 20,475 20,515 20,475 20,515 Buenos Airec 1,305 1,309 1,312 1,316 Neuyork . . 4,209 4.217 4,2085 4,2165 Brüssel. . . 58,59 58,71 58,55 58.67 Italien. . . 22,055 22,095 22,035 22,075 Paris . . . 16,475 16,515 16,475 16.515 Schweiz . . 81,75 81.91 81,63 81.79 Spanien . . 40.36 40,44 40,16 40,24 Danzig. . . 81.80 82,04 81,87 82,03 Japan . . . 2,081 2,085 2,081 2.085 Rio de Ian.. 0,314 0,316 0,313 0,315 Jugoslawien. 7,456 7,470 7,455 7,469 Lissabon . . 18,62 18,66 18,62 18,66 LZ ■6" e £ e 8S tt; K EE B 5 o r? «es ■ E c E ff ID g (D 4- ■c (0-° ts S -E A.o c E " A E S A B •° e c = tz LA £ ! 8 B £ o: gOo 8 — = ■e* « B e s E o B E5 «j cx Z, ■■ «c-< 4 e s 2(9 ^5-55S * S -O (9 E c E E c Q) N-s* ä ^OtoH^a ID ‘-S q rt(D E-5 2 ffH 8 L = =^ E to L & »CLO Sa 3*81^^ c5 4- ■° Q .o-c -c E S 8 B m 2ff a o§ SS 8 \ e tr# O) E8 e? to£ ffts ” A ° 5 4=-^ o o"ü« «.ö« _ t fc y 8ac?S)§8 I B ■§*5 tt> ■A g 8 x> rC 4 A a ■ :£ 2 öl E ZZ-2L öl s-e* US g£ B S ^-e E *I®± E,e-‘8Stoc; 8 .d“r L (D-4. Eff ?! S 3 E« Dj&e' -g E-^E.S e g 8 €2= = 3ff m in Es E 3 » eg E 15 L -L S n b a o- '«’S 5 N'.'E 5 22. St’oi Z(9 8 8£E& S ££ S ='9 »-8 'D n s LÄ c 255 °4 c E ü 5 o 8 56 = <9 m ® 2 «- = £?■ -4 gi «Z S9 S 8 4 Ar-" I ä a ER ■e h E <6* 8 Ql ->K E o 3 ■22$. > = 9 c: 2 — ff eSSg«®« -42- 95 Bx-A SH ä »?ER Z =8 -e UZ 89^2 S = 8 S e ff aa E E 0:^37 5 ff.ffiscQü) ö C3-A Z s? ZL^-8 k> E. E o K 6Z o Bl 8 s N fN E E a=goc ä2$ r o N- 5 flcög c€’.Ä a 3 53-25 4 3 5» edaktion. erblnblid)teit der E 8 8-E ° „•EE t93-! «n := "u B Cto * 41 :<5 f 2 E o Q 4 o « 2S E B (5 E B v -9 S c -H*> E «S to E O N .4 2 K«D E-3L Ec O B AS ■e 0(9 •6" Ö» - 8 , 'S) = -b^E u AD 5 Sc sv2: o E e8S ß £■ F 'S"'S v (9 a £-Ä O E 8 = A^ = Zs E o - 4,221 58,48 112. 20,49 16,505 169,41 22,06 112.58 SS« 2,485 112,83 81,77 40,37 73.3? e = e 19 5 a Ö“ E Z EL.LZ -e-'9-=^ - — O y s 3 S»3*8®BHeT c(D. (9 <»1 E ! - 8 , 5? E EB B O "*4 — •e 3 9° c-1-A 8 - 25^5 ?i o E c: 8 Ne b -b.§ c.B -a •§■*5- zi es lSw g S .VS-G- •^H2 isg 8P° ilt MSXsgQs § -S § 1e4 sAZAz «Zlj B = .5 --I a:2 ff ® ® • I» A — ”g 42 L S-.2 5 ■ 5 O C «O E^gfi ^EA- ?äcE C B3 -6SS §51€ 4'9 A p chten. ireef f. Mksprnch.) Der i]öfif E « 4 3 a 3 S-ESäS* EZH 3 bis Ä'l* b-szi. J00 bis 12-46 a*^ ttttft, $,3* $«. M.«« zJi i.blito, 0fLra.9toe bi «10, 7 sn9,r?’ bahn, h’az 6,8 1050 “ Schinuheier ß ° w c c a L§SZZ »S-ßo tE: O v u L; rt-Z BZ ^Z 8gg E __ «; = Öi 2§pa 4 —,E -e Bct Z^AE^ 8 *C7S- --EM E_* : r ®ie§en. 3U»ä Mbie6tw2 ®»5 N-7L ■SjtiSü e. Ner brachte in ubholte. Obwohl «ya^n entstan- ,e wegen voll, 7 werden. Der d? DeliheS em- Äderen Letrugt- ilgefängni». i erkannt. rg war m fünf wn, weil er trotz 1 sein uneheliche« vrdnungSmähiger wurde feine 2e> H oü te = 3 e E c? Lß «» s K g-.e-a ISoä‘äa = D S8 E 3 D8UZ-ZD-Z- w -7 o5 « Bin -!cf.U m« (94^ b*e . .5 = S)‘®4to:=$ = = *.ESti BEB« - 4=- 6. Sl-*- l- *C -*- -fi1 3 SfS^XE ®-e_ äe 2« E c.__ o to^^A ® E-E e Es.o ©■e-4 "SaC^'g 8 a « — .nL ® Z8ZL4 §ZH3D 2 - ^-9 0=2 4BeA-S 6*1 5S^^=AC q . Z" B(D o « p .*—= a *5*Sb*0 E» 4ZJ ä gSsSI* ;i5=w ?§fi = E 8^^ o ' O M ti . E E-5 äe e<® «£te Efi® S^E^cE ID .5 »7 «5^7.5 E 8 o 2 § E ipc'g^i ■?- E E s •- o = (D « E^Z^3 a b — -. _ =:a - 3 5's '" *-• <5 3- 3.L aÄ L-bs £• 5 « o. W 41 5 E c-DZ 8 5,^3 BEE Mi E C e o •6'-*» |e~ HS^.g ED Zw.J 5 —• in b m =5^.°44 -^J§24 § 5 J yS.E §4 E “ 55 £T° o b «je 3 (9 J Löß ^Ä<9 «5 =-6" 8 gqb — e 5!* E2*°.E o C —-^LS ^EE E- B E ° (9 c 3 k 8,(9 8Z-A .to ■ D »• p ‘ ® Q 3 l- — e. pr E ” = 4,-5® L 1 !1M2 §^c W.S4 8 5Z E^ £ (9 eie s - '5 ZS? B | A ®5:S«. 8 c ^-E-8-.L “53-5,-19 — S 5 C E C 43-Z.fcä ” " 2^^ E ZU «L 2 8 2.x w 5 X KLiDN _ — — —— — 3 to t: ; za _ ^E''§'!B'5^'“EP?‘2’& * "- 4 5 Z2LZ4 c S.O” -es IS® 4P 0*37 o — 'S “’ß’C-- SsE*~aofi-2eSC(D r. - ° ~ y .E i: a, ."»Eixsi^ c £ 2* i- zd a- 3 X» — a» o e •— c o a» "B, .. i- .. (DS-e «r 5<54*E"|o^ ■£ ■- c O c JZAZ-L.^ Sjs cS •^Z . §4 B . a. — Z O E B <- a> O 2 Zc^SiNSi^Z. ■S 9 • B :O ?c® - jo- 9 E 3 e u 2 E, <1-0 ~ C D ff 2= ß — £ 3 S3 D <- A £ v c «> c 1- — ild ,5.19-88 H EL 3 L — a. "'S E — SV 2"X: Ä9 m S u = 3.fß 5 5 5 °.§^bT~E = § e äs- w 2 E -E g S§E a- ^7 E q; — E en r- C e 3 Z — E S=1ä <- . iss«€ JZZLR 55 — IS**- ,<® •» a, 5 xJ®2 E = c ** iläs :« 2 4“^ vFsJZA^ - M a. — " xq. :e®iT E^ZLD ;2^a«T2a»2 •SS LZ 3« z a ff-q o öff-ti* * s 4; £ E.EZ e~5v-§2 = *„4ä3 B = 5 ä 3ä = oB2'fl.a,®C iS^se 2(9^ = _*o g inL — <- '—-o e Eöc^ä ej.^f -24 Ä LZ LE . .Ea^ty(9 st 94^-2 H C .= - O B " 6, 8 E Zio HS-y).2iH g: — A i> « ,g o-ffE; ^Z-SZSAKZL ß>z>ff.c^L.ff § E 8Zff.(9Z 5 8 5 E u 1 E c to 8?" q « 9 —■ O --- - u ® * 4^ a. a> (9 c „•e*E ^"E ® E >- ^7 2® 22.^-—7* ■35»**s. -----^siT SS.?? 12.488 73.6? 3.053 169.74 »2.? »2.88 »3.K 'S sä 81- 40.24 82.88, 2,08 0,315 7,4g 16,66 = ®©ffa, s E r(9 d E E 8 E a et» E E 5 ;(9 k? E c o E 19 8 = cs (9 B 8j?5 2.5 .9 5 Q. 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