Nr. 118 Erstes Blatt 181. Jahrgang Freitag, 22. Mai 1951 (Er|d)etnt täglich,outzer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die 3Oü|triert« vtehener FamilienblLtto Heimat tm Bild Die Scholle UlonaU»Be$ug$prets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse anter5ammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Bnjetger Giesten. Postscheckkonto: Xra^ffurtam Main 11686 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen * Druck und Verlag: vrühl'sche UntverfitStL-vuch- und Steinörnderct L Lange in Sietzen. Schnstleitung und Seschäst5stelle: Zchulstrahe r. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mir Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20v,„ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gieren. Die Wirischafisvechandlungen des Europa-Ausschusses ein Fehlschlag. Keine Aussicht aus wirksame Hilfe gegen die Wirtschastskrisis in Mittel- und Güdosteuropa. Oie Sozialdemokraten gehen zum Kanzler. Brotprcis und neue Notverordnung. billiger Stimmungsumschwung. Di», unentwegten Derständigungspolitiker, bie aus keiner Erfahrung etwas lernen wollen, haben doch in der vergangenen Woche mit einigen Sorgen nach Paris gesehen, toetl sie sich selbst, sagen muhten, daß die ungezogene Art, mit der Driand in Gens die deutsche Politik abkanzelte und sür sich ein (Vetorecht beanspruchte, eigentlich jede Entwicklung der deutsch-französischen De- ziehungen unmöglich machte. Aber sie sind mit einem Trost rasch bei der Hand. Sie stellen mit Befriedigung fest, daß sich inzwischen der übliche Stimmungsumschwung in Paris schon wieder vorbereitet hat und daß vor allem angeblich nach einer Aussprache zwischen Briand und Dr. Curtius die Atmosphäre stark enll- spannt sei. Es würde, im Vertrauen gesagt, doch eigentltch auch ein Wunder sein, wenn das nicht so gekommen wäre. Briand hat den Auftrag ausgeführt, den die Kammer ihm mit auf den Weg gegeben hat. Er hat alles erreicht, was er erreichen wollte, ist also in dem diplomatischen Kampf Sieger geblieben. Auch die französischen Aationalisten müssen zugeben, daß sie sich diesmal einen besseren Verfechter ihrer Interessen gar nicht hätten wünschen können. Warum sollen sie' also nicht denselben Briand, dessen Ehrgeiz sie durch die Niederlage bei der Präsidentenwahl eine tätliche Wunde beigebracht haben, jetzt, wo er ungefährlich ist, goldene Brücken bauen, warum sollen sie nicht gleichzeitig auch dem Deutschen (Reich einige freundliche Worte sagen, die nichts k o st e n, nachdem gegen die Fortsetzung der deutsch-österreichischen Dündnis- verhandlungen eine hohe Barriere aufgerichtet worden ist. Das ist eine Geste, die zu nichts verpflichtet, die im Gegenteil sogar sehr gut aus- sieht und wohl hauptsächlich darauf berechnet ist, dem „friedlichen Frankreich" die Sympath.en zu- rückzucrobern, die es nach dem Durchfall Briands und nach Briands 2lustreten in Genf eingebüht hatte. Aber mit Liebenswürdigkeiten allein ist doch nichts mehr zu erreichen. Wir sehen doch alle, daß Deutschland unmittelbar vor einer wirtschaftlichen und finanziellen Katastrophe steht, die sich politisch weit über unsere Grenzen hin auswirlen muh. Deutschland ist am Ende seiner Kraft, die Fesseln, die ihm in Versailles aufgelegt sind, drücken es zu Boden, und wenn es nicht bald Bewegungsfreiheit bekommt, ist der Zusammenbruch unvermeidlich. Hilfe aber ist nich" mit theoretischen Spielereien zu bringen, wie sic Dri- and in seinem Europa-Programm aufstellt. Hilfe kann nur von einer praktischen Politik kommen, deren Anfang eben die Zollunion war. Und gerade hier hat sich sofort der schärfste Widerstand Frankreichs eingeschaltet, ein Beweis mehr, dah für die französischen Machthaber auch die Wirtschaft nur eine Kulisse für die ausgesprochene Machtpolitik ist, ein Beweis auch, t»iz gering die Aussichten sind, dem ganzen europäischen Programm von Gens aus beizuiommen. Wir lehnen es ab, daraus im Augenblick schon irgendwelche Folgerungen zu ziehen. Aber wir halten es für dringend notwendig, dah auch an amtlichen Stellen über den Ernst der Lage nirgends mehr Zweifel bestehen können: Europa steht am Scheidewege, ob es sich dauernd dem französischen Terror beugen oder mit Deutschland zusammen den Versuch machen will, aus den Trümmern der Nachkriegszeit etwas neues Lebenskräftiges aufzubauen. Finden wir dabei — und die letzte Probe werden wir spätestens bei der Abrüstung belommen — keine Unterstützung, dann haben wir im Völkerbund nichts mehr zu suchen, dann muh auch die Abkehr von der Locarno-Politik endgültig fein. Enttäuschung über Briands „Konstrukiivplan". Heftiger Widerspruch Englands. Genf, 21. Mai. (ERB.) Der Curopa-Aus- schuh hat am Donnerstag seine wirtschaftspolitischen Verhandlungen mit der Annahme eines Arbeitsprogrammes abgeschlossen, das lediglich die Einsetzung neuer Unterausschüsse vorsicht, nachdem in den vorhergehenden Verhandlungen sich schwerwiegende wirtschaftspolitische Meinungsverschiedenheiten zwischen den verschiedenen Mächten ergeben hatten. Der Ausschuh hat also seine diesmalige Tagung ohne praktische Ergebnisse beendet, so dah also von dem angekündigten Wirtschaftsplan der französischen (Regierung so gut wie gar nichts übrig geblieben ist. Wie zu erwarten war. hat sich damit der große Vorschlag der französischen Negierung, der sog. K o nst ru k t i v p la n, der die deutsch-österreichische Zollunion überflüssig machen sollte, als ein gänzlicher Fehlschlag erwiesen. So ist der Eindruck der Beratungen des Europa-Ausschusses über die Lösung der europäischen Wirtschaftsschwicrigkeiten der einer allgemeinen Enttäuschung. Die großen Hoffnungen, die von gewisser Seite auf den französischen „Konstruktivplan" gesetzt worden sind, verflüchtigten sich schon im Anfang, In Kreisen, die an den vom Völkerbund verfolgten Wirtschastsplänen bisher beteiligt gewesen sind, wird offen erklärt, daß von dieser Seite eine wirksame Hilfe für die europäischen Wirtschaftsnöte bestimmt nicht zu erwarten sei. Das gilt besonders auch für die besonderen Schwierigkeiten, in denen sich d i e Donau- ftaatcn befinden. Der Gedanke, auf dem Wege von Zollpräferenzen für Getreide diesen Staaten zu helfen, ein Gedanke, den insbesondere Rumänien in praktischen Verhandlungen mit Deutschland verfolgt hat, ist durch die Vehandlung im Europa-Ausschuh aufs schwerste diskreditiert worden. Wenn (Rumänien nicht durch die bekannte Intervention Frankreichs in letzter Stunde vor der Wiederaufnahme der deutsch-rumänischen Wirtschafts- Verhandlungen zurückgewichen wäre, so wär«' vor der Tagung des Europa-Ausschusses ein Präferenzvertrag zustandegekommen, der in Form einer klar begrenzten^ Ausnahme von der Meistbegünstigung praktische Vedeutung gehabt hätte. Die heutigen Beratungen haben nochmals bestätigt, wie recht die deutschen Vertreter hatten, als sie von Anfang an der Meinung waren, daß der Prä- fcrenzgedanke fick zur Behandlung vor einem größeren Forum überhaupt nicht eigne. Die Opposition gegen den Präferenzplan der französischen Regierung war im Europaausschuß außerordentlich stark. Nur wenige Regierungsvertreter haben ihm zugestimmt. Am lautesten hat England wider- 23 e Hin, 21.mal. (TU.) 3n der am mittwoch ausgegebenen amtlichen Verlautbarung auf den Ar- titel der „Deutschen Allgemeinen Zeitung", in dem bekanntlich der Austritt Deutschlands aus dem Völkerbunde gefordert wurde, hieß es u. a., dah der Reichsaußenminifter durch feine wiederholten, mit größter Schärfe abgegebenen Erklärungen die Bestrebungen vereitel habe, den Zollunionsplan nach vorliegen des Haager Gutachtens Im Völkerbundsrat politisch zu behandeln. Diese Feststellung hat vielfach Widerspruch gesunden. In Ergänzung der amtlichen Verlautbarung wird am Donnerstag von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß Deutschland sich an einet etwaigen politischen Aussprache über den Z o l l u n i o n s p l a n auf der im herbst stattsindcnden Ratstagung nicht beteiligen werde. Die Aeuhe- rungen des Reichsaußenministers Eurtius feien in diesem Sinne zu verstehen. Auf den in politischen Kreisen ausgetauchten Gedanken, angesichts der Dringlichkeit des deutsch-österreichischen IDirff tf isls- problems unmittelbar nach vorliegen des Haager Gutachtens deutscherseits die Einberufung einer außerordentlichen Ratstagung zu beantragen, wird von zuständiger Stelle erwidert, daß sich angesichts der Kürze der Zeit, die nach dem Vorliegen des Gutachtens noch bis zur Herbsttagung verbleibt, ein derartiger Antrag nicht lohnen würde. Taktische Erwägungen. Von unterer Berliner Rcdaktwn Die Vorbereitungen, die für die Kabinettssihun- gen vor Pfingsten, auch in der Oeffentlichkeit schon seit einigen Tagen getroffen waren, sind im letzten Augenblick wieder abgeblasen worden. Amtlich wird jetzt jugegcben, dah die Beratungen er ft in der Woche na chPsingsten einsehen würden: ohne Angabe von.Gründen allerdings. Man wird indessen wahrscheinlich nicht fehlgehen, wenn man annimmt, dah dafür im wesentlichen taktische Erwägungen ausschlaggebend sind. Es ist ja kein Zweifel mehr darüber,-dah die kommende Notverordnung sehr tiefe Eingriffe in dieSozialversicherung vornehmen muh. Am nächsten Samstag beginnt der sozialdemokratische Parteitag, der begreiflicherweise seinen Führern gegenüber eine starke Neugierde an den Tag legen wird, um zu erfahren, was eigentlich die Regierung beabsichtige. Es wird ja dem Kanzler angenehm sein, wenn er bis zum letzten Tag den Sozialdemokraten sagen kann, daß über die Pläne des Kabinetts nvch nichts Entscheidendes feststeht. Er kann sich auch darauf berufen, dah die Brauns-Kommission mit ihren Arbeiten erst Ende der nächsten Woche fertig sein wird und dah dieses Ergebnis für die Beratungen des Kabinetts von ausschlaggebender Bedeutung sein kann. Wobei dahingestellt bleiben darf, inwieweit gerade diese neue Hinauszögerung der Brauns-Immission im indirekten Einverständnis mit dem Kabinett erfolgt. Jedenfalls wird durch dieses Dersteckspielen die sprachen und die Einbeziehung der überseeischen Agrarstaaten (Canada, Australien) in das Präferenzzollsystem verlangt. Der Borbehalt, den Henderson vorgebracht hat, war weit entschiedener als man nach den voraufgegangenen fränzösisch-englischen Einigungsbesprechungen erwarten konnte. Der Gedanke internationaler Kartelle, ebenso wie der Präferenzoorschlag ein Kernstück des französischen Memorandums, ist ebenfalls st a r k zurückgedrängt worden. Auch hier hat England die französischen Pläne bekämpft und die Isolierung Frankreichs in diesem Punkt war schließlich so allgemein, daß nicht einmal ein besonderer Ausschuß für die Weiterverfolgung dieses Planes eingesetzt werden konnte, sondern daß man ihn mit anderen Punkten einem Komitee überwiesen hat. Ein besonderer Erfolg Oesterreichs ist es, daß es ihm gelungen ist, den oefährlichen Plan eines besonderen „Comits d'Autriche", den das französische Memorandum gleichfalls enthielt, abzu- wehren, hier hatte Frankreich offensichtlich eine A r t Ueberwachungskomitee im Auge, das weiter eventuell dem deutsch-österreichischen Zollunionsprojekt sehr gefährlich hätte werden können. Die Widerstände, die namentlich England auf dieser Tagung den französischen Plänen entgegengesetzt hat, waren so groß, daß man sich schließlich über die Zustimmung Englands zu den Plänen der Internationalen Ag'rarkreditorganisation allgemein gewundert hat. Deutschlands Isolierung in Genf. Ein neuer Borstotz der TAZ. Berlin, 21.Mai. (TA.) Unter der Heber« schrift: „Das Mißtrauensvotum" schreibt die „D. A. Z." zu der halbamtlichen Verlautbarung gegen den „D. A. Z."-Aussatz „Genf und der Weg nach Cheguers": „Diese amtliche Verlautbarung begeht den Fehler, unsere Stellung- nahme in rein formaler Weise zu „berichtige n“. Selbstverständlich ist es formal richtig, daß der (Rat einen „Beschluß" über die spätere politische Diskussion der Zollunion nidyt gefaßt hat und auch nicht fassen konnte, weil die Tagesordnung keine Möglichkeit dazu gab. Das ist von uns nirgends behauptet worden. Aus eben diesen formalen Gründen ist es indes ohne jede Bedeutung, daß der (Rat diesen Schritt der Gegner des Wiener Vertrages nicht „gs- billigt" hat. Er hatte weder Gelegenheit, hier zu billigen, noch zu mißbilligen. In materieller Hinsicht liegen die Dinge jedoch gang ander8. Cs ist falsch, dah „lediglich von einzelnen Gegnern des Planes" die Absicht auf spätere politische Diskussion geäußert worden fei. Tatsache ist, dah alle Redner, die sich überhaupt zu dieser Frage der politischen Diskussion geäußert haben, sie bejahten und eine entsprechende Haltung an- kündigten. Richtig ist weiter, dah keine einzige Stimme für den deutschen und österreichischen Standpunkt sich erhob, die diese Diskussion ablehnte, obgleich es jedem Ratsmilglied klar sein muhte, dah es sich hier um eine Grundfrage des gesamten Völkerbundes handelt." Entscheidung bis zum letzte.: nur denkbaren Augenblick hinausgeschvben. Oie Vorbereitung des Ganierungsplans. Tie Reform der Arbeitslosenversicherung Berlin, 22. Mai. (211. Funkspruch.) Die ursprünglich für Ende dieser Woche vorgesehenen Gesamtberatungen d^s Reichskabinetts sind, wie der „Dörsen-Courie?' berichtet, verschoben worden, da einstweilen noch Einzelbesprechungen zwischen den Ressorts stattsinden müssen. Sie beziehen sich besonders auf die (Reform der Arbeitslosenversicherung und auf die sonstigen Notmaßnahmen im Gebiet der Sozialversicherung. Reichsarbeitsminister Stegerwald hat zur (Rettung der Arbeitslosenversicherung, einen Reformplan fevtigstellen lassen, der im Zusammenhang mit den notwendig werdenden finanziellen Maßnahmen steht. Ain Donnerstag fanden zwischen dem Reichsarbeitsminister und dem Reichsfinanzminister darüber Besprechungen statt. Die Fertigstellung des Sanierungsplanes wird vor allem erörtert zwischen dem Reichskanzler Dr. (Brüning, dem Reichsfinanzminister Dietrich, dem Reichsarbeitsminister Stegerwald und dem Reichsbankpräsidenten Dr. Luther. Dieser Sanierungsplan, dessen Einzelheiten nvch nicht feststehen, dessen Ziel, aber eine große organische Lösung sei, die freilich von allen Dvllsteilen Opfer verlange, werde alsdann dem Gesamtkabinett nach Pfingsten vvrgelegt werden. Berlin, 21. Mai. (211.) Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion hat am Donnerstagabend beschlossen, die Reichstagsfraktion selbst auf Donnerstag, den 28. Mai, nach (Berlin cinzuberufen. Der Vorstand beschloß, beim Reichskanzler erneut ernsteste Vorstellungen in der Drotpreisfrage zu erheben und zu verlangen, daß die Regierung durch eine allgemeine Senkung des Weizen- undRoggenzolles binnen kürzester Frist die Gewähr für die Vermeidung weiterer Brotpreis- erhohungen und für die Rückgängigmachung der bisherigen Preissteigerungen schaffe. Der Reichskanzler soll dabei nachdrücklichst auf die politischen Folgen aufmerksam gemacht werden, die durch ein Versagen der Reichsregierung in dieser politisch und psychologisch so ungemein bedeutungsvollen Angelegenheit entstehen würden. Der Vorstand erörterte sodann die Eventualitäten, die sich aus dem geplanten Erlaß einer neuen Notverordnung ergeben können. Ohne den Beschlüssen der Fraktion im einzelnen vorzugreifen, stellte er sich aus den Standpunkt, dah die überaus ernste Finanzlage ter öffentlichen Körperschaften nicht zu einem Abbau der sv- zialen Einrichtungen benutzt werden dürfe. Die Finanzsanierung müsse mit Mitteln erzielt werden, durch die eine weitere Bersch lech terung der Lebenshaltung der durch die Wirtschaftskrise in besonderem Maße geschädigten Volksschichten vermieden werde. Die Lage aus dem Arbeitsmattt. Weiterer leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit. Berlin, 21. Mai. (WTB.) Nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 1. bis 15. Mai hat sich der Beschäftigungsgrad weiter gehoben. Die Bewegung ist zwar, verglichen mit dem letzten Berichtsabschnitt, langsamer geworden, doch ist sie noch kräftiger als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen hat seit dem 30. April um rund 1 47000 angenommen und bewegt sich am 15. Mai auf rund 4 211000. Eine gleich starke Besserung trat in 1930 erst im Verlause des ganzen Monats Mai ein. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger ist um rund 174 000 auf rund 1713 000 gesunken. Andererseits hat die Belastung der Krisenfürsorge noch um rund 11 000 auf annähernd 914 000 Haupt- unterstützungsempfänger zugenommen. Die Aufnahmefähigkeit der Saisonaußenberufe hat gegenüber der zweiten Hälfte des April nachgelassen. Die Ursache dafür ist vor allem die Einschränkung des Kräftebedarfs in der Landwirtschaft. Die Tätigkeit am Baumarkt hat weiterhin langsam z u - genommen, der Beschäftigungsgrad bleibt jedoch pinter dem des Vorjahres nicht unerheblich zurück. In den vom Paumarkt abhängigen Industrien ist die Lage etwas günstiger geworden, wenn auch die Enllastung imzögernden Tempo fortschreitet. Die Besserung des Arbeitsmarktes im Bekleidungsgewerbe konnte sich weiterhin fortsetzen. Im topinnftoffgeroerbe hat die Belebung nur vereinzelt angehalten. Der Abbau der Belegschaften im Steinkohlenbergbau hat sich fortgesetzt. Die Hütten- und Walzwerke melden eine Abschwächung der Nachfrage. Einzelne Zweige der Metallverarbeitung erfuhren bezirklich eine gewisse Stützung. Der Beschäftigungsgrad hat sich in der Nordmark, Niedersachsen, Mitteldeutschland, der west- gälischen Großeisenindustrie etwas gebessert. In der Kraftwagenindustrie sind vereinzelt Rückschläge eingetreten. Eine Entlastung erfuhr der Arbeitsmarkt im Gastwirtsgewerbe und in einigen Zweigen des Nahrungsmittelgewerbes. Der Arbeitsmarkt der Angestellten wurde durch umfangreiche Zugänge belastet. Oie Beamienbefoldung. Ter Reichsbund der höheren Beamten an den Reichspräsidenten. Berlin, 21. Mai. (211.) Der Reichsbund der höheren (Beamten hat an den Reichspräsidenten folgendes Schreiben gerichtet: Durch die trotz aller entgegen» stehenden Erklärungen maßgebender Regierungsstellen mit immer größerer Bestimmtheit auftretenden Gerüchte über beabsichtigte weitere Gehaltskürzung, die sich sogar in der Form der Staffelung für die höheren und mittleren Beamten besonders nachteilig auswirken soll und über sonstige Einschränkungen ihrer Dienstbezüge ist die Beamtenschaft aufs äußerste beunruhigt. Sie fürchtet, dah auch die weiteren Kürzungen ebenso wie die bisher eingetretenen im Wege der Notverordnung erfolgen werden. Der Reichsbund der höheren (Beamten glaubt daher, an Sie, hochverehrter Herr Reichspräsident, die Ditte richten zu dürfen, eine solche Notverordnung nicht zu vollziehen, bevor den Vertretungen der Beamtenschaft Gelegenheit gegeben wvr- Die Debatte um Euriius. Deutschland wird sich an einer künftigen politischen Aussprache über die Zollunion nicht beteiligen. Notverordnung erst nach Pfingsten. Tragödie im Eis. Die Wetterlage 15h ben ist/ die gegen derartige Kürzungen sprechenden berechtigten Bedenken vorzutragen. Der Reichsbund der höheren 'Beamten bittet daher, seine Devtreter entweder allein oder zusammen mit den Vertretern der übrigen Beamtenspitzenorganisationen zu diesem Zweck empfangen zu wollen. Brotpreis und Roggenmarkt ReichsernährungSminister Dr. Schiele über die Brotversorgung. Die Franzosen sind drauf und dran, ihrem Militär die Friebensuniformen zurückzugeben. Wenn auch bisher bindende Beschlüsse durch die Regierung noch nicht gefaßt worden sind, weil sie es für zweckmäßig hält, die zur Verfügung stehenden Gelder in Festungsbauten hineinzustecken, so sieht es doch so aus, als ob der französische Soldat sehr bald wieder in seinem bunten Rock der Vorkriegszeit in die Erscheinung treten wird. Der Kampf um die alte Uniform entbrannte sehr bald nach der Beendigung des Krieges. Damals sah sich die Heeresverwaltung genötigt, wenigstens ein kleines Entgegenkommen zu zeigen und das farbige Käppi wieder einzuführen. Die Kriegsuniform blieb, aber auch die Sehnsucht nach dem blauen Waffenrock und der roten Hose. Kürzlich hat das Kriegsministerium eine Ausstellung von Uniform- stücken aller Art veranstaltet, um festzustellen, ob die breiten Massen noch immer an der Friedensuniform hängen. Das Ergebnis war verblüffend. Zu Tausenden liefen im Ministerium Eingaben ein, die die Rückkehr zur Vorkriegsuniformierung forderten. And fragen wir uns Die schiedsgerichtliche Regelung von Konflikten. England und Frankreich unterzeichnen die Gcneralakic. Genf, 21. Mai. (TA.) 3m Völkerbundsrat fand heute die feierliche Bekanntgabe der A n - terzeichnung der Generalakte des Völkerbundes über die allgemeine schiedsgerichtliche Regelung internationaler Konflikte durch Frankreich und England* statt. Der französische und englische Außenminister benutzten die Gelegenheit, um die Generalakte als ein bedeutungsvolles 3nstrument des Friedens zu erklären. Die Generalakte sieht eine schiedsgerichtliche Regelung aller politischen und rechtlichen Konflikte vor und bestimmt hierbei, daß in dem Artikel 28 politische Konflikte auf der Grundlage des Rechtes zu lösen seien. Eine amtliche Stellungnahme der deutschen Regierung zu der Generalakte liegt noch nicht vor. jedoch wird in maßgebenden deutschen Kreisen die Auffassung vertreten, daß die Anterzeichnung der Generalakte für Deutschland untragbar und gefährlich sei. Diese Generalakte fordert eine neue Bestätigung der Deutschland auferlegten Tri» butverträge. da die Generalakte die internationalen Verträge als die Rechtsgrundlage politischer 3nteressenkonflikte anerkennt und somit auf der Grundlage der Generalakte einen internationalen Konflikt Deutschlands mit einem anderen Staat zwangsläufig nach den bestehenden internationalen Verträgen behandell würde. Don deutscher Seite wird daher gefordert, daß die schiedsgerichtliche Entscheidung eines internationalen Konflikts nur auf der Grundlage der Gerechtigkeit, der Billigkeit und der Gleichberechtigung aller Staaten erfolgen müsse. Deutschland hat sich seit 3ahren weitgehend für den Ausbau des SHiedsgerichts» gedankens eingesetzt und bereits mit den meisten Nachbarstaaten Schiedsgerichtsverträge abgeschlos- fen, muh jedoch die Generalakte ablehnen, weil darin eine unleugbare Festlegung auf die internationalen Verträge als der Rechtsgrundlage für die Regelung politischer Konflikte vorgenommen wird. 0Wolkenlos.® neuer ® naib oedeciti ® wolkig. ® oedetki »Regen * Schnee a Graupein »Neoet K 6e*/nter,(§)wind$tiiie.O^ sehr leichter Ost massiger Sudsudwtsi q stürmische« «o«dwe$fc Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie »eigen Stationen stehenden zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien ««Binden Orte mit gleichem auf rteeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Eine Rinne tiefen Drucks erstreckte sich heute morgen von der atlantischen Störung ostwärts quer über Deutschland bis nach Polen hin mit seinem Kern über dem deutschen Ostseeküstengebiet. In ihr herrscht meist unfreundliches und zum Teil auch regnerisches Wetter. Aussichten auf eine Besserung ind zur Zeit nicht vorhanden, denn mit dem Vordringen des westlichen Tiefs gelangen erneut die über den britischen Inseln lagernden Niederschläge nach dem Festlande. Wenn auch später die verbreiteten Regenfälle Nachlassen werden, so ist im Bereich der Ozeanluft noch mit vereinzelten Nieder- schlägen zu rechnen, und der Witterungscharakter bleibt wechselhaft. Aussichten für Samstag: Dunstig und bewölkt mit zeitweisen Niederschlägen, mäßig warm. Aussichten für Sonntag: Noch kein beständiges Wetter in Aussicht. Lufttemperaturen am 21. Mai: mittags 18,6 Grad Celsius, abends 13,6 Grad; am 22. Mai: morgens 10,4 Grad. Maximum 19,5, Minimum 7,8 Grad. Kabinettskrisis in Belgien Die Militärkredite. — Jashar tritt zurück. Brüssel, 21. Mui. (TU.) Das Kabinett 3 a s p a r, das am 19. Mai umgeb'.ldet worden war, hat heute seinen Rücktritt erklärt. Die Veranlassung für den Rücktritt des umgeb'ldeten belgischen Kabinetts war eine stürmische Auseinandersetzung über den Grenzverteidigungskredit in der Kammer. Als der Abschnitt des Haushaltsplanes, der 220 Millionen Franken für die Grenzverteidigung vorsieht, besprochen wurde, erllärten sich der Ministerpräsident 3aspar und der Kriegsminister de Drv- q u e v i l l e, die beide der katholischen Partei an* gehören, mit dem Abänderungsan'.rag der Katholiken und Flamen einverstanden, der den Verteidigungskredit auf 17 5 Millionen herab- setzt. Der liberale Abgeordnete Deveze, unterstützt von mehreren anderen Liberalen, griff darauf den Abänderungsantrag scharf an. 3m selben Augenblick schrieb der neue liberale Minister DovesseseinRücktrittsgesuchauf einen Zettel auf und gab d ieses dem 3ustizm.nister. ^arvuf verlieh Bovesse den Sitzungssaal unter jangmchaltendem Beifall der Opposition, die un» aufhörlich „Rücktritt" schrie. Die Kammer verwarf darauf mit 90 gegen 77 Stimmen bei zwei Enthaltungen einen sozialistischen Antrag, wonach die Abstimmung über die Militäickredite vertagt werden sollte. Die Sozialisten, die flämischen Ra» tionaliften und ein katholischer Flame stimmten für die Vertagung. Aus aller Welt. Erwerbslosenausschreilungen in Essen. 3n Essen kam es zu Crwerbslosenausschreitun- gen. Rach der Auflösung eines Demonstrattons- zuges von etwa 350 Personen am Republikplatz versammelte sich eine größere Menge E:we biloser vor dem Rathaus. Sie wurden durch Polizeibeamte zersttsut. Hierbei wurde ein Wachtmeister aus einer Gruppe von sieben Beamten von Demonstranten abgedrängt und an der Marktkirche von hinten überfallen und mißhandelt. Seitengewehr und Gummiknüppel wurden ihm en triften. Die einschreitenden Beamten wurden mit Steinen und Flaschen beworfen. Ein Beamter erhielt einen Messerstich in den Rücken. Der verletzte Beamte feuerte sechs Schüsse auf seine Angreifer ab und zwar die ersten als" Schreckschüsse, die anderen scharf. Dem Beamten wurde beim Schießen gegen die Hand geschlagen, so daß ein Schuß eine andere Richtung nahm und in die Schaufensterscheibe eines Schlächterladens drang. Dabei wurde der Sohn des Inhabers am Kopf verletzt. Ein Mann erhielt einen Oberschenkelschuft, einem anderen drang eine Kugel in den Unterschenkel, Sechs Personen wurden festnenornrnen. Line historische Erinnerung. Während der Taufrede des Reichskanzlers bei der Taufe des Panzerschiffes „Deutschland" setzte sich bekanntlich vor Beendigung der Rede das Panzerschiff durch falsch verstandene Kommandos in Bewegung und glitt v o r z e i t i g i n s Wasser, so daß der Deichs- kanzler seine Rede nicht vollständig zu Ende fuhren konnte und sie abrundete, um dem Reichspräsidenten noch das Wort für den Taufspruch zu überlassen. An ein ähnliches Vorkommnis fei erinnert: Am 28. September 1883 fand die feierliche Enthüllung des Denkmals auf dem Riederwald statt und das Fußartillerie- Regiment Generalfeldzeugmeister in Mainz sollte dabei die Saluts abfeuern. Rach einem sorgfältig, vorbereiteten Programm sollte das vom linken Rheinufer bei Dingen aus in dem Augenblick geschehen, wo die Verhüllung der am Sockel des Denkmals angebrachten großen Reliefs nach eingeholter Genehmigung Kaiser Wilhelms I. fallen würde. Ein nicht vorauszusehender Zwischenfall führte hierbei jedoch eine Aenderung herbei. Während nämlich der Kaiser noch in längerer Rede auf die Ansprache des Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Rassau. m das nächste Erntejahr hinübergenommen wird. Darüber hinaus hat sich die Regierung bekanntlich noch eine Reserve in Auslandsroggen in Rotterdam gesichert. Der Minister gab sodann einen Aeberblick über die auf eine B r o t pre i s sen k ung gerichteten Maßnahmen. Er betonte hierbei die Erhöhung der Roggenausmahlungsquote von 60 auf 70 Prozent, des Weizenzolles um 50 Mk. je Tonne und die Einflußnahme auf die Preisbildung für Weizen- und Roggenmehl. Er erklärte weiter, daß eine Lockerung des Brotgesetzes, z.B. die Aufhebung des Deimischungszwanges von 30 Prozent Roggenmehl für die Herstellung von Wei- zengroßbrot bereits für die nächste Zeit in Aussicht genommen sei. 3m Anschluß an die Erörterung der Brotpreisfrage machte der Minister einige Ausführungen zum Reichser» nährungsindex, insbesondere im Hinblick auf den Anteil des Brotes am Index. 3ns- gefamt betrachtet fei der Index gegenwärtig niedriger als jemals feit dem 1. 3a- n u a r 19 2 5. 3n Anbetracht der dauernden Rückwärtsbewegung der Mehziffern für wesentliche Lebensmittelgruppen, die von der heimischen Landwirtschaft erzeugt werden, z. B. für Fleisch, Fleischwaren, Fische, Eier, Milch und Milchcrzeug- nisse und den daraus resultierenden reichlichen Ersparnissen sei die Brotpreiserhöhung, die eine Steigerung dieser Mehziffer von 93,7 im 3anuar auf jetzt 96,8 zur Folge hatte, von nur untergeordneter Bedeutung. Trotz dieser Steigerung liegt nämlich der 3ndex für Brot und Mehl noch immer niedriger als in den 3ahren 1927 bis 1930. Daß die Auswirkung keine sehr starke sei, zeige sich am besten darin, daß der Gesamtindex für die Ernährung vom 3anuar 1931 bis Anfang Mai von 88,9 auf 86,7 zurückgegangen fei. Graf Eulenburg, antwortete, erhob sich plötzlich ein Wirbelsturm, der mit elementarer Gewalt die Hülle zerriß und die zerfetzten Tücher in die Luft entführte. Der Kommandeur des Arttllerie-Regiments, Oberstleutnant De- rendt, hielt diesen Moment für den pro- grammäßig gegebenen und gab das Kommando zum Salut. 3n den Donner der Geschütze mischten sich die Böllerschüsse, die auf den Schiffen und rings um die Riederwaldhöhe abgegeben wurden. Der ununterbrochen zur Höhe rollende Donner der Geschütze und Böller nötigte den greifen Kaiser, seine Stimme mehr und mehr zu verstärken, um sich der Festversammlung verständlich zu machen. Schweres Booteunglüd auf der Mosel. Ein schweres Bootsunglück ereignete sich auf der Mosel in der Nähe der Bullayer Brücke. Als e i n beladener Sandkahn, auf dem sich drei Personen, ein Vater mit seinen beiden Söhnen, befanden, einem entgegenkommenden Moseldampfer allsweichen wollte, faßte der Kahn Wasser und sank. Die drei Personen sprangen ins Wasser und versuchten schwimmend das Ufer zu erreichen, wobei der Vater seinem elfjährigen Sohn, der nicht schwimmen konnte, behilflich war. Während Der ältere Sohn mit Mühe und Not das Ufer er- Berlin, 21. Mai. (CNB.) Infolge der heftigen Diskussionen, die der Brotpreis, namentlich in Berlin, in letzter Zeit verursacht hatte, hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. h. c. Schiele zu dem gesamten Fragenkomplex des Brotpreises und der Brotversorgung grundsätzlich Stellung genommen. Der Minister führte u. a. aus, daß das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft nach der letzten Gesetzgebung verpflichtet sei, einerseits einer Brotpreiserhöhung entgegen*, anderseits auf einen einigermaßen rentablen Roggenpreis für d i e Landwirtschaft hinzuwirken. Im Durchschnitt der Monate Oktober 1930 bis März 1931 betrug der Brotpreis 37,94 Rpf. je Kilogramm, im April 1931 37,79 Rpf. und am 6. Mai, dem letzten Erhebungsstichtag 38,8 Rpf. Zur Beurteilung der Frage, ob der Durchschnittspreis vom Oktober 1930 bis März 1931 überschritten worden ist, bleibt noch der zweite in den Monat Mai fallende Erhebungs- stichtag abzuwarten. Als die Möglichkeit einer Brotpreiserhöhung durch das Anziehen der Roggen- und Roggenmehlpreife gegeben war, wurde die Abgabe von Roggen zu 93er* fütterungszwecken aus den Beständen der Deutschen Getreidehandels-Gesellschaft eingestellt; irgendwelche Befürchtungen bezüglich einer Versorgungskalamität mit Roagen brauchten aber nicht gehegt zu werden, da nach den statistischen Erhebungen des Deutschen Landwirtschaffsrates am 15. April 1931 in Händen der Landwirtschaft noch 1,3 Millionen Tonnen Roggen vorhanden waren, nach den Erfahrungen der letzten drei Jahre aber der Verbrauch an Roggen bis zum Schluß des Erntejahres monatlich durchschnittlich nur 312 000 Tonnen beträgt, so daß unter Berücksichtigung der Vorräte der Deutschen Getreidehandels-Gesellschast und der Mühlen und Bäcker noch ein Bestand von etwa 300000 Tonnen als Reserve reichte, verließen dem Vater plötzlich die Kräfte, so daß er mit seinem Sohn in den Fluten versank. (Ein Sittlichkeitskrieg in Prag. 3nPrag hatte der böhmisch« Landespräsident Dr. K u p a t das gemeinsame Uebernachten von nicht mit einander verehelichten Personen verschiedenen Geschlechts in Z e l t e n und Wochenendhäusern verboten. Daraufhin waren solche Unterkünfte in her -Umgebung von Prag wiederholt von Gendarmen durchsucht und mehrere hundert Personen verhaftet worden. Die Wandervereine der ganzen Republik — Tramp genannt — veranstalten jetzt P r o t e st - Versammlungen. An der Protestversammlung in Prag nahmen ungefähr 25 000 Menschen teil. Es kam zu Zusammen st ößen zwischen der sehr erregten Masse und der Polizei, die mit Steinen beworfen und beschimpft wurde. Als berittene Polizei auf dem Wenzelsplatz mit blankem Säbel vorging, wurde sie mit einem wahren Steinhagel überschüttet. Zahlre chr Fensterscheiben der Häuser auf dem Wenzelsplatz und der umliegenden Straften gingen in Trümmer. Es fielen mehrere Schüsse. Die Polizei nimmt an, daft sich kommunistische Elemente der Bewegung bemächtigten und ihr einxn revolutionären Charakter zu geben versuchten. Evangelische Reichstagung der Deutschnalionalen. Der GvangelischeReichsausschuft der Deutschnationalen Vollspartei veranstal et am 28. Mai in der alten Lutherstadt Worms eine Tagung, bei der über die „Religiöse Grundlage der vaterländischen Rechtsbewegung" gesprochen wird. Abends findet eine Oeffentliche Volksversammlung statt, in welcher Präses, D. Koch, M. d. R., der Vorsitzende der westfälischen Pro- vinzialshnode, Frau Oberin D. v, Tilling, M. d. R., und Reichstagsabgeordneter Dr. W i - der (StuttgartI über religiöse, kirchliche und politische Fragen sprechen werden. Schrecklicher Tod eines dreijährigen Kindes. In Potsdam kam die dreijährige Tochter Gisela des Gastwirts G e r l a ch in schrecklicher Weise zu Tode. Das Kind, das in der Küche spielte, fiel in einen zum Abkühlen aufge ft eilten Kessel mit heißer Fleischbrühe und erlitt so schwere Verbrühungen, daß es in der Nacht im Städtischen Krankenhaus ft a r b. Moderne Goldsucher. Das Hebeschiff „Declaimer" hat den englischen Hafen Sunderland mit geheimer Bestimmung verlassen. Runmehr hat der Reeder erllärt, daft die Expedition die Hebung der Goldvorräte will, die sich an Bord des 1916 in der Rordsee untergegangenen holländischen Dampfers „Tuba n t i a" befinden. Die „Tubantia" hatte einen 'Betrag von20MillionenMark in Gold an Bord, der in einer Ladung Holländer k ä s e versteckt war und der angeblich von der deutschen Regierung zur Hebung des deutschen Kredites n a ch S ü da m e r i k a bestimmt war. Sollte die Expedition erfolgreich verlaufen, so wird auch endlich die Frage ge- llärt werden, ob die „Tubantia", die in einen Tiefe von etwa 40 Meter liegt, durch ein UBoot oder durch eine Mine versenkt worden ift. Das Hebeschiff wird vorläufig bis o. 3uni in See bleiben. Landnöten. Am Pfingssamstagabend wird auf der Richtstätte im der Golzheimer Heide zu Düsseldorf, an der Stelle, wo er vor acht Jahren erschossen wurde, für S ch l a g e t e r und hunderteinundvierzig andere tote Helden des Ruhrkampfes ein Denkmal geweiht werden zur Erinnerung an jene furchtbare Zeit, wo der französische Militaris* mus mit den Bajonetten die Kriegskontributionen einzutreiben und gleichzeitig eine Sprengung des Deutschen Reiches zu erzwingen versucht«. Die Nach- kriegsjahre mit der Füll« stärkster Eindrücke, mit der ununterbrochenen Folge schwerer seelischer Er* schütterungen haben uns bisher noch nicht die Zeit besinnlicher Ruhe gegeben. Wir leben so rasch, daß alles, was damals geschah, uns schon ein Menschenalter weit entrückt zu sein scheint, fast als wäre «s schon Geschichte geworden, und doch ist es in Wahrheit noch lebendigste Wirklichkeit, ist es nur ein Bild aus dem deutschen Drama der Gegenwart, aus dem wir auch heute noch viel lernen können. Lernen vor allem, was jene hundertvierzig Namenlose gezeigt haben, wie man in treuer Pflichterfüllung schweigend für fein Vaterland, wenn es sein muß, auch zu sterben weiß. Für sie alle, für alle die Tausende, die seit der Revolution, im Baltikum, in Oberschlesien, im Ruhrkampf, in den Aufständen ihre Liebe zur Heimat mit dem Tode bezahlten, ist Albert Leo Schlageter das Symbol geworden, die Gestalt, die in sich die besten und schönsten Eigen* schäften des Deutschen verkörpert Entschlossenyeit, Mannesmut, Tapferkeit und Treue. Er ist, daß muß man doch einmal brutal aus- sprechen, ermorbe-t worden. Der Prozeß, der gegen ihn gefühvt wurde, war eine Farce. Das Todesurteil stand fest, ehe die Verhandlungen begannen. Die Franzosen wollten einmal ein Exempel statuieren. Sie wollten Rache an einem dieser gefährlichen Idealisten, unter deren unsichtbarem Wirken das ganze Gebäude des französischen Militarismus ins Wanken zu kommen drohte. So führten sie eine juristische Komödie auf, die in den äufteren Formen einem Strafverfahren entsprach, die Angeklagten aber in ihrer Verteidigung so beschränkte, daft jeder Versuch einer Rechtfertigung von vornherein aussichtslos blieb. Schlageter, der Mann, der an der Front gefochten hatte, der mit seiner Kompanie Riga von den Bolschewisten eroberte, der in Oberschlesien mit dem von ihm selbst zusammengesetzten Geschütz die Eroberung des Annabergs entschied, war in ihren Augen nur ein Verbrecher. Für den Idealismus, der sich hier aufbäumte gegen das seinem Vaterland geschehene Unrecht, hatten sie kein Verständnis. Dis zu dem Augenblick seines Todes. Erst als alles vorüber war, hat auch der französische Anllagevertteter widerwillig zugeben müssen, daß er doch kein Landsknecht war, sondern ein deutscher und von edelster Vaterlandsliebe erfüllter Mensch. — So wird er in uns und in unseren Kindern wetterleben, -als Verkörperung einer Generation, die mit ihrem Leib vier 3ahre lang die Grenzen deckte und es als selbstverständliche Pflichterfüllung empfand, den Kampf gegen den glücklicheren Feind auch im eigenen Lande fortzusetzen. Und der Gedenkstein soll ein Wallfahrtsort für uns und unsere Kinder werden, als Erinnerungszeichen an die schlimmste Zeit des deutschen Riederbruchs, aber auch als Gewähr dec Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Professor Alfred Wegener. Die letzte Aufnahme des nach Wochen der Ungewißheit im Eise tot aufgefundenen Professors Dr. 21 l f red Wegener, des Führers der deutschen Grönlandexpedition, der seit November v. I. vermißt wurde. Dem ausgezeichneten Gelehrten war das gleiche Los beschieden wie so vielen Nordlandfahrern und Forschern vor ihm. Das von ihm begonnene Werk wird vom Brüher des Verstorbenen, Dr. Kurt Wegener, weitergeführt. Er ist bereits nach Grönland unterwegs, um die Leitung der Expedition zu übernehmen. Reichspräsident und Reichskanzler haben der Witwe des Verstorbenen in herzlichen Worten ihre Teilnahme zum Ausdruck gebracht. nach dem Grund, dann darf wohl darauf hingewiesen werden, daft auch der Durchschnittsfranzose den Krieg nicht liebt und er durch die horizontblaue Kleidung seiner Soldaten nicht dauernd an die finsteren Zeiten des Weltkrieges erinnert werden will. Daneben spielt natürlich die Eitelkeit des Mannes und die Liebe der Frauen für bunte Farben eine ausschlaggebende Rolle. Das gleiche läftt sich übrigens auch von anderen Rationen behaupten, die wenigstens teil* weise und aus traditionellen Gründen die Friedenspracht bei ihren Regimentern wieder eingeführt häben. Die Engländer haben ebenso wie die Skandinavier ihre Paradetruppen, Spanier und Italiener haben die bunte Uniform nicht ganz verdammt, die Rumänen kehren im Sturmschritt zu leuchtenden Farben für die Truppen der Residenz zurück, ja sogar in Rußland griffen kürzlich auf ein Gerücht über eine Aenderung der Bekleidungsvorschristen die Rotarmisten zu der grünen Litewka der • Zarenzeit, well sie ihnen besser gefällt als die eintönige Tracht, in der sie stecken. Rur Deutschland bleibt beim Feldgrau, wenn auch hier und dort einige Aenderungen an der Kriegsuniform vorgenommen worden sind, die dem Waffenrock etwas mehr Schwung und Lebhaftigkeit gegeben haben. Aber auf das Blau und Rot, das Gelb und Grün werden wir nicht mehr zurückgreifen, einmal fehlt es uns am nötigen Geld, zum an- 'deren haben wir an wichtigere Dinge zu denken. Die Tradition der Truppe lebt nicht in ihrem Kleid, sondern in ihrem Geist und ihrer Wehrhaftigkeit weiter. Das beides zu pflegen, ift wertvoller als die prunkende Uniform unserer Vorkriegsarmee. 4an Mayen. ’Seydlsflorcr W Slo Aberdeen- ’dfi. '1 ! 6*1 15J wieT o osio döüan. _________dj .10 \° 1% (V. H —A (C o SiA Clermont 5*if ♦ -- Perlli 16 mt cankf. • 6 ~ htonlT -2— ffatälaQen,'2.1 EIFE r Bun! Rra ri auch Don an« «nigstenS teil« iden die Zrie« n wieder ein« hoben ebenso iaradetruppen, ben Sie bunte Rumänen nöen Farben üd, ja sogar i ein Gerücht gsDvrschriitm Litetvla der esällt als di« Hut Deutsch« auch hier und Kriegsunisvm an Wassenrod iigkeit gegeben ?ot, das Gelb jurüdgreifen, elb, zum an« mg« ju den« lebt nicht in eist unb ihrer A zu -siegen, Uniform un« .daraus hin« ^urchschniitz. W er durch Soldaten nicht ö Weltkriege- p>elt natürlich >ie Liebe der sschlaggebend« -n der Un. Wors Jr. r7?eu,jchen vermißt Öar das ff-** J® begonnene n'n. 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Hiernach erhalt Schwarz nicht die geringsten Schwierigkeiten, chancenreicher gestaltet sich das Spiel nach 3. Sc3 oder 3. e5. Schwarz war hier in größter Zeitnot. 32. Df4-e4 32. e6xd5 33. Td2xd5 33. Tc8-c6 Die Partie geht an der gefesselten ck-Linie 4. c2—c4. Schafft sich unnützerweise einen vereinzelten d/Bauern, vorzuziehen war daher 4. 813 18. ... 19. Sd2-e4 20. Dd3-d2 15. . . . 16. H2-h3. 16. ... 17. Sf3-d2 18. f2-f3? war sofort 16. Le7-b4 . 17. Tf8-e8 starke Schwächung, sehr 18. Lb4-f8 19. Lf8-e7 20. Sd5xc3 Weiß. zieht und setzt in drei Zügen matt. 7 Sterne: Ka; Dd3; Td6, gl; LH4; Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 292. Don Professor 3. R. Deukounn, Budapest. Schwarz. Aus der Schachwelt. In einem gemischten Meisterturnier zu Ahzza siegte der in Aizza ansässige englische Amateur Reilly mit + 6 Punkten vor 2. bis 3. Barah und Rosselli mit 4-571 Punkten; es folgten: Mieses, Dr. Seitz, Snosko-Dorowski und Sir Thomas 4- 47i Punkte, Dr. Dajda 4~37i Punkte imö Duchamp 4~ 17i Punkte. bemerkenswert, daß wegen der unzu« Betriebsmittel Kassenanlehen, 29. ... 30. d4 —d5 31. Kgl -hl Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach. reichenden _..... insbesondere für Straßenunterhallungszwecke, Im Betrage von 500 000 Mark erforderlich sind. 22. Le7-h4 23. Sh5-g3 24. Lh4xg3 25. Lg3-h4? es muhte 25.....Dh4l nebst 26. . , Ta—dB mit starkem Druck geschehen. 26. Lbl-e4 26. Dd8-d7 27. Dd2-f4 27. Lh4-e7 Rückzug auf der ganzen Linie. 28 Le4xb7 28. Dd7xb7 29. Te2—d2. Sin Fehler wäre sofort d5, wegen exd5 30. TXd5, Lc5 4-1 usw. •Hie Narrenkappe. erlitt id Sparren vom RedakttonStisch. Zahnschmerzen. Temple Thurston, ein englischer Schriftsteller, wurde von seinem Freunde, dem jungen Bankier Smith, auf der Straße angehalten. „Ranu, du machst ja ein so böses Gesicht", sagte der Bankier. „Kunststück! Ich habe schreckliche Zahnschmerzen. Weiht du vielleicht irgendein Mittel?" „Folge meinem Rat und nimm keine Medizin! Gestern hatte ich auch Zahnschmerzen, ich ging nach Hause zu meiner Frau. Sie gab mir einen Kuh, und meine Zahnschmerzen waren wie ©eg- geblasen." Thurston sann eine Weile, daim sagte er: „Besten Dank für deinen Rat! Glaubst du, daß ich deine Frau jetzt zu Hause antreffen werdet ... (Lust. Bl.) Die Provinzialoerwaltung hat gestern den Pro- vinzialtagsabgeordneten den V a r a n s ch l aad e r Provinz Oberhessen für das Rech nungsjahr 1931 übermittelt und zugleich den Provinzlaltag zu feiner diesjährigen ordentlichen Sitzung auf den 6. Juni nach Gießen einberufen. Mittelpunkt der Beratungen des Provinzial, tags wird der neue Voranschlag fein. Der Voranschlag für 1931 schließt in Einnahme und Ausgabe mit je 4 639 800 Mark, aegen 4 074 810 Mark im Vorjahre, ab. Davon entfallen auf die B e t r i e b s r e ch n u n g im Rechnungsjahre 1931 insgesamt 4 306 500 Mark, gegen 3 773 716 Mark im Vorjahre, auf die Vermögcnsrech- n u n g 333 300 Mark, gegen 301 094 Mark im Vor- 21. Se4Xc3. In Frage kam bxc3. 21. Sf6-h5 15. g7-g6 Weiß will Sg4 vermeiden. Mark). — Finanz. undSteuerwefen: Ein- nahmen 1 313 112 Mark (1496 648 Mark), Ausgaben 15718-5 Mark (160129 Mark). — Betriebs- und Vermögensverwaltung: Einnahmen 410 000 Mark (250 000 Mark), keine Ausgaben. — Kapitalvermögen und Kapitalfchul« den: je 500 000 Mark in Einnahme und Ausgabe. In der D e r m ö g e n s r e ch n u n g sind in Einnahme und Ausgabe je 333 300 Mark (201 094 Mark) verzeichnet. Aus dem Kapitel Finanz, und Steuer- wesen ist als besonders bemerkenswert hervarzu- heben, daß aus dem Restestock 80 000 Mark an die Betriebsrechnung überwiesen werden. Die Anteile an Reichssteuern sind aus 250 000 Mark bezisfert, gegen 338 000 Mark im Vorjahre. Die Gesamt- ausgaben belaufen sich auf 4 306 500 Mark, die Einnahmen auf 2474 500 Mark, so daß noch 1 832000 Mark zu decken sind. Diese Deckung soll wie folgt vorgenommen werden: 250 000 Mark Anteile an Reichssteuern, 80 000 Mark aus dem Restestock, 5000 Mark durch Kapitalrückempfang aus den Rücklagen für die bei Uebernahme der Kreisstraßen entstehenden ersten Kosten, 250 000 Mark aus dem Betriebsüberschuß des Wasserwerks Inheiden, 300 000 Mark aus dem Betriebsüberschuß des Ueberlandwerks und 947 000 Mark aus Pro- vinzialumlagen einschließlich der Scnkungszuschusse Bornotizen. — Tageskalender fürFreitag:Stadttheater: „Die schöne Galathöe", 20 bis 22 Uhr. Vorher: „Drüderlein fein!". — Giehener Studentenhilfe: Mitgliederversammlung, 20.30 Uhr, Reues Studentenhaus, Lechgcsterner Weg 16. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Tango für dich". — Astoria-Lichtspiele: „Polizei". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, letzte Dorstellung im Freitagabonnemcnt mit der Aufführung der komischen Oper „Die schöne Galathie" von Suppe und dem Altwiener Singspiel „Brüderlein fein!" von Leo Fall unter der Spiel- und musikalischen Leitung von Hub-Cuje in der 2e- ehung der Erstausführung. — Am Sonntag, 24. Mai, letzte Fremdenvorstellung der Winter- pielzeit. Zur Ausführung gelangt die komische Oper „Die schöne Galathee" von Suppe und das Singspiel „Brüderlein fein!" von Leo FalL Spielleitung Hub. musikalische Leitung Cuj6. Ermäßigte Opcrettenpreise! Die Intendanz teilt mit, daß die Kasse zu dieser Dorstellung Zehnerkarten und die nur noch bis Schluß der Wintcrspiel-eit gültigen Echauspielgutscheine gegen Zahlung des entsprechenden Ausschlags in Zahlung nimmt Beginn 18.30 Uhr, Ende nach 20.30 Uhr. *-"EinöffentlicherFernsprech-Auto- mat wird zur Zeit in der Licher Straße oberhalb der Haltestelle der Straßenbahn (gegenüber der Wirtschaft „Zur Stadt Lich") aufgestellt. Hierdurch wird ein lange gehegter Wunsch der Bewohner des neuen Stadtteils „Am Kugelberg" und der zahlreichen Straßenpassanten von der Reichspostverwaltung erfüllt. Die Inbetriebnahme der neuen Fernsprechstelle dürfte schon in den nächsten Tagen er- folgen. ' ~ •• Ein Achtzigjähriger. Der Doten- meister i.R. Aüdreas Göbel, wohnhaft Ebel- strafte 15, begeht am Dienstag. 26. Mai, seinen 80. Geburtstag. *• Ihren 86. Geburtstag begeht am mor- gigen Samstag, 23. Mai, Frau Karoline Hirsch, wohnhaft Marktstroße 32. " Hochschulgruppe der Deutschen Dolkspartei. Man berichtet uns: In einem gut besuchten Gruppenabend im Hotel Prinz Karl wurde am Dienstagabend die Hochschulgruppe der Deutschen Dolkspartei an der Universität Gießen neugegründet. Geschäftsführer Heinemann legte eingangs Ziele und Wege der volksparteilichen Hochschulbewegung dar, die eine Erziehungsgemeinschaft sei zur Vermittlung politischer Erziehung im Sinne akademischer Gemeinschaft. Warme Worte der Begrüßung und Beglückwünschung fanden dann der Vorsitzende der Ortsgruppe der DDP., Oberreallehrer Appel, und Frau Landtagsabgeordnete Birnbaum. Diel Beifall riefen die Darlegungen von Hand- werkskammershndikus Röhr hervor, der interessante Erinnerungen aus der Kampfzeit der Iungliberalen vortrug. Rachdem cand. jur. Werner Kaufmann zum 1. Vorsitzenden ernannt worden war, hielt Herr Heinemann ein Referat über baä Thema „Führergeist und Führerwille der jungen Generation". Besonders hervorgehoben feien noch die Darlegungen von cand. jur. Wehgandt als Vertreter der Frankfurter Hochschulgruppe, der eingehend die Grenzlinien zur nationalsozialistischen Bewegung herausschälte, sowie die Ausführungen des Darmstädter HochschulgruppensührerS Kuchenmüller. ** Verhafteter Kautionsschwindler. Der wegen Kautionsschwindeleien polizeilich verfolgte angebliche Ingenieur Dr.- Börner, der durch Anzeigen auch in Gießen einen Tankwart mit Kaution gesucht und dabei eine Anzahl Reflektanten aus Gießen geschädigt hat, wurde gestern in Heppenheim verhaftet. Der angebliche Ingenieur Dr. Börner ift im Wirklichkeit der 34 Iqhre alte verheiratete Kaufmann Georg Oehlschläger, der in Bensheim geboren ist und in Heppenheim wohnt. Mit einem Auto, das seiner Frau gehört, war er ständig in Begleitung eines Mannes namens Friedrich Mann aus Bensheim, der sich aber Mo rgel nannte, unterwegs, um feine Schwindelgeschäfte in verschiedenen Städten, u. a. auch in Frankfurt a.M., zu betreiben. Als O e h l s ch l ä g e r gestern für kurze Zeit mit feinem Auto nach Hause kam, wurde er,auf Veranlassung der Gießener Kriminalpolizei festgenommen und dem Amtsgerichtsgefängnis in Lorsch zu- geführt. •• Eine Schlägerei spielte sich m der letzten Rächt gegen 1 Uhr in der Rähe von Os- waldsgarten zwischen Reichsbannerangehörigen und Studenten ab. Die Ursache des Streites ist nach dem Polizeibericht von heute früh bis zur Stunde noch nicht genügend bekannt. Im Verlaufe der tätlichen Auseinandersetzung wurden zwei Studenten verletzt, und zwar erhielt einer «ine Verletzung im Racken (anscheinend einen Stich), ein anderer zine Verletzung am Auge. Von den Gegnern der Studenten wurde, soweit bis jetzt bekannt ist, keiner verletzt. Als die Studenten einige Zeit später sich um die Feststellung der Ramen ihrer Gegner bemühten, kamen sie mit Leuten in Berührung, deren Beteiligung an der Schlägerei vermutet wird. Zu dieser Begegnung kam di« Polizei hinzu und nahm bei der Unter« suchung einem Manne zwei Lattenstück« von je etwa 35 Zentimeter Länge und einem anderen Mann« ein etwa einen halben Meter langes Flacheisenstück ab, baö er im Rockärmel versteckt trug. Der Mann mit dem Latten stück, namens Bruno Leverenz. wurde verhaftet, da er im Verdacht steht, bei der Schlägerei beteiligt gewesen zu fein. Den Mann mit dem Flacheisenstück ließen die Polizeibeamlen laufen. Der Vorfall unterliegt zur Zeit noch der pollzei- lichen Untersuchung. Berliner Börse. B e r l i n, 22. Mai. (WTB. Funspruch.) Heute, am letzten Tage vor der Unterbrechung durch Pfingsten, war das Geschäft im Frühverkehr außerordentlich ruhig. Kursmäßig ist eher etwas günstigere Stimmung, auch regten der weitere Rückgang der Arbeitslosenziffer und das etwas erholte gestrige Neu- york an. johre. In der Betriebsrechnung schließen die einzelnen Kapitel wie folgt ab: Allgemeine Verwaltung: Einahmen 11 448 Mark (im Vorjahre 8728 Mark), Ausgabe 112 928 Mark (im Vorjahre 117 250 Mark). — Polizeiwesen: keine Ein- nahmen, 500 Mark Ausgaben, wie im Vorjahre. — Kunst und Wissenschaft: keine Einnahmen, Ausgaben 11400 Mark (9700 Mark). — Bauwesen: Einnahmen 1 842 300 Mark (1 786 300 Mark), Ausgaben 3 197 000 Mark (3 151 000 Mark). — Allgemeine Förderung der Wirt- schäft: keine Einnahmen, Ausgaben 24840 Mark (28 390 Mark). — Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen: keine Einnahmen, Ausgaben 7007 Mark, wie im Vorjahre. — Anstalten und Einrichtungen: Einnahmen 229640 Mark (232 040 Mark), Ausgaben 295 640 Mark (299 740 Aus -er provinzialhauptfia-t. Gießen, den 22. Mai 1931. Sommer-Abonnement im Gießener Stadttheater. Starker Preisabbau. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz hat mit Rücksicht auf die schwierige wirtschaftliche Lage eine ungewöhnliche mäßigung der Eintrittspreise für das Sommer-Abonnement oorgenommen. Cs wird, wie in den vergangenen Jahren, auch für diese Saison ein Sommer-Abonnement in Form von sog. 6er-Karten aufgelegt. Bei den 6er- Karten ermäßigt sich der Preis gegenüber der vorjährigen Kategorie bis zu 33j o. H. und bei den ermäßigten Tageskarten bis zu 25o.H. Die 6er- flarten bestehen aus einem Block von 6 Karten, deren Vorteile sich gegenüber den Tageskarten aus bem verbilligten Preis, der Uebertragbarkeit und der beliebigen Verwendung — entweder alle zugleich für eine Vorstellung, oder einzeln zu je einer Vorstellung — ohne weiteres ergeben. Sie können jederzeit nachgelöst werden und binden nicht an einen bestimmten Tag. Es ist wichtig, zu beachten, daß bei den Tages- karten-Preisen eine Zweiteilung in „Gewöhnliche" und „Ermäßigte" vorgenommen wird, wobei jedoch die „ermäßigten Preise" die Regel bilden werden und die „gewöhnlichen Preise" nur in Ausnahme- fällen — bei besonders kostspieligen Gastspielen — in Ansatz kommen. Rach diesen bis zur äußersten Grenze erniedrigten Preisen ist es doppelte Pslicht aller Gießener Thea- terfreunbe, auch während dieser Sommermonate durch regen Besuch ihr Theater, zugleich die einzige ständige Bühne der Provinz Oberhessen und dcr Hessischen Landesuniversität, zu stützen und zu erhalten. „Mit dieser Anteilnahme, diss sich in den entsprechenden Einnahmen auswirkt, ist die Weiterführuna des Theaters unlöslich verknüpft." (Aus der Erklärung des Gießener Oberbürgermeisters anläßlich der Etatberatungen für 1931.) An alle Freunde der Bühnenkunft ergeht daher heute unser Ruf und unsere dringende Bitte, die Vorstellungen unserer diesjährigen Sommerspielzeu zu besuchen und durch ein starkes Abonnement von vornherein zu sichern und zu festigen. Die Sommer(pielzeit. 1931 wird noch mit einer Premiere des eigenen Ensembles eröffnet. Wie bereits bekannt, hat das Gießener Stadttheater in diesem Jahr zum ersten.Male da- von Abstand nehmen müssen, im Sommer das Kurtheater Bad-Nauheim zu bespielen. Lediglich etatliche Gründe waren hierfür maßgebend und zwingend. Wie hoch seine Leistungen künstlerisck bewertet werden, davon zeugt, daß erst kürzlich von der Kurdirektion Bad-Nauheim an das Gießener Stadttheater eine Einladung ergangen ift, noch vor Schluß seiner Wintersoielzeit anläßlich der Bad- Nauheimer „Nordischen Woche" im Kurtheater mit Strindbergs „Schwanenweiß" zu gastieren. Der Fortfall einer eigenen Sommerspielzeit bedeutet für das gesamte Personal unserer Bühne durch den völligen, oder teilweisen Wegfall der Gage während dieser spielfreien Monate eine nicht ernst genug zu nehmende soziale Belastung. Um hier im Rahmen des bewilligten Etats wenigstens einigermaßen einen Ausgleich zu schaffen und bewährte Künstler auch weiterhin der Gießener Bühne zu erhalten, hat die Intendanz die diesjährige Gießener Spielzeit von 7} auf 9 Monate verlängert. Diese Maßnahme ermöglicht es außerdem, dem Gießener Stadttheater, wie bisher, seine Sommer- spielzeit zu erhalten und sowohl Ende Mai, wie im Scptenfber mit dem eigenen Ensemble durchzuführen während in den Monaten Juni, Juli, August Gastspiele stattfinden werden. Die starke Verbilligung der Plätze gegenüber dem vorigen Jahre sott daher in der wirtschaftlichen Notlage die Verbindung zwischen dem hiesigen Theater und seinem Publikum aufs stärkste festigen und nicht lockern. Die Möglichkeit des Besuches der Vorstellungen der Sommerspielzeit ist durch diese billige Preisausttel« hing beinahe für jedermann gewährleistet. Die letzte Premiere des hiesigen Ensembles und zugleich die Eröffnung der Sommerspielzeit ist am 2 6. Mai: Erstausführung von Leo Lenz' neuestem Lustspiel „Ständchen bei Nacht". Es gelten dafür schon die ermäßigten Sommerpreise. Von unseren Sommerabonnenten wird Leo Lenz mit besonderer Freude begrüßt werden, da ja feine „Heimliche Brautfahrt" und „Bettinas Verlobung" auch hier, wie überall, durchschlagende Erfolge waren und immer wieder in den Spielplan ausgenommen werden mußten. Für die vielen Freunde des Theaters überhaupt, die sich für alles Theatralische auch über die lokalen Verhältnisse hinaus interessieren, wird es von be- fonberem Interesse sein, daß Gießen im Lause der Sommermonate verschiedene Prominente n- Gast spiele bringen wird. Es wird dadurch für jeden Bühnen-Interessenten eine Erweiterung seiner Theaterbildung sich auftun, und die Vergleichsmöglichkeit der verschiedensten Ensembles ergeben neue Perspektiven und vor allem viele Anregung. Durch diese Maßnahmen sollen die verwöhntesten Kreise unserer Theaterbesucher immer stärker- an unsere Bühne fesselt werden. Der Auftakt in den Reihen der Gastspiele bildet eine Aufführung des Berliner Kleinen Theaters mit einer der vorzüglichsten derzeitigen Dialogftüde „Liebe — unmodern", ein Lustspiel von Wilhelm Stert. Die Hauptrolle wird von Grete R e i n w a l d dargestellt, die außer ihrem vorzüglichen Bühnennamen eine bekannte Tonfilmschauspielerin ist. Im übrigen sei heute schon auf die Anzeige im morgigen „Gießener Anzeiger" aufmerksam gemacht. Taten für Freitag, 22. Mai. ' Sonnenaufgang 4.27 Uhr, Sonnenuntergang 20.17 Uhr. — Mondaufgang 8.09 Uhr, Monduntergang 0.40 Uhr. 1813: Richard Wagner in Leipzig geboren; — 1848: der Maler Fritz von Uhde in Wolkenburg (Sachsen) geboren; — 1885: der Dichter Victor Hugo in Paris gestorben. Lösung de- Problems Ar. 289. Don D. Hülsen. 1. Dd4-g4I, Kc6xd5. 2. Dg4-c4-H Sd2xc4. 3.Le2-f3 matt. 1.....Kc6-b7. 2. Dg4-c8+», Kb7xc8. 3. Le2-a6 matt. 2.....Kb7-a8. 3. Dc8-c6 matt. 1. . .., Del -hl. 2. Dg4-d7+, Schwarz 11 Steine: Kg6; Tg7, h7; Lg8, h6; Sg5, h8; Bb7, 14, 15, 17. Partie Nr. 218. Die nachstehende Partie wurde ih der 6. Rund« des Hauptturniers zu Bad Gms am 6. April 1931 gespielt. Carv-Kann» Verteidigung. Weiß: Präger, Frankfurt a. M. Schwarz: Schurig, Wiesbaden. Kc6xd5. 3. Dd7-b7 matt 1. 2. Dg4-d7+ usw. SN 26-123 d Brotaufstrich DIE FEINE PREISWERT WIE KEINE SPEZ/AL. - WOLLGESCHA’FT Bade-Anzüge in Wolle neu auf genommen! 3341 A Ihre Verl obung zeigen an Gießen 02943 3545 D ................................................................................................. l: Bowlen - Weine 1930 er Lieserer Riesling per Lit. RM. 1,20 Bad-Nauheim la. Fleisch z Kochen u.Braten. .0.72 noch etwas besonders billiges! Damen-Schlupfhosen, künstl. Waschseide oder Mako mit Seide 1,75 375 3117 A Salomon Modehaus Obstschaumwein „Boller Gold“ mit Steuer RM. 2,20 Bemkasteler Saar-Riesling.... mit Steuer RM. 4,25 O.6O 0.90 Phngstangebot Preisabschlag Elisabeth Benderoth Dr. Theodor Sparla 0.94 0.90 0.68 Kalbsnierenbraten Schweinerollbraten .. Schweinebauchlappen la. Leber- und Blutwurst Fleischwurst........... Empfehle aus meiner Weingroßhandlung: 1930er St Martiner Kirchberg... per Lit RM. 0.90 1929er Maikammer. Heiligenberg per Lit. 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XX. «ft G> — =■ E J3> — ,L Sa O EX.J^ Eco - CS-^ = Tr X o . g« c *- 'Z = Äu 3 S.-° .hX v i o k. 3 c-e g- Xx e L-S —d 51 = t= gi OÄ «t E ». ’s .£ «ft E 2 t s^SS E£ «i i§® <3) © cä c o JT so c -g" c 3 •‘ga^gigS« »2 c ~ — ST-C 1- af z e S3 E g«lt e « ^45- o o. .22-" E u x.s'E-c-e^Soe© 05 «ft “-g Ä ep. e' gi J±E? 53 Q — c cs— er#--—03 .5“~ Sse-sr •=» ese“5 E 8 E « vs 3 C H E c c © © «ft 1» es 15 8 o «ft Gl E Gl 05 E5 -“ 2 2 e t: g> E «ft 2 G* — u *«ft" E QS ® E ® = .31 g. 05. ■ft a A s . o £v=5 gi S 5 = tjT. o <3) — 3 T E ~2 Ö.E e o _ -3 t; c ■“ T7 ° o tovos § E K .2 g L- Ä£ *6" o = 3 E 8 i- :O «ft >- g® sO O T" Lo-b 23(9 C 05 O 05 5 2 ä's" E ®>°z _ S..O gi E vO «ft 3 .2 1*2 ^4 (9 Z5H-U.2 . ^Ö-S ~ _ 2J = «9 ,o E E 3 — w >-. o o 2^2-3^ E pW Sn x=-u 2 o _ E N-N :Q E a U— E 3(9 ^•2 e° b o öS Arö *- O u> 3 o E§ 8 ■E5.X ®T e3>o 32 5 o Ä- “2« "t) .E '®* °E» VD . _ c .8 “ S’rl w 2 E ?£(£> c /-> &5 E.2* , 3 >D O <35 A « *2 Sö LA §c ©5t Q5^> , 0X5 t: ®“ 8 w -.© o . 05 3 3 37. a C5 8 «« *5 g®'® 5 3 ©■ = 8 05“ L© as® vo l, et: g« « L o-- 5Z «s Gl —. iE e 3 1_ XD o c X-' e 3_£ 8 v ■ e-2 *°2 Z® 3-b :CÄ 3 »Ji x>° . Z-ZA ’ ex5 JL 2^ 9-c'e: “ = 'S e'E' ocy o 2 o 3 o 3 2 "£ iE" „ Q. r— O e SEs? 3 ° a § 3 5" Ov >o -% ,- G> VC5 £lC2E o Q — S 3 —_:O _O_ 05 ° i® s *g vj 2 O 05 •E VQ ® =c 2 ^E M ’S“ _ m' 2 Ci'Q5C'Ä . Jx'EvO S-e- 2 3 diensttuende Page, ein zarter c?-c ES S.55 «ft e5 3 3 E 3 Q O O 3 © to iO N- - •e 8 «XD ®:3 8 2 5 EcQa« 8 3 E «ft ±1 -g:§\ 3 © 57 (9 2© E? N ,A SN N g «® © e; (9 05 3-S n stellt er dar? Den J •e [dichten 5)errv vermi o 05 o ©8 » o t-e- >r> 3 «ft £k> «« A (9 «ft e cs :C5 O -e E O Q cs o e; A’ -e (9 S-A; e-- i® E5^: 1 55 5 L. I—«£? ®G? 05 — -b ■C? «ft' i Enkel des Arztes Nu zerstörten Julia, den Besuch g H 8 3 . CS 3 55 e 2(9 ec e ui*g e Sh 2 ■55 8 Q C? '"■ ■ 8 o .ES Q «U g-e-t "£? 8 A-X c 2 i—. E = 55 2 B -8 >uS 'Z 03 t^=-' L-; : 8 2 ÖS 8 — o LZ o 1- Gl o s €c>u' (9^55 o o sr >r> 5 2; A- 8CTE t§Gl ■5. «=5 iE® 0=3 o «ft A 3 05 _ 32 t c.“A o — IQ T (9 F2 © EC?S 05 Q «Ou « 3 — .:=_ = So"© 2©- © o Gl© ES ^ttoas^e «ft10 , = >o e °s?3et -L-AHk 11=1 aa- oZE» H = c e«=5“ —® ® = .^v o — c c? 5 = - =~e gi b xx. X “ cs-° 6e~- X3~t o 05 -Ä S:° G. . äe o(9 (9C3 - -ge -2 = o^-2 c? ß «ft® L«' x T» — Q voS "8- 8 3 255 •e’5 =^ 2 ^2 B e' ' o'e g. TaS u. s =e^ L- (9 «s ”•-2 S 2s o&, “=g ■O XX. «ft 2 Gl ©2© 5^8 TD ' O *®G1- — s e- =55^^ io - 0 ^2 =e — 3 3 o vO 2 X5 8 c = 5 g-Gl - = <“ X — c Z^s-KZ ©§«SZ5 Gl* u. Se ASS£' E S-s o S-g.-Ä C Gl vQ XX. e“—- ZL «K ^7° © e5 1 =e.: 2 8 :O Gi «L^L Gi • cy chA^ZZs-ooA s 1 9 - CS-e = 2 U. 5 a ui o 2 ä SvSvq« e — /□ gi o A § E Bö O-® 3 X G. Q S*°.Eg 05 — C ^■2 “ J-gg©^ = ■-—'® £ (9jof ■° «i«®^ — 'O «ft cÖs Sie: iS-2« 05^ C 'S 2 £ S.X-- 2 £ > — ==*— ®-XX u. 2 e e g- e ©(92. c EH O ZK^ZZR 5 ZZ§ 05 s e e .8 <=e G, e 0 S (9 E u a® •2 s ro~ _ c> •e^gc ©•S s- = 2 — 0Q.X = 0 «ft cE^g o « ®2 \§« — G. :c 2®Z2 0“=® .—® Gl l_ c p w c -g s £ a.Q = Z°Z §-£ — 8 5 t2 EES-i •=■22“'io 3 E 8 3 «“ ■*- <= o:a?e2-ST: E O O ® to t E -0 8 Gl Ä 8 J- CT o «?- E u 2© d sO w «a = o « Q -S o 2 6 O A s e Was t Lö'llcr i ArenZ ©'S- I (Jl-3? Deut deutschen «<2 tScy des Ei (5<2 8 3 19301 8 3 8 8> 6)5* ÖS meiner ras3*« rs-» 6)8 6)^Z<Ä öS* oerbän rechtlik. - 8 scheu Hinei an der ui 8 § LZZ- .3 S* o ' erco er" D o -t ■ 0*0* 3: n « 7 13-*- =»3 ff oröä = ro O re go 6) 3* §• ® «3.2 a-3 =, i=3 ^57 3 3 3 5‘ o- Ö c'^3. 3 ~ o D 1 ~c- S-g o ro cs-3 § asiatischen Ionaubev einst mH' : c 5 s- "3 3 3 A 3 5" bringen. 3m M waren, 91 und snda begründet und den „ ro D D 3 «■ B»- w ö"u- S = ^o* 2.3. 3 5'-3* yj3 3 S zent. Immer mehr Genossenschaften unterstelle.^ sich der War- kenkontrolle. Der Ausbau der Milchabsahorgani- sation schreitet erfreulich weiter. Die Winzergenossenschaften hatten zum Schlüsse des Geschäftsjahres sowohl in preislicher, wie in mengenmäßiger Hinsicht zufriedenstellenden Absatz. 3n der Gruppe der Ob st- und Gemüseverwertungsgenossenschaften und hier insbesondere der Gurkenverwertungsgenossenschaften sind durch enge Bindungen der Mitglieder an die Genossenschaft, durch Sortenauswahl, Regelung der Anbaufläche, scharfe Sortierung und Durchführung der Lieferpflicht beachtenswerte Erfolge erzielt worden. Die Eier- und Viehverwertung zeigt gute Ansätze. Der Bericht schließt mit einem starken Bekenntnis zur genossenschaftlichen Sache und mit der >Feststellung, bah von dem Grade der S e I b st h i l f e - e n e'r g i e, gefördert durch eine verständige Staatshilfe, schließlich die Wiedergesundung der deutschen Landwirtschaft abhängt. Vereinigung -er Beinebsstoff-Iirmen. Allgemeine Preiserhöhung. Berlin, 21. Mai. (WTB.) Die in Bochum begonnenen Besprechungen uni er den Betriebs- stoffirmen haben ihren Abschluß gefunden. 3n der heute in Berlin abgehaltenen Versammlung wurde, wie WTD.-Handelsdienst erfährt, die Vereinigung der Betriebs st offir- men gegründet, die eine Geschäftsstelle in Form eines eingetragenen Vereins erhalten hat. An diesen Vereinbarungen sind alle deutschen De- triebsstoffbesellschaften beteiligt. Gleichzeitig erfahren die Preise für Benzin und Benzol mit sofortiger Wirkung eine allgemeine Erhöhung um 1 Pf., die Preise für Gemische einen solchen um 2 Pf., jedoch nicht in Ostpreußen, wo die Preise, abgesehen von der Stadt Königsberg, unverändert bleiben, äleber- dies hat eine Ausgleichung der Preise dort stattgefunden, wo die Preise durch die besonderen Weftbewerbsvcr.^äitirisse unverhäl nismäßig gedrückt waren: insbesondere gilt dies für Berlin, Hamburg, die niederrheinischen Großstädte und Frankfurt a. M. * Verein f ür Chemische Industrie CA G., F r a n k f u r t a. M. Die GV. genehmigte den Abschluß für 1930 mit 5 Prozent Dividende (7 Prozent) auf die Stammaktien und wieder 8 Prozent aus die Vorzugsaktien. Auf Anfragen aus Aktionärkreisen über die voraussichtliche Gestaltung des Geschäfts im neuen Jahre Hürde von der Verwaltung erklärt, daß die Lage derzeit noch vollkommen undurchsichtig sei, daß besondere Hoffnungen jedoch unter keinen älmständen gemacht werden könnten, da sich die Verhältnisse gegenüber dem zweiten Halbjahr 1930 bis jetzt nicht gebessert haben. ' Bayerische Motorenwerke AG., München. Der AR. der Bayerischen Motorenwerke AG., München, beschloß, die GV. auf den 25. Juni nach München einzuberufen. Die Bilanz für 1930 weist einen Reingewinn von 509 444 Mk. (1 168 617 Mk.) aus, der einschließlich des Gewinnvortrages aus 1929 in Höhe von 173 901 Mk. mit zusammeit 683 345 Mk. auf neue Rechnung bor- getragen werden soll. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. Mai. Tendenz: knapp behauptet. Die letzte Börse vor der älnterbrechung durch die Feiertage eröffnete wieder eher in etwas schwächerer Haltung, nacydem noch an der Vorbörse infolge der weiteren Entlastung am Arbeitsmarkt und der erholten gestrigen Reuhorker Börse recht feste Kurse genannt worden waren. Zum amtlichen Beginn machte sich wieder Ver- kaussneigung bemerkbar. Man sprach auch wieder von Verkäufen der Berliner Arbitrage, die aus schwach gewordenen Depots herrühren soll. Die Unternehmungslust war sehr gering, so daß das herauskommende Material nur ju er- mäßigtenKursen ausgenommen wurde. Eine gewisse Unsicherheit bestand wegen der bevorstehenden Rotverordnung und der ungeklärten innerpolitischen und wirtschaftlichen Lage. Bei sehr geringen Umsätzen ergaben sich gegenüber «der Abendbörse überwiegend leichte Kursrückgänge. Am Chemiemarkt blieben die Kurse knapp behauptet. Clektrowerte stellten sich durchweg bis 1 Prozent, CH ade um 2 Mk. niedriger. Kaliwerte gelangten je 1 Prozent schwächer zur Rotiz. Zellstoff Waldhof und Karstadt büßten je 0,5 Prozent ein. Am Montanaktienmarkt gewannen Rheinische Braunkohlen 2 Proz. Kunstseideaktien behauptet. Schiffahrtswerte gaben bis 1,5 Prozent nach. Bankwerte konnten sich dagegen halten. Am Anleihemarkt deutsche und ausländische Renten knapp gehalten. Am Pfandbriefmarkt lagen Goldpfandbriefe, die schon seit einiger Zeit unter Druck stehen, weiter etwas schwächer. Liquidationspfandbriefe und Reichsschuldbuchforderungen blieben etwa behauptet. Im Verlaufe stagnierte der Verkehr fast vollkommen, zuinal die Kulisse über die Feiertage keine Reigung zu Reuengagements zeigte. Die Kurse blieben auf dem ermäßigten Anfangsniveau gehalten. Der Geldmarkt lag im Hinblick auf den Ultimo etwas steif, so daß der Sah abermals um 0,5 Prozent auf 5 Prozent erhöht wurde. Am Devisenmarft lag Spanien schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1990, gegen Pfund 20,4275, London gegen Reuhork 4,8652, gegen Paris 124,38, gegen Mailand 92,93, gegen Madrid 45,20, gegen Schweiz 25,22, gegen Holland 12,1040. Berliner Börse. Berlin, 22. Mai. Aehnlich wie gestern, konnte sich auch zu Beginn der heutigen Bör> die sreund- liche Stimmung des Dormittagsverkehrs nicht behaupten. D:e geringe Unternehmungslust der Spekulation vor dem Ultimo und den Feiertagen und das Bestreben der Kundschaft, aus den Engagements herauszukommen, war doch stärker als erwartet wurde. Momente, wie der Rückgang der Arbeitslo'enziffer, das etwas erholte Reuyork von gestern und das immer von neuem erörterte Reparationsproblem genügten nicht, um die freundliche Stimmung zu erhallen. Die Ultimovorbereitungen, d. h. vor allem die notwendigen Deckungen, scheinen schon ziemlich weit vorgeschritten zu sein. So lagen die ersten Dotierungen der heutigen Börse kaum noch gegen gestern verändert. Kleine Abweichungen bis 1,5 Prozent nach oben und unten wurden durch Zufallsorders hervorgerufen. 3m allgemeinen war die U m s a h t ä t i g k e i t ziemlich klein. Allgemeine Lokal- und Kraft, Hugo Schneider und Stoehr notierten heule exklusive Dividende. Auf schwächeres Spanien verloren Chade 3 Mark. Deutsche Atlanten erschienen mit Minus-Minus-Zeichen und wurden etwa 5 Proz. niedriger taxiert. Anleihen aböröckelnd. Ausländer knapp behauptet. Pfandbriefe sehr still und eher schwächer. Re'.chZschiuldbuchforderungen kaum verändert, mittlere Fällig eiten nachgebend. Geld etwas leichter. Tagesgeld 4 bis 6 Proz, die übrigen Sähe unverändert. Der Verlauf litt unter der Zurückhaltung der Spekulation vor den Feiertagen, zumal von den europäischen Auslandbörsen im Verlaufe schwächere Kurse gemeldet wurden. Es wurde auch bekannt, daß bei einigen Banken anfangs USA. -Qltaterial hevausgekommen war, so daß man auch noch mit weiteren Abgaben von dieser Seite rechnen zu müssen glaubte. Die Hauptwerte erfuhren Rückgänge bis 1 Proz. gegen den Anfang, Chade verloren weitere 1,75 Mark. Papiere wie Salzdetfurth, Demberg, Berger und Rordwolle gingen bis 2 Proz. zurück. Deutsche Atlanten gelangten mit 78,50 Proz. später zur Rotiz. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 21. Mai. Rach der überwiegend schwächeren Tendenz der letzten Tage machie sich an der heutigen Produktenbörse eine teilweise Erholung geltend, vor allem lag der Roggen- und Hafermarkt fester. Das Geschäft hat sich allerdings nicht beleben können. Dies trifft insbesondere bei Weizen zu. Das mäßige Inlandangebot alter Ernte nehwen die Mühlen zu fast alten Preisen auf. Das Angebot von Weizen neuer Ernte hat sich bei den gegenwärtigen Preisen merklich verringert und Abschlüsse kommen schwer zustande, da Forderungen und Gebote kaum im Einklang zu bringen sind. Am Lieferungsmarkte hielten sich Die Preisveränderungen in mäßigen Grenzen. Dagegen setzten die Roggenlieferungspreise bis 1,50 Mark höher ein. Im Promptgeschäft bleibt die Preisbildung ziemlich regulär, da die Provinzmühlen teilweise beachtlich höhere Preise bewilligen als die hiesigen. Weizen- und Roggenmehle sind zu unveränderten Preisen angeboten, haben aber nach wie vor ruhigen Absatz. Am Hafermarkte trat unter Käufen des Konsums eine Befestigung ein, da die abgegebenen Untergebvte kaum zu Abschlüssen geführt hatten. Der Lieferungsmarkt eröffnete vis 3 Mark höher. Gerste ruhig. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer 286 bis 288 (unregelmäßig), Mai 290,50 bis 289,50, Juli 295,50 bis 295, Sept. 24k,25 bis 248 (Brief); Roggen, märkischer 199 bis 201 (fester), Mai 205,50 bis 206,50 (Geld), Juli 200,25 bis 201, Sept. 189,75 bis 190; Futter- und Industriegerste 227 bis 242 (ruhig); Hafer, märkischer 193 bis 196 (fest), Juli 205,50 bis 206,25, Sept. 177 (Geld). (100 Kilo): Weizenmehl 33,25 bis 38,90 (ruhig); Roggenmehl 26,50 bis 28,50 (ruhig); Weizenlleie 15 bis 15,25 (ruhig); Roggenkleie 14,50 bis 14,75 (ruhig); Biktoriaerbsen 26 bis 31; Futtererbsen 19 bis 21; Peluschken 25 bis 30; Ackerbohnen 19 bis 21; Wicken 24 bis 26; Lupinen, blaue 15 bis 16,50; Luvinen, gelbe 22 bis 27; Rapskuchen 9,80 bis 10,20? Leinkuchen 14 bis 14,20; Trockenschnitzel 8,20 bis 8,30; Sojaschrot 12,50 bis 13,80; Speisekartoffeln, weihe 1,80 bis 2. Lchweinemarkt in Gründern 4- Grünberg, 21. Mai. Der heutige Schweine, markt war mit 721 Ferkeln befahren. Es wurden folgende Preise erzielt: bis sechs Wochen alte Ferkel 15 bis 18 Mach, sechs bis acht Wochen alte 18 bis 23 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte 23 bis 28 Mark. Tendenz: mittel; es verblieb Ueberstand. Schweincwarkt in Wetzlar. # Wetzlar, 21. Mai. Der gestrige Schweine- markt war mit 691 Ferkeln und 15 Läufern beschickt. Das Angebot war weit größer, als die Nachfrage. Der Handel war äußerst schleppend. Es wurden bezahlt: für fünf bis sechs Wochen alte Ferkel 14 bis 17 Mark, für sieben bis acht Wochen alte 18 bis 22 Mark, für neun bis zehn Wochen alte 24 bis 27 Mark je Stück. Läufer und Springer kosteten je nach Stärke und Qualität 32 bis 45 Mark. Es verblieb beträchtlicher Ueberstand. Schweinemarkt in Marburg. jl Marburg, 21. Mai. Dem heutigen Schweinemarkt waren 760 Schweine, darunter 15 Läufer, zugefahren. Bei schleppendem Handel kosteten 6 Wochen alte Ferkel 10—14, 6—8 Wochen alte 14—18, 8—13 Wochen alte 18—23, und Läufer 30—40 Mk. das Stück. Oberfoeffett Beileid zum Tode des Abg. Zost. * Darmstadt, 20. Mal. Staatspräsident Dr. A d e l u n g hat an die Witwe des so plötzlich verstorbenen Landtagsabgeordneten Jost folgendes Beileidsschreiben gerichtet: „Die Rachricht von dem tötlichen Unglücksfall Ihres Mannes, des Herrn Landtagsabg. Jost, hat mich tief erschüttert. Ich bringe Ihnen aus diesem Anlaß mein aufrichtiges Beileid zum Ausdruck und darf bitten, auch den Familienangehörigen meine herzliche Teilnahme übermitteln zu wollen. Den Verstorbenen habe ich als Politiker und Menschen geschäht. Seine den allgemeinen öffentlichen Interessen geleisteten Dienste haben über die Kreise seiner engeren Gesinnungsfreunde hinaus stets Anerkennung gefunden, insbesondere auch seine ruhige und zielklare Art und die Selbstlosigkeit seines Wirkens. Ich werde das Andenken an den Toten stets in hohen Ehren halten." Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Friedberg. * Friedberg, 21.Mai. Die Industrie- und Handelskammer Friedberg hielt am Mittwoch aus Anlaß des 70. Geburtstages ihres Präsidenten, Kommerzienrat Langsdorf, eine Vollversammlung ab. Zu Beginn der Sitzung überbrachte der stellvertretende Vorsitzende der Kammer, Louis Hirsch, die Glückwünsche des Präsidiums, der Geschäftsführung und der Kammermitglieder und würdigte in ehrender Weise die Verdienste von Kommerzienrat Langsdorf um die Kammer. Der Jubilar dankte in bewegten Worten für die dargebrachten Ehrungen. Bei der Behandlung deS- geschäftlichen Teiles wurde die Rechnungsablage für 1930/31 erledigt und der Prüfungsbericht der Rechnungsrevisoren entgegengenommen. Den unter dem Gesichtspunkt äußerster Sparsamkeit aufgestellten Voranschlag 1 931/32 erläuterte Syndikus Dr. Göbel in den einzelnen Positionen. Rach eingehender Beratung wurde der Voranschlag 1931/32 verabschiedet. Dann wurde die Eintragung von Betrieben ins Handelsregister erneut durchgesprochen. Ebenso beschäftigte sich die Vollversammlung mit der Frage der Schlichtung von M i e t an g e le gen b e i te n bei gewerblichen Räumen und mit den bei der Vorprüfung zur Geschäftsstenographenprüfung gemachten Erfahrungen. Abschließend wurden die Abwehrmahnahmen erörtert, die gegen das Ueberhandnehrnen des unzuverlässigen Hausierhandels im Interesse der ansässigen Geschäfte zu ergreifen sind. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 22. Mai. Rachdem der Gemeinderat vor einigen Wochen die Sportplahfrage durch Bewilligung eines zweiten Sportplätze« erledigte, ging der hiesige Turnverein sofort an die Herrichtung des Platzes, so daß der Sportplatz bereits am vergangenen Sonntag in Benutzung genommen werden konnte. Damit dürfte die Sportplatzfrage für die nächsten Jahre für unsere Gemeinde gelöst fein. Auch der Tennisplatz, der der Freien Spielvereinigung in Gießen auf 15 Jahre pachtweise überlassen wurde, geht seiner Fertigstellung entgegen, so daß Sonn- und Feiertags mit einem regen Sportbetrieb gerechnet werden muß. Daneben ist inzwischen von hiesigen Geschäftsleuten, den Bedürfnissen ent- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 o.H. Jranffuri a. 231. Berlin Frankfurt a. X' Berlin Frankfurt a. M. Berlin Banknoten. c-chluß- furd Rur» Schluß» für« Anfang- Kur« Echluß- 1-ilhr- flurd Schluß- Anfang- Schluß« t-llhr- Schluß- Anfang- ___________Berlin, 21 .Mai__________ fflnu'rlMnllrfip 'tinbm ..... Geld Brief Datum 21.5. 22.5. 21.5. 22.5. Datum 21.5. 22.5. 21.5. 22.5. Datum 21.5. 22.5. 21.5. 22.5. Belgische Roten. ... Dänische Roten ... Englische Roten .... • • • • 58,21 112,08 20,36 16,39 58,45 112,52 20,44 16,45 6% Deutsche Reichsanleihe 84,25 Hamburg-Amerika Palei ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 51 50 50,75 50 75 Bereinigte Stahlwerke . Otavt Minen...... — 45 45,5 46 Französische Noten . . . von 1927 ........ — 84,9 — 91 92 16*/. 24,25 23,13 23,13 Holländische Noten ... 168,26 168,94 7% Deutsche Reichsanleihe 99,8 99,9 Hansa Dampsschiss .... 10 — — 72 Kaliwerke AfcherSIeben . . 10 119,5 118,5 120 118,75 Italienische Noten.... 22,02 22,10 Deutsche AnI.-Dbiös^Schuld mit — — Norddeutscher Lloyd.....8 52 50,5 52 51,4 Kaliwerke Westeregeln . . 10 124 123,5 123,5 123,65 Norwegische Noten . . . - 112,03 112,47 55,13 55,13 Allgemeine DeutscheEreditanft. 10 Kaliwerke Salzdetfurth . . 16 187 186 187,5 188 Deutsch-Oefterreich, i 100 Schilling 58,93 59,17 Auilos.-Rechlen....... 55,1 55 Barmer Bankverein .... 10 __ _ _ _ Rumänische Noten . . . 2,475 2,495 DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte . . 8% Hell. BoUrslaal von 1929 (rückzahib. 102%)...... 4,65 94 4,65 94 4,5 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz- und Privat-Bank. 11 Darmstädter und Nationalbans 12 110 102,6 123 102,5 110,5 102,5 123 110,25 102,5 123 I. G. Farben-Inbustrte. . Dynamit Nobel ..... 12 . 6 132,25 132 132J> 132,75 Schwedische Noten . . . Schweizer Roten .... Spanische Noten .... ... 112,13 80,67 42.09 112,57 80,99 42.18 Oberhcllcn Provinz - Anleihe mit Deutsche Bank und SchetdeanfiaU...... 120 — — —— Tschechoslowakische Noten. 12,40 - 12 46 Aueios^Rechten....... Deutlche Komm. Sammeiabl. — — — — Dibconto-Gesellschaft, ... 10 Dresdner Bank......10 102 101,5 102 101,5 102,25 101,5 139 102 101,25 139,13 Goldschmidt ...... RütgerSwerke...... . 6 . 6 39,5 46 38,5 46,9 39,5 47 Ungarische Noten • ■ - 73,00 73,30 • Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 53 — 52,6 — ReickSbank ........12 Metallgelellfchast..... . 8 61 61 61 60 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. XIII unkündbar 613 1934 . . . 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe 101 — — — Ll.E.lS............8 Bergmann.........9 39,5 89 89,65 66,5 100,5 89,9 66 101 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg . . 7 10 10 72,5 58 — 71,25 73 21.mal 22. Mai unkündbar bi« 1932..... 4*4% Rheins,che Hvv.'BanI 95,5 — —» Eiektr. LiefenmgSgesellfchast. 10 — — — Amtliche Notierung Amtliche Noiterung 90,5 100,5 96,5 Licht und Kraft......10 Reiten & Guilleaume ... IV, Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger Elektrtztläts-Werke 10 dlbcinhdje Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schlicken L Co.......n Siemens L Halske.....16 Trantradio.........g Labmeyer & do...... io 103,5 — 103,13 102 Wanß & Rreytag .... . 8 24,5 24,5 23 _ Meld Brie Geld i Brief 8% Br. Londerpsandbriefanstalt, SfanbbrtefeW.it ...... 8% Pr Landespfandbriesan stall, Komm^Obl.R. 20...... 7% Pr. Landerpfandbriefanstall, Pfandbriefe R. 21...... n.®.®. abg. Bortrtegr-Obiigati» nen. rückzahlbar 1932 ..... — 100,5 96,5 — 73 97 97 126,5 145 107 0,5 53 96 126 144 72,25 97,13 100 126 145,25 108,75 40 61,5 68 53 74 96,65 126,13 107 41,4 61,9 67 52 Schultheis Patzenhoser . . Lftwerke........ Aku.......... Bemberg........ ftellftoff Waldhos .... Zellstoff Aschaffenburg . . Charlottenburger Wasser . Dessauer GaS...... . 16 . 12 . 18 . 14 18'/, . 12 . . 8 . . 9 62,75 75 63 73 132,13 63 75,65 / 74,5 67,5 114,25 23 61,5 39,75 97,9 131,5 62,75 76 74 114 23,5 61,25 39,5 96 Lmft.-RoN. Buen.-Aires Brsi.'Bnkw- Cbristiania. Kopenhagen Stockholm . HelünaforS. Aialien. . . London. . . Vieuuor! .. Baris.... Schweiz .. Spanien. . Japan - . . Rio de Jan- 168,52 1,290 58,35 112,32 112,30 112,43 10,557 21,96 20,403 4,198 16,40 80,89 42,16 2,074 0,289 168,86 1,294 58,47 112,54 112,52 112,65 10,577 22,00 20,443 4,202 16,44 81,05 42,24 2,078 0,291 168,66 1,288 58,375 112,34 112,37 112,48 10,557 21,97 20,411 169,00 1,292 58,495 112,56 112,59. 112,70 10,577 22,01 20,451 1 <% Oefterretchllche ®olörente . . 4,20% Oesterrelchtfche Silberrente 4% Oelierreichische Einheitliche Rente........... 4% Ungarische Boldrentr .... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 2 17,5 15 — 21,5 2,1 17,65 15 J 21,5 17,7 15,25 Buderus..... .... 6 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener.......8 Harpcner ........ v 61,75 Daimler Motoren . . . Deutsche Linoleum . . . Maschinenbau A.-G. . . . Nat. Automobil ..... Orenfkein & Koppel . . . Leonhard Tietz ..... . 0 *. ö . 0 . 6 10 23 62,5 99 — 4,196 16,406 80,935 41,46 2,074 0,282 4,204 16,446 81,095 41,54 2,078 0,284 - 4*4% desgl. von 1913 .... Hoesch Eisen........t*4 — — 50 48,5 SvenSka . ..... 228 I#, — 230 232 58,92 59,04 59,075 12,454 7 402 4% Ungarische Kronenrente . . . 4% Düriische Zollanleihe von 1911 3,4 3,65 3,55 3,55 3,55 7,5 14,5 6,3 Ilse Bergbau ....... io Klöcknern,erke ........ 7 159 52 — 158 51,5 158 53 Frankfurter Maschine, . . . 4 _ _ fc:: 12,426 7,386 12,446 7,400 12,334 7,388 4% Türkische Bagdadbahn-Aul. Serie 1..... . . 4% desgl. Serie 11....... 6% Rumänische vereinh. Rente von 1908 ......... 3,4 3,4 7,4 14,25 6,3 — 3,5 3,65 7,55 14,4 6,35 Löln-Neuesse«........ 7 Mannesmann-Röhre« . . . . 7 ManSselder Bergbau ..... 7 Lberschles. Eisenbedark .... 6 Oberschles. Kokswerke.....7 66,5 29,5 65,75 54,5 66 30 63,5 52,5 66 30,5 64 Gritzner......... Heyligenftaedt ...... Iunghans......... Lechwerke......... Mainkrastwerke Höchst a. . . 6 . O . 6 . 8 . 8 30 62 115 — 30,13 — Budapest. . Bulgarien. Lissabon . Danzig. . . KonstuUtM. Athen . . Canaoa . . Urii nalz. . L-trv ... 73,105 3,038 18,86 81,60 1,784 5,734 4,190 2,497 20,92 73,245 3,044 18,90 81,76 1,789 5,747 4,198 2,503 20,96 73,13 3,040 18,88 81,61 1,784 5,439 4,192 3,458 20,925 73,27 3,046 18,92 81,77 1,789 5,449 4,200 3,462 20,965 «%% Rumänische vereinh. Rente von 1918 .......... 4% Rumänische vereinh. Karte . 6,1 Phöntz Bergbau......e% Rheinische Braunkohl« . . 10 Rhein stahl ......... 6 Rtebeck Montan...... 7,2 46 146 148 65 47,5 146 64,75 46,13 147,5 Miag.......... Gebr. Roeder...... Boigt & Haeffner .... Süddeutsche Zucker ... 10 10 . V 10 1112 Illi e 9Ji.-$'port staatl FACH INGE N®* RASSOL Damenstrümpfe verspüren 3076 A Künstliche Seide, mit Flor platt, Mk. 3.50, 2.50 Kindersöckchen SCMUNHAUS Herrensocken 3163 A üobeüHwIMti 3NH.GEORGFALKEN6TEIN/GIE«EN/SELTERSWEC18 Baumwolle mit Wollrand, Größe 3, ab Mk. 0.55 Kniestrümpfe, beste Qual., Größe 3, ab Mk. 0.75 Haferlsöckchen, weiß und farbig.. ab Mk. 0.50 nur moderne Muster, gute Qualität, ab Mk. 0.75 Herren-Sportstrümpfe mit Fuß.... ab Mk. 1.40 1 gr. FI. Mk. 1.75 Reidie Auswahl, günstige Preise bei: Diese Geschäfte führen auch Seherlei'a flUilge Teereelle Mk. 180 und 0.75. Schering'* Shampoon Mk. 0.25. mengen. Verlangen Sie nut echtes Nasiol in OriginaMaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Herstellet: (Engel apotheke Gießen. gu haben in allen Apotheken. Der Dortrag hinterließ einen tiefen Eindruck und sand auch in Ausführungen von Oberkirchenrat D. Wagner und Dekan Gußmann ein Echo. 168,66 1,288 58,3 112.36 112- 10,557 21. 20,411 4,'Si 16,K 81,9 41." 2,<Ä 0,282 s| S b78« tfi 1 Vollkur — 5 Mark Uwen-Orogerie, W.Kilblnger Nacht Selteraweg 79a Germania-Drogerie Carl Seibel, Frankfurter Straße 39 58,45 112,52 20,4 16,45 1k! 9» 22,1 112,47 59,1? 2,495 1,2. 80-88 42,1» 12,46 73,30 - 185 1,21 1,08 0,36 6,39 ,8,26 12,02 12,03 >8,9 1,475 2.19 10,6 j,02 2,40 '3,00 59,075 Ä «-»LiilieMM Fnoie sämtliche laudwirtschaftl. Geräte Edgar Borrmann, Gießen Mk. 0.55 Mk. 1.90 Mk. 2.00 Mk. 2.90 Mk. 3.75 Alle Schweine, zurüch Werbe das ln hohen Ehren Ädustne« Sriebberg. ie 3nbufttie- ciebberg hielt 70. Geburtstages enrat Langs- . ’■ Zu Beginn ber » ertretende Bor- j rsch, öie Glück- 1 Teschistsführung \ ivüröigte in eh- ■ Kommerzienrat । r. Der Jubilar lie bngebrachten gastlichen Teilei , : 1930'31 erledigt : echmngsreviloren ?■ r dem Gesichts- sgestellten 2or- le Ehndilus Dr. tonen. Aach ein- i >ran Wag 1931/32 . Eintragung ' belirezister « eschäWe sich die ie der Schlich' enhriten bei ib mit den bei der lenographcn- gen. Abschließend , , crörerf, die gern des unzu- idelS m Intei- irgreilen sind. ien. albert der Se- ie Sprrt-lahsrage : eiten Sport- esige Lurnver- «S Platzes, so daß längeren Sonntag zn formte. Dann! )ie nächsten Jahre Auch derTeN' dielvevinigung in .überlcssen wurde, gen, so daß Sonn- ßponbettieb seist inzwischen M Dedürsn-ssen ent- in dem Sife stundenlang laufen können, ohne einen Druc^ zu .789 449 !'« 3,^ 20,968 ätnifieot Strumpfe aller Stärken, auch Seide u. Mako, werden cngestrtcki, in Spangenschuhen zu tragen, ^llhenichi abichneiden. Anfertigung sämt- Hicher Strickwaren. Reparaturen. Aut- nehmen von Maschen. 08018 Karl Beck, Strickerei Neuenweg 15. 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Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Spiele beim Turnverein Garbenfeich. Am ersten Pfingstfeiertag empfängt der Turnverein Garbenteich die Ligamannschaft de, Fußballsportvereins Frankfurt zu einem Provagandaspiel. Fußballsportverein Frankfurt der hinter den 'Darmstädter Vereinen 98 und Polizei an dritter Stelle steht, wird mit kompletter Liga in Garbenteich spielen. Vorher spielen Staufenberg Jugend gegen Gorbenteich Jugend. Lollar I — Staufenberg I 5:3 (4:2). Zwei gleichwertige Mannschaften lieferten sich am vergangenen Sonntag ein schönes und faires Spiel. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Lollar konnte infolge größerer Durchschlagkraft den Erfolg auf seine Seite bringen. F-austball in Gießen. ATV. Rheinfranken — Gymnasium Gießen 45:27 (16:16). Die Schüler unterlagen nach spannendem Kampfe ehrenvoll gegen die spielstarken Rheinfranken. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Für den morgigen Samstagabend hat sich Lollar 1 die 1. Mannschaft von E g e l s b a ch zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste stellen ein^ flinke, durchschlagkräftige Elf ins Feld, gegen die Lollar auch auf eigenem Platze einen schweren Stand haben wird. Oie Deutschland-Rundfahrt. Degraeoe gewinnt die 14. Etappe. Sie 14. Etappe der Deutschland-Rundfahrt führte am Donnerstag über 272 Kilometer von Dortmund nach Köln. Die sehr bewegte Fahrt konnte nicht verhindern, daß wieder eine Spitzengruppe von 24 Fahrern das Etappenziel geschlossen erreichte. Spurtsieger wurde wiederum der Belgier Degraeve in 8:45,55 Stunden vor feinem Landsmann Martin, den Deutschen Stöpel und Metze und Piccin (Italien). Im Gesamtklassement fuhrt nach wie vor der Dortmunder Metze mit 161 Punkten und 12320,27 Std. vor Thierbach (Deutschland) und Frantz (Luxemburg». Die Spitze im Länderllassement hält noch Deutschland mit klarem Vorsprung vor den übrigen fünf Mannschaften. Handball Militär — Polizei. 1. Kompanie 15. J.-R. (I. Mannschaft) gegen Polizei-Sportverein Butzbach (I. INannsch.) 6:4 (5:1). Die Kompanie-Mannschaft trug am Mittwochabend gegen die Polizeibeamten das fällige Rückspiel aus. Die Polizei stellte den Soldaten eine durch jungen Ersatz stark gekräftigte Mannschaft entgegen. Dom Angriff weg ging die Kompanie- Mannschaft zum Angrif über und erzielte durch Strafstoß den Führungstreffer. Kurz darauf sandte der Halblinke Unterfeldwebel Bohn unhaltbar ein. Bis zur Halbzeit war die Kompanie-Mannschaft dauernd überlegen und brachte dies durch drei weitere Tore zum Ausdruck, die von Unterfeldwebel Bohn, Obergrenadier Hofacker und Grenadier D örnberger geworfen wurden. Dem konnte die Polizei erst kurz vor Halbzeit ein Tor entgegensetzen. Rach Wiederbeginn fand sich die Polizei- Mannschaft besser zusammen und stellte das Torverhältnis auf 5:4. Fünf Ptinuten vor Spielschluß erzielten die Soldaten nach einem glänzend gelungenen Durchbruch das sechste Tor. Handball im Gan Hessen (O. T.) Tv. Grohen-Linden I — To. Alsfeld I. Am zweiten Pfingstfeiertag empfängt die erste Mannschaft des Tv. Grohen-Linden die erste Elf deS Tv. Alsfeld. Die Gäste gehören der Meisterklasse an und stellen eine flinke, technisch hervorragende Mannschaft. Grohen- Linden wird die beiden Außenstürmer mit zwei Iugendspieler besetzen, wodurch man eine bessere 18. W. Hahn, Ruppertsburg, 31 Ringe. Ferner errangen W. Alles, Ruppersburg, die Tagesehrenscheibe auf 100 Meter und Dr. Roßbach, Laubach, die Ehrenfcheibe auf Kleinkaliber. Die Beteiligung am Schiehen war sehr rege. AuS WehrmannSbüchsen wurden etwa 1200 und aus Kleinkalibergewehren etwa 800 Schuh abgegeben. Bürgermeisterwahl in Darmstadt. WSR. Darmstadt, 21. Mai. In der heutigen Stadtratssitzung wurden die Bürgermeister Delp und Rihert, deren Amtszeit im August abgelaufen wäre, mit überwältigender Stimmenmehrheit auf zwölf Jahre wiedergewählt. Die Ralionalsozialisten hatten vorher nach einem Protest gegen die Form der Wahl den Saal verlassen. Ruch die Positive Arbeitsgemeinschaft enthielt sich der Stimme. Fehlbetrag im Wetzlarer Kreiselst. )—( Wetzlar. 21. Mai. Der Kreistag des Kreises Wetzlar beschäftigte sich heute in einer vielstündigen Sitzung u. a. mit dem Voranschlag des Kreises Wetzlar für 1931. Die von der Regierung erbetene Genehmigung zur Aufnahme einer Defizitanleihe von 200 000 Mark war nicht erteilt worden da die Regierung den Standpunkt vertritt, daß für laufende Ausgaben die Aufnahme einer Anleihe nickt statthaft fei. Unter diesen Umständen gelang es nicht, den Voranschlag für 1931 auszugleichen, so daß ein Fehlbetrag von 158 500 Mark verbleibt. Wenn man diesen Betrag hätte decken wollen, wäre eine Erhöhung der Kreisumlage um 17 c. Sj. erforderlich gewesen, wozu sich der Kreistag nicht entschließen konnte. Die Kreisumlage soll in Höhe von 75 v. H. wie bisher weiter erhoben werden. Wegen der Deckung des Fehlbetrages. der nur durch die gewaltige Erhöhung der Wohlfahrtslasten entstanden iff will man an die Regierung herantreten. Kirche und Schule. Provinzialversammlung des Verbandes der Evangelisch-Kirchlichen Frauenvereine in Hessen., Im 6af6 Leib zu Gießen wies diese Versammlung am Mittwoch einen sehr starken Besuch auf. Rach einem Pfingstlied eröffnete die Geschäftsführerin, Fräulein Wahrendorff, mit einem Gruß an Oberkirchenrat D. Wagner und gab sodann den Jahresbericht, der ein anschauliches Bild einer erfreulichen Entwicklung bot. Die Mitgliederzahl beträgt jetzt rund 40 000. Rach dem Kassenbericht hielt Frau Agnes Schnapper (Heidenheim) einen Vortrag: „Wie können evangelische Frauen die Gottlvsen-Dewegung bekämpfen?" Aus den Leitsätzen sei folgendes hervorgehoben: Der Kampfwille der vom Sowjetstaat ausgehenden Bewegung drangt auf Weltrevolution: für ihre Saat machen in Deutschland die verzweifelte wirtschaftliche und politische Lage und der bei uns weitverbreitete Materialismus in Weltanschauung und Lebensform empfänglich. Der von den Christen gegen die als Gottesgericht über sie selbst und über die christliche Kirche empfundene Bewegung zu führende Kamps beginnt im eigenen Herzen. Di« Kampfgebiete der Gott- losen-Dewegung sind außer dem. politischen: die Kirche, die Schule, die Kulturbezirke, die Familie. Aus Kenntnis der Kampsesweis« und der Kampsesmittel der Gvttlvsen-Bewegung heraus besteht die Abwehr am wirksamsten in helfe n d e r und aufbauender Tat. Ist die Abwehr des größten Unfugs (Störung ber Gottesdienste u. ä.) Sache der Polizei, so sind in der ZwilUngaflasche Engel-Apotheke, am Markt Pri».Pelikan-Apotheke, Kreuzplatz 2 Hirsch-Apotheke, Frankfurter Str. 4 Drog.OttoWInte rhoff, Kreuzplatz 9,10 M’ .11 Landkreis Gießen. )( Hungen, 19. Mai. Gestern fand im „Solmser Hof" dahier unter dem Vorsitz von Dekan Engel (Obbvrichofen) eine sehr gut besuchte Konferenz der evangelis che n Geistlichen unseres Dekanates statt. Sie wurde von dem Leiter mit Hchriftlesung und Gebet eröffnet. Pfarrer Dr. He y m ann (Langsdorf > hielt auf Grund reichster Sachkenntnis einen mit großem Beifall auf genommenen Dortrag über das Thema: „Was will die Dorfkirchenbewegung-, Eine Aussprache schloß sich an. Außerdem wurden eine Reihe amtlicher Angelegenheiten besprochen. weiter nötig Gegenversammlungen. Flugblätter und Flugschriften, tatkräftige Mitverantwortlich- keit der einzelnen Frau für ihr« Kirche, eigenes Vorbild, treue Kleinarbeit, Verständnis der Frauen für di« großen kirchlichen Fragen der Gegenwart. Gegenüber der Politisierung und Dolschewisierung des Bildungswesens ist «inzN- treten für die christliche Schule. Auf dem Gebiete der Kulturfragen gilt» als Gegenwehr nicht nur entschiedene Ablehnung und energischer Protest, sondern aufbauende Arbeit (Evangelische Presse. Bücherei. Singbewegung u. a). Gegenüber der Dolschewisierung der Familie ist alles zu fördern, was Familie baut, besonders Zusammenschluß der evangelischen Frauen. Die Rotzeit kann uns ein Segen werden, wenn Fanatismus der Gottesseinde zu eigener Glaubensgewiß- heit und Liebeskraft. Dienstbereitschaft 30.— an. Ansage ftr korpulente Herren | von J4 35.— an. Nene elegante Frack- und Smoking- I Ansage von >«55.— an. Bnrsehen-Anslge von 20.— I an. Blane Gabardin-HUntel von 45.—an. Trenchcoat- I mttntol in blau zu sehr niedrig. Preisen. Loden-Kiantel 8 von 15.— an. Gummi-Mäntel von 12.— an. Schwarze I und blane Lasterlacken von J410.— an. Sommerjoppen I in all. Preislag. Windjacken von X8.- an. Lodenjoppen I von «^9.—an. 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