Donnerstag, 22. Zanuar 1951 181 Jahrgang Nr. 18 Erstes Blatt Annahme von Snjelgen für die Tagesnummer bis zum RachnnNag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeiocn von 27 mm Lrette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" „ mehr. (It)efrebahttur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Lrlcheinl tüglich.autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Viehenei FamilienbläUei Heimat im Bild Die Scholle (Renat»'Bezugspreis: 2.20 Reichsmark and 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» ßeinen einzelner Nummern folge höherer (Bemalt zernfprechanfchlüste anter5aramelnummer225L Anschrift für Drahtnach» richten »njetger Siede«. postschecklonlo: $ra*ffurt am mein 11686. Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Vberhefsen Onid und Verlag: vrLHI'Zche UnlveiHtätrGllch. und SlehtHnidertl H. Lange in Sieten. Lchnstleiiung und Seslhäsirftell«: Schulilrate Z. Deutschlands Klage vor dem Völkerbund. Oie Minderheitenbeschwerde gegen polen. — Curtius fordert Genugtuung für den Wahlterror in Oberschlesien, Posen und Pommerellen und verlangt Garantien gegen Wiederholungen. — Zalesti gibt polnische Verfehlungen zu. Gens, 21. San. (WTB.) 3m Völkerbunbsrat haben heute früh in öffentlicher Sitzung die Verhandlungen über die deutschen Beschwerden über die Terrorakte während der Wahlzeit in Pol- nisch-Oberschlcsien begonnen. Daß es sich um eine der bedeutungsvollsten Sitzungen handelt, die — neben der Abrüstungsfrage — alle andern zur Verhandlung kommenden Fragen in den Hintergrund drängt, geht aus dem großen Andrang des Publikums und der Presse hervor. Pünktlich um 10.30 Ahr erschien 'Dr. Curtius im Saale. Etwa zehn Minuten später folgte Zaleski, begleitet von einem Stabe von polnischen Beamten. Der Vorsitzende Henderson eröffnete daraus die Sitzung und erteilte dem deutschen Außenminister das Wort. Curtius klagt au. So oft auch in der Vergangenheit die deutsche Minderheit durch Unterdrückung und Gewalttaten gelitten hat - alles wurde doch übertroffen durch das Maß der Leiden, das die deutsche Bevölkerung in Polen während der polnischen Wahlen über sich hat ergehen lassen müssen. Das Gesamtbild der Geschehnisse lieh deutlich erkennen, daß die Kräfte, die hinter dem Wahlterror standen, offenbar glaubten, jetzt eine entscheidende politische Schwächung des Deutschtums herbciführen zu tonnen. 3d) dringe mit allem Nachdruck darauf, dah der Völkcrbandsrat ohne Rücksicht auf das Land, das die Sache ausgenommen hat, gemäß seinen Garantiepflichten für die Durchführung der Minderhcitenrechte sorgt. So sehr es uns darauf ankommt, die Garantiepf.icht dcs Völkerbundes wirksamer zu gestalten, so wenig den.en wir daran, zu leugnen, dah uns mit den Deutschen. die jenseits der Grenze unter fremder Souveränität leben, ein starkes inneres Band verknüpft. Daher die ungeheure Erregung der Oefsentlichkeit in Deutschland. Ls ist zu befürchten, daß, wenn es dem völker- bundsrate nicht gelingt, ähnlichen Vorkommnissen in der Zukunft vorzubeugen und für die Vergangenheit volle Sühne für das Gefchehene zu schaffen, das vertrauen der Minderheiten zum Völkerbund als dem hort ihrer Rechte unwiederbringlich verloren gehen wird. Der traurige Katalog der Gewalttaten der,Minderheitenbeschwerde zeigt, dah von der körperlichen Bedrohung bis zu der Zerstörung von Eigentum und jeder Art von moralischem Zwange jedes Mittel an gewendet worden ist, um die Deutschen ihrer politischen Rechte m Polen zu berauben. Fast in allen Fällen, so erklärte Dr. Curtius weiter, habe die polnische Polizei entweder die Ereignisse gescheheii lassen, oder sogar selbst gegen die Minderheit cingcgriffen. Wenn zeht manche Einzelheiten der Fälle, insbesondere die Beteiligung einzelner Polizeiorgane, in den Gegenbemerkungen der polnischen Regierung bestritten werden so ändere das nichts an dem Gesamtbild Ser Ereignisse, das in der öffentlichen OTei mng der Welt feststeht. Letzten Endes werde das ja auch von der polnischen Regierung selbst angegeben dadurch, dah sie ni gefährde die Erhaltung und Weiterentwicklung des Kraftfahrwesens auf das schwerste und schädige die Interessen der Wegbaupflichtigen. Sie ist nicht dazu angetan, dem wirtschaftlichen Aufbau Deutschlands zu dienen, sondern ihm schwerwiegende Fesseln aufzuerlegen. Aus diesen Gründen fordert der ADAC., daß der Reichstag den Schlußfolgerungen der Denkschrift nicht stattgibt, sondern äußerstenfalls die Vorschläge des Reichswirtschaftsrats annimmt. Rach lebhafter Diskussion wurde in einer Resolution gefordert: 1. Wegfall des Zuschlags der Pauschsteuer, 2. Wegfall des Svritzzwanges, 3. Herausgabe der Zollmillionen für den Wegebau, 4. Senkung der Pauschsteuer und 5. Rationalisierung des Wegebaues. Pofen, 22.Ian. (WTB. Funkspruch.) Das PosenerTageblatt ist auf Anordnung des polnischen Polizeidirektors beschlagnahmt worden, weil das Blatt die Rede des deutschen Außenministers Dr. Curtius im Völkerbundsrat in Genf über die Minderheitfrage auszugsweise veröffentlichte. Die übrigen Blätter in Polen durften die Rede bringen. Das Posener Tageblatt muhte noch einmal gedruckt werden. Um eine neue Beschlagnahme zu vermeiden, will das Blatt nunmehr die für die Minderheit seht wichtige Rede des deutschen Außenministers nicht mehr bringen, zumal da, wie erinnerlich, die Druckerei der Leitung schon vor den Wahlen sieben Wochen geschlossen war und somit einen sehr schweren wirtschaftlichen Sachschaden erlitten hat. Oie pariser presse zum Rededuell Emtius-Zaleski. Paris, 22.Jan. (WTD. Funkspruch.) Die Morgenpresse berichtet eingehend über die gestrigen Verhandlungen des Völkerbundsrats. Allgemein wird die ritterliche Art anerkannt, mit der Dr. Curtius seine gut begründeten Anträge gegen Polen geltend gemacht habe. Allgemein wird auch der Erwartung Ausdruck verliehen, daß heute eineDeutschland befriedigen Le Form gefunden werde, um der Kontroverse ein Ende zu bereiten ober sie doch in eine Dahn zu lenken, dje der Atmvspäre In Genf entspreche. — Der in Genf weilende Auhenpolitiker des „Petit Pari- rsien" erklärt, der Waffengang zwischen Dr. Curtius und Zaleski habe in keinem Augenblick das Einsehen eines Duells auf Leben und Tod angenommen. Die beiden Minister hätten unverän^rt 'eine fast akademische Haltung bewahrt. Curtius habe entgegen den Aufforderungen der Rationalsozialisten seinem Talent nicht Gewalt angetan. Er habe das Saxophon, ja sogar die kleine Trompete in der Garderobe ge- lasse n. — Das „Petit Journal" meint, ange- sichts der Atmosphäre, die gestern in Genf geherrscht habe, sei es nicht erstaunlich gewesen, dah der deutsch-polnische Konflikt über die Zwischen- fäfie in Obersch'e.ien gemildert würde. Erstes Echo in Berlin. Berlin, 21. Ian. (CNB.) Die Berliner Abendblätter berichten ausführlich über die Rede des Außenministers im Völkerbundsrat. In den Kommentaren, die zumeist von den Genfer Vertretern der Blätter stammen, wird den Ausführungen des Ministers allgemein 3 u a e ft i m m t. Soweit zu der Antwortrede des polnischen Außenministers Zaleski Stellung genommen wird, wird die Hinein- Ziehung des Reichspräsidenten von Hindenburg und dessen Gegenüberstellung als Ehrenmitglied des Stablhelms mit dem Vorsitzenden der polnischen Aufständischenverbände Gra- czynski aufs schärfste zurückgewiesen, da er der Ehre und Würde des Reichspräsidenten zu nahe trete. Die Rede des deutschen Außenministers findet auch in der Rechtspresse grundsätzliche Anerkennung. Die „Deutsche Tageszeitung" betont, daß die Anklage es an Deutlichkeit und Scharfe nicht fehlen lasse. Der „L 0 k a l a n 3 e i g e r" schreibt, man kann den meisten Ausführungen nur juftimmen. Beide Blätter geben jedoch der Ansicht Ausdruck, daß Dr. Curtius an einzelnen Stellen die deutschen Forderungen hätte schärfer umreißen sollen. Auch die „B ö r s e n z e i t u n g" ist der Ansicht, daß die Rede zweifellos starken Eindruck gemacht habe. Allerdings scheine die Sorge berechtigt, in welchem Umfange es gelingen werde, nun auch wirklich praktische Folgerungen zu erreichen. Die „Germania" fordert, daß der Rat jetzt Farbe bekennen müsse, wenn Deutschland Interesse an weiterer Mitarbeit haben solle. Wenn der Völkerbundsrat schweige, werde Deutschland seine Forderungen bei den Unterdrückern durchkämpfen müssen. Der „B ö r s e n - C 0 u r i e r" bezeichnet als einen besonders glücklicken Abschluß der Rede die Zurückweisung der polnischen Behauptung, daß die deutsche Revisionsanmeldung, die auch von Warschau nicht geleugneten schweren Verfehlungen verschuldet habe. Der Rat werde fein Augenmerk in erster Linie auf das Zusammenwirken der polnischen Behörden mit den Aufständischen und die Bestrafung der schuldigen Beamten zu richten haben Abschluß der Europa-Konferenz. Ein Zrie-enSmanifest. — Die Arbeiten zur Behebung -er Agrarkrisis. Genf, 21.Jan. (WTB.) Die zweite Europakonferenz hat heute ihre Arbeiten beendet. Die nächste Tagung findet im Mai statt. Die Außenminister von Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien hatten einen Vorschlag eingebracht, den Briand der Konferenz mit dem Hinweis vorlegte, es handele sich dabei um ein „europäisches Manife ft". Der Vorschlag, der einftimmig angenommen wurde, lautet: „Wir haben in den letzten Tagen mehrfach die Probleme geprüft und besprochen, die sich unsere Regierungen stellten, und wir sind uns dabei klar geworden, daß eines der Hindernisse für den wirtschaftlichen Wiederaufbau in dem Mangel an vertrauen in die Zukunft und in der Unruhe liegt, die über d i e politische Lage herrscht. Diese Unruhe ist vermehrt worden durch verschiedene von unverantwortlichen Kreisen verbreitete Gerüchte über d i e Möglichkeit eines Weltkrieges. Wir erkennen an, daß augenblicklich in Europa politische Schwierigkeiten bestehen und daß sie noch durch die Unbeständigkeit und die wirtschaftliche R 0 t l a g e, die sich aus der allgemeinen Krise ergibt, vermehrt worden sind. Das beste, was wir zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage tun können, ist, keinen Zweifel an den Bestand des Friedens in Europa aufkommen zu lassen. In unserer Eigenschaft als Außenminister oder verantwort- lidjc Vertreter der europäischen Staaken erklären wir, daß wir mehr denn je entschlossen sind, uns des Mittels des Völkerbundes zu bedienen, um jede Anwendung von Gewalt zu verhindern." In der Schlußsitzung wurden weitere fünf Entschließungen angenommen, in denen die künftigen Arbeiten, die bis Mai durchgeführt werden sollen, feftgelegt sind. Die Entschließunaen beziehen sich hauptsächlich auf landwirtschaftliche Fragen. Die Konferenz beschloß: 1. Die Frage Les Absatzes des sofort verfügbaren Getreide Überschusses einem Ausschuß zur Prüfung zu überweisen, der aus Vertretern der interessierten Export- und Importstaaten Zentral- und Südosteuropas zusammengesetzt wird. Der Ausschuß wird von Briand einberufen. Seine Beschlüsse finden ohne weitere Mitwirkung der europäischen Konferenz sofort Anwendung. 2. Zur Prüfung der Frage, wie allgemein die künftigen Getreideüberschüssc in Europa abgesetzt werden sollen, fetzte die Konferenz ein Elferkomitee ein, das beauftragt ist, mit Unterstützung der technischen Organe deS Völkerbundes und des Internationalen Landwirtschaftsinstituts in Rom alle zollpolitischen Fragen zu untersuchen, welche zur dauernden Absahre- gelung beitragen können. 3. Für die Agrarkredite wurde ebenfalls ein Ausschuß gebildet: er wird die finanzielle und juristische Leitung des Problems der Agrarkredite zu studieren haben. 3m Mai hofft man soweit zu sein, dah dem Völkerbundsrat ein genaues Ausführungsprogramm mit konkreten Vorschlägen unterbreitet werden kann, das der Völkerbundsrat prüfen und sofort in Kraft setzen soll, sofern et einen dahingehenden Beschluß faßt. 4. Die europäische Konferenz fordert alle Mitglieder auf, die Genfer Handelskonvention vom März 1930 sobald wie möglich in Kraft zu sehen und die auf der zweiten Zoll- friedenskonfevenz im Rovernber v. I. angeregten zweiseitigen handelspolitischen Verhandlungen aktiv zu betreiben. 5. Die Konferenz fordert den Generalsekretär auf, der Maitagung den Bericht über die Arbeit s lo f i g ke i t und ihre schweren Folgen für die europäische Wirtschaft vorzulegem Zusammenstöße im Haushastsausschuß. Subvention für -en Lahnbergbau. — Konflikt zwischen Sozial-emokraten und Nationalsozialisten. Berlin, 22. 3 an. (Ddz.) Der Haush alts- ausschuß des Reichstages befaßte sich im Rahmen der Beratungen über den Haushalt des Reichswirtschaftsministeriums mit der Frage der Subventionierung des Kupferschieferbergbaues der Mansfeld AG. Aba.Reinhardt (Rat.-soz.) beantragte als Berichterstatter, dieser Vorlage zuzustimmen. Rach der Vorlage geben Reich und Preußen je zur Hälfte für die Dauer von zwei Jahren einen Iah res zu schuh voninsgesamt 5,6 Millionen Lui art zur Deckung oes jetzt bestehenden Jahres Verlustes, während der Rest von 1,3 Millionen Mark von der Mansfeld AG. getragen wird. Reich und Preußen gewähren je zur Hälfte einen weiteren Betrag von 1,4 Millionen Mark jährlich für die Verbesserungen und Erneuerungen der Detriebseinrichtungen. Die Mansfeld AG. übernimmt jeden Ausfall, der durch ein Sinken des Kupferpreises unter 10,50 Cents je Kilogramm entstehen sollte. Mit allen gegen die Stimmen der Kommunisten wurde die Subventionierung des Mans- felder Kupferbergwerks genehmigt. Angenommen wurde bann noch ein Antrag des Abg. Reinhardt (Ratsoz.), demzufolge zur Forderung des Ei senbergbaues an Sieg, Lahn und Dill einschließlich Ober Hessens indgefamt 570 000 Mk. in den Etat eingestellt werden sollen. In ber Nachmittagssitzung des Haushaltsaus- schusses würbe ber Iustizetat beraten. 2Ebg. Dr. Rosenfeld (Soz.) meinte, in ber rnchsgerrchtlichen Rechtsprechung zum Hochverrat habe sich trotz aller Bemühungen nichts geändert. Endlich habe man einmal einen Prozeß w e g e n nationalsozialistischer hochverräterischer Betätigung cinge- leitet; aber wie ganz anders habe sich biester Prozeß abgespielt, als die üblichen Hochverrats- Prozesse gegen die Kommunisten! In diesem Prozeß wurden des Hochverrats Verdächtige als Zeugen vernommen. Der Höhepunkt war, als man dem Hochverräter Hitler das große Wort verstattete. (Zuruf von nationalsozialistischer Seite: „Das wird Ihnen teuer zu stehen kommen!" — Abg. Biedermann (Soz.): „Was soll das heißen?") Das sind die üblichen Drohungen, die wir schon gewohnt sind und über die wir uns schon gar nicht mehr aufregen. Abg. Schwarz (Nats.): Die Beleidigungen, die Abg. Dr. Rosenfeld gegen unseren Führer ausgesprochen hat, können uns nicht berühren. Um so weniger, als die Partei des Redners bekanntlich seit Jahrzehnten Hockverrat getrieben hat. (Abg. Großmann (Soz.):,, Gibt es denn keinen Vorsitzenden? Elende Verleumdung!") Der Redner erinnerte dann an die verschiedenen Verfolgungen, die die National- sozialisten durch die Republik zu erleiden hätten, insbesondere an die Art, wie ber „Fememörder Fahlbusch" nach Deutschland gelockt worden ist. Dieser Mann habe treudeuttch seine Pflicht erfüllt. (Zurufe links: „Eine nette Pflicht, die Ermordung eines anderen!") Wir brauchen keine nationalsozialistische Zellenbildung in der Reichswehr. Daß sich in der Reichswehr Kreise bilden, die mit uns sympathisieren und mehr und mehr zu uns kommen, das ist die Folge der Politik ber Republik. Abg. Keil (Soz.) fragte zur Geschäftsordnung den Vorsitzenden, warum er den Abg. Schwarz wegen seiner Beleidigrmgen nicht zur Ordnung gerufen hätte. Vorsitzender Abg. Reinhardt (Rats.) erwidert, diese Beleidigungen seien erst bie Folge ber Beleibigung des Parteiführers Adolf Hitler durch Abg. Dr. Rosenfeld gewesen. Abg. Landsberg (Soz.): Adolf Hitler ist kein Reichstagsabgeorneter! Vorsitzender Reinhardt: Das ist gleichgültig. Wer Adolf Hitler beleidigt, beleidigt uns. Abg. Keil (Soz.) erklärt hierauf, daß die sozialdemokratischen Ausschußmitglieder unter diesem Vorsitzenden nicht mehr tagen und den Saal verlassen würden. Abg. Sch etter (Zentr.): Wenn eine so große Fraktion, wie die sozialdemokratische, an den Aus- schußoerhandlungen nicht mehr teilnehmen will, so halten wir eine weitere Verhandlung für nicht mehr ersprießlich. Aus diesem Grunde wollen auch wir nicht mehr weiter verhandeln. Hieraus ruft-ber Vorsitzende, Abg. Reinhardt (Nats.), den Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.), den Abg. Großmann (Soz.) und den Abg. Schwarz (Nats.) zur Ordnung. Es wurde eine Pause verabredet, um seftzu- ftellen, ob die Sozialdemokraten in den Ausschuß zurückkehrten. Rach Ablauf dieser fünf Minuten stellte sich heraus, daß die Sozialdemokraten es ablehnen, unter dem national- sozialistischen Vorsitzenden weiter"Hu-^agen. Abg. Wegmann (Zentr.) stellte den Antrag, die Sitzung abzubrechen und die Beratungen am Donnerstagvormittag fortzusehen. Der Antrag wurde mit 13 zu 9 Stimmen abgelehnt. Als nunmehr der Vorsitzende die sachliche Beratung fortführen wollte, verliehen die Vertreter der Deutschen Volkspartei, des Zentrums, der Bayerischen Volkspartei und der Wirtschaftspartei den Saal, so daß die Sitzung wegen Deschlußunfähigkeit abgebrochen werden muhte. Rächste Sitzung Donnerstag. Oie Bergung -er Toten von -er Bene-iktenwan-. Benediktbeuern, 21. Ian. (WTB.) Di« Leichen der sieben tödlich verunglückten Landes«, Polizisten, die mit Schlitten nach Lenggries gebracht wurden, wiesen äußerlich kaum eine Verletzung auf. Nur bei einem der Verunglückten wurde ein Beinbruch festgestellt. So ist wohl anzunehmen, daß die Verunglückten in den Schneemassen e r • stickt sind. Die Berguna der ersten Toten erfolgte gegen 1.30 Uhr. Vier Mann wurden um 3 und 4 Uhr geborgen. Erst gegen 5.30 Uhr gelang es, den letzten Toten zu finden. Die Schneemassen, die auf den Verschütteten lagen, waren teilweise 3 b i s 5 Meter tief. Das Befinden des verletzten Wachtmeisters M ö f l e ist als e r n st zu bezeicknen. Durch besondere Umstände wurde vor dem sicheren Tode ein Landespolizist bewahrt, der auf der Hütte zurückbleiben mußte, da seine Hose zerrissen war; ebenso entging auch ein Leutnant dem sicheren Tode, der noch einmal umgekehrt war, um seinen Photographenapparat zu holen. Die Rettungsarbeiten wurden durch den Umstand sehr er«, schwert, daß auf der Landespolizeihütte weder Schaufeln, noch Hacken vorhanden waren. Oie Wetterlage. FlänMäytrr <4 WO Val. Ta (.oruna tlkS Tours, 2ZÖ2 35 w /!■ Z7 tFxiMMX)* 4931, ft - — Qwoixenios. o nentr. o naiv hedeext. e woixig. • 0total ’Jharbt *«8 (Jlalfj »tratet ®ta| s2 *•- u8, d-d Ä.faf i. unlaV 6 9 Trimmen ab. die sach^ % ln9 Dommt^ toeC< rgung Aenedikienwand. 21-3on. (®i$\ *• S»n$?;be7. 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Der Marineverein Gießen hat von seinem langjährigen Ehrenmitglied, Kapitän Schmehl, Regierungsrat bei der Admiralität in 50; junge Hähne 90 bis 1,20; Suppen - 90 bis 1,20; Gänse 1,00 bis 1,10; Nüsse Aus der Provmzialdouptstadt Gießen, den 22. Januar 1931. Oie Tage werden länger. Seit der Wintersonnenwende sind nun schon wieder einige Wochen ins Land gegangen. Wer seinen Kalender eifrig studiert, der sand von diesem Tage auch wirklich schon Minutenzahkn, die beweisen sollten, diaß die Sonne wieder länger auf unsere nördliche Halbkugel herab- scheine und damit die Tage länger mache. Aber wir Menschen können nicht so sehr auf Minuten unser Augenmerk lenken, weil wir in unserem Getriele mit- oder gegeneinander uns die kleinsten Zeitspannen abringen müssen. „Keine Zeit", das ist ja das Schlagwort der Gegenwart. Und erst recht keine Zeit für die Beobachtung der Natur. Lind doch, der Kalender hat recht, wenn er uns klipp und klar nachweist, daß wir langsam wieder den lichterfüllten Zeiten entgegengehen. Don Tag zu Tag eine oder zwei Minuten mehr — nach Adam Niese muh das schassen, muh das langsam Stunden ergeben. Jetzt sind wir auch so weit, dah^oir einschen, wie richtig die Herren Astronomen das ausgerechnet haben. Schon wird es des Morgens um eine Viertelstunde srüher hell, schon dehnt sich her Tag um eine gleich lange Frist aus. In den Straßen brennen die Laternen um diesen Zeitabschnitt später, in den Häusern kann man die Dämmerstunde, die „s ch u m m e r i g e S t u n d e" um eine Kleinigkeit ausdehnen, lind der regelmäßige Spaziergänger bemerkt mit Genugtuung, daß er in diesen Tagen sich wieder ein paar Schritte weiter hinauswagen kann, ohne in die Finsternis der Felder oder Wälder zu geraten. Derartige Beobachtungen können wir jetzt machen. Aber es sind leider ost die einzigen, die iinä nnefi etwas sagen. Erzählen darüber. Heinrich Hub. — Sonntag, 14.45 Uhr, letzte Märchenvorstellung „©olbmaric und Pechmarie" zu ganz kleinen Preisen (0,30 bis 1,50 Mk.). 18.30 Uhr „Der Kaiser von Amerika" als Fremdenvorstellung. In Vorbereitung das Lustspiel des Oesterreichers Kamare „Beinen aus Irland". — Das Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, schreibt uns: Am Sonntag, 25. Januar, 11 illjr, läuft ein Lisa-Kulturfilm „Jungens". Eine deutsche Zungengruppe hat den Film aus einer Wanderung durch Griechenland ausgenommen. Durch einen Dries wurde den Zungens der Zutritt zu den Klöstern des Heiligen Berges Athos bewilligt. Trotz des stren- gen Verbotes waren sie in der Lage, Filmaufnahmen zu machen. Es sind die ersten nahmen aus dieser phantastisch-schönen einzigartigen Mönchsrepublik. (Näheres Hühner 90 bis 1,20; Gänse 1,00 bis 1,10; Nüsse 50 bis 60; Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Tauben 70 bis 80; Eier 14 bis 15; Blumenkohl 40 bis 1,00; Salat 25 bis 30; Obcrkohlrabi 8 biS 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 biS 50; Endivien Pfund 80 biS 90: Kartoffeln Zentner 2,50 biS 3,00; Weißkraut 7,00 bis 8,00; Wirsing 10,00 biS 12,00; Rotkraut 9,00 biS biS 1,50; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 8 biS 10; Meerrettich 30 biS 60; Schwarzwurzeln 30 bis 50; Kartoffeln 3,5 bis 4; Aepse. 30 biS 45; 20 bis 40; Dörrobst 30 bis 35: Honig AMOL 7 aT7u fllnu- unb 8nB«nb einmal hervor, stets bewiesen haben, daß sie gerade als Deutsche gute ungarische Staatsbürger sein können und wollen, endlich fo behandeln, wie es dem Gesetz und der Anstandspflicht eines zivilisierten Staates entspricht. Das ist auch die Voraussetzung für eine gemeinsame Front im Minderheitenkampf. WaS in Donyhad gefdjalj, war eine Angelegenheit von europäischer Bedeutung. Deutsche und Ungarn kämpften im Kriege Seite an Seite. Deutsche und Ungarn erlitten das gleich« Friedensdiktat der Gewalt. Zenseits der ungarischen Staatsgrenzen sind ungarische Minderheiten einem ähnlichen Schicksal ausgesetzt, wie jenseits der deutschen Staatsgrenzen deutsche Minderheiten. Ungarisch-deutsche Schick, alsgemein- schaft also, aufgebaut auf Kriegskameradschaft und nachkriegszeitlicher Entrechtung. Dies zuvor. Znnerhalb der ungarischen Staatsgrenzen wohnen mehrere Hunderttausend unga- rischeStaatsbürgerdeutschenDolks- tum 8. Zhrc Anhängl^krit an ihr Da.erland Ungarn ist unbestreitbar; sie bewährten sich nicht zuletzt in der Verteidigung Ungarns im Kriege. Zhre Verpflichtung an den Staat aber war ihnen nicht minder selbstverständlich als ihr Wille, auch als treue ungarische Staatsbürger ihre deutsche Sprache und deutsche Art zu erhalten. Der ungarische Staat hat diese Treue seiner deutschstämmigen Bürger oft au f harte Proben gestellt. Er suchte seine Minderheiten zu assimilieren, auch die Deutschen und warf jenen Männern, die Sprache und Art ihrer Volksgenossen zu erhalten suchten, Mangel an Loyalität gegenüber dem Ungat tum und „Pa ngermanismus" vor. Aber wenn es ihm auch gelang, einen Teil der deutschen Oberschicht zu entnatior.alisieren und vor allem die aufstrebenden Bauernsöhne zu ma- gyarisieren, da8 dcnitsch-schwäbische Bauerntum in Ungarn als Ganzes war nicht au entwurzeln. Mit Kriegsende offenbarte sich die Fragwürdigkeit einer Minderheitenpolitik, die den Rechten des VolkstumS nicht Rechnung getragen hatte; zweifellos wäre in den durch das Diktat von Trianon von Ungarn abgetrennten Gebieten der Widerstand gegen die Abtrennung stärker gewesen, wenn Ungarn die Dolksrechte seiner Minderheiten besser geachtet hätte. Die Notwendigkeit aber, nunmehr nach dem Kriege eine solche gerechte Volkspolitik durchzuführen, trat um so schärfer hervor, als die vom Mutterland« abgetrennten ungarischen Gruppen ihrerseits von Tschechen, Rumänen und Südslawen die Anerkennung ihrer Volksrechte forderten. Maßgebende ungarische Politiker rückten von der Dorlriegspvlitik ab und forderten grundsätzlichen Mandel, nicht zuletzt Graf Albert Apponyi. Obschon die Behandlung, die Ungarn seinen Deutschen in den ersten Nachkriegsjahren angebe hen ließ, dieser N ttocnbig5cit nicht entsprach, ja. die Assimilationsversuche, insbesondere auf fchulpolitifchem Gebiet, nicht aufhörten, hielt sich die reichsdeutsche Oeffentl.chkeit, der deutsch-ungarischen DchicksalSveroundenheit bewußt, in ihrer Kritik immer wieder zurück, wenn es auch an einzelnen warnenden Stimmen nicht fehlte. AlS dann endlich die ungarisch« Regierung die Zni- tiative ergriff und die Volksr«hte der Ungar- deutschen In vielbesprochenen Verordnungen verankerte, wurde diese Tatsache in Deutschland als grundsätzliche Aenderung des bisherigen Kurses freudig begrüßt. Trotzdem wurden leider diese Grundlagen in der Praxis der Lokalbehörden vielfach nicht durchgeführt, zuweilen bewußt sabotiert. Daß ferner die ungarische Gesellschaft den Deutschen, sofern er sich nicht alS hundertprozentiger Ungar gibt, (das heißt: den Gebrauch der deutschen Sprache in Schule und öffentlichem Leben nicht preisgibt) als „Pan- germanen“, als Verräter von Staat und ungarischer Ratirn brandmarkt, kennzeichnet die Lage, in ter sich das Deutschtum noch immer in Ungarn befindet. Zn einem Neujahrsgufsah, der im Budapester „Sonntagsblatt" erschienen ist, hat bet Führer des ungarländischen Deutschtums Ptose sor Bleyer bleie Lage dahin zusammengefaßt: „Die Frage des ungarischen Deutschtums ist aus dem Gesichtspunkte der Regierungspolitik und der ungarischen Gesetzgebung im großen und ganzen gelöst, nicht aber aus dem Gesichtspunkte der ungarischen Gesellschaft. Hier bleibt noch vieles und, wenn wir das Wesen betrachten, fast alles zu tun übrig!" Dieser Feststellung schließt sich eine Aufzählung der vielen Schikanen an, unter denen das Deutschtum in Ungarn nach wie vor leidet. Denn die ungarische Gesellschaft wünsche, so bemerkt Professor Bleyer weiter, die Assimilierung des Deutschtums in Ungarn und die deutsche Bewegung, wie sie un DoläbildungSverein und namentlich im „Sonntagsblatt" zum Aufdruck komme, sei ihr nur darum verhaßt, weil diese zwar den wahren ungarischen Patriotismus in edelster Weise pflege, aber bet Assimilierung natürlicherweise entgegenwirle. #*cre - ~ ----/SZi. -___aaIaaI hMirrtÖ Berlin, als Wandschmuck für sein neues Marine« beim das Baströckchcn, zugleich Baükleid einet Süd (ce.QnfuIancrin, zugcschickt bekommen. Kapitän Schmehl hat das Röckchen von einem australischen Zollbeamten vor kurzem erhalten. Der Zollbeamte, der auf einer Südseeinsel wohnt, war ein ehemalt gcr (Befangener des Hilfskreuzers „Wolf" und bat das Paket unter Beifügung eines Briefes aefanbt, in dem er sich herzlichst bedankt für die anständige und gute Behandlung, die ihm als Gefangenem a» Bord des „Wolf" unter den schwierigsten Verhältnissen zuteil geworden war. Die Kaurimuscheln am Baströckchen sind das Geld der Südseeinsulaner. Da» Kleid ist in dem Schaufester der Gärtnerei Georg, Gießen, Seltersweg 35, ausgestellt. •• Versuchter Autodi«bstahl. Zn der letzten Nacht wurde aus der Garage des Fabrikanten Poppe nach Aufbrechen bet Da- ragentür bas Personenauto von Spitzbuben bis zur Wilhelmstraße verbracht. Als dort der Mot« trotz aller Bemühungen der Einbrecher nicht an* sprang, mußten sie den Kraftwagen wohl oder übel im Stich lassen. Heute früh wurde er ht der Wilhelmstraße aufgcsunden unb seinem Eigentümer wieder zugestellt. •• Vergebliche Einbruch-Versuche wurden in der Zigartensabtik von K l i n g s p o » in der letzten Nacht au-geführt. Der Sin- btecherbesuch gelangte zunächst in einen Kartoffel* keilet, wo nicht- nach den Wünschen der Einbrecher zu holen wat. Dann versuchten die Kerle an der Außenseite eineS Lagergebäudes durch Wegbrechen von Maue.steinen sich Zugang zum Lager zu verschaffen, aber auch hier war ihre Mühe vergebens. Sie setzten die Steine wieder in die gebrochenen «L>effnungen «in und verschwanden dann. Die polizeilichen Nachforschungen sind im Gange. * Städtische Hol-versteigerung. Don der Stadtverwaltung wird darauf hingewie- sen, daß am Freitag. 2 3. b. M.. im Stabt- walb eine Brennholz-Derstcigeruirg stattsindet, bei der erstklassiges Buchenbrennholz, Derbstangen usw. zum Verkauf kommen. Die Steigerer treffen sich um 9,30 Uhr in der 11. Schneise am Krummen Weg. Auf die Bekanntmachung in der vorigen Samstags-Nummer sei nochmals auferhielt soeben in der Praxis eine neue peinliche Bestätigung: durch den Fall Dr. Mühl. Dieser deutsche Arzt wurde in seiner Heimatstadt Donyhad von der ungarischen Gesellschaft txrr- fehmt, weil er sich für die Pflege der deutschen Sprache einsetzte; ja, man scheute nicht einmal davor zurück, ihn m seiner beruflichen Tätigkeit einzuengen und au schädigen. Dr. Mühl setzte sich die,em Kesseltreiben gegenüber zur Weht. Es kam zu einem scharfen Zusammenstoß mit seinem Hauptgegner Dt.Nikolaus von Gömbös auf offener Straße. Gömbös forderte Mühl. Dieser nahm an. Gömbös' Sekundanten bezweifelten dann Mühls Satikfaktionsfähigkeit. Das Ehrengericht, in dem die Ungarn in der Mehrheit waren, weil das Los ihnen den Vorsitzenden zugesprochen hatte, machten sich diesen Standpunkt zu eigen. Cs fällte also kraft Mehrheit ein Tendenzurteil und stempelte den Ehrenhandel zum hochpolitischen Ereignis. Die beiden deutschen Ehrenrichter legten dagegen ihr Amt nieder, sie verweigerten ihre Unterschrift. Mit Recht deckte daher das „Sonntagsblatt" in seiner letzten Ausgabe die politischen Zusammenhänge auf, darlegend, daß die ehrengerichtliche Entscheidung letztlich nur erfolgte, weilDr. Mühlsichzusei- nem.Dolkstumbekannte. * llnioersitäts - Gottesdienst. Sonntag, 25. Januar, vormittags 11.15 findet in der Neuen Aula ein llnlverfitäts Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Born kämm. ** Das Ballkleid einer Südsee - schmerzlindernd unb belebend bei Rheuma, tzöchla», ftopf«, Nerven- unb Erkaltung«. schmerzen, Crmübung tt Strapazen. — In klpolhrtrn »nb Itoflcrka. —» merksam gemacht. Schöffengericht Gießen. • Gießen, 21. Jan. Anfangs Dezember 1930 war in der Nähe Gießens ein großer Stroh- Raufen abgebrannt. Ein auf Wanderschaft befindlicher Handarbeiter stellte sich alsbald auf der Polizei und gab an, er habe durch unvorsichtige» hantieren mit feiner Pfeife den Brand verursacht. Heute behauptete er, feine früheren Angaben feien erfunden und nur zu dem Zwecke vorgebracht worden, für einige Zeit u n t e r z u k o m m e n. Mangels ausreichenden Beweises wurde er frei« gesprochen. Ein Arbeiter au» dem Dogelsdery hatte einen Sack Mehl gestohlen. Da er eine Freiheits- träfe fürchtete, ging er auf fein Amtsgericht unb rüg dort den Richter, ob bei D i e b ft a h l auch eine 9 eldftrafe möglich fei. Er bekam die Auskunft, daß das selbstverständlich von den Einzelheiten des Falles abhange. Er schilderte dann seinen Fall, sprach für eine Geldstrafe unb meinte „auf ein paar Pfund Butter ober Eier komme es ihm nicht an". Früher hatte er zu feiner Verteidigung erklärt, er habe damit lediglich sagen wollen, die Geldstrafe solle aus dem Erlös des von feiner Braut beabsichtigten Butter- und Eierhandels bezahlt werden. Heute sprach er davon, er habe dem Richter Butter und Eier aus Dankbar- feit angeboten. Das Schöffengericht verwies die Sache an das Schwurgericht, da der Angeklagte des Verbrechens der R i ch t e r b e ft e ch u n g nach § 334 Abf. 2 StGB, dringend verdächtig fei. Ein Schuhmacher unb Schuhhändler aus der Provinz hatte kurze Zeit vor der Konkurseröffnung ver- fchiedenen Gläubigern fein ganzes Vermögen, bestehend aus Warenlager unb Außenständen, übereignet bzw. abgetreten. Wegen Gläubigerbe» günftiaung (§241 Konkursordnung) erhielt er 8 Tage Gefängnis, umgewandelt in 80 Mark Geldstrafe. Ein auswärtiger Kaufmann hatte eine Berte!- lungssielle einer Margarinefabrik und soll dieser Gelder unterschlagen Haden. Die Beweisaufnahme ergab, daß der größte Teil des Fehlbetrags darauf zurückzuführen ist, daß der Angeklagte die Margarine vielfach kreditiert hat. Seine Behauptung, der Rest des Mankos fei auf Minderlieferung seitens der Firma zurückzuführen, war nicht einwandfrei zu widerlegen. Mangels ausreichenden Beweise» wurde er freigesprochen. 10,00 Mk. Daten für Freitag, 23. Januar. 1806: der englische Staatsmann W. Pitt d.J. gestorben; — 1840: der Physiker Ernst Add6 in Eisenach geboren. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Gießener Konzertverein, Symphoniekonzert, 19.30 Uhr, Stadttheater. — Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende: Prof. Dr. Mom- b ert über „Grundfragen der Besteuerung und Steuerpolitik", 20.15 Uhr, im Hörsaal des Vorlesungsgebäudes der Universität. — Hochschulgruvpe des Stahlhelms: Vortrag von Dr. Ed. Stabiler im Cafä Leib, 20.15 Uhr. — DHV.: Lichtbildervortrag „Das schöne Lahntal", 20.30 Uhr im Heim. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die drei von der Tankstelle". — Astoria-Lichtspiele: „Blockade". — S tadttheater Gießen. Man schreibt uns: Morgen, Freitag, 19.30 Uhr, die aktualisierte und völlig neu inszenierte Silvesterposse „Robert und Bertram" unter der Regie von Bieften-Hoherodskopf Dr. Szubinski Die Ver- Gut geheiztes Postauto. verkauft sind. Achtung! biliigunß ist möglich durch eine Rlsiko-Uebernahme des ganz besonders billi 0376 Ski-Klubs. 5S2D Ich habe meine Praxis wieder aufgenommen ________583 D Achtung. am Altenseldweg, beüebenö a.l'/,Morgen Garten mit Obstbaumen u. Beerensträuchern und massioem Gebäude, auch für Gärtnerei u. Hübnersarm geeignet, ist im Ganzen ob. geteilt billig zu verkaufen. Die Bevollmächtigten: Schaumberger & Sohn Luowigftrake 30. Verbilligte Sonderfahrt nach Breungeshain Sonntag, 25, Januar. Abfahrt 7 Uhr vormittags Ludwigsplatz. Rückkunft 7 Uhr abends. — Preis für Hin- und Rückfahrt» 1. Im Vorverkauf bei Firma Kühne, Seltersweg a) für Mitglieder des Ski-Klubs Mk. 3.50, b) für sonstige Teilnehmer Mk. 4 50; 2 am Wagen Mk. 5.— für jeden. 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Januar 1931. vorm. 11 Ubr, läuft der üfa- Kulturfilm Mens Eine deutsche Jungengruppe hat ihn auf einer Wanderung durch Griechenland aufgenommen. Vor dem großartigen Hintergrund der griechischen Landschaft spielt sich das frische Fahrtenleben der Jungen ab. Aus dem Inhalt: Ausmarsch. Venedig, der Isthmus v. Korinth, Athen, die Akropolis, bei den Hirten des PILon und den Fischern von Trikerl, seltsame Osterhräuche, Mann über Bord! in d.Fe'.senklöstern Thessa lens, das „Spiel vom Wilhelm TelFm Griechenla d. auf dem 0 ymp, Sa'onikl, Sonne üb. Mazedonien. Die beiden letzten Teile sind in der MümeMM BaOion Bros auf d. heiligen Berg Athos aufgenommen. Es sind die ersten Aufnahmen aus diesem seltsamen Staat, die wegen des strengen Verbotes nur mit größten Schwierigkeiten gemacht werden konnten. Den Begleitvortrag hält der Führer der Wanderung Roh. Oeibermann. Jungendes Pfadfinderhorstes Gießen singen felEchnikumlaoe insemieur-schule I Cf—- Mascn/nenDatiEletfro- tecnnlK.Hoco-u. r.atoio, ’aSi^nrffS^^gLBToninausrria. ßetreeete • RHl .y? n'rWji uiRjr ' Werteten ter-Abtelleeee< WTj-tflllL Sted.Keiiea.LafirptS.lt frei Jeder Kauf ein Gewinn!!! Ein Restposten Knaben-Mäntel ngo aus guten, gern. Winterstoffen, || mit warmem Futter, Rundgurt, HI Ein Restposten Charmeuse-Blusen in vielen schönen Farben, fehlerfreie gestr. Ware............. 90 Ein Restposten Hauskleider indanthrenfarbig, gestreift und glatt, gut verarbeitet.. 85» Ein Restposten Pelzbesetzte Mtl. 41)75 nachtblau oder gemustert, I ganz gef., m. Biberettekragen I HI Ein Restposten Frauen-Kleider ngo aus gut dunkelgemust Flanell, || lange Aermel, mit Atlaskragen HI Ein Restposten Damen-Filzhüte moderne, kleidsame Formen, in schönen Farben............... 90 Ein Restposten Dam.-Strickkleider fesche jugendl. 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Januar, abends 8 Uhr Bleich Straße ) t . i , } am Liebigstraße J Frankfurter Straße am Kugelberg \ Kaiserallee J Donnerstag, dem 29. Januar, abends 8 Uhr Freitag, dem 30. Januar, abends 8 Uhr Samstag, dem 31. Januar, abends 8 Uhr. Unsere Mitglieder wollen die Eintrittskarten in ihrer Verteilungsstelle in Empfang nehmen. 585D Eintritt frei! Kinder haben keinen Zutritt! Der Vorstand. AMAM Wo Donnerstag, den 22. Januar 1931,2014 Llhr, spricht Dv. Gd. Stadttee Führer des Stahlhelm-Studentenrings „Lanaemark" im Cafe Leib. ä8eo Eintritt frei! 1-2 Zimmer für Bürozwecke geeignet, teils möbl, zu vermieten. Telephon kann mit übernommen werd. Näh. Seltersweg 851. Laden Scltersweg, sofort zu üern-teien. [0391 J. Baer, Ostanl. 29. Südwestdeutscbe Versicherungsanstalt a. G. für selbständige Handwerker und Gewerbetreibende Gießen, Goethestrabe 10. [ 388 Tüchtige, routinierte 524D Vertreter bei allerhöchsten Provisionssätzen gesucht. Tagesverdienst wen üb. ^urchschntn nachweisbar. 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Luche für mW So n ,, l3*,u Schneider Lehrstelle Wild. Müller l, Donnerstag, 22. Januar 1934 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 18 Zweites Blatt Protest der GießenerWirifchafi gegen das Steuerdiktat Oer Hauptvorirag heute noch intakt fei und Lasten auferlegen könne, gegenüber auf die vielen rade auch in den letzten und er wies dem- Konkursverkäufe, ge- Monaten, hin. Wer Ls müsse dagegen protestiert werden, daß mit einer solchen Leichtigkeit, wie der Staatsfom- missar getan, Steuern festgesetzt werden Die Wirtschaft stöhne und leide unter jeder weiteren Steuer, nicht etwa aus Mode, sondern weit sic von der Notwendigkeit überzeugt sei, dah bei der steuerlichen Belastung nun ein Schtuhstrich gezogen werden müsse. Eine Mittelstands-Kundgebung, wie man sie in Gießen seit vielen wahren, ja vielleicht überhaupt noch nicht erlebt hat, fand gestern abend im Saale des Cafe Leib statt. Der große Saal, einschließlich der Galerie, war überfüllt: selbst bis in den Dorraum hinaus drängten sich Kopf an Kopf die Menschen. Den Anlaß zu dieser gewaltigen Kundgebung bot der Ruf der wirtschaftlichen Organisationen zum Protest gegen das Stcuerdiktatdes Staatskommis- fars für Gießen. Als Leiter der Kundgebung hieß der stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Gießener Einzechändler Kaufmann Winterhoff im Auftrage der wirtschaftlichen Verbände die weit über tausend Besucher, insbesondere den Hauptredner Rechtsanwalt und Rotar Albrecht, die Presse und die Vorstände der Wirtschaftsverbände willkommen. Er wies dann auf den ernsten Anlaß zu dieser Kundgebung hin, von der ein entschiedener Protest gegen die, ungeheuerliche steuerliche Reubelastung durch das Steuerdiktat des Staatskommissars erwartet werde. Die ganze Wirtschaft habe in den letzten Jahren so außerordentlich viel an Steuern auf- gebürdet^ bekommen, daß sic heute nicht mehv wisse, wie weitere Lasten an Steuern aufzubringen feien. Hochschulnachnchten. Am Lage der 60. Wiederkehr der Gründung des Deutschen Reiches hat die rechts- und staats- wissenschastliche Fakultät der Rheinischen Fried- rich-Wilhelms-älnivcrsität zu Bonn dem früheren langjährigen Chrfredakteur der Kölnischen Zeitung Ernst Posse zum Doktor derStaats- wissenschasten ehrenhalber ernannt. Der Redner nahm dann gegen die abwegige Behauptung Stellung, daß die Wirtschaft auch ' man ihr ruhig neue beiter schlagen einen Pfahl ein. Zehn Schritte nach beiden Seiten: Hier! Hier! Das Rechtes ist abgestcckt. Ein Grab also, sagt der Generaldirektor, Professor Moretti. Was ist darinnen? Man legt ein Stück Gold, Bronze. Glas, einen Knochen, einen Tonscherbcn auf die rutenhaltende Faust und sofort erfolgt die Antwort: Knochen, Stein und Mosaik! Eine Stange wird über dem Fundort in die Erde gesteckt, die Rutengängerin, streift daran mit der Rute oder einem goldenen Ring langsam herab, bis sie plötzlich „nichtweiterkann", von einer unwiderstehlichen Kraft gehemmt. Der Zwischenraum bis zur Erde und der kritischen Stelle wird ausgemessen, die Erfahrung lehrt, daß eine Handspanne ungefähr zwei Meter Tiefe entspricht, die Zauberin — die Bauern bestehen nun einmal auf dieser Bezeichnung —- gibt an: 3 Meter 50 Zentimeter, älnd auf 3,50 Meter Tiefe kommt ein etruskisches Grcck zum Vorschein. Wir alle sind erschüttert. Unerklärlich! murmeln die Gelehrten. „Jetzt werde ich Ihnen die Freude machen", sagt Signorlna Domenica, die unbekümmert weitcrsucht, „Fresken und Graffitten zu sehen!" Grafsitten heißt man die eigentümlichen „Kratz- malercien", wie man sie in Totenstätten nicht selten findet. Die Arbeiter sind wie besessen vor Schahgräbersucht. Bald k.ingt es hohl — Capena steigt ans Licht. Die alte Etruskerstadt Capena! Die Kunde fliegt nach Rom. Telegramme an Mussolini. Schon ist ein Zimmer des kleinen Rathauses von Leprignano mit Fundgegenständen vollgestopft, ilnö schon haben die Leprignanesen ihren Ort in taumelndem Stolz umgetauft: Ca- pena! Capena liest man an den Mauern, Straße nach Capena, Von Capena zum See! Unbegreif- lich, daß nicht einmal so etwas den alten Soracte rührt. Er schaut auf die aufgeregten Schüsseln herunter wie ein unbeteiligter Saurier. pena liegt — Fahren Sie einmal die Flaminia oder die Tiberina hinaus, in der Richtung auf den Soracte zu dann geraten Sie bald in eine Landschaft, die noch nicht in eingezäuntc Hausbezirke auf- geteilt ist, in eine geographische, geometrische in eine radiogeotechnische Landschaft, die aussleyt wie ein Haufen riesiger Llrschüsseln. Das ist das Schöne an Rom. daß es in der Umgebung noch nicht so polizeilich geordnet zugeht, daß noch niemand daran gedacht hat, diese Rumpelkammer auszuräumcn, das ist der Reiz der „reizlosen Campagna", der Oede und Steppe, daß hier noch was vorfallen kann, ohne daß es erst genehmigt werden muß. Diese Schüsseln von dreihundert Meter oder drei Kilometer Durchmesser liegen durch- und übereinander am Fuße des Einsiedler- berges, man spricht von einer Conca. wenn sie mit dem Boden aufsitzen, man sagt einfach Hügel, wenn sie umgestülpt sind, und die Straße lauft um alle Ränder herum, hinaus, himinter, wie es kommt. Manche Concen sind nut Reven gefüllt in anderen weiden Schafe, in den meisten begibt sich nur geologisch Interessantes: Erosionen, Eruptionen, Einstürze und so. Und als d.e Leprignanesen, die sich mit der kümmerlichen Schüsselkultur befassen, kürzlich, wie gesagt, aut- wachten, lag in einer ein See. QlUc ocen um Rom herum sind in erloschenen Kratern entstanden dieser aber macht eine Ausnahme. Man weih keineswegs, wie er entstand, man weiß nur, daß er nicht vulkanischen Ursprungs isb. Ich habe ihn heute von einem Olivenhugel aus betrachtet, da lag er grün und friedlich da wie ein Weiher, nur Hatte er merkwürdig steile, mauersteile Ufer. Gestern war er blau, vorigen Sonntag gelb. Einen Bauern, der nicht daran glauben wollte, hat er mit einem einzigen Schnapp verschluckt. Seither ist es verboten, hier spazieren zu gehen. Die Regierung läßt die unheimliche Schussel durch Flugzeuge überwachen, und die Flugzeuge haben festgestellt, dah binnen wenigen Tagen soundsoviele Häuser in der Umgebung einsturzen werden. Man baut bereits neue. Der See benimmt sich inzwischen eigenartig. Zuwellen raucht er, das Wasser kocht, dann verschwindet er, wie er gekommen ist, und es stinkt schrecklich nach ochwefel. Rach ein paar Tagen ist er wieder da, großer ' Die Geologen schütteln den Kopt. • bisher bekannten Gesetze! Er setzt den müssen. 3n diesem Entschluß muhten sie be- stärkt werden, nachdem der Staatskommissar auf die Vorstellungen, die die Stadtratsfraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte und die etaöt- ratsfraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung bei ihm erhoben hatten, ablehnend geantwortet bat. Die Frage, ob die Anordnungen des Staats- kommisfars anfechtbar find, wird von feiten der Regierung natürlich verneint. Heute wird keine Faust im Sack gemacht, heute wird mit der Faust auf den Tisch geschlagen. (Lebhafte Zustimmung., Den Verantwortlichen muh deutlich klargemacht werden, daß der Gießener Bürger sich diese Anordnungen nicht gefallen läßt, weil diese furchtbaren Auslagen einfach nicht zu erfüllen sind. Es handelt sich hier nicht um eine parteipolitische Versammlung. Wir werden auch keinen Demonstrationszug vor das Stadthaus veranstalten. Dazu ist uns die Sache zu ernst. Aber sagen wollen wir denjenigen, die dieses Steuerdiktat heraufbeschworen haben, was sie angerich- tet haben, und versuchen wollen wir, dieses Steuerdiktat rückgängig zu machen. (Beifall.) Der Redner wars dann folgende zwei Fragen auf: 1. Ist nach dem Gesetz vom 11. Dezember 1930 ber Ruf nach Ernennung eines Staatskommissars für die Stadt überhaupt berechtigt gewesen und liegen die gesetzlichen Voraussetzungen für die Ernennung eines Staats- kommiffars überhaupt vor? 2. hat der Staalskommlssar die Anordnungen getroffen, die im Interesse der Stadt liegen? Die Geldverlegenheit der Stadt ist dadurch entstanden, daß ihr wesentlich geringere Betrage an Reichssteueranteilen überwiesen worden sind, als sie bei Aufstellung des Haushaltsplanes und bei Anforderungen der ersten Rachtragsbewilligung annahm und annehmen konnte. Der Redner kam dann erneut kurz auf die Stadtratsberatungen im Rovember und Dezember zu sprechen und erklärte, man könne dem Stadtrat nicht vorwerfen, er habe nicht die Beschlüsse gefaßt, die nötig seien, um den Haushalt in Ordnung zu bringen; im Ro° eember habe er ja bewilligt, und im Dezember sei die Zeit viel zu knapp gewesen zu einer sorg- blüffung?Leprignano liegt nämlich dort, wo Ca° samen Beratung. Der Redner üble dann Kritik an der Verwaltung und kam abschliehend zn dem Ergebnis, dah unsere Stadt nicht die Hilfe eines fremden Mannes nötig gehabt habe, um den Haushalt in Ordnung zu bringen, wenn man die Sache nicht übers Knie gebrochen hatte. (Lebhafte Zustimmung.) Dann sagte der Redner u. a. weiter^ Tatsache ist, daß mit dem Verzicht auf die Rückwirkung die Stadtverwaltung in den Verhandlungen vom Dezember an sich anerkannte, daß der Fehlbetrag von 127 000 Mark im Skeuerjahr 1930 nicht vollständig gedeckt zu werden brauche, und dah ein Teil des Fehlbetrages ruhig mit in das neue Steuerjahr genommen werden dürfe. Danach hat also auch die Stadtverwaltung schon in der Sitzung vom 27. Dezember auf dem Standpunkt gestanden, dah es durchaus nicht einer ordnungsmäßigen Haushaltsführung widerspricht, wenn ein Defizit mit in das neue Steuerjahr genommen wird. Es sind infolgedessen m. E. die Voraussetzungen des Art. 1, Abf. 1 des Gesetzes zur Sicherung der Haushaltsführung der Gemeinden vom 11. Dez. 1930 nicht gegeben. Das Rechnungsjahr läuft mit dem 31. März ab. Der Stadtrat hätte also noch drei Monate Zeit gehabt, Ausgaben- und Cin- nahmenkonto in Einklang zu bringen. Es waren also die Erfordernisse des Gesetzes vom 11. Dezember 1930 überhaupt noch nicht erfüllt. Es kann bei dem ganzen Vorgehen nur die Absicht bestanden haben, die Senkung der Realsteuern für das Jahr 1931 illusorisch zu machen. (Rufe: Sehr richtig!) Rachdem aber der Antrag auf Ernennung eines Staatskommisfars gestellt war, hätte man doch Wohl erwarten dürfen, daß auch in Darmstadt erst geprüft worden wäre, ob denn überhaupt die gesetzlichen Voraussetzungen für die Ernennung eines solchen gegeben sind. Aber das Ministerium in Darmstadt hat noch nie so schnell gearbeitet wie hier. (Stürmischer Beifall.) Der vom Stadtrat im Frühsommer 1930 beschlossene Haushaltsplan hat ein Vierteljahr in Darmstadt im Ministerium bis zur Genehmigung gelegen, und damals waren Stadtverwaltung und Stadtrat einig. 3m Dezember ist aber alles in acht Stunden gemacht worden. Sodann übte der Redner unter Zustimmung der Versammlung scharfe Kritik an dem Innenminister Leuschner, für dessen Verhalten in dieser Sache es nur die Erklärung gebe, daß er unter dem schweren Drucke von Parteifreunden gehandelt habe, die auch im Gießener Stadtrat zu finden seien. Dann sagte der Redner weiter: Ich komme zu dem Ergebnis, daß der Ruf nach dem Slaatskommissar verfrüht und die Ernennung desselben durch den Minister des Innern durch die Bestimmungen des Gesetzes vom 11. Dezember 1930 nicht berechtigt war. Lind nun sehen wir uns das Steuerbiltat selbst an. Getroffen ist in erster Linie der Grundbesitz Kein Mensch hat ein Interesse daran, eigenes Geld in fein Haus zu stecken. Das berebefte Zeugnis hierfür legt der Zustand ab, in dem sich ein großer Teil der Häuser befindet. Es läßt sich auch gar nicht der Steuersatz von einer Stadt mit demjenigen einer anderen Stadt vergleichen, da in der einen Stadt Gebühren und Abgaben, z. B. Kanalgebühren, überhaupt nicht erhoben werden, also mit in den Steuersatz hineingerechnet werden, während in der anderen Stadt besondere Zubußen verlangt werden. Der Redner besprach bann die auch im Stadtrat vom 27. Dezember v. 3. gezogene Parallele zwischen Gießen und Mainz, die er ziffernmäßig erläuterte. Weiter sagte er dann unter anderem: Auf die Bauplätze ist die Grundsteuer von 27 Ps. auf 35 Pf. pro 100 Mk. Steuerwert erhöht worden. Dabei wird gar keine Rücksicht daraus genommen, dah diese Bauplätze in der heutigen JRed)fcantt>a(f und Notar Albrecht gab in der Einleitung zu seinem etwa P/Jtün- digen Vortrage eine Liebersicht über die Etatberatungen im Frühsommer v. 3. und erkannte dabei mit Dank an. dah die bürgerliche Stadt- ratsm^rheit damals den Haushaltsplan aus- geglichen hat,1 ohne die Steuern zu erhöhen. Er wies bann auf den Verlauf ber Stadtratsberatungen vom Roveniber v. 3. hin, als cs sich um die Deckung eines Rachtragskredits von 130 000 Mark handelte, und auf die Beratungen vom Dezember über die Deckung eines weiteren Defizits von 127 000 Mk., das namentlich durch die unvorhersehbare Steigerung der Wohlfahrts- lasten und durch die wesentlich geringere ilebcr- weisung von Reichssteuern, sowie durch Ausfälle von Holz- und Grasgeld entstanden sei. 3n diesem Zusammenhänge besprach er auch die von der Stadtverwaltung zur Deckung des Fehlbetrags dem Stadtrat vorgelegten und in unseren Spalten mehrfach berichteten Anträge. Weiter sagte er dann u. a.: Man darf es doch als geradezu unerhört bezeichnen, daß Gesälle und Abgaben für ein 3ahr bestimmt werden, wenn Vi dieses 3 a h re s schon vorüber sind, also Kaufleute, Gewerbetreibende, Handwerker, Fabriken, Grundbesitzer und freie Berufe nicht mehr in der Lage sind, diese neuen Lasten in ihrem eigenen Haushalt mit ztz berücksichtigen. Tie Folge der Ablehnung der Vorschläge der Stadtverwaltung und der Vermittelungsvorschläge war, dah der Minister _ des 3nnern einen Staatskommissar für die Stadt Gießen ernannte, und dah dieser Staatskommissar Ober- regierungSrat Haberkorn aus Darmstadt, ter Stadt Gießen noch vor Iahresschluh ein Steuerdiktat beschert hat, das nut Recht in ber gesamten Bürgerschaft bie lebhafteste Ent- rüftung hervorgerusen hat. Ortsgewerbeverein, Kaufmännischer Verein, Haus- und Grund- besitzerverein, Verein der Einzelhandel:, die Industrie ber Stadt Gießen, Edeka-Großhandel, Reichsverbanb des Deutschen Rahrungsmittel- Großhandels, vertreten deshalb den Standpunkt, daß dieser Widerspruch und die Entrüstung in einer Protestkundgebung zusammengesaht wer- Was geht am Soracte vor? Don Dr. Gustav W. Gberlein, Rom. R o m, im 3anuar. Bisher hatte ber Soracte, ber wie ein etwas groß geratener kahlschuppiger unb nut einem Riesenrückenkamm ausgerüsteter Saurier eauam in der Campagna steht, nur sozusagen literarische Bebeutung. Unb auch bie beschränkte sich auf Die Rassisch .Gebildeten. Der Soracte gilt als Der schönste Berg, als bas Muster, bas 3beal eines 'Berges, aber in den Reisebüchern wirb er kaum erwähnt, kein Aussichtsturm steht auf feinem brontosaurierhaften Schädel, die Eisenbahn weicht dem Ungeheuer in weitem Bogen aus und Die Straßen hören bei seinem Auftauchen vor Schrecken auf. Schau einer zu, wie er weitcrkommt. Das alles wird sich nun ändern. Rom ist in Hellem Aufruhr. Es begibt sich was vor den Wir hatten schon immer Grund zu der Vermutung dah die alten Etrusker, die rechtmäßigen Herren des Landes, nicht so furchtsam waren wie die Straßen, bie Eisenbahnen und die Romer. Eie hatten den Mut, sich innerhalb der Saurier- pranken anzusiedeln, unb « macht dem wols aefäuateir Geschlecht keine Ehre, daß es nach llcbertoältigung des seltsamen Dolkes das vor Rom faß dessen Herkunft wir nicht kennen unb dessen Schrift zu enträtseln bie Lehrten sich nod) heute vergeblich abrackern, — bah es nach ban billigen Siege einer erbnicfenben älcbemc^ sogar die Spuren bes Feindes vernichtete. Derart vernichtete, derart auslöschte, bah wir bis zu dieser Stunde nicht wissen, wo Capena lag, mächtige Stadt, die große Gegenspielerin zur Hauptstadt der Welt. Versunken unb verschollen Richt wissen — wie sagte ich? ^in, mcht w u h t e n muh es heißen. 3cßt aber ein paar Wochen kam eine Zauberin... Aber id) will der Reihe nach erzählen es stürmt so vieles augenblicklich auf die gutm Qui- riten ein, wir wollen unser Herz fest in b H Zeit keine Verwendung finden können, und bah bie Packt nicht einmal für bie zu zahlende Steuer ausreicht. Es ist wohl allgemein bekannt, dah vor Demi Kriege wohlhabende Leute, die gute ©teuer* zahl er ber Stadt waren, heute weiter mch» besitzen als ihr Haus, auf dem sie früher keine Schulben hatten. Trotzdem werben sie heute zur Sondersteucr herangezogen. ‘Siete, Leute leben heute von den geringen äleberschüfsen aus ber Miete. Jetzt steuert ihnen aber ber HtaatSkom- missar noch den letzten Rest hinweg, unb macht! sie damit zu WohlsahrtSempfängern. Die kritische Lage der 3ndustrie ist allgemein bekannt. Für die Zigarrensabrilen gibt c# in der nächsten Zeit gar keine Absatzmöglichkeit, Dor größte Teil der Fabriken wird infolgedessen auch nicht mehr vor dem 1. April den ‘DetlPeb aufnehmen, jedenfalls nicht vcr diesem^ Termin: zu einem nennenswerten Absatz der Fabrikaler kommen. Trotzdem meint der Slaatskommissar, daß die Zigc.rrenindiistrie die erhöhte Steuer^ unb zwar rückwirkend, bezahlen soll. Wie schwer die Eisenindustrie zu känipfen hat, brauche ich nicht näher auseinanderzusetzen. toenrt ich daran erinnere, daß im Laufe des vorigen Jahres das größte Werk unserer Stadt ben Konkurs zu erklären gezwungen war. Den Einzelhanbel belastet man mit der Erhöhung ber Steuern, verlangt aber gleichzeitig von ihm, dah er die Preise senkt. D^äei hat bet Einzelhandel auch noch die Konkurrenz, der in steuerlicher Beziehung besonders begünstigten Konsumvereine zu ertragen, die keine Körperschaftssteuer, also keine Einkommensteuer zu bezahlen haben, und auch vielen Konsumvereinen die Gewerbesteuer zum größten Telle erlassen worden ist. Dazu hat der Einzelhandel auch noch die Konkurrenz der Filialen zu ertragen, deren Hauptgeschäfte außerhalb^ Gießens liegen, und die dadurch in fteuerlidjcn Beziehung sehr viel günstiger stehen, als er. Das Gastwirtsgewerbe ist im 3ahre 1930 mit der Reichsbiersteuer und der Mineralwassersteuer bedacht worben. Es wirb selbstverstänblich auch von ber Tabak- und Branntweinsteuer- erhöhung getroffen. Run würbe ihm auch noch die Getränkesteuer auferlegt. Wenn man sich hiervon größere Einnahmen verspricht, so wirb das ein Trugschluß sein. Die Getränkesteuer wirb zur Folge haben, daß ber Llmsatz unb bannt auch das Steueraufkommen geringer wird. Das Gastwirtsgewcrbe hat früher dem Staat einen Reingewinn von 7 Millionen eingebracht. Heute steht es vor dem Ruin. 70 000 Angestellte liegen auf ber Straße. Die Entwicklung ber Gesamtwirtschaft hat es mit fid) gebracht, bah bic wirtschaftliche Lage ber Handwerks- unb Gewerbebetriebe sich derartig verschlechtert hat, baß Abbaumahnahmen in ausgedehntestem Maße getroffen werben mußten. Die steuerliche Belastung ber Handwerksbetriebe ist derart, baß ungefähr 80 Proz. von ihnen mit ihren steuerlichen Verpflichtungen im Rückstand sind. Es steht fest, dah es geradezu zur Regel geworden ist, dah die Handwerker unb Gewerbetreibenben um Fristgewährung bei ber Steuerbehörde nachsuchen. Die Zwangsbeitreibungen seitens ber Steuerbehörben unb ber Träger der sozialen Versicherungen mehren sich in erschreckendem Umfang. Unb ba sollen diese Betriebe noch mit weiteren steuerlichen Erhöhungen und auch noch für vergangene Zeiten heran- gezogen werden. Das Finanzamt wird noch einige Beamte anstcllen müssen, um die Stundungs- gesuche bearbeiten zu können. Der Staatskom- missar bewegt sich im Kreis: Er will neue Mittel schaffen durch Belastungen, die einerseits zur Folge haben, daß bic Aufwenbungen für Wohlfahrtsunterstühungen noch gröbere werden, anderseits aber auch dazu führen, dah die Leistungsfähigkeit an diesen Zuwendungen geringer wird. Dadurch ist glejchzeillg der Rachweis gc- biefc Verfallserscheinungen mit klarem Blick und mit dem Willen zur Objektivität sehe, müsse zu- gestehen, dah es ber Wirtschaft durchaus nicht besser gehe als ben anberen .deutschen Volksschichten. Die Männer der Wirtschaft seien bereit, den schweren Wirtschaftskampf weiterzukämpfen. aber eines mühten sie sich ausbitten: Wenn sie schon keine wohlwollende Behandlung erfaHren. so mühte diese doch wenigstens anständig sein. (Lebhafte Zustimmung.) Der Redner forderte von den politischen Parteien und von allen im öffentlichen Leben stehenden Personen, dah sie baldigst die Rotwendigkeit der Stärkung der Wirtschaft erkennen möchten. (Lebhafter Beifall.) Schwefel ab. Es riecht — der Finanzminister in Rom machte bei dieser Meldung einen Luftsprung — nach Petroleum. Einige Wissenschafllcr glauben sogar, daß gerade die unterirdisch zusammengeballten Petroleumgase ben Einsturz der Erdrinde unb bic Bildung des Sees verursachten. Man hat eine in ben seltsamsten Metallfarben schillernde Höhle entdeckt, die sofort Grotta degh Splendori getauft wurde... Unb bann kam die Zauberin. Sie he,ht Domenica Mataloni unb hat ihre Kunst von einem alten Rutengänger. Aber das Wasser reizte sie schon nach 24 Stunden nur noch mäßig, ihre Wünschelrute schlug weit verheißungsvoller, massiver aus. Wir befinden uns hier, so sagte Si- gnorina Mataloni schlicht, in einer eminent archäologischen Gegend. Der Podesta wird aufmerksam, gibt ihr Arbeiter an die Hand. Sie legen eine antike Straße aus weißem Marmor bloß, sie fördern ein Tor aus Marmor zutage... Unb es geschieht bas Wunder: der General- bircktor des römischen Thermenmuseums unb ber Ausgrabungen in der Provinz pocht nicht auf bie Gesetze der Schulwiffenschaft, er zuckt nicht malltiös mit den Mundwinkeln, sondern macht sich auf und nimmt die Rutengängerin in aller Form m» ebenbürtige Mitarbeiterin in seine Dienste. Die neugebildete Gesellschaft „Radiogeotechnik" ist begeistert übet diesen neuen Geist in einem so trockenen Fach, sie erklärt, dah sie unter _ Ablehnung aller verschwommenen 3been unb übersinnlichen Erscheinungen von der Brauchbarkeit der Rutengängerin überzeugt sei und es sich zur Ausgabe mache, auf diesem Wege dem Vaterland alle Rohstoffe, die ihm fehlen, zu erschliehen. Archäologie. Hydrologie. Bergbau, Vollswlrt- schastler. Vulkanologen, 3ngenieurc reichen sich die Hand: ans Werk'. Der Tag der amtlichen Probe kommt. Die Mitarbeit und Kontrolle prominenter Persönlichkeiten schlicht jeden Schwindel aus. Begleitet von einer Schar tatendurstiger Arbeiter, die nicht Hölle und nicht See fürchten, machen sich bie Entbecker auf den Weg. Weit bleiben die Automobile zurück. Es ist kalt, aber alles fiebert vor Erwartung, cignorina Domenica sieht ganz vernünstig aus, mittelgroß, fest und gesund, Entschlossenheit unter der Baskenmütze. Sie bricht einen OeIzweig, einen silbernen Olivenzweig, im Handumdrehen ist die Gabel fertig. Ein paar Schritte, ein biychen Zickzack, ba zuckt sie schon zusammen: Hier! Die Ar- ^Ellws Morgens wachten die Leprignanesen auf SluUTÄX »iÄe Aach ein p führt. baß gerade durch die Maßnahmen des Staatskommissars auch denjenigen nicht gedient ist. die auf WohlfahrtSempfang angewiesen find. And so erheben wir Protest nicht nur int eigenen Interesse. sondern im Interesse der Allgemeinheit und nicht zuletzt auch im Interesse derjenigen, denen die Früchte aus den rvohlfahrtseinrichtungen für die Zukunft entzogen werden. Die bürgerlichen Fraktionen des Stadtrats und verschiedene wirtschaftliche Vereinigungen haben sowohl bei der Stadtverwaltung, wie auch bei dein Staatslommissar auf die Ungeheuerlichkeit dieser neuen Belastungen hingewiesen. Sie haben auch gebeten, ihnen Gelegenheit zu geben, mit dem Staatskommissar persönliche Rücksprache nehmen zu können. Der Staatskommissar hat aber, wie bekannt, eine solche Aussprache glatt abgelehnt. Es kann deshalb hier nicht unsere Aufgabe sein, einen anderen Weg zur Aufbrin- gung des Fehlbetrags zu zeigen. Dir verlangen, doh die hessische Regierung die Ernennung des Staatskommissars. Herrn Oberregierungsrats Haberkorn, sofort zurückzieht und seine Zwangsverfügungen mit sofortiger Wirkung aushebk. (Stürmische Zustimmung.) Die Stadt Gießen wird, wie in den früheren Jahren, ihren Haushalt in Ordnung halten. Es besteht kein Grund, sie unter Geschäftsaufsicht zu stellen, und zwar unter eine Geschäftsaufsicht, deren Dertrauensperson Steuern diktiert, die nicht olle Einwohner der Stadt treffen und den Betroffenen die Fähigkeit, überhaupt noch Steuern zu zahlen, nehmen wird. Wir verlangen deshalb, daß der Staatslommissar in Gießen wieder abtritt. (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Zustimmungsemamligen. Bäckerobermeister Loeber als Sprecher des Ortsgewerbevereins und des Handwerks betonte eindringlich, daß das Handwerk unter dem Wirtschafts- und Steuerelend besonders schwer leide, da ja das Handwerk nicht nur von einer Steuer betroffen werde, sondern die Gesamtheit aller Steuern auf ihm laste. Was heute von der Steuergesetzgebung gegenüber dem Handwerk geschehe, sei nichts anderes als die stille Sozialisierung (Rufe: Sehr richtigI). Er wies dann weiter darauf hin, w'e stark bei dieser schwierigen Lage die Verschuldung des Handwerks zugenommen habe und wie außerordentlich schwierig es für den Handwerksmeister sei, für seine Existenz auch nur die bescheidensten Grundlagen zu schaffen und sicherzustellen. Wie trostlos es im Handwerk aussehe, gehe z. D. daraus hervor, daß im Dezember in einer.Sitzung bei der Handwerkskammen Darmstadt rund 720 Anterstühungsgesuche von alten hessischen Handwerksmeistern zwischen 60 und 80 Jahren vorgelegt wurden (Hört! Hört!) und daß diesen alten Handwerksveteranen wegen Mangels oft Mitteln leider nur ganz bescheidene Beihilfen bewilligt werden konnten. Da das Handwerk keine Altersversorgung habe, müsse es. wenn auch unter schweren Einschränkungen, schon in frühen (Jahren darauf sehen, daß es sich einen gewissen Rückhalt schaffe. Bei dieser Sachlage müsse von den öffentlichen Organen mehr als bisher dem Handwerk entgegengekommen werden. Reuerdings mache sich aber bei den Preisabbaubestrebungen in manchen Teilen der Bevölkerung eine Stimmung bemerkbar. die alles andere nur nicht handwerksfreundlich sei. So habe z. B. bei einer Sitzung im Gießener Kreisamt vor etlichen Tagen ein mittlerer Beamter der Stadt Gießen erklärt, wenn die Bäcker in Gießen nicht noch weiter mit dem Brotpreis heruntergehen würden, sehe sich die Beamtenschaft gezwungen, künftig ihr Brot von der Osthafenbäckerei in Frankfurt zu beziehen. (Lebhafte Pfuirufe!) ES sei wohl anzunehmen, daß nicht alle Beamten so wie dieser Herr dachten, aber sehr bedauerlich sei es, daß so etwas überhaupt ausgesprochen werden konnte. (Sehr richtig!) Dabei stehe fest, daß der Gießener Brotpreis der billigste in Hessen sei und erheblich unter dem Frankfurter Preis liege. 3m übrigen sei noch zu sagen, daß man dem Oberbürgermeister allein nicht die Schuld für die jetzige Finanzlage zuschieben könne. 3n den letzten (Jahren habe der Oberbürgermeister wiederholt davor gewarnt, allzuviele Projekte in Angriff zu nehmen, weil deren Zinsen und Tilgung natürlich Durch Steuern aufgebracht werden müßten. Entgegen diesem Rat sei ober wiederholt vom Stadtrat bo schlossen worden. Am Schlüsse seiner Darlegungen forderte der Redner in eindringlichen Wov- -Die kleine Aicoletie. Roman von Paul Hai». 25 Fortsetzung. Nachdruck verboten Es war abgemacht, daß Professor Kinna, dessen Apathie sich um einiges gebessert hatte, Ende der Woche die Reise nach Genf an treten wollte. Man würde ein besonderes Kupee reservieren lassen. Ricolette und Frau Marthe sollten mit* fahren, ebenfalls die Pflegeschwester, die dann nach glücklich absolvierter Fahrt wieder zurück- kommen würde. 3m Sanatorium Legrel gab eS ja das geschickteste Pflegepersonal, das man sich denken konnte. Rur 3acobus sollte als alter, getreuer Wächter im Schlosse zurückbleiben. Wördehoff hatte Ricolette gesagt, daß er am Tage nach ihrer Abfahrt gleichfalls abreisen würde — nach Berlin. Daran, daß auch er nun das Schloß verlassen würde, hatte sie gar nicht gedacht. „Aber warum, Liebster?" hatte sie gefragt. „Du kannst doch bleiben — ja. du solltest bleiben — und warten — auf mich —“ „Kind — ich habe ja auch noch manches zu erledigen." ,.3a - ja." .>3ch hätte sowieso bald abfahren müssen. Aber — ich komme ja wieder!" Sie hatte die Arme um seinen Hals geschlungen. (Ihre Lippen flüsterten: „3a — du kommst wieder, Liebster. And es soll wieder schön und froh auf unserem Schloßberg zugehen. Wenn ich mit Papa erst wieder zurück bin — du!" And ihr Gesicht bekam einen leuchtenden Glanz. „Du — wenn unsere Liebe blühen darf —. vor allen Menschen!" — Es gab nun in diesen Tagen so mancherlei aus dem Schloß zu tun. Frau Marche hatte aus der Stadt ihre Helferinnen kommen lassen, um noch einmal vor der Abreise ein großes Reinemachen in allen Räumen zu veranstalten und dann alles für die unbestimmte Zeit ihrer Abwesenheit ..einzubalsamieren", wie sie sich ausdrückte. Listen wurden aufgestellt. Schränke und Kästen abgeschlossen, Teppiche zusammengerollt — in einem Wort: Es war Arbeit in Hülle und Fülle. So fiel es nicht weiter auf, wenn Wördehoff allein , wcgging und erst spät wiederkam. — Dr. Romer versuchte hin und wieder, vom „Geschäftlichen" zu sprechen, vor allem von dem „Vergessenen Königreich", das uttbedingt im Winter zur Aufführung kommen müßte, und er hatte von Hvllmann Vollmacht bekommen, einen neuen, „verbesserten" Vertrag darüber mit Wördehoff durchzudrücken, der diesem eine hö* ten auf, das Handwerk allseitig nach besten Kräften zu unterstützen, womit auch dem wohlverstandenen (Interesse der Gesamtheit gedient sei. Ferner forderte ec vom Landtag mehr Verständnis als bisher für die handwerklichen Forderungen. Mit der Stellungnahme des Hauptredners sei er namens des Ortsgewerbevereins einverstanden. (Stürmischer Beifall.) Weißbindermeister LaunSpach als Vorsitzender des Hausbesitzervereins erklärte gleichfalls sein vollstes Einverständnis mit dem Referenten dieser Kundgebung. Die trostlose Lage des notleidenden Mittelstandes erfordere mehr als bisher die gebührende Beachtung der Oeffentlichkeit. 3m übrigen bezweifle er, daß die Steuererträge nach dem Diktat des Staatskom* missars wirklich in der erwarteten Höhe bei der Stadt eingehen würden. (Lebhafter Beifall.) Syndikus von Eisenhari-Roihe sprach in Vertretung des plötzlich unpäßlich gewordenen, ursprünglich von der 3 n d u st r i e vorgesehenen Redners. Er schilderte die schwere Bedrängnis der 3ndustrie und ganz besonders der durch das rücksichtslose Steuerdiktat der Reichsregierung einstweilen $um Erliegen gekommenen Gießener Tabakindustrte, wies auf die dadurch hervorgerufene weitere Arbeitslosigkeit hin und hob hervor, daß die beschäftigungslosen Arbeitnehmer der Tabakindustrie jetzt für volle 2 (Jahre 75 Prozent ihres bisherigen Einkommens aus der Reichskasse als Schadenersatz bekämen. (Lebhaftes Hört! Hört!) Wo bleibe da die Wirtschaftlichkeit? Der Redner lehnte mit Entschiedenheit einen Verwaltungsbeamten als Wirtschafts- und Steuerdiktator ab und forderte, wenn wirklich ein Diktator für die Wirtschaft notwendig sei, daß dann wenigstens eine wirtschaftsverständige Persönlichkeit für diesen Posten genommen werde, denn wirtschaften und verwalten sei ein gewaltiger Anter- fchied. Auch die 3ndustrie stimme dem vorliegenden Protestschritt zu. (Starker Beifall.) Kaufmann Zalkenstein brachte als Vertreter des Vereins des Gießener Einzelhandels seine volle Zustimmung zu den Darlegungen des Referenten zum Ausdruck, dessen Vorschläge zu unterstützen seien. (Beifall.) Kaufmann Ludwig Schmitt sprach namens des Edeka-Grohhandels sein Einverständnis mit dem Referenten aus, polemisierte dann gegen die starke Ausdehnung der Filialbetriebe von auswärtigen Geschäften und forderte vom Standpunkt der steuerlichen Gerechtigkeit aus schärfere steuerliche (Inanspruch- nahme der Filialbetriebe, ebenso verschärfte Aufsicht über die Beschäftigungsdauer 6er in diesen Betrieben tätigen Angestellten. (Beifall.) hcre Beteiligung am Gewinn zusicherte als vorher, dafür aber der Direktion das Recht auf einige, „den (Ideengehalt natürlich nicht berührende, aber die rein theatralische Seite der Darstellung eventuell betreffende Aenderungen" zusprach. Der Passus war höchst vorsichtig formuliert und Dr. Römer sollte natürlich das Hauptgewicht auf die Anterstreichung der höheren Prozente legen. Aber Römer konnte nicht „auspacken", wie er es gerne wollte. Wördehoff lachte ihn nur aus. „3ch hab 3hnen doch gesagt — darüber reden wir in Berlin! Warten Sie bis Ende der Woche — dann reisen wir doch ab." 3a — auch diese Abreise stand nun fest. Rorma erklärte, sie hätte es sowieso hier nicht länger ausgehallen. — Aber trotzdem es war etwas in ihrem Wesen, was Wördehoff noch immer ängstigte — um Ricolettes willen. Etwas Lauerndes, 3roni- sches, etwas manchmal Spottvolles in ihrem Blick flimmerte, wenn sie Wördehoff abends die Hand zum Abschied reichte und sagte: „Grüß Fräulein Ricolette — hörst du? Es wundert mich, daß du sie nicht einmal mit- bringst. Ein kurzer Spaziergang täte ihr doch wohl auch gut.“ Dann sagte Wördehoff wohl: „(Ihr steht nicht der Sinn nach leichter Unterhaltung, Norma", oder „fie ist viel zu scheu". Aber Norma kam mit keinem Wort auf jene peinliche Aussprache zurück, die sie Im Frühjahr mit ihrem Gatten gehabt hatte und in deren Verlauf sie triumphierend äußerte: „3ch weiß, Nicolette Kinna liegt dir im Herzen, ihr Wesen hast du in deiner Dichtung geschildert — in der Gestalt der Helge." And daß sie diesen ihren Verdacht jetzt vergessen zu haben schien, das war es, was Wördehoff so besorgt machte. Er sehnte den Tag der Abreise förmlich herbei, um aus dieser Besorgnis herauszukommen, obwohl er ja auch den 2lbschied von Ricolette bedeutete. Am Abend eines der letzten Tage vor der Abfahrt wurde ein Spaziergang nach einem der Naturdenkmäler in der Awgegend verabredet, das Norma gerne sehen wollte. Man tarn überein, sich nicht vor dem „Braunen Hirsch", sondern etwas außerhalb der Stadt bei einer Ruhebank zu treffen, von wo aus man einen reizvollen Ausblick hatte und die Norma zuweilen in den Vormittagsstunden aufsuchte. „Du kommst immer so furchtbar pünktlich, Hubert", meinte sie lächelnd, „und eS ist dir gewiß peinlich, vor dem Gasthof warten zu müssen. Die Spießer hier sind ja auch so enttetzlich neugierig und stehen förmlich Spalier, wenn wir dann zu viert auf brechen, Also — abgemacht?" Kaufmann ORuMf Aowack sprach namens des Reichsverbandes des Deutschen Nahrungsmittelgrotzhan- d e l s und unterstrich die Ausführungen des Hauptredners in vollem Amfange. Auch dieser Redner forderte stärkere steuerliche Belastung der Filialgeschäfte von auswärtigen Großunternehmungen zum Schutze des heimischen Einzelhandels. Der Landtag müsse dafür die erforderlichen Grundlagen schaffen. (Beifall.) Gastwirt Schmitz als Vertreter der Gastwirteinnung Gießen und Amgegend gab gleichfalls seine volle Zustimmung und wandte sich gegen die Vorzugsstellung des Studentenheims, ferner übte er scharfe Krittk an der Getränkeverzehrsteuer, deren steuerliche Unterlagen er als völlig unzulänglich bezeichnete. Weiter nahm er gegen steuerliche Sonderauflagen auf das Gastwirts« gewerbe mit Nachdruck Stellung. (Beifall.) Oie Entschließung: Die am 21.3anuar 1931 im großen Saale des Cafe Leib versammelten Angehörigen sämtlicher Wirtschaftskreise der Stadt Gießen erheben mit aller Entschiedenheit gegen die Steueranordnungen des Staatskommifsars für Gießen, Herrn Oberregierungsrat Haberkorn in Darmstadt, vom 31.Dezember 1930 einmütigen und feierlichen Protest. Die durch die seitherige steuerliche Belastung bereits überbürdete Wirtschaft der Stadt Gießen sieht sich durch das einseitige Diktat in seiner Existenz bedroht. Die Versammlung ist dabei auch der Auffassung, daß einerseits die Voraussetzungen für die Ernennung eines Staatskommissars nicht vorgelegen haben und daß anderseits der ernannte Staatskommissar seine ihm durch das Gesetz auferlegte besondere Verpflichtung, alle Ausgaben unter dem Gesichtspunkte der äußersten Sparsamkeit nachzuprüfen, nicht erfüllt hat. Der bei einem städtischen Haushalt, der sich in Einnahmen und Ausgaben auf 7,75 Millionen Mark beläuft, Ende 1930 unvorhergesehen aufgetretene Fehlbetrag fällt nicht so erheblich ins Gewicht, daß die Voraussetzungen des § 1 Absatz 1 des Gesetzes vom 11. Dezember 1930 anerkannt werden können. Dieser Fehlbetrag hätte auf andere Weise ausgeglichen werden können, als durch die borgenommene einseitige Realste uer bei ast ung. Die Versammlung verlangt deshalb, daß die Ernennung des Staatskommissars für Gießen vom 30. Dezember 1930 zurückgenommen und die von diesem erlassenen Maßnahmen aufgehoben werden. Sie weist dabei darauf hin, daß auch der Preußische Minister des 3nnem und der Preußische Minister der Finanzen durch einen am 23. Dezember 1930 bezüglich der Stadt Hannover gegebenen Erlaß den Standpunkt vertreten haben, daß ein etwaiger Fehlbetrag gegenüber dem Gesamtetat der Stadt erheblich ins Gewicht fallen mutz, ehe die Ernennung eines Staatskommissars gerechtfertigt ist, unb daß die für die Stadt Hannover eingesetzten Staatskommissare am 12. (Januar 1931, offenbar doch im - Einverständnis mit der Regierung, zurückgetreten finb. Die Versammlung beschließt weiter, 82ß für den Fall der Ablehnung der beantragten Abberufung des Staatskommissars im 2Dege des vermal- tungsstreitverfahrens festgestellt werden soll, daß die Ernennung eines Staatskommissars für die Stadt Gießen im Gesetz vom 11. Dezember 1930 keine Stühe findet. Einstimmige Annahme. Der vorstehenden Entschließung wurde einmütig d u g e ft i m m t. Der Vorsitzende schloß mit Dankesworten an die bürgerlichen Stadtratsmitglieder für ihr verständnisvolles Eintreten zum Schuhe Der berechtigten 3ntereffen des Mittelstandes die Versammllmg. Or. Ehrhard zum Oberbürgermeister von Mainz gewählt. WSN. Mainz, 21.Jan. In der heutigen Sitzung des S t a d t r a t s wurde Bürgermeister Dr. Ehrhard mit 36 Stimmen zum Nach- folger des Oberbürgermeisters Dr. Külb gewählt. 27 Stimmen waren auf den Beigeordneten Dr. Kraus entfallen, fünf Stadträte hatten sich der Stimme enthalten. Die Gesamtbezüge des künftigen Oberbürgermeisters sind um 5000 Mark gekürzt worden und werden 22 160 Mk. jährlich betragen. Der neue Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Dr. Wilhelm Ehrhard, ist 1884 in Mainz geboren, wo er auch das Gymnasium besuchte und 1902 das Abiturientenexamen ablegte. Nachdem er seiner militärischen Dienstpflicht genügt hotte, besuchte er in die Universitäten Heidelberg, Berlin, München und Gießen. Nach Ablegung seines Assessorexamens ließ er sich 1910 als Anwalt in Mainz nieder, welche Tätigkeit er bis zum Kriege ausübte. Nach dem Weltkrieg kehrte er, geschmückt hüt dem Eisernen ftreuA 1. und 2. Klasse, mit seinen Truppen zurück und nahm seine Anwaltspraxis wieder auf, bis er als Beigeordneter in die Verwaltung der Stadt Mainz eintrat. In feinem neuen Wirkungskreis machte er sich besonders verdient um das Erziehungs- und Finanzwesen und um die Förderung des Bauwesens und des Wirtschaftslebens. Während des passiven Widerstandes stand er im „Wie du wünschest, Norma. 3ch warte hier ebenso gern wie an der Bank. Llebrigens ist Dr. Römer ebenso „furchtbar" pünktlich wie Ich, ich werde also immerhin Gesellschaft haben." Bamowski lächelte indigniert. Er ähnelte in puncto Pünktlichkeit entschieden Norma, denn seine Morgentoilette mit dem Gebrauch der verschiedensten Parfüms und Creams und Haarbürsten erforderte nicht viel weniger Zeit als die einer verwöhnten rmd sorgfältig angezogenen Frau. „Also wir beide sind die schwarzen Schafe, Rolf", sagte Norma und nickte ihm vertraulich zu. „Wir wollen uns also morgen bemühen, die Herren der Pünktlichkeit zu verblüffen." „Es wäre eine angenehme Lleberraschung — aber nimm dir nur nicht zuviel vor", entgegnete Wördehoff zweifelnd — So ging man an diesem Abend mit einem Scherzwort auseinander. Wördehoff ahnte nicht, daß der nächste Tag ihm eine Lleberraschung bringen würde, allerdings keine angenehme. Er war in der Tat am Morgen der erste, der sich bei der verabredeten Bank einfand. Cs war ihm nicht einmal unangenehm, daß er hier eine Weile allein sitzen konnte, um die stille Vormittagsstunde zu genießen. Er dachte an Ricolette. Sie selbst hatte ihm wieder das Frühstücksbrot in die Tasche gesteckt und gesagt: „Grüß mir unfern Wald, Liebster. Wie gern würde ich rnitkommen — aber es ist ja hier noch so viel zu tun. So kann ich ihn nur des Abends von unserem Garten aus sehen. Wie ich mich auf die Abende freue — du!" 3a — abends, wenn Wördehoff seine Verpflichtungen den unerwünschten Besuchern gegenüber erfüllt hatte, saßen sie wohl noch beide eine Weile draußen im Schloßgarten und ihre Seelen bauten Luftschlösser der Zukunft. „Ricolette — du Liebe", flüsterte er. „Wie gerne würde ich dich auf deiner Reise begleiten. Aber es geht ja nicht — es darf nicht fein.“ Da tauchte Dr. Römer zwischen den Daumen auf. „Guten Morgen, Wördehoff!" Herzliches Händefchütteln. „Ra — da haben wir's wieder: Wir können warten. Trotzdem es wirllich doch nicht mehr fo sehr früh ist. Rur gut, daß man das — vorher wußte!" Er lachte belustigt. „Es geht eben doch nicht anders. Ra — bitte, eine Zigarre gefällig ?" „Danke — nicht am Vormittag, Doktor." -Ach fo, richtig. Sie find ja hier fo eine Art Raturmensch geworden. Na ja — auch was teert. 3ch muh mein Kraut auch am Vormittag rauchen." Dr. Römer machte eS sich auf der Dank bequem. Sie plauderten eine Weite von diesem und jenem, Mittelpunkt des Abwehrkampfes gegen die Sevara- tiften. Das letzte Eingemeindungswerk ist feiner Initiative zu verdanken. Zusammenschluß der Industrie- und Handelskammern S egen und Dillenburg. WSN. Dillenburg, 21.3an. Auf GrunS übereinstimmender Beschlüsse ihrer Dollversamm- lungen haben die (Industrie- und Handelscam- mem Siegen und Dillenburg beim preußischen Minister für Handel und Gewerbe die Zusammenlegung ihrer Dezirke zu einer gemeinsamen Kammer beantragt, für die der Name „3n- dustrie-undHandelskammerSiegen- Olpe-Dillenburg" vorgesehen ist. Die Zusammenlegung soll auf Grund eines abgeschlossenen Vertrages mit Wirkung ab 1. April 1931 erfolgen. Der Sih der neuen Kammer wird Siegen sein. 3n Dillenburg bleibt eine Geschäftsstelle zur Erledigung der örtlichen Angelegenheiten im Namen der Gesamtkammer bestehen. Sämtliche Kammermitglteder werden in die gemeinsame Kammer übernommen. Die (Industrie- und Handelskammern Siegen und Dillenburg glauben, durch diese Maßnahme eine neue Kam- merorganifation mit größerer Stoßkraft in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu schaffen und einen bedeutungsvollen Schritt im Sinne der vielerorts angestrebten Reform der Verwaltungsorgane zu tim. und die Zeit verging dabei. 3a, sie verging überraschend schnell. Als Wördehoff nach der Llh- sah, stellte er fest, daß schon über eine halbe Stunde vergangen war. „Nun dürfte es Zell werden, daß das Pärchen! auftaucht", meinte Dr. Römer. „Daß Darnowskh auch immer so lange trödelt, das gefällt mir an ihm nicht, trotzdem er sonst ein beachtenswerter Kerl ist." „Hm — machte Wördehoff. „Deachtenswert? Mit seinem Monokel etwa? Oder feinem Parfümerieladen?" Römer schüttelte lachend den Kopf. „Mit feiner Kunst natürlich, meine ich. Er Eaiut wirllich was. Ein fabelhafter Schmiß in der Zeichnung — und eine Beherrschung der Farben» Wirllich — er kommt mächtig hoch. Er weih, was die Leute wollen — und so malt er eben. Mondän bis auf die Knochen —" Wördehoff wiederholte nur fein „hm —“ „Daß er daneben ein Kavalier ist und ein bißchen eitel und feminin — na, irgendeine fatale* Eigenschaft hat ja jeder Künstler, ilnb seine ist doch nicht die schlimmste. 3m Gegenteil — Eleganz, wenn auch übertrieben, wirkt immer auf die Frauen —" „Auf manche, lieber Doktor —14 „Na ja — er bleibt eben in seinem Milieu." „Hübsches Wort", sagte Wordehoff ironisch. „3ch denke, ein Künstler — ein echter — mutz überall zu Hause sein, nicht bloß — in „seinem Milieu". Aber halt — kommt er da nicht an?“ Sie erkannten Barnowskys elegante, geschniegelte Gestalt aus dem Waldweg. „Wirklich — und auch allein?" sagte Dr. Römer. „Na — er wird zufrieden fein, daß er nicht der letzte ist. Wundert mich aber, daß er nicht fo lange gewartet hat, bis (Ihre Frau fertig war." Darno wsky kam näher. Sein typisches „schönes" Lächeln im Gesicht. „Servus, meine Herren. Da bin ich! Ditte, meine Verspätung entschuldigen zu wollen. Aber — ja, wo ist denn Norma?" Er sah sich ordentlich enttäuscht um. „3a, das müssen Sie doch besser wissen als wir, mein Lieber", sagte Dr. Römer. „Sie kommen doch gerade aus dem Gasthof —“ „Na — das ist gut! 3a — allerdings, ich komme aus diesem komfortablen, mit allem Luxus der Neuzeit nicht eingerichteten „(Braunen Hirsch". (Ich toarte auf Norma Nelson. Lind da es mir — hm — ein bißchen lange dauerte, klopfte ich an ihrer Zimmertür an. Aber feiner antwortete. Da tauchte die Wirtin auf und sagte, daß die „Dame" schon bot längerer Zeit weggegangen sei. 3ch also sofort los — und da bin ich! And Norma — ist wirllich nicht hier?" (Sortierung folgt) ;d>tuih tteiw K'Nis, fr bic * o» Z n> < > “’S. IZilK^d-Ä fte* *» erben. auf. "is**» PUnft dr§?Ader ^.öewSj^' W9 2® Kwicht , und rA.?aatr. 6taaKe> die vch im-jM?* ®« tret^A^ir LWelfcr’^|6tbn fr ken Abberufung 2*6,5 ** ??*•** w*b"® Zunahme. 2; 3"Ä ;$5 gegen bi? Separat inoungstoerf ist sti„„ t Ädchne-. unb urnö.tgen enburg. •'21,' 3Qn. Auf GrM illa ihrer Tollversamm» ine- unb Hmdelskam» bürg beim preuhifchm Gewerbe die Zus am» zirke zu einer gemein» , für die der Aaine ,3n» lskammerEiegen» vorgesehen ist. Die Zu» tainb eines abgefchlolfe» ngabl.AprillSZI en Kammer wird Sie» bleibt eine SeMks» örüichm Qlngelenen- famttanunet bestehen, der werden in die ge» vmmen. Die Inbufnic» Siegen und Dillenburg gnayme eine neue Kam» «herer Etohkrast in der isgaben zu schaffen und Schritt im Eime der Die* orm der Verwaltung-» ei." Ja, sie verging über» r Uhr sah, stellte er fest, Stunde vergangen war. erben, taa iwlt das ge älli mir an Kein Achtenswerter -deboff. „Deachtenswert? ido? über fernem W ab den Kopf. irlich, meine ich- Er lawi LS» »4 wchen 7, . _« sZrq • L SS** d rieben, Noktor 7 avijieu.“ Ä* 9°'»"" fiSr * *«- ildigen w -2“ U^Sfena^ och besser ko^en ir.E ' mineftjjirtifl ®“L Zeit Wirischast SJLtfpoti IC» Samstag (Oberhof) Ludwig Boeck-Resselwang, der nach Amerika verpflichtete deutsche Skilehrcr. beteiligte sich bei den amerikanischen Skimeisterschaften in Cary (Illinois) erstmalig in USA., er konnte aber mit Weiten von 37 und 32 Meter nur den achten Platz belegen. trägt bei 10 Mk. Haftsumme 5 Mk. Bei bet Borst and swahl wurden ernannt; zum Direktor H. Hofmann. Hungen; Stellvertreter Frd. Bopp. Bellersheim, Borstandsmitglieder Bob. Hübner, Langd, und Rud. Henkel. Inheiden; zu Aufsichtsratsrnitgliedem: Otto Hufsel, Ruppertsburg; Herrn. Roth, Bettenhausen; W. Reichhardt, Rodheim; St. Eller lll . Mu- schenheim, Otto Roth, Ronnenroth, unp Hch. K u l l m a n n, Obbornhofen. Durch Werbevor- trage hofft man die Landwirte aus Birklar, Steinheim, Derstadt-Wohnbach, Billingen, Röch- ges, Ober* und Rieder-Bessingen für die genossenschaftliche Diehverwertung zu gewinnen. Sircie Büdingen • Büdingen. 21. Ian. Zwingender Umstände halber muhte der Termin für den Dü- dinger Petrimarkt vom 22. bis 24. Februar auf die Zeit vom 15. bis 17. Februar verlegt werden. ernannt; der Beschluß löste bei den Mitgliedern lebhafte Freude aus. Der erste Sprecher, Dr. Rau, überreichte Herrn Schneider, dem ersten Ehrenvorsitzenden des Dereins seit dessem Bestehen, eine geschmackvolle, handgezeichnete Ur» künde. Ehrenvorsitzender Schneider sprach für diese Auszeichnung seinen herzlichsten Dank aus. Bei der anschließenden Dorstandswahl wurde der erste Sprecher Dr. Rau durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Ferner wurden wiedergewählt die Turner Iul. Dahmer, Dr. W. Bern, Ernst Kais, 2ld. Schütz, K. Berr, Ad. Keil, Alsr. Heyd, Gust. Weickhardt, L. Krämer, Iul. Beller, L. Cröhmann, L. Weickhardt, W. Schneider und W. Buh. Reugewählt wurden als Ober» turnwart Fritz Henkelmann, 2. Frauenturnwart Elsbeth Tröster, 2. Sportwart P. Hoppenau, Beisitzer A. Krämer und K. Reiche. Auherdem wurde der Borstand erweitert durch einen Iu- gendwart, Turner Studienrat Dietz, Boxwart W. Breitner und Schwimmwart Franz Fiedler, um der Iugend noch mehr wie bisher einen besonderen Führer zu geben und dann, um die beiden anderen Sportarten weiter auszubauen. Auf Vorschlag des Borstandes soll in diesem Iahre von der Veranstaltung eines Maskenballes abgesehen werden. Ehrenvorsitzender K. Schneider sprach im Namen der Turnerinnen und Turner dem ersten Sprecher und dem Borstand Daük und Anerkennung für die Arbeit im Interesse des Vereins aus. Ein geselliges Beisammensein schloß sich an den geschäftlichen Teil des Abends an. Die Skimeisterschaften der größten Kreise im Deutschen Ski-Verband begannen am Samstag mit den Langläufen. In Thüringen (Oberhof) siegte Otto Wahl (Zella Mehlis) in 1:45:40 für die 18 Kilometer, den Titel des Harzer Skimeisters in Braunlage holte sich Reinecke (Clausthal-Zeller- seld) in 1:39:42 für die gleiche Distanz und bei den Allgäuer Meisterschaften in Füssen tarn Gustl Müller (Bayrisch-Zell) in 3:04:14 über die verkürzte Strecke von 10 Kilometer als Erster am Ziel an. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 24. Januar. Vorabend 5 Uhr; morgens 9; abends 5.15 und 5.55 Uhr. Israelitische Religionsgesellschasl. Sabbatfeier den 24. Januar. Freitag abend 4 40 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 5.10; Sabbatausgang 5.55, Wochengottesdienst: morgens 7; abends 4.30 Uhr. Oberbeffen. Landkreis Gießen. —Hungen, 21. Ian. Zwecks Gründung einer Genossenschaft für Viehverwertung sand hier im „Solmfer Hof" eine stark besuchte Versammlung von Landwirten aus den Orten Ronnenroth. Langd,- Ruppertsburg, Hungen, Mtphe, Dellern heim Inheiden, Rodheim, Langsdorf. Muschenheim und Bettenhausen unter dem Vorsitz von Landwirtschaftslehrer Frech, Darmstadt, und im 03eifein von Landwirtschafts- schuldirektor Dr. Lehr. Lich, und Oberrevisor Hartmann, Gießen, statt. Der Genossenschaft, die ihren Sitz in Hungen haben soll, traten 140 bis 150 Landwirte bei. Zweck der Genossenschaft ist, durch Zusammenarbeit der Landwirte die direkte Belieferung der Viehmärkte mit Vieh zu ermöglichen. Die Lieferpflicht erstreckt sich auf sämtliche Tiergattungen. Der Geschäftsanteil be» Aus aller Welt. Zusammenstoß zwischen Studenten und Polizei in Heidelberg. In Heidelberg sand auf dem Mniversitätsplatz eine studentische Kundgebung statt, die vom A k * tionsausschuh der Rationalen Studentenschaft einberusen worden war. Der nationalsozialistische Stadtrat Zahnarzt S*r- Abendr oth protestierte hierbei gegen Den -öe- schluß des badischen Kultusministeriums, durch den der allgemeine Studentenausschuß aufgelöst toor* den ist. Als Der Redner geendet hatte und Die Versammlung im Begriff war, sich auszulöstn erschien die Polizei und begann die noch Versammelten auseinanderzutreiben, weil „Versammlungen unter freiem Himmel verboten sind. Dabei wurden die Teilnehmer und die zahlreichen Zuschauer in die benachbarten Straßen und m das Mniversitätsgebäude abzedrängt. Die Beamten benutzten zum Teil den G u m m i k n u p P e I bet der Räumung, wogegen die Studenten tevhaft protestierten. Es gab einige Leichtverletzte. Spater sand b e i m R e k t v r eine 03esprechung mit Vertretern des Aktionsausschusses statt. Im Anschluß Daran hielt der Rektor in der Aula der Mnt* versität eine Ansprache an die Studenten, in Der er zur Ruhe und OSesonnenheit aufforderte. Lin Orkan bringt einen Zug jur Entgleisung. Durch den heftigen Sturm wurde auf Der Nebenstrecke 03er le berg —ÄljritJ zwischen Den Stationen Garz und Hoppenrade ein Kleinbahnzug aus den Schienen gestürzt. Dabei kam Der Zugführer Ziggel um« Leben. Hochschul-Gkimeisterschasten. Der Sprunglauf. Die Deutschen Hoch'chul-Skimeisterschaften wurden zunächst am Sonntag mit Dem Sprunglauf auf Der Olympiaschanze am Gudiberg bei Garmisch fortgesetzt. Ein auskommendes starkes Schneetreiben gestattete nur im zweiten Sprung die Ausnützung des vollen Anlaufs, Die erreichten Weiten können daher bei der Beurteilung der Leistungen nicht maßgebend sein. Allerdings muh auch gesagt werden, daß Die Teilnehmer fast durchweg mit großem Schneid fprangen, ohne jedoch Damit Den Mangel an skitechnischem Können Damit ganz verdecken zu können. Der Desto des Sprunglaufs war der Innsbrucker Harald Reinl. während Leupvld, Breslau, nach seinem famosen Langlaufsieg am Vortag durch einen Sturz auf dem 12. Platz endete und damit auch in der Gesamtbewertung ziemlich zurückgefallen ist. Die Ergebnisse des Sprunglaufs: 1. Harald Reinl, Innsbruck. 297.8 P. (30, -t2, 36 Meter); 2. Dehmel, München, 255,1 P., (29, 29, 32 Meter); 3. Dollmayer, München, 255,1 P. (28, 32, 29 Meter); 4. Rielßen, München, 252,5 P. (34, 42, geft., 34 Meter); 5. Kurt Reinl, Innsbruck, 250,1 P. (27, 32, 31 Meter); 6. Cämerer, München, 249,9 P. (26, 31, 29 Meter); 7. Rieder, Wien, 248,2 P. (20, 35, 30 Meter). Berliner Gchlittschuh-Club wieder deutscher Eishockeymeister. Das Endspiel um die deutsche Eishockeymeister- schast wurde am Mittwoch im Berliner Sportpalast ausgetragen unb vom alten Meister, dem Berliner Schlittschuhklub, gegen den BfB. Königsberg mit 9:2 gewonnen. Die Drittel ergaben 1:2, 4:0, 4:0 Tore für Berlin. Der Berliner SC. ist damit zum zwölften Male deutscher Meister. Waldhof Handballmeister vom Rhein. Um die süddeutschen Handballendspiele nicht noch länger hinauszu.zögern, mußte der noch nicht ermittelte Meister der Gruppe Mein vorläufig bestimmt werden. Die Bezirksbehörde beauftragte den gegenwärtigen Tabellenführer SV. Waldhof mit der Vertretung der Gruppe Rhein. Woldhos wird bereits am kommenden Sonntag in Trier gegen Westmark spielen. Kurze Gportnotizen. Aus der M i t g l i e d e r b e w e g u n g im Jahre 1930 ist zu berichten, daß der Verein einen Zuwachs von 25 Mitgliedern zu verzeichnen hat, so daß er jetzt, ohne Die Schüler, 576 Mitglieder zählt. Aus turnerischem und sportlicbem Gebiete konnte der Verein im Lause des Zayres 1930 sehr zufriedenstellende Erfolge erzielen, ein Beweis für die gute turnerische und sportliche Ausbildung; der Ober- turnwart und die Abteilungsleiter gaben eine gr naue Uebersicht über diese Erfolge. Nach dem richt des Rechners Dr. N e r n bewegten sich die Einnahmen und Ausgaben des Vereins im Rahmen des Voranschlags. Der Kassenbericht sowie der Bor» anschlag von 1931 wurden genehmigt und dem Rechner einstimmig Entlastung erteilt. Einer Revision der Vereinssatzungen und der Turnordnung wurde nach kurzer Aussprache zugestimmt. Auf Antrag des Vorstandes wurde der langjährige frühere Vorsitzende des Vereins, Turner K. Schneider, einstimmig zum Ehrenvorsitzenden mit Sih und Stimme im Vorstand Turneriagung in Butzbach. Ausreichung des Turners und 2. Gauvertreters Schneider. * Butzbach, 21.Jan. Der hiesige Turn- unb Sportverein e. D., Turngemeinbe von 1 846, hielt unter bem Borsitz seines ersten Sprechers Dr. Rau eine zahlreich besuchte Hauptversammlung im „Deutschen Haus" ab. Dr. Rau gab in seiner ^einleitenden Ansprache einen Ueberblitf über die wichtigsten Ereignisse in der Deutschen Turnerschaft im Laufe des verflossenen Jahres und gedachte sodann der 60. Wiederkehr des Reichsgründungstages. Anschließend wurde das Andenken der im Berichtsjahre verstorbenen Vereinsmitglieder in üblicher Weife geehrt. uns bereits gestern angebeutete Bevorschussung Der Reichsbankaktien wurde von der Börse eh« günstig kommentiert und hob die Wirkung de« gestrigen schwachen Schlusses von Neuhof wieder auf. Bemerkenswert fest eröffneten AED., wah-, renD Lahmeyer, Süddeutsche Schiffahrt wett« gedrückt lagen, aber nicht ganz $ waren. Anleihen im Okrlaufc ruhig. Pfandbriefe noch unentwickelt, Reichsschuldbuchforderungen etwas schwächer. Am Geldmarkt hat sich nichts geändert. Tagesgeld 4 biS 6 $koj., OttonatS» gelb 6‘ , bis 7'/, Proz. Warenwechsel zirka 5' , Proz. Auch im 03erlaufe blieb das Geschäft still. Die Kursentwicklung war weiter Uneinheitlich. Schultheiß gewannen aus Deckung zirka 3 viS 4 Proz., sonst hielten sich Die Veränderungen tm Rahmen von 1 Proz. gegen Ansang. Hamburg Süd setzten ihre Auswärtsbewegung um 1 , Prozent fort. Deutsche Linoleum bröckelten ab. Svenska besserten sich um 2 Mk. usw. Die Notiz für Brown Boveri wurde bis zu Kassakursen ausgesetzt, Da Der Beschluß Der Dividendensenkung Der Holding Brown Boveri einen gewissen Sin- Drud machte. Schwcincmarkt in Friedberg. WSN. Friedberg. 21. Ian. Zum heutige» Schweinemarkt waren 449 Jungtiere auf getrieben. Das Geschäft war recht ftoti. Es wurden bezahlt: bis sechs Wochen alte Tiere 18 biS 25 Mk.. sechs bis acht Wochen.alte 25 bis 30 Mk.. acht Lis zwölf Wochen alte 30 bis 35 Mk. Ss verblieb etwas UeberftanD. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. 01L, 22. Ian. Auftrieb: 79 Rinder, 805 Kälber, 276 Schafe, 860 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 63 bis 67 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 58 bis 62, geringe Kälber 50 bis 57x — Schafe: Mastlämmer und jüngere Maste hämmel (Weiüemast) 42 bis 46, mittlere Mast* lämmer, ältere Masthämrnel und gut genährte Schafe 34 bis 41 Mk. — Schweine: nicht notiert. — Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Schweine schleppend, Ueberftanb. Berlin, 22. Ian. Nach einem zurückhaltenden und ziemlich undurchsichtigen Dormittagsverkehr eröffnete die heutige Börse im allgemeinen in wenig veränderter Haltung. Bei geringem Umsatz «gaben sich gegen gestern kleine Kursabweichungen, die wieder mehr vorn Zufall abhängig waren. Während einerseits noch mehr bis zum Ultimo gedrückt wurde, war and«seits erneut einiges Angebot zu beobachten. So eröffneten Farbenaktien wieder enttäuschend. Die Genfer Situation machte zwar einen ganz guten Eindruck, und auch die von Holzversteigerungs - Termine. Freitag, Den 23. Januar. Versteigerer: Forst amt Schifsenb«g. 03ctjteigc- rungsort: Wirtschaft von Georg Somm«VI. in Watzenborn. 9.30 Uhr. . Okrfteigcrcr: Bürgermeisterei Lich. Dersteige- rungsort: Zusammenkunft am Burkhardsfelder Weg an d« Mittelschneise. 10 Uhr. Versteigerer: Fürst zu Solms-Draunselssq^s Forstrevier S)ungen. Dersteigerungsort: Distrikt Klasterschlag bei Langsdorf. Zusammenkunft am Langsdorf-Nonnenröth« Weg am Eingang zum Fürstlichen Wald. • Zigarrenfabriken Rinn & C1 vvs, Giehen-Heuchelheim. Bei den Zigarrenfabriken Rinn & Cloos wurde zu OSeginn dieser Tövche die Arbeit in den meisten Fil.albetrieben mit dem größten Teile d« Belegschaft wieder aufgenommen. Wie lange die Beschäftigung anhalten wird, kann heute noch nicht übersehen werden. • Stark rückgängiger Zementabsatz im Iahre 19 30. Das Absatzergebnis des Jahres 1930 bleibt für die verbandsmäßig zu- fammengeschlossene Zementindustrie mit 5,51 Millionen Tonnen und über 1,5 Millionen Tonnen hinter Dem Absatz des Iahres 1929 zurück. Der sich auf 7,04 Millionen Tonnen belief. Der Der» sand im Dezember 1930 betrug 215 000 Tonnen gegenüber 317 000 Tonnen im November 1930 und 305 000 Tonnen im Dezember 1929. Frankfurter Börse. Franks urt a. M, 22. Ian. Tendenz: knapp behauptet. Im heutigen Vormittagsverkehr war Die Tendenz sehr abwartend, da es an Anregungen fehlte. Indessen blieben bie~ Kurse auf Dem Niveau Der gestrigen Abendbörse etwa behauptet. Zum offiziellen Beginn machte ftch Verkaufsneigung bemerkbar. Eine Verstimmung ging von Der Sensationsverhastung in Der italienischen Geschäftswelt aus. Im Zusammenhang mit Den Insolvenzen der Finanzgesellschaft Sagaeia, die neben anderen Unternehmungen noch Farben und Kunstdüng«-Fabrikate vertreiben. Rückwirkungen auf deutschen Plätzen werden kaum befürchtet. Das herausgekommene Material fand Aufnahme, und die Kurse konnten sich später wieder etwas erholen. Die Entspa-nung in Genf machte an Der Börse einen im groß:n und ganzen guten Eindruck, hint«lieh heute ze.vch keine nachhaltige Wirkung, da die gedrückte inn«politische Lage entgegenwirkte. Die Kursentwicklung gegenüber der gestrigen Abe">>börse war nicht einheitlich, doch überwogen 1 bis 2 Proz. Abschwächungen. Von Elektrowerten gingen Gesfürel 2 Proz. und Siemens 1,5 Proz. zurück. Mehr gebrudt lagen fern« Deutsche Linoleum (minus 2,5 Proz.), Kaliwerte (minus 2 Proz.). Montanpapiere bei stillem Geschäft weiter 1 Proz. niedrig«. Einiges Interesse hielt sich für Schiffahrtsw«te und Sudd. Zuder, die bis 0,75 bezw. 1 Droz, gewannen. Bankaktien gehalten. Am Anleihemarkt biteben Deutsche Anleih« behauptet. Don fremden Werten gaben Türkenserien während d« Aufwärtsbewegung von gestern leicht nach. D« Pfandbriefmarkt lag ruhig. Im Verlaufe «gaben sich bei ziemlichem Geschäft und neuen Keinen Verkäufen der Spekulation Abbröckelungen bis 1 Proz. Der Geldmarkt lag weiter leicht. Tagesgeld 3,50 Pro» zent. Monatsgeld 6,13 bis 7,25 Proz. Warenwechsel 5,13 Proz. Am Devisenmarkt lag dieReichs- mart eher fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,206250, gegen Pfund 20,4150. London gegen Kabel 4,8540, gegen Paris 123,8950, gegen Mailand 92,73, gegen Madrid 45 95, gegen Schwe.z 25,0875, gegen Holland 12,0690. Berliner Börse. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — Reichsbankdiskont 5 v.H., Lombardzinsfuß 6 v.H. Banknoten. Beain. 21. Januar' 53,75 117,75 117,25 42,13 a.rn. 22. Januar 69 70 89,25 89,25 93,5 35 35,5 34,5 72,75 140 15 88 68 SO 97 145 100 81 93 27,13 3,15 55 8,75 8,5 lül 112 ml Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. Die Berlin - 13,1 6,75 21,5 16,75 26 2,13 13,1 6,75 71,5 47,25 54,5 14 31,5 26 2,15 21,6 17 1,35 3,13 17,4 18,5 2,35 3,25 100 147 92 94 73 88,9 90 93,5 94.5 72,25 99,5 145.5 122 97,5 142,5 60,13 128,75 32.5 42 66 19.25 63,5 25,5 73 63,5 31,5 41,5 122 130 53,75 30,5 122.5 131 185,5 117.5 57,5 13,75 31,5 117,5 57,25 41,13 94,75 232 s 9 u 1.275 58,57 112,32 112,32 112,55 10.585 22.01 20,405 4,2045 16,47 81,35 44.21 2,080 0,379 59,105 12.445 7.429 73,41 3,051 18,82 81.54 1.784 5,445 4,196 2,767 20,92 169,01 1,277 58,56 112,27 112,27 112,47 10,578 22,005 20,399 4,2025 16.462 81,31 44,36 2.080 0,374 89,25 103,5 97 98 99,5 145.4 121 98,5 41 55,75 88,75 90 92,5 95 72,65 49,5 59 55,65 28,75 33 61 123,25 132 185 50 47 87,13 32 42 64,25 12 , 3 > 5 . 6 , e t) o , 6 10 49 46,75 86,25 61 75,25 96 18,75 81.75 28.5 16 14 18'/. «wlltche Noil, Seid J___ 53.75 30.5 122 129.75 185 16V. . lu 1U 15 3,25 3,25 den Papieren a 6 , o , 6 . 8 8 io 10 9 10 10 11 36 ,.6 10 cdiuderi & (Io. . Siemens & Haitis Tranrrovio . . . tabmrt)« & Co.. 1,35 3,4 40 84! 236 . 59,20 12.459 7.437 73,49 3,053 18,84 81.69 1.789 5.455 4.202 2,743 20,9« 1.0. Forben.Inbustrte. Dvnamtl Nobel . . . » GdieiCccmfialt..... Golblckmidi . . • e • Rütfleriroerfe..... MetallgeleMchalt. . . . «ercmHlr Liahlwerke Ltavi Minen . . . . Kaliwerke Aschersleben Äalttoerte Wellerekeln Kaliwerk Salzdeynrch 59.08 12.439 7,423 73,35 3,047 18.80 81,53 1,784 4,445 4.194 2,737 20,92 1,279 58.69 112.54 112,54 112.77 10.602 22.05 20,445 4,2125 16,51 81,51 44,29 2,084 0,381 70 64,5 SmerilanNche Noten Belgiiche Roten ....... Ta»Iicl>e Nölen Englische Roten ....... ftransoiildie Noten ...... Holländische Noten ...... Ilailenlsche Noten........ Norwegiiche Noten . . . ... . Teulsch-Oekerretch, i 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Roten Schwerer Noten . . Spanische Noten........ Dchechotlowolüche Noten Ungarische Noten 139,75 120 48.25 46,5 87,75 57 75,5 96.5 19,25 83 28,5 1,15 3,4 13,1 6,7 GdnülbelS Patzenhoser . Cftrocde....... Wu Lemberg. . .. • • • Zellklosl Waidboi . . . »ellsloss Aichassenbura . Ebarlottenburger Wasser Dessauer toal Daimler Motoren . . . Deutsche Lmoleum . . Maschinenbau A.'913..... 4% Ungarische fhonentrnte . . - 4% Türiische Zollanieibe von 1911 4% Tattische Vogdadbahn-Anl <äene ............ 4% deigi. Serie 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ...... 4Z4% Rumänische verernh. Rente von 1913 _•«.»• 4A, Rumänische vereinh. Rente . gdln.-MeucHcn. • • Mannesmann-Röhren Maneselder Bergbau . Cbctichlci. Liiendedatt ILberschiei. Koltwette. Phünlr Bergbau . . . Rdeinische Braunlohte» Rdcin stahl I Riebeck Montan . . . Philip» Hol,wann . . Zementwett Heidelberg Zementwerk parlltadt. tBan6 & Frey tag . . kxranyutter Maschinen . . Gritzner Heviigenstaedt . . • • • Iungban,........ Lechwette -n.amlraslwettc Höchst a. M. Mtag Sebr. Roeder . Bclgi & Haessner .... Eliddeutsche Zucker ... Brief 4,219 58,59 112,45 20,485 16,50 169,54 22,07 112,45 59,22 2.495 112,84 81,60 44,09 12,46 73,54 Buverur .... Deutsche Erdöl . Ciicnet Steinkohle Gelsenkirchener . Harpcner.... Hoesch Eisen. . . Iise Bergbau . . iflödnecwette . . ..................* Bergmann ” Lleklr. Lieserung^esellschast. 10 Licht und «rast......10 Feiten S Guilleaume . . . <¥, (Scieltlrtiaft slrr Dekttische Unternehmungen .... 10 Hamburger Eler,ri,iiLtS.Wette 10 z.bemijche ElekkrizilLt .... 9 Schleiilche Elektrizität, SSb 4,199 58,35 112,01 20,405 16,44 168,86 21,99 112,01 58.98 2,475 112,40 81,28 43,91 12,40 73,24 Franlsun a. m. | Derlln Schluß» für« 1-llhr« flurd Schluß. tut» Ansong. flur< Dalum 21.1. 22.1. 21.1. 22.1. Sranhun a. vi. 1 Berlin Schluß» ‘ fur4 1 1-Uhr. | Ä rt 1 Schluß«! für# 1 Bntong« Kurs Datum «... 22.1. 21.1. 22.1. Hamburg-Amerika Eakei . . Hamburg'Slidam. Dampsschiss 7 57 57,5 56.9 57,75 8 — — 137 138 Hanta Dampsschiss..... 10 —— — 106,5 —— Norddeuticher Lloyd..... 8 53 58,75 57,75 59,25 Allgemeine TeutscheCreditanst. 10 96,5 — 97 98 Barmer Bmikoercin .... Berliner Handeltaelellschast . 10 100,25 100,25 100,25 100,25 12 117 — 117 116 kommen- und Prioat-Bonk. 11 103 108,25 108 108,25 Darmstädter und Nationaldank 12 142 — 141 141,25 Deutsche Bant und 108 108 Ttseonto-Gesellschast, . . . 10 108 — 10 108 108,25 108 108 .................. 12 — — 224 Frankiurt a. 37. Lerlm Schluß» hir8 Stur4 Schluß» kur» Anfang» Kurs Dalum 21.1. 22.1. 21.1. 22.1. 6% Deutsche Retchtaiueihe von 1927 ......... 7% Deutsche Reichsanleihe Deutsche Arn.-AblSI.-Schuld mit Auslos.-Rechlen....... Dergi. ohne AuSlos.-Rechte . . 6% Hess. Boll'Itaat von 1929 (lüdtablb. 102%)...... Cbribcllcn Provln, - Anleihe ml' 85 99 51,5 4,9 88,75 | | l°.e2 | | 85 99 5J,5 4,8 88,75 I 1 co 1 1. Deutsche Komm. Eammelabl. (Sfrlr 1 ..... 47,5 _ 48,1 — 6% tzranks. Hop.-Bank Soldpse XIII unlünddar bis 1034 . . . 7% Tranis. Hov.-Bank Soldpse 99,75 91,9 — — E Waldflora 3 ■ Stuhlregalierunf für Fettleibigkeit Kein Tee eum Kochen1 Gießen (Schillerstraße 13), Bad-Nauheim, den 21. Januar 1931. Niederlage: Kräuterhaus Jung, Schulstraße 5 594 P| 1. Ver- 2. I 1 Stangen 172 580D Der Bürgermeister: Bernhard. 596 D es A D 597 D 280C e 1 großer zu fabelhaft billigen Preisen bei Spezialgeschäft für Teppiche u. Gardinen 179 A wgebaStf Die Beerdigung findet Samstag, den 24. Januar 1931 .mittags 12‘/3Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Nr. 1 Nr. 2 a vom Ver- Nr.10 Nr.11 2 3 Der in dem Vergleichstermin 8. Januar 1931 angenommene gleich wird hierdurch bestätigt. 132,60 86,79 17,43 S t O k o r. t o 1 f e ä u f e r . für ZnflkgrAfpwfrf für Schlaflosigkeit Kiefer (aus Distrikt 24): Stämme 64 St. mit 22,47 km Anfldärungndirift über Waldflora kostenlos in Apotheken, Drogerien und ReformhSaeem. Georg Rich. Pflug & Co., Gera (Thür.) SCHADE & FüLLGRABE Arbeiisvergebung. Für den Neubau des Marktlaubcn- r So billig wie noch i nie! . | Verkäufe- Zwischen Schiffen- berget Weg und dem Nabrungsberg ein Grundstück ctt Vs Morgen grob, zu verlausen. Sckristl. Angeb. um. 0383 an d. Gieß. Anz gebäudLs sollen die Schlosserarbeiten vergeben werden. Angebote sind bis zum Mittwoch, dem 28. Januar 1931 vormittags 10 Uhr bei uns einzureichen. Die Angebotsvordrucke und Zeichnungen liegen auf dem Bureau des Herrn Bau- rnts Pfaff, Gartenstraße 26, zur Einsicht offen. Gießen, den 20. Januar 1931. Städtisches Hochbauamt: G r a v e r t. 3 LäiMweine 10—12 Wochen, zu kaufen ges. 0393 Hotel Prinz Carl. Piano- Stimmungen und Reparaturen durch eigene, bewährte Fachkräfte gut und preiswert. a7#iA Pianohaus Schönau Tel. 3269. Seltersw.91 Stämme 163 St. mit „ 81 „ „ 7 „ „ Nr.8Magen-n.DarmIeiden Nr. • für Gicht, Rheuma, Reißen, Adens* Verkalkung, Ischias, offene Beine, Kopf schmerz,Energielosigkeit,Blut- Peinigung 39 18 r So billig wie noch k niel . Nr. 3 a . . für Maden- und Spulwürmer Nr. 4 ........für Nierenleidende Nr. S ........für Langenleidende Nr. 6 .........für Steinleidende Nr. 7a.. für Blutarmut und Bleichsucht Nr. 9 ....... .für Nervenleidende 222 92 14 Wissenschaftliche Werke Sondergebiet oer Brühl'schen Druckerei Ä(. la „ 1b „ 2a Danksagung. ' Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Helene Nuhn. Lollar, den 21. Januar 1931. Ltccg Paris, mit dem A hinfid)M treidepl pellaüon » gchörendrn tet: Kann i Weinungsi netts in b> durch die, und die j tion her klärt, er m zum 2orn auf Erhöh geben h wendige - Fachzeitm erhöhnng durch ie günstig werden' Umsatz lichen Es f< Minister kats de sranzösi an die Weise i plane manöve zugute, Mini Prodi Getreide durch to, limbisch« gierung M regi Lanb leien i Hande Hande malen gewesc kommt angeor bracht, der D habe st Der. der Ka Die ein Kamme Prvduz Epekulo llärung führen eine L gevrdnc über, i> billigt i Lchrvä Die "’ung Duhat, schlich gege heil die € blik gestim vor, l geführ gestimr itum aderet ®tim rrgebni samte °öatio Geisas Gardinenstoffe in Voile Mull Madras Tüll Etamin gestr. Leinen 25,90 4,15 Kl. 1b „ 2a „ 2b „ 3a „ 3b Freibank Freitag, bcn23.5«nuar31, von 8 Uhr ab [17CD Ileischverkauf. EISU-Betten (Stahl u. Holz) Polster. »dilafzimm.,Stahlmatr. Kinderb.Chaiscl. a.Private. Ratenzl. Katal.fr. 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Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu.der auch die Ausmärker bci- zutragen haben. 588D Nonnenroth, den 21. Januar 1931. Bürgermeisterei Nonnenroth: H p xpe. Meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Minna Geillus, geh. Rühl ist heute im 68. Lebensjahre still von uns gegangen. Otto Geilfus, Justiz Sekretär i. R. Heinz Geilfus und Frau Hans Huhn und Frau Erna, geb. Geilfus Walter Geilfus und Frau und drei Enkelkinder Der Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur gell. Kenntnisnahme, daß ich das [0392 MotaMäll Ludwigsplatz 8 ab 19. Januar 1931 übernommen habe. Ich. bitte, das meiner Vorgängerin ge- schenkteVertrauen auch auf mich fernerhin gütigst übertragen zu wollen. Karl Engel, Molkerei. uckerkranke 6680 V Siem Hung. mehr nötig. Gr. Erfolge. SloffenL AuSk.u.Talfachenber. durch Ph. Hergert, Wiesbaden, Rückertstr. 266 Ferner Posten Einzelstores Sy D>t - ,3) K, d-dl i-i»”1*.,« j, Infolge der Bestätigung des gleichs wird das Verfahren aufgehoben. 581D Gießen, den 13. Januar 1931. Hessisches 'Amtsgericht. Gut erhalt, schwarz. Paletot für kl. schlanke Figur au verkaufen. Vekrlg,Goethestr.29l | Empfehlungen) Frisch cingetroncn Schelllisch o. K. ä Pfd. 32 [U8i Feige, Sonnenitr. 9 „ 1 „ „ 1,94 „ Fichte (aus Distrikt 26): .. . . 31,02fm Brennholzversteigerung Donnerstag, den 29. Januar (einzige Brennholzversteigerung für 1931 zu Mer. lau), vormittags 9% Uhr, kommt in der Hörleschen Wirtschaft zu Blerlau aus den Forstorten Burgwald 3, 8, Haag 2, Eselskopf 1, 2, Sinnes 3, 9, 10, 11, 12, 13, Kammerwald 3, 4, 9, 10, Kratzbcrg 2, Buchscheer, Lehnheimer Sinnes 1, 2, Gäns- heege 3 der Försterei Blerlau sowie Flen- sungerkopf nachstehendes Holz zur Versteigerung: Scheiter rm; 335 Buche (hiervon 126 rm in Kammerwald 4), 4 Hainbuche, 11 Ahorn, 36 Eiche, 3 Elsbeere, 39 Kiefern, 2 Lärche, 54 Fichte. Knüppel rm: 81 Buche, 13 Hainbuche, 3 Ahorn, 21 Eiche, 2 Birke, 16 Kiefer, 2 Lärche, 21 Fichte. Reifer 1. kl. rm: 31 Buche, 3 Ahorn, 4 Kiefer. Reiser 3. kl. rm.- 288 Buche, 20 Eiche, Birke. Stöcke rm: 109 Buche, 3 Eiche, 6 Kiefer, 6 Fichte. 595D Das Holz mit rot unterstrichenen Nummern kommt nicht zum Ausgebot. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft durch Förster Edelmann zu Merlau und die unterzeichnete Stelle. Grünberg, den 21. Januar 1931. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. Nutzholzversteigerung am Mittwoch, dem 28. Januar 1931, von vormittags 10 Uhr ab im Saale des Gemeindehauses zu Frankenbach. Zu verkaufen Vogelsberger Herdbuch-Bulle II'/. Jahn I593D Höf Mübliachfcn bet Lick. Kartoifeln (Industrie) Mk. 2.— riet Zentner werd, abgegeben. 0341 Tr&nXL Str= 29e parL Sonderangebot Einige Hundert V. N. 13/30. Beir.: Vergleichsverfahren über das Vermögen der Firma Adolf Blüller & Co. vormals Moritz Gregori in Gießen. Beschluß.