Nr. 298 Erstes Statt Montag, 2l. Dezember 1951 181. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vri'ck Md Verlag: vrühl'sche Umversi1Sl§-Vuch- und Sleindruckerei R. Lanze in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schul^traße 7. Die Sonntags-Besprechungen in Basel wibtlnjun irtschaftsbe- mer stärker in einem d mltbringen SMMWW d^dtschaft mit dem Grundgedanken des Humar- klans, indem sie die Möglichkeit einer vorzeitigen ||0l ..«nähme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot^ für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für öeit Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. b ti laru‘ 10Stseide. cdde,*0. oe7ifl 5lcb tnod- 65o Lrlcheint 'öglich.auhei' Sonntags und Feiertag» Beilagen: •Die Illustrierte Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Schölle Monats Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 ' Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. .lernfvrechanschiüfse anterSammeInummer2251. ' Anschrift |ür Drahtnach» richtens Anzeiger Lietzen. pofifd)C(flonlo: Frankfurt am Main 11686. Der ehemalige Kriegsminister Palnlev 6 erklärte: Bereits seit mehreren Monaten schon sei eine Polemik entstanden, die bezwecke, Frankreich vor folgende Wahl zu stellen: entweder unverzüglich und restlos abzurüsten, und zwar ohne irgendeine internationale Garantie, oder als Feind des Menschengeschlechts zu gelten. Painleve redete von den „Mystikern der Abrüstung", die behaupten, die sofortige und restlose Abrüstung werde ohne irgendwelche anderen Bedingungen den Frieden im Gefolge haben. Das französische Dolk verlange von der Regierung, datz sie sich nicht durch eine gewisse ausländische Presse beeindrucken lasse. Frankreich müsse seine Kräfte sparen, um sich die Achtung zu sichern, auf die es ein Recht habe. Frankreich hoffe, datz die Regierung fest entschlossen sei» unter keinem Dorwand die Reparationsschulden zugunsten „ausländischer Spekulanten" verjähren zu lassen. Diese hätten wissen müssen, als sie chre Kapitalien zu hohen Zinsen in Deutschland anlegten, datz die Reparat.onsschuld eine er st rangige Hypothek zugunsten Frankreichs darstelle. 00 *oen d eses ines H rren- 'env.Mk.3i- ls24.Oez.l93i er Nacht. lerAnzelger) der internationalen Verschuldung zum Ausdruck gekommen sei. Lr läßt sich in drei Punkte zusammenfassen: 1. Die Reparationsschuldenzahlungen haben bis jetzt auf die internationale Wirtschaft einen starken Einfluß ausgeübt, der sich im- -e Firma bei chtsbedarfs tri, wie [onfektion usw. Kassa Einkäufen i$ 24. Dezember reiss einen rozent „erden staunen! \I_ZER Bafel, 20.Dez. (OB.) Die Beratungen des Sonderausschusses über den Schlußdericht sind in vertraulichen Besprechungen fortgesetzt worden, kurz nach 21 Uhr verließen die 11 Mitglieder des Aus- fchusses das Hotel Schweizer Hof, wo sie mehr als drei Stunden gemeinsam an dem Bericht gearbeitet haben. Es ist nicht möglich, auch nur einigermaßen ein Bild über den Stand der Arbeiten zu bekommen, da auch heute wieder die Aucfchußmitglieder a u f strengste Diskretion verpflichtet worden sind. Der Teil des Berichtes, der die statistischen Unterlagen, das von der deutschen Regierung gelieferte und vom Ausschuß geprüfte Material enthält, i st fertig und wird gegenwärtig in den vier offiziellen Sprachen (englisch, französisch, deutsch und italienisch) angefertigL Dagegen begegnet der zusammenfassende und kritische Teil, also der hauplteil des Berichtes, offenbar noch immer großen Schwierigkeiten. Heber gewisse grundsätzliche Fragen, die sich auf die Schlußfolgerungen, Empfehlungen usw. beziehen, ist man sich auch heute noch nicht einig geworden. Ls scheint, daß der Bericht ebenso stark, wie es im Layton-Bericht des Wiggin-Aus- schusfes geschehen ist, die weltwirtschaftliche Bedeutung der deutschen krifenzu- stände hervorhebt. Falsch ist die von französischer Seite verbreitete Meldung, daß der Ausschuß sich mit der Frage der Priorität der privaten oder der politischen Schulden beschäftigt habe. Die Frage ist bis jetzt nicht berührt worden. . Die Beratungen gehen morgen in der bisherigen Form weiter. Am Bormittag treffen sich die mit der Ausarbeitung des Berichts speziell beauftragten Mitglieder Melchior, Professor Rist, Layton und Professor Beneduce. Am Nachmittag findet wieder eine vertrauliche Zusammenkunft sämtlicher Mitglieder des Ausschusses statt. Man hosst, vor Weihnachten fertig zu werden. politische Hemmungen. Ter schwel',crischc Standpunkt zur interna ionalen Verschuldung. Basel, 19. Dez. (WTB.) Die Schweizerische Depeschenagentur meldet, daß in den Verhandlun- aen des Beratenden Sonderausschusses auch der schweizerische Standpunkt zum Problem Strenge Stillschweige-parole. - In den wichtigsten Kragen noch immer nicht einig Vor Weihnachten soll der Bericht fertig sein. jlnssenkung hat sich die Re hsregierung veranlaßt iJdjen, die Derordnckng über die mit Recht so viel erfochtenen Zuschläge für Steuerrück- die Tragbarkeit für die Hausbesitzer je nach Umfang und Ausmaß der Belastung entscheidend sein. Die Bestimmungen über das außerordentliche Kündigungsrecht der Mieter sind außerordentlich einschneidend: sie können dazu führen, daß sehr viele langfristige Verträge vorzeitig beendet werden und daß die Flucht aus den Groß- und Mittelwohnungen sowie aus Geschäftsräumen noch wesentlich verstärkt wird, wodurch eine starke Benachteiligung der Hausbesitzer wie auch der hypothekengläubiger eintreten dürste. Die Bestimmungen über Abbau und Beendigung der Wohnungszwangswirtschaft sind insofern von grundsätzlicher Bedeutung, als nunmehr die vorgesehenen Lockerungen von Reichs wegen angeordnet worden und somit eine gewisse Einheitlichkeit in den Stand des Abbaues der Woh- nungszwangswirtfchaft gebracht wird. Die Termine für die Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaftsgesetze sind vorverlegt worden. Die in ihren entscheidenden Bestimmungen übe» Zwangsvollstreckungen schuldnerfreundliche Notverordnung will verhüten, daß Grundstücke, die wirtschaftlich intakt und gut verwaltet sind, auf dem Wege der Fmmobiliar-Zwangsvollstreckung zu volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigten Schleuderpreisen den Eigentümer wechseln. — Nach dem Gange der wirtschaftlichen Entwicklung im Laufe des Jahres 1931 werden die auf den 1. Januar 1931 festge- stellten Einheitswerte, deren Ermittelung in vollem Gange ist, in keiner Weise der wirtschaft- lichen Lage zur Zeit der Veranlagung entsprechen: es würden danach Steuerleistungen zur Erhebung gelangen, die mit der Vermügenssteuer des Steuerpflicktigen zur Zeit der Veranlagung in keiner Weise im Einklang stehen. Die Notverordnung gibt daher dem Reichsfinanzminister die Ermächtigung, durch Rechtsverordnung den Wertveränderungen mit steuerlicher Wirkung vom 1. April 1932 an über die bestehenden gesetzlichen Vorschriften hinaus Rechnung zu tragen. Durch die vorübergehende Außerkraftsetzung des Mineralwasser st euerge- f e tz e s wird die Streitfrage über die Berechtigung und Zweckmäßigkeit dieser Steuer zunächst auf zwei Jahre vertagt. Um die aus der Wirtschaftsent- Wicklung der letzten Monate für die Bilanzierung sich ergebenden Schwierigkeiten nach Möglichkeit zu beheben, wird die Reichsregierung ermächtigt, über die Darstellung des Vermcgensstan- des in den Bilanzen und über die Pflichten, die sich aus der Aufstellung einer Bilanz ergeben, Bestimmungen für alle Kaufleute, die zur Führung von handelsbuchern verpflichtet sind, zu treffen. Durch die Ermächtigung an die Reichsregierung, einzelne Dorschriften der Gewerbeordnung zu ändern bzw. zu ergänzen, wird vor allem einem dringlichen Wunsche des Einzel- Die Preissenkung soll durch Senkung der is ientlichen Tarife gefördert werden. Zu heiern Zwecke werden die Eisenbahngüter- ta r i f e mit Wirkung vom 16. Dezember er» nachigt, und zwar für Stückgut um durchschnitt- l(f» 15 v. H. und für Wagengüter um 5 bis 14 v. H. in den einzelnen Wagenklassen. Wegen lv8 Ausmaßes der Senkung der Post-Fern- Wrech- und Telegraphengebühren trröen noch Verhandlungen gepflogen. Ebenso sei der Reichskommissar Verhandlungen mit den issicntlichen Dersorgungsbetrieben wegen Senkung icr: Tarife für Elektrizität, Gas und Baffer ausgenommen. Eer bedenklichste Eingriff auf dem Kostengebiet ist ie! den Zinsen erfolgt. Die Reichsregierung hat ich. in letzter Stunde zu einer Senkung der Zinsen lnrzsristiger Anlagen entschlossen. Sie ist hierbei, toll des Gesetzes von Angebot und Nachfrage, dem Dl lstümlichen Gedankengang gefolgt, daß mit den Zeigen Kostenteilen auch die Kosten der Kapital- ii2) Geldbeschaffung gesenkt werden müßten. Wie lie damit verbundene Erschütterung des Vertrauens b -efte Abmachungen auf die Kreditgestaltung der täqften und ferneren Zukunft und auf die Kapital- Ildung einwirken wird, ist heute noch nicht zu Übertiden. Im Hinblick auf die Vorschriften über die Ü-fteiung von der Hauszinssteuerschuld durch Zah- mg eines Ablösungsbetrags erhofft. Es muß als ich't fraglich bezeichnet werden, ob die getroffepe ..SS 1 ü- " Oe Ware-" Dis kommenden Konferenzen Die Franzosen rüsten. - Keine Abrüstung ohne neue Sicherheiten. Keine Zerreißung des LoungpianS. länbe aufzuheben und die Steuerzinsen h.blich zu senken und zwar für Verzugszinsen von ; auf 12, für Aufschubzinsen von 10 auf 8 und ;r Stundungszinsen von 5 bis 12 auf 5 bis 8 v. H. Cie Hauszins st euer zeigt eine gewisse Der- sg.'lung tatsächlich den Steuerpflichtigen genügend loitcil schaffen wird, um einen wesentlichen Anreiz ftr Beschaffung und Leistung der erhöhten Beträge (i bieten. Entscheidend für die Bedeutung der 2(6- l'flmgcmöglichkeit wird immer die Frage der Ka- filOlbeschaffung fein. Hinsichtlich der mit dem 1. Ja- iuar 1932 eintretenden Mietsenkung sowohl fcr Wohnungen wie für gewerbliche Räume wird Wie die Schweizerische Depeschenagentur weiter erfährt, teilt die überwiegende Mehrheit der Delegierten diese wirtschaftlichen Erkenntnisse, doch dürften diese, meint die genannte Agentur, in den Schlußfolgerungen des Berichts aus politischen Gründen kaum klar zum Ausdruck kommen. Auch in Kreisen der französischen Delegation sei man sich über die Einwirkungen der Reparationszahlungen auf die Wirtschaft durchaus klar, könne aber mit Rücksicht auf die Umstände, daß in den führenden politischen Kreisen sich die Erkenntnis über die Notwendigkeit einer Annullierung in wirtschaftlicher Hinsicht nicht rasch genug durchsetze, diese Erkenntnis nicht in einer Weise zuyz Ausdruck bringen, welche praktische Realisationsmöglichkeiten zur Folge habe. Ziehungen schädigenden Sinne geltend macht. 2. Der Zusammenhang zwischen Kriegsschulden und Reparationen ist, was speziell gegenüber dem amerikanischen Standpunkt zu betonen ist, unzweifelhaft. 3. Eine weitere Hinauszögerung der Reparationsschulden, wenn möglich eine völlige Annullierung, würde für die internationalen Wirtschaftsbeziehungen und für die Ueberroinbung der Weltwirtschastskrise von außerordentlich günstigem Einfluß fein. n,tb,ingen 50 )*n dieses 68 Herren. nv.Mk.?5.. 24 Dez 1831 rNacht Anzeiger) Die vierte Notverordnung. Ihre wirtschaftspolitischen Bestimmungen. Von Dr. Walter Zeidler, Syndikus der Industrie- und Handelskammer Gießen. Wenn auch eine erschöpfende Beurteilung aller n der Rotverordnung enthaltenen Vorschriften mb Anordnungen noch nicht möglich ist, da die Surchsührungsbestimmungen noch nicht vorliegen, |o sollen doch d i e für die Wirtschafts- Ir eise wichtigsten Bestimmungen und deren Wirkungen einer kurzen Betrachtung und Würdigung unterzogen werden. Die Rotverordnung ist von der Absicht getragen, den Preisstand in der deutschen Wirtschaft an die Erforderniss.e der Weltwirtschaft "nzupassen und damit sie Doraussetzungen zu schassen, daß, soweit es an Deutschland liegt, die notwendige weltwirtschaftliche Betätigung Deutschlands auch weiter erfolgen kann. Der Erfolg der Derordnung ist in diesem wichtigsten Zielpunkte naturgemäß teineswegs allein von dem innenwirtschaftlichen Orsingen der Absichten der Derordnung, sondern l>or allem von der Entscheidung der großen welt- tokitischen Fragen der K r i e g s l e i st u n g e n, ferner von der Entscheidung über Stundung und clnähliche Abtragung der deutschen kommer- {i eilen Schulden und nicht zuletzr von der Handelspolitik des Auslandes bedingt. Die Derordnung will durch Preissenkung gleichzeitig eine Anpassung an die ge- fu nkene innerdeutsche Kaufkraft her- berführen. Zum Zwecke der Preissenkung bringt sie zugleich, wenn schon dadurch wiederum auch dir Kaufkraft beeinträchtigt wird, Maßnahmen zu einer Senkung der Löhne und auch eine neuerliche Senkung der Gehälter und greift endlich bei den Zinssätzen sehr erheblich ein. Bezüglich der Frage, ob und wann ein Syn- dikatspreis als gebundener Preis < an Sinne der Derordnung anzusehen sei, wird im Reichswirtschaftsministerium der Standpunkt Mrtreten, daß bei Syndikatspreisen in der Segel ein gebundener Preis angenommen werden müsse, da die Verkaufsstelle als Organ der im Syndikat zusammengefaßten Firmen zu be- Irichten ist, das den Beschluß über die Festsetzung , 4 tineß bestimmten Preises faßt. Es können sich ■■■ jc>och auch abweichende Beurteilungen von Fall ■ju Fall ergeben. Die Frage, wie bei Marken- ■iibaren die Preissenkung sich vertrilen soll, ist ■ in allgemeinen dahin zu bean. Worten, daß die €:nEung um l(Tt>. ■§. in jeder Wirtschaftsstufe cls Regelfall gelten soll. Die Frage, ob der 'Einzelhändler, der eine Senkung der Preise für Markenwaren bis zum 1. Januar 1932 vor- j cht, auch schon vor dem 1. Januar 1932 selb- tiaiöig ohne Vereinbarung mit dem Erzeuger kn Preis senken kann, ist dahin zu beantworten, lef; rechtlich eine derartige Möglichkeit nicht iesteht, da bis zum 1. Januar 1932 der Revers- Ktirag Gültigkeit hat. Der zum Schutz gegen Ufe'oerteuerung eingesetzte und mit außerordent- Bcfecn Vollmachten ausgestattete Preiskom- nissar hat erklärt, daß er an die Einrichtung kfonöercr Preisprüfungsstellen oder Preisaus- Wsse zwecks Preisbeeinflussung der lebenswich- !(ig.tn Waren und wirtschaftlichen Leistungen des fr eien Marktes nicht denke. .00 eigen dieses sines Herren- im Wert Ober ls 24.Oez.i931 er Nacht nerAnzeiger) Umsätze über 1000 000 Mark im Einzelhandel: Umsatz in Brot, Mehl, Getreide usw. 1,35 v. H.» Umsatz in sonstigen Waren 2,5 v. H. Neben der Aenderung des Umsatzsteuersatzes ist die wichtigste Aenderung auf dcm Gebiete der Um- satzbesteuerung die dem Reichsfinanzminister erteilte Ermächtigung, für b e st i m m t e Gegenstände b i e Phasenpauschalierung einzu- führen. Diese bedeutet im Gegensatz zum jetzigen deutschen Umsatzsteuersystem, das jeden einzelnen Umsatz erfaßt (Mehrphasensteuer), die Zusammenfassung der Besteuerung mehrerer oder aller Umsätze in einer Phase (Stufe). Es ist beabsichtigt, die Phasenpauschalierung zunächst aus dem Gebiete der Textilwirtschaft einzuführen. Eng in Verbindung mit der Einführung des Pha- scnpauschalierungssystems steht eine Abänderung der A u s f u h r o e r g ü t u n g. Sie ist so gedacht, daß bei Waren, bei denen die Phasen- vauschalierung eingeführt ist, nicht nur die letzte Umsatzsteuerquote vor der Ausfuhr vergütet wirb, sonbern auch die weitere innere Belastung an Umsatzsteuer. Das Einbringen von Gegenständen in das Inland soll künftig in Form einer Ausgleich st euer der Umsatzsteuer grundsätzlich unterworfen werden. Mit dieser Maßnahme hat sich die Reichsregierung über alle handelspolitischen und verwaltungstechnischen Bedenken hinweggeseht, die man einer ülmsatzbesteueruns der Einsuhr bisher entgegengesetzt hat. Maßgebend für diesen Entschluß mag wohl die Tatsache gewesen sein, daß die meisten Staaten, welche eine Umsatzsteuer haben und mit denen Deutschland im Warenaustausch steht, dazu übergegangen sind, auch die Einfuhr mit der Umsatzsteuer zu belegen. Für bestimmte Rohstosfe und Hilfsstoffe, welche für die deutsche Erzeugung erforderlich sind, sind Befreiungen von der Umsatzsteuer vorgesehen. Die ab 10. April 1932 zu entrichtenden Vorauszahlungen auf die Cinkommen- und Körperschaftssteuer sind bereits am 10. März 1932 zu zahlen. Ebenso sind die später fällig werdenden Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer früher zu entrichten, und zwar statt am zehnten Tage nach Ablauf eines Kalcndervierteljahres bereits im Laufe des Kalendervierteljahres. Diese Maßnahme bedeutet zwar keine dauernde Höherbelastung, immerhin aber eine Verschlechterung für den einzelnen Steuerpflichtigen. Die Reichsfluchtsteuer ist nicht als eine dauernde, sondern als eine vorübergehende Maß- nähme gedacht. Es sollen von dieser Steuer nur diejenigen Deutschen getroffen werden, welche in der Zeit vom 1. April 1931 bis 31. Dezember 1932 Handels auf Verbesserung der Wandergewerbebestimmungen Rechnung getragen. Es besteht weiter die Möglichkeit, in W e 11- bewerbsverhältnisse durch gewerbe- polizeiliche Vorschriften einzugreifen. Ilm die Abwärtsentwicklung der Preise zu fördern, soll e i n 4 - P fen nig-Stück geschaffen werden. In wirtschaftlichen Kreisen ist man der Meinung, daß die Ausprägung dieser neuen Münze das Reich nur finanziell belasten, ohne daß irgendwie die beabsichtigte preissenkende Wirkung eintreten wird. Wenn in der Begründung zum 5. Teil der Rotverordnung gesagt ryird, daß die Schwierigkeiten, in denen sich die Invaliden- und Unfallversicherung befinden, für diese Zweige nicht Schuld, sondern Schicksal seien, so muß darauf hingewiesen werden, daß von den gesetzgebenden Körperschaften in den letzten Jahren Leistungen bewältigt worden sind, deren finanzielle Deckung nicht gesichert war. Anstatt nun die schon lange geforderte organisatorische Reform der gesamten Sozialversicherung in Angriff zu nehmen, behilft man sich wiederum mit unzulänglichen Aenderungen. Es ist dai,cr zu besorgen, daß erst eine weitere Zuspitzung der Finanzkrise der Sozialversiche- rungs- wie der Fürsorgeträger die Schritte erzwingen wird, die zur Erhaltung dieser Einrichtungen wie zur Lastenminderung notwendig sind. Zweck und Ziel der arbeitsrechtlichen Vorschriften im 6. Teil der Rotverordnung ist eine möglichst allgemeine Senkung der Löhne und Gehälter auf den Stand vom 10. Januar 1927 im Interesse der Selbstkostenentlastung. Die gerade in diesem Kapitel getroffenen Maßnahmen stellen bei ihrer praktischen Durchführung an das Verantwortungsbewußtsein aller beteiligten Kreise — Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Behörden — Anforderungen schwerster Art. Der siebente Teil der Notverordnung, betitelt „Sicherung der Haushalte" bringt Vorschriften über die Erhöhung der Umsatzsteuer, Besteuerung der Einfuhr und Aenderung der Ausfuhrrückvergütung. Die Umsatz st euer wirb nunmehr folgenbe Gestalt annehmen: Umsätze bis 5000 Mark steuerfrei: Umsätze über 5000 bis 20 000 Mark in Brot, Getreide, Mehl usw. 0,85 v. H. bei jährlicher Zahlung: Umsätze über 20 000 bis 1 00 000 Mark in Brot, Getreide, Mehl usw. 0,85 v. H. bei monatlicher Zahlung: Umsätze über 5000 bis 20 000 Mark in sonstigen Waren 2 v. H. bei vierteljährlicher Zahlung: Umsätze über 20 000 bis 1 000 000 Mark in sonstigen Waren 2 o. H. bei monallicher Zahlung; Paris, 20. Dez. (WTB.) Ministerpräsident Laval kündigte in einer Rede an, daß Frankreich auf der bevorstehenden Regierungskonferenz im Rahmen des Poungplans bleiben und nicht bereit sein werbe, die Reparationen ben Pri- oatschulden zu opfern. In gewissen ßänbern habe man zu sehr betont, baß bie Schulden unb Reparationen annulliert werben müßten. Angesichts ber Haltung ber Vereinigten Staaten würben bie Regierungen, bie an biefe kühne Initiative gedacht hätten, zweifellos jetzt wenig Eile an ben Tag legen. Auf einen Zuruf aus ber Versammlung, f e ft z u bleiben, ermiberte Laval: „W i r werben ben Voungplan nicht zerreißen lassen". Zum Abrüstungsproblem sagte Laval, er weise bie Beschuldigung, baß Frankreich militaristisch sei, zurück: aber Frankreichs Vergangenheit mahne zur Vorsicht. Man bürfe sich auf keine I m - prooi fier ungen einlaffen, bie Frankreichs Sicherheit nicht garantierten. Die französischen Delegierten auf ber Abrüstungskonferenz würben es nicht ablehnen, jebe Art gegenseitiger Hilfeleistung zu prüfen unb nötigenfalls anzuregen, vorausgesetzt, baß sie wirksam, b. h. effektiv unb schnell sei. Niemals werbe Frankreich bie Unvorsichtigkeit begehen, sich mit Formeln ber Hoffnung zu begnügen. Ihren Wohnsitz lnS Ausland verlegt haben ober verlegen toetben, bei denen aber feftsteht, bah sie tn Deutschland einen auskömmlichen LebertS- unterhalt finden könnten. Die Notverordnung sieht für da- letzte Vierteljahr 1931 für diejenigen Gemeinden, deren Real- fteuersätze unter dem LandeSdurchschiMt liegen, die Möglichkeit einer Erhöhung der Sätze bis zum Landesdurchschnitt vor. Diese Lockerung der Realsteuersperre kann angcs chtS der Entwicklung der wirtschaftlichen Lage nur lebhaft bedauert werden. Eine ernste Mahnung zum inneren Frieden. Ä 8 In, 19. Dez. (TU.) Die B i s ch ö fe d e r K 8 l - ner Kirchenprovinz, und zwar der Erzbischof von Köln, die Bischöfe von Münster. Osnabrück, Trier. Limburg und Aachen, wenden sich anläß- lich des Weihnachtsfestcs in einem Hirtenschreiben mit einer oberhirtltchen Mahnung an die Diözesanen. Die Diözesanen werden aufgesordert. noch besten Kräften alles zu tun, damit diefurchtbareNot nicht durch inneren Zwist und Kampf er st recht noch ins Unerträgliche ye> steigert werde. Dos Gebot der christlichen Nächstenliebe gelte auch gegenüber dem politischen Gegner: Auch ftine Ehre, fein guter Nome, sein Leben und sein Eigentum mutzten dem Christen stetsheiligundunoerletzltch sein. Wenn diese Forderung des christlichen Sittengcsetzes aus ernster Sorge um das Wohl des Volkes und die Erhaltung seiner christlichen Gesittung in (Erinnerung gebracht werde, dann wolle man nid)L daß diese religiöse Mahnung in den politischen Kampf hineingezogen und von politischen Parteien gegeneinander ausgespielt werde. Das Hirtenwort zum Frieden richte sich vielmehr an alle Gläubigen ohne Ausnahme: sie alle seien ermahnt in der Liebe Christi, sich selbst zu prüfen, ob sie ihr Verhalten gegenüber den Angehörigen anderer politischer Richtung vor unserem i)erm und Heiland verantworten könnten; sie alle seien beschworen, stets eingedenk zu bleiben des unzweideutigen Wortes Jesu Christi: „Ob ihr meine Jünger seid, wird man daran erkennen, daß ihr einander liebet." Sine Erklärung des Stahlhelms. Berlin, 19. Dez. (TU.) Rach Abschluß von Besprechungen m.t den Landesführern nehmen die Bundesführer des Stahlhelm B. d. F. zur politischen Lage wie folgt Stellung: „Dec durch die letzt« Notverordnung geschaffen« Au-nahmezustand kann und darf nicht zum Dauerzustand werden. Wir sind der Ueber- zeugung, dah durch diese Notverordnung weder die Befreiung des deutschen Volkes noch die Rettung der Wirtschaft erreicht wird. Mit tiefem Schmerze hat es uns erfüllt, dah unser Ehrenmitglied, der Herr Reichspräsident, geglaubt hat, auch für diese Notverordnung b_i e Verantwortung überneh men zu müssen. In der Erkenntnis der kommenden schweren Entscheidungen wird der Stahlhelm in alle po- litischrn Kämpfe, insbesondere in den Kampf um Preußen, mit höchster Aktivität eingreifen. Für diese Entscheidungen ist der feste Zusammenhalt der nationalen Opposition notwendiger denn je. Der Stahlhelm ist bereit, mit jedem zusammenzugehen, der ihm ein treuer und aufrechter Bundesgenosse sein will. Gegenseitig« Achtung und Anerkennung der Gleichberechtigung sind indes die selbstverständlichen Voraussetzungen für jede ehrliche Bundcsgenossenschaft. Jeden Angriff auf seine Reihen wird der Stahlhelm mit rücksichtsloser Schärfe zurückweisen. Schicksalsverbuirden fühlen sich Stahlhelm und Deutsches Landvolk in dem gemeinsamen Kamvf des Nähr» und Weh» ftandes zur Rettung des deutschen Brotes als der letzten Waise im Kampf um di« Freiheit. Das vrrüb'rg h'nde Llnisor in verbot darf den Stahlhelm nicht an der Steigerung der Wehrsporttätigkeit der alten und jungen Frontsoldaten h.ndern. Gerade im Hinblick auf die schicksalsschwere Abrüstungskonferenz werden wir auch ohne unser soldatisches Ehrenkleid bi- zum Letzten für die Wiedergewinnung der Wehrbohcit des deutschen Volkes werben und kämpfen." Ausfall der Betriebsrätewahlen 1932. Bcrlin, 19. Dez. (WTB. Amtlich.) Auf Grund der letzten Notverordnung hat die Reichsregierung eine Verordnung über Ausfall der B e - triebsräte wählen im Jahre 1932 erlösten. Danach wird die Amtsdauer aller Mitglieder von Betriebsräten und aller Betriebsobmänner, die durch Ablauf der Wahlzeit im Kalenderjahr 1 9 3 2 enden würden, um ein Jahr oer- länger t. Neuwahlen können also nur stattfinden, soweit die Mahlzeit der bestehenden Betriebsvertreter vor dem 1. Januar 1932 abläust. ober soweit aus anberen Gründen das Amt der Betriebsvertreter erlischt. Die Vorschrift findet feine Anwendung, wenn die Neuwahl vor dem 9. Dezember 1931 eingeleitet und vordeml. Januarl932durch- geführt ist. Oie Lockerung der Realsteuersperre. Der Rcichofinanzministcr warnt vor Ueberfvannungeu. Berlin, 19. Dez. (TU.) Amtlich. Durch die Notverordnung vom 8.12.1931 ist die für das Rech- nungsiahr bestehende Realsteuersperre in der Weise aelockert morden, daß die oberste Landesbchöroe für Gemeinden, deren Realsteuersätze unter dem Landesdurchschnitt liegen, für das letzte Viertel des Rechnungsjahres 1931 eine Erhöhung bi» z u m Landesdurchschnitt zulasten können. Diese Maßnahme war notwendig, weil viele Gemeinden, die bislang mit Rücksicht auf sonstige Einnahmen (z B. aus Forsten, Grundbesitz und dgl.) mit einem außerordentlich niedrigen Realsleuersatz auskommen konnten, nun- mehr aber durch Rückgang oder Wegfall dieser Einnahmen notleidend geworden sind und ohne eine Realsteuererhöhung aus allgemeinen Mitteln hätten u n t e r ft ü 61 werden müssen. In einem au» diesem Anlaß an die Landesregierungen gerichteten Rundschreiben hat der Reichsminister Der Finanzen das dringende Ersuchen an sie gerichtet, bei Entscheidung über Derartige Anträge von Gemeinden auf Erhöhung der Realsteuern bi» zum Landesdurchschnitt einen besonder» ftren- gen Maßstab anzuwenden und die Zulassung von S t euererhöhungen aus da» un bedingt gebotene Maß zu beschranken. Bei Gemeinden, die schon fRealfteuem haben. Die erhebliche Höhen ergeben, müßte Insbesondere geprüft werden, ob Der Erhöhung Der Realsteuern nicht d i e Einführung noch nicht a u s genügter Steuern oder Erhöhung anderer vorhandener Steuern vorzu zie he n sei. Ganz besonder» gelte dies in den Ländern, in denen nach Landesrecht Die Gemeinderealsteuer, soweit sie einen bestimmten Satt überschreite, a u f bie Mieter umzulegen |ei und daher w i e eine M i e t s e r h ö h u n g wirke. (Eine Miets- erhöhung. auf bie eine solche Steuerumlegung hin- ausläuft, müffe im gegenwärtigen Zeitpunkt — Io- weit irgenb möglich — oermieben werben. In solchen Fällen könne baher nach Ansicht bes Reichs- Ministers der Finanzen bie Genehmigung der Grund- steuererhöhung nur in ganz besonderen Ausnahmen in Betracht kommen. Protest gegen Notverordnungen der Länder. Ein Lchriit der jurifti'chen Fakultäten. Berlin, 21. Dez. (ERB.) Die rechts - und staatswissenschaftlichen Fakultäten aller deutschen Universitäten haben beim Reichsinnenministerium einen Protest gegen die Notverordnungen der Länder erhoben, soweit diese Verordnungen nach Ansicht der Professoren mit der Reichsverfassung nicht vereinbar sind. Die juristischen und staatswissenschaftlichen Fakultäten verweisen auf drei Beispiele, bei denen nach ihrer Auffassung Notverordnungen der Län- j der verfassungswidrige Maßnahmen verfügt haben: 1. Thüringen hat durch Notverordnung Ausnahmebestimmungen zu ungun- sten der weiblichen Beamten geschaffen, die in der Praxis darauf hinauSlausen, bie weiblichen B«rmten im Wege der Abfindung au» ihren Berufen zu entfernen. 2. Preußen hat Vorschriften über den Be- amtendienst erlassen, durch den ieäer Beamte gezwungen werden lann, auch in einer Stellung niederen Ranges Dienst zu tun, sofern davon sein gesetzliches Gehalt nicht berührt wird. 3. 3n Preußen, aber auch in den anderen Ländern ist durch Notverordnung die Emeritierung der Hochschullehrer abgeschafft worden. Das bedeutet, daß Prozessoren bei Erreichung der Altersgrenze nicht mehr mit vollem Honorar pensioniert werben können, sondern nur mit entsprechender Kürzung der Einnahmen. Die Sonderstellung der Hochschullehrer war aber stets begründet worden mit ihrer Fvrscherarbeit, der kein Alter eine Grenze fetzt. ,Dte deutschen Universitäten fühlen sich", so heißt eS in ihrem Protestschreiben, .in ihrem Gewissen verpflichtet, durch ihre rechts- imb staatswissenschaftlichen Fakultäten nachträglich Einspruch gegen solche Verfassung s- ändernde Maßnahmen zu erheben und fordern vom Reichsinnenministerium Abhilfe." Führer des he r anna h enb en Per» onenzugeS z u warnen infolge bet bichten Nebels bemerkte er nicht, daß bcr 3 ng bereits heranbrauste und wurde übet- fahren Der Zugführer und der Heizer de» Personenzuges, die im letzten Augenblick de, Güterzug vor sich sahen, retteten sich durch Abspringen Der Zusammenprall war so heftig, daß einer der umgestürzten Wagen vollkommen in Trümmer ging. Schneestürme in Schweden In ganz Schweden wüteten schwere Schnee» I stürme, die große Schäden angerichtet haben Telephon-, Telegraphen- und elektrische Leitungen ; sind vielfach gestört worden Die Teleara- phenvetbindung mit Deutschland unb Finnland wurde gänzlich unterbrochen Aus W i s b h auf Gotland wurde eine Windstärke von 35 Lekundenmetern gemeldet. Große Teile von Stockholm liegen da die Elektrizität-. Icitungen teilweise zerstört sind, im Dunkeln i Auch der Eisenbahnverkehr hat viele Störungen ; erfahren. Ein schwedischer Mototschaner unletgegangen. Der schweb sche Motorschoner „eitlen* aul Biken (Südschweden) ist auf der Fahrt von Albcrg noch Gdingen untergegangen 2m Mittwoch wurde er in der Nähe von Danz.g gekentert treibend gesehen. Jetzt liegt er mit abgebrochenen Masten kieloben aul Land. Die Besatzung betrug sechs Mann, die zweifellos bei dem Sturm der letzten Tage um- gekommen find. Außer der Le che deS neunzehnjährigen Schiffskochs ist noch eine zweit» DasSoovemoralorium machtdasRennen Oie nächste Etappe. Im Finanzausschuß des Senats angenommen. Washington, 19.Dez. (WTB.) Der Finanzausschuß des Senats hat das Hoover-Moratorium angenommen. Die Abstimmung im Plenum findet am Montag oder Dienstag statt. Der Finanzausschuß des Senates hat also schnelle Arbeit mit dem Moratorium gemacht trotz der Bemühungen des gegen Hoover und gegen Europa eingenommenen Senators Johnson, durch eingehende Vernehmung zahlreicher Bankiers die Beschlußfassung b i s nach den Festtagen zu verzögern. Lamont erklärte als Sachverständiger vor dem Finanzausschuß: Wahrscheinlich haben 99 vom Hundert der amerikanischen Bankiers für Tausende von Millionen Dollars Auslandbonds untergebracht, aber die Mehrheit dieser Anlagen befindet sich in den Händen von Privatkundschaft und nicht im Besitz von Banken und Versicherungsgesellschaften. — Der Präsident der National City-Bank, Mitchell, erklärte: Die in den Vereinigten Staaten untergebrachten Auslandbonds beliefen sich Ende 1930 auf 7 836 000 000 Dollars, die sich, meiner Ansicht nach, auf mehr als 1500000 Personen verteilen. Mitchell, der in klarer» schlichter Weise alle Fragen beantwortete und bei der Mehrheit des Ausschusses einen sehr guten Ein- druck machte, erklärte weiter, eines Tages werd« Amerika doch zu dem Entschluß kommen müssen, daß die europäischen Schulden abkommen revidiert werden müßten, denn die in Europa aufwachsende Iugend, die vom Weltkrieg nichts wisse, werde rebellieren, wenn sie den vollen Betrag der Reparationen und Kriegsschulden 50 Iahre lang aufbringen solle. Den Verdienst der National City Dank an ausländischen Emissionen bezifferte Mitchell auf 13 Millionen Dollar für eigene und 11 Millionen Dollar für mit anderen Danken zusammen arrangierte Anleihen während der letzten zwölf Iahre. Dies sei das Bruttogewicht, von dem zahlreiche Spesen und Kommissionen abgingen. Die meisten Anleihen seien für deutsche Industriekonzerne bestimmt gewesen. • Das Re präsentantenhaus hatte den ganzen Tag über das Moratorium Debattiert. Die Fraktionsführer hielten, um zu einer Abstimmung zu kommen, das Haus von 12 Uhr bis 2 2 Uhr zusammen, so dah die Abgeordneten endlich tritt) öpft unb hungrig sich zur Abstimmung bereit- fanden. Diese fiel, wie bereits gemeldet, mit 317 gegen 100‘ (ung innerhalb des englischen Welk' reiches einsetzen unb bereitwillig in Unterböte' (ungen eintreten werbe, sobald bie englische Rege' rung mit Ihren Plänen fertig sei. Aas '■ C-e (K •aut Dea 1 bomit )tfp' Kiel flint w y pachte es w «. 2 Ü ?ÄM Sft1 ®’’°’ 4j!} chwrden. en Ichwtte e* ÄK ■■»s •"* «ine ji w 4’äH Ä Ä von Sto ?% üegt er n n ,^^°ben ö ■ Ä ?ann- t öS.?* uci M nto, • £ M ir ÄS.16« T gehör ‘Ma bie "Lrchr» rt kirnen nichts ’utd) Jener oenltM dort Äews st., ? ft Pas,^ der für den O3 «, durch ein 1 ‘e t worden und» 3iu vier linbic ® Januar in Sigj Aus der Pwvinzialhauptüadt. Gießen, den 21.Dezember 1931. Kinder-Weihnacht. Von Hans Siemsen. Weihnachten ohne Kinder? Da fehlt ja die Hauptsache! Bloß wegen Weihnachten möchte ich Kinder abenl And wenn es nicht mit soviel Umständen nd Schwierigkeiten verbunden wäre — Du lieber Himmel, was hatten wir bloß alles j tun vor Weihnachten! Vater was schenken, Dritter was schenken! August hatte es leicht. Der har schon älter, der konnte Lateinisch, der kon- hgierte „anio, amas, amat“, „ich liebe, du liebst, 6 liebt" — fein säuberlich aus einen Briefbogen »schrieben. Ein herrliches Weihnachtsgeschenk! Aber das Aufregendste und das Schwerste war h die Überraschung. Daß man nichts verraten dufte! Karl fand einen Ausweg: „Ich darf es Üü nicht sagen, Mama. Aber ich will es dir vor- jölen." And dann flötete er: „Ta, ta, tü-to, |j«la. And das hieh dann: „Eine Zimmer- 'lnre". And was auswendig lernen! Was aufsagen! Mer muhte sich selber was auswählen, und Surt hatte wieder was Besonderes. „Zwei Zielen g egen über einen Dach." Das paßt ja nun richt so ganz genau für Weihnachten, aber er fhlug zwei Ziegen mit einer Klappe: er hatte tofl nämlich gerade „in der Schule gehabt". Ich machte es mir schwerer. And nachdem Dater tie Weihnachtsgeschichte gelesen und wir die Deihnachtslieder gesungen hatten, da kam ich dran md sagte auf: Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dah wir alle Morgen Beseufzen unser Angemach? Dir machen uns ja Rot und Leid Rur größer durch die Traurigkeit. Las hatte schwere Mühe gekostet. Aber sehen Cie! — ich kann es noch heute. And ich konnte damals durchaus nicht verstehen, dah die Gro- ginM» JfC sti Lyons bildet jabinett, Bfl« Mbhängig von der vorstehend berichteten Entscheid 2°*' tong, im Anschluß an die bisherigen Versorgungs- ;.-;i nmer auf, von Gardinen und Türvorhängen den Kerzen und haltbar Papier« und darf solcher vi-zesehen. Vorsicht mit Weihnachtsbäumen. rihnahmen für unsere hilfsbedürftigen Mitbürger ii der Weihnachtswochs noch Lebensrnittel- toeine zu 3, 4, 5 und 6 Mark, je nach Kopfzahl br Familien, zur Verteilung bringen. Für diese k>Lihnachtshilfe ist ein Betrag von 3000 Mark aus 6?« Mitteln der privaten Winternothilfe ;e1chr bringt. "7. Die Kerzen eines trodenen und daher be- vwders feuergefährlichen Tannenöaumes zünde nan nicht mehr an. tiezn verkaufen, bis 18 Ahr für den geschäftigen Verkehr geöffnet sein. Die beim Laden- stl'ch schon anwesenden Kunden dürfen noch 'o weit entfernt, dah Zugluft sie -iaht nahebringen kann. Die Kerzen müssen sorgfältig Mstigt sein. 5 Man vermeide nröglichst jeden ^iluloidschmud. Auf keinen Fall .. :ämud in der Rahe einer Kerze, oder gar där- ib»:r angebracht werden. *. Die Kerzen des Baumes zünde man in der A-ihenfolgs von oben nach unten an, da man Mgekechrt sei"m^. Spitze,^? ^o htsbäume seien folgende Richtlinien gegeben: Der Weihnachtsbaum soll einen schweren, Tüchern und Papier. 2. Man stelle den Weihnachtsbaum frei im n ssaciser vor ßetwient werden. -aus des MI«-- Me Vorschriften gelten auch für Verkaufsstellen entstand ein Mam» tm Konsum- und ähnlichen Vereinen, für solche die Pariser üeue^ , Eisenbahngelände und für das gewerbs- xt machtlos W-' rillige Feilbieten außerhalb offener Verkaufs- te, waren bereits cl. ^len. Sie gelten nicht für Apotheken und den leben anhegt”; Iha adel mit Weihnachtsbäumen. bet Flammen, genaue Beachtung dieser Vorschriften wird er» ungeheuer- ita.rtet, damit Beschwerden und Bestrafungen __ . h'cnieöen werden. Keine städtische Winterbeihilfe. " t der Stadtverwaltung wird uns mitgeteilt: städtische Finanzausschuß hat sowohl den kam« yimistischen Antrag, wie die beiden sozialdemo- (otifrfjen Anträge betr. Gewährung einer Winke r- icihilfe abgelehnt, da die Mittel hieran nicht zu beschaffen sind. Las private Wintern othilfswerk wird. r -'"^Spitze, nons an ... Al Illi .... . , rcmi‘rliu,1v effien Fuß haben, in dem der Stamm des Baumes aber W 5 ^nungsgemäß und sicher befestigt sein muß, " "k'KÄ “ ““ ' ---------------- n o n 5» 0 p- US b!un0tn obeH0^ fertifl Schul>heih.tzahmh°l! hat gegen die L letQlbircItoriunti !- Kahenellei mheim, Kuhlmah e en Bilanzvi! etl.Wk) erhob i Wird vorgewmfi litzung am IS.Olotx: leralVersammlung i iung8!äufebc Teil wird ihnen d Stühungskäuse in; icht der Oftinerfe a (genommen |a Ostwerle gegen in der Manz oli ne und dah die Ä ^he von übet 33 3K ar Teilungen bei ,s enthaltenfln lenbogen beschult : itteue dadurch!■ Sie ®riinbung i bemißt fabe, in G. m. b. H. von ihrer eien. Fern« Hai bi die Mruninsuchug ■ egen MeneUenbrjc »fcic uns dessen ein bißchen. N F-VÄ»Ve/s^ ^er Ladenschluß am Heiligabend. MtoeMeben wiiiteio Das Polizeiamt teilt mit: Offene Der- PfihunaslGWInL'sstellen dürfen am 24. Dezember nur bts hfr fiilioede üben 17 Ahr, Verkaufsstellen, die ausschließl'.ch oder fw(Kn her GHditö ■ tbsrwiegend Lebensmittel, Genußmittel oder Dlu- anvollständifo ■«»-" horfnnfon F> i s. 18 Abr für den aeschaft- Billige Weihnachtsreisen. lieber die Ausgabe der über Weihnachten und Neujahr geltenden Sonntagsrückfahrkarten herrscht noch vielfach Unklarheit. Der Deutsche Estenbahn-Personentarif bietet keine Handhabe, eine Ermäßigung für alle zu Weihnachten und Neujahr gelösten Fahrkarten für chin- und Rückfahrt (Doppelkarten) zu gewähren. Dagegen läßt sich eine Verbilligung der Reifen um 33,33 v. h. des Personenzugpreises durch Lösen anschließender SonnlagsrÜckfahrkarker erreichen. Um die Reisenden von vornherein mit Sonntagskarten für die Gesamtstrecke zu versorgen, wird zu Weihnachten und Neujahr vorüber- gehend zugelassen, daß die notwendigen anschließenden Sonntagskarten bei den Fahrkartenausgaben und Mitteleuropäischen Reisebureaus im voraus bestellt werden können. Da einige Tage nötig ind, um die anschließenden Sonntagskarten von anderen Bahnhöfen zu beschaffen, empfiehlt sich r ü h z e i t i g e Bestellung. Bei nicht rechtzeitiger Borausbestellung kann ausnahmsweise auch der allerdings umständlichere und kostspieligere Wcg der telegraphischen Dorausbestellung bei den einzelnen Anschlußbahnhöfen gewählt werden. Hierfür ist bei Abfassung der Telegramme durch den Beamten des Abgangsbahnhofs eine Gebühr von je 0,60 RM. zu entrichten: die Anschlußkarten müssen dann auf den betreffenden Anschlußbahnhöfen in Empfang genommen werden. Die Sonnlagsruckfahrkarlen gellen bereits ab 22.123. Dezember 0.00 Uhr bis zum 4. Januar um 9 Uhr. Die Rückfahrt kann mit den betreffenden Sonntagskarten ausnahmsweise noch am 4. Januar von dem Reisezielbahnhof aus bis 9 Uhr angetreten werden. Die Gültigkeit der etwa für Zwischenstrecken — soweit Sonntagskarten nicht aufliegen — gelösten gewöhnlichen Karten wird für die Rückfahrt in gleicher Weife verlängert. Die Sonntagskarten gelten für Person e n - 3 ü g e. Die Benutzung aller Eil- und Schnellzüge ist gegen Zahlung des tarifmäßigen Zuschlags gestattet. Die etwa notwendigen Zuschlagskarten für die ganze Strecke können beim Dorliegen anschließender Sonntagskarten bereits beim Reiseantrittsbahnhof gelöst werden. Beispiele für billige Deihnachls- und Reujahrs- reisen im Fernverkehr: Fahrt Gießen — Hamburg und zurück. Es find erforderlich: Sonntagsrückfahrkarten für die Teilstrecken: Gießen—Marburg, Marburg—Kassel, Kassel—Hannover, Hannover—Hamburg. Der gewöhnliche Fahrpreis 3. Klasse Personenzug beträgt für Hin- und Rückfahrt 38,40 RM., bei Benutzung vorbezeichneter Sonntagskarten 26,10 RM., Ersparnis also 12,30 RM. Für Schnellzugbenutzung in beiden Fällen für Hin- und Rückfahrt zusammen Zuschlag 10 RM. Fahrt Gießen — Leipzig und zurück. Erforderliche Sonntagskarten: Gießen—Marburg, Marburg—Kassel, Kassel—Leipzig. Gewöhnlicher Fahrpreis 3. Klasse Personenzug Gießen—Leipzig über Nordhausen für Hin- und Rückfahrt 30,80 RM., bei Benutzung vorbezeichneter Sonntagskarten 21 Reichsmark, Ersparnis 9,80 RM. Für Schnellzug- benutzung Zuschlag wie vor. Anschließende Sonntagskarten liegen auch für andere und kürzere Strecken auf. Buntes Allerlei. Liebe oder Geld? Die amerikanischen Psychologen suchen mit ihren Umfragen die geheimsten Empfindungen aus den Seelen zu locken. So hat kürzlich ein Gelehrter, Dr. William Marston von der Long Island- Aniversität, an 248 Studenten und 230 Studentinnen seiner Anstalt die heikle Frage gerichtet, ob sie beim Heiraten eine ideale Liebe oder eine Mitgift von einer Million Dollar bevorzugen würden. Das männliche Geschlecht erwies sich als das nüchternere und praktischere. Alle Studenten zogen das Geld der Liebe vor. Die Mädchen als das romantischere Geschlecht wählten zu 92 Prozent Liebe. Unter denen, die sich für die Million Dollar entschieden, befanden sich einige, die erklärten, bei soviel Geld werde die Liebe schon von selbst kommen. Auf eine andere Frage: „Möchtest du in der Ehe lieber ein unglücklicher Herr oder ein glücklicher Sklave fein?“ entschieden sich für das Sklaventum nur vier Studenten, aber 162 Frauen. Sodann suchte Dr. Marston die Anschauungen der beiden Geschlechter voneinander zu klären. Die Jünglinge erwiesen sich dabei als durchaus nicht galant, sondern zogen mächtig über die Mädchen her. Sie fanden beim eignen Geschlecht nur acht unangenehme Eigenschaften gegenüber 26 guten; dagegen sprachen sie den Frauen 29 Untugenden und nur 12 Tilgenden zu. Die Studentinnen waren nicht ganz so streng: sie gestanden den Männern 11 gute Eigenschaften gegenüber 21 schlechten zu und nahmen für sich selbst 14 Tugenden gegenüber 18 Antugenden in Anspruch. Die jungen Männer fanden die Mädchen ihrer Dekanntschaft reizei de.', zärtlicher gegen Männer und Kinder, weniger selbstsüchtig, herzlicher und „geheimnisvoller". Die Mädchen rühmten den Jünglingen nach, daß sie sie im Wagemut und in der Arbeit überträfen, daß sie sich weniger über Kleinigkeiten ärgerten, demokratischer, ausdauernder und treuer seien. Die Männer tadelten an den Frauen, dah sie hauptsächlich nach Geld heirateten — eine Beyauptung, die nach der Deantwortung der ersten Frage merkwürdig berührt —. daß sie Lügner, Detrüger seien, kindisch, wenig intelligent und in ihren Empfindungen unbeständig. Sie bewiesen einen sehr konservativen Geschmack, indem 80 Prozent von ihnen erklärten, sie könnten keine Alädchen leiden, die rauchten, Alkohol tränken und zuviel Schminke und Lippenstift benutzten. Die jungen Damen schilderten den modernen jungen Mann als egoistisch, herrschsüchtig, veränderlich, eingebildet, unuebenswürdig, zänkisch und närrisch. An ihrem eigenen Geschlecht fanden sie Selbstsucht, Mangel an Zielbewußtheit, Klatschsucht und Eitelkeit zu tadeln, erklärten sich aber für höflich, treu, anspruchslos und liebevoll. Die Studenten hatten an dem eigenen Geschlecht nur wenig auszusetzen: sie hielten sich für tapferer, unabhängiger, ehrlicher, schöpferischer und logischer als die Frauen. Jioffelli über seine Kunst. Wie alles Vollendete schön ist, so bot auch der verstorbene größte Meister der Iongleurkunst, Enrico Ra stellt, mit seinen Leistungen ein Wunder der Anmut, das wohl sobald nicht wieder erreicht werden wird. Rur der Spröhling vieler Generationen von Gauklern, die ihm die Leichtigkeit der Dewegungen und die Sicherheit des 2lugenmahes vererbten, konnte diese Höhe des Könnens erreichen. Dereits als Kind hatte er mit seinen Uebungert begonnen, die er bis zu seinem Tode unermüdlich sortseht^. Auch als Lust- und Parterre-Akrobat war der Kleine aus- gebildet und wurde als „fliegendes Paket" von den am Trapez arbeitenden Artisten hoch oben in der Kuppel herüber und hinüber zugeworfen. Da es stärker „wirkt", wenn ein kleines Mädchen durch die Luft flieg^ so hatte man Enrico eine Perücke aufgesetzt: als diese eines Tages her- unterfiel, fand damit auch seine Laufbahn als Luftakrobat ein Ende. Rastelli, der seine ganze Jugend in Rußland verlebte, hat in einem De- kenntnis über seine Kunst dankbar der Vorbilder gedacht, die ihm der ferne Osten geboten hat. „Das Jonglieren war von Anfang an meine liebste Beschäftigung", sagte er. „Ich probierte acht, sogar zehn Stunden am Tage mit wahrer Tesessenheit. Hatte ich zunächst die alte Schule des Jonglierens mit kleinen Bällen, Messern, Gabeln, Hüten usw. gelernt, so gab mir ein längerer Aufenthalt in Japan Veranlassung, mich mit der japanischen Jonglier-Kunst, nämlich mit Holzstäbchen und dem großen Ball, zu beschäftigen. Mein Vater war einer der ersten europäischen Artisten, die in dec Art der Japaner arbeiteten, und er war es, der mich dann dazu anhielt, nicht den har^gewickelten Garnknäuel, der manchmal noch Quecksilber im Innern enthält, zu benutzen, sondern, was erheblich schwerer ist, völlig unprävarierte Gummibälle, wie sie jedes Kind zum Spielen liebt. Damit hatte ich mein Spezialgebiet gefunden." 1915 gelang es Rastelli, den bis dahin von Pierre Amoros gehaltenen Rekord im Jonglieren mit 9 Bällen zu schlagen: er ionglierte mit 10 Bällen, was man bis dahin für unausführbar gehalten hatte. Niemand kann ermessen", so meinte er, ..welch ungeheuere Mühe es kostet, mit diesem einen Ball mehr au arbeiten. Für das Vublikurn ist gerade dieser Trick, ebenso wie das Jonglieren mit 8 Tellern und einer Kopfbalance, recht unan- seh"lick. und doch arbeite ich ieden Abend mit 10 Bällen, schon aus Prestige-Gründen." niru'u ■■■« Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Turnverein von 1846: 19.30 Uhr, Turnhalle, Steinstraße, Weihnachtsfeier der Schülerabteilungen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14.30 Uhr Großes Weihnachtsmärchen: zu den üblichen Zeiten „Gassenhauer". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen Dienstag, als 12-Vorstellung im Dienstag-Abonnement erste Wiederholung der erfolgreichen Weihnachtsaufführungen „Die Wun- derlampe", Weihnachtsmärchen in fünf Bildern opn Werner Schmidt, Spielleitung: Boick, Cujs, Bäulke: anschließend das Ballett „Die Puppenfee" von Gaul- Haßreiter, Musik von Josef Bayer. Spielleitung: Heyser,Cuje, tänzerische Gesamtleitung und Choreographie Ewald Bäulke. Die Darstellung beginnt bereits 19.30 Uhr. Ende gegen 22 Uhr. — Mittwoch, 23. Dezember, bleibt das Theater geschlossen. Der Goldene Sonntag brachte unserer Stadt wieder starken Verkehr von auswärts, der auf der Reichsbahn namentlich aus dev Richtung Ridda—Hunden besonders umfangreich gewesen ist. Aus den anderen Richtungen brachten die Züge allerd'ngs nicht die großen Menschenmassen, mit denen die Reichsbahn vorsorglich gerechnet hatte. Immerhin war es erforderlich, die Züge verstärkt zu fahren. Im ganzen ergab sich jedoch sowphl im Bahnverkehr wie auch hei einem Dang durch die Hauptgeschäftsstraßen hex Einbruch daß der Pubstlumsverkehr gestern nicht ganz den Umfang erreichte, den er am Silbernen öonntag hatte. Vielleicht war daran die empfindliche Kälte schuld, die Wohl manchem das I Dgheimbleiben ratsamer erscheinen ließ, als den Gang zum Weihnachtseinkauf, zumal ja noch I mehrere Werktage für das Kaufgeschäft vor dem Heiligabend zur Verfügung stehen. Soweit man beobachten konnte, wurde auch gestern rege gekauft, in verschiedenen Geschäften herrschte sogar Großbetrieb, wie man ihn in diesem Jahre bisher noch nicht hafte bemerken können. Im ganzen betrachtet kann man also wohl sagen, daß Der Goldene Sonntag trotz etwas geringeren Publikumsverkehrs in der Hciuvtsache die Erwartungen der Geschästswelt erfüllt haben dürfte. Bemerkenswert ist übrigens, daß auch aus Frankfurt a. M- ein schwächerer Publikumsverkehr am gestrigen Tage gegenüber dem Silbernen Sonntag geme'bet wird. ** Am Heiligabend Weihnachtsmusik vom Turm der Johannes kirchc. In früherer Zeit ist es in vielen deutschen Städten Brauch gewesen, daß am Heiligen Abend Musikanten von den Türmen Weihnachtslieder gespielt haben. Diese alte Sitte soll am Heiligen Abend hier wieder aufleben, da der Verein für christliche Musik, nachdem er im Gottesdienst der Zohanneskirche mitgewirkt hat, um 18 Uhr vom Turm dieser Kirche alte Lieder zum Bortrag bringen wird. ** Die Gießener Geldinstitute bleiben am Weihnachts-Heiligabend nachmittags geschloffen. Man beachte die heutige Anzeige. •• Todesfälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Dezember verstürben in Gießen: 2- Friedrich Birkenbeul, Lokomotivführer t R., 7? Jahre, Stephanstraße 33; Friedrich Welcker, Oberregierungsrat i. R., 65 Jahre, Ludwigs- Platz 11; 7. Elisabeth Schwieder, geb. Körber, 55 Jahre, Mostkestraße 1; 8. Emil Heinrich Müller, ohne Beruf, 77 Jahre. Schillerstraße 26; Sina Schupp, geb. Reh, 23 Jahre, Erdkauterweg 20; 9. Hermann Wetter, 8 Jahre, Am Riegelvfad 46: 11. Ludwig Decker, ohne Deruf, 35 Jahre, Alter Rödger Weg 14; 15. Margareta Leicht, geb. Haas, Witwe, 82 Jahre, Am Riegelpfad 84; Wilhelm Rather, Lokomotivführer l R, 68 Jcchre, Frankfurter Straße 75. " Steuer-Erleichterungen für die Kriegsbeschädigten. In diesen Togen werden die Steuerkarten für 1932 ausgegeben. Wie der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen mit» teilt, hat der Reichsminister der Finanzen mit Erlaß vorn 28. Rovernber verfügt, daß die bisherigen Anordnungen über die Behandlung der Anträge auf Erhöhung der steuerfreien Beträge auch über den 31. Dezember 1931 hinaus in Kraft bleiben. Die rentenberechtigten erwerbstätigen Kriegsbeschädigten sollten deshalb unverzüglich bei dem für ihren Wohnort zuständigen Finanzamt den üblichen Antrag auf Erhöhung der Werbungskosten, entsprechend dem Grade ih:er Erwerbsminderung, einreichen. Dem schriftlichen Antrag ist der jetzt gültige Rentenbescheid und die Steuerkarte beizufügen. Da die Vergünstigung erst mit dem Sage der Eintragung auf der Steuerkarte wirksam wird, empfiehlt es sich, den Antrag entweder schriftlich oder mündlich sofort nach Empfang der Steuerkarte bei dem zuständigen Finanzamt zu stellen. ** Jungdeutscher Orden. Man berichtet uns: Die Bruderschaft Gießen des Jungdeutschen Ordens veranstaltete am vergangenen Dienetag ihre Adventsfeier; die Ausgestaltung hatte die Schwesternschaft übernommen. In ihrem Derlauf hob sich die Feier ab von den üblichen büraerlichen Geselligkeitsformen. Bündisches Gemeinschaftserlebnis aus dem Innenleben der deutschen Volksseele! Spruch, Chor, Gesang und Musik brachten den zahlreich erschienenen Schwestern und Brüdern den Geist der Adventszeit nahe. Bruder Komtur Kranich sprach in feiner Rede von dem Erleben der deutschen Seele in der Adventszeit. Aus Dichterworten eines Mathias Claudius, eines Rainer Maria Rilke zeigte der Dor- tragende das schlichte, ernste Wesen der deutschen Dolksseele auf: sie spricht am beredesten, wenn sie schweigt. Wir leben heute in einer Adventszeit deutscher Nation. Die Jungdeutsche Bewegung sieht im selbstlosen Dienst an der Nation ihre Ausgabe. Sie verabscheut den Zeitgeist der Phrase und der Der- antwortungslosigkeit! In Staat, Wirtschaft, Kultur kämpft mit sie dem Beispiel der Tat als Pionier einer Neuordnung der deutschen Dinge und als Träger der geistigen Revolution des 20. Jahrhunderts! Nach Abschluß der Feier hielt ein festlich gedeckter Kasfeetisch die Schwestern und Brüder noch kurze Zeit beisammen. Kunst und Wiffsnschast. Oskar A. h. Schmitz t- Der Schriftsteller und Kulturphilosoph Oskar A. H. S ch mi tz ist nach kurzem Leiden, 58 Jahre alt, in einem Frankfurter Krankenhaus gestorben.— Schmitz, 1873 in Homburg v. d. H. geboren, wurde vor allem durch Stefan George sehr beeinflußt und begann seine eigentliche literarische Laufbahn mit dem 1907 erschienenen Bande „Französische Gefellschaftsprobleme". Von den späteren Schriften des geistvollen Essayisten seien genannt: „Das Land ohne Musik", „Brevier für Weltleute", „Brevier für Unpolitisches „Der Geist der Astrologie" und seine interessanten Lebenscrinnerungcn" in drei Bänden. — Der Verstorbene war übrigens der Schwager des bekannten Malers Alfred Kubin. vie Wetterlaae. M Aberdeen- Uli .O Lom : sein Ö- Usfo ■1A Sonntag den 10. JJezember o L/ty ’.io - ex? ** *6” o (K Toursl OwoiKemoi 0 neiter. 9naib DedecKt. ® wolkig. ® bedeckt eRcge^ * Schnee a Graupeln e Nebel K Gr-uit'er.^Windstille. sehr •eichte» Osi uassioe» Südsüdwest stürmische- Nordwest Ole Piene liieoen mit dem wmdt Oie beiden Stationen »tenenoen Zahlen geben die Temperatui an. Oie Linien verbinden Orte mit oicicbcoL xu' Meeresniveau umstrechneten Luftdruck Wettervoraussage. Der ausgedehnte hohe Druck un Westen hat sich mit dem über Zentraleuropa lagernden vereinigt, so dah die Wetterlage weiterhin in seinem Bereich verbleibt. Dabei hält das Frostwetler an. Wohl aber erfahren die Temperaturen gewisse Schwankungen, denn das Vordringen von Luft- masscn teils ozeanischen, teils kontinentalen Ursprungs ruft Wechselhaftigkeit hervor. Mit der wechselnden Luftzufuhr kommt auch zeitweise Rebelbildung oder Bewölkung mit etwas Schnee auf, wobei die Temperaturen leicht ansteigen. Anderseits gehen die Temperaturwerte bei Auf- flarcn und der vorhandenen Schneedecke stärker zurück. Aussichten für Dienstag: Schwankender Frost, bei Aufklaren stärkerer Temperaturrückgang, teils wolkig, teils aufheiternd, einzelne leichte Schneefälle. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer des winterlichen Wetters. Lufttemperaturen am 20. Dezember: mittags — 2,1 Grad Celsius, abends —9,7 Grad; am 21. Dezember: morgens — 4,7 Grad. Maximum —1,2 Grad, Minimum —10 4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Dezember: abends —0,3 Grad; am 21. Dezember: morgens — 0,4 Grad Celsius. Son« nenscheindauer 1 Stunde.__________________________ Immer weiße Zahne hat man bei ständigem Gebrauch von Chlorodont-Zahnpastc (Tube 50 Pf.) unter aleichzcitigcr Benutzung der praltischcn CHIorodont-Zahn- I Dürfte lSpezialschnitt). Versuch überzeugt. Hüten Sie sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen. NOWACKX KoMne, iniri ah/yA^z $z/t curtijOttirtt-dtow 4659 A Wir bieten als außergewöhnlich billig an: 8813 A Billige Backwaren Bett- Frische Trinheier ...10 SL 1.30 n. 0.98 4.50, in vielen Farben als 12.50, dem en Mustern. .17.50, Farben. IH4A 88O7D ÜW^MkitL Telepb. 2417 Marktetr. 23 UIC D QEDKUCKäACHtN II tn Ot BrUhlache Druckerei Tisch- Stepp- Schlaf- Pld.0.38 PID. 0.60 Walnüsse.. Haselnüsse. Reise- Meloigue- Blülenmehl 0 Blüleumehl 00 Marfiarine..... Haselnuhkerne Mandeln....... KoiosnuMer.. Rosinen....... Korinthen..... 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Hebbel Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen-Gtabt. Die rückständigen Beiträge zur Kranken-. Invaliden, und Erwerbslosenoersicherung für den Monat November 1931 können noch bis zum 30. Dezember d. 3. ohne Kosten bezahlt werden. 88060 Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kosten- berechnung Tind evtl. Beitreibung. Die Ein- Zahlung kann täglich außer Samstags von 8 bis 1 Uhr ' ei unserer Kasse oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Nr. 10833 erfolgen. Hink 1 er, Rechner. Drogerie Noll Bahnhofstraße 53 8829d 15. ivcbr Stelle SW oder Tischdecken, Kunstseide mit schöner *1 Efi Franse, i. großerAuswahl,11.50, I etAr Steppdecken, beiderseits Satin m. Halbwollfüllung und teils eine Seile Q Efl K’seide, Rückseite Satin, 14.75, U «uv Steppdecken, mod. Must., schöne Färb., Bezug eine Seite K’seide, Rück- 4*7 Ef! seite Satin m. gut Füllg , 23.50, I I »w* /°Ms I zue1?llänihn e,Qer / 8r»»fo,‘""e7 ®ole (Bpiegpoheil! 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Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Wolfstraße 21 I ), Schönlanke, Göbelnrod, den 21. Dezember 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. Dezember, 2 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt •827 D 8816 D 1 y2 Uhr statt. Gießen, den 21 Dezember 1931. fand auf Wunsch der lieben Ent- Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. ItllD 8809 D Im Namen der Hintei blieben en: In tiefem Schmerz: Carl Horn. Die Einäscherung und Beisetzung schlafenen in der Stille statt Nieder-Gemünden, Nieder-Ohmen, Magdeburg, Gießen, den 21 Dezember 1931. Sonntag früh 3 Uhr verschied nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater. Großvater, Bruder. Schwager und Onkel Die Beerdigung findet Dienstag,22.Dezbr..nachm 2 Uhr statt __________ 88UD Die trauernden Hinterbliebenen*: Frau Minna Bernhard, geb. Schmidt Karl Bernhard, Landwirtschaftslehrer, und Frau Helene Roser, geb. Bernhard Enkel: Karlgeorg, Otto, Siegfriede. Statt Karten. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme anläßlich des Hinsch-idt-ns unseres liehen Vaters sagen wir auf diesem Wege unseren tieiempfundenen Dank. Anna Müller Familie Ludwig Müller Familie Carl Müller Familie August Wehrheim. Giehcn. Rheydt, den 19. Dezember 1931. [Verschiedenes | Erstklassige», uinge» Gelingt-SUnup- Duett i Herr und Daniel Weihnachten, 2üd., Neuiabr für Lokale, Vereine b bill.Be« rechn, frei. Angeb. Hanptpoitlaek I?. ** Stadttheater Gießen, «o Dienstag. £2.In. v. 19', b. g. 22 Nbr 12. Borst, i. Dien> tag-Abonnemenu Olcroöbnl. 'Vrrifc I Die Pappenfee Ballett, 1 Akt v. Ar. (Hnul u. Hatzreiter. MuM o, Fok. Bavcr Borber: Die Wunderlamve WcibnachtsmSrch. in 5 Bildern o. Werner Schmidt. Meine innigstgeliebte Gattin, meine treue Lebensgefährtin, unsre liebe, unvergeßliche Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Julie Horn geb. Evertsbusch ist am 16. Dezember nach kurzem, schweren Leiden von uns geschieden. Herr Reichsbahnobersekretär Ludwig Bernhard im Alter von 64 Jahren. Samstagmittag 1 Uhr entschlief sanft und unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit meine Hebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter. Schwiegermutter. Großmutter. Schwägerin. Tante und Gote Frau Katharine Schäler, heb. Kehler im 62. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Heinrich Schäler IV.. Schreinermeisler. Annerod, Rödgen, den 21. Dezember 1931. Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. Dezember, nachmittags Todes-Anzeige. Gotthatesgefallen.unsereö lieben Gatt en,Vater,Schwiegervater, Großvater. Bruder und Schwager Karl Becker I. Kaufmann und Bürgermeister im 58 Lebensjahre nach kurzer Krankheit in die Ewigkeit abzurufen. 6 säe sx«2 t .4.. r,p _ t ■iävg t = cC = FH-; y = u = 1 = HH; ■5’9 .=.= 4 X u a: >- E x- = a fe^E §■ es ZL £a=*-e- sZ ID o- a.to = E -E §^G £- X-* o§r-Z ea --« c •g' <^ A-I «e= IOc° 3 U jQ C a s E a & KdE ..% 3E Q s? DLL = E A a® c o E 2.2 c 2 -D W CT E G?ö 2-3“- H LG D.E 2. a G -E =ÄÖ £oä® c E uto K.gD.2 Z I 09 €' ~ 2s§r^ LZ tf> ES E 2 •» <9^ 19 E o >_. o> ' • k- — 2 p 3 *3" 19 Öl9 Sa j19^ö53 o s: ö Efe 19 = E •6 E (9 ®. ZLKs; fee?- M i- c a ■2 tf-A X. 2© 2.2 ö. ts « er. E a es a^ü 3 eft E E =3 » •e <9 l^s ZG - <5 A § E SIS Bar ^G- o E" >e s © e to. E E © E a a £ 2 D-- -€E ec?^ <5 ■y e ■n-tf-e ^G E.2 E 2 E S€ü SÄE 2fe Q 3 ;eS B E Eö 8 ^DZ E •E'ä ä| 2> :a: .s a d 2 Ss D 2 S£2« -* Q **"" Cf 'S <_, r- —- a o-S ©^a^ a c: xs- a — :tö«? lieber ^nkel E« E e«> 2 £-19 'S ± L -y.2 o .2 c Äfi Z^. E^^ E s.2» L L 4L DL =O E = li? »» c E E :a - B s ä E«L> § = E a c:-c F“3 — C .CT) Q ä2A 3 - "”:°GQ <3? - ®0K ^G » 2 fe2 •2 B ©a- ^Sfs - E 2 .S5 E " K c tt E G^Z « la £ »^-e 2 2 J>SJ 53-C» E H&; p s> *C eu L 7«,? 2 3^9 ZG E 1- a S£2'= Jh ®e - Seo a^.L -£.2 s EM- ‘5 ?S “ a — _ ES. E a«e E fe ®3s=St‘E A tUswabl,H-90' ; Satin®-1??' >- a£» °* 2 aaw _ S.'fe-E1 c E x-C-e e E 2 xd <2 c- e ts . ffiaul u. voxi-ui. 3Ruiilo.9oLfc Tic ©unbfto VeibnmblM. in 5 Mm, o. Lerner 5p-- ?*ü§ =S e -i? E E | ' a s — lt)' Ei7E€ a: §6 « fe L-®§ atfPq o o x- - -s;»ss 5-&eSo a E ä 1S5.E0 w E x L2 SA «s 2 _ ö'cH a fe E •=HBsis = feö - - ^=c?«£ (9.-3 .X“ 3 <“ 3 E a £ .fe o a ptoS 2 •6-^ 2 e 19 “8 = c cu E = 19 D . s± «»"5 Si 33g E g - E ° D LZ ° M cSp.4' E = = X g»«» fe _ H-ec iS . Hi s o ^S.S>3 ölj)^ (& o H * g p *b eSatin.14'79, - .schöne , ;ä*Ä® tt’-ä ll MlllMgeZ, iuiU Gesangs. Stlonm Duett tHen und Dao Leihnnchten.LL Neuiabr für ?ofe Vereine b bifl.f. rechn, frei. 3ny HanptposUsthil, ü53 *• E 2 = -g ®a ff |KD^, E ± M 253 = «»-zr o E c D X— 2^ ©£ 2 Ix. = €c 5 a Qualitäten. Halb«* “ 0,* erung-1 xlÄ^ LMusterl7’5 -h Oobe*®' ne M j;^0 E ft» ©-’° E. s = - a°S^E 55 oö = - O»o^ - .. SK5 I Z ft» a e. fe St=- c E . 2 - Q o E “ b A 5» -b- 5 SZ --s ft» E £ Z ft»>> p «g* » c. °-!s ° aA® = S-KD.^ B B ftj-g CJ g E195 5 B?-^_g, p 3. 43- y ft» ®»«° § E q JO = Jp I SA AA E 55 JE, 5» G c. *6- » : - C C A ftcjdr? E o x-cSA a A tr?1 £ :O ~ .B ^gg«E CT E X. G 3 *— — — p A ^2-fgfe G^5" €^E- a ft» j? p Ec? x> -E cp - O S E , = ry. . 3 3 A ft» -5 ft» = c ' e®I9°^p u • 3« TP "Q CT G x. E . «».-fe Z-ba S^-bL-E e a L E afe-E--^^^ ff-E fe B S a’fe pIZ 3^ LZ *C?;C A>P oA -s B-Sa u'.~ ££.^ c “— a CT p.6? &» © §£e “ ir> öü) = P ft»‘“ E li — ft» ft» ft» --. ft» X» -5- L . 360 - 3 g 5.E fe fe E x-55-p c.— 2 E =Ä~5- - 2 _ft» _e <» »»—<9 c» fe — £<9 ,3afe |öf§8$ 2£ fi E g s E E E 2 2 G E 2 E 2 2” 2 A 2 E 2 E d 2 E c? S 2 2 2 2 (9 2 £G 2 E © KD 2 E d 5 I 2 e» O A .JO 3 E ® e» o 2 fe 3 -AL E Al. MA =- n e-J a $ro< Ö«X 2 ö s '»p? 6) 3 n n-"& X ö 8 & H- a o ö = as ^2ö?== CD3 fi? « a Jd Sa a hMO tfi 8 As CD y. «5 = =■ 2 A -5 « .t "5 'In 8 cn= »2 S = (7) 5" s n Eaa g“S-eS I» m o n 0 2. »'2 CTto n 3 n £25 " tS 2.»9 5Ä3 S a 2.3 n a s SH ct 3 (3K3 -SL.3 3 S = 8 (Du* 3 8 n A; S o H s ya e ss- rn 5 ■Ws 3-0 3 2 <3 -9- a 2,a = D 5 * - SO X n »3 ZE a-A. A 3« 5-5 = sa FH? H A® AS 8 R CJH. E.a SE 8'^ (02= 3 CDS Ubs^as S§. i^ta A-* 3 3 ZE-t s-AAZ E o« 5 3 SS s-^as e =5 ff« -3® 3 T = 3 öd 3 aa 3 CD 3 a = 5 8 H3 3 2 ct- 3 « n •s>e ”hb •2.3 ?37« u> "1 8 «o 3 SE “'=?£’ ti ts £2ma = filaSSüS 3 H Ha = 31 03 a S co » 3 n 451 U> ÖD ?3 ^aM 3 9 3 D = 8 t 8 - £5 8 3 2 «8 ?==?^a 3 2-8* öS öS 2- 8 3 3 2 V LZ g = ® = =a3" 2 " 3 3 ff 3 I s 3 3 W 3 Ä 5 p S2.2 3 Uü o 6 uo 3 5 o a LDZ 8g CD? a 8 8 D3 3 Z 3 3 31 s g 3 ;s = -5T 3 8 a c 5*a ; 3 n 2 E^2 3» 2 P aj a = a ~ - s~ = ti A S rt g) = 52« a 2- -- o O _s> 3 £So AnE --3 32 CT» »3 3 e =,= s °i~ CT 3 M — ctct = a 2^- cd ^=. = 5 o n>? n 3 T- _ O. 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Von unserem cr.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Helsingfors, Dezember 1931. Wenn nicht alle Zeichen trügen, gehen die skandi- navisch-baltiichen „bootleggers“, d i e S p ritsch m u g g t e r in der Ostsee, trüben Zeiten entgegen. Von den „Heldentaten" Dieter aus allen Völkern der Ostsee zusammengesetzten Gesellschaft hat man sich jo manches Stücklein erzählt — jo besonders damals die fatale Geschichte von jenem litauischen Floltenkommandanten, der von der Jagd nach finnischen Schmugglern — von diesen selbst in völlig „benebeltem" Zustand bei den Danziger Hafenbehörden abgeliefert wurde .. Nun. mit diesem ebenso romantischen wie ertragreichen Geschäft dürfte es in Bälde vorbei sein. Wir stehen unmittelbar vor einer Volksabstim- mung über das finnländische Verbot s- ae s e tz. Die Lappoleute haben die sofortige Aufhebung der Alkoholgesetze ohne vorherige Abstimmung zum Ultimatum erhoben; vor ollem aber haben die finiiischen Frauen- Vereinigungen, ein politisch sehr gewichtiger Faktor im Land der 40 000 Seen, in einer dickleibigen Eingabe im Namen von mehr als 118 000 finnischen Frauen dasselbe verlangt. Ueberall im ganzen Lande ist die Erkenntnis durchgedrungen, daß die finnische Alkoholgesetzgebung Zustände geschaffen hat. die auf die Dauer völlig unhaltbar sind. Die alte Geschichte von Eva mit dem Apfel hat sich auch bei diesem Alkoholgesetz wieder einmal bewahrheitet Verbotene Früchte schmecken süß, verbotener Alkohol lockt ganz besonders und übt eine riiegekannte Anziehungskraft gerade auf solche Persönlichkeiten aus, die vorher dem Alkohol nur mit platonischem Interesse zusprachen. So sind jetzt die Gefängnisse überfüllt. Die Zahl der Verbrechen, die unter Der Wirkung des Alkohols begangen wurden, ist ungeheuerlich gestiegen, die Achtung vor Geietz und Sitte stark gesunken. Eine Enquete, die die Regierung bereits vor einigen Jahren veranstaltete, hatte geradezu niederschmetternde. Ergebnisse. Von der weitaus größten Zahl der Befragten wurde das Verbot als eine Gefahr für das Land in physischer wie in moralischer Beziehung bezeichnet. Enthält doch geschmuggelter Alkohol, bei dem die Aufsicht der Gesundheitsbehörde fehlt, nur zu oft gemeingefährliche Bestandteile. Besonders die Wirkung des Verbots auf die Jugend und auf die Küsten- bevolkerung, die häufig ihren Fischerberuf aufgab. um dem einträglichen Schmuggel zu dienen, wurde als geradezu verheerend geschildert Aber auch wirtschaftlich hat sich das Verbotsgesetz in nachteiligster Weise ausgewirkt. Der derzeitige Zustand schädigt den finnländischen Staat durch einen für die dortigen Verhältnisse ungeheuren Steuerausfall. Gerade in diesen Tagen hat der Staatsbankchef Ryti fcststellen müssen, daß dieser Verlust mehr als eine Viertelmilliarde Finnmark pro Jahr beträgt, und daß sich das Land diesen Luxus in der heutigen Zeit nicht mehr leisten könne, zumal dies Geld ja nicht gespart^wird. Recht bedenklich freilich ist. daß zwischen Frankreich und Finnland Verhandlungen über eine Anleihe schweben, die Frankreich bei Aufhebung des Alkohol- Verbots und Abnahme französischer Weine gewähren würde. Aber auch die direkten Delastungen des finnischen Etats durch dieses Alko- cholverbol sind sehr beträchtlich Der Stampf gegen die Schmuggler, die polizeiliche Ueberwachung und die Summen, die die finnische Reaierung jedes Jahr für die Anti-Alkoholpropaganda auswirft, machen Hunderte von Millionen in jedem Etatsjahr aus. Dänemark und Estland decken aus der Alkoholsteuer einen großen Teil ihres Budgets. Dasselbe wäre in Finnland möglich, dessen Wirtschaft zur Zeit — vor V Von altersher bestand bei den Salinenarbeitern von Halle, den Halloren, die Sitte, am Neujahrtstage eine Abordnung in den alten Trachten zu dem deutschen Staatsoberhaupt zu entsenden, um die Glückwünsche der Hallenser auszusprechen. Zum letztenmal sind die Halloren am 1. Januar 1914 in Berlin gewesen und von Staiser Wilhelm II. empfangen worden. Jetzt, nach 18jähriger Pause, werden sie die schöne Sitte wieder aufnehmen und dem Reichspräsidenten von Hindenburg am Neujahrstage gratulieren — Hallenser Salinenarbeiter (Halloren) in ihrer traditionellen Tracht. (Nach einem alten Stich.) allem durch das russische Holzdumping — ebenfalls schwer von der Krise betroffen ist. Dazu kommt, daß durch den bedeutenden Devisenverbrauch der Schmuggler die Valutakurse nicht unwesentlich hochgetrieben worden sind Alles in allem kann man seststellen, daß die Frauen und die Lappo-Leute in ihrem Slampf gegen die Alkoholgesetzgebung nicht nur den gesunden Menschenverstand und die Moral auf ihrer Seite haben, sondern auch die wirtschaftliche Vernunft. Alle Argumente der Verbotsanhänger sind durch die Entwicklung der letzten zwölf Jahre widerlegt. Und auch die politische Frage dürfte längst im Sinne der Verbotsaufhebung gelöst fein. Als einzige Partei treten heute im wesentlichen nur noch die Sozialdemokraten für die Aufrechterhaltung des Verbotes ein, die aber im Lande durch die Lappo-Bewegung und die Arbeit von „Malaisliitto". der finnischen Bauernorganisation. ihren alten Einfluß längst verloren haben Das Land der 40 000 Seen hat sich zehn Jahre lang der Segnungen eines Alkoholverbots erfreut, wie es in Europa einzig dastand Es ist unentschieden. zu welchem System Finnland nunmehr übergehen wird, eines aber dürfte schon jetzt feststehen: die Tage des sinnländischen Verbotsgesetzes und der Schmugglerherrlichkeit sind endgültig gezählt! Der hessische Einzelhandel zur Notverordnung. WSN. Darmstadt, 19. Dez. Der Hessische Einzelhandelsverband teilt mit: Der organisierte hessische Einzelhandel erklärt sich trotz der erheblichen Bedenken, die er gegen einzelne Bestimmungen der 4. Notverordnung der Reichs- regierung hat, bereit, an der Durchführung dieser Notverordnung mitzuarbeiten und im Nahmen des Möglichen und Erträglichen die neuerlichen Opfer auf sich zu nehmen, die ihm aus dieser in höchster Not des Baterlandes entstandenen Berordnung erwachsen, wobei er der Hoffnung Ausdruck gibt, daß dadurch endlich und dauernd eine Gesundung der mehr und mehr unhaltbarer gewordenen Verhältnisse herbeigeführt wird. Anderseits spricht der hessische Einzelhandel die bestimmte Erwartung aus, daß bei der Durchführung der Notverordnung die Lebensnotwendigkeiten des Einzelhandels unbedingt gewahrt und über seine Interessen nur unter weitgehender Hinzuziehung von Vertretern feines Standes entschieden wird, um unnötige Härten und Fehlgriffe zu vermeiden. Der hessische Einzelhandel betont hierbei nachdrücklichst, daß die im Einzelhandel in den letztvergangenen Jahren eingetretenen starken Preissenkungen bereits jene Grenze erreicht haben, wo eine weitere Senkung nur unter der Voraussetzung einer gleichmäßigen Beteiligung aller derjenigen Faktoren, von denen die Preisbildung abhängig ist, möglich erscheint. Der Einzelhandel kann und darf bei der Durchführung dieser Notverordnung nicht wieder der allein leidtragende Teils ein, sondern er muh bedangen, daß von der Produktion ab bis zum letzten.Verteiler der Ware — einschließlich der öffentlichen Lasten, städtischen Gebühren, Wertstarife — alle Beteiligten in gerechtem Verhältnis herangezogen werden. Weitere Substanzverluste des Einzelhandels müssen unter allen Umständen vermieden werden. Taten für Montag, 21 Dezember. Sonnenaufgang 8.29 Uhr, Sonnenuntergang 16.17 Uhr. — Mondaufgang 13.38 Uhr, Monduntergang 4.48 Uhr. 1375: der italienische Dichter Giovanni Boccaccio in Certaldo bei Florenz gestorben: — 1804: der englische Staatsmann Benjamin Disraeli, Earl of Beaconsfield, in London geboren. Taten für Dienstag, 22 Dezember. 1848: der Sprachforscher Ulrich von Wilarnowitz- Moellendorf in Markowitz (Posen) geboren; — 1891; der Orientalist und Politiker Anton de Lagarde in Göttingen gestorben. Liebei einander! Eine WeihnachfsdetiachiunH Don Paula Messer-Platzs. Wer wahrhaft liebt, der steht immer über dem Durchschnitt, aber wer nichts und niemand liebt, der wird weder ein ganzer Mensch noch je ein ' großer Mensch werden, und hätte selbst der Genius seine Stirne geküßt. Irgend etwas muß man in sein Herz schUeyen: sei es nur ein Buch oder ein Bild, seien es Blumen oder Tiere. Sei cs der Berus als einfaches Handwerk oder als schweres Gelehrtentum — Fleiß genügt bei beiden nicht, mit Liebe muß der Mensch seine Arbeit tun, damit er und die Arbeit gut werde. And Denn das schon gilt zwischen Ding und Mensch, wie viel mehr erst zwischen Mensch und Mensch! Wer wahrhaft liebt, der wächst Über sich selbst hinaus, alles, was klein in ihm war, wird groß, toas ihm früher unmöglich schien, vollbringt er jetzt fast spielend. Strahlend, stark, hilfsbereit kennt er nur den einen Gedanken: wie er den andern erfreuen, beglücken, erheben und fördern könne. And ohne es zu wissen, hat er den andern schon beschenkt und erhoben: denn nichts wirkt ermutigender, ja erlösender, als so geliebt zu werden. Liebende Menschen erlösen sich selbst and den andern. Durch die Liebe zweier Menschen sind wir erzeugt und geboren worden, aber erst, wenn wir selber zu lieben beginnen, werden wir wirklich geboren, erleben wir unsere Weihnacht, beginnt unsere Erlösung. Wo in ö*-- «chen dies große, liebende Glück und Vertrauen ar ölüht, da schwinden Verschiedenheiten, die man sonst als wichtig und trennend empfindet. Freilich, im Letzten. Wesentlichen muß man Aebereinstimmendes haben, denn wo nichts innerlich Gemeinsames die Menschen verbindet, da kann selbst die gemeinsame Zugehörigkeit zu einem Verband, zu einer Gemeinschaft, ^u einer Familie, ja, zu einer Ehe nicht innerlich näherbringen Wo alles uns Anziehende am Nebenmenschen fehlt, da empfindet man immer nur die Gegensätze, da wird man sich schließlich feindlich gesinnt, da empfindet man alles belei- "digend und zerstörend. Am abu ........ und geistig zu wachsen, ist es -nötig, daß wir mit solchen Menschen uns verbinden, die wirklich inn-cuch von unserer Art lind, die nicht bloß zu unserem äußeren Lebens- Ireis, zu unserem Glaubensbekenntnis, zu unlerer Partei gehören, die uns nicht bloß durch «äußere Verwandtschaft und Stellung, sondern durch Seelen- und Geistesverwandtschaft, durch Wahlverwandtschaft nahestehen. Anverrückbar gilt freilich, daß wir jedem Mitmenschen Rücksicht und Güte schulden; aber Liebe, die aus geistiger Gleichheit beruht, vermag nur unter geistig und seelisch Gleichen zu erwachsen. And der Zweck solcher Liebe? — Wenn man überhaupt von einem Zweck der Liebe reden kann, so ist.es dieser: daß eines das andere reifer, liebender, menschlicher, ja göttlicher mache. Zum schwersten Schicksal eines Menschen gehört wohl dieses: trotz der Zugehörigkeit zu einem Verband, einer Gemeinschaft, einer Familie, einer Ehe. die innerste, befruchtende Harmonie mit den Mitgliedern nicht zu finden, sich einsam zu fühlen. Aber man gebe das Suchen nicht zu schnell auf! Suchen, immer weiter suchen! Suchen — nicht sich verbergen, sich vergraben und verschweigen! Wer liebelos und liebeleer wird, der schwebt in Todesgefahr. Nämlich in der Gefahr, daß er Schaden nehme an seiner Seele. Sorge, Not, Enttäuschung. Schicksalsschläge — nichts kann uns etwas anhaben, wenn wir nur unser Herz der Bitterkeit nicht öffnen. Wer bitter wird, wer gar schon verbittert ist, der gleicht dem. der nicht mehr atmet. Darum: Liebet einander! And selbst im Bewußtsein innerster Einsamkeit haltet euch der Liebe offen, indem ihr selber liebt. Seien es Menschen eurer Umgebung, eurer Familie, eurer Gemeir schäft — oder sei es ein Fremder, der die Erschütterung der seltenen, ganz großen Liebe über euch bringt. Ein Fremder, der plötzlich wie ein Anbegreifliches, ein Aeber- wältigendes. stets Ersehntes in euere Kreise tritt. Geschehe es bei Tag oder bei Nacht — immer wird es ein heiliger Tag und eine heilige Nacht fein. Denn hinter der Zweiheit einer Erscheinung werdet ihr jene Einheit fühlen, aus der ihr herkommt und zu der ihr hinstrebt; hinter euerer Verschiedenheit werdet ihr jenes Gemeinsame empfinden, jenes Göttliche, von dem ihr los- gerissen seid wie ein Fünklein von der großen Flamme Dies Fünklein irrt in der Welt herum und wird erst ruhig und hell, wenn es mit einem anderen Gottesfunken zusammensinken kann: der ja auch nichts anderes ist als Glut von jenem göttlichen, ewigen Feuer. Nur da. wo zwischen zwei Menschen dieses geheimnisvolle Wieder- finden ihres Gemeinsamen ist, dieses gemeinsame Ueberwältigtwerden von einer Zusammengehörigkeit seit Anbeginn — nur da ist wahre, erlebte Liebe. Wo aber Liebe ist, da allein ist auch Ehre für Gott in der Höhe, Friede aus Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. — Christbaumschmuck. Don Margarethe Behrle-Zoettner. Vergoldete Nüsse. Sie sind das Traulichste am Weihnachtsbaum. Sie sind der Gruß aus dem deutschen Walde, den Knecht Rupprecht verzaubert, wenn er brummend durchs Schneedickicht daherstapft ... Liebe warmherzige Frauen haben sie bemalt und betujcht, am Abend vor Weihnachten unter Märchenerzählen — Mütter und Schwestern. Natürlich, freundlich und doch em ganz klein wenig zauberhaft blinken sie aus Dem Dunkel der Weihnachtstanne, wie selbstverständlich entsprossen diesen duftenden Zweigen, dieser goldenen Zeit. Kinderhände werden nach ihnen greifen — rosige und bleiche — und klare Augen sich an ihnen freuen — wie jchon Großmutter sich an ihnen freute — als sie noch klein war .. Glaskugeln. Glaskugeln — grell und groß und prächtig — wie die Edelsteinsrüchte aus Aladins Zauberhöhle. In ihnen spiegeln sich geputzte Menschen, blasje, schvngekleidete einsame Kinder, die sich schüchtern und wie zerstreut der flimmernden Riejentanne nähern. Glaskugeln hängen da, als ob sie fremd wären zwischen Den anderen Dingen — ohne sinn, nur schon, stolz und unendlich leuchtend. Eine ring- geschmückte Frauenhand hat sie vielleicht gewählt — vielleicht die Hand einer Kinderlosen .. Wachsengel. Ach, die Wachsengel — in sie bin ich verliebt leit meiner KinderzeitI Damals gab es einen Drogerieladen in unserer Nähe, der hatte sie alle, vom größten bis zum kleinsten. Das Auslagefenster war dann ein luftiger Himmel, ein Gewirr von Flügeln, Goldlockchen, zärtlich ausgebreiteten Gliederlein! Der größte — ein einzelner, pausbäckiger — kostete fünf Mark — die allerkleinsten, unwahrscheinlich winzige Geschöpfe, nur zehn Pfennig. Von diesen kleinsten kaufte ich ganze Horden. Ob viele Menschen diese Verliebtheit in die zarten Wachsengel mitempfinden? Ich glaube fast, ja. Und warum? Weil sie das einzige Körperhaste unter dem phantastischen Schmuck des Weihnachtsbaumes sind — weil sie lebendig schweben — wiegend an ihrem dünnen Gummifädchen, goldgetönt im Kerzen- glanz. leicht, leicht und doch mit einer unendlich zarten Andeutung körperlicher Schwere — die Gesichtchen so winzig klein, aber überhaucht von Kinder. und Blumenwärme . Sic erwecken nicht nur Staunen, nicht nur Ent- Das neue Vierpfenniqstück. l MI ll£3 ■'$ Der Entwurf zu dem neuen Vierpfennigstück, das jetzt ausgeprägt wird und als Scheidemünze an die Stelle des Fünfpfenrigstückes treten wird. Der Entwurf stammt von Tobias Schwab. Die neue Münze erhält einen Durchmesser von 24 mm und ein Gewicht von 5 Gramm und trägt a u f der Schriftseite innerhalb des aus einem flachen Stäbchen bestehenden erhabenen Randes in Antiqua in der oberen Hälfte die Umschrift „Deutsches Reich" und die Jahreszahl und, davon auf beiden Seiten durch je einen Punkt getrennt, in der unteren Hälfte die Umschrift „Reichs^ Pfennig". In der Mitte steht die Wertbezeichnung „4“, die von der Umschrift durch eine erhabene Kreislinie getrennt ist. A u f der Schauseite befindet sich in der Mitte innerhalb des Randes der Reichsadler, unter dem das Münzzeichen angebracht ist. Oberbeffen. Siadtraissitzung in Bad-Nauheim. 2$. Bad-Nauheim, 19. Dez. Dem Stadtrat lagen in seiner gestrigen Sitzung Anträge von kommunistischer und sozialdemokratischer Seite auf Gewährung einer Winterhilfe 1931 '32 an Erwerbslose, Sozialrentner^ und Ortsarme vor. Beide Anträge wurden gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Bürgermeister Dr. Ahl konnte darauf Hinweisen, daß die Stadt aus freien Stücken in besonderen Fällen schon Zusahunter- stützungen (Mietsenkung, Brennstoff- und Licht- geftellung, Abgabe von Naturalien) gewähre, daß außerdem die private Winterhilfe schon ihr Möglichstes tue. Der Ablehnung verfiel auch ein kommunistischer Antrag aus Gewährung einer Winterbeihilfe an städtische Arbeiter, Angestellte und Beamte. Unterstützungen in Einzelfällen können bei begründeter Vorlage aus im Voranschlag bereitstehenden Mitteln gewährt werden. — Die Bad-Nauheimer Winterhilfe hat seit 1. November in der Kinderheilanstalt Clisabethhaus eine Volksküche in Betrieb, die täglich rund 350 Portionen warmes Mittagessen ausgibt. Der Betrieb wird aus Mitteln der hiesigen Sammlung für die Winterhilfe unterhalten und kann bis zum April durchgeführt werden. Besondere Erwähnung verdient, daß durch zwei Konzertveranstaltungen der hiesigen ,.L i e d e r t a f e (* allein rund 1 8 0 0 Mark der öffentlichen Wohl- faljrt zugeführt werden konnten. Landkreis (Yictzen. * Lollar, 21. Dez. Am 23. Dezember begeht Frau Margarete Bierau in körperlicher und geistiger Frische ihren 90. Geburtstag. Mit bewundernswerter Energie und Geschicklichkeit verrichtet sie noch heute die verschiedensten häuslichen Arbeiten. zücken, sondern Zärtlichkeit — scheue Zärtlichkeit, wie zerbrechliche Wesen, die geflügelt aus Lilien- kelchen emporstiegen — dem Christuskind ähnlich in der Krippe, nur nicht ganz so unnahbar, nur nicht ganz so heilig. Lametta. Wer versteht die Poesie dieser mattschimmernden Grausilberfäden? Wenige. Manchmal hängen sie wie schwere Bleitrauben, wie feuchte Grottenwände. Aber wenn sie, über den ganzen Baum, über das letzte Zweiglein versponnen und verwebt, ihn in ein Eismärchen verwandeln, voll geheimnisvoller Pracht — in eine Traumsilbertanne, die funkelnde Kleider herobwerfen könnte über armselige Aschenbrödel — dann sind sie unvergleichlich. Dann sind sie alles, was das entzückte berauscht^ Auge ersinnt — das Haar der Winterfee — der Springbrunnen Des Mondes das phantastische Gespinst leichter Flimmerpaläste, die durch die Luft entfliegen ... Nur zarteste Frauenfinger müssen sie auseinanderspinnen — Märchenhände sie werfen — wie ein Traumnetz um des Geliebten Herz ... Weihnachtskerzen. Sie sind das Ueberirdische. Schlank entwachsen sie den dunklen Tannenzweigen, die vor Ergriffenheit zittern und knistern unter der feiernden Last. Erwartungsdunkel — Stille — die Tür fprtngt auf — Gesang zagt empor — und nur s i e sind da. Bethlehem erblüht in ihrem Glanz — alle heiligen Heerscharen erblühen in ihrem Glanz, mit wehenden Flügeln .. Das Wunder des Kindes erblüht in der Strippe, neu, rosig und leuchtend ... Maria lächelt, das heilige dunkle Haupt gesenkt — und die Hirten beten. £)od)fd)ulnachrid>fen. Der durch Weggang von Prof. A. Jarisch an der Medizinischen Akademie in D ü s s e 1 d o r f erledigte Lehrstuhl der Pharmakologie ist dem a. o. Professor Dr. phil. et mcd. Philipp ©Hinget an der Universität Heidelberg angeboten worden. Professor Dr. theol. Theodor M Ü n ck e r in Passau hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Moraltheologie in der Katho- lisch-theol^ sHen Fakultät der Univers t..tBres- l a u als Nachfolger von Friedrich Wagner zum 1. April 1932 angenommen. Professor Dr. Theo Bauer in Rostock hat den Ruf aus den Lehrstuhl der Asshriologie an der Universität Breslau als Nachfolger von Prof. QL Angnad angenommen. — Orünberg. 19. Dez. Die hiesige 'M i t - t e I ft u ^«vereinig ung bcfcha tigte sich in ihrer jürgften Versammlung mit verschiedenen kommu.a.politischrn Fragen. 1L a. wurde stark« Ätilif geübt an den fortgesetzten beträcktlichen Ueberfchreitungen derVoranschläge bei städtischen Arbeiten, wie sie besonders bei der Kanalisation vorgekommen sind. Ohne auf dir Schuldfrage, ob durch unsachgemäße Arbeit oder mangelhafte Aussicht und unvollkommene Planung durch die Bauleitung, näher einzugehen, wurde die Erwartung ausgesprochen, bah Ltadt- verwal'.una und Gemeinderat Sorge dafür tragen, daß derartige Voranschlagsüberschreitungen, dir für die Gesundung der städtischen Finanzen eine grobe Gefahr bilden, in Zukunft vermiedenwerden. 3n diesem Zusammenhang wurde eS begrübt, dab beim Bau deS Schwimmbades der Bauleiter vertraglich durch Sicherheitsleistung an die Einhaltung deSVor- anschlagS gebunden ist. Hinsichtlich des Cntwur's eines Bebauungsplanes für die Höfetränke stand die Versammlung auf dem Standpunkt, diesen Platz als freien Platz bzw. Spielplatz zu belassen und ihn mit einfachen Mitteln nach der Ansicht eines Sachverständigen Herrichten zu lassen. In bezug auf den neu eingeführten Schwetnemarkt Im Monat Februar wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, den Markt wegen der Kälte vielleicht innerhalb der Stadt abhalten zu lassen. Als Plätze dafür wurden Krool und Reupforte vorgeschlagen. Die verschiedenen Anregungen wurden vom Vorstand als Erschließung an Stadtverwaltung und Ge- metnderat weitergegeben. Kreis Alsfeld. • Nieder-Gemünden, 20. Dez. Am Samstag v e r st a r b der langjährige Bürgermeister Karl Becker von hier. Er war in der Gemeinde sowie in der Umgebung allgemein bekannt und beliebt. Die Gemeinde verliert in ihm einen tüchtigen, pf'chttreuen Beamten, der jederzeit allen Gemeindegliedern mit Rat und Tat zur Seite stand. preuhen. Katastrophale Finanzlage des Kreises Wehlar. WSR. Wetzlar, 19. Dez. 3n drr Haus - haltSausschuß-Sitzung des Kreistages Wetzlar entyüllte sich eine katast r o p h a l e Finanzlage dcS KrriseS Wetzlar. Htrvorgerusen durch starke Steuerrückgänge einerseits und daS Anwachsen der Dohlsahrts- erjer6Llofcn anderseits ist im Rechnungsjahr 1931 mit einem Fehlbetrag von über 0,5 Million Mark zu rechnen, für den eine Deckung nicht vorhanden ist. Der Kreis wird versuchen, durch Heraufschraubung der KreiL Umlagen und der Bürger - und der Bier st euer das von der Regierung geforderte Matz der Voraussetzungen zu erfüllen, die eine Anwartschaft auf eine Rotstands- beihi» fe deS Reiches geben. Das bedeutet eine neue starke Brlr'tung der Steuerzahler und dürste fccr.^* r* )t *4 wesentlich hö-errn.Sieurr- einnahmen s^hc.n, denn 6'c Steuern stehen bereits jetzt zu n grotzen Teil lediglich auf dem Papier, weil viele Gemeinden des Kreises mit hohen Erwerbrlofenzisfcrn so gut wie keine Steuern an die Kreiskasse abführen kö .nen. Berlin droht mit Repr salie, wenn die infolge d r Schwierigkeiten bei der Landesbank der Rhein'erooinz erhöhte Dirgersteuer nicht aufiommt. CS ist klar, so wurde betont, daß jede • »>crrung von Ueberweisungs- fteuern zum finanziellen Ruin des Kreises Wetzlar sühr.n muh. S> steht der Kreis Wetzlar nm 3ahreS:nde vor einer sehr bedenklichen Situation, aus der ein Ausweg zunächst nicht zu erblicken ist. Kreis t^cMar. J Groß-Rechtenbach. 20. Dez. Die in den Gemeinden des Amte- Rettenbach Durchgeführte Winterhilfssammlung hatte folgende Ergebnisse: Dornholzhausen: 29 Zentner Kartoffeln, 4 Zentner Gemüse, 2 Psd. Fleisch, 4 Pfd. Butter, 3 Ztr. Aepfel und 7L0 Mk.: SberSgöns: 14 Zentner Kartoffeln: Groh-Rechtenbach 15,40 Ztr. Kartoffeln, 4,10 Ztr. Gemüse, 4,10 Ztr. Obst und 10 Mk.: Hochelheim: 64 Ztr. Kartoffeln, 9 Ztr. Obst, 18 Ztr. Gemüse, 6 Kisten Handkäse, 5 Brote und 11.50 Mk.: Hörnsheim: 41 Ztr. Kartoffeln, 15 Ztr. Gemüse, 10 Ztr. Obst, 4 Pfd. Speck, 3 Pfund Wurst, 1 Pfd. Fett, 1 Topf Honig und 4 Mk., Klein-Rechtenbach: 32 Ztr. Kartoffeln, 12,5 Ztr. Obst und Gemüse, 15 Brote und 17 Mk. sdie Sammlung wurde durch die Ortsbauernschaft durchgeführt): Lützellinden: 49 Ztr. Kartoffeln, 17 Zentner Gemüse und 8 Ztr. Obst: Münchholzhausen: 11,50 Ztr. Kartoffeln, 7,50 Ztr. Gemüse, 2,50 Ztr. Aepfel, 5 Pfd. Fett, I Pfd. Reis und ein Quantum gelbe Rüben: Riederkleen: 35 Ztr. Kartoffeln, 9 Ztr. Obst, 6 Ztr. Gemüse und 4Mk.: Oberkleen: 30,85 Ztr. Kartoffeln, 7,70 Ztr. Gemüse, 6,55 Ztr. Obst und 7 Mk. Bargeld: Reiskirchen: 17,50 Ztr. Kartoffeln, 8,50 Ztr. Weihkraut und 1,50 Ztr. Aepfel: Vollnkirchen: 15,60 Ztr. Kartoffeln, 4,30 Ztr. Gemüse und 1,95 Ztr. Aepfel: Volpertshausen: 8 Ztr. Kartoffeln und 3r—4 Ztr. Gemüse: Weidenhaufen: 7 Ztr. Kartoffeln, 4 Ztr. Gemüse, 2 Ztr. Obst, 2 Pfd. Butter und 2 Mk. # Dorlar. 20. Dez. Der rechts der Lahn gelegene Teil der hiesigen Gemeindejagd wurde neu verpachtet. Der Jagdbezirk brachte bei der Neu- Verpachtung 500 Mark jährlich ein, gegenüber der bisherigen Iahrespacht von 770 Mark. Pächter ist Fabrikant Ludwig Rinn (Heuchelheim). Selbsthilfe der Landwirte. WSN. Marburg, 19.Dez. Die Landwirte des Kreises Marburg haben beschlossen, bei Zwangsver st eigerungen von landwirtschaftlichem Besitz kein Gebot abzugeben. Alle Personen, die bei derartigen Versteigerungen Gebote abgeben, sollen geächtet werden. Eine Diebesbande festgenommen. WSN. F r a n k f u r t a. M., 19. Dez. Seit Wochen wurden in Frankfurt Geschäfte fyftematisch bestohlen. Die Diebe, die der Polizei bekannt waren, waren alte Zuchthäusler, die aber bisher nicht gefaßt werden konnten, da sie in einem Auw reiften und das Diebesgut sofort wegschafften. Jetzt aclang es, die Burschen zu fassen: sie haben bisher 31 Djeostahle zugeftanden. Einer der Diebe, der Schneider Emil Wettermann, hat bereits zehn Jahre im Zuchthaus gesesien. SJi.-tfport Fußball der Gießener Mannschaften. Die Liga des VfB. weilte in Ockershausen und brachte einen Sieg mit nach Hause. Mit 4:2 sicherten sich die DsBer die Punkte. Die 3. Mannschaft hatte die 1. des DfR. Lich zu Cast und blieb in einem torreichen Treffen mit 8:6 Sieger. Die So ieloereinigung 1901) hatte ihre unteren Mannschaften im Spielfeld. Die Liga war spielfrei. Die Liaareseroe spielte gegen eine kombinierte Mannschaft von Wieseck (2.) und behielt mit 6:4 Toren die Oberhand. Die 3. Mannschaft mußte gegen den gefährlichsten Rivalen, gegen die erste Mannschaft von Dutenhofen, eine Niederlage von 1:4 Toren hinnebmen. Die 4. Mannschaft kam kampflos zu den Punkten, da die 2. von Leihgestern nicht antrat Die 5. Mannschaft der Blauweißen mußte sich gegen eine kombinierte 2. und 3. Mannschaft von Lollar mit einem Unentschieden von 3:3 begnügen. Die 1. Jugend konterte die 1. Jugend von Wetzlar-Niedergirmes mit 6 0 Toren nieder. Die 2. Jugend verlor gegen die 1. Jugend von Germania Marburg 2:4. Das Spiel der Handballmannschaft des VfB. gegen die 1. Handballmannschaft des To. Gardente.ch endete mit 5:5 Toren. Fußball in HeffemHannover. Die erwarteten Ergebnisse. Der Sonntag brachte in der Oberliga in Hessen- Hannover auf der ganzen Linie die erwarteten Er- gebniffe, wenn man von dem unentschiedenen Ergebnis von 3:3 obsieht, das in der fRorbgru^pe Tura Kassel gegen den Spieloerein Kassel herausho.te: die Tura wird aber trotz dieses Gewinnpun'tcs kaum noch vom Abstieg zu retten (ein. Sport Kassel scklug Einbeck 05 5:1, der Tabellenführer Göttin- gen C5 bezwang SuS. Northeim „spielend" 6:1 und Gr.-Almerode konnte den Hersfelder Hessen nach einem 2:2 einen Punkt abnehmen. Noch wie vor führt Göttingen 05 mit 22:2 Punkten klar die Tabelle an, gefolgt von Sport Kassel mit 19:7 und Spielverein Kassel mit 18:8 Punkten. — 2n der Südgruppe bezwang Borussia Fulda erwartungsgemäß die Marburger Kurhessen mit 4:1, während der VfB Gießen sich in Ockershausen einen 4:2- Sieg holte. Borussia Fulda liegt mit 22:4 Punkten an der Spitze, während Germania Marburg mit 17:7 Punkten vor Hessen 09 Kastel (15:7 Punkte) den zweiten Platz hält. Das erste Endspiel. Einlrachl siegt In Main; leicht mit 4:1 (2:0). Viel leichter, als man allgemein erwartet hatte, fieroann die Frankfurter Eintracht ihr erstes End- piel um die „Süddeutsche" in der Abteilung Nordwest. Obwohl die Frankfurter mit Ersatz für Schütz und Leis nach Mainz fuhren, führten sie auf dem Schneeboden des Platzes am Fort Bingen doch ein großes Spiel vor. Die Frankfurter waren spiel- kulturell fast um eine Klasse bester, sie beherrschten das Feldspiel mit feiner Ballbehandlung und glänzenden Kombinationen. Erft als die Eintracht nach Treffern von Schaller und Mobs (drei) 4:0 in Füh- rung tagen und nun verhaltener spielten, kamen die Mainzer etwas mehr auf. Aber ihr Ehrentor erreichten sie auch nur durch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters Dr. Göhl-Mannheim, der ein aus klarer Abseitsstellung erzieltes Tor des Mainzer Linksaußen Postelmann anerkannte. Die 12000 Zuschauer, die mit einer Ueberraschung durch ihren Lokalmatadoren gerechnet hatten, waren enttäuscht, applaubierten aber schließlich doch das mitreißende Spiel der Frankfurter. Punktkämpfe in der Gruppe Main. Bei den Verbandsspielen der Gruppe Main stand am Sonntag weiter der Kampf um den zweiten Platz im Vordergrund des Interesses. Es gab eine neue Klärung zugunsten des Fuß- ballsportvereins Frankfurt, der in GrieSheim nach hartem Kampf 3:2 (1:2) gewann, während der bisher'.ge Labellenzweite Rct-Weiß Im Stadion durch Union Riederrad mit 3:5 (1:3) eine Riederlage bezog. Germania 94, dessen Abstieg bereits besiegelt ist, verlor zu Hause gegen Hanau 93 mit 3:4 (3:3). Hanau hat damit wertvolle Punkte gewonnen, die vielleicht Rettung vor dem Abstieg bedeuten können. Da'ür ist jetzt Heusenstamm wieder stark ge'Lhrdet, daS in Offenbach 0:2 (0:0) gegen die Kickers verlor. Isenburg und Bieber trennten sich mit einem 3:3 (1:0). Turn- und Sportabzeichenprüfung im Eisschi ellaufen. Da im Laufe dieses 3ahres die Bedingungen erleichtert worden sind, dürfte eS sich für manchen Kandidaten empfehlen, die Gruppen 4 und 5 auf dem Este abzulegen. Die geänderten Bedingungen lauten: G r u p p e 4: 1570 Meter auf Renrschfittschuhen 3,40 Minuten: auf gewöhnlichen Schlittschuhen 4 Minuten. Gruppe 5: 10 030 Meter auf Rennschlitt- f(buben 27 Minuten: auf gewöhnlichen Schlittschuhen 30 Minuten. Auf der Bahn des Gießener EisvereinS wird in den nächsten Tagen Gelegenheit fein, die Prüfung abzulegen. Gelaufen wird auf einer 400- Mrter-Bahn mit zwei Halbkreisen von 28 Meter RadiuS an den beiden Enden. Prüflinge wollen den Aushang an drr Eisbahn brachten. Messen Kind bin ich? Vornan von Ar. Lehne. (11.h b.rschutz durch T. Tck rmann. Rrmanzentrale Stuttgart) 34 Farttttzung Nachdruck verboten Dr sah die Photographie an — sah Angela, die ihm mit einem leisen Lächeln zunickte — faftte sich an die Stirn — „wollen Sie mich zum besten haben, gnädige Frau? fragte er 1 .Scherzt man In solchen Dingen? Oder ist Ihnen die junge Dame so unsympathisch, weil sie so außer sich sind. Graf Hanno?' ..Dann ist Dbba — 6baa — daS Findelkind — nein — nein, daS ist doch unmöglich —" „Ebba Lenz —" rief Graf Reinshagen auf» hv -ftc erstaunt, als ihn von drr Photographie Ebaas süßes Gesicht mit dem reizenden, immer ein wenig schmerzlichen Lächeln entgegengrüßte --.(Saba Lenz wäre Ihre und meine» Bruders Alexander Tochter —?" Angela nickte mit umflorten Augen. .3a", sagte sie leise. Und sie las auf den erwartungsvollen Gesichtern der drei die gleiche, unausgesprochene Frage: wie kamst du dazu, daS zu tun, was kein Mensch verstehen kann?" Schweres Schweigen hing zwischen ihnen: jeder scheute sich, das erste Wort zu sprechen. Endlich begann Angela lene: .3n Sefängnit Angeklagten, der „irr Wochen Ve- wurde ohne Da« c tro) ordnungs« n war. _ Eine feine Aufmerksamkeil, die helle Begeisterung hervorruft, ist Kaffee £jag als Festgeschenk. Erstens weil er so gut bekommt, denn er ist ja coffeinfrei und vollkommen unschädlich, zweitens, weil die schönen Weihnachtsdosen das Entzücken jeder Hausfrau find. 8704V Erholung des Pfundes Reichsmark gut gehalten. en. tu. l .hi. i'ch ent. 1,1 « Kfa V« &Ä frb'n von 1:1. X .frankfurter ,L95®elnnl. ■ ,.rl2 liegreich, fr ehren, h'efigen Ejx, ium Training ^^->nkfurte? 1 rind Kalb- Aelllngfotl . toten Prag . . Budapest . . Sofia . . Holland OSIo Kovenhage». Stodbolm London Buenos Aires Neunori Brüssel Italien . . Pari« . . Gdiroetj Spanien Danzig Japan Silo oe Ian.. Jugoslawien. Lissabon Amtsgericht Gießen. Ein 20jähriges hiesiges Laufmädchen, soll sich an einer öffentlichen Sammlung, die von Haus zu Haus ging und deren Ertrag für den „Roten Lag der KPD." bestimmt war, ohne behördliche Ermubnis beteiligt haben. Der eigentliche Sammler war ein Kommunist, der sich im Besitze einer bereits mehrere Einträge enthaltenden Liste befand und eine Sammelbüchse mit sich trug. Die Angeklagte wurde in dessen Begleitung an den Türen verschiedener Häuser einer belebten Straße angetroffen. Sie gibt an, ihre Begleitung sei eine zufällige gewesen, sie habe lediglich Zeitungen verkauft, bzw. verkaufen wollen. Zum Weiterverkauf geeignete Blätter hatte sie in der Hand. Mit der Geldsammlung will sie gär nichts zu tun gehabt haben. Bei dem Sammelgeschäft ihres Begleiters hat sich die Angeklagte stets schweigsam verhalten; nur auf einen Vorhalt hat sie einmal erwidert, sie dürfe doch noch Zeitungen erkaufen I Diese Feststellungen beruhten auf Angaben von Zeugen, die um Gaben angegangen worden waren. Zu einer Verurteilung reichten sie nicht aus, und die Angeklagte wurde frei- iÄetrin8 ‘ « Gisbdljn p W oitk fr,am M). e,'c lag, maßt Hauptsache be. tummelte sich *c Abdahu nicht Verfügung stehen, '^gehenden Nacht 'me Luch mußte eMasfen werben, .JfQfiige Eisdecke 'i der Zeit etwas Stellen Master in der verginge, rechnen sein, daß le gut gebrauch». izen. ntelotb. Di, M 6. Dezemba leiftung im 203« 39,8 Minuten ist iand offiziell an« SW fÄM SanlflN . ei bisher, wj Mngung. erfüllen 'VÄ Lw* : wste DesneUZ jL ter ®taiW S ich^ Tine einB ' Ä?/ je®.1 „j a tu teile". ür glt'ii 6t Sie aber Äiel! "«SÄ' ***»s Berlin, 19. Dez. (WTB.) An den internatio- len Devisenmärkten hat sich das englische Pfund, nach seiner starken Abschwächung im gestrigen Nachmittagsverkehr, wieder erholen können, doch sind die Kurse von gestern vormittag noch nicht wieder erreicht worden. Gegen den Dollar eröffnete das Pfund mit 3,3550 (gestern Schluß 3,3350) und zog dann bis auf 3,38 an. Gegen den Gulden befestigte es sich auf 8,41, gegen Paris auf 86, gegen Zürich auf 17,3350 und gegen die Reichsmark auf 14,2850 (gestern Schluß 14,1250). Der Dollar war gut gehalten, ebenfalls die Reichsmark, die in Amsterdam 58,7250 und in Zürich 120,85 notierte. Die Norddevisen lagen eher Wochenbericht vom Sronffurter Schlachtviebmarkt. Angesichts der bevorstehenden Weihnachtsfeier- t«ige stand der Fcank.urter Schlachtviehrnarkt m der abgelaulenen Woche im Zeichen zum Teck enorm erh.hter Austriebe. Da aber die Dachfrage bedeutend besser als sonst war, zeigte der Geschäftsgang an einzelnen Märkten trotz der hohen Zutriebe eine leichte Belebung. Die Prersgestal- hing war nicht einheitlich, doch überwogen die Besserungen. , Am Großvieh markt beweg.e sich der Handel in ruhigen Bahnen, doch war gegenüber den khten Märkten eine bessere Kauflust unverkenn- bar Anfangs bekundeten die Käuier stärkere Zu- nückhult ng, da s e d e Preiser.tw dl. ng abwarteten, die indeß gegen die Vorwoche keine merklichen Der- Liderungen aufzuweisen hat. Etwas reger war die Machfrage nach guten Ochsen, die auch 1 Mk. hoher notierten, ferner nach Kühen und Färsen, dre ishren Preisstand behaupteten, während Dullen vernachlässigt waren und 1 Mark nachgaben. Der Auftrieb betrug 1827 Stück gegen 1725 Stück; es txerblieb äleberstand. „ Sehr stark war der Auftrieb am Kalber- miarkk. Trotzdem war das Geschäft ziemlich lebhaft. Besonders gute Kälber waren gesucht und erzielten Preise über Rotiz. Aber auch sonst zogen >:e Preise gegen die Vorwoche um rund 4 Mark »er Zentner an. Der Markt wurde ziemlich schnell geräumt, obwohl die Beschickung mit 2022 Stück um etwa 4c5 Stück stärker war. Schafe hatten zunächst eine nochmalige Preis- cinbuße von etwa 2 Mark hinzunehmen, doch . konnte dies am Rebenmarkt wieder ausgeglichen werden, da das Geschäft auch hier eine leichte Belebung erfuhr, zumal die Anfuhr gegenüber der Vorwoche um etwa 100 Stück (655 gegen 558 der Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Der Frankfurter Getreidemarkt lag auch in der vL.igen Woche sehr stark darnieder. Cs wurden nur Käufe zur Deckung des notwendigsten Tagesbedarfs vorgenommen. Die llnsiche.h.it der Vorwochen blieb auch nach der Veröffentlichung der Tiotberorönung bestehen, obwohl sie keine direkte Eingriffe in die Getreidewirtscha.t gebracht hat. Angesichts der Zurückhaltung war das Angebot von Brotgetreide stets ausreichend, während es sich bei normalem Geschäftsgang als viel zu krapp e.wiesen hätte. Die Preise für Weizen und Doggen haben sich weiter um je 3 Mark ermäßigt. Lediglich Weizen konnte llch später um eine Mark be eiligen. Weizen mit 71-Kilogramm Hek- t-liter-Eewicht stellte sich auf 221 Mark und Rog- $en mit 72-Ki'ogramm-Hektoliter Gewicht auf 2 I . .50 Mark je Tonne. Don Futtergetreide blieb Hafer stärker angeboten. Die Dotierung schwächte sich um weitere 2,50 Mark auf 152,50 bis 160 Mark ab. Tas Braugerstegeschäft war sehr st.ll und ßeichräntte sich nur auf ganz vereinzelte älmsähe. Tie Dotierung ließ um 5 Mark per Tonne nach ob notierte 170 bis 175 Mark. Industrie» und Futtergerste waren wenig gefragt. Trotz der nahen Weihnachtsseiertage blieb das Weizenmehlgeschäft sehr schuppe, d. Das Geschäft in Auszugsmehlen bckeb sehr oegrenzt. Tie Preise gingen um 0,25 Mark zurück. Die Dotierung für Roggenmchl ermäßigte sich um 0,50 Mark Trotzdem kamen kaum Umsätze zustande. Sie Preise ab Frankfurt stellten sich wie folgt: Weizenmehl, südo., Spez. 0 mit Austauschweizen & bis 3b, dasselbe, Sondermahlung 33,25 bis Kl,25, Weizenmehl, Niederrhein.. S-ez. 0 mit Aus- t auschweizen 35 bis 35,75, dasselbe, Sonder- miahlung 33,25 bis 34, Roggenmehl, bis 60prozent. Tusmahlung 30,25 bis 31,50 Mark je 100 Kilo. Die Stimmung am Futtermittel m a r k t war gedrückt. 2n olge geringen Angeoots blieben nur Treber und Weizennachmehle im Preise gehalten, während Kleie weiter bis zu 0,25 Mark nachgaben. Weizenkleie 8,15 bis 8,25, Roggenkleie 900, Treber 12,75 bis 13,00. Am Karkoffel- n a r 11 ging die Dotierung bei sehr ruhigem Geschäft leicht zurück. Sndustriekartofieln. hiesiger Gegend, kosteten 2,65 Mark per Zentner. *SenkungderDrahtpreiseuml0 o.H. Sie Preiskommission des Drahtverbandes G. m. b. Sy in Düsseldorf, die am 19. Dezember getagt hat, beschloß entsprechend den Bestimmungen der Notver- Mdnung eine Senkung der Grundpreise um 10 v. Sy Dezüglich der Neuregelung der Ueberpreise wurden Beschlüsse noch nicht gefaßt, da darüber noch mit den b:tr. Regierungsstellen verhandelt werden soll. Ner Wochenbeginn an der Jetliner Vdrse. Berlin. 21. Dez. (WTB. Funkspruch) Die Weihnachtswoche schien V den Vormittagsstunden i cijne größere Veränderungen an den Effektenmärkten L?rlaufen zu wollen. Don der Neuyorker Samstags- ; börfe ging nur wenig Anregung aus. obwohl die v ut chen Werte entschieden festere Tendenz hatten. Las eigentliche Geschäft kommt aber Montag immer er ft später in Gang, so daß.man zunächst nur auf I Meinungsaustausch angewiesen ist. In Basel soll : b.e Situation etwas günftlger [ein, auch die Ttillhalteverhandlungen hätten Aussicht cuf einen gewissen Erfolg, während anderseits der choover-Bericht sehr pessimistisch lautete. Dem- Gegenüber stand die ßaijlon-^rtlärung, aus der aber Eie Ansicht eines Bankiers spreche, der seinem Beruf entsprechend immer optimistischer eingestellt fein müsse als der Politiker. In der Tat bekam bann auch der Bankier für heute recht. Bei relativ kleinen »msätzen zogen die Kurse um 1 bis 2 v. j). an, wieder wuchten Gerüchte auf, daß eine neue Notverordnung bevorstände, die die usland verkaufe in irgendeiner Form unmöglich machen würde. Bankaktien gewannen zirka 1 o. Sy, Handels- — Prof. Tr Walter Scheidt: Kulturpol i l i r. Raffencunde und Kulturbiologie III. Reclams cklniversal-Bibliothek Dr. 7169. Geh. 40, geb. 80 Pf. — (543) — Ein aktuelles Buch des bekannten Rassenforschers. Die einzelnen Abschnitte über öffentliche Meinung, Dildungs-- und Schulf.agen, Berufs- und Arbeitspolitik, Steuerpolitik, Derwaltung, Siedlungspolitik, Gesundheitswesen, Fürsorge, Pflege von Kunst und Wissenschaft eckäutern an sorgfältig ausgestalteten Deilp.e.en das Wesen einer lebensgerechten Kulturpolitik. Ein politisches Brevier, das, über alle parteipolitischen Tageskämpfe hinaus, die Grundlagen für jede weitschauende Gemeinschaftsarbeit herausstellt. — Hans Hauptmann: „Erneuerung ausBlutundDode n“. Die Lappobewegung der finnischen Bauernschaft, ein Weg zur Befreiung vom Bolschewismus. Derlag 2. F. Lehmann, München. Preis 1,30 Mk. — (536) — Cs ist ein schlichter und doch erhebender Bericht vom Kampf und Sieg der finnischen Bauernschaft. Don Lappo, einem kleinen Städtchen in der Provinz Süd-Osterbotten, ging die gewaltige Bewegung aus, die ihre Kraft aus dem im Heimatboden fest verwurzelten Bauerntum schöpfte. Die Lappobewegung griff zur Selbsthilfe gegen den Bolschewismus. 12 000 Bauern begannen ihren berühmten Marsch nach Helsingfors und erzwangen die Dernichtung des Bolschewismus. — Ostdeutscher Heimatkalender. Herausgegeben von Emanuel G i n s ch e l und Dr. Franz Lüdtke. (Derlag Deutscher Ostbund, Berlin- Eharlottenburg 2. (562) — Dieser Kalender, ein stattliches Buch von mehr als 120 Seiten Umfang, will eine Brücke bauen zwischen den schwerbedrängten deutschen Brüdern im Osten und den Dolksgenossen in den übrigen Gauen des Reiches; er will von der Bedeutung des Ostens für das gesamte Reich xeugen. will kundtun, dah Ostnot Reichsnot und Osthilfe Reichshilfe ist; er will aus rufen und aufrütteln, dah die Schöpfung ungezählter Generationen im Osten nicht sterbe und verderbe. Dieser Mission des Kalenders dienen zahlreiche wertvolle und aufschlußreiche Aufsätze der verschiedensten Art, die sämtlich auf den deutschen Osten abgestimmt sind und eine wirksame Unterstützung finden in vielen Bildern aus allen Gegenden und aus manchen Wirtschaftszweigen der Ostmark. Dieses Kalenderbuch sei den Ostdeutschen im Reiche, aber auch allen anderen Dolksgenossen angelegentlich empfohlen. Es ist geeignet für den Weihnachtstisch und auch als Werbeschrift zur Erweckung und Dertiesung des Derständnisses für unsere lebenswichtigen deutschen Ostfragen. — Elisabeth von Langen: Gesichte und Rufe. Gedichte. 141 Seiten. 8°. 2n künstlerischem Einband, Titelschild mit Go dgrund, 4,C0 Mark. Derlag der 3. G. Cottaschen Buchhandlung, Dachfolger, Stuttgart und Berlin. — (552.) — 3n diesem neuen Lhrilbande ist Elisabeth von Langen aus ihrer Stille in den Wirbel der Welt hinausgetreten. Ähr leidenschaftlicher Wille jum ßeben liegt im Kamps mit dem Wissen um die Dergäng- Dorwoche) verringert war. Der Schweinemarkt verzeichnete ruhiges Geschäft, wenn auch vereinzelt die Geschäftstätig- feit etwas lebhaftere Formen annahm. Gesucht waren vor allem gute, schwere Fettfchwelne; l ichte Schweine waren vernachlässigt. Gegen die Dorwoche zogen die Preise um etwa 3 bis 4 Mark an. Die Beschickung war mit 6114 Stück um 100 Stück geringer. Der Markt wurde ausverkauft. Es notierten per Zentner Lebendgewicht Mark: Ochsen Al 33 bis 32, A2 26 bis 81 22 bis 25. Bullen A 25 bis 23, B 20 bis Kühe A 23 bis 23, B 20 bis 22, C 14 bis Färsen A 29 bis 32, B 26 bis 23, C 22 bis Kalber B 42 bis 46. L 38 bis 41, D 32 bis Schafe Al 21 bis 23, B 23 bis 23, C 15 bis Schweine B 44. bis 46, C 44 bis 46, D 43 bis 46, Ick 38 bis 43, G Sauen 33 bis 33. ^vftiitfurtcr «chiachrvicymarkt. Frankfurt a.M., 21. Dez. Auftrieb: 1537 Rinder (327 Ochjen, 138 Bullen, 533 Kühe, 467 Färsen), 1322 Kälber, 93 Schafe, 5821 Schweine (270 Litauer). Es notierten: Rinder: Ochjen, vollfleischige aus- gemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 29 bis 32 Mark (ältere) 25 bis 28, lonstiye vollfleischige 20 bis 24; Bullen: jüngere, vollfleischige, buchsten Sch.achl- werls 25 bis 29, sonstige vollfleischige ober aus- gemäftete 20 bis 24; Kühe: jüngere, oollflelschlge, höchsten Schlachtwerts 23 bis 26, sonstige vollfleisch.ge ober ausgemästete 20 bis 22, fleischige 14 bis 19; Färsen (Kalbinnen. Jungrinder): vollfleischige, aus- qem Jtete, höchsten Schlachtwerts 29 bis 32, vollfleischige 25 bis 28, fleischige 20 bis 24. — Kalber: beste Mast- und Saugkälber 43 bis 47, mittlere Mast, und Saugkälber 38 bis 42, geringe Kälber 30 bis 37 —Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 23 bis 26, mittlere Mast mm- mer ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 17 Gis 22. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 42 bis 46, vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund 45 bis 47, von etwa 200 bis 240 Pfund 44 bis 47, von etwa 160 bis 200 Pfund 42 bis 47, fleischige Schweine von 120 bis 160 Pfund 38 bis 44, Sauen 35 bis 40 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig, lleberftand; Kalber rege; Schafe ruhig, geräumt; Schweine ruhig, nahe- zu ausverkauft. .frankfurter (ttetreidevörse. Frankfurt a. M., 21. Dez. Der Frankfurter Getreidemarkt verkehrte in Anbetracht der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage s e h r st i 11. Das Angebot war nicht groß, doch trat wiederum die stärkere Zurückhaltung der Käufer mehr m Erscheinung. Die Tendenz war indessen nicht unfreundlich; besonders Weizen war leicht gefragt und konnte sich gegen die Vorwoche um 3 bis 4 Mark befestigen, während die übrigen Preise für Brot- und Futtergetreide eher etwas schwächer notierten. Weiter schwach lagen trotz der lallen Witterung Futtermittel, die abermals um 0,25 Mark nachgaben. Das M e h 1° geschäft stockte heute fast vollkommen. Ueber- haupt war die Umsatztätigkeit nur sehr gering man nahm nur Käufe zur Deckung des notwendigsten Bedarfs vor. Es notierten: Weizen 224 bis 225 Mark, Roggen 217,50, Sommergerste für Brauzwccke 175 Hafer (inländischer) 150 bis 160, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschware) 35 bis -6 Sondermahlung 33,25 bis 34,25, Weizenmehl (nied:rrheinisches, mit Austauschware) 35 bis 35,75, Sondermahlung 33,25 bis 34, Roggenmehl 30 50 bis 31 25 Weizenkleie 8, Rogaenkleie 9 bis 8,75, Erbsen, je 'nach Dualität für Speisezwecke 30 bis 38, Linsen, je nach Dualität für Speisezwccke 25 bis 56, Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 5 bis 5,25 Weizen- und Roggenstroh (drahtgeprebt) 3,75 bis 4, Weizen, und Roggenstroh(gebundell) 3 75 bis 4 Treber (getrocknet) 12,50 bis 12,75, Industriekartoffeln hiesiger Gegend, per 50 kg Frachtpar.tat Frankfurt a. M. 2,65 Mark. — Tendenz: ruhig. Berliner Provuktcnmarkt. Berlin, 19. Dez. Der Wochenschluh brachte am Produklenmarkt keine wesentliche Deränderung in der Gesamthaltung. Das Geschäft bleibt nach wie vor sehr ruhig, Älerdings hat das Angebot gegen den späteren Derlauf von gestern erheblich nachgelassen. Die Kaufneigung war jedoch ebenfalls sehr gering, genügte jedoch, um nach der gestrigen Abschwächung eine leichte Reaktion nach oben herbeizuführen. Dezemberweizen notierte 1,50 Mark, die übrigen Sichten bis zu 0,53 Mark höher. Die Roggenlieferungspreise zogen um etwa 1 Mark an. Am Promptgeschäft hörte man unveränderte, bis 1 Mark höhere Preise für Brotgetreide; die Mühlen zeigen jedoch, in Anbetracht der bevorstehenden Feiertage, nur sehr wenig Interesfe. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a.M., 19. Dez. Obwohl in frischen Landeiern das Angebot sehr knapp ist, war die Dachfrage trotz erneut ermäßigter Preise ziemlich schwach, zumal der Bedarf für die Festtage gedeckt sein dürfte. Preisdrückend wirkt neben der anteile erreichten wieder ihren höchsten Kurs, den sie in der letzten Zeit gehabt haben, auch Reichsbank waren um 2 v. Sy gebessert. Auch am Elektromarkt war das Geschäft lebhafter. Siemens zogen vorübergehend bis zu 4 o. h. an, AEG. waren um 1 v. h., Schlickert um zirka 2 v. Sy, Gesfürel um 1,5 v. Sy usw. gebessert. Montanwerte lagen ruhig und wenig verändert. Bei IG.-Farben betrug die Erholung zirka 3 o. Sy, Spezialwerte, wie Charlottenburger Wasser, Deutsche Erdöh Rütgerswerke usw. waren zirka 1 v. Sy gebessert. (Der Pfandbriefmarkt lag sehr ruhig, 8-v.ch.-Pfandbriefe waren auf Samstagsbasis behauptet, die 7-v. H.-Pfandbriefe versuchte man anscheinend dem Stand der 8-v. H.-Pfandbriese Immer mehr anzupassen. Größeres Interesse bestand wieder für Reichsbahnvorzugsaktien, deren Kurs sich jetzt Dem der 8-o. H.-Pfandbriefe schon vollkommen an- geglichen hat. Auch Deutsche Anleihen waren leicht gebeffert. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L lichkeit aller irdischen Dinge, lieber jedes Erlebnis streicht ein leiser Hauch von Tragik. 3n mystischer Verbundenheit suhlt E. von Langen überall die heilende Hand, die sich rettend aus dem Chaos hebt. Sn die Gestalten unseres flüchtigen Lebens leuchtet sie hinab, um irgendwo doch immer noch ein Stäubchen göttlichen Wesens zu finöen. Der Zyklus „Der einsame Gast" ist der Höhepunkt der Sammlung. Mit weckender Stimme sucht die Dichterin die verloren gegangene Bindung des irdischen Menschen mit dem Unendlichen in der Sphäre des Geistes wieder zu knüpfen. — Edward Stilgebauer: »DasHim- melsguckerli". Ein Schweizer Roman von Berg und Tal. 322 S. Verlag Peter Krauseneck, Rheinfelden. Ganz!. 5, brosch. 4 Mark. — (565.) „Symmeldguderli“ heißt das Söhnchen eines armen Dergmenschen. Ein reicher Engländer, der sich im Gebirge verstiegen hat, wird in letzter Stunde von dem Vater des Himmelsguckerlis gerettet, und der Engländer erweist sich dem Sohne dankbar, indem er ihm den Weg bahnt und ihm zu einer guten Ausbildung verhilft. Der Junge wird ein Künstler, wird gefeiert und berühmt, und kehrt zurück zu der unscheinbaren Freundin seiner jungen Tage, die ihm als naturhalles Kind seine Bergheimat unerfch.pfliche Quelle für fein Schaffen ist. — Richard Zoozmann: »Der Wär- chenbaum". Heiteres und Ernstes. 144 S. Wit 31 Bildern von Kurt Lange. Ganzl. 3 Mk. Verlag Franz Vorgmeyer, Hildesheim. — (572.) — Eine bunte Fülle von Märchen und Fabeln, die Zoozmann vom Baume des Märchengartens gerüttelt hat. Shr besonderer Reiz liegt darin, daß ganz alltägliche Dinge ihren eigenen Glanz gewinnen; und deshalb haben diese Märchen auch ihre volle Berechtigung in der Kinderstube. Die Sllustra- tionen sind gut gelungen. — Dr. Johannes Prüfer: Die Kinde r l ü g e. Zweite völlig umgearbeitete und erweiterte Auflage. (Reue Elternbücherei H. 5.) 48 S. Kart. 2 Mark. Verlag von D. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1932. — (538.) — Der Verfasser behandelt die verschiedenen Arten der Kinderlüge (Erinnerungstäuschungen — Phantasieiügen — Flunkereien — Dotlügen — altruistische Lügen — Verstandes- und Gewohnheitslügen — endlich pathologische Lügen, und seine gründliche Kenntnis Der Psycholog.scheu und pädagogischen Literatur vermittelt dem Leser eine Fülle von Beispielen. Eindringlich und überzeugend werden eine Reihe von Maßnahmen zur Verhütung und richtigen Behandlung der Kinderlüge aufgezeigt, und Eltern und Erz'ehern ein natür.iches Vertrauensverhältnis zu ihren Kindern vor allem aber die Pflege des kindlichen Gewissens ans Herz gelegt (Schluß des redaktionellen Teils.) Gut. Die Angeklagten widersprachen aber einer derartigen Auffassung nicht mit Unrecht; solche Verkäufe unter Ausschaltung des Antiquariatsbuchhandels als unmittelbar durch den Eigentümer oder eine Mittelsperson seien heutzutage durchaus feine Seltenheit; man möge nur an Schüler nach Versetzungen, an Studenten nach bestandener Prüfung und an deren Geldnöte denken. Da auch die gezahlten Preise für die gebrauchten Bücher immerhin als wertentsprechend gelten konnten, sah das Gericht den Beweis einer Hehlerei nicht als erbracht an und sprach die beiden Angeklagten frei. Ende August 1.3. fand auf dem Kreuzplah und am Ausgang des Deuenwegs eine ausgedehnte Schlägerei statt, die aber in ihren Einzelheiten nicht aufgeklärt zu werden vermochte. Dur das stand fest, dah ein Arbeiter ohne ausreichenden Anlaß mit einer Eisenstange während der Schlägerei dreingeschlagen hat Auf wen und mit welchem Erfolg, konnte ebenfalls nicht festgestellt werden. Deshalb ging aber der Angeklagte nicht etwa straflos aus, denn nach § 367 pos. 10 RStGDs. ist jeder strafbar, der bei einer Schlägerei, in welche er nicht ohne sein Verschulden hineingezogen worden ist, sich einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs bedient schon wegen seiner bloßen Beteiligung. Wegen der Gefährlichkeit seiner Handlungsweise erhielt der Angeklagte eine Haftstrafe von zwei Wochen, die Cisenstange wurde eingezogen. Ein Mann wurde dabei betroffen, als er unbefugt einen sog. Fischkessel mit 14 Köderfischen im Gebiete der Freifischerei in der Lahn mit sich führte. Es war hierin eine Hebertretung der Polizeiverordnung für den Kreis Gießen vom 20. April 1926 zu erblicken; doch hielt sich der Angeklagte um deswillen nicht für strafbar, weil er die Bestimmung nicht gekannt habe, ebensowenig wie eine ganze Reihe alter Lahnfischer. Das mag richtig fein. Er wurde aber belehrt, dah in solchen Fällen Unkenntnis des Gesetzes nicht vor Strafe schütze. Allerdings traf ihn nur di« Minimalstrafe. 19.Z)qembrr amtliche Dotierung | Sric Amtlicke Jloticrung Seiet Zerlln, 1g. Dezember_______ ’jlineritanudie ‘JZoten....... Belgllcke Noren ........ länifdir Noten Englische Nol.m .xraniföiildie Sloten........ Hollänvitche Noten JtolieniiLe Noten Norwegilche Noten . . Deutich-Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten ....... Schwedische Noten Schweizer Noten......... Spanische Noren ...... Ungarische Noten Reichsbankdiskonl l v. h., 5.844 5,856 5,844 49.95 50,05 49,95 12.47 12,49 12,47 64,93 65,07 64.93 3.057 3.063 3,057 169.43 169,77 169.43 76,92 77,08 77,42 78,52 78,68 78.52 78,77 78,93 79,02 14,18 14,22 14,21 1,068 1.072 1.068 4,209 4,217 4,209 58,59 58,71 58,58 21,33 21,37 21,33 16,54 16,58 16,54 82,07 82 23 82,10 35,66 35.74 35,66 82,12 82.28 82,12 1,748 1,752 1,748 0.249 0,251 0,249 7.393 7,407 7,393 12.94 12.9P 12.94 Banknoten Kew Srief 4,20 4,22 58,43 58,67 78,34 78,66 14,14 14,20 16,50 16,56 169,06 169.74 21,26 21,34 76,75 77,05 2,48 2,50 78,59 78,91 81,89 82,21 35.58 35,72 —- — Ihre Feste «mit Rundfunk ™ Ruhl Weih nach tsireude durch Gesundkost Kraakoakoit Für die Weihnachts-Feiertage nur Reichsbankstelle Gießen 1 8803 D (Stet# fciftb geröstet zu habe« bei Lichtspielhaus Gießen«™ 1710 V Dr. med. Emst Hens und Frau Charlotte, geb. 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