be t ’ *• 1 'N beredte ldr unb r Kurz. N -Ä? feU ielff^.oöne «L'L * °«- L. •5**5? !«« Ä»;2 «r-rAsL n> rannte er r.-.s 9en to« und tSj ?nic Sehnsucht ihn J aus und horchte ^en stand, ob nicht gelehnt blieb, ein sle wach sei und .^lnarie, wenn Nr. 246 Erstes Matt M. Jahrgang Mittwoch, 21. Moder Ml Erschein! laglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. szernsprechanschlüfse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zronksurtam Main 11686. Giesjener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitätL-vuch und Zteindruckerei B. Saitgc in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20 X mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot,' für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Randnoten. Trotz der Weltkrise und der außerordentlich angespannten politischen Lage, die alle Lander Europas in Aufregung hält, ist ein Mann, der weder etwas mit Politik, noch etwas mit der Weltkrise oder dem Arbeitslosensystem zu tun hat, in den Vordergrund des allgemeinen Interesses getreten. Sylvester Matuschka — Jüterbog — Via Torbagy — Wien! So lauten jetzt die Tleberschrif- ten in den großen Zeitungen. Beinahe wie ein Wunder mutete es an, als man zuerst die zaghafte Andeutung von den Wiener Polizeistellen hörte, daß es ihnen gelungen sei endlich den Cisen- bahnmarder von Europa zu fassen. Tag für Tag wurden Verhöre angestellt, bis schließlich eine klare Spur herausgeschält war, die einwandfrei zu dem Beweis führte, daß der 39 Jahre alte ehemalige ungarische Offizier Sylvester Matuschka einzig und allein für die Täterschaft in Frage käme. Von Wien aus wurde an alle an der Aufklärung der Attentate interessierten Mächte ein ausführlicher Bericht gefunkt, worauf jedes Land seine gewiegtesten Kriminalisten nach der Donaustadt entsandte, damit dort mit vereinten Kräften das Verhör des Attentäters vorgenommen werden konnte. So mühselig, wie die Polizei auf die Spur des endlich verhafteten Ungarn gekommen ist, so mühselig gestaltete sich jetzt auch die Tlntersuchung gegen den Mann, der monatelang ganz Europa in Aufregung und Tlnsicherheit versetzte. Die Polizei hat noch kein klares Bild, ob sie es hier mit einem Geisteskranken zu tun hat, oder mit einem Menschen, der auf jeden Fall Sensation machen wollte, um mit allen Mitteln in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu treten. Obwohl der Verhaftete weih, daß es bei ihm um Tod und Leben geht, benimmt er sich bei den Verhören, die von den geschicktesten Kriminalisten geführt werden, äußerst ruhig und gewandt, um sich auf keinen Fall irgendeine Blöße zu geben. Aber nichtsdestoweniger ist es den Hntersuchungsbeam- ten nach und nach doch gelungen, den Verhafteten in die Enge zu treiben. Was die Kriminalbeamten sich von den scharfen Verhören versprachen, ist eingetroffen: Matuschka hat nach einem Aervcnzusammenbruch alle Attentate, die in letzter Zeit in Europa verübt wurden, eingestanden. Der Attentäter hat als Schlußwort endlich festgestellt, daß er als alleiniger Täter für die ganzen Verbrechen zu betrachten ist, da er keinerlei Helfershelfer benötigte. Die Zusammenhänge, die kurz nach den Attentaten auf ein politisches Komplott hindeuteten, sind bisher nicht nachzuweisen, Matuschka ist ein ziemlich einsamer und unpolitischer Mann, oder er hat diese Rolle wenigstens gespielt. Auch finanzielle Gründe können bei seinen Attentaten nicht mitgespielt haben, da er immerhin ausreichend mit seiner Familie hätte leben können. Der endlich überführte Attentäter wird aller Wahrscheinlichkeit nach vor einem ungarischen Gericht für alle Straftaten, die er in den verschiedenen Staaten begangen hat, abgeurteilt werden. Es hat eine gute Weile gedauert, bis der V ö l - kerbundsrat sich dazu durchgerungen hat, die Vereinigten Staaten zur Teilnahme an den Verhandlungen um die Beilegung des o st asiatischen Konfliktes einzuladen. Man wird in diesem Entschluß nicht gerade ein Zeichen für die Stärke des Völkerbundes, wohl aber einen sehr geschickten Schachzug zu erblicken haben, denn ohne Zweifel sind die Aussichten für eine friedliche Beilegung des Konfliktes dadurch wesentlich gestiegen. Driand hat gewandt den starken Einfluß, der von den militärischen und vor allem maritimen Machtmitteln Amerikas ausgeht, der Arbeit des Rates nutzbar gemacht. Richt ohne Grund hat sich Japan mit außerordentlicher Hartnäckigkeit gegen die Hinzuziehung eines amerikanischen Vertreters g e st r ä u b t. Daß es feinen Protest auf die grundsätzliche verfassungsrechtliche Seite des Problems aostellte, kann nicht verschleiern, wie wenig entzückt Tokio davon ist, die Vereinigten Staaten so weitgehend in dieser Angelegenheit engagiert zu sehen. Sowohl in den geheimen nächtlichen Beratungen wie in der öffentlichen Sitzung ist es zu sehr lebhaften Debatten gekommen. Alle Versuche Briands und Lord Readings, die Japaner umzustimmen, blieben erfolglos. Wenn Deutschland für die japanische Anregung, ein Juristenkomitee mit der Prü,ung der Frage zu beschäftigen, stimmte, so geschah dies wohl zunächst aus der Erwägung heraus, eine für allemal Klarheit über Die Möglichkeit der Hinzuziehung fremder Mächte zu den Ratssitzungen zu schaffen. Dann aber wollte Mutius sicherlich den Eindruck der u* vermeidlichen Riederlage bei der Abstimmung für die Japaner nicht gar zu niederschmetternd werden lassen. Für den deutschen Handel im Fernen Osten bedeutet angesichts Der sonstigen verworrenen Verhältnisse Die Machtstellung Der Tokioer Regierung einen nicht zu unterschätzenDen Sicherheitsfaktor, und wir haben alle Veranlassung, uns die freundschaftliche Gesinnung der Japaner zu erhalten. Mit der nun vollzogenen Einladung an die Vereinigten Staaten ist ein Präzedenzfall geschaffen, der für die Zukunft erhebliche Bedeutung hat. Es ist sehr bezeichnend, daß Polen und Jugoslawien Erklärungen zu Protokoll gegeben haben, in denen betont wird, daß sie ihre Entscheidung nicht als für alle Zeit bindend ansehen. Sie wollen damit offensichtlich verhindern, daß etwa in einem europäischen Streitfall ohne weiteres Die Vereinigten Staaten toieDer hinzugezogen werden. Oie Gemeinden fordern finanzielle Entlastung. Oie zugesagte Reichshilfe illusorisch. - Organisatorische Reform der Arbeitslosenfürsorqe. Berlin, 20. Okt. (ERB.) Die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände hielt eine Besprechung über die kommunale Finanzlage ab. Der Präsident des Deutschen Städtetages Dr. Situiert ging aus von dem ungeheuren Fehlbetrag der Gemeinden und Gemeindeverbände nach der Zahlungskrise im Juli d. I., den man für das Rechnungsjahr 1931/32 auf 800 Millionen Mark berechnet habe. Die Gemeinden haben auf dem Weg der Selbsthilfe eine rücksichtslose Drosselung aller Ausgaben eingeleitet und allen Gebieten kommunaler Arbeit schwerste Opfer auferlegt. Die Reichsregierung hat einen Betrag von 170 Millionen für die Gemeinden bereitgestellt, die mit Den früher gegebenen 60 Millionen eine wesentliche Entlastung herbeiführen sollten. Ls stellt sich aber jetzt heraus, daß die von der Reichsregierung beabsichtigte Hilfe keineswegs eingetreten ist. Denn die Reichsregierung hat eine Reihe eigener Maßnahmen beschlossen oder durch andere Organe durchführen lassen, die die Gemeinden aufs neue schwer belasten und die Reichshilfe illusorisch machen. Diese Belastungen werden auf folgenden Gebieten gesehen: In der durch Die Arbeitslosenversicherungsanstalt eingeführten Kürzung Der Hn - terstützungsbauer, durch die den Gemeinden eine Reubelastung von rund 30 Millionen Mark auferlegt wird, in der Möglichkeit für die Länder, die Landesbeihilfen zurückzunehmen, wodurch den Gemeinden eine Mehrausgabe von mindestens 70 Millionen Mark erwächst, im weiteren Ansteigen der Wohlfahrtserwerbslosen, das voraussichtlich 40 Millionen Mark erfordert, im Rückgang der Gemeindeeinnahmen aus Heber- weisungs - und eigen en Steuern, der nach dem heutigen Stand der Dinge allein für die Heberweisungssteuern 140 Millionen Mark betragen dürfte, und in der Richtbefolgung des vorgeschlagenen Lei ftflTrg^'a bbaues in der sogenannten gehobenen Fürsorge, durch Die Die Gemeinden mit der erwarteten Ersparnis von etwa 25 Millionen Mark in diesem Winterhalbjahr nicht rechnen können. Insgesamt werden die Gemeinden durch die jetzigen Maßnahmen der Reichsregierung um die wirtschastsentwicklung mit rund 2 0 5 Millionen Mark mehr belastet. Diese Summe deckt sich fast ganz mit der Reichshilse. Die Gemeinden und Gemeindeverbände erwarten auf das bestimmteste die zugesagte Entlastung ihrer Finanzen, die nur vom Reich aus geschehen kann. Es wird dem Reich nichts anderes übrig bleiben, als auch seinerseits alle Kräfte auf die Ernährung der Arbeitslosen zu konzentrieren und Aufgaben, die in diesem Starten nicht unbedingt notwendig sind, ab’ubauen. Außerdem wird das Reich organisatorische Reformen in der Arbeitslosenfürsorge durchführen müssen. Die von den Gemeinden und Gemeindeverbänden immer wieder geforderte Zusammenlegung der Krisenfürsorge und Der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge zu einer einheitlichen Reichsarbeitslosenfürsorge würde die Verwaltung wesentlich vereinfachen und nennenswerte Ersparnisse erzielen. Der geschäftsführende Präsident des Reichsstädtebundes Dr. H a e k e l wies darauf hin, daß die bereitgestellten Reichsmittel für öie kreisangehörigen Gemeinden überhaupt keine Entlastung bedeuteten. Der Ausfall Der Reichshilfe sei für Die große Zahl Der kreisangehörigen Städte mit industriellem Charakter aber unerträglich. Auch Die übrigen kreisangehörigen StäDte seien außerstande, den vollen Lastenanteil der Krisenunterstühung aus eigenen Einnahmen aufzubringen, weil letztere sich in einem katastrophalen Rückgang befänden. Der Präsident des Deutschen Landgemeindetages Dr. G e r e d e, M. d. R., wies darauf hin, daß die Rotlage der Land-' gemeinden noch wesentlich dadurch verschärft würde, daß die Steuerkraft ganz besonders auf dem Lande in den letzten» Jahren in einem erschreckenden Maße zurückgegangen sei. Das Hinzutreten der unerträglich gesteigerten neuen zwangsläufigen Erwerbslosenlasten müsse eine Finanzkatastrophe der Landgemeinden herbeiführen, wenn nicht schleunigst mit durchgreifenden Maßnahmen des Reiches eine wesentliche Erleichterung geschaffen würde. Besserung der Reichsfinanzen. Berlin, 21. Okl. (TH.) Die Befürchtungen, die Reichsfinanzminister Dietrich vor kurzem öffentlich über die Entwicklung der Ein« nahmen des Reiches geäußert hat, sind — wie die „vossische Zeitung" erfährt — durch die neuesten Berichte der Finanzämter an das Reichsfinanzmini- stcrium nicht bestätigt worden. Die Eingänge aus den Steuern, Zöllen und Verbrauchsabgaben seien in der zweiten Woche des Oktober erheblich besser gewesen, als in der ersten. Wenn diese Entwicklung anhalte, könne angenommen werden, daß der neue Voranschlag der vor Erlaß der letzten Notverordnung aufgestellt worden sei, eingehalten werde. ' ■■■ ■■■■g Der Lübecker Tuberkuloseprozeß. Oie fehlende Kontrolle durch Tierversuche. — Oie Aussage des Angeklagten Professor Klotz. Lübeck, 20. Oft. (WTB.) Im Tuber kulose- Prozeß kam ein Schreiben Des schwedischen Reichsgesundheitsamtes zur Sprache, in Dem auf Wunsch Des Gerichtes mitgeteilt tourDe, Daß Die Abgabe Der Impfstoffe in Schwe- Den Durch ständige Tierver s uche kontrolliert wird. Der Vorsitzende fragte Dr. Deycke, weshalb solche Versuche nicht auch in Lübeck gemacht worden wären und ob nicht dadurch der Fehlschlag vielleicht sich hätte früher feststellen lassen. Dr. Deycke erwidert, man hätte damals annehmen müssen, daß es sich um ein durchaus erprobtes Verfahren handelt. Das Gutachten des Reichsgesundheitsamts sagt, daß in dem zur Hntersuchung eingesandten Material humane Bazillen gefunden worden sind. Prof. Deycke erklärt, daß es sich nach seiner Ansicht bei den in dem Material gef i nbenen sogenannten humanen Bazillen um zurückgeschlagene bovine (Rinds-)Bazillen handele. — Das Gericht begann dann mit der Vernehmung des Angeklagten Prof. Dr. Klotz, der erklärt, er habe als wissenschaftlicher Berater an den Vorbesprechungen über das Calmette-Verfahren teil» genommen. Dr. Klotz betonte, daß er damals fest von der Hnschädlichkeit des BCG. überzeugt gewesen sei. Allerdings habe er in der Sitzung des Gesundheitsrates keinen Zweifel Darüber gelassen, Daß Der R uh en Der BCG.-Fütterung noch nicht bewiesen unD daher problematisch sei. Die Fütterung sei nicht auf seine Veranlassung geschehen. Er wisse auch nicht, ob die Mütter der Kinder mit der Fütterung einverstanden gewesen feien. Die Aerzte seien damals der Ansicht gewesen, die Kinder müßten von der Mutter getrennt werden. Es sei ihm bekannt geworden, daß die Schwestern im Krankenhaus sich darüber unterhielten, die mit BCG. gefütterten Kinder kämen gar nicht recht vorwärts. Er habe sofort das Befinden der Säuglinge nachgeprüft, habe aber keine wesentlichen Merkmale feststellen können, die auf einen Fehlschlag hätten schließen lassen. Prof. Klotz berichtete dann, wie allmählich e i n Kind nach dem andern von den Aerzten selbst ins Krankenhaus eingeliefert worden sei, die bei Den Erkrankungen vor einem Rätsel gestanden hätten. Schlag auf Schlag sei Dann Fütterungstuberkulose fest gestellt worden. Rach den Sektionen, die Prof. Dr. Deycke ausführte, und bei denen er zugegen war, hätte er lange Zeit mit Prof. Deycke beraten. Man sei übereingekommen, zunächst daS Deycke-Muchsche Artigene auszugeben, um keine Beunruhigung in der Oeffentlichkeit hervorzurufen. $ranfreithiDünft6feineni)erflärtfen@i(6er6eitepaö Oie Vorbedingung für eine Herabsetzung der Rüstungen. — Vorfühler für die Besprechungen in Washington. Paris, 20.Okl. (WTB.) Agentur havas funkt von Bord der „Jsle de France" eine offenbar beeinflußte Meldung, in der es heißt: hinsichtlich des S i ch e r h e i t s - und Abrüstungsproblems ist Frankreich bereit, weitere Rüstungsherabsetzungen vorzunehmen, wenn im Austausch dafür „präzise Verpflichtungen für gegenseitige Hilfeleistung im Falle eines Angriffs" eingegangen werden. Rach dieser Richtung scheint sich ein Fortschritt in der Auffassung der amerikanischen fireife anzubahnen, die jetzt geneigt sind, den Brian d-fiellogg-Pakt durch einen fionsultativpakt z u verstärken. Doch muß man fragen, ob Washington darüber hinaus sich binden und grundsätzlich wenigstens auf rein finanzielle und wirtschaftliche Maßnahmen beschränkte Sanktionen gegen den Angreifer übernehmen möchte. Jedenfalls wird Ministerpräsident Laval sich bemühen, nicht de» geringsten Bruchteil der nationalen Sicherheit ju opfern, da die endgültige Entscheidung über jede Initiative, die von der französischen Delegation auf der Abrüstungskonferenz eoen- luell ergriffen werden könnte, dem aus den fiam- merneuwahlen von 1932 hervorgehenden Parlament überlassen bleiben muß. Ministerpräsident Laval soll zu verstehen gegeben haben, daß er bereit sei, dem Präsidenten hvovev aus halbem Wege e n l g e n ; u k o m m e n. wenn er die Zusage amerikanischer Zusammenarbeit erhalten könnte, die vom französischen Standpunkt aus eine Einschränkung der Rüstungs- Washington selbst wird wenig Steigung haben, sich weitgehend in fremde Angelegenheiten einzumischen oder „durch eine Hintertür" dem Völkerbund beizutreten. Wenn es in dem Mandschurei- Konflikt seine sonst geübte Zurückhaltung aufgab, so geschah dies ohne Frage in erster Linie deshalb, weil in Ostas en sehr starkeamerikanische Interessen auf dem Spiel stehen. Richt nur im Rahmen des Völkerbundes, sondern vielleicht mehr noch durch inoffizielle Verhandlungen versucht Amerika, eine bald ge Wiede.Herstellung des Friedens im Fernen Osten herbeizuführen. Es wird auch jetzt nicht leicht sein, einen Ausweg zu finden, der sowohl für Tokio wie für Sianting gangbar ist. Für den Völkerbund kann es sich nicht darum handeln, eine Klärung der Schuldfrage herbeizuführen, oder eine endgültige Lösung der Mandschurei-Frage zu erreichen. Gent kann voll zufrieden sein, wenn es gelingt die atuten Gegensätze soweit zu mildern, daß beide Länder wieder zu erträglichen Beziehungen zurückkehren. Die junge spanische Republik hat ihre erste schwere Ärife erlebt: Der Ministerpräsident Zamora hat demissioniert zusammen mit dem Innenminister M a u r a und hat damit den Radikalen das Feld allein überlassen. Das war eine, man möchte fast sagen, zwangsläufige Entwicklung. Einige Male ist es noch mühsam gelungen, den Konflikt auszugleichen, über der Frage aber welche Stellung der Staat zur Kirche einnebfnen sollte, ist es zum Bruch gekommen. Die übergroße Mehrheit Der Rationalversammlung hat Den Begriff Der Staatsreligion abgelehnt, Den Kulturetat aufgehoben Die Jesuiten ausgewiesen unD ihr Eigentum beschlagnahmt. Das ist e ne offene Kri g'er.lärung an Die auch heute noch in Spanien sehr mächtige Kirche. Zamora, der selbst gläubiger Katholik ist, hat sich alle Mühe gegeben. Den Beschluß zu verhindern, schon aus Dem Gefühl heraus, weil er sich sagen mußte, Daß Damit Der Bogen Der Entwicklung überspannt war. Aber er hat es erlebt, daß selbst seine Popularität nicht groß genug war, um Der Radikalisierung Halt zu gebieten. Er hat die Fäden aus Der Hand verloren, und die Welle geht nun über ihn hinweg. Die Republik Spanien, die zunächst in ihrer staatlichen Grundeinstellung zwischen dem Bürgertum und der Sozialdemokratie stand, rutscht mit großer Geschwindigkeit nach links ab, sie steht heute bereits zwischen Der Sozialdemokratie und dem Kommunismus; und wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird sie damit nicht Halt machen. Die Gefahr ist drohend, daß sich in Spanien vorübergehend ein neuer Sowjetstaat nach russischem Muster bildet; der sich dort allerdings nicht halten kann, weil die Voraussetzungen, die in Rußland vielleicht noch vorhanden sind, dazu fehlen. Dafür ist es aber unvermeidlich, daß der Weg, den Spanien jetzt geht, zur völligen Auslösung führt. Es geht dem Lande wirtschaftlich nicht gut, das war ja Der eigentliche Anlaß Der Revolution. Daran hat sich inzwischen nichts gebessert. Der Hmsturz hat die politischen Gegensätze verschärft, die nationalen Gegensätze waren vorübergehend schon so groß, daß eine territoriale Absplitterung nur mit Mühe vermieden wurde. Wenn in dieses Pulverfaß der religiöse Fanatismus hineinfällt. Dann ist eine Explosion von unübersehbaren Folgen eigentlich ganz unvermeidlich. Denn die Kirche wird ihre Riederlage nicht ohne weiteres hinnehmen. Sie hat Möglichkeiten der Abwehr genug, ohne ihr Zutun wird aus dem flachen Lande die Absage an die Religion als Herausforderung betrachtet und mit einem Kleinkrieg beantwortet werden, der schließlich den Kampf aller gegen alle einleitet. Man hat das Kabinett Zamora verglichen mit Den Versuchen, Die Kerenski machte, um Die russische Revolution vor Dec Anarchie zu bewahren. Kerenski ist Daran gescheitert, Zamora ist Den gleichen Weg gegangen; wäh- renD es nur in Deutschland gelang, den Wagen auf der abschüssigen Bahn noch zum Stehen zu bringen, weil in Deutschland die Abwehrmittel stärker waren und auch die nationale Disziplin automatisch einsehte. Es ist fraglich, ob Spanien noch Reserven hat, die hier angewandt werden können. Alle Anzeichen sprechen jedenfalls dafür, daß Der Bürgerkrieg zum Ausbrechen kommen muß. ausgaben rechtfertigen würde. Laval sei bereit, eia Abkommen vorzuschlagen, baß im J a 11 e eines Krieges, in den eines der beiden Laa- der verwickelt würde, keiner der beiden Vertragspartner die Verwenda ng feiner Hilfs- mittel gegen den anderen gestatten würde. Die kcanzösische Auffassung gehe dahin, baß ein derartiges Abkommen scharf umrifsen fein und möglicherweise noch andere Machte als Unterzeichner einschlichen sollte. JaUs dann Frankreich oder die vereinigten Staaten oder eine andere Signatarmacht angegriffen werden sollte, würde keine dem Abkommen beigetretene neutrale Macht den Angreifer durch Lieferung von Munition ober andere Vorräte unterstützen. Das Haager Gericht würde zu entscheiden haben, wer der Angreiser sei. „Petit Parifien' erklärt, im Staatsdepartement halte man es nicht für unmöglich, baß die vereinigten Staaten auf gewisse Jl e u - tralitätsrechle im Kriegsfall verzichten, falls eine wirtschaftliche Blockade von anderen Mächten gegen einen Angreifer st a a l geschaffen werde, wesentliche Bedingung würde jedoch fein, baß die vereinigten Staaten sich nach Fühlungnahme mit den übrigen Mächten In voller Unabhängigkeit äußern und selber den Angreifer anerkannt und als solchen proklamiert hätten. 3n diesem Rahmen könnte eine französisch-amerikanische Aussprache in Angriff genommen werden. Die Schulden- und Reparalionsfrage hat nach französischer Auffassung überhaupt nichts mit dem Sicherheitsproblem zu tun, kann also mit diesem auf keine weise in Zusammenhang gebracht werden, wie gewisse amerikanische Rachrichten zu Unrecht glauben machen könnten. Präsident Hoover Hal bereits angekündigl, dah er wegen der Lage Deutschlands und der Weltkrise eine Herabsetzung der Schulden plane. Der Vertreter Frankreichs würde jedem Vorschlag zustimmen, der Frankreich wenigstens teilweise eine „positive Reparationsbilanz" beläßt Zwecks Erleichterung der Regelung könnte man namentlich auf Sachlieferungen zurückgreifen, die dazu beitragen würden, die Arbeitslosigkeit in Deutschland und Frankreich durch Ausführung des von der Regierung bereits angenommenen Programms großer öffentlicher Arbeiten zu vermindern. Auf diese weise könnten die gegenwärtig in Deutschland festgelegten kurzfristigen Kredite leichter freigemacht werden. Die beiden Regierungen werden sicher gemeinsame Maßnahmen zum Schuhe der Goldwährung ins Auge fassen, die die unerläßliche Grundlage jedes gesunden Währungssystems bleibt. Washington hüllt sich in Schweigen. Die amcrikanifchePrcsfezumBcsuch Lavals Ql c u t) o r f, 20. Oft. ($11.) Die amerikanischen Zeitungen find in einiger Derlegenheit, was sie ihren Lesern über die möglichen Ergebnisse deS Lavalbesuches erzählen sollen. Sie beschränken sich daher zumeist auf die Wiedergabe der Pariser Meldungen und der Berichte der an Bord der „Ile de France" befindlichen 25 französischen Berichterstatter. Die amerikanische Oessentlich- keit wird durch geschickte französische Propan ganda allmählich vorbereitet, daß die Washingtoner Aussprache keine unmittelbaren produktiven Ergebnisse zeitigen, sondern lediglich den „Boden vorbereiten" könne. Das amtliche Washington hüllt sich in Stillschweigen über die aus französischer Quelle stammenden Rachrichten, wonach Hoover und Laval im Zusammenhang mit der Abrüstungsfrage unverbindlich über eine Erweiterung deS Kelloggpaktes durch einen sog. Konsultativpakt sprechen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Amerika in finanzpolitischen Fragen anbahnen würden, während die Entscheidung über die weitere Behandlung der Kriegsschuldenfrage zurückgestellt werden sollte. Alle diese Meldungen bleiben vorläufig von amtlicher Seite unwidersprochen. Die amerikanische Finanzwelt ist indessen überzeugt, daß die beiden Staatsmänner die Frage, was nach Ablauf des Hoover-FeierjahreS geschehen solle, nicht umgehen könnten. Frankreich beläßt 200 Billionen Dollar in Aeuyork a r i « 20. Oft. (TU.) „Agence Geonomique et Fmanctöre" meldet, daß die Bank von Frank- reich das Abkommen mit der Federal-Reserve- 32nLr. i i _ __— -w-- y v- — o- Wei Radio hört, geht mit der Zeil! Grote lostellmi Dllhl “*’• ?lodlslr*12 ' *r. 3171 aller Fabrikate ..... nulll Autorisierter Telefunkendietist i Flechte Jucken i i Kuhlau «73 D Grabstücke Flur II, in der Schwarzlach, Garten Flur II, daselbst, Garten Flur XXVll, an der Witz» marer Straße (Unterführung), Familien-Drucksachen Veriobungsenzelgen Vermlhlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. ScbuletraBe 7 Margarete Lucius geb. Meyer Ernst Lucius Lolle Lucius Lina Meyer Werde f «cMi durch N Elise-Bock- Pripiratc. Alleinige Niederlage TOM A Grundstücksverpachtung der Stadt Gießen. Montag, bee 21., rieistag, den 27., Mittwoch, den 28„ und Donnerstag, den 29. Oktober 1931, sollen die leihfällty gewordenen Grundstücke der €tc öffentlich meistbietend an Crt und Stelle auf weitere sechs Jahre verpachtet werden, Bürgermeisterei Gießen. I. B.r Dr. Rosenberg. Mliahl«. Kau' fr. HwUaMkSehLTK. b) Du bist die Ruh...... Gemischte Chöre: a) Gebet aus der Oper Freischütz ......... 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Sandgrube, hinter der Gärtnerei Weber, 5 Grabstücke Flur XVI, daselbst. 9Y2 Uhr Zusammenkunft am Lrans» formatorenhauo am Erdkauterweg. 39 Grabstücke Flur XII, oberhalb der Henligenstaedt'schen Fabrik. 16y3 Uhr Zusammeukuuft Ecke Leih, gesterner Weg und «ulweg. 1 Acker Flur XII, am Aulweg, gegen» über der WUHelmstraße, 7 Grabstücke Flur V, hinter der Gummifabrik, 16 Grabstücke Flur V, an der „Schönen Aussicht", I Acker Flur VII, am Aulweg^Wartweg. 14',2 Uhr Zusammenkunft an der Wirtschaft Teigler am Biehmarkt. 9 Grabstücke und Gärten Flur VI, hin» ter dem Viehmarkt, 1 Grabstück Flur VIII, hinter den Klärbecken, 14 Grabstücke Flur VII, am Aulweg hinter dem Weiher. Tienotag, den 27. Lktober 1931. 8y2 Uhr Zusammenkunft am Schlacht- Hof. 60 Grabstücke Flur XXXVIII, m der Hohleiche, 1 Garten Flur XXXVIII, daselbst, 4 Accker Flur XXXVIII, daselbst, Hieran anschließend 10 Grabstücke Flur XXXVIII, bei der Lindenburg, an der Rodheimer Straße. 14% Uhr Zusammenkunft an der Pulvermühle. 21 Grabstücke Flur XXVIII, am alten Schweinemarktplatz, Hieran anschließend 2 Aecker Flur XXX und XXXI zwischen Krofdorf« Straße und Wißmarer Weg. 1 Acker Flur XXIX, am alten Witz- marer Weg, 8 Grabstücke Flur XXIX, daselbst. Mittwoch, den 28. Lktober 1931. 8% Uhr Zusammenkunft Ecke Kaiser- allee Wolfstraße. 100 Grabslücke Flur III und XVIII, am Mittelweg. 14U Uhr Zusammenkunft an der Wirtschaft „3um Krokodil". 84 Grabstücke Flur III und XVIII, am Eichweg. 9 Grabstücke Flur 54, am Professoreneck. Donnerstag, den 29. Lktober 1931. 8’/2 UhrZusammenkunft Ecke Schott- straße ^tcinstraßc. 4 16 PS 4sitzig RM. 600.— beide Wagen maschinell überholt und in gut. fahrbereitem Zustand 1 Ford - Vortührungswagen 2 DKW Front-Antrieb-Cabriol., neu zu günstigen Preisen zu verkaufen. Krahn&Comp.,Autoris.Ford-Verkaufsstelle, Gießen, Marburg. Str. 7, Tel. 3039 3-Zifflnrthn. mit Bad il Etagen- beiz, in d Schubert- straße 10 sofort oder später zu verm. *n.D Licker 5tr. 5 p. | Stellenangebote| Gesucht junge Damen oder Herren für Neisetätigkeit. Schriftl.Angeb.unt. 06l39a.d.Gß.Anz. Heute morgen entschlief plötzlich infolge eines Herzschlages mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Dr. med. Fritz Schaad im 64. Lebensjahre. Gole Kapitalanlage! HerrNchuftl. IL TEIL Weltliche Kantate für gern. Chor. Solo und Orgel - Mozart 3 Grabstücke Flur XXVII, daselbst. 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Oft 1931, nachmittags 2 Llhr, versteigere ich im „Löwens Neuenweg 28, dahier,zwangetweise gegen Barzahlung: 8 Lodenmäntel, 1 Spiegelschrank, ein Wirtschastsbüfctt, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Vertiko, 1 Eisschrank, ein Gasherd, 1 Älubsosa, 1 Flurgarderobe, 1 elektrische Ständerlampe, Schreibtische, 3 Klaviere, Tiwan, Chaiselongue, Kleiderschränke, Nähmaschinen, Spiegel, Büfetts' Bücherschränke, Sofas, Kredenzen, Tische und Stühle, Regulatoren, 13 Grammophonplatten. Vergebung dcrAnfuhr von Leck u.Stückstcincn fürdicWegc tn den städt.WcUdunqen Auf dem Weg des schriftlichen Angebots sollen öffentlich vergeben werden: I. Anfuhr von Teckstcinen vom städt. Stein- druck) an die Waldwege und zwar: Loo 1: Försterei Rödgen — 50 cbm, Loo 2: Försterei Gießen — 80 cbm, Loo 3: Försterei Hochwart (nur Stadt- ivald) — 40 cbm. Beginn der Anfuhr sofort. II. Anfuhr von Stücksteincn vom städt. fflihWilf Bon Sonntag, nachm 1 Uhr, wurde nach kurzem Krankenlager mein lieber Mann Carl Ludwig Keil im Alter von 49 Jahren in die Ewigkeit abberufen. MllMe o. K. Kabeljau o R. ♦»tirbfilct» I7H62D .Rotzungen Leb. Rarpfeu Leb. Schleien Leb. -Aale Geräucherte Fischs Marin, Hi'cke ftlciittnalnt Heringssalat. C. G. Kleinhenn Brennabor 6/25 PS 4sihig RM. 600.— Opel 7044 D WoufoonWen-Milig. Im Forstort Fernewald des Gießener Stadtwaldcs können etwa 1000 Wellen Fichten-Deckreisig abgegeben werden bei Celbstaufarbcitung durch den Empfänger. Abgabcgesuche mit Preismigebot je Welle (von 32 cm Durchmesser und 0,9 bi» 1,3 m Länge) sind bio 24. Lktober d. I. an die Bürgermeisterei Gießen, Stadthaus Bergstraße, einzureichen. Auskunft durch Herrn Förster Bechtold zu Forsthaus Hochwart bei Gießen. Gießen, den 20. Lktober 1931. Bürgermeisterei 7048V I. B.: Dr. Rosenberg. alter Steinbacher Weg — 100 cbm. Beginn der Anfuhr 15. November 1931. HL Aufsehen von Ltückstcinen und zwar: Loo 8: Försterei Rödgen = 200 cbm Loo 9: Försterei Gießen — 150 cbm' Schriftliche Angebote sind, getrennt für jedes Los, mit der Aufschrift „Angebot für Waldarbeiten" bis spätestens Samstag, den 24. Lktober 1931, 11 Uhr, im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 18, abzugeben. Lesfnung bet Angebote erfolgt in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber zu dem genannten Termin in Zimmer 6. Zuschlagsfrist 8 Tage. 7O47C Die Bedingungen können während der Gesck)äftSstundcn im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 18, eingcsehen werden. Gießen, den 20. Lktober 1931. Oeöenüich zeige ich Ihnen durch prakt Wasch Vorführung, daß die .ftle'MMasctacliiiie schneller und billiger wischt und dabei die Wäsche auf das Beste schont Dienstag, den 27., and Mittwoch, den 28. Oktober, nachmittag* von 2 bis 7 I hr, finden in meinem Laden hochinteressante Waschiorlflhrmifien statt, zu denen Sie höflichst cIngeladen Steinbruck) und zwar: Loo 4: Försterei Rödgen, 11. Schneise — 100 cbm, Loo.»: Försterei Rödgen, 1. Schneise = 100 cbm, Loo: 6 Försterei Gießen, 7. Schneise — 50 cbm, Loo 7: Försterei Gießen, Einwendungen gegen die Liste sind bei dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Pro. tokoll vorzubringen. Gießen, den 21. Oktober 1931. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft Gießen. Alfred Fröhlich. Laden geeign. f. Kolonialwaren, Einrichtung vorhanden, evtl. m. Wohnung zu vermieten. [7058D Willn Menges, Griedel. Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl. ScbuletraBe 1 3x5 Zimm., Küche, Bade;., Veranda, lünrm und kalt fließ. Wasser, gr. (Karten, sehr rentabel, fofort bczicbb., a. Privat- Hand sehr bill. z. ork. Schriftl.Angeb.unt. 06149 a. d.Gß.An;. Gvaue Haave? Wiederhersteller „Lrfa" gibt Kopf- und Barthaat^üe natürliche Haarfarbe bei einfachster Einwendung wieder. Flasche nur RM. 2.—. (Erhältlich bei: 7040L) Wllh. Kilbingcr Nachfolger Löwen «Trogcrte, Selteröweg 69 Rach ausw. geg. Eins. o. RM. 2.30 frko. Die trauernden Hinterbliebenen: Lina Schaad, geb. Reinhard Else Clauß, geb. Schaad Dr. med. Willi Clauß Joachim Claufi. Lieh, den 20. Oktober 1931. Arbeiter-Gesang verein »Eintracht« Giefeen Mitglied des Arbeit er->angerbuDdes Rhein-Main-Gau. 2. Bezirk. Gegr. 1873 Leitung: Chormstr. H. Meyer. W ieseck Musikalisch. Feierslonöe Sonntag, den 25.Oktob.. 20 I hr in der Madtkirche VORTRAGSFOLGE I. TEIL Fantasie in C-Dur . . Job. Seb. Bach Gemischte Chöre: a) Die Ehre Gottes ■ • Beethoven b) Hymne an die Nacht Beethoven Frau Berty Jensen-Schreiber: a) An die Musik.........Schubert man z. 2, toj 7^ v'elleichl. weil £Wrtn gedacht h S Cal' gegeben, |o Wto’eflcncr Aetter, Gegenwart ol !™d 'ehr. Dai JJ*? um gcbunde und ähnliche, «ollte für eine ' ^ot'fltg saure Aal Schellfische o. Kops Pfd. 42 Pf. Seelachs o. Kopf Pfd. 85 Pf. Filets $ Pfund 45 Pfennig tleblistr.H.Tel.SSU t "Den wird k'-'tfiäb'yi Leder Tw. Roj' \u ■oiw aul colibiläl kni.. 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Oktober 1931. v Awas i i I Ku- leier I srA [xrßar i Atr £ f. ^rifiiren auf Mkm Dmter bs?« I>u haben sche ■c Samt ju Abend «t ®rim gkNagen ’f* Gt Todttbt für Suerhütchen. ■ i »ria au* dem Äol Et\n und Zeder« Irr kör in 2lufnal tz dcr rarbe häufig . jüflcn aber selbst^ " Niken. aber das i x>X ausgeschallct l< fr] stab meist sehr nut durch origi Jet allem wird viel gnvrndet. fchwarz, firttl Aumen und ioÄcdermotiven fchi C(tu ist in diesem' ke oft abweichend z ttjtn wird Wan st Irr Watenalien her jiiii, Krimmer - I rttr Spielraum, un n lieben diese kurzen kt jierlichen Schöhö F.jjr wird beim beti favlmänlcln werden i verarbeitet. 3f niiabstedenden Pelz Ahr die Form cim <1 weftenarlig bis z 5hc Lchuhmode ist .biandpunkt" gefomn kn Abendkleid oorl 1 hkfchrche. haben n i 1 neue Bandsäge und 1 gebrauchte Schrotmühle zu verk. Wo sagt die l^esckiästs't. d. "i.A. Kfeiaschwarzes Herd Umstündet), zu verk. Wo ? sagt d. Geschft. d.Gieß.Anz. l | Kaufgesuche | Etagenhaus zu kaufen gesucht. 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Blättern Sie einmal in alten Geschichten und Ro- ntnen, so aus der Zeit vor vierzig, fünfzig Jahren m) früher — und Sie werden alsbald zu Ihrer Ver- mtniierung bemerken, wie häufig die Frauen darin >hn mächtig werden, wie sie auf jede seelische * Erregung mit der Gebärde des bewußtlosen Zu- Uxüengleitens — oder Aufgefangenwerdens in starken "Innen — antworten. Auch in den Zeiten Schillers iin) Goethes und gar bei den empfindsamen Dichtern ist die Ohnmacht sozusagen die natürliche Reaktion i ei Frau auf heftige innerliche Bewegung. Wallen- |ttms Thekla hort von dem schwedischen Hauptmann E it Unalücksbotschaft — „ohnmächtig lag sie schon in jiehen Armen". Gretchen im „Faust" wendet sich an Hit hilfsbereite Betgenossin: „Nachbarin! Euer jgiidjAen!" — ehe sie bewußtlos zu Boden sinkt. ;jiil Fouques „Heilung" gerät die bildschöne und oukkndhafte Frau eines Prokurators „in ein plötzlich orfftonöenes Volksgebränge: "ngftlich, einer Ohn- n-ied>f nahe, rief sie um Hilfe" Wenig Beispiele nur nut viele. (55 ist klar, daß sich auch der W i tz dieser Er- Ginung bemächtigt hat. Bei Wilhelm Busch können fit Frauengestalten denen man zu derbe Possen sidt, sich nur mehr mit Versinken in Ohnmacht netten. Um die Jahrhundertwende ist in den Witz, tiläilern typische Figur die Frau, die durch eine Ohn- nacht ihren Mann zur Bezahlung einer Schneider- , nedmung, zur Erlangung eines Schmuckstücks oder »Nil zur Durchsetzung ihres Willens zu bewegen sucht. Ml selbst erinnern uns noch, daß früher bei Pa- raten Festlichkeiten, Umzügen, in Konzerten und Vertragen alle Augenblicke Frauen ohnmächtig aus teni Gedränge getragen wurden. Das gehörte ge- nisiermaßen genau so zur Sache wie der Hund, Ger vor einer militärischen Parade durch die ab- Vom Kopf bis zu den Füßen. Etwas von der Mode. Es ist schwer zu unterscheiden, ob die seit einiger Zeit aufgelommene Tendenz, das Haarwie- iXr länger oder gar lockig zu tragen, die Mode frr Chasseur- und Postillonhütchen herbeigefuhrt hct, oder ob sich die Frisur erst der neuen Mode- lnie anpaßt. Jedenfalls bedingt eins das andere. De Dauerwelle feiert Triumphe. Gegenwärtig rächt das Haar bis auiu Nacken. Tagsüber be- fiidet sich die Grenzlinie der Frisur ungefähr 6äm oberen Halsansatz, die Abendfrisur geht stvos tiefer. Oben auf dem Kopfe ist die Wellung kaum sichtbar, verstärkt sich aber nach rückwärts utö nach den Seiten hin. Die Wellen können so- wohl regel- als auch unregelmäßig sein, je nach- den sie der Trägerin besser zu Gesicht stehen. Meist sind die Frisuren auf der Seite, die der Hut frei* Gilt, etwas stärker bearbeitet. In diesem Winter wird man am Abend vor allem Kleider aus Spitzenstoff sehen, schwarz oder gelblich, alle bis zum Fuß. alle weit, sehr weit, dich ohne die Schleppe, die schon so oft angekün- bist worden ist, vor der man aber immer noch Sheu zu haben scheint. ‘lieben Spitze wird auch viel Samt zu Abendkleidern verarbeitet; sehr viel tuirö Grün getragen werden — vom saftigen Laub- grün bis zum dunklen Blaugrün. Am Tage findet diese Vorliebe für Grün ihren Ausdruck in d>n Jägcrhütchen, die auf jede nur denkbare Weise schräg auf dem Kops balanciert werden und mit Zedern und Federchen aller Art garniert sind. Die Wollkleider, die für die Tagesstunden wieder sehr in Ausnahme gekommen sind, weichen in der Farbe häufig vollkommen vom Mantel ab, müssen aber selbstverständlich harmonisch dazu wirken; aber das Complet soll in der uBintec* mode ausgeschaltet fein. Diese Wollkleider für öen Tag sind meist sehr einfach gehalten und zeichnen sich nur durch originelle kleine Garnituren aus. Tor allem wird viel Lackleder zu ihrem Auspuh verwendet, schwarz, weiß, farbig, je nach dem. Gürtel, Blumen und oft dazu passende Ketten aus Lackledermotiven schmücken diese Kleider. Neu ist in diesem Winter die kleine Blusenlacke, die oft abweichend zum Rock und zur Bluse ge* tragen wird. Man stellt sie aus den verschiedensten Materialien her: aus Wolle, Samt, Pelzplüsch, Krimmer — kurz, man hat da den Weitellen Spielraum, und jungen, schlanken Gestalten stehen diese kurzen Jacken mit mehr oder minder zierlichen Schößchen, auch gut. Die reifere Figur wird beim bewährten Mantel bleiben. Zu Laufmänteln werden rauhe noppige Diagonalwoll- stvsse verarbeitet. Ihr Charakteristikum sind die weitabstehenden Pelzmanschetten und Kragen, die mehr die Form einer Krawatte haben, die sich oll westenartig bis zur Taillenlinie herunterzieht. Die Schuhmode ist auf einen sehr vernünftigen „ölandpunkt" gekommen: der hohe Absatz ist nur dem Abendkleid Vorbehalten, alle anderen, auch Lackschuhe, haben nur Absätze in normaler Höhe. Großer Wert wird auf weiches und doch stra- pa^erfähiges Leder gelegt. Don Kops zu Fuß ist die diesjährige Winter- mode auf Solidität und Zweckmäßigkeit eingestellt... Milch als Hiissmittel in der Küche Bon Erna Horn. Die Milch hat außer ihren längst bekannten Berten noch so manche nützliche Rebeneigenschaft, die sie zu einem ausgezeichneten Helfer in kleinen Wien werden läßt. Hat man z. D., wie das manchmal vorkommen kann, vielleicht, weil man allzu liebend an den Hausherrn gedacht hat, der Suppe etwas reichlich Salz gegeben, so ist uns die Milch ein verschwiegener Retter, denn sie mildert, ohne von ihrer Gegenwart ahnen zu lassen, den Salzgeschmack sehr. Das geht natürlich nur, wenn -z sich um gebundene, also nicht klare Fleisch- silppen und ähnliches handelt. Sollte für eine Rahmsoße nicht gerade der benötigte saure Rahm vorhanden fein, so hilft lerschiedenw/ ludienttier.eckeiü liÄ« SS» peSL ese."Lgaben- HWL n Si'tnÄ^- üternv^änjes« on un6Jji;ain<. b°ÄirtaM" .'.'n b'.t’if M 00 Hf'3170 'kamt ibe-Drucksachen irthl Schulst nB« 1 ItlWufL iabcliau o.v. »iichfilcts |7(62D Rotjuniicn üeb. tzorvico ^b. «chleiea ücb. Aale erällchrrtc Fiiche Karin. Fiiche rlciichialat hcringsialat. ,1,1*11 knhofitLtlJtiJW Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Aus dem Reiche der Krau. man sich sehr gut, entweder mit Buttermilch oder auch süßer, der man zur raschen Säuerung einige Tropfen Zitronensaft beigibt. Bratwürste wollen, um besonders zart und trotzdem mit einem goldbraunen Röckchen bei Tisch erscheinen zu können, vor dem Braten und nach dem Erhitzen in Heißwasser ein kurzes Milchbad. Sie danken es mit einer ebenso schönen Farbe wie ausgesprochener Zartheit. Wenn man den Griff in den Fettopf nicht allzu tief machen will, etwa beim Kartoffelrösten, so hilft ein Schuß Milch nach dem ersten kurzen An- braten, ohne daß auch nur einer ahnte, daß sie das Fett vertreten hat. Auch den Eiern ist sie ein willkommener Gefährte. Man kann mit ihr so manches Ei „verlängern". In alten Kuchenrezepten, die glück- gesegnete Großmütter noch mit zehn und noch mehr Eiern in Wirklichkeit umzusehen wußten, kann man prächtig „übersehen", wenn man statt je einem Ci eine Schalenhälfte voll Milch, eine Schalenhälfte voll Mehl und eine kleine Prise Backpulver nimmt. Auf diese Weise läßt sich die Hälfte der Eier sparen. Zum Legieren der Speisen oder zu Rühreiern ist auch je eine Eischale voll Milch ausgezeichnet. Rühreier werden sogar noch lockerer. Weiße Gemüse, die besonders hell und zart zu Tisch gebracht werden sollen, behalten ihr helles Aeußeres, wenn man sie nach dem Schälen in Milchwasser legt und auch den Mehlanlauf mit einem Schuß Milch versieht. Das Gemüse und die Soße werden von der Milch gebleicht, wie es sonst mit Zitrone üblich ist. An Reis wird stets kalte Milch nachgesüllt, weil sonst die einzelnen Körner aufplahen und einen häßlichen Brei bilden. An Kartoffelpürree dagegen muß die Milch heiß gegossen werden, damit die Kartoffeln weiß bleiben und das Pürree auch nicht mehr kochen muß, weil es davon zähe wird. 3« Besuch in einer Großwäscherei. Die Errungenschaften unserer Zeit haben sich in vielfältiger Weise nicht nur in den Produktionsbetrieben und in den Einrichtungen des Gemeinschaftslebens der Bevölkerung ausgewirkt, sondern sie haben sich auch das Feld des stillen Wirkens der Hausfrau in steigendem Maße erobert. Gar mannigfaltig sind hier die Verbesserungen zum Zwecke einer erleichterten Wirtschaftsführung ; man wüßte nicht recht, wo man sein kann, zeigte uns eine Besichtigung der Gießener Großwäscherei „Edelweiß". Es ist nicht nur interessant, den Arbeitsgang in einem derartigen Betrieb als kritischer Beobachter zu verfolgen, sondern es ist auch lehrreich zu beobachten, daß hier nicht nur mit der sorgsamsten Gründlichkeit bei der Materialbehandlung, sondern auch unter strenger Beachtung aller hygienischen und wissenschaftlichen Grundsätze gearbeitet wird, um den Blick in den anfangen und wo man enden sollte, wenn man alle die praktischen Reuerungen aufzählen wollte, die dazu bestimmt sind, den vielgeplagten Hausfrauen das Walten am häuslichen Herd leichter zu machen. Rach Lieberwindung mancher unbegründeten Vorurteile hat sich der Siegeszug der neuen Zeit im Reiche der Hausfrau auch bis auf den Wäscheschrank erstreckt. Es ist die moderne, mit allen Mitteln der neuzeitlichen wissenschaftlichen Erkenntnis und der vollendet durchgesührten Technik arbeitende Großwäscherei, die den Hausfrauen das außerordentlich strapaziöse Werk der Wäschereinigung abnimmt, der sorgsamen Hausmutter den kostbaren Wäscheschah, aus den sie natürlich besonders stolz ist, in blütenweißer Pracht und unter sorgsamster Schonung des Stoffmaterials gereinigt innerhalb weniger Tage schrankfertig wieder abliefert. Die moderne Großwäscherei gehört heutzutage zu den selbstverständlichsten Dingen des Daseins. Daß ein solcher Betrieb, an den die Hausfrauen naturgemäß sehr hohe Anforderungen stellen, dem Privathaushalt ein Faktor von großer Bedeutung Bügelfaal I Wünschen der in puncto Wäschebehandlung bekanntlich stets sehr anspruchsvollen Hausfrau gerecht zu werden. Die zur Reinigung eingelieferten Wäschepakete werden zunächst der Registratur übergeben, in der jedes Stück seinen „Steckbrief" erhält, entweder in Gestalt einer Rümmer oder eines kleinen, verschiedenartig gefärbten Fädchens, der das Stück während des ganzen Arbeitsganges und auch bei späterer Wiederkehr in den Betrieb immer wieder als Eigentum des fraglichen Auftraggebers erkennbar macht. Durch dieses Steckbriefverfahren, das an die Registriermethode bei der Polizei erinnert, wird von vornherein eine Verwechselung mit dem Eigentum anderer Auftraggeber so gut wie vollständig ausgeschlossen. Von der Registratur geht der Weg der Wäsche zur Sortiererei, in der - wenn es sich nicht um ausdrücklich bestellte geschlossene Wäscheposten handelt — die Stücke ihrer Art nach sortiert werden, damit nicht empfindliche Gegenstände beim Waschprozeß mit weniger empfindlichen zusammenkommen und dann unter Umständen Rachteil erleiden. Hierauf geht es zu den Waschmaschinen, modern eingerichteten, weise Ohnmachtsanfälle vor, sie betreffen aber beide Geschlechter in gleichem Maße. Aber die Ohnmacht als Schwächezeichen des weiblichen Geschlechts hat aufgehört. Dabei haben die Frauen in den letzten Jahren gewiß unendlich viel Schweres erlebt, und auch die heutige Zeit wird ihnen gewiß nicht leichter gemacht als ihren bleicheren Kameradinnen aus der Ohnmachtszeit. Im Leben wie in der Literatur werden heute Seelenprobleme fachlicher angegangen, als daß man ihnen durch vorübergehendes Verschwinden ins Unbewußte auswiche Dieser Wandlung liegt zunächst eine sehr konkrete körperliche Ursache zugrunde: die Frauen sind gesünder geworden. Sie leben länger als früher, und die längere Lebenszeit verbringen sie in besserer Gesundheit. Man kann das an einem ganz bestimmten Beispiel verfolgen. Eine für junge Mäd chen und Frauen typische Krankheit, die Bleich- s u ch t, ist in den letzten Jahrzehnten immer seltener geworden — und gerade sie hat die Grundlage für zahlreiche Ohnmachtsanfälle in früheren Zeiten gegeben. Die Bleichsucht gab sich durch blasse Farbe der Haut und der Schleimhäute zu erkennen. Müdigkeit und Mattigkeit machten anstrengendere Arbeiten unmöglich, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Magen- ftörungen waren häufig. Der Blutfarbstoff, das Hämoglobin, war nachweisbar herabgesetzt, auf 50 und 60 o H. der Norm; damit waren alle Vorgänge im Körperinnern verlangsamt, lieber die Ursache der Bleichsucht war man sich nie im klaren. Freilich nahm inan an, daß Fehler in der Lebensweise schuld daran trügen: viel Aufenthalt in schlechter Lust, Mangel an Sonnenlicht, zu wenig Bewegung usw Auffallenderweise litten gerade solche Frauen unter der Krankheit, die infolge gehobener wirtschaftlicher Lage ihre Lebensweise gesundheitlich günstig gestalten konnten. Aus allen Ländern wird nun in den letzten Jahrzehnten von einer starken Abnahme, um nicht zu sagen Verschwinden der Bleichsucht berichtet. Aeltere Aerzte, in deren Praxis noch zu Beginn des Jahrhunderts Mädchen und junge Frauen mit Bleichsucht eine große Rolle spielten, berichten, daß sie jetzt der artige Krankheitsfälle nur ausnahmsweise zu Gesicht bekommen. Dabei kann keine Rede davon sein, daß die Erkennung der Krankheit vor dreißig Jahren etwa unsicherer gewesen sei als jetzt. Außerdem handelt es sich nicht nur um die Schlüsse aus der Untersuchung des Blutes. Es sind ganz allgemein die bleichen, müden, leidenden Mädchengestalten, die auf den ersten Blick den Eindruck der Bleichsucht machten, seltener geworden. Das Präraffaelitische entspricht nicht mehr dem Frauentyp, unsere Zeit reicht den Preis einer gesunden, leicht sportlich betonten, der Sonne verbundenen Schönheit. Es ist nicht klar zu erkennen, welche Einzelgründe für die Abnahme der Bleichsucht in Betracht kommen. Als wichtig wird die gesündere Frauen klei- d u n g betrachtet, mit ihrer Durchlässigkeit für Licht und Sonne, der Milderung von Korsett und Schnüren, wobei ein schädlicher Druck auf lebenswichtige Organe wegfällt. In früherer Zeit hatten Sonntagsausflüge aufs Land häufig eine auffällige Verschlechterung des Besindens bei bleichsüchtigen Frauen zur Folge; vielleicht waren sie an diesen Sonntagen besonders elegant, d. h. eng geschnürt angezogen. Trotz gelegentlichen modischen Umkehrungen geht das Streben der neuzeitlichen Frauentracht entschieden auf Vereinfachung und Erleichterung hin, und das im Zusammenhang mit der gesteigerten Rückkehr zur Natur, mit der neu errungenen Freiheit der Frau für Turnen und Sport, vielleicht auch mit einer klügeren Ernährung trägt zu ihrer gesundheitlichen Kräftigung, zum Verschwinden unnötiger Ohnmachtsanfälle bei. Hand in Hand damit geht die Aenderung der seelischen Einstellung. Immer mehr rückt die Frau im Berufsleben, in ihrer sozialen Stellung in Gleichwertigkeit mit dem früher alleinherrschenden Mann vor. Was sollte sie da mit einer künstlich hilfsbedürftigen, hilfeheischenden Schwach- heitsgeste erreichen? Die seelische Freientwicklung der Frau befreit sie von der Notwendigkeit solcher Umwege zur Durchdrückung ihres Willens. Sie will von selbst —• ohne bewußt viel zu wollen — länger jung bleiben, und das gelingt ihr mit Methoden, die nichts mehr mit vergangenen Ohnmachtszuständen zu tun haben. Das „gefährliche Alter" — die überreizte Entdeckung einer bleichsüchtigen Zeit — ist nicht mehr gefährlich; die Frau einer vorgeschrittenen Umwandlungsperiode scheint uns ganz und gar nicht mehr aus dem Leden ausgefchaUei — und vor allem sich Mittwoch. 2'. Oktober (951 Iim Innern der Waschtrommeln mit Kupfer ausgestatteten Apparaten. In diesen „Eisernen Waschfrauen" mit maschinellem Antrieb werden die Wäschestücke in ständig gleichbleibendem Tauch- verfahren gründlich behandelt. Rachdem diese Prozedur abgeschlossen ist, wandert die Wäsche in die Zentrifuge, in der die Stücke durch die rotierende Kraft des Zentrikugekessels, die durch Luftdruck das Wasser aus der Wäsche heraus» saugt, nahezu bügeltrocken werden; was bei dem Waschen im Haushalt durch das Wringen erreicht wird, kommt hier ohne Rachteil für die Wäscheseiber nicht, das ist noch wichtiger. Die liebliche Verschwiegenheit Arianes entspricht mehr der Zeit als der laute Aufschrei eines Ohnmachtsanfalles als Antwort auf eine seelische Erschütterung. Diese Entwicklung zum Gesünderen ist um so na- türlicher, als die Frau gesundheitlich in der Tat das stärkere Geschlecht ist. Nur die Rückdämmung in eine sozial untergeordnete Stellung ließ das zeitweise ver- kennen. Es ist aber keine Erkenntnis von heute. Der berühmte Wiener Chirurg B i 11 r o t h , Erfinder der ersten großen Magenoperationen, war verreist, als in seiner Wiener Klinik bei einem Patienten die sofortige operative Entfernung des Magens nötig wurde. Der stellvertretende Oberarzt der Klinik wagte sich nicht ohne weiteres an die damals als unerhört kühn geltende Operation heran. Er telegraphierte Billroth, ob er mit der Vornahme der Operation einverstanden sei. Billroth antwortete: „W e n n es eine Frau ift, ja." Billroth und viele erfahrene Aerzte vor und nach ihm hatten die feste Ansicht, der weibliche Körper sei widerstandsfähiger als der männliche, er könne mehr aushalten. Das kommt bei Krankheiten zur Geltung, es zeigt sich im geduldigeren Ertragen von Schmerzen, aber die Grundlage ist schon in den grundlegenden Lebensverhältnissen gegeben. Das Tragen des Kindes, die Geburt verlangen von vornherein Ausdauer und Widerstandsfähigkeit. Die männliche Sterblichkeit ist höher, in allen Lebensaltern und bei allen Krankheiten. Die Geduld der Frauen körperlichen Beschwerden gegenüber geht ia nicht zuletzt aus der großen Opfer- Willigkeit der Mode gegenüber hervor. Was die Frau im Laufe der Jahrhunderte an Entstellungen, Verschnürungen und Verpackungen, an Unbequemiid). feiten und Schmerzen auf sich genommen hat — das allein beweist schon ihre überlegene Fähigkeit zur Uederwindung von Leiden — irgendeiner Idee zuliebe. Vielleicht hilft aber gerade die neuzeitliche Kleidungsmode der Frau einmal zur Festigung ihrer Gesundheit und damit — im Verein mit der geänderten seelischen Einstellung — zur Ueberminbung von unnötigen, weil nicht aus echter Krankheit ent- standenen Ohnmachtsanfällen. Blick in den Waschsaal I stücke durch den saugenden Luftdruck zustande, der das Wasser aus der Wäsche herausgeschleudert. Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhänge, daß die Wäsche in enthärtetem Wasser (ein modernes wissenschaftliches Verfahren, auf dessen Anwendung der Weißgrat der Wäsche beruht), gewaschen wird, das die gleichen Vorteile bietet wie das von den Hausfrauen so sehr geschätzte Regenwasser. Von der Zentrifuge wandern die Wäschestücke weiter in die Trockenanlage, oder bei glatten Stücken in die Dampfmangel, in der sie vollkommen gebrauchsfertig gebügelt werden. Für die Behandlung der feineren Wäschestücke ist dann in einem großen Arbeitssaale noch eine Reihe weiterer Apparate vorhanden, die es ermöglichen, alle Stücke in bester Weise zum Gebrauch zuzubereiten. Don den Apparaten für diese Arbeit seien hier nur genannt die Spezialkragenmaschinen, die Oberhemdenpresse, die Manschettenpresse, die Bündchenpresse, Strumpfformer der verschiedensten Art, die Gardinenspanntrommel, alle möglichen Bügelapparate usw., kurzum eine Fülle von technischen Einrichtungen, die nur dem einen Blick in den Mangelsaal. Zwecke dienen, die Wäsche wieder auf den hohen Stand der Fertigkeit und des Weißglanzes zu bringen, den nicht nur die Hausfrauen, sondern auch die Herren der Schöpfung lieben. Interessant und aufschlußreich für die Besucher ist ein Blick hinter die Kulissen eines solchen Großwäschereibetriebes. Man lernt dabei ein Verfahren in der Wäschebehandlung kennen und schätzen, dessen Vorzüge am Schlüsse eines Besichtigungsrundganges offenkundig find. Die praktische Hausfrau. Den Ofen bis zum nächsten Morgen warm zu holten. Um Glut in Zimmeröfen bis zum nächsten Morgen zu erhalten, lege man abends zwei bis drei in doppeltes, ganz durchfeuchtetes Zei- tungspopicr fest eingeschlagene Briketts auf die letzte Glut der Defen. Dann schraube man den Ofen fest zu. 21m nächsten Morgen hat man genügend Glut, um sofort nachlegen zu können. Entfernen von Kaffeeflecken. Kaffeeflecke sollen sofort entfernt werden, da sie später hart- nackig sind. Aus allen Stoffen verschwinden Kaffee- flecke durch Betupfen mit Glyzerin und Wasser zu gleichen Teilen oder auch mit reinem Glyzerin. Sehr gut ist auch Eigelb, mit Fleckenwasser zu dünner Flüssigkeit verrührt, auf den Fleck gestrichen und mit warmem Wasser nachzuwaschen oder eine Kochsalzlösung. F e n st e r k i t t. Einen sehr guten und wasserfesten FensterkiU kann man sich selbst herstellen, wenn man einen Teil Kreide und einen Teil Bleiweiß mit Lein- Ölfirnis untereinander mischt und zu einem Teig knetet. Um die Masse geschmeidig zu machen, kann man etwas Terpentinöl zusetzen. Honig als Heilmittel. Honig ist ein ausgezeichnetes Mittel bei Erkältungskrankheiten. So- oold man die Krankheit nahen suhlt, gibt man in eine Tasse heißen Tee einen Eßlöffel voll Honig, rührt tüchtig um und trinkt morgens und abends eine Tasse davon. — Daß Honig als Nährmittel besonders zu empfehlen ist, ist wohl bekannt. * Verwendung gebrauchter Teeblät - t e r. Gebrauchte Teeblätter kann man noch zu verschiedenen Zwecken benutzen. Wenn man sie sammelt, mit etwas abgekochtem Wasser übergießt und durch, siebt, so ergibt der Sud ein gutes Färbemittel für Gardinen, die man damit vom hellsten Elfenbein bis zu tiefem Ocker tönen kann. Auch eignen sich feuchte Teeblätter vorzüglich zum Abreiben von Teppichen, deren Staub sie annehmen. * Vernichtung des Holzwurmes. Der Holzwurm in Möbeln läßt sich leicht mit Terpentinöl vernichten, indem man es tropfenweise von den Löckern aus, denen das Mehl kommt aufsaugen läßt. Dieses OU hat die Eigenschaft, sich bis in die tiefsten Gänge zu ziehen und die Larven zu töten. Das Holz- mehl muß vor dem Einführen des Terpentins entfernt werden. Beseitigung von Risse nan den Wänden. Die L^iffe werden durch einen Gipsbrei, der statt mit Wasser mit <§fsi^ angerühri wird, gefüllt. Der Gips erhärtet durch den Essig nicht so leicht und läßt sich besser verarbeiten. Man streicht den Brei mit einem Spachtel oder Messer in die Ritzen der Wände. Um auch Kacheln im Badezimmer auszubessern und zu befestigen, ist solcher Gipsbrei sehr gut. Messingleuchter von Stearinflecken zu reinigen. Der Leuchter wird auf den warmen Ofen oder Herd gestellt, damit das Stearin abläuft. Auch kann man ihn mit möglichst heißem Wasser waschen, direkt bevor man it^n putzt. Jedes Abkratzen des Stearins unterlasse man, um der glatten Fläche des Metalls nicht zu schaden Reis-Gedächtnisfeier und -Ausstellung in Gelnhausen. WSV. Gelnhausen. 23. Oft. 2lm 26. d. M. find es 70 Jahre, daß Philipp R.e i s, ein Sohn der Stadt Gelnhausen, zum ersten Male das von ihm erfundene Telephon im Physikalischen Verein in Framfurt a. M. mit Erfolg vorsührte. Der Geschichtsvcrein Gelnhausen begeht diesen Tag durch eine Fner und eine Gedächtnisausstellung von persönlichen Erinnerungsstücken. Modellen, Bildnissen. Abhandlungen u. a. Das Reichspostmuseum in Berlin und dasDeutsche Museum in München haben Gegenstände und Bücher zu der Ausstellung gegeben. Vismarüs englische Zugendbraui Von Or. Stephan Kekule von Stradonih. Durch den Berliner Autogramm-Handel gelangen setzt die zwsli eigenhändigen Jugendbriefe des .Eisernen Kanzlers" aus den Jahren 1833 bis 1850 an seinen KorpSbrudcr laus der „Han- novera" zu Göttingen) Gustav Scharlach zum Verkaufe, die man aus einer auszugsweisen Veröffentlichung vom Jahre 1912 schon kannte, und in denen der nachmalige Begründer des Deutschen Reiche- in überraschender Weise flirtend, schwer verliebt und verlobt mit einer bildschönen und vornehmen jungen Britin erscheint. Der Umstand, daß diese Briese nunmehr der Oefsentlichkeit im Wortlaut zugänglich sind, gestattet eine Vachprüfung : er Episode. Am 13. September 1837 schreibt Bismarck an Scharlach u. a.; .... zeige Dir nur vorläufig an, daß ich versprochen bin und gleich Dir in den heiligen Stand usw. zu treten gedenke, und zwar mit einer jungen Britin von blondem Haar und seltener Schönheit, die bis dato noch kein Wort Deutsch versiebt. Ich reise im Augenblick mit der Familie nach der? Schweiz, und werde sie in Mailand verlassen, um in Deine Arme, und von da in die meiner Eltern zu eilen, die ich seit säst zwei Jahren nicht gesehen. Wahrscheinlich bist Du schon verheiratet, so^st muht Du mit mir nach England, um mich springen zu sehen, welcher actus im Frühjahr vor sich gehen wird." Allein in einem Bries vom 9. September 1845 au« Knicphof an den Jugendfreund muß DiSmarck folgendes Bekenntnis einflechten: ..Bis Aachen kennst du. glaube ich, meine Schicksale. Dort er« öfnelen sich mit durch das Wohlwollen einsluh- reicher Leute in Berlin sehr günstige Aussichten sur da-, wa- man eine glänzende Karriere nennt; unb vielleicht hätte der Ehrgeiz, der damals mein Sötte war, noch länger und für immer mein Steuer gesührt. wenn nicht eine bildschöne Engländerin mich verleitet hätte, den Cour- zu ändern, und sechs Monate ohne den geringsten Urlaub auf ausländischen Meeren in ihrem Kielwasser zu fahren. Ich nöthigte sie endlich tum Beilegen, he strich die Flagge, doch nach zweimonatlichem Besitz ward mir die Prise von einem einarmigen Obristen mit fünfzig Jahren, vier Plcrden und 15 000 rl. Revenuen wieder abge- iagt Am, am Beutel, krank am Herzen, kehrte ich nach Pommern heim." Reichswehr-Appell zur Winterhilfe Reichswehrsoldaten fahren in Berlin auf Wagen durch die Straßen und machen durch Trompeten- fignale die Bewohner auf ihr Kommen aufmerksam. Freiwillige Helfer, zum großen Teil Schüler und Schülerinnen, gehen dann in die Wohnungen und sammeln die Kleider und Lebensrnittel, die Gebefreudige ihren notleidenden Mitmenschen zur Verfügung stellen wollen. 6intoriinbe des Konflikts nm die Mandschurei. Riesige Bevölkerungszunahme in Japan. — Oie Auswanderung unterbunden. Oie Industrialisierung stockt. - Zwang zur Expansion aus dem asiatischen Festland. Von unserem L.-Berichterstatter. (Vachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tokio, Oktober 1931. Vach dem Kriege war allgemein die Auffassung verbreitet, daß jetzt eine Zeit des Bevölkerungsrückganges in der Welt einsehen würde, oder daß doch zumindest die Beoölkerungsvermehrung nicht mehr so sprunghaft vor sich gehen würde wie vor dem Kriege. Diese Anschauung erstreckte sich auch auf die asiatischen Länder, also auch auf China und Japan. Die letzten Bevölkerungsstatistiken zeigen jedoch, daß diese Annahme auf einem Irrtum beruhte und daß in ganz Asien auch weiter ein Anschwellen der Bevölkerungszunahme zu verzeichnen ist. Bemerkenswerterweise ist diese von allen asiatischen Ländern noch mit am stärksten in Japan, einem Lande, in dem die europäische Hygiene und die europäische medizinische Wissenschaft dafür gesorgt haben, daß Seuchen nicht derartige Ausfälle schaffen, wie im übrigen Asien Japan, das 1920 erst rund 55 Millionen Einwohner hatte, hatte 1930, wie die erst jetzt bekannt gewordenen Ziffern der Volkszählung ergeben haben, eine Bevölkerung von rund 6 4 Millionen Einwohnern — hat also in den letzten zehn Jahren einen Bevölkerungszuwachs von rund 7,4 Millionen zu verzeichnen, eine Zunahme, die ganz außerordentlich groß ist. Japan ist auf diese Fruchtbarkeit seiner Bevölkerung — mit Recht — außerordentlich stolz, weil sie ein Beweis für die Kraft und die Gesundheit des Volkes ist. Allerdings mischt sich in diesen Stolz auch eine gewisse Besorgnis, da ja die starke Zunahme der Bevölkerung die schon vor dem Kriege aktuelle Frage immer brennender werden läßt, wie denn nun für öie Ernährung und d i e wirtschaftliche Betätigung dieser Volks- massen gesorgt werden soll. Ist doch Japan schon jetzt weitgehend „ü b e r b e s i e d e l t" und gibt es doch auf den japanischen Inseln kaum überhaupt noch unerschlossenes oder unbebautes Land, so daß es praktisch für Japan zur Lösung dieser Frage nur zwei Möglichkeiten gibt: entweder Öie Industrialisierung des Landes oder die Auswanderung größerer Volksmassen. Daß das letztere feine Schwierigkeiten hat. ist ja bekannt. Fast alle angelsächsischen Staaten haben für die japanische Einwanderung bestimmte Gesetze erlassen, die diese in sehr engen Schranken halten und so einen wirklichen Abfluß der Bevölkerung verhindern. Weder nach den Vereinigten Staaten noch nach Kanada, Veu- seeland oder Australien dürfen Japaner in größeren Mengen einwandern. Auch die südamerikanischen Staaten beginnen, der bisher geduldeten japanischen Einwanderung einen Riegel vorzuschieben. Dazu kommt, daß der Japaner im Grunde genommen ungern auswandert. Die eigentümlichen klimatischen Verhältnisse seines Heimatlandes findet er ja auch nur vereinzelt am Pazifik wieder und stößt dort, wo das der Fall ist, — in China und in Malai- Asien — zudem noch meist auf bereits stark besiedelte Räume, die niemals Ziel der Auswanderung großer Bevölkerungsmassen sein können. Der Japaner muß also versuchen, schlecht und recht sein Brot in seinem Heimatlande zu verdienen und die Regierung sieht sich denn auch gezwungen, hierfür zu sorgen. Das Mittel, mit dem man glaubt, dieser Probleme Herr werden zu können, wird denn auch schon seit einigen Jahren vor dem Kriege befolgt, die Industrialisierung Japans kann als das Produkt einer zielbewuhten Politik gelten, die darauf abzielte, durch auswärtigen Handel das zu 1 erwerben, was der japanische Boden der 2e- zurückzug fluß roeitgef)! Nationalismu jeroinnen und den japanischen Ein- -end zurückzudrängen. Der industrielle ationalismus macht überdies auch In China Schule -•ucrung vorenthielt. Diese japanischen Bemühungen lind, da- muß jeder anerkennen, trotz aller Wirtschaftskrisen unb aller Hemmnisse, die sich der Errichtung einer Industrie in einem an Kapital und Rohstoffen armen Lande entgegen« stellten, außerordentlich erfolgreich gewesen. Japan ist vor allem eines der führenden Tertilländer der Welt geworden, obwohl es z. B. die Baumwolle im Lande selbst kaum anbauen kann. Allerdings hat diese Wirtschaftspolitik, wie sich das besonders jetzt in der Zeit der Weltkrise zeigt, auch ihre Schattenseiten. Denn ßockt der Absay über See ober kommt e- z. B auf dem größten Markte Japans, auf dem chinesischen tu größeren llnruhen, so werden die japanische Handelsbilanz und auch die japanische Zahlungsbilanz allmählich so passiv, daß das ganze Wirtschaftsgebäude in seinen Grundfesten erschüttert zu werden droht. Unb die große Frage ist, was bann werben soll unb wie bann ein Ausweg zu finben ist. Denn behält die BevölkerungS- zunahme chr bisheriges Tempo bei. so ,st abzusehen, wann der Großteil der japanischen Bevöllerung auf Gedeih und Verderb mit dem Absatz der japanischen Jndustrieprodukte verbunden ist. Dieser Druck, den die Beoolkerungszunahme au»- übt, und der mehr und mehr auch in jedem japanischen Einzelhaushalt spürbar wird, war bekanntlich mit d i e Haupturfache für die japanische Expansion nach dem Fe st lande h i n und für die japanischen Unternehmungen t n der Mandschurei. Gibt es doch in Japan eine imperialistische Schule, die Kolonien für Japan für unentbehrlich halt und daneben die Sicherung von Absatzmärkten um jeden Preis für die Hauptaufgabe der javanischen Außenpolitik hält. Das Zusammengehen der Japaner mit den Engländern in China und der Gegen atz zwischen Japanern auf der einen Seite und Rus en und Amerikanern auf der anderen erklärt sich ja zwanglos aus dieser Einstellung, da ohne die Erhaltung der javanischen Interessen in China, die merkwürdigerweise den englischen vielfach parallel laufen, die Dinge sehr schnell zur Krise treiben können. Gerade diese japanische Polittk ist aber bekanntlich in den letzten Jahren auf immer größere Schwierig- feiten gestoßen. China, das jahrelang von '.Bürger- kriegen zerrissen war und dessen wirtschaftliche Entwicklung weit hinter der der Japaner zurückgeblieben war, ist Heu zutage nicht nur wieder politisch geeint, sondern auch auf dem Wege, sich zu indu - Jt r i a I i (i e r e n. Ja, bas wieder geeinigte China hat sogar das Bedürfnis, Gebiete, die heute von den Japanern besetzt sind, wie z. B. die Mandschurei, und die als japanisches Kolonialgebiet gelten können. und führt zu immer wieder aufflammenden Boykott- beroegungen gegen japanische Waren und bedroht bamit ben japanischen Lebensnerv. Man versteht baher bie lebhafte Sorge die diese Dinge den Japanern und den übrigen Anwohnern des Pazifik in immer steigendem Maße machen Denn es kann bei einem so stolzen und lebenskräftigen Volke wie den Japanern als ausgeschlofjen gelten, daß dieses Volk die ständige Verschlechterung feines Lebensstandards stillschweigend hinnehmen wird unb daß man sich in Japan mit den gegebenen Realitäten abfindet. Nicht umsonst ist ja Japan ei n e der größten Kriegsmächte der Welt unb Aroar sowohl zur «ee wie auf dem Lande Die Gefahr, daß sich die hier angesammelten Gewalten eines Tages explosiv entladen und au einem Kriege führ n, liegt somit auf der Hand. Aber gegen wen m rb dieser Krieg geführt werden? Wird er g c g i n China gehen, mit dem Ziel, dieses große Reich in wirtschaftlicher Abhängigkeit von Japan zu erhalten, ober wirb er gegen bie anderen Mächte des Pazifik gehen, die der japanischen Einwanderung Schranken entgegengesetzt haben • Diese Frage, bie, je mehr die Zeit fortschreitet, auch um jo brennender wirb, weil ja auch mit jedem Jahr der Bevölkerungsdruck in Japan größer wird, verbi- jedenfalls unsere stärkste Beachtung, unb man rotrl nicht umhin können auch den jetzt so aktuell gewordenen mandschurischen Konflikt unter diesem Gesichtspunkt zu sehen. Gewiß, dieser Konflikt kann noch einmal friedlich beigelegt werden Aber er ist eben wie ein Gewitter, das einem Orkan vor- Aus anderen Vachrichten weiß man, bah Bismarck in Aachen bie Bekanntschaft des Herzogs und der Herzogin von C l e v e l a n d und ihrer „hinreißend liebenswürdige Vichte" Miß Russell gemacht hatte und nachher der Familie nach Wiesbaden nachgereist ist. Aufschlußreich für die Frage, wer die „Braut" aus jenen Jugendtagen gewesen ist, ist ein Brief Bismarcks vom 3. Juli 1851 aus Frankfurt am Main an seine Gemahlin Johanna, geb. von P u 11 k a m e r , die er 1847 geheiratet hatte. Er schreibt: „Vorgestern war ich zu Mittag in Wiesbaden bei Dewitz, und habe mir mit einem Gemisch von Wehmuth und altkluger Weisheit die Stätten früherer Tyorheit angesehen... Wo unb wie mögen Isabella Loraine unb Miß Russell jetzt leben; wie viele sind begraben, mit denen ich damals liebelte, becherte und würfelte, wie hat meine Weltanschauung doch in den vierzehn Jahren seitdem so viele Verwandlungen durchgemacht." Es handelt sich um William Henry Duke o f Cleveland (1766 biS 1842) und seine zweite Gemahlin Elizabeth, geb. Russell, die der Herzog in seiner zweiten Ehe 1813 geheiratet hatte. Sie hatte zwei Richten „Misses Russell"! Die eine starb jung und unvermählt infolge eines Unfalles Ihr Vorname ist nicht zu ermitteln. Die andere. Miß Laura Russell, geb. 1817, wurde am 17. August 1844 die Gemahlin von George Augu- stuS Constantin Earl (Graf) Mularave. späterem Marguis o s Vormanby, bekam von diesem vier Söhne und drei Töchter unb ist am 26. Januar 1885 gestorben. Junge Damen desVa- menS Isabella Loraine gab es im Bekanntenober ZrcundeSkreNe beS herzoglichen Ehepaares von Cleveland zwei. Von biefen scheidet eine hier gleich auS: Isabella Elizabeth Loraine, die schon am 20. Vovember 1828 die Gattin deS Rev. John Dell, Vikars von Rothwell, geworden war. Die andere ist: Isabella Judith Maria L o r a i n e - S m i t h, die am 10. September 1840 dem Richard Lee Devan auf DrixworthHall die Hand für daS Leben reichte. Das ist also die .Isabella Loraine" deS BiSmarck-Briefes. von 1851. Nebenbei bemerkt sind die Loraine eine Baronet- (feit 1664) Familie, die ihre Stammreihe bis in die Zeiten Wilhelms deS Eroberer- zurückverfolgen kann. War sie die .Flamme" Bismarcks? Die Miß Russell" deS Bismarck-Briefes von 1851 hieß mit Vornamen Laura, das ist gewiß. Danach ist sie mit der späteren Gräfin Mularave. noch späteren Marchioneß of Vormanby, perfonengleich. Sie ist also die andere Dame, die man als ehemalige Jugendliebe Bismarcks zur Auswahl hat. DaS Wunderbare ist nur, daß die Beschreibung des „einarmigen Obristen mit 50 Jahren, vier Pferden und 15 000 rL Revenuen" weder auf den erwähnten Richard Lee Devan noch auf den Earl Mularave, späteren MarquiS of Vormanby paßt Weder Richard Lee Devan noch der Earl Mulgrave, später Marquis of Vormanby, sind jemals „Obrifi", noch weniger einarmig gewesen. Dieser Tatsache gegenüber gibt es nur zwei Annahmen.' Entweder die Djsmarcksche Schilderung des endgültig begünstigten VcbenbuhlerS ist eine humorvolle, übertreibende Zuspitzung, oder die damalige Devorzugung des reichen .einarmigen Obristen von fünfzig Jahren" ist auch noch wieder rückgängig gemacht und schließlich 18-.3 oder 1844 ein Dritter zum Ehegatten erkoren worden. Del beiden Annahmen können sowohl Isabella Loraine-Smith, als auch Laura Russell die BiS- marck-Flamme gewesen fein, und über die Frage: „welche von beiden?" gewinnt man immer noch keine größere Klarheit. Dei dieser älnklarheit ist eS seit 1912, seil ich mich zum ersten Male mit dieser Frage beschäftigt habe, auch bis zur Gegenwart geblieben. Weder haben Erkundigungen, die ich damals bei englischen LordS einiu- ziehen versucht habe, zum Ziele geführt, noch hat seitdem Prosejsor Dr. Erich MarckS. der Verfasser des viel aufgelegten Duches .Bismarck- Jugend", bestimmte Anhaltspunkte gefunden. Unb doch meine ich heute, nachdem ich mich in den Stil und Ton der Driefe DiSmarckS au- jungen Jahren und namentlich deS jungen Ehemannes an feine Gattin (feit 1347) Johanna von Puttkammer genauer eingelesen habe, daß der Wortlaut seine- Schreibens an diese vielleicht einen Rückschluß gestattet. „Wo unb wie mögen Isabella Loraine unb Miß Russell jetzt leben", so schreibt er. Dieser Wortlaut beweist zunächst, bah seine junge Frau bieses Jugenderlebni- burch ihn selbst schon kannte. Warum schreibt er aber gerate .Isabella Loraine" unb .Miß Russell" ? Warum schreibt et nicht beibc Male gleichmäßig: entweder .Miß Lora'.ne" unb .Miß Rüssel , ober .Isabella Loraine' und Laura Russell"? Die Antwort liegt nahe: weil ihm der durch ben Gebrauch vertraut gewesene Vorname .Isabella" » näher lag, al- bet Vorname deS .Miß Russell": Laura, ben er zwar gekannt, aber niemals al- | Anrebe gebraucht hat. Doch will ich biefe Heber« Icgung keine-sall- als einen eindeutigen .Beweis" angesehen wissen! 3eiffd>riften. — Die Münchener MonatSschrist .D i e Ä u n t- (Verlag F. Bruckmann-AG.. München) führt uni in ihrem reichbebilberten unb mit Kunstbeilagen geschmückten Rovemberhest zuerst burch die Ersatz- auSstellung für den durch Feuer vernichteten Münchener GlaSpalast. die in tapferen« Lebenswillen bekundendem Entschluß sofort in Angriff genommen wurde, nachdem die erste Bestürzung übet daS GlaSpalastunglück abgeebbt war. In bie neue Ausstellung hat man manche- von dem, wa- man au- den Flammen de- Gla-palaste- herau-rist oder auS dem Brandschutt auögrub. neuerdings ausgestellt. Mit diesen erhaltenen Kunstgütem verbinden sich unzählige Reue zu einer Ausstellung. die durch ihre Fülle unbedingt überrascht. In dem Teil WoynungSkunst sehen wir ben Entwurf eine- neuen Wohnraumes in farbiger Darstellung, ferner Anregungen unb Beispiele für neue- Wohnen in alten Sjäufcrn. kunstvolle Metallarbeiten unb Gläser unb trefflich« neue Beispiele schwedischer Wohnungskultur. — .Hessen land . MonatSschrist für Lan- deS» unb DolkSkunbe, Kunst unb Literatur Hessen-. In Verbindung mit Fachberatern heraulgegeben von Dr. C Hitzeroth Verlag V 1 Glwert in Marburg. — Wissen Sie schon, daß fr Hessen einmal eine Vegerin getauft worben itf Davon erzählt uni bet kürzlich verstorbene -S» schichtsforscher Georg Malbfelb in seinen Geschichten aus dem Leben de- Großvater- der Brüder Grimm. Kennen Sie die alten Fuhrmannl- straßen in Hessen unb haben Sie ein Bild bei früheren Verkehr- auf diesen Straßen? D. Lieberi (Kassel) legt un» barüber eine kulturhistorische Skizze auS alten Fuhrmann!tagen vor. Eine an« bete Reise eine Dilbung-reise be- Landgrafen Otto von Hessen 1611 nach England und ben Viederlanden beschreibt un- Philipp Losch. Er weist babei auf die alte Familiensage im Hause Hessen-Kassel hin, daß der erstgeborene Prinz niemals zur Regierung kommen sollte, die auch auf diesen Prinzen zutreffe, der nur ein Alter von 23 Jahren erreicht hat und dessen Tod bil auf ben heutigen Tag nicht aufgeklärt sei. Die Mitteilungen be- Vereins für hessische Geschichte unb Landeskunde find diesmal besonder- aul- führUch. I li fad ÄJunh «nett >dvtt Selber für «HA. Dormi ,7». ;n einem xA'Z ägyft L-»«’** i« V* * ,‘r. bii £ Scncti Die ijen W auf o '^ddrrvo 156 pro in i 3t<*. 20-Olt 3-btcnauetDcii pat anb •olbbcotl x-lbanf um 123 814 "tran'tn erhöht 261N2O5 auf 1 g ejangcr- Ttmnac Tlotcnumlaufi Icrfen rund 151 kanadisches Ottatoa, 20.01 Br-ttrung hat Yiinitn und 0 Sie Tcbot bezieh {du Piobustivn bei weiirret btt ftaaV tur.icloht eine Mi zuz?uhn Derben fit Stimmung c DScle war rechl 1-Mkchr bie gün f y.tn beitrugen. s twilch, jCiwn beltitoigenl p^bie bekftigi <■ 3^21 , gegen i-r freundlichen 5 Vtr ist, Ala, ‘ ' tk'1 Weib ^M^rker^orhandew Mnn Win Vornan tw P'-Sertleßung . erschrak uni - »J8 einer Iran leg'e. -2as will«. c , |S . " Hers ie Nch L.br°chte Beb Jnb V; laB no rch- * S wie eh t.r 'rrHt-?1ölbu S-4ÄI Mn Si-n U । 3nfei jj 3:(tilung SD Keilte et J -i «““"k «int ~4.it Dei*ettt«n eii, 3i;. ,-4>nen; vj* der bi '•"W [tu eindeutigen . .Lande 2* «i lgreich e2pen» • 9cMenb? itn onn3, ob. kanbe leibst ?dK: sL'L LH inn ein 0x?s Produkte £ "»bZunohme aus, 5'n ledem iap«. für hir befan^ ?J$'e >apa. i V'(|Qnbe eben bieö nis für bie S Er h°it.r°7L ben Snglönbemjj ,n Japanern ou b lmerKanern auf bt 5 **5 dieser Ginftd. r laponifdjen Int«. rme|l« den englischen n0e sehr schnell zui [ ist.adtr bekanntlich r 9ro&ete Schwierige hnlang von 'Bürger, i wmschoflliche U »ner zurückgeblieben 'derpolitifchge. ^8-, silh zu in du, -bcr geeinigte Chino le, die heule von den bie Mandschurei, und ebiet gelten können, den japanischen Ein- len. Der industrielle luif) in China Schule 'lammenden Loyiold Waren und bedroht !TD. aste Sorge, die diese übrigen Anwohnern i Mähe machen. Denn und lebenskräftig« ausgeschloffen gelten erschlechterung sein-! hinnehmen wird und gegebenen Realitäten &pan eine bet ber 3Selt/ unb em Lande. Die Gellen Gewalten eines linera Kriege fühun, er gegen wen wird 1 Mrd er gegen dieses grohe Reich in m Hapan zu erhallm, anderen Mächte der japanischen Ei» mgesetzt haben? D'.:; irtfdjreilel, auch um st i mit jedem Jahr te größer wird, verdic ilung, und man nm n jegt |o aktuell f >n Konflikt untn Gewiß, dieser Kons t eigelegt werden. seinem Orkan E fen. München) Ar ust ib m-.t KunstbciW icr!tbu * *Ä * bbi°^?mSni-st neuert eue zu/ , überto^ unb?in mitM ifi l^-Ler Sak. Ms-n Kle^ !nunbZt>iu> tstkultur. ßflj 8Ä»! lipn, H» .II«1 Mit»*1« »,Ä<*‘ » ie alten Äß p - »JÄ <»*W^ ""engl««6 Ä f '» Sh S'p ausaeht. Denn hinter dem Konflikt, das wird dem Einsichtigen klarer und klarer, steht derDruckder japanischen Bevölkerungsmasfen, die gebieterisch von den Führern der japanischen Reichs- Politik ihr tägliches Brot verlangen. 1/3 Millionen Defizit der Evangelischen Kirche in Hessen. WER. D a r m st a d t, 19. Ott. Der Vize- Präsident des Evang. Lande skirchen- «mts sprach gestern vor den Gemeindevertre- :ccn Darmstadts über die finanzielle Lage ier Hessischen Evang. Landeskirche, ir teilte dabei mit, daß bei einem Gesamtvoran» chlag von etwa 6 Millionen Mk. das Derart- hlagte Defizit von 1,3 Millionen Mk. chr schwer zu beseitigen sei. Der bisher ge- )iil)rte Staatszuschuh werde in der Praxis da- : u.rch ausgeglichen, das; die Landeskirche durch ! ie Aushebung der Steuerfreiheit jährlich allein lrva 300 OCO Mk. für Grundsteuer zu zahlen abe. Durch die freiwillige 20prozentige Aufwertung der früheren Verpflichtungen werde der Etat ci Landeskirche mit jährlich 200 000 Mk. beamtet. Der Auseinandersehungsvertrag mit dem Gtaat solle bis März des nächsten Jahres zu» tanbe kommen. Die Pfarrerbesoldung in Hessen liege heute schon wesentlich unter den Sätzen der kuberen Länder. In der Aussprache wurde insbesondere auch auf die Gefahren der Freidenker- und der Gottlosenbewegung bin- ;cviesen und energische Gegenmaßnahmen gefordert. Werber für bie Fremdenlegion. WSR. Worms, 20. Ott. Am 17. Oktober burbe in einem hiesigen Uebernachtungslokal ein 32jähriger Arbeiter aus Düsseldorf, der 11 Jahre in der französischen Fremdenlegion gedient hatte und vor einigen Tagen in das Reichsgebiet zurückgekehrt war, wegen versuchter Anwerbung eines 20jährigen Wanderburschen fest genommen und dem Amtsgericht zugeführt. Der Festgenommene hatte durch Vorzeigen von Lichtbildern und durch die Schilderung seiner Erlebnisse bei den Anzuwerbenden den Dienst in der Fremdenlegion als sehr rosig bezeichnet. Kunst und Wissenschaft. Zweiter Internationaler Hegel-Kongreß. Zum Gedächtnis des 100. Todestages des Philosophen S) <. g e l, der am 14. November 1831 der damals in Berlin wütenden Cholera erlag, findet vom 18. bis 22. Oktober in Berlin derZweiteJnter- nationale Hegel-Kongreh statt; in der alten Universitätsaula wurde der Kongreß feierlich eröffnet. Nach den Begrüßungswortcn von Prof. Dr. Lafson (Berlin) sprach für die Reichsregierung Gesandter F r e y t a g, für die preußische Regierung Kultusminister Grimme und für die Stadt Berlin Oberbürgermeister Dr. Sa hm. Außerdem ergriffen Professor Heinrich Maier für die Berliner philosophische Fakultät und die Preußische Akademie der Wissenschaften, Professor W e ch s s l e r für die Deutsche Philosophische Gesellschaft, Professor Dr. Ferd. Jakob S ch m i d t für die Berliner Philosophische (3e- scllschast das Wort. Den Festvortrag hielt Professor Kr o n e r (Kiel) über das Thema „Hegel und die Gegenwart". Im Anschluß daran begaben sich die Festteilnehmer durch den Universitätsgarten zum Hegel-Denkmal, wo ein Kranz niedergelegt wurde. Wirtschaft. 156 Prozent Notendeckung in der Schweiz. CBcc-r, 20. Oft. (WTB.) Laut dem letzten Rotcnausweis hat sich der Vestand an Gold rirdGolddevisender SchweizerischenRatio- r.albanf um 123 814 951 Franken auf 2 250 404 774 sanken erhöht. Der Rotenumlauf ist um 16 104 205 auf 1 417 197 905 Franken zurück- fegangen. Demnach beträgt die Deckung des Aotenumlaufes durch Gold und Gold- - ieoifen rund 156 Prozent. Kanadisches Goldausfuhrverbot. Ottawa, 20. Oft. (WTD-) Diekanadische Regierung hat die Ausfuhr von Gold- nünzen und Goldbarren verboten. Las Verbot bezieht sich in der Hauptsache auf iie Produktion der Goldbergwerke, die bis auf vciieres der staatlichen Münze, die wöchentlich ungefähr eine Million Dollar an Gold erhält, zugeführt werden wird. Es wird betont, daß aus der erwähnten Verordnung nicht gefolgert werden dürfe, daß Kanada den Goldstandard aufgegeben habe. * * Der Eisenerzbergbau im September. lieber die Lage des Eisenerzbergbaues im September wird berichtet: Sieger land: Vei den Siegerländer Gruben hielten sich Belegschaft und Förderung auf der Höhe des Vormonats, dagegen erfuhr "der Absatz einen Ausfall infolge der weiter verringerten Roheisenproduktion. Die Verkaufspreise blieben unverändert bestehen. — Lahn-Dill-Gebiet einschl. Oberhes- s e n. Die Lage hat keine Veränderung erfahren. Die angekündigten Stillegungen sind zum 30. September durchgeführt worden. * Die I. Latscha AG., Frankfurt a.M. (Lebensmittelgroßhandlung), deren Aktien sich im Familienbesitz befinden, erzielte im Geschäftsjahr 1930/31 einen Reingewinn von 168 003 RM. In der Bilanz erscheinen flüssige Mittel und Debitoren mit 0,96, Warenvorräte mit 1,38 und Kreditoren mit 1,51'Millionen Reichsmark. hilflosem Stam> drehte den Kopf das gesteht kein Die Stimmung an der gestrigen Londoner D ö r f e war recht optimistisch, wozu in der Hauptsache die günstigeren innerpolitischen Aus- schien beitrugen. Man hosst ferner, daß die De- hrechungen zwischen Hoover und Laval zu tinem befriedigenden Abschluß führen werden. Auch die Befestigung des Pfundes, das sich jetzt cuf 3,92‘/2 gegen den Dollar erholt hat, trug zu icc freundlichen Stimmung bei. Da es unter den jchl geltenden Bestimmungen für die Baissiers liitoierig ist, Blankoabgoben vorzunehmen, ist die Möglichkeit weiterer Kurssteigerungen natürlich särker vorhanden. 2m Vordergrund des 3nter- .Bela!" Gr verhielt den Schritt und md) ihr. .Guido hat mir gesagt — Mann." .Was gesteht keiner?" Ähr Mund verschob sich in . nein. Sie brachte keinen Ton mehr hervor. Als sie sich wieder gefaßt hatte, war er gegangen. Als sie zum Abendtisch nicht zurückkam, suchte (t sie. Sie lag noch immer aus derselben Stelle urtb schlief wie ein übermüdetes Kind, das Gesicht in der Wölbung des rechten Armes ruhend, tziil feines Rot an den Lidern zeigte, daß sie ge- Guidos Rechte fuhr hoch, senkte sich wieder und hing reglos. „Ist das alles, was du mir zu sagen hast?" „3a." Die Augen des Geigers lagen halb geschlossen. „Die Steppe ist groß, aber von heute ab nicht groß genug sür uns beide." „Du hast recht. Einen muß sie oufnehmen, damit sich der andere nicht an ihm stößt." „Du hast jedenfalls sehr gut treffen gelernt in Madagaskar", sprach Horvath gelassen. „Das wird dir jetzt zustatten kommen." „Was willst du damit sagen?" Zwei dicke Adernstränge traten an Szengeryis Stirne scharf hervor. Ein heißer Atem schlug Horvath ins Gesicht. „Du! Freundschast nennst du das, wenn du hinter meinem Rücken das Vertrauen meiner Braut zu mir untergräbst." „Deiner Braut?" Der Künstler stand wie vor den Kopf geschlagen. Blitzartig erkannte er, daß ihrer beider Ge- öantengang meilenweit voneinander abirrte. Es toar ihm wie ein Erlöstsein. Er sah nach dem Kind zurück, das ihm mit den Händchen zuwinkte. Der Schrecken, daß Szengeryi wisse, daß er der Vater des Knaben war, verebbte nun zu tiefer Ruhe. „Also, ich untergrabe das Vertrauen deiner Braut", sagte er gleichmütig. „Bei solchen Anschuldigungen pflegt man auch eine Erklärung zu geben. Ich bitte darum." Szengeryis Faust hob sich. „Es ist gut, daß du kein Knecht bist." „Was wäre bann?“ Ein Zittern lief über Belas Körper. „Vielleicht hast du noch so viel Ehre im Leib, die Wahrheit zu sagen." „Es kommt darauf an, um was du fragst. „Vergiß nicht, daß ich erregt bin, Guido", kam es heiser. „Ich sehe es." Horvaths Spott schwang wie eine Peitsche. Szengeryi drückte die Rägel seiner Finger in das Fleisch der gehöhlten Rechten. „Du hast Rosmarie gesagt, ich würde sie belügen!" „Habe ich das?" „Ja.“ Horvath schüttelte den Kopf und strengte fein Gedächtnis an. „Sie muß sich täuschen. Vielleicht sprichst du noch einmal mit ihr darüber, oder erlaubst, daß ich sie frage.“ „Das bleibt dir unbenommen.“ Sie schritten längs der Hecke hin. In zwei Meter Abstand gingen sie nach der Richtung, die Szengeryi einschlug. Kein Wort fiel. Horvaths brillantes Gedächtnis versagte vollkommen. Szengeryi hatte jede Ueberlegung verloren und rief der Braut schon von weitem ein „Wach auf, bitte!" zu. Wsntt MZKsOerr KuseZKÄsrdsLHeHtt Vornan von I. Schneider-Foerstl llr-heberrechtsschutz V e r 1 a g O. M e i st e r, Werdau. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Hie erschrak und hielt Mund halb geöff- icl zu einer Frage, die ihrer Liebe noch immer jelfeln legte. ..Was willst du.wissen, Kind?" Mit fkmmern- ter Augen neigte er sich dicht über sie. Sie schüttelte den Kopf. „Laß sein, Liebster. iSu würdest mich doch nur belügen.“ Sein Gesicht wurde ganz weiß. Er stäubte die Lvöe, die sich an sein Beinkleid gehängt hatte, ib und wandte sich zum Gehen. Die Auslandbörsen feint hatte. Den Schritt dämpfend ging er an ihr vorüber ia. ch a tz - anroeifungen vorzunehmen. Angeblich sei der Reichsfinanzminister nach Basel gefahren, um dort über dieses Projekt mit der BIZ. zu verhandeln. Diese Gerückte entsprechen nach unseren Informationen nicht oen Tatsachen. Unsicherheit in Frankfurt. Frankfurt a. M., 20. Okt. Nachdem sich gestern im Telephonverkehr eine bemerkenswerte Festigkeit gezeigt hatte, machte sich heute ziemlich starke Unsicherheit geltend. Die Kurssteigerungen an den Auslandbörsen fanden kaum Beachtung, da die Meldungen von weiterenJnsolvenzen von B a n t f i r m e n im In- und Auslande verstimmten. Hinzu kam noch der Rückgang der Spareinlagen in Preußen, aus dem sich deutlich die Aengstlichkeit des Sparerpublikums roiberfpie- gelte. Der Geschäftsverkehr bewegte sich in sehr ruhigen Formen, und das Kursniveau erfuhr unter dem Druck der Geschäftsstille eine Senkung, die bei einigen Werten bis zu 3 Prozent betrug, während sich die Mehrzahl der Papiere knapp behaupten konnte. Bemerkenswert ist jedoch, daß das Interesse für Scheideanstalt (plus 2 Prozent) weiter anhielt: von den übrigen lokalen Aktien blieben Metallgesellschaft auf dem erhöhten Kursniveau gehalten. Am Rentenmarkt wurden Goldpfandbriefe bei geringem Umsatz mit unveränderten Kursen genannt, Liquidotionspfandbriefe, besonders Franks. Hyp. Liquid., lagen etwa 1 bis 1,5 Prozent höher. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. ro.Ot obcr 21 .Oktober Aintllche Roticruna Amtliche Notierung (SW »rief Geld 3rte Helsinglor» . 8,49 8,51 8.49 8.51 toten . . . 58,44 58,56 58.69 58.81 Prag . . . 12,47 12,49 12,47 12,49 Budapest . . 73, ?8 73,42 73,28 73,42 Sofia . . . 3,072 3.078 3.072 3,078 Holland . . 170,78 171,12 170.88 171,22 Oslo . . . . 92,91 93,09 93.31 93.49 ftovenbagefl. 93,41 93,59 93.71 93,89 Stockholm 98,40 98,60 98.60 98.80 London. . . 16,40 16,44 16.65 16.69 Buenos Aires 0,978 0,982 0,978 0 982 Nennorl . 4,209 4,217 4.209 4.217 örüffel . . . 59,14 59,26 59,04 59,16 Italien. . . 21,83 21,87 21.83 21,87 16,64 16,68 16,63 16,67 82,52 82.68 82,52 82.68 Spanien . . 37,66 37.74 37,66 37,74 Danzig . . . 82,92 83,08 83.17 83.33 2,076 2,080 2.076 2,080 Rio de Ian.. 0,252 0,254 0.252 0,254 ^u^laroten. 7,473 14.89 7,487 14.91 7.473 15.08 ’ 7.487 15.12 Berlin, 20 . Ok ober Geld Srkf Amerikanifchc Roten....... 4.20 4,22 Belgifche Noten......... 58,98 59,22 Dänifche Noten......... 93,21 93,59 Englische Note»....... . 16,36 16,42 Franzöfifche Noten........ 16,63 16,69 Holländifche Noten........ 170,41 171,09 Ilallenilche Noten........ 21,86 21,94 Rorwegifche Noten........ 92,71 93,09 Deulfch-Lesterreich, • 1OO Schilling 58,23 58,47 Rumänifche Noten........ 2,54 2,56 Schwebifche Noten........ 98,20 98,60 Schweizer Noten......... 82,34 82,66 Spanifche Noten......... 37,52 37.68 Ungarifche Noten ........ 72,75 73,15 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 21. Okt. Es wurden notiert: Weizen 227,50 bis 228,50 Mark, Roggen 217,50, Sommergerste für Brauzwecke 175 bis 177,50, Hafer (inländischer) 162,50 bis 170 Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschweizen) 36 bis 36,75, Sondermahlung 34 bis 34,75, Weizenmehl (nieder- rheinisches, mit Austauschweizen) 36 bis 36,50, Son- Vermahlung 34 bis 34,50, Roggenmehl 30,25 bis 31,25, Weizenkleie 8 bis 8,10, Roggenkleie 8,50 Mark. Tendenz: ruhig. Der Künstler schalt. „Wie rücksichtslos! Eine Frau so zu wecken!" Er nickte dem Mädchen zu, das sich schlaftrunken emporrichtete und mit verschleierten Augen nach den beiden Männern sah. „Erschrick nicht, Rosmarie", bat Horvath und fand sogar ein Lächeln der Beruhigung für sie. „Wir möchten dich nur etwas fragen.“ „3a?“ Der Ausdruck ihres Gesichtes hatte alle Angst verloren. Sie hatte Zank zwischen den beiden befürchtet. „Bela behauptet, ich untergrabe dein Vertrauen zu ihm, weil ich dir gesagt hätte, daß er dich belüge." „Aber Bela!“ Die Mädchenaugen standen voll zorniger Tränen. „Das ist doch gar nicht richtig." „Wie denn?" Ein hilfesuchender Blick flog von Rosmarie zu Horvath hinüber. Er verstand das dunkle Rot. Sie schämte sich. Wenn es nun schon einmal gesagt fein mußte, wollte er diese ekle Angelegenheit ins Reine bringen. . Szengeryi hörte mit aufeinander gepreßtem Munde, was der Künstler sprach. Plötzlich fuhr er auf: „Was willst du wissen, Rosmarie? Wie viele ich vor dir schon geliebt habe?“ Sie drückte die Hände über das Gesicht. Horvath strich begütigend ihr blondes Haar zurecht. Ein mahnender Blick streiste den Freund, der mit den Zähnen die blutlosen Lippen bearbeitete. „Ich habe Rosmarie gesagt, das bekennt kein Mann, auch du nicht. Da gestand sie mir, sie wolle keinen, der schon eine andere im Arm gehalten hat." Szengeryis schlanker Körper klappte förmlich zusammen. „Ich — Rosmarie — bann —Seine Schultern zuckten. Ein Zittern lief seine Arme herab. Die Lider senkten sich zur Hälfte über die matt gewordenen Augen. Ohne ein Wort zu sagen, wandte sich Horvath zum Gehen. Szengeryi bemerkte es nicht. Er hielt den Kopf aus die Brust gesenkt und blickte auf das geliebte Weib, das noch immer das Gesicht auf die Knie gedrückt hielt. „Rosmarie, wenn es so ist, wie Guido gesagt hat, dann, Rosmarie —Er brach ab und schüttelte den Kopf, fühlte seine Finger von den ihren ergriffen und an eine brennende Wange gedrückt. „Wenn es dir nicht peinlich ist, will ich dir sagen, wie es gekommen ist, Rosmarie, daß ich — daß du — „Schweig!" flehte sie. „Ich will es nicht hören, Bela.“ , , , „Ich werde nun doch keine Ruhe mehr haben, solange du es nicht weißt." Sie wehrte nicht mehr. Er blieb vor ihr stehen, bis er mit allem zu Ende war. Sie wagte nicht aufzusehen, so lange er sprach: „Du warst fünfzehn Jahre, als ich ging. Ich sechsundzwanzig. Dein Vater weiß, daß ich dich damals schon liebte. Zwei Jahre lebte ich nur dem Erinnern an dich. Dann kam wieder einmal die endlose Zeit der Regenperiode und mit ihr die Langeweile bis zum Ueberdruß, bodenloses Schlammgewühl im Busch, verzweifeltes Auflehnen gegen allen Mangel an Bequemlichkeit und Zerstreuung, tote er zuweilen selbst den besten Forscher überfällt, wenn er Wochen und Wochen zur Untätigkeit verdammt ist. In diese Zeit fällt meine Schuld. Rosmarie, du bist eine Frau. Aber in diesem Punkte wird ein Weib einen Mann nie ganz begreifen. Richts gibt mehr Befriedigung. Man wird unruhig, zuweilen sogar sentimental. Da kam sie wie ein Zufallsgeschenk zu mir ins Zelt. Sie toar fünfzehn Jahre wie du und hatte sich einen Dorn in den Fuß gestoßen, den ich ihr herausnehmen sollte. Ganz voll Vertrauen setzte sie sich auf meine Knie und ließ die Operation an sich ausführen. Ich legte noch einen Mullverband um ihre Wunde und klopfte ihr die Wangen, die nicht schwarz, sondern nur von mattem Dunkelbraun waren. „Darf ich bei dir bleiben?" fragte sie unbefangen. Ich bejahte. „Dein Vater weiß darum. Er hat mich nicht verdammt, Rosmarie." „Und jetzt?" Er sah den hilflos verzerrten Mund, der das Weinen zu unterdrücken versuchte, und hob Rosmarie mit festen Armen zu sich empor. „Sie hat einen Häuptling geheiratet. Ich habe ihr einen Ballen roter Seide für ein Dutzend Lendentücher geschenkt. Sie war sehr glücklich darüber." „Einen Ballen roter Seide", sprach Rosmarie nach. Und als Szengeryi sie küßte, wehrte sie ihm nicht und ließ sich in die Arme schließen wie sonst. Vier Wochen später fand in Wien die Trauung statt. Run konnte keine Macht 6er Erde sie mehr voneinander trennen. Horvath toar mit vor Standesamt und Altar. Er küßte Rosmaries zitternde Hände und tat Szengeryis Bitte, ihm nichts nachzutragen, mit einem Lächeln ab. Eine Stunde später fuhr er mit dem Schnellzug nach Prag. Der Professor weilte noch bis zum Abend bei seinen Kindern. Sie blieben als Mann und Weib allein in dem Rest zurück, das der Vater ihnen geschaffen und mit aller Liebe und jeglichem Luxus ausgestattet hatte. (Fortsetzung folgt) milderneuen wirtschaftlichen Universal- Trockenbeirc oder nass mit der billigen Universal Nassbeize Uspulun- Universal Hf. 2^ * . Ja SaTni JTit Sw Jo $(id)5mn IS-** »**Ä gm 29- Dhol IjgBicntretcn, MHcbmerunt trr der Ocjcn iridjlidtn 2uic übctwiei£n jtn iTüflilV , UM zu c pbtr anöetc 4 iwng lommt Pläne auSari eine Uckröir Nr Acichsrci cmc 2uflo bcftimmfc 2Ha Picikbildung Produktiv Idlprcifc lind nisieö des Prc tetrt folgt, i Preispolitik ' lohen angcf h^nn wir d gliedern, io i eiff ntlidjc ichrnmpfllng l hoch ist wie i lonjunlnjr. Es -«vefen, tiefen Nun soweit in fnmmungcn ub tun?,nicht aus. So entipr finan^echnifch men, der buri bedingt ist, w ganzen unot iu rechnen, l ngitrung au je Man;, und c Kirtichnft Herd 'm Preisspiegr ^btt ine btucli teert* Herchslanzier fchästigen, w auch die N die Löhne zu müssen. . nur schwer ganz in Or den Mrtschc den, die als Lohnpolitik ( Sewerkschastci gelegt, unter rütteln zu las! lallet bekam Teil seiner ' Ausgaben d im Üinvernes überlegt und «eidlich schkj 'Vtelung auf 1“ folgern. 2 '4 also in lornmen, ab ei 4“ !>ch herübc Hii beriin. 2 k'OTnkn Bni ^chokonzlkr !i”9 eine t*htn ward, Cöfunq 8 Sojia *" w dem Bi JMdwiUbeü Mlun9. ha, t ®«f)r aus Bot1 »-linll, ®lil|d)afi Theimer ;°°v°'si ^°"de,. ^ohstaies 6 Oberr'^ S5 ®otHonbe ® i* ^^uhrn, £ anöJim" *s •UiL»-! "57*' hS S.Upori Schühenverein Gießen QIm Sonntagabend sanden sich die Mitglieder des Schühenvereins im Schützenhaus zusammen, um die siegreichen Schützen des vergangenen Schießjahres zu ehren. Diese Gelegenheit benutzte man, um auch den verdienten langjährigen Mitgliedern Dank zu sagen. Der Vorsitzende, Architekt Nicolaus. ernannte Herrn Eduard Noll zum Ehrenmitglied, als Anerkennung seiner 52- jährigen treuen Mitgliedschaft. Die Ehrennadel des Vereins wurde für 25jährige Zugehörigkeit den Schützen Adols Voll und Adolt Möhl überreicht. Heinrich Voll, der gelegentlich seines 60. Geburtstages für besondere Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt wurde, erhielt das neue Ehrenmitgliedsdiplom. Aus dem Königsschiehen gingen als Sieger hervor: König: Heinrich Voll: 1. Vit ter: Richard Koch: 2. Vklter: Heinrich Dippel: die Krone wurde von Otto Schönau geschossen, die Sterne von Konrad Dreyer. Gustav Frey, August Dicore. Ewald Väulke. Willi Horn. Willi Odette und Vudolf Hahn. Das Becherschießen zeitigte folgende Ergebnisse: Heinrich-Schmidt-Gedächtnisbecher Hch Appel: Hammermann-Iubiläumsbecher W'lly Georg: Heinz-Münch-Gedächtnisbecher: Willy Georg: Gustav-Frey-Vecher: Heinrich Appel: Ehrenscheibe: Konrad Dreyer. 3m Meisterschaftsschiehen wurde Willy Georg für 1931 32 Sieger. Die Ehrenscheibe schoß Dr. van Vent heim. Architekt VicoIaus gab dann noch die Preise für das diesjährige Geflügel- und Hammelschiehen bekannt. Handball im Gau Hessen (O.T.) Die Spiele de» Sonntags. Mei st er klasse: Mtv. Gießen. 1 — Tv. Als- seid! 7:4 (3:1); Tv. 1846 Giehen I - DsL. Wetzlar I 8:3 (2:1); Tgm. Friedberg ! — T. u. Sp. Butzbach l 6:4 (5:2); Tv. Cappel i — Tv. Kirchhain I 1:2 (0:1). ^-Klasse Tv. Metzlar II — Spvgg. 19(X)Gießen II 3:5 (2:2); Tv. Lützellinden I — Tv Grohen- Lmden I 5:2 (3:1); To Pohl-Göns l — Pol.-Sp. Butzbach ll 6:2 (2:2); Tv. Viedermörlen I — T. u. Sp. Butzbach II 7:2 (51); Tv. Ortenberg I — Tv. Merkenfriy l 2 3 (1 2); Tv. Dorheim 1 — Tv. Hirzenhain I 10:1 (5:1). Tv. Homberg i — Tv. Burg-Gemünden I 2:2 (1:2). V-K lasse Tv. Lich I — Tv. Griedel I 2:1 (0: 0); Tv. Pohl-Göns II — Tv. Ebersgöns I 0:12 (0:5): Tv. Münchholzhausen II — Tv. Klein-Linden 1 0: 4 (0: 3); Tv. Viedergirmes II — Tv. Krofdorf I 0:5 (0:2); Tv. Romrod I — Tv. Maar I 3:1 (2:0); Tv. Angersbach I — Tv. Schlitz I 4:4 (2:3). C-ÄIaffe: Tv. Groh-Rechtenbach I — Tv. Krofdorf II 2.0 (1:0). Jugendklasse: Tv. Wetzlar Jugend — Spvg. 1900 Gießen Jugend 15:2 (7:1); T. u. Sp. Butzbach Jugend — Tv. Grohen-Linden 3ugend 7:2 (5:0); Tv. Niedergirmes Jugend — Tv. Lich Jugend 0:4 (0:1), Tv. Hochelheim Jugend — Mtv.Giehen Jugend 2:8 (2:4). * To. Grohen-Linden I — To. Lützellinden 1 2:5. Grohen-Linden weilte mit zwei Mann Ersatz in Lützellinden und unterlag mit obigem Resultat. Die Mannschaft lieferte eine äußerst schwache Partie, man vermißte vor allem den Eifer und das Zusammenspiel. Anders war es bei den Gastgebern. Diese zeigten einen Siegeswillen und kämpften bis zur letzten Minute, so daß der Sieg vollkommen verdient ist. Die Jugend mußte sich der Fugend des Turn- und Sportvereins Butzbach in Butzbach mit 2:7 geschlagen bekennen, während die Schüler gegen Butzbachs Schüler 2:0 gewannen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Jugendspielc. 1. Jugend — SL. Metzlar-Niedergirmes 3:2 (2:1). In einem harten Kampfe gelang es der ersatzgeschwächten 1. Jugend dem Gastgeber mit .3:2 das Nachsehen zu geben. 1900 konnte sich mit dem kleinen Platz schlecht abfinden, so daß es im Sturm nicht recht klappte. 2. Iugend — VfB. Gießen 2. Jugend 1:1 (1:1). Der in der Vorschau erwartete Sieg der BfBer blieb aus, und das Unentschieden bedeutet ein schmeichelhaftes Ergebnis für VfB. 1900 spielte den besseren Fußball, harte mehrere gute Torchancen, die aber nicht ausgenützt wurden, weil der Sturm zu langsam war. 1. Schüler — Butzbach 1. Schüler 3:0 (1:0). Die Mannschaft schnitt besser ab, als erwartet wurde. In einem flotten Spiel war sie dem Gegner meist etwas überlegen und konnte drei schöne Tore erzielen. 2. Schüler — Großen-Auseck Schüler 0:2 (0:1). Trotzdem die Kleinsten dem Gast körperlich weit unterlegen waren, kämpften sie bis zum Schluß mit Eifer und Energie, ohne die Niederlage abwenden zu tonnen. Arbeiter-Tuni- und Sportbund Heuchelheim I — Giehen I 6:3. Der erste Kamps der Nachrunde sah Gießen in Heuchelheim als Gast. Gießen war anfänglich im Verteil und konnte auch bald mit 2:0 führen. Dann kamen die Heuchelheimer gut auf und erzielten Ausgleichs- und Führungstreffer. Die Gäste verloren einen Mann. Bis zur Halbzeit erzielte Heuchelheim noch ein viertes Tor, dem aber die Gießener ebenfalls ein Tor entgegensetzen konnten. Nach dem Seitenwechsel lag Heuchelheim stark im Vorteil und erhöhte auf fünf. Sodann muhte ein weiterer Gießener Spieler das Feld verlassen. Was weiter folgte hatte wenig mit Sport zu tun. Jlieöer-Jlorflabl I — Dieseck I 2:2. Wieseck war in Nieder-Florstadt zu Gast. Der Spielbeginn brachte gleich verteiltes Spiel. 3m Verlauf eines Angriffes kam der Plahbesiher billig zum Führungstor. Wieseck glich kurz vor Halbzeit aus Nach der Pause konnte Florstadt die Führung übernehmen, dem aber Wieseck wiederum den Ausgleich entgegensetzte. Das Spiel wurde schärfer, es blieb jedoch beim Unentschieden. Schwalheim 1 — Naunheim 1 0:5. Naunheim war dem Gegner an Technik und Schnelligkeit überlegen. Wohl hielt Schwalheim das Spiel offen, konnte aber den fchußfreudigen Sturm der Gäste nur schlecht obwehren. Naunheim erzielte in gleichmäßigen Abständen fünf Tore. Marburg I — wieseck II 5:2. Mit viel Ersah muhte Wiesecks Zweite gegen die spielstarken Marburger antreten. Marburg. produktiver, übernahm zunächst die Führung. M den Gästen klappte es nicht so recht und so konnte Marburg vier weitere Tore erzielen, denen di, Gäste nur zwei Erfolge entgegensetzen konnten. Watzenborn II — Gießen III 4:0. Bis Halbzeit gelang es keiner Partei zu Er» folgen zu kommen. Nach dem Wechsel wurde Watzenborn stark überlegen und siegte verdient. Großcn-Linden I — Kinzenbach I 6:2. Die Großen-Lindencr waren merklich überlegen und führten bei Halbzeit mit 4:0. Vach Nmt Wechsel erhöhten sie auf sechs Erst kurz vor Schluß konnten die Gäste zwei Tore ausholen. Großen* Linden ll gegen Sichertshausen I 2:1. Hausen I — Grünberg II 7:1. Zu diesem Spiel ist wenig zu sagen. Die Platzbesitzer waren den Gästen weit überlegen und siegten ohne viel Mühe. — Hausen 3ugend gegen Grohen-Linden 3ugend 1 4 Saasen I — Annerod I 2:1. Die Mannschasten lieferten sich ein gleichwertiges Spiel. Bei Halbzeit stand die Partie 1:1. 3n der zweiten Hälfte konnte dann Saasen den Sicgestrcsfer erzielen. — Gleiberg I gegen Wald- girmeS I 2:2. Wieseck II 3uaend gegen Heuchelheim Jugend 4:0. Frankenbach I gegen Vetzberg I 4:3. Kurze Sportnotizen. Die amerikanische B o x - Z e i t s ch r i s k „The Ring" veröffentlicht wieder ihre Ißeltranglifte der Boxer. Die Amerikaner rangieren im Schwergewicht den deutschen Weltmeister Max Schmeling vor 3ack Sharkey an erster Stelle. • Für den Fall der Nichtteilnahme an den Olympischen Spielen in Los Angeles beabsichtigt Oesterreich, im neuen Wiener Stadion eine groß, internationale Veranstaltung, eine sog. „Olympisch, Woche", durchzuführen. Lin öffentliches Geheimnis ist die neue Art des Spülens geworden. Einige Handvoll Sil — Henkels Bleichmittel — werden in kaltem Wasser aufgelöst und dem ersten heißen Spülwasser beigegeben. Die Rückstände aus der Waschlauge gehen dann viel schneller und leichter aus dem Gewebe heraus. 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Bet BorttonO. , Achtung Ml U KnrzgeschmtteneS trockenes Brennholz sowie Drestbündel zum Anfeuern emvstehlt vreiswert -d. Schäffner, SchisicnbLLeg 4011 Gediegenen, künstlerischen Klavier-Unterricht erteilt in Gießen im Hause der Schüler die a.d. Akademie der Tonkunst in München ausgebildete, staatl. gepr. Lehrerin E. Volp, Laubach in Hessen 0613$ I ’Wfa* ßeschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. SchulstrsBo 1 Zu haben im Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße Telephon 3403 SIMM SWWeMMMld! Ole prcidncrteilunq des Schaufensterwettbewerbes an- läßlich der Gießener Cfloberlagc beginnt am Donnerstag, dem 22. Oktober im Büro des Derkenrsverems, Setterstor. Oie Namen der Preisträger sind bei folgenden Zinnen ausgehängt: f} Kaest, Aachs. (Inh. Dilh. Horn fr Sohn), Kreu^last Brüder Schmidt, Sclteroweg Lafä Amend, Bahnhofftraste Hnedr. Teipel, Marktplatz 2. Schmücker Aachs., Marktftraste (£. ihrcnsbors, Neustadt I (7. Becker, Bahnhofstraße und IW Verfehrsverem, Gelter-weg. 70»v MOTTOi Und drlut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden Schaff Dir'nen Häuser-Ofen her, dann wird Dlr’s wärmer werdenltt Zwei Zimmer - ^-einOfen, MOI A J, B. H AUSER, GIESSEN AM OSWALDSGARTEN und doch so warm, daß man In Hemdsärmeln herumlaufen könnte. Das will In der heutigen Zelt de« Sparen« viel heißen. Aber bei einem Häuser-Ofen lat sowas eben möglich. Darob voll „warmer“ Freude läßt Onkel Mollig »einen Grammophon aplelen und wirft •chadenfrohe Blicke nach Nachbar Meier rüber, der immer noch auf »einem alten Ofen »Itat und »Ich vor KAIte nicht retten kann. Auch der wird »Ich noch einen HÄuser-Ofen kaufen. Und Sie? Wollen Sie Me er oder Mollig heißen? Bedenken Sie doch, ein HAu»er-Ofen Ist ein Sparofen und Sie wollen doch auch In den »trengen Wintertagen eine gemütJ ehe Stube haben. Warten Sie also nicht erst, bis der Schn ces türm einsetzt und oie Eiepollen fliegen, sondern kommen Sie heute noch tu mir und sehen Sic sich einmal meine neuesten Otenmodelle an. Sie werden •Ich wundern, daß diese gar nicht so teuer sind, wie Sie glauben und Ihre „wärmste“ Freude daran haben. ergestellt in den Persil-Werken!