Montag, 2b September 1951 181. Jahrgang Nr. 220 Erstes Blatt üblichen Platz als nicht beunruhig, zeichnet worden sind. Sie amerikanischen G> end be- lelber, die t o m der Krankheit, auf deren Gefahren von deutscher Seite immer wieder hingewiesen worden ist. Für England ist jetzt eine ähnlich Situation eingetreten, wie wir sie im Juli durchgemacht haben. Deutschland hat diese Krise inzwifchcn überwunden und gegen die Wiederholung eine Garantie durch das Stillhalteabkommen gewonnen. Daraus leitet man auch die blebergeugung ab, dass die Ereignisse von London ....... " ren Strudel Oie Meinung -er presse. Auswärtige Kräfte vertrieben England von der Goldwährung. einer nervösen Spannung vorgebeugt werden soll. Die Lage kann vom deutschen Standpunkt auS auch deshalb ruhig beurteilt werden, weil der Reichsbankdiskont ja immer noch r e ch t h o ch ist. Ob es zu einer Verschärfung der Devisenvorschriften kommt, läßt sich heute mittag noch nicht übersehen. Die maßgebenden Stellen warten in aller Ruhe die weitere Entwicklung ab. Ihres Erachtens besteht kein Grund zu irgendwelchen Maßnahmen, die sich später vielleicht als übereilt Herausstellen. Vor allem sind auS den Vorgängen von London zwei Lehren zu ziehen. Das ist einmal die Erkenntnis der Tatsache, daß das gegenwärtige Sy st em der Goldwährungen unhaltbar ist. nachdem der Goldvorrat der Welt eine so abnorme Verschiebung erfahren hat. Zum zweiten sollte die englische Krise nun auch Frankreich die Augen geöffnet und gezeigt haben, daß es mit großen Worten nicht mehr getan ist, sondern endlich entschiedene und gemeinsame Schritte unternommen werden müssen, um die Weltkrise zu bekämpfen. Was sagt man in Neuyork? Neuyork, 21.Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter widmen der Aushebung der englischen Goldwährung und den möglichen internationalen Auswirkungen dieser Maßnahme mehrere Seiten. Obwohl man das Ereignis in informierten Kreisen voraus gesehen hatte, machte doch die endgül- tige Bestätigung einen tiefen Eindruck und veranlaßte eine Anzahl Besprechungen führender Bankiers und von Mitgliedern verschiedener Börsen, wobei die englischen Maßnahmen als n o t w e n d i g und ihre voraussichtlichen Rückwirkungen auf den Lieberzeugung ab, daß die Erclgi Deutschland nicht in i h hineinziehen können. Wenn trotzdem die Börsen heute auch bei uns geschlossen worden sind, so wird von unterrichteter Seite betont, daß darin nicht ein neues Sturmzeichen für un-, sondern nur eine Schutzmaßnahme zu sehen sei. durch die den Auswirkungen Benähme von Anzeige, für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mra Brette 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20*, mehr. Chefredakteur Dr. Fncdr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.THyrioi,- für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. England hebt den Goldstandard auf. Oie Regierung ermächtigt die Bank von England, die Einlösung der Banknoten in Gold einzustellen. - Erhöhung des britischen Diskonts von 4% auf 6 Prozent. - Börsenfeiertag in England. - Auch die deutschen Börsen bleiben geschloffen. deren europäischen Ländern aufgegeben werde, dann würden die Goldvorräte in den Gewölben der Dank von Frankreich und der Vundesreseve- bank nicht mehr den Platz wert fein, den sie einnehmen. — Daily Telegraph (Kons.) betont, der nationale Stolz Englands habe einen unerhörten Schlag erhalten: jetzt fei das Ereignis eingetreten, das durch die Bildung eines Konzentrationskabinetts gerade hätte vermieden werden sollen. Auswärtige Kräfte und Einflüsse hätten den Beschluß der Regierung unvermeidlich gemacht. Hierzu gehörten auch .aufgebauschte Darstellungen" über dieDor- gänae in der Atlantikslotte. .Time s" sagt: Wenn England nicht jahrelang Verschwendung getrieben hätte und wenn die Vereinigten Staaten und Frankreich nicht drei Viertel des ganzen Goldvorrats der Welt in ihrem Besitze hätten, dann würde Großbritannien imstande gewesen sein, bei der Goldwährung zu bleiben. — .Financial Rews" sagt u. a.: England ist buchstäblich durch das Dorgehen fremder Staatsangehöriger von der Goldwährung vertrieben worden. Die auswärtigen Börsen könnten mit dazu beitragen, die Rervosität zu beseitigen, die Dundesreserve- bank und die Bank von Frankreich müßten ihr Aeuherstes tun. um Spekulationen der Baissiers auf das Pfund zu verhindern. Die Engländer würden sicherlich ihre Kaltblütigkeit und ihren guten Humor nicht verlieren. Es braucht nur auf Deutschland hingewiesen zu werden. Dort hat ein verarmtes Volk solche Entschlossenheit und solchen Mut gezeigt, daß eine unendlich gefährlichere Lage als die, in der wir uns befinden, mit allem Erfolge behandelt worden ist. in England angelegt sind, erreichen keine beträchtliche Höhe, unterrichtete Bankiers schätzen die amerikanischen Sterlingsguthaben in den britischen Ban- ken auf weniger als 50 Millionen Dol» I a r. Auch die Reservebanken sollen gegenwärtig kaum Sterlingakzepte besitzen, mit Ausnahme der Akzepte für den zusammen mit der Banque de France gewährten Allgustkred-t. Meldungen, daß amerikanischeSpekulanten Baissevorstöße gegen das Pfund Sterling unternommen hätten, London, 21. Sept. (TU.) In politischen Kreisen gilt es nunmehr für eine ausgemachte Tatsache, daß Neuwahlen nicht st a t t s l n d e n wer- den. Dies sei die unmittelbare Folge der am Sonntagabend von der Regierung herausgegebenen Der- siigung, die allen Parteien den Ernst der Lage in England deutlich vor Augen führt. Allgemein wird die Auffassung vertreten, daß sich das Kabinett endgültig zur Einführung von Zöllen entschlossen habe und sofort Maßnahmen ergreifen werde, um den Weg für diese Politik zu ebnen. Eine Umbildung des Kabinetts, der Snowden und einige liberale Minister, wie Sir Herbert Samuel zum Opfer fallen würden, gilt als be- vorstebend. Macdonald hofft, daß er hinreichende Unterstützung bei den Liberalen und so eine Paria- mentsmehrheit finden werde, selbst wenn es ihm nicht gelinge, Henderson für die Durchführung des Neuprogramms zu gewinnen. Bemühungen, die Arbeiterpartei für die Zollpolitik zu gewinnen, seien schon seit langem im Gang. Das Programm der neuen Regierung würde dann sein: Strikte Durchführung der Maßnahmen, die für die Ausbalancierung des Budgets notwendig find, Berbesterung der Handelsbilanz durch Einführung eines Schutzzolles auf Fertigwaren, deren Höhe unterschiedlich zwischen 20 und 33z v. H. angegeben wird, Durchführung des Snowden-Planes zur Konvertierung der Kriegsanleihen. Ob das Programm auch die Einführung landwirtschaftlicher Schutzzölle Vorsicht, darüber gehen die Ansichten auseinander. Neuerlich wird diese Forderung In einzelnen Blättern von den Konservativen stark unterstrichen. Garwin schreibt im „Obseroer", der Niedergang der englischen Landwirtschaft sei der Beginn der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Eng- j lands gewesen. Die Wiederbelebung und Unterstützung der Landwirtschaft sei die notwendige Bor- aussetzung für die Gesundung der Nation und ihrer weiteren Entwicklung und sei der sicherste Weg, um auf die Dauer eine günstigere Handelsbilanz zu erzielen. „People" will wissen, daß ein Fünfjahres- plan zur Rettung der britischen Wirtschaft in Vorbereitung sei. Ende Oktober oder Anfang November wolle das Kabinett an die Nation appellieren, um sich von ihr den Auftrag zur Durchführung eines solchen Fünsjahresplanes erteilen zu lassen, dessen wichtigster Bestandteil die Schassung von Einfuhrzöllen sein dürfte. Die Männer, die das gegenwärtige Kabinett bilden, beabsichtigen, dabei als die Führer einer neuen Partei der nationalen Einigung vor das Volk zu treten. An erster Stelle der neuen Partei soll Macdonald figurieren, während Baldwin ihm als wichtigste Stütze zur Seite stehen würde. „Mach das Rennen!" Die Negierung hofft auf fchnellcBeruhigung Die Verkündigung der vorübergehenden Außerkraftsetzung der Goldwährung ist in einer A t- mosphäre völliger Ruhe vor sich gegangen. Die Kabinettsmitglieder Haden bereits Downing Street verlassen, „und zwar erhobenen Hauptes". Regierungsbeamte betonten, daß die Aushebung der Goldwährung nur als vorübergehende Maßnahme zu betrachten ist. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Welt sich gegenwärtia i n einem Panikzustand besinde und datz die Lage noch dadurch verschlechtert wurde, daß dos Vertrauen der Länder, die in London Kapital angelegt hatten, sich verminderte, auch seien die (en- ationeUen Nachrichten, die über den engli« che n Flottenzwischenfall ins Ausland gekabelt wurden, mitschuld. Der eingefleischte Gemeinsinn und Patriotismus des britischen Volkes würden jegliche Beunruhigung ober Panik verhindern. „M ach' das Ren- n e n", fo wird der Appell der britischen Regierung an das Volk lauten, und wenn bas Volk barauf eingeht, so wirb bie Drbnung halb wieberherge- stellt fein. Der Kapitalexport britischer Untertanen wirb in Zusammenarbeit mit ben Banken überwacht werben. politische Folgerungen. Keine Neuwahlen? - Umbildung des Kabinetts. - Schuhzollpläne auch für die Landwirtschaft. unb ber Rest Anleihen unb firebite, zu verzeichnen gewesen fei. Dem Premierminister wurde mitgeteilt, daß bie Bank von England zu der Feststellung gelangt sei, daß sie das Pfund Sterling nicht auf seiner Goldbasis schützen könne, daß sie aber noch die Gelegenheit nehmen wollte, die Märkte am oamstag zu sondieren. Man hatte geglaubt, daß der Samstag ein ziemlich sicherer Tag sei, da die Börsen nur einen halben lag offen sind und daß, selbst wenn die Operation gegen das Pfund ausfallen würde, der Verlust nicht sehr ernst sein werde. Macdonald erhielt jedoch am Samstag den Bericht, daß an dem halben läge lOMillionenPfundverlorengegangen London, 21. Sept. (WTB. Funkspruch) Wenn auch die Moroenblätter nicht den Versuch machen, den Ernst der Lage zu leugnen, so behandeln sie doch ohne Unterschiedlichkeit der Parteien die neueste Entwicklung der Krise in bemerkenswert zu- versichtlichem Tone. — Das Arbeiterblatt .Daily Herold" betont, daß bie Aufgabe bes Goldstandards nichts mehr bebeute als bie Wicbcr- herstellung ber Sage, in ber sich Englanb nach b e m KriegesiebenIahrelangbis 1925 befunden hat. Der Verzicht auf ben (Bolbftanbarb werde nicht nur keine verhängnisvollen Folgen haben, sondern sogar dem britischen Außfuhrhandel entschiedene Vorteile bringen. Der Schritt der Regierung sei klug und heilsam, er hätte etwas früher erfolgen sollen. Der nächste Schritt, ber jchchen muß, ist bie (Einberufung einer internationalen Konferenz zur Behanblung biefes Problems unb ber damit verwandten Probleme. — „News Chronicle" (liberal) stellt fest, daß jeder Grund für Neuwahlen g e - schwanden sei, ebenso fehle jeder Grund für die Einführung eines Zolltarifs. Das Sinken des Sterlingkurses, das jetzt zu erwarten sei, werde die Wirkung eines weitgehenden Zoll- t q r i f e s haben. Es werde automatisch die Ein- fuhr vermindern, weil es sie verteuere, und werde letzten Endes der britischen Aussuhr zugute kommen. DailyExpreß (kons.) sieht in dem Vorgang in England em weiteres Argument für eine Zollunion der Mitglieder des britischen Reiches. Was die Goldwährung betrifft. so wäre es Aufgabe Amerikas und Frankreichs, sich darum zu kümmern, da sie England gewissermaßen gezwungen hätten, von der Goldwährung abzugehen. Wenn die Goldwährung nicht nur in England, sondern auch in an- London, 20. Sept. (TU.) Von der Amtswohnung des Ministerpräsidenten wurde am Sonntagabend folgende Mitteilung ausgegeben: Die Regierung ist sich nach Zurateziehung der Bank von England darüber klar geworden, daß cs notwendig ist, ab Sonntag, 2 0. September, Mitternacht, d i e Goldwährung außer Kraft zu sehen. Lin Gesetzentwurf, der die Dank von Lngland ermächtigt, die Lintöfung der Banknoten in Gold einzustellen, wird dem p a r l a - ment am Montag zugcleitet und fosort in allen Lesungen erledigt werden. Die Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben, sind folgende: Seit Mitte Juni find Gelder, die fich auf mehr a I 8 200 Millionen Pfund belaufen, vom Londoner Markt zurückgezogen worden. Diese Abzüge find teilweise mit Gold und Devisen, die im Besitz der Bank von England waren, teilweise aus den Einnahmen deS Kredite- von 50 Millionen Pfund, den die Dank von England aus Rcuyork und Paris erhalten hat und der in allernächster Zukunft fällig wird und teilweise aus den Einnahmen dcS letzten französischen und amerikanischen 82-Millionen-KreditcS bestritten worden. Während der letztenTage haben sich die Abzüge ausländischer Guthaben so stark vermehrt, daß die englische Regierung sich verpflichtet gefühlt hat, die oben erwähnte Entscheidung zu treffen. Diese Verfügung wird jedoch in keiner Weise die Verpflichtungen der englischen Regierung oder der Bank von England berühren, die i n ausländischer Währung zahlbar sind. Die Goldbestände der Bank von England belaufen fich auf etwa 130 Millionen Pfund. 3m Hinblick auf die dringenden Verpflichtungen, die unter Umständen erfüllt werden müssen, ist eS nicht ratsam, eine weitere waren. Der Premier kehrte darauf sofort nach Doroningftreet zurück und in Verhandlungen zwischen dem Kabinett unb führenbcn Bankiers würben sosortigc Schutzmaßnahmen beschlossen. Diese mürben besonbcrs bringenb durch die Bedrohung des Pfundes infolge ber zunehmenden Wirt- schaftsfchwierigkeiten auch in Holland, Deutschland, ben Vereinigten Staaten unb baburch, bah bie Spekulation in Wallstreet unb Amsterbam englische Papiere in größerem Aus- maße verkaufte. Macbonalb unb bie Bankiers stimmten darin überein, daß sofort Maßnahmen getroffen werden müssen, um der neuen Gefahr zu begegnen. He rabs ehung diese r R eservcn zuzu- lassen. DaS lausende Gcschäst der Banken wird | nicht unterbrochen. Die Banken werden wie I Jewöhnlich für ihre Kunden offen fein. s besteht auch kein Grund. Transaktionen in Sterling in irgendeiner Weise einzuschränken. I Ls ist Vorsorge getroffen, daß bie Böcfeam Montag nicht geöffnet wirb, an dem läge, an dem bas Parlament die notwendige Gesetzgebung zu erledigen hat. Dies wird jedoch in keiner weise das Geschäst der lausenden Regelungen an der Börse stören, bie wie gewöhnlich ausgeführt werden sollen. Die englische Regierung hat keinen Grund zu der Annahme, daß die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu einem erheblichen Maße auf den Export von Kapital durch englische Staatsangehörige zurückzuführen sind. Zweifellos erfolgte die größte Zahl der Abzüge auf ausländisch es Konto. Die Regierung wiederholt jedoch eindringlich ihre Warnung, die vom Schatzkanzler gegeben wurde, daß irgendein englischer Staatsbürger, der den Druck auf die Währung durch den Ankauf von ausländischen Sicherheiten vermehrt ober andere hierbei unterstütz!, die Schwierigkeiten desLandesvermehrl. Die Banken Haden sich zur Zusammenarbeit verpflichtet, um die Ankäufe ausländischer Währung durch englische Staatsangehörige einzuschränken. Die Regierung ist zu ihrer Entscheidung nur nach großem Zögern gelangt. Aber während der | letzten Tage sind die Finanzmärkte demoralisiert und haben ihre Sterling-Guthaben ohne Rücksicht auf den inneren Wert | liquidiert. Unter diesen Umständen blieb nichts anderes übrig, alS die finanzielle Lage deS Landes durch die einzigen Mittel, die ihm zur Verfügung stehen, zu schützen. Die Regierung hat das Gleichgewicht des Haushaltes sichergestellt und die innere Lage dcS Landes ist gesund. Diese Lage muß aufrecht erhalten werden. Es ist etwas anderes, wenn man den Goldstandard bei einem nicht- ausgeglichenen Haushalt und bei einer nicht kontrollierten Inflation aufgibt, als wenn man diese Maßnahmen ergreift nicht wegen der inneren finanziellen Schwierigkeiten, sondern wegen außergewöhnlicher Abzüge geborgten Kapitals. Die Reserven Englands sind ungeheuer und es besteht kein Zweifel, daß die gegenwärtigen Währungsschwierigkeiten sich nur a l s zeitweilig erweisen werden." Oie Vorgeschichte der Krisis. Ein schwarzer Samstag für das Pfund. London, 20.Sept. (WTB.) Macdonald hatte während der ganzen Krise bie engstmögliche Fühlung mit seinen Beratern. Er war am Freitagnachmittag von Doroningftreet nach Chequcrs abgefahren in ber Annahme, baß bie Dinge normal liefen. In Chequers erhielt Macbonalb jeboch kurz vor 19 Uhr eine telephonische Mitteilung, baß eine Einbuße von 17 bis 17,50 Millionen Pfunb Sterling, davon zwei Millionen Gold Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Vilb Die Scholle Monat» vezug,preis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlvsie ■nterSammelnummerZZol. Anschrift für Drahtnach- richten: »nzeiacr Gieße». Postscheckkonto: granffurtam Main 11686. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'fche UniverfilSlr-vuch- und Steinörudcrei H. Lange in Sieben. 5christleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Das Echo in Deutschland. I Tic Börsen bleiben beute für jeden Verkehr geschloffen. Berlin. 21. Sept (LUV.) Ml» in Berlin am Sonntagabend die Beschlüsse der englischen Regierung bekannt wurden, waren die internierten kreise schon zu Beratungen über die ersorderlichcn Maßnahmen versammelt. Zu diesen gehört in erster Linie eine erneute Schließung auch der deutschen Börsen. Auch eine Verschärfung der Devisenvorschriften wird sich voraussichtlich als notwendig erweisen. Ob bereits die Diskonterhöhung der Bank von England eine Diskonterhöhung auch der Reichsbank zur Folge haben wird, bleibt abzuwarten. Der Berliner Bör- fenvorstand trat um 10 Uhr zusammen. Al» Ergebnis der Beratungen wurde bekanntgemacht: Mit Rücksicht auf die Schließung der Londoner Börse und anderer europäischer Börsen findet eine 71 oti; von Wertpapieren, Devisen und Metallen an der heutigen Berliner Börse nicht statt. Der reie handel in diesen werten Ist nicht zulässig: Devisenkurse werden heute an der Börse nicht f e ft g e ft e 111. Die Börsenoorstände der Frankfurter, Hamburger, Münchner, ftöU ncr, Leipziger und Dresdner Börse haben dieselben Beschlüsse gefaßt. Auch Wien, Zürich, Brüsfel, Kopenhagen und Stockholm haben sich dem vorgehen der deutschen Börse angeschlossen. Die Schwedische Reichsbank erhöhte ihren Diskont um 1 o. h. auf 5 v. h. 3n Berlin wird der Zahlungsund Lieferungsverkehr sowohl für heute als auch für morgen aufrcchterhalten. Bezüglich der Difserenzzah- lungen foll morgen Stellung genommen werden. Ob morgen die Effektenbörse wieder stattfindct, hängt ganz von der Haltung der ausländischen Börsen ab. 3n maßgebenden Berliner Kreisen beurteilt man die Schwierigkeiten Englands alS ein weiteres und sehr ernstes Symp- werde. D. den Wirischaftsreform-urchNoiverordnungen Sieueramnestie durch Zeichnung von Reichsbahnanleihe. — Sondergerichie. ähnlich wie der berühmter gewordene „Schneider von Alm", daß ein Mann, der diese Maschine mit seinen Armen und Schultern bewegte, imstande sein werde^ sich mit Leichtigkeit in der Luft zu erhalten. Aber er erlitt eine grimmige Enttäuschung. als-er selbst den ersten Versuch machte. Er schnallte sich seine Flügel an und sprang dann von einem hohen Ufer am Charente-Fluh in die Lust. Er siel nicht sofort wie ein Stein herunter, aber kam doch sehr schnell auf der Wasserfläche an, nachdem er ein paar Sekunden seine Arme mit wilder Hast bewegt hatte. Dadurch noch nicht entmutigt, machte er einen zweiten Versuch und brach sich dabei ein Dein. Run erst ließ er von seinen Experimenten ab, aber in seiner Schrift, in der er seine Pläne beschrieb, gibt er der felfen* festen Ueberzeugung Ausdruck, daß der Mensch eines Tages das Geheimnis des Fluges entdecken werden als absurd bezeichnet. Auch wird betont, die Amerikaner hätten in der letzten Zeit nur geringe Beträge aus England zurückgezogen. Präsident Hoover hat die Meldung von dem Beschluß der britischen Regierung, die Goldwährung auszuheben, mit großem Interesse entgegengenommen aber jede Aeußerung abge- lehnt. Die anderen Mitglieder der Regierung haben sich gleichfalls jeder Aeußerung enthalten. ie das DM in Heffen gedeckt werden soll. Angeblich neue scharfe Eingriffe in die Beamtenbezüge und weitere starke Beschneidung der Schullasten. Das pariser Echo der Krisis. Frankreich betont seine Solidarität. - Finanzminister Flandin sagt Hilfe zu. Zeitschriften. — Mit einem schönen Eröffnungsheft beginnt der neue Jahrgang der Münchner Monatsschrift „Die Kunst" (im Abonnement 2,35 Mark. Verlag F. Druckmann AG. München), deren vornehmstes Ziel es ist, die Freude an der Kunst und an schönen Dingen zu pflegen und zu fördern und das Verständnis für die bildenden Künste in immer weitere Kreise zu tragen. Das Hauptgewicht liegt auf dem Reichtum großer, schöner Dilder und Kunstbeilagen, die uns anschaulich zeigen, wie die bildenden Künste in der Malerei und Plastik, in der Wohnung unserer Zeit, in der Gartenkunst und im Kunstgewerbe zur Auswirkung kommen und zur höchsten Vollendung beitragen. Das Oktoberheft zeigt in vorzüglichen Abbildungen Werke der Malerei und Plastik aus dem Folkwang-Museum in Essen: Dan Gogh, Manet, Gauguin, Edgar Munch. Trübner. Derain und andere sind in dieser reich illustrierten Abhandlung vertreten. Unter den Plastikern erfährt das Schaffen des Bildhauers Johannes Knubel eine ausführlichere Würdigung. Eine Bildauslese führt uns in die Lübecker Ausstellung „Die Ostsee im Bilde der Gegenwart" ein. Ferner sind neue Wohnhausbauten, Räume, Möbel und Hausrat, Deleuchtungs- korper, die Blume im Raum, Tafelgeschirr und Gläser, Gartenkunst, neue Tapeten usw. reich vertreten. Paris, 21. Sept. (WTD. Funkspruch.) Das „Journal" läßt sich aus London berichten, die englische Regierung verhandele seit 24 Stunden mit Den Regierungen von Frankreich und Amerika, man rechnet damit, daß die notwendigen Kredite und andere Schutzmaßnahmen mit der wünschenswerten Schnelligkeit durchgeführt würden. Jedenfalls sei man sich in England heute darüber im klaren, datz öie Zwischenfälle auf der Flotte die unangenehmsten Wirkungen im Auslande ausgelöst hätten. — „Echo de Paris" schreibt, daß die größte Gläubigernation der Welt ihre Währung nachgeben lasse. Dieses Beispiel feige» fährlich. Die Länder, die heute noch an der Grenze der Inflation ständen, würden nicht mehr die Kraft haben, Jnflationslockungen zu widerstehen. Der Sterling sei die Währung der Handelswelt, das Rückgtat des Londoner Finanzpaktes. England ziehe sich vom Wirtschaftsinternationalismus zurück, und die Länder, die ähnliche Währungsmatznahmen schon vorher treffen mußten, würden jetzt nicht zögern, die neuen Wege der englischen Finanzpolitik na ch zürn a ch e n. Das Blatt schließt mit einer Solidaritätsbeteuerung der französischen Ration für England, eine Beteuerung, die auch „Oeuvre" an die Spitze ihrer Betrachtungen stellt: Frankreich sei aufs engste mit England verbunden, nicht wegen der vielen Milliarden Franks, die die Dank von Frankreich in Pfund Sterling angelegt habe, sondern wegen der Kooperation beider Länder zur Verteidigung der demokra- | Schuhe Der öffentlichen Sicherheit und zur Reinerhaltung der deutschen Wirtschaft und der öffentlichen Steuermoral dem Herrn Reichspräsidenten den Erlaß einer Rotverordnung über die Errichtung von Sondergerichten vorzuschlagen. Die Sondergerichte sollen in einem auf das äußerste beschleunigten Verfahren zur Aburteilung von gröblichen Terrorakten und Gewalttätigkeiten, sowie von schweren Fällen verbrecherischer geschäftlicher Mißwirtschaft, oder ©teuer» und Divenhinterziehung berufen sein. Oie Bankenaufsicht. Dergin, 19. SeM (WTD.) Die heute im Reichsgesetzblatt erscheinende Rotverord- nung über die Dankenaufsicht, die am 1. Oktober in Kraft tritt, beläßt den deutschen Danken weiterhin die volle privatwirtschaftliche Verantwortlichkeit für ihre Geschäftsführung und steht nicht Eingriffe in die Geschäftsführung im einzelnen vor. Anderseits haben Reichsregierung und Reichsbank die Möglichkeit, sich über die Lage des Bankgewerbes zu unterrichten und die allgemeine Bankpolitik vom Standpunkt der wirtschaftlichen Gesamt» intereffen zu beeinflussen. Die Verbindung zwischen dem Reichskommissar für das Dänigewerbe. der Reichsregierung und der Reichsbank stellt das Kuratorium für das Deichsbankgewerbe dar, dessen Vorsitz der Reichsbankpräsident führt. Das Kuratorium stellt die Richtlinien auf, nach denen der Bankkommisfar zu arbeiten hat. Es hat ferner zu entscheiden, ob allgemeine Grundsätze für die Geschäftsführung des Bankkommifsars durchzuführen sind, ferner darüber, ob ein Bankinstitut als unter die Verordnung fallend aufzu- faffen ist. Damit ist dem Bankkommisfar die Möglichkeit gegeben, sich auch mit den Privatbankiers SU befassen bzw. mit den Bankinstituten, di« keine Monatsbilanzen veröffentlichen. Der 'Ban- kenkommissar erhält sehr weitgehende Befugnisse hinsichtlich der Auskunftserteilung. Er kann Bü- . cher einsehen, Rachprüfungen veranstalten, Vorstands- und Aussichtsratssihungen veranlassen und auch die Einberufung einer Generalversammlung beantragen. In der Praxis wird sich der Verkehr allerdings für gewöhnlich in Aussprachen mit den Mitgliedern des Vorstandes abwickeln. Diesem umfassenden Aus» k un f t s r e ch t steht eine entsprechende Verpflichtung zur strengsten Verschwiegenheit des Bankkommifsars und seines Personals gegenüber. Der Bankkommissar hat nach der Rot» verordnung auch das Recht, von denjenigen Personen, die nicht das Bankgewerbe betreiben, Auskunft über ihre ausländischen Zahlungsverpflichtungen und Ansprüche zu verlangen. Wenn falsche Angaben seitens der Auskunftverpflichteten gemacht werden, so sind entsprechende Strafbestimmungen vorgesehen. Das Reichsbankgesetz wird durch die Verordnung über die Bankenaufsicht nicht berührt. Oie Aktienrechtsreform. Berlin, 19. Sept. (WTD.) Die im heutigen Reichsgesetzblatt erscheinende Verordnung über die Reform des Aktienrechtes sieht zunächst eine Erweiterung der Publizitätspflichten vor, vor allem durch Einführung der Pflichtrevision. Durch eingehende Vorschriften über die Dilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Geschäftsbericht soll eine erhebliche Publizität sichergestellt werden, durch die ein Schutz gegen mißbräuchliche Geschäftsführung geschaffen wird. Damit ist auch eine Klarlegung der durch die Konzemverflechtungen bedingten Verhältnisse ver- bunben. Die Pflichtprüfungen sind durch unabhängige Geschäftsprüfer vorzunehmen. Die Regierung wird ^durch die Verordnung ermächtigt, diese Prüfungen jeweils nach ihrem Ermessen vorzunehmen. Reben der Erweiterung dieser Offenlegungspflichten wird auch der Vorstand verpflichtet, fein dem Aufsichtsrat einzureichendes Prüfungsmaterial wesentlich zu erweitern. Die Verordnung enthält ferner ein grundsätzliches Verbot der Kreditgewährung für Mitglieder des Vorstandes; die Kreditgewährung wird abhängig gemacht von der Zustimmung des Aufsichtsrates. Die Verantwort» ^lichkeit des Aufsichtsrats wird wesentlich Der» 'stärkt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats ist be- ?rckchtigt, jederzeit weitere Berichte des Vorstandes zu verlangen und ebenfalls auch die Einberufung des Gesamtaufsichtsrates durchzusetzen. Die Satzungen über die Zusammensetzung des Aufsichtsrates, seine Bestellung und seine Vergütungen treten mit dem Ablauf der nächsten Generalversammlung außer Kraft. Es muß ein neuer Beschluß in der nächsten Generalversammlung über diese Satzungen gefaßt werden; es erlöschen also damit auch sämtliche Mandate zum Aufsichtsrat. Die Höchstzahl der Aufsichtsrats» mttglceder wird auf 30 festgesetzt, und in einer zum Ablauf des 15. Oktober 1931 100 000 Reichs- bahuanleihe erwirbt. Während bei der Amnestie durch Selbstanzeige die Steuern nachgezahlt werden müssen, muß allerdings bei der Steueramnestie durch Anleiheerwerb das hinterzogene Vermögen in Reichsbahnanleihe angelegt werden. Ist ein etwa 1930 verschwiegenes Einkommen und eine etwa 1930 verschwiegene Erbschaft oder Schenkung zusammengerechnet größer als das nach dem Wertstand vom 1. Januar 1931 in Reichsbaynanleihe anzulegende Vermögen, so sind die ersteren Beträge in Reichsbahnanleihe anzulegen. Wenn also jemand Vermögen von 100 000 Reichsmark verschwiegen, gleichzeitig aber auch im Jahre 1930 Einkommen im Betrag von 80 000 und eine Schenkung von 40 000 Reichsmark nicht versteuert hat, so muß er 120 000 Reichsmark Reichsbahnanleihe erwerben. Veräußert der Steuerpflichtige Reichsbahnanleihe innerhalb des fünfjährigen Zeitraumes, so fällt die Steueramnestie in ihrem vollen Umfange fort. Es werden Stichproben besonders auch im Wege der Buch- und Betriebsprüfung gemacht werden, durch die festgestellt wird, ob, wenn nicht etwa der Weg der Selbstanzeige gewählt ist, Reichsbahnanleihe erworben und noch im Besitz des Betreffenden Zen- fiten ist. Die jetzige ausgegebene Reichsbahnanleihe soll steuerfrei sein, und zwar hinsichtlich der Beträge selbst, von der Vermögenssteuer, von der Gewerbekapitalsteuer, von der Aufbringungsumlage, von der Erbschaftssteuer, ferner hinsichtlich der Zinsen von der Einkommensteuer nebst Zuschlägen, von der Körperschaftssteuer, von der Krisensteuer, von Gewerbeertragssteuer, von der Kirchensteuer und von der Dürgersteuer. Die Anleihe soll in Stücken von 100, 500, 1000 und 5000 Reichsmark ausgegeben werden, die Stücke sollen auf den Inhaber lauten. Sie soll 10 Jahr4 laufen, halbjährlich am 1. Oktober und 1. April verzinst und von 1937 bis zum Jahre 1941 durch Auslosung getilgt werden. Die Anleihe soll bis zum 15. Oktober 1931 gezeichnet werden. Die Einzahlung soll in vier gleichen Raten zum 15. Oktober, 15. Rovember 1931, 15. Januar und 15. April 1932 erfolgen. Eine Einführung der Anleihe an der Börse ist nicht beabsichtigt. Außer denjenigen, die die Reichsbahnanleihe zu Amnestiezwecken erwerben, soU auch jeder andere die Anleihe erwerben können. In diesen Fällen bleibt die Anleihe von vornherein im Falle der Schenkung auch schenkungssteuerfrei. Sondergerichie. Schließlich weist die Reichsregierung auf folgendes hin: Cs ist in letzter Zeit eine so weitgehende Mißachtung der Gesetze und ein so erschreckender Mangel an gesundem Gemeinschaftsgefühl und staatsbürgerlicher Gesinnung hervorgetreten, daß durchgreifende Abwehrmaßnahmen unerläßlich sind. Die Reichsregierung hat sich daher entschlossen, zum tischen Zivilisation. Finanzminister Flandin sagte, daß die ganze Welt in einem Zustand bedauerlicher Panik lebe. M a n g l a u b e a n n i ch t s m e h r. Es sei be- bäuerlich, daß die Spekulanten ohne Risiko mit dem englischen Pfund auf Baisse spekulieren könnten. Die Welt müsse sich darüber klar werden, daß d i e Angriffe auf das englische Pfund die schlimm st en Folgen haben könnten; denn wenn die Engländer schließlich selbst einmal das Vertrauen verlieren würden, so würde dies einer Weltkatastrophe gleichkommen. Das sei auch der Grund dafür, weshalb Frankreich bereits einmal helfend eingegriffen habe und auch nicht zögern würde, ein zweites Mal zu helfen. Es liege im französischen Interesse, daß das Pfund das bleibe, was es immer gewesen sei, nämlich ein vorzügliches internationales Währungsmittel, das keinen Kursschwankungen unterliege. Die Frage sei heute die, ob die Weltwirtschaft sich der neuen Lage anpassen müsse, oder ob man eine neue Periode der Kreditinfla- tion schaffen solle, um Preiserhöhungen zu erzielen. Seiner Auffassung nach würde diese zweite Maßnahme nur eine vorübergehende Besserung bringen und alsdann die gesamte Organisation der Weltwirtschaft vollkommen zerstören. Rur die Anpassung an die gegenwärtige Lage, so schmerzlich sie auch sein möge, könne eine dauerhafte Besserung bringen. Frankreich habe die Zeit der Einschränkungen schon hinter sich. Jetzt sei die Reihe an den anderen Staaten. Gegenwartsfragen der Musik. Don UniD.-prof. Dr. Hans Joachim Moser. Mit freundlicker Genehmigung der I. G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart. Berlin, entnehmen wir den folgenden Abschnitt aus Professor Mosers neuem Werk: „Die Epochen der Musikgeschichte". Sieht man die Gegenwartslage der Musik unter weiteren Aspekten, so können die Einzelfragen nach der künftigen „Richtung" der fachmännischen Musik als innere Angelegenheit der Künstlerkreise von der Gesamtheit aus verhältnismäßig gleichgültig betrachtet werden. Es hat schon manchmal Zeiten gegeben, wo das „Komponieren" bei weitem nicht das Wichtigste an der Tonkunst gewesen ist, und wir scheinen wieder in den Anfängen eines solchen Entwicklungsabschnittes zu stehen, ohne daß damit gleich das „Ende der musikalischen Schöpferkraft" gekommen zu sein braucht; wenn auch im heutigen Augenblick überall die Talente selten und die Genies fast gar nicht vorhanden zu sein scheinen. Viel mehr geht es jetzt um die Frage nach der Rolle und Wirkung der vorhandenen Musik auf die "Partei der Verbraucher", auf die Welt der Zuhörer und Genießer, wobei wieder zwischen den (engeren) Kreisen der eigentlichen Musikliebhaber und dem (weitesten) Becken der Zeitgenossen insgemein zu unterscheiden ist. Für erstere wird trotz Schwankungen vorab wirtschaftlicher Natur auf die Dauer kaum ernstlich zu fürchten sein. Weit ernster erscheint das Problem der Kunstfremdheit oder der wachsenden Musikentfremdung bei den großen Massen, beim heutigen Millionenmenschen. Was kann und soll geschehen, um ihn in lebendiger Verbindung mit musikalischen Werten zu erhalten, ihm solche sogar möglichst nachdrücklich näherzubringen? Selbstmusizieren wäre naturgemäß das ideale Ziel, um auf diesem Umweg zu tiefer wirkendem Anhören wesenhafter Musik hinzuführen. Aber auch bei allgemeiner Einrichtung und Pflege von Schulorchestern wird das Jnstrumentalspiel in größeren Laiengruppen immer bald — wirtschaftlich .wie begabungsmäßig — seine Grenzen finden. Das geborene Volksinstrument jedoch ist und bleibt die menschliche Stimme und als der naturgemäßeste Rahmen zu tonkünstlerischer Laienbetätigung kann stets nur der Volkschor gelten. So liegt denn wohl die Zukunft alles Volksmusizierens im Zeitalter und scheint noch, ob die bereits int letzten Jahr schwer herabgesetzten Beamtenanwärter und die Staatsangestellten von der Grundkürzung von 5 Prozent bzw. von den zusätzlichen Kürzungen ausgenommen bleiben. Weiter behalten Beamte mit aufsteigenden Gehältern die Bezüge, die sie zur Zeit erhalten, zwei Jahre länger als dies im Besoldungsgesetz vorgesehen. Auf- rückungs- und Dienstalterszulagen sind also gesperrt. Weiter sollen die Gehälter nicht mehr prä» numerando, sondern postnumerando gezahlt werden in der Weise, daß in elf Monaten nur zehn Zahlungen erfolgen, beginnend mit dem 3. des kommenden Monats und dann jeweils weiterrückend. Um die Mietzahlungen zu erleichtern, soll das Wohnungsgeld vom Gehalt losge- l ö ft und am 1. eines jeden Monats gezahlt werden. Weiter sollen die Nebeneinnahmen, soweit sie 500 Mark im Jahre übersteigen, zur Hälfte an die Staatskasse abgeführt werden. Ob die Altersgrenze der Beamten generell auf 66 Jahre festgelegt wird, steht ebenfalls noch offen. Die Kürzung der Pensionen von D a r m st a d t, 20. Sept. (WSN.) Wie das „Darmstädter Tagblatt" schreibt, ist nach zuverlässigen Informationen die Finanzlage Hessens sehr trübe. Man rechnet mit einem Defizit von 13,8 Millionen Mark. Die Deckung des Fehlbetrages ist wie folgt gedacht: Ersparung bei den sachlichen Ausgaben 2 Millionen Mark, Kürzung der Personalausgaben 4,9 Millionen Mark, Verringerung der Gemeindeüberweisungen 4,4 Millionen Mark, besondere Ersparungen am Schulwesen 2,5 Millionen Mark. Die Abstriche am Besoldungsetat sollen eingebracht werden durch eine 5prozentige Kürzung der gesamten Dienstbezüge, ausgenommen die Kinderzuschläge und ein Einkorn- mensbetraß von 1500 Mark (ursprünglich war daran aedacht, die Einkommen bis 1500 Mark frei zu taffen). Zu dieser Kürzung tritt ein weiterer Abzug von 3 Prozent für kinderlos verheiratete Beamte und von nochmals 2 Prozent b ei ledigen Beamten. Die Kür- zung beträgt also hier 8 bzw. 10 Prozent. Unklar Flugiraum vor 125 Jahren. Daß ein französischer General im Jahre 1806 von einem Luftangriff auf England träumte, zeigt ein merkwürdiges Schriftstück, das jetzt in den Archiven des Charente-Departements entdeckt worden ist. Dieser Ikarus der napoleonischen Zeit, der seine Versuche und seine Enttäuschungen schriftlich niedergelegt hat, war ein Divisionsgeneral des französischen Ingenieurs-Korps, Guillaume Resnier. Dieser hegte den Glauben, daß es möglich sei, ein ganzes Armeekorps mit Flügeln auszustatten, und so eine starke Streitkraft für einen überraschenden Angriff auf den Inselstaat zu gewinnen. Rapoleon hat ja bekanntlich auf die verschiedenste Weise versucht, seinem stärksten und am schwersten anzugreisenden Gegner beizukommen, und so hatte er für alle derartigen, selbst Phantastischen Pläne Interesse. Desnier entwarf und stellte ein paar Flügel her. die aus einem i Rahmenwerk von Eisendraht bestanden, auf dem Dogelsedern angebracht waren. Der General hoffte, I Person dürfen in Zukunft nur 20 Mandate vereinigt werden. Ausnahmen sind nicht zugelassen. Die Verordnung sieht ferner eine Erleichterung der Geltendmachung von Regreßansprüchen gegen Vorstand und Aufsichtsrat vor und erweiterte Min- derheitenrechte für die Geltendmachung von Regreß- ansprüchen. In Fällen von Bilanzverschleierung und des Handelns gegen die Interessen der Gesellschaft (HGB. § 312 und 314, Abs. 1) werden Zuchthausstrafen bis zu fünf Jahren festgesetzt. Der Erwerb eigener Aktien kann nach der Ver- orbnung nur unter bestimmten Voraussetzungen und nur in der Gesamthöhe von 10 v. H. des Grundkapitals erfolgen. Er ist nur zulässig zur Abwendung eines schweren Schadens der Gesellschaft. Auch die Frage der Einziehung von Aktien (HGB. § 227) ist neu geregelt worden. Steueramnestie durch Erwerb steuerfreier Reichsbahnanleihe. Berlin, 19. Sept. (TU.) Von zuständiger Stelle wird am späten Abend des Samstag noch eine längere Verlautbarung ausgegeben, die sich mit der Art und der Bedeutung der Steueramneftie durch Erwerb steuerfreier Reichsbahn- a n l e i h e befaßt. Es heißt darin u. a.: Es hat sich gezeigt, daß zahlreiche Zenfiten, insbesondere solche, die ihr Vermögen bisher in ausländischen Werten im Auslande liegen und es feit Jahren nicht versteuert haben, geneigt wären, fteuerehrlich zu werden, wenn sie von der Verpflichtung der Anzeige entbunden würden. Sie fürchten nämlich, daß sie durch eine solche Anzeige Nachteile nicht nur materieller, sondern auch persönlicher Natur erleiden könnten. Der also bisher Wertpapiere, die am 1. Januar 1931 einen Kurswert von 100 000 Reichsmark hallen, verschwiegen Hal, soll von allen Nachsteuern und Strafen befreit fein, wenn er bis Kulturstadium der industriellen Entwicklung bei dem allgemeinen Chorwesen. Wer für dieses gewonnen wird, und zwar in der hoffentlich überall durchzusetzenden Form des bewußten Musizierens aus Grund der Notenkenntnis, der wird nicht mehr — wohin sonst die Entwicklung gefahrdrohend weist — in der gewohnheitsmäßigen „Berieselung durch Musikgeräusch" den einzigen Daseinszweck der Musik sehen, sondern bis zu einem gewissen Grad auch für die seelischen Wirkungen einer „nicht bloß aus Kling- klang bestehenden Musik" zu öffnen fein. Auch dem weniger sozial Denkenden, der Musik nur von den „großen Meistern" an rechnet, sei dies zu bedenken gegeben: fast alle bedeutenden Tonsetzer sind aus Schichten hervorgegangen, in denen ein gewisser Erb. massenanteil an Musikhaftem sich durch Volkslied- gebrauch und volkstümliche Musikausübung als lebenskräftig bewährt hat. Wollen wir also auf künftige führende Musiker rechnen, so muh in diesen kommenden Geschlechtern allgemein das Musikmachen lebendig erhalten werden. So ergeben sich von selbst zwei Gebiete als besonders wichtig für die Zukunft; das Chorwesen und seine unentbehrliche Vorbereitungsanstalt: die Schulmusik. Ob dieses Chorwesen sich mehr in den Formen der heutigen Singkreisbewegung oder in derjenigen der gemischten Gesangvereine entwickeln wird, ist nicht so sehr wichtig und erscheint fast mehr als eine Sonderfrage der wirtschaftlich- »en Zukunftsgestaltung. Man sage nicht: Oper nzert haben sich überlebt ober würben von den Befürwortern ber Schulmusik- unb Chorbewegung geflissentlich für tot erklärt. Im Gegenteil: Wem baran liegt baß auch noch in künftigen Jahr- hunberten eine Musikkultur allgemeines Echo finben soll, bie über bie platte Unterhaltungs- unb Ablenkungswirkung hinaus Ewigmenschliches zu sagen hat, ber muß sich heute um bie Aufforstung ber Jugenb- unb Volksmusik in biefer fast neuen, künstlerisch noch so gut wie unbeackerten Menschheit als um eine Sache von höchster Tragweite mühen. Vielleicht — hoffen wir es — wirb bie Musik bes 21.Jahrhunberts nicht ein brutaler J^zrausch fein, ben ein Riesenlautsprecher burch bre Fabriken unb Tanzlokale ber Welt senbet, sonbern man wirb unter „Musik" vor allem gewaltige Chorhymnen ber Schönheit, Kraft unb Frömmigkeit verstehen, bie in Sportstabien, Volksparks, in Tempeln auf Bergeshöhen in kaum merklicher, aber boch unentbehrlicher Fachleutebeihilfe ben Feiertag ber Seele abeln Helsen; eine monumentale Laienkunst, auf beren musiktechnische Bewältigung ber Volksschul-Musikunterricht ber Zukunft wirb hinführen müssen. Wir stehen heute erst in ben keimhaften Anfängen hierzu, in einem noch unsicher tappenben, von gut. meinenber Kurzsichtigkeit sogar oielbefehbeten He- roenzeitalter ber musikalischen Volkserziehung, beren Desperabomut sich zunäcysi auf einem — zeitnot- wenbig — utopischen Irrweg rounbläuft in bem Glauben, man könne unb müsse bie Millionen in ber Schule an bie große altheilige, unregierbar eigen- gesetzliche Jnbioidual-, Luxus- unb Privatmusik ber vergangenen Jahrhunberte verstänbnishaft heranführen. Das größere zentrale Ziel wirb sich wohl erst später burchsetzen: biese Menschen mit einer wahrhaft volksgerechten Musik ber Zukunft (unb ber ferneren Vergangenheit: Choral, altes Volkslieb) zum Besten in sich selbst zu bringen, sie sich selbst entbecken zu lehren burch Mittel einer hochgesinnten, aus ihrer kerngemäßen Wesenheit zu entwickelnben Musik. Auch bann unb immer wirb es (wie seit je) zweierlei Musiken geben: eine Tanz-, Gaff- unb Spielmusik — unb eine Musik, aus ber man bas Ewigkeitsrauschen hinter ben Dingen erhorchen kann. Der Kampf, bie Sorge, bas Ringen bars nur um bie Entscheibung gehen, welche von beiben bie Haupt-, welche bie Nebenmusik sein wirb: ob bie Oberflächenmenschheit ober bas Prinzip ber seelischen Tiefenstrahlung ' Sieg gewinnen soll. MU ifere starke 3c« ÄSJ»- .SilteTb^- »K •Ä'fc- n ftin. 'N. -BZ bor nrV Ui- *«! hÄ“ äÄ *Ä0[il« ■5?<Ä »Ätt !»- »«L'L r^L ALL Instituten, ki «& ®er Dan. 9«hbe SefuanilU N?t SS dnmstalten, Lvr. ' "W veranlchen Trnnalver. 1 drariS wird sich ewvhnkch in 2uS. ■" Dorstandej 'ende« 2u«. mlprechende Qkr. Derschwirg^. -d seweS ^tfonali : hat nach der Lot. on denjenigen Per« 'be betreiben, LiS. Zahlungsverpflich. ngen. Wenn falsch« ^verpflichteten ge- lende Sttafbeftim« chsbankgeseh wird )ie 2an!enaussicht lünchner n d' ^-ude an ft. d^ Ln und gen K ^'ie bilden- ms F L tragen- £d)tuni Ojj 'S»? räs2 crfe^Jin E- $lun4 e l«1?* unter ertttten Ken des * Vurdl- Sfttfff* £ teilten Zahr schwer 1ärter unb bie der TrundkürM^ Mchrn MrMgcn bti)aUtn Beamte ittern die Bezüge, :i Jahre (änaet tz vorgesehen. Aus- jen sind also gesperrt, nichtmehrpra- postnumerando !, daß in eis Monaten beginnend mit dem dann jeweils weiter- n zu erleichtern, soll nGehattlosge- inats gezahlt werden, nahmen, s°w^ igen, zur Halft« geführt werden. Beamten amrtl steht ebenfalls noch Pn^ner^°n wvrdene.Schneider cdickWaschtne^ 1 bewegte. feit in der Lust »a e grimmige 1 Versuch machte-Sr n und sMNg dann patente«1"” .ein Stern few"g ms der WaE ckunden sclne ■. Dadurch Z [ zweiten pon Es ==W3Ö5E e n Hugenberg auf dem Stettiner Parteitag der Oeutschnationalen. Ml ■ / ® c /© ** o luafltm jcppeiin" in pernambuco. Das Cuftid?iff „(Brot Zeppelin" bat Sonntag um 12 Uhr MEZ. den Aequotor bei 31,6 Grad West passiert und ist 22.30 Uhr (Greenwicher Zeit) in Pernambuco gelandet. & gibt nur eine Stimme Deo '&wjdier umKH ctas (Beste uzicL ninvnt^ Eckstein./fe 5. Sie kostet bei gleicher " werden. __ , Die die weiteren 2,5 MM. NM. am Schul. • tat eingebracht werden sollen, was voraussichtlich durch eine zweite Notverordnung geschieht, steht in wesentlichen Punkten noch offen. (Es wird davon gesprochen, die sogenannten M e h r st e l l e n , die über die Meß-issern hinausgehen, fort sollen zu lassen. Diese Mehrstellen belasten heute vor allem die Gemeinden. Da der Staat ihre Ueberwe.fungen verkürzen will, scheint auf diesem Gebiet eine Ent- laftung geplant zu fein. Das wurde in der Praxis eine Heraufsetzung ber Rl aff en j If fern und der Stundenzahl bedeuten. Um bei den Volksschulen eine Verringerung zu erzielen, denkt man an die Herabsetzung der wöchent- lichen Unterrichtsstunden der Schuler, vielleicht auch an die Erhöhung der Pflicht- stunden der Lehrer. Parteitag her hessischen Sozialdemokratie. Die Kandidaten für die Landlaqtzwahl Dor ms 20. Sept. (DSN.) Der Canbespartel- tag der hessischen Sozialdemokratie war der Lor- Regierung erlitten. .Schlecht vorbereitet, schicht eingcleitet, schlecht burchgeführt und schlecht begraben", wird die Geschichte als Urteil über diese diplomatische Totenstätte sehen. 2U>er daS I schlimmste ist, daß dieser Verlaus typisch für die auswärtige Politik deS schwarz-roten Dun» de- ist, dessen überzeugter Vertreter ja der volks- partciliche Minister EurtiuS ist. Verantwort- lich ist der Reichskanzler und das ganze Kabinett. Die einzige würdige Antwort wäre sein Rücktritt und die Auflösung von Reichstag und Landtag, um nach den Gesetzen politischen Anstandes daS Urteil deS Volkes cntgcgenzuneh- men. Auch in sonstigen handelspolitischen Dingen fährt diese Regierung mit der Stange im Rebel herum. Dis weit in die Kreise der Industrie hinein versteht man es nicht, wie zuLasten der gesamten Landwirtschaft, deS ganzen Mittelstandes, des Hauptteils der Industrie sowie der gesamten Arbeiterschaft unsere Handelspo - I I i t i t in der Hauptsache aus die AuSsuhr - I Interessen von ein paar groben Wer- ken eingestellt sein kann. Gegen hie Politik her Notverordnungen. Den drängenden Problemen eine- gefahrvollen Winters steht die Regierung hilflos gegenüber. | Das sogenannte Winterprogramm, an dem ; das Kabinett jetzt herumdoktert, geht dem Uebcl nicht an die Wurzel. Um die sichere Riederlage bei der preußischen Landtagswahl zu vermeiden, erörtert man Verfassungsänderungen. Zu dem Zwecke soll Preußen zerstört werden. Und das alles soll verfassungswidrig durch Rowerord- nungen gemacht werden. Wir legen fcierliQ Verwahrung gegen bai ein, waS die sozialistisch beeinflußte jetzige Reichsregierung, was die Regierungen in Preußen und anderen Ländern aus den Rotverordnungen des Herrn Reichspräsidenten hinter seinem Rücken gemacht haben. Was die DRVP. will, liegt für jeden, der es sehen totll, klar zutage. Ich nenne die Grundzüge einer vorläufigen Verfassungsreform, den Plan einer Reparationsabgabe, unsere Vorschläge einer veränderten Handelspolitik und Landwirtschaftspolitik, ferner den ausgearbeiteten Gesetzentwurf für die Entschuldung der Landwirtschaft ufw. An den fruchtlosen Verhandlungen des Reichstags beteiligen wir uns nur noch insoweit, als wir damit der Grund- und Hauptaufgabe der unerläßlichen Vorbedingungen neuen Aufschwungs dienen können: nämlich der Bildung einer neuen nationalen Regierung. Mit vaterländischen Verbänden, Stahlhelm und Rationalsozialisten, stehen wir in der nationalen Opposition fest zusammen. Roch vor Reichstagsbeginn, denke ich, wird aus gemeinsamer Tagung ein neuer Weckruf erschallen. Dei Wiedereröffnung des Reichstags wollen wir verabredungsgemäß zur Wahrung unserer Rechte solange erscheinen, wie eS uns gut dünkt. Wir sind bereit, mitzu- arbeiten, aber nicht als Diener einer Richtung, die erwiesenermaßen falsch ist. Wenn die Katastrophe da ist: keine Hand soll sich zum Schutze dieser Regierung und dieses marxistischen Systems erheben. Person und Eigentum derjenigen die sich zu uns bekannt haben, das ist der einzige Wert, den es zu schützen gilt, biS zu dem Augenblick, in dem die Macht in die Hand der nationalen Opposition übergeht. | Oie Ursachen hes Kvnstttts. London, 19. Sept. (XU.) Die bisherigen Rachrichten auS Ostasien über den chinesisch-japa- I Nischen Konflikt gaben bisher kein klares D i l d über die Ursache und den Zweck der japa- Nischen Aktion. DaS chineslsch-japanische Verhältnis war bekanntlich feit einiger Zeit stark getrübt Iapan glaubte Anlaß zu begründeten Klagen wegen der Behandlung seiner Staatsbürger und seiner Waren in Shina zu haben, während Shina seinerseits in der Beibehaltung gewisser fremder I Vorrechte in Ehina durch Iapaner eine I Gefährdung seiner nationalen Freiheit sah. Die Tatsache, daß Iapan auf dem chinesischen Festland besonder- in der Mandschurei Eisenbahnen und andere große Unter nehmen besitzt sühxte zu weiteren Reibungen. I Diese allgemeine Stimmung ist durch einen 1 Zwischenfall verschärft worden, der fich vor elni- 1 gen Wochen zugetragen bat. Ein japanischer Generalslabchaup'.mann namenS Rakamura. , I wurde in der Mandschurei ermordet und ' zwar nach japanischen Berichten von ch i n e - 1 fischen Solda ten der Mukdener 2tr• - mcc. Auf japanische Vorstellungen hin, haben die chinesischen Behörden die Angelegenheit unter- I sucht, jedoch die Mörder Rakamura- nicht t c ft- stellen können. Dies hat in Iapan große Sr- I Witterung erregt und zu energischen Protesten , in der japanischen Arm»e Anlaß gegeben. । Zu diesem ersten Zwischenfall ist nun am Freitag ein zweiter hinzugckommen, der sich in der Rahe von Mukden ereignet hat. Rach japanischen I Berichten sollen chinesische Truppen eine Gisenbahnbrücke nördlich von Mulden in die Lust gesprengt haben. (Die Chinesen bestreiten daS und behaupten, die 3a- paner hätten die Brücke selbst gesprengt.) DieS haben die Iapaner zum Anlaß genommen, um zunächst die Garnison einer kleinen chinesischen Stadt gefangen zu setzen, und hierauf M u k d e n, die Hauptstadt der Mandschurei, m i - litärisch zubesehen. Die japanische Ak- tion erfolgte nach japanischen Angaben, um China zu veranlassen, eine ausreichende Genugtuung zu leisten. Ob etwa weitere Absichten der Iapaner hinter der Aktion zu suchen sind, bleibt abzuwarten. ES muß berücksichtigt werden, daß die japanischen Kapitalanlagen in der Mandschurei auf mehrere Milliarden Gold- Selten» des Zentrums ober Irgendeiner anderen Stelle ist während der Zeit meines Vorsitzes der DNDP. niemals irgendein Angebot zu irgendwelcher positiver Mitarbeit" gemacht worden. Nur wir hoben unsererseits vor der Reichstagsauflosung dem Reichskanzler Brüning den offiziellen Vorschlag einer Zusammenarbeit gemacht. Wir stoßen in dieser kritischen Stunde keine fianb zurück, die sich uns zu wirklich ehrlicher Zusammenarbeit anbietet. Wir kennen in der Poliirk feine grundsätzlichen Feindschaften. Wir könnten uns sogar in die Rolle hineinversetzen, daß wir mit dem vom Reichspräsidenten gestützten Reichskanzler ein Spiel mit verteilten Rollen gespielt hätten. Em Spiel das zugleich nach und nach alle Macht in die Hand des Reichspräsidenten legt. Will das Zentrum es darauf ankommen lassen, daß Deutschland i n d ... Bolschewismus hineinrennt? Dient sein heutige» Verhallen nur der Aufgabe, den Reichspräsi- denten bis zum Ablauf feiner Amtszeit über die wirkliche Lage hinwegzutäuschen und alsdann offen bie angesammelte Macht mit der So- ©wontenios O frtno. O «als Mein » woiiifl. e txd««i • »Sehnet atrau»ein ■"chtl X •'*|l,tr .(^Windstille. «O-- Webte- Oti d «MW SOdiuavtn q Murmocto «wdwcA Sie ete-ie tneflen en dem wind«. Die eodee Stdiionc* Menende» l* len flehen die Temperitui an. Die umen verende» OrU «■' OlcKUM tvi neertiniveau umoc/echaeU» Uiitdruth Wettervoraussage. Das kräftige britische Hochdruckgebiet entfaltet sich mehr nach Dkandinavlen hin, während über Deutschland die Polenstörung Platz greift. Dabei ist es wieder zu stärkerer Haufenwolkenbildung und auch vielerorts zu schauerartigen Riederfchlä- gcn gekommen. Entsprechend der Druckverteilung erhalten wir Lustzusuhr auS Rorden, die neben weiterer Abkühlung vorerst noch wcchselhastcS Wetter bedingt. Die dabei auftretenden Regenschauer dürsten jedoch leichterer Art sein. Vorhersage für Dienstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, kühler, vereinzelt leicht» Regenschauer. r Vorhersage für Mittwoch: Wechselhaft und kühl nachts Temperaturen in Gefrierpunktnähe, meist trocken. Lufttemperaturen am 20. September: mittags 14,2 Grad Celsius, abends 10,8 Grad: am 21. September: morgens 8 Grad. Maximum 14,7 Grad, Minimum 6,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 20. September: abends 14,6 Grad-, am 21. September: morgens 12,2 Grad Celsius. — Niederschlag» 0,7 mm. — Sonnen,djeinbauer 454 Stunden. fystems* sand eine Entschließung Mierendorss» einstimmige Annahme, in der gefordert wirb, fchärsste Distanzierung von der Regierung Brüning, wenn die Regierung nicht die Mindestvorausfetzungen für eine aktive Bekämpfung der Dirtfchaftskrife schafft. Die Kandidatenliste enthält folgende 'Hamen: Adelung (Mainz), Leufchner (Darmstadt), Lux (Niederslorstadt), Kaul (Offenbach), Zinnkann (Worms), £r. Gumbel (Gießen), Frau Prings- heim (Darmstadt), Delp (Darmstadt), «ntbes (Sprendlingen), Stefsan (Oppenheim), Lorenz (Erzhausen), Widmann (Offenbach), Maurer (Lauterbach), Harth (Rüstelsheim), Rink (Urberach), Thomas (Mainz), Storck'(Darmstadt), Glenz (Büdingen), Arnoul (Neu-Isenburg). Roh (Bensheim), Stabt- müller (Offenbach), Ledert (Hetdesheim), M 0 ß b 0 r s (Vilbel), Ness (Michelstadt). Aus der neuen Kandidatenliste find die bisherigen ßanbtagsobgcorbncten der SPD. Mann (Gießen), Frau Noll (Gießen), Rechthien (Friedberg), Schaub (Büdesheim), Sturmfels (Darmstadt) und Weber (Offenbach) nicht verzeichnet. Diese Abgeordneten werden also mit dem Schluß der gegenwärtigen Legislatur- periode aus dem Landtag ausschetden. z l a l d e m 0 k r a ti e zu teilen? Scharfe Kritik an Außen- unh Handelspolitik. 3n welch unüberbietbar schlechter Weife unsere auswärtigen Geschäste geleitet werden, hat besonders deutlich der Verlauf der ZollunionSverhandlungen mit Oesterreich gezeigt. Eine schimpflichere Riederlage als die Zurückziehung deS Zollplancs in Dens hat kaum je eine mark geschätzt werden. Oer Dölkerbnnhsrat nimmt Kenntnis. Genf, 19. Sept. (WTD.) Der VölkerbundSrat wurde am SamStag mit dem Konflikt zwischen China und Iapan besaßt. Der Vertreter Japans, V 0 s h i s a w a, gab eine kurze Erklärung ab, worin er mitteilte, er könne schon heute die Versicherung abgeben, daß die japanische Regierung alles tun werde. umweitereVer- wicklungen zu vermeiden. Der Vertreter Chinas, Sze, gab daraufhin seinerseits die Erklärung ab, daß die chinesische Delegation mit Bewegung von den Vorgängen gehört habe, die aus der Mandschurei gemeldet worden seien. Der Präsident des Völkerbundsra s, L e r r 0 u x, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Angelegenheit einen frriedlichen Verlauf nehmen werd«. Oie Detterlage Sonntag, *n 10 Stpftrnbfr $31' Sltftr Stettin, 20. Sept. (WIB.) Auf dem deutsch- nationalen Paneitag hiell der Führer der Partet, Geheimrat Hugenberg, eine Rebe, in der er u. a. ausführte: 3n Deutschland ist ein innerlicher Umschwung der Machtocrhältnisse eingetreten, der künstlich und verfassungswidrig niedergehalten wird — sonst hätten wir langst in Preußen und im Reich eine Regierung der nationalen Opposition. Heute haben wir bie Diktatur de » Zentrums. Ihr Zweck ist die Verhinderung einer Rechtsregierung. Ihre Machtgrunblagen sind der Reichspräsident, die Reichswehr und Preußen, d. h. bas Bünbnis des Zentrums mit der preußischen Sozialdemokratie und damit bie preußische Schutzpolizei. Einige W l r t - fchastsfuhrer stützen sie in ber bei ihnen bekannten Kurzsichtigkeit Die Mi11elp arte le n geben ber Zentrumsblktatur durch ihre Hilfe den Mantel ber Legalität. Unter solcher Deckung voll- Steht sich bie Knebeluna ber Opposition. Auf dem loungplan hat sich bie Zentrumsblktatur ausgcbaut. Jom Herbst 1929 ab war es für den gesunden Menschenverstand Har, daß die Sozialdemokratie fich nach der Annahme des ^oungplanes aus der Verantwortung drücken wollte. 2m Frühjahr 1932 sollte bann ein marxistischer Reichspräsident und ein in ber Mehrheit marristischer Reichstag gewählt werben. Durch Herbeiführung ber Rcichstagswahl vom 14. September 1930 haben wir den letzten kramp haften Versuch ber SPD., bie Verantwortung abzuschutteln, glücklich vereitelt. Das nationale Deutschland hat feiner Pflicht und historischen Aufgabe gemäß nicht ein Quäntchen Mitverantwortung für bas Geschehene übernommen Wie steht bie Opposition zum Kabinett Brüning? 80 Prozent des Gehaltes auf 75 Prozent ist fa schon I berettung btt Landtagswahl am 15. November burA die Reichsregierung bekanntgeworben und I geroibmet Nach einer Rede des Reichstagsadgeord- wird auch für bie ?e,sisch?n Beamten durchgeführt | neten Ritzel über bie ..Aufgaben der «ozial^mo. 1 kratie Im verfall bes kapitalistischen Wirtschaft-- Die Zesehiiiig Mldens dunh japanische Truppen Tokio, 19.Sept. (TU.) Die militärifche Aktion ber japanischen Truppen wird in Mukden weiter fortgesetzt. Gestern hat bie japanische Infanterie mehrere Truppenteile ber chinesischen Regimenter entwaffnet unb die Offiziere in Hast behalten. Nach russischen Berichten ist das ganze Leben Mukdens vollkommen stillgelegt. Die Stadt wird von javanischen Truppen bewacht, bie nicht nur die militärischen Verwaltungen, fpnbern auch bie Banken unb die Behörden besetzt Hal- t c n. Die Zahl der Toten ist noch nicht genau fest- gestellt. Während die Japaner sehr geringe Zahlen melden, schätzt man in Mukden selbst die Toten auf über 120. Die chinesische Presse meldet über weitere starke japanische Truppentransporte in Rich- tung Mukden. Marschall Tschanghsueliang, ber sich zur Zeit in Peking aufhalt, hat seine Regierung in Mukden davon unterrichten lasten, daß die gesamte Verantwortung für bie militärische Aktion die japanische Regieruna und chre Besatzungstruppen tragen. Tschanghsueliang hat ein Telegramm der chinesischen Regierung in Mukden erhalten, wonach alle Maßnahmen getroffen seien, das Vorgehen ber Japaner zum Stillftanb zu bringen. Zuspitzung her Lage. Tokio, 21. Sepl. (IDTB. Funkspruch.) Das japanische Kriegsministerium gibt bekannt, baß bie chinesische Kirinbioision gegen Tschientau an der Grenze Koreas vorgerückt ist. Man erwartet, bahweiterejapanlscheTruppen aus koreanachder Mandschurei abgeheu werden. Ein Teil der japanischen Division, bie in Kanam in Nordoslkorea liegt, ist bereits verladen worden. stein'1^ hne Mundstück n u n d • dick - Das bißchen Erde. Vornan von Richard Slowronnel. Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. 37. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Malte hatte schweigend zugehört. Wie hatte am Nachmittag der kleine Rechtsanwalt gesagt? ... Er würde sich gar nicht wundern, wenn es nächstens mal in Hohenrömnitz zufällig brennen würde ... Der Zufall war gar rasch eingetreten, und nur ein paar alte Papiere waren verbrannt ... „Gute Rächt, Fuhbel" ... „Gute Rächt, gehorsamst, Herr Graf" ... Malte ging langsam weiter, das übermütige Glücksgefühl war verflogen ... „Rur ein paar alte Papiere waren verbrannt" ... Während er hier tändelte und koste, hatte man ihm drüben sein Recht gestohlen. Er war drauf und dran gewesen, danach mit kühner Faust zu greifen, der Kleinmut hatte ihn auf den andern Weg geführt. Oder, wenn er sich genau auf Herz und Rieren prüfte, verliebte Sehnsucht ... Gar nicht erwarten hatte er's können, bis er wieder nach Hause kam, er hätte ja den alten Wotan mit kaltem Blute in den Weg lenken können nach Hohenrömnitz. Aber da sah eine zierliche Feine im Försterhause, wartete auf ihn ... Lind mit einem Male lachte er aus vollem Halse auf: was plagte er sich hier um alte Papiere — sie waren jetzt ja wertlos für ihn wie ein Flederwisch! Mit der zierlichen Feinen hatte er sich ja eben verlobt, ohne daran zu denken, was für strenge Gesche drüben in der Hohenrömnitz auf einer alten Cselshaut geschrieben standen ... Oder war seine zukünftige Frau Eheliebste vielleicht eine „mecklen- börgisch Iungfrouw von untadeligem Adel?" ... Mit je sechzehn Ahnen von Vaters- und Mutterseite? ... Ein gewöhnlicher Kaufmann war ihr Vater, freilich mit ungezählten Däusern. Unö das war ganz gut so, für den Fall, dah es hier schief ging ... Daran hatte er, weih Gott, nicht gedacht, als er den Arm nach ihr ausstreckte, an alles andere eher — sein Gewissen war rein! Er brauchte sich nicht zu schämen ... er hätte um sie geworben, auch wenn sie arm gewesen wäre wie eine Kirchenmaus! Aber der ungeheure Reichtum — wenn er sich recht entsann, hatte der kahlköpfige Dicke von dreizehn Millionen gesprochen — war keine unangenehme Begleiterscheinung. Von der Summe konnte er sich keine rechte Vorstellung machen, vielleicht war sie groh genug, um damit die ganze Hohenrömnitz zu kaufen ... Lind lustig schoh es ihm durch den Sinn: wie, wenn sich nun drüben die Hoffnungen nicht erfüllten? Wenn er nach wie vor der Erbe blieb? Dann hatte der Herr Onkel sich in der eigenen Schlinge gefangen, konnte nicht Herkommen und sagen: „Diese Che ist nicht gültig, sie entspricht nicht unferm Hausgeseh!" .. Man lachte ihm in die Zähne: „Bitte, produzier es doch, das Pergament, worauf das geschrieben steht ... Lind, wie sagst du, es ist damals bei dem Brand in deinem Schreibzimmer vernichtet worden? ... Ach, wie schade! Run muht du wohl mit mir einen Prozeh anfangen! Aber bis der entschieden wird in letzter Instanz, können ganze Geschlechter aussterbcn ... Lind wie alt bist du, lieber Onkel? Siebzig Iahre" ... Zu lustig war das--- Auf der Diele brannte noch Licht. Lentz trat herzu, nahm ihm Hut und Stock ab. „Die Miken hat noch 'n büschen was Kaltes hingeseht auf den Tisch. Weil Herr Graf doch zu Mittag und Abend nichts gegessen haben" ... Malte hieb ihn vergnügt auf die Schulter. „Essen? ... Ree, Alter! Aber hol 'ne Buddel Sekt aus dem Keller! Ich möchte für mich solo allein ein freudiges Ereignis begiehen!" Der Alte griff mit frohem Schreck nach dem Herzen. „Lim Gott, Herr Graf, hat es vielleicht drüben 'ne lütte Komteh gegeben?" ... „Ree, noch nich! Aber vielleicht kommt das auch noch mit Gottes Hilfe. Vorläufig sind mal erst in der Hohenrömnitz ein paar alte Schwarten verbrannt" ... Er reckte die Arme in die Luft: „Lenh, ich bin glücklich ... glücklich wie noch nie. seit ich auf der Welt bin ... Ich kann dir das nicht näher erklären, du und die Miken, ihr altmodischen Leutchen, würdet es ja doch nicht verstehen" ... Lentz nickte nur, stieg schweigend in den Keller hinab. Er brauchte keine näheren Erklärungen, er war ja auch mal jung gewesen als flotter Husar. Lind er hatte den schwülen Geruch wahr» oenommen, den sein Herr in den Kleidern mit* brachte ... Den kriegte man nicht, wenn man nur so still in der Stube sah und sich ehrbar unterhielt ... Da muhte man schon ganz nahe zusammenrücken mit der. die diesen Geruch an sich hatte--- 5. Als wenn sie Bleisohlen an den Fühen hätten, schlichen die Tage, wollten kein Ende nehmen vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Lind keine LIngeduld half, die Entscheidung kam nicht und kam nicht ... Am Morgen stand man auf: vielleicht heute? ... Aber der Abend kam langsam herangekrochen, es stand alles noch so ungewih wie zuvor. In einer Art von Dämmerzustand lebte er dahin, träge und tatenlos, kaum, dah er einmal am Tag über die lange Dammallee ging, um mit dem Vogte, der an Stelle des entlassenen Verwalters die Wirtschaft führte, die dringendsten Arbeiten zu besprechen. Zuweilen überfiel ihn dabei ein Aerger gegen sich selbst, dah er bei diesen Besprechungen nicht viel mehr als eine Art von nickender Pagode war ... Erst wenn man in den vielfältigen Betrieb der Landwirtschaft ein wenig schärfer hineinsah, merkte man, über wie viele Kenntnisse und Erfahrungen ein Herr verfügen muhte, der seinen Besitz selbst verwalten wollte. Lind diese Kenntnisse sich anzueignen hatte er in törichtem Leichtsinn versäumt, war allerhand bunten Abenteuern nachgelaufen in der Zeit, in der andre lernten ... Dann fahle er im Augenblicke gute Vorsätze, lieh sich eifrig erklären, weshalb jetzt dieses geschehen muhte und weshalb jenes ... am Tage danach hatte er die Lust wieder verloren. Was frommte es, dah er hier mit Fleiß die Saat bestellte? Die reife Frucht gehörte ja doch einem andern ... dem, der nach ihm kam ... Stundenlang sah er dann auf der Diele, starrte untätig durch die Scheiben der Glastür auf die lange Doppelreihe von Erlenbäumen hinaus, die sich weit hinten vor dem spähenden Auge zu einem engen Tor zusammenschloh ... Lind durch dieses Tor muhte eines Tages die Entscheidung kommen, ob er ein Herr war oder ein Bettler ... Am Abend jedoch, kaum dah die erste Dämmerung sich neigte, überfiel ihn eine seltsame Lln- rast ... Dann ging er in den Park hinaus, löste das Boot von der Kette und ruderte nach der andern Seite hinüber, wo der See fast schon an Alten-Krakower Gebiet stieh. Eine gewaltige breitästige Eiche ragte am Ufer, ganz einsam zwischen einer niedrigen Fichtenschonung ... Er wuhte genau, er wartete umsonst, aber wer mochte wissen, ob sie nicht doch vielleicht dastand, die Eine, der all seine Gedanken gehörten ... dastand und wartete ... vielleicht ... Erst wenn die Nacht mit ihren schwarzen Schatten sich über Wald und Wasser legte, ruderte er wieder heim ... vielleicht morgen ... Der Traum von Glück war ganz kurz gewesen, kaum zwei Tage hatte er gedauert ... Lind er begriff es immer noch nicht ... Als er sie am ersten Abende wieder zurückruderte an die Stelle, von wo aus sie den nächsten Weg hatte nach Alten-Krakow — zur Sicherheit hatte er ihr noch ein Ende weit das Geleit gegeben, bis dicht an den Park, — hatte sie ihm unter tausend Küssen geschworen, sie wäre fein für immer, würde alles daran fetzen, das verhahte Band zu lösen, das sie noch mit der Vergangenheit verknüpfte ... Am nächsten Abend aber schon wartete er vergeblich, bis tief in die sinkende Rächt, zwei qualvolle Tage vergingen danach ohne eine Spur von Nachricht, bis der dritte endlich die Aufklärung brachte. Ein kurzes Brieflein aus Berlin. Ein paar Zeilen nur, wie ein Der- zweiflungsschrei ... „Vergib mich, Liebster ... sie sperren mich hier ein ... erklären mich für toll... mein Vater war fast unmenschlich in feinem Zorn beinahe geschlagen hat er mich, dah ich eine solche Schande über ihn bringen wollte ... und ich bin zu schwach, die Ketten zu brechen ... vergih mich ... vergib mich ..." Da hatte er einen schier wahnsinnigen Brief zurückgeschrieben, ein einziges, stammelndes Flehen und Bitten, sie sollte ihn nicht verlassen. Lind was läge ihm an dem schnöden Geld und Gut ... barfuß sollte sie zu ihm kommen, er würde sie aufnehmen, wie es einer Braut geziemte! Lind nicht fürchten sollte sie sich, er stände ja vor ihr, würde sie schützen. Ihr zuliebe wollte er in einen Vergleich willigen, den er bisher als schmachvoll zurückgewiesen hätte, ohne Sorgen könnten sie wohnen in dem kleinen Schlob, das ihr bei dem ersten Besuche so gut gefallen hätte ... Aus diesen Dries hatte sie nicht geantwortet. Er aber fuhr jeden Abend hinüber nach dem andern Llfer ... Lind zuweilen überfielen ihn die Zweifel. Ob er nicht vielleicht nur ein leichtgläubiger Tor gewesen war, der für unauslöschliche Liebe genommen, was die kleine blonde Frau bloh als mühigen Zeitvertreib angesehen hatte ... Damit aber tat er ihr bitteres ihjredjt ... Sein Brief hatte sie sicherlich gar nicht ^kreicht, oder man hinderte sie daran, ihm zu antworten ... sie hatte ja geschrieben, man sperrte sie ein ... Lind schließlich war ihm die abendliche Fahrt zur Gewohnheit geworden, wie das Hinaus- ftarren auf das enge Tor; man wartete, dämmerte dahin und träumte ... Wie anders alles hätte kommen können, wenn er zur rechten Zeit den kecken Mut des Zugreifens gefunden hätte ... In der Hohenrömnitz drüben und hier in Vellahn ... Das ganze Gewächshaus hatte er geplündert damals an jenem ersten Abend, um die Zimmer mit Blumen zu schmücken, und als die beiden Altchen mit verwunderten Augen seinem Treiben zusahen, hatte er sie bei den Händen gefaßt« „Freut euch mit mir, ihr beiden Getreuen, heute zieht hier eine Braut ein! Eure zukünftige Herrin, die ihr hoffentlich Io lieb haben werdet wie mich" ... „Gottvater steh' mich bei", hatte Miken erwidert, „kann man sich denn mit einer Frau verloben, und der Mann is noch da? And keine Scheidung is noch nich gewesen und fo?" ... „3a, das kann man“, hatte er daraus lachend gesagt, „das ist die neue Zeit, die nicht nach altem Formelkram fragt! Die rechte Liebe mutz nur da fein, von beiden Seiten" ... Lind am Abend führte er sie herein, die 8iert ließe, Feine ... „Da, das ist dein zukünftiges Reich" ... (Fortsetzung folgt) Hildegard und Willi Siebert l 05436 F Frankfurt a. M,Hohenstaufenstraße 21, den 18.Septl931. ■O ■■ Gießen (Marburger Str. 40), Westerburg, den 19. September 1931. Die Beerdigung findet Dienstag. 22. Sept., nehm. 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. / Beileidsbesuche dankend verbeten. In tiefer Trauer: Luise Grub, geb. Stroehmann Milly Schlosser, geb. Grub Heinz Grub Heute verschied im 72. Lebensjahr mein lieber Mann, unser guter Vater Herr Heinrich Grub Oberbahnhofsvorsteher L R. Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute meine liebe Frau, unsre treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Luise Sichert, geb. Schleenhäcker nach kurzer, schwerer Krankheit nach kaum vollendetem 61. Lebensjahre in die Ewigkeit zu sich zu rufen. In tiefer Trauen August Siebert Aug. Heb. Siebert und Frau Toni, geb. Hagemann Hermann Siebert und Frau Käthe, geb. Weber Peter Jöckel und Frau Mariechen, geb. Siebert Die Beerdigung findet in aller Stille statt _______ _______6226 D Dr. Ploch Kyfffhäufer-Technikumh Bad Frank.nhaaien, Kytth. Programm antordoro.■ Elektrotechnik, Maschinen-, Landmaach.-, Auto- R u. Flugzeugbau, Flugbetrieb. Stahlbau, Eisen-M wasserbau. Für Kaufleute einsem. techn. Kuruc. M nimmt seine Praxis ab 22. September wieder auf 6221 D 4 Markt-Schlager Trauben süße Ware....10 45^1 Pfirsiche deutscheWelnberg-Früchte, 2®5O,5) NÜSSe garantiert gesund, 20 55,5} Zwiebel z.Winter-Bedarf, 8 @ 55^ 05438 Im Zentner RM. 4.50 morgenDienstag aufdemWochenmarkt I. Eichbladt, Frankfurt a. M. Standplatz vor der Reithalle. 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September 1931, nachmittags 2 Llhr,follen im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: 1. ein Motor, ein Radioapparat, eine Bohrmaschine eine Schreibmaschine^ Klaviere, Schreibtische, Handtücher, Bettwäsche, Eisschränke, Büfetts, Ladeneinrichtungen, ein Ladenregal, ein Fernglas, eine Krause-Schneidemaschine, ein Warenschrank, Sekretäre, ein Nivellierinstrument, Ladentheken, eine Schreibladen, lasse, Damenstrümpfe und Handschuhe, eine Schnellwaage, ein Lieyestuhl, ein Diwan, ein Teppich, ein Nähtisch, ein Paneelbrett, diverse Flaschen Likör, ein Personenwagen, Hemden, Ski-, Rodel- und blaue Mützen, ein Küchenschrank, ein Korbsessel, eine Chaiselongue, ein Ausziehtisch, Stühle, ein Bücherschränk- chen, Spielsachen, eine Partie Gold- und Silbersachen. 2 voraussichtlich bestimmt: ein neuer Teppich (2 X 3), ein kleines rundes Tischchen. 6219D Wilh. 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T T OM29 Haus Walltorstr. 36 auf Abbrnch zu verg.Angebote an Balzer, Braugasse Nr. 220 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen) Montag, 21. September 1951 auf 15 Prozent gesenkt. durch sofortige wesentliche Entlastungsmahnahmen auf dem Gebiete der Hauszinssteuer die Doraussehungen für eine Senkung der Mieten geschaffen werden. Die schon immer gesorderte Aufhebung der Hauszinssteuer wurde aus diesen Gründen als ^sonders vordringlich betrachtet. Der schwierigen Geschäftslage Rechnung tragend, hat die Kammer bei der Erhebung der Beiträge für 1931 den Ausschlags ah auf dem Gewerbe!apital gegenüber dem Dorjahr um OieBörsenlage inOeutschland imZeichen der psundkrisis. Stadttheater, Gastspiel „Die Tragödie des Arztes". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: . und da» ift die Hauptsache" (Bolkslag) — Ein Reitersilm im Lichtspielhaus. Wie uns vom Kavallerie-Derein Gichcn mitgcteilt wird, findet am Sonntag. 4. Oktober. 11 Uhr im Lichtspielhaus. Gichen. die Dorführung des ersten groben deutschen Reiterfilmes ..Ausgesessen?" statt. Der sechsaktige Film, der die Geschichte der deutschen Reiterei behandelt, bringt Dilder auS der Friedenszeit und der Ausbtldungsperiode der deutschen Kavall(- risten. Der Film wird auherdem den Taten der deutschen Reikhrei während deS Weltkrieges gerecht. Der Heranwachsenden Jugend soll dadurch vor Augen geführt werden, was ihre Däter im Kamps gegen eine Welt von Feinden geleistet haben. Daneben ist auch der frisch-fröhliche Geist der Aeiterjugend im Bilde scstgehalten; andere Dilder wieder gestatten einen Einblick in das ReitcrvereinSlcben. Auherdem wird noch der Film vom 1 Westdeutschen Kavalleristentag. der 1927 in Viehen stattfand, gezeigt. Feiertag in der Burgstraße. Tic Besprechung der Lage an der Berliner Börse. Zieht man die Tatsache in Betracht, dah heute der hohe israelitische Jeicrtag den Bärscndesuch beträchtlich einschränkt, so bietet die Börse rein äuherlich kaum ein besonders markante» Bild. Da jedoch jeglicher Handel an der Wertpapierbörse untersagt ist, finden sich in allen Sälen die Ve- ( sucher zu mehr oder weniger grohen Gruppen zusammen, um über die neugeschassene Situation zu disputieren. Tendenzrnähig stellt man im allgemeinen fest, dah naturgemäß an eine Besserung de» Kursniveau» für deutsche werte kaum zu denken sei, solange die Situation an den Weltbörsen nicht eine gründliche Bereinigung erfahren habe. Insbesondere verweist man auf die gegenwärtige Bewertung der deutschen Anleihen im Au, lande und stellt die nieö- eigen Zinssätze, die für Warenkredite verlangt werden, miteinander in Vergleich. Die wirtschaftspolitische Lage wird dagegen verschiedentlich optimistischer beurteilt. Es wird gesagt, die Entwicklung könne für Deutschland keinesweg» ungünstig genannt werden, da sämtliche Fragen, die für Deutschland» Schicksal von ausschlaggebender Bedeutung sind, sicher schneller zur Entscheidung gebracht werden dürsten, nachdem auch da» stolze England sehr empfindlich mit in die Krise hinein- gezogen worden ift. In manchen Kreisen wird die Jrege erörtert, ob e» nicht auch für ust» zweckmählg sei, nach dem Beispiel England» vom Goldstandard abzugehen. Dazu wird von unterrichteter Seite bemerkt, dah die englischen währungsmahnahmen ja nochkeine»- ro e g » eine endgültige Abkehr vom Goldstandard bedeuten. Die Rückkehr zu diesem System ist bekanntlich in der englischen Oefsentlichkeit und Finanzwissenschast in den letzten Iahren häufig kritisiert worden. Aber bisher liegt kein Beweis dafür vor, dah die grundsätzliche Einstellung der englischen Regierung sich irgendwie geändert habe. Schon daraus ergebe sich, dah Deutschland keine Veranlassung hat, eine Aenderung seiner währung»- oerhällnisse vorzunehmen. Dazu kommt noch, dah die internen wie die ausländischen Interessen, die Deutschland zum Festhalten de» Goldstandards veranlagten, weiter bestehen. Oie Lage am Produktenmarkt. Infolge des hohen israelitischen Feiertags und des damit verbundenen geringen Besuchs der heutigen Produktenbörse in Frankfurt a. M. fallen die amtlichen Dotierungen heute aus. In Derlin blieb, wie schon in der Zeit der Börsen- und Dankfeiertage im Iuli-August der Produktenmarkt von den Einschränkungsmahnahmen für den Börsenverkehr unberührt. Auch hier lieh der Besuch selbstverständlich die Einwirkung des israeli- I tischen Feiertags erkennen und die Allgemeinftim- mung war infolge der überraschenden Ereignisse des Sonntags äuherst unsicher. Einerseits werden wieder gewisse Befürchtungen währungspolitischer Dalur gehegt, die die Landwirtschaft Aur Zurückhaltung des Angebotes veranlassen, an- I oererseits sagt man jedoch, dah England als Ezportkäuser für deutsches Getreide vorerst wohl I kaum in Frage kommen dürste. Das Geschäft beschränkt sich auf allen Marktgebieten auf ein Mindestmaß. Am Lieferungsmarkt bewirkten einige Deckungskäufe ein Anziehen der Weizen- und Roggenpreise im Ausmaße von 1 bis 2 Mark, im Promptgeschäft waren dagegen — sofern überhaupt — gegenüber Samstag unveränderte Preise zu hören. Das Mehlgeschäft stockte fast gänzlich. Hafer war in geringen Qualitäten weiter ziemlich reichlich angeboten. Die Preise neigten zur I Schwäche. Gerste lag sehr still. Oer Frank ist unangreifbar. Tic Pariser Börse bleibt geöffnet. Paris, 21. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Pariser Börse ist nicht geschtossen. Finanzminister FIandin hat heute vormittag eingehend mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich,« M o r c t, dem Direttor der Devisenabteilung im Finanzministerium, Escalier, und dem Syndikus der Pariser Börsenmakler, Jacob, verhandelt. 9m Anschluß daran begab sich Flandin mit Escalier und Moret zum Ministerpräsidenten Laval, um ihn über die Lage zu unterrichten. — Moret erklärte, nach Prüfung der Lage plant die Regierung im Einvernehmen mit der Bank von Frankreich und auch den anderen Pariser Großbanken keine Schließung der Pariser Börse. Jedoch muß man gewisse Einschränkungen gegenüber den internationalen Wertpapieren im Terminhandel in» Auge fassen, um zu vermeiden, daß da» Ausland die besondere Lage de» Pariser Markte», der allein noch aufnahmefähig ist, nicht mißbraucht. Frankreich hat keinen Anlaß, sich zu erregen. Seine Währung ist fest. Das Gold der Bank von Frankreich, die Dollarkredike, über die sie in Ncuyork verfügt, machen den Franken durchaus unangreifbar Es ift unnütz, daran zu erinnern, daß der Rediskontkredit sowie die Operation in Schatzbond», die mit England getätigt würden, in Franken abgeschlossen sind, also brauchen weder die Banken, die an der Rediskontierungstransaktion teilgenommen haben, noch die Zeichner englischer Schatzbonds irgendeine Gefahr zu laufen, um so mehr, als in ihrer Mitteilung die englische Regierung selber al» Grund für ihre Maßnahmen angibt, daß die Bank von England die in Gold eingegangenen Verpflichtungen e i n b a 11e n werde Die französischen Kapitalisten dürfen nicht die besonder» s o I i d « L a g e au» dem Auge verlieren, in der sich Frankreich befindet, das Leitmotiv muß heute mehr denn je heißen: „Kaltblütigkeit, Geduld und Verträum". • Robert Bosch 7 0 Sabre alt. Der Gründer der Boschwcrkc. Heren ZündungS-. Licht- und Lignal-Anlagen für Kraftfahrzeuge in der ganzen Welt bekannt sind, wurde am 23. September 1861 in Albeck bei Ulm geboren. Rach dem Besuch der Realschule in Ulm kam er für drei Iahre zu einem Optiker und Mechaniker dieser Stadt in die Lehre, arbeitete dann In verschiedenen elektrotechnischen Betrieben, auch in den Bereinigten Staaten und in England, und machte sich im Herbst 1886 in Stuttgart selbständig. Aus seiner bescheidenen Werkstätte für Elektrotechnik und Feinmechanik sind im Lause der Iahre die großen Industriewerke in Stuttgart und Feuerbach entstanden, die heute Tausende von Arbeitern und Angestellten beschäftigen. • Die Indexziffer d e r Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 16. September berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 108,8 gegenüber der Dorwoche um 0,2 Prozent gesunken. Dies ist vor allem auf Preisrückgänge für industrielle Rohstoffe, J)nlb- und Fertigwaren zurückzuführen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe unverändert 101,6, Kolonialwaren 94,3 (+ 1,0), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 100,2 ( — 0,4), und industrielle Fer- tigwaren 134,7 Prozent (—0,1). Innerhalb der letzten Gruppe beträgt die Indexziffer für Produktionsmittel 130,5 (—0,1) und die für Konsumguter 137,9 Prozent (—0,2). m • Henschel & Sohn AG.. Kassel. Gegenüber den seit einiger Zeit in Kassel umlaufenden Gerüchten, dah mit Ablauf d. I. die Henschel & Sohn-AG., Kassel, wegen Mangels an Aufträgen stillgelegt werden soll und dah die Lokomotivquote von 35 Prozent an die AGG. abgetreten werden würde, teilt die Derwaltung der Henschel & Sohn-AG, Kassel, dem WTB.- Handelsdienst auf Anfrage mit, dah diese Gerüchte den Tatsachen völlig widersprechen. SS sei nicht beabsichtigt, das Werk ftillzulegen ober die Lokomotivquote zu verkaufen. Die erfolgten Kündigungen und Bctriebseinschränkungen kennzeichneten im Gegenteil den ernsten Willen der Derwaltung, mit Hilfe der vorliegenden Aufträge und der noch zu erwartenden Auftragseingänge den Betrieb des Werkes aufrechtzuerhalten. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 19. Sept. Infolge der weiter rückläufigen Produktion konnten sich die Preise am hiesigen Markt, gegenüber der Dorwoche erneut um durchschnittlich etwa 1 Pf. pro Stück befestigen. Die Tendenz ist daher als weiter fest zu bezeichnen. In Händlerkreisen rechnet man mit einem weiteren leichten Anziehen der Preise. Der Absatz hat infolge der besseren Nachfrage des Konsums eine weitere Besserung erfahren. Es notierten in Pf. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 10 bis 10,50, Jugoslawen 9,75 bis 10, Rumänen 9,75 dis 10, Rusten 8 bis 9, Polen 9 bis 9,50, Holländer 11,50 bis 13, Dänen 11 bis 13,50, Bayern 10 bis 10,50, Deutsche Frischeier 9 bis 12,50. In- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 7,50 bis 8,50. Frankfurter Schtachtvichmarkt. Frankfurt am Main, 21. Sept. Auftrieb 6003 ' Schweine. Es notierten vollfleischige Schweine von etwa 240 dis 300 Pfund Lebendgewicht 53 bis 56 > Mark, von etwa 200 bis 240 Pfund 53 bis 56 Mark, i von etwa 160 bis 200 Pfund 50 bis 54 Mark, , Sauen 40 bis 49 Mark. — Marktverlauf: Schweine i ruhig, Ueberftanb, Fettschweine über Notiz. Oie Industrie- und Haudrls- kammer Friedberg zur Lage. Die Industrie - und Handelskammer Friedberg hielt am Donnerstag eine Dollver- sarnrnlung ab, die von dem stellvertretenden Dor- sitzenden der Kammer, Kaufmann Hirsch (Friedberg), geleitet wurde. Der Syndikus der Kammer, Dr. Göbel (Friedberg), berichtete einleitend über die Tätigkeit der Kammer in der Geld- und K r e d i t k r i s e. Auch zur Devisenvcrordnung und den damit im Zusammenhang stehenden Dorschriften wurden nähere Ausführungen gemacht. Alsdann wurde die jetzige Lage eingehend besprochen und die Forderung der hessischen Industrie- und Handelskammern auf Befreiung der Wirtschaft von den ihr auserlegten Fesseln besonders unterstrichen. Wie sehr die Rot angewachscn ist, geht aus den Llmsatzrückgängen hervor, die nach den Berichten der anwesenden Herren in manchen Branchen 40 Prozent und meh r gegenüber dem Dorjahre betragen. Rach längerer Aussprache wurde folgende Entschliehung einstimmig gefaßt: »Die Wirtschaft deS Kammerbezirks hat unter der gegenwärtigen Krise besonders stark zu leiden. Die Äffischen Industrie- und Handelskammern haben bereits auf ihrer letzten Dertreterbcspre- chung zur Lage im allgemeinen Stellung genommen. Unabhängig von den Maßnahmen, die die Wirtschastsvertretungen zur Milderung der Steuer- und Zinsenlasten in Angriff genommen haben, richtet die Dollvcrsammlung der Industric- und Handelskammer Friedberg an die Derbraucher die dringende Bitte, im Rahmen der eigenen finanziellen Leistungsfähigkeit zur Wiederbelebung des Geschäftes bcizutragcn. Das Geld hat die Funktion, dem wirtschaftlichen Derkehr zu dienen und nicht in den Truhen zu liegen. Trotz (Eine größere militärische Hebung wird am morgigen Dienstag wieder zwischen den Garnisonen von Gießen und Marburg stattfinden. Das Gießener Bataillon wird in der lammenden Nacht gegen 3 Uhr von hier nach der (i.gend von Mornshausen bei Gladenbach abmarfchieren und dort morgen früh in der Richtung auf Hermeshaufen gegen die Garnison von Marburg ins Gefecht treten. Die Gefechtshandlung wird voraussichtlich am Diene- tagnadjmitlaa ihren Abschluß finden. Dann wird die Marburger Garnison wieder nach Marburg zurückmarschieren während die Gießener Truppe nach ! einer Derpslegungspause die Hebungen im Batail- lonsoerbanbe fortsetzen, die Nacht zum Mittwoch über im Manöver weilen und am Mittwoch früh gegen 8 Uhr wieder hierher zurückkehren wird. Schlachtenbummler, die sich das Gefecht am morgigen Dienstag nicht entgehen lassen wollen, werden sich zweck- maßigerweise gegen 8.30 Uhr auf der Höhe nördlich der Mappesmühle bei Mornshausen einfinden. * Eine Achtzigjährige. (Eine alte Gießenerin, Frau Ww. Luise Richter, geb. Weißmüller, Karl - Dogt - Straße 21, begeht am Dienstag, 22. September, in geistiger und körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag. * Haussammlung für Hilfsbedürftige. 9n den nächsten Wochen läßt die Anstalt für Epileptische in Nieder-Ramstadt ihre behördlich genehmigte Hauskollekte in Stadt und fiteis Gießen durchfuhren. Da es sich bei dieser Sammlung um ein Liebeswerk an den bedauernswerten Fallfüch tigen und Krüppeln handelt, sollte sich niemand der Bitte um eine Gabe verschließen, vielmehr nach Kräften dazu beitragen, das Los der Kranken erleichtern zu helfen. Der mit der Haussammlung Beauftragte ist mit einem Ausweis und dem behördlich genehmigten Kbllektantenbuch versehen. Ein Einbruch in die Zeughaus- t a f e r n e wurde, wie jetzt erst bekannt wird, in der vorigen Woche nachts, während der Abwesenheit des Bataillons im Manöver, versucht. Es wurde versucht, von der Senckenbergstraße aus in die Kaserne ein- zudringen. Der Wachtposten bemerkte den Einbruchs- versuch noch bevor er durchgeführt werden konnte, und verscheuchte den oder die Täter. Der Vorgang wird jetzt von den Behörden untersucht. Im übrigen wurden die Sicherungsmahnahmen verschärft. finden. Der Handel fordert, daß auch die Erzeuger zu dem Opfer beitragen. Derhand- lungen in dieser Richtung sind mit dem RcichS- veroand der deutschen Industrie aufgenommen. Daneben laufen Derhandlungen mit den Kohlensyndikaten und mit dem Bäcker- u nd Fleischerhandwerk, den D r o t f a b r i * k e n und der Z l e i s ch w a r e n i n d u st r i e , die noch auf weitere Erzeugerkreise und Gewerbe ausgedehnt werden sollen. Die Zuführung der Lebensmittel an die Arbeitslosen soll nach Möglichkeit über den Einzelhandel und die Derkaufs st eilen der Konsumgenossenschaften geschehen. Das Derfahren soll von den Fürsorgestellen gemeinsam mit den beteiligten Wirtschaftskreisen geregelt werden. Dabei wird auch entscheidend fein, inwieweit Barunterstühungen durch Sachleistungen abgelöst werden können. Die Reichsregierung hofft, auf diese Weise die Kaufkraft der Arbeitslosen stärken und kostspielige Sondereinrichtungen zu ihrer Dersorgung außerhalb des üblichen Handelsweges vermeiden zu können. Deshalb ist es erwünscht, dah auch die einzelnen Fürsorge- träger nicht selbständig Maßnahmen ergreifen, durch die das Ergebnis der sich ihrem Abschluß nähernden Derhandlungen beeinträchtigt werden könne. der anerkannten Rotlage weitester Derbraucher- schichten gibt cs auch heute noch unberechtigte Kaufenthaltung. Dadurch wird aber die Krise nur noch verschärft. Ie eher es gelingt, durch Umsätze die Produktion zu heben.um so eher wird cs möglich fein, die harte Lage für alle Derussschichten zu mildern. Angesichts der stark erhöhten Bantzinsen, der Einschränkung der Kredite, sowie der Forderungen der Lieferanten nach Barzahlung, sind alle Geschäftsleute genötigt, auf schnellen Eingang ihrer Außenstände bedacht zu sein. Wir erheben deshalb die dringende Ditte, fällige Rechnungen sofort zu bezahlen. Wer über ein regelmäßiges Arbeitseinkommen oder andere sichere Einkünfte verfügt, der leistet sich und der Allgemeinheit den besten Dienst, wenn er Rechnungen nicht lange anstehen läßt. Rur so wird es der Geschäftswelt möglich sein, die eigenen Zahlungsverpflichtungen pünktlich zu erfüllen und damit auch ihrerfeits zu der dringend notwendigen reibungslosen Abwicklung des Wirtschaftslebens beizutragen." Zu der aktuellen Frage der Aufhebungder Hauszinssteuer nahm die Dollversammlung eingehend Stellung. Einmütig wurde der Auffassung Ausdruck gegeben, daß die Wiederherstellung ausreichender Ertragsfähigkeit des bebauten Grundbesitzes ein unerläßliches Erfordernis der Wiederbelebung der Wirtschaft ist. Auch würden DaS Reichsgericht hat vor kurzem (11. Iuli 1931 — IX 138 31) eine interesfante Entscheidung gefällt. Ein Anstreicher, der das Absällrohr einer Dachrinne ft reichen sollte, kam mit dem blanken Draht der sog. Hausanschlußleitung des Elektrizitätswerkes in Berührung und stürzte tot von der Leiter. In dem sich anschließenden Schadensersatzprozeß der Hinterbliebenen gegen das Elektrizitätswerk hatte da« Oberlandesgericht zwar ein wesentliches Derschulden. des Anstreichers fcftgcftcllt, das Elektrizitätswerk aber doch zum Teil verurteilt. Das Reichsgericht bat diese Entscheidung aufgehoben und die Klage in vollem Umfange abgcwicscn. Das Elektrizitätswerk habe die Dorschriften des Derbandes Deutscher Elektrotechniker eingehalten, diese seien als eine überparteiliche Bearbeitung der auf dem Gebiete der Elektrizität geltenden Regeln der Technik anzu- sehen. Wer sie beachte, habe daher in der Regel die ihm obliegende DerkehrSsorgfaltspflicht erfüllt. Daraus ist umgekehrt zu entnehmen, daß derjenige, der die DDE.-Destimmungen außer acht läßt, dem Dorwurf der Fahrlässigkeit ausgesetzt ist. Dabei wird der Laie, dem die DDG.-Dor- schriften nicht bekannt sein können, allen Erfordernissen der Sorgfalt Genüge getan (toben, wenn er die Herstellung feiner Anlage einem anerkannten Fachmann (Elektrizitätswerk oder zugclassenen Installateur) überträgt; die Beschäftigung von sog. Schwarzarbcitcrn ist dagegen nicht unbedenklich und kann als Fahrlässigkeit ungerechnet werden, wenn etwas mit der Anlage passiert. Zur Sorgfaltpflicht jedes einzelnen gehört aber auch die unverzügliche Beseitigung offensichtlicher Mängel der Anlagen, wie z. B. defekter Schalter- dosen, Leitungsschnüren mit defekter Isolation u. ä. Taten für Montaq, 21. September. Sonnenaufgang 6.08 Uhr, Sonnenuntergang 17.08 Uhr. — Mondaufgang 17.08 Uhr, Monduntergang 0 Uhr. 1860: der Philosoph Arthur Schopenhauer in Frankfurt a. TI. gestorben; — 1890: der Fliegeroffizier Max Jmmclmann in Dresden geboren. Bornotizcn. — TageskalenderfürMontag. Gemein, nützige Deutsche Bühne für Volkshygiene: 20 Uhr, Verbilligung des Lebensbedarfes für Arbeitslose. Berlin, 19. Sept. (TLI.) In den beiden letzten Wochen haben in den Reichsministerien mit den beteiligten Kreisen zahlreiche Besprechungen stattgefunden, mit dem Ziele, eine Derst i l li g u n g des notwendigen Lebensbedarfes der Arbeitslosen für den kommenden Winter zu erreichen. Handel und Konsumgenossenschaften haben fich bereits grundsätzlich zur Lieferung von Kartoffeln und Brennstoffen bereit erklärt. Ihre Mitglieder werden sich zu örtlichen Derhandlungen mit den Gemeinden über die Derstilligung weiterer Lebensrnittel bereit- Aus der Prvvinzialdauptstadt (Dieben, ben 21.September 1931. Mein Mann spielt Skat. Er spielt in jeder Woche nur ein Mal. Ich selber habe keinen Sinn für Karten. Zwei Männer, die im Leben sonst normal, erscheinen bann. Er kann es kaum erwarten. Sie setzen sich an einen runden Tisch; (je freuen sich, wie kaum erwachsne Knaben, und Redensarten fallen, kraftvoll frisch, al» spielten sie in einem Schützengraben. Die Rätselworte, die ich nie versteh, bie wiederholen sich jetzt schon seit Jahren. Ich kenne schon bas ganze ABE. e» ist. um wirklich aus ber Haut zu fahren. ..Wer gibt!** So fragt eia jeder rrrs Mal. „Wer bumm ist, gibt. — Bei Karo blüht ber Weizen*. Der „Walbspecht Pique" warb mir längst zur Dual — unb ihre Wut bann bei bem falschen „Reizen"! Unb jebe» Mal wirb mir bann aufgetischt: „Hei! Wie sie fallen! Seht nur, wie sie sterzen!" „(Ein Förster hat sich mal zu Tob gemischt!" .Hei? Wie sie sich bie Beinerchen verkerzen?" Wer nicht weiß wo, ber spielt hier nur Karo!" Die'„Sangen Wege" unb die „Kurzen Farben". „Wer Vorhand hat, ist seines Lebens froh!" Und „Mer" kenn ich, die den „Null" verdarben! Sie spielen „Kucki", selten „Aus der Hand". Auf einmal wird ein „Kontra" dann geschmettert. Jetzt aber wackelt nahezu die Wand, wenn einer „Re!", ber anbre „Sub!" bann wettert Mit Rätselworten fällt mein Mann bann ein, bie halb französisch, halb chinesisch klingen, unb manchmal hort man unvermittelt brein ein klassisches Zitat von Goethe schwingen. Die „Java Mischung" unb „Wer hat, ber hat" ... „Nu ziehn Sie mal Ihr Hemde aus, mein Lieber! „Der kommt in'n Skat und dieser^oird Soldat" ... So reden sie und spielen wie im Fieber. Ein großer Auswand wird fürwahr vertan. Dann schließen (ie, mit Wangen rot wie Mennig, und nach sechs Stunden kriegt dann jeder Mann nach langem Rechnen dreiundzwanzig Pfennig! Puck. Oberhessischer Kunstverein. In ber Samstag-Ausgabe bes Gießener Anzeigers würbe ber erste Teil des biesjährigen Ausstel- I u n g s p r o g r a m m s des Ode r h effisck^en K u n st o e r e i n s mitgeteilt. Am Sonntag, 27. September, so schreibt man uns, lädt ber Kunstverein zu (einer ersten Ausstellung ein, bie eine Ucdersicht bes Lebenswerkes unseres 50jährigen oberhessischen Maler» Ernst Eimer, geboren in Groß-Eichen bei Mücke, geben soll. Anschließenb hieran sollen mehr als 100 Blatt graphischer Kunst unserer tiebeutenbften Maler der letzten Jahrzehnte gezeigt werden. Sie sollen durch sehr günstige Preisgestaltung viele Besucher zum Erwerb eines Blattes anregen. Im November folgt eine Ausstellung der Arbeiten von drei lebenden Künstlerinnen aus ganz verschiede- nen deutschen Gegenden. Der Vergleich der einzelnen künstlerischen Auffassung wird für manchen Besucher interessant sein. Der Monat Dezember ist unseren oberhessischen Künstlern Vorbehalten bie, wie alljährlich, ihr Iah- reswerk ber Oefsentlichkeit zeigen wollen. Im neuen Jahre wirb der Verein voraussichtlich eine große Sammlung der besten D e i k e r s ch e n Arbeiten bringen können, wahrend für Februar- März Maler der modernsten Richtung, wie Schmidt- R o 11 u f f, Röhls», Heckel u. a., ihre Arbeiten ausstellen werden. E» sei besonders daraus hingewiesen, daß die Be- suchszeiten für die Werktage auf die Stunden 15 bis 17 Uhr verlegt sind, um damit verschiedentlich geäußerten Wünschen entgegenzukommen. Ferner kann nach vorheriger Anmeldung jederzeit für geschlossene Besuchergruppen eine be. sondere Führung zu ermäßigtem (Eintritt durchgeführt werden. Wie weit reicht die Sorgsaltspsticht hinsichtlich elektrischer Anlagen? Oie Herbsttagung der OLG. Darmstadt. 17. Sept. (WSR.) Die heutigen Arbeiten der Herbsttagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft wurden mit den Beratungen der Ackerbau-Abteilung. fortgesetzt. Dr. Roemer. Erbesbüdesheim, erörtert die „Möglichkeiten derVerbesse- rung der Bodenbearbeitung im bäuerlichen Betrieb". Richtige Berteilung der Pflegearbeiten im Rahmen des jährlichen Arbeitsbedarfs müsse unter Anwendung geeigneter Geräte, oder durch Koppelung den Fortgang der Bodenbearbeitung während dieser Arbeitsspitze beschleunigen und die Handarbeit durch Gespannarbeit ersetzen. Die Handarbeit selbst könne durch Benutzung neuzeitlicher Geräte erleichtert und verbessert werden. Lieber „Stand und Entwicklung des Zuckerrübenbaues in den mittel- und kleinbäuerlichen DetriebenSüd- d e u t s ch l a n d s" berichtete Ministerialrat Dauer, Darmstadt. Der Verband süddeutscher Zuckerrübenpflanzer betrachte es als eine wichtige Ausgabe, die Landwirte mit den erfolgversprechenden Förderungsmastnahmcn durch praktische Vorführung der Arbeitsverfahren und -gerate und durch Feldversuche in den verschiedenen Anbaugebieten vertraut zu machen. Besondere Beachtung fand die gemeinsame Versammlung der Deutschen Gesellschaftfür Züchtungskunde und der Allgemeinen Tierzucht-Abteilung. Ministerialrat Dr. R i k l a s (München) behandelte „Deutschlands Höhenrinderzucht mit besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse". Das Zuchtziel der in Mittel- und Süddeutschland gehaltenen Rinderschläge sei davon bestimmt, daß das Rind in erster Linie zur Bewältigung der Gespannarbeit verwendet werden muh. Dazu müsse £ L o^e-e 4 € 2 B 5 = o € B o c B B E -e O< E o g- = A -Z 5* a (D E -9 U <* I B ® E B JQ ^L B“ S S c e: =o €5 E a 4E«^.e -- c E E5 A sr B 2 L r i 84 8-2 Z £ B 4ä B A ER S 5 E 4 4 8x£. 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