Nr. M Erstes Blatt 181. Jahrgang Donnerstag, 2(. Mai 1931 Lrlcheinr tügltch,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen Vie Illustriert« Siebener Familienblätter Hermat im Dill» Die Scholle Monalr-Bezugsvrelr: 2.20 Deichsmark und 30 Reichspfennrg für Träger« lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern Infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüsse anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Snjetget Sietze». postschccklonto: Sra^fftirtam Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen vnilk vnd Verlag: vrühl'sche Universitütr-Vuch' und Stetnöruderti TL Lange tn Gietzen. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für t mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mnc Brette 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20°,, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Will;. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Sieben. Grabenkrieg. 3m diplomatischen Kampf auf dem Schlachtfelde von Genf ist der österreichisch-deutschen Front der Erfolg versagt geblieben: Die Zollunionsidee ist entgegen unseren Hoffnungen und Wünschen nicht zum Durchbruch gelangt. Die Entscheidung ist vertagt; der Schüh^ngrabenkampf hat begonnen. Da von fast allen Vertretern der französischen Staatengruppe in den Debatten des Völkerbunds» rats zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Entscheidung des Haager Gerichtshofs Über die Rechtsfragen der österreichisch-deutschen Zollgemeinschaft für ihr endgültiges Urteil über den geplanten Pakt irrelevant sei, steht schon jetzt fest, baß die September-Tagung des Völkerbundsrats wiederum zu einer politischen Behandlung der ganzen Materie führen wird und daß die von juristischen Sachverständigen der österreichischen und deutschen Regierung erwartete positive Entscheidung des Haager Gerichtshofs, die voraussichtlich schon Ende nächsten Monats vorliegen wird, im günstigsten Falle nur der Eroberung einer vorgeschobenen Position der Gegenseite, nicht aber einem vollendeten politischen Durchbruch gleichzusehen ist. Das um so weniger, als es der raffinierten Taktik des englischen Austenministers gelungen ist, Oesterreich nahezu völlig die Hände zu binden, worüber auch alle nachträglichen Interpretationsversuche nicht hinwegtäuschen können. Es ist deshalb durchaus richtig, wenn in der deutschen Oesfentlichleit festgestellt wurde, dast wir nicht erst im Herbst bei einer etwaigen neuen politischen Behandlung der österreichisch-deutschen Zollgemeinschaftsabsichten Staaten minderen Rechts seien, sondern schon jetzt, da es den Regierungen in Wien und Berlin zwar verwehrt ist, über ihre Zollpläne zu verhandeln, die anderen Mächte und Staaten aber nach wie vor volle Handlungsfreiheit besitzen, insbesondere Frankreich also seine wirtschaftliche und finanzielle Ueberlegenheit rücksichtslos in die Waagschale werfen kann, um seine Hegerno- uialideen bis zum Herbst weiterzutreiben. Schon hieraus ergibt sich, dast die österreichisch- deutsche Position in dem politischen Grabenkampf der nächsten Monate denkbar ungünstig ist. Sie wird dadurch noch schlechter, dast. wie es die Genfer Debatten mit hinreichender Deutlichkeit erwiesen haben, die beiden Regierungen nahezu völlig isoliert dastehen. D«nn wenn auch England und Italien offen» kundlich nicht daran denken, sich mit den französischen Wirtfcha'tsvorschlägen zu indentisi- zieren, so hat doch jedenfalls Grandi klar zu erkennen gegeben, dast auch für seine Regierung die Zolldtskussion mit der Entscheidung des Haager Gerichtshofs nochnicht abgeschlossen ist. Prag und Belgrad müssen entgegen ihren wirtschaftlichen Interessen aus politischen Gründen dem französischen Geldgeber und militärischen Bundesgenossen Gefolgschaft leisten, die Haltung Rumäniens ist zwar nicht ganz so eindeutig, dürfte sich aber wohl dann klar zugunsten Frankreichs entscheiden, toeim es der Regierung gelingen würde, mit französischer Hilfe Absatzmärkte für die agrarischen Ueberschüss« zu gewinnen und die neue Ernte mit französischen Krediten zu finanzieren. Das ist die Situation. Es steht außer jedem Zweifel, dast Frankreich in der nächsten Zeit weniger denn je geneigt sein wird, sein Ohr wirtschaftlichen Erwägungen zu leihen. Es wird vielmehr sehr zielbewustt alle Wirtschaftsfragen nach rein politischen Gesichtspunkten, und zwar vor allem nach machtpolitischen Erwägungen, zu entscheiden und zu lösen suchen. Die innere EntwictlunginOesterreich ist zur Stunde noch nicht klar zu übersehen. Es besteht aber die große Gefahr, dast die Aktionsfähigkeit des österreichischen Kabinetts geraume Zeit gelähmt sein wird, was gerade in den nächsten Wochen doppelt verhängnisvoll wäre. Denn wenn wir bis zum Haag und erst recht danach die Hände in den Schoh legen und zusehen, wie sich die französische Gegensront auf den entscheidenden Schlag vorbereitet und sich dafür organisiert, dann allerdings hätte es gar keinen Sinn mehr, den Kampf für die Zollgemeinschaft auch nur einen Tag lang weiterzuführen. Die Position in der wir zu fechten gezwungen sind, ist sicherlich ungünstig, aber sie ist doch nicht aussichtslos, Roch haben wir das ganze Schwergewicht eines großen Marktes von 75 Millionen Menschen in die Waagschale zu werfen, und wir haben vor allem die Zusammenhänge, die zwischen Reparationspolitik und europäischer Wirtschaftsorganisation bestehen, noch nicht ausgewertet. Henderson hat uns darauf hingewiesen; wir werden die Möglichkeiten alsbald zu nutzen haben, und es ist wohl selbstverständlich, daß das Treffen von Ehequers dazu wahrgenommen wird. Bei diesem Stand der Dinge wäre es nicht nur verfrüht, sondern politisch geradezu falsch, wollte der Reichspräsident der Empfehlung eines Berliner Blattes, von dem man sagt, baß es in gewissen Fragen das Organ des Reichskanzlers fei, folgen und Dr. E u r t i u s nach dem bisherigen Ausgang der Genfer Verhandlungen von seinem Posten abberufen. Die Entscheidungsschlacht wird er st im September geschlagen werden. Bis dahin hat der Außenminister, der die Verantwortung für die Zollaktion übernommen hat, zugleich die Verantwortung für die Organisation unseres politischen Willens und für die Erkämpfung einer neuen, günstigeren Auslands st ellung. Die Vertagung der Zolldebatte. Die deutsche Politik in Genf.—Angriffe gegen Eurtius.— Deutschlands Rolle im Völkerbund. Sturm gegen Eurtius. Die DAZ fordert den Rücktritt des Außenministers. Berlin, 20. Mai. (TU.) In einem sensationellen, nicht gezeichneten Artikel schreibt die „D. A. Z." am Mittwoch abend u. a.: „D e r G.e n f e r Spruch über d i e Zollunion mit Oesterreich wirft die ernsthafte Frage auf. wie sich Deutschland zur Mitwirkung im Völkerbund in Zukunft stellen muß und ob es noch denkbar ist, daß der deutsche Reichs» außenminister, dem Genf unter Führung des englischen Herrn Außenministers eine schwere Riederlage beigebracht hat, den Reichskanzler Anfang Juli nach Ehequers begleitet. Ein toller Ansturm auf Deutschland und Oesterreich hat in Genf stattgefunden. Ein Beschluß ist durch ilebcrrumpelung zustande» gekommen, der die Minderberechtigung Deutschlands aller Welt klar vor Augen führt. Die Tleberweisung des Wiener Vertrages an den Internationalen Gerichtshof im Haag haben wir nicht zu fürchten und konnten dagegen im Bewußtsein unseres guten Rechts auch keinerlei Einspruch erheben. Daß sich aber der Völkerbundsrat über diesen Urteilsspruch des höchsten internationalen Gerichtshofs die rein politische Entsche idung vorbehält, daß nicht etwa nur bis zur Fällung des Haager Urteils, sondern bis zur Stellungnahme des Rates die Verhandlungen eingestellt werden sollen, das ist eine rein macht- politisch bestimmte Zumutung, ein D e w e i s für die ni angelnde Gleichberechtigung Deutschlands, ein schwerer Angriff auf das deutsche Prestige. Wir sind der Meinung, daß die Zeit gekommen ist, zu überlegen, ob wir in Genf ober außerhalb Genfs stärker sinb. Das deutsche Volk erträgt die Fußtritte nicht mehr, die ihm im Völkerbund verabreicht werden. Wir halten nichts von leeren Demonstrationen, aber es muß überlegt werden, ob die offizielle Ankündigung des Austritts aus dem Völkerbund nicht ein klügerer Akt der Realpolitik ift,_ als dir weitere Duldung einer Genfer Komödie, die während einer schweren Erschütterung unseres inneren Staatsgefüges die Gutmütigkeit der Deutschen auf allzu starke Proben stellt. Dazu kommt der Gesichtspunkt, baß das Ansehen des Kabinetts Brüning durch die Genfer Vorgänge schwer gefährdet ist. Mit welcher Autorität kann der deutsche Reichsaußenminister, der in Genf eben eine solche Behandlung über sich ergehen lassen mußte, als Begleiter des Reichskanzlers an der wichtigen und über mehr als kleine Lagesfragen entscheidenden Besprechung in Ehequers teilnehmen? Da der Reichstag nicht versammelt ist, und ein sicheres Mißtrauensvotum gegen den Reichsaußenkrinister als große politische Kundgebung vor der Welt daher nicht angenommen werden kann, fällt die Last der Entscheidung auf Reichsregierung und Reichspräsident. Es scheint uns nicht mehr möglich zu fein, die politische Entwicklung treiben zu lassen. Es müssen Entschlüsse gefaßt werden.“ Was sagt die presse? Berlin, 21. Mai. (TU.) Zu dem Artikel der „D A Z", in dem eine Überprüfung des deutschen Verhältnisses zum Völkerbund und der Rücktritt des Reichsaußenministers Dr. Eurtius gefordert wird, nehmen nur wenige Berliner Blätter Stellung. Die „Germania" kommt zu dem Schluß, daß die Ausführungen der ..DAZ" keinen guten Dienst an der Rutschen Sache bedeuteten. Minister Eurttus habe in Genf mit anerkennenswertem Mut und mit aller Schärfe die großen deutschen Interessen vertreten. — Der „Vorwärts" schreibt: Eurttus werde im Mai anders aus Genf zurückkehren als er im Januar von dort gekommen sei. Die deutsche Außenpolitik sei auf bedenkliche Seitenwege geraten und habe in den letzten Wochen nicht gerade glücklich operiert. Der Grund dafür liege aber nach seiner Ueberzeugung in der Verstärkung des nationalistischen Einflusses. Herr Eurttus habe für seine Polittk in den letzten Wochen nicht den sozialdemokratischen Beifall. — Der „T a g" stellt fest, soviel sei sicher, daß Ehequers mindestens ein völliger Schlag insWasser werde, wenn nicht vorher unter die Illusionspolitik der letzten zehn Jahre als deren letzter Träger Eurttus gelten dürfe, e in dicker Strich gemacht und mit dem Irrtum aufgeräumt werde, daß Außenpolitik ein Zivilprozeß sei, der mit juristischen Kniffen und gangbaren Schlagworten gewonnen werden könnte. Selbstverständlich helfe nicht allein ein Wechsel von Personen und Methoden, sondern nur das Bewußtsein, baß in einer neuen Gesinnung neuen Zielen zuge strebt werden müsse. — Die „DeutscheTagesztg.“ schreibt u. a.; Mit allem Rachdruck müssen wir uns der Meinung der „DAZ" anschließen, daß mindestens ein Wechsel im deutschen Außenmini st erium die gegebene und sicher auch wirksame Antwort auf die Behandlung Deutschlands mrd Oesterreichs in der Zollfrage fein würde. Da der Rücktritt des gegenwärtigen Außenministers aus diesem Anlaß dem Auslande zeigen würde, baß die Geduld des deutschen Volkes gegenüber dem Versagen wirklicher Gleichberechtigung ihre Grenzen hat, würde ein solcher Akt auch in der schwülen und wirren innerpolittschen Atmosphäre günstig wirken. Schließlich würde Herr Dr. Eurttus, wenn er aus einer Situation, deren unerfreuliche Zuspitzung er persönlich nicht unmittelbar verschuldet hat, die Folgerung des freiwilligen Rücktritts ziehen, weil sie eben doch eine für das deutsche Gefühl kaum erträgliche Lage geschaffen hat, nicht nur dem Lande, sondern auch sich selber einen guten Dienst erweisen. Eine amtliche Zurückweisung. Berlin, 20. Mai. (TU.) Amtlich wird mitgeteilt: Die „DAZ." richtet einen Angriffgegen den Reichsaußenmini st er, dessen Autorität durch die Genfer Vorgänge gelitten habe. Sie begründet diesen Angriff mit der Behauptung, daß der Völkerbundsrat sich vorbehalten habe, auf die Frage der deutsch-österreichischen Zollunion selbst nach einer günstigen Entscheidung des Haager Gerichtshofes noch nach der politischen Seite hin einzugehen. Dazu ist festzustellen, daß von einem solchen Beschluß des Völkerbundsrats nicht die Rede sein kann. Der Rat hat entsprechend dem britischen Antrag nichts anderes beschlossen, als die Rechts» frage dem Haag zu überweisen. Ein Vorbehalt, den deutsch-österreichischen Zollplan später gegebenen» falls auch noch unter politischen Gesichtspunkten zur Erörterung zu bringen, ist lediglich von einzelnen Gegnern des Plans gemacht worden, ohne daß der Rat dem zugestimmt hätte. Von deutscher Seite ist diesem Versuch der Gegner aufs bestimmteste entgegengetre- te n worden. Stein Staat kann sich in einer internationalen Erörterung dagegen schützen, daß von anderen Staaten unberechtigte Anträge gegen seine Pläne gestellt werden. Hierbei kommt es allein daraus an, solche Bestrebungen zunichte zu machen. Das har der Reichsaußenminister durch feine wiederholten, mit größter Schärfe abgegebenen Erklärungen er- reicht. Richt durch die Genfer Vorgänge wird die Autorität des Reichsaußenministers beeinträchtigt, sondern durch solche Aeußerungen, wie sie die,.DAZ." in einem Augenblick für gut befunden hat, wo der deutsche Vertreter mitten im Kampf für deutsche Interessen steht. tinoenügenbe Vorbereitung der Zollaktion. Rom und Budapest beklagen sich über schlechte Behandlung. Berlin, 21. Mai. (TU.) Der Genfer Sonderberichterstatter des „Berliner Börfen-Sou« r i e r s“ (dem.) berichtet, daß ihm gegenüber von einer gut unterrichteten Persönlichkeit der italienischen Delegation darauf hingewiesen worden sei, daß Italien an der Art der Mitteilung der österreichisch-deutschen Zollunion- Pläne habe Anstand nehmen müssen. Erst gleichzeitig mit Paris, ja sogar mit Prag, habe man von diesem Projekt erfahren, daß Italien in einen 'Zusammenhang mit Anschlußmöglichkeiten gebracht werde. Man habe geglaubt, einer anderen B e - Handlung gewürdigt werden zu sollen, weil zwischen Deutschland und Italien überhaupt kein Interessengegensatz bestehe und kein großes internationales Problem strittig fei, als gerade das Anfchlußproblem. Auch aus ungarischen Kreisen und aus Kreisen der Neutralen hört man nach dem gleichen Berichterstatter Befremden darüber äußern, daß die deutsche Diplomatie nicht ausreichend bemüht gewesen fei, die in verschiedenen Ländern über die möglichen Auswirkungen des Zollplans bestehenden Besorgnisse zu 3 erfreuen. Das habe 3. B. in Ungarn, wo der Zollplan duerft von der öffentlichen Meinung mit großer Sympathie ausgenommen worden sei, zu einem Rückschlag geführt. Oer Eindruck in Genf. Der Angriff gegen Eurtius kommt aus dem Kabinett. Genf, 21. Mai. (TU.) Der Genfer Sonderberichterstatter des „Tag" weiß über den Eindruck des ,.DAZ."-Artikels bei der deutschen Delegation in Genf u. a. zu berichten: Der Artikel der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" werde deshalb bei der deutschen Delegation so außerordentlich ernst genommen, weil ihr Leiter zu den intim st en Besuchern des Reichskanzlerpalais gehöre. Es sei niemand im Hotel „Metropole" in Genf darüber im Zweifel, daß der Angriff auf Dr. Eurtius zwar nicht vorn Reichskanzler, aber mitten aus deck» Kabinett komme. Der Außenminister habe, als der Artikel ihm nach den Verhandlungen der Eu- ropakommisfion bekanntgeworden sei, sich sofort telefonisch mit dem Reichskanzler in Verbindung gesetzt. Er habe die Forderung durchgesetzt, daß der Artikel, der seinen Rücktritt verlangt, amtlich von der Reichsregierung beantwortet werde. Damit sei der Zwischenfall natürlich nicht abgetan. In Genf habe sich ergeben, daß die Verantwortung für die Politik bei dem gesamten Kabinett liege, weil es sich bei der Zollunion nicht nur um das Auswärtige Amt, sondern um eine ganze Reihe von Ministerien handelt. Es sei in' Genf in den Delegationen aller Staaten, in denen ohne Ausnahme der Artikel gegen Dr. Cur- tius das größte Aufsehen erregt habe, die Auffassung vertreten, daß die Reichsregierung mit diesem mitten aus dem Regierungslager kommenden Angriff auf den Außenminister s e l b st die Politik, für die fie verantwortlich ist, auf das Schärfste kritisiert habe. Wenn es in nächster Zeit zu parlamentarischen Verhandlungen in Deutschland kommen sollte, rechne man nicht nur mit dem Sturz des Außenministers, sondern mit dem Sturz des gesamten Kabinetts. Das Kabinett werde sich im übrigen darüber klar fein müssen, daß es mit der offenen Kritik, die es in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" an sich selbst geübt habe, die Position Deutschlands in Genf weiter verschlechtert habe. Die AbriWngslonserenz wird in Gens lagen. Oer Völkerbundsrai lehnt die deutschen Anträge zur Offenlegung des Rüstungsstandes ab. Genf. 20. Mai. (WTD.) Der Völkerbunds- tat hat sich mit dem deutschen Antrag und dem englischen Vorschlag über die Osfenlegung des Rüstungsstandes als Vorbereitung zur Allgemeinen Abrüstungskonferenz beschäftigt und nach längerer Aussprache beschlossen, am Freitag auf Grund eines dahin auszuarbeitenden Vorschlags des Berichterstatters eine Entscheidung zwischen den beiden Vorschlägen zu treffen. Henderson führte zum englischen Vorschlag u. a. aus, während des langwierig arbeitenden Abrüstungsvorbereitungsausschusses habe man sich auf gewisse Tabellen geeinigt, deren Verwertung die britische Regierung nunmehr vorschlage, da mit neuen grundsätzlichen Erörterungen begonnen werden müsse. Die deutsche Regierung habe ganz neue Tabellen vorgeschlagen, die die Annahme gewisser Grundsätze bedeuten würde, die von Deutschland ständig vor- geschlagen, von der Mehrheit aber immer wieder abgelehnt worden seien. Die deutschen Vorschläge seien mit großer Sorgfalt und Gründlichkeit ausgearbeitet und könnten geradezu als Ideal betrachtet werden. Aber darin liege vielleicht ihr Fehler vom Standpunkt der praktischen Arbeit. Dr. Eurtius betonte zur Begründung der deutschen Anträge, daß nach dem Beschluß des Völkerbundsrats vom Januar die aufzustellen- den Tabellen alle wesentlichen Elemente der Rüstungen umfassen sollten. Die Abrüstungskonferenz müsse, einerlei wie sie sich zu dem umstrittenen Konventivnsentwurf stelle, ein umfassendes Bild des gesamten Rüstungsstandes haben. Das werde durch das englische Schema leider nicht erreicht. Ich kann es mir nicht vorstellen, wie sie sich ein sachgemäßes Urteil über die notwendige Herabsetzung des Kriegsmaterials der einzelnen Staaten bilden kann, wenn sie über die vorhandenen Bestände, sei es die in Dienst befindlichen, sei es die lagernden, kein« Angaben besitzt, ebensowenig wie ich glaube, daß die Wehrkraft, die in den Mannschastsbeständen der einzelnen Armeen verkörpert ist, sachgemäß geschäht werden kann ohne Berücksichtigung der ausgebildeten Reserven. B r i a n b erklärte, manche Punkte in den deutschen Vorschlägen ständen in Widerspruch zu den größten Zwischenfragen, die im Vorbereitenden Ausschuß gelost worden seien, so daß die franzo- fische Regierung zu ihrem Bedauern diese Bor- schläge nicht annehmen könne. Die deutsche Regierung habe ständig und mit Recht gegen die Langsamkeit der vorbereitenden Arbeiten für die Abrüstungskonferenz protestiert. Endlich fei man damit fertig geworden, und deshalb dürfe jetzt nichts unternommen werden, was neue Stfttnierig« Feiten und neue Verzögerung schaffen müßte. Man dürfe nicht, um besseres zu leisten, bas bereits Geleistete verschlechtern. Der italienische Außenminister G r a n b i erkannte die Vorzüge der deutschen Vorschläge an und kritisierte die englischen Vorschläge als unvollständig und ungenügend. Aber im Augenblick sei über nichts besseres eine allgemeine Einigung zu erzielen; deshalb erkenne die italienische Regierung die englischen Vorschläge als Grundlage für einen vorbereitenden Meinungsaustausch über d i e Abrüstung an. Der Dolkerbundsrat hat in einer nichtöffentlichen Sitzung beschlossen, daß die Abrüstungskonferenz in Genf ftattfinben wird. Landnöten. Wenn der Versailler Vertrag Deutschland ein Hunderttausend-Mann-Heer zubilligt, wenn er weiter festsetzt, daß Deutschland zur See einer Rüstung bedarf, so ist das nur ein Beweis dafür, daß selbst in Versailles in der Stunde des rücksichtslosesten Vernichtungs- Willens die Möglichkeit nicht von der Hand gewiesen wurde, daß Deutschland zur Aufrechterhaltung der inneren Ordnung sowie für die Sicherung der zertrümmerten Grenzen eine rnili- tärische Rüstung gebrauche. In den zwölf Jahren, in denen der Dersalller Vertrag in Kraft ist, hat sich an dieser Voraussetzung nichts geändert, im Gegentell, die Aufrüstung in allen Sieger st aalen hat die Befriedung Europas in einer Weise gefährdet, daß es ein Gebot nicht nur der nationalen Pflicht, sondern noch vielmehr der nationalen Ehre ist, auf die Sicherung der Grenzen bedacht zu sein. Wer es fertig bringt, in dem Dau der Panzerkreuzer ein überflüssiges militärisches Spiel zu sehen, wer es sich sogar leistet, die bis zu den äußersten Grenzen gesteigerte technische Ausrüstung als Verschwendung zu bezeichnen, da diese Ausrüstung von den waffenstarken Ländern jederzeit überholt werden könne, bringt damit keine .„pazifistische Gesinnung", sondern nur jene Gesinnung zum Ausdruck, mit der wir uns von jeher vor allen anderen Völkern lächerlich gemacht haben. Soll dem Wettrüsten ein Ziel gesetzt werden, so ist ja nichts einfacher, als dah die anderen Länder, die Siegerstaaten voran, sich endlich darauf besinnen, dah das Völkerbundsstatut des Versailler Vertrages in feierlicher Form allen Ländern Abrüstung zur Pflicht macht. Dem hat auch der Reichskanzler Brüning in der Taufrede Ausdruck gegeben, während der der Panzerkreuzer „Deutschland" in fast symbolischer Handlung pfeilschnell ins Wasser glitt. Es ist nicht nur Deutschlands Recht, die bescheidenen Grenzen, die ihm der Versailler Vertrag für- seine mllitärische Sicherung gelasien hat, vollständig auszunutzen, es ist auch die Pflicht jeder deutschen Regierung, sich aller Mittel zu bedienen, um allen anderen Völkern den ausdrucksvollen Beweis zu erbringen, dah das deutsche technische und organisatorische Genie, wo immer es eingesetzt wird, Höchstleistungen vollbringt. Wer die Kosten bemäkelt, die der Dau der sechs Panzerkreuzer erfordert, sei daran erinnert, dah die technischen Höchstleistungen der deutschen Werften in sich auch eine Werbekraft enthalten, die dem deutschen Schiffsbau und der deutschen Wirtschaft durch Aufträge aus dem Auslande zum Vortell gereichen müssen. Es ist sehr wohl möglich, dah die technische Höchstleistung, die der Panzerkreuzer „Deutschland" darstellt, andere Länder veranlaht, wieder Schiffe in Deutschland zu bestellen, wie das vor dem Kriege die Regel war. Die Kosten für den Dau der Panzerkreuzer haben den deutschen Werften Arbeit verschafft, damit dafür gesorgt, dah die deutsche Schiffsbautechnik nicht einrostet. Was die Schiffsbautechnik bei dem Dau von Kriegsschiffen leistet, geht auch dem Dau von Handelsschiffen nicht verloren, wofür wieder die großen Lleberseedampfer des Rord- deutschen Lloyd und der Hapag ein glänzendes Zeugnis ablegen. Für diese Zusammenhänge sollten wir in Deutschland doch allgemein ein besseres Verständnis haben, um nicht immer wieder dem Ausland das erbärmliche Schauspiel zu bieten, als ob uns das Empfinden für die nationale Ehre und nationale Sicherheit verloren gegangen sei. * • Die Skeptiker, die nicht an den Bestand derfestenDörsentendenzinden letzten '■ Monaten glauben wollten, haben wieder einmal T recht behalten. In der schwachen Haltung sämtlicher internationalen Börsen kommt mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck, dah die Hoffnungen, die man auf einen baldigen Llmschwung der Weltwirtschaftslage gesetzt hatte, vorläufig auf ein Minimum zusammengeschrumpft sind. Auf die deutsche Finanz- und Dörsenwelt muhte zudem die Sanierungsnotwendigkeit der Oester- reichischeu Creditanstalt eine vernichtende Wirkung ausüben, da aus ihr die unhaltbare wirtschaftliche Lage unseres deutschen Rach- barstaates hervorgeht. Auch die Verhandlungen in Genf zeigen deutlich, dah man dort nicht gewillt ist. den „Besiegten" irgendwelche Zugeständ- nisie zu machen. Schließlich hat auch der Mih - erfolg der Reichspo st anleihe auf die Börse deprimierend gewirkt. Die wenigen günstigen Rachrichten wurden von den ungünstgen politischen und wirtschaftlichen Vorgängen völlig überschattet. Die Diskont- fenfungen in Reuyork, London und Amsterdam hinterliehen keineswegs größeren Eindruck. Da es als sehr wahrscheinlich gilt, dah auch die Bank von Frankreich demnächst ihren Diskontsatz senken wird, steht auch für die deutsche Reichsbank der Weg für eine Zinsverbilligung offen. Immerhin scheint man bei der Reichsbankleitung recht vorsichtig vorzugehen und die Entwicklung des Geldmarktes noch einige Tage beobachten zu wollen. Man rechnet damit, dah eine Entscheidung über die Diskontfrage erst nach dem Pfingstfeste fallen wird, da man noch den nächsten Reichsbankstatus abwarten dürfte. Der Reichsbankausweis für die zweite Maiwoche hat einen neuen auhervrdent- lichen Tiefstand der Wechselbestände gebracht. Auf dem Wechselkonto vollzog sich allerdings diesmal die einzige Entlastung des Institutes. Rur zögernd ist die Rückbildung des Geldumlaufes. Als noch verhältnismäßig günstig kann die Entwicklung des Außenhandels angesprochen werden, wenn auch der Exportüberschuß im April von 218 auf 126 Millionen Mark stark zurückgegangen ist. Dies ist aber rein saisonmähig zu erklären, da jeweils der Monat März das höchste Ausfuhrergebnis zeitigt und im April dann ein stärkerer Rückgang erfolgt. Don besonderer Dedeutung ist die Zunahme der Einfuhr um rund 50 Millionen Mark, die hauptsächlich auf das Anwachsen der Einfuhr von R o h st o f f e n, vornehmlich Daumwolle und Wolle zurückzuführen ist. Diese leichte Steigerung erweckt den Eindruck, als ob in einigen Wirtschaftszweigen doch eine gewisse Delebung sich ducchzusehen beginnt. Besonders auf dem Gebiete der Textilindustrie sind schon seit einiger Zeit Anzeichen eines konjunkturellen Llm- schwunges festzustellen. Leider sind diese Merkmale noch zu gering, um eine baldige Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage erhoffen zu lassen. Auch das Institut für Konjunkturforschung hat in feinem letzten Wochenbericht festgestellt, dah Anzeichen einer konjunkturellen Belebung vorerst I Erwerbslosigkeit wird durch konjunkturelle Fak- nicht zu erkennen sind, wenn auch der Konjunktur- toten kaum unterstützt werden. Es gilt also für rückgang nunmehr im großen und ganzen zum! die deutsche Wirtschaft und besonders auch für die S t i l l st a n d kommt. Die für die Sommer- und politischen Instanzen, alle Kräfte einzusetzen, um Herbstmvnate zu erwartende Verminderung der ' der herrschenden Rot zu steuern. Nach dem Stapellauf des Panzerkreuzers „Deutschland" fand ein nächtliches Flottenmanöver statt, dem der Reichspräsident an Bord des Kreuzers „Königsberg" beiwohnte. Kiel, 20. Mai. (WTB.) Während der Kreuzer „Königsberg" mit dem Reichspräsidenten an Bord noch in der Strander Bucht lag, hatte die deutsche Flotte, die mit der Flaggenparade bis zur Abfahrt des Reichspräsidenten die Toppflaggen gesetzt hat, bereits in den frühen Morgenstunden den Hafen verlasien und sich ziu Liebungen in die Kieler Bucht begeben. Später lief auch der Kreuzer „Königsberg" aus. 3n Begleitung des Reichswehrministers und des Chefs der Marineleitung verfolgte der Reichspräsident die Fahrübungen der Flotte, die sich bei Kiel-Feuer- schiff versammelt'hatte. Als Abschluß der Stapellauffeierlichkeiten fand bei prächtigem Sonnenschein und leicht bewegter See eine Flv t ten pa r a de vor dem Herrn Reichspräsidenten statt, zu der sich zahlreiche Schaulustige auf Dampfern und Segelbooten eingefunden hatten. Kreuzer „Königsberg", auf dem sich der Reichspräsident mit dem Reichswehrminister Groener, dem Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder und dem Flottenchef Vizeadmiral Oldekop befand, fuhr der in Kiellinie ausgefahrenen Flotte voraus, gefolgt von dem Dampfer „Schilksee" mit Reichsminister Treviranus und einigen Reichsrats- und Reichstagsmitgliedern an Bord und den übrigen Dampfern. Es war ein grandioses Bild, als kurz nach 10.30 Llhr als erstes das Linienschiff „Schlesien" mit dem Befehlshaber der Linienschiffe, Vizeadmiral Förster an Bord, die „Königsberg" passierte, gefolgt von den Linienschiffen „Hessen". „Hannover" und „Schleswig- Holstein^ und den neuen Kreuzern „K o l n" und „Karlsruhe". Die Besatzungen hatten Paradeaufstellung mit der Front nach dem Führerschiff genommen. Es folgten die 1. und die 2. Torpedo bootsflottille, sowie die Minensuchboote und Spezialschiffe. Eine halbe Stunde dauerte d.ie Flvttenparade. Auf der „Königsberg" stieg das Signal „Dank" empor. Das Schiff drehte bei und brauste mit hoher Fahrt zurück, um sich an d i e Spitze des Ge- s ch w a de r s zu setzen und es in den Kieler Hafen zurückzuführen. Roch einmal war Gelegenheit geboten, das prachtvolle Schauspiel zu verfolgen, als bei der Einfahrt in den Hafen im Angesicht des Marineehrenmals Laboe die Flotte wiederum in Kiellinie an den aus dem Hafen ausgefahrenen Segelbooten und Schiffen vorüberfuhr. Als die „Königsberg" das Schulschiff „Rivbe" passierte, nahm die Besatzung in den Raaen Aufstellung. Die „Königsberg" drehte bei und nahm an der Brücke von Wiek Liegeplatz. Der Reichspräsident verließ das Schiff, das ihm während seines Kieler Aufenthalts als Wohnung gedient hatte und begab sich in das Offiziersheim in der Ws.iek, wo er am Mittagsessen des Offizierskorps teilnahm. Auf dem Wege zum Offiziersheim bildeten Landesmarineteile Spalier. Lim 15.10 Llhr verlieh der Reichspräsident mit dem fahrplanmäßigen Zuge Kiel, nachdem ihm vor und im Bahnhof eine tausendköpfige Menschenmenge jubelnde Huldigungen dargebracht hatte. Nottenpamde vor dem Reichspräsidenten. M Oer Hessische Landtag fordert Revision des Houngplans. Annahme des Staatsvoranschlags. Oer Mrtschastsetat. WHP. Darmstadt, 20. Mai. Der Hessische Landtag setzt die Einzeldebatte über den Wirtschaftsetat bei dem Kapitel 88: Arbeitsnachweiswesen, Wohlfahrtspflege, fort. Abg. Axt (DRP.) erklärt, dah auch im ab- gelaufenen Jahr für die rnflationsgeschädigten Rentner nichts geschehen sei. Abg. Roh (Soz.) übt an dem Arbeitsnachweiswesen Kritik, besonders an der praktischen Handhabung des Gesetzes. Für die Kurzarbeiter solle Zusatzarbeit geschaffen werden durch Erschliehung von Siedlungsgelände. Abg. Dr. Werner (Rat.-Soz.) sieht die Gründe der heutigen Wirtschaftskataftrophe in einem teilweisen Versagen des mit dem Parlamentarismus verbündeten Kapitalismus und in dem Tributplan. Don Versailles über die neuen Rotverordnungen führe eine gerade Linie zum Abgrund. In der Arbeitslosenfürsorge sei eine Rachprüfung nach unberechtigtem Bezug der Lln- terstühung angebracht. Damit ist die Aussprache geschlossen. Die Ab - st i m m u n g ergibt die Bestätigung der Ausschußbeschlüsse zum gesamten Wirtschaftsetat. Der Landbundantrag, die Feldbereinigungs- kosten, soweit sie aus den katastermäßigen und topographischen Vermessungen entstanden sind, auf die Staatskasse zu übernehmen, wird mit 29 gegen 24 Stimmen angenommen. Minister Korell erklärt, die Regierung könne nicht in Aussicht stellen, dah sie dem Beschluß nachkomme, da der Landtag erst die De düng für 94 000 Mark schaffen müsse. (Hört! Hört!) Abg. N i e p o t h (DV.) erklärt, vor Aufnahme von kurz- oder langfristigen Geldern im außerordentlichen Etat solle die Regierung jeweils den Finanzausschuß hören, auch wenn der Landtag seine Genehmigung im Etat bereits gegeben habe. Der außerordentliche Etat wird in der Ausschußfassung genehmigt, ebenso das Finanzgesetz in erster Lesung. In der zweiten Lesung werden zwei Amtsarzt st eilen wieder genehmigt, die in erster Lesung gestrichen worden waren. Ohne Debatte wird dann der Staatsvoranschlag und das Finanzgesetz gegen die Stimmen der gesamten Opposition in zweiter Lesung genehmigt. — Vertagung bis Ende Juni. Der Landtag faßte dann einstimmig eine Entschließung, die die Regierung ersucht, mit Rücksicht auf die ungeheure Arbeitslosigkeit und die dem Zusammenbruch entgegeneilende wirtschaft sowie auf die unter dem Existenzminimum liegende Lebenshaltung der breiten Massen des deutschen Volkes und der harten Notwendigkeit, übersetzte Steuern anzufordern, beim Reich dahin zu wirken, daß alsbald Tierhandlungen zwecks Revision des Doungplans elngeleitet werden. Oer innere Finanzausgleich. Zu den Aenderungen des inneren Finanzausgleichs und der Bildung eines Ausgleichsstockes für die Gemeinden fordert Abg. Dr. Leuchtgens (Lbd.) Beteiligung des Reiches an den Wohlfahrtslasten. Den von der Regierung eingeschlagene Weg könne der Landbund als richtig nicht anerkennen, zumal die Wohlfahrtssätze vielfach höher lägen als ortsübliche Löhne. Abg. Dr. N i e p o t h (DB.) lehnt Ausgleichsstöcke grundsätzlich ab. In der heutigen Lage, in der manche Gemeinden vor dem Zusammenbruch stehen, ist ein Fonds gerechtfertigt. Gemeinden, die seither sparsam gewirtschaftet hätten, dürften nicht zugunsten der leichtsinnig wirtschaftenden Gemeinden jetzt benachteiligt werden. Die Deutsche Volkspartei lehne es ab, einer Gemeinde Zuschüsse zu bewilligen, die Aufgaben übernimmt, zu denen sie gesetzlich nicht verpflichtet ist. Hier müsse man an Vilbel erinnern, das jetzt ein zusammengekrachtes Volkshaus für 190 000 Mark in eigenen Betrieb übernehmen wolle. Abg. W e ck l e r (Z.) stimmt der Vorlage zu. Voraussetzung einer Zuschußgewährung bleibe sparsamste Wirtschaftsführung. Abg. Dr. Werner (Rat.-Soz.) lehnt die Vorlage ab, da sie an der grundsätzlichen Frage des Abbaues der aufgeblähten Gemeindeverwaltung vorübergehe. Abg. Lux (Soz.) stimmt dem Gesetzentwurf zu und erklärt, daß die Regierung in der Anwendung der Richtlinien volle Handlungsfreiheiit haben müffe. Das Gesetz wird mit 24 gegen 18 Stimmen angenommen. Die anderen 28 Abgeordneten waren bereits in die Ferien abgereist. Präsident Delp entläßt dann die Abgeordneten und dankt ihnen für ihre Arbeit bei dey Verabschiedung des Etats. Der Landtag wird frühestens am 23. Juni wieder zusammen treten, um die Derwaltungsgesetze zu beraten. Aus aller Wett. Professor ^Wegener lot aufgefunden. Der Leiter der deutschen Grönlandexpeditiv'» Professor Alfred Wegener, dessen letzte Spuren 150 Kilometer vor der sogenannten Station Eismitte kürzlich von der nach den Forschern suchenden Hilssexpedition festgestellt wurden, ist nunmehr tot aufgefunden worden. Die Leiche war von Eingeborenen geborgen worden, sie hatten ihr eine pietätvolle Behandlung zuteil werden lassen. Man fand den deutschen Forscher sorgfältig in Felle eingenäht. Aus einem bei der Rotgemeinschaft deutscher Wissenschaft eingetroffenen Funktelegramm geht hervor, daß die Hilfsexpedition 189 Kilometer von der Westküste entfernt Wegeners Skier im Schnee aufgeftedt gefunden hatte. Durch Ausgrabung hat man unter diesen Skiern im Schnee» in Pelzen und Mühen eingenäht den toten Forscher gefunden. Allem Anschein nach ist Wegener nicht erfroren, sondern er hat einen schmerzlosen Tod, wahrscheinlich durch Herzschlag, gefunden. Seine Aufzeichnungen wurden bei der Leiche nicht gefunden. Man vermutet, daß sein Grönländer Begleiter diese Aufzeichnungen mitgenommen hat. Die Rach- forschungen nach dem Verbleib des Grönländers Rasmus und nach Wegeners Tagebüchern werden fortgesetzt. Der bekannte dänische Grönlandforscher Dr. Lauge Koch, der ein persönlicher Freund Wegeners war, sagt, jetzt, wo man die traurige Gewißheit habe daß einerderbestenMännerderPolarfor. schung von uns gegangen fei, müsse man dies beflogen, nicht nur um der Wissenschaft wegen, sondern um des Menschen Wegener willen. Wegeners Einstellung gegenüber Dänemark sei stets verständnisvoll gewesen. An und für sich habe kein Zweifel mehr an Wegeners Tod bestanden, nachdem man erfahren, w i e wenig Proviant Wegener besessen habe. Man hätte trotzdem immer noch Hoffnung gehabt, da Wegener ein Mann gewesen sei, der das Gelände genau gekannt habe. Schweres Autounglück. Im Seewald bei Friedrichshafen ereignete sich ein Autounglück, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Das Dienstauto des Arbeitsamtes Ravensburg wollte einen Radfahrer Überholen, als ihm von der Gegenseite ein von einer Dame gesteuerter Wagen entgegenkam. Beim raschen Bremsen schleuderte das Dienstauto und fuhr auf den entgegenkommenden Wagen auf, der in den Straßengraben gedrückt wurde, wodurch zwei seiner Insassen leichte Verletzungen erlitten. Der im Dienstauto sitzende Arbeitsamtsdirektor B r ü st l e wurde durch den Anprall aus dem Wagen geschleudert und sofortgetötet. Der Kassierer des Arbeitsamtes Ravensburg erlitt leichte Verletzungen am Kopf, während der Chauffeur mit dem Schrecken davonkam. Er wurde verhaftet. Acht Todesopfer eines schrankenlosen Bahnübergangs, Beim Passieren eines schrankenlosen Bahnübergangs wurde bei Kairo ein Personenkraftwagen von einem Schnellzug ersaßt und zertrümmert. Acht von feinen zehn Insassen kamen dabei ums Leben, zwei sind schwer verletzt. Verurteilung der in Schweinfurt gelandeten französischen Flieger. Von dem Schnellrichter wurden die auf dem Schweinfurter Flugplatz gelandeten französischen Flieger wegenPaßoergehensundUeber- tretung der Lustoerkehrsordnung verurteilt. Der Fähnrich R e n 6 erhielt 2 5 0 Mark Geldstrafe bzw. zehn Tage Haft, der Maat P e i f e t 100 Mark Geldstrafe bzw. vier Tage Haft und der Untermaat Benezet ebenfalls 100 Mark Geldstrafe bzw. vier Tage Haft. Außerdem wurden die Flieger zur Tragung der Kosten verurteilt. Flammentod einer fünfköpfigen Familie. Bei einem Feuer inHull (England) fand ein« fünfköpfige Familie den Tod in den Flammen. Ein anderes Kind ist seinen schweren Verletzungen erlegen. Das Feuer überraschte die Bewohner im Schlafe. Die Feuerwehr wurde bei ihrer Ankunft benachrichtigt, dah sich keine Menschen mehr in dem Hause befänden. so daß sie erst gar keine Anstrengungen machte, die in der Dachwohnung eingeschlossenen Unglücklichen zu retten. Blutige Zusammenstöße im Krokauer Kohlenrevier. Aus den Gruben in Saorjna im Krakauer Kohlenrevier tarn es zu blutigen Zusammenstößen zwischen den streikenden Bergarbeitern und Polizei, wobei sechs Arbeiter getötet, 15 schwer und eine Anzahl anderer Personen leichter verletzt wurden. Während der Lohnoerhandlungen, die im Verwaltungsgebäude stattfanden, sammelten sich vor dem Gebäude etwa 7000 bis 8000 Arbeiter an, um das Ergebnis der Besprechungen abzuwarten. Aus der Menge heraus wurden drohende Zurufe laut. Vom Balkon des Direktionsgebäudes versuchte ein Arbeiteroertreter die Massen zu beruhigen und ermahnte sie, auseinanderzugehen. Kommuni st ische Agitatoren forderten darauf die Arbeiter auf, nach dem Elektrizitätswerk zu ziehen und den Betrieb einzustellen. Als sich die inzwischen herbeigerufene Polizei dem Demonstrationszug in den Weg stellte, kam es zu dem folgenschweren Zusam- menstoß. Der Streik dauert noch an, doch hofft man die Arbeiterschaft, die infolge der Vorgänge stark erregt ist, zur Wiederaufnahme der Arbeit bewegen zu können. Der Fall Bullerjahn. Der Vierte Strafsenat des Reichsgerichts hat den Antrag auf Wiederaufnahme des wegen angeblichen Landesverrats zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren verurteilten Oberlagerverwalters Walter Duvlerjahn für zulässig erklärt. Der Strafsenat hat angeordnet, dah der frühere Generaldirektor v. Gvntard von den Berlin-Karlsruher Jndustriewerken im Wiederaufnahmeverfahren als Zeuge eidlich vernommen wird. Diese Vernehmung findet durch den vom Strafsenat dazu beauftragten Richter, Reichsgerichtsrat Coenders, statt. Die Entscheidung über weitere Beweiserhebungen im Wiederaufnahmeverfahren hat sich der Senat Vorbehalten. Gleichzeitig hat der Senat die Haftentlassung Buller- j a h n s, der jetzt das siebente Jahr seiner; Zuchthausstrafe verbüht, abgelehnl. Aus öer Provinzialhauptstadt Gießen, den 21. Mai 1931. OaS Blümlein Feingefühl. Man klagt heute oft »darüber, daß die Äugend in ihrem Verhalten zu Eltern, Geschwistern und Fremden so wenig Ritterlichkeit an den Tag lege. Ueberlegt sich's ein junger Mensch von heute doch^ meist sehr lange, bis er etwa der Mutter oder der Schwester im Haushalt einmal von selbst zur Hand geht, oder bis er in der besetzten Elektrischen einer Dame seinen Platz anbietet! Wie steht es aber unter uns Erwachsenen? Werden hier nicht sogar Rücksichtslosigkeit, Nichtachtung fremder Rechte und fremden Behagens, naives Sichbreitmachen vielfach als geradezu selbstverständlich geübt? Schon die einfachste Unterhaltung entlarvt derartige Menschen. Sie können in ihrem Bedürfnis, zu glänzen und ihren Witz an den Mann zu bringen, kaum einen Satz ohne ihr „Ich" beginnen und lassen niemanden anderen erzählen, oder ausreden. In ihrer Sucht, sich vorzu- dränaen und in Szene zu setzen, reden und schwätzen sic über jeden und alles. Wieviel Kränkung, Streit und Verleumdung aber ist schon aus derartigem gedankenlosen Gerede über unseren Nächsten erwachsen! „Die Zunge ist ein kleines Ding, aber welch großen Schaden richtet sie an", so sagt ein Bibelwort. Es sind aber auch jene Menschen, die mit Vorliebe in der Vergangenheit und den Schicksalen ihrer Mitmenschen forschen, oder wunde Stellen im Herzen des Nächsten betasten und beleuchten. Ehezerwürsnisse, Mißerfolge im Beruf, Einkommens- Verhältnisse und ähnliches reizen sie besonders und geben ihnen Gelegenheit, dem andern so nahe wie möglich auf den Leib zu rücken. „Wann werden die Menschen", sagt Ellen Key einmal, „des größten Opfers fähig fein: die letzte Skandalgeschichte in ihrem eigenen Inneren zu vergraben?" Gewiß können solche Menschen auch manche gute Eigenschaft haben. Aber in dem Gärtlein ihrer Lebensgewohnheiten würde man «ine jßlume vergebens suchen: das Blümlein Feingefühl. Es'kann hier gar nicht wachsen und gedeihen, denn anderes Gesträuch nimmt ihm Platz und Licht weg und vor allem: dem Erdboden, aus dem es sprießen soll, dem Menschenherzen, in dem es wachsen soll, fehlen zwei Kräfte — Güte und Nachdenken. Die Güte ist ein Stück jener christlichen Nächstenliebe, die sich verstehend und helfend zu dem Mitmensl^n neigt, das Nachdenken bewahrt uns vor jener Gedankenlosigkeit, mit der wir nur gar zu leicht Takt- losigkeiten gegenüber unseren Mitmenschen zu entschuldigen suchen. Erst diese beiden, Güte und Nachdenken, schenken uns das Blümlein Feingefühl. In seinem Besitz fühlen wir alle die Wunden unseres Nächsten und verstehen, warum wir sie nicht berühren dürfen: wir wissen dann das richtige Wort zur rechten Zeit zu sagen und im rechten Tone; wir vermeiden gewisse Gesprächsthemen und bemühen uns um ein aufrichtiges Begreifen feiner Lage oder Handlungsweise. Und so ist das Blümlein Feingefühl eigentlich gar kein Blümlein mehr, sondern eine große, hell leuchtende Blume mit wielen Blü- tenblättern; denn sie schließt Rücksichtnahme und Verständnis für andere in sich, für ihre Schicksale und Berufe, ihre Rechte und ihre Sonderart: sie ist Nächstenliebe im edelsten Sinne; sie verleiht die Fähigkeit, mit Menschen aller Art umzugehen, ohne mit ihnen umzuspringen; allen denen aber, die sich derartigen feinfühligen Menschen anvertrauen, schenkt sie das Gefühl wohliger Sicherheit und Geborgenheit. * . Den reichsten Segen aber spendet das Blumleut Feingefühl, wenn es in Eh« und Familie blühen und gedeihen kann: im Verhältnis der Ehegatten zueinander, sowie der Eltern zu den Kindern sollte es vor allem gehegt und gepflegt werden. Die Frau, deren Wesen im allgemeinen gefühlstiefer und zartsinniger ist als das des Mannes, müßte hier führend vorangehen und der Familie in diesem Sinne den rechten Lebensrhythmus geben. Damit kommt sie zugleich ihrer Ausgabe nach, das Haus für Mann und Kinder zu einem wirklichen Heim und einer Stätte traulicher Behaglichkeit zu machen. Zank und Streit zwischen den Ehegatten, unbillige Vorwürfe, gegenseitiges Sichherabsetzen und verletzender Spott, womöglich vor Fremden — alles Dinge, die eine Ehe in ihren Grundfesten erschüttern können — werden hier, wo das Blümlein Feingefühl blüht, nie auskommen können. Und schließlich unsere Kinder! Beizeiten wollen wir ihnen dieses Blümlein ans Herz legen, die Jugend beizeiten sehen lehren und ihr Einblick geben vor allem in die Lebenskreise der Mühseligen und Beladenen und in den stillen Heldenkampf, den diese so oft mit ihrem Schicksal führen. Nur so kann sich schon der junge Mensch Verständnis, Rücksichtnahme und ein tieferes Empfinden gerade für die zu eigen machen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren sind. Freilich darf auch uns Eltern selbst das Blümlein Feingefühl den Kindern gegenüber nicht abhanden kommen! Ich denke an ein kleines Erlebnis: bei einer Geburtstagsgesellschaft wurde aus der Kinderstube erzählt. Die Eltern plauderten in dem Bestreben, ihre Gäste zu unterhalten, nicht nur kleine Streiche und spaßhafte Zufälle aus dem Leben ihrer Kinder aus, sondern gaben auch die bescheidenen Geheimnisse und zartesten Regungen und Aeußerungen kindlichen Innenlebens Fremden fireis. Die Kinder waren Zeuge, rot und verschämt landen sie im Kreise und sahen hie und da mit ragenden Augen auf: denn die Mutter erzählte einiges sogar mit leichter Entstellung und etwas kräftigerer Farbengebung, als es der Wahrheit ent- sprach. Wo blieb hier das Blümlein Feingefühl? Wundert ihr euch, ihr Eltern, wenn Kinder es dann später anderen, ja euch selbst gegenüber an Takt und Zartsinn fehlen lassen? Dr. K. W. Das Hackfleisch im Sommer. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: In den Sommermonaten häufen sich erfahrungsgemäß die Erkrankungen infolge Genusses nicht einwandfreier Nahrungsmittel, insbesondere werden Erkrankungen nach dem Genuß nicht frischen Hackfleisches vielfach beobachtet. Aus diesem Grunde ist in den Fleischverkaufsordnungen das Verbot enthalten, Hackfleisch während der wärmeren Jahreszeit auf Vorrat herzustellen und feilzuhalten, ferner ist vorgeschrie- dem. daß solches Fleisch bei Bedarf stets frisch zu bereiten ist. Die Polizeiorgane sind angewiesen, die Durchführung dieser Vorschrift genau zu überwachen. Die Bevölkerung wird auf die Gefahren ausdrücklich hingewiesen, die mit dem Genuß nicht frischen Hackfleisches, insbesondere von Pferden, verbunden sind, und es wird empfohlen, nur solches Hackfleisch zu kaufen, das vor den Augen des Käufers frisch zubereitet wird. Fahrpreisermäßigungen für Kriegsbeschädigte. Die Kriegerkameradschaft „Hassia" — Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen — teilt uns mit: Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft gewährt — auf Antrag des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen im Deutschen Reichskriegerbund „Ky'shäuser" — vom 1. Mai ab den Kriegsbeschädigten eine 50prv- zentige Fahrpreisermäßigung bei allen Reisen, die ausgeführt werden „zum Aufsuchen der Beratungsstellen, die von der amtlichen Kriegsbeschädigtenfürsorge oder von den im Reichsausschuß der Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinterbliebenenfursorge vertretenen Kriegsbeschädigtenverbänden eingerichtet sind, in Angelegenheiten der Arbeits- und Derussfürsorge der Kriegsbeschädigten." Als Ausweis zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung wird für jede einzelne Fahrt eine Bescheinigung der amtlichen Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte nach vorgeschriebenem Muster darüber verlangt, daß die Entsendung mit der Dienstbeschädigung zusammenhängt und als notwendig anerkannt worden ist. Außerdem muß bei der Rückfahrt die Beratungsstelle bescheinigen, daß die Beratung des Kriegsbeschädigten stattgefunden hat. Mit der Ausdehnung der Fahrpreisermäßigung auf die Beratungsstellen der Kriegsbeschädigtenverbände ist die Vergünstigung für die bisher im Tarif vorgesehenen Beratungsstellen der Gewerkschaften weggefallen. 3n dem oben erwähnten, beim Reichsarbeitsministerium bestehenden Reichsausschuß der Kriegsbeschädigten» und Kriegerhinterbliebenen- fürforge sind außer dem bereits genannten Kyff- häuserverband noch folgende Verbände vertreten: Der Reichsbund, der Reichsverband, der Zentralverband, der Internationale Bund, der Bund erblindeter Krieger und der Deutsche Offizierbund. Gietzcner Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Spinat 20 bis 25, Wirsing 20 bis 40 (perZentner 20 bis 30 Mk.), Weißkraut 15 bis 25 (Per Zentner 10 bis 15 Mk.), Rotkraut 25 bis 40 (per Zentner 20 bis 30 Mk.), Kartoffeln 5 bis 6 (per Zentner 4 bis 5 Mk.), gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20, Spargel 30 bis 60, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Meerrettich 30 bis 60, Rhabarber 15 bis 20, Aepfel 40 bis 50, Rüsse 60 bis 70, Honig 40 bis 50, ausländische Kirschen 100, Dörrobst 30 bis 35, Erdbeeren 240 bis 280, Suppenhühner 90 bis 110, junge Hähne 90 bis 110 Pfennig per Pfund; Tauben 70 bis 80, Eier 9, Blumenkohl 40 bis 70, Salat 20 bis 25, Salatgurken 40 bis 70, Lauch 5 bis 15, Rettich 20 bis 25, Sellerie 10 bis 50, Oberkvhlrabi 20 bis 25 Pfennig per Stück; Radieschen 10 bis 15 Pfennig per Bund. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: „Die Jungfrau von Orleans" 15.45 bis 18.45 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Tango für dich". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 15.45 Uhr, unter der Spielleitung des Intendanten Schillers romantische Tragödie „Die Jungfrau von Orleans", als Schüler- und Fremdenvorstellung: ermäßigte Preise: zum letzten Male. In dieser Vorstellung verabschieden sich Hilde Schwend, W. Bäuerle und L. Linkmann. — Morgen, Freitag, 20 Uhr. nächste Wiederholung der beiden Musikwerke „Die schöne Galathäe" von Suppe und „Drüdeviein fein!" von Lev Fall, in neuer Inszenierung unter der Leitung von Hub-Cuje mit der Besetzung der Erstaufführung. Letzte Vorstellung im Freitag-Abonnement. — Am ersten Psingstfeiortag findet als letzte Fremdenvorstellung der Wintersaison 1930 31 eine Wiederholung der beiden Werke „Die schöne Galathee" (Supp6) und „Trüberlein fein!" (Fall) unter der Leitung Hub-Euje statt. Die Vorstellung findet zu ermäßigten Operettenpreisen statt. Für diese Vorstellung werden Zehnerkarten und Schauspie'.gutscheine, die nur noch bis Schluß der Winterspielzeit Gültigkeit haben, gegen Zahlung des entsprechenden Zuschlages in Anrechnung gekracht. •• Das Gießener Stadttheater als Sprungbrett für jungeTalente. Man schreibt uns: Seit der Intendanz des derzeitigen Intendanten Dr. Rolf P r a s ch werden in steigendem Maße junge Kräfte von Gießen an erste deutsche Theater verpflichtet. Schon im vorigen Jahre kamen Gießener Mitglieder nach Frankfurt, Magdeburg, Leipzig, Krefeld, und auch in dieser Spielzeit, sind bis jetzt wieder verschiedene jüngere Kräfte an erste deutsche Bühnen berufen worden. Wie bereits gemeldet, geht Eduard W e f e - ner (1. jugen&Ifcfjer Bonvivant) an das Thalia- Theater und Deutsche Schauspielhaus, Hamburg. Jetzt haben Hilde Schwend (1. jugendliche Heldin» an das Stadttheater Lübeck und Walter Bäuerle als 1. Charakterspieler auf zwei Jahre an die Vereinigten Theater (Lobe- und Thalia- theater) Breslau abgeschlossen. Seit den letzten zwei Jahren wird die Gießener Bühne von vielen auswärtigen Theaterleitern besucht und gilt im Reich als das Theater aufstrebender junger Talente. ** Benefizvorstellung der Mitglie - der des Gießener Stadttheaters. Wie bereits mitgeteilt, veranstalten die Mitglieder des Gießener Stadttheaters Samstag, 30. Mai, eine Be- nefizoorftellung zugunsten der Ferienkasse. Alle Theaterfreunde Gießens, die für die Leistungen und für die Arbeit des Ensembles sich dankbar erzeigen wollen, werden sicher diese Aufführung besuchen. Zur Ausführung gelangt ein ganz moderner und lustiger Schwank: „Das Lumpenparadies". Die Regie bat Heinrich Hub, Beginn der Vorstellung 20.30 Ühr. ** Bautätigkeit am Heegstrauchweg. Am Heegstrauchweg, beginnend am Schisfenberger W«g jenseits des Bahnüberganges, ist im vorigen Jahre bereits ein Einfamilienhaus erbaut worden. Nunmehr wird dort ein weiteres Einfamilienhaus errichtet, das im Rohbau nahezu vollendet ist. Der Bau wird durch die Deutsche Eigenheimgesellschaft zu Frankfurt a. M. finanziert. Ein drittes Bauwesen ist an dieser Stelle in Planung begriffen und soll möglichst noch in diesem Jahre im Rohbau her- gestellt werden. ** Ausflugskarten auf der Butzbach- Licher-Eifenbahn. An Sonn- und Feiertagen werden auf der Butzbach-Licher-Eisenbahn Ausflugskarten zu ermäßigten Preisen ausgegeben, die für Hin. und Rückfahrt nur am Lösungstage gelten. Die Ausgabe erfolgt für die zweite und dritte Klasse in folgenden Verbindungen: Don Bad-Nauheim Nord, Butzbach West und Butzbach Ost nach Lich Süd, Hof und Dorf-Güll, Münzenberg und Muschenheim; außerdem von sämtlichen Bahnhöfen der Strecken Butzbach Ost bis Lich Süd und Griedel bis Steinfurth nach Bad-Nauheim Nord; sowie von Lich Süd nach Hof und Dorf-Güll, Münzenberg und Müschen- heim. ** Schweine - Zwischenzählung. Am 1. Juni findet wieder eine Schweinezwischenzählung statt. Verbunden mit dieser Zählung ist die Ermittlung der nicht beschaupflichtigen Hausschlachtungen in der Zeit vom 1. März bis 31. Mai. Diese Ermittlung soll dazu dienen, einen lleberblick über den saisonmäßigen Verlauf der Gesamtschlachtungen an Schweinen zu erhalten. ** E i n Verkehrsunfall ereignete sich am Montagabend auf der Landstraße Heuchelheim- Gießen. Dort fuhr gegen 19.30 Uhr der Krastfahr- zeugvertreter Römer aus Heuchelheim auf seinem Motorrad von Heuchelheim nach Gießen. Dem Manne flog dabei die Mütze vom Kopf, die der im gleichen Augenblick zu Fuß daherkommende Heinrich Warner aus Langd bei Hungen aufheben wollte, um sie Römer auszuhändigen. In dem Augenblick, in dem Wörner sich nach der Mütze bückte, kam ein Motorradler namens Sommerlab aus Wiefeck auf feinem Motorrad dahergefahren, prallte mit der Maschine heftig gegen Warner, wodurch dieser zur Seite geschleudert wurde und schwer verletzt liegen blieb. Sommerlab stürzte gleichfalls und erlitt Verletzungen am Kopfe. Beide wurden nach der Chirurgischen Klinik überführt, jedoch konnte Sommerlab von dort nach ärztlicher Hilfeleistung nach Hause entlassen werden, während W ö r n e r mit schweren inneren Verletzungen noch heute darniederliegt. Erfreulicherweise soll für den Bedauernswerten keine Lebensgefahr mehr bestehen. •• Landesverband ehemaliger hessischer Landwirtschaftsschüler. Nachdem bereits im vorigen Jahre die Vereine ehemaliger Landwirtschaftsschüler in Oberhessen sich zu eitlem Provinzialverband zusammengeschlosien hatten, ist nunmehr in Darmstadt ein Landesverband ehemaliger hessischer Landwirtschaftsschüler gegründet war- den. Die Gründung wurde von der aus allen Teilen Hessens zahlreich besuchten Versammlung einstimmig beschlossen, nachdem sich zunächst auch die ehemaligen Landwirtschaftsschüler von Starkenburg und Rheinhessen in Provinzialverbänden zusammengeschlossen hatten. Der Landesverband umfaßt sämtliche Vereine ehemaliger Landwirtschaftsschüler Hessens und zählt etwa 4000 bis 5000 Mitglieder. Geschäfts- führender Vorsitzender ist Landtagsabgeordneter Fenchel- Ober-Hörgern, Geschäftsführer Land- wirtschafts-Assessor Dr. B ö ch e r - Grünberg. Der Verband hat sich zur Aufgabe gestellt, die seitherig« Tätigkeit der einzelnen Vereine fruchtbar zu ge- ftalten und unter Ausschluß jeder politischen Betätigung die hessische Landwirtschaft zu fördern. Die Wetterlage. ßOSt Aberdeen Ul -----Val. Nord^j»^» =5^ 8, Tiurs (ItrnffinU O «Dtenlos 0 neuer Q halb bedeckt 0 wolkig, e bedeckt • negech * Schnee ^Graupeln. ■ Hebel "KGewitl;er.(g)Wlnd5lllle.«O'XfV leichte» Ost -nissige» SOdsodwest Q stormtsche» «ordwert öle Piene (liegen mit dem winde. Pie beiden Stationen stehenden Za> len geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit-dlelchcn eutneeresnlveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das mitteleuropäische Tief wandert langsam oft- wärts weiter und schrumpft immer mehr zusammen. Somit flaut auch die Kaltluftzufuhr an der Rückseite, wodurch das kühle Wetter der letzten Tage herbei- geführt wurde, nach und nach ab. Anderseits rückt die neue Störung nach den britischen Inseln immer weiter vor, und es werden also die Winde bei uns allmählich über Osten nach Süden hin umdrehen, so daß die Kaltluft wieder weggeräumt wird und wärmere an ihre Stelle tritt. Bei dem Austausch der Luftmassen wird zunächst noch Bewölkung auf- kommen, dann tritt im Bereich eines Zwischenhochs Aufheiterung ein. Allerdings dürfte die Beruhigung nur von kurzer Dauer sein, denn die neue Störung führt erneut Bewölkung mit sich und wird späterhin auch wieder zu Niederschlägen führen, die teils von Gewiltererscheinungen begleitet sind. Die Tempera- turen steigen allmählich an. Aussichten für Freitag: Vorübergehend aufheiternd, dann wieder Bewölkungsaufzug, wär- mer, später aufkommende Gewitterneigung. Aussichten für Samstag : Meist wolkiges Wetter und weitere Erwärmung, vereinzelte Niederschläge, teils gewitterhaster Art. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Freitag, 22., und Samstag, 23. Mai: Wochenfeft. Freitag: Vorabend 7.45 Uhr; morgens 8.30 Uhr; Predigt. — Samstag: Vorabend 7.45 Uhr; morgens 8.30; abends 8.30 und 9.10 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Freitag, 22., und Samstag, 23. Mai: Wachenfest. 1. Tag: Vorabend 8 Uhr; vormittags 8; Predigt. — 2. Tag: Vorabend 7.40; vormittags 8; nachmittags 4; Festesausgang 9.10. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 7.15 Uhr. Dtfl BEBUF5FAHREB OER MERtttNFAHRER DER H E L S'att besondrer Anzeige! Heute vormittag entschlief sanft nach kurzem, schwerem,mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte, treusorgende Frau, unsere herzensgute, treue Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Marie Spengler Jeb-Dauernheim im Alter von nahezu 60 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Aloys Spengler Max Spengler und Frau Ida, geb. Krug Franz Resemann und Frau Minna, geb. Spengler Otto Müller und Frau Luise, geb, Spengler Adalbert Theis und Frau Marie, geb. Spengler Wilhelm Spengler und Frau Maria, geb. Ehrhardt und 1 Enkelkind Gießen, den 20. Mai 1931. Die Beerdigung findet am Freitag, 22. Mai 1931, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.—Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. _________________________________________________________________________________________________030001 Blusen, Röcke u. 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Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Fraa Margarethe Sthäler, geb. sammel Mittwochabend nach langem schweren Leiden, im Alter von 63 Jahren, sanft entschlafen ist In tiefer Trauer: Philipp Schäfer XII. Annerod, Leihgestern, den 21. Mai 1931. Die Beerdigung findet Samstag, 23. Mai, nachm. 2 Uhr statt. ________________________3525 D Befchlagnabme- freie M-Zim«- Mooig mit Zubehör, wenn möflL mit Balkon, von Dauermieter alsbald oder für später gesucht. Schr.Angrb. unter 03011 an den (Lieh. Anzeiger erbeten. zu vermieten. [nso„ Heben Tod Oberstudienrat (Gi. Gießener Wingolf Hermann Reeh, dzt. Wir betrauern RA1PP Jugendlich leichter Gang, gesunde Füße, erhöhte Ausdauer durch genau passende Schuhe fertig nach Maß. Weltbekannt durch beste Qualität, Schönheit und Preiswürdigkeit. Glücklich, wer trägt! 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Auch der kulturgeschichtlich dem Kusse oorauSgehende und heute noch bei vielen Völkern gebräuchliche N a s e n g r u ß, der in einem Aneinanderreihen der Nasen unter Einziehen der Luft (Beschnuppern) besteht, spricht beredt für die große Bedeutung des Geruchs im gesellschaftlichen Zusammenleben der Bölter. Personen lediglich an der Ausdünstung ihres Körpers wiederzuerkennen und sie dadurch auszufinden, vermögen nur Tiere mit ausgeprägtem Geruchsinn, wie unsere Haushunde. Manche Naturvölker unter- cheiden mit Hilfe ihrer Riechorgane im Dunkeln ofort Europäer männlichen und weiblichen Ge- chlechts mit Sicherheit voneinander. So erkannten die Südseeinsulaner die Geliebte des bekannten Botanikers Commerson, Lady Hortense Bars trotz der von ihr angelegten Männerkleidung überall sofort als eine Frau. Einen noch feiner ausgebildeten Gcruchsinn aber verrieten die Indianer von Mexiko, mit denen der Forschungsreisende Mühlepsordt in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Berührung kam. Sie waren, wie er hervorhebt, imstande, durch den Geruch bei Nacht die verschiedenen Rassen der Indianer voneinander zu unterscheiden und hatten für den Körpergeruch der Europäer sogar ein eigenes Wort, nämlich Pezuna, während sie den der Neger als Grajo und den der Indianer als Posco bezeichneten. Diele Völker und Menschenrassen haben, wie ich aus Erfahrung sagen kann, eine so stark ausgeprägte, eigenartige Körperausdünstung, daß diese nicht nur für Europäer leicht erkennbar ist, sondern sich auch unangenehm bemerkbar macht. Es gilt das vor allem von den dunkelfarbigen Menschenrassen, wie schon Darwin und Carl Vogt, mit aller Bestimmtheit ausgesprochen haben. Vogt hebt hervor, daß man diesen Rassengeruch nicht mit den Ausdünstungen des Körpers verwechseln dürfe, die auf der Eigenartigkeit der Ernährung mit stark riechenden Stoffen wie Zwiebeln, Knoblauch und anderen Allyle (alkoholische Schwefeloerbindungen) enthaltenden Speisen beruhen. Auch wäre es ein Fehler, den spezifischen Hautgeruch der dunkelfarbigen Menschenrassen auf Mangel an Reinlichkeit zurückzuführen. Treffend sagt Carl Vogt über die Neger: „Der spezifische Negergeruch ist und bleibt derselbe, wie man den Neger auch reinigen und nähren mag. E r gehört zu der Art wie der Bisamgeruch zu dem Moschustier und beruht auf der ganz eigentümlichen Ausdünstung der Schweißdrüsen, welche übrigens in ihrem Bau ganz so ge» ordnet sind wie diejenigen der übrigen Menschenrassen, wenngleich sie größer und zahlreicher zu fein scheinen." Bei keiner Menschenrasse tritt der Hautgeruch so aufdringlich hervor wie bei den Negern. Sollen doch die von den Luftströmungen über die Meeresfläche zur Küste getragenen Hautausdünstungen dieser in früheren Zeiten, nach Peschei, schon von weitem die Annäherung eines Sklavenschiffes angekündigt haben. Das Spezifische des Negergeruchs anzugeben, ist nicht leicht. Einige Anthropologen, die ihn bei den verschiedenen Stämmen der schwarzen Menschenrasse wahrgenommen haben, betreiben ihn als ranzig oder bockartig, andere als von einer Buttersäure verwandten Fettsäure herrührend, wieder andere als moschusartig und an den Geruch von Krokodilen erinnernd. — Soweit ich selbst ihn wahrzunehmen Gelegenheit hatte, scheint er mir vorwiegend aus ammoniakalischen, d. h. an Ammoniak oder Salmiakgeist reichen, ranzigen Fettsäureverbindungen zu bestehen. Jedenfalls macht er sich auffallend bemerkbar, ganz besonders nach angestrengter Muskeltätigkeit der Schwarzen. Thomas Hutchinson, der 1858 den Sklaoenmarkt von Alt- Kalabar besuchte, schreibt: „Der Geruch, den die zusammengepferchten, westafrikanischen Neger Der- breiteten, übertrifft an Widerlichkeit den aller übelriechenden organischen Stoffe und Chemikalien; er setzt sich in die Kleider und verfolgt einen wie ein unsichtbarer Teufel." Der berühmte Anthropologe W a i tz will wahrgenommen haben, daß der Hautgeruch der Neger von Mittelafrika derselbe sei wie der der dortigen schwamen Hunde und Vögel. Und nicht nur der weißen Rasse scheint der Hautgeruch der Schwarzen so widerwärtig zu sein, daß man nicht mit Unrecht die „Negersrage" in Amerika als eine „Nasenfrage" bezeichnet hat, sondern nach Ap- pus hielten auch die Jndianerfrauen von Guyana (Südamerika) sich die Nase zu, sobald sich ihnen ein Neger näherte. Umgekehrt berichtet Dr. Fischer von den im ehemaligen Deutsch-Ostafrika ansässigen Masainegern, daß ihnen die Hautausdünstung der Weißen derart zuwider sei, daß sie sich wohlriechende Kräuter unter die Nase hielten. Mit dem Rassengeruch der Kaffem scheint es nach europäischer Empfindung nicht besser bestellt zu sein. Schrieb doch Wilhelm Posselt, der in Südafrika jahrelang Kaffernkindern unterrichtete: „Wenn ich mit den ABC-Schützen vor be/ Wandtafel stehe und sie die Buchstaben lehre, stieg in meine Nase ein süßlich säuerlicher Geruch, welcher mich allemal an die Bärengrube auf der Pfaueninsel in Potsdam erinnerte Einzelne Koffern sollen so mephitisch riechen, daß „das ganze ^aus davon voll ist, wo sie nur eben hindurchgehen", wie. es in einer älteren Reisebeschreibung heißt. lieber den Rassengeruch der Indiankr, mit denen ich in nähere Berührung gekommen, weiß ich leider ebensowenig etwas Charakteristisches zu sagen wie ich darüber etwas in Reiseberichten finde. Unangenehm und aufdringlich scheint er jedenfalls nicht zu sein, doch ist er bei den südamerikanischen stärker ausgeprägt als bei den nordamerikanischen. Auch möchte ich der Behauptung nicht beipflichten, daß die Haut aller Chinesen nach Zwiebeln und Knoblauch rieche, wie das auch fälschlich von den • Wahß & Frehtag AG.. Frankfurt am Main. Sn der Aufsichtsratssihung wurde der Abschluß für 1930/31 vorgelegt, der einen Betriebsverlust von rund 1,325 Millionen Mark ausweist. Darüber hinaus habe fid) unter den gegenwärtigen Verhältnissen au; A h.nstände und To - räte eine Sonderabschre.bung von 2,16 Mill. Mk. als notwendig erwiesen. Dis auf einen vorzutragenden Verlust von rund 410 800 Mark soll die llnterbilanz durch Heranziehung der gesetzlichen Rücklage gedeckt werden. * Maschinenfabrik Moenus - AG.. Frankfurt a. M. Die Maschinenfabrik Moe- nus-AG. in Frankfurt a. M. erzielte im Geschäftsjahr 1930 einen Reingewinn von 10 096 Mk., um den sich der Vortrag auf 48 936 Mk. erhöht. Allgemeine Handlungsunlosten erforderten (in Mill. Mark, 1.287 (1.356) und Abschreibungen 0,220 (0,215). Sn dem Geschäftsbericht wird das ungünstige Ergebnis auf die Verschärfung der Sn- landkrise und der für die Gesellschaft wichtigsten Auslandmärkte zurückgeführt. • AG. für Zellstoff- und Papierfabrikation. Aschaffenburg. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, der für den 30. Sunt ein- zuberusenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 6 (im Vorjahr 12) Prozent vorzuschlagen. Weiter soll der Generalversammlung eine Erhöhung des Aktienkapitals um 7 Millionen Mark Stammaktien vorgeschlagen und ihr Mitteilung über die inzwischen erfolgte Verschmelzung mit der Firma Hoesch & Co.. Pirna, gemacht werden. ♦ Die Mitteldeutsche Hartsteinindu- strie AG. in Frankfurt a. M. wird für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividende zur Verteilung bringen. Der erzielte Reingewinn soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die Generalversammlung findet am 6. Juni statt. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 21.Mai. Tendenz: schwächer. Die sehr ernste Finanzlage der Länder und Gemeinden, die in der gestrigen Konferenz der Finanzminister zum Ausdruck kam, das Defizit der Stadt Verlin und der matte Schluß der gestrigen Reuyorker Dörse haben ju Beginn der heutigen Dörse verstimmt. Der Ablauf derVer- auf hoher Kulturstufe stehenden Bewohnern der Mittelmeerländer — semitischen und arischen Ursprungs — gesagt wird. Auffallend war es allerdings schon in der guten, alten Zeit, daß dort namentlich das schöne Geschlecht sich in so ausgedehntem Maße stark riechender Odeurs und Salben bediente, nicht allein, um sich bei den Männern in guten Geruch zu setzen, sondern wohl auch, um jeden Rassegeruch zu verdecken. Dasselbe gilt auch von der Frauenwelt Chinas und der des ganzen Orients. Nun drehen aber die Chinesen den Spieß um und behaupten von den „fremden Teufeln", daß ein unausstehlicher Geruch von ihnen ausgehe. Deshalb sähen sie sich auch gezwungen, so häufig zu baden! Ein chinesischer Gelehrter behauptet fogar, dieser Geruch sei so stark und setze sich so fest an die Kleider, daß seine befreundeten Landsleute, wenn er von einer Zusammenkunft mit Europäern käme, die schnuppernden Nasen ihm zugewendet, sogleich sagten: „Du bist wieder einmal mit einem dieser Weißen zusammen gewesen!" — Ein deutscher Schriftsteller, der lange in Japan xugebracht, schrieb 1896, daß eine japanische Menschenmenge einen süßen, eine deutsche aber einen sauren Geruch verbreite. Mir aber haben Malaien in verschiedenen Gegenden des indischen Archipels bei vertraulicher Aussprache übereinstimmend gesagt, die Ausdünstung der Haut von Europäern erinnere sie immer an den Geruch von Melasse, also ausgepreßten Saft vom Zuckerrohr, wie das auffallenderweise auch die Neger behaupten sollen. Wirklich typisch ist der Rassengeruch der Zigeuner, eines Dolksstam- mes von echt indogermanischem Blute. Ich stimme auf Grund dessen, was ich in meiner westfälischen Heimat als Knabe wahrnahm Hans Groß und anderen Kriminalisten vollständig bei, wenn sie behaupten, daß der Hautgeruch dieses Wandervolkes sich mit dem von Fett zusammen mit dem von Mäusen vergleichen lasse. lieber den Geschmack und, wie es scheint, auch über den Geruch läßt sich nicht streiten, jedenfalls aber spielt der Rassengeruch auch im Hassen und Sieben ganzer Völker und Rassen eine große Rolle. Handlungen in Genf wurde mehr beachtet und befriedigte nicht, da man m t der Lieberweisung der Zollunivnssrage nach dem Haag eine längere Derhandlungsfrist vor sich sieht, auch deshalb, weil die Finanz- und Kreditbedürfnisse Deutschlands nur mit ausländischer A n- l e i h e h i l f e zu befriedigen zu sein scheinen, deren Snangriffnahme durch die Entwicklung in Genf nun doch längere Zeit in Frage zu stellen, ist. Das Angebot war nicht dringlich, genügte jedoch bei der geringen Aufnahmefähigkeit der Dörse schon, um Kursrückgänge von 1,5 bis 3 Proz. herbeizusül^ren. Schwäch r lagen vor allem Elektro- und Chemiewerte, sowie Ryeinstahl. die bis 3 Prozent verloren. Auch Kunstseide und Holzmann traten mit Rückgängen von 2.5 Prvz. stärker hervor. Riedriger setzten ferner ein Sal-detsurth mit minus 2 Proz.. Waldhof mit minus 1.5 Proz, Karstadt mit minus 1.25 Proz. Schisfahrts- und Dankaktien, Deutsche Linoleum und Daimler gaben bis 1 Proz. nach. Höher lagen nur Wayh fr Frey- tag mit plus 1 Proz. und Otavi Minen mit plus 0.75 Mark. Am Anleihemarkt deutsche und ausländische Renten bis 0,25 Proz. niedriger. Pfandbriefe leicht angeboten und etwas schwächer. Reichsschuldbuchforderungen 0 25 bis 0,50 Proz. niedriger. Bei anhaltender Geschäfts- stille war die Kursgestaltung im Verlaufe nicht ganz einheitlich, die Abschwächungen betrugen bis Bruchteile eines Prozents nach beiden Seiten. Am Geldmarkt trat stärkere Rachfrage hervor, so daß der Satz für Tagesgeld um 0,5 Proz. auf 4,5 Proz. erhöht wurde. Am Devisenmarkt nannte Mark gegen Dollar 4,1985; gegen Pfund 20,4250; London gegen Reuyork 4,8645; gegen Paris 124,35) gegen Mailand 92,92; gegen Madrid 48,30; gegen Schweiz 25,2250; gegen Holland 12,1070. Berliner Börse. Berlin'' 21. Mai. Sm Gegensatz zu London und Amsterdam wurde die heutige Berliner Börse von dem wieder schwachen Schluß des gestrigen Reuyork stärker beeinflußt. Es kam allerdings hinzu, daß sowohl politisch, als auch wirtschaftlich fast nur ungünstige Momente Vorlagen, die bei Kundschaft und Spekulation Verkaufsneigung auslösten, der seitens der Danken so gut wie gar keine Aufnahmelust gegenüberstand. Sehr Wirtschaft. viel Aufsehen erregte der von der „D. 21. Z.", also wahrscheinlich von Schwerindustrieseite, vorgenommene Angriffaus dendcutschcnAuhen- m i n i st e r , der weitere Unsicherheit brachte, die ungeklärten Finanzfrage der Stadt Derlin und der Länder, und die Gerüchte, die um die bevorstehende Rotvcrordnung kursierten. Wenig erfreulich war auch der diesmalige Wochenbericht des Snstituts für Konjunkturforschung, der sich mit der Bewegung der Rohstoffpreise beschäftigt. und der nun doch zur Tatsache gewordene Dividendenausfall bet B. M. W. So gingen die Abschwächungen zu den ersten Kursen noch über die Befürchtungen des Vormittags hinaus und betrugen durchschnittlich 1 bis 3 Prozent, vereinzelt auch noch mehr. Besonders Kaliwerte. Sulius Berger. Holzmann, Schubert 8- Salzer unt>_ Tex- tilpapiere waren noch darüber hinaus rückgängig. Aschaffenburger Zellstoff erschienen mit Minus- Minus-Zeichen und wurden zirka 5 Prozent niedriger taxiert. Wohl im Einklang mit dem festeren London waren Svenska um 5 Mk. gebessert. Auch Chemische Hayden und Stoehr fielen mit Besserungen bis zu 1.75 Prozent auf. Anleihen nicht ganz einheitlich. Bon Ausländern gingen Bosnier um J.50 Prozent zurück. Pfandbriefe, auch Lndustrieobligationen schwächer. Reichs- schuldbuchforderungcn bis 0,50 Prozent rückgängig. Auch nach den ersten Kursen neigte die Tendenz weiter zur Schwäche. Mit Ausnahme des Bankemnarktes wurde kaum interveniert, so daß erneut Verluste bis 2,5 Prozent, in Ausnahmefällen bis 1.5 Prozent im Durchschnitt festzustellen waren. Der Geldmarkt erfuhr heute eine kleine Erleichterung. Tagesgeld ermäßigte sich auf 3.75 bis 6,75 Prozent, Monatsgeld auf 5,50 bis 6,75 Prozent, Warenwechsel auf 5 bis 4,90 Prozent zirka. Der heute von den Danken festzusehende Reportgeldsah wurde unverändert taxiert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Mai. Auftrieb: 58 Rinder, 1432 Kälber, 69 Schafe, 878 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 59 bis 64 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 53 bis 58, geringe Kälber 43 bis 52 Mk. — Marktverlauf: Kälber und Schafe schleppend, geräumt. Schweine schleppend, Üeberstand. Berliner Prodnktcnmarkt. Derlin, 20. Mai. Das Geschäft im hiesigen; Prvduktenverkehr ist weiter äußerst lustlos. Die Gründe für die Zurückhaltung der Käufer sind nach wie vor in der allgemeinen Unsicherheit sowie in den für die Saatenentwicklung vorzüglichen Witterungsverhältnissen und in dem schleppenden Mehlabsatz zu suchen. Am Weizenmarkt ist das keineswegs reichliche Angebot für prompte Verladung zu gestrigen Forderungen schwer unterzubringen, und für Reuweizen zeigt sich, auch bei Preiskonzessionen der Verkäufer, nur geringe Kauflust. Das Preisniveau lag in Prompt- und Lieferungsgeschäft etwa 1 Mark niedriger. Roggen war bei geringen Llmsähen im allgemeinen behauptet, nur Roggen neuer Ernte mußte im Preis um 1 Mark nachgeben. Weizen- und Roggenmehle werden nur für den notwendigsten Tagesbedarf gekauft. Hafer zur prompten Lieferung bleibt angeboten und liegt schwächer, der Lieferungsmarkt eröffnete behauptet. Gerste still. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer 281 bis 286, Mai 291,25 bis 291, Suli 295 bis 296, Sept. 247 bis 246,75 (Brief); Roggen, märlischer 198 bis 200, Mai 205 (Geld). Suli 199 bis 198,75 (Geld), Sept. 188,25 bis 188,75; Futter- und Sn» dustriegerste 227 bis 242 (matterj; Hafer, märkischer 191 bis 194, Mai 199 (Geld). Suli 201 bis 202.50. Sept. 174,50 bis 175. (100 Kilo): Weizenmehl 33,25 bis 38,90 (ruhig); Roggenmehl 26,50 bis 28,50 (ruhig); Weizenlleie 15 bis 15,25; Roggenkleie 14,50 bis 14,75 (ruhig); Viktoriaerbsen 26 bis 31; Futtererbsen 19 bis 21; Peluschken 25 bis 30; Ackerbohnen 19 bis 21; Wicken 24 bis 26. Daten für Donnerstag, 21. Mai. 1471: Albrecht Dürer in Nürnberg geboren; — 1506: Christoph Columbus in Valladolid gestorben; — 1817: der Philosoph Hermann Lotze in Bautzen geboren. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bif 12.33 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen .Tür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. Sy, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frantsun a. Dl. | SJerlin Fronttun 04$ O O CO lös.-Schuld mit De«gl. ohne Antlos.-Rechte . . 8% Heil. «olUfloat von 1929 /rfiifiAhlh 1...... Cberbdicn Provinz. Anleihe mti Deuilche Rümm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 .... 8% fitonll. Hyp.-Banl Soldpfe XIII unlünbbat 6U 1934 . . . 7% fttanff. Hyp^Ban! «olbpfe Rheinische Hvp>BanI 8% Pr. LanderviandbriesanstaU, Psandbriese R. i»...... 8% Pr. LandeSpiandbriesanstaU, Romm.-Lbl. 91.30...... 7% Pr. Landerpiandbriefanstalt, HUnnhhrirfe N fl...... A.S.B. abg. BorMegS-Obiigatto. 4% Oesterreichilche (BolBrentt . . 4,20% Oesterreichilche GUbenente 4% Oesterreichilche Linde irliche 4% Ungarische Soldrente .... 4% Ungarische Gtoattrrnle v. 1910 4^% deSgl. von 1913 . . . . 4% Ungarische Kronenrente . . ■ 4% Türlilche Zollanlekhe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn.Anl. Serie 1..... jo/ G-zrte [1 ...... . 6% Rumänisch« veretnh. Rente von 1903 .......... 4K% Rumänische vereint,. Rente von 1913 .......... 4% Rumänische Verein-. Rente . Rtebed Wonta» ...... 7,2 Iranftun a. 2)1. Banfnoten. Schluß-1 furd | 1-Ubr» Rurt Schluß^ tu i-S | Ansang- flurd Berlin, 20.Mai «eld Brief Amerikanische Roten . . • • . 4,183 58,13 4,203 »cionme noicn . . . 58,37 Datum 20.5. 21.5. 20 5. 21.5. Dänische Noten . . . 112.08 112,52 Englische Noten .... 20.375 20,455 Bereinigte Stahlwerk..... Clatrt Minen .... 16*/, 45,5 — 45,5 44,75 französische Noten ... 16.389 16,449 25 24,25 23.5 23,9 Holländische Noten . . . . ... 168,26 168,94 Kaliwerk Aschersleben ... 10 121 119 Italienische Noten.... 22,04 22.12 Kaliwerke Westeregeln ... 10 127,5 — 127,13 124 Norwegische Noten . . . 12,03 112.47 Kaltwerte Salzdetfurth ... 15 188 186,25 190,5 187 Deutsch-Oesterreich, • 100 Schilling Rumänische Noten....... 58,97 2,475 59,21 2.495 Schwedische Noten . . . 12,13 112,57 F. @. Yarben-Industrie ... 12 133,5 131,5 134 131,65 Schweizer Roten .... 80,73 81,03 Dynamit Nobel.......6 — — — Spanische Noien .... 42,27 42,43 Echetdeanstalt........9 122, 120 — Tichechoilowalische «Roten . 12,41 12.47 Goldschmidt ........ 6 39 — 39 38,5 Ungarische Noten 72,95 73,25 RütgerSwerte..... 6 — —— 45 45 Metallgeielllchaft.......8 61,25 61 62 — Devisenmarkt Berlin - Frankfurt O.2TL Philipp holzmann......7 74,5 72 74,75 71 20.Mai 21 .Dlal Zementwerk Heidelberg . . 10 59 — — — Amtliche Notierung Amtliche Notierung Cementwerk Karlstadt. ... 10 90 7" *— Meld. Briet Geld Brief Wavh L Frevtaa .....8 24 25 25 Amst--Ron. 168,48 168,82 168.52 168.86 Schultheis Pa»enhoser ... 15 — — 134 131 Buen.-AireS Brss-Antw 1,303 58,34 1,307 58,46 1.290 58,35 1.294 58,47 Ostwerte.........12 — — — — Christiania. 112,31 112,53 112,32 112,54 Atu..... . • • . 18 65,75 63 65,4 63,5 Kopenhagen 112,29 112,51 112,30 112,52 Bemberg..... U 75 — 77 73,5 Siockdolm - 112,43 112.65 112.43 112,65 Zellstoss Waldhos .... 13'/, 74,5 — 74,75 72,75 fceliuigfotS. Aralien. . . Loudon. . . 10,558 10,578 10.557 10.577 Zell stoss Aschaffenburg ... 12 Eharlotienburger Wassel ... 8 70 — — 21,96 20,402 22,00 20,442 21,96 20,403 22.00 20.443 Dessauer fflaS..... • 9 — —— 114,25 112 sJi tun ort . • 4,194 4,202 4,198 4,202 Daimler Motoren . ..... 0 24 22,75 23,75 22,4 Paris.... 16,399 16,439 16,40 16,44 Deutsche Linoleum ...... 63 62,5 63,4 61,5 Schweiz •. 80,865 81,025 80.89 81,05 Dlaschinenbau 2L-0. ..... 0 — — — — Spanien. . 41.86 41,94 42.16 42.24 —— — —— — Japan - . . 2,074 2,078 2,074 2,078 Orrnstein & Koppel ..... 6 — — 40,5 39,5 ^io de Jan. 0,291 0,293 0,289 0,291 Leonhard Tietz ...... 10 — — 99,5 98 Wien in 223,5 — 223 228 Eeft abgeft 58,925 • 59,045 58.92 59.04 Prag . . . 12,427 12.447 12,426 12,446 frankfurter Maschinen .... 4 13 — 11,75 — Belgrad . . 7,388 7,402 7,386 7,400 Gritzner....... 6 31 — 30,9 — Budapest. . 73,12 3,038 73.26 73,105 73,245 Heyliaenstaedt ....... 0 Iunghans..........6 — — — Bulgarien . 3,044 3.038 3,044 — — — —— Lissabon 18,88 18,92 18,86 18.90 Lechwerte..........8 —— -- — — Tanug. . . 81,58 81,74 81.60 81.76 Mainlraftwerte Höchst U.M.. . k 62,5 — —— — Äonft-ntm. 1,784 1,789 1.784 1.789 Murg...........1( — — —— Athen. . 5,436 5,446 5,734 5.747 Gebr. Roeder.......10 Boigt & Haesfner......9 —— —— — Lanaba . . 4,196 4,198 4,190 4,198 — — — 11 ru uay - 2,517 2,523 2.497 2,503 Hüddeutsche Zucker • • • • 10 115,25 115 —- — ... 20,92 20,96 20,92 20,96 öJt.-^fport Deutsche Ruderer starten in Ostende. Der Deutsche Rudervcrband hat dem K o l n e r Regattaverein Startgenehmigung für Belgien erteilt, und zwar für die Internationale Regatta in O st ende während des Pfingstfestes. Die Anregung zur Beteiligung deutscher Mannschaften an der belgischen Regatta ging aus von der Societe de Sport Rau- tique d'Ostende, die dem Kölner Regattaverein eine schriftliche Einladung zur Beteiligung an der Pfingstregatta zusandte. Protektor des belgischen Clubs ist der derzeitige belgische Verkehrs» Minister L i p p e n s. An der Regatta werden sich voraussichtlich noch Mannschaften aus Holland und Dänemark beteiligen. Deutscherseits glaubt man einen guten ersten Achter (wahrscheinlich Kölner Club für Wassersport), einen ersten Vierer (Wassersport Godesberg), einen Riemenzweier (RV. Bayer-Leverkusen) mit Altmeister Stange am Schlag und zwei erste Einer (A r e n z und H a s e n b e ct vom WSD. Godesberg) entsenden zu können. Heber einen an sich vorgesehenen Gegenbesuch der Belgier schweben noch Verhandlungen. Leider besitzt der Kölner Regattaverein in diesem Jahr in seinen Mk> gliedsvereinen keine Mannschaft, die allererste deutsche Klasse darstellt. Trotzdem darf man auf ein gutes Abschneiden der deutschen Ruderer hoffen. Um die deutsche Zußbatt-Meisterschast. München 60 — Tennisborussia in Frankfurt. Das für den zweiten Pfingstfeiertag in Duisburg vorgesehene letzte Zwischenrundenspiel zur deutschen Fußballmeisterschaft zwischen München 1 8 60 und T enn i sborussia Berlin wird am ersten Pfingstfeiertag im Frankfurter Stadion ausgetragen. Oie Meisterschastsendspiele der OGB. Am 31. Mai werden in Magdeburg die Endspiele um die DSB. -Handballmei- st e r s ch a f t für Männer und Frauen ausgetragen. Bei den Herren stehen sich Polizei Berlin und SV. 98 Darmstadt gegenüber, bei den Frauen Viktoria Hamburg und SC. Charlöttenburg. Oie Wettkämpfe zum Zeldberg-Turnfest Am 13. und 14. Juni wird zum achten Male das Feldberg - Turnfest der DT. veranstaltet. Es sind folgende Klebungen vorgesehen: Männer: 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, Freiübung: Iugend. 100 Meter, WÄt- sprung, Kugelstoßen, Freiübung: Altersklasse!: 75 Meter, Weitsprung, Steinstoßen, Freiübung: A l t e r s k l a s s e II: 75 Meter, Weitsprung, Steinstoßen, Freiübung; Turnerinnen: 75 Meter, Hochsprung, Kugelstoßen, Freiübung. Oie Oeutschland-Rundfahri. Rach der 12. Etappe der Deutschland- Rundfahrt hat das Grsamtklassement folgendes Aussehen: Einzelwertung: 1. Metze (Deutschland) 108:09,17 Stunden. 139 Punkte: 2. Thierbach (Deutschland» 108:10,33 Std., 94 P.: 3. R. Frantz (Luxemburg) 108:13,32 Std., 124 P.: 4. Mauclair (Frankreich) 108:14,11 Std., 113 P.: 5. Magne (Frankreich) 108:4,11 Std., 93 P.: 6. Geyer (Deutschland» 108:14,57 Std., 92 P.: 7. Stöpel (Deutschland) 108:16,00 Std., 126 P.: 8. Buse (Deutschland» 108:19,5b Std.. 121 P. Länderwertung: 1. Deutschland 324:33,57 Stunden: 2. Frankreich: 3. Gemischte Mannschaft: 4. Belgien: 5. Schweiz: 6. Italien. Degraeve gewinnt „Etappe dreizehn". Die 13. Etappe der Deutschland-Rundfahrt führte über 215,3 Kilometer, von Hannover nach Dortmund. Es gab wieder eine Massenankunft, aus der im Spurt der Belgier Degraeve in 6:25,15 Stunden vor Metze (Deutschland), Barths- lemy (Frankreich), Frascarclli (Italien), Bulla (Oesterreich), Dewaele (Belgien), Stöpel (Deutschland), Siegel (Deutschland), Moineau (Frankreich), Geyer (Deutschland) und Neuhardt (Frankreich) gewann. Deutschland liegt im Länderklassement noch an erster Stelle, und auch im Einzelklassement führt noch der Berliner Metze. Handball im Gau Hessen (O.T.) To. Allendorf (Lahn) I — To. Groh-Rechtenbach I 8:1. Die Mannschaften trafen sich am Sonntag zu einem Freundschaftsspiel in Allendorf. Obwohl Groß- Rechtenbach noch Anfänger ist, kam ein spannendes Spiel zustande, das Allendorf dank größerer Spielerfahrung sicher gewinnen konnte. To. Allendorf (Lahn) Jugend gegen To. Rechtenbach (kombiniert) 1:3. Das Treffen konnte die körperlich weit überlegene Rechtenbacher Mannschaft nach ausgeglichenem Spiel für sich entscheiden. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Meisterrunde. To. Dorlar I — To. Garbenteich I 1:2 (1:2). Beide Mannschaften traten zu dem Spiel mit 10 bzw. 9 Mann an und vervollständigten sich im Laufe der ersten Hälfte, in der sich die Gegner gleichwertig waren. Den ersten Erfolg erzielte Dorlar durch seinen Halblinken, dem bald ein zweiter durch den Mittelstürmer folgte, der aber, unter lebhaftem Protest des Publikums, vom Schiedsrichter nicht gegeben wurde. Die Mannschaft war hierdurch etwas deprimiert, was der Gegner geschickt ausnutzte, durch zwei Tore den Ausgleich herstellte und die Führung übernahm. Halbzeit 1:2. Rach Wiederbeginn zunächst verteiltes Spiel, bis der Plahbesitzer durch starkes Rachlassen der Gäste-Außenläufer stark überlegen wurde, aber durch die vielbeinige und harte Abwehr der Gäste zu keinem Erfolg kam. Mit viel Glück konnte der Gast das Resultat bis zum Schluß halten, was dem Spielverlauf bei weitem nicht gerecht wird, da ein Unentschieden, wenn nicht ein Sieg Dorlars den gezeigten Leistungen entsprochen Hütte. Der Stand der Spiele ist zur Zeit folgender: 1. Londorf, 5 Sp., 8 P. 2. Garbenteich, 4 Sp., 6 P. 3. Dorlar, 4 Sp., 2 P. 4. Wieseck, 3 Sp.. 0 P. Hassia-Bezirksiag in Gießen. (t) Der Frühjahrsbezirkstag des „Hassia"- Bezirks Gießen fand am Sonntag im „Postkeller" zu Gießen statt. Die Sitzung wurde von dem 1. Dezirksvorsitzenden, Professor Dr. K r a e m e r, Gießen, geleitet. Rach dem Iahresbericht des Vorsitzenden zählt der Bezirk zur Zeit 29 Vereine mit 1989 ordentlichen und 92 außerordentlichen Mitgliedern. Im Bezirk bestehen 16 Kleinkaliberschießabteilungen und drei Iugendgruppen. In 25 Ortsgruppen des Verbands der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Kriegerkameradschaft „Hassia" sind 605 Kriegsbeschädigte organisiert. Der Dermöqensstand der Vereine ist gegenüber dem Vorjahre um rund 1000 Mk., < > Lützellinden. 18. Mai. Das Deftzll der Kleinkinderschule aus dem Rechnungsjahr 1930 in Höhe von 177,33 Mk. wurde auf di« Gemeindekasse übernommen. Gleichzeitig wurde der Kleinkinderschule aus der Gemeindekasse ein Vorschuß von 150 Mk. für das Rechnungsjahr 1931 bewilligt. Da der Unterricht an der Haushaltungsschule zur Zeit nur von 3 Mädchen besucht wird, soll er bis auf weiteres ausgesetzt werden. ex) Hörnsheim, 19. Mai. In seiner jüngsten Sitzung beriet der G e m e i n d e r a t die Ortssatzung über die Gemeindewasserleitung. Danach muß jedes innerhalb der geschlossenen Ortslage gelegene bewohnte Grundstück an die Gemeindewasserleitung angeschlossen werden. Jeder Hauseigentümer hat mindestens einen Wasserleitungshahn auf seinem Eigentum anbringen zu lassen. Die Gemeinde stellt für jedes bebaute Grundstück nur eine Anschluß- leitung her; jede weitere Anschlußleitung geht auf Kosten des Antragstellers. Die Gemeinde behält sich den späteren Einbau von Wassermessern vor. Solange der Wasserverbrauch noch nicht durch Wasser- Messer festgestellt wird ist neben einer Grundgebühr ein Wasserzins nach Maßgabe der Einwohner und des Biehbeftandes zu entrichten. Das Wassergeld soll vierteljährlich erhoben werden. Die Pflicht zur Ge- bührenentrichtung beginnt am l.Juni. Dillkreis. * ** WSN. Herborn, 20. Mai. Im benachbarten Herbornseelbach wollte eine Mutter ihrem vierjährigen Söhnchen eine leichte Züchtigung zuteil werden lassen. Um ihm nicht wehe zu tun, schlug sie ihm mit einem HandtuchinsGe- sicht, verletzte dabei aber das Auge des Kindes derart schwer, daß die Sehkraft voraussicht, l i ch verloren ist. Das Kind wurde der Gießener Klinik zugeführt. Sewinnauszug 2. Klaffe 37. Preußisch-Süddeosich« (263. Preuß.) Staats-Lotlerie Ohne Gewähr Nachdruck verdorr» der Inventarwert um mehr als 3000 Mk. gestiegen. An Llnterstützungen an bedürftige Kameraden kamen 2000 Mk. zur Auszahlung. An Rückvergütung seitens der „Hassia"-Dertrags- gesellschaften flössen den Dezirksvereinen 1239 Mk. zu. Der „Hassia"-Kalend«r wurde in 2400 Exemplaren abgeseht, die Derbandszeitschrist „Hessischer Kamerad" in 2016 Exemplaren gelesen. Einigen Kameraden wurden die vom Verband in Anerkennung ihrer Verdienste verliehenen Auszeichnungen überreicht. Die Tagesordnung für den am 14. Iuni in Michelstadt stattfindenden Derbandstag wurde besprochen und die Stellungnahme des Bezirks zu den vorliegenden Anträgen festgelegt. Zu Bezirksvertretern für den VerbandStag wurden die Kameraden Professor Dr. Kraemer, Gießen, und P o st, Großen-Linden, zum Stellvertreter Brück, Collar, gewählt. Heber die Organisatton der Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinterbliebenen berichtet der Dezirksobmann, Kam. Lehrer Döhn, Gießen, wobei er auch über den Leistungsabbau in der Versorgung berichtete. Einstimmig wurde die bereits nritgeteilte Entschließung angenommen, die an den Vorstand des Landesverbandes weitergeleitet 4vird. lieber das Schießwesen berichtet der Bezirksschießleiter Kam. Klein, Gießen, über die Iugendbewegung der Dezirksjugendführer Kam. B o n h a r d , Gießen. Dieser wies dabei u. a. auf die zweieinhalb tägige Pfingst- Wanderung der Bezirksjugend in den Vogelsberg und auf das vom 4. bis 26. Iuli bei Reinhards- Hain stattfindende Iugendlager der „Hassia"- Iugend hin. Die Wahl des Bezirksvorstandes er- 'gab die einstimmige Wiederwahl des seitherigen Vorstandes. Preußen. Kreis Wetzlar. P Wißmar, 18. Mai. In unserem Orte fand unter starker Beteiligung der Kreisverbandstag der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Wetzlar, verbunden mit dem 2 5. Jubiläum der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, statt. Nach Begrüßungsansprachen an den Kreisverbandstag wurde im Jahresbericht u. a. mitgeteilt, daß im Kreise Wetzlar 17 freiwillige Feuerwehren mit 10 Ehrenmitgliedern, 764 aktiven und 276 passiven Mitgliedern bestehen. In 20 Prozent der Orte des Kreises sind noch keine freiwilligen Feuerwehren vorhanden. Der Kassenbericht wies einen günstigen Stand auf. Don dem Vorsitzenden, Kreisbrandmeister Vogels . Wetzlar, wurde für 25jährige Mitgliedschaft die silberne Medaille überreicht an die Mitglieder der hiesigen Feuerwehr Wilhelm Todt, Friedrich Rau, Wilhelm Rau, Ludwib Ford ach, Ludwig Frey, Louis Becker, Heinrich Kraft, Heinrich Klar und Hermann La uz, sowie an Friedrich Wei- mer von der Werkfeuerwehr Buderus-Wetzlar: an eine Anzahl weiterer Mitglieder wurden für 10- bis 20jährige Dienstzeit Ehrenlihen verteilt. Der bisherige Verbandsvorstand wurde «instimmig wiedergewählt, der Kreisverbandstag 1932 soll in Burgsolms stattfinden. Mittags führte die W i ß m a r e r Wehr an zwei Gebäuden des Ortes eine U e b u n g aus, die in der Sachverständigen-Kritik als gut bewertet wurde. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug, an dem 14 Wehren und die Orts- vereine teilnahmen, durch das mit Fahnen geschmückte Dorf zum Festplatz, wo nach Fest- und Glückwunschansprachen bei Liedervorträgen der Ortsvereine, turnerischen und radsportlichen Darbietungen, sowie flotter Festmusik der Kapelle M a n k aus Wieseck sich ein frohes Festtreiben abspielte. Auf jede gezogene Rümmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und^II 2. Ziehungstag 19. Mai 1931 Ön der heutigen Vormittaasziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne ,u 100000 M. 334853 4 ©etoinne «u 1000» M. 123505 199118 2 ©etoinne zu 5000 M. 142902 10 Gewinne zu 3000 M. 122618 198595 208509 215698 392981 10 Gewinn» zu 2000 M. 36428 57652 313329 338747 375766 22 Gewinne zu 1000 M. 131486 177939 179592 200606 206125 250959 278921 301686 308077 379719 398622 42 Gewinne zu 800 M. 6168 15100 20892 27095 40529 99896 105132 154415 164589 165359 198056 275219 280866 283859 293737 304914 330472 338584 352454 357518 379152 48 Gewinne zu 500 M. 9632 18501 42154 44400 65647 97355 115077 127542 140341 172137 199739 220335 231836 251398 266264 268360 274269 282545 295986 319709 325122 340385 341369 348063 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 ©«Winne zu 5000 M. 349857 4 Gewinn« zu 3000 M. 288708 317917 6 ©etoinne zu 2000 M. 115167 182375 336009 32 Gewinne zu 1000 M. 19311 63908 65576 69614 122213 162085 163614 220496 234990 257777 260160 268995 341038 357013 363138 376987 34 Gewinne zu 800 M. 882 19797 65448 96470 133584 143407 151045 166067 182712 182762 189751 208406 221144 319216 319630 387303 394278 62 Gewinne »u 500 M. 19224 20750 54522 65314 71944 80167 90610 97631 103418 113864 113930 142774 159116 171213 171947 177993 186416 197584 199679 205127 216052 229129 254425 261218 279891 282969 288895 331387 352114 354707 399283 * * SS 3 Zu Pfingsten neue Schuhe! 3524 D OleBen, Kreuzplatz 10. 2187A Gdjwan-ed pnpulver DIThompson's Überzeugen Sie sich durch ein en Versuch. 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Mai SCHWEDE1 5000 EUROP. 7EDER- RUSS LAND 1000.000 \BULG*lil£.C- REICH ywo.cwo POLEN 1350000 LITAUEN 131.000 UL* iHER* HOM» kU'XX TSCHE( .3 500000 ITALIEN . 300.000 RUMÄNIEN 800000 O>«-AK. DÄNEMARK: ^OOOOj^ir' SÜDSLAWIEN 100.000 LETTLAND 75000 < * Wieseck, 20. Mai. Hier hielt an zwei Tagen Frau Luschnat von den Voß-Werken in den Ausstellungsräumen der Firma Kirchner (Wieseck) anschauliche Gasvorträge in Verbindung mit Schaukochen. Deide Vorträge waren gut besucht, und mit großem Sn» teresse folgten die Wiesecker Hausfrauen den Ausführungen der Rednerin. Während ihres Vortrages, in dem Frau Luschnat u. a. eine Menge Ratschläge erteilte, wie man mit dem wirtschaftlich sowie volkswirtschaftlich wichtigen Brennstoff „Gas" schmackhafte und nahrhafte Speisen zugleich aber auch sparsam und billig herstellen kann, bereitete sie eine Anzahl Gerichte, die in Form von gut schmeckenden Kostproben zur Verteilung kamen. Die Firma Keßler trug durch Schallplatten-Konzert zur Unterhaltung bei. Sm Romen des Städtischen Gaswerkes Gießen dankte Dr. Goeres den Veranstaltern und der Vortragenden für die gut gelunaene Veranstaltung. 6 A l l e n d 0 r f a. d. L u m d a , 18. Mai. Gestern nachmittag fand in der Gastwirtschaft „Zur Krone" die diesjährige ordentliche Generalversammlung des hiesigen Spar - und Vorschußvereins e. G. m b. H. statt. In Verhinderung des Aufsichtsratsvorsitzenden wurde die Versammlung durch den Direktor Lotz geleitet. Der Rechenschaftsbericht sowie die Rechnung und Bilanz für das Geschäftsjahr 1930 wurden ohne Debatte genehmigt. Aus ihnen ging preisgekrönte Stenographen. Ergebnisse des Bezirkswettschreibens in Friedberg. Bei dem Wettschreiben anläßlich des Bezirkstages der Stenographenvereine im Bezirk Gießen des Hess. »Rass. Kurzsch'rtft» Verbandes in Friedberg wurden folgende Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit Preisen ausgezeichnet: 60 Silben. Se einen 1. Preis und einen Ehrenpreis erhielten: Hennig. Otto, Friedberg: Scheid, Karl, Gießen Ges.: Vöhl, Paul, Friedberg; Wilhelm, Otto, Gießen Ges. Se einen 1. Preis erhielten: Frutig, August, Hungen; Schenck, Werner, Schmittdiel, Gießen 1861; Frank, Srma, Lollar; Brückmann, Willi, Gießen 1861; Georg, Liesel, Gießen Ges.; Müller, Karl, Gießen 1861; Stern, Hildegard, Büdingen; Emmel, Christian, Gießen Ges.; Bauer, Wilhelm, Butzbach; Hamel, Marie, Gießen Ges.; Biehl, Helmut, Lollar; Stimpel, Berta, Büdingen; Kompf, Otto und Anni, Hermes, Rud., Gorges, Kurt, Gießen 1861; Seibert, Annemarie, Gießen Ges.; Emmerich, Ernst, Kirchhöfer, Heinz, Hungen; Seiler, Kurt, Mücke; Medenbach, Heinz, Großen-Linden; Rühl, Heinrich, Mücke; Röhl, Martha, Wieseck. 2. Preis: Paulus, Walter, Salzmann, Hermann, Gießen 1861; Dietz, Marie, Ulrichstein: Bittendorf, Heinrich, Wißmar. 3. Preis: Schneider, Emely, Wieseck: Gei» pold, Wilma, Gießen 1861; Grimmel, Großen- Linden. 80 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Decker, Wilh., Wißmar: Richter, Karl, Friedberg: Sänger, Konrad, Gießen Ges.: Reih, Emma, Mücke; Vetter, Elfriede, Laubach; Schmitz, Adolf, Gießen Ges.; Reicharot, Georg, Dad-Rauheim; Roth, Emmy, Gießen Ges.: Werner, Klara, Hungen. 1. Preis: Schmidt, Adolf, Wieseck; Schmidt, Tilla, Dutzbach; Wack, Otto, Gießen Ges.; Soft, Emil, Gießen, 1861; Marth, Karl, Gießen Ges.; Schäfer, Karl, Hungen; Rausch, Rich., Schotten; Fischer, Friedel, Arnold, Wilh., Gießen Ges.; Fett, Sda, Großen-Linden; Mann, Georg, ‘Bübingen; Kopp, Lotte, Gießen 1861; Wahl, Hans, Laubach; Schwalb, Else, Gießen Ges.; Schäfer, Franz, Gießen 1861: Sochem, Friedhelm, Ott, W., Hohmann, Emil, Laubach; Weiß, Luise, Großen- Linden: Meyer, Else, Hungen: Velten, Mariechen, Butzbach; Wissemann, Alfred, Lollar; Westrupp, Hans, Gießen 1861; Lehmann, Slse, Feddeler, R., Gießen Ges.; Zeschky, Helmut, Schotten; Schneller, Käthe, Schlamp, Hch., Gießen 1861: Honig, Otto, Mücke; Konrad, Rud., Schotten; Leyerzapf, S., Butzbach; Werner, Hans, Hällmeher, W, Gießen 1861; Kaiser, Elfriede, Hildebrand, Friedr., Böh, Lina, Wieseck; Kehler, Alb., Honig, Emil, Krauß, Ernst, Mücke; Mäser, Adolf, Büdingen; Reidel Hans, Selig, Srma, Gießen 1861; Kreutzer, Karl, Büdingen. 2. Preis: Reust A., Büdingen; Sung, Rosi, Butzbach; Hock, Walter, Giehen Ges.; Mehreih, Mariechen, Gkesten 1861. 3. Preis: Reitz, H., Laubach; Hammann, Elisabeth. Butzbach; Dietrich, Karl, Büdingen; Krämer, Hans, Lollar. 100 Silben. 1. Preis und Eh renpreis : Albrecht, Elisabeth, Marburg; Müller, Emma, Butzbach; Günther, Minna, Gießen. Ges. 1. Preis: Stubner, Sohanna, Bad-Rauheim; Döringer, Frieda, Wieseck; Paulus, Wilhelm, Gießen 1861; Hofmann, Wilhelm, Giehen Ges.; Schäfer, Emmi, Wieseck; Hucke, Lina, Gießen 1861; Sin?, Erna, Gbllar; Honig, Wilhelm, Giehen 1861; Loh, Emma, Wieseck; Reinhardt, Luise, Gießen Ges.; Rapp, Dora, Butzbach; Meß, Erna, Gießen Ges.; Schneider, Albert, Lollar; Derzbach, Maria, Giehen 1861; Decker, Heinz, Giehen 1861; Leinweber, Else, Giehen Ges.; Werner, Elli, Dutzbach; Volk, Heinrich, Giehen 1861; Geihler, Elli, Lollar; Wagner, Klara, Giehen 1861; Schürmeyer, Henni, Wieseck; Dest, Albert, Wißmar; Seitz, Anna, Lollar; Saab, Elise, Hungen; Kaiser. Mariechen, Wetzlar. 2. Preis: Volk, Srma, Gießen Ges.; Großmann, Friedel, Büdingen; Schnell, Toni, Lollar; Kolb, Anni, Wieseck; Herbert, Ludwig, Rieh, Robert, Gießen 1861. 3. Preis: Dröe, Karl, Gießen Ges.; Klor, Christian, Büdingen; Hartmann, Käthe, Bad- Rauheim; Reiber, Liesel, Schotten; Zimmermann, Minna, Giehen 1861; Brandstetter, Erna, Wetzlar; Sung, Otti, Giehen 1861; Dörr, Heinrich, Dikomeit, Lilly, Giehen Ges. 120 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Eckhardt, Ernst, Strauch, Richard, Großer, Emmi, Giehen 1861; Klinkel, Karl, Lollar. 1. Preis: Goxges, Friedrich, Eckhardt, Helmut, Giehen 1861; Seipp, Karl, Großen-Linben; Reistinger, Erna, Gerbig, Minna, Giehen Ges.; Seifferth, Wartha, Giehen 1861; Strauch, Heinz, Büdingen; Depperling, Hans, Moosbach, Heinrich, Giehen 1861; Schnell, Hans, Bad-Rau- heim; Schön, Ludwig, Giehen 1861; Fisch, Elfriede, Dutzbach; Drüchner, Heinrich, Dutzbach; Pohl, Sohanna, Gießen Ges.; Carl, Adam, Schotten; Brückel, Karl, Overbeck, Emmi, Gießen Ges.; Schäfer, Otto, Düdingen; Dreitenbach, Carl, Büdingen; Fisch, Luise, Dad-Rauheim. 2. Preis: Hof, Karl, Giehen 1861; Volland, Willy, Giehen Ges.; Decker, August, Giehen 1861. 3. Preis: Medenbach, Albert, Lollar; Schardt, Wilhelm, Steinberger, Annemie, Kreye, Herta, Eisenbach, Herta, Gießen Ges.; Döll, Ernst Laubach. 140 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Reh, Fritz, Gießen 1861. 1. Preis: Ludwig, Fritz, Marburg; Kröcker, Hermann, Katz, Max, Thein, Aenne, Schott, Aug., Gießen, Ges.; Lanio, Anni, Giehen 1861. - 2. Preis: Schmieder, Heinrich, Giehen Ges.; Rickes, Elfriede, Dutzbach; Schönhals, Anton, Ulrichstein. 3. Preis: Fuchs, Karl, Ulrichstein; Dikomeit, Elfe, Gießen 1861. 160 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Wissebach, Hermann, Marburg; Dachmann, Kurt, Marburg; Buchner, Hermann; Wahl, Otto, Gießen Ges. 1. Preis: Zschunke, Helmut; Kiefer, Lina, Gießen 1861; Spies, Karl, Lang-Göns; Schade, Luise, Giehen 1861; Bormuth, Alfred, Gießen Ges.; Michel, Arthur, Giehen.1861; Becker, Gretel, Giehen Ges.: Kihler, Elfriede, Butzbach: Pfeiffer, Olga, Gießen 1861; Kompp, Arthur, Laubach. 180 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Wittmann, Georg, Friedberg; Schnell, Luise, Lollar. 2. Preis: Dbrfner, Fritz; Lemmers, Friedrich v., Giehen Ges. 200 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Harmann, Gertrud, Marburg; Gahmann, Georg, Marburg; Sommer, Karl, Friedberg. 2. Preis: Hormel, Heinrich, Wetzlar; Rieh, Wilhelm, Giehen 1861. 240 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Moosdorf, Kurt: Wahl, Georg, Gießen Ges. 2. Preis: Klier, Max, Bad-Rauheim. Schön- und Richligschreiben. Verkehrsschrift. 1. Preis und Ehrenpreis: Sost, Emil, Gießen 1861. 1. Preis (a. K.): Lemmers, Friedrich v., Gießen 1861. 1. Preis: Strauch, Richard; Gorges, Friedrich; Kompf, Anni, Giehen 1861; Seitz, Anna, Lollar: Sänger, Konrad, Giehen Ges.; König, Otto, Mücke. 2. Preis: Ott, Wilhelm, Laubach; Breidenbach, Karl, Büdingen; Katz, Max, Gießen Ges.; Reitz, Heinrich, Laubach: Reh, Fritz, Gießen 1861; Mann, Georg, Büdingen: Schäfer, Emilie, Hungen: Reinhardt, Luise, Gießen Ges.: Hohmann, Emil, Laubach: Rühl, Heinrich, Mücke: Frank, Srma, Lollar: Dolk, Heinrich, Giehen 1861; Fink, Erna, Lollar. - ' 3. Preis: Geihler, Elli, Goltar; Schäfer, Franz, Giehen 1861; Carl, Adam, Schotten; Wahl, Hans, Gaubach: Wack, Otto, Giehen 1861: Vetter, Elfriede, Gaubach: Hönig, Wilhelm, Gießen 1861; Sochem, Friedhelm, Gaubach: Viehl, Helmuth, Gvllar: Reitz, Emma, Mücke: Klor, Christian, Büdingen; Sung, Otti, Gießen 1861; Schäfer, Karl, Hungen: Medenbach, Albert, Collar; Hamel, Marie, Gießen Ges. Re beschrift. 1. Preis und Ehrenpreis: Strauch, Richard, Giehen 1861. 1. Preis (a. K.) Gemmers, Friedrich v-, Gie» hen Ges. 1. Preis: Gorges, Friedrich, Gießen 1861. 2. Preis: Reinhardt, Guife, Giehen Ges.; Wahl, Hans, Gaubach: Ott, Wilhelm, Gaubaxf); Reitz, Heinrich, Gaubach. 3. Preis: Bieler, Georg, Friedberg; Spieß, Karl, Gang-Göns. hervor, daß trotz der wirtschaftlich schweren Zeit die Genossenschaft auf ein befriedigendes Ergebnis zurückblicken kann. Die Zahl der Mitglieder betrug am Anfang des Geschäftsjahres 323 und stieg bis Ende des Jahres auf 332. Das Bilanzkapital stieg von 502 111,18 Mark auf 552 516,35 Mark. Der Jahresumsatz erhöhte sich von 5 552 126,16 Mark auf 7 762 209,44 Mark. Die Einlagen erhöhten sich auf 281 358,32 Mark, die sich auf 450 Einlagebücher verteilen. Die Zahl der Kontokorrentkonten betrug 401. Die Geschäftsguthaben gingen von 18 126,75 Mark auf 20 237,30 Mark in Die Höhe. Reservefonds und Betriebsrücklagen sind von 8273,36 auf 10 647,22 Mk. angewachsen. Der Reingewinn, der noch einer Dividende von 10 v. H. je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage zugeschrieben werden soll, beträgt 5139,45 Mark. Oberrevisor Hartmann von Gießen hielt noch einen sehr lehrreichen Dortraa über das Genossenschaftswesen, insbesondere auch über Kapital- und Geldmarkt. wn. Weickartshain, 20. Mai Rach langjährigen Verhandlungen unter Mitwirkung des Bauamtes Gießen ist nunmehr von der Gemeinde der Reubau einer Kirche in unserem Orte beschlossen worden. Sn dem alten Kirchlein wurde von Pfarrer Diehl (Freienseen) bereits der letzte Gottesdienst gehalten, wobei die Gemeinde in herzlicher Weise von der bisherigen Gottesdienststätte Abschied nahm. Ein in der Vorkriegszeit angesammelter Daufonds in Hohe von 23 000 Mk. ist durch die Snflation verloren gegangen, jedoch ist im Gause der letzten Sahre wieder ein stattlicher Betrag angesammelt worden, durch den die Kosten des Rohbaues ziemlich gedeckt sein werden. Die alte Kirche wurde dem Zimmermeister Keller aus Freienseen zum Abbruch übergeben. Bei günstiger Witterung hofft man, die neue Kirche vis zum Herbst fertigstellen zu können, mindestens aber den Rohbau zu vollenden. Der untere Teil des Kirchenbaues wird aus Bruchsteinen hergestellt, die von der Gemeinde aus ihrem eigenen Steinbruch geliefert werden. Alles übrige Material will man durch das Bauamt Gießen auf dem Submissionswege beschaffen. * Lich, 21. Mai. Am Psingstdienstag findet in Lich der sog. Pfingstmarkt (Ziegen-, Lammerund Schweinemarkt) statt. Mit dem Markt ist eine Ziegenschau und Prämiierung verbunden. Ölad) den Erfahrungen der Vorjahre ist mit einem starken Auftrieb zu rechnen. Auf die heutige Marktanzeige sei hingewiesen. * L i ch, 20. Mai. Gelegentlich einer nationalsozialistischen Versammlung in Birklar am gestrigen Abend wurde ein Versammlungsteilnehmer aus Bettenhausen der Mitglied dieser Partei ist, von den überwachenden Polizeibeamten dabei betroffen, daß er einen sog. Totschläger (Stahlknüppel) bei sich führte. Da er das Versammlungslokal bereits betreten hatte, erfolgte feine sofortige Fest - nähme. Er wurde heute dem Schnellrichter vor- geführt und auf Grund des Gesetzes vom 28. März 1931 wegen verbotenen Waffentragens zu 200 RM. Geldstrafe, evtl. 20 Tagen Gefängnis, verurteilt und aus der Haft entlassen. Kreis Schotten. ± Groß-Eichen, 20. Mai. Die Bevölkerung sei gewarnt vor einem Kollektanten, der Geld- gaben angeblich für das Evangelishe Schwesternhaus in Gießen sammelt. Wie die Leitung des Schwesternhauses mitteilt, ist zur Zeit niemand mit solcher Sammlung beauftragt. Beim Auftreten dieses „Sammlers" wende man sich an die Polizei. Man tut überhaupt gut, Liebesgaben nur an solche Personen auszuhändigen, die einen Ausweis des örtlichen Pfarramts oorzeiaen können. S10 rnfels, 20. Mai. Ein schwerer A n g l ü ck s f a l l. ereignete sich gestern mittag in unserem Ort, wo eben die Vorbereitungen zum Kriegerfest am 7. Suni eifrig im Gange sind, in deren Verfolg auch etliche Häuser instand gesetzt werden. Dabei tarn ein junger Gehr- I i n g , ein 15jübriger Sunge aus Bingenheim, an einem Haus in der Hauptstraße, wo man mit bem Anstrich begonnen hatte, mit der an dieser Wand in das Haus führenden Freileitung des elektrischen Gichtes in Berührung. Er blieb mit dem Kinn daran bängeji^ariff unwillkürlich mit der Hand zu, um sich au befreien, bie aber ebenfalls hängen blieb, und stürzte gleich darauf, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte, aus zirka 6 bis 7 Meter Höhe tot vom Ge - r ü st. Das Bedauern mit dem armen Sungen ist hier allgemein. (Sewerkschastsbund der Angestellten. Wie man uns schreibt, hielt die Ortsgruppe Gießen des Gewerkschaftsbundes der Angestellten am vergangenen Samstag ihre Monatsversammlung ab. Reben verschiedenen internen Angelegenheiten wurden insbesondere die wirtschaftliche Gage, die Vorschläge zur Behebung der Arbeitslosigkeit. Sanierung der Snvaliden- versicherung auf Kosten der Angestelltenversicherung und die Forderung auf Erlaß einer allgemeinen Preisabbauvervrdnung besprochen. Die Versammlung faßte nachstehende Entschließung, bie einstimmig angenommen wurde: „Sn der Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Gießen im Gewerkschaftsbund der Angestellten wurde für das deutsch-österreichische Zollabkommen eingetreten, das einen Fortschritt auf bem> Gebiete der europäischen Wirtschaftsverständigung barstellt. Der GDA verwahrt sich ebenfalls dagegen, dieses Abkommen auf das politische Gebiet zu verdrängen. Das Teilgutachten der von der Regierung berufenen Kommission in Sachen Arbeitslosigkeit wurde von der GDA.-Versammlung eingehend besprochen. Mit Befriedigung nahm man Kenntnis davon, bah bie im April veröffentlichten Vorschläge in der Frage der Arbeitszeit, der Ueberftunben unb der Doppelverdiener den Vorschlägen nahekommen. die der GDA. bereits vor Monaten aufgestellt hatte unb der Kommission zur CHliVerarbeitung einreichte. Allerbings sink» die Vorschläge der Kommission nicht weitgehend genug, so daß befürchtet werden muh, dah bie Aktion nur halbe Arbeit leistet unb bie große Zahl der Arbeitslosen nicht genügend verringert wird. Der in verschiedenen Presseorganen veröffentlichte Arbeitgebervorschlag. das eigentliche Tarifgehalt mit seinem unabdingbaren Charakter auf bie Höhe ber Arbeitslosenunterstützung herabzusehen unb den übrigen Gehaltsteil dehnbar nach der jeweiligen Konjunktur zu gestalten, wurde entschieden abgelehnt. Dieser Arbeitgebervorschlag bedeutet die Aufhebung ber Tarife überhaupt. Die allgemeinen unb vielfach wiederholten Gehaltskürzungen haben das Monatseinkommen der Angestellten derart geschwächt, daß aus sozialen Gründen nun endlich das Abbaugerede verstummen muh. Dafür ist die von GDA. geforderte Preisabbauverord- nung stärkstens zu unterstützen, die im Kerne eine Ausdehnung der Markenartikelverördnung ber Regierung auf alle anderen gebunbenen Preise ist unb einen Preisabbau von mindestens 10 Prozent mit dem Stichtag des 1. Oktober 1930 verlangt. Schließlich fordert die GDA.»Versammlung Befreiung ber Kurzarbeiter von ber Bürgersteuer. weil das Einkommen oft auf bie Höhe ber Arbeitslosenunterstützung gesunken ist. Beachtung verdient auch die Versammlv/igsaussprache über die Regierungsnotverordnung betreffend politische Gewalttätigkeiten. Man wehrt sich gegen eine falsche Auslegung, denn es ist bereits vorgekommen, daß die (Berorbnung gegen gewerkschaftliche Maßnahmen angewendet wurde. Schärfsten Protest erhoben die Versammlungsteilnehmer gegen die Sanierungsabsichten der Snvalidenver- sicherung auf Kosten der Qlngeftelltenberfid>erung, zumal der Staat keinerlei Zuschüsse zur Angestelltenversicherung leistet unb die Einnahmen nur von den Versicherten unb Arbeitgebern aufgebracht werden." Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsoerkündigungsblatt Nr. 36 Dom 19. Mai enthält: Die Einfuhr von Kirschen nach England. — Die Besteuerung der Wanderlager. — Die endgültigen Umlagen und die endgültigen Sondergebäudesteuer der Gemeinden, Kreise unb Provinzen im Rechnungsjahr 1930. — Gesuch des Heinrich Weinel, Bierverlag in Hungen. — Mitgliederversammlung des Kreisrinderzuchtoereins Gießen für Simmentaler Dieh. — Schweinezwischenzählung. — Kinderzeitung der Deutschen Liga für Völkerbund. — Katechetenunterricht im Schuljahr 1931/32. — 4. Sonderkursus für Pädagogen in Genf. — Dienstnachrichten. (Schluß des redaktionellen Teils.) Einer ber beliebtesten unb bewährtesten Wagen der mittelschweren Klasse ist der 10/50 PS 2,5 L Sechszylinder Wanderer. Das neue Modell dieser Type weist eine Reihe wichtiger Verbesserungen auf. Snsbesondere ist das Fahrgestell wesentlich verlängert, ber Motor kräftiger und noch geschmeidiger geworden; vier hydraulische Stoßdämpfer tragen zur Verbesserung der Straßenlage bet, u. a. m. Dte neuen Modelle des 10/50 PS Wanderer haben bereits auf der Berliner Automobil-Ausstellung besonders starken Anklang gefunden. Es ist zu erwarten, dah die neuen schmucken Karosserien unb die durchgeführten Verbesserungen» dem Kreise der Wandererfahrer neue treue Anhänger gewinnen werden. 2621 V SäiVtCfiulM Slwrtftcürb PIX AVON SSO PIX AVON J SluimiWrti ..Selbst dasnelüte Das Schicksal spricht das letzt« rvort Roman von I. Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtschutz durch Ter lag OSkar Meister, Werdau L Sa. 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten. ,2lh, ich dachte gar nicht- weiter dabei. Sie dürfen es also nicht so traaisch nehmen Graf. Verwandte haben Sie wohl nicht mehr auf Java?" f t t Nur meinen Großvater, vorausgesetzt, daß er "noch lebt Es wird Sie eigentümlich berilhren, aber ich weiß es wirklich nicht. Er hat sich nie um uns gekümmert, auch um mich nicht, obwohl ich doch der einzige Sohn seiner wiederum einigen Tochter bin. Ich habe ein brennende- Verlangen, nach ihm zu forschen..." „Hm ihm Ihre Meinung ordentlich sagen zu können!" vollendete Hetterfield. „Deswegen nicht, neinl" Viktor war ernüchtert. „Ich möchte ihn nur einmal sehen. Das Lichtbild, das wir von ihm haben, ist völlig vergilbt. Ich würde ihn sicher nicht erkennen, selbst wenn, ich ihm begegnete, und er mich natürlich ebensowenig. Er soll immens reich gewesen sein!" „Das sind die komischen Käuze meist", lachte Hetterfield und lieh dabei zwei Reihen tadelloser Zähne sehen, was für sein Alter immerhin ein beneidenswerter Schmuck war. »Wie lange ist das her, dah Ihre Mutter starb?" „Achtzehn Jahre!" „Eine ganz schöne Zeit. Da verändert sich vieles. Run, vielleicht haben Sie Glück." Damit war das Thema beendet. Alice hatte das Empfinden, als ob Viktor ver> stimmt sei. Sie löste die Hand aus der des Vaters und strich über die seine hin. „Run sind wir gleich zu Hause. Sie werden sehen, es läßt sich auch bei uns leben, Graf." Der Vlick, mit dem sie ihn streifte, entlockte Hetterfield ein Lächeln. Ohne daß ein Wort gefallen war, wußte er, dah seine Tochter ihr Herz an diesen Gentleman verloren hatte. Ulkig, daß er sie nach Europa geschickt hatte, damit sie dort die Liebe femtcnlernte! Vorläufig würde man ja sehen, wie sich die Dinge entwickelten. Dann war es immer noch Zeit, einzugreifen. Das Auto kletterte den breiten, kunstvoll angelegten Serpentinenweg hinauf, nahm ein Dutzend Kurven, von deren äußersten Vogen aus man da- Meer heraufschillern sah, um dann in eine aelbbekieste Chaussee einzubiegen, die pal- inenüoerdacht dahinlief. Gitterwerk tauchte auf, das Viktor endlos dünkte. Ab und zu war eine Lücke in das Grün, das überall wucherte, geschnitten, und dahinter schillerte regloses Wasser, das weite Rasenflächen umsäumten. Und noch immer zeigte sich kein Tor, Eingang zu diesem Paradies versprach. Lippstädt zwang sich zu einem Scherz: „Ihnen gehört wohl gan^ Batavia, Mister Hetterfield?" „Das ganze wäre zuviel!" gab dieser zurück. „Es genügt schon, was ich mir da alle- aufgehalst habe. Auf Sumatra habe ich noch ein Kupferbergwerk und zwei Erdöllager. Hier auf Java außerdem 6 Arrakfabrikcn, ein halbe- DutzendSägewerke und zwei Zuckerrafinerien. Viel zu viel für einen alten Mann, der niemand als eine Tochter zu beerben hat!" «Wie häßlich!" schmollte Alice. »Seit wann bin ich dir weniger als ein Sohn?" „Sei gut, Darling!" beruhigte er. „WaS willst du mit Kupfer und Erdöl? Besitz bringt Lasten und du sollst nichts, als glücklich sein." Befriedigt schmeichelten sich ihre Finger wieder in die seinen. Viktor kam sich mit einemmal furchtbar überflüssig vor. Hetterfield hatte ihn schon ein paarmal eigentümlich angesehen, als ob er ihm weiß Gott welche Absichten unteren» schieben gewillt sei. Vielleicht betrachtete er ihn gar als Mitgistjäger. Er begriff nun auch, dah es Hetterfield eine Kleinigkeit gewesen war, seiner Tochter Langenbach zu schenken. Was zählte für den eine Million oder zwei? Es gab nun einmal Menschen, die Geld wie Heu zu ernten gewohnt waren. Es kollerte ihnen als Kupfer aus der Erde oder floß als Oel in ihre Bohrtürme. Und zu Hause ging der Vater in zerschlissenem Rock und Lex wußte nicht, wie er die Pfennige für den anderen Tag zusammenkrahen sollte. War das nicht purer Widersinn des Lebens? Seine Deprellion nahm mit jeder Umdrehung der Räder zu. «Ist es Ihnen -nicht unheimlich? Dabei sah er gespannt in Mister Hetterfields schmales Gesicht. „Unheimlich? Was soll mir denn unheimlich sein, Graf Lippstädt?" „Dieser unermeßliche Reichtum." Hetterfield lachte auf: „Dieses Empfinden habe ich noch nie gehabt. Allerdings, ab und zu ist es gut, dah Töchter Söhne ins Haus bringen und mit ihnen Enkel. Die schaffen es dann schon." Alice lieh den dunklen Kopf gegen seine Schulter gleiten, hob ihn plötzlich wieder und zeigte mit dem Ausruf der Freude auf das Tor, das in sechs Meter Breite die Straße abriegelte. „Zu Hause, Vater! Hören Sie, Viktor, wir sind zu Hause!" Die Scherengitter taten sich auf und klappten hinter dem Wagen wieder zusammen. Viktor wurde noch kleinmütiger, als er in der letzten Viertelstunde gewesen war. Von uralten Bäumen flankiert, strebte der Riesenbau des Schlosses in die Höhe. Dagegen wirkte Langenbach wie eine Hütte. Es war ulkig, sich beides nebeneinander zu denken. Etwas wie Beschämung war in feinem Blick, als er ihn nun auf Alice ruhen ließ. Aber sie sah es gar nicht, denn das gesamte Personal war zur Begrüßung auf der Freitreppe ausgestellt. Hetterfield hob die Tochter über das Trittbrett. Sie lies, ohne aus ihn zu warten, die Stufen hinauf, nach links und rechts ein Lächeln, ein Kosewort, einen Scherz austeilend. Viktor folgte mit Hetterfield und Jefferson, der wieder seine undurchdringlichste Miene aufgesetzt hatte. Ich möchte fort, dachte Viktor, mit dem nächsten Dampfer zurück nach Europa. Wenn Cvelin auch nichts mehr von mir wissen will, ich wäre doch in ihrer Rähe. Das war nun schon sein Verhängnis, dah er sein Herz nie wieder zur Vernunft bringen würde. Hetterfield- Blick, der voll auf ihm lag, machte ihn erröten. Ahnte dieser etwas? Wußte er vielleicht von Alice, wie es um ihn stand? Sie tat ihm leid, dah er ihrem sehnlichsten Hoffen keine Erfüllung geben konnte. Cs wäre grundschlecht, ihr eine Liebe vorzutäuschen, die nun doch einmal Eve gehörte. Beim Eintritt in die Halle gab er es auf, sich noch über irgend etwas zu wundern. Langenbach verblaßte zu einem Schatten. Das hier konnte sich ruhig neben Schönbrunn stellen, wenn es das nicht noch übertraf. Der Blick glitt völlig frei bis an die Kuppel, die blauen Aether vortäuschte. „Gefällt es Ihnen?" Ihm war, als hätte Alice ihn daS heute schon einmal gefragt, er wußte nur nicht mehr, wann. Ihre Augen strahlten ihn an. Er mußte die seinen abwenden und begrüßte es dankbar, als Hetterfield einem Diener winkte, ihn nach seinen Zimmern zu führen. Er war doch gekommen, um Arbeit zugewiesen zu erhalten und wurde empfangen und behandelt wie ein Gast, mit dessen Eintreffen man gerechnet hatte. Seinem Grafentitel war das sicher nicht zuzuschreiben. Mister Hetterfield schien sich nicht das geringste aus Adelsprädikaten zu machen. Er tat es jedenfalls nur seiner Tochter zuliebe. Und Viktor konnte nichts dafür geben, gar nichts, nicht einmal ein bißchen Liebe. Denn das, was er für Alice fühlte, war brüderliche Zuneigung, mehr nicht. Die Zimmerflucht, die er bewohnen sollte, schien endlos zu sein. Raum dehnte sich an Raum. Die Schiebetüren waren zurückgerollt und gewährten dem Auge freien Durchblick. Durch die Fenster, die vom Boden bis zur Decke reichten, nickten Palmen herein. Dazwischen schob sich das Grün hundertjähriger Eichen, so dah er sich mitten in die Heimat versetzt fühlte. Er wurde es erst gewahr, dah er allein stand, als er den Schritt des Dieners nicht mehr neben sich hörte. Aber in dem großen Schlafzimmer, in das er nun trat, hob sich ein Rücken von einem der aufgeklappten Koffer und ein bekannte- Gesicht strahlte ihm wie eine vollerblühte Pfingstrose entgegen. „Melde mich gehorsamst zur Stelle. Herr Hauptmann!" „Grusche, MenschenSkind. wie kommst du hierher!" Viktor fühlte, wie ihm die Sttmme über» schnappte. „Mit dem Dampfer, Herr Hauptmann. Ich bin halbtot gewesen, als ich eintraf. Das Ding hat so geschlingert Aber ich hab's au-gehalten. Jetzt geht eS wieder vo^üglich." „Das sehe ich. Wer hat dich denn engagiert? Ich meine ...“ Grusche erlaubte sich den Satz zu vollenden: „Herr Hauptmann meinen, wer mich herüber» dirigiert hat? Das hat der Herr Jefferson gemacht. Der hat gesagt, es tat Sie freuen, wenn ich da wäre und ich wühte auch alle-, wie e- der Herr Hauptmann gerne hat. Ra, und da hab' ich nicht lange nein gesagt. VS ist schön hier und ..." Er sand den Ausdruck nicht für all den Pomp, der sich hier bot. Er machte nur eine bezeichnende Geste. „Kann ich jetzt Herrn Hauptmann beim Um Reib en behilflich sein? Ein Bad ist auch bereit. Die Koffer sind biS auf diesen einen ausgepackt." Bevor Viktor etwa- erwidern konnte, hatte Grusche bereit- die Türe zum Badezimmer geöffnet. Eine halbe Stunde später rief der Gong zum Abendtisch. Grusche öffnete dem Gebieter die Türe und sah, wie Hetterfield in einer Rische des KorridvrS auf Lippstädt wartete. Diskret zog er sich zurück. „Der Gong ruft dreimal", sagte Hetterfield. Wir können noch zusammen ein Stück durch den Park gehen, wenn es Ihnen recht ist." Run kommt etwa-, durchfuhr e- Viktor. Der Mann sieht mir bi- auf den Grund der Seele. Er hatte auch der Tochter ihr innerstes Fühlen abgelauscht. Es waren sehr gemischte Gefühle, mit denen et jetzt neben ihm herschritt. Vielleicht fragte er ihn geradewegs, ob er sein Schwiegersohn werden wolle. Und er mußte nein laaen, mußte, weil er nicht ander- konnte. Die Schultern zurückdrückend, wartete er auf da-, WaS Hetterfield sagen würde. Aber es kam vorläufig nichts. Als die Heine Türe aufsprang, deren Riegel Hetterfield selbst zurückgeschoben hatte, trat ihrer beider Fuß in eine Wildnis, die ganz im Gegensatz zu der im Parke herrschenden Symmetrie stand. Tabaksträucher neigten sich gegen ihre Schultern und Kakteengebüsch griff mit fleischigen Armen nach ihnen. ES machte den Eindruck, al- müßte man sich den Weg durch diesen Urwald erst mit Säge und Messer bahnen. Ab und zu jedoch öffnete sich ein Durchblick, ein Wasser gurgelte vorbei und breite Fächerpalmen schmeichelten sich hoch. (Fortsetzung folgt.) 10pfg. MAGGI* -fri««jpe! SUPPEN 1 Würfel nur noch Landwirte! In der Nähe von Butzbach ist ein W.WwlrWW (bereinigtes Gelände! bestehend aus Hofrette und ca. 30 Morgen Sieder, Wiesen und Obstbaumstücke unter äußerst günstigen Bedingungen zu verkaufen. Schriftliche Angebote unter 3493D an den Gießener Anzeiger erbeten. LitbevVKngfimavkt Dienstag. 26. 2Hai (Pfingstdienstag): Ziegen-, Lämmer-, Schweine- und Krämermarkt verbunden mit Ziegenschau und Prämiierung unter Mitwirkung des Kreis-Ziegenzucht' Vereins Gießen und der Landwirtschafts- tammer. Bei Beschickung des Diehmarktes sind die feuchenpolizeilichen Bestimmungen zu beachten. Ursprungszeugnis für Züchter, Nachweis der Quarantäne für Händler. Es dürfen nur Tiere aus unverseuchten Gemeinden aufgetrieben werden. 3517V Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr. Nachmittag: Große Volksbelustigung, Konzert und Tanz. Hessische Bürgermeisterei ßfd). Freibank Sreitag, den 22. Mai 1931, von 8 Uhr ab s««L) Fleischverkaus. Eichen- Vrennhch ofenfertig und für Waschküche aeeiaru pro Wagen 5—6 Ztr. frei anS HauS 6 Mk, sowie Anmachholz liefert a7i»D J. Wellhöfer Telephon 2313 Marburger Str. 24 weih Wolle ....... Damen-Strümpfe la Mako............ Kinderstrümpfe Mako, mit Laufmasche...... 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