nr.92 Erster Blatt 18t Jahrgang Dienstag. 21 April (YZ( Er|d)ctm läglich.crutzn Sonntag» and Fe,erlag» Beilagen: Vie Illustrierte Gietzener FamilienblLtte, Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Vezugroretr: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfennig für Träge» lohn, auch bei Richter- scheinen emzelnerNummern mfolg» höherer Gewalt. Zernlprechanlchlüste anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Srai’ffurtamlHain 11686. GiehenerAnMger General-Anzeiger für Gberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche llniverfitS1§-vuch. und SteindruSerei B. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: §chulstratze7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mnc Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20 \ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Ein königlicher Kaufmann. Es hat einen etwas peinlichen Beigeschmack, daß die wiederholten Anfragen, welche finanziellen Bedingungen zwischen dem Deutschen Reich und dem ehemaligen Zaren der Bulgaren bestehen, noch immer keine offene Antwort erhalten haben. Der Finan^rninister hat zwar näheve Auskünfte für den Auswärtigen Ausschuß zugesagt, der Ausschuß ist aber bisher nicht bemüht worden. Dafür haben nach den Kommunisten auch die Sozialdemokraten Alarm geschlagen, und nachdem nun einmal mancherlei von diesem unerfreulichen Zwischenspiel durchgesickert ist, hat schließlich das deutsche Volk ein Recht darauf, zu erfahren, wie die Dinge eigentlich liegen. Zu vertuschen ist kaum etwas inehr. Die Anfänge sind bekannt: Als Bulgarien in den Krieg eintrat, hat sich der Zar Ferdinand die Zusicherung geben lassen, daß er dabei sein Vermögen nicht verliert. Das klingt an sich unschön, läßt sich immerhin aber doch verteidigen. Er hatte «inen großen Teil seines Vermögens in der Dank von England liegen. Diese Gelder gingen ihm bei Kriegsausbruch verloren. Er hätte sie deshalb vorher zurückziehen können, dadurch aber hätten die Engländer vorzeitig Wind bekommen von den deutschen Plänen. Das Geld mußt« also geopfert werden. Unö da die Fürsten des Hauses Coburg immer gute Kaufleute gewesen sind, hat auch Zar Ferdinand s i ch den Ausfall vom Deutschen Reich garantieren lassen. Er hat auch schon vor der Inflation 1921 eine Summe von 23 Millionen erhalten und dafür schriftlich bescheinigt, daß damit alle Zusagen der Reichsregierung von 1915 abgegolten seien. Rach der Inflation aber hat er sich dann wieder gemeldet und ist des öfteren mit neuen Anforderungen gekommen, die von den verschiedenen Kabinetten auch erfüllt worden sind. Als Entschädigung erhielt er 1924 vom Kabinett Marx-Luther «ine Million und 1925 vom Kabinett Luther-Schlieben noch einmal den gleichen Betrag. Aber das genügte ihm noch nicht. Er hat darüber hinaus noch «ine Rente auf Lebenszeit von über 1 00 000 Mark vom Kabinett Marx-Köhler bekonrmen. Außerdem wahrscheinlich auch noch weitere Barzahlungen bis in die jüngste Zeit hinein, so noch im Februar dieses Iahres vom Kabinett Brüning-Dietrich einen Reichsbankscheck auf 500 000 Mark. Das scheint uns doch etwas reichlich, gerade gemessen an den schweren Opfern, die das ulgarische Volk ebenso wie das deutsche Volk gebracht haben. Es ist deshalb mehr als Reu- gierde, wenn man zu wissen wünscht, auf welchen Verpflichtungen die Zahlungen nach der Inflation beruhen und aus welchem Fonds sie geleistet sind. Denn schließlich hat auch die deutsche Regierung ein Interesse daran, den Eindruck zu vermeiden, als ob der frühere König von Bulgarien sich den Eintritt in den Krieg oder den Verlust seiner Krone von Deutschland bezahlen läßt. Der protestantische Kirchenverirag. Der Kirchenfenat empfiehlt der Generalsynode Annahme des Vertrags. Berlin, 20.April. (WTB.) Die preußische Generalsynode trat heute zu ihrer außerordentlichen Tagung zusammen, um die endgültige Entscheidung über den Kirchenvertrag mit dem preußischen Staat zu fällen. Der Eröffnungssitzung ging ein Gotesdienst in der Matthäi- kirche voraus, an dem die Mitglieder der Generalsynode geschlossen teilnahmen. In der ersten öffentlichen Sitzung erklärte Präsident l). Winckler, der Kirchensenat habe sich nicht entschließen können, die Verantwortung für den Abschluß des Vertrages allein zu übernehmen; denn in dem entscheidenden Punkte, der politischen Klausel hätten die Verhandlungen zu einem Ergebnis geführt, das mit der Stellungnahme der letzten Generalsynode nicht voll überein st imme. Deshalb habe der Kirchensenat einstimmig beschlossen, die Generalsynode um ihre Entscheidung anzurufen. Nach eingehender und gewissenhafter Prüfung sei er aber in seiner Mehrheit zu dem Ergebnis gekommen, daß die Vorteile des Vertrages die Nachteile überwiegen. Einigkeit herrsche darüber, daß über diese für den deutschen Protestantismus entscheidende Frage nur nach kirchlichen Gesichtspunkten entschieden werden könne. Veichsparieiiag der Volksrechipariei. Leipzig, 20. April. (Täl.) Der Reichsparteitag der Volksrechtpartei ergab den einmütigen Protest gegen das Redeverbot gegenüber ihrem Mitkämpfer, dem ehemaligen englischen Generalstabshauptmann Divian S t r a n - d e r s. Diese Regierungsmahnahme sei gleichbedeutend mit der wesentlichen Erschwerung des Kampfes der Volksrechtpartei gegen die Kriegsschuldlüge und gegen die Entschuldungslüge, den beiden Voraussetzungen der untragbaren Lasten des Boungplanes. Die Unterstützung des Stahlhelm-Volksbegehrens in Preußen wurde gebilligt. Die Volksrechtpartei verlange ein Gesetz zur Bestrafung derer, die die deutsche Währung absichtlich zerstört urcd dadurch das gesamte deutsche Volk dem Profiitinteresse des internationalen Kapitals ausgeliefert hätten. Oie französische Spionage in Ostpreußen. Was die französischen Offiziere in Königsberg photographierten. - Oer Botschafter greift ein. Wo bleibt das Gerichtsverfahren wegen Spionage? Berlin, 20.April. (OB.) „Tempo“ berichtet zu dem Zwischenfall in Königsberg, wo, wie gemeldet, französische Offiziere Aufnahmen im Kasernengelände gemacht hatten, daß es sich bei den drei Offizieren um französische General st äbler handele, die der zweiten Abteilung des Kriegsmlnisteriums, also der Spionageabtei l u ng angehörten, und daß die Bildausnahmen, die sie bei einer Hebung der Reichswehrartillerie gemacht haben, sicherlich einem ganz bestimmten Zweck dienen feilten. Die Vorgänge, die die französischen Offiziere im kafernenhof verfolgten und die sie durch ein Gitter, das die Kaserne von der Außenwelt ab- schlieht, filmten, stellten eine Hebung über die Anwendung eines neuen Zielin- strumentes dar, das auf den Geschützen aufgesetzt wird und eine bessere Zielmöglichkeit schaffen soll. Die Aufnahmen haben, so schreibt das Blatt, offenbar den Zweck gehabt, Art und Verwendung dieses Instrumentes kennenzulernen. Die beschlagnahmten Filme sind in Königsberg bereits entwickelt worden und befinden sich auf dem Wege nach Berlin. Die Offiziere befinden sich noch in O st - p r e u fj e n. von einem Besuch der Festung Pi11au, den sie in Aussicht genommen hallen, haben sie zwar Abstand genommen, sind jedoch gestern in Gumbinnen zum Besuch der dortigen Schlachtfelder gewesen und heule nach Allen- sl e i n roeifergereiff, um von dort aus das Tannenbergdenkmal zu besichtigen Wie wir erfahren, ist soeben eine Weisung der französischen Botschaft in Berlin an die Offiziere ergangen, daß sie so schnell wie möglich Ostpreu- hen und Deutschland zu verlassen haben. Wie wir weiter erfahren, ist die Antersuchung der Angelegenheit noch im Gange. Sie wird angesichts der Wichtigkeit, die die Angelegenheit anzunehmen scheint, mit aller Sorgfalt weitergeführt. An den maßgebenden deutschen Stellen kann man sich eigentlich noch nicht recht vorstellen, daß wirklich mit solcher Plumpheit Spionage betrieben worden sein soll. Sollte sich aber Herausstellen, was an Hand der beschlagnahmten Photographien möglich sein kann, daß der verdacht wirklich begründet ist, so würden von deutscher Seite die gegebenen Konsequenzen gezogen werden, d. h. also, daß die französische Regierung gebeten würde, den Königsberger Konsul und den ebenfalls in die Angelegenheit verwickelten Hilfsattache an der französischen Botschaft abzuberusen. Die Königsberger Spionageaffäre hat sich doch als wesentlich ernster herausgestellt, es hat sich ergeben, daß die französischen Offiziere, die sich in Begleitung des Berliner Militärattaches und des Königsberger Konsuls befanden, Dinge photographiert haben, die im Interesse der Landesverteidigung geheim zu halten waren. Selbstverständlich handelt es sich hierbei nicht um Angelegenheiten, die von so unerhörter Wichtigkeit sind, daß durch ihr Dekanntwerden unser ganzes Verteidigungsshstern in Einordnung gebracht oder gar der Gegenseite das Signal gegeben worden ist, über uns mit schweren Vorwürfen wegen angeblicher Verletzung des Versailler Detrages und wegen einer geheimen Aufrüstung herzufallen. Daß wir nicht mehr Geschütze, Maschinengewehre und Gewehre besitzen, als uns die Feinbundmächte zugestanden haben, weiß man im Ausland sehr genau, wissen vor allem auch die bei dem verbotenen Photographieren erwischten Herren, die zur Abteilung 2B des französischen Kriegsministeriums gehören, die die Zentrale des französischen Spionagedienstes darstellt. Die Erfahrungen der Kriegs- und Rachkriegs- zeit haben auch uns veranlaßt, uns der modernen Kampfweise nach Möglichkeit anzupassen, also mit den uns erlaubten Waffen so umzugehen, wie das im Interesse von Volk und Ration erforderlich ist. Selbstverständlich müssen alle Errungenschaften auf dem Gebiete der Landesverteidigung geheimgehalten werden, selbst wenn sie noch so unbedeutend sind. Verständlich ist es, daß namentlich die Franzosen fortlaufend wissen wollen, was wir aus unserem Hunderttausend-Mann-Heer herausholen und nach welchen Grundsätzen es ausgebildet wird. Die Reichswehr sucht sich zwar nach besten Kräften gegen den ausländischen Kundschafterdienst zu schützen, leider stehen ihr ausreichende Geldmittel für eine Abwehr nicht zur Verfügung, so daß immer wieder beim Reichsgericht in Leipzig Spionagefälle zur Verhandlung stehen. Der Königsberger Fall läßt aber fast die Vermutung Oer Kall Strasburger. Das Niicktrittsgesuch des General- kommijsars nicht angenommen. Warschau, 18. April. (WTB.) Außenminister Z a l e s k i hat dem polnischen Generalkommissar für Danzig, Minister Strasburger, schriftlich mir- geteilt, daß die polnische Regierung, da Minister Strasburger ihr vollstes Vertrauen genieße, sein Demisfionsgesuch nicht annehme. Za- leski betont, daß die polnische Regierung die von Strasburger angeführten Motive seiner Demission zwar vollkommen würdige, jedoch überzeugt sei, daß die Tatsachen, die Strasburger in seinem Demissionsgesuch berühre, unabhängig von seiner Tätigkeit entstanden seien und vor den zuständigen Organen des Völkerbundes eine entsprechende Lösung finden würden. Worüber Polen sich beschwerte Uebermäßige Aufbauschungen belangloser Harmlosigkeiten. Danzig, 20. April. (TU.) Der Präsident des Danziger Senats, Dr. Z i e h m, erstattete im Hauptausschuß des Danziger Volkstages ausführlichen Bericht über die Vorgänge, die zu dem demonstrativen Rücktrittsgesuch des Ministers Strasburger Anlaß gegeben haben. Es handele sich außer um den Fall Gengerski um weitere fünf Vorkommnisse, die zum Teil recht harmloser Natur und nur von den Polen übermäßig aufgebauscht worden seien, so um eine Schlägerei zwischen Mitgliedern einer polnischen Studentenverbindung und Mitgliedern des Sportvereins der Schutzpolizei, bei der keine erheblichen Verletzungen vorgekommen seien. 3m zweiten Fall solle ein Danziger namens Rekowski einen zehnjährigen polnischen Schüler, der im Eisenbahnabteil die Mitfahrenden belästigte, geschlagen haben, was Rekowski aber entschieden in Abrede stellte, der dritte Fall beträfe eine Schlägerei zwischen aufkommen, als ob in Ostpreußen der französisch-polnische Agentendienst doch nicht nach Wunsch funktioniert, so daß sich Offiziere des französischen Krreasministeriums veranlaßt gesehen haben, selbst einmal an di« Arbeit zu gehen. Sie haben auch mit sicherem Blick das in Erfahrung gebracht, was für sie wissenswert schien. Sie sind dabei mit einer erstaunlichen Frechheit aufgetreten, weil sie sich nicht mit älnrecht sagten, daß sie dabei am schnellsten zum Ziele kommen würden. Rur der Aufmerksamkeit der Kasernenwache ist es zu verdanken, daß die Offiziere festgenommen wurden. Sie sind aber bedauerlicherweise wieder freigelassen worden; doch darf man erwarten, daß schleunigst ein Gerichtsverfahren angekurbelt, und daß vor allem dem französischen Botschafter in Berlin in aller Deutlichkeit auseinandergeseht wird, wie unerwünscht uns di« Anwesenheit des französischen Militärattaches und des Königsberger Konsuls auf deutschem Boden ist. Mögen auch diese beiden Herren von der Bildfläche verschwinden, so dürfen wir uns doch nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß in Deutschland ein riesiges Heer ausländischer Kundschafter am Werke ist, das mit allen zu Ge- Mitgliedern der NSDAP, und fünf polnischen Eisenbahnbeamten in einem Eisenbahnabteil auf der Strecke Danzig-Zoppot, wobei aber nicht fest st ehe, wer provoziert habe und bei der auch niemand erheblich verletzt worden sei. Es hab« sich damals unter den Polen ein Mann befunden, der schon einmal wegen Beleidigung des Danziger Senats bestraft werden mußte und a l s polnischer Fanatiker bekannt fei. Viertens behaupte die polnische diplomatische Vertretung, daß ein polnischer Zollinspektor von einem Danziger Händler beschimpft und geschlagen worden sei. Dieser Fall liegt so harmlos, daß die Staatsanwaltschaft nicht habe einschreiten können. Endlich beschwere sich Strasburger darüber, daß der Täter, der den polnischen Briefkasten in der Straße „Reitbahn" beschädigt hätte, durch gerichtliches Urteil freigesprochen worden sei. Es sei den Polen mitgeteilt worden, daß die Staatsanwaltschaft von sich aus das gesetzliche Rechtsmittel eingelegt habe, und daß die Entscheidung des Gerichts also überhaupt noch abgewartet werden müsse. Dr. Ziehm erklärte, es handele sich in allen Fak- len um Streitigkeiten, die man bedauern müsse, die aber i n jedem Staate, sicherlich auch in Polen, vorkämen. Die Ermittlungen seien durchweg sehr sorgfältig geführt worden, wie sich auch bei der gründlichen Nachprüfung durch den «Senat ergeben hätte. Die Danziger Regierung hab« es vermiede n, ihrerseits solche Bagatellen zum Gegenstand einer diplomatischen Vorstellung zu machen, obwohl Danzig sehr wohl in der Lage wäre, an einer erdrückenden Menge von Fällen, unter denen sich auch recht schwerwiegende Vergehen polnischer diplomatischer Beamten, Offiziere und Soldaten befänden, nachzuweisen, daß trotz der verhältnismäßig sehr geringen Zahl der Polen in Danzig polnische Angriffe auf Danzi- ger Leben unb Eigentum sowohl nach Zahl wie Schärfe ganz erheblich die Angriffe von Danziger Staatsangehörigen gegen polnisches Leben und Eigentum überträfen. 9er Konflikt zwischen Danzig und polen. D«m Bauspärwesen, den Baugenossenschaften, Siedlern, Schrebergärtnern, der Sportbewegung und der Iugendbewegung wolle die Volksrechtpartei politische Vertretung sein. Hierzu trete die Gründung eigener Sparkassen des Sparerbundes, um die deutschen Spargelder selbst zu verwalten. Die Volksrechtpartei erblicke in den neuen Plänen weiteren Abbaues der Gehälter der Beamten und Dehörden-Angestellten eine weitere Kauf- krastvernichtung, die den neuen Zusammenbruch von Mittel st and zur Folge haben müsse. Der Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit, also die Lösung der sozialen Frage, dürfe nicht durch den Sozialismus, sondern müsse durch eine Sozialreform erfolgen. Auf kulturellem Gebiet werde e i n Christentum der Tat gefordert. DieDolks» rechtjugend erklärte, daß sie die durch die Generation ihrer Eltern abgeschlossenen Derklavungs- Verträge nicht als bindend anerkennt. Oie Ergänzung des Thüringer Kabinetts. Einigung der Parteien. — Zustimmung des Landtags wahrscheinlich. Weimar, 20. April. (TU.) Wie zuverlässig verlautet, sind die Verhandlungen über die Er- gänzungsvorschläge für das Thüringer Kabinett nunmehr abgeschlossen. Dem Landtag soll am kommenden Mittwoch folgender Vorschlag zur Entscheidung unterbreitet werden: An Stelle des ausscheidenden Staatsrates Marsch le r (RS.) wird der Abg. Krause (Wirtsch.-P.), ter bereits einmal Staatsrat war, vorgeschlagen. Für Meiningen tritt an Stelle des ausscheidenden Staatsrates Kien (dn.) der Landbundführer D ö b r i ch. Für Reuß tritt an Stelle des Staatsrates P o r t h (Landvolkpartei) Generaldireltor Daumgärtke - Zeulenroda (DVP.), für Rudolstadt scheidet Staatsrat Fürth (WP.) aus. An seine Stelle tritt der Hauptgeschäftsführer des Thüringer Landbundes, Maceldey. Für Sondershausen verbleibt der bisherige volksparteiliche Staatsrat Dauer im Kabinett. Die Thüringer Regierung fetzt sich demnach künftig aus zwei Ministern und fünf Staats- räten zusammen, lieber die Ressortverteilung der fünf Ministerien verlautet, daß Minister Baum zum Finanzministerium das Wirtschaftsministerium übernimmt, während Minister K ä st - ner die Ministerien für Volksbildung, Iustiz und Inneres verwalten wird. Rach Lage der Dinge darf es als feststehend angenommen werden, daß diese Kandidatenliste im Landtag am kommenden Mittwoch durch Stimmenthaltung der Sozialdemokraten eine Mehrheit findet. In der Opposition werden lediglich die Kommunisten, die Rational- sozialisten und die Deutschnationalen stehen. Oie Flamen melden sich. GefährlichcFolgcrungcn aus den Vorgängen in Spanien. Brüssel, 20. April. (TU.) Die Ereignisse in Spanien, für die die kulturellen Autonomiebestrebungen im Sinne einer Auflockerung des starren Staatsprinzips mindestens ebenso bezeichnend sind, wie das Verschwinden der Monarchie, finden in der flämischen Presse einige charakteristische Kommentare. So vermerkt das katholisch^lämische Blatt „De Standaard", daß die flämische Bewegung große Fortschritte mache und daß, falls die Flamenfrage im Laufe dieses Iahres nicht einer Lösung zugeführt werde, sichgefährlicheEr- eignisse daraus ergeben könnten. Das Blatt erinnert daran, daß die Wahl in Antwerpen im Fahre 1929 für den Flamenführer Borms 83 000 Stimmen ergeben habe, und fügt hinzu, daß die spanischen und katalanischen Ereignisse dieflä - mische Iugend stark beeinflußt hätten. Die flämischen Minister sollten, dem Mut des Grafen Romanones nacheifernd, die Regierung darauf aufmerksam machen, daß für das belgische Regime große Gefahr im Ver- zuge sei. — Die extremistische Zeitung „De Schelde" sagt ganz offen, daß, wenn die Verhältnisse in Belgien nicht zu Gunsten der Flamen geändert würden, die belgische Dynastie ebenso wie die spanische Dynastie verschwinden müsse. DasReichskabinettnimmtseineArbeitenwiederaus Oer Kürienprozeß in Düsseldorf 3d) habe gesehen, wie in Como ein Bischof inthronisiert wurde. Er ging am Sees, sensi- neuer Ende polierte: Canova spürt den Genius dieses und das Wasser des Äsers spiegelt den tivsten der Bildhauer. Der stille Fjord nach Südosten, der Lago di Lecco heißt, und auch der nordwärts bringende Nach -em Osterurlaub. Das Programm der ersten Kabinettssitzung Berlin, 20.2Ipril. (TÄ. Funkspruch.) Die zur Zeit noch von Berlin abwesenden R e i ch s - m i n i st e r werden am 22. d. QIC. abends bzw. am 23. April vormittags in Berlin zurück- erwartet. Der Reichskanzler hat alle Minister gebeten, sich für den 23. April zu einer Kabinettsbesprechung zur Verfügung zu halten. Rach einer Unterredung zwischen dem Reichskanzler und dem amerikanischen Botschafter dürste noch am 23. April diese erste Kabinetts- sihung ftattfinden, in der neben dem Arbeitsprogramm der nächsten Wochen auch die landwirtschaftlichen Zollfragen besprochen werden sollen, die der Reichsernährungsminister erneut zur Debatte gestellt hat. Man rechnet hinsichtlich der Zollsragen mit einer schnellen Entscheidung des Rcichskabinetts und erwartet auf jeden Fall, daß die Dinge bis Ende dieses Monats getlärt sind. Zweifelhaft ist nach wie vor, ob bis Ende des Monats auch die bevorstehende Entscheidung für die Reuregelung des Arbeitsmarktes und die Reform der Sozialversicherungen gefällt werden kann. Allerdings soll auch dieser Fragenkreis möglichst noch in der ersten Kabincttssihung erörtert werden. Vor der Abreise des Reichsaußenmini st ers nach Genf zur Tagung des Europa-Komitees und der Tagung des Dölter- bundsrates wird selbstverständlich auch noch eine Sitzung des Reichskabinetts sich mit den schwebenden außenpolitischen Fragen befassen. Gegen -en Mißbrauch der Notverordnung in Preußen. Ein neuer Runderlatz Severings. Berlin, 20. April. (CRB.) 3m Zusammenhang mit der Handhabung der Notverordnung durch die örtlichen Polizeibehörden hat der preußisch« 3nnenminister durch Funkspruch am 15. April an sämtliche Poli- Dü s s e l d o rf, 20. April. (WTB.) 3mKürten- Prozeh wurde die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Der Untersuchungsrichter referierte ausführlich über die Geständnisse Kürtens, der mit größter Offenheit in der Hauptverhandlung ein bis in die Einzelheiten gehendes Geständnis abgelegt habe. Kürten habe ein höchst eigenartiges Doppelleben geführt. Von 3nteresse sei, daß er das ursprüngliche Geständnis seiner Verbrechen am 24. 3uni, als er seiner Frau gegenübergestellt wurde, widerrief. Er wiederholte auch vor dem Untersuchungsrichter, daß er nicht der Mörder sei. Zwei Monate lang betritt er alle Morde. Es folgte eine Zeit scharfen Ringens mit Kürten, der eine weit über seine Bildung hinaus- g e r e r ft e deut- sche Minister und erste Minister der Minderheiten Rumäniens überhaupt. einer langen Prozession durch die Stadt, lächelte, segnete, blickte klug, heiter, „laros“, und die Menge applaudierte mit klatschenden Händen. Der Comersee — ein wunderbares Theater, in dem nur der Beifall herrscht. Man gibt ihn lebhaft kund. Doch wie man ihn auch kundgeben mag: man hat ihn immer kundgegeben. Als ein im orbis terrarum erfahrener Mann des klassischen Altertums die Stelle suchte, an der er am besten würde lächeln können und am gewissesten, da geschah» daß Plinius sich auf jenes Vorgebirge setzte, von dem man die beiden süd- 1 lichen Arme des Sees und auch den nördlichen Die Urbanität des Comersees ist ein Erbe der Antike. 3n dieser Luft haben schon die hanseatisch feinen Nerven der städtegründenden Etrusker sich verwöhnen lassen. Griechen haben feine Ufer bewohnt — verbannte Griechen, wie man sagt; ach, sie wären ins Glück hinein verbannt gewesen I Auch nannten sie den See „Laros“, den heiteren. Kosmopolitisch vergleichende Römer, die einen hortus deliciarum suchten, schmückten ihn mit Landhäusern, wie mit Agraffen. Goten, Langobarden der Völkerwanderung müssen den groben Drang ihrer südwärts pulsenden Wünsche in seinem Hauch beschwichtigt haben: das freundliche, das ftille Genie der Sitte mag ihnen dort zuerst begegnet sein, und es ist unmöglich, daß sie es nicht rasch begriffen! So alt ist die Urbanität des Comersees. Sie besitzt den Reiz der Pattna: er ist aufs edelste mit ihr beschlagen. Und ohne historisches Gehabe bekennt man sich an diesem See zum Alter einer Ueberlicferung, in welcher dieser See recht mit sich eins geworden ist. Den Villen ist aufs natürlichste bis zu diesem Tag die Haltung der Antike eigen. Die Renaissance, das Barock großer Familien hat sich mit besonnener Pracht um ihn her niedergelassen: das maßvolle Empire hat ihn gefunden und geliebt, und alles, alles war ein einziger Ton, der alte, feine. 3n der Billa Car- lotta küßte Amor die Psyche: eS ist der urbane Stein des Canova, der alabasterweiße, subtile, Bote stehenden Mitteln nicht nur Militärspiv- nage, sondern auch Wirtschaftsspionage treibt, well es für das Arland eben- alls wichtig ist, zu wissen, wie weit unsere Wirt- chaft mit bet Landesverteidigung in Verbindung teht und in welchem Ausmaße sie als Reserve m Dienste einer neuzeitlichen Sicherung gegen etwaig« Überraschungen durch unsere schwerbewaffneten Nachbarn in Frage kommen kann. Stärkstes Befremden in der Berliner presse. Wann werden Attache und Konsul abberufcn? Berlin, 21. April. (TU.) Zu der Tatsache, daß ine drei französischen Offiziere von ihrer Regierung die Anweisung erhalten haben, Ostpreußen und Deutschland sofort au verlassen, nehmen vorläufig nur wenige Berliner Blätter Stellung. Di« „Vossische Zeitung" stellt fest, das bedauerlichste an der Angelegenheit sei, daß die französischen Offiziere anscheinend geglaubt hätten, auf deutschem Boden ohne Gefahr Dinge tun zu dürfen, die jedenande- ren in sehr unangenehmer Weise mit dem Strafgericht in Konflikt gebracht haben würden. Vielleicht sei es in diesem Fall das Best«, daß di« französischen Herren schnell und lautlos verschwänden. — Die „DA Z." sagt, die Anweisung an die französischen Offiziere, sofort den deutschen Boden zu verlassen, sei eine Selbstverständlichkeit, die bei der Schwere des vorliegenden Falles nicht ausreicht. Cs sei zu fordern, daß die französische Regierung den Gehilfen des Militärattaches an der Berliner Botschaft und den Königsberger Konsul abberufe, die sich beide zum mindesten der Spionagevergünstigung verdächtig gemacht hätten. Di« Tat, bie den Offizieren zur Last zu legen ist, wird in Deutschland mit Zuchthaus bedroht. Die Reichsregierung scheint jedoch trotz der Schwere des Deliktes sich mit dem Verschwinden der Schuldigen aus Deutschland begnügen zu wollen, obwohl in einem umgekehrten Fall e deutsche Offiziere oder Personen, die sich in gleicher Weise schuldig gemacht hätten, in Frankreich sofort festgesetzt, vor ein Kriegsgericht gestellt und zweifellos aufs schwerste bestraft worden wären. entbehren nicht einer bedeutenden Ursprünglich- I feit. Der eigentliche, Lago di Como geheißene, der nach Südwesten, ist eine mit allen -3aubtry der Zivilisation gesegnete Landschaft. Um keinen südlichen See her sind die Ufer so köstlich besiedelt mit Villen, Dörfern, kleinen Städten, so liebenswürdig ausgebildet mit paradiesischen Gärten. Die natürliche Beschaffenheit der Gegend, einer Gegend, wo Wein stocke und Oliven mit der wuchernden Natürlichkeit des Unkrautes gedeihen, begünstigt die pflegenden Hände: aber es ist, als hätten erst sie das Entscheidende getan — oder zum mindesten besteht ein inniges Gleichgewicht zwischen dem fünften Werk der pflegenden Hände und den unbefangenen Herrlichkeiten einer verbindlichen Natur: einer Natur, die in der Tat die Verbindlichkeit eines höflichen Menschen hat: einer Natur, die Natur ist und dennoch erzogen! Läßt sich das Paradoxe denken: eine urbane Natur? Hier unten ist sie! Dem Menschen ist sie in die Hand hinein gewachsen: es war ihr Entzücken, dies zu tun — und freilich war es auch das Entzücken des Menschen, sie aufzunehmen um Landhäuser her, in Parken und Blumenbeeten. Am Ende ist es nicht mehr möglich zu sagen, was den Ausschlag gegeben hat: ob der zivilisierend« Mensch, ob die Natur, die hier nicht herrlich sein konnte, ohne — ich wage es zu sagen: elegant zu sein. Elegant im größeren antifen Sinne des Wortes, das von „elegantia“ kommt. Die kompakten Siedlungen bis hoch hinaus, Weiler so geschlossen, so fest und großräumig wie Städte, ob sie zugleich auch winzig sind, scheinen Kakteen und Agaven, die der unbegreifliche Genius der Natur aus den Felsen hervortrieb wie aus einem Vorrat: sie scheinen gewachsen, so klar gebaut sie auch sein mögen. Hoch droben läuft das unabsehbare Band einer Straße: sie ist weiß wie Marmor mitten im Grünen, Bräunlichen: und es ist kein Zweifel, daß man einer langen Kunst durch viel kurze Leben hin bedurfte, um sie zu machen. Aber wie sie letzt vollendet hinläuft, ist sie ein Ornament, das die Landschaft sich selber geschenkt hat und den Menschen — ja fast noch mehr den Augen der Menschen als ihren Sohlen ober den Rädern ihrer eilenden Wagen... 3n diesem Maße Kultur zu sein, ohne die Fülle der Reize des Natürlichen einzubühen, ist das Privileg des Comersees: di« anderen kommen ihm darin nicht gleich. ‘ Comersee. Don Wilhelm Kausenstein. Er ist schmal, die hohen Berge rücken nahe zusammen um ihn; er streckt sich in drei Fjorden hin — zweien nach Mittag, einen nach Mitternacht. 3n stellen Gefällen stürzen Felsen zum Wasser, das dunkelgrün daliegt und mit braunen Reflexen des Herbstes. Es gibt jetzt Nebel: sie sind von der Sonne vergoldet, aber auch so dicht, daß die Ämrisse naher Steingebirge vergehen und schatttge Wände in der Nachbarschaft ohne Zeichnung stehen — stumpf, gestaltlos. Der Reisende, der mit dem Schiff den langen wunderbaren Weg von Como her kommt, sieht jenseits der Punta von Bellsgis die Landschaft nördlich werden, auf den Höhen Schnee tragen ... Aber das Nördliche ist zart gewoben, wie ein Traum, und die Wolken dcs nicht mehr warmen Morgens, die Nebel des kühlen Vormittags können sich noch jetzt nach Essenszeit auflösen in einen silbrig- lauen Duft, der dem Leib dieser Landschaft das Ansehen einer in den leichtesten Volle gekleideten Frau gibt — einer Frau, die liebt, deren Scharm unendlich ist. Sie steht in geschmeidigen Lichtem, uno das Dunkle in ihrem Kreis ist ohne Härte. Der Gardasee öffnet sich nach Süden ins Weite, Meerhafte. Der Lago Maggiore ist zwischen seinen Bergen ins Mächtige gedehnt. Nach diesen Seen hat man den Comersee intim gefunden. Er ist es; doch auch ihm ist das Heroische gegeben! Mit gewaltigen Wölbungen, riesigen Beulen stehen die Gebirge gegen den Himmel an, und Riffe von der Wüstheit jenseitiger Alpen brechen aufwärts in die ruhige Bläue ein. Das Pathos des oberbayrischen Königsees ist nicht roman- ttscher als die Kühnheit der steinernen Abgründe da und dort um den Lago di Como. Doch wiederum bleibt wahr: er liebt die Soirne, die das Wachstum hervorholt und besänftigt. 3etzt liegt ihr Schein auf einer Hohe, den hohen Fels begütigt ein weicher Teppich von Gras; es ist auf herbstliche Weise olivgrün und wird geweiht durch eine Glorie aus Rosa und Fliederlila. Der Comersee ist vollständig, er hat alles, wie das Märchen. verabredet, bei ihr zu nächtigen, sei aber von der Freundin im Stich gelassen worden. Sie hätte dann Kürten getroffen, der ihr feine Wohnung an- geboten hätte. Sie sei auch mit ihm mitgegangen, als er dann.aber zudringlich geworden fei, hatte sie gedroht, um Hilfe zu rufen. Dann hat sie mit Kürten das Haus verlassen, um in einem Mädchenheim zu schlafen. Kürten hätte sie begleitet; sie aber statt nach dem Heim in den Gräfenberger Wald geführt, wo er sich an ihr zu vergehen versucht hätte, worauf er verschwunden sei. Der Vorsitzende unterbricht die Ausführungen der Zeugin und streift den weiteren Verlauf der Dinge bis zur Verhaftung Kürtens. Die Zeugin erklärt zwar, daß sie noch viel auszusaaen habe, doch laßt der Vorsitzende weitere Ausführungen nicht mehr zu. Sodann werden drei Zeugen über die Brandstiftung in Hubbelrath vernommen, wobei sich die Nichtigkeit der Kürtenschen Angaben bestätigt. Ebenso gibt Kürten auf eine Frage des Staatsanwaltes zu, im November 1929 im Hof- garten einem Schwan den Hals durchschnitten zu haben. Internationale Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Tie Vorschläge von Albert Thomas für den Europaansschutz. Der Direktor des 3nternatiionalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, hat dem zur Zeit tagenden Verwaltungsrat des 3n t er - nationalen Arbeitsamtes als Grundlage für die Vorschläge, die der VerwaltungSratz imEuropa-Ausschuß zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit machen soll, eine Denkschrift eingereicht, in der bemerkenswerte Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit behandelt werden. Albert Thomas macht zunächst den Vorschlag, unverzüglich eineCuropa-Arbeits- b ö r f e zu schaffen. Es soll sich dabei um eine Art „Clearing"-Haus zur Unterbringung der europäischen Arbeitslosen handeln. Was für den Kauf und Verkauf bestimmter 3ndustrieerzeug- niss« möglich sei, müsse ebenso für di« Unterbringung der Arbeitslosen und für die Schaffung geeigneter Arbeitsbedingungen möglich sein. (Sinei fole europäische Arbeitsbörse würde die europäischen Völker daran gewöhnen, die Frag« der Unterbringung der Arbeitslosen alsein« all - gemeine europäische Frag« zu betrachten. Die europäische Arbeitsbörs« könnte unverzüglich geschaffen werden. Sie toihbe sich durchaus im Rahmen der Gesetze der einzelnen Länder halten, in denen der Arbeitsmarkt vor einem nicht gewünschten Zufluß fremder Arbeitskräfte geschützt werde. 3n der Denkschrift wird ferner zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die Vergebung großer öffentlicher Arbeiten in gemeinsamer Zusammenarbeit der europäischen Regierungen vorgeschlagen. Die Vergebung solcher Arbeiten würde im 3n1eress« der einzelnen Länder liegen, da damit große Aufträge an die einzelnen 3ndustrien verbunden wären. Ferner würde ein solches Vorgehen den großen moralischen Vorteil haben, einen „europäischen Geist" zu schaffen. Zunächst konnte zum Beispiel ein großes europäisches Str a- tz e n n e tz geschaffen werden, um den Anforderungen des europäischen Kraftwagenverkehrs zu entsprechen. Cs könnten direkte Auto mobilst raß en zwischen Paris—Wien—Athen, ferner Paris—Berlin—Warschau—Moskau, eine Der- kehrsstraße über die Alpen sowie eine Verkehrsstraße zwischen dem Balkan und den baltischen Ländern geschaffen werden. Weiter wird die Erweiterung des europäischen Flußnetzes durch Herstellung einer Verbindung zwischen dem Rhein und der Rhone sowie ein Anschluß des norddeutschen Flußnetzes an die Donau empfohlen. Diese Verbindungen würden zweifellos günstige Rückwirkungen auf die Entwicklung des europäischen Handels zwischen Nordeuropcr und Zentraleuropa haben. 3n der Denkschrift wird auch die Frage einer internationalen Verteilung der elektrischen Energien berührt. Zum Schluß wird hervorgehoben, daß die bereite feit langem erörterte Frage der Einführung der automatischen Kupplung im Cisenbahnver- sehen kann — man hat nur den Kopf zu drehen. Ollitten im Kranz der heiteren Orte, die heiterer sind als Griechenland, süßer als das Land und Wasser um Neapel, mitten drin in diesem Preis- "ranz, den rings Cadenabbia, Tremezzo, Mo- naggio und all die angenehmen Orte mit den schönen Kadenzen der Namen ausmachen, dort liegt heute am Fuß des Vorgebirges Bellagio, die entzückende kleine Stadt, naiv wie ein Dorf, fest wie eine Gitta, gepflegt wie Baden-Baden. Heber Treppen oder auf der Straße kommt man bald in den Park der Villa Serbelloni. Nordwärts wandelnd findet man sich zwischen Kiefern wie daheim, und so ersteigt man wohlig erfrischt die Hohe. Von dort sieht man den Norden des Sees, und man erkennt, daß man nur einen Teil der Wahrheit sagte, als man von einem Fjord erzählen wollte; denn jetzt an der Zusammenkunft der südlichen Arme mit dem nördlichen hat der See die Majestät der Breit«. Aus der Kuppe stehen die Reste der antiken Villa, die dem Plinius gegeben wird. Von dort hätte er die Ahnung des Nordens angeschaut. Don dort hätte er aber auch die Fülle des Südens erblickt mit einem einzigen, ja einzigen Blick. Den langgestreckten Südhang des Vorgebirges nieder- wandelnd, stehst du mit einemmal im Angesichte des ganzen, ganzen Südens! Zwischen den silber- grünen Olivenbäumen ist die Erde locker und rötlich wie in Toskana. Reben wachsen verschwenderisch; Palmen stehen mit Stämmen, die schwer sind wie Säulen und grau wie Elefanten; Feigen, Oleander, Agaven, Bambus sind mit Selbstverständlichkeit vergeudet und doch mit Ruhe zugemessen; und es ist nicht eine einzige Herrlichkeit des Südens, die hier nicht zu den übrigen elysäisch versammelt wäre. Es ist die Kunst des Gärtners, die dies seit zweitausend 3ahren und länger getan hat; aber es ist die Natur, die dies nicht nur erlaubte, sondern auch wollte. Den kunstreichen Garten hat die Natur ihr selbst gewidmet; sie hat ihn geschenkt — ihr selbst und ihm. Die Puntcr von Bellagio ist der Kopf des 3anus. Er lächelt den Süden an, der ihn bestrahlt; doch gegen Norden schaut er nicht grim* mig — denn der Norden ist hie» nur noch ein leises Wagnis der milden Natur. Impfung ^atronalen wM'1- £*«**■. Jut gkett behandelt toer- ^achst d^ Vor« u^Wxu. ■ Ä ^et um eine L*ftnflunfl der Danbdn. Was für den ®tet Mustrieerzeug, Mo fa die Mer- und fa dir Schaffung M möglich lein. Ein- dorle würde die «w voyucn. die Frage der * als eine all» e Trage z® bedach« beitsbörse fcnnte un« n. Sie toüibe sich durch« :Öe der einzelnen 2än« et Arbeitsmarlt vor laschten Zufluß hafte geschützt 11 ’hVilaJ,8 °n. n9e?Otben 9[?anflcn. I1 nm ,7 sic mit \Hn\ät!nen» >in Wtte sie die Kun. den toeiler?tf)run. -Artens. ti^uf fitere fejtf. -n drei Zeua!^^ dbelrath über ^rtenschen^n, 5reiy*«'°te ferner zur Velämpfung Vergebung gro» rbeiten in gemein« Jet europäischen He« • Die Vergebung solcher esse der einzelnen Län« vße Aufträge an dustrien verbunden i solches Vorgehen den eil haben, einen „eure« n. Smädift könnte zum iropäifches 6tra# n, um den Änforöerun« taaaen’oeMtä röl* teile Automobil« z-Dien-Athen, ferner u-Aloslau, eine Der« en sowie eine Verkehrs« Ifan und den baltischen den. Weiter wird die uropäifchen Fluß« . einer Verbindung Ml« ■ Hone sowie ein 2ln« -lußnetzes an die Donau lungcn würden jtoeifei« m auf die Cnwiälmg 4 * m In der Denischnst lner inteinatrou« bet ehltfito« um W toitb W ts seit langemi erörterte ,n 'n der automati im9 Eisenbahner« S1 mbbia, TrEo, genehmen Orte m iamcn ^Äagio, , Vorgebirges abt, naiv W oben. ®m (Breite- M ® M antiken fr Ton^Ärt« k^Zx.5 ..nen mit 01 -,^[011- S-S.C& NK Sb®#??, W seit 6°* jo die ^flu kehr nach bisherigen Feststellungen 600 000 Arbeiter für die Dauer von fünf 3abaren beschäftigen könnt«. Nie Außenpolitik des neuen Spaniens. P a r i s, 21. April. (WTB. Funkspruch.) Der spanische Außenminister Lerroux erklärte in einer Unterredung mit dem Madrider Sonderkorrespondenten des „Petit Parisien", Spanien schließe sich vorbehaltlos als freie Republik dem Völkerbunde an. Was die Gerüchte von der Bildung einer iberischen Republik unter Ein. beziehung von Portugal anbetreffe, so dürfe man nicht voreilig urteilen, die Förderung eines solchen Gedankens würde vielleicht soä- teren Generationen vorbehalten sein. Die Frage des Korrespondenten, ob die Pressenachrichten über das Vorliegen eines spanisch-italienischen Geheim Vertrags richtig seien, verneinte Außenminister Lerroux; es gebe feinen Geheim- oertrag. Wenn ein solcher vorhanden gewesen wäre, dann würde die Republik ihn sofort zerrissen haben. König Alfons besucht London. Die Familie bleibt in Frankreich. Paris, 20.April. (WTB.) In den nächsten Tagen wird die spanische Königsfamilie nach Fontainebleau übersiedeln. Der dortige Aufenthalt dürfte von längerer Dauer sein. König Alsons wird seiner Familie erst nachfolgen nach Rückkehr von seiner Londoner Reise, die für morgen angesetzt ist. Der König wird, wie verlautet, mit dem englischen König eine Begegnung haben. Als Zweck seiner Reise wird die Unterbringung feines dritten Sohnes, des Infanten Juan, angegeben, der in London feine Marine- offiziersausbildung fortsetzen soll. Die Londoner Geheimpolizei wird für die Dienstag abend bevorstehende Ankunft des Königs umfassende Si« cherheitsmaßnahmen anwenden. 50 Geheimpolizisten, die über die internationalen Anarchisten und Sendboten genau unterrichtet sind, werden die Ueberwachung durchführen. Aus Otter Welt. Der Asienforscher Crnil Trinkler s. Der Asienforscher Dr. Emil Trinkler ist in der Nacht zum Montag in Bremen an den Folgen des vor acht Tagen erlittenen Auto- unsalls gestorben. Das Befinden des am Sonntag vor acht Tagen bei einem Autounfall auf der Strecke nach Bremerhaven schwer verletzten Asienforschers Dr. Trinkler hatte eine ernste Wendung genommen, da der Forscher schwerere (Beilegungen als man ursprünglich annahm, namentlich der inneren Organe, erlitten zu haben scheint. Der Zustand Trinklers wurde bedenklich, als Wundinfektion hrnzutrat. Am Sonntagabend war das Fieber auf 40 Grad gestiegen. Dr. Emil Trinkler ist durch seine beiden Asienreisen bekannt geworden, die ihn durch Afghani st an und Tibet geführt haben. Sein Tod ist um fo tragischer, als er im Herbst dieses 3ahres eine neue Expedition unternehmen wollte, die ihn wieder durch Persien und Zentralasien führen sollte, um weitere ungelöste geographische Probleme zu klären. Mit Dr. Trinkler verliert die deutsche geographische Wissenschaft einen ihrer hervorragendsten Vertreter. Ehrung der deutschen Presse. Anläßlich des traditionellen Geburtstages der Stadt Rom hat die italienische Regierung drei- zehn ausländischen Pressevertretern, darunter drei deutschen, zwei französischen, zwei englischen und einem amerikanischen Journalisten Orden verliehen. Die drei deutschen Korrespondenten sind der Vertreter des „Berliner Lokalanzeigers" Dr. Eberlein, den die Leser des Gießener Anzeigers ans zahlreichen, im letzten Jahrzehnt veröffentlichten Berichten aus Dom kennen, ferner Dr. Willis, Vertreter der „Hamburger Rachrichten", sowie der Senior der deutschen 3ourna- listen Wolfgang Ludwig Stein, Vertreter der „Deutschen Tageszeitung", dem die seltene Auszeichnung des Kommandeurkreuzes des Mauritius- und Lazarus-Ordens zuteil wurde. Grohfeuer in Göttingen. 3m Hause des Kaufmanns Schleede brach, als die Bewohner noch schliefen, Feuer aus. Die Feuerwehr, die erst eine halbe Stunde später benachrichtigt wurde, konnte eine im zweiten Stockwerk des Hauses eingeschlossene Frau Löbeling nicht mehr retten. Sie kam in den Flammen um. Bei dem Versuch, die Frau aus dem brennenden Hause herauszuholen, brach ein Feuerwehrmann durch das Dach eines Nebengebäudes und erlitt schwere Verletzungen. Zwei Kinder in einen Brunnenschacht gestürzt. Mehrere Kinder spielten in Metternich auf bem Gelände einer Ziegelei, als plötzlich der Boden nachgab und zwei Knaben im Alter von 8 bis 13 Jahren in der Tiefe Verschwcrn- den. An der Unglücksstelle befand sich ein alter Brunnenschacht, • dessen morscher Deckel eingebrochen war, so daß die Kinder in die Tiefe gerissen wurden. Die alarmierte Feuerwehr vermochte die Kinder nur noch als Leichen zu bergen. Die Aufhebung der Sonntagsruhe in England. Die Gesetzesvorlage, die unter Aufhebung einer Verordnung aus dem 18. Jahrhundert Theater- und Kinovorstellungen sowie sportliche Veranstaltungen an Sonntagen erlaubt, wurde im Unterhaus in zweiter Lesung mit 258 gegen 210 Stimmen angenommen. Sie Parteien hatten ihren Abgeordneten die Abstimmung frei- gegeben. Die Mehrheit der Regierung setzte sich aus Mitgliedern aller drei Parteien zusammen. Wreslamg des Derkehrsbundes Sbecheffen. Unter der Leitung des 1. Dundesvorsihenden, Beigeordneten Dr. Hamm (Gießen), hielt gestern der Verkehrsbund Oberhessen im Gießener Stadthause seine ordentliche3ahres- itagung ab. Aus allen Teilen der Provinz waren Vertreter der in dem Bunde zur gemeinsamen Wahrung ihrer Derkehrsinteressen zusammengeschlossenen Körperschaften (Provinz, Kreise, Städte, Badsverwaltungen, Handelskammern und Verkehrsvereine) erschienen. Als Vertreter des Hessischen Verkehrsverbandes in Darmstadt wohnte dessen 1. Vorsitzender, Kaufmann Stemmer (Darmstadt), der Tagung bei. Der 1. Dundesvorsihende, Beigeordneter Dr. Hamm, brachte zunächst den Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 19 30 zur Kenntnis der Versammlung, der von reger und vielseitiger Tätigkeit des Vorstandes Mitteilung machte. Wir werden auf diesen Bericht noch zurückkommen. Sodann erstattete der Dundesrechner, Bürgermeister Mengel (Schotten), den Bericht über den Rechnungsabschluß von 1930. Danach beliefen sich die Einnahmen des Verkehrs- bundes in dem Berichtsjahre auf 2491,56 Mark, die Ausgaben auf 2431,14 Mark, so daß sich ein. Rest von 60,42 Mark ergibt. Die Abrechnung wurde von den Revisoren in allen Teilen in Ordnung befunden. Dem Vorstand und dem Rechner wurde einstimmig Entlastung erteilt. Der Voranschlag für das 3 ahr 1931, der in Einnahme und Ausgabe je mit rund 1900 Mark abschließt, wurde einstimmig genehmigt. Anschließend beschäftigte man sich in längerer Aussprache mit den Maßnahmen zur F r e m - denverkehrswerbung im 3 ahre 1931, insbesondere mit der Schaffung einer Reliefkarte von Oberhessen. Der Vorschlag des Bundesvorstandes, auch im Geschäftsjahr 1931 durch Zeitungsanzeigen für den Fremdenverkehr in Oberhess en au werben, wurde einhellig gutgeheißen. 3m Anschluß an den Bericht des Bundesvorstandes über die bisherigen Schritte zur Schaffung einer ReliefkartevonOber- Hessen, bei denen sich der Hessische Verkehrs- Verband in Darmstadt mit wertvollen Anregungen und reicher 3nitiative um die Provinz Oberhessen verdient machte, wurde nach regem Meinungsaustausch über die Finanzierung dieses Projekts und über die Frage der Kartengestaltung der einstimmige Beschluß gefaßt, eine solche Reliefkarte zu schaffen. Dabei soll mit aller Energie angestrebt werden, die Karte möglich st noch in diesem 3ahre heraus- zubringen. Weiter wurde die vom Bundesvorstand in die W. ge geleitete He ausgabe eines Verzeichnisses der Hotels und anderen Ga st statten in Oberhessen als zweckdienliches Werbemittel allseitig begrüßt. Am Schlüsse der Tagesordnung wurden noch Fragen der Landstraßenunterhaltung und des Landstraßenverkehrs, sowie Angelegenheiten der Werbung durch Rundfahrten für Kurfremde in Ober Hessen eingehend erörtert und, soweit erforderlich, entsprechende Beschlüsse einstimmig gefaßt. Aus der provinzialbouptstadt Gießen, den 21. April 1931. Oer erste Schulgang. Diele tausend kleine Erdenbürger traten am heutigen Tage ihren ersten Schulgang an. Für sie ist es ein Festtag, für uns Eltern sollte es auch ein Tag der Freude und des Dankes sein. Sechs 3ahre lang gehörten die Kinder uns allein. Run kommt der Staat und macht seine Rechte geltend. Ein neuer Abschnitt im Leben unserer Kinder beginnt. Mit Stolz werden sie den neuen Ranzen tragen. Monatelang haben sie schon davon gesprochen, daß sie jetzt in die Schule müssen. Run schauen sie mit großen Augen in die neue Umgebung. Don ihren Geschwistern und älteren Freunden wissen sie längst, daß es in der Schule gar nicht so schlimm ist. Wenn auch einmal der Vater oder die Mutter zu einem gar zu wild tollenden Knaben sagte: „Wart nur, wenn du in die Schule kommst, vergeht dir das!", so wird das heute in den seltensten Fällen für Ernst genommen. Und das ist gut so. Alle Arbeit, die nur aus Angst vor Strafe getan wird, ist ohne inneren Wert. Rur freiwilliges. frohes Tun zeitigt gute Früchte. 3n diesem Sinne will die heutige Schule die Kinder erziehen. Gewiß wird es auch in der neuen Schule nicht ohne Strafe abgehen; denn es gibt immer wieder einige Widerspenstige unter der großen Schar. Aber das sind die Aufnahmen. 3n der Hauptsache sollen Heiterkeit und Frohsinn in der Schule herrschen. An Stelle des vielen Auswendiglernens, des ewigen Liebens von Buchstabenreihen treten im neuen Unterricht Malen, Spielen, Formen, Sprechen und Singen. Für sie kaum merkbar, werden die Kinder allmählich an ernste Arbeit gewöhnt. Auf diese Art wird nicht nur das gesteckte Ziel erreicht, sondern daneben — und das ist die Hauptsache — werden Liebe und Freude zu den Schularbeiten erhalten. Cs wird immer noch Eltern geben, die für diese neue Llnterrichtsweise nichts übrig haben, besonders solche, die zum erstenmal ein Kind zur Schule schicken. Cs ist nicht mehr so, daß die Kinder schon in den ersten Wochen eine ganze Tafel voll schreiben müssen. Da gehen viele Tage hin, bis solche Ausgaben kommen. Die Eltern werden dann unwillig und meinen gleich, in der heutigen Schule lernen unsere Kinder gar nichts mehr. Diejenigen aber, die ihr zweites oder drittes Kind zur Schule bringen, wissen schon Bescheid. Fragt deshalb solche Eltern, was sie von der Schule halten! Gerade am ersten Schultag sollten sich die Eltern vornehmen, Vertrauen in die Arbeit der Schule zu haben. Eltern und Schule wollen zu demselben Ziele kommen. Untere Kinder sollen dereinst als gute und tüchtige Menschen in das Leben treten. Dazu will die Schule helfen, und wir Eltern müssen sie — soweit es in unseren Kräften steht darin unterstützen. Mr. (Aussichten für Baudarlehen. Das Kreisamt Gießen teilt uns folgendes mit: Rach einer Verfügung des Herrn Ministers für Arbeit und Wirtschaft vom 15. April 1931 hat der Kreis Gießen nur acht Baudarlehen für 19 31 zu erhalten. Die Ursache dieser ungeheueren Verringerung der zur Verfügung stehenden Daudarlehen ist darin zu sehen, daß im Staatsvoranschlag des Rechnungsjahres 1931 zur Förderung der (Bautätigkeit im 3ahre 1931 zwangsläufig nur 5 Millionen Mark im Gegensatz zu 10 Millionen Mark im Vorjahre vorgesehen sind. Dieser Betrag von 5 Millionen Mark wird für die Instandsetzung und Tilgung der für den Wohnungsbau in den Städten und Landgemeinden in den früheren 3ahren aufgenommenen Anleihen fast vollständig verbraucht, so daß nur die Rückflüsse aus Verzinsung und Tilgung der in den früheren 3ahren gewährten Daudarlehen für die Förderung der Neubautätigkeit im 3ahre 1931 verfügbar bleiben. Wie in den Vorjahren, so hat sich auch in diesem 3ahre eine sehr große Anzahl von (Bau* Interessenten bei dem Kreisamt Gießen um die Zuteilung von Baudarlehen beworben. Da nur acht Darlehen zur Verteilung zur Verfügung stehen, von denen wiederum vier für Gemeinden mit besonders großer Wohnungsnot reserviert bleiben müffen, haben schriftliche Gesuche und besonders persönliche Vorstellungen bei dem Kreisamt keinen Zweck. Mit den acht Daudarlehen werden die dringlichsten Fälle bedacht, alle übrigen müssen leider infolge des durch die Notverordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930 erzwungenen Ausfalls an verfügbarer Sondergebäudesteuer für dieses 3ahr unberücksichtigt bleiben. Daten für Mittwoch 22. April. 1724: der Philosoph 3mmanuel Kant in Königsberg geboren. — 1870: der Gründer des ruffi» schen Sowjetstaates Wladimir 3ljitsch Lenin in Simbirsk geboren. Gicszencr Wochenmarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 1,10 Mark an; Butter 130 bis 140; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 35; Weißkraut 15 bis 20; Rotkraut 25 bis 30; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 30; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Feldsalat 100 bis 120; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Rhabarber 35 bis 40; Kartoffeln 5 bis 6; Aepfel 40 bis 50; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 110; Suppenhühner 90 bis 110; Nüsse 60 bis 70; das Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 7 bis 8; Blumenkohl 40 bis 70; Salat 20 bis 30; Salatgurken 60 bis 80; Endivien 15 bis 30; neue Ober-Kohlrabi 25 bis 35; Lauch 5 bis 10; Sellerie 10 bis 50; das Bund: neue Rettich 25 bis 30; Radieschen 15 bis 20 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 4 bis 5; Weißkraut 10 bis 12; Wirsing 20 bis 25; Rotkraut 20 bis 25 Mark. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Dienstag: Stadttheater: „Die Welt, in der man sich langweilt", 20 bis 22.30 Llhr. — Dildungsverband der Deutschen Buchdrucker: Vorttag von Herrn Oberüber, Berlin, über „Kampf um die Rechtschreibung", 20 Llhr, Krausmüllersaal des Gewerbehauses, Goethestrahe 7 1. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Drei Tage Mittelarrest". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend, 20 Llhr, Paillerons Lustspiel „Die Welt, in der man sich langweilt", Spielleitung Peter Fassott. Als Gast Frau Auguste Prasch-Grevenberg in der Rolle der Herzogin. Morgen, Mittwoch, 19.30 Llhr, in völlig neuer 3nszenierung Erstaufführung von Schillers romantischer Tragödie „Die Jungfrau von Orleans" unter der Spielleitung von 3nten- dant Dr. Prasch. Die Rolle der 3ungsrau spielt (Beatrice Doering. Das Theater bleibt am Freitag geschlossen. Die Abonnementsvorsteilung der Freitag-Abonnenten wird auf Samstag, 25. April, verlegt. Zur Ausführung gelangt als Gastspiel des Opern-Ensembles des Mainzer Stadttheaters die Oper „Die toten Augen" von Eugen d'Albert. Inszenierung: P. Weihleder; Stabführung Adolf Kienzl. Die Aufführung bedeutete in Mainz der Höhepunkt des diesjährigen Opernspielplans. Die 3ntendanz macht darauf aufmerksam, daß die Aufführung pünktlich 20 Llhr beginnt und daß die Saaltüren während des Vorspiels geschlossen bleiben müssen. Opernpreise. — Film-Vortrag über b aß Leuna- (Benzin. 3n den Palast-Lichtspielen wird am Mittwoch, 22. April, 20 Uhr ein Film über das Leuna-Benzin (das deutsche synthetische Benzin), gezeigt. 3m Rahmen dcr Filmveranstaltung wird außerdem als Erstaufführung der Film „Das ßeunatoerf* vorgeführt, der einen Einblick in jenes gigantische 3ndustriewerk der 3.-G.-Farben bei Merseburg gestattet. Näheres in der heutigen Anzeige. *• Stadttheater-Abonnement. In einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil wird von der Stadtverwaltung zur Einlösung des achten Abschnitts des Stadttheatcr-Abonnements auf- gefordert. Interessenten seien besonders darauf hin- gewiesen. *• Ehrungen im Hessischen Sängerbund. Für 40jährige aktive Sangestätigkeit wurden vom Hessischen Sängerbund mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet: Karl B ö ch e r (Gesangverein Loreley) Lltphe, Karl Diehl X. (Gesangverein Liederlranz) Gedern. ** Schulpersonalien. Ernannt wurden: der Studienrat an der Oberrealschule in Grün- berg Heinrich Adam Schott zum Studienrat an der Oberrealschule in Heppenheim, der Studienrat an der Schillerschule (Lyzeum und Frauen- schule) in Friedberg Friedrich Kreutzer zum Studienrat an der Augustinerschule (Gymnasium und Oberrealschule) in Friedberg, der Studienrat an der Augustinerschule in Friedberg Wilhebn Krieb zum Studienrat an der Oberrealschule am Friedrichsplah in Offenbach. ** A u f der Motorradfahrt tödlich verunglückt. Am Sonntag gegen 20 Uhr stürzte in der Nähe des sog. „Professorenecks" der Straße Gießen—Rödgen der auf seinem Motorrad von Gießen heimwärts fahrende Installateur Hans Gabriel aus Großen-Buseck infolge Reifenbruchs so unglücklich von seiner Maschine, daß er schwere Schädelverletzungen davontrug. Der Bedauernswerte blieb zwar bei Besinnung und ließ sich mit einem Gießener Privatauto nach seiner Wohnung in Gro- ßen-Buseck verbringen, verstarb aber dort noch in der Nacht zum Montag an den Folgen der schweren Verletzungen. •* Automobilaussdellung BMW. Die hiesige Autohandlung Otto Faber, Mühl- ftrafie 22, veranstaltete im Hotel Schütz als Ver- treter der Firma Bayerische Motoren-Werke eine Ausstellung von Kraftwagen. Die Firma zeigte die Wagen der BMW., jene kleinen Kraftwagen für den Reisenden, für den Geschäftsmann, für die Familie. Man konnte bemerken, daß die deutsche Automobilindustrie unter dem Drucke der amerikanischen Konkurrenz etwas geschaffen hat, das sich neben den ausländischen Produkten gut sehen lassen darf. Die Schau hinterließ, nicht zuletzt durch ihre geschmackvolle Aufmachung, einen guten Eindruck. Oie Wetterlage. Blrcfl Ingh Jan Mayen. 5 Aberdeei .6' ' 10 nafD bedeckt ® wolkig. • oedecki • Regelt * Schnee traupein a Nebel "R Gewitter.(§)Wind$tiile.-O' sch» leichter Osi massiger Südsüdwest Q stürmischer nordwesl Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeinen Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Limen verbinden Orte mit gleichen* auf neeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Wenn auch langsam, so verlagert sich doch die zentraleuropäische Störung mehr südöstlich nach den Balkanländern hin. Dadurch gelangen wir in den Bereich ihrer Nordseite, was die Zufuhr aus Nordosten kommender Luftmassen zur Folge hat. Sie führen zur Fortdauer des sehr kühlen Wetters und bei Aufklaren der Nacht gehen die Temperaturen bis zum Gefrierpunkt zurück. Außerdem gelangt in ihrer Begleitung noch Bewölkung zu uns, und vereinzelte Schauer treten auf. Aussichten für Mittwoch: Noch kühles, teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter mit vereinzelten Niederschlägen. Lufttemperaturen am 20. April: mittags 12,7 Grad Celsius, abends 6,4 Grad; am 21. April: morgens 5 Grad. Maximum 12,8 Grad, Minimum 3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 20. Avril: abends 10,1 Grad; am 21. Aprel: morgens 5,6 Grad Celsius. — Niederschläge 0,7 nun. — Sonnenscheindauer 5% Stunden. (Schluß des redaktionellen Teils.) Gesunde Füße. Die Tatsache, daß kaum 10 v. H. aller Menschen einwandfreie gesunde Füße ihr eigen nennen, dürste Veranlassung geben, der Pflege der Füße die größte Aufmerksamkeit zu widmen. Ein wirksames Mittel, Fuße gesund zu erhalten, ist die seit 25 Jahren aus- probierte Einlage „B i r k e n st 0 ck s F u ß b e 11*. Fußbett verhütet am gesunden Fuß jedes schmerz- hafte Gefühl und macht jeden Fabrikschuh zum idealen „Gesundheits-Schuh", indem es das Körpergewicht von Ballen und Ferse wegnimmt und natur, gemäß auf die ganze Fußfläche verteilt. 93D Drei Schönheitsfehler des Mundes !• Der Zahnstein 2. Mißfarbener Zahnbelag 3« übler Mundgeruch I Chlorodont nicht ersetzen kann. Chlorodont-Zahnpaste Tube 54 Pf. und 90 Pf. Chlorodont-Zahnbürsten 1 Mark, für Kinder 60 Pf. kst efn Absatz des Speichels ähnlich wie der Kesselstein des Wasiers. Er hat eine graugrüne, braune bis schwarze Färbung und ist zunächst ein Schönheltsfehler, der den Zähnen ein häßliches ungepflegtes Aussehen gibt und einen üblen, fauligen Geruch aus dem Munde verursacht. Er ist aber auch ein höchst gefährlicher Feind des Eebifles.weil er Zahnfleisch- und Kieferschwund sowie Zahnfleischentzündungen und -eiterungen ver- ursacht. Er ist äußerst sestsihend und hatt; ost umkleidet er in Hatter Kruste den ganzen Zahnhals, entblößt die Wurzel und verursacht ein LoSerwerden der Zähne. hervorgerufen durch stattes Rauchen von Zigarren und Zigaretten ist weniger schädllch, aber ein um so auffallenderer Schönheitsfehler des Gebißes. Wie entfernt man Zahnstein und Zahnbelag? Weder mit Mundwasser noch mit sogenannten Lösungsmitteln; in dieser Beziehung ähnelt der Zahnstein auch dem Kesselstein, gegen den allerlei Lösungsmittel sich als wirkungslos erwiesen haben und die rein mechanische Beseitigung sich am besten bewährt. Millionen, die heute Chlorodont täglich im Gebrauch haben und ihre schünen weißen Zähne dieser Zahnpflege verdanken, haben es selbst ausprobiett, daß Mundwafler die mechanische Reinigungskraft der mikroflopisch feinen reinen Kreide im als Folge mangelhafter Zahnpflege macht sich weniger dem davon DetroffeMi als seiner näheren Umgebung bemettbar. Neutrale Salze im Chlorodont, die eine' vermehrte Speichelbildung und dadurch eine natürliche Mundreinigung beroWcid in Verbindung mit dem herrlich erfrischenden Psefferminzgeschmack beseitigen diesen' markanten Schönheitsfehler unmittelbar. Zeder Tube Chlorodont ist eine genaue Gebrauchsanweisung belgefügt. Chlorodont-Zahupaste und die dafür geeignete Chlorodont-Zahnbürste mit gezahntem Borstenschn " rnb die besten Hilfsmittel gegen den gefürchteten Zahnstein, mißfarbenen :a und den oft damit verbundenen üblen Mundgeruch. Chlorodont-Mundwafler Flasche 1 Mark und 2 Mark. Automobilisten! Kraftfahrer! I Unsere Rätselecke 2138 VI Eintritt frei! Lichtspielhaus Gießen Kraft. 2815C im 61. Lebensjahr. Jlr.29 2749C 16 bis 18 Uhr. besuchen zu wollen, da abends großer Andrang. 2817 1’1 2752 C 5 5 4 l F Tapeten über die Ein: 28 AD Maurermeister Heinrich Mengler und Frau Lieh, den 20. April 1931. 281» Dl Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 Tchulivese 1863 A M Sehr.: &tm übet bit Sin Ten nach Gießen, 4 3 2 Inhalts-Url AusmahiM Aus dem Ueberschuß ( Rechnungen BriefbIMtter BriefumschiMge Postkarten Geschäfts karten Samstag 9. Mai, 20 Uhr Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres Sohnes durch einen Unglücksfall, sagen wir unseren herzlichen Dank. Dieser Drahtzaun Wie erleichtert man sich die Arbeit des Hausputzes und gestaltet ihn zu einem vollen Erfolg? Volkshalle Gießen I2816D Wiesede, den 21. April 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. April, nachmittags 2 Uhr vom Sterbehaus, Kornblumenstrafie 57, aus statt In tiefer Trauer; Johannes Euler L Familie Otto Euler Familie Emst Bierau ^hlsohrt Med Re , Men) 21 Bon der Sen und der tze l4 Tage freien Er- bolonasamentbalt für so«. Besch. eine» Darlehens d.500^, ß. n. Stcherh. u. Zins. Rücknahl. n. Hebet- einkunfk. Schr. Ana. unt. 02340 a. d. G. A. X B. 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Donnerstag und Freitag s<»A M.grob.smeliMe o. K- Psd. 50 4 i.Ausschn.Psd.SSc) fl.flaöeilau und Seeioais o. K. 'l'hmb 30/35 4 Goivvarsty, Schollen SrokichellMe Po. noröfee- Schellfische ZeloNe Zischfliels iFischfleiich ohne Haut unb Gräten) Psunb 45 4 Alles tn strammer Etspackung unb in guter Qualität. Arischer fiooffoiat Bananen. Zittonen Mseisinen. Biüjorö Mmmm Babnbosttr. 27 Fernsvr. 3631. Übrige Nun, Allen, die uns während der Krankheit und bei dem Heimgange unseres lieben Sohnes und Bruders so viele Beweise ihrer Liebe und Teilnahme gegeben haben, sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Frau E. Richter H. Richter. Gießen, den 21. April 1931. »e Mniein Stadttheater Mittw.. 22. Avril, von ia,/?bi8 22l/1Ubr In neuer Inszenier. 28.mnirooMlj.-lMt. Gewöhnliche Preise. DieJuogfrauv oo Orleans Eine romant. Trag, von F. von Schiller. Verkaufsbüro Frankfurt a. M. ,423 v fthafft Urnen Ruhe vor unwillkommenen Eindringlingen. 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April 1931, nachmittags 2 Ahr, versteigere ich dahier, Neuenweg Nr. 28, „Zum Cöroen“ zwangsweise gegen Barzahlung: Warenschränke, Ladentheken, einen Klubsessel, eine Truhe, zwei Photo-, Apparate, zwei Kassenschränke, Büfetts, Sofas, Kleiderschränke, Nähmaschinen, Diwans, Schreibtische, Zimmerteppiche, Kredenzen, zwei Personenwagen, ein Eßservice, ein Kaffeeservice, ein Klavier, ein Spiegel, ein scheckiges Rind, zwei Fahrräder, eine Schreibmaschine, eine Fräsmaschine, einen Aktenschrant, einen Ausziehtisch, eine Küchenanrichte, einen Regulator, 150 Bund Kranzdärme, eine Tonne Schweinebutten, 1000 Schweinsblasen, eine Registrierkasse, eine Bohrmaschine, eine Schuhmachernähmaschine, einen Gasherd, zwei Bücherschränke, ein Koffergrammophon, eine Schnellwaage, einen Bilderschrank, zwei Oelgemalde, eine elektrische Ständerlampe, ein Ruhebett mit Decke, eine Kommode, ein Damenfahrrad. Zunker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Bekanntmachung. Die Voranschläge der Gemeinde Utphe und der Feldgemarkung Feldheim für Ri. 1931 liegen vom 22. bl» einschl. 29. April 1931 auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwendungen offen. Es ist bei dem Gemeindevoranschlag die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 2800D Utphe, den 20. April 1931. Bürgermeisterei Utphe. Der Vorsteher der Feldgemarkung Feldheim. Dietz. in jeder Rollenzahl stets billigst bei 2782 D Mäer Brandplatz. Am Montag, dem 20 April, entschlief sanft nach kurzer schwerer Krankheit meine innigstgeüebte Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Schwester. Schwägerin und Tante Frau Luise Euler geb. Kling 1. Rang (Reihe 1 und 2) 1. Rang (Reihe 3 und 4), Sperrsitz (Reihe 1 bis 11) Logenrückplatz, 1. Rang (Reihe 5 und 6), Sperrsitz (Reihe 12 bis 14) Sperrsitz (Reihe 15 bis 18), 2. Rang (Reihe 1) 2 Rang (Reihe 2 und 3) fe sfr« Malte ‘Wn »iW«. rüg« WfaSrei» ys* s W«. d>e JJJ S' fr* SS;. S’»“ die sch?" Die schar?-, c in Eng la n Jahren des oi Möglichkeiten b- englischen Dau, treidezolle m Wchtcn. Auch bie Sinengunge erster Linie an inanderen Leiden müssen. Rach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 372 210 Kasse des Stadtheaters Gießen erfolgt Uebersendung der Abonnementskarten. Die zu zahlende achte Rate beträgt für: Proszeniumsloge, Rangloge und RM. L?i«me 11 Steuern Am Mittwoch, dem 22. April 1931, abends 8 Uhr, hält Herr Ingenieur Janisch von der I. G. Farbenindustrie, Aktiengesellschaft, Ludwigshafen a. Rh., in Gießen Im Palast-Lichtspielhaus, Kirchenplatz, einen Film-Vortrag über: LEUNABENZIN (Deutsches synthetisches Benzin) und praktische Kraftftoiffragen Erstaufführung des Industriefilmes i Das Leunawerk Wir laden zu diesem Interessanten allgemein verständlichen Vortrag, der ein für jeden Kraftfahrer wichtiges Gebiet behandelt, alle Interessenten ein. Deutsche Gasolin Aktiengesellschaft Bekanntmachung. Nachtrag zur Gebührenordnung für die Benutzung der ffädfischen Kanüle in Gießen. Die Gebührenordnung für die Benutzung der städtischen Kanäle in Gießen vom 19. April 1924 wird auf Beschluß des Stadtrats vom 17. März 1931 und mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern vom 4. April 1931 zu Nr. M. d. I. 23 825 wie folgt geändert: Todesanzeige. Am 18. d. M., abends 10 Uhr, entschlief nach kurzem schweren Leiden meine Hebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter Fran Sophie Reuet geb. Winüenield im fast vollendeten 50. Lebensjahre, nach einem Leben voller Mühe und Arbeit. yefem Schmerz die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Reuel nebst Kindern. Gießen (Katharinengasse 7 I), den 2L April 1931. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 22. April, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 02329 Gießen, den 20. April 1931. Der Oberbürgermeister I. D.: Dr. Hamm. Stadltheater-Abonnement Die Einlösung des achten Abschnitt» der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, Johannes, straße 3, zu erfolgen, und zwar: Freitag, den 24. April, für die Jceitage- Abonnenten, Samstag, den 25. April, für die Diens- tags-Abonnenten Montag, den 27. April, für die Mitt- wochs-Abonnenten in der Zeit von 10 bi, 13 Uhr und von Der § 1 Abs. 1 erhält folgende Fassung: Die jährliche Gebühr beträgt = 1 Rpf. für jeden Quadratmeter arundbuchmäßigen Flächeninhalts der angeschlossenen Liegenschaften und 1,20 RM. für 1000 RM. des Brandversicherungswerts der darauf befindlichen Gebäude. § 2. Dieser Nachtrag zur Gebührenordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1931 in Diesjährige» Winter-Festkonzert Karten bei: Verkehreverein Seltersweg, Tel. 2398; Loeb, Bahnhofstraße, Tel. 4198: Challler, Neuenweg, Tel. 2871 I Garage für Kleinwagen gesucht. Schriftl. Ang mit PreiSangab. unt. 02339 a. d.Gieh. Anz. mohnhousm.tooen uud Nebengebäude tn gut. Geschäftslage Alsfelds tamMarki- vlatzi gelegen, m dem feilber der Metzger- meister Otto otnf daö Metzgerei- und Gastwirisgewerbe ausüvie. wird am Mittwoch, dem 29. 'Avril 1931. üottn. 10' z Uhr, von dem Amtsgericht AlSseid, imSttzungssaaleda- seibst, AwangSweise versteigert. 2808D Die Versteigerung findet bestimmt statt. Der fionrursoerroalter Dornfetff, Rechts- anroah. itrauß früher k. u. k. Hofballmusikdirektor mit seinem Wiener Orchester I kommt I UM Pressestimmen: Times, London: .. erzielte tosende Begeiste- rung und nicht endenwollenden Beifall ... I Daily Chron., London: ..Johann Strauß feierte in der Londoner Albert Hall Triumphe ... De Tijd, Amsterdam: - vor überfülltem Con- BÜB certgebouw... gewaltiger anhaltender Beifall... I El Sol, Madrid: . .so können nur echte Wiener, | so kann nur ein Stranß spielen .. Corr, della Sera, Mailand:.. .so vollendet hat I man hier Wiener Musik noch nicht gehört... Neues Wiener Journal, Wien: .. .Strauß ver- I stand es, das Publikum zu wahren Beifallsor- I gien hinzureißen... Schwäb. Merkur, Stuttgart: .. .die Riesenhalle I warvon7000 begeisterten Zuhörern besetzt... I Sehr gut möblierte Wohn- und Schlafzimmer an 1 oder 2 Mieter gebildeter Kreise au verm. 8u erfr. L d. Gefchsf. d.G.A. s^,, Kleineres rub. fielen. Zimmer gut möbl., an Dame od.Student au verm. Zn erfr. t. d. Geschst. deSGiest.Anz. Schön möbl. Zimmer bet d.Klinik n mu el. Licht sofort au oeim. Zu erfr. t. d. Geschst. des Giefi. An,. w>, | Mietgesucne | Ltudienrefcrensnr entgeltlich.3immer Gegenleistg.: Erteil, u. Privatstd. lhauvi- fächl inEngl.Franz , Deutsch', ©i.r. Ang. u.2796l)a.d. Gfi.Ana. | $tellenangebote| CeMMtn kann ettureten. Lm« Papierhandlung Jung Suche ver sof. ord, anständfges 02316 Mädchen nicht unier 18 Jabr. mit nur gut. Leugn, u. Empfehl. Zu erfr. in d. Geschst. d. G. A |Stellengesuche[ xflojtiQ.maoffien o. Lande, das auch koch, kann, suchtStell. bis »um 1. Mat 31. 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Des großen Erfolges wegen und um auch den Minderbemittelten, Kleinrentnern und Erwerbslosen Gelegenheit zu geben, diesen lustigen Tonfilmschwank aus der Vorkriegszeit W1931 Rh 1 1 F,rb'n. ^eln.. ENZin hohes r 1 -MhS; 'W'ühne,, Werk ass** [eselkdiah lWarik aus der 3B die Einsendung der erfolgen hat. i-t. städtischen Kanäle ' städtischen Kanäle in B de- Ltadtrats vom i Ministers des Innern geändert: ir jeden Quadratmeter neu Liegenschaften und lerts der daraus besind-- it Wirkung vom 1. April Hamm. mche 'm Hessen Gehöfte insgesamt davon (5p. 3) neu 4 SSL termin: JL Gad>!°^' Sei*“." 13»»"* h Se'” . Ml«" ,„»■*** Nr. 92 Zweites Statt Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)Dienstag, 2t. April (931 Freihandel und Getreidezötte. Eine Rückschau. Don Prof. Or. Kurt Ritter, Berlin. Bei den Reichstagsberatungen über die in der deutschen Agrarpolitik eibzuschlagenden Wege hat wiederum der Hinweis eine große Rolle gespielt, daß die deutsche Landwirtschaft sich in erster Linie aus die Hervorbringung hochwertiger Produkte einst ellen solle; es entspreche nicht den wirtschaftlichen Voraussetzungen der Gegenwart, bei der Entscheidung über die Zweckmäßigkeit des Zollschutzes das Getreide maßgebend sein zu lassen. Die Agrarpolitik müsse darauf Rücksicht nehmen, daß die Landwirtschaft nur ein Teil der deutschen Volkswirtschaft ist und daß Getreidezölle die Lebenshaltungskosten verteuern*und damit die Exportfähigkeit der Industrie stark beeinträchtigen. Viele, die diese Argumentation in den Rachkriegsjahren vertreten, sind offenbar der Meinung, daß es sich dabei um ganz neue Einsichten handle. Sonst würde man beiläufig nicht immer wieder sagen, daß gerade die gesamte Wirtschaftsentwicklung der Rachkriegszeit neue Wege auf dem Gebiete der Handelspolitik verlange. Tatsächlich sind dies aber Argumente, die schon viele Jahrzehnte alt sind. Die schärfste Formulierung haben sie erstmalig in England gesunden, als in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Absatzmöglichkeiten der Industrie zurückgingen und die englischen Daumwvllindustriellen dafür die Getreidezölle im eigenen Lande verantwortlich machten. Auch damals erkannte man nicht, daß die Einengungen des industriellen Exports in erster Linie aus die Jndustralisverung inanderenTeilenderWelt zurückgesührt werden müssen. Schon im Jahre 1820 hatten sich Londoner Kaufleute mit der Bitte an das englische Parlament gewandt, durch den Abschluß von Handelsverträgen den Export zu erleichtern und dieser- halb auch die englischen Zölle herabzusetzen. Diese Bemühungen hatten einige Erfolge, unter denen in erster Linie die Einführung der gleitenden Getreidezollskala im Jahre 1828 zu nennen ist. Aber in Fluß kam die Freihandelsbewegung in England erst, als Richard C o b d e n und John Bright 1839 die Anti-Corn- Law-League gründeten. Run gelangte die Manchesterlehre zur Blüte, welche als einseitig zugespihte Freihandelslehre zu bezeichnen ist. Ihren Bemühungen ist es zuzuschreiben, daß England 1846 den Beschluß faßte, die Getreide- zölle zu beseitigen, und in der Folgezeit ganz zum Freihandel überging. Seit dieser Zeit gehören die Argumente der Manchesterschule zum eisernen Inventar der Ge- treidezollgegener: werden die Lebensmittelzölle beseitigt, so wird damit das Preisniveau gesenkt und der Export vergrößert. Die Erleichterung der Lebens.n tteleinfuhr bedeutet aber fernerhin, daß diejenigen Länder, welche Agrarprodukte im Lieberschuß erzeugen, nun für diese größere Absatzmöglichkeiten erhalten und demzufolge wiederum stärkere Käufer industrieller Produkte werden, so daß auch von dieser Seite her die heimische Industrie durch die Beseitigung der Lebensmittelzölle begünstigt wird. Das bringt auch den Arbeitern eine erweiterte Betätigungsmöglichkeit. Cobden und seine Anhänger sagten dann schließlich, daß auch die Landwirtschaft durch die Beseitigung der Kornzölle Kreuzweg der Liebe. 1 Roman von Paul Grobem Urheberrechtsschuh: Romandienst „Digo", Berlin W 30. Nachdruck verboten! (Schluß.) Run blätterte er mit fliegenden Händen. Hier waren die Korrespondenzen mit der Dank. Der erste Blick genügte. Alle Zahlungen kamen im Auftrage Lirsulas. Kein Zweifel — sie war die Besitzerin der Klinik, und Fräulein von Rommertz nur vorgeschoben. Wigand klappte das Register zu und stützte sich schwer auf den Tisch. Seine Gedanken flogen zurück, in jene Stunde, wo Ursula ihn zu bestimmen gewußt hatte, die Position hier anzu- nehmen. Er vergegenwärtigte sich jedes Wort, dos sie gesprochen. Sie hatte damals so getan, als ob sie nur im Interesse der Freundin, oder doch hauptsächlich deswegen, ihn gewinnen möchte — aber nun lag es hac zutage: nicht um der Freundin willen, seinetwillen war es geschehen. Sie hatte ihm eine Existenz schaffen wollen — darum diese ganze Komödie! Eine heiße Röte schoß plötzlich in Wigands Antlitz. Er, der nie im Leben eines Menschen । Hilfe nachgesucht, hatte — ohne daß er es wußte, I freilich — Unterstützung empfangen, Almosen! Und zu der Scham gesellte sich auflodernd der Zorn: Wie durfte sie das wagen? Gerade sie! ! Wieder durchzuckte ihn ein Gedanke: Weil sie sich schuldbeladen gegen ihn fühlte. Mit Geld hatte sie ihre Seele freizukaufen und ihn abzu- sinden gesucht! Schwer sank er in den Stuhl zurück. Minutenlang sah er regungslos. Run hieß es also wieder von neuem beginnen. Ja, nicht einmal die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen, bot sich chm jetzt, nachdem er seine Meldung zurückgezogen hatte. Was also nun? Aber ganz gleich was, jetzt hieß es nur hier ein Ende machen — ihr das Almosen vor die Füße werfen, das sie gewagt hatte, ihm zu reichen. Mit einem Ruck erhob sich Wigand, stellte das Driesregister wieder an seinen Platz und ging hinüber in sein Zimmer. Schwer ging dort am Schreibtisch seine Feder über das Papier hin. Dann klingelte er. Die Schwester du jour erschien. „Schwester Martha, hier der Brief muß sofort an Frau Drenck." „Gewiß. Herr Doktor. Ich sende ihn gleich I mit dem Hausburschen hin." So war Wigand wieder allein. Aber es litt ihn nicht in dem engen Raum. Er zog sich an und ging aus dem Haus, „Herr Doktor ist noch nicht drinnen." Das gerade vorübergehende Hausmädchen be- nicht benachteiligt würde, weil durch Steigerung der Kaufkraft der industriell tätigen Bevölkerung die Rachfrage nach hochwertigen Agrarprodukten wächst und deren besserer Absatz dann einen Ausgleich für den Fortfall der Kornzölle bietet. Diese Argumentation hat in Deutschland und anderen Ländern auch schon in den achtziger und neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts beim Kampf um die Agrarzölle eine große Rolle gespielt. Wer in den Veröffentlichungen der damaligen Zeit nachliest, findet, daß den deutschen Landwirten immer wieder die Llmstellung aus hochwertige Produkte empfohlen wurde. Auch Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wyrde das alte Argument wieder hervorgeholt. Lind jetzt findet es nun ebenfalls wieder eifrig Anwendung! Originell also der Vorschlag, der der deutschen Landwirtschaft gemacht wird, wirklich nicht! Aber das sachliche Urteil über ihn hängt ja nicht von seiner Originalität ab, sondern davon, ob er zweckmäßig erscheint. Darf man — das ist die erste Frage — aus dem englischen Vorgehen Rückschlüsse auf Deutschland ziehen? Das ist schon deshalb völlig unmöglich, weil die englische Agrarvcr assung mit dem Vorherrschen des Pachtverhältnisses grnnz andere Voraussetzungen für die W'rtschaftspolitik bietet. Ferner können die andersartigen natürlichen Voraussetzungen Britanniens mit seinem feuchten Klima und die besonderen wirtschaftlichen Vorbedingungen, die es zum ersten Industrieland der Welt gemacht haben, nicht unberücksichtigt bleiben. Sodann ist zu beachten, daß die Physiognomie der Landwirtschaft der Welt sich stark geändert hat. Vor hundert Jahren spielten unter den Agrarerzeugnissen im internationalen Handel nur Weizen und Baumwolle eine nennenswerte Rolle. Heutzutage aber ist die Zahl der weltwirtschaftlich wichtig gewordenen Agrarprodukte stark gewachsen. Gerade auch bei den hochwertigen Produkten nimmt der internationale Wettbewerb von Jahr zu Jahr zu. Und sodann: wohin sollten all die hochwertigen Erzeugnisse a b g e s e h t werden, wenn sich die ganze deutsche Landwirtschaft in erster Linie auf ihre Produktion einstellte? Dann würde nämlich die Produktion weit über den Bedarf hinausgehen. So richtig es also auch ist, wenn man danach strebt, die Hervorbringung von Edelprodukten in der deutschen Landwirtschaft auszudehnen, um die Einsuhrnotwendigkeiten zu verringern, so ist es doch falsch, wenn man bei diesen lÄmühungen über das Ziel hinausschießt und bei der Agrarpolitik in einseitiger Weise nur ein paar Agrarzweige berücksichtigen will. Das Vorbild Englands, das auf diese Weise seinen Getreidebau vernichtet hat, warnt. Trotz des Freihandels besitzt England jetzt nicht mehr die industriellen Exportmöglichkeiten wie einst! Die Begeisterung für den Freihandel, der in England schon Anjang des 20. Jahrhunderts mit der Bewegung zum Greater Britain wachsende Gegnerschaft fand, ist daher auch dort immer mehr in der Abnahme begriffen. Am die Stillegung von Wölfersheim. Eine Kundgebung der oberhessischen Landgemeinden. Der Vorstand des Provinzialverbandes O be r hes sen des H ess i schen L a n d- gemeindetags befaßte sich in seiner gestrigen Sitzung in Gießen eingehend mit der Frage des künftigen Schicksals des Lleberland- werks Ober Hessen in Verbindung mit der angekündigten Stillegung des Wölfersheimer Schwelkraftwerks. Rach der Aussprache faßte man einmütig folgende Entschließung: „Der Vorstand des Provinzialoerbandes Ober- Hessen des Hessischen Landgemeindctages als die berufene Vertretung der oberhessischen Gemeinden verfolgt mit schwerer Sorge die Entwicklung auf dem Gebiete der Eleltrizitäts- wirtschaft hinsichtlich des künftigen Schicksals des lleberlandwerks Oberhessen. Die oberhefsischen Gemeinden erachten die Aufrechterhaltung der kommunalen Selbständigkeit des lleberlandwerks Oberhessen als eine Lebensnotwendigkeit für die Interessen der Dcmohner der Provinz auf dem wichtigen Wirtschaftsgebiet der Stromversorgung. Es muß davor gewarnt werden, die Stromversorgung vollständig in die Hände eines großen Elektrizitätskonzerns zu legen, der alsdann die Stromverteilung in Oberhessen bis zur letzten Lampe diktieren wird. Die Provinz Oberhessen darf unter keinen Umständen auf i h r Ueberlandwerk verzichten, lediglich um einen anderen Betrieb, der nicht rentabel ist, aufrechtzuerhalten. Die oberhefsischen Gemeinden haben ihre Stromlieferungsverträge mit der Provinz Oberhessen abgeschlossen und nicht mit einer Preußischen Elektrizitätsgesellschaft, die an Oberhessen nur ganz geringes Interesse hat. Sie müssen deshalb verlangen, daß die Provinz unter keinen llmstäuden ihren Einfluß auf die Stromversorgung der ober- hessischen Gemeinden aufgibt. Der Vorstand des Oberhefsischen Landgemeinde- tages spricht die Erwartung aus, daß sich die maßgebenden Organe der Provinzialoerwaltung bei ihren Entschließungen in einer so schwerwiegenden Frage nur von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten unter Ausschluß aller parteipolitischen Erwägungen leiten lassen." In der Aussprache ergab sich die bemerkenswerte Feststellung, daß von der gesamten Belegschaft des Wölfershnmer Werkes ein großer Teil aus nichthessischen Arbeitern und sogar zum Teil aus Ausländern besteht. Ferner wurde darauf hingewiesen, daß bei früheren Stillegungen größerer oberhessischer Betriebe, wie z. B. Bamag-Meguin in Butzbach, Buderus in Hirzenhain, Brauneisensteingrube in Ober-Roßbach, Grube Friedrich in Trais-Horlosf, Erwägungen, wie sie im Falle Wölfersheim zu Gunsten eines Verkaufs des Lieberlandwerks angestellt werden, nicht geltend gemacht worden sind. Außerdem wurde die Befürchtung ausgesprochen, daß bei einem Lleber- gang des Lieberlandwerks Oberhessen an die Preuhen-Elertra dieser Konzern im Laufe der Zeit die einheimischen oberhessischen Arbeitskräfte durch Arbeiter aus seinem Gebiet ersetzen werde. merkte es zu der stellvertretenden Oberin, Frau Drenck, die sie an die Tür zu Wigands Sprechzimmer klopfen sah. Es war acht Li.hr morgens, wo dieser sonst immer gerade in die Klinik zu kommen pflegte. Auch Lirsula war eben erst ins Haus getreten und hatte nur schnell in Beates Zimmer abgelegt. „Es ist gut", dankte sie dem Mädchen und trat in den Raum ein. Sie mußte ihn sprechen, ehe er noch mit einem andern hier ein Wort gewechselt, das vielleicht alles zu spät machte. Trotz ihrer Entschlossenheit trat ihr Fuß doch zaudernd über die Schwelle. Eine bange Scheu legte sich ihr beklemmend ums Herz. Daß sie hier so eindrang! — Was würde er von ihr denken? Wie würde er aufnehmen, was sie ihm sagen wollte? Heute nacht, wo sie sich in schweren Kämpfen diesen Entschluß abgerungen hatte, war ihr in der erregten Stimmung alles so klar, so überzeugend erschienen. Aber nun, wo sie ihr Vorhaben im nüchternen Licht des Alltags betrachtete, kam es ihr so unmöglich vor. Lind in tiefstem Zagen stand sie nun hier. Während sie beklommen auf jeden Tritt draußen lauschte, drängte alles noch einmal auf sie ein, was sie seit gestern bestürmt hatte. Immer wieder hatten ihr seine Worte vom Morgen im Ohr geklungen: „Die Frau, die ich haben möchte, werde ich nie haben." Lind dazu sein Blick, der in ihrem Herzen brannte! Sie wußte es nun: Er liebte sie unverändert wie ehedem — wie damals in der längst entschwundenen seligen Jugendzeit, wie später in jenen Leidenstagen am Genfer See, wo sie seine noch einmal emporlodernde Liebe so selig und unselig gemacht hatte. Lind abermals fiel ihr jetzt ihr Schein ins Herz — zum letzten Male, kein loderndes Flammen mehr, nur ein letztes blasses Aufleuchten noch, dem bald das Erlöschen folgen würde. Sie hätte in Tränen zerfließen mögen, so traurig war ihr ums Herz. Roch einmal sah sie den Stern ihres Glückes aufschimmern, mit zuckenden Händen hätte sie nach ihm greifen mögen; aber sie stand starr mit ineinandergekrampften Händen: Sie durfte ja nicht ihr Schwur an Freds Sterbelager! 3n diesen Stunden der Qual hatte sie Jörg Wigands Brief erreicht. Wie ein Geißelhieb traf sie, was er ihr schrieb: „Sehr geehrte Frau Drenck! Ein Zufall hat mich soeben belehrt, welches Spiel Sie sich mit mir erlaubt haben, daß Sie wähnten, eine Herzensschuld mit Geld aufwiegen zu können! Ich kann zu Ihrer Entschuldigung nur annehmen, daß Sie nicht fähig sind, zu ermesien, was Sie mir damit antalen, als Sie mich mein Leben von Ihrer Gnade fristen ließen. Ich würde selbstverständlich auf der Stelle die Klinik verlassen, wenn mich nicht die Pflicht gegen meine Patienten hinderte, einfach davonzulaufen. So bleibe ich denn notgedrungen, bis ich einen geeigneten Vertreter beschafft habe, was in wenigen Tagen geschehen sein wird. Ich darf aber wohl erwarten, daß Sie so viel Rücksicht auf mich nehmen werden, daß Sie mir Ihren Anblick in diesen Tagen ersparen. Ich kann die geschäftlichen Angelegenheiten ohne jeden Schaden für Ihr Unternehmen mit Schwester Martha und der Sekretärin erledigen. Iörg Wigand." In unaussprechlicher Qual hatte LIrsulas Herz gezuckt: Das konnte er von ihr denken. — so ihr Werk hilfsbereiter Freundschaft auffassen? Sein Leben hatte sie neu aufrichten wollen, und nun hatte sie es zertrümmert. Run würde er sich hinaustreiben lassen in den Strom der Welt und irgendwo zerschellen. Durch sie — wieder um ihretwillen! Für das Gute, das sie hatte säen wollen, hatte sie Verderben geerntet — seine Liebe hatte sich nun in Haß gewandelt. Rein, nein! In einem Aufruhr bäumte sich alles in ihr dagegen auf. Es sollte, Surfte nicht sein! Warum sollte er zugrunde gehen und sie? Warum sollte sie das erlösende Wort nicht sprechen, das ihm den furchtbaren Irrtum benahm, das ihm ihr Herz zeigte, wie es sich wand in Sehnen nach ihm? Warum nicht? Du blasser Schatten, der du auftauchst aus schwarzer Gruft, willst du es wehren? Was starrst du mich so drohend, fordernd an? Hab' ich dir nicht genug gegeben — meine Iugend, meine unwiederbringlich - verlorene Iugend, an deiner Seite vertrauert in unsäglicher Pein. Hab' ich damit nicht gesühnt, was ich an Leid über dich gebracht, ohne es zu wollen? - Oder meinst du, ich sei gebunden durch mein Gelübde, das ich in einem Augenblick der Verzweiflung tat? Wars's nicht aus freien Stücken, daß ich's gab? Was^ hindert mich also, es zu widerrufen? Rein, du sollst mich nicht mehr schrecken und mir den Willen lähmen! Ich will nicht —, hörst du? Ich will nicyt! Ich will nicht mehr in sklavischer Furcht, sobald du Schatten mir erscheinst, mich angstvoll ducken und alles Sehnen und Hoffen wieder verjagen — nein, ich stehe aufrecht und sehe dir ins Auge. -Untere Rechnung ist ausgeglichen. Frei jeder Verpflichtung gegen dich! — Frei bin ich, will meinen Anteil an Leben und Glück, und du wirst mich nicht hindern! So hatte es Ursulas Seele, sich emporraffend im Selbsterhaltungstrieb, hinausgeschrien in dieser Rächt — in einem Freiheitstaumel. Der Schrecken vor Freds Schatten war gewichen in diesem Sturm neu erwachenden Lebens; auch jetzt in der Stunde der Entscheidung trat er nicht mehr ängstigend vor ihre Seele. Und doch war ihre Brust so eingeschnürt — die zage Scheu des liebenden Weibes, das vor dem Manne den Schleier von ihrer Seele ziehen will. Da — jetzt draußen Schritte, Worte — seine Stimme! Ursula fuhr sich mit der Hand zum Herzen. Die Tür ging auf. Wigand trat ein. turnen, Sport und Spiel. VsB.-Gießen. VfB. (Liga) — Spv. Offenbach 1902 (Liga) 3:1. Das Freundschaftsspiel der Grünweißen gegen die Offenbacher, das viele Zuschauer nach dem Wald- sportplatz gelockt hatte, sah zwei gleichwertige Gegner im Feld. In Spielanlage, in Ballbehandlung und Kombination war keine der Mannschaften der anderen wesentliches voraus, jedoch gingen die VfB.er mit durchwea etwas mehr Elan an den Ball und konnten so stets eine leichte Feldüberlegenheit erzielen. Aus der Mannschaft des Gegners ragte eigentlich niemand besonders hervor; der Tormann war zuverlässig die Verteidigung bemühte sich nach Kräften, das Zuspiel der Läuferreihe zum Sturm ließ bei den Gästen immer ein klein wenig zu wünschen übrig, aber trotzdem entwickelte sich ein spannendes Spiel, das die VfB.er auf Grund ihres größeren Eifers verdient gewannen. Der Spielverlauf brachte während der ersten Viertelstunde eine deutliche Ueberlegenheit der Hiesigen, die Offenbacher kamen nur zu gelegentlich.n Durchbrüchen aus ihrer Spielhälfte und mußten bereits in der 15. Minute den Grünweißen (nachdem schön zuvor ein Schuß hart an die Latte ging) den ouhrungstreffer übeilafien. Haupt hatte sich energisch eingesetzt und den Treffer erzielt. In'der 40. Minute fiel das zweite Tor (durch Feldmann) nachdem kurz vorher der Schiedsrichter ein Tor als un- flültia erklärte. Mit 2:0 für VfB. wurden die Seiten gewechselt. Während der zweiten Spielhälfte schoben sich die Gäste etwas mehr in den Vordergrund und hielten das Spiel offen, da die VfB.er leicht nachließen. Trotzdem war der Torwart des Gegner immer etwas mehr beschäftigt, da sich die Gießener vor dem Tor entschlossener zeigten. Einige sichere Torgelegenheiten der Hiesigen blieben dabei unaus- genützt, der Ball ging entweder daneben oder hoch darüber. Die Offenbacher vermochten sich jedoch vor dem Tor noch weniger durchzufetzen, denn die Verteidigung (Henrichs, Bingel) war sehr auf dem Posten. Das einzige Tor der Gäste resultierte denn auch aus einem Elfmeter, den der Torhüter trat und der von Balser nicht gehalten werden konnte. Gegen Schluß arbeiteten die VfB.er wieder eine Ueberlegenheit heraus und schließlich verwandelte Lehrmund kurz vor dem Schlußpfiff eine saubere Flanke durch Kopfball. Die Entscheidungen des «Schiedsrichters wurden von Seiten des Publikums und der Spieler nicht immer widerspruchslos hingenommen. 1900 (Ligareserve) — $(L Daubringen I 2:1. Aus dem Walds Piel platz wurde am Sonntagvormittag das zweite Spiel der Sonderrunde um die Spitze der 1. Gauklafse ausgetragen. Die Dl u- weißen traten in einer gegen den Vorsonntag gänzlich veränderten Ausstellung an. Man hatte verschiedene Spieler aus der 3. und 4. Mannschaft hinzugezogen, die ein wesentlich besseres Spiel lieferten, als es gegen die Ligareserve des VfB. gezeigt wurde. Der Kampf wurde reichlich hart durchgeführt, überschritt zu Zeiten, hauptsächlich •gegen das Ende der zweiten Halbzeit, als die Daubringer auf den Ausgleich drängten, die Grenzen des Erlaubten. Zur Halbzeit führten die Gäste mit 1:0; sie erwiesen sich während der ersten Halbzeit auch als die Besseren und brachten manchen gefährlichen Angriff vor des 'Gegners Tor. Rach dem Wechsel drehten jedoch die D'au- weißen etwas mehr auf, schufen eine Feldüberlegenheit, die schließlich in zwei Treffern ihren Ausdruck fand. Der Sturm der Hiesigen hakte allerdings schwere Arbeit, denn die schlagsichere Ein Erschrecken, dann ein ausflammender Zornesblick — also sie doch hier, trotz seiner Bitte! Sofort griff seine Hand wieder zur Tür. „Rur ein Wort — Sie muffen mich hören!" Ein kurzes Schwanken, dann die harte Antwort. „Sprechen Sie!" ^Sie tun mir unrecht." Lirsula preßte die Hände krampfhaft ineinander. „Zwar haben Fräulein von Rommertz und ich Ihnen den Sachverhalt geheim gehalten — aber nur fürs erste! Später — zu geeigneter Gelegenheit sollten Sie natürlich alles erfahren. Wie konnten Sie mir nur solch Motiv unterschieben? Im Wunsche, Ihnen als Freundin die Wege ebnen zu können ..." „Reichten Sie mir das Almosen hin!" Mit auf- flammendem Blick schleuderte er es ihr ins Gesicht. Lirsula wurde bleich, ein letzter Kampf, dann kam es von ihren Lippen: „Sie glauben, ich fühle mich schuldig Ihnen gegenüber, weil — weil ich Ihnen seinerzeit ein Gefühl für Sie vorgetäuscht, das ich nie besessen?" „Muh ich es nicht glauben, wo alles für Sie vergessen ist, was einst zwischen uns war?" „Wer sagt Ihnen das?" „Ihr ganzes Verhalten, Ihre kühle Gemessen- heit mir gegenüber; Ihr Entschluß, Diakonisse zu werden; Ihr Gelübde, nicht wieder zu heiraten!" Eine Stille, ihr Herz schlug ihr bis in den Hals hinauf; dann klang ihre Frage: „Wollen Sie wißen, warum ich dies Gelübde tat?" „Run?" „Weil ich in Freds Sterbestunde mich einer Gedankensünde schuldig gemacht — weil ich mich mit meinem geheimen Sehnen zu einem andern Mann geflüchtet hatte." „Lirsula!" Er riß ihre Hände an sich, ihre zitternden, eiskallen Hände. „Zu mir?" Sie neigte nur stumm ihr Haupt. „O — du!" Im nächsten Moment hatte er sie an seine Brust gerissen, und seine Lippen tranken die Tränen von ihren Wimpern. „Lind nun — Lirsula, dies Gelübde?" „Ich hab' es widerrufen, heute nacht!" Zum erstenmal glänzten ihn wieder die dunklen Augen an im alten, strahlenden Leuchten, und fest umschlangen ihre Arme seinen Hals. Sie ließ ihn nun nicht mehr — nie! So verharrten sie lange, in der Seligkeit des Wiederfindens. Dann nahm Wigand die geliebte Frau mit sanfter Zärtlichkeit schützend an seine Brust, und sprach mit einer Stimme, in der es leise nachllang von allem Weh: „Wir sind lange irregegangen, Lirsula, und die beste Zeit unseres Lebens hat uns dieses Irren gekostet: Llnsere verlorene Iugend. Aber" — und innig drückte er sie an sich — „Höheres ist uns wiedergewonnen: unsere Liebe. Lind die bleibt nun uns — immerdar!" e" Verteidigung des Gegners war nicht leicht zu überwinden. Der Tormann war ebenfalls gut Die beiden Tore für 1900 waren aber kaum zu halten. De in icke (Aßlar) amtierte korrekt, lieh sich jedoch gegen Ende des Kampfes die Zügel entgleiten. Schiedsrichter Gießen — Schiedsrichter Grünberg 4:2. Dor dem Ligaspiel trugen die Schiedsrichter der Gruppe Giehen gegen diejenigen der Untergruppe Grünberg ein Fuhballspiel aus, das belehrenden Zwecken diente. Der spannende Kamps endet« 4:2 für die Pfeifenleute aus Gießen. Da der weitaus größte Teil der Mannschaften ehemalige Fußballer waren, wurde das langsame Tempo durch das ncch vorhandene Können wieder wetigemacht. Die Zuschauer zeigten für dieses Spiel lebhaftes Interesse. VfB. III — Tv. wleseck I 7:0. Die Turner aus Wieseck trafen am vergangenen Sonntag auf die sich in glänzender Form befindliche „Dritte" des DsD. und mußten sich hoch geschlagen bekennen. Die Dritte hat damit die Niederlagen der Ligareserve wieder wett gemacht. Die Turner, die übrigens mit einigen Ersatzleuten antreten mußten, konnten trotz größten Eifers nicht zu Erfolgen kommen. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 I — l.üompanie 3.-R. 15 I 3:10. Es scheint den 1900cm gegen die Reichswehr- Mannschaften nichts Rechtes mehr -gelingen zu wollen. Wenn die Spielvereinigungsleute auch mit ersatzgeschwächter Elf antraten, so wurde doch eine Niederlage in dieser Höhe nicht vermutet. Sie ist zwar — an dem Spielverlauf gemeßen — etwas zu hoch ausgefallen, doch liegt deshalb kein Grund vor, sie zu beschönigen. Es war kein Mannschaktsteil richtig auf dem Damm: vor allem war der Ersatz-Torwart nie im Bilde und der Innensturm ließ jedwede Wurfsicherheit vermissen. Rationelles Abspvel sah man auch sehr selten. Hierin war der Gegner, von kleinen Mißverständnissen abgesehen, weit voraus, auch waren die Soldaten viel schneller am Ball. Kurzum, ihre ganze Spielweise war reifer. Dci Seitenwechsel lagen sie bereits 4:1 in Führung. Der schnelle und auch technisch gut arbeitende Kompaniesturm brachte dann noch sechs weitere Erfolge an. Dei den Platzbcsihern war dies den beiden Außenstürmern nur je einmal vergönnt. Das abwechslungsreiche und stets fair durchgeführte Spiel stand unter der Leitung von Ientzsch (DsD. Gießen). Oie deutsche Vertretung für Holland. Gegen Holland spielt der Deutsche Fußball-Bund mit der folgenden Elf: Kreß (Frankfurt), Schröder (Köln), Weber (Kassel): Kauer (Berlin), Münzen- berg (Aachen). Knöpfle (FSV. Frankfurt): AUbrecht (Düsseldorf), Lachner (München), Schlösser, R. Hofmann, Müller (alle Dresdner SE.). * B e i der Vorrunde um die Deutsche Handballmeisterschaft blieben alle Vertreter Süddeutschlands siegreich. Darmstadt 98 schlug die Siegener Sportfreunde mit 8:3, die Spvg. Fürth gewann in Barmen gegen Tura mit 10:7, der Süddeutsche Damenmeister Eintracht Frankfurt war in Leipzig über Fortuna 4:2 erfolgreich. Zwei Handball-Stadtespiele Darmstadts. Gegen München und Nürnberg. Der Gau München hat die Darmstädter Hand- ball-Städtemannschaft für ein Spiel gegen die Münchener Städtemannschaft am 9. Mai eingeladen. Die Darmstädter haben sich prinzipiell einverstanden erklärt und werden auf der Heimfahrt am 10. Mai ein Spiel in Nürnberg austragen. Pijnenburg (Holland), der erfolgreiche Sechstagesahrer tourOe für die amerikanischen Sechstagerennen der nächsten Saison verpflichtet. Griechenland ging am ersten Tage des Davispokalspieles gegen Oesterreich durch einen Sieg Zerlendis über Artens 1:0 in Führung. Eine Taunusbäderfahrt veranstaltet der Gau 3a des ADAC, am 25. und 26. April von Hanau, Frankfurt oder Mainz aus. Waldlausmeifterschasien der Smppe Ließen. Dci wenig freundlichem Aprilwetter wurden am Sonntagnachmittag auf dem Svortplatz der Spie^ Vereinigung 1900 an der Liebigshöhe die Früh- jahrswaldlaufmeifterschaften durchgeführt. Die ^Beteiligung war gut. Das Hauptkontingent der Läufer und Läuferinnen stellten naturgemäß die hiesigen CBereinc DfD. und 1900 Gießen. Die Kümpfe nahmen einen harmonischen Verlauf. Die Leitung lag in den Händen des Gauathletik-Sachbearbeiters A. Hoffmann, um die reibungslose Durchführung machten sich die Herren R i ch t b e r g und Schmidt verdient. Etwa 200 Zuschauer hatten sich trotz der kühlen Witterung eingesunden und verfo'gten Start und Ziellauf mit aller Aufmerksamkeit. Gegen 15 Llhr fiel der erste Startschuß, der die ö-Iugend zum Lauf über 1,5 Kilometer entließ. An diesem Wettbewerb nahmen außer den Gießenern auch einige Iugendliche aus Großen- Duseck und aus Flensungen teil. Als erster qualifizierte, sich der BfBcr Goldschmidt in der Zeit von 5:12.9 Minuten. Der Mannschaftssieg fiel ebenfalls den VfDem zu. Lieber die gleiche Strecke starteten auch erstmalig die Damen. An hiesem Laufe nahm der VfL. Wetzlar mit fünf Läuferinnen teil, deren eine, Fräulein Kuhl als erste das Ziel in der Zeit von 6:06,8 Minuten passierte. Die drei nächsten Plätze fielen den Damen von 1900 und damit der 1. Mannschaftssieg zu. Die Käuferinnen kehrten in erfreulicher Frische wieder und lieferten sich zum Teil einen schonen Endkampf. Im Lauf der A-3ugen6 über drei Kilometer, an dem vier Mann aus Butzbach, vier 1900er und zwei VfBer teilnahmen. setzte sichBaum- ftieger (1900) mit 110 Meter Dorsprung an die Spitze und zeigte dabei noch einen glänzenden Endspurt. Anerkennenswert i{t die Zeit von 12:00,4 Minuten. Ein starkes Feld stellte sich dem Starter für den Lauf der Aktiven B (Strecke fünf Kilometer). Die beiden hiesigen Vereine, aus denen sich die Läufer rekrutierten, stellten je zwei Mannschaften. Als erster ging Reitz (VfB.) in der Zeit von 19:14,7 Minuten durchs Ziel. In großem Abstand erst folgte Koch (1900 Gießen), schließlich wieder zwei VfBer, die dann auch den Mannschaftssieg sicherstellen konnten. Für den Zehn-Kilometcr-Lauf (die Strecke war ihrer Länge nach genau abgesteckt, da der Sieger aus diesem Lauf für die Kämpfe um die Westdeutsche Meisterschaft gemeldet wird) hatten fünf Läufer gemeldet. Die Spiclverünigung war mit vier Mann vertreten. Als erklärter und sicherer Favorit galt der Marathonläufer Gerhardt, der zusammen mit Peters I. bereits mit zwanzig Meter Vorsprung nach drei Bahnrunden den Platz verließ und schließlich auch als erster, mit über einer Runde Vorsprung vor Peters als Sieger durch das Ziel ging. In größeren Abständen folgten 3 u n g (1900) Hammesfähr (VfB.) und schließlich Beck. Den Schluß bildete ein Propagandalauf der Schiedsrichter von Gießen und Grünberg, die bei großer Beteiligung auf die 1500-Metrrstrecke gingen. Die Ergebnisse: Aktive A: L. Gerhardt (1900) 38:42,0; 2. Peters i. (1900) 39:32,5; 3. Iung (1900) 42:20,0; 4. Hammesfähr (VfB.); 5. Deck (1900). Mannschaft: 1. 1900, 6 Punkte. Aktive B: 1. Reitz (VfB.) 19:14,7; 2. G. Koch (1900) 14:42 6: 3. Iäger (VfB.): 4. Otto Schneider (VfB.): 5. Linsemann (1900): 6. Günther (1900). Mannschaft: 1. VfB. 8 Punkte: 2. 1900 I. Mannschaft 13 Punkte, 1900 II. Mannschaft 24 Punkte. 3 ugend A: L. Daumstieger (1900) 12:00,4; 2. Mooh (1900) 12:22,5: 3. Melior (VfR. Butzbach) 12:25,5; 4. Wörenkämper (1900). Mannschaft. 1. 1900, 6 Punkte: 2. VfR. Butzbach, 15 Punkte. Iugend B: 1. Goldschmidt (DfD.) 5:12,9; 2. Radon (DfD.) 5:12,2; 3. Theis (Flensungen) 5:18,0; «4. Happ (DfD.). M annschaft: 1. DfD. 9 Punkte; 2. 1900 15 Punkte. Damen: 1. Kuhl (DsL. W?h'ar) 6:06,8; 2. G. Hublih (1900) 6:08,6 ; 3. E. Richtberg (1900) 6:13,0; 4. Lösch (1900). Ma.mschaft: 1. 1900, 9 Punkte; 2. DsL. Wetzlar, 18 P.; DfD. Gießen, 18 Punkte. Wirischast. • Der Eisenerzbergbau im März. Lieber die Lage des Eisenerzbergbaues im März wird berichtet: Siegerland: Bei den (Sieger- länder Gruben bewegte sich die arbeitsiägliche Förderung sowie der Absatz auf der Höhe des Dormonats. Eine weitere Grube wurde endgültig stillgelegt. Im Anschluß an die durch Schiedsspruch erfolgte Lohnermätzigung der Bergarbeiter wurde der Eisensteinverkaufspreis um 60 Pfennig je Tonne Rost und 40 Pfennig je Tonne Rohspat mit Wirkung ab 1. März herabgesetzt. — Lahn-Dillgebiet einschließlich Oberhessen: Nachdem die Weitergewährung der Staatshilfe zunächst gesichert ist, sind Verhandlungen mit den Crzabnehmern im Gange, die den Zweck haben, den Gruben den für ihre Existenz unbedingt erforderlichen Mindestabsatz an Erzen zu sichern. Eine Aenderung gegenüber dem Vormonat ist nicht zu verzeichnen. Frankfurter Börse. Fra nkfurt a. M., 21. April. Tendenz: unsicher. Die fortschreitende Erleichterung am Geldmarkt und die eingetretene feste Haltung zum Schluß der gestrigen Neuyorker Börse, ließ die Börse zum amtlichen Beginn nach den Abschwächungen an der Abendbörse zunächst etwas freundlicher eröffnen, zumal auch die Spekulation einige Rückdeckungen Dorg-mommen hatte. Später wurde die Stimmung wieder recht unsicher, da die Londoner Börse in schwacher Haltung eröffnet haben soll und auch die widersprechenden Meldungen über den Stand der Kunstseideverhandlungen eine Llnsicherh it her- vorriefen, so daß die Spekulation im Verlaufe zu Realisationen schritt. Bei sehr geringen Llmsätzen ergaben sich überwiegend feine Kurs- besserungen, so für Farben. Mannesmann, Salzdetfurth, Aku, AG. für Verkehrswesen, die bis 1 Proz. höher eröffneten. Schwächer setzten nur Konti Gummi mit minus 2,25 Proz. ein, während an den übrigen Marktgebieten die Kurse behauptet blieben. Am Dankenmarkt Danatbank und andere, erstere unter Derücksichtigung des Divifendenabschlages, gut beb'-u^tet. Reichsbankanteile plus 1 Proz. Am Anleihemarkt deutsche Renten stark vernachlässigt und ohne Llmfätze. Don fremden Werten Türken, Rumänen und Mexikaner behauptet. Pfandbriefe still, aber behauptet. Im Der laufe wurde die Tendenz etwas fester und das Geschäft lebhafter, da die Der- lincr Arbitrage stärkeres Interesse für Montan- werte bekundete, wovon Mannesmann mit 2 Prozent im Dordergrunde standen. Auch Phönix, Gelsenkirchen. Stahlverein und Rhünstahl lagen bis 1 Proz. fester. Die übrige Börse verzeichnete Kursbesserungen bis zu 1 Proz. Am Geldmarkt trat wider Erwarten eine Verknappung ein, so daß der Sah auf 4 Proz. erhöht wurde. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2002, gegen Pfunde 20.41. Don Daluten Madrid und Paris schwach. London gegm Neu- York 4,8590, gegen Paris 124,29, gegen Mailand 92,78, gegen Madrid 49,00, gegen Schweiz 25,23, gegen Holland 12,0965. Berliner Börse. Berlin, 21. April. Nachdem noch vorbörslich hinsichtlich der Kursgestaltung z'emliche Llnsicher- beit geherrscht hatte, da die Anfangskurse aus London schwächer tendiert haben sollen, zeigte der Beginn des offiziellen Verkehrs, besonders gegenüber den schwachen Abendkursen, ganz gute Haltung, zumal die Spekulation im Anschluß an Neuhork zu kleinen Deckungen schritt. Das Geschäft war aber sehr gering und bewegte sich hauptsächlich innerhalb der Kulisse. Die Kundschaft zeigte eher Realisationsneigung, zumal es fast völlig an Anregungen fehlte. Langsam dachte die Börse an die notwendigen Llltimo- norbereihingen, und es stellte sich heraus, daß verschiedene Papiere in der Schiebung gesucht werden. Besonders Werte, wie Hamburger Hochbahn, Ho'zmann, Phönix, Gelsenkirchen und so- genaimte Generalversammlungspapiere sind unter Sah gefragt. Im Allgemeinen waren die Abweichungen gegen die gestrigen Mittagsschlußnotierungen nicht erheblich. Svenska und Chadr notierten auf die schwächeren Auslandbörsen je 7 Mark niedriger. Auch Eisenbahnverkehrsmittel büßten auf die zu erwartende Dividendenreduktion 3,75 v. H. ein, sonst gingen aber die Abschwächungen nach oben kaum über 1 v. H. hinaus. Danatbank und Maschinen Buckau wurden heute exklusive Dividende notiert. Die Kunstseidewerte konnten anfangs trotz sich widersprechender Meldungen über den Stand der Verhandlungen wenigstens leicht anziehen, gaben aber später ihren Anfangsgewinn wieder her. Anleihen und Ausländer ruhig. Altbesih wieder erholt. Pfand- briefe sehr still und nicht einheitlich. Reichsschuldbuchforderungen bis 0,25 v. Sy fester. Geld weiter erleichtert. Tagesgeld 4 bis 6 v. H., Mo- natsgeld 5,5 bis 7 v. H., Warenwechsel etwa 5 v. H. Bei fast völligerGeschäftslosig- k e i t bröckelten die Kurse im Verlaufe bis 1 v. H. ab, wobei das Fehlen auch der kleinsten An- regung als störend empfunden wurde. Später wurde es auf Deckungen etwas lebhafter, und das Anfangsniveau wurde dadurch wieder erreicht. Gerüchtemacher — bei Licht besehen. Man schreibt uns: Während fast alle Derufs- schichten und Wirtschaftskreise unter der Auswirkung der Wirtschaftskrise zu leiden haben, gibt es auch „Berufe", die in solchen Zeiten Hochkonjunktur haben. Dahin gehören beispielsweise unreelle Darlehensvermitt)er, die wie Pilze aus der Erde schießen, aber in-Geld herbeischaffen können, dann auch Phantasten, die durch irgendwelche großen Reformpläne dem Publikum goldene Berge und den Anbruch besserer Zeiten versprechen, und nicht zuletzt die Zunft der „Gerüchtemacher. Das sind Leute, die es verstehen, im Trüben zu fischen und aufgeregte Zeiten und Stimmungen für ihre eigene Lasche auszunutzen. Da prophezeit beispielsweise einer, daß wir wieder dicht vor einer Währungszerrüttung stünden und man schleunigst sein Geld in „Sachwerten" anlegsn muß (naturgemäß in den Waren, die er selbst verkaufen will). In den meisten Fällen kommen solche Gerüchtemacher bedauerlicherweise, obwohl sie teilweise erheblichen Schaden anrichlen, ungeschoren davon. Aber es tarnt auch einmal umgekehrt laufen, wie ein in diesen Tagen in Hamburg geführter Prozeß gezeigt hat. Dort wurde der Herausgeber eines Winkel- blätlchens zu einer erheb liehen ©efäng- nisstrafe verurteilt, weil er im vorigen Herbst das völlig unsinnige Gerücht verbreitet hatte, der S aat plane ein „Reichsnotopfer der Sparer". Der Staatsanwalt bezeichnete dieses Verhalten als überaus verwerflich und an Hochverrat grenzend, da dadurch das Vertrauen der Sparer in gewinnsüchtiger Absicht erschüttert würde. Obwohl jeder, der in wirtschaftlichen Dingen etwas Bescheid weiß, die LIn- sinnigkeit einer solchen Meldung gleich erkennen konnte, bleiben bedauerlicherweise derartige Machenschaften nie ganz ohne Auswirkung. Es ist daher erfreulich, daß die Behörden einmal ein Exempel statuiert haben. Aber die Behörden allein tonnen in solchen Fragen naturgemäß wenig ausrichten, wenn nicht das Publikum selbst sich in seinem eigenen Interesse solchen Dingen gegenüber recht kritisch einstellt. O 'S hessische Gewerbe im Spiegel der Statistik. Die allgemein rückläufige Bewegung im deutschen Wirtschaftsleben hat auch im Iahre 1930 in Hessen sehr deutliche Spuren hinterlassen. Die Zahl der von den Gewer5eaufsichtsbehorden> erfaßten h ssischrn Sewerbch trleb' ging von 7023 im Iahre 1929 auf 6752 im Jahre 1930 zurück. Dementsprechend fiel auch die Zahl der in diesen Gewerbebetrieben Beschäftigten von 197 8?5 im Iahre 1929 auf 167 094 im Iahre 1930. Aus der umfangreichen Statistik seien nur ein pa.w Industriezwe'ge herausgegriffen, in denen besonders deutlich der Konjunkturrückgang durch das Sinken der Zahl der Arbeitnehmer zum Ausdruck kommt: Im Dauhandwerk, Bauwesen usw. fiel die Zahl der Beschäftigten von 19 926 auf 13 148, in der Maschinenbau-Industrie von 12 205 auf 9773, im Land- und Luftfahrzeug-au von 9461 auf 6703, in der Lederindustrie von 8709 auf 8212, in der Tabakindustrie von 7779 auf 7112, in der Lederartikel- und Sattlerwaren-Industrie von 7648 auf 6751, in der Stein- und Erd- Industrie von 5924 auf 4003, in der Holzbauten- und Möbel-Industrie von 4686 auf 3668. Rur eine kleine Anzahl Betriebe hatte eine geringfügige Steigerung der Beschäftigtenzahl zu verzeichnen. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bi- 12.30 übt 16 bis 17 Uhr Samstag An;ei».enaufträge find lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Relchsbankdiskvnt 5 o H., Lornbardzinsfuß 6 o H. .frranttun a Di. | ötrlln 6a).uB» furd 1-Uvr- « rd Schluß«! furd | Anfang« flurd Votum 20.4 21.4 20 4 ; 21 4 8% Deutlche ÄetdtSanteifr von 1927 .... 84,75 84.75 7% Deutfche Reich; anleihe von 1929 . ....... 100 — 100,25 — Deutfche Ani-AblSI^SchuId mit eiuiioi.'Mcdjten ..... 57,9 58,13 ohne 9lu»lol.»Red|te . . — —— 6,2 6,2 6% Heil. Bolt-iiaat oon 1929 (rfidiahib 102%)...... 95,25 — 95,5 _ Obrrbrltcn Provin» - Anleihe mV Buelot.-Rechien..... 56,5 — Ctutfdie Komm. GamtnelabL Anleihe Gerte 1 ... 56,75 _ 57,2 _ 8% fitanff. Hnv-Bank Goidvfe XIII unhmobar bi« 1934 101,5 — 7% firantf L'Nv.-Bant Soldvfe unfünobar bi» 1932 97,5 ee- _ «beinhthe Hrw^Banl Stau. tiolopfc....... 92,1 _ _ 8% Pt. eanocipfonbbrtefanftalt, Pfandbriefe St. <9 8% Pr LaiidespiandbttefanstaU, «omm..£bl.ai. 20. . . 100.5 -- 100,5 _ _ _ 7% Pt SanDecyian obriefanftalt, Pfandbriefe R 21 . . 96,5 _ 96,5 _ S.E.P abg. P orcneg»- ObUgatto- neu. duUabibar 1932 ..... — — — 4% Oeftenetd)tfd)e Goldrente . . _ 23,7 4,20% Oclterreichifche SUberrente — 2,45 4% Celle tteidilfdje EinheMiche Rente — _ 4% Unoarifcbe Goldrente . . . — — 19,1 19,4 4% Ungarifche StaatSrente V. 1910 16,25 — 16,5 17 ty,% be«n>- von 1913 —— — 16,7 4% Unparifche Kronenrente •— — — 4% Tbrtifche ßoUanietbf von 191 4,4 4,3 4,35 4,45 4% ZQrtildif Bagdadbahn-An! Serie 1 . . . . 4,35 4,35 —. 4% bedgl. Serie N..... 4,4 4.4 — 6% Rumänliche veteinh. Rente von 1903 . . . 8,5 — 8,4 _ Rumcknifche veteinh Rente von 1913 ......... _ 15,25 15,75 4% Rumänische veteinh. Rente 6,95 6,95 6,95 6,95 vranlmn a. Berlin Schluß« lurt l.Uhr« Rurd Schluß« f iur< , Anfang« flurd Dalum 20 4. 21 4 20 4 21 4 f'ambutfl-flmerita Patei 1\ 64,5 — 64 «4,25 Öomburg-Sübam. Dampffchiff 8 — — — Homo Damvffchiff - • ■ 10 — — 88,25 87.25 Rorddeuticker Llovv .... 8 65 65,25 65,13 65,25 Allgemeine DeulicheTreditank. 10 Barmer Bankverein . 10 — • ■■ Berliner Hanvelsgefellfchast 12 124 — 124 123,75 Commerz- und Prioat-Bank . 11 118,25 118,25 118,4 118,25 Darmitüdter uno Nationalbant 12 145,75 —— 145,5 138 Deutfche Bank und Diseonto GefeUfchaft, . . . 10 108 107,75 108 108 Dresdner Bant...... 10 107 — 107,5 107,5 Retchsbank........ 12 65,5 166,5 165,5 166,5 ei.G.®.......... 8 108 108 108,9 108,5 Bergmann........ . 9 — -- 93 97,25 4lettr Lfeferungögefellfchaft. 10 — — 132,5 132,25 Licht und Itraft...... 10 121,75 123,25 123,65 124 ficlten & Guilleaume . . . 1Yi 87 — 87,25 —— Gelellfchafi für Elettrifche Unternehmungen ... 1U 125,75 125,75 126,25 126,25 Hamburger GieftrUitälMBede 10 — — — — jllKinlfdte Eiettrizliät . . . . 9 —- —— 118,25 Schtciifche lLlektrizitäl. . . . 10 — — — — Lchuckert & (io....... 11 139 138 139,4 139 Siemens & Halrle..... 16 176 176 177,25 176,5 iraneraoto ....... . 8 — — — —• l(i 129 _ 19A _ Buveru«......... . 6 53,75 — 53,65 — Deutfche Ctb61 ...... . 6 74 —- 74,13 75 Wiener Steinkohle..... . 8 — — — — Geifenkitchenet...... . 8 81,5 —— 82,5 81,5 Harpcncr ..••••• . 0 72,5 — 71,75 70,5 hoefch (Sllen........ ey, 67 66,78 Itfe Bergbau....... 10 — — 183 180,13 Riödnerroerfe....... . 7 67 — 67,75 68,5 Köln-Neueffen..... . . v —» — 73,25 —— Mannesmunn-RSHke» . . • . 7 M,25 75,25 75 75,9 Mansfeldet Bergbau . . . 7 37 37 37 37 Cbcdrttlct. CtlienbcDarl . . . . 6 —• — — — Cbrrfdilef. fioloroerte.... . 7 — — 79,75 79 Phüuix Bergbau..... tv. 1,25 62,25 61,75 61,25 Rheinfiche «Üraunlohies . . 10 181 —— 180,13 178,75 Rhelnkiahl ...... . 6 — — 82 82,5 fRtebed Mont«...... 7.2 — — — :?ranhun a. 271. »erlm Schluß« furd l-UDr- Kur> (Schluv- kur Bnfa g> Kurs Datum 20 4 21 4 20.4 21 4 Bereinigte Siahlwerte . 16'/. 56 — 56 56 Claot Minen — 31,5 31,25 31,13 pallmerte Afchersieben . • . 10 163,5 — 163 163 Raliroerte Wekieregeln . e . 10 168,5 — 170 169 Kaliwerke Salzdelkurth . • . 16 251 252 251,5 251,5 3. G. fiarben-Industtle . . 12 146,5 147,5 148 147,5 fcnnamit Nobel ... e . . 6 — — — — Ccheideansfalt..... . . 9 130,5 — — — Koldfchmibt ..... e . . 6 49,5 — 49,25 —— Rütgerswetke ..... . . 6 55,5 55 55,75 55 MetallgeielNchaN. . • . . . 8 74,5 74,75 75 — Bbilivv Holzmann . . . . . 7 100 101 102 101,75 Zen ntroerf Heidelberg • . 10 81 - - Cementwerk Karlstadt. . • . 10 — - Wanb & firentaa . . • . . 8 31,25 31,75 32 - Schuitdeto Pa-enhofet . . 16 — — 174,25 173,5 Cftroerte ..... . 12 r — — — 61 hi ..... e . 18 35,75 36,5 86 87 Bemberg....... . 14 96 —- 96,75 96,5 Zellstoff Woldbof . . . 1»'/. 102 — 101,5 101 Zellstoff AUfaflenburg e . 12 81 81 80,5 — öbarlottenburfler Wallet • . . 8 — — — — Deflauer Gas . . . . 9 —- — 134,25 135,25 Daimler Mowten . . • . . 0 31 — 31,75 31,75 Deutfche Linoleum . . e • • • 95,5 — 95,25 94,75 Mafchinenbau A.-G. . . e . . 0 — — — — Nat. AutomobU . . . . . 0 — — — — CrenOein & Kovpel . . . . 6 — — 52 51,25 Leonhard Dietz .... . 10 116 — 117 — SvenSka . . . . 249 — 251 244 fitanfhirtet Maichtne» . - . . 4 — _ 18 — Griyner . . . . . ( 39 •— 38 Hevligenslaedt . . . . . . l — — — — Iunghan»...... Lechwerte....... • . . 6 . . 8 _ — — — Mainkraftwerte Höchst a. M. . k 67.25 —— — — Miag ...... . 10 — — •— — Gebt. Roeder . . . . 1( — —• ** Boigt & Haeffner . . . . . V —— — — Süddeutfche Zucket . . • . 10 128 — 128,25 — vanknolen. Se-lin 20. April Geld Arles Amertkanfiche Noten - . 4,181 4,201 yelfliidip Noten . . 58,23 58,47 Tauiiche Noten . . . 11,95 112,39 Etiglifche Noten .... 20,34 20,42 firnnjoiildic Noten . . . 16,375 16,435 Holländisch' Noten . . . 168,26 168,94 5talienndie Noten.... 22,00 22,08 Norwegliche Noten . . . 111,93 112,37 Deuttch-Oesierreich 1 100 Schilling 58,00 59.00 Nuiiikiniich Noten . . 2,482 2,502 ©diroeDiidr Noten . . . 112,10 112,54 Sdtroenei Noten . . . 80,64 80,96 42,27 42,43 Tichechotlowokilche Noten. 12,39 12,45 Unflnriidie Noten 72.97 73,27 Devisenmarki Berlin - ' rcanffurl a ZU. 20 April 21 April Amtliche Notierung Amtliche Notierung O'flO Srlc Geld Arte '.•Im ft.- 'Kott. 168,61 168,95 168,51 168,85 ®u n-91tre3 1,388 1,392 1.400 1,404 Brss- Vlntro- 58,34 58,46 58.32 58,44 Gbriftlanta. 112,25 112,47 112,22 112,44 Hopenbngtn 112,24 112,46 112,23 112,45 ©todbolin - 112,39 112,61 112,35 112,57 HeinnatorS. 10,559 10,579 10,556 10,576 Italien . - . 21,99 22,03 21,975 22,015 London. . 20,394 20,434 20,387 20.427 Neunort . . 4,1980 4,2060 4,1960 4,2040 PnrtS... 16,409 16,449 16,40 16,44 Ccktwei, . . 80,815 80,975 80,80 80,96 Sva ’ien • - 42,21 42,29 41,44 41,52 Japan 2,073 2,077 2,073 2,077 'Hio de Ian. 0,298 0,300 0,300 0,302 Wien in D-- reft. abqcit. 58,995 59,115 58,985 59.105 Prag 12,43 12,45 12,426 12,446 'Beitrab - . 7,378 7,392 7,378 7,392 feuoaD.'ft . . 73,15 73,29 73,15 73,29 ivut arten 3,042 3,048 3,039 3,045 “iflabon 18,85 18,89 18,84 18,88 Tanün 81,52 81,68 81,52 81.68 Loust nnn. 1,784 1,789 1 ,784 1.799 At»en 5,44 5,45 5,44 5,45 Lanaoa 4,195 4,203 4,194 4,202 Uru uav - 2,747 2,753 2,817 2,823 (Saito 20,915 20,955 20,91 20,95 6^ j der heutige 1 wurde 6 : SLliAppei-". bestichung oerl (Tranier, als 5/uäßanmQlt sJiv bit Verteidigung erführt wurde. gegen den Air - mi-ht Ortenberg ßahls. Im Iuu gcbäude in Orten nchlers. Die An vor, er habe ner, „auf ein paar ihm auch nicht an menten Berhandli | sondern mit einer ; gcllagte erklärte, verstanden wi ; kn Zweck gehabt, ureichen. g- wurden hi ' Mann führte 1 Betunbungen de- Borte des Angel ocrstanden werde stände zu bewillic strafe von 2 Schwurgericht erfc i Versprechung bi'il)?, daß sich d : vch gewesen sei, * * W .• i'iiM»1 Dtr„ stes Ä.Deren^ •ÄS war alltw u daß L An, brannte- 2X $ Entdeckung 6«/ M balt\ neri Zweifel und ver «aatsanwalt- e . r» r n 11 0 We ««Ulli ws Bescheid Weitz, die Hn« i Meldung gleich erlemm r icherloeise derartig.' Drohne Auswirkung. Es ift die Behörden einmal ein ren. Aber die Behörden chen Fragen naturgemäß n nicht das Publikum selbst i Interesse solchen Dingen h Mellt. ILe Gewerbe i\ der ©tätigt. «L »ä K-KsKr Ä Kunden SDK ZZL ^Ä»JoI^en Mi* beispiels- n. aVÖ bi« N>- Qut^ WnS ^tnÄ Ä mietJut^ zuletzt die Ä weiten ld Leute 9’1 fem Geld in S toiH), 3n den meiftMt beim™ eWMife erheblichen Scho- r? .d°von. Aber es lQnit S-nf Prozeß gezeigt yFW? cinti fil- i !li^n Eefäng- nm vor. gen Herbst ©«uÜ verbreitet hatte, -lie'chsnvwvserderCdaie? ezeichnete dieses Berhalt« verslrch und an Hoch- y. da dadmch das Ber« °cr N»«k"^ <6 Hf 17 Uhr 5*5 s'j,, 6«l I*«» °° * jU clchlca.__ lausige Bewegung im deut- n hat auch im Jahre ISA tliche Spuren hinterlakeu. n Eewerbeaufsichtsbehördri? ?.1n?rb-b trieb' ging von .ui 6152 im Jahre O , siel auf) die W der in MDrschMgtmvvnMSiö [61C94 im Jahre 1930. Dr btatisti! seien nur ein ha^ msgcgrissen, in dem onjunitunüdgang durch cas Arbeitnehmer zm AusdrrL hDtrl Bauwelen ufo. l'A Wüon 19926 a^ l3K$. l-Induslrie von 12205 au Lustsahrzeugm von s,o ederindußrie von M ous rdusliie von MS ^2 und Satt!nwam.JMW in der Stein- und M aus 4003. in bctM* e von 4686 auf 3668. W Betriebe >er Deschästiglcniahl J“6tt ^niine 2, Sipril amin^ ÄHt* 4.201 58.11 112.» 10.42 1t,<3 !68rM 22.0 112.17 53.(0 2,502 112.« 60.96 42.43 12.« 73-21 m. Tiii 58,23 111,95 20.34 16,315 168,26 22.00 111,93 58,00 2,462 112,10 SO.« 42-2' 12.» 12.51 ’1,400 58,32 112-22 112, 112.» 1° ' 21Ä 20,381 4,19$ |6.$ y.:'J 41.« 2,013 0,300 58.9» ts 8: 's* 2,811 20-91 Berlin; rt_-> l.W 51.44 112.« 11 ’rt 112: 10. | 22.019 Ä 6j I.# 59,109 W 7.^ 73.29 ÖS n.j '-Z 4Z 20-99 168,95 "392 58.46 112.41 112-46 112.61 10,519 22,03 20^434 4,2060 16,449 80,915 42L 2,07? 0,300 59-lp. bi* iA uz ’Ä Jf. Schwurgericht Gießen. * Gießen, 20. April. Heute vormittag begannen unter dem Dorsitz des Landgerichtsdirektors (Kramer die Sitzungen des Oberhessischen Schwurgerichts. Die erste Verhandlung richtete sich gegen den Landwirt Heinrich Glänze r II. von Schwarz, der wegen Brandstif- t u n g sich zu verantworten hatte. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Dr. Brill, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Albrecht. Am 2. Dezember 1930 bemerkten spielende Kinder, daß aus dem Haus des Angeklagten Rauch heraus- drang. Als die Löschmannschaft erschien, fand sie das Haus von innen verschlossen. Es brannte an zwei verschiedenen Stellen. Im Stall war unmittelbar unter einem in die Decke gebrannten Loch eine Waschbütte aufgehängt, in der sich offenbar der eine Brandherd befunden hatte. Daß es sich um eine vorsätzliche Brandstiftung handelte, konnte nicht zweifelhaft sein. Der Brand war allem Anschein nach bereits am Tag zuvor gelegt worden, und nur dem Umstand, daß das Feuer nicht genügend'Luft hatte, war es zu sanken, daß das Haus nicht in der Nacht völlig nieder- brannte. Der Angeklagte, der am Abend vor der Entdeckung des Brandes nach Gießen gefahren war, wurde nach seiner Rückkehr wegen dringenden Verdachts der Täterschaft verhaftet, bestritt aber entschieden seine Schuld. Da die weiteren Ermittelungen ergeben hatten, daß das Mobiliar mit 15000 Mark, einem Betrag, der den wahren Wert weit überstieg, von dem Angeklagten erst kurz vordem Brand versichert worden war, hatte das Gericht an seiner Schuld keinen Zweifel und verurteilte ihn, dem Antrag des Oberstaatsanwalts entsprechend, zur einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Vier Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden angerechnet. * In der heutigen Nachmittagssitzung des Schwurgerichts wurde die Anklage gegen den Arbeiter Karl Appel aus Herchenhain wegen Richterbestechung verhandelt. Den Vorsitz führte wiederum Landgerichtsdirektor Kramer, als öffentlicher Ankläger fungierte Staatsanwalt Justizrat Weidemann, während Oie Verteidigung von Rechtsanwalt Hornberger geführt wurde. Gegen den Angeklagten schwebte bei dem Amtsgericht Ortenberg ein Strafverfahren wegen Dieb- ft a f) I 8. Im Juni 1930 erschien er im Amtsgerichts- jcbäube in Ortenberg auf dem Büro des Oberamts- aichters. Die Anklage wirft dem Angeklagten nun uor, er habe versucht, den Richter durch die Worte „auf ein paar Pfund oder Eier komme es ihm auch nicht an" zu veranlassen, ihn in der kom- menben Verhandlung nicht mit einer Freiheitsstrafe, sondern mit einer Geldstrafe zu belegen. Der An- gjcUagte erklärte, er sei von dem Richter miß - »erstanden worden. Seine Worte hätten nicht Äcn Zweck gehabt, ein für ihn günstiges Urteil zu erreichen. Es wurden hierauf drei Zeugen vernommen. SIlcdann führte der Staatsanwalt aus, nach den Dekundungen des Oberamtsrichters könnten die Worte des Angeklagten nur im Sinne der Anklage Dcrftanben werden: er beantrage mildernde Umstände zu bewilligen und auf eine Gefängnis- flrafe von 2 Monaten zu erkennen. Das Schwurgericht erkannte nach längerer Beratung auf Freisprechung, da immerhin die Möglichkeit Lcstehe, daß sich der Angeklagte subjektiv nicht be- »vußt gewesen sei, daß er den Richter mit 'seinen Berlins neuer O6er6üraermeifler tritt fein Amt an. Dr. Sahm bei seiner Ankunft in Berlin. Wie Zwerge nehmen sich die Berliner neben ihrem neuen Oberbürgermeister aus, der über zwei Meter mißt. A. W ■ .LKM '’j. Worten zu einem für ihn günstigen Urteil beeinflusse. Im Zweifel müsse zugunsten des Angeklagten entschieden werden. Oberbeffen. Verlegung der Friedberger Schupo nach Butzbach. pb. Butzbach, 21. April. (Eigener Drahtbericht.) Wie von zuständiger Stelle in Darmstadt mitgeteilt wurde, ist nunmehr die Verlegung des Re st es der Friedberaer Schupoabteilung nach Butzbach endgültig angeord- n e t worden Die Stadt Butzbach muß zur Unterbringung der verheirateten Schupobeamten etwa 70 bis 80 Wohnungen errichten, während die unverheirateten Beamten in der Kaserne Unterkunft finden. Mit Rücksicht auf die erforderlichen Wohnungsbauten ist der Zeitpunkt der Verlegung dieses letzten Teiles der Schupo von Friedberg nach Butzbach noch nicht genau bestimmt Nach der Verlegung würde dann die gesamte Schupob'ereitschast der Provinz Oberhessen in Stärke von drei Hundertschaften ihren Standort in Butzbach haben. Landkreis Gictzcn. OO Klein-Linden, 20. April. Heute wurden 37 S ch u l r e k r u t e n, 20 Knaben und 17 Mädchen, In die Volksschule ausgenommen. — Leherin Frl. Hoch, zuletzt in Großen-Buseck tätig, wurde heute in den Dienst an unserer Volksschule eingeführt. * Lang-Göns, 21. April. In der Nacht zum Samstag machte der 65 Jahre alte Molkereibesitzer Ph. F von hier durch Erschießen seinem Leben freiwillig ein Ende. Am Samstagmorgen wurde in feiner Wohnung feine 57 Jahre alte Ehefrau vergiftet und bewußtlos aufgefunden. Die Frau wurde sofort der Klinik in Gießen zugeführt, wo sie heute früh ebenfalls v e r ft a r b. Nach den bisherigen Feststellungen ist das bedauernswerte Ehepaar, das harmonisch zusammenlebte, infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten freiwillig aus dem Leben geschieden. i. Ober-Bessingen, 20. April. Nachdem Lehrer Jakob, der die Altersgrenze erreicht hatte, seit einem halben Jahre beurlaubt war, ist er am 1. April endgültig in den Ruhestand getreten. Was Lehrer Jakob, der 15 Jahre lang an der hiesigen Schule tätig war, nicht nur der Schule und den Schülern, sondern auch der Gemeinde bedeutete, kam bei der Abschiedsfeier zum Ausdruck, die am Samstagabend im hiesigen Schulsaale stattsand. Bürger- mester Keil begrüßte die Teilnehmer und gedachte der Verdienste des Scheidenden. Er überreichte im Namen der dankbaren Gemeinde einen Sessel. P arrer Strack aus Münster übermittelte den Dank der Kirchengemeinde. Für die Schule sprach Lehrer Eschenbrenner. Er wies daraus hin. daß die hiesige Schule ein Muster der einklassigen Schale sei und als solches von der vorgesetzten Behörde stets anerkannt worden fei. Im einzelnen erwähnte er die mannigfachen Verdienste Lehrer Jakobs um den Ausbau der Schule. Die Ansprachen wurden durch Lieder und Gedichte der Schüler umrahmt. Lehrer Jakob dankte für die Ehrung und versicherte der Gemeinde seine fernere Treue. Kreis Schotten. b. €>d) otten, 20. April. Die Vorbereitungen für das große Jubiläumsfest, das der Gesamk-DHC. anläßlich seines 50jährigen Bestehens Ende Mai In Schotten, dem Geburtsort des VHC., feiert, sind in vollem Gange. Eine umfangreiche Festschrift wird erscheinen, dis viel geschichtliches und historisches Material aus unserem Vogelsberg bringt. In der Turnhalle wird eine größere Ausstellung einen lieber blick über unser Heimatgebiet, über die Geschichte des VHC. und des Vogelsberges geben. Zahlreiche Beiträge sind von vielen Seiten zur Verfügung gestellt worden. wg. Gedern, 20. April. Die Zahl der in diesem Jahre eingesegneten Konfirmanden war wiederum sehr klein: es waren 17 Kinder (7 Knaben und 10 Mädchen). Rheinhessen. WSN. Alzey, 20. April. Am Samstagnachmittag zog ein kurzes Gewitter über einen Teil Rheinhessens hinweg, das von starkem Hagelschlag begleitet war. Ein Blitz schlug in ein Weinberghäuschen, in dem vier junge Leute, die bei Weinbergsarbeiten von dem Gewitter überrascht wurden, Schuh gesucht hatten. Der 24jährige Volontär Strobel wurde getötet, während die andern betäubt und zum Teil verletzt wurden. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) XX., Gießen. Die einmal erteilte Erlaubnis ist nicht ohne weiteres seitens des Vermieters widerrufbar. Dem Mieter steht die Anrufung des Mieteinigungsamtes frei. Rundfunkprogramm. Dienstag, 21. April. 7.15 bis 8.15: Früh kontert. 11.50: Schallplattenkonzert. 15 20: Hausfrauem-Nachmittag. 16: von Baden-Baden: Konzert des Städtischen Kur- orchesters. 18.15: Vortrag über die szenische Choraufführung des Kulturkartells der Modernen Arbeiterbewegung: „Völkerfreiheit" am 1. Mai 1931 um 20 Ähr in der Fest halle. 18.45: „Deutsche Romantik, ihr Lebensgefühl und ihre Weltanschauung. 1.“, Vortrag von Dr. Kurt Borries, Tübingen. 19.15: Leo Blech zu seinem 60. Geburtstag: Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 19 50: Mosaik-Programm. 0.30 bis 1.30: auf den Kurzwellensender KönigSwuster- hausen: Nachtkonzert: Lieder-Abend Gisela Derpsch. Mittwoch. 22. April. 7.15 bis 8,15: Frühkonzert auf der Kino-Orgel. 10.20 bis 10.50: „Wie Kinder eine Geschichte machen und Bilder dazu entwerfen", von Karl Vaupel, Nierenhof (Ruhr). 11 50: Schallplatten- konzrrt. 15.20: Stund.' der Jr gend. 16.30: Konzert des Städtischen Kurorchesters .d 15: „Haben wir ausländischen Kredit nötig?", Vortrag von Leopold Merzbach. 18 45: von Mannheim: „DIZ —- Bank für internationalen . Zahlungsausgleich", Vortrag von Dr. Gutmann. 19.15: Marschkonzert des Rundfunkorchesters. 20: von Hamburg: (Reichssendung): Niederdeutscher Abend. 21.30: Kompositionsabend Igor Markevitch, deutsche Uraufführungen. 22.45 bis 23: Das Mildner-Quar- tett. zur täglichen Halspflege die feine preiswert WIE KEINE das/^Pfund L. * A J>etzt sdiweres ßeWinnen! wird esfe°nen/ Audi he in’ e7e,cht man ererr(M s Haus Hatm=n'„SOneUa“,dle8=h^*="^ sparsame Margarine, im Hause dan kann man jederzeit billige, nahrhaf Speisen bereiten,Mie ganz vorzugbdi schmecken. Für die anläßlich unserer Konfirmation und Silberhochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Karl Weller V. Rb -Wmienmeister und Frau • Dieseck, den 21. April 1931 2soi d Aurea! förett der kleine Heiner, die schönsten üu&böben bat unsereiner. Natürlich nur Wehrosol «Jö der Kreuz-Drogerie August Noll, «abnbofftraße 53. 2142Ü Absatz- MW Ferkel des veredelten La dichwetns aus dem beruvmt.Mrnden RnveusbergerZucht- gediet, zur Mast und Zucht, öie beiten die ee> qtbt. versende tdi o.me Kautztvnng 2 Tage zur Ansicht. Bevor Sie ander- wenig kamen, verlangen srie unverbindlich wiori meine billigsten Preise. Landwirt Joses Becktzoss, löcfler» wie, e i. W. .343, Äez. Minden. 27ss v Bullenverkauf. Die Stabt Allenborf a. b. Lba. verkauft auf dem Submissionswege einen fetten, abgängigen Bullen. Angebote sind auf Lebendgewicht bis zum 24. April 1931, vormittags 11 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote ftattfinbet. 28070 Mendorf a. b. Lba., den 20. April 1931. Hessische Bürgermeisterei. Schneider. Viehmarkt ZU Allenborf a. d. Lumda. Zu dem am 22. b. 2U. ftattfinbenben Viehmarkt bürfen nur Tiere aus den Be- ftänben des Kreises Marburg und des Kreises Alsfeld aufgetrieben werden, wenn eine Bescheinigung des Landratsamts Marburg bzw. des Kreisamts Alsfeld vorliegt. 28070 Auf den Ursprungszeugnissen haben die Ortspolizeibehörden ausdrücklich zu bestätigen, daß die Tiere aus der Zucht desjenigen stammen, der sie zum Markt bringt. Der Auftrieb harf nur von 9 bis 9)4 Uhr ftattfinben. Die Untersuchung des Antriebes hat abseits vom Marktplatz zu erfolgen. Allenborf a. d. Lda., den 20. April 1931. Hessische Bürgermeisterei. Schneider. Achtung! (tönst Mölorrad-AnWe in gebrauchten Rädern von 200 bis 500 ccm. mit und ohne elektr. Licht. Unverbindliche Vorführung durch 2802 D E. L. 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