enausschlag, Aü' h™ MtaWtmuHej mm Ä* fe*«. 5 3 ereil5 'li» Dom ?sKs w «. 4 ,5 J? «*. 1 ^adUft Un& ®iet: *27.^. '^eimijtu M glej^ Cb i" Mtl "nd und 1WQ; g*Ms. °"heni nna?e °n; btr ? blieben'beTe> lcn i»erbrou^?'u-r entrid)teten m lcrner 'schen Wirt ?ne$euer 'Mische üßid m^n tr mmifiar. rat emeinbe Gröningen. Februar lsd. I. ab die enehmigle BiersAnnL- weils von 10 bis 12 W nns EinW aus. en. isamles. s Maul- und Klauenseuche s erteilt: Sammlung von Geldspen- Ifalcnbers, Zlnsichts- und ber ®oWrt5einrid)tun= 5 Hessen bis zum 31. $e= armstadt zur Sammlung 1 liten seiner AnMszwecke , Dezember 1031. Ivrge e.B., Landesverband ■ spenden durch Werbeschrei- nsten seiner Vereinszwecke | um 31. Dezember 1931. it Hessen gestattet: | [tes in Biebesheim Ml, nsters in llebcrfingcn a.B, :en des WochnerinnenasO ni 1931 und die der Geld- ungsheime der Bagerlschcn e und Kriegshinterbliebene, rt-______________ hen. SchWg 20.3onu« 'S SeB 169-5= 1.284 58,72 112.59 112-60 112-78 10,605 22-06 20,456 43-49 2 083 0 394 1.278 58.60 112.37 112-37 112-6? 10,58» 22-02 20.4'6 4.20 16.475 81.37 43,91 2,062 0,383 59-Z 12.45 ,42 3.43 $ Z S S 1.282 53.72 112.59 112-9 112-H 'S ts ä U.s o,086 0,335 59-245 12,7’ 7,443 73,57 3-055 18.^ S'Z 1,76? S-Z 4,20" 2.737 20,97 'TÖÖ4 58,35 112,13 20,40 16,447 169-01 22,00 112.03 58,Sf 2,475 112.4? 11,30 43,06 12^ 73.24 jranti^. ’ T224 58,59 112.57 20,4? - 16.507 10,0 2?,* »2-47 59,22 2,495 112,84 81,62 43.21 12.47 73.54 a.W- 59.235 '?Ä 73-57’ 3,057 18. 81.76 1,7“ I ,45= 4,202 2J53 Seid Znti -srt. Rr. 17 Erstes Blatt 181. Jahrgang Mittwoch, 21. Januar 1931 Lricheini täglid),anB« Sonntags und Feiertag» Beilagen; Ote Illustrierte Gießener Familienbläue, Heimat im Bild Die Scholle monats-Btiugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfenmg für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen emzelnerRummern infolge höherer Gewalt. ZernsprechanschiSsse anterSammelnummer2251 Anschrift ttu Drahtnach. richten Anzeiger Siehe», poßschecktonto: §ra*ffurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vnick und Verlag: vrühl'lche UnwerfilSlr-vych- nnö Stetnörnderel H. Lange in Stehen. Schristlettnng und Geschäftsstelle: ZchulNrahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20", mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlich in Dietzen Curtius ka'mpfi um die Abrüstung. Krieg dem Kriege. Don unserem Genfer Sonder-Korrespondenten. Gens, 20. 3art. Drei Feuerproben hat Dr. Curlius in Genf zu bestehen, die in den Schlagworten P a n - curopa, Abrüstung und Minderheitenschutz sich zusammenfassen lassen. Er hat zunächst nicht schlecht abgeschnftten. Es ist ihm gelungen, den französischen Versuch scheitern zu machen, der zwar die paneuropäischen LInterhaltungen fortsetzen, aber dabei die ganzen politischen Probleme umgehen wollte. Dabei fand er die Unterstützung Italiens, und es war taktisch sehr klug, daß er hier Grandi als Prell bock benutzte, so daß hier der deutschfranzösische Gegensatz, der ja noch scharf genug lhcrvortrelen wird, sich mehr auf einen französisch-italienischen Zweikampf zuspitzte: wobei dann die Entscheidung in der Linie der deutschen Politik fiel. Am Dienstag hat der zweite Akt begonnen, der Kampf um die Abrüstung, der wieder mit einem großen Aufgebot an Ministerreden einsetzte. Henderson eröffnete als Vorsitzender den Reigen, etwas pathetisch, beschwörend, immerhin auch mit dem Eingeständnis, daß der Verzicht auf die allgemeine Abrüstung eine Verletzung des Völkerbundspialtes bedeuten würde. Aber das klingt diesmal alles absichtlich verschwommen, nicht entfernt mehr so scharf und zugespiht wie noch im Dezember. Die ganze Rede ein sprechender Beweis für die Abhängigkeit, in die seither England von französischem Golde geraten ist. Hm so notwendiger war cs, dah von deutscher Seite die Kernfrage nun einmal ganz klar heraus- gearbeitct wurde. Das hat Dr. Curtius getan. Er hat bewußt auf jedes Pathos verzichtet, hat nur die Tatsachen reden lassen, hat daran erinnert, wie die Dinge bisher gelaufen sind, wie Deutschland immer wieder vergeblich gewarnt hat und so die Forderung begründet. daß der Dö kerbund auf der endgültigen Ab» rüstungskonferrnz auf die bisherigen Methoden verzichten und die Gleichberechtigung seiner Mitg'ieder sichersiellen must, wenn er sich nicht selbst aufgeben will. Keinerlei Drohung, aber doch unmistvcrständlich, dast nach deutscher Auffassung die Abrüstung die Sch.ck'a s'rage für den Völkerbund darstcllt und dast von der Beantwortung dieser Frage Deutschlands weitere Einstellung abhängt. Man kann sich kaum zwei gröstere Gegensätze als Redner Lenken als De. Curtius und B r i a n d. War Curtius nur Sachlichkeit, so war Vriand ganz Beredlamkeit. Er schwelgte, in Phrasen und Komplimenten, war begeistert von dem, was b's- her geschehen ist und tat so, als wenn eigentlich alles in schönster Ordnung sei. Sogar die unvermeidliche Bosheit gegen Deutschland fehlte nicht, denn jetzt stellt Frankreich mit einem Male die These auf, da,st es nicht auf die Zahl der Kanonen und sonstigen Kriegswaffen ankomme, sondern auf den Willen, diese Mittel zu brauchen, wobei natürlich an Frankreich als leuchtendes Vorbild gedacht ist. Aber diese Rattenfängermelobie zieht doch heute nicht mehr. Die Tatsachen reden eine zu deutliche Sprache, und gerade die mitleidlose Rüchternheit, mit der von deutscher Seite das unwürdige Spiel zwischen Abrüstung und Sicherheit ausgedeckt wurde, hat unverkennbar einen tiefen Eindruck gemacht. Man weih jetzt, worum es geht und dast bei der Abrüstungskonferenz Farbe bekannt werden must, selbst wenn es gelingt, den Beginn der Abrüstungskonferenz auch noch ins nächste Sahr hinein zu verschieben. Die Abrüstungsdebatte im Völkerbundsrat beginnt. Genf, 20. San. (WTB.) Die Aussprache über die Behandlung der Abrüstungsfrage begann am Dienstagvormittag im Völkerbundsrat mit einer groben Rede des gegenwärtigen Ratspräsidenten, des englischen Außenministers Henderson. Wenn das Gebäude des Weltfriedens auf eine sichere und dauerhafte Grundlage gestellt werden solle, müsse der Völkerbund die Völker z u . einem kühnen Schritte auf dem Wege der Abrüstung führen. Die Pflicht zur Abrüstung ergebe sich ganz klar aus Artikel8 des Völkerbundspaktes, dem Versailler Vertrag, dem Vertrag von Locarno und aus allen Reden, die seit 1920 in Genf gehalten worden seien. Alle Rationen seien nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch verpflichtet. Die Mitglieder des Völkerbundes feien auchdurchihre eigen st en Snteresscn zur Abrüstung verpflichtet. Man wende ein, dast die Abrüstung un= zeitgemäß sei, da überall von Hnruhcn und von Kriegsgefahr gesprochen werde. Eine unmittelbare Kriegsgefahr bestehe zwar nicht, aber ein Fehlschlag der Abrüstungskonferenz würde zu einer Lage führen, die der von 1914 ähnlich fei. Es gebe Leute, die behaupten, dah man sich jetzt schon auf diesem gefährlichen Wege befinde, dah die Rationen wieder zu dem Vo r kr i e gs s y ste m der Militärallianzen zurückkehrten. Das seien gefährliche Erwägungen. Rach seiner Meinung sei es unmöglich, heute einen Vertrag abzuschliehen, der sich nicht völlig in das System der Völkerbundsverträge eingliedere. Keine Regierung, so mächtig sie auch fei, dürfte es wagen, sich über den Völkerbund hinwegzusetzen. Oer italienische Außenminister Grandi erklärte, die grundsätzliche Auffassung der italienischen Regierung über die Frage der Abrüstung entspreche den Grundsätzen des Völkerbundes, dem Stalien treu bleibe. Was die Beziehungen zwischen Sicherheit und Abrüstung angehe, so sei die Sicherheit zwar ein Element, dem man bei Festsetzung des Matzes der Abrüstung Rechnung tragen müsse: aber die Sicherheit sei nicht eine Vorbedingung für die Abrüstung. Der Rat habe die Pflicht, einen Termin für die Abrüstungskonferenz festzuschen. Eine nochmalige Verschiebung dürfe unter keinen Hmständen erfolgen. Die Politiker könnten es nicht begreifen, dah, während Europa unter einer unerhörten Wirtschaftskrise leide, während Milliarden für Kriegsschäden und Reparationen ausgegeben würden, während täglich Millionen von Arbeitslosen auf die Straße geworfen würden, der Völkerbundsrat nicht den Entschlust fasse, die Abrüstungskonferenz einzuberufen. Siefc Konferenz habe nicht niir die Aufgabe, die Militärlasten zu senken, sondern sie m 'ffe den Friedenswillen stärken und Sicherheit schaffen, und zwar eine solche Sicherheit, die es Europa und der ganzen Welt ermögliche, das Friedensideal des Völkerbundes zu verwirklichen. Reichsanßenminister Or. Curtius führte sodann aus: Wie wir in Deutschland den Konventionsentwurf selbst beurteilen, wissen Sie. Aber seit dem Zusammentritt der Vorbereitenden Abrüstungskommission muhten wir mit jedem Sahre immer mehr erkennen, dast der Weg, den die Kommission einschlug, sich ständig weiter von dem eigentlichen Ziele entfernte. Trotz all unserer Einwände wurde der Konventionsentwurf hinsichtlich der Landabrüstung Stück um Stück derjenigen wesentlichen Clemente beraubt, die zu einer wirklichen Abrüstung gehören mürben. Das Rüstungsthema, das so entstand, läuft höchstens auf die Stabilisierung des heutigen S t a n d es hinaus, zum Teil würde es sogar noch eine Erhöhung dieses Rüstungsstandes erlauben. Daher hat/sich schon im Frühjahr 1929 der deutsche Vertreter auf Weisung der deutschen Regierung klar von dem Programm der Mehrheit der Kommission l o s l ö s e n müssen. Die Kommission ist schliehlich so weil gegangen, diesen an sich völlig ungenügenden Entwurf auch noch vornherein zu verbinden mit einer erneuten Festlegung des uns vertragsmähig auferlegten Entwafsnungsstandes. So war es selbstverständlich, dah wir das Ergebnis der Arbeitei» der vorbereitenden Abrüstungskom- miifion ablehnten. Die kommende Konferenz wird nur dann annehmbare Resultate zeitigen können, wenn sie zunächst, ehe sie an die Einsetzung von Ziffern geht, die jetzt vorgeschlagene Methode durchgreifend revidiert. Sie wird sich ferner den ersten Grundsatz des Völkerbundes, nämlich die Gleichberechtigung feiner Mitglieder, zu eigen machen müssen und nicht Sicherheit gegen Unsicherheit stellen dürfen. Das hat schon mein Amtsvorgänger ausgesprochen. Der Reichskanzler Hermann Müller hat 1928 in Genf Aehnliches gesagt. Gras Bernstorfs hat noch vor sechs Wochen für Deutschland paritätische Sicherheit verlangt. Ich billige und unter» streiche seine Ausführungen ganz. Wurde der Völkerbund diesen Grundsatz preisgeben, würde er in seiner Aufgabe versagen, die darin besteht, durch Abrüstung allen seinen Mitgliedern Sicherheit zu verschaffen, so würde er seine Friedensausgaben verfehlen, sein eigenes Dasein erschüttern und seine Existenzberechtigung verlieren. Erfüllt er aber seine Abrüstungsverpflichtung, so werden wir die ersten sein, das anzuerkennen. Briand betonte, es sei völlig unmöglich, dah die Abrüstungskonferenz nicht zu einem Erfolge führe. Die Bestimmungen des Artikels 8 des Dölker- bundsvcrtrages und die Präambel zum Teil V des Versailler Vertrages stellten eine heilige Verpflichtung aller Völkerbundsmitglieder dar. Sedes Volk sei durch diese feierliche Verpflichtung gebunden. Die Regierungen, die sich dieser Verpflichtung entziehen würden, entehrten sich selbst. Der Ab- rüstungsausschust habe sehr bedeutungsvolle praktische Arbeit gereiftet. Der Pessimismus in der Abrüstungsfrage sei daraus zurückzuführen, dah man das Absolute verlange. während man schimDereichdesRe- la tiven befinde. Die Abrüstrmg mühte jetzt, sowie es die Bedingungen derSicher- heit erlaubten, durchgcführt werden. Der Gedanke der Sicherheit sei jedoch in letzter Zeit verwässert. Er sei ganz anders ausgelegt worden, als es ursprünglich gemeint gewesen sei. Es empfehle sich daher, nicht weiter allzuviel von der Sicherheit zu reden. Sn der Abrüstungsfrage konune es weniger auf die Wenge der Rüstungen an, über die ein 2anö verfüge, als auf den guten Willen, von diesen Rüstungen keinen Gebrauch zu machen. Er sei fest überzeugt, dah die Abrüstungskonferenz zu einem großen Erfolge führen werde. Wenn auch nicht alles erreicht werden tonne, so werde doch eine Einigung erreicht werden können. Die kommende Abrüstungskonferenz werde nur der erste Schritt sein, dem weitere folgen müssen. Die Verpflichtungen aus dem Kellogg- unb Völkeröundsvertrag machten sie heute unvermeidlich. Briand erklärte sodann unter deutlichem Hinweis auf Curtius, einer seiner Kollegen habe Vorbehalte geltend gemacht. Er habe Verständnis dafür, aber von größter Bedeutung fei es, daß zwischen den Völkerbundsmitgliedern keine Trennung entstehe. Es handele sich nicht darum, die Vorherrschaft irgendeines Volkes zu schaffen. Die Zeiten würden sicher kommen, wo zu Wasser, zu Lande und in der Luft eine vollständige Gleichheit der Rüstungen vorhanden sei. Dieses Sbeal könne aber noch nicht auf der er ft en Konferenz verwirklicht werden. Alle Länder hätten ihre Rüstungen bereits herabgesetzt. Frankreich habe seine Militärdienstzeit um zwei Drittel und die Zahl seiner Effektivbestände um die Hälfte herabgesetzt. Sn den anderen Staaten sei dieselbe Entwicklung zu beobachten. Die künftige Abrüstungskonferenz müsse große Ergebnisse haben, wenn sie den Versprechungen des Art. 8 Rechnung tragen und den Völkern ein Gefühl der Sicherheit verschaffen wolle. Kamps um die Prohibition in USA. Geteilte Meinung des Prüfungsausschusses. — Präsident Hoover für bedingungslose Beibehaltung. W a f ß i n g t o n, 20. San. (WTB.) Der von der Regierung eingesetzte Ausschuß zur Prüfung der Mittel und Wege für eine wirkungsvollere Durchsüh rung der Bundesgesetze, der sich unter dem Vorsitz des früheren Eeneralanwalts Wickersham D"rühmlich mit der Durchführung des Prohibitions- ae se tze s befaßte, ßa; nunmehr nach ISmonatiger Arbeit feinen vom ganzen Lande mit Spannung erwarteten Bericht dem Weihen Hause und dem Bundeskongreh vorgelegt. Die tiefgehende Spaltung, die in der Prohibitionsfrage innerhalb "des amerikanischen Doll« les eingetreten ist, spiegelt sich auch in dem Bericht des Ausschusses wider. Trotz der anderthalbjährigen Beratung haben die elf angesehenen Männer, die dem Ausschuß angehören, keine einbeutige ober einmütige Entscheid b u n g fällen formen. Sie sink) sich nur barüber einig, baß die bisherige Durchführung bes Prohibitionsgesehes unbef ric- bigenb sei. Sie schlagen keine bestimmte Lösung des Problemes vor, fönte m bieten in einem von zehn Mi gliedern unterzeichneten Mehrheitsbericht lediglich verklausulierte Kompromisse bar. Außerdem hat jedes Ausschuß- mi tg lieb einen eigenen Bericht unterbreitet, so baß sich das Volk unb bie Regierung ber Vereinigten Staaten zwölf Berichten gegenübereßen, bie alle voneinanber.abweich en. Zwei Mitglieder des Ausschusses fordern in ihren Sonderberichten die völlige Aufhebung des 18. Amendements ber Verfassung, bas bie Prohibition enthält: vier andere treten in ihren Berichten für eine Abänderung des Prohibitions-Amendements ein; zwei schlagen vor, die Frage einem Volksentscheid zu unterbreiten und die übrigen drei sprechen sich für die Beibehaltung und eine energischere Durchführung des Alkoholverbotes aus. E i n ft i m m i g erklärt der Ausschuß, baß seit der Einführung der Prohibition ein erschreckendes Anwachsen der Gesetzesmißachtung und der Korruption festzustellen fei. Ebenso einstimmig verweist er aber auch auf die Vorteile der Prohibition, die eine allgemeine Erhöhung des Lebensstandards. eine Vermehrung der industriellen Erzeugung und damit ein allgemeines Aufblühen zur Folge gehabt habe. Die Einführung von leichtem Bier und leichten Weinen wird mit der Begründung abgelehnt, baß diese Getränke den eingefleischten Trinkern sicherlich niht genügen würden. Der Ausschuß befürwortet schließlich eine Vermehrung des Personals der Prohibitionsbehörde, sowie eijxe schärfere Kontrolle des Verlaufes von denaturiertem Alkohol. Präsident Hoover legte dem Kongreß den Wickersham-Bericht mit einer Sond erbot s ch a f t vor, in der er sich für bedingungslose Beibehaltung der gegenwärtigen Prohibitionsgesetzgebung ausspricht. Er lehnt ausdrücklich und scharf die Ansicht der Kommission ab, daß der 18. Nachtrag zur Verfassung, falls seine Durchführung weiterhin nicht erfolgreich sein würde, abgeänbert werden sollte. Schweres Lawinenunglück in den bayrischen Voralpen. Ein Skikurs der bayrischen Landespolizei von einer Lawine verschüttet. — Nach schwierigen Rettungsarbeiten sieben Landespolizisten als Leichen geborgen. Benediktbeuern, 20.3an. (MTB.) heule kurz nach 15 Uhr ereignete sich an der Osts eile der Benediklen-wand ein furchtbares Lawinenunglück. Lin Skikurs der bayerischen Landespolizei wurde von einer Lawine überrascht und neun Mann wurden in die Tiefe gerissen. Aus der der Landespolizei gehörenden Probff en- 21 l m sind zur Zeil verschiedene Mannschaften der Landespolizei slalioniert, die im dortigen Gebiet unter der Leitung eines eigenen Lehrers an einem Skikurs leilnehmen. heute gegen 15.15 Uhr übten die Kursteilnehmer am Sleilhang zwischen dem Benediklenwand-Osigrad und den Achselköpfen, als sich plötzlich eine gewaltige Lawine löste und neun Mann mit sich in die Tiefe riß. Der hültenwirt der Landespolizei beobachlele mil einigen auf der hülle verbliebenen Mannschaften das Unglück und sosorl eilte ein Meldefahrer nach der 20 Minuten entfernten Tut- zinger hülle, um telephonisch Hilfe zu erbitten. Gegen 1930 Uhr traf die Benediktbeuerner Reltungskolonne, an der Mannschaften der Sanitätskolonne des Gebirgsunfalldiensles und des Sportvereins Benediktbeuern teilnahmen, an der Unfallslelle ein. Der Anstieg gestaltete sich wegen der außerordentlich starken Bereisung aller 2Dege äußer ft schwierig. Die Bergungsarbeiten wurden sofort mit allem Rachdruck ausgenommen. Erst gegen 21.30 Uhr traf die Reltungsexpedilion aus Bad Tölz an der Stätte des Unglücks ein, während die Mannschaften aus Lenggries und München noch unterwegs sind. Die außergewöhnlich große Lawine war in einet Breite von 60 Meter 150 Meter niedergegangen. Ihre Tiefe betrug 3 Meter. Zur Zeit find die Bergungsmannfehaffen unter Leitung des geretteten Oberleutnants RemoId damit beschäftigt, durch die Schneemassen Gräben zu ziehen. Die Arbeiten werden durch die ungünstige Witterung — es regnet — erschwert. Gegen 21 Uhr wurden in Bad Töt; in kurzen Abständen vier Rettungsexpeditionen abgelassen, in der Hauptsache Tölzer Skiläufer, Angehörige der Tölzer Feuerwehr und Mitglieder alpiner Bereine. In kurzen Abständen folgten weitere hilfsmannschaften, so daß etwa hundert Mann an der Un- fallstette sind, die bei Fackelschein die ganze Rocht hindurch arbeiteten. Die selbstlose und mulige Arbeit der Rettungsexpeditionen ist um so höher zu bewerten, als die große Lawinengefahr den Aufstieg nach wie vor gefährlich macht. Der Rettungskolonne gelang es nach angestrengter Arbeit gegen 22 Uhr einen der verschütteten Landespolizeibeamten schwerverletzt zu bergen. Die übrigen verschütteten sieben Landespolizisten sind nach angestrengtester Tätigkeit Mittwoch früh gegen 5 Uhr als Leichen geborgen worden. Die Rettungsexpeditionen standen unter der Leitung des geretteten Oberleutnants Remotd und des Oberleutnants von hengel der Landespolizei München. Ein Teil der fjelfer ist bereits von der Unglücksstelle abgezogen. Der schwer- vcrlehle Landespolizist, dessen Rome noch nicht bekannt ist, wird nach Benediktbeuern ins Krankenhaus gebracht, die sieben Todesopfer des Unglücks nach Lenggries. Weitere Lawinenunglücke. Die starken Schneefälle im Hochgebirge haben zu zahlreichen Lawinenstürzen geführt. Seit Sonntag abend sind zwei holländische Skifahrer von einer Skitour im 2lrlberggebiet nicht mehr zurückgekehrt Man hat verschiedene Gruppen von Suchmannschaften nach ihnen ausgesandt, die die Strecke von einer großen Lawing Deutsche Kulturpolitik im Ausland ' auch rnc Dränge °, tf> t« des aus deu Vorzugsaktien der Deutschen Reichsbahn- gesellschaft, die in der Finanzpolitik der letzten Kirche werde wie in den großen Zeiten Urchristentums und der Reformation. verschüttet vorfanden. Cs ist anzunehmen, daß die beiden unter der Lawine den Tod gefunden haben. Am Kreuzeck bei Garmisch ist der Starnberger Skifahrer Baur unter eine Lawine geraten und erstickt. Eine französische Miliiärabteilung in eine Gchneelawine geraten. Eine Abteilung französischer Alpenjäger bestehend aus zwei Offizieren und elf Mann führte am Montag in den Bergen von M o u r i e n n e in der Nähe von Lyon militärische Hebungen aus, wobei sie von einer Schneclawine erfaßt und in einen Abgrund gestürzt wurde. Durch die sofortige Hilfeleistung anderer Soldaten gelang es, die elf Mann und einen Offizier mit mehr oder weniger schweren Verletzungen zu bergen. Ein Unteroffizier trug so schwere Verletzungen davon, daß er wenige Augenblicke nach seiner Bergung starb. Kaiscr-Withelm-Gesellschaft und des Hauptausschusses der Rotgemeinschaft deutscher Wissenschaft. Einen sehr wertvollen Lieberblick über die Entwicklung der deutschen AuslanDs- schulen vor und nach dem Kriege gibt Dr. Het- tich. Direktor der deutschen Oberrealschule in Mailand, und zwar auch getrennt nach einzelnen Ländern. Wir begreifen jetzt erst recht, daß die Aus- landsschule eine kulturelle Einrichtung ersten Ranges darstellt. Ein ähnlich interessantes Material mit wertvollen Erläuterungen gibt Direktor Veck, Vorstandsmitglied des Genfer Weltstudentenwerkes und Geschäftsleiter der Deutschen Akademischen Auslandsstelle. München, über das Auslände r st u d i u m im Ausland und in Deutschland. Es ergibt sich, daß Deutschland einen Stillstand, ja fast einen Rückgang des Besuches von ausländischen Studierenden aufzuweisen hat, während Frankreich einen dauernden Zugang verzeichnet; so steht Paris mit über 7000 ausländischen Studenten an der Spitze aller Hochschulen und ganz Frankreich mit 14 700 fremden Studenten an der Spitze aller Länder. Wie wenig vor und nach dem Kriege deutsche bildende K u n st draußen in der Welt Geltung hatte, das wird uns zum erstenmal mit erschreckender Deutlichkeit klar durch die Betrachtung von Professor Dr. Schäfer, dem früheren Direktor des Wallraf- Richartz- und des Kunstgewerbemuseums in Köln, über die Weltgeltung deutscher bildender Kunst. Richt nur, daß die großen Galerien und Museen des Auslandes sogutwiegar keineDeut- sche Malerei und Plastik aufweisen, auch der ganze internationale Kun st handel hat sich nie um deutsche Kunst bemüht, mit Ausnahme des Gebiets der Wohnungskunst. Auch das deutsche Buch im Ausland ist noch weit entfernt von der Wiedererlangung des Borkriegsabsatzes, wie Dr. Löwis of Menar, der jüngst verstorbene verdienstvolle Leiter 5er Ausländsabteilung des Börsenvereins der deutschen Buchhändler zeigt. Gemeinschaft im deutschen Volkstum ist Recht, Aufgabe und Pflicht zugleich. Vornehmste Aufgabe deutscher Kulturpolitik wird es daher sein, die seelische Einheit des deutschen Volkstums in Der Welt zu erhalten und zu pflegen, die freie Entfaltung seiner Kräfte zu schützen und zu sichern. Zollpolitik und Agrarkrisis. Minister Cnrtius erläutert den deutschen Standpunkt. Genf, 20. Jan. (WTB.) Die Europakonferenz setzte heute nachmittag die Wirtschaftsberatungen fort. Außenminister Dr. C u r t i u s betonte, daß es keine einheitliche Lösung für die bestehenden Schwierigkeiten gebe. Für Deutschland sei festzustellen, daß die Empfehlungen der Weltwirtschaftskonferenz bezüglich des notwendigen Abbaues der Zollsätze bei Jndustriezollen sowohl auf dem Wege zweiseitiger Verhandlungen, z. B. des deutsch- französischen Handelsvertrags, wie auch auf autonomen Wege durchaus zur Geltung gebracht seien. Anders läge es auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Zolle. Die deutsche wie manche andere europäische Regierung sei durch den radikalen Llmschwung der Marktverhältnisse hier zu Zollmahnahmen ge- Mungen worden, um überhaupt die nackte Existenz ihrer eigenen Landwirtschaft zu erhalten. Die Gründ:dieser für uns unvermeidbaren Politik der Zollerhöhungen lägen nicht in der Landwirtschaft der einzelnen europäischen Länder oder von Gesamteuropa, sondern sie seien in der Produktionssteigerung und -Verbilligung wichtiger außereuropäischer Staaten zu suchen. , Es käme hinzu, daß Deutschland mit einseitigen Zahlungen belastet sei, die den normalen Ablauf der wirtschaftlichen und finanziellen Vorgänge zu stören geeignet seien. Wenn Deutschland seine Zahlungen erfüllen wolle, müsse es die Ausfuhr steigern und die Einfuhr verringern, und es gebe für eine planmäßige Verringerung der Einfuhr kein anderes Mittel als die Entwicklung der einheimischen, in erster Linie der landwirtschaftlichen Produktion und die möglichste Aernhallung entbehrlicher Güter. Dem Wunsche Eoliins. daß die vor kurzem 16* g schl s.ne internationale Zuckerkonvention als Vorbild auch für andere landwirtschaftliche Prrduktionsgeb'ele dienen möge, könne sich trotz der in den anders gearteten Verhältnissen liegenden Schwierigkeiten Dr. Curtius nur anschließen. Deutschland als Staat, dessen Landwirtschaft unter der Kurzfristigkeit und der Zinslast der gegebenen Kredite leide, fei an der Organisierung des Agrarkredits in stärkstem Maße interessiert, wie nach seiner Meinung es überhaupt Aufgabe des Ausschusses sei, sich mit den Problemen des Kredit- und Kapitalmarktes im allgemeinen zu befassen. Schließlich sei Deutschland zu den von England und Holland vorgeschlagenen Verhandlungen bereit. Ein Erfolg dieser Verhandlungen, den auch er wünsche, sei zugleich die Voraussetzung für das 3nfrafttreten der Genfer Handelskonvention. ben an den Sinn und Wert ihres Lebens geben. Oberkonsistvrialart D. Meckel warnte vor zu weitgehender "Neutralität der Kirche in den großen Lebensfragen Der Zeit. Die Evangelische Kirche erfülle dann ihren missionarischen Beruf, wenn alle ihre Glieder erfüllt seien von der Gewißheit einer göttlichen Mission, wenn sie wieder missionarische Jahre eine große 'Rolle gespielt haben. Es sind verschiedentlich größere Posten an Vorzugsaktien verkauft worden, so daß heute das Reich wohl nur über 280 bis 300 Millionen an Vorzugsaktien verfügt. Reben Den Vorzugsaktien sind noch weitere Posten Der verschiedenartigsten Wertpapiere im Reichsbesih. Schließlich sind auch die Darlehensansprüche des Reic' Aktivposten einzusetzen, obwohl ihre Amortisation nicht völlig zu übersehen ist. Ist die wirtschaftliche Vernunft auf dem Marsch? Ein englischer Bankier für Streichung der Kriegsschulden. London, 20. 3an. (WTB.) Bei der Iahreever- sammlung der Barclays Bank nah'm der Vorsitzende Goodenough Stellung gegen das Ueber- handnehmcn des Z o l l p r o t e t t i o n i s- mus und wandte sich dann dem 6 r i e g s s ch u l - dcnprobtem zu. Sowohl die vereinigten Staaten wie andere Länder könnten durch eine Streichung der Kriegsschulden nur gewinnen. Beim augenblicklichen Stand der Dinge werde Deutschland, um seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können, genötigt, seine Industrie in einem derartigen Ausmaß zu rafionaii- sieren, daß es zwangsläufig und in steigendem Maße in immer stärkeren Wettbewerb gegen alle an der industriellen Produktion interessierten Länder treten müße. Den Interessen der Welt sei besser damit gedient, wenn Deutschtandvon seiner Schul- denlast befreit werden würde und so in die Loge käme, nichtnurseineeigenen Waren zu exportieren, sondern auch Fertigwaren aus dem Auslande wiede'r in größerem Umfange einzuführen. Kirche und Arbeitslosigkeit. Berlin, 20. 3an. (ERB.) Eine für Die Evangelische Kirche Der Reichshauptstadt bedeutsame ÄunDgebung fand auf Einladung des ©e- neralsuperintendenten von Berlin, D. Karow, im Saalbau Friedrichshain statt. Generalsuperintendent D, Karow führte in einer programmatischen Rede u. a. aus: Die Massenarbeitslosigkeit unserer Tage sei eine Dvlks- not, an der die Kirche nicht vvrüber- aehen dürfe. Die könne zwar nicht das stili> stehende Wirtschaftsleben in Gang sehen; aber sie könne einen für die Volksgemeinschaft wesentlichen Dienst leisten, nämlich den Menschen, deren Leben durch das Schicksal der Arbeitslosigkeit erschüttert sei, wieder einen ® I a u - Rervenschlcrne starb, nahm das Jahrhundert schon auf jedem Gebiet den harten Schritt des Realismus an. Die deutsche Rot im Inland mag es vielen als unnötig erscheinen lassen, heute überhaupt noch an umfaßende kulturelle Auslandsarbeit zu denken und gar Geldaufwendungen für sie zu machen. Wer so denkt, weiß freilich nicht, welche ungeheure BedeutuiM auch rein wirtschaftlich Der Kulturpolitik einer Ration im Ausland zukommt, er weiß vor allem nicht, wie teuer wir Deutschen im Verlauf des Weltkrieges alle Hinterlassungen und falschen Einsparungen Der Vorkriegszeit bezahlen mutzten und wie notwendig es erst recht heute ist, daß Deutschland eine gute und richtige Kulturpolitik im Ausland treibt. Cs ist deshalb ein besonderes Verdienst der Süddeutschen Monatshefte (München), daß sie in ihrem neuesten Heft „Deutsche Kulturpolitik im Ausland" dieses Thema durch hervorragende Sachkenner umfassend behandeln. Schon der Cinlei- tungsaufsah über die geistigen Grundlagen kultureller Aaslandsarbeit von Dr. Thierfelder von der Deutschen Akademie ist hochbedeutsam, weil er in großen, klaren Linien den ungeheuren kulturellen Einfluß Frankreichs einst und jetzt auf alle Zivilisierten Völker zeigt und zum Schluß die Frage aufwirft, wer Frankreich in dem kommenden Zeitalter Der Vergeistigung und Verinnerlichung in dieser Rolle ablösen wird, ob England, Amerika oder Deutschland. Roch ist sich eine zu geringe Zahl von Reichsdeutschen darüber im klaren, daß nur etwa zwei Drittel der Deutschen im Reiche leben, während rund 30 Millionen Deutschsprechende außerhalb der Grenzen unter fremder Staatshoheit stehen. Die Weltbedeutung der deutschen Sprache ist eine Entdeckung der Nachkriegszeit, die mit dem Erwachen des deutschen Zusammengehörigkeitsgefühls in der ganzen Welt zusammenhängt. Deutsche Kulturarbeit im Ausland ist Werbearbeit für die deutsche Sprache. Richt weil' sie die Formvollendung des Französischen besitzt, nicht weil sie für Den täglichen Gebrauch so leicht zu erlernen ist toi» das Englische, sondern weil sie allein einen wesentlichen Teil des geistigen Besitzes erschließt, Der Gemeingut Der Mens chheit geworden ist. Damit ist das Wesentliche des Problems umrissen. Wick' nun amtliche deutsche Politik und Kulturpolitik vor und nach dem Kriege Hand in Hand gingen — oder auch nicht —, zeigt Prof. Dr. Konen (Bonn), Mitglied des Präsidiums der Zs Ferner Ruf. Von Hanü Kafka. Frank kam Mitte August in Der deutschen Kleinstadt an, wo er eine etwas entlegene Wohnung fand; sie hatte einem uralten Geheimrat gehört, Der vor kurzem auf feinem Sommerurlaub verstorben war. Er mietete sie, weil sie altväterlich eingerichtet und von einer unendlichen Stille erfüllt war. Das entsprach seiner Stimmung in dieser Zeit. Er wollte keine Menschen sehen, et verwand noch lange nicht den Verlust sein geliebteften Wesens; er hatte Arbeit vor, nichts als irrsinnige und alles betäubende Arbeit. Mit ihr war auch die ganze Zeit bis zum Anfang des Monats September angefüllt; kaum daß er zum Essen und zu einem kurzen Abendspaziergang das Haus verließ. Und er fühlte sich Dabei fast wohl. Manchmal hörte er noch etwas in feinem Innern, ein Fragment loDernDer Sehn- suchtsmeloDie, aber was immer es war, er Drängte es weg und ließ sich zu nichts verleiten. Frauen, die ihm auf Der Straße entgegenkamen, sah er kaum. Und sah er sie dennoch an, machten sie ihm gegen seinen Willen ein wenig mehr zu schaffen; so flüchtete er geradezu in sein gespenstisch stilles Zuhause zurück. Dort fühlte er sich am sichersten. Dort passierte es einmal im Septemberanfang, daß eine schrille Telephonglocke die Stille zerstörte. Frank verwunderte sich. Er hatte bis dahin über- Haupt nicht gewußt, daß es in dieser Wohnung aus dem vorigen Jahrhundert ein Telephon gab. Nach langem Suchen fand er es in einem Winkel zwischen zwei wurmstichigen Schränken. Er hob den Hörer ab, wobei er ein paar Spinngewebe zerriß, und rief: „Halloh?" Und zurück kam eine weibliche Stimme. Frank zitterte, als er sie vernahm. Er kannte sie nicht, aber es war ihm gleiche als ginge sie ihn zutiefst an. Ihr Klang war von bedenklicher Süße. Die Phantasie verband diesen Klang mit einem jungen Weib von ganz besonderer Art; mit etwas Fernem, Fremdem und unendlich Lockendem. Uebrigens führte er mit ihr gar kein Gespräch. Er rief, wie gesagt, „Halloh?" und bekam zur Ant- 16 Achim von Arnim. Zu seinem 100. Todestage. Von Alfred Wolfenfiein. Der so berühmte und so wenig bekannte A r - n i m gehört zu Den bezeichnendsten Vertretern Der romantischen Bewegung, Die ihrerseits so charakteristisch für Die Deutsche Dichterische Veranlagung überhaupt ist. Bei Arnim sinD allerdings Die Elemente Der Romantik schon in Auflösung begriffen. WährenD Die erste Generation ihre schwärmerische Erhebung über Die Wirklichkeit zu einer folgerichtigen unD festen Weltanschauung ausbildete. überantwortete sich Die zweite Romantikergeneration einem hemmungslosen Fluh Der Gefühle, Der fast einer Flucht gleichkam. Arnim. Dieser in Der äußeren Erscheinung männlich anmutenDe Mensch, war in seinem Schaffen recht weich, kinDlich, unbeherrscht, nämlich von Der Empfindung beherrscht. Seine Frau Bettina, Die im „Briestoechsel mit einem Kinde" Goethe verherrlichte, hatte einige Mühe mit ihrem eigenen so unklassischen Dichter. Dennoch ist es nicht richtig, von Arnim nur auf Dem Umwege über andere zu sprechen, wenn auch sein einflußreichstes Werk zusammen mit Clemens Brentano geschaffen wurde: „Des Knaben Wund er Horn". Die 1806 erschei.'.ende Sammlung deutscher Volkslieder mit Dem reitenben, das Horn schwingenden Knaben auf Der Titelseite hat durch ihr Zurückgreifen in Den ursprünglichen Quellen Der Dichtung eine Rousseauische Tat in Der Lyrik vollbracht, sie hat Den Llnterschied zwischen Bildungspoeste und Volkspoesie zu beseitigen begonnen unD auf Die natürliche Entwicklung Der Lyrik des Jahrhunderts einen besonderen Einfluß ausgeübt. 3n Arnims eigenem Schaffen kreuzte sich eine klare Sprachbegabung mit verwickeltem Seelenüberschwang. Seine Zeitgeno fen sprechen eingehender von seiner Person als von seinem Werk. Er ist männlich schön, von müdem Feuer, sagt Eichendorsf. Er hatte Gröhe ohne Grobheit, fern Gespräch fesselte die Jünglinge wie Die Greise, Die Anfänger oder die Veteranen, sagt Varnha- gen. Dabei ist Der Umfang seines Schaffens gar nicht unbeträchtlich, die „Sämtlichen Werke", die Bettlna später mit Wilhelm Grimm herausgab. Oer Besitz des Reiches. Berlin, 3. Jan. Das Reich leidet zur Zeit zwar an schweren finanziellen Sorgen, aber gleichzeitig steht ihm ein recht wertvoller Besitz zur Verfügung. Allein an Grund und Boden werden vom Reich mehr als 125 000 Hektar verwaltet und wenn man dazu noch Den ® r u n D - besitz Der Deutschen Reichsbahn hinzurechnen wollte, so würde sich eine Gesamtfläche von 325 000 Hektar ergeben. Der Hauptanteil des unmittelbaren Reichsbesihes entfällt mit mehr als 80 000 Hektar in Den Verwaltungsbereich Des Reichswehrmini st eriums, wobei es sich fast ausschließlich ryn Truppenübungsplätze handelt. Auch eine eigene Forst- verwaltung, Der etwa 13000 Hektar unterstehen, ist in Die Reichsverwaltung eingegliedert, soll aber neuerdings nach Vorschlägen aus Dem Reichsrat mit Den Länderfor st Verwaltungen zusammen gelegt werden. Ein weiterer Aktivposten Des Reiches ist seine Beteiligung an Den 2 2 Gesellschaften, Die in Den Vereinigten Industrieunternehmungen AG. (Viag) zusammengeschlossen sind. Hierzu gehören Die wertvollen Vereinigten Aluminiumwerke, Das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk, Die MittelDeutschen Stickstofswerke und andere Gesellschaften. Der Wertpapierbesitz Des Reiches besteht in Der Hauptsache Sie Deutsche Stoatspartei in Hessen. Darmstadt, 20. Jan. (WER.) In einer LandesvorstanDssihung Der Deutschen Staatspar- tei in Hessen wurden in Anwesenheit von zwei Mitgliedern des Reichsparteivorstandes, Frau Dr. Lüders und Landtagsabgeordneten Nuschke. politische und organisatorische Fragen behandelt. Die Verhandlungen waren von Dem einmütigen Willen zu tatkräftiger Zusammenarbeit getragen. Im' Zusammenhang mit Der klärenden Besprechung über das Verhältnis der Staatspartei zur Demokratischen Vereinigung teilte der hessische Parteiführer, Landtagsabgeordneter Schreiber, mit, daß er nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen sich zur Mitarbeit in Der Demokratisch-staatsparteilichen Arbeitsgemeinschaft bereiterklärt habe. Der Reichsparteileitung wurden genau formulierte Anregungen ^nd Wünsche unterbreitet, Die sich auf Die Aufgabe^' und Die Arbeit Der nächsten Zukunft beziehen. Aus öfter Welt. Der Prozeß gegen den Goldmacher Tausend. München, 20. Jan. (WTB.) Im Prozeß gegen Den Goldmacher Tausend wurde heute die Grün- düng der Studiengesellschäft Tausends erörtert. Der Vorsitzende stellte aus den Akten fest, daß die Summe der für die Studiengesellschaft ein gezahlten Beträge zuletzt etwa 820 000 Mark betragen habe, was Tausend zugibt. Er gibt weiter zu, auf Grund der Satzungen einen Betrag von 25 Proz. der Mitgliederbeiträge erhalten zu haben. Er habe zunächst 150 000 Mark und fpater noch einmal 100 000 Mark bekommen, zusammen also eine Viertelmillion. Zunächst sei in feinem Prioatlabo- ratorium in Freiberg in Sachsen gearbeitet, aber auch in Wien und Frankfurt a. M. seien Experimente vor Sachverständigen oorgeführt worden. Der Zweck dieser Versuche sei gewesen, zu beweisen, daß die wissenschaftliche Theorie über die Umwandlung von Metallen auf falschen Grundlagen beruhe. Dann beruft sich Tausend auf die Experimente im Münchener Hauptmünzamt, von Denen das erste kurz nach seiner Verhaftung, das zweite im Oktober 1929 ftattfanb. Trotz der schärfsten Kontrolle und der genauen Prüfung des Ausbangs- materials habe er einen außerordentlichen Erfolg gehabt. Taufend beschwert sich darüber, daß der Sachverständige entgegen der damals auch von ihm unterzeichneten Erklärung später a n ° ders ausgesagt habe. Die Anwesenden seien damals davon überzeugt gewesen, daß der Versuch gelungen fei. Er habe geplant, durch Vergebung kleiner Apparate den vielen Arbeitslosen Gelegenheit zu geben, durch Goldfabrikation in der Wohnung sich eine Existenz zu schaffen. Er sei aber an der Ausführung dieses Planes durch feine Ver-' Haftung verhindert worden. Der Film „1914“. Richard Oswalds „gegen Die Kriegsschuldlüge" gerichteter Film „1914", „die letzten Tage vor Dem Weltbrandist im Berliner Tauentzienpalast zum ersten Male vorgeführt worden. Der Film, Der aufzeigt, wie Die Völker Europas in Den Weltkrieg „hineingestolpert" sind, beginnt mit Der Mordtat von Sarajevo und endet mit Der Ermordung von Iaures. Er spielt, abgesehen von Dem Schauplatz des Verbrechens vorn 28. Juli, in Den Hauptstädten Berlin, Petersburg,» Wien, Paris, London unD Belgrad, hat aber feinen Schwerpunkt durchaus in Den Petersburger Szenen. in Denen Der Widerstand des Zaren und seine schließliche TIebrrwinDung durch Sassonows unehrliche Politik und durch Den Kriegswillen des Großfürsten Nikolai und des Generalstabschefs eingehend und wirksam dargestellt wird. Diese Szenen bilden auch technisch Den Höhepunkt deö Films. wort „Halloh?" Er rief nun: „Wer ist Denn Dort", und bekam zur Antwort: „Ich bin es! Gut! Auf Wiedersehen!" Damit schnappte das Telephon ab. „Ach was", dachte er, und „Falsch verbunden." Und ging an seine Arbeit. Aber vierundzwanzig Stunden lang verlockte es ihn, sich diese Stimme wieder vorzustellen. Erfolgreich rang er es endlich nieder. Genau nach oierundzwanzig Stunden, also wieder um 16 Uhr, läutete das Telephon zum zweiten Male. „Halloh?" rief er, und es folgten genau dieselben Worte wie tags zuvor: „Ich bin es! Gut! Auf Wiedersehen!" Dies zweite Erlebnis machte ihm nun zu schaffen. Er schlief nicht während der nächsten langen 'Nacht. Er war verliebt in eine Stimme und er wußte genau, daß sie am nächsten Tag genau um 16 Uhr ihn wieder rufen würde. Das geschah. Nicht nur am nächsten Tag, sondern auch an jedem weiteren des ganzen Monats September, immer um die gleiche Zeit, auf die Sekunde pünktlich. Er arbeitete nichts in diesem Monat, er liebte. Und wie alle Liebenden drängte er vorerst nicht. Er wartete ab, ohne zu fragen. Nie hörte er etwas anderes als dieselben Worte. Und er hoffte still und geduldig, daß die Geliebte ihm einmal mehr gewahren würde. Eines Tages aber, als der September schon um war, ohne daß sich irgend etwas geändert hätte, erlitt er beim Abschnappen des Telephons einen Anfall von Liebesraserei. Nach einiger Weile, sowie er eben sich etwas erholt hatte, ging er zum ersten Mal in dieser Wohnung selber zum Telephon und verlangte das Amt. Er fragte, mit welcher Nummer er zuletzt verbunden worden war. Er erhielt nicht nur die Nummer, sondern auch die genaue Adresse. Nun hielt er es für unnötige Verzögerung, noch zu telephonieren. Er eilte die Treppen herunter, nahm ein Auto und fauste durch die Straßen. Die angegebene Adresse war nicht allzu weit entfernt. Eine winzige kleine verschrumpelte Alte öffnete ihm die Türe. Er fragte nach der Dame, die vor einer Stunde seine Nummer angerufen hatte. „Ich rufe da täglich an", sagte die Hundertjährige. „Dw Herr Geheimrat ist doch feit dem ersten September von seinem Urlaub zuruck, nicht wahr? Er läßt mir nämlich durch die Bank eine kleine Rente auszahlen; das ist sehr schön von ihm. Ich habe dabei ab Gegenleistung nichts anderes zu tun, als ihn tag« l'ch um 16 Uhr telephonisch aus feinem Mittagsschläfchen aufällwecken." machen eine Bibliothek von Jean Paulischer Breite aus. Brentano urteilt, Daß Arnim fleißig sei, Daß er es ernst meine, Daß vielleicht Eein Deutscher so wie er von Poesie Durchdrungen sei, aber Daß er „leichtsinnig arbeite"? Dies gilt wohl in erster Linie von Bau und Form oder richtiger von Formlosigkeit seiner Arbeit. Es ist so, Daß Die Anfänge aller Werke sehr interessant, sehr kraftvoll sinD. Aus len „Kr o nenwäch ter n" hätte einer unserer be^en historischen Romane werden können, wenn Diese groß angelegte Auseinandersetzung zwischen nationalen und allgemein menschlichen Problemen nicht so bald in eine ausschweifende Phantastik, in spukhafte und grillenhafte Willkür überginge, — eDen o wie Der Roman „Die Päpstin Johanna". Bezeichnend für Die romantische Verwebung von Wirklichkeit und Kunst ist Das Motiv in Dem Schauspielerroman „Hallins Lieb es le ben", wo Der Held mit fetn-r Geliebten in „Maria Stuart" auf tritt: Da er sie für untreu halt, erDolcht er sich als Mortimer wirklich. Weit lebendiger steht der zusammengedrängte Bau seiner Novellen Da. „De r tolle Inv a- l i D e", Die Geschichte von Dem Veteranen, Der sich auf Dem Inselsort Ratonneau vor Marseille zum König erklärt, ist eine straffe Erzählung, Deren Fabel er, wie ost Kleist unD Büchner, Der Gegenwart, einem Zeitungsbericht entnommen hat. Arnims schwungvolle Psychologie hat ihre Höhepunkte in Szenen wie jener, wo die Frau des Invaliden, Die ihren Mann zuvor als vonr Teufel besessen beim Kommandanten verklagt hat, in Liebe bei feinen Kanonen nieb’rfniet, als er nun tatsächlich ein Teufel wird und die Welt um sich herum in Grund und Boden schießt. Humor hat Die Novelle „Fürst Ganzgott und Sänge r H a l b g o t t", eine komische Abwandlung des Schillerworts, daß Der Sänger mit Dem Fürsten gehen solle: er geht statt Des Fürsten in dessen Residenz und spielt dort mit dem Theaterstern auf Der Brust Die Rolle Des Serenissimus. Arnims Charme und Ernst machen ihn zu einer Der liebenswertesten Gestalten Der romantischen Bewegung; unD wichtig, auch für heute, ist fein Bestreben, Den Einzelfall ins Hintergründige und Geschichtliche einzuordnen. Als er ein halbes Jahr nach der Iulirevvlutlon fünfzigjährig an einem Aw Leitung von * »äsä !s*?"T6 divers Uo Ulor Gumbe ^lenschast der taf iii verleihen, kistand nicht nu' .MerMssereckä 'Zaus dem Le (tat auszu'ch .Mr Heidelberg äin solches Borge "tinne dies nur aV der statulanschen^ dm Erlaß des - nehmigungsurdn Heidelberg vm qm. Me Otaar fort ihre Äe Neuwahl worin sinnwidrig, so l Aamen und bei hing Einrichtu urdj soügeseh notdürftig in b ten werden kön Dißlplmai Der Thür rat hat gegei ' Eisenach, MH nach unb 3üd) Wfjiplinartafaf, werden beschuldi Landeskirchenrad stoßen zu haben der thüringische iaktive pvli lagt Die die iReichstagswahl demokratie geh Beifügung bet Cln km In dem Dors nete sich ein s dreijähriges Än i dem Äachbardo i ihren Schwieger legenheit lief d '• die Küche und s , den Bottich, gefüllt toa Brandwunden, . liefenmg ins S - lurg a. d. H. fta , ■ 2 Drei Kinder I'lsburg im Ki rend die Eltei nnem Brau heben Iah und vier Jahre der Küche liege, bucht. Als die SW* Hemke Küchenherd f,än langen. Die nen Erfolg. toffanöung ei Jln sranzösis « im We ^noon nac 2» 6ei Sm Ä.n und tjL Einer de H, b? dem $: ^it gebL Lahore nJ iS*??' '"»"LL . Aus de?N WE ^ia,jugc3. rtayen. ~^»zch MtrJaufenö. 2M*S *, nb zugibt. Gr gibt 2,. "tzgen einen «K 'eitrage erhalten zu Mark und ^noch T Ä fernen qH? eine «.in fernem Privatlaba: 2"e* gearbeitet, >J0 itranffurf a.2R. achoerslandigen oorgefübrr S'A[ei gewesen, zu WliAe Theorie über btt in auf latschen ©runblaatn Tausend aus die Experi- auptmünjamt, von denen Verhaftung, das zweite im Atz der schachten Korn Prusung der Ausgangs^ 1 außerordentlichen nd beschwert sich darüber, entgegen der damals auch i Erklärung später an- ibe. Die Anwesenden seien t gewesen, daß der Versuch geplant, durch Vergebung ielen Arbeitslosen (Belegen- ulbfabritaiion in der Woh- iu Mafien. (Fr fei aber on fßlanti durch feine Ser-. n. m W. die AriegSschuMge" , .die letzten Tage vor dem :liner TaucntzienPalasl zum rt worden. Der Film, der 'er Europas in den Dell- " sind, beginnt mit der । und endet mit der Srmor' spielt, abgesehen von dem chms vom 28. Juli, in den Petersburgs Wien. Paris, hat aber feinen Schwer- PetersburgerSze- diderstand des Zaren und Windung durch EahonoLs )urch den Kriegswtllen des Md des Teneralslabschess dargestellt wird. Dieses misch den Höhepunkt des Berliner Sorte. Berlin. 21. Jan. (MTB. Funkspruch.) 3m Einklang mit Reuyork und im Anschluß- an die freundliche Stimmung der gestrigen Abendbörse taxierte man im heutigen Frühverkehr die Tendenz etwas f e st e r. Man glaubt, bei den jetzt notwendigen Ültimovorbereitungen mit weiteren Deckungen der Börse rechnen zu können. Die angeblich schwebenden Kreditverhandlungen und die Situation in Genf finden eine ziemlich günstige Beurteilung. ämter .im Heufigen Anzeigenteil aufgefordert. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. •• Straßensperrungsnach richt, mitgc- teilt vom Oberhessischen Automobil-Club e. B. (A. v. D ), Gießen: Die Sperre auf der Provinzial- straßenstrecke Ortsdurchfahrt Frankfurter Straße in Vilbel ist aufgehoben. , . " Obst- und Gartenbauverein Gießen. 3n einer Versammlung des Obst- und Gartenbauvereins, die bei guter Beteiligung nm Sonntag im Hotel Hopfeld abgehalten wurde, sprach Herr Mazarin. Worms, über ^Steigerung im Anbau von Beeren- und Steinobst". Der Verbrauch pro Kopf der Bevölkerung in 1913 von 36 auf 50 Kilogramm im vergangenen 3ahre bedeutet, so führte der Redner auS, eine überaus erfreuliche Zunahme des Obstgenusses, die vom gesundheitlichen Standpunkte aus sehr zu begrüßen sei. Sie werde, unterstützt von ärztlicher Seite, auch fernerhin zunehmen. Es müsse daher für Reupflanzungen und Verbesserungen Sorge getragen werden, um die verlangten Mengen rechtzeitig auf den Markt bringen zu können. Leider sei die Deckung des Bedarfs aus einheimischer Produktion nicht möglich. Gewaltige Mengen müßten auS Frankreich, Italien und anderen Ländern eingeführt werden, die zum Teil in deutschen Konservenfabriken verarbeitet, zum Teil aber auch als Frischware auf die Märkte kommen. Leider hatten sich die deutschen Erzeuger nicht nach den Bedürfnissen dieser Fabriken umzustellen vermocht. Die Geldsumme, die für Obst nach dem Auslands fließt, betrug 1930 nicht weniger als 330 Millionen Goldmark, wahrend die Ausfuhr deutschen Obstes immer nur sehr bescheiden sei. Das deutsche Klima sei, so betonte der Vortragende, für die i in Betracht kommenden Obstsorten durchaus günstig, vielerorts günstiger als anderswo. Erdbeeren tragen bereits ein 3ahr nach der Pflanzung. Die Anbaufläche für Erdbeeren habe zwar alljährliche Steigerungen erfahren, doch leien die Erträge noch ungenügend und es müssen große Mengen von Holland übernommen werden. Auch für den Johannis-, Stachel- und Himbeer« bedarf genüge die Erzeugung des Inlandes keineswegs. Der größte Teil von Himbeersäften, die in Kran- | kenanstalten und Apotheken verbraucht werden. I komme vom Auslande. Deshalb sei der Anbau gerade dieser Deerenobstart überall da zu empfehlen. wo die Bedingungen für ihr Gedeihen vorhanden sind. 3n Oberhessen mit seinem schweren Boden und größerer Luftfeuchtigkeit sei der Anbau gut möglich. 3n Verbindung mit Beerenobstanbau rentiere sich auch der Steinobstbau. 3n erster Linie komme die mittelfrühe und späte Süßkirsche, außerdem Zwetschen, Pflaumen und Mirabellen in Betracht. Der Pfirstchbaum gedeihe nicht bloß in besonders guten Lagen, sondern fast überall in guter Mittellage als Duschbaum. Richtige Sortenwahl, rationelle Düngung und Bodenbearbeitung, Reuanlagen, Ab ahorganisation, Einkochen von Säften, Marmeladen und Herstellung von Pasten und Süßmost seien Maßnahmen, wohl geeignet, unserem Volke die nötigen Obstmengen zu sichern, ohne daß hierfür deutsches Geld in Millionenbeträgen an das Ausland gezahlt werden müsse. Der Redner schloß seine beifällig aufgenommenen Ausführungen mit der Mahnung an die Gartenbesitzer, dazu beizutragen, daß in den bestehenden Verhältnissen Wandel geschaffen wird. r^Tlßer ist denn hort'; «! «! * , Ä „5«W ***5, rbeit Aber vierunbjwanz'g es ihn, s'-h 6t*5 W ‘rtiSS »Sri am -Q?f DqhW'^ en sondern um mir Sept«« Gr °o ie ^i^.aiebU. IM w!c n Er warlcl- Nie still und gedul' Inb er Nf g^ohr-n mns aeänd-rth°"-, ppen des w b sowie i Nach einln9a € 3um erstes lt hatte, gms«6 und selber « jSW MW W-S rLsSS 'm oll lhw- tun, al- werden. ,, , ,, .. Die etwa Inständige Rede wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Eine Aussprache wurde von der Versammlung nicht beliebt. Mit dem Gesang des ersten und vierten Verses des Deutschlandliedes fand die Versammlung ihren Abschluß. Talen für Donnerstag, 22. Januar. 1561: der Philosoph Francis Bacon v. Verulam I in London geboren; — 1729: der Dichter Gotth. | Ephraim Lessing zu Kamenz i. d. Lausitz geboren; — 1775: der Physiker Andre Marie Ampöre in Lyon geboren; — 1788: der Dichter Lord Byron in London geboren; - 1849: der Dichter August Strindbcrg in Stockholm geboren. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: „Der Widerspenstigen Zähmung", 20 bis 22.30 Ahr. — Protestkundgebung gegen das Steuerdiktat des Staatskommissars, Redner Rechtsanwalt und Rotar Albrecht, 20 älhr. Cafs Leib. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die drei von der Tankstelle". — Astoria-Lichtspiele: „Troika". , . . — Aus dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, Shakespeares Lust- spiel „Der Widerspenstigen Zähmung" in der Besetzung der Erstaufführung unter der Spielleitung von Peter Fassott. — Freitag, 19,30 Uhr die Sil- vesterposse „Robert und Bertram . — 3n Vorbereitung ist das Lustspiel „Leinen aus Irland' von Kamare. _ E — Die akademischen Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende, die von der Industrie- und Handelskammer Gießen und der Gießener Hochschulgesellschaft veranstaltet werden, finden, nach Abschluß der Ferien, am morgigen Dienstagabend in der Universität ihre Fortsetzung. Professor Dr. M o m b c r t wird seine Vortragsreihe über „Grundfragen der Besteuerung und Steuerpolitik" beginnen. — Wohltätigkeitskonzert der Gesangsschule Frau Dr. Meyer. Auf diese Veranstaltung (siehe Heufigen Anzeigenteil) sei ter werden können. Disziplinarverfahren gegen vier Pfarrer. Der Thüringische Landeskirchen- rat hat gegen die Pfarrer Dr. Emil Fuchs, (ilenach, Kohlstock, Apolda, Kleinschmidt, Eisenach und Jüchen, Möhrenbach, das förmliche Lilziplinarverfahren eröffnet. Die Genannten werden beschuldigt, gegen die Verfügung des üandesfirchenrats vom 20. August 1930 verstoßen zu haben. Rach dieser ist den Geistlichen bet thüringischen evangelischen Kirchen jede aktive politische Tätigkeit unterlagt. Die vier Pfarrer haben während des Neichstagswahlkampfes Reden für die Sozialdemokratie gehalten, auch noch, nachdem di« Verfügung bereits erlassen worden sei: Lin Kind in heißer Milch verbrüht. An dem Sorte Prützke bei Brandenburg «eignete sich ein schwerer Unfall, dessen Opf« ein dreijähriges Kind wurde. Die E)eleute Hanne aus ten Rachbardorse Wust weilten zu Besuch bei ihren Schwiegereltern in Prützke. Bei dieser Gelegenheit lief die dreijährige Tochter Helga tn die Küche und fiel in einen dort ftet>cn- den Bottich, der mit heißer Milch an- gefüllt war. Das Kind erlitt so schwere Brandwunden, daß es am Tage nach der Einlieferung ins Städfische Krankenhaus Dranden- I ueg a. d. H. starb. Drei Kinder erstickt. Drei Kinder eines Bergmannsehepaares auS Äilsburg im Köllertal (Saargebiet) sind, wäh- renb die Eltern Verwandte besuchten, bei < i n e m Brande erstickt. Die Frau hatte dos sieben Fahre alte Mädchen und d e fünf ind vier Fahre alten Iungen in dem neben inr Küche liegenden Sch la z nmer zu Bett ge- bracht. Als di« Eheleute nao) v.erstundiger Ab- w.lenheiit he.mkehrlen, fanden |ic die Wohnung dicht verqualmt. Wahrsck e mich haben am Küchenherd hängende Lappen Feuer gefangen. Wiederbelebungsversuche hatten t«i- swn Erfolg. I Notlandung eines Flugzeuges mit Goldladung. Ein französisches Flugzeug mit einer Go.d- kbung im Werte von 1 600000 Mk„ das von London nach Pari- unterwegs war, mußte bei Srnarden (Kent) eine Rotlandung vornehmen und wurde dabei s ch w e r 6 escha - bigt Einer der Piloten, der bewaffnet war, Biclt bei dem Flugzeug Wache, bis das Gold m Dchcrheit gebracht war. Adl« gegen Flugzeug. In Lahore (Indien) stieß während eines Ge- fchwaderfluges einer der Apparate mit einem jueien» äblcr zusammen, dessen Flügelweite 2,50 Meter i betrug. Das Flugzeug stürzte ab. Die beiden In- I i offen fanden den Tod. Zugkatastrophe in Amerika. i Auf der Strecke B o st o n — Re uy or k stieß ein Schnellzug bei mangelhafter Sicht und wtix- Mem Schneesturm in der Rühe der Station Rcad- trillc mit einem Loka lzug zusammen. 2ie Lokomotive des Schnellzuges und zwei Wasen des Lokalzuges stürzten um. Lieber 50 Per- Ibnen wurden verletzt, zum größten Teil Reisend« L«S Lokalzuges.______ Die Zugfpihbahn vollendet. | I In Anwesenheit zahlreich« Ehrengäste wurde Lr letz te Teil der bayerischen Zugspitzbahn, I lc Seilbahn yon dem 2650 Meter hoch ge» Lqene Schneefemerhaus zu der zwischen dem Ost- Lb dem Westgipfel der Zugspitze in fast 3000 Bieter Höhe gelegenen Bergstation eröffnet. Blit der Inbetriebnahme der Seilbahn, die einen Uöhenunterschied von fast 300 Met« bei ein« Di reckenlänge von 725 Meter in vier bis fünf Minuten Fahrzeit überwindet, wurde gleichzeitig [j* das neuerbaute Hotel Schneeferner- »auS «öffnet, das 80 Gäste aufnehmen kann, Mährend das alte Schneefernerhaus, das als Tou- In'tenhaus in den nächsten Wochen «öffnet werden Ltb, Raum für 115 Gäste bieten wird. Die Zukunft Bayreuths. I Frau Siegfried Wagner hat als Rachfolg« kreß Gatten in die künstlerische Leitung der Fest- irüle Heinrich Tietjen und in die musikalisch« i> Itung Wilhelm Furtwängler berufen. Der Drruhische Kultusminister hat Tietjen seine Ermächtigung zur Annahme der Berufung «teilt, »lxnso hat Furtwängler feine Zusage gegeben, liefe Reuordnung wird erst 1933 in Kraft treten, KT nach dem Willen Siegfried Wagners die dies- fcbrigen Festspiele in unveränderter K$rm stattfinden. Wilhelm Furtwängler hat Vch aber bereit erklärt, schon in diesem Fahre lie Leitung von „Tristan und Isolde" zu üb«- ectynen. Der Heidelberg« ASTA aufgelöst. Der badische Minister des Kultus und Unt«- üchts hat den Allgemeinen Studenten-Ausschuh - kt Universität Heidelberg (ASTA) mit sofor- iger Wirkung aufgelöst. Veranlassung hierzu ga- jc-n wie eS in dem Erlaß des älnterrichtsministers jciht, die fortdauernden Verstöße des ASTA- | l»rstandes gegen die Satzungen der Allgemeinen Studentenschaft und vor n.em ein Brief des ASTA-Dorstandes vom I^Ianuar an beit Rektor der Universität Heidel- btrg, nach welcheni er die Richtbeteiligung 3r Llniversitätsfeierlichkeiten des- regen beschlossen habe, um der Forderung, „Herrn 'tofeffor Gumbel nicht mehr als Mitglied d« Dozentenschaft der Tlniversität zu sehen", Rach- bnd zu verleihen. Ieht verlange der ASTA- lorstand nicht nur, daß Professor Gumbel den 1lniversitätsfei«lichkeiten fern bleibe, sondern daß ir aus dem Leh r körper der älniver- li tat auszuscheiden habe. In den Sahun- jer der Heidelberger Studentenschaft finde sich für tirt solches Vorgehen keinerlei Grundlage; man forme dies nur als eine gröbliche Ueberschreitung bei statutarischen Zuständigkeit bezeichnen. — 3n tem Erlaß des Minist«s wird üie Sahungsge- le^migung für die Studentenschaft d« Hniberfität Heidelberg vorn 12. Dezember 1925 zurückgezo- gc-n. Alle Organe der Studentenschaft hätten fo- lott ihre Ölemter niederzulegen. Ein« Neuwahl werde nicht angeordnet. Es erscheine hnntoibrig, so heißt es in dem Erlaß, unter dem fernen und der äußeren Form der Selbstverwal- hing Einrichtungen bestehen zu lassen, die nuv bnrch fortgesetzte Singrisse der Aufsichtsbehörde notbürftig in ben Schranken b« Ordnung gehal- Aus der provinzialhauvistadi. I ®i'6en. ben 21.3«nuar 1931. MStÄS Oeuffchnationale und Tributlasten. l«'nnen der Gesangsschule Frau Dr Meyer, _ 1 ' , ' von der Anfängerin bis zur berufstätigen Kunst- 9n der vollbesetzten Turnhalle am Oswaldsqartcn krin toirb cinc interessante Entwicklung der sprach gestern abend in einer öffentlichen Derfarnm- gesangspädagogifchen Ausbildung zeigen und lung auf Einladung der Gießener Ortsgruppe der durch die Mitwirkang der ehemaligen ersten Al- Deutschnationalen Volksvartei der deulschnationale Rürnberger Oper, Frau Paula Reichstagsabgeordnete Profestor Dr. von Frei;- Franke-Zondervan, eine werwolle Beta g h - L o r i n g h o v e n über das Thema „Das xeicherung erhalten. Am Flügel begleiten Frau Ende der Iributpoülit". Der Redner betonte ein- Elfüede Fischer und Fräulein Iren« Wal- lcitend, daß der Kampf um die Leistung der Tribut» t h e r. zahlungen jetzt in das entscheidende Stadium ein- ' • getreten sei. Sodann wandte er sich gegen das Kabi- »»OeffentlicheKreisausschußsitzung. nett Brüning, das sich mit seiner Reparationspolitik vfm Samstag 31. Januar, vormittags 9 Uhr, findet vom Parlament lösen wolle, um sie ungestört be- im Regierungsgebäude, dahier, eine öffentliche treiben zu können. In diesem Zusammenhänge Kreisausschußsitzung mit nachstehender Tagesard- sprach er sich entschieden gegen den Parlamentaris- nung 1. Wildschadensersatzanspruch des Ernst mus aus, den feine Partei beseitigen werde, sobald jn Ettingshausen. 2. Antrag der Gemeinde sie dazu imstande sei. Er kritisierte weiter, daß im Irof)e auf Ablösung des Rechtes der Besteuerung jetzigen Reichstag die nationale Opposition völlig Don anherhalb der Gemarkung Trohe - gelegenen ausgeschaltet werde, während das Zentrum und die . Grundstücke. 3. Einspnich gegen den Gemeinderats. Mittelparteien, beide abhängig von dem stillen Teil- tzeschluß wegen Aufwertung des Einkaufsgeldes in Haber der Koalition, der Sozialdemokratie, um die ^er Gemeinde Watzenborn «teinberg 4. Entziehung Erhaltung ihrer Vorherrschaft kämpften. Die Deutsch- &es Führerscheins des Wilhelm Wilke in Gießen, nationale Volkspartei unter Hugenbergs Führung - Steuererklärungen. Zur Abgabe der werde nur dann mit den Mittelparteien eine Re- gierung bilden, wenn diese sich endgültig von der Sozialdemokratie lösen und der Führung dex natio- I nölen Rechten unterstellen würden. Mit einer Politik, die die Wiedererlangung der deutschen Freiheit durch Leistung von unerträglichen Tributlasten erstrebe und dadurch das deutsche Volk auf Gene- I rationen hinaus zu Fronsklaven mache, werde sich die Deutschnationale Volkspartei nicht einverstanden erklären. 3m weiteren Verlaufe feiner Ausführun- gen bemerkte der Redner, die vom Kabinett Brüning beabsichtigte Sanierung der Reichsfinanzen fei trotz I aller Notverordnungen und neuen Steuern bis heute nicht erreicht worden, iu Wirklichkeit weife heute der I Stand der Reichsfinanzen einschließlich der schweben- den Schulden ein Defizit von nahezu 3 Milliarden I auf. Der Redner kam dann auf die deutsche Ost- I Politik zu sprechen und machte hierbei dem Rckchs- I tangier Brüning zum Vorwurf, daß er in die Fragen des Ostens nicht tief genug eingedrungen fei. Weiter übte der Redner scharfe Strittt an der deutschen Siedlungspolitik im Osten und besprach I dabei die politischen und wirtschaftlichen Unmöglichkeiten der gegenwärtigen Grenzziehung Ostdeutschlands. 3n diesem Zusammenhänge forderte er schärfste Abwehrmaßnahmen gegen die fortgesetzten 23er- I letzungen der deutschen Hoheit durch polnische Flieger und entschiedenes Eintreten der deutschen Regierung für die deutsche Minderheit in Polen. Sodann polemisierte der Redner eingehend gegen die von Minister Curtius verfolgte Außenpolitik. Er bemerkte hierbei, die Curtiussche Außenpolitik habe die Gefahr nahegebracht, daß Deutschland in die Front der Gegner einer Revision des Versailler Diktats eingegliedert werde. Die von Stresemann und Curtius vertretene Politik der Verständigung | I mit Frankreich nehme dem deutschen Volke die Mög- I lichkeit, die von Mussolini als notwendig erkannte und geforderte Revision des Diktats von Versailles I mit aller Kraft durchzudrücken. Der Redner rügte, daß heute der italienische Außenminister Grondi in Genf der Wortführer der Revisionisten sei, wahrend Curtius diese Aufgabe habe übernehmen müssen. Die Haltung Deutschlands habe mit dazu beigetragen, daß England sich wieder vollständig I an Frankreich angelehnt habe. Fetzt werde sogar behauptet, das Kabinett Brüning wolle in Frankreich Anleihen für Deutschland aufnehmen, wobei als politische Gegenleistung die Preisgabe der Re- Vision des Versailler Diktats in Betracht kommen werde. Der Redner forderte die nachdrücklichste Geltendmachung des deutschen Rechtes auf Revision des Versailler Diktats, da die andern ihre Verpflichtungen aus dem Vertrag nicht erfüllten, er lehnte I die Paneuropabestrebungen entschieden ab und verlangte mit Nachdruck den Austritt Deutschlands aus I dem Völkerbund, wenn unseren Forderungen auf I Revision des Versailler Diktats und auf Achtung her deutschen Rechte, auch in den Minderheiten- : fragen, nicht entsprochen werde. Erst wenn dieser Wille zur deutschen Selbstbehauptung in Erscheinung trete, wozu als erstes die sofortige Einstellung der I Tributzahlungen gehöre, könne von dem Beginn ; eines Wiederaufstiegs Deutschlands gesprochen Siaaiöbürgerliche BildungSiagung in Alsfeld. H Alsfeld. 19. Ian. Am Samstag fand im großen Saale des „Deutschen Hauses" «in« staatsbürgerliche Dildunastagung für Stadt und Kreis Alsfeld durch die Reichszentrale für Heimatdienst, Landesabteilung Hessen, statt. Zu«st sprach Studienrat Dr. König (Gießen) über „Politische Probleme Mitteleuropas" in kehr fesselnder Weis«. Sem« Aussührunaen gipfelten in den Feststellungen, daß von d« Beseifigung der gegenwärtigen, durch den Vertrag von Dersallles geschaffenen staatlichen Verhältnisse Mitteleuropas mit ihren Rationalitätskämpfen die gesamte Befriedung Europas abhänge. Der Redner schlug zu die- fern Zwecke die Schaffung eines europäischen Volksrechts zum Schutze der Minderheiten und die Schaffung eines ausgeglichenen großen Wirtschaftsgebietes für Mitteleuropa vor. Der Schlüssel zu Mitteleuropa liege bei Deutsch-Oesterreich und in d« Anschlußsrage. Als zweiter Redner behandelte Universitäts- Professor Dr. Köpp« (Marburg) da« Thema „D e u t s ch l a n d i n d e r W e l t w i r t s ch a f t »- krise", wobei er zunächst ein anschauliches Drld von den Wirtschaftskrisen der anderen Länd«. insbesondere Amerikas und Englands, gab. Er erläutert« dann eingehend die älrsachen der deutschen Krise und kam zu dem Ergebnis, daß drese ein Teil der Weltwirtschaftskrise, zugleich ab« auch eine Sonderkrife, nämlich «ine Vertrauenskrise sei, hervorg«uf«n durch die älnsicherhetk der politischen Verhältnisse in Deutschland, die zu einer verhängnisvollen Kapitalflucht gesuhrii habe. Der Vortragende bezeichnete als die wich- figste Voraussetzung für die äleb«windung bet Krise in Deutschland die Wiederherstellung des V«trauens, wobei « auf das Beispiel Frankreichs hinwies, daS heute weitgehendstes Vertrauen genieße. AlS dritter Redner sprach ErziehungSdirektov Beckmann (Frankfurt a. ÖH.) über daSThema „D i e Reichsreform im Lichte der Geschichte", ein geschichtlicher, anregender Bor- trag, der unter Vergleichung der staatlichem Entwicklung anderer Länder darlegte, daß im Gegensatz zu anderen Staaten, z. D. Frankreich, die Entwicklung Deutschlands in d« Geschichte bis zur Reichsgründung Bismarcks von einem früheren Einheitsstaat immer mehr zum Partt- külarismus geführt habe, mit dem aufgeräumt werden müsse. Die Reichsreform müsse tomrnen. auf die Dauer sei es unmöglich, in Deutschland 17 Länder mit ihrem kostspieligen DerwaltungS- apparat aufrechtzuerhalten. An die interessanten Vorträge schlvh sich eins Aus'vrache an. DaS Schlußwort sprach KreiS- birdtot Dr. Stammler. Der Besuch der Veranstaltung war gut. Die Wetterlage. Vanflavin'' / PASTILLE" OCUIMMIUMMftIVAJl / Z 7, O etrtln* .Twi ä ‘ O o ivCVy Rtagtnt ©womenios O neuer. Q nato oedeext a woixig. • neuem • «eoew »Schnee a Graupeln, g Menet KGewitier.(g)wi«flsTiiie.«O^ «eicnte» Ost nasyge» lüdiudwest q stürmischer lordwesB Oie Pfeile fliegen mit dem vmde. Die neiden Stationen dienenden Za* ten genen die Temperatur an. Die Linien VernmrXo Orte mit gleichaM auf Meeresniveau umgerechnete» Luftdruck Wettervoraussage. Die Temperaturverteilung zeigt Heute morgen östlich der Elbe infolge der vielfach bestehenden Schneedecke unter östlicher Luftzufuhr Frost bis zu — 6 Grad, westlich der Elbe dagegen durch die milde ozeanische Luft Temperaturen bis -I- 7 Grad. Wahrscheinlich dürste der Zustrom ozeanischer Lust durch das Jslandtief auf dem Festlande die Dor- Herrschaft behalten, so daß für unseren Bezirk die Wetterlage durch sie bestimmt wird. Aussichten für Donnerstag: Neblig uni) bewölkt mit vorübergehendem Aufklaren, einzelne Niederschläge, Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt, tagsüber milder. Aussichten für Freitag: Wenig Aende* rung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 20. Ianuar: mittags 3,8 Grad Celsius, abends 3.5 Grad; am 21. Ianuar: morgens 4,3 Grad. Maximum 4.7 Grad, Minimum 3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Januar —0,2 Grad; am 21. Ianuar —0,2 Grad Celsius. — Riederschlag 0,7 Millimeter. Sthufz gegen Grinne Schöne weiße Zähne: Chlorodont S ” N I 553 D 564 D 577 D 555D Vrennholzverjteigermigen 1 Gießen, den 20. Januar 1931. 0350 Gießen, den 21. Januar 1931. Georg Mayer, Vermessungsrat. 467 D Lehrlina Hotten Warenverteiler gesucht 0351 l Gießen, 21. Januar 1931. 559 D NeneemÄtePreise 1 0362 2 lang) und 2,4 rm Buchenscheit II. auf 22 A Modehaus dem Lagerplatz des Sägewerks Schmidt, imprfc fnhiprer fip|rnt Laubach-Wald. Rat unterstrichene Rum- ^öbe und Wä che. mern werden nicht ausgeboten. Auskunft Sm.tfl norban^ erteilen Förster Melchior, Gonterskir-1 Bertr.Zutchrisi. unt chen, und Wiesenw. Silß, Laubach. 0301 a. d. Gieß. Au» Salomon*« 580 D 0301 a. d. Gieß. An- Allen, die uns bei unserem schweren Verlust ihre Teilnahme bewiesen, sage ich hiermit im Namen aller Hinterbliebenen herzlichen Dank. Aus den zu berichte. 1 Stück 1,70 fm. Die G.B.Frankonia i. A.: Hans Kümmel XXX. 3 Eil im Unterfertigte betrauert tief das Ableben ihres lieben A. H. Gießen, den 20. Januar 1931. Slullet, Rechner. AllgemeineOrtskranken- kaffe Gießen-Gtadt Die rückständigen Beiträge zur Kranken., Arbeitslosen- und Invalidenversicherung für den Monat Dezbr. 1930 können noch bis zum 28. Januar 1931 ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. DieEinzahlung kann tägl. außerSamS- tags von 8-1 Llhr bei unserer Kaffe oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Ar. 10833 erfolgen. Dienstag, den 27. d. 21L, von vormittags 9'/2 Uhr ab, in der Wirtschaft des Georg Sommer VI. zu wahenoorn aus den 32 I.,ev, nut gedteg^ charakterfest. Herrn und Roden versteigert: Ruhholz. Stämme: Eiche, A, 5. Klasse = 1,54 fm, 6. Kl. 1 Stück = Eiche, N, 3. Kl. 2 Stück = Msfüd WenfchAf Altenstadt B.-Nauhein Büdingen Butzbach Eulersdors Friedberg Gedern Gießen Grünberg Homberg Köddingen Lauterbach L/ch Sonborf Aidda Okarben Ruhlkirchen Holzversteigerungen des Graf zu Solms-Laubachschen Forstamts Laubach. Montag, den 26. Januar, 10^ Uhr, im Gasthaus „Zur Traube" zu Laubach aus den Distrikten Wildfrauberg Lamperts- tor, Hirtenbachskopf, Hirtenbach des Reviers Tiergarten, nn Scheiter: 420 Buche, darunter 8 rm Werkfcheit aus Wildfrau- berg, Hirtenbachskopf, 15 Fichte II; Knüppel: 200 Buche, 1 Eiche, 5 Fichte; Stöcke: 50 Buche; Reijerknüppel: 34 Buche. Die mit F bezeichneten Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt Förster Knöß, Lardenbach. 572D Dienstag, den 27. Januar, 10 Uhr, im Gasthaus „Zur Traube" zu Laubach aus den Distrikten Forstwiese, Wallenbcrg, Esclskopf, Brühl, Betten, Dörnberg, Hölzchen der Försterei Gonterskirchen, nn Scheiter: 470 Buche, darunter 16 rm Werkscheit aus Forstwiese, 3 Birke, 8 Fichte; Knüppel: 200 Buche, 12 Eiche, 5 Fichte; Stöcke: 70 Buche; Retserknüp- pel: 200 Buche. Aus Distrikt Hölzchen nur Buchenknüppel II. und -stammrciser. 107 Stück Buchenbrackschwellen (2,6 m Danksagung. Für die wohltuenden Beweise der Anteilnahme beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichsten Dank. Elisabeth Jung, geb. Echler und Angehörige. Danksagung. Für die vielen Beweise au'richtiger Teilnahme bei dem Tode unserer lieben Mutter Fran Lina Theiß WwMeh. Zorn danken herzlichst im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Die Kinder: Walter und Else Theife. Klein-Linden, den 20 Januar 1931. (jenen höchste Berdienstmöglichketf. Wir ließen alles erforderliche Material kosten' los zur Berfügnna und (icro.ibrcn iteit- flebenöite Unterstützung. Die Stelle besteht schon feit Jahren und ist umfangreiche Tauerkundschan bereits vorhanden. Be< werbunflen mit StcherhettS- oder Bürg' fchaftsletstunaen erhalten den Vorzug. Aemer suchen wir per sofort einige tüchtige Wat MW» WM Wir zahlen konkurrenzlos hohe Bezüge, es wollen sich daher nur wirklich tüchtige Weiber melden. Schriftl. Angebote unter Angabe der Alters und fettber. Tätigkeit unter 5561) an den Gießener Anz. erbeten. Am Dienstag, dem 20. Januar 1931, verschied unser verehrter Prinzipal Herr Kaufmann Gabriel Spier. Wir verlieren in ihm einen gerechten Vorgesetzten, dem wir jederzeit ein ehrendes Andenken bewahren werden. Das Personal der Firma M. Nachmann. Gießen, den 21. Januar 1931. ItMIta mit flutcr Schul' btldung. ev. Slonu in Kolonialwaren- und Drogengeschäst soM peil. Schrill!. Angebote unt. 5711) an d. Gieß. Anzeiger erbeten. Schellfische o. K. Kabeljau o. K. Rotzungen, Zisch- filets, FischloreletiS lebende Karpfen u. Schleien,Fleisch-u. Heringssalat Alarinaden Räucherfische Bahnhofstr» 59 DLmedleonhardBach aktiv 1918/19 (2. Kl.) 1,21; Birke (2. Kl) 0,18, Ahorn (2. Kl.) 0,15, Hainbuche (1. Kl.) 2,45, Fichie (3a- bis 4b-Kl.) 15,33; Stück Deichseln (Hainbuche und Esche) 7; Derbstangen: Esche 8, Fichte 88; Reisstangen: Fichte (Spalierholz) 250; Bohnenstangen 210; rm Nutzholz: Eiche (Wagner- und Pfosten- Holz, 2,15 m lang) 31; Spalierholz: Fichte (1,55 m lang) 20. Zusammenkunft: 9.30 Uhr Straße Lich— Gießen, Waldeingang (Teich). Dienstag, 27. Januar, wird in den Di. strikten INeilbach, Rlönchwald, Riedwald folgendes Ruhholz versteigert: fm Schnitt- Holz: Eiche (4. und 5. Kl.) 4,45, Buche (3. und 4. Kl.) 6,38, Kiefer (3. Kl.) 1,55, Els- beere (3. Kl.) 0,49; wognerholz: Eiche (2. und 3. Kl.) 4,93, Hainbuche (1. Kl.) 0,49, Esche 0,35, Linde 0,15; Stück Stangen: Esche 39, Fichte (1. bis 4. Kl.), langschaf. tige Weißbinderstangen usw. zirka 500, Bohnenstangen 900, Pferch pfähle: Buche 110; fm Bauholz: Fichte (la- bis 3a-, zumeist 2a-Kl.) 37.81; rm Ruhscheit: Eiche lWagner- und Pfostenholz, 2,15 m lang) 294, Elsbeere 0,6; Reisknüvvel: Esche (Wagnerholz) 1,5; Fichte (Spalierholz, 1,55 m lang) 27,9. Zusammenkunft: 10 Uhr Blindelochwiese (Albach-Hattenrod). 3 Damen zum sofortigen Eintritt gesucht. MonatMverdienst 81 k. 400.— Vorzustellen Tonnerötag, 22. Jan.» von 10—12 u. 15-17 Uhr, Hotel Köhler, GieBn. 24 Fortletzu Peter Lc das Gaftzin „Äoble $ daß der 5 schäften bat „Seb’ ni< die andern öat schon w auch gleich - Io: Dvrbchof .Erlegte er schon in eit We mitja 6t br Mstel.en \ liches" heb' Ianj bespret Itens ans konnte er c Veü Kinna sur chn, en 2todj abe sollte erst . Der lief ’n die Arm N"ocht uni sewen 6*01 Auge J’ntn Au -'"Deine ' Zucke auf der *3« Fra . ^’ana foi ÄÄ < '■ beok "’N, QJJ SW fe“? JfÄK eit 1945 Arbet Wie sehr durch das W 2 E & s’ndd« in dem Nebe suchenden geg> tenmg des Dl juchende. 3m Bereich Arbeitsuchen * rfi Mlitf - Waschkunstseide Alpha lusV.t’jet« 3.90 Jota pmiaert.Xt 4.25 Der »Elbeo<-Strumpf ist zur Zeit das Beste, was es am deutschen Markte gibt! — Wir haben 5 Qualitäten in mehr als 25 Farben lagernd ... 1,23 fm, 5. Kl. 2 Stück = 1,78 fm. Fichte. N, la-Kl. 12 Stück - 1,59 fm, Ib-Kl. 10 i«Öii " i/rt*'161 A- vf Oeffenlliche Aufforderung zur Abgabe von Steuererklärungen für die Frühjahrsveranlagung 1931. Die Steuererklärungen für die Einkorn mensteuer. Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer sind in der Zeit vom 1. bis 16. Februar 1931 unter Benutzung der vorgeschriebenen Vordrucke abzugeben. Steuerpflichtige, die zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet sind, erhalten vom Finanzamt einen Vordruck zugesandt. Die durch das Einkommensteuergesetz, Körperschaftssteuergesetz und Umsatzsteuergesetz begründete Verpflichtung, eine Steuererklärung abzugeben, auch wenn ein Vordruck nicht übersandt ist, bleibt unberührt; erforderlichenfalls haben die Pflichtigen- Vordrucke vom Finanzamt anzufordern. 552D Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 20. Januar 1931. Die Finanzämter. |Verschiedenes| 10000 M. l.vypoihek, möglichst von Selbstgeber gesucht. Schr. Angeb unter 0370 an den Gießener Anzeiger In diesem Jahr ein Glttck zn zwei’n, ersehnt brünettes mäg- delein, aebiid.. intell, $ -Versteigerungen der Mstlichen Odersörsterei Lich. Rlontag, 26. Januar, werden im konze. buhl und Graudorn versteigert: 569D a) Brennholz rm: Scheiter: Buche 105, Eiche 5, Weich- und Nadelholz-6; Knüppel: Buche 130, Eiche 25, Fichte 2; Stöcke: Buche 34; Dellen Reiser: Buche 3320, Eiche 2450, Weichholz 300. — Die Forstwellen sitzen zum großen Teil an der Straße Lich—Gießen. b) Ruhholz fm: Stämme: Buche (5. und 6. Kl.) 6,24, Elsbeere (4. Kl.) 0,63, Eiche uckerkranke 6680 V Kein Hung. mehr nötig. Gr. Erfolge. StuftenL Ausk.u.Tauachenber biudj Ph.Hergert, Wiesbaden, RUckertstr.ffi! Forftorten Schinderstopf, Klosterwiese. Bucyenberg, Unterwald, Wachorderheide und andere der Försterei Baumgarten: Scheiter rm: 2 Eiche, 407 Kiefer 1. KI., 23 2. Kl., 1,5 Fichte 1. Kl., 40 2. Kl., 1 Lärche; Knüppel rm: 1,6 Eiche 1. Kl., 2 2. Kl., 4 Kiefer 1. Kl., 1 2. Kl., 10 Fichte 1. Kl., 7 2. Kl.; Knüppelreisig rm: 8 Buche, 11 Eiche, 172 Kiefer, 11 Fichte; Stammreisig, 100 Dellen: 0,3 Birke, 10,1 Kiefer; Stöcke rm: 3,6 Kiefer, 2 Fichte. 575D 2. Freitag, den 30. b. ZIL, von vormittags 97- Uhr ab, in der Wirtschaft „Zur Krone" in Leihgestern aus den Forstorten Töpferkaute, Schinderskopf, Rehhecke, Altgehegt und Rabenpfuhl der Försterei Leihgestern: Scheiter rm: 24 Buche 1. Kl., 5 2. Kl., 2,7 Eiche I.Kl., 14 2. Kl., 2 Ahorn, 1,6 Rüster, 1 Birke, 3 Erle 2. Kl., 1,8 Lärche, 4 Kiefer, 9 Fichte l.Kl., 11 2. Kl., 1,4 Weymouthskiefer 2. Kl.; Knüppel rm: 1,5 Buche 1. Kl., 10 2. Kl., 2,7 Eiche 1. Kl., 4,4 2. Kl., 1 Kiefer 2. Kl., 5 Fichte l.Kl. 6,3 2. Kl.; Knüppelreisig rm: 3 Kiefer; Stammreisig, 100 Dellen: 0,5 Buche, 53 Eich., 2,2 Fichte, 20 rm Fichte; Astreisig, 100 Dellen: 32 Buche, 23 Eiche, 6 Fichte; Stöcke rm: 18 Buche, 20 Eiche, 3 Fichte. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Gießen, den 20. Januar 1931. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. für ElhBOSlrihnole Allzufrüh verließ uns am gestrigen Morgen unser lieber, guter Mann, Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Gabriel Spier im 65. Jahre seines Lebens. Namens der Hinterbliebenen: Mathilde Spier, geb Nachmann Dr. loset Spier und Frau Recha, geb Spier Rosa Nachmann. Gießen (Bahnhofstr 6), Frankfurt a. M.-Höchst, den 21. Januar 1931. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 22. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der israelitischen Leichenhalle des Neuen Friedhofes aus statt — Blumenspenden dankend verbeten. Danksagung. Für alle Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entsch atenen. für die vielen Kranzspenden sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Sattler sagen wir aut diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Balser Familie August Reuter. Wieseck, den 21 Januar 1931. 5570 Stat> KnrtPn Danksagung. Für die uns bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen Herrn Karl Zinßer erwiesene herzliche Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden sprechen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen Das zur Versteigerung kommende Holz sitzt meist an versteinten Wegen. Es wird — blau gestrichenes Holz versteigert. Be- ;ung wird vorausgesetzt. Nähere Aus- erteilt Herr Förster Schmitt zu Eichelsdors sowie die unterzeichnete Stelle. Tel. 3806. 1670 I Eichelsdorf, den 19. Januar 1931. OGGGGGGGGGG»1 Hessisches Forstamt Eichelsdoch Stück = 2,53 fm, 2a-Kl. 2 Stück = 1,23 fm. Derbstangen: Esche 2. Kl. 8 Stück, 3. Kl. 29 Stück, Fichte 1. Kl. 76 Stück, 2. Kl. 72 Stück, 3. Kl. 213 Stück. Reisstangen: Esche 4. Kl. 38 Stück, 5. Kl. 30 Stück. Fichte 4. Kl. 85 Stück, 5. Kl. 40 Stück. Ruhknüppel: Eiche 2,8 rm, Fichte 4,2 rm. Brennholz. Scheiter nn: 186 Buche, 2,3 Fichte, 3,5 Eiche. Knüppel rm: 111,9 Buche, 25,8 Eiche, 0,8 Birke, 1 Elsbeer, 10,8 Fichte. Reiserholz 1. Kl. rm: 1,2 Eiche, 0,6 Esche, 3. Kl. rm: 97 Buche. Stöcke rm: 59 Buche, 3,5 Eiche, 0,8 Fichte. Das Reiserholz 3. Kl., welches versteigert wird, ist blau unterstrichen. Zusammenkunft und Anfang der Versteigerung im Forstort Hohenberg, am Waldeingang der Straße Ruppertsburg—Wetterfeld. * Dienstag, den 27. Januar b. 3., vormittags 10% Uhr, im Saale des Otto Dag- ner I., Gastwirtschaft am Bahnhof, werden aus den Forstorten Langenberg, Ziegenberg und Warthügel versteigert: Ruhholz. Stämme: Kiefer la-Klasse 7 Stück = 0.93 fm, Ib-Kl. 4 Stück = 0.89 fm, 2a-Kl. 4 Stück = 1,53 fm, 2b-Kl. 1 Stück <= 0,74 fm, 3a-Kl. 1 Stück = 0,77 fm. Derbstangen: Fichte 25 Stück 1. Klasse, 9 Stück 2. Kl. Ruhknüppel rm: Eiche 20,6 (2,5 m lang), Fichte 10,1 (2 und 3 m lang). Brennholz. Scheiter rm: 300 Buche, 0,8 Eiche, 10,2 Obstbaum, 4,7 Fichte. Knüppel rm: 220 Buche, 4,1 Hainbuche, 84,9 Eiche, 3 Esche, 1,5 Birke, 3,2 Els- beer, 5,3 Kiefer, 1 Lärche, 17,8 Fichte. Reiserholz 1. Kl. rm: 2 Buche, 2. Kl. rm: 7 Buche. 3. Kl. rm: 105,4 Buche. Stöcke rm: 105,4 Buche. Das zur Versteigerung kommende Holz ist blau unterstrichen. Ruppertsburg, den 19. Januar 1931. Hessische Bürgermeisterei Ruppertsburg. Högy. Diese Woche billige SeesW .. FlW.els (Btfine geringe 3 Pfund nut 60 Ps. Täglich fr. Räncher- waren. TägU frtfcbe selvstflemachle Sala- ic, Marinaden aus irischen grünen Heringen, emvnehlt IHM. Mäusburg 15 Televbon36l2. 194 D | Vermietungen | Wohnung 4—5 Zimmer und Küche u. 7 Ztmmer und Küche zu oerin. Miete von 100 Mk an. Näh J. Baer, Ostanl. 29. Io3ii<> Moderne beschlaflnahmesreie 4-Zimmcr-Wobu. mit Bad. Hetnin», u. Zubehör, in beuer Lage, z. i. Avril3l zu oerin. Schr. Angeb. u. 0334 a. d. Gß. Anz. Sclegantmöblierte große Zimmer mit Loggia. Padez. u. Rndio. ab 1. UL au vermieten m. am. Betvflegung [0297 coMk.'Ml.'vl. 11I. MobOS zu verni. Bitterg. 17. | Mietgesucne | k eschlagnabmeirete S-Zinnnsr-WokBung v. kinderlosem Ehepaar so bald wie mögt, gesucht; eml. kann l-2*Zitn.-Wohn. mit Küche u. Keller in Tausch gegeben werden. Sckr. Ang. U.172D a. d.Gß. Anz. Stellenangebote f Gelernte [u;itiu Maoufakluristen die anerkannt gute Berläuser waren, zu Wetbezwecken bei Festanstellung gesucht. Prima Zeugnisse Bedingung. Lfferten erbeten unier G.L.23 Gie en, hanpipostlagernd. Betten - Bär Marklstrahe 29 Selierewe« 20. 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Das zur Versteigerung kommende Holz sitzt meist an versteinten Wegen. Blau gestrichenes Holz wird nicht versteigert. Besichtigung wird vorausgesetzt. Nähere Auskunft erteilen die Herren Förster Reeg zu Ulfa und Frank zu Stornfels sowie die unterzeichnete Stelle. Donnerstag, den 29. Januar 1931, vormittags 10 Uhr, werden in der Rlöserschen Gastwirtschaft zu Eichelsdorf aus sämtlichen Staatswalddistrikten der Försterei Eichelsdorf versteigert: \ Ruhscheiter rm: Buche 8 (Tiefstruth 1). Ferner: Scheiter rm: Buche I 197,2, II 24,4, Eiche 39,5, Hainbuche 1; Knüppel rm: Buche 23,5, Hainbuche 7,3, Birke 2,6, Eiche 214,1, Lärche 5,5, Fichte 21,5, Weymouthskiefer 1; Reisig I (Knüppelreisig) rm: Eiche 94,4, Birke 1,5, Weißtanne 2,3, Weymouthskiefer 3; Reisig III (Astreifig) rm: Buche 222; Stöcke rm: Buche 22,5, Eiche 2,6, Fichte 12,3. Hotzverkauf. Aus dem Gemeindewald Krofdorf-Gleiberg kommen am Dienstag, dem 27. Jo- nuar d. 3., vormittags von 10 Uhr an. bei Dirt Doos in Krofdorf öffentlich meistbietend zuni Verkauf: Distrikt 1 Wettenberg 3 Jungferannenwald, 11 KornM, 12 Klooswald, 13 Steinbusch (links), 15 Seileshau, 22 Schinnhecken, 23 Bruchdell: Eiche: Nutzrollen 5 rm (3 m lang), IG rm (2,50 m lang), 27 rm (2 m lang); Nutzknüppel 9 nn (2 in lang); Scheit unu Knüppel 155 rm; Reisig 2. und 3. KI. 427 rm. Buche: Scheit und Knüppel = 396 rm, Reisig 2. und 3. Kl. 784 rm. (Erle: Scheit und Knüppel - 11 rm, Reisig 3. Kl. 15 rm. Fichte: Stangen 1. bis 3. Kk. 961 Stück, 4. Kl. 130 Stück, Knüppel 3 rm, Reisig 2. Kl. (lang eingesetzt) 234 rm. Krofdorf, den 20. Januar 1931. 568D Der Gemeindevorsteher. Wir fudien per sofort znm Belteiern unserer vorhandenen Brivaikundsctiait mit la Holsteiner Margarine, Kassee usw. ein iüch-.ifleS, ehrliches Ehepaar als Die Holzversteigerung 00m 16-Januar in Daubringen ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 26. Januar an bei den Hebstellen in Empfang genommen werden. Ueberweisung und Beginn der Abfuhr am 27. Januar, vormittags 9 Uhr. Ablauf der Zahlfrist: 12. Februar 1931. 567D Gießen, den 20. Januar 1931. _______Hessisches Forstamt Gießen._______ Holzversteigerungen in den Waldungen der Gemeinde Ruppertsburg. Freitag, den 23. Januar d. 3„ vormittags 10% Uhr onfangend. werden aus den Forstorten Hohenberg, Buchwald, Geräums Mittwoch, 2l. Januar 1931 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 17 Zweites Blatt n Hnfer lieber Darnowsky hat mich gemalt. DaS Nachdruck verboten 24 Fortsetzung tüf im Neben Bild ist dort, in Partentcrchen, fertig geworden. Es sieht ganz famos aus! Nicht wahr, Doktor i Knüppel = 11 rin, Reisig ■ ? ichle: Stangen L bis 3. St Die Bewegungsvorgänge auf dem Arbeitsmarkt waren im Dezember 1930 außerordentlich stark. ' m e der Arbeits- Peter Leisetritt trottete resigniert wieder m das Gastzimmer zurück und brummte nur: „Noble Herrschaften! Hätte gar nicht gedacht,^ daß der Herr Wördehosf so feine Bekanntschaften hat." t t „Ned' mch so dumm, Peter! Paß lieber aüf die andern Gäste auf. Da — der Herr Forstrat hat schon wieder sein Glas leer. Dem kann man auch gleich 'ne Tonne Vorgehen." 3a — so war Frau Leisetritt--- Wördehofs erzählte, Und während er sprach, überlegte er, daß er Norma überreden mußte, schon in einigen Tagen abzureisen. Er selbst wollte mitfahren, denn allein würde fie es nicht tun. Er konnte sich ja als vollständig ->erholt hinstellen und wünschen, daß man „Geschäftliches" lieber in Berlin mit Hollmann gemeinsam besprechen könnte. Dann war Norma wenigstens aus Nicolettes Nähe. 3n Der.m aber konnte er offen zu ihr sprechen. Auch die Krankheit Kinnns war ja ein vernünftiger Borwand für ihn, endlich das Schloß zu verfassen. Noch aber lieh er nichts darüber verlauten. Er wollte erst mit Dr. Windthorst sprechen. _ Der lief ihnen an einer Waldschneise förmlich in die Arme. Er hatte seinen Abendspaziergang gemacht und wollte noch im „Braunen Hirsch seinen Schoppen trinken. Nun traf er die kleme Gesellschaft, kniff, feiner Gewohnheit gemäß, das rechte Nuge zu und erkannte Wordehoff. Der begrüßte ihn sofort: „Hallo - Doktor — auch wieder im Wald gewesen? Denken Sie nur — die Ueberraschung Einen Augenblick lang hingen die Dritte der beiden ineinander. Dr. Windthorst erriet jetzt, wer diese elegante mondäne Dame war. „Meine Frau ist zu Besuch gekommen! Darf ich vorstellen?" _ Dr Windthorst fand sich mit Gewandtheit in die Situation. „ „Unb hier — Dr. Römer, der Gestalter meiner Stücke auf der Bühne — Herr Barnowlky, der Maler der Zukunft, unzertrennlicher Begleiter meiner Frau —“ Klang wirklich etwas Ironie aus diesen Worten? Jedenfalls lachte Norma auf und legte ostentativ ihre Hand e.iger in Darnowskys 21rm. Dr Windthorst ^cwies sich als Weltmann und sicherer Plauderer. Lind im stillen, während nun alle zusammen einen anderen Waldweg entlang gingen, beobachtete er Norma Nelson. Ja — sie war der Typ der mondänen Schauspielerin. Wördehosf hatte ihm ein richtiges Bild Römer?" , . , Darnowsky blickte sie sekundenschnÄl heiß an und Norma erwiderte diefen Blick. „Ah — da bin ich neugierig", sagte Wörde- hoff. Aber es klang nicht besonders interesfiert. — Als man wieder die Chaussee erreichte, war es bereits ganz dunkel geworden. Windthorst und Wördehosf verabschiedeten sich vor dem „Braunen Hirsch" von den andern. „Wann läßt du dich morgest sehen. Hubert?« fragte Norma. „Nach dem Tisch, nicht wahr?" antwortete er. „Du wirst ja den Vormittag über mit dir zu tun haben", fügte er lächelnd hinzu, „und dich ausschlafen wollen. Also, gute Nacht, Norma. Gute Nacht, meine Herren." 16. Die beiden nächsten Tage vergingen Wörde- hoff in einem Zustand dauernder innerer öt>an- nung. Immer war die Besorgnis in ihm. das; Nicolette dennoch, trotzdem sie den Schloßberg nicht verlieh, von Normas Aufenthalt und ihrem Verhältnis zu ihm etwas erfahren könnte. Darum hielt er cs für richtig, so viel wie möglich mit Norma und ihren Freunden zusammen zu sein, um so am ehesten ihre Schritte zu überwachen. — Dr. Windthorst hatte nun offen bekannt, dah er für Kinna hier nichts mehr tun könne, es wäre ratsam, wenn er in das Genfer Sanatorium des ihm von seiner Universitätszeit her und durch seine späteren wissenschaftlichen Erfolge gut bekannten Professor Legrel gebracht würde. Nicolette war über diese Eröffnung ganz verstört. Wördehosf aber tröstete sie. „Es ist das Beste so, Lieb. Wir müssen uns klar fein, dah der Zustand deines Vaters äußerst bedenklich i|t. Da gibt s kein Versuchen mehr. Man muh nun eben alles versuchen, jede Möglichkeit, die zu einer Besserung führen kann, cm ateifen. Sei mein starkes Mädel, Nicolette meine Gedanken werden immer bei dir sein — Sie schluchzte auf. „3a — ja — ich sehe es ja ein. es toira schon besser sein, wenn Papa wegkommt. Ganz in sachgemäße Pflege. Aber — ach, Hubert mir ist so bange. Um Papa — um mich um dich —“ „Närrchen du! Denk' an unsere Liebel DaS wird dich immer aufrechterhalten." Da bl.ckte sie ihn mit feuchtschimmcrnden Augen dankbar an. 3a Hubert. Liebster, wenn ich dich nicht hätte!" (Fortsetzung folgt.) allein auf Beendigung von Dauarbeiten zu rück - zuführen, sondern auch auf Beendigung von Holzhauerarbeiten, zu denen eine große Anzahl Bauarbeiter zugewiefen worden warem Die Arbeitsuchendenzahl betrug 2568 gegenüber 1802 des Vormonats und 2850 des Vorjahres. ©aff- unb Schankwirffchaftsgewerbe. Der Beschäftigungsgrad in diesem Gewerbe hat sehr nachgelassen. Es wird im allgemeinen über den schlechten Reiseverkehr geklagt Die steuerlichen Maßnahmen wirken sich auch im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe aus. 'Die Zahl des Fachpersonals, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, beträgt 123 gegenüber 119 des Vormonats und 108 des Vorjahres. verkehr sgewcrbe. Der Zugang an Arbeitsuchenden in dieser Berufsgruppe hat ebenfalls zugenommen, und zwar ist dies auf Entlassungen seitens der Reichsbahn und der Reichspost zuräckzusühren Weiterhin kommt hinzu, daß städttfche Betriebe Arbeitskräfte entlassen haben. Am Stichtag waren 405 Personen arbeitslos gegenüber 317 des Vormonats und 330 des Vorjahres. Lohnarbeit wechselnder Arl. Die sprunghafte Steigerung der Arbeitslosen- zifser in dieser Berufsgruppe ist hauptsächlich auf Beendigung der Auhenarbciten zurückzuführen. Es wurden am Stichtag 1973 Personen gezählt gegenüber 1343 des Vormonats und 2505 des Vorjahres. Angeflelllenberufe. Die Marttlage für Angestellte aller Art ist nach wie vor unverändert ungünftig. Vor Weihnachten konnten einige Aushilfsvermittlungen von Verlaufspersonal getätigt werden. Stellenlos sind zur Zeit 698 Personen gegenüber 670 des Vormonats und 311 des Vorjahres. Berufsberatung. Die Abteilung Berufsberatung wurde im Monat Dezember von 165 (96 männlichen, 69 weiblichen) Ratsuchenden 284mal (74mal von männlichen wiederholt und 45mal von weiblichen) in Anspruch genommen. 38 Ratsuchende (29 männliche, 9 weibliche) kamen aus höheren Lehranstalten, darunter waren 25 Abiturienten. 20 Knaben und 7 Mädchen wurden einer psychologischen Eignungsuntersuchung unterzogen und 3 Knaben und 6 Mädchen wegen gesundheitlicher Bedenken für den gewünschten Berus noch besonders ärztlich untersucht. 3m Auftrage des Fachunterausschusses für das Lehrlingswesrnx im Duchdruckgewerbe in der Provinz Oberhessen haben wir 23 Derufsanwärter für dieses Gewerbe noch besonders geprüft. Auf ausdrücklichenWunsch von Arbeitgebern haben wir 5 Knaben und 3 Mädchen auf ihre wahrscheinliche Derusseig- von ihr gezeichnet. Jede ihrer Bewegungen, ihre Haltung, die Art zu sprechen, zu lachen, alles verriet die geschulte, bis in die Fingerspitzen routinierte Bühnenkünstlerin und Dame des Salons. die jede Wirkung ihres Wesens auf andre im vorhinaus genau kannte, wenn nicht bar berechnete. „Sie sind doch der Ar§t des Professors Kmna? fragte Norma nun plöhttch. „3a — allerdings. Sie kennen den Professor auch?" „Aber gewiß. Doch — was ich sagen wollte — ist es denn wirllich so schimtix mit ihm bestellt? Hubert erzählle, er wäre todkrank —“ Dr. Windthorst schwieg eine Weile, bevor er antwortete: .... „3a — es steht sehr schlimm mit ihm. gnädige Frau. Wer weih, ob er den Herbst noch erleben wird. Wenn sein Zustand sich nicht bald offen- sichtlich ändert, muh er nach der Schweiz, m das Sanatorium von Professor Legrel —" Wördehosf war selber überrascht. Windthorst hatte chpi gegenüber noch nichts von solchem Plan erwähnt. „Wirllich?" . . _ ... „Es bleibt nichts anderes übrig. Legrel hat seine besondere, anerkannte und in den meijten Fällen bewährte Methode. Vielleicht dah er Besseres erreichen kann, als ich —" Er nickte Wördehosf ernst zu. „Wir kam dieser Gedanke heute nachmittag nach der Visite. Es wäre mir lieb, wenn auch Sie schon so einiges davon Fräulein Kmna gegenüber andeuten würden. 3e eher die lleber- siedlung nach dort stattsinden kann, um so besser. Allerdings — ich muh noch eine Weile den Zustand des Patienten genau beobachten. Eine solche Reise ist für ihn immerhin ein Risiko." Wördehofs blickte starr vor sich hin.' „3ch werde daran denken, Herr Doktor. Sie werden ja auch recht haben, Professor Kmna muh fort —“ , „ ., „Und das kleine Fräulein? fragte Norma mit Empfindung. „Was soll die wohl allem hier — „Sie würde natürlich mitfahren, soweit ich sie kenne, gnädige Frau." „Dann — ist ja dein Urlaub auch bald zu Ende", meinte Norma zu ihrem Gatten und tat fast verwundert. „Oder —“ Ein festes, listiges Blinzeln der Augen, das Wördehosf nicht entging. Gewiß. Ich wäre sowieso in emtgen Tagen abgereift", sagte er. „Nun macht sich das so von selbst. Es war ja wohl auch Zeit." Und dabei dachte et mit einer gewissen Erleichterung: Es ist gut so. Wenn Kmna und Nicolette von hier fort sind — monate.ang — dann kann ich mit Norma einig werden Dann — kann Nicolette nicht vom Zufall m Diele ganze nichts weniger als angenehme Angelegen- nung begutachtet. In den oberen Schulklassen der höheren Lehranstalten und Volksschulen fanden weiter Klassen- besprechungen über die Berufswahl statt. Zur Anmeldung kamen 17 neue Lehrstellen, und zwar 13 für Knaben und 4 für Mädchen: 13 Knaben und 3 Mädchen konnten in geeignete Lehrstellen vermittelt werden. Wegen der tröst- losen und unsicheren Wirttchaftsaussichten halten viele Arbeitgeber mit Anmeldung neuer Lehrstellen noch zurück. Vielfach kommen solche zur Anmeldung mit dem Vorbehalt, daß eine Besetzung beweiben nur bei besserem Geschäftsgang erfolgen kann. Von einem Lehrlingsmangel kann trotz der sehr verminderten Zahl von Schulabgängern keine Rede fein. — Bei den schlechten Wirtfchastsverhältnissen ist auch die DerusSnot der Abiturienten sehr groß geworden. Ein sehr hoher Prozentsatz derselben kann aus finanziellen yanfiäbi,£?t Vierer (3 & Äu" iWe (1 b; ’ Slancr * WMoÄ!; %»■ J) 2M: * (S** aj«*»** Zolzverkaus. (fcmeinberoalb Krofdorfs en Mi Dienstag, dem 21 " WttngsoonlOUiitan-. s m öniktzösiEH m m Verlach, stritt 1 mgjeramenwalb, 11 Som. >nü>, 13 Steinbuftf) (links, 22 Schinichecken, 2-3 Srutv 5r0U.cn 5 rm (3 m lang), 1C: m9), 27 rm (2 m lang); Ja nn (2 m lang): schell 2 155 rm; Seifig 2. unb 31 Luche: Scheu unb flni:i Seifig 2. unb 3. ftL 784 rm. fe< Gründen nicht studieren und ist auf Berufsmög- möglichkeiten ohne Hochschulstudium angewiesen. Reich. Staat und Gemeinden stellen aber kaum Beamtenanwärter ein und die sonstigen mittleren) und höheren Berufsmvglichkeiten sind sehr bc- f^3nnltDen ArbeitSamtsnebenstellen (Friedberg, Büdingen. Alsfeld. Lauterbach und Schotten) fanden 91 Beratungen statt, davon 66 erstmalige (41 für Knaben, 25 für Mädchen) und 25 wiederholte (16 für Knaben, 9 für Mädchen), sowie 2 Lehr- ftcIIcnDermitflungen für Knaben. Meine Strafkammer Gießen. * ® iefoen, 16. Ian. Ein auswärtiger Arbeiter ist beschuldigt, sich bei dem Besuch einer Wirtschaft mehrere Notenrollen für das dort stehende elektrische Klavier ungeeignet zu haben. Das Gericht erster Instanz verurteilte ihn deswegen zu zwei Wochen Gefängnis. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung em mit dem Antrag auf Freisprechung. Die heutige Beweisaufnahme ergab, daß seine Verteidigung, er habe nur einen Scherz machen wollen, nicht stichhaltig ist. Er hat die Rollen unter feinem Rock verborgen und sie später, wie durch unbeteiligte Zeugen behmßet wurde, einem anderen Wirt zum Kauf angeboten. Auch hat er dem Eigentümer die Rollen nicht zurüctgebracht, trotzdem er später wieder in dessen Wirtschaft verkehrte. Unter diesen Umständen mußte die Strafkammer zur Verwerfung der Berufung kommen und Derur- teiltc den Angeklagten an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zehn Tagen zu einer Geldstrafe von 50 Mark. ^^ Berufungsgericht berücksichtigte die Jugend und dia Unbeftrastheit des Angeklagten und war deshalb der Meinung, daß auch mit einer Geldstrafe der Strafzweck erreicht werde. In einer anderen, größeren Strafsache gegen mehrere Angeklagte wegen Widerstands gegen Die Staatsgewalt und Hausfriedensbruchs muhte Aussetzung eintreten, Da ein Zeuge erkrankt war und ein anderer seinen Wohnsitz gewechselt hatte. Das Gericht ordnete die kommissarische^ Vernehmung des letzteren an. Oer Mord in Frankfurt. Zahl der Prozent Arbeit- Prozent Einwohner z. Gesamt- suchende zur Ein- ~ ' am wohner- Um 31. Dezember 1930 standen 13741 Personen dem Urbeilsmarkt zur Verfügung, gegenüber 13 050 Personen am 28. Februar 1930 und 12 923 Personen am 28. Jcbruac 1929. (Höchststand der Vorjahre.) Aus den Mitteln der Arbeitslosenoersiche- r u n g wurden im Berichtsmonat 9181 Personen unterstützt, gegenüber 6164 des Vormonats und 5576 des Vorjahres. Krisenunter st ützung erhielten 1200 Arbeitsuchende, gegenüber 1152 Des Vormonats und 232 des Vorjahres. An Abgängen waren zu verzeichnen 1638, gegenüber 1841 des Vormonats und 1780 des Vorjahres. Die Z u - gonge beliefen sich im Monat Seymber 1930 aus 8112^gegenüber 5818 Des Vormonats unD 6146 Des Vorjahres. Vermittelt wurDen in der Berichtszeit 1945 Arbeitsuchende. Wie sehr Das Arbeitsamt mit seinen Nebenstellen durch Das schnelle Ansteigen Der ArbeitsuchenDen- zahl belastet mürbe, zeigt folgende Aufstellung. Darin sind Die Nebenstellen unb bie Einwohnerzahl in bem Nebenstellenbezirk ber Zahl ber Arbeitsuche nben gegenübergestellt. Von ber Gesamtbevölkerung bes Deutschen Reiches sinb 5,7 v H. Arbeit- suchenbe. 3m Bereich des Urbeilsamt» Giehen macht die Urbeitfuchendenzahl 4,5 v. h. der Vevölkerung aus. Norma nickte Wördehoff launig zu. „Wirklich — ja, es war Zeit. Man kann ja nicht immer in einem romantischen Schloß wohnen, Hubert. Du gehörst ja auch noch der großen Welt an, meine ich. Es freut mich, zu hören, daß du wieder Sehnsucht danach hast." „Es war vorauszusehen", sagte Dr. Römer liebenswürdig. „Der Winter — Der neue Kunst- Winter erfordert Ihre Anwesenheit. Ein Dichter muh immer im vollen Leben stehen, noch dazu einer, der von den Brettern, die die Welt bedeuten, zur Menge sprechen will." Es klang ein bißchen schmeichlerisch und zu betont. Unb Wörbehoff konnte sich nicht ent- halten, zu erwidern: „Da irren Sie. Das volle Leben — das liegt hinter mir. Wenigstens in dem Sinne, wie Sie es eben andeuteten. Das volle Leben — das trägt man in sich! Und ich glaube beinahe — man braucht nicht gerade Komödien zu schreiben als Dichter, um die große Wenge zu packen —" „Nanu? Schreiben Sie etwa einen Roman? Wördehosf zuckte die Schultern. „Ich werde ifjn vielleicht schreiben. Aber reden wir doch nicht vom Fach." „Hm — deswegen bin ich ja eigentluf) her» gekommen —“ lächelte Dr. Römer, „wie Sie sich denken können. Ihre Frau Gemahlin deutete es schon an.“ . ... „Können wir tun, wenn wir tn Berlin sind, Römer. Hier hab ich keine Lust dazu, damit Sie's gleich wissen." „Na — Sie sind aber ehrlich! Gott — am Ende haben Sie nicht einmal unrecht. Die paar Tage hier —“ Rorma, die mit Barnowsky wieder voranschritt, wandte sich um und zeigte lachend ihre Zähne. „Hubert — mir scheint, es hat dir autzer- ordenttich gut gefallen." Aber er antwortete nicht Darauf. 'Darnowsky sorgte Dafür, dah Das Gespräch schnell eine anDere Wendung nahm, die ihm zudem viel unterhaltsamer schien. Bald plätscherte er im Fahrwasser Der Partenkirchener Erinnerungen, und Norma assistierte ihm eifrig. Es war eben stilvoll gewesen — wie immer. Wan hatte sich vortrefflich amüsiert, und Die Illustrierte Zeitung hatte Normas Dlld a.8 „Som- merfrischlerin" gebracht. Also? „Und denke Dir, Hubert, in Der Winteraus- stellung werDe ich gleichfalls «im Bilde" prangen« Wenn auch bie Zunahi (ofigteit zum großen Teil auf Schließung von soisonmähigen Betrieben zurückzuführen ist, so kam in biescm Jahr noch Die S t i 11 e g u n g D e r T a - bakinbustrie infolge ber Tabakzollerhohung hinzu Wie sehr gerade bie Tabakinbustrie für unser Gebiet von Bebeutung ist, zeigt, bah ber winterliche Höchststand an Arbeitslosen ber Jahre 1929 unb 1930 bereits überschritten ist. Hoch mehr Arbeilslose in Oberhessen Oer Dezember Bericht des Arbeitsamts Gießen. fteit hineingezogen werden. Und Die wenigen Tage noch, Die ich hier bin — sie werden vergehen. Nicolette soll nichts von Norma erfahren, bevor nicht alles wieder klar und rein ist. Unwillkürlich begegnete sein Blick dem Des Arztes. Und es war ein stilles, heimliches Grüßen in Windchorsts Augen: „Nur ruhig — ich helfe Dir schon, Wördehosf. Wir stehen beide vor Nicolette unb bewachen ihre Seelenruhe." Sie kleine Aicolelie Vornan von Paul Lain tl 130 Stück, Knüppel 31 L (lang eingelegt) 234 nn. , ben 20. yanuar 1931. K ?r ßemtinbeoorfiel/er. ich ver iolort wm Petzer banbentn ■tfxiDatlunbftboft ~ er ■yiaxftnxmt SUfftc um? hxlichei Lhrvuax nlS renverteilei ine VerdienitMg'.ichkeli. L es erlorderiilbe Mlermi u Henüfliind und »ew^ien i' Unitritii8UM.2iesie.Ut w Jahren unb ist umianitt. Man bereits oorbaaseo. > n nut Merbnts- oder »erf WM-Vkß 'N tonUnenüoS Wh Land- und Forstwirtschaft. In der Landwirtschaft herrscht winterliche Ruhe. Die noch zu Anfang des Monats beschäftigten Hilfskräfte kamen gegen Mitte des Monats zum größten Teil zur Entlassung. Das Stammpersonal erledigt bie noch vorkommenben Arbeiten. Vereinzelt würben lanbwirtschaftliche Arbeitskräfte in Dauerstellungen ongeforbert. Auch bie Nachfrage nach weiblichem Personal, bie sonst groß war, hat nachgelassen. Die Forstwirtschaft zeigte sich im Anfang ber Berichtszeit noch aufnahmefähig, so baß wir 874 Per sonen in ben Holzwalb vermitteln konnten. Gegen Enbe bes Monats Dezember 1930 würbe ein großer Teil ber von uns vermittelten Walbarbeiter wegen Beenbigung ber Holzhauerarbeiten wieber zur Entlastung gebracht. In ber Berufsgruppe Lanb- unb Forstwirtschaft zählten wir am Ende ber Berichtszeit 1514 Arbeitsuchende gegenüber 316 des Vormonats. Industrie der Steine und Erden. Die Marktlage hat in der Berichtszeit eine weitere Verschlechterung erfahren, die hauptsächlictz auf bas Darnieberliegen bes Baumarktes zurückzuführen ist. Vorab bürste mit einer Besserung ber Marktlage nicht zu rechnen sein. Dem Arbeitsmarkt standen am Enbe bes Monats Dezember 1930 = 1657 Ar- beitfuchenbe zur Verfügung gegenüber 1110 bes Vormonats unb 1184 bes Vorjahres. Metallindustrie. Eine Belebung ber Metallinbustrie ist im Monat Dezember 1930 nicht eingetreten, vielmehr hat sich bie Lage weiter verschlechtert. Die Inbustrien unb auch bie hanbwerklichen Betriebe klagen größtenteils über Auftragsmangel. Es stehen zur Zeit bem Arbeitsmarkt 2155 Metallarbeiter zur Verfügung gegenüber 1918 bes Vormonats unb 755 Des Vorlahres. Holz- und Schnihstoffgewerbe. Die Verschlechterung der Marktlage ist hauptsächlich auf Den Absahmangel der Sägewerks» industrien zurückzuführeix. Allerdings klagm auch die Schreinereien und insbesondere die Mobel» schreinereien über Auftragsmangel. Wir zählten 884 Arbeitsuchende gegen 605 des Vormonate und 586 des Vorjahres. Nahrungs- unb (Benuftmittetgeroerbe. Die Marktlage verschlechterte sich in verstärk- tem Maße durch Die Stillegung der Tabakfabriken. Der Zugang an weiblichen Arbeitsuchenden in dieser Berufsgruppe belief sich auf 1347 Tabak- arbeiterinnen. Wann eine Besserung der Marktlage eintreten wird, kann vorerst nicht vorausgesagt werden. Weiter ist es fraglich, ob bei Wiedereröffnung Der Betriebe Die entlassenen Tabakarbeiter unD -arbeitcrinnen restlos wieder eingestellt werden. Die Arbeitsuchendenzahl betrug 1621 gegenüber 239 des Vormonats und 137 des Vorjahres. Bekleidungsgewerbe. Das Bekleidungsgewerbe, und hauptsächlich hier Die Schneidereibetriebe, klagt sehr über Auftragsmangel. Das erhoffte Weihnachtsgeschäft brachte nicht Den gewünschten Erfolg wie in früheren Jahren. Geldknappheit scheint eine gewisse Rolle zu spielen. Dem Arbeitsmarkt standen 356 Fachkräfte zur Verfügung gegenüber 250 des Vormonats und 216 des Vorjahres. Baugewerbe. Die Lage auf dem Daumartt verschlechterte sich weiterhin. Diese Verschlechterung ist nicht ywaSng) j) 20. verholz: ssih 'funft:930Ui)t5b, WSN. Frankfurt a. M., 20. Ian. Es steht nunmehr einwandfrei fest, dah der ermordete Mehgermeister Kappes am Samstag gegen 18,45 Uhr das Tor zum Wagenplatz aufgeschlossen! und nach seinem Hundezwinger gegangen ist. Bevor er den Wagenplah betrat, sind dort Stimmen gehört worden: auch haben die Hunde gebellt. Einige Minuten nach dem Betreten des Wagenplayes durch Kappes schlugen die Hunde sehr laut an. Es ist hieraus zu schließen, daß sich bereits eine oder mehrere Personen auf dem Wagenplatze und wahrscheinlich m Der Nähe des Zwingers befanden, bevor KappeS den Wagenplah betrat. Nach Mitteilungen aus dem Publikum ist zur Tatzeit ein Mann mit einem Rucksack gesehen worden, der in Der Nähe des Tatortes über freies Feld lies. Außerdem will eine Frau auf dem Wagenplatz z w er Gestalten beobachtet haben, als die Hunde laut bellten. Da es sehr dunkel war, konnte sie nähere Angaben über die Personen nicht machen. Ferner ist zur Tatzeit auf dem Strahlenbergerweg ein eltoa 1,80 Meter großer Wann gesehen worden. Die Frankfurter Kriminalpolizei fahndet jetzt nach diesen Männern._________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. stellen- im AA.- 31. Dez. zahl Der Bezirk Bezirk 1930 Nebenstelle Alsfeld 14 747 4,8 788 5,3 Altenschlirf 7 002 2,3 101 1,4 Altenstadt 12 014 4,0 722 6,0 B.-Nauheim 18 701 6,2 687 3,6 Büdingen 10 926 3,6 436 3,9 Butzbach 19 805 6,5 870 4,3 Eulersdorf 2 383 0,7 115 4,8 Friedberg 24 565 8,1 1099 4,4 Gedern —10 642 3,5 372 3,4 Gießen 60 089 19,8 3857 6,4 Grünberg 20 521 6,8 689 3,3 Homberg 9 235 3,0 369 3,9 Köddingen 10 191 3.4 291 2,8 Lauterbach 11 717 3,9 413 3,5 Lich 15 297 5,0 681 4,4 Londorf 7 570 2,5 492 6,5 Nidda 22 487 7,4 712 3,1 Okarben 10 955 3,6 616 5,6 Ruhlkirchen 2 435 0,8 79 3,2 Salz 3125 1,0 74 2,3 Schotten 9 310 3,1 278 2,9 Aus der Wett des Films. Berliner FLlmviertel. Berlin, im Januar. Das ist alles älteste City. Graue Häuser aus den Gründerjahren. Schon der alte Fontane bemerkte zu seiner Zeit, daß sich die Berliner Friedrichstraße in verschiedene Teile gliedere, und daß die Welt hinter der Kochstrahe sich nach Süden zu merklich verändere. 3n diesem Friedrichstraßen- abschnitt, zwischen Kochstrahe bis zum Belle- Alliance-Platz mit seiner Siegesgöttin, befindet sich das Berliner Filmviertel. Der Fremde kommt hier selten hinab, die Gegend ist wenig reizvoll. Zwischen den grauen Häusern mit ihren klassizistischen Säulen und Säulchen scheint auch die Lust zu ergrauen, und es ist so, als ob hier niemals die Sonne scheinen könne. 3n einem dieser Häuser lebte, wie eine Gedenktafel berichtet, Adalbert von Chamissv, ehemals Weltreisender, später Kustos am Botanischen Garten, denn hier waren damals noch Gärten, und etwas von einer Dorstadt hat die Gegend noch immer behalten. Cs gibt hier kaum ein Haus, an dessen Eingang nicht das Schild einer Filmfirma angebracht wäre, die gesamte Filmindustrie scheint hier versammelt zu sein, auch die Ufa hat in dieser Nachbarschaft ihr Haus, in der Kochstrahe. Don diesen Schildern erfährt der Laie, was für eine undenkliche Masse von Firmen es gibt; manche tragen die Namen irgendwelcher Regisseure, manche nennen sich Europa- oder Conti- nental-Film-A.-G. Hier scheint alles auf Film eingestellt. Die Fenster und Schaukästen der Läden sind mit Postkarten der Stars bepflastert, es gibt aus dieser kurzen Strebe unglaublich viele Kinos, die kleinen Lokale, Mittagsstuben und Konditoreien, die sämtlich ihre billigen Preistafeln an* gesteht haben, scheinen lediglich für die Airgestellten, die Komparsen und jene Schriftsteller bestimmt zu sein, die versuchen, in dieser Gegend ein Filmmanuskript loszuwerden. Siehe, hier steigt auch Richard Oswald aus seinem Wagen, und man muh die Gelegenheit und ihn ergreifen, um ihm einige Aeuherungen zu entlocken. Worüber? Lieber die Lage im allgemeinen und über ihn selbst im besonderen. Ev ist zwar zu langen Auseinandersetzungen wenig aufgelegt, denn er kommt aus Neubabelsberg und hat eben einen neuen Film beendet, und Filmleute haben überhaupt wenig Zeit, und was er dann äuhert, ist nicht ermutigend: „3ch sehe sehr schwarz in die Zukunft. Die Amerikaner haben vor uns das Geld voraus, aber wir haben die Regisseure und die Schauspieler; die holen sie jetzt alle systematisch fort. Da geht jetzt zum Beispiel Heinrich George nach Hollywood, und so werden sie uns einen nach dem anderen weg- nehmen! 3ch weigere mich noch, aber wenn ich hier nichts mehr zu drehen bekomme, was bleibt nnr dann übrig?" Es brauche ja nicht gleich so schlimm zu werden ... „Es wird so schlimm, Sie können sich darauf verlassen. Die Amerikaner werden uns mit Tonfilmen mit unterlegten deutschen Texten überschwemmen, sie fangen damit schon an, und dann können alle diese hier einpacken!" Er meint damit die ganze Berliner Filmstadt, Berlin SW 48. Wan vergegenwärtigt sich im Augenblick, dah an diesen Firmen eine ganze grohe 3ndustri« hängt, deren Derästelungen bis zu Perückenmachern und den Schneidern, bis zu Tischlern, Monteuren, Malern, Technikern hinabreichen, nicht zu reden von Komparsen, Schriftstellern, Schauspielern und Regisseuren, deren Häuflein neven jener großen Masse verschwindet, und kann im Augenblick nicht einmal annähernd schätzen, welche neue Welle der Arbeitslosigkeit von SW 48 überallhin ausstrahlen könnte. „Warum lassen wir uns diese amerikanische 3nvasion gefallen?" zürnt Oswald, „warum tun wir nichts dagegen? Auf jeden amerikanischen mühte ein deutscher Film kommen, das wäre gerecht!" Der alte Traum des deutschen Fllms. Leicht beieinander wohnen die Gedanken, aber Harb Selig, der Kaier, und Mlcky, die Maus. Von £. von Seufferi. Es ist eine ebenso origielle wie erstaunliche Menagerie, die sich im Laufe der Jahre zur innigen Freude der Menschheit auf der zweidimensionalen Sphäre des rollenden Streifens entwickelt hat! Felix, der Kater, unvergessenen Gedenkens, ist ihr Ahnherr, und er prägte seinen zahlreichen Nachfahren in unverkennbarer Weise die charakteristischen Eigenschaften auf, die ihm sein genialer Schöpfer verliehen hatte: die groteske Gestalt, die eigentümlich vermenschlichte und fari Zierte Bewegung (wer hat ihn nicht vor Augen, wie er, heftig sinnierend, die Vorderpfoten auf dem Rücken verschränkt, betriebsam und aufgeregt hin und her wandelt, die ganze Erscheinung personifiziertes heftiges Grübeln!) und insbesondere die ins Unbegrenzte erweiterte Derwendungs- und Wandlungsfähigkeit seiner sämtlichen Körperteile und Gliedmaßen, die er nach Belieben verlängert, verkürzt, einzieht. abtrennt, aufschwellen läßt, um sich in der unmöglichsten We se ganz selbstve stündlich ihrer zu bedienen, so z. B. den eigenlebendigen Schwanz als Ruder, als Schlittenkufe, als Fragezeichen, an dem er in die Höhe klettert usw. Aus der Haut und wieder hinein fahren sind für ihn und seine Abkömmlinge Kleinigkeiten, und auch die Gefährten und Helfer seiner staunenswerten Handlungen sowie seine Feinde, seien es Tiere, Pflanzen oder etwelche andere Gegenstände, erfreuen sich derselben verblüffenden Vielfältigkeit Groß ist die Zahl der Taten, die er und seine ihm ebenbürtige Partnerin und Nachahmerin, Muschi, die Filmkahe, vollbracht haben, und mit goldenem Griffel stehen sie in der Geschichte des stummen Films verzeichnet. Und trotzdem verblassen sie wie Schemen, seitdem zum stummen Bildablauf der Ton sich gesellte seit die zeichnerische Fläche sich durch den Klang erweiterte, zur räumlichen Totalität, und seit aus dem Schoße des Tonfilms gel Dren ward: Micky, die wonnigste, .die frechste, t ;e ent ückeni ilr, die musikalischste alle Mäuse! — Oh, Mlcky, du verdientest In einem Dithyrambus besungen zu wer- im Raume der Konventionen stoßen sich die Tatsachen. Da Oswald furchtbare Gesichte beschwört, muß man ihn ablenken. Das geschieht bei Dichtern und Filmleuten am einfachsten, indem man sie auf ihre Bücher und Filme lenkt. Also rede ich von dem großen Erfolg seines „Drehfus"-Films. Schon ist er besänftigt und zieht einen Packen Zeitungsausschnitte heraus: solche erhalte ich nun jeden Tag, sie seien alle gut, eine solche Presse habe er schon lange nicht gehabt. 3ch bringe ihn nun ins rechte Fahrwasser, indem ich von großen Reden jenes Heinrich George beginne, der nun nach Hollywood gehen wird, und habe damit das Rechte getroffen. „Diese Gerichtsszene habe ich bewbßt wie eine Pyramide aufgebaut. Zunächst zeige ich noch den ganzen Saal mit sämtlichen Menschen; dann verengere ich das Bild und lasse immer weniger Köpfe sehen, und schließlich redet George ganz allein. Kamen die Kollegen und sagten: warum ich dazwischen nicht Gesichter zeigte? Aber was sollen diese glotzenden Statisten? Wenn diese Rede nicht durch sich wirkt, wird sie durch die Menschen auch nicht besser werden. Warum soll ich Filme nach Tradition drehen? 3ch teilt weiter nichts als gute Filme machen." Don nichts redefein Regisseur lieber als von seinen: Werk. „Alraune". Er hat einige schöne Photos bei der Hand. Brigitte Helm als Alraune. Basser mann als ten Brincken. Und das ist doch Agnes Straub? 3a, Agneß Straub, die vor kurzem in Bruckners „Elisabeth von England" die Königin in Reinhardts Deutschem Theater spielte, in ihrer ersten Tonfilmrolle. „Sie bekam die Elisabeth gerade während der Proben, ihre Freude war sehr groß." Er zeigt Harold Paulsen als Frank Braun. Aus den 3nterieurs der Bilder steht der phantastische nächtliche Spuk des Romans wieder auf und das verwitterte alte Haus Alraunes ... Filmleute, sagte ich es schon, haben es immer eilig. Oswald taucht in seinem Wagen unter und winkt durch die Scheiben. Berlin SW 48 aber lebt i^och ... Film in der dritten Dimension. Tleue Probleme - neue Möglichkeiten: Iarbe und Plastik im Film. Von A. K. von Hübbenet. Eben erst hat sich die durch den Tonfilm hervorgerufene grundlegende Umgestaltung der künstlerischen Prinzipien und technischen Grundlagen des Films vollzogen. Wenn auch noch manche Mängel zu beseitigen sind, kann es nicht mehr zweifelhaft sein, dah die Sprache und die Welt der Töne, welche die neue Technik der bisher stummen Bildkunst erschließt. eine entschiedene Bereicherung öcr filmischen Möglichkeiten bedeuten. Der Tonfilm ist aber noch lange nicht das letzte Wort der Filmtechnik, vielmehr wird an ihrer Vervollkommnung in unzähligen Laboratorien stetig weitergearbeitet. Nach Ton und Sprache sind es jetzt die Farbe und die Plastik, also die sogenannte dritte Dimension, die dem Film erobert werden sollen. Daneben sind zahlreiche Erfinder mit dem Problem des Fernkinos beschäftigt, das gerade in letzter Zeit bedeutsame Fortschritte zu verzeichnen hatte. Der Farbensilm ist vor allem von der amerika- nischen Filmindustrie stark gefördert worden, der neben ihrer großen Kapitalmacht auch das Jnterefie zugute kommt, das von dem amerikanischen Publikum jeder sensaiionellen Neuerung entgegengebracht wird. In Hollywood wurden bereits 15 Prozent der diesjährigen Produktion ganz oder teilweise in Naturfarben hergestellt. Man hat schon in den ersten Anfängen der Kinematogravhie Verluche unternommen, farbige Filme zu schaffen, und zwar durch Handkolorieren. Die Resultate fielen jedoch durchweg unerfreulich aus, außerdem erwies sich dieses Verfahren als reichlich kostspielig, was daraus erklärlich wird, dah ein Bildstreifen der normalen Länge von 2400 Meter aus über 130 000 Einzelbildern besteht. Der handkolorierte Film verschwand in der Verrenkung. — Allmählich gelang es jedoch, die Farbenphotographie für den Film nutzbar zu machen. Bekanntlich geschieht eine farbige photographische Aufnahme nicht in der Weise, dah^das Originalbild sogleich in seinen natürlichen Farben auf der Platte erscheint. Trotz aller Mühen ist es bisher noch nicht gelungen, eine solche .«deal-Emulsion ausfindig zu machen. Das Prinzip der Farbenvhotographie beruht auf derVoung-tzelmholhschen Theorie, daß sich lämt- liche Farben durch eine entsprechende Mischung der drei Grundfarben Rot, Blau und Grün wiedergeben lasten. Durch Einschaltung eines dreifarbigen Filters in das Objektiv der Kamera wird das Ociginalbild in drei Farbauszüge zerlegt, deren Schwärzung dem jeweiligen Anteil der Grundfarbe entspricht. (Wenn man z. 2. eine grün-rote Vase durch ein grünes Glas betrachtet, sieht man nur die roten Telle der Vase, da die grünen Lichtstrahlen vom gleichfarbigen Glas absorbiert werden.) Die drei gewonnenen Auszüge werden nach dem Entwickeln und Kopieren in den Komplementärfarben eingefärbt.(Komplemen- tärfarben nennt man solche, die in Zusammenwirkung einen weihen Lichtstrahl ergeben, wie Rot und Grün, Blau und Gelb usw.) Darauf erfolgt durch den. denn den Griesgram gibt es Wohl nicht, dev nicht Fröhlichkeit in sein Herz einziehen fühlte, wenn er dich sieht und hört, wie du beispielsweise mit einer Kollegin auf dem verstimmten Pianino den „Lieben Augustin" mit den Füßchen spielst und tanzst, oder wenn du den spiralig ausgeschnittenen Schweizerkäse als Pianolarolle verwendest und herrliche Harmonien damit hervorzauberst, oder wenn du dein süßes Schnäuzchen als Schallplattenträger benutzest und das spitzige Schwänzchen deiner Gefährtin die Radel ersetzt, und dieser lebendige Musikapparet uns zum Tanz aufspielt. Aber Mickh begnügt sich nicht damit, uns nur selbst in innigster Verbindung von Bewegung und Musik die erstaunlichsten Aeoerraschungen erleben zu lassen, sondern ihr künstlerischer Vater versteht steht es, alles, was da kreucht und fleucht, ja, so ziemlich alles, was nicht niet- und nagelfest ist, manchmal sogar auch letzteres, in dem Dann seiner schier unerschöpflichen Phantasie zu verarbeiten, und seine „Silly"°Grvtes?en stellen in ihrer Einmaligkeit vielleicht die vollendetste Form des Tonfilms vor. die wir bis dato haben. Das tanzt und. hüpft, und zappelt und musiziert, das bläht sich und dreht sich, das macht die unmöglichsten Kunststücke im Takte, des 3azz, des Walzers, des Schlagers, und man möchte am liebsten mittun, so sehr ist der Doppelrhythmus ihrer Dynamik im Einklang. Wenn etwa der gemarterte Musikflügel in „Jeder seine eigene Jazzband" anfängt, sich zu drehen und zu winden, nach allen Seiten sich auszudehnen, wenn er plötzlich zu einem breitmäulig zähnesletschenden Avgeheuer wird, und zuguterletzt anfängt, mit den vorderen Deinen aus sich selbst zu spielen — „das muß man gesehen haben, meine Herrschaften!" Oder die Frühlingssinfonie „Im wunderschönen Monat Mai", in der nicht nur Dlurnen. Pflanzen, Bäume, Tiere usw. sich im Takte wiegen, sondern sogar der Regen in wohl- abgewogenen Kadenzen niederrauscht, und die Raupe das rhythmische, stückweise Gesressenteer- den durch den Raben nur als selbstverständliche Krönung ihrer loheländischen Tanzbestrebungen zu empfinden scheint! And insbesondere ein Höhepunkt: „Die Geister- stnnde". eine in ihrer Zettgebundenheit überwäl- . ein geeignetes Wiedergabeverfahren die Vereinigung der drei Einzelbilder zu einem farbigen naturgetreuen Gesamtbild. Diehauptsächliche Schwierigkeit, die Farbenphotographie für den Film anzuwenden, bestand nicht etwa, wie man vielleicht annehmen möchte, in der geringen Gröhe der Filmbildchen (18 zu 24 Millimeter), sondern in der Kürze der zur Verfügung stehenden Belichiungszeit. Der 'Film wird mit 24 Bildchen in der Sekunde ausgenommen, sodaß auf jedes Bild- chen — infolge der ruckweisen Fortbewegung des Filmstreifens — eine Belichtungszeit von etwa l/an Sekunde kommt. Beim Dreifarbenverfahren müssen jedoch in der gleichen Zeitspanne nicht ein, sondern drei Bildchen belichtet werden, das Filmband muh also mit dreifacher Geschwindigkeit abgerollt werden, und entsprechend verringert sich die auf jedes einzelne Bildchen entfallende Delichtungszeit. Als erschwerender Umstand kommt noch hinzu, dah der Farbenfilter auherordentlich viel Licht schluckt. Aus diesem Grunde hat man für den Film zunächst Zweifarbenverfahren ausgearbeitet, wobei sich die Kombination der beiden Grundfarben Orange- rot und Blaugrün am günstigsten erwies. Schon mit dem Zweifarbenverfahren läßt sich eine außerordentliche Farbenpracht erreichen, doch tritt steis auch ein gewiffer Farbausfall ein. So ist es bei Benutzung der Grundfarben Orangerot und Blau- grün nicht möglich, wirklich rote und blaue Farbtöne teiederzugeben, wie es z. D. auch der Film „Cilly" bewies. Diele Zwischenfarben kommen dagegen überraschend gut. Die auf dem Gebiete des Farbenfilms führendeamerikanischeGesellschaftTech- nicolor, nach deren Zweifarbensystem fast alle amerikanischen Farbfilme, auch „Etlly", ausgenommen wurden, kündigt für die nächste Zeit das Erscheinen eines Dreifarbenverfahrens an, das einen bedeutenden Fortschritt darstellen soll. Auch in Deutschland find mehrere Farbfilmsysteme ausgearbeitet worden, von ihnen scheint das Sirius-Derfahren das aussichtsreichste zu sein. Jedenfalls werden wir wohl noch im Laufe dieses Winters auch deutsche Farbfilme zu Gesicht bekommen. Reben dem Farbfilm ist es vor allem der sogenannte Breitfilm oder bühnenweite Film, der augenblicklich die Filmindustrie beschäftigt. DerBreit- film, besten Einführung ebenfalls von Amerika aus» geht, aber wegen der damit verbundenen technischen Schwierigkeiten und gewaltigen Kosten wohl noch einige Zeit auf sich warten lasten wird, wurde ge- wistermaßen aus der Suche nach dem plastischen, dem dreidimensionales Film erfunden. Beim Breitfilm handelt es sich nicht bloß darum, dah man anstelle des bisher üblichen Filmstreifens von 35 Millimeter Breite einen solchen von etwa doppelter Breite nimmt und daher in die Lage verseht wird, die an die Körnigkeit der Emutfion gebundene photographische Qualität der Bilder zu verbestern, tigend amüsant und doch irgendwie grausig erschütternd wirkende, ind Moderne übcusietzte »Danse macabrc“ von vier Skeletten im Jazz — im synkopierten Rhythmus der Gegenwart, deren steppende, gleitende und schleisende Bewegungen in ihrer, allen anatomischen Begriffen widersprechenden Beweglichkeit und 'Variabilität nur um so überzeugender wirken. Ebenso, wie es uns bei G r o ck selbstverständlich scheint, daß die Forelle „zwitschert", ebenso natürlich ist es, daß unter anderem hier das eine Skelett das andere als eine Art Tylvphon benutzt usw. Auch Mickys Trabanten Flock und Flickie, deren genauere tierische Gattungsmerkmale unbestimmbar sind, und Flip, der Frosch, gehören zu den Ton-Trick-Filmen erfreulichster Art. Sie alle stehn noch „nicht im Meyer, und auch im Drockhaus nicht" (nach Morgenstern), aber trotzdem sind sie unheimlich lebendig, (in ihrem Humor überwältigend. Es liegt solch üb. rquellende Phantasie, solch Einheitlichkeit der bildlichen und musikalischen Elemente in diesen künstlichen Gebil- den, dah man auf zahlreiche vielaktige „menschliche" Tonfilme gern zu ihren Gunsten verzichten würde. .Sie find vielleicht eine der Keimzellen, aus denen sich wirkliche Tonfilm-Kunst entwickeln kann. Denkmal für einen unbekannten Alm-Erfinder. 3n der Geschichte der Erfindung deS Films hat man bisher den Rainen LouisLePrince kaum gehört. Am so überraschender kommt die Rachricht, daß diesem Manne jetzt in Leeds ein Denkmal errichtet worden ist. Englische Blätter feiern ihn aus diesem Anlaß als den „Vater der Kinematographi e“, der 1883 in seiner Werkstätte zu Leeds die erste brauchbare ein- linsige Kamera für lebende Bilder vorgeführt habe. Die Originalmaschine, mit der Le Prinee die ersten Filme aufgenommen hat, ist von seiner Tochter aus Amerika herubergebracht worden und soll in einem Museum Aufnahme finden. Wer war dieser Le Prinee? Louis Lumiöre, der für den eigentlichen Vollender der kinemato- sowie ohne Schwierigkeiten größere, eben bühnenweite Bilber auf die Leinwand zu projizieren. Die Gröhe des Leinwandbildes ist schtiehlich nur eine Sache der Projektionsoptik, auch mit Rormalfilm lasten sich unschwer bühnenweite Bilder erreichen. So wurde beispielsweise in Berlin bei den filmen „Wings", „Frau im Mond" und „Cilly" der fope- nannte Magnoskop-Effekt in Anwendung gebracht. Bei einzelnen Szenen dieser Filme erweiterte sich das Bild nach allen vier Seiten, bis es die ganze Fläche des Bühnenraumes einnahm. Bei demRapo- leon-Film von Abel Gance benutzte man die sogenannte dreigeteilte Leinwand. Die Projektionsfläche wurde nach beiden Seiten hin erweitert, vorgeführt wurden gleichzeitig drei verschiedene Filme auf drei Projektionsmaschinen, fodah sich ein seitlich ins Angemessene vergröbertes Bild ergab. Die Reuerung des Breitfilms besteht in der Eigenschaft seiner komplizierten Optik, unter einem wesentlich größeren Bildwinkel und mit ungeheurer Tiefenschärfe das photographierte Objekt zu erfaßen. Die Breitfilm-Optik nimmt mehr auf. als das menschliche Auge zu übersehen vermag. Die Konturen im Hintergrund erscheinen ebenso scharf, wie die im Vordergrund, dabei nimmt das Bild seitlich und nach oben hin solche Dimensionen ein, daß es mit einem Blick nicht zu ertasten ist. Der Zuschauer ist-Heshalb gezwungen, aus der Fülle der gebotenen Eindrücke sich einen Teil zu wählen und darauf seine Aufmerksamkeit zu konzentrieren. Damit seht sich aber der Breitfilm in Widerspruch zu den bisherigen Prinzipien der Filmlunst, denn bisher wurde dem Zuschauer das Geschehen in einer Folge von Bildausschnitten vorgeführt, wobei ihm der Registeur nicht mehr zeigte, als er zu zeigen für wesentlich hielt. In den amerikanischen Ankündigungen der Breitfilme ist stets von einer p l a st i s ch e n Wirkung die Rede, die diese Bildstreifen besitzen sollen. Von einer solchen Wirkung kann man aber nur sehr bedingt sprechen. Schließlich ist jeder geschickte Photograph imstande, seinen Bildern einen gewissen plastischen Effekt zu verleihen. Beim Breitfilm wird die Illusion der Plastik erhöht durch die Tiefenwirkung und die Größe des Bildes, denn der Teil, auf den der Zuschauer seine Aufmerksamkeit konzentriert, wird gegenüber dem übrigen Teil gewissermaßen herporgehoben. Mit dem eigentlichen plastischen, stereoskopischen Film hat der Breitfilm jedoch nichts zu tun. Daß der plastische Film aber eines Tages auch kommen wird, ist so gut wie sicher. Von beut auf morgen lasten sich alle diese Probleme natürlich nicht lösen. Für den Film von übermorgen ergeben sich aber Perspektiven von ungeahnter Vielgestaltigkeit. Greta. Von Gusti Schldlof. Greta Garbo spielt die Hauptrollen in den neuen Metro-Goldwyn-Mayer- Filmen „Wilde Orchideen" und „Der Kuß". Man hat ihr den Ramen „die weiße Flamme" gegeben. Man hat sie „die Frau aus Gis und Feuer" genannt. Sie heißt „die Göttliche" und „die Sphinx". Ihr Wesen zu ergründen, ist eine verführerische Ausgabe. Aber noch niemanb hat eine Lösung dieser Aufgabe gefunden. Denn Greta, Garbo ist etwas Einmaliges, es gibt keine Vergleiche zwischen ihr und anderen Frauen. Viele haben sich gemüht und mühen sich noch immer, ihr ähnlich zu werden, ihr zumindest ähnlich zu erscheinen. Was ihnen glückte, war die Nach- ahmung der Garbo-Haartracht, des Stils der Kleidung, der Haltung. Das Wesentliche ihres Jchs, eben das Geheimnis ihrer Anziehungskraft, blieb Greta Garbos persönliches, unkopierbares Eigentum. Diese Frau, von der die Oeffentlichkeit in allen Erdteilen am meisten liest, am meisten spricht, deren Bilder in regelmäßigen Abständen erscheinen, diese Frau scheut die Berührung mit der Oeffentlichkeit mit solcher Konsequenz, daß die Welt, die so wenig von ihr weih, sich mit Anekdoten über sie begnügen muh. Die Leute, die in Hollywood leben, erfahren natürlich hier und da etwas über Greta, man sieht sie gelegentlich in ihrem weißen Wagen, man trifft sie ab und zu in strahlenden Gesellschaften. Aber sie ist schweigsam, niemand kann erraten, was hinter ihrer schönen 6tinr graphischen Erfindung gilt, hat nie etwas von ihm gehört, wie er einem Ausfrager mitteilte, denn durch sein tragisches Schicksal wurde die Ausnützung der Patente von Le Prinee jahrelang verhindert. Le Prince toar der Sohn eines französischen Offiziers und ein sehr geschickter Kunsv- hanlwerker. Er machte feine ersten Versuche in Reuhork und kam dann nach Leeds, wo er im 2lahre 1888 Aufnahmen von Tieren mit einem Llpparat machte, mit dem er zunächst 12 und dann 20 Bilder in der Sekunde festhalten konnte. Am diese Aufnahmen als lebende Bilder vorzuführen, erbaute er einen Projektionsapparat und bediente sich zur Beleuchtung der Aufnahmefläche bereits des elektrischen Lichtes. 1889 fing er an, den durchsichtigen Zelluloid-Film für feine Aufnahmen zu verwenden, der damals eben erfunden worden toar, und so hatte er alle wichtigsten Elemente der Kinematographie in seiner Hand vereinigt. 3m August 1890 reifte er nach Frankreich, um dort Patente für feine Erfindung zu nehmen und diese weiter auszubauen. Er trennte sich in Bourges von seinen Begleitern, dem Ehepaar Richard Wilson, um seinen Bruder, einen Architekten in Dijon, zu besuchen. Zum letztenmal wurde er gesehen, als er am 16. September 1890 in einen Zug nach Paris stieg. Don diesem Zeitpunkt an toar er vollständig verschwunden, und weder der Nachforschung französischer und eng'i'cher Detektive, noch allen Erkundigungen seiner Freunde ist es gelungen, irgendeine Spur von ihm zu finden. Da fein Gepäck und feine Geschäfts- papiere sich ebenfalls niemals wiedergefunden haben, dachte seine Witwe daran, daß Persön- lichkeiten. die 3ntereffe an seiner Erfindung hatten, ihn beiseitegebracht haben, um seine Arbeit auszunuhen. 3eLensalls toar die Folge, baß seine Patente sieben 3ahre lang nicht benutzt werden konnten, da nach englischem Gesetz erst die endgültige Todeserklärung abgewartet werden mußte, die erst nach dieser Zeit ausgesprochen werden konnte. Anterdessen hatten Diele andere sich auf dem Feld der Kinematographie betätigt und die Erfindung weitergefüyrt, während der Name von Le Prince in VergessenhÄt geriet bühn», ift IchlieÄ^^ Die °uch 2n 6ei den?j',^ K-K Ä^n?$Qt)D’ LrZAL BLZtzL LW ZW WZ .fti'“5'1** tee™ Äte .men gewissen ploüüLm SSbk3au^n er ? rt f ?n9Unö die « Teil, auf öen der Zu. konzentriert, ivud gegen. Ermaßen hervorgehoben. L"' 7"koPilchenZjlm Vtszutnn. Dahöerpla. ges auch kommen wird, Kn sich alle diestPrv- our den Film von A>n« erfpeltivenvvnungeahn- ita. Hchidlof. lieft die Hauptrollen in 'Toldwyn-Mayer-Almen und.Der Kuh". M .die weihe Flamme^ .die Frau aus Eis und' ißt ,die Göttliche" und n zu ergründen, ist eine Uber noch niemand hat e gefimten. Senn @re!a les, es gibt keine Dcr° anbeten Frauen. 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Dampgchiss. 8 Hansa Tampsschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine DeutscheErrditanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsaelellschast . 12 Commerz- und Brivat-Bank. 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und Di-conw-GeseMchast. ... 10 Dresdner Bank......10 Reichsbanl........12 54,5 55,75 100 107,5 139,75 107.5 107,75 224 86 71,5 37,75 143 97 1 41 70,5 68,5 100,25 107,75 107,5 87,75 92.5 72,22 89 99,25 144 — 160 Z - — 49 | 58,5 53.9 129.75 101,5 54,65 96,25 100 116 107,5 139,25 107,25 107,5 224 86,75 86 90.25 88,75 70 86.75 99,5 93 94,5 95.5 142 119 98 39,25 54,25 70,5 68 52,25 159 48 56,5 53,25 27,25 31,5 59,75 48,5 140,25 57,25 68 55,75 135 104.5 56.75 96,5 100 116,5 107.75 140,5 107,5 107,5 223,25 87,5 88,75 91,75 92,75 71,9 88,25 100,5 93 95.9 99 144 — 39 54,65 71,5 68 54,5 161,5 48,5 58 54 60.25 49.5 142 59 Bereinigte Stahlwerke..... Ltavt Minen......16'/. Kaliwerke «scherSIeben . . . io Kaliwerke Westeregeln . . . lu Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. ®. starben Industrie ... 12 Dynamit Nobel...... . 6 118 127 182,5 114,75 123,5 31,5 41 65 68,5 63 34 46,75 44 18,4 80,5 91 227 14,5 \ - — 26 71,5 63,5 — — 108,25 121 129 182.5 11 1 31,75 41,5 66,5 64,5 35 48 87,13 82,75 — i — I = 52,5 . 29,5 118 | 128 i 180.75 I 114.75 56,5 32,5 41,5 63,5 67,25 33,25 135.75 116,25 46,4 44 86 52,25 74,5 92 18.75 80.5 27 38,75 91 233 14,5 30 26,75 55 107 51,75 29,25 120 129.5 182,5 116 57,5 41.5 138 47,65 86,5 75 92,75 19,5 82 28,25 39,75 93 237 i ___________________ — ten. . ...... 7% Deutsche Reich-anlcihe reich, * 100 Schilling Deutsche SInl..«blöI..Schuld mll Auelos.-Rechien....... Dekgl. ohne Auilos.-Rcchte . . 6% Hell. rioUrstaal vou 1929 (rüd!d.-mische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 LMuckenLEo.......11 Kiemen» S Halske ..... 16 Troneravto..... 8 i abmeyer S Eo.......10 Buderur..........& Deutsche Erdöl . ......< Essener Steinkohle ...... 6 Gelsenkirchener....... Wayß § streytog......k «mst-.Nott. Buen.-AireS Brss.-Antw- Chrisliania - -Kopenhagen Stockholm - HeisingiorS. Italien. . . London - . . Weunort .. Patts ... Schwei; .. Sva i-a. - Japan . .. >»io de £Yan. Wien in D-- Ceft. abgeft Prag - . . Belirad .. 4>noaD:ft. . H5ui attea ■ Lissabon Daniig. . fionft nrat. Allen. . Canaoa . Uru uay. Tatro . . 169,27 1,278 58,60 112,37 112,37 112,62 10,586 22,02 20,416 4,207 16,475 81,37 43,91 2,082 0,383 59,125 ' 12,451 7,424 73,43 3,049 18,83 81,60 1,784 5,445 4,198 2,767 20,93 169,61 1,282 58,72 112,59 112,59 112,84 10,606 22,06 20,456 4,215 16,515 81,53 43,99 2,086 0,385 59,245 12,471 7,443 73,57 3,055 18,87 81,76 1,789 5,455 4,206 2,737 20,97 169,11 1,275 58,57 112,32 112,32 112,55 10,585 22,01 20,405 4,2045 16,47 81,35 44,21 2,080 0,379 59,105 12,445 7,429 73,41 3,051 18,82 81.54 1,784 5,445 4,196 2,767 20,82 169,45 1,279 58,69 112,54 112,54 112,77 10,602 22,05 20,445 4,2125 16,51 81,51 44,29 2,084 0,381 59,225 12,465 7,443 73,55 3,057 18,86 81,70 1,789 5,455 4,204 2,773 20,96 6% l«r. Lan'deSpsnndbriesanNalt. Psandbricfr R. <9 ..... 8% Pr LandeSriancbriesanvalt, tionim.-Cbl.8l. 20...... 7% tir. Lande iwianvbriesan Halt, Psanbbrtesc 81 21 ..... il E.B. abg. Bor.neg».Obligationen. rüctiablbar 1932 ..... 4% Oesterreichische Golbrcnie . . 4,20% Ocitcneldjiiche Gilbcrrentc 4% Lcktcrreichilche Einheitliche Schultheis Patzenhoser ... 15 Cftrocrtc.........in Atu...........18 Bemberg...... 14 ZeNtrol' Waldbos .... 13'/. Zellstoff Sltchassenbura ... 12 Charlottenburger Wasser . . . ß Telsauer (W........S Daimler Moloren..... O Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau A.^S. ..... O Nal. Automobil.......0 Crentem S Koppel.....6 Leonhard Tietz......10 4% Ungarilche (Soldrente . . . . 4% Ungarilche Ltaakörrnte v. 1910 Hocsch Eilen. ....... 6*6 I:sc Bergbau...... . 10 ....................; Löln-Stcucslcn ...... Marmetmann-Röbre» . • • • : Manllelder Bergbau ..... 7 Obcrschlcs. Liienbcdars . ... b Obcrichlcs.Nolewerk...../ Vdöntr Bergbau......6Vi «bcinische vraunlohlea . . K ...................6 1 RiebeS Montan......W 159 48 54 25,5 — 58 Svenkka.....•••••■ 4% Ungarische lkronenrrnte . . 4% Türlische Zoll anleibe von 1911 4% Türltiche Bagdadbahn-Anl Serie ............ 4% beigl. Serie II . . - - - - - 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 .......... Waage) und Schuhhaus Heinrich Pfeiffer, Wolkenga^se «a e ^kündbare, zinslose'Tffarlekn für Neubau, Umbau, Hypothekenablösung mit kostenloser Lebensversicherung bet uns abgeschlossen. Kurze Wartezeit, niedrige Tilgungsraten grötz.e Sicherheit des Geldes. Vertreter allerorts gesucht. Deutsche Bansnar-Genossensdiaft e.6.m.b. H„ Bochum, HattlnSer Strato 19 Prospekt 145 kostenlos erbeten. Adresse:--------------------------------- Als Drucksache mit 5 Pfennig frankieren, guieilung schon nach 6 Monaten mögt ch _______579 V erhalten Sie ', Psd. Blvckicbokolade bet Einkauf von Fischhaus Cuxhaven Marktetr. 23 137 A Tel. 2417. Auf 1000fachen Wunsch Jeder muß diesen Film sehen, um ihn nie zu vergessen! 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