tolrft. rJ8bÄM A die s rD Wen 0,5 jWttt ^nn Qui jh^' unlet, *(1! ■ Segen tDio]".Wie [Q^I 3,7713tonb 73,13, ’*packi :nemelür enstände 7855 a ONAT emberiM ckvergütung SS, iz ertverein IM, 20 Uhr, Konzert mesvary ler-Vereln m (Klavier) 1 nsd Gavotte ans der Klavierkonzert D-Mrf itte Symphonie (Eroicii :el ist aus dem Piano- nst Challier und abends gen Ausweis bei Herrn entenban-.____73590 -ee ^onferr«;r pn Pfarrer i ! fcottfetew ^ogmMKrart. ferW von Piancr tag von W »u?n; von paflor mverfität. ° ,nS> sch 15 Pf-80 Rr. 272 Erstes Blatt 181. Jahrgang Zreitag, 20. November 1031 (Er |d) e tn t tag ltd), aufeei Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanschliisse anterSammcInummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: $ranffurtam Main 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrud und Verlag: vrühl'sche Univerfttäls-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Schriftleltung und Geschäftsstelle: ZchulNraße r. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteure Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Biehen. Die Zuhörer des pariser Gesprächs. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Pros, der Geschichte an der Universität Äerlin. Wie ist das Bild in den großen Staaten, die jetzt den deutsch-französischen Gesprächen zuhören, ohne selbst in diese einzugreifen und an ihnen doch auf das Höchste interessiert sind? , Für England ging es aus den Beden bei Eröffnung des Parlaments hervor. Zweierlei ist nachzutragen. Nichts Wirtschaftliches, aber von höchster Wichtigkeit. Das eine: wenig bemerkt wurde in der Thronrede die Ankündigung, daß den großen Selbstverwaltungskolonien jetzt durch das Parlament „Westminster-Statute" gegeben würden. Das bedeutet die Ausführung des Beschlusses der letzten Aeichskonferenz: die Dominions sind, wenn diese Gesetze angenommen sind, auch formell unabhängig und souverän. Alles richtig, was über den trotzdem bleibenden Zusammenhang zwischen Mutterland und Kolonien gesagt wird, aber -- ein Bundesstaat ist das „British Empire" nicht mehr! Es ist ein Staaten» bund, und wenn die Fragen an das Leben gehen, wie jetzt die des Beichsschuyzolles, so wird das Leben, das nächste Leben, das selbständige und autonome Interesse der Selbst- verwaltungskolonien entscheiden. Das ist natürlich nach jeder Richtung von größter Bedeutung. Das andere: nach fünf Wochen Beratung ist die Indien-Konferenz fast gescheitert. Rur ein kaum mehr zu erwartendes Nachgeben der Mohammedaner in der Kommünalfrage hat verhindert, daß sie jetzt erfolglos auseinanderging. Trotzdem ist ein positiver Abschluß fraglich. Das ist nun beinahe noch wichtiger; aber England ist so ausschließlich von den eigenen Nöten beschäftigt, daß ihm die Indienfrage heute in zweiter Neihe steht. Daß Italien tief in der Wirtschaftskrise ftedt, ist nichts neues. Neu aber und inter- elsant ist, wie jetzt in ihrem Gefolge seine größte Bank, die „B anc.a Commerciale d'I ta - E t a", ihren ganzen Industriebesitz abgestoßen hat, so also saniert worden ist mit Staatshilfe. Der Staat entlastet diese Bank, die die Haupt- trägerin der faschistischen Industriepolitik war, von diesem illiquiden Besitz. Mit einem Wort: der Staat, der bisher schon die Wirtschaftskrise weniger durch Arbeitslosenunterstützung als durch Produltionsunterstützung bekämpft und dazu die Banken an die Industrie große Kredite hatte geben lassen und diese gestützt hatte, greift noch weiter in die Wirtschaft e i n. Derselbe Staat hat auch den Z u s a m m e n- schluß der größten italienischen Reedereien jetzt durchgeführt. Die Schifffahrt war schon durch fortlaufende Subventionierung in Abhängigkeit vom Staat gekommen. Der Staat veranlaßte diese Fusion, die auf dem Gebiete öct Gcohschiffahrtstonkurrenz natürlich auch von besonderer Wichtigkeit sein wird.. Mussolini hat in jener großen Rede in Neapel von „Trennungswänden" gesprochen, gebildet von Gruppeninteressen oder von Cinzelinteressen, die im Interesse der Nation „zertrümmert werden würden. Der Korporationsminister B o t t a r i hat das soweit gedeutet, daß „das Ende des Kapitalismus' gekommen sei und die kor- horative Wirtschaft nun Wege gehen müsse, die irgendwie zum S t a a t s s o z i a l i s- mus oder zum Bolschewismus fuhren würden". Das ist übertrieben, aber es kennzeichnet eine Tendenz für den Kampf mit der Weltwirtschaftskrise, die eigentlich nicht überraschen kann. Mussolini kommt ja vom Sozialismus her, und den Faschismus leitet die Grund- Einstellung, daß der Staat die Wirtschaft he stimme, ungemein. So zeigt das Bild Italiens jetzt einen bemerkenswerten Zug, von dem wir glauben, daß er immer stärker werden wird. Der Staat hat auch hier noch (wie in Rußland) viel Aufbauwerk als möglich vor sich, deren- gleichen in England und Deutschland l ä n g st getan ist. Was in Rußland industrielle 3 u - lückgebliebenheit ist, wird in Italien durch ein lehr hübsches treffendes Wort bezeichnet, nämlich, daß „die Faulheit der Ahnen das iMüd der Enkel" sei. Der Konjunkturrüdgang in den Bereinigten Staaten will sich nicht ändern. Man ist unter den Tiefstand von 1921 schon erheblich her- abgesunken. Die Rentab. .tat ist in scharfem Rückgang. Das „Regime Ford" - der Ausdruck ist ohne weiteres klar — ist a m C n d e: die Idee daß hohe Löhne hohe Kaufkraft verbürgen und daß man möglichst weit technisieren müsse, um Arbeitskräfte zu ersparen. Die Dank zu sam- inenbrüche gehen in die Zehntausende. Die Goldexporte nach dem Ausland haben wieder zugenommen: feit der Abwendung Englands von der Goldwährung hat Amerika 3,5 Milliarden Reichsmark an Gold abgegeben davon rund die Hälfte effektiv exportiert. Die Krise ist permanent und man ist einfach ratlos in bezug auf die Mittel ihrer Bekämpfung. Konstruktives und Neues kommt auch in den Kundgebungen Hoovers nicht zutage. Die Finanzeinrgung mit Laval, die zunächst Frankreichs Guthaben stillhält, ist doch nur eine Hilfsaktion. Borahs Äußerungen, so sehr sie hallen, einen positiven Ge- banken für Amerikas tatsächliche Politik enthalten Oeuischland stellt den Antrag auf Einberufung des Sonderausschusses der BZZ. Einiqunq in Paris. — Ein deutsches Memorandum an die BIZ. — Werden die Privatschulden in die Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit einbezogen? Berlin, 19. Rav. (MTB. Amtlich.) Botschafter von Hoesch stattete heute um 14 Uhr dem französischen Ministerpräsidenten Laval einen Besuch ab. Dabei wurden die gegenwärtigen Besprechungen über die Vorbereitung der Einberufung des im Zoungplan vorgesehenen Sachoer st and igenausschusses zur Nachprüfung der Leistungsfähigkeit Deutschlands zum Abschluß gebracht. Die Reichsregierung hat beschlossen, nunmehr den Antrag au f,(Einberufung des Sonderansschusfes zu stellen. Der Antrag wird im Lause des Freitags der B 3 3- i n Bafel und den Regierungen der Gläubigerländer i n Form eines Memorandums übergeben werden, das die Ursache und den Zweck des Antrags darlegt. Der Wortlaut des Memorandums wird veröffentlicht werden, sobald es der B3Z. in Basel und den Gläubigerregierungen übergeben ist. wie WTB. ferner hört, hat der A u s s ch u h d e r deutschen Schuldner sich gleichzeitig an die an dem Stillhalteabkommen beteiligten Ausschüsse der ausländischen Gläubiger gewendet und im Hinblick auf den Ablauf des Stillhalteabkommens am 29.Februar 1932 den Beginn alsbaldiger Verhandlungen über eine Neuregelung vorgefchlagen. Dem deutschen Antrag auf Einberufung des Sonderausschusses bei der DIZ., ist, wie die „DAZ" berichtet, ein Begleitschreiben der Reichsregierung beigefügt, das vier Schreibmaschinenseiten umfaßt. Cs gibt eine historische Darstellung des Derlaufs der deutschen und internationalen Wirtschaftskrise. Es beginnt mit den schweren Erschütterungen, die das deutsche Wirtschaftsleben im Sommer d. I. erlitt, leitet dann auf die Hooveraktion über und verweist auf die wichtigsten Feststellungen derLon- doner Konferenz. Das Schreiben geht ferner auf die Ergebnisse der Untersuchungen des Wiggin-Comitös ein und stellt fest, daß sich inzwischen die internationale Krise und damit auch die Lage Deutschlands noch wesentlich verschlechtert haben. Es sei daher notwendig, das ganze Problem in feiner Gesamtheit zu prüfen. Hierbei wird darauf angespielt, daß es nicht bloß die Aufgabe des Poungausschusses sein könne, innerhalb der im alten Vvungplan vorgezeichneten Grenzen zu arbeiten, sondern daß auch die Frage der privaten Verschuldung einbezogen werden müsse. Die „D o s s i s ch e Z t g." will dagegen berichten können, daß man einen bestimmten Auftrag für den Sonderausschuß der IZB. nicht f e st g e l e g t hat, sondern ihm bei seinen Beratungen freieHand zu lassen wünscht. Das bedeutet, daß nicht ausdrücklich ein Recht des Ausschusses verlangt wird, auch dasPro- blem der deutschen Privatverschuldung zu überprüfen, d. h. also, daß keine formale Erweiterung der Ausschuß r e ch t e von vornherein vorgesehen ist, aber diese Notwendigkeit zur Beachtung der gesamten deutschen Zahlungsbilanz ergibt sich aus dem Zusammenhang von selb st. Die Notenbankpräsidenten werden nun zunächst, so schreibt das Blatt weiter, wie es Im Poungplan vorgesehen ist, die Mitglieder des Beratenden Sonderausschusses zu e r n e n n e n haben. Bon der A u s w a h l dieser Persönlichkeiten, über die Verabredungen bis jetzt nicht getroffen sind, wird wahrscheinlich zum guten Teil das Tempo und die weitere Entwicklung abhängen. Keine neuen deutschen Sachlieferungen. Berlin, 19. Nov. (CNB.) Die Meldung eines Berliner Bo'rmittagsblattes, Frankreich plane neue Reparationsaufträge in Höhe von 81 Millionen Mark an Deutschland zu vergeben, ist, wie an zuständiger Stelle festgestellt wird, unzutreffend. Derartige neue Sachliefe- rung'saufträge kommen schon deshalb nicht in Frage, weil keine Finanzierungsmöglichkei- t c n bestehen. Bei den ermähnten 81 Millionen handelt es sich um ein Guthaben, das Frankreich bei Beginn des Hoover-Fahres b e i d e r B I Z. gehabt hat. Ein Teil dieses Guthabens, der jetzt frei geworden ist, da alte Verträge nicht zur Ausführung gelangten, wird bestimmunasgernäß zur Erledigung laufender Aufträge verwandt. Reue Aufträge sind nicht erteilt worden. England fordert eine umfassende Regelung. Gegen die'Porzugöbeßatidlung der Tribute. London, 19. Nov. (SU.) In einem Leitartikel wendet sich „ F i n a n c i a l N e w s" scharf gegen die vom „Temps" und anderen französischen Zeitungen vorgebrachten Beweisgründe für die französische Forderung, daß die Tribute den Vorrang vor den eingefrorenenKre- d i t e n haben müßten. Das Blatt lehnt die französische Behauptung ab, daß die englischen und amerikanischen Bankiers Deutschland über den tatsächlichen Bedarf hinaus Geld zu hohen Zinssätzen geliehen und hierdurch zur Verschärfung der deutschen Krise beigetragen hätten. Hiermit widerlege der „Temps' keineswegs die Notwendigkeit, Deutschlands Kreditfähigkeit Wiederherz u st eilen. England müsse Darauf bestehen, daß Die deutsche Schuldenfrage in Ihrer Gesamtheit behandelt werde. Die Lösung dürfe sich nicht nur auf die wirtschaftliche Tpiedererholung Deutschlands erstrecken, sondern müsse alle Länder umfassen. Dies könne man aber nur erreichen, wenn die Forderung des „Temps", daß jedes Land seine eigenen Rechte und Interessen verteidigen solle, zugunsten einer klügeren und großzügigeren Politik a b g e l e h n t werde. Der Wirtschaftspolitiker Sir W. L a v t o n kritisiert den neuen Zeitverlust, der durch die langen diplomatischen Verhandlungen entstehe. Wichtiger als alle politischen Probleme sei die Frage, o b d i e Privatschulden bezahlt werden sollen oder nicht. Der mandschurische Krieg und die Mchle. Japan gibt nicht nach. Soll der Bölkerbuudsrat ohne Zustimmung der Parteien entscheiden *? Paris, 19.Nov. (WTB.) Außenminister Brian d hatte heute nachmittag Unterredungen mit dem japanischen Botschafter in London, M a t s u d e i r a, dem japanischen Botschafter in Paris, Poshi- zawa, und dem chinesischen Völkerbnndsdelegier- ten Dr. S z e. Poshizawa hat Briand eine schriftliche Antwort auf die an ihn gestellten Fragen erteilt. Es verlautet, daß Japan darin erklärt, daß es d i e Mandschurei nicht räumen werde, bevor ein neuer zwischen China und Japan direkt zur Verhandlung gelangender Vertrag unterzeichnet sein werde, der die bestehenden Verträge einschließlich der von der japanischen Delegation kürzlich ausgesührten Punkte b e st ä t i g t. Die japanische Regierung könne sich keinesfalls mit den Erklärungen zufrieden geben, die der chinesische Delegierte Dr. S z e am 14. November über die Achtung der Verträge durch China abgegeben habe, denn diese Erklärungen böten für Japan keine G a r a n t i e. In der nichtöffentlichen Sitzung der Völkerbundsratsmitglieder wurde die Frage eines Waffen ft ill st andes und die Frage der Entsendung einer Unter- s u ch u n g s k o m m i s s i o n erörtert. Journal des Dsbats will aus sicherer Quelle erfahren haben, daß der japanischen Regierung vom Völkerbund im Einvernehmen mit General Dawes der Vorschlag gemacht worden sei, diese Enquete-Kommission zu beauftragen, sich nur über folgenden Punkt zu äußern. Ist China fähig, die Sicherheit der japanischen Staatsangehörigen in der Man- dschurei und ganz allgemein in China zu gewährleisten? Da Artikel 11 der Völkerbunds» Während man in Paris über einen Friedensschluß verhandelt: — Blick in ein japanisches Feldlazarett, wo verwundete chinesische Gefangene verbunden werden. ■ M \ s sie auch nicht. Der Angriff des Vorsitzenden des Dank- und Währungsausschusses im Kongreß, Mac Fadden, gegen Hoovers Frank-Politik und mit der Anerkennung des deutschen Widerstandes ist sehr schön, verpufft aber ebenfalls. Hoover selber weiß zum Danksagungstag des 26. November nichts besseres zu sagen, als daß das Volk „vorübergehend von einem gewissen Maß von Mißgeschick betroffen feil" Kann man sich dann wundern, daß die gewaltige Großmacht Amerika die Weltwirtschaft und den Kampf gegen die Krise so gar nicht vorwärts treiben kann? Zuletzt Frankreich. — Ist es glücklich? In Paris allein rechnet man mit 150 000 Doll- arbeitslosen, dazu die Kurzarbeiter und die aus der Arbeitslosenunterstützung schon Ausgesteuerten (diese Unterstühung wird nur 180 Tage gewährt). Man weiß zunächst keinen andern Ausweg als Abschiebung der ausländischen Arbeitskräfte auf Grund der Bestimmung, daß die Wirtschaft nur 10 Prozent ausländische Arbeiter beschäftigen darf. Daß Geld in Noten und Gold seit Wochen schon gehamstert wird, weiß man. Weil die 20-Frank°Goldstücke aus dem Verkehr gezogen werden, wird jetzt Gold in Darren von der Dank von Frankreich gekauft und in den Strumpf gesteckt. Die Danken müssen mit Barmitteln immer höchst liquide sein und sind in Schwierigkeiten, weil Geschäfte eigentlich nicht zu machen sind. Anleihen sind nicht unterzubringen, Streöitc nicht zu bekommen. Glücklich kann man diese Situation auch nicht nennen. Nur die ewige Forderung auf S i - cherheit — das ist im heutigen Wirrsal zu wenig. Konstruktive Gedanken gegen die Weltwirtschaftskrise sucht man auch in Frankreich vergebens. Man fand solche av(d) nicht auf dem großen Kongreß der Radikal » Sozialisten, mit denen Herriot wieder ausstieg. Der Kongreß hat sich eine außenpolitische Wahl-Plattform gegeben, nur wird darum erst im Frühjahr 1932 gewählt. Äenn das wirklich die „Regierung Frankreichs von morgen“ sein soll, so haben wir es einstweilen mit der Regierung Laval zu tun, die unter dem ausschlaggebenden Einfluß der rechten Mitte und der Rechten in Politik und Wirtschaft steht. Unö wenn es auf das Entscheidende ankommt, ist in Frankreich in der Außenpolitik doch eine geschlossene Front da. Bei dieser flüchtigen Hebersicht finden wir — man möge sachlich dazu stehen wie man wolle — konstruktive Ideen am ehesten noch in Italien. Ein Ringen darum mit wenig Klarheit und Linie in England und nichts davon in Frankreich und Amerika. Wie soll man da in der internationalen Zusammenarbeit im Ernste fachlich weiterkommen, wenn nicht ein ganz entschlossener Stoß von Deutschland ausgeht, wo, wie wir meinen, mindestens die Bereitschaft für konstruktive Ideen wohl am größten ist? fahung immer noch die Derhandlungsarundlage bit- bet so würde die Entsendung einer solchen Unter- suchungskommission nur möglich sein, wenn die Initiative dazu von Japan ergriffen würde. Man hofft, daß die japanischen delegierten sich einer derartigen Möglichkeit nicht verschließen werden. Sollte Artikel 15 der Satzung angerufen werden, was bisher noch nicht geschehen ist dann würde die Frage einer Entsendung einer Untersuchungskommission ohne weiteres akut. Die fiaoas-agentur Staubt, daß der Bölkerbundsrat morgen an die tage heranaehen müsse, ob Art. 15 fjerange- zogen werden müsse, auf den sich die chinesische Delegation berufen habe. Wenn dieser Artikel her- angezogen werde, dann sei der Weg für ein 93er- fahren erschlossen, das nicht mehr die Ein- stimmiakett der Beschlüsse verlange, da die Zustimmung der Parteien für die Beschlußfassung nicht mehr notwendig sei. Wenn die Unterredungen, die Briand heute mit den interessierten Parteien hatte, nicht neue Verstän- digungsmöglichkeiten erschließen, dürfte sich der Döl- kerbundsrat morgen in einer Sackgasse befinden. Aach Der Schlacht von Tsitsikar. Japan richtet lich ein. — Verfolgung der Lsiinefen. London, 20. 2too. (WTB. Funkspruch.) Der „TirneS"-Korrespondent in Tokio meldet Die Hauptstreitmacht der Japaner zog gestern vormittag 10 Uhr in Tsitsitar ein. Der Zivil- gouverneur von Eharbin, Tschangtschinhui, traf im Lause des Tages mit seiner Leibwache aus Eharbin ein, proklamierte die Al n a b • ’lzikar Solun Das Kriegsgebiet in der Mandschurei. Zoraru ♦OSKA (V hängigkeit der Provi n z und übernahm die Zivilverwaltung. General Ma's Armee befindet sich in Auflösung. Das japanische Außenministerium ertlärt, die japanischen Truppen würden Tsitsitar in sehr kurzer Zeit wieder räumen. Der Kricgsminister erklärte, die Regierung habe dem japanischen Oberkommando in Mulden die Anweisung gegeben, die Truppen erst dann aus Tsitsitar herauszuziehen, wenn in Tsitsitar eine neue Regierung gebildet sei, die für Ordnung sorgen und den Schutz des Eigentums der Ausländer übernehmen könne. Der Kriegsminister erklärte weiter, dah die militärischen Unternehmungen in der Gegend von Tsitsikar noch nicht beendet seien, da mit einer Gegenoffensive General Ma's gerechnet wird. Die siegreichen japanischen Truppen in der Rordmandschurei verfolgen die Chinesen in Richtung auf Kokuschantschen (nordöstlich von Tsitsikar), wohin sich Matschangschen geflüchtet haben soll. Die G e s a rn t v e r l u st e der Chinesen bei den Kämpfen am Mittwoch belaufen sich auf 300 Tote und über 3000 Verwundete, während die Japaner nur 300 Tote und Verwundete zu verzeichnen haben sollen. Das Gefecht fand bei 15 Grad Kälte statt. Die Japaner rückten t.ilw.' se auf Skiern vor. General Tschangtsuelianu ,oll Verstärkungen heran- ziehen Rach japanischen Meldungen beabsichtigte er, die Taonan-Eisenbahn zu zerstören, um die japanische Armee abzuschneiden. Der chinesische Aufständifchen-General Hsiao» t s ch e n g, ein Verwandter des Marschalls Tschangsuliang, hat den Versuch gemacht, die Stadt T s ch i n t s ch a u zu erobern. Er wurde von regulären chinesischen Truppen, die er zunächst für befreundet hielt, umzingelt, gefangengenommen und mit seinem ganzen Stabe hin- gerichtet. Japanische Flieger führten gegen eine 3000 Mann starke Abteilung der Armee Matschangschen, die in Heilun, 100 Meilen nördlich von Chardin, zusammengezogen worden war, einen "Bombenangriff durch. Die Abteilung soll vollständig vernichtet worden sein. Japan fordert Moskaus Neutralität. Keine Waffen» und Munmontzlicfcrungcn an die Chinesen. Tokio, 19.Rov. (TU.) Der japanische Auhen- minlftct übermittelte der sowjetrussischen Votschast eine Rote, in der festgestellt wird, daß die Gerüchte über eine Unterstützung der T r u p p e n d e S G e n e r a l s M a d u r ch den sowjetrusstschen Generalstab nicht von lapanischer Seite, sondern vermutlich von den Vehörden von Heilungkiang ausgesprengt worden seien, um ihre Truppen zu ermutigen. Die Sowjetunion müsse sich also b e l i n I n c f e n beklagen, wenn Moskau wirklich eine Politik st r i k t e r R e u t r a l i t ä t ein- haue. Japan hoffe, dah die Sowjetunion eine ebenso peinlich neutrale Haltung ein» nehmen werde, wie sie Japan während de« chinesisch-russischen Konfliktes ein- GCM?.nlmcn _v ‘cfl ^^sjafstn- n'd 8U. „ zplao-rei- .5 heiß* ier Welt. xmg für DlolottM l u, h,r Sbg, Mulltt' l°g h°UeD“ „Bhi, @e< » batten KK WMl deüdr Aekto? Hurter Tel? ^a" >hre scharle' pö|itiC Äof,t"* ' preußische^A,^' r Zuhör? sWul. 'fchensali iU 3 er' drohen?^ U"d mmehi ift ti Q^ab* Ä u”6 Samii le„ Tae>' JÄ ^tnet beschloh ,cn un6 sie damit als ,etun9 SU charakteri. klrag für 1930: Millionen. W) Die aus einet 2 der preußische Finanz, ugeleftet hat, stellt sich chaushalt für das Lech. ! Millionen Start. Jet hiag war ausge» Defizit ergibt sich in iudgang der 6in» ebsverwaltllnAkn in den Voranschlag und üdgang bei den >ben um St Millionen, nmühigen Lusga« hing verden solche für i Wieben, Zuwendungen i denabgetretenen fürLuhrfchüdenund Imdau der Jenen •inet Gedächtnisställe für Meges erwähnt. inf Möagsgifche icn auf. Lntlich.) Da die alte । wie die Notlage da :änlungsmabnah> edieteder Lehrer« die preuhische Staatert« llatsfahr Mdie Zahl n Akademien von letzen. Demgemäh fiel* Akademien in Stettin» el und Mna ihre Sä' i ausrechterhaltenen w ifhirt a O, 3teM uuwK Dortmund, Mn l sinden im Jahre M cht statt. Dies- epat« und 8°rm der neuen g grundsätzlich unberührt. Aus der Provinziashauptstadk. Gießen, den 20. November 1931. Oie Apotheke der Hausfrau. Don Or. meb. Gurt , ayser. Zu den Pflichten der Hausfrau gehört es, auch für die kleinen Unfall« und Ertränkungen des Alltags gerüstet zu sein. Nicht immer kann der Arzt sofort zur Stelle sein, nicht immer ist auch seine sofortige Hilfe nötig. Deshalb ist es zweckmäßig, wenn die Hausfrau in einer kleinen Hausapotheke sich all das bereit hält, was sie für die erste Hilfe notwendig braucht. Da hat sich z. CB. beim Spielen ein Kind in den Finger geschnitten. Was tun? Es ist falsch, den blutenden Finger unter die Wasserleitung zu halten oder, wie es so oft geschieht, gar ab- zulecken. Auch das Auflegen eines Heftpflasterstreifens auf die frische Wunde ist gefährlich. Man lasse vielmehr di« Wunde ein wenig aus« bluten, bestreiche dann die Wundränder mit etwas Jodtinktur und verschließ« das Ganz« am besten mit einem vorrätig gehaltenen, keimfreien Verbandspäckchen, einem Schnellverband resp. mit einem Stückchen sauberer Verbands- gaze, die mit einer Mullbinde darüber festgehalten wird. CBrandwunden, die häufig in der Küche erlitten werden, bedecke man statt aller anderen Mittel mit einer der Hausapotheke entnommenen sogenannten „Brandbinde". Einen Holzsplitter, der In den Finger oder in einen anderen Körperteil eingedrungen ist, suche man, wenn er aus der Haut herausragt, mit einer Pinzette zu entfernen. Doch ist es dabei nötig, einen Zug entgegengesetzt der Richtung, in der der Splitter eingedrungen ist, auszuüben. Gelingt die Entfernung nicht oder bricht der Splitter ab, so suche man den Arzt aus. Manche Kinder, aber auch ältere Leute neigen zu Nasenbluten. Statt aller sonst beliebten Maßnahmen hole man aus der Hausapotheke ein Stückchen saubere Watte und ein Fläschchen mit Wasserstoffsuperoxyd. Man übergieße ein nicht zu kleines Stück Watte mit dieser Flüssigkeit und stopfe damit die blutende Nasenseite fest aus. Kommt so die Blutung nicht alsbald zum Stillstand, dann muß sofort der Arzt gerufen werden. Die vielbeliebte „blutstillende Watte" ruft manchmal schädliche Nebenwirkungen hervor und ist deswegen nicht zu empfehlen. Auch einem Ohnmachtsanfall gegenüber braucht die Hausfrau nicht hilflos dazustehen. Flach« Lagerung des Kranken, eventuell mit tiefliegendem Kopf, Oeffnen aller beengenden Kleider und etwas scharf riechend« Flüssigkeit (Essigäther, Eau de Cologne) unter die Nase gehalten werden gewöhnlich zur Behebung genügen. Nicht selten kommt es durch Ausgleiten auf dem Fußboden il dgl. zu schmerzhaften Der- stauchungen oder gar zu Knochenbrüchen. Bis der Arzt kommt, ist im ersteren Falle Ruhigstellung des betreffenden Gliedes und Umschläge mit verdünnter essigsaurer Tonerde (ein Eh- lösfel aus eine Tasse Wasser) am Platze. Bei Verdacht auf Knochenbruch muh gleichfalls für Ruhigstellung des Körpergliedes durch Anlegen einer mit Watte gepolsterten Pappschiene, die mit einigen Binden angewickelt wird, gesorgt werden. ____________ zufuhr wird sich die Wetterlage noch wenig änberix Die Temperaturen, welche bereits heute in unserem Gebiet eine geringe Zunahme erfahren haben, werden wohl tagsüber ansteigen. Allerdings besteht nachts noch Rückgang bis zum Gefrierpunkt und auch etwas darunter. Aussichten für Samstag: Dunstig und leicht wolkig mit Aufheiterung, trocken, Temperaturen nachts noch etwas unter Rull. Aussichten f ü r Sonntag: Fortdauer des trockenen, morgens dunstigen und wolkigen Wellers mit Aufheiterung, Neigung zu nächtlichem Temperaturrückgang bis unter Null. Lufttemperaturen am 19. November: mittags 4,4 Grad Celsius, abends 0,5 Grad -, am 20. November: morgens 0,4 Grad. Maximum 4,5 Grad, Minimum — 1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. November: abends 3 Grad; am 20. November: morgens 1,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer % Stunde. Oie Wetterlage. Schließlich ist auch ein Fieberthermometer notwendig, das im Zweifelsfalle die Ernsthaftigkeit einer plötzlichen Erkrankung und di« Notwendigkeit rascher ärztlicher Hilse feststellen läßt. Die Apotheke der Hausfrau wird also zweckmäßig folgende Gegenstände enthalten müssen: An Verbandsmaterial: 2 Mullbinden, 2 Cambric- binden, 1 Brandbinde, 2 Verbandspäckchen oder 1 Schnellverband, 1 Rolle Heftpflaster, 1 Paket Watte und 1 Pappschiene. An Flüssigkeiten: je 1 Fläschchen Alkohol, Jodtinktur, essigsaure Tonerde, Wasserstoffsuperoxyd, Essig-Aether oder Eau de Cologne, sowie an Instrumenten: 1 Schere, 1 Pinzette und ein Fieberthermometer. Alle diese Gegenstände, die man für wenig Geld in der Apotheke, oder in der Drogerie zu kaufen bekommt, bewahre man in einem verschließbaren Schränkchen auf, an dessen Tür man zweckmäßig ein Inhaltsverzeichnis mit Gebrauchsanweisung für jeden einzelnen Gegenstand anbringt. Weitere Zunahme der Wohlfahrtserwerbslosen in Hessen. WSN. Im Bolksstaat Hessen sind nach den neuesten Ermittlungen des Hessischen Landesstatistischen Amts die von den Arbeitsämtern anerkannten, bei den Bezirksfürsorgestellen gezählten Wohlfahrts- erwerbslosen gegenüber dem Vormonat von 28 989 auf 30 983 am 31. Oktober g e st i e g e n (1930: 18 643). Die Zunahme im Lause des Oktobers war besonders erheblich in den Städten Offenbach und Mainz, wie auch in mehreren Arbeiterwohnbezirken, wie Friedberg, Mainz-Land, Heppenheim, Offenbach-Land u. a. Nur einzelne Fürsorgeverbände, wie Worms-Stadt und mehrere agrarische Kreise, weisen einen geringfügigen Rückgang der Wohlfahrts- erwerbslosen auf. yornotuen. — Tageskalender fürFreitag: Stadttheater Gießen, „Mary und Lisa", 20 bis 22 Uhr. — Oberhessischer Kunstverein, 23.15 Uhr, Kunstwissenschaftliches Institut, Ludwigstraße 34, Lichtbilder-Vortrag: „Chinesische Kunst'; Turmhaus am Brandplah, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung „Drei Frauen der Gegenwart". — Volkshochschule, 20 Uhr, Universität, Hörsaal 34, Beginn des Kurses: „Die Krise des Kapitalismus". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Förster-Christel". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Tarzan der Tiger" und „Die seltsame Vergangenheit der Thea Carter". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Samstag, Bruno Franks erfolgreiche Komödie „Sturm im Wasserglas", unter der Spielleitung von Heinrich Hub, als zweite Volksvorstellung zu kleinen Preisen. Beginn 20.15 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. — Volkshochschule. Cs sei nochmals auf den heute beginnenden Kurs von Dr. K. ©um* bei über „Die Krise des Kapitalismus" hingewiesen. Siehe heutige Anzeige. * Rundfunkgesvräch nach einer Uraufführung im Gießener Stadttheater. Man schreibt uns: Montag, 23. November, findet im Süd-Westdeutschen Rundfunk Frankfurt a. M. von 18.40 Uhr bis 19.05 Uhr zwischen Intendant Dr. Rolf Prasch und Sigmund Graff, Magdeburg, dem Verlasser des uraufgeführten Kammerspiels „Mary und Lisa", ein Zwiegespräch statt: „Der Autor und sein Regisseur". ** Dienstjubiläen bei der Reichsbahn. In diesen Tagen können der Bahnhofsschaffner Heinrich Schäfer aus Lang-Göns, der Rangieraufseher Heinrich Loh von Lützellinden — beide im Bahnhof Gießen tätig — sowie Heinrich Hohbach von Allendorf a. d.Lahn auf eine fünfundzwanzigjährige Tätigkeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Den Iubilaren wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. ** Der Straßenbahnverkehr zum Totenfest. Anläßlich des Totensonntags beginnt der Strahenbahnbetrieb zum Neuen Friedhof am Samstag, 21. November, bereits um 9 Uhr, am Sonntag, 22. November, um 10 Uhr. Der letzte Wagen ab Neuer Friedhof verkehrt an Werk-, Sonn- und Feiertagen um 17.05 Uhr. Wegen einer besseren Verkehrsabwicklung auf dem Marktplatz werden dm Sonntag die Wagen der roten Linie Bahnhof—Seltersweg direkt nach dem Neuen Friedhof verkehren; ein Umsteigen auf dem Marktplatz ist daher nicht erforderlich. Die Benutzer der Linie Bahnhof—Seltersweg—Volks- Halle müssen auf dem Marktplatz umsteigen. *• Jazzsymphonisches Konzert. Der Verein für Bewegungsspiele vereinigte seine Mitglieder und eine Anzahl Gäste am Mittwochabend im Cafö Leib zu einem Konzert, das, ausgeführt von der Kapelle Seih, die Zuhörer zwei Stunden lang gut unterhielt. Die Kapelle, die in Gießen als Tanzkapelle nicht unbekannt ist, wartete mit einem vielseitigen Programm auf, das nicht nur Schlagermusik, sondern auch einzelne Darbietungen ernsterer Art umfaßte. Ein sympathischer Auftakt war die „Rhapsodie de russe“, welche die Kapelle in Jazzbearbeitung sehr originell zur Aufführung brachte. Einige russische Volkslieder, die in dieser Rhapsodie immer wieder aufklangen, gaben der Darbietung das besondere Gepräge. Nicht weniger gut gefiel ein großes Walzerpotpourri, der Donauwalzer von Joh. Strauß forderte zu lebhaftem Beifall heraus, und das Intermezzo „Auf einem persischen Markt", das man in jüngster Zeit des öfteren hören konnte, gefiel in der sorgfältigen Interpretation wieder sehr gut. Ein Potpourri der Schlager des Jahres 1931 förderte bekannte Melodien in die Erinnerung zurück. In kapriziöser Fassung hört« man außerdem einige Darbietungen guter Salonmusik, in denen sich besonders das Cello und die Violine als Soloinstrumente auszuzeichnen Gelegenheit hatten. Ein Trompetensolo fand verdienten Beifall. Neben diesen Darbietungen bracht« das Programm noch Schlagermusik amerikanischer und englischer Prägung in dem bekannten scharf akzentuierten Rhythmus der Jazz-Musik, die besonders als Tanzmusik ihrer Bestimmung gerecht wird. Die Kapelle fand aufmerksame und dankbare Zuhörer. Der Reinertrag des Konzertes ist für die Jugendarbeit des VfB. bestimmt. Wettervoraussage. Immer noch hält das umfangreiche Hochdruckgebiet stand. Sein Kern weist weiterhin unveränderten Barometerstand von über 780 mm auf. Allerdings gibt es jetzt seine seitherige Lage über Finnland auf und wandert südlich nach Polen und Rußland zu. Damit ist ein Drehen der Winde über Süd- osten nach Süden zu verbunden. Unter dieser Lust- "6y Hor/oyi W 5t0( 3 ADrJcen! wa on -ffr CiermÖht Genf O 3®6 Donnerstag d. tg. Mmmber 14311 tg Uhr 0 0 Owolkenlos O netter. ® naio Bedeckt, ® wolkig, • Gedeckt, e Kegen, * Schnee graupeln b NeDet K Oewit'er.^windstllle. sehr teichtf Ost nassige' sodsuowesi q stürmische- lordwest Oie Pteue fliegen mit dem winde. Die oei den Stationen stehenden Zalt- len gehen die Temperatui an. Oie Limen verDmden Orte mi> gleichet* suf Meeresmveau umoerechneten Luftdruck I Durch einfach« erhalte^ C& | I , Schwarzkopi I I Trocken Schaumr So sehen die Blätter der mace - donischenTabak-Pflanze aus. (Natürliche Grösse) Die zierlichenMAXOUk Blättchen sind besonders wertvoll, denn sie sammeln auf kleinem Raum mehr Aroma an,als die übrigen Blätter auf ihrer grossen Fläche. Bei den Mischungen von OVERSTOLZ undRÄVENKLAU haben wir jetzt einen erheblichen Teil der grossen Blätter durch kleine MAXOUL-Blättchen ersetzt. Wir haben dadurch den Aroma- Gehalt erhöht und darüber hinaus’ die Bekömmlichkeit noch gesteigert. in M axoul-M ischunß NH gth i'M s \Narwv- Die trauernden Hinterbliebenen. 06821 7901 D Unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater 2)as 3R.enom.mee v. Gediegenheit, ‘Vornehmheit und Qualität ist Gegründet durch 27jährige Bedienung der ßestangejog. Sperren und tarnen ■ Gießen, den 20 November 1931. Die Beerdigung fand in der Stille statt Gießen CKaplaneigasse 9), Groß.-Buseck, Eisenach, den 19. November 1931. Herr Jakob Gilbert ist im 83. Lebensjahre unerwartet verschieden. Gießen (Stephanstraße 47), den 20. November 1931. _________________________________________________________0680 Die Beerdigung findet auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt. Br eise zeitgemäß heva6gesetzt 6734 D Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen, heute morgen *',3 Uhr, unsere innigstgeliebte, stets aufopfernde, treu sorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester. Schwägerin, Tante und Patin Frau Katharine Reuter geb. Rau von ihrem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, kurz nach ihrem vollendeten 69. Lebensjahr, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die tieftrauernden Kinder. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fran Berta Weber und Kinder. Statt besonderer Anzeige. Plötzlich und unerwartet starb unsere liebe Mutter. Schwiegermutter. Großmutter. Schwägerin und Tante Frau Elisahelh Sophie Barlh, geh. Philippi im Alter von 68 Jahren Die trauernden Hinterbliebenen. Großen-Buseck. den 18. November 1931. Die Beerdigung findet Samstag, den 21. November, nachm 2 Uhr statt. ____________7 MD Aülo-Gelegenheitsmiel Mehrere 7, 70 H, 5Os Damen-Schlupfhosen innen gerauht........ Mk. 1.50. 95 65 s Damen-Hemdhosen fein gestrickt........... Mk. 1 60, 1,10, 75 Damen-Hemdchen fein gestrickt......... 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Zweigniederlassung Gichen, folgendes eingetragen: Dem Kaufmann Hans '.Red) und Ingenieur Rudolf Rech, beide in Dillenburg, ist Kescnntprokura erteilt. Gießen, den 16. November 1931. _________Hessisches Amtsgericht. 7902D Die unvergeßliche IJebc»g<-*chlchtr von Kaiser JoNcf II. und der Fo., G. m. b. H. |WT\ , Unfcl Nb. 410 ■ Junge Stenotypistin aus tMicfccn oder n. Umgeb, tnicht mehr berufsschnlvflidit.lf. hiesiges Büro nun fof. Eintr. gef. Schr. Bew.m.Geb Änivr. U.06819 a. d.GH.Az. T-* O ö S F$ r-» o O s O »। i» »*=-» c* U=> tu g g 2 e> e o o r-» Ä E cu ö O « o n s o O Z 8 b © E®«8 o 5 5^ = =to Äe B ■B:o 19 ZK (9 2-e Eto-c-t; «5 c<9« e® K6?6?^ a ö<9 N c •e E 5^ E « §c S-.5 _^5 .2 =§ 19 g-5 E.c-'c Z 3 et c -•b §<9 E 5’ sE 3 C C C >oiE.*S g ,S?-§:2 e c a °-e 10 ! =3 =-a g o E^ E^-Z =ftg£E bz>u li .aC^2 "iäS 11^ Üf2u H£ c-a (9 = *4 00 " 8 BK ,a .sci=S« i 19 o.! X 3 2.2? B o E-Q *— ZioK^Lt9 äuö 2,?E o S'sf c® a a-3 o « E> -,*5*0 ö~ E 2 8 a i 5" ’ä. • E — ° E ää 3 35 - c = o -§E Jg.'B 04 «? «a a m c za in s a c -v in o = c • iS. 04 Ct o Z 2? 3 «J 3 — G> M :O C *0 -a — LE- o - .2 c Ä ’S ■—- c/) o. -° 0,0 •cs H 3 w §ß -L3 Ü?Z>f *s§S .«> 5 5 .2 E 3 2.E=_ :OßO N c 8; <1 C 04 E<9 8 o cA 4- §§N^ giE-2«3, £ä .£-• ._^, 2» 2^--? — 2. ä 3 " .N- E^Z >-. m 3 ec"— 3 819 tu .e *3 8 c c; x E Q g 5 2 je^-55 2? 8 x E •'s "o S B>--- -.2? c S. *3 KS-4L 19 2 r- s§H-5 a 2 gügo2 -- tl S Ä a e :c,§x (9 Ct^o .=19^5» SS 8 E WMl« itr-ic Ck> *0 . ■e 0 £««.! .8 8 c? St€ ZZAKsZ tot» a:«(9 •e e3°8 3 E sK 53 E E.E «4 IS w(=< ®H = §5: s 5? in m £<9 .:e.E -2 Ö-5 S 5 g CB/D ■• K.A-8 e 8 sr- E E «9 °? u'?B 5(9 E E toz5 a »- Q-Ä =®l I? 3 .N m >n ^-. 3 5 2 o A * "et e-. •e F-Z m* 3 3 e .2-E HS c E 'g^^össss-S- = S»5 * ‘Jasg^-SÖgiSl □ oHa .E. 2 40 E E S /d äE? -e - fe E A in ZK 2 to •8' 04 8.g- .ÜH 19 L4 A.2 “ .;SFJ N4Z a c 2 E 2 E 3 = > <0— < .2 .(9 = E K in ä g -g'" E 2 *2 35 ° 53 'ö- to«-e-g 3- c E 3 Aue = y •= E 56? ®E 5 E « 3 59 Ä a*G css §«« e .2 «". *& >-• «o ^0’6' to*gS o -j C u. «S? E=S© k 2 cH *-9 o C neu -Zflöc) öfg|3 -.••= >n Q P o 3 o» ~ 9 - (9 e 2 .2 C, !-• - ' C A . -~:3 C? V'Xt, P 3 LIL2- ■e"5 "E .2 L t—3 •—in jo in^-ET EOpSC? — e * 04 t» O IZZZ 2 Z5 3 Ä~ 0 °H-e N -o ' a e- o 1» "3 - 04 3 <^55 2-€s E M:3 O —-2 ;Q . 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S3 3 a A' Ccg„ "3 3 3 ^3 ?® ■s=f= e-%-3 er. ~or2.(D g=-=f 5 ca * S !?3 r? 2. 23T Di = Cfl 3 — 3 O - 5:?3 - "3- M ZSe- So ®l 3 E a v> 6>a 2 Z 8 £ s-S '«« 3 3 = 5§a^ .0:0 8 fl 3 682 3 G)O:* 3 3 3 02 ae Ö) «> a a o 2 ß)3 5)8 re D 8 n2 8 3 u> ” 3 s 3 8 3 2 3 !'3 3 ae. y a So o ae3?5® 5ö) <Ä£ ^ = 3 m 3 8 er a 3 3 aa Öre 8 y £ 3 3 61 3 S - CS 2.« aaL 3 Q 3 3gfa (na • 8 8 CL3 2 =• 3 CO 022-3 X C--=*Q - 3 3 S-2^ w =5-2. ~ _ a re 3- 8 3 5 3 a § re O |3 32 8.33 3 3 löB* ^3 =* D ° S 3 3 « n a ffsZZ- 3 =”2. 3 2. - • e a 5-ä” ^5 3 Z re =• — ^ 3 3 Ää«g tsg E 3 5.^ I »s3 L>7 -* re‘ 3 ■2’3 »Bö»"*; ■ofBBgfMS3 s 7 Q. _ er o — a ° n -o ° 3 Xß|c O S S’3 5 C ®&2 Ha^ °^Z. 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Leider auch Dörfer, denn die Pc Gelbe - der andere sich eine tomplizie Raubergcschichte. Di Verfolgten auszull einem unglaubliche, begriffe find vielfach Die Blutrache ersche liche -linde, der daf rechnen. Cs war rn. soweit entwickeln mit denoerkehr ruiniert n Zahlen beeinfl Ipielten. Es mi öwor mit großer Kra wchi Zu vermeiden, wendig. Denn die M ?l!e?liort olle mit °"'^l'ch ja keine 5 suchen. Aber es Don Mohrs Dolks Montag im g ^ne ousgefül SSTS1-* öTbeih 5 an dieser X“ "JT* clD s: « ^eln xj> -'ch b,r?Ä «. u jann »u Je.^r Qbq tr |U »-men. § t" ^len x7. °Uch r?nn sie p,r,V "rauch r ® rit’s nol i-®eni8 ?'Jbl bei’ SM Ba. ^L®le w° Ur. 272 Zweites Blatt 8reitag, 20. November M Stetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) geht das ganz leicht) und die Arbeitslosenfrage ist gelöst. Die Frauenorganisationen widersprechen leidenschaftlich. Ein großer Teil dieser Frauen sind Familienerhalter und auch die übrigen arbeiten nicht zum Vergnügen. Die Presse ist voll von leidenschaftlichen Zuschriften. Alle haben recht, auf dem Wege der Beschränkung der Frauenarbeit sind im besten Falle nur magere Resultate zu erhoffen. Aber alle haben auch unrecht, denn sie schlagen eine andere Patentlösung vor: die Ausweisung der ausländischen Arbeiter. — Auch das läßt sich in der Theorie ganz leicht durchführen und man kommt zu ganz beachtlichen Zahlen. Aber in der Praxis nützt es der stellenlosen Stenotl)pislin wenig, wenn der italienische Straßenarbeiter ausgewiesen wird. Soziale Probleme lösen sich eben nicht wie Rechenexempel. Und mit jedem ausländischen Arbeiter, der geht, geht auch ein Verbraucher . Inzwischen wurde die koloniale A u s st e l - lung so ziemlich sang- und klanglos geschlossen. Die Paläste aus Mörtel und Pappe verschwinden und mit ihnen auch manche Hoffnungen Die Wirtschaftslage der Kolonien wird nicht besser, sie bringen keine Hilfe und erschweren nur noch die Krise. Krieg aus der ,,Insel der Schönheit". Frankreichs Kampf gegen die Banditen auf Korsika. Von unserem ^-Berichterstatter. pariser Brief. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Paris, November 1931. Die Banditen von Korsika ... Endlich fand man einen neuen Gesprächsstoff. Es war Zeit. Für die Gangster von Chikago interessiert sich keiner mehr. Korsika ist näher. Die Spalten der Sensationsblätter füllen sich-, man erwartet ungeduldig die letzten Meldungen von dem Krieg auf der „Insel der „Schönheit". Denn es ist ein regelrechter Krieg mit Panzerautos, Maschinengewehren, Kriegsschiffen, d>e die Küsten überwachen und Kriegsberichterstattern mit dreifarbigem Armband. Die Gefühle, mit denen die öffentliche Meinung die großzügigen Operationen zur Besetzung der Insel und die Verhängung des Ausnahmezustandes begleitet, sind allerdings geteilt. Im allgemeinen ist man in Frankreich zwar in Dingen der Justiz wenig sentimental. Die Pariser Geschworenen mit ihrer Nachsicht für die „crimes passionnels" gehören auf ein anderes Blatt. Mit der Verbrecherwelt hat man weniger Mitleid als irgend- w o Der unheimliche Ruf der französischen Strüf- lingskolonien kann das bekräftigen. Aber die Banditen in Korsika sind nun mal in der Mehrzahl keine ganz gewöhnlichen Verbrecher. Für sie spricht das wildromantische Milieu, eine blutige Tradition und ein unbestimmtes Etwas, das die Dinge in Korsika in einem anderen Lichte erscheinen läßt. Die friedlichen Inselbewohner, die von den Banditen erpreßt und hingemordet werden, haben aber kein Verständnis für Romantik. Nichtsdestoweniger gibt es in Paris sehr viele Korsen, die in der ganzen Aktion eine lächerliche Uebertreibung erblicken. Und die Pariser, die authentischen Pariser, sprechen mit einem kleinen Lächeln vor der ganzen Geschichte, denn zu allem, was auf Korsika geschieht, gehört neben ungeheuer viel Romantik auch ein Schuß Lächerlichkeit. Die Korsen haben immer darunter zu leiden. Dabei bilden sie in Frankreich ein unentbehrliches Element. Ihre Rolle in der Verwaltung ist außerordentlich groß. Man glaubt im Auslande, Frankreich verwalte Korsika. In Wirklichkeit ist es eher umgekehrt. Die Korsen verwalten Frankreich. Man findet sie in allen Aemtern, und sie tragen die Uniform besonders gern. Es ist schwer, sich das offizielle Frankreich ohne Korsen vorzustellen. Umgekehrt: Korsika ohne Franzosen — das ginge schon eher. Die Italiener tun das auch ganz gerne ... Es ist also zu verstehen, wenn nicht alle Korsen die Besetzung ihrer schönen Insel gerne sehen. Das bedeutet aber nicht, daß sie nicht ihre Banditen, die übrigens zum Teil vom Festlande stammen, loswerden wollen. Die „bandite d'hon- neur existieren mehr in den Romanen. Die Banditen der Realität schrecken vor Meuchelmord und Erpressung keineswegs zurück. Die berühmte korsische Wildnis, die „maquis", gewährt ihnen Unterschlupf. Leider auch die arme Bevölkerung einiger Dörfer, denn die Banditen sind großzügig mit dem Geldc — der anderen. Und in diesem Punkte mischt sich eine komplizierte soziale Frage in die Räubergeschichte. Dem Korsen fällt es schwer, einen Verfolgten auszuliefern, die Familien halten in einem unglaublichen Maße zusammen, die Moralbegriffe sind vielfach anders als auf dem Festlande. Die Blutrache erscheint nicht unbedingt als verwerfliche Sünde, der dafür Verfolgte kann auf Nachsicht rechnen. Es war nur sä)limm, daß die Dinge sich soweit entwickeln mußten, daß der blühende Fremdenverkehr ruiniert wurde und einige Banditen die Wahlen beeinflußten und Obrigkeit spielten. Es mußte eingegriffen werden, und zwar mit großer Kraftentfaltung. Harten sind dabei nicht zu vermeiden, Massenverhaftungen sind notwendig. Denn die Maquis ist groß und die Leute gehen dort alle mit Flinten umher. Sie können schließlich ja keine Aktenmappen in der Wildnis brauchen. Aber es ist darum schwer zu unterscheiden, wer zu den Banditen gehört und wer ihnen nur aus Angst vor Rache gehorchte. Denn sich zu widersetzen wagt keiner. Einen Vorteil haben die Räubergeschichten von Korsika: Sie lenken die Aufmerksamkeit von anderen Dingen für einen Augenblick ab. Es gibt — nach der Statistik der Gewerkschaften —. eine halbe Million von Arbeitslosen in Frankreich und anderthalb Millionen Kurzarbeiter. Die Sorge wird immer drückender. Man sucht, wie in allen solchen Fällen, nach Patentlösungen. Die eine glaubte der große Arzt, der Akademiker Richet gefunden zu haben. Abschaffung oder Einschränkung der Frauenarbeit. Es soll in Frankreich über achteinhalb Millionen erwerbstätiger Frauen geben. Sie sollen in die Familie zurückgeführt werden (auf dem Papier Wirtschaft. SchultheiS-pahenhofer-AG. In der gestrigen Sitzung des 2l u f s i ch t s - rates der Schult heis-Pahenhofer Drauerei-AG. erstattete der Delegierte des Aufsichtsrates Dr. S ch i f f e r e r Bericht über die bisher getroffenen Maßnahmen, die Geschäftslage und die finanziellen Verhältnisse der Gesellschaft. Danach hat der Prüfungsausschuß unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dr. P o p i h seine Prüfung weitgehend gefördert, jedoch noch nicht abgeschlossen. Der Absatz der Schultheis-Pahen- hofer Vrauerei°AG. zeigt eine normale Entwicklung. Die Abhebung von Depositen ist wesentlich zurückgegangen. Die Klärung der Verhältnisse ist soweit erfolgt, daß die Bilanz per 31. August 1931 aufgestellt werden kann. Die Bilanz wird eine bereinigte Bilanz sein und auf diese Weise eine zuverlässige Grundlage für die Gesundung und den Wiederaufbau der Gesellschaft bilden. Cs ist ein Finanz- und Zahlungsplan für die Zeit vom 1. Dezember 1931 bis 31. August 1933 entworfen. Auf Grund dieses Zahlungsplanes kann bereits im laufenden Geschäftsjahr eine beträchtliche Schuldentilgung einsetzen, die im Jahre 1932/33 im verstärkten Maße fortgesetzt werden kann. Die Generaldirektoren Dr. Sobernheim, Funke und K u h l m a h stellten dem Aufsichtsrat mit Rücksicht auf die gegen sie eingeleitete gerichtliche Voruntersuchung ihre Aemter zur Ver- siigung. Der Aufsichtsrat hat die Herren ersucht, in ihren Aemtern zu bleiben, um einen ungestörten Fortgang des Geschäftsbetriebes zu gewährleisten. * D ie Zinsverbilligung für Kredite auf Ger st e und Hafer verlängert. Die Zinsverbilligung für die zu Gerste- und Haferankäufen von getreideverarbeitenden Fabrikbetrieben in Anspruch genommenen Wechselkredite ist bis zum 20. Dezember 1931 verlängert worden. Voraussetzung der Zinsverbilligung ist, daß die zugrunde liegenden Käufe bis zum 20. Dezember 1931 abgeschlossen und erfüllt sind. 3n der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt einzureichenden Anträgen bedarf es der Angabe, ob eine Verarbeitung zu menschlichen Ernährungszwecken erfolgen wird. In gleicher Weise ist die Zinsverbilligung von Bevorschussungen auf abgeschlossene Gerste- oder Haferlieferuags- vertrüge verlängert worden. Die Wechsel müssen bis zum 20. Dezember 1931 diskontiert sein. * Zahlungsein st ellung der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz AG. Die Berliner Bank für Handel und Grundbesitz AG., Berlin (Kapital 2 000 000 Mk.) hat gestern ihre Schalter geschlossen. Die Reichsregierung hat die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um eine ruhige Abwickelung der Bank zu gewährleisten. Es ist beabsichtigt, die Abwickelung durch die Dresdner Bank vornehmen zu lassen. Die Reichsregierung wird zu diesem Zweck I der Dresdner Bank eine Summe zur Berfügung stellen, um mit ihrer Hilfe eine Vereinbarung mit den Kreditoren der Dank über die Art der Abwickelung herbeizuführen. Die Zahlungseinstellung ist nach Mitteilung des Reichsbankkommissars hauptsächlich auf nicht einwandfreie Handlungsweise des Vorstandes der Gesellschaft zurückzuführen. ' Es sind bereits die erforderlichen Schritte bei der Staatsanwaltschaft veranlaßt worden. Die Unregelmäßigkeiten bestehen darin, daß in der Bilanz vom 13. Dezember 1930 Debitoren in laufender Rechnung mit 62 Mill. Mk. ausgewiefen wurden, während tatsächlich in dieser Position auch Beteiligungen und Grundstücke enthalten waren. Außerdem sind Zinseingänge verbucht worden, ohne daß die entsprechenden Zahlungen wirklich geleistet worden sind. Die Bank befindet sich bere ts seit längerer Zeit in Schwierigkeiten, die sich beionders zu den Hauszinssteuerterminen bemerkbar machten. Da nach den Angaben des alleinigen Borstandes Willy Seiffert, der gleichzeitig Hauptaktionär ist, jedoch nur eine Illiquidität vorlag, hat das Reich bereits 3 Millionen Mk. über die Dresdner Bank gegen Sicherheit zur Verfügung gestellt. Eine weitere Stützungsaktion durch das Reich ist jedoch nicht mehr möglich, weil sich inzwischen herausgestellt hat, daß ein beträchtlicher Passivsaldo besteht. * Reue Aufträge für d ie Siemens- Schuck ertwerkö. Die Siemens-Schuckertwerke haben für die Societa Electrica Razionale Milano vier Großgleichrichter für eine Gleichspannung von 3500 Volt in Auftrag erhalten. Die Gleichrichter sind für zwei Unterwerke der Heber» landbahn Modena—Cavezzo in der Rähe von Bologna bestimmt. — Für das Laboratorium der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie, Telefunken G. m. b. H., haben die Siemens-Schuckertwerke eine Großgleichrichteranlage für eine Gleichspannung von 28 000 Volt zu liefern; die Anlage ist umschaltbar für eine Gleichspannung von 14 000 Volt. Oie Devisenmärkte ruhig. An den internationalen Devisenmärkten eröffnete das englische Pfund gestern vormittag vollkommen unverändert zu vorgestern, nämlich mit 3,7710 gegen den Dollar. Gegen mittag schwächte es sich aber wieder leicht ab und ging auf 3,7(60 zurück. Gegen Paris war es mit 96,25, gegen Zürich mit 19,40, gegen Amsterdam mit 9,40 und gegen die Reichsmark mit 15,90 etwas leichter. Der Dollar war unverändert, die Reichsmark behauptete sich; in Amsterdam notierte sie 59,15, in Zürich 122,20, in Paris nannte man sie mit 607 etwas fester. Zwischen Tod und Leben. . Don Mox Mohr Mohrs Volksstück „Kalteisergeist" wird am Montag im Stadttheater von der Thoma- Bühne aufgeführt werden. Längst eh die Hilfe aus dem Tal kam, hatte er sie gefunden. Sie lag unterhalb der n Frage lom- »«len. vbr i»6*- WsfiÜJta ^rechnet ms: sie schilderte ihm r-n Lebens-Ein mch Fahren wieder xtt teile W Ä* «*• richten. 'Ung in Hessen. UL) Aach Informa- ist die Frage bet Be- it Sell |o }u beuitei- nlrum ohne blrtfkn Itung allein an) n wirb, ba im W agc als nicht por^riog- pinnt immer mch Öen tnlrum elatStgie- ijlalifleo ober der lld) bet Bechlspatlelen Rd) ble gegenroät- e|chäjli|ähtenbts Rabl- iberflaib btt Ballonal- ann, was nach bet Bitl- xn ftttiftn anjunrtjmen der MbW, yybmn- >/e Probt aufi krempel tinotrflanbtn zu fein, durch eine eoO e u • eis zu erbringen, bah Men noch nicht an glichen angenommen im üml befinblicht htf- n, ctnfchver, wirb, irr Seile hört, in eine trnaflonfllen Mt- rosen werben. I»; dir eine zweite Ust unsere Sprache, r uns . __| Dir hatten i tragn ■ j Mx uns mir sov'el fann! einer M&njeit und Leben ® Jßfcinr in ich -ur )Lu gezeigt i Bunöer ^Jt^e $ ohne ^g^en war reich inö n-em «JJ Leben ; «■ w» *s ein Lippen- 7; •&£*'** AM«. DieErgehMederkvmmmalenSparMon OerHräsidentdesOeutschenStädietagessprichtvorVertreternderhessischenpresse Gelegentlich der Dorstandssitzung des Hessischen Städtetages empfing der Präsi- d-ent des Deutschen Städtetages Dr. M u - l e r t gestern nachmittag in Darmstadt die Vertreter der hessischen Presse. Dr. M u - lert führte etwa folgendes au8: Die kommunalen Spitzenverbände — Deutscher Städtetag, Deutscher La.ndkreistag, Reichsstädtebund und Deutscher Landgemeindetag — gingen, als sie der Reichsregierung Vorschläge für die Sanierung der K 0 m m u n a l f x n a n z e n machten, bekanntlich davon aus, daß vor jeder anderen Maßnahme eine umfassende kommunale Selb st Hilfe stehen mühte. So schmerzlich es im Hinblick auf die anderen Aufgaben auch war, erschien ein Aufgabenabbau geboten, um alle Kräfte auf das eine grobe Ziel der Erhaltung der Erwerbslosen zusammenfassen zu können. Jetzt läßt sich ein ungefährer Ueberblick über die Ergebnisse der Ab- baumahnahmen gewinnen. Man hielt es im August für möglich, dah das Gesamtdefizit der deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände von 800 Millionen Mark im laufenden Rechnungsjahre um etwa 325 Millionen Mark durch eigene Mahnahmen der Kommunen vermindert werden könnte. Diese Mahnahmen betrafen das Gesamt- aebiet der kommunalen Arbeit. Die Vorschläge -Der kommunalen Spihenverbände sind im wesentlichen durch Rechtsverordnungen der Länder legalisiert worden. Kein Gebiet kommunaler Tätigkeit konnte dabei verschont werden. Das Schulwesen lieh sich nicht davon ausnehmen. Die Einsparungen mußten hier durch Vergrößerung der Klassen, durch Zusammenlegung gleichartiger Anstalten und durch andere Rationalisierungsmaßnahmen, die durchweg zahlreiche Lehrer und Stellenanwärter srcisehten, herbeigesührt werden. Die Kommunen hatten gewünscht, dah durch den Abbau nicht in erster Linie die Junglehrer und die Studienassessoren betroffen werden möchten. Diesem Wunsche ist leider nur im kleinen Umfange durch freiwillige Pensionierungen Rechnung getragen worden. Die Hcuptauswirkungen der Sparmaßnahmen werden sich in finanzieller Hinsicht erst 1932 zeigen. Man darf aber davon ausgehen, daß bei den höheren, mittleren und Volksschulen und den Berufs- und Fachschulen auf der Seite der Gemeinden und Gemeindeverbände etwa 50 Millionen Reichsmark für den Rest des Haushaltsjahres 1931/32 eingespart worden sind. In der Oeffentlichkeit ist mit Recht immer wieder betont worden, daß diese Maßnahmen so einschneidend sind, daß sie aus die Dauer nicht zu halten sind. — Auch die Sauwirtschaft muhte durch die Abbaumahnahmen in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Dauunterhaltungs- fonds, Die Mittel für Straßenbau und für Unterhaltung der Straßen und Wege sind im allgemeinen geradezu dezimiert. Da in Tausenden von Gemeinden und Hunderten von Gemeindeverbänden Erneuerung und Unterhaltung der Straßen gröblichst vernachlässigt werden müssen, kann es nicht aus- bleiben, daß in künftigen Jahren unverhältnismäßig größere Mittel auszuwenden sind, um die jetzt entstehenden Schäden wieder zu reparieren- Daß neue Verwaltungsgebäude nicht mehr errichtet werden, war in den Kommunen auch ohne die Bestimmungen der Rotverordnung eine Selbstverständlichkeit. Ein völliger Wandel ist im Wohnungsbau eingetreten. Eigene Mittel können die Gemeinden hierfür überhaupt nicht mehr zur Verfügung stellen, und so ist es ihnen unmöglich, neue Objekte in Angriff zu nehmen. Man hat sich darauf be- schränken müssen, mit den noch vorhandenen Hauszinssteuermitteln die im Gange befindlichen Bauvorhaben abzuwickeln. Zwar ist der Bedarf an großen und mittelgroßen Wohnungen im Zeichen der Wirtschaftskrise stark gesunken: Klein- und Kleinstwohnungen jedoch mühten an sich nach wie vor in größerem Umfang gebaut werden. Leider eröffnet die Finanzkrise dafür so gut wie keine Möglichkeiten .mehr. Gerade auf diesem Gebiet hat es sich übrigens gezeigt, dah die teilweise Ausschaltung der Kommunen als Auftraggeber für die private Wirtschaft katastrophale folgen aus dem Arbeitsmarkt gezeitigt hat. Zehntausende von Bauarbeitern und Arbeitern verwandter Berufe sind aus dem Arbeitsprozeß ausgeschieden und fallen in steigendem Maße der öffentlichen Fürsorge zur Last. Man darf an- nehmen, daß in den Gemeinden und Gemeindeverbänden die Mittel für die laufenden Ausgaben im Hoch- und Straßenbau, ausschließlich >es Wohnungsbaues, um etwa 125 Millionen Reichsmark für den Rest des Jahres gekürzt worden sind. Unter den Sparmaßnahmen leiden alle Gebiete des kulturellen Lebens besonders schwer. Es konnte nicht ausbleiben, daß bei Theatern und Orchestern, Museen und Volkshochschulen, Büchereien und Erholungstätten sühlbare Abstriche vorgenommen werden mußten. Zahlreiche Institute werden geschlossen, oder in ihrer Leistungsfähigkeit erheblich ge- chwächt werden Die kommunalen Spihenverbände arbeiten mit den Regierungen der Länder und den Verbänden der Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf dem Gebiete des Kunst- und Kultur- Wesens zusammen, um die schwersten Schädigungen, die sich in der Zukunft nicht wieder gutmachen lassen, zu vermeiden. Die Sparmaßnahmen werden hier etwa 25 Millionen Reichsmark betragen. — Auf dem Gebiete des Wohlfahrts- und Gesundheitswesens ist der Hauptaufgabeposten die L a st der WohlsahrtKerwerbslosensürsorge, die trotz scharfer Herabsetzung der Richtsätze für die Wohlfahrtserwerbslosen von Monat zu Monat st e i g t. Die Richtsätze sind in allen Gemeinden und Gemeindeverbänden nach den Vorschriften der Ländersparverordnungen erheblich gesenkt worden und sind vielerorts ungefähr wieder auf dem Niveau von 1925/25 angekommen. Den Vorschlägen der kommunalen Spihenverbände, die sich auf eine Einschränkung der gehobenen Fürsorge und auf eine Zusammenlegung der Krisen- und W oh l fa hrtserwerbslosensürsorge beziehen, hat die Reichsregierung leider nicht entsprochen. Die Gemeinden selbst haben für den Rest des Haushaltsjahres 1931/32 aus dem Gebiete des Wohlfahrts- und Gesundheitswesens ungefähr 75 Millionen Reichsmark gespart. Der ursprünglich für die Aufhebung der gehobenen Fürsorge eingesetzte Halbjahresbetrag von 25 Millionen Mark hat sich wegen der gesetzlichen Beibehaltung dieses Fürsorgezweiges nicht einsparen lassen. Alle Fonds für die Verwaltung und Wirtschaft der Gemeinden und Gemeindeverbände sind in einer Weise beschnitten worden, von der man sich schwer eine Vorstellung machen kann. Eine Reihe von Gemeinden hat z. V. beschlossen, keine Kongresse mehr zu beschicken, Dienstreisen, wenn irgend angängig, überhaupt zu vermeiden, sogar für die leitenden Beamten lediglich die Dienstreise dritter Klasse zu gestatten. Das Verlagswesen und der Buchhandel sind durch die Einschränkungen in der Beschafsung von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften und bei Jnseratenaufträgen stark getroffen. Die Gehälter der leitenden Beamten sind unter die vergleichbaren Sähe der Reichsund Staatsbeamten und vielfach sogar erheblich unter die Vorkriegssähe gesenkt worden. Die Revision der kommunalen Desoldungsordnungen wird in diesen Wochen abgeschlossen und bringt eine Herabstufung überall dort, wo Ueberhöhun- gen und Lieberschneidungen stattgefunden haben. Die Gemeinden und Gemeindeverbände rechnen bei den Gehältern, zusammen mit den Ausgabeabstrichen, die bei sonstigen Ausgabepositionen noch gemacht worden sind, mit einer Einsparung von insgesamt 25 000 000 RM. Wahrscheinlich haben die Gemeinden und Gemeindeverbände den Gesamtsparbetrag von 325 Mill. M k., den sie selbst für möglich bezeichneten, bis auf 25 Mill. Mk., hie infolge der fehlenden Reichsermächtigung in der gehobenen Fürsorge nicht erspart werden konnten, erreicht. Nachdem die kommunalen Spihenverbände vor kurzem dargelegt haben, daß die Reichshilfe von 170 Mill. Mk. aus der Dritten Notverordnung vom 6. Oktober zum großen Teil durch neue Verschiebungen des Lastenausgleichs verloren gegangen sind und also keine Hilfe in dem notwendigen Ausmaß bedeuten, und nachdem in der darauf folgenden Erklärung des Reichsfinanzministers diese Tatsachen nicht bestritten worden sind, haben die kommunalen Spihenverbände nunmehr gemeinsame Beratungen der Reichsregierung und dcr Länderregierun- gen mit den Vertretungen der Gemeinden und Gemeindeverbände beantragt, um ein solidarisches Vorgehen aller öffentlichen Körperschaften sicherzustellen. Reich und Länder müssen den Gemeinden weitere Hilfe für den Rest des Haushaltsjahres bringen, um die Aufrechterhaltung der Wo h l - fahrtserwerbslosenfürsorge zu sichern. Bestimmte Vorschläge hierüber sind vom Deutschen Städtetag bereits gemacht worden. Die preußische Regierung wird sicherem Vernehmen nach entsprechende Schritte bei dcr Reichsregierung unternehmen. Anregungen gleicher Art, die sich aus ein gemeinsames Vorgehen von Reich, Ländern und Gemeinden beziehen, liegen auch aus anderen deutschen Ländern vor. Die kürzliche gemeinsame Kundgebung der kommunalen Spihenverbände über die Finanzlage der deutschen Kommunen ist in der Öffentlichkeit vielfach als ein Angriff auf die Reichsregierung gedeutet worden. Das ist irrig. Man muß Wert legen auf die Feststellung, daß es nach unserer Meinung auf gemeinsame oder aufeinander abgestimmte Maßnahmen aller öffentlichen Körperschaften ankommt, und daß es verfehlt wäre, die Finanzen eines Teiles der öffentlichen Körperschaften dadurch zu bessern, daß man den andern Teil belastet. Die Kommunen erheben keine Vorwürfe, sondern fordern gemeinsame Beratungen und Handlungen. Nie Aussprache zwischen dem Präsidenten Dr. Mulert und verschiedenen Pressevertretern war sehr rege. Von dem Vertreter des Gießener Anzeigers wurde dabei u. a. zur finanziellen Entlastung der Gemeinden auf Arbeitsbeschaffungsmöglichkeilen hingewiesen, die beispielsweise bei der Lahn- fanallfierung und bei der Durchführung von Straßenbauarbeiten bestünden, wenn in beiden Fällen Geldmittel der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitslosenvermittlung für diese Aufgaben eingesetzt würden. Dabei könne allerdings auf Zuschüsse der Gemeinden nicht gerechnet werden, anderseits sei es aber aus arbeite- marktpolitischcn, wie auch aus moralischen und volkswirtschaftlichen Gründen empfehlenswert, die Geldmittel der Reichsanstalt produktiv zur Arbeitsbeschaffung und zur Gewinnung neuer volkswirtschaftlicher Werte anzuwenden. Weiter fragte der Vertreter des Gießener Anzeigers nach der Stellungnahme des Deutschen Städtetages zu der Frage der Randsiedlungen. Präsident Dr. Mu - lert bezeichnete den Vorschlag der Arbeitsbeschaffung durch produktive Anlage von Geldmitteln der Reichsanstalt als sehr beachtenswert und seine Durchführung auch als volkswirtschaftlich nutzbringend. Es sei empfehlenswert, diesen Gedankengängen in ernster Prüfung nachzugehen. Hinsichtlich der Randsiedlungen habe der Deutsche Städtetag sein grundsätzliches Einverständnis ausgesprochen, jedoch die Gemeinden vor einer gewissen Hurrastimmung in dieser Sache nachdrücklich gewarnt. Oberheffen. Gemeinderat in Grimberg. -s- Grünberg, 18. Rov. In der jüngsten G e- meinderatssihung gab der Bürgermeister unter „Mitteilungen" die wichtigsten Aenderun- gen bekannt, welche mit Inkrafttreten der neuen Landgemeinde-Ordnung am 1. Oktober hinsichtlich der Gemeinderatssihungen eingetreten sind- Eine zweite Mitteilung betraf die Genehmigung durch das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft zur Abhaltung eines weiteren Schweinemarktes, der im Monat Februar abgehalten werden soll. In einer früheren Sitzung hatte der Gemeinderat dem Erlaß der Obligationszinsen der Butzbach-Licher Eisenbahn AG. für die Jahre 1930, 1931 und 1932 zugestimmt mit dem Vorbehalt, dah die Gesellschaft in dieser Zeit keine Dividenden verteile. Rach einer Mitteilung des Kreisamtes ist die Gesellschaft mit diesem Vorbehalt nicht einverstanden. Da noch eine Gemeinde einen ablehnenden Standpunkt vertritt, besteht die Möglichkeit der gänzlichen Stillegung des Bahnbetriebs. Daher regt das Kreisamt an, einen Beschluß ohne Vorbehalt zu fassen. Der Gemeinderat beharrt auf seinem früheren Beschluß. Die Verpachtung der Schaf weide ergab seither einen jährlichen Pachtpreis von 2600 Mark- Der bisherige Pächter bietet bei Erneuerung der Pacht jährlich nur 1200 Mk. unter Hinweis auf die veränderte Lage auf dem Schaf- und Wollmarkt. Außerdem liegt noch ein Angebot eines weiteren Bewerbers vor, der für die südliche Hälfte 900 Mk. zahlen will. Der Bürgermeister soll zunächst mit den beiden Interessenten weitere Llntcrhandlungen zwecks Erzielung eines höheren Pachtpreises einleiten. Oberrealschule und Volksschule bitten, einem Vo.schlcg von Lb:ringenieur F e r t s ch. der den Einbau von Spach eiz-Apparat en in die Kessel der Zentralheizungen der Schulen vornehmen will, näherzutreten. Der Einbau von drei Apparaten würde 420 Mk. kosten, während sich die jährliche Ersparnis bei einem Koksverbrauch von 3000 Mk. auf 600 Mk. belaufen würde. Der Bürgermeister wurde beauftragt, vorerst Gutachten über derartige Apparate einzuholen. Landkreis Gießen. LJ Großen» Linden, 19. Rov. Der Vorstand der Kleinkinderschule beschäftigte sich in diesen Tagen mit der ernsten Finanzlage der Kleinkinderschule. Nach den Ausführungen des 1.Vorsitzenden, Pfarrer Schultheiß, reichen die vorhandenen und die zu erwartenden Mittel für die Unterhaltung der Schule nur noch bis zum Jahresende. Um die schon über 30 Jahre in unserem Orte bestehende segensreiche Einrichtung auch fernerhin zu erhalten, soll versucht werden, weitere Kreise der Einwohner hierfür zu gewinnen und diese in einem DereinderKlein- kinder schule zusammenzuschließen. — Frau Glisabethe Dietz, geborene Deibel, feiert am 21. November ihren 8 0. G e b u r t s t a g. Die Jubilarin erfreut sich noch körperlicher und geistiger Rüstigkeit. 0 Holzheim, 19. Nov. Durch die Wahl deS feitherigen Kirchenrechners Heinrich Buß zum Bürgermeister tpurde die Stelle des Kirchenrechners frei. Von 10 Bewerbern stellte der Kirchenvorstand 3 zur engeren Wahl. Gewählt wurde nunmehr oer Ortskrankenkassenrechner Karl Zeih, der jedoch zugunsten des Gemeinderatsmitgliedes und Maurermeisters Karl Buh verzichtete. * @ r ü 11 0 e r g , 20. Nov. Gestern gegen 23.15 Uhr ereignete sich auf der Straße von Grünberg nach Göbelnrod ein A u t 0 u n s a l l. Der Metzgermeister Johannes Haupt von Lumda fuhr mit seinem L i e s e r w a g e n in der Nähe der Abzweigung nach Göbelnrod gegen einen Baurn. Der Wagen siel um, stürzte in den Straßengraben und wurde schwer beschädigt. Die beiden Insassen, der Metzaer- meister Haupt und sein Gehilfe, erlitten glücklicherweise nur leichte Verletzungen im Gesicht. Der Unfall Kreis Alsfeld. H Alsfeld, 19. Nov. Gestern wurde die von der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege im städtischen Weinhause mit Unterstützung der Stadtverwaltung errichtete Als fel- der Volksküche eröffnet. Am Eröffnungstage wurde die Volksküche von insgesamt 152 Personen in Anspruch genommen. Die Verabreichung des Essens erfolgt gegen Eßkarten. Die Tätigkeit in der Volksküche erfolgt durch Helfer und Helferinnen der Alsfelder Winterhilfe unter der Oberleitung von Hotelier Hermann S ch m a 11 vollständig unentgeltlich. Es ist damit zu rechnen, daß die Zahl der Teilnehmer noch erheblich zunehmen wird. Die bis jetzt gesammelten Lebensrnittel aus dem Kreise Alsfeld geben die Möglich- I leit, die Volksküche über den Winter hinaus sicherzustellen. ll. M ü ck e , 19. Nov. Am Dienstagabend ereignete sich auf der Straße nach Grünberg ein folgen- schweres Motorradunglück. Der Motorradfahrer Stephan aus Großen-Buseck stieß m voller Fahrt gegen einen an der Straße stehenden unbeleuchteten Karren. Der Zusammenstoß war so heftig daß dem Motorradfahrer die fientftange in den Leib einbrang. Schwer verletzt wurde er in die Gießener Klinik verbracht, wo er in der Nacht auf Donnerstag seinen schweren Verlegungen erlegen ist. Preußen. 147 Bewerber um den Hachenburger Bürgermeisterposten. WSN. Hachenburg (Westerwald), 19. Nov. Um die ausgeschriebene Stelle eines Bürgermei- ters von Hachenburg haben sich 147 Per - 0 n e n beworben. Unter den Bewerbern befinden ich 83 Personen mit Universitätsstudium. Flammentod einer Greisin. WSN. Marburg, 19. Nov. Als gegen Mitternacht zwei Studenten in der Wohnung der alleinstehenden Frau Anna Kl e i n s ch m i d t Feuerschein bemerkten, öffneten sie die Vorplatztür und fanden die 8 4 Jahre alte Dame in Flammen gehüllt vor. Sie erstickten die Flammen und sorgten für die Ueberführung der schwerverletzten Frau in die Klinik. An den Folgen der schweren Verletzungen ist die Greisin nach zwei Stunden gestorben. In ssexe«rtSO LaÄ. * * <2 Paar Paar wie er wirklich war! elegante Aust., Mako mit K’seide, Paar Kinder-Strümpfe von in groß. 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Studentenkarten jregen Ausweis bei Herrn Sekretär Ritter. Universitätsgebäude. 7801D $< auf ßtretns !>nv. Sieben, den 19 ItT Vorsitzende de An die Bürg' Vir empfehlen ju lassen. Sieben, den 1' § 8etr.: Aussühru? laus vom An die Büro Wir erinnern, Verfügung vom L. August 1931)- Siegen, den H 8