Donnerstag, 20. August {951 18L Jahrgang nr. 1<)3 (Erftes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Snjeigenteil Max FiUcr, Dmd und Verlag: vrLhl'sche URtversitüt5-vuch- mib Stetnöruderet H. £ange tn Gießen. SchttftiettvRg und Geschästrstelle: Zchulittaße 7. lämmch m o^ben. Annahme von Bnjeiae« für die lagtsnnmmer bis gum Nachmittag vorher. Preis für I mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mrx Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20', mehr. Thefredokteur Dr. Friede Will) Lange. Verantwortlich für Volitii Dr. Fr Wilh. Cange; für Feuilleton Dr HTHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Eriche IN .agllch,nutzer bouuiag» und Feiertags Beilagen Die Illustriert» Wetzen er Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle Monat» Bezugspreis: 2.20 Beichsmard und 80 Verchspfennig für Trüge» lohn, auch bet Nichte» scheinen einzelner Nummern mfolge höherer Gewalt. zersfprechanfchlüße unter Sammelnummer 2251 »nfchrist für Drahtnachrichten Anzeiger tiefte«. Postscheckkonto: graiffnrl om Main 11688. Landnöten. Die Vertagung dc- französischen Besuche- in Berlin Hot wenigsten- nicht verhindert, dost die öffentliche Aussprache über die deutsch-französischen Beziehungen in Fluh geblieben ist. Das ist immerhin erfreulich, wenn and) die Wege, auf denen sich unter Pariser Einflüssen die Diskussion bewegt, nicht ganz ungefährlich" sind Wenn wir aber toeiterfommcn wollen, bann müssen die Gegensätze frei von allen falschen Hemmungen einmal ganz scharf herausgearbeitet werden. Die Franzosen deuten an. bah sie irgendwie über Berlin verärgert sind, weil der deutsche Kanzler .wieder einmal" e i n e doppelte Politik getrieben und sich in Rom mit den Italienern über eine gemeinsame Aktion bei der Abrüstungskonferenz verständigt habe. Hier zeigt sich wieder das alte französische Mißtrauen, da- die ganze mitteleuropäische Bewegungsfreiheit feit dem Kriege immer von neuem belastet. . „ „ . Die Franzosen haben sich so in die Rolle deS europäischen Herrscher- hineingelebt, daß sie jeden Versuch einer Aenderung al- eine persönliche Unfreundlichkeit empfinden. Sie erkennen sehr gut da- Mißverhältnis, das zwischen ihrer Dolkskrast und ihrer staatlichen Stellung besteht, daher die Furcht gegen jede Kombination, die irgendetwas zur Derschiebung des augenblicklichen Schwergewichte- tun könnte. Sie übersehen dabei, daß auf deutscher Seite tatsächlich der ehrliche Wille zu einer Verständigung mit Frankreich vorhanden war und ist. ganz sicher nicht aus politischer Sympathie, sondern einfach aus der Ueberzeugung heraus, daß darin die einzige Möglichkeit für Deutschland liegt, au» dem Wellental herau-zukommen und wirtschaftlich zu gefunden. Das haben die Franzosen nicht begriffen. in Locarno und in Thoiry nicht. Sie haben es auch jetzt wieder nicht begriffen, al- Dr. Brüning mit den besten Absichten nach Paris kam. Schließlich, Frankreich ist auch heute noch so etwa- wie eine Insel der Seligen. Cs merkt von den Röten des übrigen Europas nichts, aber es müßte sich doch darüber Bar fein, daß es keine chinesische Mauer um sich herumlegen kann, daß also früher ober später der Augenblick kommen muß, wo ble Depression, unter der mit Deutschland auch England und da- übrige Europa leiden. nach Frankreich hinüberspringt. Wir vermuten wohl richtig, wenn wir annehmen, daß auS diesem Grunde auch Laval sich einer Derständi- gung mit Deutschland nicht abgeneigt zeigte. Aber wenn auch eine deutsch-französische Verständigung daS Primäre ist. so ist sie doch nicht das Einzige. Deshalb hat die Berliner Politik von Anfang an im Auge gehabt, eine solche Abmachung z u erweitern auf die großen europäischen Mächte, also auf England, Italien und am liebsten auch auf Rußland, während die Franzosen nun darin wieder ein Manöver erblicken, mit der Tendenz, wir wollten uns einer Unterhaltung unter vier Augen entziehen, um unS etwa hinter England eine Rückendeckung zu holen. Daher die dauernde Mißstimmung in Paris. obwohl doch eigentlich die Zeiten für eine Politik der gekränkten Eitelkeit zu ernst fein sollten. Da- Damoklesschwert hängt jedenfalls zu nahe über Deutschland, als daß wir uns das Experiment eiltet doppelten Politik leisten könnten. Wir suchen e t n st h a f t den Ausgleich mit Frankreich, allerdings nur auf der Grundlage der gegenseitigen Gleichberechtigung. Der preußische Landwirtschaftsminister hat sich selbst und den ihm unterstehenden Verwaltungsorganen ein Armutszeugnis ausgestellt. Es ist doch schließlich keine Kleinigkeit, wenn in den Iahten, in denen vom Reich und vom Staat umfangreiche Mittel für die Osthilfe und für die Förderung deutscher 03 a uc r n Heilungen im Oft cn auigegeben werden, ein deutsches Gut nach dem anderen in polnische Hände zur Aufteilung an polnische Siedlet übergeht. Das hat nichts mit der Ost- Hilfe an sich au tun. Es ist einfach eine Frage der Verwaltung-Praxis und der grundsätzlichen Einstellung zu den Problemen des deutschen OstenS. ob man es für tragbar hält, daß die Polen innerhalb des deutschen Staatsgebietes praktische Siedlung betreiben, während die deutschen Siedlungsziffern dadurch entwertet werden, daß in dem Maße der Erleichterungen für Reusiedler die allen Siedlungen verfallen. Seit Iahten schon ist darüber gesprochen worden, daß die Polen deutschen Grundbesitz durch Strohmänner auskaufen und auf teilen. Genaue Daten darüber find nicht zu haben, jedenfalls von den preußischen Behörden der Oesfentlichkeit nicht zur Verfügung gestellt worden. Immerhin weiß man von einer Reihe von Fällen, besonders in Hinterpommem, bei denen nur das energische Eingreifen der landwirtschaftlichen Selbstverwaltung und der Oeffent- lieb feit im letzten Augenblick den Befihwechsel aus deutfcher in polnische Hand verhindert hat. Man muß also damit rechnen, daß die wenigen begann tgetoor denen Fälle nur einen Bruch- teil der tatsächlichen Vorgänge barstellen. Der erste derartige Fall wat der Verkauf deS Gutes Woynvwo in der Grenzmark Pofen- Destpreuhen, bei dem im vorigen Iaht nach langer öffentlicher Debatte der preußische Land- wirtschaftsminister abschließend festgestellt hatte, daß keine ausreichenden gesetzlichen Handhaben zur Verhinderung deS Gutsverkaufs Vorgelegen hätten, daß aber alle gesetzlichen Mittel zur Verhinderung künftiger derartiger Vorfälle angewendet werden würden. Ein Iaht ist vergangen. Genau derselbe Vorfall hat sich Was sag! die Wett zum Ergebnis von Basel? Oie tlebereinkunst des Gtillhaliekonsorttums ein wenig befriedigendes Kompromiß. — Oer Bericht der Sachverständigen eine dringende Empfehlung an die Regierungen, schnell zu handeln. — Ohne Beseitigung der polittschen Hemmungen kein Aufstieg der Weltwirtschast. Oer Eindruck in Berlin. Berlin, 19. Slug. (111.) Das (Ergebnis der Baseler Verhandlungen wird in Berliner amtlichen Kreisen im wesentlichen als Abschluß der Periode gesehen, die mit dem Hoover Memorandum begann. Der Abschluß wird jedoch keineswegs als befriedigend bezeichnet, da er keine endgültige Lösung gebracht habe. Der Layton- Bericht sei nur eine provisorische Lösung, die keine Grundlage für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg der Welt und Deutschland biete. (Es sei jedoch dringend zu hoffen, daß sich das Ausland den Schlußfolgerungen der Sachverständigen nicht verschließen werde. Angesichts des schweren winters müsse man es aber begrüßen, daß wenigstens in der brennendsten Frage, der Kreditfrage, ein Provisorium gesunden worden sei. Besonders unterstrichen wird, daß die Baseler Konferenz das Urteil der Regierungen bezüglich der deutschen Wirtschaft bestätigt habe und ebenso wie die Londoner Konferenz zu dem (Ergebnis gekommen sei. daß die zu lösende Frage nicht finanztechnischer, sondern politischer 71 a t u r sei. Damit werde auch die deutsche These anerkannt, daß die deutschen I r l b u Helft u n g e n ble Ursache der Krise seien und die Weltwirtschaft schädlglen. (Es werde also auch bestätigt, daß die äußeren Verpflichtungen Deutschlands zu hoch seien. Diese Feststellung fei Z u m e r ft e n m a I seit Versailles von den Sachverständigen aller Länder e l n ff l m m l g anerkannt worden. Die Tatsache, daß die Losung dieser Frage nicht endlos hinausgescho- b e n werden könnte, sei In dem Bericht noch besonders unterstrichen. Venn es werde in ihm ausdrücklich hervorgehoben, daß, wenn eine Lösung der zur Verhandlung stehenden Fragen nach Ablauf der Geltungsdauer des Abkommens über die kurzfristigen Kredite nicht gefunden fei, auch die Wirtschaft anderer Länder auf das schwerste gefährdet werde. Berliner preffestimmen. Die Politiker haben erneut das Wort. Berlin, 19 Aug. (ERD.) In Kommentaren der Berliner Blätter wird unterstrichen, daß die Sachverständigen die endgültige Lösung der ganzen Probleme den Politikern überlassen. Da- ^Berliner Tageblatt (demvkr.) bezeichnet es als außerordentlich wertvoll, daß der Bericht die Kernprobleme, die gelöst werden müssen. um Deutschland und damit auch der Welt wieder wirtschaftliche Gntwicklungsmöglichk i'.en zu geben, in nicht mißverständlicher Weise aufzeigt. Es sei anzunehmen, daß die so gewichtige Stimme des Laylvn-Derichts nicht ungehört verhallen, sondern weitgreifende Folgen nach sich ziehen wird. Allerdings, viel Zeit sei nicht mehr zu verlieren. Deutschland Lage gestatte nich'. daß diese Frage dilatorisch behandelt würde. Die Verantwortung liege, das sei auch in Basel ausdrücklich festgestellt worden, nicht bei den Wirtschaftlern, sondern bei den Politikern. — Die ^Dos fische Zeitung" (dem.) kommt zu dem Ergebnis, die Regelung der ausländischen Markguthaben werde in Deutschland als wenig glücklich empfunden und zwar nicht nur im eigenen Interesse, sondern im Interesse der Gläubiger selbst. Die Hauptsache sei aber, daß eine Atempause geschaffen worden fei, die uns für die schwere Arbeit der Zukunft wenigsten- auf eine klare Grundlage stelle. Aus den Feststellungen ergebe sich eindeutig, daß die Regelung der deutschen Reparationsfrage in Zusammenhang mit der Herabsetzung der interalliierten Schulden nunmehr mit Automatischer Sicherheit in kurzer Frist aufgeräumt werden müsse. Die Politiker müßten sich diesmal sehr beeilen. — Der »Dörsen- Evurier" (dem.) sieht es als selbstverständlich an, daß die Zeit der Provisorien weit genug überwunden ist, al- daß noch von irgendeiner Seite mit der geringsten Erfolgsaussicht der Versuch gemacht werden könnte, Deutschland durch temporäre Zugeständnisse von neuem an die Kette zu legen. Denn darüber könne keine llnflar&eit mehr bestehen. Verhindere man auch nur noch auf kurze Zeit durch politische Mittel und ferner durch die künstliche Kapitalleistung der politischen Schulden einen erfolgversprechenden Dersuch Deutschlands, aus der Tiefe seiner Wirtschaftskrise herauszukommen, dann setze man das wirtschaftliche Geschehen in der Welt neuen Abstürzen aus, die sich in geometrischer Progression beschleunigen müssen. Merpolitische Rotoenbigfeiten. Vorsorge für einen schweren Winter. Die „Germania", das Blatt des Reichskanzlers, schreibt: Alle jene Fragen, die daS Mißtrauen der Völker untereinander nähren, die Handel und Produktion der Volkswirtschaften stören, sollen und müllen in einem neuen Sinne ungefaßt und bereinigt werden. Deutschland wird nicht warten können, biS alle Voraussetzungen für eine internationale Kreditoperation größten Stils gegeben find. Wir werden unS darauf einstellen müssen, daß die in den letzten Rionaten uns entzogenen ausländischen Kapitalien nicht ersetzt werden und unsere Banken werden darauf die Folgerungen ziehen müssen. Kreditkündigungen und Produktionseinschränkungen und damit eine Erhöhung der Zahl der Arbeitslosen wird die unausbleibliche Folge sein. Die Reichsregierung hat daher recht, wenn sie bereits heute mit einer Zahl von sieben Millionen Beschäftigungslosen rechnet, und ihre wichtigste Ausgabe wird eS sein, die notwendigen Mittel zu deren Unterhaltung im Staatshaushalt bereitzu* stellea. Daß daS zu weiteren Einsparungen. Vereinfachungen, aber auch zu neuen Belast un- gen aller Volksschichten führen wird, ist leicht vorauszusehen. Del einer Verteilung der neuen Lasten wird die Regierung den Gesichtspunkt der sozialen Gerechtigkeit wie den der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit im gleichen Maße berücksichtigen müllen. Eine weitere Komprimierung unsere - Lebensstandard - ist also als sicher anzunehmen. Diese wird aber nur tragbar fein und ihren Zweck nur dann er* Das Stillhalteabkommen mit den Auslandsgla'ubigem» Oie Festhaltung der Kredite auf sechs Monate. — Kompromiß in der Krage der Mark-Guthaben. Berlin, 19. Aug. (TU.) DaS Stillhalteabkommen, daS im Wortlaut noch nicht vorliegt, ist nicht als ein Vertrag zu betrachten. Es enthält vielmehr nur Empfehlungen, die durch Verhandlungen zwischen Gläubigem und Schuldnern noch in eine endgültige Form gebracht werden müssen. Es liegt hier der Dersuch vor, ein Problem auf kaufmännischem Wege au lösen, dessen Lösung sich Im Wege von Verhandlungen zwischen den Regierungen al- unmöglich erweist. Das Abkommen bezweckt die Fe st Haltung der jetzigen Kreditlinie auf die Dauervonb QRonaten.d. h. der Geschäftsverkehr zwischen Gläubiger und Schuldner soll ausrechterhalten werden, jedoch stets unter Berücksichtigung der zur Zeit bestehenden Kreditlinie. Für die Gläubiger ist insofern eine Erleichterung geschaffen, alS die Möglichkeit besteht, innerhalb dreier bestimmter Schulbnergruppen zwecks zusätzlicher Sicherheit die Golddis- fontbanl einzuschalten. Es ist also die Möglichkeit gegeben, gewisse Schulden auf die Golddistontbank zu überführen, doch foll der Gesamtprozentsatz, der auf die Golddiskontbank überführten Schulden 10 v. H. der Gesamtkredite nicht überschreiten. Weiter ist in dem Abkommen vorgesehen, daß die Stellung eines ausländischen Gläubigers nicht dadurch verschlechtert wird, daß der deutsche Schuldner Kredite an deutsche Gläubiger zurückzahlt ober seine Sicherheit gegenüber dem ausländischen Gläubiger durch Hingabe von Unterlagen an einen deutschen Gläubiger verschlechtert. Für die ausländischen Akzept-,Devisen - unb Kassakredite war eine Verständigung verhältnismäßig leicht zu erzielen, nicht dagegen für die ausländischen Mark- gurhaben, da bezüglich dieser Guthaben die Ansichten der Ausländer und der Deutschen we* fentlieh au6etnanbergingen. Während die Ausländer auf dem Siandpunkt standen, daß die ausländischen Markgurhaben in Deutschland keine Kredithingabe bedeuten und baß kein Anlaß vorliege, diese Markgulhaben ander- zu behandeln als inländische Mar'guihaben. mußte man deutscherseits aus dem Standpunkt stehen, daß letzten Ende- der Abzug der deutschen Markguthaben genausogutDevisen- verlüste bedeutet, wie der Abzug von Devisenguthaben. Eine Gewähr dafür, daß die Marlguthaben bei Abzug in Deutschlan b verbleiben, konnte nicht gegeben werben. Man hat schließlich deutscherseits aber doch insofern nachgeben müssen, als sofort 25 v. H. der Markguthaben, die auf rund 800 Millionen Mark geschäht werden, freigegeben werden und weiterhin jeden Mott at weitere 15 v. H. lieber die Behandlung der Termine innerhalb der Markguthaben besteht zur Zeit noch keine Klarheit. Die einzige Konzession, die gemacht worben ist, ist die, daß, fall- Die Reichsbank in dem Abzug der Marlguthaben Sch w ierigkeiten für die Devisen* bilanz erblickt, sie durch Fühlungnahme mit den ausländischen Rotenbanken die Frist für die weitere Freigabe von je 15 v. H. von Monat zu Monat hinauSschieben kann, bis zum Ablauf des Abkommens, al'o nach 6 Monaten. Die ersten 25 v. H. sind jedoch auf jeden Fall sofort frei und man wirb daher schon bald einen ileberblid darüber erhalten, ob nicht diese Freigabe die deutsche Situation erneut erschwert. Die bereits heute eingetretene Ver * fteifung am Diskontmarkt wird toenig* । stens teilweise auf diesen Teil des Stillhalle* I abkommenS zurückgeführt. wieder abgespielt, diesmal bei dem Verkauf des am Ostrande der Mark ‘Brandenburg gelegenen Gutes Groh-Goltzen durch einen Landsberger Güterhändler an polnische Siedler. Und wieder hat derselbe preußische Lanbwirtschafts- minister auf eine kleine Landtagsanfrage fast wörtlich dasselbe wie bei Doynowo erklärt, wieder sollen in Zukunft alle gesetzlichen Mittel zur Verhinderung derartiger Vorfälle angewendet werden. Praktisch ist das ein Freibrief für die polnische Siedlung vor den Toren Berlins. Reichen die gesetzlichen Mittel zur Verhinderung nicht aus. so hätte die preußische Regierung die erforderliche Ergänzung der Gesetze nach dem ersten Skandal veranlassen müssen. Amerikas Kampf gegen die Wirtschafiskrisis. Ttarke Steigerung der Celpreifc. — Tie wachsende Arbeitslosigkeit. R e u y o r k. 19. Aug. (Tll.) Die gesamte amerikanische Rohölprobuktion ist nach der unter Verhängung des Belagerungszustandes erfolgten zwangsweisen Schließung Der Petroleumquellen in Ost-Teras und Oflahoma bereits um mehr als zwei Fünftel zurückgegangen. Man rechnet mit baldigen scharfen Preiserhöhungen auf sämtliche Oelsor.'en. da die vorhandenen Vorräte schnell vom Markt verschwinden. Die Händler haben bereits große Schwierigkeiten, ihre Bestände zu den geltenden Marktpreisen zu ergänzen. Die führende Ölraffinerie in Oklahoma hat bereits 77 Cents für den Darrel Rohöl geboten, während der bisherige Preis 52 Cents und weniger aus- machte. Gouverneur Murray erklärte jedoch erneut, daß er die Zwangsfchließung weiter fort führen werde, bis die Preisgrenze von einem Dollar für den Darrel Rohöl erreicht sei. Der Gouverneur von Pennsylvania, P i n ch t, hat an Präsident Hoover ein Schreiben gerichtet, in dem die Einberufung des Kongresses zu einer Sondersession gefordert wird. Der Gouverneur begründet diesen Schritt mit der immer weiter um sich greifenden wirtschaftlichen Rot infolge der Arbeitslosigkeit. die, wie et erklärte, zu schwerenStö- rungen der öffentlichen Ordnung führen könne. In Pennsylvania belaufe sich die Zcchl der Arbeitslosen allein auf 900 000. DaS sei ein Viertel aller arbeitsfähigen Einwohner des Staates. Die Wohltätig- keitseinrichtungen seien allein nicht imstande, den Rolleidenden zu helfen. Den Gemeinde- und Staatsbehörden feien einstweilen durch gesetzliche Vorschriften die Hände gebunden, so daß sie nicht helfend eingreifen könnten. Abd d Krim aus der Gefangenschaft entkommen? London, 20. Aug. (MTB. Funkspruch.) 3n Madrid läuft ein Gerücht um, daß der berühmte Führer des Rifkabylenausstandes, Abd el Krim, von der französischen Insel Reunion, wo er interniert war, entkommen fei und einen neuen Aufstand gegen die Spanier oorbereite. Dieses Gerücht hat in Madrid große Sorge verursacht, besonders, da die spanische Besahungsarmee in Marokko völlig demoralisiert sein soll. (Es heißt sogar, daß einzelne Soldaten Massen an die (Eingeborenen verkaufen und es ist allgemein bekannt, daß Marokko von kommunistischen Agenten überschwemmt fei. 3n spanischen konservativen Blättern wird die Politik der Regierung, die heeresstärke herabzusehen, offen kritisiert und ein führendes Mitglied der Cortes, Garcia, erklärte, eine Wiederholung der Niederlage von Anoual im Jahre 1921, wo 10 000 Spanier ums Leben kamen, liege im Bereich der Möglichkeit. füllen, wenn gleichzeitig die Preise, sowohl der Produktion als auch der Konsumtion, beim ersten Erzeuger wie beim letzten Verbraucher, in Industrie, Handel und Landwirtschaft eine Senkung erfahren. Die.Erstarrung von Bindungen im Wirtschaftsleben wird noch weniger tragbar sein als bisher. Eine Auflockerung wird sich nicht mehr vermeiden lassen. — „Der Deutsche", das Blatt der Christlichen Gewerkschaften, sieht in dem Stillhalteabkommen die BrückefüreineendgültigeRegelung. Es handele sich daraum, neues Vertrauen zu schaffen, damit nach Ablauf der Stillhaltung und ohne innerdeutsche Zwangsmaßnahmen der internationale Zahlungsverkehr normal funktioniere. Oie Tribute als Wurzel -es Llebels. Skeptische Beurteilung auf der Rechten. Die „DAZ." (Volkspartei) betont, daß in der Form eines feierlichen und öffentlichen Appells an die verantwortlichen Regierungen die These ausgenommen worden sei, daß das Problem der Tribute sich in außerordentlichem Maße als Element der Störung erwiesen hat. Das Blatt ist nach den bitteren Erfahrunaen der Vergangenheit außerordentlich skeptisch, nb der Appell an die Regierungen tatsächlich politische Auswirkungen haben werde. Auf die engstirnige Machtpolitik einzelner Staaten werde es kaum (Sintynicf machen, wenn in dem Bericht dargelegt werde, in welchem Umfange die finanzielle Erkrankung Deutschlands auf die anderen Länder zurückwirke. Ob man bereits berechtigt sei, von einer .Atempause bis zum Februar" zu sprechen, bleibe abzuwarten. Das praktische Ergebnis von Basel heiße zusammengefaht eigentlich nur: .Hilf dir selbst, dann können wir dir vielleicht auch helfen." — Die .Deutsche Tageszeitung" (Landbund) nennt die Be- fcheinigung der Kreditunfähigkeit eines Landes wie Deutschland, das noch immer über einen gewaltigen Prvduktionsapparat und Hilfsmittel verschiedenster Art verfüge, traurig genug. Gerade das aber zeige, daß eben diese deutsche .Kredit- unwürdigkeit" im Grunde politische Wurzeln hübe und insofern eben durchaus künst- lich sei. In Zukunft aber werde Deutschland immer wieder auf die politischen Tribute als auf den Hauptstörungsfaktor der Weltwirtschaft Hinweisen müssen. — Im .Lokalanzeiger" (Hugenberg) heißt es, wer sich nicht vvHustellen vermöge, daß Frankreich binnen sechs Monaten auf seine Vernichtungspolitik gegen Deutschland verzichten und allgemeines Weltvertrauen herbeiführen werde, der könne den offiziellen Schlußfolgerungen des Berichtes nur mit allergrößter Skepsis gegenüberstehen. Wer den Bericht nüchtern erwäge, könne nur herauslesen: .Habt ihr Deutschen kein Vertrauen ip die Einsicht der fremden Staatsmänner, dann habt ihr doch das Mittel, euch selbst zu helfen. Allerdings auf andere Weise, als das bisher in Deutschland versucht wird. Richt durch geduldiges Händefalten, sondern durch den Angriff auf die Wirtschaft der ander en.“ — Die .Deutsche Zeitung" (dtschnatl.) überschreibt ihren Artikel .Reue Galgenfrist". Die deutschen Vertreter hätten Schritt für Schritt den neuen Forderungen nachgegeben und damit zwar wiederum eine kurze Atempause, aber keine greifbaren Ergebnisse erzielt. Die zugestandene Freigabe der ausländischen Markguthaben bedeute eine neue Belastung. Bank- und Wirischafiskreise sind unbefriedigt. Versteifung am Tiskonlmarkt. Berlin, 20. Aug. (ERB. Eigene Meldung.) In Dank- und Wirtschaftskreisen erblickt man in dem Baseler Stillhalteabkommen ein Kompro- miß, das die deutsche Wirtschaft keineswegs befriedigen könne. Der geringe Teil der Hoffnungen, der in Bafel erfüllt worden sei, habe noch erhebliche Einschränkungen erfahren. Angesichts der in Basel getroffenen Abmachungen, wonach den ausländischen Danken, die Markguthaben in Deutschland besitzen, zugestanden worden ist, ein Viertel dieser Beträge sofort und den Rest nach und nach innerhalb von sechs Monaten abzuziehen, sei bereits eine Versteifung am Diskontmarkt eingetreten. Es werde befürchtet, daß der Wirtschaft erhebliche Gelder, die sie notwendig zum Arbeiten braucht, verloren gingen. Gespannt sieht man in Dank- und Wirtschaftskreisen den Zins- Vereinbarungen von Dafel entgegen, da bisher über die Höhe der Sätze nichts bekanntgegeben wurde. Or.Melchior über die Arbeiten in Basel. Basel, 19. Aug. (CNB.) Der deutsche Sachverständige Dr. Melchior erklärte über die Arbeiten der Sachverständigen in Basel: Die Tätigkeit der Experten in Basel war unparteiisch und hat sich in einer Atmosphäre aufrichtiger Herzlichkeit abgespielt. Zum ersten Male ist es gelungen, ein Sanderproblem in den Rahmen eines Gesamtproblems hinüberzuleiten. Die Arbeiten wurden uns dadurch erleichtert, daß wir uns alle sehr gut kannten und uns gegenseitig volles Vertrauen entgegenbrachten. Ganz besondere Anerkennung verdient die Haltung M or e a u s, des ehemaligen Gouverneurs der Bank von Frankreich, der die Arbeiten sehr erleichtert hat. Die ganzen Besprechungen von kaum drei bis vier Tagen genügten, um den Grundriß unseres Berichts au entwerfen und den Weg zu zeigen, zu dem sich alle Länder orientieren müssen. Oas Mindestmaß. Die Meinung der „Baseler Nachrichten". D a f e 1, 19. Aug. (TU. Funkspruch.) Die schweizerische Presse beschäftigt sich bis jetzt nur wenig mit dem Abschluß der Daseler Finanzverhandlungen. Die „Baseler Rachrichten" stellen fest, daß das Ergebnis nicht mehr sei als das Mindestmaß dessen, was man nach Lage der Dinge erwarten konnte, die Stillhaltung der beim Ausbruch der akuten Finanzkrise Mitte des vorigen Monats in Deutschland noch verbliebenen kurzfristigen Auslandsgelder. Dieses Mindestmaß hohe unter allen Umständen herauslommen müssen, denn eine weitere Rückziehung deutscher Auslandsgelder wäre für Deutschland mit nicht wieder gutzumachenden Folgen verbunden gewesen. Gegen oiese hätte es sich zur Wehr setzen müssen und Mittel dazu hätte ein Auslandsmora torium gegeben. Mit der Einigung in der Sttllhaltefrage sei den ersten Aanlmch uni) Amerika haben nun bas Work Restlose Streichung der internationalen Schulden muß der nächste Schritt sein. Was sagt man in Paris zum Baseler Bericht? Die Radikalen fordern eine Politik der Vernunft. — Der „Figaro" hetzt. pari», 20.Aug. (WTB. Funkspruch.) Zu dem Ausgang dec Baseler Verhandlungen schreibt das Organ des radikalen Parteiführers Daladier, „L a Republique", die Bewilligung mittel- und lang- riftiger Kredite an Deutschland und die Mobilisierung kurzfristiger Kredite find nur Behelf- nifse, die das Aeberstehen schwieriger Zeiten erleichtern können, die aber die Lage nicht wieder festigen und auch nicht eine Garantie gegen neue gefährliche Drohungen sein werden. Das Problem ist ein organisches, es betrifft gleichzeitig den poungplan, also die Reparationen und die interalliierten Schulden. Und die europäische Solidarität, also die europäische Wirtschaftsunion und die Abrüstung. Aus Washington kann und muß die einzige Lösung für das Schuldenproblem kommen. Die einjährige Vertagung dieser Schulden hat bereits günstige Rückwirkungen gehabt, ohne den Gläubigerstaaten Abbruch zu tun. Das wird zweifellos ein Anfporn dafür fein, die einzige vernünftige und endgültige Lösung in Aussicht zu nehmen, nämlich re st lose Streichung sämtlicher Schulden. 3tn übrigen hat, was die europäische Einigung und die Abrüstung betrifft, hauptsächlich Frankreich das Wort, wird Ministerpräsident Laval, wenn er nach Berlin geht, weiterhin erklären: „Die Frage ist nicht aktuell"? 3n diesem Falle wird genau wie nach Locarno oder wie der vorzeitigen Rheinlandräumung die Gelegenheit nicht ergriffen werden und dann wäre es mit den Möglichkeiten für eine Annäherung, also eine Beruhigung in Deutschland und in Europa aus. 3n einer Zusammenfassung der in Berliner Kreien gebrachten Auffassung über den Ausgang der Baseler Konferenz erklärt die Agentur havas, daß man hieraus die Schlußfolgerungen ziehen muffe, daß die ausländischen Gläubiger Deutschland« im nächsten 3ahre vor die Alternative ge- tellt seien, entweder aus die Reparationen oder aus die Rückzahlung der kurz - i riftigen Kredite zu verzichten. — Der „Figaro" sieht In dem Ausgang der Baseler Kon- | ferenz eine Lehre für die Gläubigerstaaten, wenn die ausländischen Geldgeber, so betont das Blatt, über die Möglichkeiten, wieder zu ihrem Geld zu gelangen, noch 3llusionen gehabt hätten, so würden sie durch das Ergebnis der Baseler Konferenz gründlich gehellt worden fein. Trotzdem dächten die englischen und amerikanischen Geldgeber jetzt daran, auch die französischen Reserven in das bodenlose Faß zu tragen, das der deutsche Finanzmarkt darstelle. Amerika. Gefährliche Auswirkungen der inner* polilifchen Lage. Washington, 19.Aug. (WTB.) 3m Staats- departernent wurde die Baseler Resolution des Bankierausschusses mit großem 3nteresse diskutiert. Da der volle Text noch nicht vorlag, lehnte man eine amtliche Aeuherung ab. Dagegen wird in Kreisen der Republikaner der Vermutung Ausdruck gegeben, daß die Empfehlungen dieses Ausschusses hier sehr ernsthaft beachtet und nicht mehr wie in früheren 3ahren als ganz undiskutabel abgelehnt werden dürften. Allerdings sei die innerpotilifdje Lage wegen der wirtschaftlichen Depression und besonders wegen der kommenden Wahlkampagne so delikat, bafe öie Regierung es taum wagen könne, sich vor den Wahlen im nächsten Rooember Noch weiter zu exponieren, wie sie es durch den hoover-plan bereits getan hat. 3nsbeson- dere besteht die Befürchtung, daß, wie von demokratischer Seite bereits gestern angekündigt wurde, die Opposition gegen eine zu enge Verknüpfung mit europäischen F i- nanjfragen künftig von der Demokratischen Partei anstatt von konservativer republikanischer Seite kommen werde, da die Demokraten es vermeiden wollen, daß die Republikaner Hoovers Mitarbeit an der Weltsanierung als Verdienst der Republikanischen Partei ausschlachten. — Senator Borah erklärte, daß es Zeifverschwendung sei, eine Schuldenannullierung vorzuschlagen, „wenn man nicht Europa von den Sklavenketten der Friedensverträge und Rüstungen befreie, die feinen Untergang herbeiführten". Borat) fuhr fort, daß er für eine Schutdenannullie- rung fei, daß tiefe aber feiner Ansicht nach von einem wirklichen polilifchen und wirtschaftlichen Wiederaufbauprogramm für Europa begleitet sein müsse. Kabineiisknsis in Ungarn. Oie Regierung Bethlen tritt zurück. — Außenpolitischer Kurswechsel? daß Zwangsversteigerungen überhaupt un» terbleiben sollen, solange keine durchgreifend» Besserung der Wirkschaftslage eingetreten ist, oder zunächst alle Versteigerungstermine um ein« bestimmte Frist hinausgeschvben werden. Bredt übernimmt die Leitung der Wirtschastspartei. Berlin, 19. Aug. (BDZ.) Der Reichs, ausschuß der Wirtschaftsparter, dem neben der Reichstagsfraktion auch die Vertreter der Landesparlamente an gehören, ist für den 8. September nach Berlin ein berufen worden. Am 7. September wird die ReichS- tagssraktion der Wirtschaftspartei ihre Beratungen zu den politischen Fragen zu End« führen. Die vom Fraktionsvorfitzenden Mollath angekündiate Sitzung ist dadurch überflüssig geworden, daß nach dem Schluß der gestrigen Sitzung der Parteivorsitzende Drewitz dem stell- vcrlretenden Parieivorsitzenden Professor Dr. Bredt die Führung der Parteigeschäfte bis auf weiteres übertragen hat. Aus aller Welk. - Heimkehr des „Graf Zeppelin" von der Lnglandfahrk. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist, von seiner Englandfahrt heimkommend, Donnerstag um 6.35 Uhr bei strömendem Regen gelandet. Reichlichrr Wasserballast, im entscheidenden Augenblick abgegeben, ermöglichte eine glatt« Landung. Die Schweizerfahrt ist wegen deS ungünstigen Wetters — über dem Bodensee herrscht Föhnsttmmung und es regnet in Strömen weiter — a b g e s e tz t worden. Der Rückflug deS Luftschiffes von England führte über Ostend«, Brüssel und Aachen nach Köln. Eiserne» Ehejubiläum im Westerwald. In Hilgert bei Montabaur können die Eheleute Klauer am 19. August das seltene Fest der eisernen Hochzeit begehen. Der Iubilar ist 91, die Iubilarin 86 Iayre alt. Flugzeugabstürze während des Gewitters. Während des heftigen G e w i t t e r s, das sich am Mittwochnachmittag über Paris entlud, war gerade ein Militärflugzeug aus Dijon über der Stadt angelangt, in dem sich ein Hauptmann und ein Sergeant befanden. Als das Flugzeug von Gewitterböen hin- und hergeworfen wurde, entschloß sich der Sergeant zum A b f p r u n g. Sein Fallschirm entfaltete sich ordnungsmäßig, aber er landete so unglücklich auf einer Mauer, daß er beide Beine brach und in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus übergeführt werden mußte. Das von dem Hauptmann weitergesteuerte Flugzeug stürzte kurz darauf über der Dorstadt Neuilly in einen Garten ab. Der Führer wurde schwer verletzt in ein Hospital übergeführt. — Auch aus Jstres wird ein Flugzeugunglück gemeldet. Eine von einem Sergeanten geführte Maschine, in der sich auch ein Marineaspirant befand, st reifte eine Pappel und stürzte ab. Während der Aspirant auf der Stelle tot war, erlitt der Sergeant schwere Verletzungen und wurde in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus eingeliefert. B u d a p e st, 19. Aug. Im gestrigen Ministerrat hat sich die Regierung eingehend mit der allgemeinen Lage beschäftigt und ist zum Entschluß gekommen, mit Rücksicht auf die veränderten Verhältnisse ihre Demission zu geben. Infolge dieses Entschlusses ist Ministerpräsident GrafBethlen beim Reichsverweser in Audienz erschienen und hat die Demission des Kabinetts angeboten. Der Reichsoerweser hat die Demission zur Kenntnis genommen und gleichzeitig auf Antrag des Grafen Bethlen benähe- maligen Finanzminister T e 1 e s z k i und den Minister des Aeußeren Grafen Julius Karolyi zur Audienz gebeten, die noch im Laufe des Vormittags in der Königsburg erschienen. Graf Julius Karolyi hatte Besprechungen mit verschiedenen Politikern. Wie es heißt, wird sich das neue Kabinett voraussichtlich nur auf die beiden bisherigen Regie- rungsparteien stützen. Eine Einbeziehung der bisherigen Opposition ist nicht beabsichtigt. * Der plötzliche Regierungswechsel in Ungarn dürfte politischen Kreisen nicht ganz unerwartet gekommen sein. Gerade in den letzten Tagen haben sich jene Kräfte, die für eine außenpolitische Reuorientierung eintreten, immer stärker hervorgewagt. Es ist ganz offen ausgesprochen worden, daß Ungarn von der Gnade der stärksten europäischen Finanzmacht. also Frankreich, abhängig ist und daß es in diesen krittschen Zeiten ein Ding der Unmöglichkeit sei, weiterhin mit jenem Staat zusammenzuarbeiten, der auf dem Balkan als Gegenspieler Frankreichs auf tritt. Graf Bethlen zeichnet nun aber für den italienischen Kurs Ungarns verantwortlich, ihm ist denn auch wiederholt zu verstehen gegeben worden, daß Ungarn keine ausrechende finanzielle Hilfe zu erwarten habe, wenn er weiterhin an der Spitze der Regierung bleibt. Auch der Reichsverweser hat eingesehen, daß Ungarn nur dann eine ausreichende französische Anleihe bekommen kann, wenn es sich von Italien loslöst uni> sich eine Regierung gibt, die schon durch ihre Zusammensetzung eine Garantie für eine französisch orientierte Polittk liefert. Der Rücktritt Dethlens ist eigentlich schon seit langem fällig, man woltte aber zunächst einmal die Zahlungsschwierigkeiten im Lande wieder beseitigen, die durch die Bankseiertage 1 entstanden waren. Das ist jetzt geschehen, der Weg für eine Regierungsneubildung ist also frei gemacht worden. Ob es Ungarn nun finanziell besser gehen wird, bleibt abzuwarten. Eins dürfte jedenfalls schon jetzt feststehen, daß jede Anleihe, die die Franzosen den Ungarn geben werden, an handfeste politische Bedingungen geknüpft ist. Rvtwendigkeiten der Stunde Rech- I nung getragen, mehr allerdings nicht: | alles weitere bliebe noch offen. Der Kampf um einen langfristigen Kredit, um den Deutschland seit Iahr und Tag bemüht sei, könne von neuem beginnen. Oer Eindruck in London. Der Sturm gegen die Reparationen. London, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Bericht des Daseler Sachverständigenausschusses wird von der gesamten Morgenpresse ausführlich wiedergegeben und von einigen Blättern redaktionell behandelt. „Financial Times" sagt: Der Bericht bringt die ganze Frage der Reparationen und Kriegsschulden aufs Tapet und zugleich die Frage der Beseittgung der anderen Hindernisse des Handels. Der Ausschuß sieht also in der Lage Deutschlands nur einen Teil des Weltproblems. Die Frage der Wiederherstellung des Verkehrs des Geldes und der Waren ist auf die Dauer viel wichtiger als die der kurzfristigen Kredite an Deutschland, wenn auch die Sicherung ihrer Fortdauer für weitere sechs Monate wahrscheinlich ist. — Der „Daily Telegraph" sagt, die Anregung der Bankiers, daß Deutschland keine internationalen Zahlungen zu leisten haben solle, habe in finanziellen und diplomatischen Kreisen «ine Sensation hervorgerufen, zumal die Danken gemerkt hätten, daß die deutschen Zahlungen di« finan- zielle Stabilität Deutschlands beeindrückten. De- sonders wichttg sei. daß die amerikanischen Dankiers an diesem Driese hervorragend beteiligt seien. Oer Etatsausgleich in England. ß o n b o n, 20. Aug. Wie verlautet, wurde im Kabinett über den Entwurf eines Programms zur Etatsausgleichung Uebereinftimmung er- zielt. Heber die Erhebung eines allgemeinen Finanzzolls wurde noch feia Beschluß gefaßt. Die Beschlüsse des Kabinetts, das den Bericht des Wirtschaftsausschusses überprüft hat, stimmen nicht ganz mit den Vorschlägen dieses Ausschusses überein. Macdonald und Snowden werden heute vormittag den Führern der Konservativen und Liberalen diese Vorschläge zur Stellungnahme unterbreiten. Diese Vorschläge werden auch Vertretern der Arbeiterparte vorgelegt werden. Wünsche des Handwerks. Hypothekenzinfen. - Zwangsversteigerungen Berlin, 18. Aug. (TU.) Der gegenwärtig hohe Stand des Reichsbankdiskonts hat für alle diejenigen Darlehnsnehmer, welche für langfristig aufgenommene Kredite, insbesondere für Hypothekenkredite, einen nach dem Reichsbank- fatz zu berechnenden Zinsfuß vereinbart haben, eine starke Erhöhung ihrer Zinsverpflichtungen zur Folge. Zu drn hiervon betroffenen gehören auch zahlreiche Handwerker, welche derartige Darlehen als Anlagekapital oder zum Zwecke des Grundstücks- e r w e r ö s ausgenommen haben. Aus diesem Zusammenhang heraus hat der Reichsverband des deutschen Handwerks den Reichs- Wirtschaftsminister dringend gebeten, daß derartigen unerträglichen Zinserhöhungen für langfristige und Hypothekarkredite, die sich aus der Bindung an die Reichsbanksähe ergeben, ein Ende bereitet wird und auch die gemäß der Verordnung vom 20. Iuli vorgesehenen Verzugszuschläge baldmöglichst auf ein erträgliches Maß herabgesetzt werden. Die grundstücksbesihen- den Handwerker sind gegenwärtig durch die Gefahr bedroht, daß bei etwa bereits angesetzlen Zwangsversteigerungsterminen die Grundstücke wegen der gegenwärtigen Geld- und Wirtschaftskrise nur zu sehr gedrückten Preisen verkauft werden können und das Vermögen des Schuldners infolgedessen auch zum Schaden der Gläubiger verschleudert wird. Der Aeichsverband hat die Forderung erhoben. Oie Wetterlage. SeydlsfjQ'O Tnorsm/n —---Val. Demi W Paris fUagenf. 18 F& O womenlos. 3 neuer. O naiv otoeewt ® wonrae oedeexk • KtOtH * Schnee c Graupeln *Neoei "K 0ewitter.(Q)wind$tille.*O' itf* leichter Ost massiger Südsüdwest Q siurmtscnei «ordwest Oie Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeinen Stationen stenennen Zaöf len gehen die Temperatur an. Oie Linien veromdeo Orte mit gleiche* auf neeresniveau umoerecnaettn tultdruca Wettervoraussage. Der Warmluftvorschub des neuen Atlanttktiefs ging im Laufe des gestrigen Tages sehr rasch von statten, so daß sich in der letzten Nacht infolge des schnellen und starken Temperaturumschwungs kräftige Gewitter bildeten die auch unseren Bezirk überquerten und innerhalb weniger Minuten annähernd 20 mm Niederschlag brachten..Der Kern der Störung befand sich heute morgen über den britischen Inseln und hat sich noch etwas vertieft. Infolgedessen ist dort die Luftbewegung ziemlich lebhaft geworden, was eine schnelle Weiterentwicklung zur Folge haben dürste. Somit wird unser Wetter weiter durch feucht- milde Ozeanluft bestimmt, d. h. es treten bei stärkerer Bewölkung noch öfters Niederschläge auf, und die Temperaturen behalten zunächst ihre hohen Werte bei. Durch den Zustrom kühlerer Luft an der Rück- feite setzt bann wieder Abkühlung ein, wobei die Niederschläge mehr in Schauer übergehen und von Gewitterstörungen begleitet sein werden. VorhersagefürFreitag: WechselhafteS Wetter mit Riederschlägen, teilweis« begleitet von Gewitterstörungen, noch mild, südwestliche Wind«. Vorhersage für Samstag. Weiterhin unbeständig und etwas kühler, zeitweise Regenschauer oder Gewitterstörungen. ßufttemperaturen am 19. August: mittags 17,4 Grad Celsius, abends 18,4 Grad; am 20. August: morgens 17,4 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum 12,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. August: abends 16,8 Grad: am 20. August: morgens 15,6 Grad Celsius. — Niederschläge 23,7 mm.— Sonnenscheindauer 4 Stunden, Aus der Prvvinzialhauptstadt. Dtehen. den 20. 2luguft 1831. Wind über Stoppeln. Das wogende Getreidefeld sank unter dem Schnitt des scharfen Stahl«. Tenn banden fleifitgc Hände die Garben. Ueberall standen m langen, geraden Leihen die Fruchthausen Aber nur kurze Zeit. Gs kamen die Leiterwagen und fuhren den Segen in die Scheune. Tie Setixr leeren sich. Mäuse und Hamster halten die Nachernte. Fast all« leuchtenden Feldblumen flachen. Nur aus den Wiesen blühen sie noch, «berauch chre Zeit Ift bald gekommen Ter -werte Gra-schnitt wird die Herrlichkeit vernichten Tre Sonne tauscht uns noch mit ihrer Wärme, aber nur. wenn nicht trübt Regenwolken am Himmel dahinsegen. Tie Nächt« werden kühl, und frühmorgens liegen schon dichte Nebel über den Talgrunden. Ter Sommer nimmt Abschied. Bald werden sich die Schwalben aus den Teiephonleitunaen sammeln, um in wärmere Länder zu flehen An den Hecken winken schon rölliche Hagebutten, und aus dem dunklen Laube der Brombeeren glänzen die schwarzen Früchte. Kalt schauen uns die kahlen Stoppelfelder an. Wo einst wogende Saaten sich leis« im Winde bewegten, da gähnt die Leere. Nur kurze, barte Reste starren un« entgegen. Aber überall drängt schon neue- Leben hervor. Niedrig wachsendes ilnfraut. oder auch junger Klee, haben nun Luft und Licht und können sich entfalten. Ein Bild de- Lebens. Aus den gelben Stoppeln quillt frische- Grün nach. Tie überströmende Kraft der jungen Pflanzen wird bald die allen Reste überwuchert haben. Erhebt sich ein stärkerer Wind, bann jauchzen die Knaben und holen ihre Trachen hervor. Nun schweben sie oben am Himmel. Wie sie vom Winde hin und her geschaukelt werden! Ueberall stehen Knaben und Mädchen und schauen zu. Auch mancher Erwachsene bleibt stehen und gönnt den großen Vögeln einen Blick, vielleicht nicht ohne Rührung der eigenen Jugendzeit gedenkend. Ter Sommer nicht Abschied. In den HauSgärten aber stehen die Rosen in der zweiten Blüte, Tahlien und Astern leuchten in allen Farben. Ist e- nicht wie ein Ausgleich: Traußen da- sterbende Feld, im Garten noch einmal ein letztes Aufglühen aller Blumen? — Wenn sich der Wind gelegt hat, die Sonne aber mit unverminderter Kraft vom Himmel strahlt, dann fliegen die Svmmerfäden durch die Lust, umfangen dich und legen sich fest an deine Kleider, spinnen sich ein in dein Haar. E- sind die ersten Zeichen des scheidenden Sommer-. Wir schauen gedankenvoll den weißen Fäden nach, erinnern uns noch einmal an die paar schönen Sommertage, die un- da- Regenjahr 1931 schenkte, und gleiten sachte in die Abschied-stimmung. Es ist worden kühl und spät, Nebel auf der Wiese weidet, durch die öden Haine weht Heimweh: — alle- flieht und scheidet. (Genau.) W. Veränderungen im Solo-Personal des (Siebener GtadttheaterS. Aus dem Siadttheaterbureau wird uns geschrieben: In Ergänzung unserer 'TRitteihmgen über den Wechsel des Personals und über die Abschlüsse sämtlicher mit Ablauf der vergangenen Spielzeit hier ausgeschiedenen Mitglieder weisen wir darauf hin, daß von den bisherigen Solokräften die folgenden auch im kommenden Winter dem Gießener Stadttheater verpflichtet werden konnten: Von den Tarnen: Beatrice Doering, Maria Koch, Luise Schubert-Jüngling. Agarhe Walther-Lederer und Elisabeth D i e l a n d e r. Don den Herren- Karl Druck, Peter Fassott. Jochen Hader, Heinrich Hub, Paul Nieren, Raimund Schelcher, Karl To Id . Anton Wahlen. An neuen Mitgliedern wurden bisher von der Intendanz verpflichtet: Edith Berger vom Deutschen Theater in Brünn als 1. jugendliche Salondame, Albert I a n s ch e k von den Münchener Kammerspielen und den Salzburger Festspielen alS 1. jugendlicher Bonvivanl, Walter Michel vom Düsseldorfer Schauspielhaus als Liebhaber und Gert Geiger von den Heidelberger Freilichtspielen auf dem Haarlah alS Ehargenspieler. Don den neuengagierten Mitgliedern stammt Walter M i - chel aus unserer Provinz Oberhessen; er ist der Sohn des KreisdirektorS in Lauterbach. Taten für Donnerstag, 2V August. 1153: der Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux in Clairvaux gestorben; — 1827: der belgische Schriftsteller Charles de Coster in München geboren; — 1914: Papst Pius X. in Rom gestorben; — 1917: der Chemiker Adolf von Beyer in München gestorben (Siebener Wochenmarktpreise. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butrer 140 bis 150 Pfennig das Pfund, Matte 30 bis 35, Wirsing 8 biS 10, Weißkraut 8 bis 10. Rotkraut 10 btS 12, Gelbe Rüben 8 bis 10; Rote Rüben 10 biS 15, Spinat 20 bis 25, Römttchkvhl 8 bi» 10. Bohnen 15 bis 25. Unter-Kohlrabi 5 bi« 6. Erbsen 15 bis 20. Tomaten 15 bis 20. Zwiebeln 10 bis 12, Kürbis 5 bis 6, Pilze 20 biS 25. Kartoffeln 31 . bi« 4. Frühäpfel 12 bis 15. Falläpfel 4 bis 5, Dirnen 10 bis 20. Dörrobst 30 bi« 35, Heidelbeeren 20 bis 25. Pflaumen 10 bi« 15. Zwetschen 15 bis 20. Mirabellen 30 bis 35, Reineclauden 15 biS 20, Pfirsiche 40 bis 60; S: Helbeeren 30 bi» 35. Honig 40 bis 50. junge ne 90 bis HO. Suppenhühner 90 bis 100; : (zehn Stück, 60 bis 140. Tauben 50 bis ZO Pfennig daS Stück. Sier 9 bis 10, Blumenkohl 30 biS ZO, Salat 5 bis 10, ©alatgurfen 10 bis 20, Einmachgurken 2 biS 4, Endivien 10 bis 15, Ober- Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 biS 15, Sellerie 10 bis 15; Radieschen 10 bis 15 Df. dos Bündel; Kartoffeln 3 bis 3,50 Mark der Zentner. Borrrotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Alraune". LU. Berufung Herr Dr. Friedrich Maurer. außerplanmäßiger außerordentlicher Pro- srfsor an unserer Universität, hat einen Ruf au die ordentliche Professur für deutsche Sprache Und Literatur in der Philosophischen Fakultät der Universität Erlangen erhalten. " Sitzung deS ProvinzialauSschus- [«•. Am Sams'ag. 22. August 1931. 8.30 Uhr. jrndet im Sitzungssaal deS Regierungsgebaudes vom Hundert Kru.HUE. weiblich männlich weiblich männlich Aller bis 1,9 1 541 722 590 418 330 259 177 121 62 20 16,7 22,3 18,2 13,0 10,2 8,0 5,5 3,8 1,7 0,6 22,7 22,7 7,5 11,3 7,5 17,0 1,9 7,5 verfügbar, i 9933 und 12 12 4 6 4 9 1 4 HUT. weiblich 10 92 46 34 31 20 6 8 2 4 2 18 „ 21 „ 25 „ 30 „ 35 „ 40 ,, 45 „ 50 ,, 55 „ 60 „ über Frage zur Zell unbestimmt ist. Ende Juli waren 9895 Arbeitsuchende 1 gegenüber Mitte Juli 9464, Ende Juni 100,0 100,0 18 Jahre 21 „ 25 „ 30 „ 35 , 40 „ 45 „ 50 „ 55 „ 60 „ 65 „ 65 „ Alu-, männlich 5 163 584 783 607 386 299 258 230 136 74 26 3240 53 Steigende Arbeitslosigkeit in Oberheffen Bericht des Arbeitsamts (Sieben für Monat Juli 1931. vom Hundert weiblich Zusammen 3551 255 zu Gießen. Landgraf-Philipp-Platz 3. eine öffentliche Sitzung des Provinzialauslchuttes der Provinz Oberhesfen mii folgender Tagesordnung statt: 1. Antrag der Stadt Butzbach auf Aus- fpruch der Enteignung von Gelände des Hermann Küchel in Butzbach; 2. Wasserversorgung Decken- bach-RüddingShaufen; hier: Klage des Otto Decker in Deckenbach gegen den Polizeibefehl des Kreisamts Alsfeld vom 10. Februar 1931; 3. Antrag des Kreisamts Gießen auf Untersagung der gewerbsmäßigen Besorgung fremder Rechrsangelegenheiten und der bei Behörden wahrzunehmender Geschäfte durch Karl Stoppel in Gießen. 4. Kkstge des Karl Christ in Wieteck gegen den Bescheid des Kreisamte Gießen vom 22. 3uli 1931 wegen Vertagung der Erlaubnis zum Betrieb einer Schankw.rttchaft mit Drannt- wein aus schon! auf der Urfuhun. 5. Klage des Die Arbeit-lostgkell in Oberhesfen ist wieder im Ansteigen begriffen. Trotzdem die Einbringung der Ernte zu dieser Zeit eine große Rolle spielt, zeigte sich die Landwirtschaft nur in geringem Grade aufnahmefähig. Auch in den übrigen Berufen flaute der Beschäftigungsgrad ab. 3m vergangenen Jahre muhten wir teftftdlcn, daß die vrNchreitenden Rationalisierungsmaß- nahmen der Wirtschaft ein Anlaß gab. Arbeitskräfte, die in Dauerbeschäftigung standen, zu entlassen. 3n diesem Jahre kommen noch die Kredllschwierigkellen hinzu. Bis vor kurzem laS man auf den Arbeitsbescheinigungen der entlassenen Arbellslräfte .Wegen ArbeitSrnangel entlassen" als Entlastungsgrund. Heute lieft man chon schroft.WegenKredltmanaelent- lassen", daS besaat, daß zwar noch in dem einen oder anderen Beruf zur Zeit Aufträge vorliegen. aber nicht au «geführt werden können, da es an dem nötigen Betriebskapital fehlt. Vielleicht kommt nach Bereitstellung größerer Kredite auch wieder eine Belebung des Arbeitsmarktes in Frage, liebet die Gestaltung deS ArbeitS- markteS kann nichts vorausgesagt werden, da die männlich 0,1 4,6 16,4 22,0 17,2 10,9 8,4 73 63 3,8 2,1 0,7 100,0 3,9 36,1 18,0 13,4 12,2 2,3 7,8 3,1 0,8 1,6 0,8 100,0 3uli v . 3. 6479. Aus den Mitteln der Reichs- anstalt wurden 3694 Personen unterstützt, gegenüber 4373 des Vormonats und 4798 des Vorjahres. Krisen Unterstützung erhielten 3315 Personen. gegenüber 2399 des Vormonats und 817 des Vorjahres. 3n Arbeit vermittelt wurden 603 Arbeitskräfte. Don ihrem früheren Arbeitgeber wurden 186 Personen zurückgerufen. An Zugängen waren 2801 Arbeitsuchende zu verzeichnen. Arlteit gefunben, bzw. sich nicht mehr beim Arbeitsamt gemeldet, haben 2062 Derionen. Don einigem 3nteresse dürfte die Altersgliederung der am 15.3uli ermittelten Hauptunter- stützungsempfänger (in der Tabelle unter HUE gekennzeichnet» der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge sein. Aus den nachfolgenden Zahlen ersieht man, daß die Altersgruppen von 21 bis 40 Iahren am stärksten beteiligt sind. Man muh hierbei berücksichtigen, daß nach der Notverordnung Unterstützungsempfänger unter 21 Jahre nur auf Grund der Bedürftigkeitsprüfung Unterstützung erhalten. Die Altersgruppen bei der Krisensürsorge reichen mir vom 21. Lebensjahr bis über 65 Jahre, da ja nur solche Personen Krisenunterstützung erhalten tonnen, die daS 21. Lebensjahr überschritten haben. Hier treten die Altersgruppen 21 bis 45 Jahre besonders hervor. Arbeitsmangel enllassen, ebenso haben verschiedene Sägewerke kürzlich eingestellte Arbellskräste wieder zur Gntlassung gebracht. Da das Holzgewerbe sehr von dem Daumarkt abhängt, kann vorerst von einer Besserung der Markttage nicht die Rede sein. Verfügbar waren 616 Holzarbeiter gegenüber 592 des Vormonats und 406 des Vor- iahte«. Bekleidungsgewerbe. Die Deschäfttgungsmöglichkellen in den Berufen des Bekleidungsgewerbes sind unverändert geblieben. Die Schuhfabriken halten zum größten Teil ihren Betrieb mit Kurzarbeit aufrecht. Verfügbar waren 286 Personen gegenüber 239 deS Vormonats und 223 des Vorjahres. Baugewerbe. Die Fluktuation war im BerichtSmonat sehr groß, doch ist e ine S n tl a stun g n ich t e in- getreten, da verschiedene (Baufirmen infolge Beendigungen der Au sbesierungs arbeiten Arbeitskräfte entfalten haben. Gerade im Baugewerbe sind kurzfristige Defchäfttgungen zur Zett vorherrschend. Mit einem weiteren Sinken der Arbeitslosenziffer in dieser BerusSgruPpe wird wegen der vorgerückten 3ahreszsit nicht zu rechnen sein Verfügbar waren 1714 Bauarbeiter gegenüber 1711 des Vormonats und 1104 des Vorjahres. Gast- und Schankwirtfchaftsgewerbe. Eine Belebung der Markttage ist nicht eingetreten. vielmehr haben gerade die Saifonbetriebe reichlich Entlassungen von Personal vorgenommen, da eine größere Anzahl von Kurgästen abgereift ist und andere sich nicht angemeldet haben. Bei den ©ntlaffungen hat eS sich hauptsächlich um Zimmer- und Küchenpersonal gehandelt. Wir zählten am Ende der BerichtSzeit 67 Arbeitsuchende gegenüber 67 des Vormonats und 26 des Vor- zahres. Verkehrsgewerbe. Die Lage des Arbeitsmarktes h nison Münzberg (Westfalens, in der die Kompanie stationiert ist. Die Soldaten nahmen in der Kaserne Zwischcnquartier, tankten Betriebsstoff und setzten am gestrigen Tage noch die Fahrt bis Laasphe fort. •• Unredlichkeiten b e i der 61 a b t d e » waltung. Die Gießener Stadtverwaltung ist vor kurzem Unredlichkeiten eines städtischen Angestellten auf die Spur gekommen. Die Untersuchung des Vorfalles wurde sofort in die Wege geleitet und ist zur Zeit noch im Gange. Der in Betracht kommende Angestellte wurde entlassen jedoch nimmt das Verfahren gegen ihn seinen Fortgang. Rach dem bisher vorliegenden Ergebnis ber Untersuchung handelt e« sich um einen geringfügigen Betrag. ee „Der gedeckte Tif ch". Da» ..Hau« bet Handarbeit" tritt in diesen Tagen w.eder mit einer Ausstellung an die Öffentlichkeit, die von feiten der Gießener Hausfrauen starke Beachtung sinden dürfte und auch bereite gefunden hat. 3n dem zur Zeit unbenützten Raum der Astoria- Lichtfpiele, Selter-weg, wird unter dem Titel ..Der gedeckte Tisch" eine Schau gezeigt, die tatsächlich sehr sehenswert ist. 3n geschmackvoll« Aufmachung wurden Tische gedeckt, wie sie füt den Rahmen des größeren ober kleineren Haushalte muftcrgultiq fein können. So wirb untet anderem eine Festtafel gezeigt, die sehr repräsentativ wirkt; tnan findet den Eßtisch der fiamihe vor, den Kafseetisch für eine kleine Gesellschaft, den Kasfeetisch für die Familie, den stilvollen Tce- tifch, die Aufmachung für Wein unb Bowle ustv. Den Hintergrunb für die AuSstelluna bilden eine Reihe von Handarbeiten, die in geschickter Anordnung dem Raum ein besonderes Gepräge geben unb dabei doch die Aufmerksamkeit deS Besuchers nicht weniaer auf sich riehen, als die Tische selbst. Die ausgestellten Handarbeiten dürfen mit Recht in geschmacklicher unb technischer Hinsicht mit wenigen Ausnahmen als sehr gut bezeichnet werden. Mit viel Aufmerksamkeit wird man das verwandte Geschirr, die Gläser, Porzellane. Schalen, die Vasen, die Beleuchtungskörper und nicht zuletzt auch die Möbel betrachten, die im Verein mit den Handarbeiten in jedem einzelnen Arrangement zu einem harmonischenGan^nvereinigt siicd. Um die Ausstattung der Ausstellung waren neben dem eigentlichen Veranstalter, dem „HauS der Handarbeit", noch verschiedene andere Gießener Firmen bemüht. Porzellane. Gläser, Kristalle usw. stellte die Firma Lang & Wiederstein, sowie die Firma Dach zur Verfügung. DaS Möbelhaus Hahn gab geschmackvolle Möbel, den Blumenschmuck stellte das DlumenhauS Dietz. Außerdem steuerten die Br übe« Schmidt verschieben« Ausstattungsgegenstände, Haus- unb Küchengeräte bei. Die sehenswerte Ausstellung ist noch biS einschließlich SamStag, 22. August, von 15 bis 19 Uhr geöffnet. * Bürgersteig an der Frankfurter Straße. Die Stadtverwaltung läßt gegenwärtig ben Bürgersteig auf bet Oftfelte bet Frankfurter Straße zwischen Thaerstraße unb Aulweg biS zur Wirtschaft zur Linde Herrichten. Auf rund 400 Meter Straßenlänge wurde der Boden eingeebnet unb mit Kies bestreut, so bah sich jetzt der Fußgängerverkehr auf beiben Straßenseiten abwickeln kann. Oie Llnweiterschäden im vorderen Odenwald und CRieth Gefamtschaden etwa 150 000 Mark. Darmstadt, 19. Aug. (WSN.) Wer heute einen Gang durch das Unwettergebiet im Modau-Tal und Ried unternahm, stellte mit Bedauern fest, daß di« sonst nach jedem Unwetter eintretende Besserung der Wetterlage diesmal in dem schwer heimgesuchten Bezirk ausgeblichen ist. In den Morgenstunden des Mittwoch gingen noch immer starke Regengüsse nieder, wodurch Die Aufraumungs- und Ausbesserungsarbeiten an den Dämmen größtenteils erschwert ober sogar illusorisch gemacht wurden. Gegen Abend trat endlich eine Besserung der Wetterlage ein, und die Sonne warf ein paar Blicke auf die überschwemmte Gegend. Die gefährlichste Stelle ist noch immer der Dammbruch am Sandbach bei Eschollbrücken. Schon nach Morgengrauen begannen die Arbeiten der Ortsbevölkerung, der Schutzpolizei und der Technischen Nothilfe. In gemeinsamer Arbeit ging man daran, vor allem das linke Ufer gegenüber der ersten Bruchstelle zu befestigen. In den Ortschaften des Modautales, in Eberstadt, Niederramftadt, Nieder- modou ufw. ift man ebenfalls eifrig mit den Auf- räumungsarbeiten beschäftigt. Von den Bewohnern wird den Feuer, und Bachwehren, die in der vergangenen Nacht oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens Hob und Gut sowie das gefährdete Vieh retten konnten, hohe Anerkennung gezollt. Verstärkt durch die Regengüsse des frühen Morgens unb Vormittags, führte bie Modau am Mittwochvormittag noch immer riesige Wassermengen, bie aus dem Waschen- bachtale neue Zuflüsse erhalten, talwärts. Di» reihenben Fluten führen noch immer Fruchtgarben, ausgerissene Sträucher usw. mit sich. Erst gegen Abend war ein langsames Abklingen der höchsten Flutwelle festzustellen. Am Mittwochnachmittag haben Beamte des Stute turbauamtes, des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft sowie der Provinzialbirektor ben Arbeiten bete gewohnt. Von sachoerstänbiger Seite werben bie durch bas gestrige Unwetter angerichteten Schöben an Den Uferböschungen, ben Brücken, ben ausgerissenen Straßen, zerstörten Gebäuben, verschlammten Feldern, niedergedrückten Wiesen usw, auf mindestens 150000 Mark geschätzt. Antrag auf Fürsorge für di« Unwetter-Geschädigten. Der Hessische Landbund hat soeben im Hessischen Landtag solgenden Antrag eingebracht: 3m vorderen Odenwald hat am 18. August d. 3. ein furchtbares Unwetter gehaust, das erheblichen Schaden landwirischaftlicher und anderer Natur verursacht hat. — Wie beantragen: Der Landtag wolle beschließen, die Negierung zu ersuchen: 1. Den Schaden in den vom Unwetter heim»- gesuchten Gebieten des vorderen Obentoalbe# sofort durch ihre Aemter festftellen zu lassen; 2. den Geschädigten durch Erlaß von Grundsteuer des Staates und der Gemeinden und durch sonstige steuerliche Erleichterungen entgegenzukommen; 3. in besonders schwer gelagerten Schadensfällen den Geschädigten durch Unter» ftützung aus öffentlichen Mitteln zu helfen. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgefellschaft. Sabbatfeier den 22. August. Freitag abend 7.05 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.20. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 6.30 Uh^ Große Strafkammer Gießen. Ein wegen Diebstahls häufig vorbestrafter Angeklagter war durch das hiesige Schöffengericht wegen eines in einer Gastwirtschaft in Rockenberg begangenen Einbruchsdiebstahls zu je zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Gegen dieses Urteil verfolgte er zum Zwecke seiner Freisprechung Berufung, indem er jede Täterschaft bestritt. Das Gericht überzeugte sich aber auch jetzt wieder durch das Beweisergebnis davon, daß nur der Angeklagte der Täter sein mnß. 2m vergangenen Jahr hatte er in Marien- schloh eine längere Zuchthausstrafe verbüßt und hatte während dieser Zeit wiederholt bei dem Geschädigten auf Auhenarbeit gearbeitet. Hierbei hatte er reichlich Gelegenheit, dessen Räumlichkeiten, insbesondere das Wirtszimmer und die Küche in Augenschein zu nehmen. Beide Räume wurden in der fraglichen Rächt dann auch gründlich durchsucht, wobei Eßwaren und Rauchwaren in großer Menge mitgenommen wurden, selbst die Küchenvorhänge wurden nicht verschont. Am anderen Morgen fand man aber am Tatort ein Stück zusammengeknäueltes, zweifellos versehentlich zurückgelassenes Packpapier, auf dem der Rame des jetzigen Angeklagten in Form eurer Postadresse zu lesen war. Die Ermittlungen ergaben, daß im vorigen Jahre sein früherer Arbeitgeber ihm eine Jacke nachgesandt und diese in das vorgefundene Papier eingewickelt hatte. Während der Angeklagte, der sofort erkannte, daß ihm dieses Stück Papier zum Verräter geworden war, früher behauptete, daß er damals das Papier gleich weggeworfen habe, will er jetzt auf einmal eine Hose, die er am Tage vor dem Diebstahl an einen unbekannten Handwertsburschen verkauft habe, in dieses Papier eingepackt haben. Das Gericht, das diese sich widersprechenden Darstellungen für leere Ausreden hielt, hatte auch heute nicht den geringsten Zweifel an seiner Täterschaft. Die Berufung des Angeklagten wurde kostenfäklig verworfen und das erstinstanzliche Urteil in vollem Umfang bestätigt. Buntes Allerlei. Die Wirkung der Inserate. Eine namhaste Schweizer Firma, die sich von der Wirkung ihrer Inserate überzeugen wollte, hat folgenden Versuch gemacht. Sie l eß in verschiedenen großen Schweizer Zeitungen Anzeigen erscheinen, die absichtliche Verstöße gegen Googra- phie und Geschichte enthielten. Schon einen Tag nach Erscheinen dieser Inserate wurde die Firma mit Anfragen bestürmt, die sich verwunderten, daß sich der Pressechef eines großen Unternehmens so offensichtliche Fehler zu Schulden kommen lassen könne. Rach einigen Tagen waren diese Beschwerden auf nicht weniger als viertausend Stück angewachsen, die aus allen Kreisen der Bevölkerung zusammenkamen: Beamte, Aerzte, Geistliche, Lehrer und Landwirte hatten die Unrichtigkeiten der Anzeigen bemerkt, sie hatten also nicht nur flüchtig, sondern recht gründlich gelesen. Wieviele Menschen diese Verstöße gemerkt und nicht geschrieben haben, läßt sich natürlich nicht berechnen, doch die Wirkung der Anzeige war hiermit schlagend bewiesen. Sportkampf um die Existenz der Familie. Eine interessante Geschichte wird aus Australien erzählt. Dort werden hin und wieder Wettkämpfe ausgeschrieben, für die hohe Geldpreise ausgesetzt sind. So sollte vor einiger Zeit in Sidney ein Dauerschwimmen stattfinden, das auch für Frauen offen war, und ein beträchtlicher Geldpreis sollte derjenigen Teilnehmerin zufallen, die die längste Zeit im Wasser zubringen würde. Immerhin eine eigenartige Konkurrenz, die sich mehr an die Sensationslust der Zuschauer, als an den ernsten Sport wandte. Unter den Frauen, die sich zur Teilnahme meldeten, war auch eine Maori-Frau, Katharina Rehua. die erst vor fünf Wochen einem Kinde das Leben gegeben hatte. Ihr Mann war erwerbslos. und da kein Geld im Hause vorhanden war, meldete sie sich zu diesem Wettschwimmen in der Hoffnung, einen Geldpreis zu gewinnen. Und dies gelang ihr in der Tat; sie erhielt den zweiten Preis in Höhe von etwa tausend Mark. Als die näheren Umstände ihrer Teilnahme an dem Wettkamps bekannt wurden, verzichtete die erste Siegerin auf den ihr zustehenden Preis, und durch die Sammlung des Publikums wurde der Siegerpreis noch um eine erhebliche Summ« erhöht. G. B. 5. der Praktiker. Der englische Dichter G. B. Shaw, ein unent» weg ter Sonderling, nimmt alles eher ernst als gesellschaftliche Formalitäten, die seiner Meinung nach meist gänzlich sinnlos und in höchstem Grade unpraktisch sind. Sein neuester Streich war ein Scheck in Höhe von 15 Pfund, den er seinem guten Freunde Charles Graves als Hochzeitsgeschenk verehrte. Ratürlich wurde dl« Chose öfsentlich bekannt und selbstverständlich entsandten .Daily Rews" einen Reporter zu G. B. S., der dann bereitwilligst erklärte, warum er Bargeld zur Vermählung schenkte. Er hofft. Schule zu machen, denn es spotte jeder Beschreibung, mit welch lächerlichen und unbrauchbaren Geschenken sonst Brautleute überschüttet werden. Würde man der Braut und dem Bräutigam Kleider und Anzüge schenken, wäre somit dem jungen Paar die Gelegenheit geboten, für das ersparte Geld eine schöne Reise zu unternehmen! — Diesmal hat G. B. S.. der große Praktiker, nicht ganz unrecht. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) R. C. aus R. Für voreheliche Schulden seiner Ehefrau haftet der Mann nicht. Verantwortlich für Lokales: i. V. HL. Neuner. Der Vorstand. 5444D Zwangsversteigerung 37*1 |Vermietungen! zurück. 04702 Handarbeiten Sie! vKraSul WeFrZZ 8442 A HERMANNS&FROITZHEIM reine Wolle kräftige Baumw. Polstermöbel Matratzen Federbetten Umtausch von Schafwolle und Stricklumpen s o In jed. Ausführung. Nur garantiert beste eig.Werkstattarbeit Polsterwerkstätten Gebf, Seelbach Südanlage 20 fo richtig fportlich, kaum kaputt zu kriegen und doch erft recht billig - Herr.-Fahrrad (Opell, gut erhalten, billig zu verkanten. Liebiattraße 81) II. 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