ttr. 167 Erster Blatt 181. Jahrgang Montag, 20. Juli 1951 Erich«»»» tügUch.cwhei Sonntags und Vertag» BcOmcw: Die 3Quftnert< Viehener Qcmilienblätlei Heimat an Dill» Die Scholle Monat» Stjugrpretr. 2.20 Neichsmard und 30 Neichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nicht«- Beinen einzelner Nummern folge höherer Gewalt. Zenisprechanfchlllße anterSammebunnmer2251 Anfchrtft für Drahtnachrichten Injetger •lefce». polllchecktonto: Sronffart am Mat» 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvS und Verlag: vfülLsche Unwersilüir-Vuch' cnö Stehtönidcret K £ange in Slehen. Sdfrifttettnng und SefchSstrfteüe: Schulsttatze 7. »»nähme oan Rnzeiae» für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis fir 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Steile örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig, für Ne» klameanjeigen von 70 mr» Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrist 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Friedt. Wich. Lange. Detantworllich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange: für Feuilleton l)t H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den AnzeigenteU Max Filler^ fämUich in Gießen. Das Ergebnis der pariser Kanzlerreise. 3n offener Aussprache die Lage geklärt. - Oie Atmosphäre entspannt, anscheinend aber noch große sachliche Schwierigkeiten. Oie Ankunft in Paris. Sie französische Regierung begrübt den Reichskanzler am Nordbahnhof. Pari». 18.3uli. (WTB.) Reichskanzler Dr 'Brüning, Außenminister Dr. Turtiu» und Staatssekretär v. Bülow. begleitet vom deutschen Botschafter d. Hoesch. der der deutschen Delegation bis an die französische Grenze ent- gegengesahren war, sind heute. 14.05 ilfcr. mit dem Dordexpreh in Paris eingetroffen. Sie wurden auf dem Pariser Bordbahnhof von Mmifterpräsident Laval, von Außenminister Bei and, von LlnterstaatSsekretär Fran^ois- Poncet, sowie von den Herren der deutschen Botschaft empfangen. Der Reichskanzler und seine Begleitung haben sich sofort im Kraftwagen in die deutsche Botschaft begeben. Die Pariser Polizei hatte einen außerordentlich umfangreichen Ordnungsdienst organisiert, der vom Pariser Polizeipräsidenten selbst geleitet wurde. 3m Bahnhofsgebäude selbst und in der Hingebung de» Bahnhof» hatte sich eine ungeheuere Menschenmenge angesammelt. Die Begrüßung zwischen Ministerpräsident Laval und Reichskanzler Brüning gestaltete sich herzlich. AlS die deutsche Delegation in Begleitung der offiziellen Persönlichkeiten da» Bahnhofsgebäude verließ, um die bereitstehenden Magen zu besteigen. wurde ihr von der Pariser Bevölkerung ein warmer Empfang zuteil. Rufe wie „ES lebe Deutschland" wechselten ab mit den Rufen „GS lebe Frankreich, eS lebe Briand, e» lebe der Friede". Was Brüning in Paris will. Klärung dcr Atmosphäre. Pari-, 18. 3ulL (WTB) Reichskanzler Dr. Trunina hat bei feiner Ankunft in Paris der französischen Presse folgende Erklärung gegeben: Der Plan unserer Pariser Reise, der bereits seit einigen Wochen gefaßt worden war, hat heute noch an Bedeutung gewonnen. Es handelt sich heute nicht mehr allein um Desprechun- rn. die dazu dienen sollen, die allgemeine a g e zu klären, sondern im Gegenteil um b e - sondere Wirtschafts - und Finanzprobleme. die nicht nur Deutschland, sondern auch ganz Europa berühren. Bielleicht hat dieser neue Aspekt der Dinge auch feine "Borte i^e, denn bei der gegenwärtigen Lage, die die enge 3nteressenverpflichtung sämtlicher Böller deutlich zutage treten läßt, find wir alle gezwungen. uns gemeinsam anzu strenge n . um in einer loyalen und vertrauensvollen Zusammenarbeit die Mittel zu finden, durch die eine Krise überwunden werden kann, die u n S alle ersaßt, und so den Böllern zu beweisen, daß man auS den schwierigsten Situationen herauskommen kann, wenn man auf allen Geilen guten Willen beweist. Deshalb beglückwünsche ich mich zu der Gelegenheit, die Dem Herrn Reichsaußenminister und mir geboten worden ist, mit der französischen Regierung die Fragen zu erörtern, die unsere beiden Länder interessieren, und namentlich die Fragen, die in letzter Zeit so viel Beunruhigung geschaffen haben. Ich habe die feste Hoffnung, daß eS uns gelingen wird, diese Fragen zu lösen und das französische Bolk von unserem aufrichtigen und loyalen Willen, an der Organisation des Friedens mitzuarbeiten, zu überzeugen. Wir wollen dahin gelangen, mit Frankreich i n vollem "Vertrauen zusammenzurrbei- te n, weil wir durchaus wissen, daß ohne diese Zusammenarbeit daS Wohlergehen Europas und daS Gedeihen der Welt nicht gesichert werden können. Wir hoffen, daß beide Böller, wenn sie von gegenseitiger Achtung, von gegenseitigem Dertrauen beseelt, ihre besten Kräfte vereinen, um die sie bewegenden Probleme zu regeln, befriedigende Lösungen werden finden können. Oer erste Besuch. Vertrauliche Besprechung unter vier Augen zwischen Brüning und Laval. Berlin, 18. Juli. (WIB.) Der Reichskanzler stattete Laval um 1530 Ahr einen Besuch im THi- nisterpräfidium ab. Der Besuch dauerte bis gegen 17 Uhr. Die beiden Staatsmänner haben ohne jeden Dolmetscher unter vier Augen allein verhandelt. Rach Beendigung dieser Unterredung hat die deutsch -französische Konferenz begonnen, nachdem die übrigen Teilnehmer an dieser Konferenz schon vorher in einen Meinungsaustausch eingetreten waren. Ueber den Meinungsaustausch, der bis 19.20 Uhr dauerte, wurde von Unter- staalssekretär Jrantois-Doncef ein «Kommunique ausgegeben, nach dem Reichskanzler Dr. Brüning den französischen Ministern eine eingehende Darstellung über bie Jinan), und Wirtschaftslage Deutschlands sowie über die verwickelten Aspekte der durch sie ausgeworfenen Probleme gegeben hat. Jlnaniminifler J l a n b i n hat daraus die Anregungen der französischen Regierung über d i e Heilmittel, die ins Auge gesaht werden könnten, um die gegenwärtige Krise zu mildern, wenn nicht zu lösen, entwickelt. Lin weitgehender Meinungsaustausch schloß sich an. Lr trug den Charakter größter Offenheit und Herzlichkeit und bezog sich nicht nur auf die Maßnahmen, die geeignet sind, die Flnanzkrife zu überwinden, sondern auch auf den Gesamtkomplex der deutsch-französischen Beziehungen, und zwar, auf den gegenseitigen Wunsch, eine bauerfrafte Zusammenarbeit zwischen beiben Völkern herzustellen. Die Londoner Konferenz bleibt auf das deutsche Nnanz- undMrtschafisprvblem beschränkt DaS Ergebnis der ersten internationalen Aussprache in Paris. Paris, 19. Juli. (WTB.) Ueber bie der deutschfranzösischen Besprechung folgenden Konferenz der in Paris weilenden Vertreter der an den aktuellen Problemen intereffierten Mächte, die um 10 Uhr begann und 12.30 Uhr zu Lude ging, wurde vorn sranzösifchen Ministerpräsidium ein Kommunique ausgegeben, das besagt: Ministerpräsident Laval, umgeben von Außenminister Briand, Finanzminister Flandln, Budgetminister p i 4 t r y, Unterstaatssekretär Francois-Poncet und dem Generalsekretär des Quai d'Orsay Philippe B e r t f) e l o t hatte in seinem Kabinett die ausländischen Staatsmänner empfangen. Ls waren anwesend: Staatssekretär Henderson, Botschafter Lord Tyrrell, Staatssekretär 5 t i m f o n , Schahsekretär Mellon, Botschafter L d g e , Reichskanzler Dr. Brüning, Reichsaußenminister Dr. Lurtius, Staatssekretär v. B ü l o w , Botschafter v. h o e s ch , Ministerialdirektor Gras v. Schwerin-Krosigk, der japanische Botschafter p o f h i f a w a , Außenminister Grands, der italienische Botschas- ter Graf Manzvni, der belgische Außenminister Hymans, der belgische Finanzminister Franc- q u i, der Generalsekretär des belgischen Außenministerium» van Langenhoven und der belgische Botschafter. Ministerpräsident Laval dankte den Ministern und auswärtigen Delegierten, daß sie feinem Ausrufe gefolgt sind, um gemeinfam die Bedingungen sestzulegen, unter denen d le Londoner Konferenz anheben soll. Lr unlerrldtfete sie über die Unterhandlungen, die in den letzten Tagen mit Staatssekretär Henderson und Staatssekretär Stimson ftattgefunben haben und namentlich über die gestrigen Besprechungen mit Reichskanzler Brüning und Reichsaußenminister Dr. Lurtius. Reichskanzler Dr. Brüning erstattete ein kurzes Expose über den gegenwärtigen Stand der deutschen Wirtschaft»- und Finanzkrise und legte die Maßnahmen Internationaler Art dar, die wünschenswert erscheinen, um diese Krisis zu lösen. Nacheinander haben hieraus Staatssekretär Stimson, Staatssekretär Henderson, Außenminister G r a n d l, der japanische Botschafter und Außenminister Hymans zum Ausdruck gebracht, wie fehr sie sich dazu beglückwünschten, dieser so wichtigen Vorbesprechung beiwohnen zu können. Sie haben sämtlich die Versicherung gegeben, daß ihre Regierungen mit größter Sorgfalt und größter Sympathie prüfen würden, was zu tun möglich wäre, um Deutschland, dessen Schwierigkeit die Stabilität der europäischen Wirtschaft angehe, zu Hilfe zu kommen. Sie haben gleichfalls einmütig Ihre Genugtuung und Hoffnung zum Ausdruck gebracht, die ihnen die Anwefenheit der deutschen Minister in Paris und ihre Unterteilungen mit den französischen Ministern einflohen. Auf Ersuchen von Ministerpräsident Laval wurde in gemeinsamem Einvernehmen feftgelegt, daß die Londoner Konferenz auf die Prüfung der deutschen Finanz- und wirtschasts- krise strikt begrenzt sein würde. Minister- Präsident Laval gab zum Schluß dem Wunsche Ausdruck, daß die Unterredung, die die sranzöslschen Minister heute nachmittag mit den deutschen Mini- ftern haben, den Erfolg der Londoner Konferenz erleichtern möge. Das Ergebnis der deutsch-französischen Aussprache. Die Bedingungen für eine politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit erörtert pari», 19. Juli. (WTB.) Die deutsch-französische Konferenz wurde programmäfjig um 16 Uhr im Finanzministerium fortgesetzt. An ihr nahmen von deutscher Seite dieselben Persönlichkeiten teil, die an der gestrigen Nachmittagssihung teilgenommen haben. Die Aussprache wurde um 19.20 Uhr unterbrochen und nach dem Diner, das Außenminister Briand den ausländischen Staatsmännern zu Ehren gab, wieder ausgenommen. Die beiden Delegationen haben eine gemeinsame Erklärung über die Beziehungen zwischen den beiden Ländern redigiert, die folgenden Wortlaut hat: Jn einer kürzlichen Botschaft hat der Reichskanzler Dr. Brüning den wunfch zum Ausdruck gebracht, mit der sranzösifchen Regierung in direkte Fühlung zu treten, um die Mittel für eine gemeinsame Bemühung zur Besserung der Beziehungen beider Länder zu suchen. Der Lhes der französischen Regierung hat spontan erwidert, daß er mit Genugtuung einer Begegnung entgegensehe, deren Verwirklichung durch die Ereignisse, die die Wirtschaft»- und Finanzlage Deutschlands und rückwirkend diejenige der übrigen Länder betroffen haben, opportuner gemacht wurde. Jnfolge- dessen sind die Vertreter beider Regierungen am 18. und 19. Juli 1931 in Paris zusammengekommen. Sie haben übereinstimmend die Bedeutung dieser Begegnung anerkannt und betont, daß sie den Beginn einer vertrauensvollen Z u - fammenarbelt darstellen soll. Der Reichskanzler hat die verschiedenen Aspekte der Krise, unter der fein Land leidet, beleuchtet. Die französischen Vertreter, die den Ernst dieser Krise anerkennen, haben erklärt, daß vorbehaltlich gewisser finanzieller Garantien und Maßnahmen für eine politische B e - schwlchtigung sie bereit sein würden, später die Bedingungen für eine finanzielle Zusammenarbeit Im Internationalen Rahmen zu erörtern. Bereit» jetzt haben die Vertreter der beiden Regierungen wert daraus gelegt, ihren willen zu betonen, soweit wie möglich untereinander die für eine wirksame Zusammenarbeit auf politischem und wirtschaft- lichen Gebiet günstigen Bedingungen zu schaffen, und sie sind überein gekommen, sich gemeinsam darum zu bemühen, daß der Kredit und das vertrauen in einer Atmosphäre der Ruhe und Sicherheit wiederhergestellt werden können. OiepoliiischenSchwierigkeiten Brünings Widerstand gegen die Bedingungen der Franzosen Paris, 20. Juli. (WTB. Funkspruch.) Einige Morgenblätter wollen Einzelheiten über die gestrige deutsch-französische Aussprache berichten können. So spricht .Oeuvre" von „finanziellen und politischen Schwierigkeiten, die nicht behoben werden konnten. Dr. Brüning habe den kurzfristigen Kredit der Zentralbanken ohne irgendeine Garantie und Kontrolle erhalten wollen, während Ministerpräsident Laval den Standpunkt vertreten habe, daß auch ein kurzfristiger Kredit genau wie eine Anleihe verbürgt werden müsfe, und daß beide Operationen miteinander eng verbunden seien. Dr. Brüning habe ferner betont, daß die Stimmung der öffentlichen Meinung in Deutschland e» ihm nicht gestatte, eine Vertagung der Verhandlungen vor dem Haager Gerichtshof über die deutsch- österreichische Zollunion anzunehmen, und daß außerdem ein politischer Waffenstillstand ihm ungerechterweise ein Zugeständnis beseitigen würde, das er ans Artikel 19 des Völkerbundsstatut» herleite, nämlich ein friedliches Revisionsverfahren für die Verträge in Angrift zu nehmen. Auch „La Republiquc* hebt hervor, daß der Reichskanzler sämtliche Rechte, die ihm der Versailler Vertrag gegeben, wahren zu wollen erklärte. Aus die Frage eines sranzösischen Delegierten, ob sie auch für öle O st grenzen gelte, habe Dr. Brüning zu verstehen gegeben, daß seine Erklärung keiner Einschränkung unterliege. Finanzminister Flandln habe nunmehr erklärt, daß, da die Angelegenheit auf eine Anleihe hinau»- laufe, seiner Ansicht nach eine wesentliche Bedingung für den Erfolg einer derartigen Emission nicht erfüllt fei. wie solle man eine für den Kredit günstige Atmosphäre ohne Entspannung In den Beziehungen unter den Nationen schassen, und wie könne man diese Entspannung herbeisühren, wenn Deutschland da» Recht behalten würde, die Grundlagen de» kontinentalen Status quo in Frage zu stellen. Man sei also auseinanbergegangen, ohne den Berliner Delegierten etwa» andere» al» höfliche Worte abringen zu können. Pertinax meldet dem „Daily Telegraph", die französische und die deutsche These seien voneinander so weit entfernt roie je. Dr. Brüning und Dr. Lurtiu» widersetzten s i ch mit größter Entschiedenheit besonderen Bedingungen für die in Aussicht genommene Anleihe. Sie wollten in praxi nichts mit dem Gedanken eine» politischen Moratorium» zu tun haben, behielten sich ihre Rechte auf Grund de» Artikel» 19 der völ- kerbundvsahung, wie RevisionderFrieden»- v er träge, vor, und schienen auch In der Frage der Zollunion nicht nachgeben zu wollen, pertinax fügt hinzu, Laval werde entsprechend den wünschen der britischen Regierung, wenn auch Im Widerspruch mit seiner eigenen früheren Aeußerung, zur Londoner Konferenz gehen. Aber man betone, daß er Deutschland einen finanziellen Beistand nur z u den Bedingungen, die er bereite mifgeteilt habe, und die er al» Minimum bezeichnet, leisten werde. Darüber hinaus werde er feiner Ausdehnung der Aussprache in Richtung auf Revision bestehender Verträge und internationaler Verpflichtungen zustimmen, und sein Aufenthalt in London werde voraussichtlich nur von kurzer Dauer fein. Was wurde erreicht? Keine Präzisen Abmachungen, Wohl aber ein Wechsel auf die Zukunft. Paris, 20. Juli. (OB. Funkspruch. Eigene Meldung.) Die 36ftünbige Anwesenheit des Reichskanzlers und des Reichsauhenministers in Pari» gab beiden Staatsmännern Gelegenheit, mit den führenden französischen Ministern nicht nur die konkreten Finanzfragen, sondern auch das deutsch- französische Problem gewissermaßen aphoristisch zu besprechen. Niemand konnte erwarten, daß im verlause eines so plötzlich gekommenen Meinungsaustausches mit Deutschland präzise Abmachungen erzielt werden würden. Aber jeder, der realpolitisch denkt, dürfe erwarten, daß ein psychologisch nicht zu unterschätzende» Ergebnis errungen werde, daß nämlich die Atmosphäre für eine vertrauensvolle Aussprache über das gesamte deutsch-sranzösische Problem mit seinen politischen und wirtschastlichen Seiten vorbereitet würde. Diese» Ergebnis ist auch erzielt worden. Prüft man die gemeinsame Kundgebung, die in der gesamten Welt mit Befriedigung ausgenommen werden wird, so erweist sie sich al» ein wechsel auf die Zukunft, und man darf annehmen, daß bei Öen Staaten, die ihn unterzeichnet haben, sich die größte Mühe geben werden, ihn auch einzulöfen. Man muh auch erwarten, daß niemand Im Verlauf der Londoner Besprechungen den versuch machen wird, diese gesonderten finanziellen und politischen Diskussionen wieder miteinander zu vermengen. Geschieht es, dann allerdings würde man wiederum an einem kritischen Punkt angelangt sein, und die eben erst erzielte deutsch-französische Annäherung würde einer starken Belastungsprobe ausgesetzt, die sie vielleicht nicht bestehen könnte. Aber wie man die Dinge auch sehen mag, e i n erster wesentlicher Schritt ist getan, der recht bald zu einem zweiten führen wird, nämlich zu dem Besuch des französischen Mini st erpräsidenten Laval und des ftanzö- sischen Außenministers Briand in Berlin, der, wie versichert roerben kann, bereit» für den kommenden herbst in Aussicht genommen ist. Brünings persönlicher Erfolg. Ein Verhältnis gegenseitigen Vertrauens. London, 20. 3ulL ("ID27B. Funkspruch.) Der Pariser Korrespondent der .Times" meldet: Man spricht in Pari» davon, Dr. Brüning habe auf jeder Konferenz an der er tei(genommen, einen ausgezeichneten Gindruck auf seine Hörer gemacht. Sein« persönliche Haltung und seine offenbare Aufrichtigkeit seien sehr gewürdigt worden und jedesmal, wenn er die Lage in Deutschland geschildert habe, sei ihm mit großer Aufmerksamkeit zugehört worden. -Zwischen ihm und Laval sei von ihrer ersten Unterredung an ein Verhältnis gegenseitigen Vertrauens hergestellt worden, was erheblich zu dem Fortschritt der Vorberatungen beigetragen habe. Die Agentur Havas teilt noch mit, daß während der letzten Unterredung des Reichskanzlers mit Ministerpräsident Laval nach dem Diner im Außenministerium der Reichskanzler eS als ein tragisches Moment in den deutsch-französischen Beziehungen bezeichnet habe, daß die beiden Rationen das gleiche Wort nicht in der gleichen Minute sprechen könnten, und diese Worte hätten bei Laval starken Anklang gefunden. Wenn die Pariser Reise der deutschen Minister auch noch bedauerlicherweise nicht eine sofortige Hilfe für Deuts chl and bringe, wie es ja auch vorauszusehen gewesen sei, so würden die deutschen Staatsmänner doch in Erkenntnis der Schwierigkeiten beider Regierungen Paris mit dem Bewußtsein verlassen, eine wirkliche Entspannung in den Beziehungen beider Länder erreicht zu haben. Hendersons Rückkehr. Die Vorbereitungen zur LondoncrKonferenz London, 20. Süll ($11. Funkspruch.) Henderson, Stimson und Mellon sowie Mitglieder der amerikanischen Abordnung trafen am Sonn° tag fahrplanmäßig um 22.50 Uhr aus Paris in London ein. Auf dem Bahnhof wurden sie vom Ministerpräsidenten Macdvnald, dem französischen Botschafter, und dem amerikani- f scheu Botschafter in Brüssel, Gibsvn, empfangen. SttmsvA, und Mellon begaben sich in daS Hhde- park-Hotel. Henderson erklärte, er habe, als er nach Paris gegangen sei, mit der Möglichkeit ernster Verwicklungen gerechnet und hab« kaum erwartet, innerhalb der wenigen Tage -Zeuge derartig plötzlicher Derän derungen zu sein. In togelanger Arbeit, die manchmal bis tief hinein in die Rächt gedauert hab«, seien Entscheidungen von sehr großer Bedeutung getroffen worden. Rach seiner Ansicht könne die Bedeutung einer deutsch-französischen Annäherung (rapprochement) für Europa und für die ganze Welt nicht hoch genug veranschlagt werden. Die in Paris gefundene Annäherung habe ihren Teil zur Vorbereitung der kommenden Londoner Konferenz beigetragen. Trotz der späten Abendstunde begab sich Hen» derson noch nach Downing Street, wo er mit dem Premierminister eine lange Besprechung hatte. Heute, Montag, wird eine Sondersitzung des Kabinetts abgehalten, um die Tagesordnung für di« heute abend um 6 Uhr beginnende Kon- ferenz zu entwerfen. „Rews Ehronicle" meldet, es verlaute, daß auf der heutigen Eröffnungssitzung der Siebenmächtekonferenz die britischen Delegierten Vorschläge machen werden, die eine s ofvrtige Inangriffnahme der praktischen Fragen zur Folge haben würden. Auf der heutigen Kabinettssihung würden diese Vorschläge endgültig gebilligt werden. Auch erwarte man, daß der Premierminister Schritte tun werde, um sicherzustellen, daß seine Vorschläge die Zustimmung aller politischen Parteien des Landes haben. ■ M -U 91 MW Von Paris nach London Oie englische presse beurteilt die Lage günstig. London, 20. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenpresse begrüßt die Pariser Berichte über eine grundsätzliche Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich und würdigt eingehend die Bedeutung der heute in London beginnenden Siebenmächte-Konferenz. — „Daily Mirro r" sagt, die Konferenz werde ein glücklicheres Kapitel der europäischen Geschichte eröffnen, vorausgesetzt, daß man die Lehren der letzten Wochen begriffen hat. Die Großmächte müßten sich klarmachen, daß der Zusammenbruch einer einzigen von ihnen auch den Ruin aller anderen bedeute. — „Daily Expreß spricht von rücksichtsloser Politik Frankreichs gegen- über seinen Schuldnern und drückt die Erwartung aus, daß Snowden nicht dulden werde, daß England neue Opfer aufgebürdet würden. — „D a i l y Telegraph" sagt in einem Leitartikel, die Tatsache, daß die französische Teilnahme an der Londoner Konferenz bis zum Vormittag der Eröffnungssitzung zweifelhaft geblieben sei, stehe ohne Vorgang da. Es entspreche aber dem, was man in den vier Wochen seit Bekanntgabe des Hoover- planes erlebt habe. Das Blatt fragt, wie es denn mit den politischen Bedingungen der französischen Regierung stehe, deren Charakter sowohl die britische, als auch die amerikanische Regie- rung entschieden ablehnten, und kommt zu dem Schluß, daß man anscheinend hoffe, außerhalb der Konferenz eine Vereinbarung zwischen Frankreich und Deutschland zustande zu bringen, die für beide Länder annehmbar sei. — „Daily Herold" berichtet: Abgesehen davon, daß jetzt der Zusammentritt der Londoner Konferenz gesichert ist, besteht guter Grund für die Hoffnung, daß alle unmöglichen Forderungen an Deutschland aufgegeben werden, und daß es möglich 'sein wird, die Grundlage einer Vereinbarung so- . wohl hinsichtlich der finanziellen Bedingungen einer * Anleihe, als auch einer politischen Formel zu finden, - die die Franzosen befriedigen wird, ohne Deutschland zu demütigen. Gestern war nicht mehr die Rede davon, politische Garantien von Deutschland zu verlangen. Die Idee eines politischen Moratoriums auf der Grundlage, datzwährendfünfIahren kein politisches oder diplomatisches „Abenteuer" unternommen werden soll, wodurch die Ruhe Europas gestört werden könnte, beherrscht das Bild, aber mit dem wichtigen Unterschied: eine solche Zusicherung soll nicht nur von Deutschland, sondern von allen europäischen Teilnehmern an der Konferenz gegeben werden, und es soll allen anderen europäischen Ländern freistehen, dieser Zusicherung beizutreten. Es ist Henderson zu danken, daß jetzt möglicherweise aus den pariser und Londoner Besprechungen ein Fünfjahrplan europäischer Befriedung erfolgen wird. „Times" meint: Der Schluß des Pariser Kommuniques, wonach sich die Londoner Konferenz nur mit der Prüfung der finanziellen und wirtschaftlichen Krisis in Deutschland befassen solle, habe gleich in London einige Ileberraschung verursacht. Tie Aufgabe der Konferenz derart festzulegen, sei offenbar unvollständig, denn ihr unmittelbares und dringendes Ziel sei nicht so sehr die Prüfung der Krisis, als vielmehr die Entwicklung von Methoden zu ihrer Behebung. Die erste und dringendste Frage, die erledigt werden müsse, sei die, wie man ein« finanzielle Katastrophe vermeiden könne, von der nahezu jedes Land in geringerem oder größerem Maße in Mitleidenschaft gezogen werden würde. Aber es wär« nahezu zwecklos, eine Lösung des Problems durch bloße Erleichterungs- mahnahmen zu versuchen, di« di« darunter liegenden Ursachen unberührt ließen und somit keine Sicherheit gegen eine baldige oder sogar periodische Wiederkehr derselben Schwierigkeiten schaffen. In Wahrheit können Beschlüsse, die sich nur auf ein« zeitweise Erleichterung beziehen, keine dauernde Lösung von dem Hebel bringen, an denen Europa leidet. Die allererste Aufgabe der versammelten Delegierten wird die Prüfung sein, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um Deutschland über die schw>ierige nächste Woche hinwegzuhelfen. Menn Deutschland und Frankreich sich tatsächlich über die besten Methoden für eine sofortige Erleichterung einigen, werden andere schwerlich Anstoß daran nehmen oder ihrer unverzüglichen Durchführung Hindernisse in den Weg legen. Der erste Eindruck der pariser presse. »Die Früchte der Annäherungspolitik noch nicht reif."' - »Oie Wandlung der Atmosphäre ein gewaltiger Fortschritt-. Paris, 20. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die Stellung der Pariser Morgenpress«, di« im Grunde genommen di« deutsch-französische Aussprache in ihrer großen Mehrheit mit Sympathie verfolgt hat, zeigt sich nunmehr, da konkrete Ergebnisse während der kurzen Pariser Verhandlungen nicht erzielt wurden, zurückhaltend. Der offiziöse Petit Parisien erklärt: Der Besuch Dr. Brünings und Dr. Cur- tius' in Paris behält trotz des Fehlens posrtrver Ergebnisse seine hohe Bedeutung. — „Petit Journal" (Blatt Loucheurs) schreibt: Ein deutsch-französisches, in ausführlichen Wendungen abgefaßtes und dauerhafte Garantien bietendes Abkommen kann nicht in zwei Tagen erzielt werden, das ist die Lehre aus dem Experiment, welches die Regierungen von Berlin und Paris versucht haben. Die Verständigung in einer Hals über Kopf herbeigeführten Verhandlung erzwingen zu wollen, war wohl ein löbliches, jedmh auch ein äußerst gewagtes Unternehmen. Man kann nicht sagen, daß es gescheitert ist und auch nicht, daß ein Erfolg vorliege. Die Früchte der Annäherungspoli- tik stehen vielleicht kurz vor ihrer Reife, aber sie sind noch nicht reif. Reichskanzler Dr. Brüning reichte uns die Hand. Wir ergreifen sie. Das ist nur eine Geste in einer Stunde, wo es der Handlungen und Berpflich- tungen bedarf. Aber immerhin eine Geste, die die schlechten Leidenschaften besänftigt und d i e Hoffnung leben läßt. Das gestern aus- gegebene gemeinsame Kommunique besagt, daß auf beiden Seiten der gute Wille f o r l b e st e h t. 3n Paris hat man die politische Seite des Vertrauensproblems mit Offenheit angeschnitten. 3n London wird man es in seinem vollen Umfange prüfen. „Journal" (not.) erklärt: Im Grund genommen kommt in der gemeinsamen Erklärung unzweideutig zum Ausdruck, daß man gewillt ist, an der Hoffnung festzuhalten. Aber man verheim- nicht nicht, daß keine Schwierigkeit ge- l ö st worden ist. Man hat einen Q3er » trauenskredit für die Zukunft e'r - öffnet, nichts weiter. — „M a t i n" dagegen schreibt, wenn man daran denke, daß bisher weder in den Zeiten des kaiserlichen Deutschlands noch in denen der Republik «in deutscher Regierungschef nach Paris gekommen ist, und daß zwischen beiden Völkern eine anscheinend unüberschreitbare Schranke durch die grausamen Erinnerungen stand, muß man zugebcn, daß i n z w e i Tagen die Atmosphäre sich völlig gewandelt hat. Beide Regierungen scheinen fest entschlossen zu sein, sich nicht durch dritte lenken zu lassen und ihre Meinungsverschiedenheiten unter vier Augen zu regeln. Das ist ein gewaltiger Fortschritt. Der Wortlaut, der nach reichlicher Heberlegung dem offiziellen Communiquö gegeben wurde, beweist überreichlich diesen neuen und entschlossenen Willen. — „Excelsivr" ist der Ansicht, daß der Gewinn der beiden Tage vornehmlich rein psycho- fegischer Art ist. Ein erster Schritt zur Aussöhnung sei getan worden, und man dürfe annehmen, daß die deutsche Regierung der französischen Regierung, die sich nicht in sine starre Position einschliehen werde, weiterhin entgegen» femme. — „C r e R ouv e lle" (links) schreibt: Wir haben insofern einen Sieg errungen, als man tatsächlich zunächst über Politik gesprochen hat und sich morgen über das finanzielle Problem auslassen wird. Wer wird davon Ruhen haben? Unbestreitbar der Friede und die internationale Zusammenarbeit. Selbst wenn die Londoner Konferenz auf gewisse Schwierigkeiten stoßen sollte, wird die pariser Konferenz ihre Früchte fragen. Laval und Vriand haben mit Brüning und Lurtius gesprochen. Sie sind einig hinsichtlich der Notwendigkeit, eine dauerhafte Zusammenarbeit Die Ankunft der deutschen Minister in Paris. Die Begrüßung auf dem Nordbahnhof. Don rechts nach links: Unterftaatsfekretär Poncet, Reichskanzler Dr. Brüning, Ministerpräsident Laval, Außenminister B r i a n b; ganz links, etwas verdeckt, Außenminister Dr. C u r t i u s. zwischen Frankreich und Deutschland zu schaffen, und das wird Bestand haben. „Po Pulaire" (sozial.) erklärt: In England und Amerika lehnt sich die öffentliche Meinung genau wie in Deutschland nachdrücklich gegen eine Politik materieller Pfänder undsogenannterGqrantien auf, die Laval geltend machen will. Die gemeinsame Erklärung der deutschen und französischen Unterhändler sei nicht zu unterschätzen und man müsse wünschen, daß sie dazu beitrag«, die Beziehungen beider Länder zu sanieren und für London die no'wendige Zusamenarbeit vvrzubereiten. — „L' ordre" spricht von einer großen Hoffnung, die geweckt worden sei, es fordert aber, daß die französisch« Regierung wachsam bleibe. — „Figaro" (nationalistisch) spricht von einem vagen Programm für die Londoner Konferenz und davon, daß die deutsch-französische । Erklärung von mäßige» Liebe zeug«. Jeder habe Wert darauf gefegt; einen Mißerfolg zu vermeiden. Könne, man, so fragt das Blatt, von einer Verständigung sprechen? Der Teil der gemeinsamen Erklärung, tu dem davon die Rede sei den deutschen Kredit zu einer Atmosphäre der Ruhe und der Sicherheit wieder herzustellen, sei absichtlich sehr vag» gehalten und lasse alle möglichen Auslassungen zu. — „Echo de Paris" (nationalistisch) schreibt: Wenn die deutschen Minister den französischen Ministern allein gegenüber gewesen wären, dann würden sie vielleicht nicht so engherzig gewesen sein. Aber sie hätten gefühlt, daß hinter ihnen die Londoner Konferenz stehe und darauf gebrannt, das Innenmini sterium in Paris zu verlassen, um sich nach Downing Street in London zu begeben, da die- ihrem Programm besserentspreche. M 3 I K GW I Während der Verhandlungen mit der französischen Regierung nahmen Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. C u r t i u s in der deutschen Botschaft Wohnung. — Oben links: Der Hausherr, Botschafter v o n H o e s ch. „Graf Zeppelin" zm Fahrt in die Arktis geröstet. Große Umbauten im Lustschiff. Friedrichshafen, 20. Juli. (WTB.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin", das am kommenden Freitag zu seiner für sechs Tage berechneten Arktis-Fahrt aufsteigen wird, ist für die Zwecke dieser Fahrt so gut wie umgebaut, so daß schon in den nächsten Tagen eine fetzt« Werkstättenfahrt ausgeführt werden kann. Die Halle bietet das Bild einer Generalüberholung des Luftschiffes, denn diesmal handelt «s sich ja nicht um eine Passagierfahrt, sondern um eine wissenschaftliche Expedition. Die Passagiergondel ist äußerlich wle innerlich vollkommen verändert. An Stelle des bisherigen Bodenbezuges ist eine wasserdichte gummierte Hülle getreten. Der Puffer ist verschwunden. Man baut einen stärkeren und größeren an, der eine Wasserverdrängung von etwa 5 bis 6 Tonnen aufweisen soll. Der Peilring hängt jetzt 7 Meter unter der Dugspihe, weil die Peilversuche gezeigt haben, daß ec zu nah« der Funkstation lag. Reue Entlüftungsanlagen sind angebaut, ebenso hat man zur Vornahme photographischer Aufnahmen in einem Raum einer ziemlich weit nach hinten liegenden Schlafkabine einen Durchlaß-Schacht eingebaut. Ein solcher befindet sich auch ungefähr in der Mitt« des Schiffes. An diefer Stelle will der russisch« Luftfahrt- sachverständige Prof. Moltschanow einen gas- gefüllten Ballon von etwa zwei Meter Durchmesser ablassen. Dieser Ballon ist mit einem Gewicht beschwert, das beim Ausstoß auf das Eis automatisch ausgelöst wird. Man rechnet damit, daß dieser Ballon bis 15000 Meter a u f st e i g « n kann. Außer dem Mehapparat führt er einen besonders konstruierten F u n k - sender von größter Leichtigketi mit sich, der di« Wissenschaftler im Luftschiff drahtlos über die gemessenen Tempera tur- undFeuch- — Oie Polarausrüstung beendet. tigkeitsverhältnisse unterrichten soll. Für die Dodensorschung steht «ine Reihe trort Schlauchbooten zur Verfügung, die dieser Tage auf dem Bodensee ausgeprobt wurden. Auf diesen Gummischlauchbooten will man Eisschlitten, Zelte, Proviant usw. befördern. Außerdem stehen ein Rettungsboot aus Gummi und zwei Kajaks zur .Verfügung. Für die magnetelektrischen Messungen ist unter Beseittgung sämtlicher Stählteile ein Schlafraum her gerichtet worden. Das Inner« der Pas- sagiergvndel, aus der sämtliche Möbel usw. entfernt sind, zeigt einen einzigen, zirka zwei Meter langen schmalen Ti s ch, zu dem aus leichtestem Metall noch Sitzgelegenheiten angefertigt werden. Ebenso ist der gesamte Proviant in der zweckentsprechendsten Weise mckergebracht, und um weiteren toten Ballast zu sparen, hat man sogar den größten Teil der Küche abmontiert. Man wird das Essen von Papptelfemi nähmen, um diese dann über Bord zu werfen. Drei Mannschaftsaufenthaltsräum« haben der Unterbringung der zahlreichen wissenschaftlichen Instrumente weichen müssen. Die Schlafräume sind verkleinert usw. Das Luftschiff, das Zwischenlandungen in Berlin und Leningrad vornehmen wird, hat außer den 16 Fahrtteilnehmern 29 Mann Besatzung. Die gesamte Fahrtstrecke, die ja bereits bekannt ist, hat eine Länge boft 10 000 Kilometer. Wissenschaftlicher Gxpeditions- leiter ist Prof. Samoilowitsch, fein Adju- tat Hauptmann a. D. Bruns. In Leningrad sind von der russischen Regierung mit erheblichem Kostenaufwand die Vorbereitungen getroffen worden. Ein Schweizer und zwei amerikanische Gelehrte sind seit einigen Tagen schon in Friedrichshafen, neben den drei russischen Gelehrten, die ganz besonders für di« Durchführung der Fahrt führte Lustfpicl: ,He! von Marrah und Oe Österreicher mit der bekannten Die Wetterlage. S r Der Derantwortl. f. d. Feuilleton: L 03. Dr. Lange. Schauspielerin und Tänzerin Katta Sterna in der Hauptrolle. Es gelten gewöhnliche Sorn- merpreife. Ende der Vorstellung 22 Uhr. Tagen in Leipzig mit größtem Erfolg uraufge- Selene lann doch nichts dafür". )r »rünlni ints: I« N* schreibt uns: Druck- und Scheuerstcllcn bei Pferden kommen bei Kummet- wie bei Eielenbespannung vor. Hauptsächlich treten sie auf dem Kamm, aber auch an Brust und Rücken m Erscheinung. Sie entstehen durch den Druck von nicht genau passendem Geschirr oder von schlecht verarbeitetem, hartem Leder auf dem Pferdekörper und kommen im Sommer häufiger vor als im Winter, weil viele Pferde im Sommer durch di« oft erhöhte Arbeitslast obmagcrn. so daß das Geschirr nicht tadellos sitzt. Außerdem begünstigt Schweihbil- bei Pferden. Gießener T ie r s ch u tz - D e re i n mmg des Vertrauens im Volke, zu den Führern und zur Regierung, zur Wirtschaft und zur Industrie sei dringliche Forderung de- Torges. Reben dem Kampt um die Anerkennung der Rechte der JnflalivnSgcschädlgten müsse der Kampf gegen die Entschuldungslüge geführt werden. Der Redner befaßte sich weiterhin mit der Olotvervrdnung und mit den die Rentner besonders harr treffenden Bestimmungen, er forderte Wiedergutmachung des Unrechte- und der Torheit des Aufwertrings- geletzeS vom 16. Juli 1926 und rief auf. mitzuhelfen bei dieser Arbeit. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Gießen der Volksrechtpanei, Herr Reiber, dankte dem Redner für seine AuS- führunaerr, die er unterstrich und seinerseits zur Mithilfe an der Arbeit um die Wiedereinsetzung der Rentner in ih re Rechte anffordeNc. 3um Schluß befaßte sich der Vortragende noch mit einigen Anregungen aus dem Streik der Zuhörer. nach Schweres Unwetter an der Bergstraße Frankfurt a. M., 20. Juli. (TU.) Gestern ging zum dritten Male in diesem Jahre ein schwere- Unwetter über der Bergstraße nieber. Zwischen 17 und 18 Uhr entlud sich in der Gegend von Reichenbach im Odenwald ein Wolkenbruch, der weite Teile des Landes in riesige Seen verwandelte. 3n wenigen Minuten lag weithin im Odenwald und an der Bergstraße das Korn niedergedrückt am Boden. Die Bäche schwollen zu reißenden Gewässern an. Bald waren in mehreren Orten die Straßen überschwemmt und zum Teil durch fort- geschwemmte Baumstämme versperrt. An mehreren Stellen waren von den Fluten die Brücken fortgerisfcn. Ein zweites Todesopfer der Groß-Gerauer Bluttat. WSR. Groß-Gerau. 18. 3uli. Heute nacht gegen 1 Uhr ist im Städtischen Krankenhaus zu Groß-Gerau der erwerbslose Hans Wem- h ö n e r. der bei den blutigen Vorgängen am Donnerstag durch einen Lungenschuß schwer verletzt wurde seinen Verletzungen erlegen. Damit hat die Bluttat ein zwei tes Todesopfer gefordert. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 19. 3uli. Unter dem Verdacht der Unterschlagung im Amt ist ein Obersekretär des hiesiaen Finan z- o m t S in Haft genommen worden. Gs soll sich um Verfehlungen in Höhe von 700 bis 800 Mt. handeln. . O woixemos. Q neuer. G narb oedecxL ® voixig G oewcxi Oetffra »Schnee a Graupeln, e Mebel K Gewitter.® windstille. •Q' «V «unter Ost jS «lässiger sudiuowesu q sturmsene/ nordwesk oie Pfeue fliegen mit dem winde Die oeiden Stationen dienenden Za> «n geben die Temperatur an. Die Limen rerbinden Ort« mil gleiche^ auf Meeresmveau «moercznneK» Luftdrucl Wettervoraussage. Allmählich rückt das nördliche StörungSsYstcm. dessen Randstörungen und Ausläufer aichaltend unser Wetter beeinflußt haben, ostwärts ab. Kaltluft dringt an der Rückseite vor, welche ihren Weg nach dem Fcstlande nimmt. Die wird bei uns noch zu wechselhaftem Wetter und zur Abkühlung führen, jedoch neigt die Wolkendecke zum Aufreiben und vorübergehende Aufheiterung seht ein. Einzelne Schauer sind vorerst zu erwarten. Mit dem von Westen einsehenden Darometer- anstieg sind später Aussichten für besseres Wetter vorhanden. Aussichten für Dienstag: Kühle-, immer noch kein beständiges Wetter, jedoch etwas mehr aufheiternd, einzelne Schauer, nordwestliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Ruhigeres und allmählich bessere- Wetter, jedoch für die 3ahreszeit kühl. Lufttemperaturen. Am 19. 3uli mittags 18.6 Grad Celsius, am 19. 3uli abends 14,5 Grad: am 20. 3uli morgens 13,8 Grad. Maximum 18,8 Grad. Minimum 12.0 Grad. Riederschläge 3,1 Millimeter. Sonnenscheindauer eine halbe Stunde. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Gießener Freiwillige Feuerwehr: 20 Uhr Hauptübung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Mord- Prozeß Mary Dugan. — Aus dem S t a d t t h e a te r b u re a a wird uns geschrieben: Morgen, DienStag, 20 Uhr, 7. Vorstellung des Sommerabonnements mit einem einmaligen Gastspiel Berliner Bühnenkünstler. Zur Aufführung gelangt das vor einigen Gesunde weiße Zähne: Chlorodont £*"-*** düng unter dem Leder die Entstehung von Druckstellen. Es leiden viel mehr Pferde an Druck» schaden. als man gemeinhin annimmt. Treten diese Druckstellen in Gestalt von Wunden auf, so sind sie ohne weiteres seststellbar. Dagegen sind die unter dem Zell liegenden, geschwulstartigen Druckstellen für da- ungeübte Auge nicht direkt erkennbar, sondern nur an den Abwehrbewegungcn, die daS Pferd gegen den Schmerz macht. Sin Pferd mit Druckbeulen maHt ganz charakteristische Kopfbewegungen, um dte schmerzende Stelle tu entlasten. Ss geht steis und biegt den Kops eigentümlich glcichmäßia. ES scheut begreislicherweise das erneute Anziehen deS Wagens und ist ängstlich, wenn man die empfindliche Stelle nur berührt Solche Angstandeutungen werden von unverständigen Fuhrleuten für Störrigkeit gehalten und dem Tier wird Tag für Tag auf die hochempfindliche Stelle daS schwere Kummet aufgelegt, an dem dann noch die Last deS Wagens hängt. Der Schmerzensgrad ist gerade bei diesen verborgenen Druckstellen ungeheuer groß. Ein guter Pscrdehalter wird auf druckverdäch- tige Stellen rasch aufmerksam werden und der Entstehung größerer Schäden vorbeugen, indem er die betreffenden Stellen möglichst entlastet unö frei legt und etwaige Wunden mit warmem Wasser mit etwas Kreolin sauber und vorsichtig ab- tupft. Sind aber schon richtige Druckwunden oder -beulen vorhanden, so wendet man sich an den Tierarzt, der aus seiner reichen Ersahrung heraus rasch Besserung erzielen kann, während eine unsachgemäße Behandlung das liebel verschlimmert und zur Qual der Pferde die Heilung verzögert. Aus aller Well. Vie veiseßung bei Erzbischof» Söderblom. Nathan Söderblom, Erzbischof von Schweden, der «roße Vorkämpfer für die Einheit der christlichen irchen und für den Weltfrieden, wurde in Upsala zur letzten Ruhe bestattet. Dem Wunsche des ganzen schwedischen Boltes entsprechend, wurde auf An- orönung der Regierung die sterbliche Hülle des Entschlafenen im Dom zu Upsala beigesetzt. Der König und sämtliche Mitglieder der königlichen Familie waren im Kraftwagen nach Upsala gekommen, um den Beisetzungsfeictlichkeiten beizuwohnen, an denen auch die Mitglieder des Kabinetts, die Gouverneure, die Vertreter des Kirchenkörper» mit den Bischöfen an der Spitze sowie eine große Zahl von Vertretern der Universitäten, Hochschulen usw. teilnahmen. Es wurde ein Aufruf erlafsen, in dem die gesamte Bevölkerung Schwedens ausgefordert wird, an der Bildung eines Fonds tcilzunehmen, der den Namen des verstorbenen Erzbischofs tragen soll. Der Fonds soll zur Verwirklichung der großen Gedanken Söderbloms — ökumenische Arbeit, Völkerverständigung, Frieds die Einheit der Kirchen usw. — dienen. Der Ausruf ist vom Kronprinzen und 30 hervorragenden Persönlichkeiten unterzeichnet. Flugzeuge verfolgen eine Brieftaube. Im Auftrage der Staatsanwaltschaft Bochum verfolgten am Sonntagoormittag gegen 11 Uhr zwei Sportflugzeuae des Luftfahrtoereins Essen-Oberhausen eine Brieftaube, die zu erpresserischen Zwecken einem Bochumer Bürger zu- gesandt worden war. Das Unternehmen gelang glön- zend. Von beiden Flugzeugen aus konnte der Schlaufe st ge st eilt und photographiert werden, in den die Taube einflog. Der im Kraftwagen fol- genden Polizei gelang es dann, an Hand einer obgeworfenen Skizze die sofortige Verhaftung des mutmaßlichen Töters vorzunehmen, der von einem Bochumer Bürger 200 Mark erpressen oder andernfalls seinen Bauernhof in Brand stecken wollte. Lin polnischer Generalstäbler zum Tode verurteilt. Das Militärstondgericht hat den Major des polnischen Genercllstabes Demkowski wegen Spionage zugunsten Sowjet-Ruh- lands zum Tode verurteilt. 3n einer zweistündigen Verteidigungsrede hat sich Demkowski zu seiner Betätigung für Dowjetruhland bekannt und die- damit begründet, daß er Kommunist sei. Das Todesurteil ist bereits vollstreckt worden. nehme man bei Magenbeschwerden, Sodbrennen. Magensäure nur Kalser- Natron. Höchste Reinheit garantiert. Sie werden erstaunt sein über die gute Wirkung. Grünt Original. Packung, niemals Iota. In den meisten GescMften. Rezepte gratis. Arnold Holste V/we Bielefeld endet. ^richten HL M, ^5 r» lut»«1«; % ifr LKL z>rla «7. rm«y (natitmaliRiß) visier ben tret# et gewesen toi# ftJoengberjiQ ftt, dch hinter iund darauf Zerium in ich nach Dow- üen, da bi«, tspreche. * Aufgehobene Straßensperren, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. V (A. v. D.) Gießen: Die teilweise Derkehrs- sperre auf der Strecke Gießen — Marburg, in der sog. Serpentine südlich von Wolfshausen, sowie die Sperre der Straße Marburg — Frankenberg zwischen Cölbe und Göttingen sind aufgehoben. ’• Todesfälle in Gießen. 3n Gießen verstarben in der Zeit vom 1. bis 15. 3uli: 7.: Louis Flick, Friseur, 74 3ahre, Friedens- strafte 8; Wilhelm Zölzer, Buchhalter, 24 3ahre, Liebigstraße 67. 12.: Paula Messer, geb. Platz, 51 3ahre, Stephanstrafte 23. 14.: Ludwig Klein, 3 Monate, An der Kläranlage 78. 15.: Karoline Rusag, geb. Müller, Wwe., 70 3ahre^ Steinstrah« 65; Siegfried Werner, Knecht, 18 3ohre, Leih- gesterner Weg 112. •• Eine öffentliche Mahnung der S t a d t k a s s e zur Zahlung rückständigen Schul- aeldes und rückständiger WvhnungSmieten aus städtischen Häusern wird in unserem heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. * Autozusammenstoft. Gestern früh stießen an der Kreuzung Moltkestraßs-Kaiser- Allee zwei Personenautos zusammen, von denen das eine von Gießen, das andere von auswärts war. Bei dem hefttgen Zusammenprall wurden beide Wagen stark beschädigt. Die 3nsassen kamen zum Glück ohne Verletzungen davon. •* * Eine interess ante Vcrkehrszäh- lung. Anläßlich des gestrigen Motorrad-Rennens „Rund um Schotten" wurde von Herrn Heinrich Zimmer in Rieder-Bessingen eine Zählung der in R i e d e r - B e s s i n g e n auf der Fahrt nach und von Schotten durchpassierten Fahrzeuge vorgenommen. Es wurden dabei in der Zeit von 5 bis 20 Uhr 2609 Fahrzeuge gezählt, und zwar 540 Autos, 1036 Motorräder und 1133 Fahrräder. Mit dieser Zählung ist natürlich nur ein Teil des Fahrzeugverdchrs nach und von Schotten erfaßt worden, da natürlich auf den anderen oberhessischen Straßen ebenfalls ein reger Fährverkehr stattgefunden hat. " Tragischer Todesfall. Am Samstagabend geriet in einem Bauernhause in Dorheim bei Friedberg ein junges Dienstmädchen mit einem um mehrere 3ahre älteren Bekannten, zu dem es seit einiger Zeit in Beziehungen stand, in Streit. 3m Verlaufe des Wortwechsels versetzte das Mädchen dem jungen Manne einen Stoß vor die Brust, durch den dieser nach hinten umfiel und mit dem Hinterkopf heftig auf den gepflasterten Hof aufschlug. Der Bedauernswerte erlitt dabei anscheinend einen schweren Schädelbruch, denn kurz nach dem Vorfall trat der Tod bei dem Verletzten ein. Volksn 0 t und Volksrecht!" Heber dieses Thema sprach in einer gemeinsam abgehaltenen Mitgliederversammlung der Ortsgruppen Gießen der Volksrechtpartei, des Sparerbundes und des RentneroundeS am Donnerstagabend im Katholischen Dereinshaus der hessische Landtagsabgeordnete Prof. Dr. A x t (Darmstadt). Der Redner erinnerte zunächst an das Aufwertungsgesetz, das seit sechs 3ahren bestehe. eine alte Rot abgeschlossen und eine neue Rot hervorgerufen habe. Ec schilderte die Entwicklung der 3nflation aus den Rochwirkungcn des Krieges heraus, erinnerte an gewisse Trugschlüsse unserer Wirtschaftsführer und Finanzpoli- tiker bei der Diagnostizierung der Entwickelung-- Möglichkeiten der deutschen Industrie und an den Zusammenbruch der deutschen Währung als Folgeerscheinung. Der Redner schilderte weiter den Kampf um die Aufwertung im einzelnen und gab einen Ueberblick über die Entwicklung der wirtschaftlichen und rechtlichen Position der Rentner, der Sparer usw. Die Wiederherstellung des Vermögens im 3nlartbe, die gesetzliche Anerkennung der Rechte der durch die 3nfation enteigneten, die Ergreifung von Maßnahmen zur Wiedergewin- Den letzten Vortrag hielt Geheimrat Prof. Dr. Sommer über: „Die Rach komme nscha i r von 3. von Liebig und von feinen Geschwistern". Der Vortragende gab hierbei interessante Ausschlüsse über di« Familie Liebig in ihren Hauptlinien und in den Seitenlinien 3n Verbindung mit der Tagung wurde eine Ausstellung über die Beziehung von 3. von Liebig zu dem Prosessor der Chemie und Dharmazi« W u r z e r in Marburg gezeigt, $u der Leihgaben von Dr. Kortüm und Frau tn D-eßen zur Verfügung gestellt waren. Prälat D. Dr. Diehl am DortragSputt. Am Freitag beschloß die historische Fachschaft ihre diessemestrige Vortragsreihe mit einem Vortrag vom Prälaten D.Dr. Diehl, zu dem man gemeinsam mit dem Oberhessischen Geschichtsverein einlud. Prälat D. Dr Diehl gab einige .Kul turgeschichtlich« Bilder auS dem Leben deS Hessen-Darmstädtischen Pfarr- standes". Der Redner führte etwa solgendes auS: Um das Leben des PtarrstandeS in den verflossenen 3ahrhunderten seit der Reformation kennen zu lernen, darf man sich nicht an die Akten halten. Hierin findet nur daS Gute oder Schlecht« seinen Riederschlag. Um sich ein Bild vorn Leben des Durchschnitte- zu machen, ist es nötig, allerlei Material zusammenzutrayen. Aus solchem Material soll da- folgende ein Ausschnitt fein. Den Hauvteinfluh auf die Ausbildung der Pfarrer übte nicht die Universität — wenigstens nicht kurz nach der Reformation — aus, sondern die sog. Stipendiatenanstalt, die unterhalten wurde aus den Einkünften fretgetnorbener Altarbenesizien. Der Stipendiat gehörte der Anstalt als Stipen- dtatenminor fünf 3ahre lang an, danach konnte der Minor das Magisterexamen ablegen. 3e zehn Minoren bildeten eine Tisch-, Lebens- und Studiengemeinschaft. 3hnen war als Berater beigeaeben der Sttpendiatenmaier, ein Mann, der nach bestandenem Magisterexamen zu feiner weiteren Ausbildung an der Universität blieb. Rach bestandenem Magisterexamen waren die Minoren Schulmeister, so genannt im Gegensatz zu den nicht studierten Lehrern. Rach acht bis zehn 3ahren Schuldienst konnten sich di« Schulmeister zu einer Pfarrstelle melden, die sie auf ®runö einer Prüfung vor dem Definitorium, bestehend aus dem Superintendenten und acht Geistlichen, erhielten. Doch erforderte jeder Stellenwechsel eine neue Prüfung vor dem Definitorium. Die höhere Laufbahn war den Stkpendiat- maioren Vorbehalten. Aus ihnen refruHerten sich die Stadtpfarrer. Superintendenten u. a. Stark abhängig war der Pfarrer in seinem Verhältnis zur Landwirtschaft, bestand doch ein Teil seiner Besoldung in den Erträgnissen des PfarrguteS, bzw. im Zehnten. Wohl meist verpachteten die Pfarrer ihre Psarrgüter. Als aber im 18. 3ahr- hundert durch das französisch« Beispiel auch in Deutschland die Parforcejagden eingeführt wurden, wurde die Landwirtschaft verdorben. Damals wandert der Dauer massenhaft aus. 1722 bis 1.725 gehen starke Auswandererzüge besonders nach dem Banat. Der Psarrer findet keinen Pächter, er muh selbst sein Feld bebauen. Hier ist es dann meist die Psarrsrau, der die Obhut anvertraut ist. AlS durch die Reformen des Ministers von Moser Ende des 18. 3ahrhunderts die Sage der Dauern sich gebessert hat, und diese sehr wohl in der Lage gewesen wären, wieder Land zu pachten, ist es die Regierung, die sich einer Verpachtung der Pfarrgüter hemmend in den Weg stellt. Sie bedarf der Pfarrer als Vorbilder bei der Durchführung ihrer Reformen. Aber auch sonst war der Psarrer stark abhängig von der Land- wirtschast. Man denke nur an den Zehnten, der in Raturalien geliefert und erst im 19. 3ahrhun- dert abgelöst wurde. Durch die Selbstbewirtschaftung der Güter war der Pfarrer gezwungen, daraus zu achten, daß die Psarrstelle in der Familie sich vererbte, denn nur so konnte das bei der Bewirtschaftung investierte Kapital der Familie erhalten bleiben. Das Verhältnis zu den schönen Künsten war kaum ein fruchtbares zu nennen. Reben vielen Dichterlingen sind nur wenige, die über die Masse herausragen, so besonders die Kantatentextdichter Rambach und 3oh. Konrad Lichtenberg. Letzterer war Schüler 3oh. Georg Liebknechts, eines bedeutenden Mathematikers und Daumei- sters, obwohl von Haus aus Theologe. Cs gibt heute noch ein« Reih« hessischer Kirchen, die von Lichtenberg erbaut wurden. Sein schönster Profanbau ist der Westbau des Ludwig-Georgs- Gymnasiums in Darmstadt. Reben dem Studium deS Alten und Reuen Testamentes waren es hauptsächlich geschichtliche Studien, die von Pfarrern betrieben wurden. DaS Verhältnis zu den Andersgläubigen seines Dorfes zeigt sich am besten darin, daß sich der Pfarrer für alle im Dorfe Wohnenden verantwortlich fühlte. Die Regierung sah sogar daraus, daß die Pfarrer Andersgläubige — 3uden, Wiedertäufer u. a. — betreuten. Der 3ude muhte dafür dem Pfarrer das Reujahrsgeschenk bringen — Zinn, Zucker oder 3ngwer. Der Pfarrer war verpflichtet, ihnen als Gegengabe Aepfel zu geben. Trotzdem die Wiedertäufer als „Ketzer" betrachtet wurden, die sozialistische und kommunistische 3deen mit oft fanatischem Eifer vertraten, muhte der Pfarrer ihnen helfen. Leider war die Zeit zu kurz, um die Reih« dieser Bilder fortsehen zu können. Starker Beifall zeigte dem Prälaten D. Dr. Diehl, daß er es verstanden hat, feinen Zuhörem einen Begriff gegeben zu haben vom Leben der Pfarrer in verflossenen 3ahrhunderten. Von Druck- und Scheuerstellen __ 3*4- Sonntag.deniB. ja|| •m 8 Uhr <5 ________lUnr, 1— rrdrtfr --------------Ii .16 4b Mrtn >10 H O Qj Thoryavn 716 48 To-^547 . 10 o Oslo 1 2erli Berordm piial- unb Unbefdp SlTHeFo derungm in derp>lich!et, ning zu b< und Forder gemeinen । und ihr au' tragen. Dr innerhalb i scheu Zahlu und darleg Zwecken be gerechlf, so kann d ausländische werden. Si< solche auslä 12. Juli 19i oder Forder Worben sind biet. Sie DerU' 20. bis 23 an besondett des a" s2 SZ :t';L m-»' «* vor dem " zu 100 > rechne Vd jlnbeschran werden. st tel nachwe' SrhSÜ«L zungen. lieber( aus Dan Derkaus r Forderung LeServE kung nicht i verfugt wer 25.5uni 19- Lohne, ®e gebuhrnisse Uebenrei derlich sind, lungen zu j desselben; Zahlungen । werden, soll träger zur l werden, au frei verfüg' inftituteu, jeweiligen höchsten und nur a1 Tritten. ?ei De Zeit Dom 11 Hebung i und Dienst . D'es bat damit nicht >Fer ander, Menschen bl Ein ameri Tochter — fe Doch, ftuefe vor, ö Hn&: de„ j Pet Kuppel P'^eincs l Deter Wfrting? J sngem 2 fel bie 'S »[, i n^unle: H' A Sv» ^>°ei,ete7 X2"* N, "4«! .fUtterweli &9elDorö » an ^.ndes ««VLnui Ü* k-L auinint h,€ noch r:\ Wir de? 6^un| zu der täglich Uhr 8.30 Licht- 16. Juli 19 31 den Gleesen Staatsanwalt. Glessen 4808 C Zeugenladung Es wird gebeten, diese Ladung zum Termin mitzubringen I den 16. Juli 19 31 Lichtspielhaus stattfindenden Hauptverhandlung geladen und zum pünktlichen Erscheinen in diesem Termin aufgefordert Die dem Zeugen zustehende Entschädigung findet er in dem spannenden Verlauf der Verhandlung selbst. Der Zeuge wird in seinem eigensten Interesse auf die Bestimmungen hingewiesen, die ihn verpflichten, sich keine derartige Sensation entgehen zu lassen, da er andernfalls gegen die , Wahrnehmung eigenster Interessen verstößt Von der Anwendung des § 52 Z. P. O. wird abgesehen. Eine zwangsweise Vorführung des Zeugen ist nicht zulässig. Arnold Korff unmittelbar alz Zeuge ab Montag, den 20. Juli 19 31 nachmittags 4.00 reep. 6.00 resp. vor dem Grossen Schwurgericht im 8 p 1 e 1 h a u b , Bahnhofstrasse Bestätigung In vorbezeichneter Sache muß eine Gebühr in Höhe von mindestens 0. GO RM. bis höchstens 2.60 RM. an der Kasse des Lichtspielhauses abgeführt werden. Zeugenladung In der Sache Mordprozeß MaryDugan werden Sie hiermit von dem unterzeichneten Staatsanwalt Besucht den Eilet Siiaemitlt am Mittwoch, dem 22. Juli Zllchloietz-, WelsDiet)-. sfflroeme- und Brömienmortt Bußen-, euer- uno stonföcloernelgernng Auftrieb von 7 bis 8 Uhr. Anmeldungen zur Prämiierung werden nur noch bis Dieuötag, den 21. Juli, auf der Bürgermeisterei Lich entgegengenommen. 4818 D Regenmäntel Trenchcoats Frau Bertha Ploch geb. Limpert Wollsergemäntel Nowack Seltersweg 81 4817 A Gießen (Kaiserallee 93), Offenbach, Osnabrück, den 20. Juli 1931. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 21. Juli, um 4 Uhr nachmittags, auf dem Alten Friedhof statt. 4812D Verlobte Gießen Karlsruhe Zu Hause: Samstag, den 25. Juli 1931 04120 Verkäufe "| jetzt Neuen Baue 17 4813 D In§. H. BRINKMANN Geschwister Rusag Gießen, den 20. Juli 1931. 0414- Meine sehr geehrte Kundschaft bitte ich, davon Kenntnis zu nehmen, daß meine gegenüber dem „Caf6 Krämer“ mit meiner dortigen Filiale vereinigt worden ist 4814 a Wtaäber 41//, wenig gebr., gut durchrevariert, billig abzugeben. Hl loienihoi Liebigstrake 13, Fernruf 3177. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Mutter sprechen wir hiermit innigsten Dank aus Gießen (Neuenweg 29), den 20. Juli 1931. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 21. Juli, nachmittags 2'/? Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Auto-Gelegenheitskäulel Mehrere 4 PS Opel-Vorlührungswagen Limousinen und Kabrioletts weitunt. KatalogvreiS abzugeben. Mit Fabrik- garantie. Zahlungs- erleichterung. Anae- legenbetten, Gesuche, Verträge, Beobachtungen, Ueberwachg. und Ermittlungen preiSw^ streng dtskr. u. an all. 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Juli vorhandenen Guthabens. insgesamt aber höchstens 1 00 Mk. leisten. Bei Guthaben auS Sparkonten oder Sparbüchern (bei Banken, Sparkassen aller Art und Genolsenschai len) beschränkt sich der Betrag aus höchstcnS 2 0 Mark ; die Auszahlung kann vom RachweiS eines Bedürfnisses abhängig gc- macht werden Aus jeden Kreditbrief, der vor dem 14. Juli 1931 ausgestellt ist, dürfen bi- zu 100 Mark ausgezahlt werden, wenn der Berechtigte sich außerhalb seines Wohrwrtes aushält. Unbeschränkt dürfen Barauszahlungen geleistet werden, soweit der Empfänger die Zahlungsmittel nachweislich benötigt zur Zahlung von Löhnen. Gehältern, BersorgunaSgebührnislen, Unterstützungen, Steuern und Abgaben. Frachten. Ueber Guthaben, die nach dem 15. Juli 1931 auS Bareinzahlungen in Reichsmark durch den Berkaus von ausländischen Zahlungsmitteln und Forderungen in ausländischer Währung oder auS Uebenreilungen von Konten, die einer Beschränkung nicht unterliegen, eintstanden sind, kann frei verfügt werden. TaÄ Gleiche gilt für die nach dem 25. Juni 1931 an die Kreditinstitute überwiesenen Löhne. Gehälter. Ruhegehälter. Bersorgungs- gebührnisse und ähnliche Bezüge. Ueberweisungen sind zulässige soweit sie erforderlich sind, um die oben zugelassenen Barauszahlungen zu ermöglichen, soweit sie sich innerhalb desselben Institutes vollziehen, soweit dadurch Zahlungen an die ArbcitSlosenverficheruna bewirkt werden, soweit Leistungen an einen VersicherungS- träger zur Erfüllung einer Beitragspslicht bewirkt werden, auS Guthaben, über die gemäst § 2 Abs. 2 frei versügt werden kann: zwischen allen Kreditinstituten, insgesamt biS zur Höhe der Hälfte des jeweiligen Guthabens des Auftraggebers und höchstens bis insgesamt 2000 Mark und nur auf ein bereits bestehendes Konto eines Tritten. Bei W echf ein, deren Fälligkeitstag in der Zeit vom 11. biS 18. Juli 1931 liegt, kann die Gr - Hebung dcS Protestes nicht am Btontag und DienStag. Darf jedoch noch in der Zeit vom Mittwoch bis Freitag einschließlich. geschehen. Be, 'Wechseln, deren Fälligkeitstag in der Zeit vom 19. biS 23. Juli 1931 einschließlich liegt, kann die Erhebung des Protestes nicht vor dem dritten Werktage und dort noch am 4. und 5. 'Werttage nach dem ZahlungStage geschehen Die besonderen Borschriften über tne Darm- städter und Rationalbank bleiben unberührt. Wird ein Schuldner durch die Erklärung von Bankseiertagen oder die zur Regelung der Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs nach den Bankfeiertagen getroffenen Maßnahmen ohne fein Verschulden gehindert, eine ZahlungS- verbindlichkeit au erfüllen, fo gelten unbeschadet der Verpflichtung zur Erfüllung der Berbindlichkeit die besonderen RechtS- folgen, die wegen der Richtzahlung ober der nicht rechtzeitigen Zahlung nach Gesetz oder Ber- trag eingetreten sind ober ein treten, als nicht eingetreten. Die Pflicht zur Zahlung von BerzugSzinsen wirb hierdurch nicht berührt. Der Schuldner kann sich aus diese Borschrift jedoch nicht berufen, wenn er es unterläßt, die Berbindlichkeit unverzüglich nach Beseitigung deS Hindernisses zu erfüllen. Versieht eine f check fähige Perfon einen auf sie gezogenen, vor dem 1. August 1931 ausgestellten Berrechnungsscheck mit einem Be- stätigungSvermerk. so wird sie dierdurch dem Inhaber zur Einlösung verpslichtet: für die Einlösung haftet sie auch dem Aussteller und dem Indossanten. Die Einlösung kann nur durch Gutschrift auf dem Konto eines Inhabers. der nicht Kreditinstitut ist, bei dem Bezogenen erfolgen. Die Berpslichtung aus der Bestätigung erlischt, wenn der Scheck nicht innerhalb der BorlegungSfrist zur Einlösung vorgelegt wird. Der Bezogene ist nur n a cd vorheriger D e 0 fii x > ® A" ö £ ■e 3a=! Ä E E £1 "2 •■“ ä .5 k. •trc' n s SAAS .2 5 oi 6 Eßl s: N A E © IC ■25- « c 2E LS' Ö c «f E C?a , E G LD « 3*3a dl = 3. c E N i» O-lOjE;- c a 8v b a- B® € €^5 £Ä = a - X-G X D -ES 9 2 '- b'XHBS* 'K gSP C o 2 L^ 8 2€°f £ LS €7^ Q *- K? tztzc? 9 ES- o *9 19 c öuÄ A- “fe c e: -'9tz © ls5 >5 85 «= ö «Sc - (9 -<9 •e 19 E E = E e e € 19 *y B £ B E o tt E E -E c € <9 § p Q c' ri ZS w RoE . 6"5 « Ip H§ 5 RZ . c LLi •e 8 e '9 •» L L en über NKi« lüenjetbod)) auf fru, bis 350 ccm Hxria mit 22:09 ccm: 1. Tnmhr' 56 Mn. mit 96,5 [ (Snmffurt) auf .8 Sidkm. t 212 Kilometern Iba) auf Herkules (tpfonteimi 5artf> (Oberur'eb 19 u -L E E . =i c N e <3 ■«> S 2 c c o us- O .2; ä§ 5«« He O -C c S‘“'° E - 'S §> Sei «iS E 1 L tz L-b ciO L JD Q d L 6 "c a ER -E €% c a-£ fS -8« Ad* E Wöß 5 sl! x-e-a '9 c£ <9 - t p£c'2 H £ t: ML-- F 5-°®- Ä LiL ®eEE-c « g — «Z ft t d'ß^.E CC- -Ö e=s'5';5l»2 k-sä^L-LZ- ö xE E « » fe E 4Ve-8 c*5° = O - ä . X. . o .21 S s t|fi Sfl? Sx« -X »ä a Z _Es5 2 in ö .2 ■ K a eu 'i'Jr- X g o s-g® ES 2 1 L «I9äw ' fc =•- ZA" C A — St’ e c^e C2~S ER .2 »ea o . s Iber 52,8 Kilo. M (Julba) auf >ttm. im Mein. 'Düsseldorf) auf 6rtm.; 2. 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Markengefährten seinen Arm. -reicher Pos^g. -kntzen-Aonn auf '«'ne Position,, fuhr her Qobn. angefochten ein ! damit hie beste '«bedeutet diese, wd. Leider gab e; -n Tturz de, UL -gefährlichen 5er. liefert würbe. Tr rlegen. C a" ER S c a cEP a L f EX*'S iT » .— A S o U- 2^5 E-^Z2 X S2 - ES 4 Jörg. wA Ich'' . Sage lieber. *jl£ S erleben. ’Ä’W161 rf &r s * um 8uet’ u ß, rfS Mi «“* «Nach einer « xvs si^ ch an? ^crc n darum » j» - * igt.) s to °. L. * Z1 Ss ü S.? 2 ^AkZL gug?Ä F^ZS 5 £® "S.^ c « e »& = §£»§ •= s § o§ EEg»"$6 ----= E2S.E§e Blüte = «|1; £0^ EÖ lZW e>Ei?'2 L b LS.ßZALL cfeg5if i6^ fi " O A tCCLE=EÄ tj -Ux-L 3 r - S ä C LS A® — -= u. > A - "3- SS 5(5 Q 2 <5^8 - • ptt s o * ^,E L ■■ -s=4”^ ="c2uE^*®5?« "S.5 u. -1 si-e s ~ C jEß-^c = =eie — c c -c Z mU) cK ® o c vlz E^Z^GcZZ ls.l«zg^|lÄ = g, “jtlaee? LZZs "c - CT E c »5-3 = ttä 5 ts O - C A' «*84 _3-- w cR2. f S 1E E 8t«| 2 o s 3 s — Q 5 e v illil :§■ s-e Ctaö^° ■6“ Q A ® -cßß ° v c e sx55 . 2 ® 2§L^ Kill ='2f §^g J=|aS. 2: 2 EA --cc I 3*S^.5 52| xfgs«-E^=s E-e^s-e o 0 5 cZ^a'g e ß- BZE^MZ 2 2.2 l. o!-' Ihjlj tSlSfag C.^P« et •o«g§eOg.tij&=g t .EüS -1 pi F ES E,E^ X -vZZH Z«2 A.A C 2. E C « — 2 S e®W 5 c cEe- S A.-5 „2 ’n SSgS&e« =S^-5gc - 55-E£lsK = "e$15i 1 § Eti: §«. H.gf|E-Ss s- 5z äi§ B S-g g j 5= = -g 8 E '=^lilE5=Sldl:i oAa" S 3.x E -- C±-E c-c-e >- -e 2£- = = = "21-- p-e- S c- „ o“-= o ® S ö « e fi *51=Sefsg hi 2 8 :« E 2 5 2 2 E 2 2 2 a E (9 E£ 2 sr <« L»G>. srg-ges o 2'Z0 2 a3£ z«- 3 = 3-5 6)"2 3 .-2--AZ» ■E: « ZI 63 3 O 2.8 Gl. 8 ©2 gi ° Z-LSA rs ro 8 02 2 ZLS 3-S L>.-> TZ S?: Ö2 3 S 3 2. 3 Z> 1^3 3^ o d L» ■=3 3- *22. 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