Montag, 20. April (931 18t. Jahrgang Ur. 91 Erstes Statt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzcigen von 70 mnc Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,, mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Cm« und Verlag: vrLHI'Iche UntverfitAr-vuch- und Skinöroderei B. Lange in Sieben. Schriftleitung und Seschäfttltelle: Schulstratze 7. Erscheint täglich,auher Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familien bl Stier Heimat im Bild Die Scholle Monats Sezugsvrets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter- fcheinen einzelnerRummern ntfolge höherer Gewalt. ZernfprechanschlSste unterSammelnummer225t. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Eine unerhörte Provokation. Französische Offiziere photographieren im Bereich der Festung Königsberg. Bettln, 18.April. (TU.) Amtlich wird mit- geteilt: Drei französische Offiziere, darunter ein Mitglied der französischen Botschaft in Berlin, haben eine vorher bei den zuständigen Stellen aqgemelbete Reise nach OstpreuKen unternommen, um die Schlachtfelder von Tannenberg und Gumbinnen zu besichtigen. Am ersten Tage Ihres Aufenthaltes in Ostpreußen haben die genannten Herren In Begleitung des örtlichen französischen Konsuls sich zur Königsberger Artilleriekaserne begeben und photographische Ausnahmen der innerhalb des Kasernements stattfindenden Hebungen gemacht. Sie wurden von der Kasernenwache fe ft genommen, nach Gestellung ihrer Personalien jedoch wieder entlassen. Ihre photographischen Apparate wurden beschlagnahmt und die bereits gemachten Aufnahmen einer Prüfung unterzogen. Seitens der zuständigen deutschen Stellen wird dies Verhalten fremder Offiziere innerhalb eines Festungsbe- zirks als nicht korrekt angesehen. Das Aus- roärtige Amt ist deswegen bei der französischen Botschaft in Berlin vorste 11 ig geworden. Wie die Telegraphen-Union erfährt, haben die drei französische Offiziere nach ihrer Freilassung Sonntagfrüh ihren Plan, das Gelände der Festung Pi Hau zu besichtigen, a u f g e ae b e n, offenbar nachdem sie eine entsprechende Weisung aus Berlin erhalten haben. Nichtsdestoweniger haben sie ihre Reise zum Besuch der ostprellßlschen Schlachtfelder fortgesetzt. In politischen Kreisen Königsbergs ist das Befremden hierüber außerordentlich groß. Man hätte zumindestens erwartet, daß die französische Regierung auf Grund des deutschen Schrittes die Offiziere, deren zwei, wie in der „Königsberger Allgemeinen Zeitung' festgestellt wird, dem Geheimdien st angehören, ab- derusen hätte. Die „Königsberger Allgemeine Zeitung erklärt, jetzt wisse man endlich, warum Königsberg ein französisches haupta mtliches Konsulat habe, obwohl die Notwendigkeit eines ausländischen Konsulats in Ostpreußen gar nicht gegeben sei, und das jedenfalls gar nichts zu tun habe. Dagegen sei es ein offenes Geheimnis für den Eingeweihten, daß das Konsulat ein nach Ostpreußen vorge- schobenerfranzösischerBeobachtungs- p ost en sei, der vielleicht mancherlei Derb in- dungsdienst zum polnischen Verbündeten zu leisten habe. Es sei unerhört, daß die Provinz in so schlimmer Weise provoziert worden sei. Oie Werkspionage bei der chemischen Industrie. Die Zusammenarbeit zwischen revolutionärer Gewerkschaftsopposition und Moskau. Berlin, 18. April. (TU.) Von der I-G.- Farbenindustrie-AG. wird mitgeteilt: Pressemeldungen über die Offenlegung eines weit- verzweigten Spionagenetzes über große deutsche Industriebetriebe, insbesondere solche der chemischen Industrie, ftnd durch die amtlichen Mitteilungen in vollem Umfang bestätigt. Die Verbindung zwischen den der Kommunistischen Internationale und der RGO. (Revolutionäre Gewerkschaftsopposi- tion) angehörenden Spitzeln mit ausländischen Auftraggebern kann sonach nicht länger bezweifelt werden. Leider haben die Erfahrungen vergangener Iahre gezeigt, daß die heute gültigen strafgesehlichen Bestimmungen zu einer wirksamen Bekämpfung des Verrats von Betriebsgeheimnissen nicht ausreichen. Diese zu ergänzen, insbesondere auch den Versuch unter Strafe zu stellen, ist eine dringende Notwendigkeit, die nunmehr nicht mehr ausgeschoben werden darf. Inzwischen gilt es aber, weiteren schweren Schädigungen der Wirtschaft vorzubeugen. Es steht fest, daß wichtige deutsche Lebensinteressen schwer bedroht sind, daß Gefahr im Verzüge ist. Die Belegschaften der bespitzelten Werke, die Arbeit und Brot gefährdet sehen, befinden sich in begreiflicher Erregung. Sofortige Selbsthilfe erscheint dringend geboten. Von den Werksleitungen darf erwartet werden, daß sie unverzüglich die erforderlichen Schritte tun, nicht zuletzt auch zur Deruhigung der Belegschaften. Das Werk Höchst hat sich zur Verhütung schwerer wirtschaftlicher Schädigungen des Werb und seiner Gesamtbelegschaft genötigt gesehen, eine Reihe von Entlassungen, darunter auch Arbeiterratsmitglieder, vorzunehmen. Im Laufe der nächsten Zeit wird noch mit weiteren Entlassungen zu rechnen sein. Die Versorgung der Kriegsopfer Berlin, 18. April. (TU.) Der aus je zwei Vertretern der Kriegsopferorganisationen und der deutschen Hauptfürsorgestellen bestehende Vorstand des Reichs ausschu sses der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterblieben - Fürsorge trat am Samstag im Reichsarbeitsministerium zusammen, um zu den gegenwärtig drohenden weiteren Einschränkungen in der Versorgung Stellung zu nehmen. Dabei kam einmütig zum Ausdruck, daß Spa.inahnahmen im Reichshaushalt zu allerletzt an der Versorgung der Kriegs- Lin neues Aktionsprogramm der Deutschen Dotkspartei. Eine Programmrede Oingeldeys. Die Zusammenarbeit mit Brüning. Berlin, 19. April. (WTB.) Die Tagung des Zentralvorstandes der Deutschen Volkspartei irn Reichstag wurde vorn Par- teivorsitzenden Abg. Dingeldeh mit einer Erläuterung der von ihm formulierten Ziele für den politischen Kamps der nächsten Zeit, der „Kampfziele der Deutschen Volks- Partei", eingeleitet. Abg. Dingeldey wies aus die wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten des vergangenen Winters hin und begründete die Haltung der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei. Der Gang der politischen Tatsachen ei durch das Zusammenwirken weniger Persönlichkeiten bestimmt worden, die ich von allen parteipolitischen Ein- slüssen fernhielten. Entscheidend sei dabei für die Partei gewesen, ob sie gegenüber der Persönlichkeit, die die Verantwortung trägt, das Maß von Vertrauen haben könne, daß dieser ungebundene Weg benutzt werde, um wirklich durch innere Reformen die äußere Freiheit anzubahnen. Er habe in diesem Winter zu wiederholten Malen die Erfahrung machen können, daß das, was in sorgenvoller Besprechung zwischen dem Reichskanzler und ihm vereinbart wurde, vom Kanzler re st los gehalten wordrn sei. Abg. Dingeldeh ging dann aus die bevorstehenden großen Ausgaben ein. Er erörterte das Problem der Arbeitslosigkeit, die Frage der Arbeitszeitkürzung und die Notlage der Gemeinden und wies auf die Reichsreform als einer Voraussetzung für die Abgrenzung der Steuerquellen zwischen Reich, Ländern und Gemeinden hin. Alle Nöte, fuhr er fort, mündeten immer wieder in die Klagen aus über die Lage, in die Deuffchland durch dieauhen- politischen Tatsachen verseht sei. Das System der „unsichtbaren Besetzung" bedeute, daß zu den zwei Milliarden Reparationen eine Zrn - senl ast von über 1,5 Milli arden komme, Beträge, die weit über die Leistungsfähigireit unserer Wirtschaft hinausgehen. Deshalb werde die Reichsvegierung aus den Weg der R e v i - siondesTributvertrages getrieben werden. Das deutsch-österreichische Zollabkommen sei eine wirtschaftliche Notwehrhandlung, er habe die Hoffnung, daß Dr. Curtius auf seinem Wege beharren werde. Der schwerste Gang der nächsten Zeit sei derzur Abrüstungskonferenz. Er hoffe, daß bei dem Besuch der deutschen Staatsmänner in England auher der Zollunion auch der wirtschaftliche Unsinn des gegenwärtigen Derschuldungssystems und die Abrüstungsfrage offen erörtert würden. Oie Kampfziele. Unter der Lieberschrift: „Kampfziele der Deutschen Volkspartei!" hat der Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei das neue Aktionsprogramm der Partei verkündet, das einen Umfang von etwa 400 Druckzeilen besitzt. Zar Verfaffungsfrage wird im einzelnen neben der Beschränkung der Rechte des Reichstages eine Zweite Kammer gefordert. Zur Reichsreform wird als erster Schritt verlangt, daß der Reichspräsident künftighin zugleich Oberhaupt des Landes Preußen ist. Auf wirtschaftlichem, finanziellem und steuerlichem Gebiet werden die bekannten Forderungen der Partei wiederholt. In sozialpolitischer Hinsicht sind folgende Ziele aufgestellt: Verstärkte Selb st Verwaltung und Selb st Verantwortung der organisierten Berufsstände, größere Beweglichkeit der Lohnpolitik in bezirklicher, fachlicher und leistungspolitischer Hinsicht, Llebergang des Schlichtungswesens in die arbeitsgemeinschaftlichen Selb st Verwaltung« körper. Die Arbeitslosenversicherung soll sich auf die Entschädigung konjunktureller Arbeitslosigkeit beschränken. Das Beamtentum müsse gegen alle Anschläge auf seine verfassungsmäßige Unabhüngig- keit geschützt werden. Die P a r t e i b u ch beamten seien zu beseitigen. Für die deutsche Selbstachtung unerträglich ist der Zustand, daß Deutschland, allein entwaffnet, mit ungesicherten Grenzen zwischen waffenstarrenden Völkern leben soll. Versagt der Döllerbund, so hat Deutschland die Pflicht, zur freien Entwicklung seiner Kräfte seinen Weg selbst zu wählen. Das Programm begrüßt ferner die deutsch-österreichische Zollunion, weist auf die Unmöglichkeit des Zustandes an der deutschen Ost grenze hin, verlangt das Recht des deutschen Dolles an der Saar und fordert) Wiedergutmachung des Unrechts an der Nord- mark und an Eupen-Malmedy, weiter Freiheit der koll>nialen Betätigung, Kampf gegen die Kriegsschuldlüge und Schuh der deutschen Minderheiten. Landlagsauslösmg und Volksbegehren. Ein neuer Aufruf des Stahlhelms. Berlin, 18. April. (TU. Funkspruch.) Das Bun- besamt des Stahlhelms teilt mit: Wie die TU. meldet, soll innerhalb der preußischen Regierungskoalitiön unter dem Druck des Volksbegehrens schon heute lebhaft erwogen werden, ob sich der preußische Landtag nicht unmittelbar nach dem Volksbegehren bereits selbst auflöst. Die Mehrheit für eine Ablehnung des Volksbegehrens dürfte auch in diesem Landtag heute mehr als zweifelhaft sein. Es kommt daher entscheidend darauf an, daß bereits im Volksbegehren die ganze geschlossene Kraft des aufbauwilligen Preußen- volkes offenbar wird. Ze höher die nach der Verfassung notwendige Mindestzahl von 5,27 Millionen beim Volksbegehren überboten wird, desto rascher kommt das Volk zu seinem Recht. Der Sieg im Volksbegehren kann somit den Volksentscheid ersparen und bereits jetzt die Entscheidung über die Abkehr vom Marxismus bringen. Darum tue jeder in diesen letzten Eintragungstagen seine staatspolitische Pflicht. Der Landtag ist aufzulösenl Oie preußische Regierung dementiert. Keine Erörterung über eine vorzeitige Auflösung des Landtags. Berlin, 18.April. (TU.) Die Meldung der TU. über „Erwägungen" innerhalb der preußischen Staatsregierung hinsichtlich einer vorzeitigen Auflösung des Preußischen Landtags, wird von zuständiger preußischer Stelle als eine „Kombination" bezeichnet, insofern, als keiner- lei derartige „Erörterungen" stattgefunden hätten. Wenn beispielsweise der preußische Finanzminister Höpker-Aschoff mit Parteigenossen sich über die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten unterhalten habe, so sei damit noch nicht gesagt, daß Verhandlungen „eingeleitet" worden seien. Verhandlungen könnten auch deshalb nicht stattgefunden haben, weil man gar nicht wissen könne, wie das Volksbegehren ausgehen werde. Voraussichtlich werde das Volksbegehren nicht durchgehen. Deutschland beharrt auf der Zollunion. beschädigten und Hinterbliebenen vorgenommen werden dürsten, da die Kriegsopfer durch den Verlust der Gesundheit oder des Ernährers das größte Opfer vor allen anderen gebracht hätten. Weiter kam zum Ausdruck, daß unter keinen Umständen ein Teil der Dersorgungsberechtigten aus der Versorgung ausgeschlossen werden dürfe. Im Anschluß an die Sitzung fand eine Despre- chnng beim Staatssekretär des Reichsarbeitsministeriums, Dr. Geib, statt. Der Vorsitzende des Reichsausschusses, Landesrat Gerlach (MdR.) trug dem Staatsvertreter die Bedenken vor. Dieser sagte zu, sie dem Reichskabinett zu übermitteln und sich für weitestgehende Schvnun g der Kriegsopfer-Interessenten einzusehen. Staatsparteitiche Anträge zur Verwaltungsreform in Hessen WSN. Darmstadt, 18. April. Der staats- parteiliche Landtagsabgeordnete Schreiber hat im Hessischen Landtag eine Reihe von Anträgen zur hessischen Verwaltungsreform und zur Reichsreform gestellt. Darin wird die Regierung ersucht, urwerzüglich die erforderlichen organisatorischen Vorbereitungen zu treffen, die eine Verminderung der in Hessen bestehenden fünf Ministerien auf zwei, höchstens drei, spätestens bei der Neubildung der Regierung im nächsten Lastdtag ermöglichen. Weiter sollen in allen Ministerien gemischte Kommissionen aus Beamten der Zentral- und Lokal- behörden geeignete Vorschläge machen, t>ie eine Uebertragung von Arbeiten der Zentralbehörden auf Lokalbehörden, die Vermeidung von Doppelarbeit, eine Einschränkung des Schreibwerks und eine Vereinfachung des Dien st betriebe s, insbesondere auch die Uebertragung von Arbeiten höher besoldeter De- amtengruppen auf geringer besoldete zum 3iele haben sollen. Auf Grund des so gewonnenen Er- gebniffes soll dem Landtag Vorlage über eine weitere Vereinsachung der Verwaltungsorganisation gemacht werden. Die in Aussicht genommene Verwaltungsreform durch Zusammenlegung und Neuabgrenzung von Lo- kalbehörden, sowie durch Abbau der Provinzialdirektionen als staat- licheDehördensoll unverzüglich durchgeführt werden. Schließlich soll beim Reich erneut die Weiterführung der Arbeiten zur Reichsreform betrieben werden und, falls diese Arbeiten in absehbarer Zeit zu keinem Erfolg führen, sollen Verhandlungen mit Nachbarländern zwecks Zusammenschluß auf der Grundlage des bereits bestehenden rhein-mainischen Wirtschaftsgebietes aufgenommen werden. Curtius will fest bleiben. Berlin hat keine Kenntnis von Briands Gegenplan. Berlin, 18.April. (TH.) wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, hat hie deutsche Regierung bislang von französischer Seite keinerlei Andeutungen über den Inhalt des Briandschen Gegenplanes erhalten. Die in verschiedenen Blättern verbreiteten Behaup- tungen, der Briandsche Plan habe in Deutschland, und insbesondere bei Außenminister Curtius ft a r f e Besorgnisse auskommen lassen, werden als völlig verfehlt bezeichnet. Deutschland begrüße jede von der anderen Seite entfaltete Aktivität, die zu positiven Ergebnissen führen könne. Ieder Gegenplan werde selbstverständlich auf seine Durchführbarkeit hin von deutscher Seite geprüft werden. Trotzdem lasse sich Deutschland in keiner weise von dem Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion abbring e n. „Oer Weg geht weiter". Keine Unterbrechung der Zollangleichungsverhandlungen. Wien, 18. April. (WTB.) Zu der von der Qlgence Havas verbreiteten Meldung, Oesterreich habe die formale Zusicherung gegeben, daß die Verhandlungen über die deutsch-österreichische Zollunion bis zur Prüfung der Frage durch den Völkerbund ausgeschoben werden würden und zu dem von österreichischer und von deutscher Seite hierzu herausgegebenen Erläuterungen schreiben die dem Vizekanzler Schober nahestehenden „Wiener Neuesten Nachrichten": Der Zweck der Havas-Meldung ist klar: der Quai d'Orsey hat das Bedürfnis, sich der französischen Oeffentlichkeit gegenüber mit einem Erfolg der von Paris aus eingeleiteten Gegenaktion ausweisen zu können. Don einer Unterbrechung der Vorbereitungsarbeiten oder gar von einer Zurückstellung des Zoll- unionplanes, wie von gegnerischer Seite an- gedeulet wird, ist und kann aber, das muß ausdrücklich festgestellt werden, natürlich keine Rede sein, schon deshalb nicht, weil die Gegenpläne, zu deren Stützung das französische Kommunique offenbar herausgegeben wurde, mit Ausschluß Deutschlands und Oesterreichs gedacht sind. Wenn diese Gegenpläne die Behebung der europäischen Wirt- fchaftsnot zum Ziele hätten und nicht wieder nur machtpvlitischen Zwecken zu dienen bestimmt wären, würde man von österreichischer und reichsdeutscher Seite kaum etwas gegen sie einzuwenden haben, weil sie ja schließlich wieder in den Dorschlag der beiden deutschen Staaten einmünden müssen. Eine Sanierung der prekären Wirtschaftslage Europas unter Ausschluß Oesterreichs oder Deutschlands ist ausgeschlossen. Daher besteht auch für diese beiden keinerlei Anlaß, sich durch die jetzt eröffnete Gegenoffensive in der Verfolgung ihrer mit den naturgegebenen Existenzbedingungen Europas in voller lieberein» Kimmung stehenden Pläne irgendwie beeinträchtigen zu lasten. Der Weg geht weiter. Mussolini über die Zollunion. EirrAkt konstruktiver internationaler Politik Wien, 19. April. (TU.) Die „Neue Freie Presse" veröffentlicht Aeußerungen des Außenministers Dr. Schober und Mussolinis über den deutsch-österreichischen Zollplan. Mussolini weist daraus hin, daß in Amerika da und dort Stimmen laut geworden seien, nach denen die österreichisch-deutsche Zollunion, wenn sie verwirklicht würde, einer der wenigen Akte konstruktiver internationaler Politik wäre, die seit dem Waffenstillstand von den europäischen Staatsmännern zur Verbesserung der allgemeinen Lage erdacht worden seien. Die Union zwischen Deutschland und Oesterreich auf wirtschaftlicher Grundlage müsse noch auf ihre legale und juristische Natur hin geprüft werden. Italien werde Ruhe und Gleichmut bis ans Ende bewahren, wie es einer Nation zukomme, die nicht nur die augenblicklichen Ereignisse sehe, sondern die Augen offen halte gegenüber der möglichen Kette von Folgerungen für sich und für die künftige Generation. Schober betont, daß Mitteleuropa nicht länger in Ergebung eine Krise nach der anderen als selbstverständlich hinnehmen könne. Er weist nochmals auf den im Iahre 1929 vorn Deutschen Reich gemachten Vorschlag an die Tschechoslvwakei wegen einer Zollunion mit Oesterreich und Deutschland hin, der aber bei der damaligen tschechischen Regierung keine Unterstützung gefunden habe. Oie Revolution in Spanien. Oie Stellung Kataloniens. Abmachungen mit der Madrider Regierung Barcelona, 18.April. (Havas.) Zwischen dem Obersten Macia, den Mitgliedern der re pul' likanischen spanischen Regierung Domingo und de los Rios sowie den Mitgliedern des Regierungsrats der Republik Katalonien fand eine Besprechung statt, um die Beziehungen Katalonien zur spanischen Regierung zu behandeln. In einer Pressemitteilung wird erklärt, diese Besprechung sei mit größter Herzlichkeit geführt worden und habe es erlaubt, die verschiedenen Seiten der katalanischen revolutionären Bewegung innerhalb des neuen Regimes zu prüfen. Es wurde einstimmig anerkannt, daß cs angebracht sei, die Ausarbeitung des katalanischen Statuts zu beschleunigen, das nach Billigung durch die katalanische Stadtratsversamm- hing den verfassungsgebenden Cortes als Vorschlag der provisorischen Regierung der Republik Spanien und als Kundgebung des feierlichen Willens Kataloniens unterbreitet werden soll. Die katalanische Regierung nimmt in Zukunft den Namen an „R e - g i e r u n ad er Generalität Katalonien". Oberst Macia verlas vom Balkon des Palais der Generalität die Pressenotiz und erklärte außer- dem, die Regierung habe sich verpflichtet, das katalanische Statut zu billigen. Wenn die spanische Regierung dieses Versprechen nicht kalten sollte, dann würden die Katalonier für ihre Freiheit bis zum Aeuhersten kämpfen. Das Mitglied der katalanischen Regierung Carrasco wies in einer Rede darauf hin, die alte Regierung der Generalität Katalonien, die durch den er- ft en Bourbonen zerstört worden sei, hätte gerade in dem Augenblick wieder aufgerichtet wer- den müssen, in dem der letzte der Bourbonen gestürzt wurde. England als Exil. Anerkennung der republikanischen Regierung. London, 18. April. C$11.) Die englische Regierung hat sich am Samstag mit den Regierungen der Dominien wegen der Frage der Anerkennung der neuen spanischen Regierung in Verbindung gesetzt. Die de tacto- Anerkennung dürfte schon in kurzer Zeit erfolgen. Die de jure-Anerkennung wird erst erfolgen, wenn normale Verhältnisse in Spanien einigelre- ten sind. Wie sich die englische Regierung für den Fall verhalten wird, daß König Alfons seinen endgültigen Wohnsitz in England aufschlagen sollte, steht noch nicht fest. Es ist jedoch zu erwarten, daß England dem spanischen König dieselben Rechte einräumen wird, wie sie'der frühere König Manuel von Portugal und der frühere König von Griechenland genießen. Die Regierung hat ihnen das Aufenthaltsrecht gewährt, hat aber auf dem Recht der Ausweisung bestanden, wenn auf englischem Boden Verschwörungen angezettelt werden, die sich gegen eine von der englischen Regierung anerkannte verfassungsmäßige Regierung richten. Französische Sorgen. Paris, 18. April. (TU.) Die Pariser Presse beschäftigt sich immer noch sehr eingehend mit der katalanischen Frage, die für die Beziehungen zwischen Frankreich und Spanien ausschlaggebend sein werde. Man dürfe nicht vergessen, daß Katalonien bisher niemals ein staatlicher Begriff gewesen sei (??), sondern auf einer Sprachengemeinschaft beruhe, die sich nicht auf spanisches Gebiet beschränke. Die gleiche Sprache werde im französischen Roussillon in der Provence und 'darüber hinaus in Languedoc gesprochen. Ferner müsse man sich vergegenwärtigen, daß sich auch das baskische Siedlungsgebiet über die Pyrenäen hinaus nach Frankreich hinein erstrecke. Revolutionäre Regierung auf Madeira. Lissabon, 19. April. (WTB. Funkspruch.) Die Regierung gibt bekannt, daß die Aufständischen in Ponta Delgado (Azoren) heute ■tfrV., M.,.<Ä RI Eine historische Erinnerung: Anarchistisches Attentat gegen den Brautwagen des jungvermählten Königs- paares in Madrid am 19. Mai 1906. Das Königspaar blieb unverletzt, 15 Menschen aus dem Gefolge wurden getötet. .1 ’i it SS MM l l't • M A •»r. R Oberst Macia, der Führer der katalanischen Autonomisten, übernimmt die Präsidentschaft der katalanischen Republik. früh 3 Uhr kapituliert haben mit Ausnahme einiger Leute, denen es gelang, an Bord eines Dampfers auf den Kanarischen Inseln zu entkommen. Rach einer offiziösen Mitteilung haben sich auch die Aufständischen der Insel Terceira ergeben. Es heißt, daß die aufständischen Offiziere von ihren Untergebenen im Stich gelassen wurden, als die Regierungstruppen zum Angriff übergingen. Der Vertreter der revolutionären Regierung der Azoren im Auslände teilt mit, die Zivilbevölkerung von Madeira und den Azoren habe sich einmütig den Aufständischen angeschlossen. In Funchal sei eine provisorische Regierung gebildet worden, die die Führung der Verwaltung in allen aufständischen Gebietsteilen übernehme, und zwar unter der Präsidentschaft von Sousa Diaz. Vertreter der provisorischen Regierung im Auslande ist der gegenwärtig in Paris weilende Marineoffizier Sebastian da Costa. Tie Bildung der provisorischen Regierung ist allen in Madeira beglaubigten fremden Konsuln zur Kenntnis gebracht worden. Die Kritik am Äatsausgietch in Hessen. Oie Generalaussprache im Landtag. D a r m st a d t, 17. April. (WHP.) Präsident Delp gibt bekannt, daß heute die Generalaussprache erledigt werden müsse. Für Dienstag sei die Beratung des Kapitels 53 (Kultusministerium) und 68/3 (Pädagogische Institute) auf die Tagesordnung gesetzt. Abg. Schreiber (Staatspariei) Unter Zurückstellung von Wünschen aus Oberhessen und Starkenburg muß jetzt Rheinhessen betreut werden. Der 1,5-Millionenbetrag aus der Westhilfe ist restlos für die Verbreiterung der Mainzer Straßenbrücke zu verwenden. Im Rhein-Main-Gebiet soll die Regierung ihre „Reichsreform"-Tätigkeit fortsetzen. Durch die Realsteuern wird der Mittelstand schwer bedrückt. Mit allen Mitteln ist der Zunahme des gestigen Proletariats entgegenzuwirken, vor allem durch Einengung des Zustroms nach den höheren Schulen und Fortfall des Derechtigungsunweserrs. Die Rotverordnung des Reichspräsidenten gegen politisches Rowdytum war durchaus notwendig. Wir wünschen für' Hessen ein allgemeines Uniformverbot. Abg. Dr. Aiepoth (O.Dpt.) erinnert daran, daß die DVP. schon im Jahre 1926 gefordert habe, Einnahme-Minderungen auch durch Abstriche an den Ausgaben zu erreichen. Damals habe Herr Kaul (S.) von der „Sparpsychose" der Volkspartei gesprochen, als sie Angleichung der Lehrkräfte an die zurückgehenden Schü lerzif fer n gefordert habe. Aber schon einige Tage später habe derselbe Herr Kaul mit seinen Koalitionsfreunden einen Antrag einaebracht, 200 Stellen an der Volksschule abzuoauen. Unter allen möglichen Tarnungen hat aber inzwischen ein Abbau an der Volksschule eingesetzt, der über das hinausgeht, was die Voltspartei im Jahre 1926 gefordert hat. Der Etat 1931 schließt auf dem Papier ausgeglichen ab. Trotz aller Maßnahmen, wie der vom Reich durchgedrückten Gehaltskürzung der Beamten, ist es nicht gelungen, die Endzahlen des Etats wesentlich zu senken. Das liegt zu einem großen Teil darin, daß die Verschuldung Hessens ganz beträchtlich gestiegen ist. Sie stieg vom Jahre 1928 mit 21,5 Millionen auf jetzt 68,5 Millionen, wovon über 40 Millionen kurzfristige Schulden sind. Die hohe Verzinsung dieser Schulden muß notwendig zu einer Erhöhung der Voranschlagsziffern führen. Deshalb haben wir beantragt, alle Bewilligungen auf das Vermögen des Landes gelten nur unter der Voraussetzung, daß die Kapitalien langfristig beschafft werden, daß also der Landtag in jedem Ginzelfall gehört werden muß, ob er Ausgaben bewilligen will, wenn die Gelder auf lange Frist nicht beschafft werden können. Wir müssen dahin kommen, unsere kurzfristige Schuld zu konsolidieren. An eine Konertierung unserer Schulden wird so rasch nicht zu denken sein. Ter zweite bedenkliche Posten ist das automatische Anwachsen der Pensionen. Tieses Jahr ist diese Ausgabe wieder um 3/< Million gestiegen. Rach dem Gutachten des Spar- kommissars müssen wir für das Jahr 1946 mit einem Anwachsen bis zu 22 oder gar 27 Millionen je nach dem Turchschnittsalter der Pensionäre rechnen, gegenüber 18 Millionen heute. Außerdem hat man anscheinend vergessen, daß im nächsten Jahr eine Senkung der Sondergebäudesteuer eintreten muß infolge der Erhöhung der Aufwertungszinsen. Ich kann mir nicht denken, daß die Regierung eine neue allgemeine Mieterhöhung am 1. Januar 1932 einführen will. Wir haben bereits im Tezember sehr scharfe Kritik geübt, wie die Regierung den Etat ausgeglichen hat, durch neue Steuererhöhun- § en. Damals hat man uns erklärt, daß durch die -rhöhung der Sondergebäudesteuer bei höherer Verzinsung als 5 v. H. ein Betrag von etwa r/r Million eingehen werde. Rach Mitteilungen vvn sachkundiger Seite ist dieser Betrag zu niedrig gegriffen, weil bei der Ausführung des Gesetzes viel mehr hereinkommen wird. Sind das vielleicht die „stillen Reserven", Herr Minister, von denen Sie gesprochen haben. (Finanzminister Kirnberger: Rein!) Die Wirkung der Steuererhöhung bedeutet eine Sabotage der Tendenzen der Reichsregierung. Ls ist doch nicht so, wie die Regierung es darstellt, wir haben soviel Steuern gesenkt und soviel Steuern erhöht, das gleicht sich etwa aus. Das Bild ist in Wirklichkeit so, daß die meisten von den Steuerermäßigungen nichts haben, sondern nur die Sleuererhöhungen spüren, die viel höher sind, als im Dezember angenommen wurde. Der Etat wurde nicht nur ausgeglichen durch Steuererhöhungen, die das Maß des Erträglichen weit übersteigen, sondern auch durch Lasten- abwälaungen auf die Gemeinden. Der Redner der Sozialdemokraten hat angesichts der schwierigen Finanzlage der Kommunen durch die Wohlfahrtslasten das Reich um Hilfe angerufen, nber gleichzeitig stimmt er immer neuen Belastungen der Gemeinden durch das Land au. Das ist doch ein Widersinn. Er sollte doch die eigene Macht in Hessen ausnuhen und sich für unseren Antrag einsehen zugunsten der Gemeinden, denen man mindestens doch das nicht nehmen darf, was ihnen gehört. Ich habe nachgewiesen, daß die Gemeinden einen Betrag von mindestens 200 000 Mark zu beanspruchen haben aus dem Erlös derReichsbahnvorzugs aktien, die Hessen erhalten hat, und aus der Vorverlegung der Be am tenge h al t skü r- zung. Warum stimmt die Sozialdemokratie diesem berechtigten Verlangen nicht zu? Der Vorschlag des Reichsstädtetages, die Arbeitslosen- und Wohlfahrtslasten zwischen Reich, Staat und Gemeinden zu teilen, findet unsere Zustimmung, wenn die Garantien gegeben sind, daß die Gemeinden, die die Hilfe des Reiches in Anspruch nehmen, auch ihren Haushalt führen, wie das im Interesse der Allgemeinheit gefordert werden kann. (Sehr richtig.) Wir haben im Kleine politische Nachrichten. Rach dem Vorgang des seit geraumer Zeit in Berlin bestehenden Paritätischen Ausschusses hat sich vor kurzem auch inKassel ein solcher gebildet, der, aus Männern der evangelischen und der katholischen Kirche bestehend, in Form einer losen Arbeitsgemeinschaft sich zum Ziele gesetzt hat, im Geist« des Vertrauens und gegenfeitiger Achtung de« planmäßigen Förderung und Pflege eines gesunden deutschen Volkslebens zu dienen. Es sollen Fragen des kulturellen Lebens geklärt und auf praktische Zielsetzung, sei es in gesetzgeberischer oder volkserziehlicher Art, hingearbeitet werdens Finanzausgleich seinerzeit die hessischen Gemeßv den sehr gut gestellt und trotzdem ist die k om - munale Verschuldung pro Kopf mit 216 Mark die höchste in Deutschland. Wir fordern Abbau der Zahl der Ministerien, Abbau der Sla.itsaufgaben, Dezentralisation dec Verwaltung, Beschränkung der Beamten auf solche Stellen, die Hoheitsaufgaben zu erfüllen haben. Abg. Or. Wolf (fraktionslos) erklärt zu den Oberolmer Zusammenstößen, das Landeskriminalamt hat, wie schon in anderen Fällen politischer Zusammenstöße, falsche Meldungen in die Welt gesetzt. Man versucht, hier von links her, dem Stahlhelm etwas anzuhängen, um für sich Kapital zu schlagen. Der Stahchelm hat mit diesem Meuchelmord nichts zu tun. (Lärm.) Als der Redner die Vorgänge in Oberolm im einzelnen schildert, kommt es zu lebhaften Zwischenrufen. Innen Minister Leuschner weist die Angriffe des Vorredners auf das Landeskriminalamt als völlig unbegründet zurück. Die amtliche Darstellung treffe tatsächlich zu. — In persönlichen Bemerkungen halten die Abg. Schreiber (Staatsp.), Dr. Wolf (fraktionslos) und Minister Leuschner an ihren Darstellungen fest, wobei es zu beleidigenden.^wischen- rufen kommt, wofür die Abg. Sturmfels (Soz»), Dr. Wolf und Galm (Komm. Opp.) zur Ordnung gerufen werden. — Fortsetzung der Beratung am Dienstag, Ende gegen 12.30 Uhr. Reichsbankpräsident Dr .Luther ist in Badenweiler eingetroffen. Er wird mit Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Cur- ti u s, die sich beide zur Zei. ebenfalls in Badenweiler aufhalten/ eine Besprechung haben und nach Basel weiterfahren. Das Präsidium des preußischen Oberverwaltungsgerichts hat den durch seine Angriffe gegen Minister Grzesinski und seinen Uebertritt zur nationalsozialistischen Partei bekanntgewordenen Senatspräsidenten G r ü tz n e r von der Leitung des 5. Disziplinär« senats für die preußischen Kommunalbeamten ab« berufen. An seiner Stelle wird der neuernannte Senotspräsident von Kries, ein Bruder des . deutschnationalen Landtagsabgeordneten, den Diszi- plinarsenat übernehmen. Senatspräsident Grützner wird die Leitung eines Steuersenats übertragen werden. Bei dem Volksbegehren der Rationalsozialisten auf Auflösung des Stadtrats Kaiserslautern wurden 16041 Ja-Stimmen und 15 358 Rein-Stimmen abgegeben. Ungültig waren 144 Stimmen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von ungefähr 70 v. H Da aber zur Auflösung drei Fünftel der abgegebenen Stimmen nötig sind, ist das Volksbegehren ab gelehnt. Der Kürtenprozeß in Düsseldorf. Düsseldorf, 18. April. (WTB.) Rach Eröffnung der Sitzung des sechsten Verhandlungstages wurde in die Prüfung des Falles Doer- r i e r eingetreten. Der Kriminalsekretär Opfer erklärt, als er mit dem Ueberfallkommando zum Tatort kam, habe die Doerrier noch gelebt und sehr gestöhnt. Als die Mordkommission eintraf, war die Doerrier bereits ins Krankenhaus gebracht worden. Der Kriminalbeamte Irrgang berichtet, daß der Abdruck der Fußspuren die Hebereinstimmung mit den Schuhen der Doerrier und Kürtens ergeben Habe. Oberarzt Dr. Kraft, hat die Doerrier im Krankenhaus untersucht, die schwer verletzt eingeliefert wurde. Sie hatte an beiden Augen klaffende Wunden. Die Doerrier hat das DewuWein nicht wiedererlangt. Die Prüfung des Falles Meurer begann mit der Vernehmung der Ueberfallenen. Diese ging am 25. Oktober über den Hellweg nach Hause. Ein Mann ging an ihr vorüber, der ihr dadurch auffiel, daß er über einen Stein stolperte. Er begann ein Gespräch über die ilnsicherheit des Hellweges und die schlechten Deleuchtungsver- hältnisse und fragte die Zeugin, ob sie keine Angst habe. Sie möge doch daran denken, wie es dem ermordeten Scheer ergangen sei. Kürten ersuchte sie, neben ihm zu gehen. Um ihn los zu werden, sagte sie, daß sie in wenigen Minuten abgeholt werde, und gleich zuhause sei. Als sie sich dann umdrehte, bekam sie einen heftigen Schlag, so daß sie zusammensank. Als sie wieder zu sich kam, waren schon Leute bei ihr. Kürten habe auf sie einen guten Eindruck gemacht, so daß sie sich sagte: Das ist ein netter Mensch, mit dem kannst du ein Stück gehen. Frau Meurer trug am Kopf und am rechten Ohr Verletzungen davon, die von einem Hammer herrührten. Sie wurde sofort operiert, konnte erst am Rach- mittag des nächsten Tages aussagen und wurde nach drei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen. Die 36jährige Frau Frisch, geschiedene Wanders, gibt an, auf einem Spaziergang im Hofgarten an der „Goldenen Brücke" in der Nähe des vtadt- theaters plötzlich von hinten niedergeschlagen worden zu sein, ohne daß der Täter sie oder sie ihn angesprochen hätte. Sie habe zuerst Verdacht auf ihren früheren Mann gehabt. Bei der Gegenüberstellung erkannte sie Kürten nicht wieder. Er aber sagte nad) der Aussage des Krirninalsekre« tärs Müller sofort: Das ist dieFrauaus dem Hofgarten! Zum Fall Albermann berichtete Kriminalbeamter Irrgang über die Lage und den Befund der fürchterlich zerstochenen Leiche. Es werden dann eine Reihe Zeugen vernommen, die das Kind und Kürten auf dem Wege zum Tatort gesehen haben. Von Interesse ist die Aussage des Zeugen Voß, der mit einem Kollegen abends gegen 19 Uhr durch die Hans-Sachs-Straße ging, wo ihm ein Mann mit einem Kinde entgegenkam. Sein Kollege fand des Gtahlhelmtag in Frankfurt @1 JTll l Gern J Olt »teile «liegen mit dem Winde. Die oeiden Zu allen Hausfrauen kommt in diesen Tagen ein höflicher junger Mann — zu einem kurzen Besuch. Er will Sie nicht lange aufhalten: nur ein paar nützliche Winke will er Ihnen geben und ein kleines, Ihnen wohlbekanntes Geschenk: eine Probedose Vim - das gute, sparsame Putzmittel, das all Ihren Hausrat so leicht, schnell und schonend reinigt $türmi$chci «tordwesl monen stehenden tat* Auf jeder Vlm-Dose ein wertvoller Gutschein. Sammeln Sie Ihn. sammeln Sie auch die Gutscheine der anderen guten Sunllcht Produkte, Lux Seifenflocken, Sunlicht Seife und Suma. Sie erhalten schöne Gaben. ichen Oberverwaltung;» lngrisfe gegen Minister tritt zur nationalsozia« rdencn Senatspräsiben« tung öes 5. Disziplinär« ommunalbeamten ab» wird der neuernannte 15, ein Bruder de; geordneten, den W« natspräsrdent Trützner es Steuersenats ©wolkenlos. Oneuer, onaib DtdtcKt. e wolkig. e oeutckl •UtgM »Sehnte 6. Graupeln. b Hebet K Gewitler.(g)Wind$tille.«O^ sehr eichte« Ost massige» sodsudwest, hren der Dativ« lslösung des Stadtrats m 16041 abgegeben. Ungültig ntshncht einer Mhb« :o ’o.S). Da oder yit rc abgegebenen Slim« Volksbegehren abge« sowie von Bademeister Wilhelm Scharf (Laubach) und Ernst Jäger (Gießen) die Prüfung für den Grundschein abgelegt. ** Geschäftsiubiläum. Am Samstag, dem 18. April, konnte Herr Wilhelm I u l l m a n n, Mit« inhaber der Firma Gebr. Jullmann, auf eine 25jäh. rifle Tätigkeit als Vertreter der Gothaer Feuerver« ficherungsbank zurückblicken. Dem Jubilar wurden aus diesem Anlaß von der Gothaer Feuerversiche« rungsbank besondere Ehrungen bereitet. •• Konzert der Heilsarmee. Am Freitagabend weilte das Stabsorchester der Heilsarmee aus Berlin in Gießen und gab in der Neuen Aula der Universität ein sehr gut besuchtes Konzert. Die 26 Mann starke Kapelle erwies sich als ein vorzügliches Orchester, das von dem Dirigenten in souveräner Weise beherrscht wurde und mit viel Musikalität eine Reihe von Liedern und auch schwere geistliche Musik zum Bortrag brachte. So horte man nach einem einleitenden Marsch u. a. einige Partien aus Handels „MessiaS", die eine hervorragende Interpretation erfuhren. Dem Orchester ist eine Homogenität eigen, die jeder Darbietung eine Geschlossenheit gibt, wie sie in dieser ausgeprägten Form wohl kaum von den Zuhörern erwartet wurde. Unter dieser Voraussetzung gestaltete sich die Wiedergabe einer Beethovenschen Komposition („Christus am Oelberge") zu einem schönen Erlebnis und zum Höhepunkt des Abends. Verschiedene solistische Darbietungen für Kornett und Cuphonium, Darbietungen eines Doppelquartetts, zwei Sologesänge und schließlich eine kurze Bibelvorlesung verhalfen dem Programm, das sehr geschickt zusammengestellt war, zu einer erfreulichen Lebendigkeit. Wohl jeder Zuhörer verlieh hochbefriedigt das Haus. Oie Wetterlage. Frankfurt a.M., 19. April. Der Stahlhelm, Landesverband Groß-Hessen, hatte seine Gruppen heute zu einem Aufmarsch in Frankfurt a.M., der der Werbung für das Volksbegehren auf Auflösung des Preußischen Landtags galt, ausgerufen. Die Kundgebung erhielt ihre besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des 1. Bundesführers Franz Seldte. Am Vormittag fanden Gottesdienste in den evangelischen und katholischen Kirchen statt, die von den Htahlhelmern zahlreich besucht waren. Der 1. Bundessührer Franz Seldte sprach in der Mittagsstunde im Volksbildungsheim in kleinerem Kreise über die Idee des Stahlhelm. Er gab dabei einen erschöpfenden Querschnitt von den Bestrebungen des Stahlhelm seit seiner Gründung bis heute und betonte insbesondere den starken sozialen Zug und die hohe sittliche Bedeutung des Frontkameradschaftsgeistes für die staatliche und nationale Aufbauarbeit, für die der Stahlhelm seine Kraft einsetzt. Nach einem Promenadenkonzert der Frankfurter Stahlhelmkapelle auf dem Goetheplatz folgte am Nachmittag auf dem weiten Platze vor der Großmarkthalle der Aufmarsch der Stahlhelmformationen aus der näheren und weiteren Umgebung Frankfurts. Eine riesige Menschenmenge umsäumte den großen Platz, um Zeuge des interessanten Ereignisses zu sein. Unter Musikklängen schritt der Bundesführer Seldte, von den Stahlhelmern und großen Teilen der Zuschauer lebhaft begrüßt, die Fronten der Formationen ab. Danach Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 20. April 1931. Oberstleutnant a. O. Max Freiherr von Rotsmann t- Am Samstag verstarb auf dem Stammsitz seiner Familie in Dotzelrod bei Alsfeld Oberstleutnant a.D. Max Freiherr von Rotsmann. Mit ihm ist eine der markantesten Offiziersgestalten unseres Hessenlandes zur großen Armee abgerufen worden. Er wurde am 8. September 1858 in Darmstadt geboren, war also 56 Jahre alt, als er sich bei Beginn des Weltkrieges freiwillig zur Verfügung stellte. Er trat 1877 in das Hess. Jns.-Leibgarde-Rgt. Nr. 115 ein. Von 1883 ab war er vier Jahre Betatllons- und anschließend drei Jahre Regimentsadjutant. Im Jahre 1890 wurde er Brigadeadjutant (39. Inf.« Brig.) in Hannover. Zum Hauptmann befördert wurde er im Herbst 1893 Kompanie-Chef im Inf.- Rgt. Nr. 73. Don 1898 bis 1902 war er Adjutant beim Generalkommando X. Armeekorps in Hannover und wurde in dieser Stellung zum Major befördert. 1902 wurde er Kommandeur des III. Bataillons Jnf.-Rgts. Nr. 118 in Worms. 1907 trat er als Oberstleutnant in den Ruhestand. Bei Kriegsausbruch wurde er Kommandeur des I. Datl. RJR. 222, führte auch zeitweise das Regiment in Polen und übernahm am 20. Dezember 1914 die Führung des RJR. 223. In den Karpathen erkrankt, kehrte er in die Heimat zurück. Im Mai 1915 wurde er Kommandeur des RJR. 80, mußte aber wegen geschwäch- ter Gesundheit um Aushebung seiner Mobilmachungs- bcstimmung bitten und wurde im Herbst 1915 zum Kommandeur des damals in Alsfeld errichteten Landsturmbataillons (XVIII 50) ernannt. Im Som- mer 1917 trat er in den Ruhestand zurück. Das sind die nackten Tatsachen seiner militärischen Laufbahn. Seine glänzenden militärischen Eigenschaften sicherten ihm die uneingeschränkte Achtung aller, die mit ihm in Berührung kamen. Er hielt die Truppe in schärfster Manneszucht und führte sie selbst nach gewaltigen Anstrengungen, Entbehrungen und Verlusten zum Siege. Er war aber auch seinen Untergebenen ein treuer Helfer, der mit ihnen Freud und Leid teilte und sich so auch die unbedingte Liebe aller Mannschaften erwarb. In der manchmal etwas rauhen Schale schlug ein grundgütiges, väterliches Herz, immer hatte er nur das Wohl der ihm anvertrauten Mannschaften im Auge. Und diese verehrten und liebten ihn aus ganzem Herzen, denn sie wußten, daß er stets mit seiner starken Persönlichkeit für sie eintrat. Er war kein sog. „Kommiß-Ofstzier", der nur den Gamaschendienst kannte, obwohl er den Dienstbetrieb bis in die kleinsten Einzelheiten beherrschte, sondern er war ein Offizier mit weitem, offenem Blick, ein Feldsoldat im wahren Sinne des Wortes, dem es gar nicht darauf ankam, ob jemand genau nach den Buchstaben des Reglements handelte, sondern daß es zweckentsprechend und der jeweiligen Lage an- gepaßt war. Er verlangte von seinen Offizieren und Mannschaften viel, stellte aber die größten Anforderungen an sich selbst. Alle wußten und fühlten, daß er seine Mannschaften nur dann einsetzte, wenn es Sinn und Zweck hatte. Im Schützengraben in Frankreich war er täglich in der vordersten Stellung, und in den Kämpfen um Lodz stürmte er mit wie einer der Jüngsten seines Bataillons. Wenn das Verhältnis zwischen Offizieren und Mannschaften beim RJR. 222 ein so harmonisches war, so ist dies in der Hauptsache auf das Vorbild zurückzuführen, das er allen gab. Das I. Bataillon hat unter seiner glänzenden Führung Hervorragendes geleistet. Die alten 222er, die mit ihm ausrückten und unter ihm fochten, werden ihm die Treue, Liebe und Verehrung auch über das Grab hinaus bewahren. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Volks- rechtpartei-Sparerbund. Ortsgruppe Gießen: Oeffent- erfolgte ein W e r b e m a r s ch der uniformierten Stahlhelmer durch die verschiedensten Viertel und Straßen der Stadt, wobei die endlos lange und von mehreren Musikkapellen in scharfem Marschrhythmus gehaltene feldgraue Marschschlange überall mit herzlichen Zurufen begrüßt wurde. Zehntausende umsäumten die Marschstraßen: besonders stark war das Gewühl in den Hauptstraßenzügen, wo die Menschen in mehreren Reihen hintereinander dicht gedrängt standen. Aus diesem riesigen Menschenandrang und den ununterbrochenen warmen Sympathiekundgebungen der Menge ging hervor, daß der Stahlhelm durch diesen Aufmarsch einen starken moralischen Erfolg bei der Frankfurter Bürgerschaft errungen hat. Der Umzug endete mit einem Vorbeimarsch vor dem 1. Bundesführer Seldte auf dem Festhallengelände, dem wiederum Zehntausende von Menschen beiwohnten. Anschließend fand in der Festhalle eine von vielen Tausenden besuchte Kundgebung für das Volksbegehren des Stahlhelms auf Auflösung des Preußischen Landtages statt, bei welcher der stürmisch begrüßte Bundesführer Seldte die Hauptrede des Abends hielt, in der er mit Entschiedenheit gegen die^jetzt bestehende Regierungskoalition in Preußen Stellung nahm und zur Unterstützung des Stahlhelmvolksbegehrens aufrief. Die Rede fand in allen Teilen begeisterte Zustimmung. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes nahm die Kundgebung ihren Ausgang. D- ^i« ****§* “«Äh öle i*obe, ^r. dow j * <£l. Wä« rredners tthS' tatsächlich Mß ft t an JÄW * b- Äfctj- Mritfe, Wunna 3dt« 1‘“Uten N. 7ÄlnÄ«ii«i ’ ■‘“Innern bei IW hat, UN @eift» » Achtung W eines gesun. M>®n. 64 Mer, Matt und auf J. w gesetzgeberischer 9iWütet werdet UheristinBatzrn. oirb mit 9täd)slantftt chmninister Dr. Tin. •- ebenfalls in Sahen« -chung hoben und nach Mann verdächtig und sagte zu dem Zeugen: D a s ist der Düsseldorfer Mörder! Da das Kind aber sehr zutraulich schien, nahm Voß an, es sei sein Vater. Professor Berg erstattete das Gutachten über den Besund der Leiche, die 34 mit großer Wucht geführte Stiche aufwies. Dom Verteidiger befragt, ob er aus der großen Zahl der i Stiche auf den seelischen Zustand des Taters schlie- ; feen könne, antwortete der Sachverständige, der ■ Täter müsse in hochgradiger Erregung gehandelt haben.___ . Aus aller Welt. Drei lote bei einet kommunistischen Demonstration. Die Kommunistische Partei des Bezirkes Hamm veranstaltete zum Gedachtms der im JDtard 1920 bei den Unruhen in dem Gefecht bet Pelkum Ge« fallenen einen Demonftratlonszug zu dem Massengrab in Pelkum. Die Demonstration war auf Pelkumer Gebiet verboten und lediglich eine Abordnung von 150 Personen zugelassen. Als Beamte der Landjägerei an der Pelkumer Gemeinde- grenze diese Abordnung von dem Demonstrationszuge abtrennen wollte, wurden sie von Teilnehmern des Zuges angegriffen, mit Steinen beworfen und mit Knüppeln und Latten geschlagen. Die Beamten mußten von der Schußwaffe Gebrauch machen. Dabei wurden drei Demon- st r a n t e n g e t ö t e t und vier schwer verletzt, 'Sunf Beamte der Landjägerei wurden durch Hiebe ver- letzt. Einer hat einen Messerstich in den Kopf erhalten. Festnahme einet Kaviar-Kolonne. Dor einigen Tagen wurde in eine Kaviar- und Feinkostgrohhandlung in der Mrt- telstraße in Berlin ein Einbruch verübt bei dem die Täter für etwa 12 000 Mk. Delikatessen, besonders Kaviar, erbeuteten. Dre Diebe konnten festgenommen werden. Als Anführer des großen Einbruchs wurde ein gewisser Puschkewitz ermittelt, der wegen schweren Einbruches zuletzt zu einer längeren Strafe verurteilt wurde, die er in Sonnenburg verübte. Bon dort entwischte er im Iuli v. 2., kam sofort nach Berlin und sammelte hier eine neue Bande um sich. Die Kaviarbüchsen, die etwa fünf Pfund fassen, wurden zum Teil bei Gastwirten im Zentrum und im Westen Berlins für 10, 15 und 20 Mk. verkauft. Einen Teil der Dosen, die nicht gleich abgeseht werden konnten, brachte Puschkewitz zu seiner Braut. Das Aeußere der Büchsen schien ihm für den Verkauf nicht sauber genug. Puschkewitz wußte Bat: Die Büchsen wurden in kochendes Wasser gestellt, und natürlich der Kaviar dadurch so v e r- dorben, daß er nicht mehr zu gebrauchen ist. Bei der Siegesfeier in einem Lokal wurden Hostenhamp. Schimanskh und Springer festgenorn- men. Puschkewitz, der nicht zugegen war, wurde in einem Schlafquartier am Stettiner Bahnhof ans dem Bett geholt. Er brachte sich, um ins Lazarett gebracht zu werden, eine gefährliche S ch n i 11 v e r l e h u n g bei. Er hat diesen Schritt schon öfter angewendet, weil er damit rechnet, aus dem Lazarett entweichen zu können. Zwei wilderer im Kampf erschossen. In der Nähe des Wachaersteins stieß e i n Eisenacher Förster auf drei verdächtige Männer, in denen erWilddiebe vermutete. Als er sie aufforderte, den Inhalt ihrer Rucksäcke vorzuzeigen, zogen zwei von ihnen Gewehre hervor und legten sie auf ihn an. Dieser verteidigte sich mit seiner Dienstwaffe und erschoß die beiden Wilderer. Der dritte suchte Deckung hinter einem Baum und wechselte mit dem Förster mehrere Kugeln. Der Förster wurde in den Unterarm getroffen und mußte seine Waffe fallen lassen, worauf der Wilddieb in die Waldungen flüchtete. Bootsunglück auf dem Rhein. Aus dem Rhein bei Düsseldorf kenterte e i n Paddelboot mit zwei jungen Leuten. Einer von ihnen konnte schwimmend das Ufer erreichen, während der andere ertrank. Der Ertrunkene stammt aus Wupperthal. Auffindung eines verschwundenen Kirchengemäldes. Großes Aussehen erregte vor einiger Zeit die Verhaftung des Kunsthändlers Ad. Bauer in Wien, der beschuldigt wurde, aus Klöstern und Kirchen Kun st schätze entwendet zu haben. Von der Festnahme war auch das Berliner Polizeipräsidium in Kenntnis gesetzt worden, ebenso von der Tatsache, daß zwischen dem 4, Dezember 1930 und dem 12. Ia- nuar 1931 aus der Kirche St. Magdalena in Weitensfeld in Kärnten eines der wertvollsten Glasgemälde, ein Werk aus dem 12. 2ahr- hundert, plötzlich verschwunden war. Der Wert des Gemäldes, das die heilige Magdalena darstellt, wurde von den Kennern aus 33 000 Schilling geschätzt. 2n der letzten Zeit verstärkte sich der Verdacht, daß das Gemälde über die Grenze nach Berlin geschafft worden sei. Der Berliner Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, das Kunstwerk in einer Antiquitäten Handlung in der Wilhelmstraße zu b e sch l a g n a h - men. Als man dort eine Kiste öffnete, zeigte es sich, daß sie, vorsichtig in Watte verpackt, die einzelnen Teile des in Weitenfels geflossenen Gemäldes enthielt. Die Stücke waren aus der Bleifassung herausgelöst. Das Gemälde wurde nach dem Polizeipräsidium gebracht und wird den österreichischen Behörden zur Verfügung gestellt werden. Ob der verhaftete Kunsthändler Bauer den Diebstahl verübt hat, wird die in Wien geführte Tlntersuchung ergeben. liche Versammlung, Redner Prof. B a u s e r (Stuttgart) über „Volksrechtkampf für Arbeit und Brot", 20.15 Uhr, Katholisches Vereinshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Drei Tage Mittelarrest". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 20 Uhr, Gastspiel der Frau Auguste Prasch-Grevenberg in dem Lustspiel „5>te Welt, in der man sich langweilt". Spielleitung Peter Fassott. 2n der Volle der Herzogin Frau Auguste Prasch-Grevenberg. — Mittwoch, 22. April, 19.30 Tlhr, unter der Spielleitung von Intendant Dr. Rolf Prasch Erstauffühung der romanttschen Tragödie „Die Jungfrau von Orleans" von Schiller in neuer Inszenierung. — Freitag bleibt das Theater ge» schloßen. — Samstag, für die Abonnenten des Freitag-Abonnements, 20 Llhr, Gastspiel des Opernensembles des Stadttheaters Mainz. Zur Ausführung gelangt die Oper „Die toten Äugen" von d'Albert. Die musikalische Leitung hat A. Kienzel, die Regie P. Weihleder. Die Intendanz macht daraus aufmerksam, daß während des Vorspiels die Türen geschlossen bleiben müssen. Opeimpreise! — Die Volksrechtpartei, Ortsgruppe Gießen, hält heute, Montag, 20 Uhr, im Katholischen Vereinshaus eine öffentliche Versammlung ab. Der Reichsparteivorsitzende, Oberstudiendirektor Professor Bauser, M.d.L., Stuttgart, spricht, wie im Anzeigenteil bereits bekanntgegeben wurde, über das Thema „Volksrechtkampf für Arbeit und Brot". — Bildungsverband der Deutschen Buchdrucker. Die Ortsgruppe Gießen des Bil- dungsverbandes der Deutschen Buchdrucker veran- Haltet am morgigen Dienstag im Krausmüllersaal des Ortsgewerbevereins, Goethestraße 7, einen Vortragsabend. Der Oberkorrektor der Reichsdruckerei in Berlin, Herr Oberüber, wird über das Thema „Kampf um die Rechtschreibung" sprechen. An den Vortrag schließt sich eine Aussprache an. Näheres in der Anzeige vom Samstag. — Die Oberhessische Viehversicherungsanstalt hält am Sonntag, 26. April, 14.30 Uhr, im Hotel Hopfeld ihre ordentliche Mitgliederversammlung (Hauptversammlung) ab. Näheres in der Anzeige vom Samstag. • •• Straßenbau auf weite Sicht. Seit Ende Dezember des vorigen Iahres sind Arbeiter des städttschen Tiefbauamtes damit beschäftigt, am rechten Lahnufer, unmittelbar neben dem Flußlauf eine Straße zu bauen, die in erster Linie als Anfahrtstraße für den projektierten Viehhof dienen soll. Die Straße stellt außerdem einen Ausbau des Hohen Eichweges dar, der früher oder später doch zur Rotwendigkeit geworden wäre. Die Sttahe soll eine Fahrbahn von 6 Meter Breite erhallen und später durch zwei Bürgersteige ergänzt werden, die im Bauplan bereits vorgesehen und später, den Bedürfnissen entsprechend, leicht anzugliedern sind. Bei den bisherigen Arbeiten, die mit kurzen Unterbrechungen, veranlaßt durch das Hochwasser, rasch fortgeführt werden konnten, fanden stets etwa 24 bis 25 Arbeiter Beschäftigung. Umfangreiche Erdbewegungen mußten vorgenommen werden. Die Straße, die sich gleich einem Damm dem Flußufer entlangzieht, dürfte zugleich geeignet sein, den künftigen Viehhof vor unangenehmen Hochwasser-Tleberraschungen zu schützen. Bekanntlich ist auch der Bau einer Bahnlinie vorgesehen, die über eine Brücke über die Lahn, vorbei am Gelände der Kläranlage, auf das Schlacht- und Viehhofgelände geführt werden soll. Die Voraussetzung für die Inangriffnahme des Bahn- baues ist allerdings die restlose Klarstellung der Finanzierung des Viehhofprojektes. ** Geprüfte Rettungsschwimmer: Nach erfolgreicher Prüfung im Rettungsschwimmen wurden von Rudolf Hechler (Gießen) und von Karl Koch (Fulda) der Prüfungsschein erworben, ! in MM. iL (ffij W Er« jften Derhandlungs« g des FallesDver- timmaijetretQt Opfer iberfantommanbo }um niet noch gelebt mb 'orbtommWion ins Krankenhaus gr« natbeamte Jrrgang beet der Fußspuren ben Schuhen der DA habe. Oberarzt Dr. m Krankenhaus unter M- Deuter begann SS htensie kinr und .«Ks r Men -ah rSsM PS» f)inttVbrK rtr.Ff-" w ÄS irn s .rrh d>« OK ten geben die Temperatur an. Die Linien verbinde» Orte mit gleichO® euf neerejmveau umgerechnete» Luftdruck Wettervoraussage. Der Einfluß der zentraleuropäischen Störung geht mit der langsamen weiteren Auffüllung zurück. Nur an deren Nordseite bewirkt kühlere Luft schauerartige Niederschläge, welche jedoch mehr vereinzelt vorkommen, aber anfangs noch bis in unseren Bezirk gelangen dürften. Im ganzen wird sich die Wetterlage weiter bessern und Aufheiterung eintreten. Dabei bleibt es vorerst kühl, und Bewölkungs- rückgang während der Nacht wird in Gemeinschaft mit der kühleren Luft ein Sinken der Temperaturen bis in Gefrierpunksnähe bewirken. Aussichten für Dienstag: Kühles, wolkiges Wetter mit Aufheiterung, vereinzelte Schauer, bei nächtlichem Aufklaren Temperaturen um Null. Aussichten für Mittwoch: Meist trocken, kühl, dunstig und bewölkt mit Aufheiterung. Lufttemperaturen am 19. April: mittags 10 Grad Celsius, abends 5,2 Grad; am 20. April: morgens 1,3 Grad. Maximum 10,1 Grad, Minimum —0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. April: abends 9,2 Grad; am 20. April: morgens 4,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2% Stunden, (Schluß des redaktionellen Teils.) Das innere Gleichgewicht sich zu erhalten, ist in unserer stürmischen Zeit das erste Gebot. Die seelische Harmonie ist aber abhängig vom körperlichen Wohlbefinden und von einem zuverlässigen Nervensystem. Man hat nun aus zwei Naturreichen, dem Pflanzen- und dem Mineralreich, ein Stoffgemisch gewonnen, das mit natürlichen Kräften (Fermenten) fördernd in die Lebensoorgänge des menschlichen Organismus eingreift, und körperliche und ^e Spannkraft und Leistungsfähigkeit steigert. hat dieses Gemisch lebenskraft-fördernder Sub- stanzen „Heidequell" genannt. Jeder kann an sich ohne Kosten „Heidequell" erproben; denn die Firma Carl August Tancrä in Naumburg a. b. Saale ver- sendet ausreichende Gratisproben. 2196V ito ■to< Ual. Toi PKlaaenf. Ds-, Heidequell gratis! 2797 D 2196 V Wm 2794 D Teppiche Benutzen Sie diese günstige Gelegenheit! Darmstadter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien 2788 V z mit RM. 7.20, mit RM 71- Eine Partie Teppiche-Ausverkaufsmuster, tadellose, fehlerfreie Ware - ganz besonders preiswert sind infolge des großen Preisabbaues jetzt sehr billig! Carl Schunck Bahnhofstr. 64. lnM für die Aktien zu RM. 100.— für die Aktien zu RM. 1000 — gegen Einreichung des Dividendenscheines Nr. 3 zu den Aktien mit der Firma Gießen (Kaiserallee 56), Büdingen, 19. April 1931. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 22 April 1931, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Heute abend 8 Uhr preisschießen Carl August Tancrd, Naumburg Saale 202a Vertretungen sind nicht zu vergeben. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir innigsten Dank. Familie Hans Böhm und alle Angehörigen. Gießen, den 18. April 1931. Kommanditgesellschaft auf Aktien* bei der Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien, Berlin W 8, Behrenstraße 68 70, und deren sämtlichen Niederlassungen. Die Dividendenscheine sind auf der Rückseite mit dem Firmenstempel bzw. dem Namen des Einreichers zu versehen. Berlin, den 18. April 1031. Darmstädter und Nationalbank SWMM und oße and. Möbel. Bauarbetten aller Art. bestes Maiertal u. Berarbettg.. lange Jahre Garantie. Otto Nöser Schreinermstr., Wieseck, Rabenauer Straße, [^o Heinrich Hochstätter Verkauf Brandplatz 1 • Ausstellung Kreuzplatz 1. 2782 A Begeisterte Anerkennungen bestätigen die überaus wohltuenden Heidequell-Wirkungen. Man lese z. B. die nachstehenden hier wörtlich und mit genauen Adressen wiedergegebenen Zuschriften. 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M. ab unter Abzug von 103/< Kapitalertragesteuer, also Beruhigung der Nerven! Teile Ihnen mit, daß ich mit Ihrem fieibcqueH sehr zufrieden bin. Ich habe nach drei Tagen schon Beruhigung der Nerven versviirt. Porz a. Rhein, bei Köln, Wilhelmstraße 4. Albert Pfaffe. Mensch, der viel arbeiten und laufen muß, sollte es mal probieren. Zweimal cinnehmen genügt, morgens und abends, „dann ist man aber auch für den ganzen Tag frisch und munter und kann seine Arbeit mit Leichtigkeit verrichten. Bei Treppensteigen verspürte ich immer Herzklopfen, jetzt keine Spur mehr. C a u b a. Rhein, Zollstraße 30. Frau Heinrich K i IN p e l. ' Nerven in Not? 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Darin liegt seine vitale Gewalt. „Heideguell" ist das, waö dem gehetzten, mißmutigen, unzufriedenen, nervös gereizten Menschen unserer Zeit fehlt: cS vermittelt den innigen, innerlichen, körperlichen Anschluß an die Natur und ihre lebenfördcrnden Kräfte. Alt werden und jung bleiben! So lautet der Titel einer Druckschrift, in der die Wirkungsweise der einzelnen ,Heideguell"-Bestandteile eingehend und allgemein verständlich erläutert wird. Diese Druckschrift wird Interessenten gern kostenlos zugesandt, sic liegt auch jeder Sendung bei. Heideguell, „Jungbrunn dcr Gesundheit", wie man es auch nennt, ist kein Heilmittel gegen irgend ein bestimmtes Leiden, sondern Lebenskraft- und Gesundheitsspender schlechthin. AlS solcher fördert ^Heideguell" die Vcrdauungövorgänge, reguliert die Drüsentätigkeit, regt den Stoffwechsel an, belebt den Blutkreislauf, kräftigt die Nerven und bewirkt Steigerung der allgemeinen Spannkraft, Leistungsstärke und Widerstandsfähigkeit. Nur nicht krank sein! Wer Magenbeschwerden, Darmträgheit (Verstopfung), Leber- und Gallenlcidcn, Fettleibigkeit, Gicht, Rheuma, IöchiaS und andere Neuralgien, nervöse Störungen aller Art, Blutverschlackungen, Hämorrhoiden, frühzeitige Arterienverkalkung, Anfälligkeit gegen Erkrankungen aller Art von sich fernhalten will, nehme jeden Morgen oder Abend eine kleine Dosis „Heideguell". Wer sich aber krank fühlt, soll stets zum Arzt gehen, sich untersuchen lassen und die Ratschläge und Anordnungen des Arztes befolgen. (Naturheilkundige, Magnetopathen, Augendiagnostiker und dergleichen sind keine Aerzte!) Senden Sie untenstehenden Mit frohem Mut. Ich las in der Zeitung von Ihrem Heideguell, sofort bat ich um eine Probe, Sie waren so freundlich und schickten mehr, wofür mein Mann und ich Ihnen sehr dankbar sind. Unser Hausarzt wundert sich über unsere Lage, da mein Mann kürzlich sehr krank war und heute wieder mit frohem Mut zur Arbeit geht. Dieses und noch mehr könnte ich schreiben. Deshalb danke ich Ihnen, daß Sie mir dies empfohlen haben und teile jedem gern weiteres mit. Barren st ein-Land b. Grevenbroich/Niederrhein, Schulstraße 15 a. Familie Hermann Granderath. Fühlt sich wie seit Jahren nicht mehr. Bin mit dem Heideguell sehr zufrieden. Fühle mich nach der ersten Packung wie schon seit Jahren nicht mehr. Meine Fingerspitzen, die schon ganz ohne Gefühl waren, sind wieder gut. Könnte sonst die Treppe nicht rauflommcn, gestern habe ich nasse Wäsche hochgebracht ohne Mühe. Tausend Dank, daß ich Ihr Inserat über Heideguell in die Hände bekam. Senden Sie mir wieder eine ganze Packung Heideguell. Kleinenglis b. Borken, Bez. Kassel. Frau Emma Buch. Nachruf. Am 18. Avril d. J. verstarb auf Hofgut Dotzelrod bei Alsfeld unser all verehrter Führer im Weltkrieg Herr oberstieutoaDta.D. Mai Freiherr voo Rotsmann im 73. Lebensjahr. In nie ermüdender Sorge trat er für das Wohl der ihm anvertrauten Mannschaften ein. Sein klarer Blick in allen militärischen Dingen, sein mannhaftes Eintreten für seine Ueberzeugung, seine unermüdliche Tatkraft, seine ritterliche Gesinnung, seine Tapferkeit Unerschrockenheit und eiserne Ruhe auch in den ernstesten Lagen, seine Herzensgüte, die nur die ganz ermessen können, die ihm näher standen, sichern ihm die Liebe. Treue und Verehrung aller Offiziere und Mannschaften, die unter ihm gekämpft haben. So wird er uns allen immerdar ein leuchtendes > orbiid soldatischer Tugenden bleiben und in unseren Herzen weiterleben; wir werden unseren Führer und Freund nie vergessen. Im Namen der Freien Vereinigung ehern. 222er Grießbauer, Oberleutnant d. L. a. D. Die Beisetzung findet Dienstag, den 21. April. 16.30 Uhr. auf dem Friedhof Eudorf bei Alsfeld statt. Wir bitten die alten 222er. ihrem Führer die letzte Ehre zu erweisen. 2791 D Gutschein cUS Drucksache 4 Pf. Portos An die Firma Carl August Tancrö, Naumburg/Saale 202a Senden Sie mir wie im „Gießener Anzeiger" angeboten, eine für etwa eine Woche ausreichende Probepackung „Heideguell". Dazu die Druckschrift „Alt werden und jung bleiben". Kosten dürfen mit hierdurch nicht entstehen. Vorname, Name, Beruf, genaue Anschrift: | Kaufgesuche |l Feitsittendc Statte au kaufen gesucht. Sckr Ang. mH Preis u.2795 Do. b.lMft. VI ii a |Verschiedenes| Schüler cm.Dbertl b. Oberreaisch. firm in Matbeni.z.Beaussich- tigg.b.Schularb ein. Quart.gef.Schr.Ang. n.023t7a.b.Gn. Ana. Dame lAbsolv. beö IspzeuniS, gute Zeug- ntssei erteilt giM|.llvlerrW in «Franz. u. Englisch. Sid 1 Mk.Schr Ang. u. 02322 a.b.GK.Anz. 6eschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten hei Brühl. Schulstrafle 1 Vereine | Lernt Knrzschrill! Wirkt prachtvoll. Senden Sie mir bitte am 16. 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Vallendar (Rhein). 30._______Her in ann Keil. Fühlt eich wieder vollkommen frisch. Durch meinen Schwiegersohn erhielt ich eine Gratisprobe und eine Originalpackung Ihres „Heideguell". Ich bin 74 Jahre alt, gesund: doch hatte ich in letzter Zeit häufig Benommenheit im Kops und keine regelmäßige Verdauung. Schon nach wenigen Tagen hat mir Ihr „Heideguell geholfen und ich fühle mich wieder vollkommen frisch. Ich kann daher „Heideguell" jedem empfehlen und werde das Mittel auch ständig beibehalten. Ich nehme Heideguell abends vor dem Schlasengeheii, habe dann er- guickende Ruhe und fühle mich am anderen Morgen frisch und munter wie lange nicht zuvor. Kassel, Augustc-Viktoriastraße 5. _________Lberrealschiilzeichenlehrer r. R. H. Allwohl. Wirkt angenehm und wohltuend. Ihr Heideguell ist ein vorzügliches Mittel zur Förderung der Verdauung. Es wirkt angenehm und stwhltucnd. Nach Gebrauch von einigen Wochen fühlt man auch nach anstrengender Arbeit weder Erschlaffung noch Ermüdung. Ich kann eS nur aufs wärmste empfehlen. Kassel, Magazinstraße 13IV. bei Frau Petter. Dorothea Till. Verblüffend. Die Wirkung des von Ihnen bezogenen Heideguell ist so verblüffend, daß ich mich veranlaßt fühle, Ihnen auf diesem Wege zu danken. ES wird mein Bestreben sein, Ihr Präparat soviel wie möglich in meinem Verwandte,i- und Bekanntenkreis zu empfehlen. Köln-Sülz, De Noelplatz 5. __Joses Schwarz. Fühlt sich viel jünger und kräftiger. Das mir xugcfanbte Heidequell ist in feiner Wirkung großartig. Ich fühle mich viel jünger und kräftiger. Appetit und Schlaf vorzüglich. Sonst war ick immer matt und aufgeregt. Ich werde Ihr Heidequell, wo es angeht, empfehlen. Brühl b. Köln, Bergerstraße 33. I o h. H e n n i n g. Gegen Ermüdung und Erschlaffung der Nerven. Vielen Dank für Heidequell. Es ist ein köstliches Mittel gegen Ermüdung und Erschlaffung der Nervbn. Jeder Möchte es nicht entbehren I Teile Ihnen höfl. mit, daß id> die gesandte Probe- Packung und auch die beigefügte Crigmatpadung fast verbraucht habe. Heideauell bekommt mir sehr gut und ich fühle mich außerordentlich wohl danach, so daß ich es vorläufig nicht entbehren möchte. — Senden Sie mir also bitte sofort nochmal eine Originalpackung zu 3,50 Mark. Finnentrop i. W. Franz Mette, Gastwirtsch. Fühlt sich bedeutend besser 1 Teile Ihnen hierdurch freundlichst mit, daß ich die Probe Heideguell schon verbraucht habe und ich mich bedeutend besser fühle als sonst. Ich werde darum die Sendung zur Fortsetzung der Kur behalten und Ihnen den Gegenwert eiiisenden. Castrop-Rauxel 3, Bülowstraße 44. __________________________Nikolaus Molito r. Fül/Ie mich wohl und leicht! Mit dem Erfolg Ihres Heidequell bin ich sehr zufrieden. Ich fühle mich wohl und leicht nach dem Gebrauch. Elberfeld-Wuppertal, Croncnbcrgerstr.86II. Ewald Sievers, Post-Ass. Vortreffliche Dienste! Ihr Heideguell tut mir vortreffliche Dienste, ich kann nicht ohne dasselbe fein. Sie wollen mit bitte Wieben eine Packung senden. Schwelm i. Wests., Fronhofstraße 9. Ludwig Köker, Oberpostschaffnet. Wunderbares Mittel! Für die mir übersandte Packung Heideguell spreche ich Ihnen meinen Dank aus, gleichzeitig möchte ich Ihnen wissen lassen, daß ich mit Heidequell sehr zufrieden bin. Ich kann nur jedem empfehlen, Heidequell zu gebrauchen, denn es ist ein wunderbares Mittel. Seit ich Heidequell nehme, fühle ich mich wie neu geboren und habe wieder Lebensfreude. Selm i. W., Bismarckstr. 311. Emil Christ. Gute Erfolge! Ihre Sendung Heidequell habe ich erhalten und drängt es mich. Ihnen dafür bestens zu danken. Bereits nachdem ich die beigepackte Probe verbraucht hatte, machte sich eine Besserung in meinem Befinden bemerkbar. Während ich früher nie vor nachts 1 Nhr einschlafen konnte, falle ich jetzt sofort nach dem Zubettgehen in tiefen Schlaf bis zum Morgen. Ich kann Ihr Heidequell jedem wärmstens empfehlen. Bemerke noch, daß ich bereits 72 Jahre alt bin. Wittgensdorf, Bez. Chemnitz, Chemnitzer Straße 331. Frau Pauline Kühn. Sehr zufrieden! Teile Ihnen mit, daß ich mit Ihrem Heideguell sehr zufrieden bin und bitte Sie, mir noch eine Packung per Nachnahme zu senden. Chemnitz, Alexanderstraße 5II. ___________________ Frau Anna Unger. Aeußerst zufrieden. Teile Ihnen hierdurch mit, daß ich mit Heideguell äußerst zufrieden bin und dies Mittel lederniann aufs wärmste empfehlen kann. Bitte senden Sie mir eine Originalpackung. Gleichzeitig ersuche ich Sie, auch an... eine Packung senden zu wollen. ~ Nürnberg, Wurzelbauerstr. 22. M. Schild. Ueber den Erfolg sehr erstaunt! Seit einem Monat benutze ich das Pulver Heideguell und bin über Hessen Erfolg wirklich sehr erstaunt, da ich mich seit dieser Zeit des besten Wohlseins erfreue. Ich halte eS daher für meine Pflicht, allen Heideguell aufs wärmste zu empfehlen. In nächster Zeit werde ich wieder eine Packung nachbestellen. MÜnche u, Kapnzinerstraße 6III. Haus Grahin ann, Revierförster a. D. Am 18. April, 6% Uhr. verschied nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Tochter. Schwester. Schwägerin und Tante Emma Theis im Alter von 13 Jahren. Im Namen aller Trauernden: Familie Jul. Thcle Karl Theis und Frau. geb. Gan Jul. Thein und Fran, geb. Konrad Heinrich Kell und Frau, geb.Thele und alle Angehörigen. Gießen, den 20 Avril 1931. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 21. April, nachmittags 3 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. 02375 Uul eÄ N W \o\ i imi Ja A'LTK OK MDsß LSLch u^jS» nut d°" ,N StiEh5"'ln,c und ^'MndrN°"°n. ritt). .Mrtt ^Mt-n - dgz Taljen bl6!!1 und ft“ '&ibtquf(t" »Wltnäfiiat **• *ie gratis! L8s*fea sriLL dernäckstenjo®eM tn ** -s nodiStJo KLSS »KV nungen '.- Wan lese i, B, die ledergegebenen Zu. nserer oben bereits "" abgedruckt. tb lausen M. sollte ej mal men genügt, morgens und luch kur den ganzen rag frisch Arbeit mit Leichtigkeit der- oerspütte ich immer Hnz* hc. Bt 30. trau Heinrich Simbtl ' :rvenl b mit Jbttm bridcauell sehr nach drei Tagen schon 8t* Bürt. n, Lilhelmstraße 4. AiberlPsa'se. ntbehren! daß ich die gesandte Lrobe* jtMjtt CtigmalDtufung säst bekommt mir lehr gut nnb ich moW danach, io ba’S '* n mochte. — senden cit mit il eine LtiginaldaSung iu ran; Nette, SaDirtsch. , end besser! sreundlichs! mit daß ich die lerbraucht habe und id> mich ; sonst. werde daram in- der Jiur behalten und Jenen Dülowliraße 44. Nikolaus Molitor.^ nd leichtl hnbtqucll bin iä stbr iW'£ L leicht^ dm Much, tat CToncnb'tg-tk-bhU. weid Li"-", Iäää ^N°5berd°M°kLn-r, I Es"« ir jedem Wiel. Seit Mch m. «»” gL Emil ilbtist^ ll W i4b“Je““»SVÄ SÄ’* nein ^'.'."^"inschlaien fw 3 R^quS« hrf“i ••bro ÄjBil® 3- «- fflltn- )■> V 2 HMr-e it wie W"’ £.***!> Nr. 91 Zweites Blatt Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Montag, 20. April 1951 Dom Rande der Weltpolitik. Außenpolitische Umschau. Don Or. Otto Hoetzsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin. Wir haben keine Veranlassung, die außenpolitische Situation für Deutschland schwächer zu malen als nötig ist. Aber schwierig genug ist sie in jedem Fall. Aus dem Zusammentreffen der Flottenpaktsverhandlungen drüben und all dem, was sich um den sog. Wiener Pakt abgespielt hat, ist eine eigentümliche „Verhärtung" der Gesamtsituation eingetreten, die der deutsche Außenminister spüren wird, wenn er in drei Wochen in Genf zu verhandeln hat, noch dazu als Vorsitzender. Die auffällige Rede, die der französische Präsident kurz vor Ablauf seiner Amts- B in Rizza gehalten hat, bestätigt, daß die iehungen zwischen Deutschland und Frankreich t gespannt geworden sind, und richtet an die englische Adresse, an Henderson, einen ganz unmißverständlichen Wink in bezug auf die Abrüstungsfrage, den man nach allen Erfahrungen in London sofort versteht und der nun wieder -Englands Verhältnis zu Deutschland auch etwas verhärtet. Der-Blick sei von diesen eigentümlichen „Verschlingungen" europäischer Fragen einmal wieder nach dem Rande gerichtet. Australien ist in einer trostlosen Wirtschaftslage, in einer schweren eigenen Krise, die durch die Weltkrise noch verstärkt wird. Der Sturz der Rohstoffpveise (Wolle und Weizen!) traf das Land besonders. Die Starrheit des Lohnsystems als Folge einer weitgehenden, beinahe sozialistischen Arbeiterpvlitik verschärfte die Lage. Die Finanzkrise kommt hinzu, und hat zu sonderbaren Erscheinungen geführt, so zu der Weigerung des Staates Reusüdwales, den Zinsendienst für die Anleihen in England zu erfüllen. Die Bundesregierung hat das zu vermeiden gewußt und sich statt desien entschieden zur — Inflation. Man schafft den Zwang zur Golddeckung ab, will den Goldbestand, wenn nötig, nach London verkaufen. Man ist also in einem verschleierten Staatsbankerott und glaubt wirklich mit der Inflation aus den Schwierigkeiten herauszukommen. An der Erkenntnis, daß man, an die Weltwirtschaftskrise gefesselt, nur in der Zusammenarbeit mit den anderen Staaten aus den Schwierigkeiten herauskommen konnte, fehlt es in diesem Lande, das sich bewußt absperrt, durchaus. Unmittelbar ist die Sorge in London für ein anderes Reichsproblem, das indische, das vor der letzten entscheidenden Wendung steht. Bewundernswert ist die Klugheit und Mäßigung der beiden Führenden, des englischen Vizekönigs Lord Irwin, der damit seine Tätigkeit beschließt, und Gandhis, in dem die gemäßigte Richtung Iung-Indiens verkörpert ist und noch das Feld behauptet. Der indische Kongreß hat den Pakt von Reu-Delhi mit überwältigender Mehrheit bestätigt. Jetzt will Gandhi nach England gehen an der Spitze der indischen Vertretung, mit freier Hand, die ihm sein Kongreß (gegeben hat. Auf einer neuen Konferenz am „runden Tisch" in London soll im Herbst die Frage weitergeführt werden, unter Teilnahme also diesmal der Gandhi-Bewegung und von Mitgliedern des indischen Rationalkongresses selbst. Im englischen Parlament hat der konservative Führer erneut bestätigt, daß die Zusammenarbeit zwischen den drei Parteien Englands in der indischen Frage ungebrochen weiterbestünde. Das Entscheidende liegt nun darin, daß wohl die Engländer — abgesehen von den unbelehrbaren Politikern, die im alten Stil und mit den alten Methoden weiter wirtschaften wollen — sich einig sind, Indien eine möglichst elastische, freie, zentrale Bundesregierung zu geben, jedoch mit den wesentlichen und notwendigen Sicherheiten für England, daß aber das Endziel des Rationalkongresses die volle Unabhängigkeit Indiens ist und bleibt, das Gandhi vorläufig nur IV. Tag im Kammerspiel-Zyklus. Hans-Lachs-Spiele. „Wacht auf! Es nahet gen dem Tag!" Die vierte und letzte Morgenfeier des vom Stadttheater gemeinschaftlich mit dem Goethe- Bund veranstalteten Kammerspiel-Zyklus brachte zum fröhlichen und beschaulichen Beschluß die Aufführung dreier Fastnachtsspiele des weiland nürnbergischen Schuhmachers und Poeten Hans Sachs. Der Dramaturg Dr. Ritter hatte aus dem reichen Schatz drei Stücke ausgewählt: „Die junge Wittfrau Franziska", „Das heiß Eisen" und „Sankt Peter vergnügt sich mit seinen Frerknden unten a u f E r d e n". Dr. Ritter cab zuvor eine knappe Einführung in Werk und Wesen des Renaissancemeisters, charakterisierte kurz Umwelt, Stil und Tendenz der Stücke und umriß sein Regieprogramm, wonach die drei kleinen Einakter pausenlos und ohne Dorhangfall gegeben wurden als Dokumente einer kulturellen Einheit, dreifach lebendiges Bild der Zeit mit ihren markanten ständischen Vertretern: Rittern, Bürgern und Dauern. In der „Wittfrau Franziska" wird die Satire durch einen mit viel breitem Witz in Szene gesetzten, nächtlichen Kirchhofsspuk gemildert: dieses Stück ist ein glückliches Beispiel sowohl für die ganz primitive Dramaturgie Hans Sachsens als auch für seinen gesunden theatralischen Instinkt, der seiner Wirkung auf ein — im guten Sinn — naives Publikum auch heute noch sicher ist. „Das heiß Eisen", in der Fabel typisch für das Schau-Spiel jener Zeit, ist ein kräftiger und drastisch komischer Ehe- und Ehebruchs-Schwank unter Dauern, wobei wider Erwarten nicht das Weib, sondern der Mann das letzte Wort behält und die Feuerprobe der ehelichen Treue nicht nur mit List besteht, sondern sogar mit handgreiflichem Erfolg den Spieß umdreht. „St. Peter auf Erden" endlich ist ein Stück, welches auf eine nur dem Stil der Reformationszeit mögliche Weise die Mitte hält zwischen ausgelassenem Fastnachtsscherz und Legendenspiel: verschleiert und daß auch er die volle wirtschaftliche Freiheit für Indien, also crüch das Recht zu wirtschaftlichen Ausnahmebestimmungen gegen England, heute schon unbedingt fordert. Der Kongreß selbst aber wünschte überhaupt gleich volle Verfügung über das Heer, volle Freiheit in Finanzen, Steuern und Wirtschaftsbeziehungen zum Ausland, eigene Bestimmung der Außenpolitik. Ein ungeheuer interessantes und ein für England außerordentlich schwerwiegendes Problem, das nun auch k>er Labourpartei zur Losung zugefallen ist! e In Rumänien ist mit Ti t u le sc u, den wir aus seiner vielfachen Tättgkett in Genf kennen, ein Mann an die Spitze getreten, der zunächst ein erhebliches außenpolitisches Prestige mitbringt und sehr bestimmte Ansichten in der Außenpolitik, der nicht Parteipolitiker war und ist und darum fähig, die vom König geforderte Regierung der Konzentration aus allen Parteien aufzubauen. Gelingt das, indem vor allem die großen Parteien, die Rationale Bauernpartei und die Liberalen, mitmachen, würde die Aera der reinen Parteiregierung, in der Rumänien jahrelang gefeffett gewesen ist, zu Ende sein. Es wird eine posittve Gesundungspolitik möglich werden, ohne Diktatur, im Arbeiten mit allen Parteien und mit einer Außenpolitik, die auch Frankreich gegenüber ihre Selbständigkeit wahrt. So kann Rumänien in der großen Politik aktiver werden, und das ist im Hinblick auf den Wiener Pakt auch für uns nicht gleichgültig. • Der Vorstoß des Gouverneurs der Bank von England, Montagu R o r m a n, in Washington, ist eine auffallende Parallele zu Hendersons Vorstoß in der Abrüstungsfrage. Der Führer der Dank von England verfolgt schon lange das Problem, die Weltwirtschaft durch internationale Kredite großzügig zu finanzieren, die natürlich in erster Linie von Frankreich und Amerika gegeben werden mühten. Anscheinend scheut er auch nicht vor der unerbittlich damit zusammenhängenden Konsequenz zurück, daß auf dem Schuldengebiet etwas geschehen muß. Ror- man war vom 6. bis 9. April in Washington. Was er dort besprochen hat, ist amtlich nicht bekanntgeworden. Daß er seine Auffassung von der Rotwendigkeit amerikanisch er Kreditgewährung an das Ausland vertreten hat, ist klar. Sehr positiv aber ist dazu berichtet worden, daß er auch die politische Seite berührt hat, also die Rotwendigkeit einer politischen Reuregelung der Schuldenfrage, ehe das amerikanische Privatkapital wieder stärker an Europa Herangehen könne. Er habe die Möglichkeit einer Erleichterung der deutschen und österreichischen Reparationsverpflichtungen erörtert und angedeutet, daß die Schuldnerstaaten von dem zweijährigen Moratorium Gebrauch machen konnten. Dazu kam die Meldung, daß diese Frage auch bei der Zusammenkunft von Chequers zwischen Macdonald und den deutschen Ministern erörtert werden würde. Es würde also England wie auf dem Abrüstungsgebiet auch hier in der Krieesschulden- frage Vorkämpfer. An sich durchaus zu begrüßen! Aber wird dadurch eine deutsche Initiative etwa überflüssig? Durchaus nicht! Das englische Interesse in der Frage deckt sich keineswegs absolut mit dem deutschen, und Deutschland kann sich nicht einfach in eine Situation gewissermaßen hereinführen lassen, die die anderen schon fertiggestellt habest. Darum kann man nun auch nicht in majestätischer Ruhe feststellen, jene Besprechungen Rorrnans formten Auftakt zu weiteren Unterhaltungen sein, die bis in den Kern des Problems hinein Vordringen, und daß auch im besten Fall noch Monate verstreichen würden, bevor eine wohlvorbereitete internationale Konferenz in dieser Frage unter Leitung der Vereinigten Staaten zusammentreten könnte. Werden diese — wenigen! — Monate nun aber auch von unserer Seite wirklich benutzt? Und ist die internationale Lage, wie sie eingangs gezeichnet wurde, gerade unter diesen Gesichtspunkten in der Zentralfrage der Tributrevision für Deutschland günstig? Kundgebung der hessischen Kriegsopfer. WSN. Frankfurt a.9JL 19. April. Die Gaue Hessen und Hessen-Nassau im Reichsbund der Kriegs« beschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter« bliebenen veranstalteten heute in Frankfurt eine Kundgebunggegendendrohe ndenRen. tenabbau. Der Andrang war so stark, daß der große Saal des Schumanntheaters nicht alle fassen konnte und eine Parallelversammlung im Hippodrom abgehalten werden mußte. Der 2. Vorsitzende des Bundes, Noa (Berlin), betonte in seiner Rede u. a., die Versorgung der Kriegsbeschädigten sei noch nie zufriedenstellend gewesen. Besonders die Hinterbliebenenfürsorge habe niemals den Wünschen des Reichsbundes entsprochen. Heute sei die Hinterbliebenenfürsorge auf ein solches Niveau gesunken, daß selbst die Richtsätze für die allgemeine Wohlfahrtspflege in den größeren Städten höher liegen, als die Renten der Hinterbliebenen. Trotz aller Dementis habe der Reichsbund sichere Informationen erhalten, daß man in den nächsten Monaten in einer neuen Notverordnung auch die Kriegsbeschädigtenrenten antasten wolle. Dagegen gelte es zu protestieren. Einstimmig wurde folgende Entschließung angenommen: „Die Kriegsopfer verkennen keineswegs die Rotwendigkeit der endgültigen Beseitigung des Defizits im Reichshaushalt und die Schwierigkeit der Bekämpfung der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise. Sie weifen aber rhrerseids darauf hin, daß sie es waren, die das' Vaterland durch Hingabe des Ernährers, oder der Gesundheit vor feindlicher Invasion und vor den Schrecken des Krieges bewahrt haben. Die Kriegsopfer betrachten daher ihre bisherigen Ansprüche als „mit Blut erkaustund wohlerwvrbe n". Trotz dieser der Allgemeinheit dargebrachten Opfer, trotz der Erklärungen früherer Reichstage und Reichsregierungen, die Versorgungsgesehgebung könne nicht als abgeschlossen betrachtet werden, es sei vielmehr noch eine große Zahl von Härten zu beseitigen, haben Rolverordnungen und darüber hinaus Sparmaßnahmen der Ministerien die Versorgungsleistungen in stärkstem, kaum noch zu ertragendem Maße reduziert und di« Einheitlichkeit der Versorgung bedroht. Weitere Abbaumaß nahmen sind für die Krte^opfer unerträglich. Deshalb rufen sie das öffentliche Gewissen wach und betonen, daß es des deutschen Volkes unwürdig ift, den Haushalt des Deutschen Reiches auf Kosten der Hinterbliebenen seiner gefallenen Sohne, der kranken, verwundeten, siechen und verstümmelten Kriegsbeschädigten zu sanieren. Richt von sozialen Lasten, die der Vollsgesamtheit erwachsen, sondern nur von sozialen Pflichten gegenüber den Kriegsopfern kann gesprochen werden. Der Reichs'bund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen fordert daher die Allgemeinheit auf, seinen Kampf gegen jedweden Abbau von Dersorgungs- lei st ungen an die Kriegsopfer zu unterstützen und gerade jetzt ihm zu helfen an der Verwirklichung des im Kriege geprägten Wortes: „Der Dank des Vaterlandes ist euch gewiß!" Die Parallelversammlung im Hippodrom stand unter der Leitung des Gauvorsitzenden Seibert (Freistaat Hessen). Die Hauptrede hielt hier Gauleiter Meinhold (Wiesbaden) vom Gau Rassau. _ ein Stück, welches ganz ungezwungen Himmel und Erde, durch eine Leiter verbunden, zur Szene macht, die Heiligen und die Irdischen miteinander auftreten läßt, und übrigens a ich ein treffendes Beispiel gibt für die lehrhafte und moralisierende Art des Poeten, der seine Gedichte und Spiele mit Vorliebe in einer schönen Ruhanweirdung und frommen Lehre ausklingen ließ. So hier mit der Schilderung von guter und dürrer Zeit, von göttlicher Milde und himmlischem Zorn, vom Undank der Menschen und der uralten Volksweisheit des Sprichwortes „Rot lehrt beten". (Es ist freilich dem heutigen Theaterbesucher schwer klarzumachen, wieviel unmittelbarer, eindringlicher und nachhaltiger dergleichen auf den naiven Zuschauer damaliger Zeiten gewirkt haben muh.) Im Sinne der von Dr. Ritter geleiteten Inszenierung hatte der Bühnenbildner Löffler einen einheitlichen Schauplatz für alte drei Stücke geschaffen, der in sehr hübschen und stilvollen Dekorationen Patrizierhaus, Schenke, Friedhof und Wolkenhimmel in eins zusammenschloh und so di« innere Zusammengehörigkeit der szenischen Vorgänge sinnfällig verdeutlichte. Im einzelnen war die Aufführung mit Musik (von Fr. Cuj6) wirksam begleitet und mit allerlei belebenden Regieeinfällen ausgestattet: auch waren Teile aus ernsten und fröhlichen Gedichten zwanglos eingefügt („Schlauraffenland". „Wasser und Wein", „Wittenbergisch Rachtigall") und insbesondere schien es ein guter Gedanke, die drei Stücke durch den abschließenden geistlichen Chorgesang mit einer zugleich ernsthaften und volksmäßigen Gebärde zufammenzufassen. Cs spielten: Lonh Leutholf die schalkhafte Wittfrau, Elisabeth W i e l a n d e r sehr drollig di« freche Dienstmagd Huld, während S ch e l ch e t und Hauer (dieser leider durch übertriebenes Stottern nur halb verständlich) die ritterlichen Liebhaber machten: Fassott war der „Ansager", — ein früher Vorläufer des modernen Conferenciers. • Mit prallem Humor wirkten Hub und Luis« Schubert-Jüngling c^s Bauernpaar, dieweil Herr Zingel sich als Gevatterin lustig vermummt hatte. Hub und L i n k m a n n waren auch die irdischen Vettern St. Petri, als welcher Bo l ck märchenhaft behäbig und bieder die Himmelsleiter herabgestiegen kam, sich mit seinen Freunden auf Erden zu vergnügen. Bäuerle sprach würdig und klangvoll die Worte des Herrn. — Freundlicher Beifall rief zuletzt den Regisseur mit den Spielern an die Rampe. hth. Neues von den Indianern. Das weite Urwald-Gebiet im nordöstlichen Bolivien gehört zu den noch unerfo:schtesten Gegenden der Erde, aber auch dort vollziehen sich geschichtliche Veränderungen, die die Aufmerksamkeit der Forscher erregen. Die Siriono- Indianer, die in kleinen Horden diese Alr- wälder durchzogen und kaum je von Weißen gesehen worden sind, wurden von andern I d anern, den aus der Wildnis des Gran Chaco gekommenen Banayguas, verdrängt und haben mit den Weihen Frieden geschlossen. Wenn man jetzt durch diese Urwälder zu den Missionsstationen in Guarayos reitet, läuft man nicht mehr Gefahr, durch die bis zu drei Meter langen Pfeile der Siriono getötet zu werden, sondern muß sich vor den kurzen Pfeilen und den schweren Streitkeulen der Banayguas in Acht nehmen. Die Missionare, die zu den Sirionos in Beziehung getreten sind, haben wertvolle Berichte über sie gegeben, aus denen Baron Erland Rorden- s k i ö l d in einer Schilderung dieses merkwürdigen Volksstammes in der bei Hugo Dermühler in Berlin erscheinenden Monatsschrift „D e r Erdball" schöpft. Hunger, Grippe und die Furcht vor den Vanayguas hatten zu Anfang des Jahres 1925 einen Teil der Sirionos gezwungen, mit den Weißen am Rio Grande in Beziehung zu treten. Zu den Franziskaner-Missionen von Guarayos kam ein Trupp von Männern, Frauen und Kindern, die alle vollständig nackt waren. Im Haar trugen die Männer klein«, mit Wachs angeklebte Papageienfedern. Der Missionar Pater Lambert H e i z i n g e r ging ihnen entgegen und umarmte den nackten, am ganzen Körper mit Uri I.i rot bemalten Häupt ir.g. Dieser nahm dem Pater die Zigarette aus dem Mund, tat ein paar tiefe Züge und steckte sie hm wieder zwischen die Zähne. Das war di« Friedenspfeife. Als dann di« Mönche nach einem abenteuerlichen Oberheffen. Bürgermeisterwahl in Lauterbach. A Lauterbach, 18. April. Die Gemeinderatsmitglieder von Lauterbach und von Rudlos (einer Nachbargemeinde, die vom Lauterbacher Bürgermeister mitverwaltet wird), beschäftigte sich gestern mit der Frage, ob die Stelle des Bürger- meisters, dessen Amtszeit in diesem Jahre abläuft, zur Neubesetzung ausgeschrieben werden soll. Die Versammlung entschied sich mit 20 Stimmen bei vier Stimmen Enthaltung dafür, die Stelle nicht auszuschreiben Vielmehr wurde dem seitherigen Bürgermeister Walz das Vertrauen in seine Amtsführung dadurch bewiesen, daß er mit dem gleichen Stimmenverhältnis wiedergewählt wurde. Bürgermeister Walz erfreut sich in weitesten Kreisen der Bevölkerung großer Beliebtheit. Ein praktischer Lehrgang im Kerckhoff Institut. 2$. Dad-Rauheim, 17. April. In der Dor- lesungshalle des Kcrckhoff-Instituts wurde heute in Anwesenheit von Vertretern der Stadt und des Bades der praktische Diät-Kursus eröffnet, der von der hiesigen Aerztevereinigung in Verbindung mit der Hotina (Hotelgewerbe) veranstaltet wird. Heber 250 Teilnehmer hatten sich eingefunden, darunter in größerer Zahl auswärtige Mediziner, die von der Wiesbadener Tagung für Innere Medizin nach hier gekommen sind. Rach Begrüßung der Teilnehmer durch Dr. Lehr, den Vorsitzenden der Diät-Kommission der hiesigen Aerzte-Dereinigung, sprach zunächst der Oberarzt Dr. Koch (Frankfurt a.M.) über „Allgemeine Gesichtspunkte für die Ernährung von Kreislaufkranken mit besonderer Berücksichtigung der Wirkungsweise und der Indikationen der kochsalzarmen Kost". Prof. Grote (Frankfurt a. M.) referierte über „Säurebasengleichgewicht, vegetarische und Rohkost". Der Rachmittag brachte einen Vortrag von Frau Finni Pfannes, der Geschäftsführerin des Bundes für Volksernährung in Frankfurt a. M., die in di« küchentechnischen Erfordernisse der modernen Ernährungslehre einführte. Küchentechnische Vorträge und Demonstrationen füllen die weiteren Kursustage aus. Landkreis Gießen. 5. Aus dem Horlofstal, 19. April. Die Landwirte beginnen hier allgemein mit dem Setzen der Frühkartoffeln. Infolgedessen sind die Preise für Saatkartoffeln weiter gestiegen. So wird für den Zentner „Edeltraud", der noch vor 14 Tagen 3,50 Mark kostete, heute 4,50 Mark bezahlt, während im vergangenen Jahre selbst beste Speisesorten nicht über 2,40 Mark tarnen. Die hohen Preise erklären sich dadurch, daß sehr viele Kartoffeln im Winter verfault sind und außerdem der größte Teil infolge der niedrigen Preise im Herbst zur Schweinemast Verwendung gefunden hat. Die Folge davon ist allerdings anderseits das Sinken der F e 11 • schweinepreife. Für das Pfund Lebendgewicht erhält der Produzent nur noch 39 Pf. Die Preise für sechs Wochen alte Ferkel betragen dementsprechend zur Zeit 18 bis 22 Mark. Spielplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Montag, 20. April, 19.30 bis 22.30 Uhr: Die Jüdin. Dienstag, 21. April, 18.30 bis 23 Uhr: Lohengrin. Mittwoch, 22. April, 19 bis gegen 22.30 Uhr: Viktoria und ihr Husar. Donnerstag, 23. April, 19.30 bis nach 22 Uhr: Wozzeck. Samstag, 25. April, 19.30 bis 22.30 Uhr: Der Zigeunerbaron. Schauspielhaus. Montag, 20. April, 20 bis gegen 22.30 Mr: Der Diener zweier Herren. Dienstag, 21. April, 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der Diener zweier Herren. Mittwoch, 22. April. 20 bis gegen 22.30 Uhr: Alt-Frankfurt. Donnerstag, 23. April, 20 bis gegen 23 Uhr: Phaea. Freitag, 24. April, 20 bis gegen 23 Uhr: Elisabeth von England. Samstag, 25. April, 20 bis gegen 22.30 Uhr: Alt-Frankfurt. Marsch durch Urwälder und Sümpfe ihren Gegenbesuch machten, wurden sie von den mit Pfeil und Bogen bewaffneten Indianern mit Gesang begrüßt. Der Häuptling bot ihnen einen Zug aus seiner Tonpfeife an, die von Mund zu Mund ging, und dann wurde eine Missionsstation unter ihnen gegründet, die Santa Maria de Lourdes heißt. Die Patres erlernten die Sprache der Siriono-Indianer, die sich als ein« Guarani- Sprach« «rwies, also zu einer der wichtigsten Sprachgruppen in ganz Süd-Amerika gehört. Rach den Schilderungen Pater Heizingers, der der Vorsteher der Siriono-Mission ist, sind es sehr ehrliche und freundliche Menschen, di« ganz nackt gehen. Der Schmuck, den sie antegen, hat magische Bedeutung. Wenn z. B. eine Frau ein Kind geboren hat, zieren sich Vater, Mutter und Geschwister mit Federn, wobei der Vater den schönsten Federkranz auf dem Kopf trägt. Die Siriono leben nicht in der Steinzeit, sondern in der Knochen- und Hvlzzeit. Sie haben Messer aus Bambus und eine Art Meißel aus Ragezähnen: mit scharfen Schneckenschalen hobeln sie ihre Bogen, Grabestöcke und Spindeln: ihr Hausgerät besteht aus einfachen Tongefäßen und Körben. Sie leben hauptsächlich von Jagd und Fischfang, und wenn sie mit einem ihrer bis zu drei Meter langen Pfeile ein Tier angeschossen haben, wird dieses durch die Länge und Schwere des Pfeils an der Flucht gehindert. Ihr« Toten begraben sie nicht, sondern lassen di« Knochen am Boden herumliegen, und diese scheinen eine Zauberwirkung auszuüben, denn einige Indianer brachten zu einer sterbenden Frau «inen Totenschädel, und dieser „sprach" mit ihr. Obwohl di« Siriono kein Musik-Instrument besitzen, sind sie doch musikalisch, und der Gesang spielt in ihrem Leben eine große Rolle. Merkwürdig ist der stille, gleichsam klagende Gesang, den sie fast jeden Morgen früh gegen vier oder fünf Mr anstimmen. Das ist wohl eine religiöse Zeremonie, und ebenso der Brauch, die Arme, besonders die Oberarme, mit einem scharfen Gerät zu verwunden. Die Vanayguas, die die Sirionos aus ihren Jagdgebieten verdrängt haben, werden von diesen nach ihren schweren schwertähnlichen Holzkeulen „Curugua" genannt; sie dürften einem andern eingeborenen Stamm, dem der Tsiratuas, zuzurechnen sein. SJ.'J’pori Fußball der Gießener Mannschaften. Auf dem Waldsportplah, der übrigens am Eingang durch die geschmackvolle gärtnerische Ausstattung eine weitere Verschönerung erfahren hat, gelangte am Sonntag vor etwa 930 Zuschauern ein Freundschaftsspiel zwischen der Liga des hiesigen VfB. und dem der Ligamaimschaft des Sportvereins Offenbach zum Austrag, das die Hiesigen nach teilweise überlegen geführtem flotten Kampf mit 3:1 für sich entscheiden konnten. Außerdem spielte die Ligaweserve der Spielvereinigung gegen die 1. Mannschaft des FE. Dau- bringen und gewann nach einem mehr als notwendig hart durchgeführten Kampfe mit 2:1. Die Schieteri ch ter - M anns chaf t, Gruppe Gießen, g_- wann gegen die Mannschaft der Untergruppe Grünbcrg 4:2. Die 3. Mannschaft des VfB. trat gegen die Turnermannschaft von Wieseck an und gewann mit 7:0. Frühjahrswaldlauf. Auf dem Sportplatz an der Liebigshdhe wurde der Frühjahrswaldlauf durchgeführt, der die Mannschaften über 10, 5, 3 und 1,5 Kilometer führte und einen harmonischen Verlauf nahm. Der Favorit in der A-Ätaffe der Aktiven. Gerhard (Spielvereinigung 1900) brachte die 10- Kilome ter strecke in 38:42,0 Minuten hinter sich. Die einzelnen Läufe wiesen eine starke Te.eitigung auf. Wir kommen auf den Waldlauf in unserer morgigen Ausgabe ausführlich zurück. Westdeutsche Fußball-Meisterschaft. In Westdeutschland wurden am Sonntag die End kämpfe um die WSV.-Fußballmeisterschaft mit zwei Spielen in der „Runde der Vier" und dem Schluhspiel der Trostrunde fortgesetzt. In der „Runde der Vier" spielte der Meisterschaftsfavorit Fortuna Düsseldorf in Bochum vor 18 €00 Zuschauern gegen VfB. Dielefeld nur 2:2 (2:0), wahrend der Meitericher Sp.V. in Köln über Alemannia Aachen 1:0 (1:0) siegreich blieb. In der T a b e l l e führt nun Fortuna Düsseldorf mit 3:1 Punkten vor Meid er ich mit 2:2, VfD. Dielefeld mit 1:1 Punkten und Alemannia Aachen mit 0:2 Punkten. Schwarz-Weih Barmen Troskrundensieger. Das Schlußspiel in der Runde der Zweiten fand in Deutz übet 10 000 Zuschauer. Es endete mit einem verdienten 2:0-(0:0-)Sieg der technisch besseren Mannschaft von Schwarz-Weiß Barmen über den Rheydter Spielverein. Barmen muß nun noch zum Entscheidungsspiel um die dritte westdeutsche Vertreterstelle gegen den Dritten aus der „Runde der Vier" an treten Oie süddeutschen Endspiele. Runde der Meister. Durch das Endspiel um den DFB.-Pokal zwischen Mittel- und Süddeuttchland gab es an diesem Sonntag bei den Meisterschaftskämpfen ein etwas verringertes Programm. Im allgemeinen blitb man von Ueberrafdyungen verschont. Rur das 1:0-Ergebnis, das Eintracht Frankfurt auf eigenem Gelände gegen' SV. Waldhof erzielte, gibt zu denken. Die Frankfurter Elf hat offensichtlich an Durchschlagskraft verloren. Dagegen verstanden es die Münchener Bayern mit einem glatten 2:0-(0:0)Sieg gegen den Karlsruher FV. erneut ihre Anwartschaft auf den Meistertitel zu betonen. Das dritte Meisterschaftstreffen ging in Worms vor sich, wo Wormatia Worms und Union Döckingen sich mit einem unentschiedenen 1:1-Ergebnis trennten. Die Trostrunde Südost. Die Spiele in der Trostrunde Südost nehmen, nachdem der Sieger in dem S. V. 1860 München bereits feftfteljL nur noch untergeordnete Bedeutung ein. Die drei Treffen des Sonntags brachten nichtsdestoweniger auf der ganzen Linie Ueberrafchungen. Schon bei dem Spiel in Karlsruhe Phönix gegen Schwaben Augsburg 3:4 (2:1) hatte man einen viel klarereren Sieg der Gaste erwartet, aber auch in Stuttgart rechnete man mit einen ganz glatten Siege der Kickers gegen Rastatt, nur mit viel Glück und knapp 2:1 behielten indessen die Kickers die Oberhand. Gänzlich verblüffend wirkt dagegen die Niederlage des FC. Pforzheim, der sich auf eigenem Gelände von den immer besser werdenden Fürther Nasenspielern mit 3:2 (1:0) schlagen lieh. Die Trostrunde Rordwest. Während der bisherige Tabellenzweite Phönix Ludwigshafen durch einen knappen, aber verdienten Sieg mit 2:1 über seinen Lokalgegncr^ den VfL. Neckarau, siegreich blieb, mußten die bisher allein führenden Isenburger in Idar ganz überraschend mit dem gleichen Ergebnis eine Niederlage?hin° nehmen, so daß Isenburg und Ludwigshafen nun mit gleicher Punktzahl an der Spitze stehen. Der kommende Sonntag wird hier die Entscheidung bringen. Rot-Weiß Frankfurt siegte ohne Kreß gegen den SV. Wiesbaden 3:2 und mit dem gleichen Ergebnis wurde die Niederräder Union in Saarbrücken geschlagen. Erwartete deutsche Rugby-Aiederlage. Frankreich schlägt Deutschland 34:0 (8:0). Bei einer großen Zuschauerzahl tourte am Sonntag in Paris der oft verlegte Rugbtz- Länterkampf Deutschland — Frankreich durchgeführt. Die Franzosen zeigten nicht das gewohnte Können, doch re'chte ihre Form aus, um die Deutschen mit 34:0 hoch zu schlagen. Bei Arn 26. April findet nach langjähriger Unterbrechung zum ersten Male wieder die Kunstturnmeisterschaft der DT. statt. Diesmal in Essen, an hervorragend geeigneter Stätte. Die Abwicklung dürfte gegen früher beteutend übersichtlicher sein, so daß der Kampf als solcher mit wesentlich größerer Spannung und Teilnahme verfolgt werden fann. Ein.festlicher Auftakt, an dem sich u. a. der erste Vorsitzende der DT., Herr Staatsminister a. D. Dominicus, und der Männer- turntoart Schneider (Leivzig), be.einigen, leitet über zu den eigentlichm Kämpfen. Diese fetzen sich zusammen aus je drei Pflicht-, bzw. selbst gewählten Siebungen an den drei Geräten Reck, Darren und Pferd, sowie aus einer Kunstfreiübung. Teilnahmeberechckgt sind nur die allerbesten Turner des Millionen-Terbantes der DT. Ursprünglich sollten nur 100 Wettkämpfer teilnehmen, da aber über 150 Meldungen eingrlaufen waren, hat der Männerturnwart der DT. noch weitere 10 Teilnehmer zugelassen, so daß sich insgesamt 110 Turner um die Meislerschaslswürde der DT. bewerben. Die Zahl ist klein, dafür aber ist das Können der Turner das beste, das man in Deutschland auf diesem Gebiete überhaupt finden dürfte. Ramen von Klayg, die bewährtesten und in vielen Kämpfen erprobten Kunstturner der DT. treten auf den Plan, daneben der Rachwuchs, der hoffnungsvoll die Hand nach den Siegeskränzen ausstrcckt. Die 18 deutschen Turnkreise haben ihre Besten gemeldet, und die Teilnehnerzahl aus den einzelnen Turnkreisen rich'et sich nach ter Gesamtzahl der Mitglieder überhaupt. Die beiden ost- preußischen Teilnehmer Kanis und Dörfer (Königsberg) find befarmte Wetturner, von denen Spielbeginn lag Deutschland zunächst im Angriff uno |am) sich auf dem ungewohnten Platz schnell zurecht. Die Franzosen kamen allmählich aus, um aber das Feld dann völlig zu beherrschen. Es dauerte nicht lange, bis die Franzosen ihren ersten Erfolg buchen tonnten. Erne exakt durch- ge.ührte Kombination brach.e Frankreich wenig später durch einen von Servole erhöhten Versuch eine 8: 0-Führung. D.e zweite Halbzeit sah die Gastgeber ständig im Angriif. Deutschlano mußte sich ausschließlich auf die Verteidigung beschränken, ohne aber die zahlreichen weiteren Erwlge der Franzosen verhindern -zu können. Mit 34: 0 endete der Lände rrampf. Kurze Gporinoiizen. Süddeutschland gewann in Dresden das Endspiel um den Bundespokal gegen Mitteldeutschland vor 30 000 Zuschauern nach Spielverlängerung mit 4:3 Treffern. * Der Große Preis von Monaco fiel an Chiron auf Bugatti. Carraciola auf Mercedes-Benz mußte wegen eines Defekts aufgeben. * Die süddeutsche DT-chandballmei. st e r s ch a f t fiel nach einem Siege über den TSV. Eßlingen an den Tv. 60 Fürth. * Der Fußball-Städtekampf Berlin-Paris endete vor 40 000 Zuschauern im Berliner Post- stadion mit einem hohen 6:2- (2:0-) Sieg der Berliner Mannschaft. * Norddeutschland hat im Hamburger SV. und in Holstein Kiel bereits seine beiden Vertreter für die Deutsche Fußballmeisterschaft ermittelt. * Ein V o r r u n d e n s p i e l um die Deutsche Rugby, rneisterschaft wurde in Leipzig von Tennis-Borussia Berlin gegen ASC. Leipzig 3:0 gewonnen. Kanis, ter früher in Thüringen bester Kunst- tumer war, einen besonders guten Ruf genießt. Die Schlesier schicken u. a. Kolonko, Miemietz und Mach, ter bei den Deutschen Kampsspielen im Vorjahr im Zwölfkampf erster Sieger wurde. Ein hervorragendes Aufgebot stellen auch die Brandenburger auf den Plan. Hier überragt Wedekind (Forst), ein tüchtiger Turner: Bockenauer, Kiwatschinski und Mock und andere stehen ihm nicht viel nach. Bester tes TurnkreiseS Provinz Sachsen-Anhalt dürfte Specht (Magdeburg) sein. Einer guten Vertretung erfreut sich auch ter Turnkreis Norden, ter in Pfeiffer, Siebens und Huck (Hamburg) oft bewährte Kreisturnfest- und Städtekampfsiegcr in das Treffen schickt. Der UnterweserkreiS hat als Besten Steffens (Bremen) aufzuweisen. Gut sind auch die Hannoveraner und Braunschweiger, unter denen Stamm (Braunschweig der fctanntefte ist. Auch Lod- to i g hat in Westdeutschland früher schon manchen Erfolg errungen. Von den Turnern tes Oberweserkreises sind Kehrer (Kassel) und Gergs (Kassel) ine bekanntesten. Berufene Anwärter auf die Meisterschaft führt der Tucn- kreis Westfalen in den Kampf, für den nicht nur die altbewährten Wettkämpfer Platzek (Dortmund) eintreten, sondern jetzt auch Winter (Wup- Pertal-Langerfeld), ter erster Sieger des Zwölfkampfes ter Deutschen Kampfspiele in Breslau, dessen hervorragendes Können allgemttne Bewunderung erweckte. Winter, der aus Frankfurt am Main gebürtig ist, bedeutet eine große Verstärkung ter Kampfgruppe ter Westfalen. Auch der Turnkreis Rheinland, in dessen Kreisgebiet ter Kampf stattfindet, hat in Brandsatz (Köln), dem ersten Kreisturnfestsieger Eandrock (Immi- Wer wird Kunstiurumeister der DT. Kreuzweg der Lebe. Vornan von Paul Grabein Urheberrechtsschutz: Romandienst „Digv", Berlin W 30. 29. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ich weih selbstverständlich, daß ich einen schweren Weg gehen will. Aber ich will es nicht anders!" Zweifelnd sah er in ihr blasses Gesicht, mit dem herb geschlossenen Wund. „Sie müssen mir erlauben, offen zu Ihnen zu sprechen. Schon einmal hat Ihnen ein übereilter Entschluß unsägliches Leid gebracht — lassen Sie es nicht zum zweiten Male geschehen!" Mit gesenktem Haupte stand Ursula vor ihm. In dumpfer Resignation erwiderte sie, ohne au zusehen: „Damals hatte ich noch etwas zu verlieren — jetzt erwarte ich nichts mehr vom Leben." Ihre starre Ruhe lieh seine Angst noch wachsen. Dur nicht solche stumpfe Gleichgültigkeit — der schlimmste Feind des Lebens! Wachschreien muhte er die Energie in ihr. „Wie dürfen Sie so sprechen! Sie, die so reich sind, datz Sie andern unendlich viel geben können —“ „Ich — andern? 3a, gewiß, meine Arbeit, meine rastlose Arbeit. Die will ich ihnen ja auch geben.“ „Dein, Sie sollen mehr geben und empfangen." Unwillkürlich trat er näher auf sie zu. Ienes Bild schwebte ihm vor der Seele, wie er sie vorhin mit den Kindern hatte fnieen sehen, so doll süßen weiblichen Reizes und, ihr selbst truel» leicht unbewußt^ voll Muttersehnsucht. „Geben und empfangen das Höchste, was eine Frau vermag: das Glück einer Eintergefegneten Ehe." „Das wird es nie für mich geben!“ „Und warum nicht?" „Weil ich es gelobt habe — an einem Totenbette." In jähem Erschrecken sah er sie an. Das Gelübde ter Ehelosigkeit — am Totenbette ihres Mannes? Aber warum? Doch er kam nicht zum Ausdenken, es klopfte plötzlich an die Tür. „Verzeihen, Herr Doktor“ — die Wärterin im sauberen hellen Kleide erschien auf ter Schwelle — „Herr Geheimrat Starck —" „Ditte einzutreten.“ Und schon wurde hinter dem Mädchen der alte Herr sichtbar, der Hausarzt der jungen Frau oben, ter täglich nach ihr in der Klinik sehen kam. „Guten Tag, Lieber Herr Kollege — ergebenster Diener, Frau Oberin", begrüßte ter Geheimrat bie beiden. „Da, wir dürfen uns nun ja gratulieren — unsere kleine Frau ist glücklich durchgebracht! Ich komme eben von ihr." Krä.tig schüttelte er in seiner Freude Wigand und Ursula die Hand. „3a, Gott sei Dank — aber es hing an einem Haar", sagte Wigand ernst. „Sie haben eben Glück! Und ohne das kann der beste Arzt nichts anfangen." Wigand machte unwillkürlich eine ablehnende Bewegung, und ein bitterer Zug spielte um seine Lippen. „Oder wollen Sie es etwa gar leugnen?“ Der Geheimrat klopfte dem jüngeren Kollegen auf die Schulter. „Kaum haben Sie hier die Sache In die Hand genommen, und schon haben Sie das Haus voller Patienten. Alle Kuren schlagen ein — was wollen Sie noch mehr? — Dun noch eine nette kleine Doktorsfrau hier ins Haus, und Sie sind der beneidenswerteste Mann unter der Sonne! Da, habe ich etwa nicht recht, Frau Oberin?“ Ursula war zusammengefahren bei den scherzenden Worten des alten Herrn. „Gewiß, Herr Geheiu.rat", betätigte sie gepreßt und wandte sich rasch ab, sich auf tem Schreibtisch mit den 3oumalen zu schaffen machend. „Da also!" kehrte sich Geheimrat Starck, heute infolge des guten . Ausgangs der Erkrankung ganz besonders aufgelegt zu launigen Bemerkungen, wieder Wigand zu. „Da hören Sie's ja bestätigt. Also gehen Sie in sich, Sie hartgesottener 3unggeselle, und halten Sie Umschau unter den Töchtern des Landes. Ein Mann wie Sie sollte eigentlich längst schon geheiratet haben. — Sie Drückeberger, warum so ehescheu? Haben Sie Angst vor dem Pantoffel?" „Das wohl weniger." Wigand zwang sich zu einem Lächeln. „Trotzdem aber werde ich 3hnen den Gefallen leider nicht tun können." „Was — Sie wollen wirklich nicht heiraten? 3st das Ihr Ernst?" Wigand nickte. „3a — aber warum denn in aller Welt nicht?" „Weil ich die Frau, die ich haben möchte, niemals haben werde." Wigand sagte es mit ernstem Dachdruck, und sein Blick streifte mit einem Aufleuchten voll geheimen Wehs Ursula drüben am Tisch. Der Blick traf den ihren, der sich bei ter letzten Frage des Geheimrats unwillkürlich auf Wigand geheftet hatte. Dun senkte sie rasch die Augen. Um ihre Betroffenheit zu verbergen, beugte sie sich tiefer über Den Schreibtisch. Während ihre Finger nervös in den Papieren vor ihr auf dem Tisch blätterten, fühlte sie ihr Herz pochen. Dieser Blick eben — seine Worte! Es war ein klares Eingeständnis, datz er sie noch immer nicht vergessen, noch immer nicht aufgehört hatte, zu lieben! Die kameradschaftliche Ruhe, die er ihr gegenüber zur Schau getragen, war nur erzwungen. Schnell raifte sie ihre Tabellen zusammen und verlies das Zimmer. 23. Kapitel. Ein Klopfen an der Tür. Wigand fuhr aus seinem Sinnen auf und rief sein „Herein!“ Die Sekretärin erschien mit ter Post. Cs war die Abendstunde, wo Wigand mit ter Oberin alle nötigen Angelegenheiten für den kommenden Tag zu besprechen pflegte. Allein Ursula hatte sich heute entschuldigen lassen: Sie fühle sich doch nach den Dachtwachen recht abgespannt. Sie fei daher schon gegen sechs nach Haus gegangen, um sich einmal wieder im eigenen Bett ordentlich auszuschlafen. So brachte denn jetzt an ihrer Stelle die Sekretärin die Korrespondenz des Tages Wigand aufs Zimmer. Unterschrift wartend, blieb das junge Mädchen im Zimmer, aber Wigand warf einen Blick auf die Uhr — schon acht durch! — und er winkte ab. „Danke, Fräulein Gerth! Sie brauchen nicht länger zu warten. 3ch erledige alles selbst." Froh, ihr Tagewerk beendet zu sehen, entfernte fidj das Mädchen und Wigand blieb allein zurück. Aber er lieh die Postsachen unberührt liegen, ebenso wie das Abendbrot, das schon seit einer Stunde hinter ihm auf dem Sofatisch stand. Gr lehnte sich wieder in ten Sessel zurück, um seine Gedanken da aufzunehmen, wo sie der Eintritt der Sekretärin unterbrochen hatte. Ursula! Um sie drehte sich sein Denken in dieser stillen Stunde. 3mmer wieder mutzte er an ihre Mitteilung denken, datz sie nun endgültig beschlossen habe, Diakonisse zu werden, und immer wieder befiel ihn das angstvolle Gefühl, datz er sie sicherem Verderben entgegengehen sähe, ohne datz er sie zu retten vermöchte. Ihm war's. als sähe er sie vor den Mauern stehen, die sie für Immer der Welt entziehen, fie lebendig begraben sollten. Dies blühende, junge grauenleben nun in dumpfer Krankenhausluft, in einförmig freudlosem Dienst an Fremden langsam hinwelken. Er ballte die Hände voll Ingrimm gegen das Schicksal, das dies so wollte. Aber was wütete er gegen das Fatum? War es denn nicht ihr eigener Wille, ein Gelübde, das sie ungezwungen getan? 3a, wenn es nur wirklich ungezwungen gewesen wäre. Gr stützte grübelnd die Stirn in die Hand. Hatte sie nicht vielleicht am Sterbebette Freds eine Zwangsvorstellung gepeinigt und zu dem verzweifelten Gntschlutz getrieben, an den fie sich nun gebunden fühlte? Wigand zermarterte sich den Kopf, den Grund für einen solchen Gewissenszwang blotzzulegen. Eine geheime Schuld — vernachlässigte Pflichten ihrem Gatten gegenüber. Aber sie hatte doch, wie er selbst gesehen, dessen Launen und Leiden stets mit rührender Geduld ertragen. Also das konnte es auch nicht sein. Was aber dann? Es blieb eben nur die eine Annahme: Sie hatte genug kennen gelernt von den Enttäuschungrath) und anderen gute Waffen im Kampf. Das gleiche gilt vom Allklelrhelnkreiv, der gute Turner in den Kampf schickt, ter aber Winter, ter für Westfalen kämpft, entbehren mutz. Unter den Badensern lind Gschweih (Pforzheim), Moßbrugger (Pforzheim) und En- dretz (Mannheim) die bekanntesten Turner. Treffliche Turner haben auch die Schwaben ins Feld gesandt, unter denen Dagel (Eßlingen) schon wiederholt bester Geräteturner der DT. gewesen ist. Aber auch Hermann (Ulm) und Kraft (Schnaitheim) finb hervorgetreten. Die Bayern stellen ebenfalls ein treffliches Aufgebot In ten Kampf, u. a. den vielfachen Kunstturnmeister Kurz (Dörflas), Christ und Loibl (München), Pfau (Dürnberg), Dezler (Göggingen), ter der Zehnkampfmeister auf dem Deutschen Turnfest in Köln gewesen ist. Die Thüringer schicken gute Durchschnittsturner nach Essen, von denen man sagen fann, datz sie einen guten Platz behaupten werden. Erste Siegesanwärter kann dann noch ter Turnkreis Sachsen, ter größte deutsche Turn- kreis stellen. Er besitzt in K r ö h s ch (Böhlih- Ehrenborg) einen hochveranlagten, jungen Turner, dessen Können nicht zuletzt daraus ersichtlich ist, daß er beim Städtekampf Hamburg—Leipzig —Berlin als bester Turner eine noch nicht erreichte Höchstleistung in ter Dewertungszahl aufstellte. Aber auch Kleine (Euttitzsch), Wettermann (Leipzig), Polrnar (Hohenstein-Ernstthal) dürften ihm nicht viel nachstehen, wie viele Wettkämpfe erwiesen haben. Auch die Pfalz syickt einige Turner, von denen Cürtet (Germania- Oppau) der bekannteste ist. Cs ist autzerortentlich schwer, vorauszusagen, wer Sieger wird. Der Sieg ist von vielen Umständen anhängig, von richtiger Derveneinsetzung, von der Ausdauer, oft entscheidet eine Hundertstel Sekunde Verzögerung den Sieg oder die Diederlage: ein Griff, ter um einen Zentimeter zu weit nach rechts oder nach links geht, zieht oftmals den Mißerfolg nach sich. Unter selchen Voraussetzungen seht sich Kampferfahrung oder auch vielleicht Glück durch. wollte man nach den bei den Ausscheidung»- kampfen erreichten Punktzahlen gehen, so müßte Kanis aus Ostpreußen erster Sieger werden, der nicht weniger als 196 Punkte von 200 erreichbaren Punkten erzielte. Dächst ihm haben bei den Entscheidungskämpfen hohe Punk'zahlen erzielt: Wedekind (gorst) 192, Dörfer (Königsberg) 183,5, Hermann (Ulm) 181, Kurz (Dörflas) 178.5, Christ (München) 176, Winter (Wuppertal-Langerfeld) 176, Platzek (Dortmund) 176 Punkte. Aber diese Ausscheidungen können eine sichere Voraussage nicht gewährleisten. Die Verhältnisse bei den einzelnen Kämpfen sind überall verschieden gewesen, und auch die Kampfgerichte sind ganz bestimmt in jedem Fall vor ganz besondere Tatsachen gestellt Worten. Wenn man überhaupt eine einigermaßen sichere Voraussage treffen will, so muß man auch berücksichtigen, datz manche Turner an den Meisterschaften teilnehmen, die an den Vorausscheidungen aus irgendeinem Grunde nicht teilnehmen konnten. Un'er Berücksichtigung aller dieser Voraussetzungen dürfte man erwarten, datz sich den Kampf um die Spitze höchstwahrscheinlich in erster Linie Wedekind (Forst), K r ö tz s ch (Leipzig), Kurz (Dörflas), Winter (Wupver- tal-Langerfcld) und Platzek (Dortmund) liefern werten. Auch Kanis wird ihnen nicht allzuweit fernbleiben, ebensowenig Pfeiffer (Hamburg), Kleine (Leipzig) und Hermann (Ürm). Und wenn man aus diesen noch eine Auswahl treffen soll, so wird man wahrscheinlich unter Kröh'ch, Winter, Wedekind und Platzek zu wählen haben. Zu berücksichtigen ist, datz Platzek als Westfale ten örtlichen Verhältnissen am nächsten ist, so daß er sehr leicht auf Grund dieses kleinen Vorteils die Meisterschaftswürte davontragen könnte. gen der Liebe und ter Ehe. Sie wollte nicht noch einmal den Kamps um scheiternde Hoffnungen durchmachen, sie fühlte ihre Seele tem nicht mehr gewachsen. Da hatte sie sich denn gelobt: Die wieder etwas davon! Lieber entsagen, verzichten auf Trugglück und im ernsten Arbeiten für die leidenden Mitmenschen einen Ersatz dafür suchen. Gewiß, so mußte es sein. Also ging es ihr wie ihm: Auch er würde nicht zum zweiten Male wagen, in den schwankenden Dachen tes Glückes zu steigen. Freilich, ein Unterschied war da zwischen ihr und ihm: Wenn er nicht mehr Daran dachte, so geschah es, weil er nie aufgehört hatte, an sie zu denken, sie zu lieben. Fruchtloses, schmerzliches Wühlen unb Grübeln! Cs führte ja doch zu nichts. Wigand raffte sich auf. Es war wohl doch so das beste: sie ging ten Weg, den sie sich gewählt, fand int eng begrenzten Kreis den Halt, den sie für das Leben brauchte, und er suchte Trost in seiner Arbeit. Wigand zog mit einem Ruck ten Sessel an den Schreibtisch und nahm die Mappe mit den Postsachen zur Hand. Eine Anzahl laufender Korrespondenzen mit Patienten und Geschäftsleuten, Rechnungen, Quittungen — hier eine Überweisung ter Bank, mechanisch überflog er das Schreiben, aber plötzlich stutzte er. „3m Auftrage von Frau Ursula Drenck beehren wir unS vom Konto den Betrag von 3000 Mark zu überweisen, für den Sie uns erkennen wollen." 3a — was hieß denn das? Wenn da gestanden hätte: 3m Auftrag von Fräulein von Rommerh, aber so? Verständnislos starrte Wigand das Papier an, nun sah er noch einmal hin, aber da stand ja ter Dame tes Fräulein von Rommertz, da oben — aber als ter der Adressatin! Also die Dank hatte die Summe im Auftrage Ursulas an deren Freundin gesandt. Aber warum das? Hatte Fräulein von Rommertz denn nicht selber genug verfügbare Mittel? Sie sollte doch so vermögend sein. Wie kam also Ursula dazu? 3n Wigands Gesicht zuckte es plötzlich auf — ihn flog da eben ein Gedanke an, ein Verdacht. Er dachte nach. Aber nicht doch, nicht doch, — solche Komödie konnte man ihm doch nicht vorgespielt haben. Und er setzte sich hin, schob das rätselhafte Schreiben beiseite und wollte Weiterarbeiten. Aber wieder und wieder kam dieser quälende Verdacht. Da sprang er auf: Cs half nichts, er mußte sich Gewißheit verschaffen. Aber wie? Er fann nach. — Ah, richtig! So mutzte ihm Auskunft werten. Schnell ging er hinüber in das Zimmer ter Sekretärin. Sie war schon fort, fo mutzte er eine Weile suchen, ehe er im Regal mit den Registern ten richtigen Band fand. Gr kümmerte sich ja sonst nie um diese Angelegenheiten tes Unternehmens. (Schluß folgt.) M ” ’S. Ul. n m btn LKk KsS WÄ 'Zrstzr 'arNer fltrf'N 01, von ff61 e«i« Ü?fi?SÄ Ä5 tia9k? iifr Böhlitz. s-LZ-L ökm "5u« («!S ?«»°7NL C ?“ wieder. ofbnatt Dorauj. '^°hnmg oder auch l dm Uaslchridong^ ntl* gehen |o :euB^ erster Zieger ' a*5196 puntle oon ’untlen erkieste. l EMcheidlmgskaiMen Drdrkiud (Forst) 192, ^Hermann (Ulm) 181, W (Machen) 176, Urfeld) 176, Plahel Wer diese Aussch:!. x Voraussage nicht iltniHc bei dm ein« ill d^schieden gelocsen, )ie sind ganz bestimmt sondere Tatsachen ge« x überhaupt eine eini* rsage treffen toiH, so pn, doh manche Turner Mchmen. die an dm gmdeinem Grunde nicht r DrrüMtigung aller itik man erwartm Last Piste höchstwahrscheinlich nd (Forst), Krötzsch ), Winter (Dupver- el (Dsrbmmö) liefern > ihnen nicht allznvrit 1 tirilier (Hamburg), norm (Ulm). Und wenn e Auswahl treffen soll, ich unter Kröh'ch, Din- >1 zu wählen haben. Zu ilch.-i als Westfale den an nächsten ist, 'o doh dieses kleinen Vorteils Dontragei^nnte^E Ehe Sie wollte nicht m scheiternde fcoffw te ihre Seele dem mcht te sie sich denn gelobt: j Lieber misagen, der- ib im ernsten Arbellen raschen einen Ersatz da .1 »» N.ftS. g veil er nie ausgeh°rt ;y Wigand raffle sich NZ- L Mappe mit den m die WM [auien^t iich IM^Leir N kÄ-K--- in das? von sttag ds>" ^rrte Di» ^i'tändn's^^ einmsä nun ^Ä Srdnlein A der der _ _ oster Spinne N Kundin gefai^ • ^^re Hillel? lUTw * * julteö ! ianti£ |tf** l«6t« Z Jot» :/«s ti»««1 ,, Mb-- > irischast. <* < Dochenbenchl oom Frankfurter Effektenmarkt. Gleich zu Beginn der Bevichtstooch« trat nach der anhaltenden Festigkeit der letzten Zeit ein merklicher Lendenzumschwung ein. Als Hauptmomente für die eintreten.br Schwäche sind Ermüdungserscheinungen der Spekulation und des Publikums, Unklarheiten hinsichtlich der Finanz- läge des Reiches und die anhaltende Schwäche der Auslandbörsen zu verzeichnen. Ebenfalls ver- stimmten der ungünstige Stahlvereinsausweis, die Rede des französischen Präsidenten Doumer- gue und Gerüchte über eine angebliche Verschiebung der deutsch-russischen Wirtschaftsverhanb- lungen. Die Zurückhaltung der Privatkundschaft veranlaßte die Kulisse, die Engagements in ruhigem Tempo weiter abzubauen, zumal sie das bisherige Ausmaß der Dörsentetoegung als zu optimistisch empfand. Die Hoffnungen» auf eine Diskontermähigung werden sich nicht so schnell erfüllen, da sich ter Medio weit schwieriger als erwartet gestaltete. Don dieser Schwäche wurden besonders die in letzter Zeit stärker avancierten Papiere vetrdffen. So vor ckllem Elektro- und Montanaktien. Die Kurse lagen durchweg bis zu 7 v. H. niedriger. Eine Ausnahme machten Schuckert in Erwartung ter Dorjahrsdividende, die nur wenig schwächer notierteft. Am Montanmarkt verstimmten u. a. die um 2 v. H. herabgesetzte Phönixdivitende. Ilse Bergbau verloren 24 v. H. Stärkere Kurs- einbußen hatten ferner Kaliaktien, von denen Salzdetfurth 16 v. H., Westeregeln 14 v. H. und Aschersleben 10 v. H nachgaben. Kunstseiteaktien lagen auf Abgaben ter holländischen Arbitrage bis zu 6 v. H. niedriger. I.-G.-Farben konnten sich im großen und ganzen zunächst behaupten und erst in den letzten Tagen setzte etwas stärkeres Angebot ein, so daß ein Derlust von 5 v. H. zu verzeichnen war. Dis zu 8 v. H. schwächer lagen ferner: Deutsche Erdöl, Zellstoff Waldhof, Südd. Zucker und am Dankenmarkt Danatbank, während die übrigen Dankwerte nur unwesentliche Veränderungen zeigten. Don Internationalen Werten büßten Chateaktien auf die Dorgänge in Spanien und der Pesetenschwäche 12 Mark und Svenska 11 Mark ein. Schiffahrts- und die übrigen Terminwerte lagen bis 4 v. H. abgeschwächt. Am Rentenmarkt hat das Interesse des anlagesuchenden Publikums ebenfalls m.ncklich nachgelassen. Don Ablösungsanleihen verloren Altbesihanleihe 1,25 v. H. und Schutzgebiete etwa 0,5 v. H. Liquidationspfandbriefe his 1 v. H. niedriger, dagegen Goldpapiere kaum verändert. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 20. April. Tendenz: freunb« lief). Etwas günstigere Betrachtungen in der Sonn- tagspresse hinsichtlich der inner, und außenpolitischen Lage, ferner Meinungen, daß zu Beunruhigungen kein Anlaß sei, bewirkten, daß die Börse zu Beginn der Woche fester eröffnete. Die Spekulation schritt nach den starken Abgaben am Samstag zu einigen Rückdeckungen. zumal auch von der Kundschaft einige kleine Kauforders eingegangen waren. Das Geschäft bewegte sich in sehr engen Grenzen, da die Unternehmungslust naturgemäß nach starken Rückschlägen immer recht klein ist. Gegenüber den Schlußkursen vom Samstag ergaben sich zu Beginn Kursbesse- rungen von 2 v. H. Besonders rege war das Geschäft am Elektromarkt, an dem Schuckert 3,5 und Siemens 2,5 v. H., ferner AEG. und andere bis 2 v. Sy höher eröffneten. Am Chemiemarkt lagen I.-G.-Farben und Rütgerswerke bei kleinen Umsätzen je 1,75 v. Sy fester. Weitere Kurserhöhungen hatten Zellstoff Waldhof mit plus 4,5 v. Sy und Holzmann mit plus 4 v. Sy Bon Montanwerten ge- mannen Mannesmann und Rheinstahl je 1 v. Sy, Phönix 2 v. Sy Am Kalimarkt ergaben sich Erhöhungen bis zu 2,5 v. Sy Fester eröffneten außerdem Deutsche Linoleum (plus 2,5 v. Sy), Aku und Konti Gummi mit je plus 1,5 v. Sy Bank-, Schiffahrts- und Derkehrsaktien lagen gut behauptet. Am Anleihemarkt setzten Schutzgebiete 0,13 v. Sy höher ein. Neubesitz kaum verändert. Vom Ausländern lagen Türken etwas freundlicher. Pfandbriefe ruhig und unverändert. Im Verlaufe herrschte infolge der Drberlofigteit Geschäftsstille, unb Die Kurse bröckelten leicht ab. Später konnten sich bie Kurse auf eingetroffene Orders wieder leicht erholen, doch verhielt sich die Kulisse weiterhin sehr reserviert, bie Börse bewahrte aber wiberstanbsfähige Haltung. Am Gelbmarkt wurde der Satz für Tagesgelb um 0,5 v. Sy auf 3,5 v. H. ermäßigt. Am Devisenmarkt lag bie Mark schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2015, gegen Pfund 20,41, London gegen Kabel 4,8583, gegen Paris 124,25, gegen Mai- land 92,80, gegen Madrid 48,25, gegen Holland 20,2250, gegen Schweiz 12,0950. Berliner Börse. "Berlin, 20. April. Auch für die neue Woche fehlte es an besonderen Anregungen. Trotz ter Erklärung ter DDP., sich weiterhin für den bisherigen Regierungskurs einzusetzen, ist die innenpolitische Situation noch ungeklärt. Im Anschluß an den festen Wochenschluh der Reuyorkrr Börse bekundete die Spekulation eher Deckungsund Rückkaufsneigung, zumal noch kaum Ber - taufdmaterial an die Märkte tarn und die Kundschaft, besonders das Ausland, sich auch für einige Spczialwerte interessierte. Das Geschäft war zu "Beginn der Börse etwas lebhafter, als an den Vortagen, und die ersten Kurse zeigten ziemlich mehrprvzentige Besserungen. Meter den Durchschnittsrahmen von 1 bis 2 Proz. hinaus lagen Kaliwerte, Siemens, Schuckert, Schubert & Salzer, Berger, Holzmann, Brown Boveri, Zellstoff Waldhof und besonders Bemberg bis 5,25 Prozent fester. Letztere waren mit Plus- Plus-Zeichen erschienen und anscheinend im Zusammenhang mit den heute beginnenden Verhandlungen, an denen sich auch die Italiener beteiligen wollen, von ter Schweiz her stärker gefragt. Einige Papiere, wie Bergmann, Rordsee-, Deutsche-Hochseesischerei, Thüringer Gas. Schan- tung°Handels-AG., eröffneten etwas schwächer. Anleihen freundlich. Alttesitz etwa 20 Pf. höher. Ausländer ruhig. Pfandbriefe noch unentwickelt, ater kaum schwächer. Reichsschuldbuchforderungen bis 0,25 Proz. höher. Der Geldmarkt konnte sich weiter etwas erleichtern. Tagesgeld stellte sich auf 4,5 bis 6,5 Proz., Monatsgeld auf 5,5 bis 7 Proz., Warenwechsel auf etwa 5 Proz. Im Verlause wurde das Geschäft bei nicht ganz einheitlicher Kursentwicklung wieder ruhiger. Rur Thüringer Gas verloren im Verlause weitere 1,5 Prozent. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 20. April. Auftrieb 1372 Rinder (356 Ochsen, 152 Bullen, 451 Kühe, 370 Färsen), 555 Kälber, 28 Schafe, 4915 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgc- mästete höchsten Schlachtwerts: jüngere 45 bis 49 Mark, ältere 40 bis 44, sonstige vollfleischige 36 bis 39; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 40 bis 43, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 35 bis 39; Kühe: jüngere, oollfleischige, höchsten Schlachtwerts 37 bis 40, sonstige voll- fleischige ober ausgemästete 32 bis 36, fleischige 27 bis 31, gering genährte 23 bis 26; Färsen (Kalbinnen, Iungrintzer): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 45 bis 49, oollfleischige 40 bis 44, fleischige 36 bis 39. — Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 65 bis 69, mittlere Mast- unb Saugkälber 60 bis 64, geringe Kälber 52 bis 59. — Schweine: vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 44 bis 47, von etwa 200 bis 240 Pfund 45 bis*48, von etwa 160 bis 200 Pfund 45 bis 48, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 43 bis 68 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberftanb; Kälber unb Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweins mäßig rege, zum Schluß stark abflauenb. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. QU., 20. April. Der Frankfurter Produktenmarkt eröffnete im Zusammenhang mit den festen Auslandmeldungen auch zu Beginn der neuen Woche in fester Haltung. Das Angebot von inländischem Brotgetreide war mäßig klein, das Geschäft im ganzen nicht lebhaft. Verstärktes Intereise bestand für Drcmgerste, ferner für Roggen. Die Preise zeigten Besserungen von 2 bis 5 Mark. Das Mehlgeschäft erfuhr bei unver- änderten Preisen keine wesentlichen QJeränte- rungen. Am Futtermittelmarkt erhielt sich die feste Tendenz. Auch für Rauhfuttermittel machte sich mehr Interesse bemerkbar. Recht feste Haltung hatte auch weiterhin der Kartoffelmarkt. Es 'konnte für das Zentner Industriekartoffeln hiesiger Gegend je 50 Kilogramm bei Waggvnte^ug 4,30 bis 4,40 Mark erzielt werden. Es wurden notiert: Weizen 307,50; Roggen 217,50 bis 220; Braugerste 240 bis 250; inländischer Hafer 210; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 43,50 bis 44,50; Roggen mehl 30 bis 32; Weizenkleie 12,25 bis 12,50; Roggenkleie 13,25 bis 13,50; Erbsen 30 bis 34; Linsen 27 bis 65; Heu 6,25; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht, 3,25 bis 3,50; Weizen- unb Rockenstroh gebündelt, 3,25 bis 3,50; Treter getrocknet, 10 bis 10,50 Mark. Tendenz: fest. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M, 18. April. Bei vollkommen unveränderten Preisen war das Geschäft weiterhin sehr ruhig. Die wenigen Abschlüsse, die zu- standekamen, beschränkten sich nur auf den notwendigsten Bedarf unb auf die billigsten Sorten. Es notierten in Pfennig per Stück ab Frankfurt: italienische 8,5 bis 9, bulgarische 7,5 bis 7.75, jugoslawische 7,75 bis 8, rumänische 7,25 bis 7,5, holländische 7,5 bis 10,5, dänische 7,5 bis 11, belgisch-flandrische 8,5 bis 8,75, schlesische 7,5 bis 8, bayerische 7,75 bis 8, norddeutsche 7,5 bis 10,25. Ende der litauischen Lchwcinetrantzporte nach Frankfurt a. M. WSN. Frankfurt a. TI., 17. April. Die Zu- fuhr von litauischen Schweinen nach Frankfurt, die im Herbst o. I. wöchentlich bis 2500 Stück betrug unb einen wesentlichen Einfluß auf bie Preise ausybte, ist jetzt e i n g e ft e 111 worden, da sich der Transport bei dem Tiefstand der Preise auf Dem Frankfurter Schweinemarkt als unrentabel erweist. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter biefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Rebaktion Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung) Einige IDorte Dem Vereinsleben! Wir befinden uns wieder an einem Quartals- beginn. Mancher sorgende Familienvater nimmt fein Ausgabenbuch zur Hand und stellt fest, daß noch immer mehr gespart werden muß. Die Zeiten sind schwer, Sieuern und A gaben ufto. enorm, die Kinder koste, viel Geld, und demnach müssen die persönlichen Ansprüche immer noch mehr reduziert werden. Da kommt zum Meberfluß gerate noch ein Dereinsdiener an und will schüchtern den Beitrag für einen Gesang- oder Turn-, Ruder-, Kaufmännischer ufto. Berein erheben. Schon ist das neue Sparobjekt gefunden, nämlich: „Die D e r e i n S b e i t r ä g e“. Hier lassen sich auf die bequemste Art Ersparnisse machen. Es ist *ja leicht, seinen Austritt aus diesem oder jenem Verehr zu erklären, man schreibt Buntes Beim Tier-Schonheilsdoklor. Die künstliche Verschönerung, ber sich jetzt so viele Menschen unterwerfen, ist nun auch in bas Tierreich eingezogen. Es gibt in Lonbon einen bekannten Theaterfriseur, Willie Clarkson, ber sich vielfach als Tierschönheitsdoktor versucht hat. Wie er in einer englischen Wochenschrift erzählt, nimmt man feine Dienste häufig in Anspruch. Da war z. B. von einem großen Zirkus ber „stolzeste Löwe Der Welt" in mächtigen Plakaten angetünbigt worben. Als aber biefer hochberühmte König ber Tiere bann eintraf, ber auf ben Plakaten mit einer fabelhaften Mähne bargeftellt war, entpuppte er sich als eine schwach behaarte Löwin, bie nichts weniger als majestätisch aussah. Der Zirkusbirektor war verzweifelt unb wandte sich in feiner Not an Clarkson, der sofort ans Werk ging, bie Löwin mit einer herrlichen Mähne auszustatten. Ihr würbe eine wundervolle Zierde angeklebt, bie sie mit Stolz unb anscheinenb ohne jebe Unbequemlichkeit trug. „Während meiner 40jäh° rigen Tätigkeit als Theaterfrifeur" fährt ber Verfasser fort, „habe ich Tiere aller Art mit Perücken, Masken unb sogar Kostümen versorgt. Da mußte z. B. in bem Stück „Der Garten Allahs" eine Reihe von Kameln bie Bühne betreten. Als biefe Tiere nach Lonbon kamen, waren es armselige Geschöpfe, aber in meinem Schönheitssalon hatte ich sie bald so ausstaffiert, baß sie als malerische „Wüsten- Schiffe^ allgemeine Begeisterung erweckten. Stolze feurige Rosse spielen bei ben Londoner Straßen- aufzügen eine wichtige Rolle, aber niemanb ahnt, daß die glänzenden Mähnen unb Schweife biefer Tiere künstlich hergestellt sind. Durch bie Verwen- bung von Ersatzteilen aus Pferbehaar erhalten sie das gleichmäßige unb prächtige Aussehen, unb ebenso verbauten viele Zirkuspferbe ihre Schönheit ber Kunst des Perückenmachers. Mit Geschicklichkeit kann man oft Fehler wieder gutmachen, die ben Wettbewerbern bei Tierausstellungen hinderlich sind. Hähne erhalten auf diese Weise großartige Kämme und ein dichtes, buntes Gefieder, unb selbst beim Rinbvieh kann man ber Natur nachhelfen. So hatte sich kürzlich ein prachtvoller Ochse, der an einer Rindvieh- schau teilnehmen sollte, ein großes Stück Haut aus einem seiner Beine gerissen. Es gelang mir, bie Wunbe so vortrefflich zu verbergen, baß bas Tier sine Zeile an den Vorstand und im Handumdrehen sind 5,—, 10,—, 20,— und evtl, noch mehr Mark pro Jahr gespart. Leichten Herzens kehrt man Vereinen den Rücken, die hervorragende Verdienste um unser« Kultur, unser Geistes- und Familienleben haben, und nur zu schnell werden die Zeiten vergessen, die uns in diesem oder jenem Qkcein herrliche ©tunten ter Erbauung und der Freude gebracht haben. "Vergessen sind z. D. die schönen ©tunten, die wir in unserem Gesangverein verlebten. Als junge Menschen, aktive Sänger oder Sängerinnen, lernten wir im gemischten Chor herrliche Werke unserer großen Meister kennen, und in gesellschaftlichen Veranstaltungen erfreuten wir uns an Musik und Tanz. Aus allen diesen Gründen sollte man nicht so schnell mit dem Austritt aus Qtereinen, die uns in guten Zeiten lieb und wert waren, bei der Hand sein. Fast alle Qterein« leiden heute unter Mitgliederverlust; trotz aller Mühe und Opfer an Zeit und Geld, die sich die Vorsitzenden und Vorstandsmitglieder geben, schmilzt ter Mitgliederbestand zusammen. Mancher Verein wird in absehbarer Zeit nicht mehr in ter Lage fein, weiter zu bestehen. QkreinS- tätigkeit ist ohne Zweifel Kulturarbeit, und die Männer und Frauen, die sich dieser Arbeit hingeben, vollbringen uneigennützig ein großes und gutes Werk für die Allgemeinheit. Darum kehrt den Vereinen nicht ohne zwingen- denGrunddenRücken. F. Jtunbfunfprogramm. Montag, 20. April. 7.15 bis 8.15: Früh.onzert. 11.50: Schallplattenkonzert. 16.30 (Karlsruhe): Rachmittagskonzert. 18.15: „Zehn Jahre Frankfurter Künstlertheater. Von der Idee und Praxis des Wandertheaters", Vortrag von Intendant Fritz Richard Werkhäuser, Frankfurt a. M. 18.40: „Leib und Seele", Vortrag von Dr. Hermann v. Müller, München. 19.10: Englischer Sprachunterricht. 19.35: Aus Dem Großen Saal des Saalbaues in Frankfurt a. OH.: 12. Montagskonzert des Frankfurter Orchestervereins. 21.15: Kleine Erzählungen von Bert Schiff, vorgetragen von Wolfgang Koehler. 21.25: Schallplattenkonzert. 22 (nach Berlin und Köln): Zeitbericht, französische Heeresdebatte. Allerlei. ben ersten Preis gewann. Zum Spaß färbte ich eines Tages meinen weißen Pudel in allen Farben des Regenbogens, und bas Tier war halb bekannt unb bewundert wie ein „bunter Hund". Eines Tages wurde er mir gestohlen, und nachdem ich noch zwei weitere gefärbte Hunde auf bie gleiche Weise verloren hatte, gab ich diese Verschönerung auf, weil dadurch augenscheinlich die Begier der Diebe zu stark geweckt wurde. Allerdings weiß ich nicht, was sie mit so auffälligen Tieren angefangen haben. Seitdem es Mode geworden ist, daß die Dame allen „Zubehör "zu ihrer Toilette in harmonischen Farben trägt, ist man oft an mich mit der Bitte herangetreten, ein Schoßtier auf die Kleidung seiner Besitzerin „abzustimmen". So kam z. B. eine Dame, bie einen Pelz auf Leopardenfell trug, zu mir und wünschte, baß ich ihrem Hündchen dieselben bunten Flecken aufmalte. (Erstaunlich, was manche Leute für Sorgen haben!) Das Eisenbahn-Esperanto. Die Gepäckträger unb bie Transportarbeiter auf den Bahnhöfen können meist bie Aufschriften in frember Sprache auf ben Frachtgütern nicht lesen, und doch ist es notwendig, daß bei den vielen Tausenden von Gepäckstücken aus ben verschlebensten Länbern, bie täglich auf ben großen Bahnhöfen um- geloben werben, bie Angaben gehörig beachtet wer- den.Es ist baher zwischen verschiebenen Eisenbahnverwaltungen europäischer ßänber eine Art Esperanto oerabrebet worden, eine internationale Zeichensprache, die allgemein verständlich ist. Drei solcher „Hieroglyphen", bie in ber internationalen Bildersprache gehalten sind, wurden festgesetzt. Die erste Hieroglyphe besteht in einem Kuhkopf, einem Haus- hahn und einem Hund unb zeigt an, baß der Inhalt des betreffenden Frachtgutes in lebender Ware besteht. Das Gepäckstück muß daher mit besonderer Vorsicht behandelt werden. Das zweite Zeichen besteht in einem scharlachroten Weinglas und wird auf Kosten angebracht, die Weine, Liköre, Biere und Mineralwasser enthalten. Das dritte Zeichen besteht in einem Fisch, einer Blume unb einer Weintraube unb kllnbet an, baß sich in dem Gepäckstück Sachen befinden, die sich nicht lange halten unb baher be- sonders schnell beförbert werben müßen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben bie Höhe ber zuletzt beschlossenen Divibenbe an. — Reichsbankbiskont 5 o Sy, Lombarbzinsfuß 6 o Sy Srantruri a. Dl. Berlin Schluß-1 tarn 1-Uhr- Kur» Schluß-: Iure ; itinfo g- fiurd Datum 18.4. 20 4. 18 4 20 4 6% Den ticke RetckSameihe eou 1027 ...... 7% veutiche «tidrfanleöe von 1929 . ....... 84,75 _ 84,9 _ 100,25 _ 100,4 _ veuticke Anl..«bIöl..TcknN> mit «u«lo|.-Wed)ten ..... 57,75 _ 57,8 58,1 ttetgl. ohne »lueiol.-Sedtte . . 6,13 6,15 6,2 6,2 6% Heil. Soltiftaat von 1929 (rMiablb. 102%) •••••■ 95,25 _ 94,75 _ Obetbeffcn Provinz . Anleihe mit Auelol.-Rrcktrn..... 56,5 — _ _ Den licke Komm. Sammelaoi. Anleihe Serie 1 . ■ • 6% stronN. fnD.-eant «oidvse XIII unlünntx» bll 1934 • 57 _ 57 _ 101,5 — _ _ 7% ffrontl. Ovv »Bank Voldvle vniönvbar bll 1932 97,5 _ _ _ e Rente _ _ _ 4% UngarilAf »olbtenU .... — — 18,9 19,1 4% Ungarilcke StaaiSrenle v. 1910 16,4 — 16,4 12,5 4y,% vesgl. von 1919 — — 16,6 — 4% Ungarilcke Kronenrrnte . . —— — — 4% rürMcke Zollanleibe von 1911 4,3 — — 4,35 4% rürliicke Bagvabbahn-Anl verte 1 4% brtgl. Serie II....... 4,3 — __ 4,45 4,3 4,4 4,4 4,45 6% «umäniicke vereint). Rente von 1908 ... . . 4%% RumLniiche vereinh Rente von 1918 .......... 4% RumM4f Verein-, Rente ■ 8,55 _ 8,5 _ 15,4 15,25 6,9 — 7 6,95 '.frranliun a. Lerim Gchluß- tur< t-Uhr- Kurs Schluß«! Iur< , Anfang» Kurs Datum 18 4 20 4 18 4 20 4 Hamvura-eimerila ‘Batet . . Hamburg-Südam. Damplichiff 7 64 — 64 64,13 8 — — — — Hün>a Tamvsicklsl - ■ - 10 — —— 87,25 — Norbbeuncker Lloub .... 8 66 — 65 65,25 Allgemeine DeuticheCrebitansi. 10 — — — Barmer Bankverein . . 10 — —— — — Berliner Hanbelsgeiellickast 18 125,5 — 124 123,9 iSommen- unv Pnoat-Bank . 11 118 118,25 118,13 118,25 TarmiiSbt-r unb Aativnalbank Teuticke Bank unv 12 144,5 — 145,5 148 Dtüronto-Geiellichatt, - - 10 112,25 108 113 108 Dresdner Bank...... 10 107,5 107,5 107 107,5 iHetoebanl........ 12 166,75 167 167 167 a.U.®......... . 8 107,5 108,75 107,75 109,25 Bergmann........ . 9 — — 94,5 93 Lleklr. LleierungSgeiellickafi. 10 134 — 130,65 132 Licht unb Statt...... 10 122,5 124,5 122,4 gelten 8 Guilleaume . GeiellickaU für Elektriiche IVt 87 88.13 86,5 123,4 88,13 125,5 Unternehmungen .... Hamburger Elektrizitäti-Werte Abeinilche Elektrizität . . . 10 124 124,5 10 — — — — . 9 119 — 118,5 — Sdilcllldje Elektrizität. . . . 10 — — — —— Lckucken & (5o ..... 11 135,5 174,5 139 136,25 138,75 Siemens & Halste..... 16 177 175 177,5 Iranetaoto ........ . b — _ — väbmeQet 8 ....... 10 130 — 130 — Duveru«......... . 6 54 _ 53,5 53 Den ticke Erbil ...... . 6 74 — 74,5 75 Stiener Steinkohle ..... . V — —— — k 82 _ 82,5 82 73 _ 72 Hoeick Eilen. ....... — 65,5 66 Sile Bergbau....... 10 181 — 184 185 _ ■ 66,25 Köln-Sieueilen..... • . 7 — — 72,25 ManneSmann-Riiire» . . . . 7 74,5 75,5 75 75,65 Mansieiber Bergbau .... . 7 37 — 36,5 — Cbcrldilcl. Eiienbevarf . . . . 5 — — — Obericklei ftutiroede.... . 7 — — 78,75 79,4 6¥i 10 60 177,5 62 61 61,5 180,5 Rheiniicke Braunkohlen . . 179,25 ÄbeinftatH . ...... . 6 79 80 79,25 79,5 Riedeck Montan...... 12. $rant|un a. 111. Berlin Gch.uß-i kurs | t-Uhr« K re Schluß-! kurS 1 Anfang* Kur« Datum 18.4 20 4 18.4 20 4 Bereinigte Stahlwerke . Otavl Minen . . 56 — 55,75 56 16'/. 32 — 31,5 31,75 Kaliwerke AickerSIeben . e 10 157 —w 157 160 Kaliwerke Dekteregeln . 10 162 164 161 166 Kaliwerke SaUbetfurtb . • • 16 247,5 — 248 250,5 I. G. Karben-Invuftrte . - 12 145,5 147,25 145,75 148 Dvnamit Nobel .... . 6 — — — Sckeibeanstalt..... . 9 130,5 — — Koldickmibt ..... . 6 50,25 — 49 — ROigerSwerke..... . 6 54,75 56.5 54,75 56 Metallgeiellickali. . . . . 8 74,5 — 75 — Philivv Hol;mann . . . . 7 96 99,65 96,75 99,75 Zementwerk Hetbelderg • 10 80 — — — Cementwerl Rarlftabt. . • e 10 —— — •— ®ao6 & Rtentaa . . . 8 33 — 32 — Sckultheis Payenhoier . - 16 , — 173,25 175,4 Cftroede ...... 12 — •— — — Aku ....... 18 83,25 84,75 83,25 84,5 94,25 Bemberg....... 14 91 — 89 ZellNoii Walbbok . . . e 8'/. 98,5 103 99 102,13 Zellkloli Alchalienburg . • e 12 80,5 — 80,13 80 Charlottenburger Waiier e ■ . 8 — — — — Deiiauer Mas . . . 9 — — 132,5 134,75 Daimler Motoren . . . . O 31 — 31 30,75 Deuticke Linoleum . . e e e . 94 96,5 95 96,5 Maickinenbau A <9. . • e e . 0 — — —- Rat. Automobil . . . • - . 0 — — — — Orenltetn & Kopvel . • . 6 —- — 51,5 51,25 Leonbarb Dietz . . . • 10 118 — 116,5 117 Svenlka ...... 289 — 290 252 rttanttuttet Malchine, . . 4 — 18 — chnpner ..... . 6 38,5 — 39 — Hevligenkiaebi . . . . . O — — —• — äunghane...... . 6 — — — — Leckwerke....... . 8 — — — — Mainkrastwerke Höchst i u==.= Stores Voiles Marquisette Etamine empfiehlt die Wetngroßhandlung Chr.Inderthal,Gießen Preislisten zur Verfügung Familien-Drucksachen venobungsanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schulstraße Geburtsanzeigen Oie glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen in dankbarer Freude an Karl Becker, Lehrer, und Frau Erna,geb.Weisel Sorgfältig gepflegte WEINE aller Weinbaugebiete ^8, C.Röhr&Co. 2508 A t'/jschläfrig.garant. federdicht. 1 Kissen 4.25.4.90,5.50,6.30,8.25 11.25 KM. Oberbett 15.50.16.80.19.50,23.00 25.50, 30.50 KM. Unt- Bett 14.75. 16.50,19.00 22.50,25.00,29.50 KM. Vollst änd. 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März 1940 meistbietend Der- pachtet werden. 27830 Hauptsächlich vorkommende Wildarten: Rehe und Niederwild. Die Pachtbedingungen liegen bei dem Unterzeichneten aus. Launsbach, den 20. April 1931. Der Jagdvorsteher. 3.33.: Bechthold. e 3^; c <» -- °.2 ^||SW M- * c c cS 3 ■ i -j a - c et _a k a 0'6'5 J-O , fcs '-es:. 2 £2 S KiV u-a ° AuSkünItetnRechiv', Siraf-.Famtt.-Aiiae- leaenbetten, Gesuche, Verträge. Beobachtungen. Ueberwachg. und Ermittlungen preiSw- streng dtskr. an all. Orten ert. tt. erledigt Detektiv- Bnreaa-n.änekuDltel Inh.K.Oerz,Bad-Nau- hehn. Knratr. 17. £1511Betten (Stahl u.Holx) Polat., Stnhl- matr..Kbidorb.,Chaisol., an jedon. Tellzahlg. Katnl fr. KlaonmöbelfabrU SuhJ,Th. |SteHengesuche| Luche für in. Locht., 21 I. alt, Stella, als Kinderfräulein (Dtef. ist sehr kinder- liedendi. Schr. Ang. u.0232( a.d.Gß.Anz. | Empfehlungen! Echt Balkan- Knohlancli- ZwieDelsalt hervorr. bew. bei Stoffwr. VIna. U.2796D a.b.Gß.An-. 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E - Eä~§ ä E ZZ hSS 8 a E-eo ÖS ’S E ^EE5 = 67 E^Z> 5? to°« r- crS.Z/ e -•es = H = e ce I N o1 12 ---E IS to=§A§ = cm 8 £ 05 0 Ad 2 ^-2E 2d. 3x2© o.(9 E8- E = 2 3E2 a - « E £8^8 E® 2. 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O -!-! •P- ^-8 Aed _ -e^ t/D £ zd (9-.^-2< w— o g5 OK 2=3 B O> 2-gs3-eBä _i_, r— Q> . e £8S g E £;ge e-Q S 2 d c-.e E =s o. § s s E gl s«sia8 Ms E . e y E täLg- = ese° e = -so (9S EDe§N-" 2 m Zes 1_ ’E o o o p c ’S ° Ein » o U* E = = eee ec-N M=E_^o L o ® 2 _ 2 ~ o 19 £■-« 3 m ®“S^ISS 3 "08 B CB -E - 0 67.33,0.2 67 E.2Ü 5 B-aÖ s g'g'-.-e tofg °Z d« 8.2 O® (9 2 „ Ä s'ttE «LT® a *8 Eg(9 m2- 00 o in o—«“ OJ-S39 iüJLMät’S m bas sasrjgp ?Kn «wAhT Nnpafta un^®Qffer 2207V ■Se $rtubt an °^«U >. April 1931 5 =2^=5 ■o- 'S 2 8 e E o 8 'S" (967öS A©SB Ä *{*y a-j Zß E e a £ O^E 8(9 u e e O o£ ___ l^iles ^>23 cd— —. 3® o E E 2 67.-3 «= 2 >.. e 2..EJE3 § cd S o:-® 2 o — E E e. Ö D 2-^ :4T l,b|sii* "" 052 «eo sös -Verpachtung. ,-choa- Caunsbad) M!s ;enö aus M 2-51 ha gelb ilb, soll am 29.apnUX Uht, in bet Gasimr chos auf die Zeit com \M »ätz 1940 mePiek^m. J uortommenbe B* ebingmigen liegen bei dem den 2l>. 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affs § 5tgg 8^3.8 IsSaBff öff* 22.0 3 E o 3 Ser ®^-3 arö’ — o5®° tiiti (6 ft Dulgars Antwort erl »war naher «chuh?; mcht AoiNMMlM geschlagen. 1 von Lesern gesickert ist. W darau eigentlich etwas mehr. Die 2frfai in den Arieg n a n d die 3' sein Vermög unschön, säht St hatte er in der 2 Gelder ging Er hätte s'.e dadurch ab Wind bckon Geld muht« Fürsten deS teufe getoese den Äusf rantierei Inflation 19. Honen er scheinigt, M regierung D01 der Inflation meldet und Anfvrder verschißenen WS EntM Marr-Luch«^ Kabinett 2t gleichen noch nicht. ! Rente a 109 000 2 Mornnen. 2 weitete 2 Zeit hinein, vom Kabine banischc^ au Das scher gerade gerne' bulgarische ' gebracht hab gierde, wenn chen Aerp der Inflatior sie geleistet deutsche Aegi druck zu frei von Dulgar oder den D bezahlen 1:^1 ®§ er <0 L g 5 p- «0,3 3 s.as^ s'äp 5 , ®8 o Ö-. S CP 3 = =a o=,^S 7. ffE3 ,^,3ffiE 3 3 5.^5’ 0^-.« 352-3^0 , S3 3 ©ff ä S 3 O s»-p - 2 «a ^a 3 »5 paEE--M ■ s=,c2a. gfö2.§ a «> »3 p 5 8.0, - E ti- o off «a 3 ^2ös-3?^ ^f3|g| 8° 3 ZK "LZ5.a .-2.3 L» g^a Pi 5"^- 3 *O” 8 2.—• _ rs. a-o" -KZ 8M ~ " ■ D 3 2 5ZZ 5 ff 8 E A • 3 p w p S°ffS-3_v 3 8 513 o3—a o O 3 2 o 11 5 Q ü5f U*‘* Testch st? 3.1 3aä , o Soge „ «ga 5-e* «3 8 - E ©ff^ö2 l».« stz OtrODu