MÄRKE HERZ chi(k »er billig l»«5? 18J. Jahrgang 5reitag, 20. März 1931 Ur. 67 Erstes vlatt Druck und Verlag: vrühl'fche Untversitatr-Vuch' nnb Stehtöruderel R. £aitqe in Sietzen. Schristieitvng und Seschästrstelle: Zchulstraße 7. seinem einheitlichen Netz von Eisenbahnen und Straßenbahnen. Straßenzügen. Wasser-, Gas-, Elck° ttizttäts- und Fernsprechleilungen, mit seinen mein- andergrcifenden Werken über und unter der Erde — all das ist mitleidslos zerschnitten worden. Seiner hat davon wirklichen Nutzen, beide Besitzer nur Schaden. Die oberschlesische Grenzwunde, die Zuteilung von Königshütte und Kattowitz, Tarnowitz und Lub'linitz, Pleß und Rybnik an Polen ist eine jener Wunden, von denen das soziale Massenelend des Nachkriegseuropas feinen Ausgang genommen hat, einer der gefährlichsten Herde, in denen die bolschewistischen Infektionen wuchern können. Wohl haben die dcutschen Behörden und Der- bände alles nur Mögliche getan, um dem reichsdeutsch gebliebenen Teil des verstümmelten Landes zu helfen. Schulen und Wohnungen für Flüchtlinge vor dem polnischen Terror hat man errichtet, die Reichsbahn hat notwendig gewordene Grer.zumgehungsbahnen und Bahnhöfe gebaut, die Tarife weitgehend ermäßigt, der überaus kostspielige Oderausbau wird vorwärtsgetrieben, die durch die Grenze zerrissenen Landstraßen werden wieder zusammengeflickt, soziale Hilfsmaßnahmen in immer neuer Zahl vorgenommen — im Endergebnis ist so gut wie alles Wasser in ein Faß ohne Boden, das wäre es vielleicht auch dann, wenn Polen nicht gegen Recht und Gesetz noch die ihm anvertrauten deutschen Bevölkerungsteile so drangsalieren würde, wie es erst jüngst wieder durch den Völkerbund vor aller Welt festgestellt werden mußte. Oberschlesien verblutet sich diesseits und jenseits der Grenze, wenn nicht schnellstens der Genfer Fehlspruch wieder gutgemacht wird. Die Rechtsgrundlage dazu i st j e n e r 2 0. M ä r z 1 9 2 1, an dem trotz Tod und Teufel der Obersch'esier zu Heimat und Reich sich so überwältigend geäußert hat. Die zehnjährige Wiederkehr dieses Ehrentages verdient bewußte Anteilnahme, soweit die deutsche Zunge klingt und darüber hinaus bei allen Ländern und Völkern, wo Recht und Gerechtigkeit noch einen Wert besitzen. Die Reichswehr dient dem ganzen Volke. Zweite Beratung des Wehretats im Reichstag. — Keine Panzerkreuzerkrisis Heffens Gruß an Oberschlesien Ein Glückwunschschreiben des Ctaats- Präsidenten Tr. Adelung. Darmstadt, 19. März. Staatspräsident D r. Adelung hat an den Oberbürgermeister von Ratibor, den Vorsitzenden der Bereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier, folgendes Schreiben gerichtet: Den Vereinigten Verbänden heimattreuer Oberschlesier danke ich im Hamen der hessischen S.aatsregierung bestens für d i e freundliche EinladungzuderAbstimmungs- gedenk stunde in Rcttioor am 22. Mürz 1931. Die hessische Regierung sieht sich zu ihrem lebhaften Bedauern nicht in der Lage, einen Der» freier zu entsenden. Die hessische Regierung und mit ihr die Bevölkerung des ganzen Landes gedenkt des Abstin mungstages und des Ab« stimmungserzebnisses mit Gefühlen dankbarer Genugtuung über das große Bekenntnis der ober chl:si'ch:n Tevölkerurg zur deutschen Ration, zur deutschen Zukunft. Das Der- ständnis für den Abstimmungssieg des 23. März 1921, der den Berbleib von ganz Oberschlesien beim Deutschen Reich hätte zur Folge haben müssen, ist im Hessenlande um deswillen besonders lebhaft, weil wir hier inüber ^jähriger Desatzungszeit erfahren haben, was frerndeMachtund Willkür bedeutet, aber auch erfahren haben, welche Kraft in einer Bevölkerung liegt, die mit allen Fasern ihres Herzens ihr Vaterland und Bolkstum verlangt. Wir wissen ferner die ungeheuren wirtschaftlichen Schädigungen zu würdigen, die die Zerreißung Oberschlesiens mit sich brachte, denn auch bei uns hat die ver- änderie Grenzziehung schwere Wunden geschlagen. 3n diesen Tagen gemeinsamen Gedenkens an die zehnjährige Wiederkehr der Dolksabstim- mung in Oberschlesien vereinigt sich der Eriche tnt tügl'ch.«nrtza Sonntag» und Feienag» Beilagen fhe Illustriere Bietzen« JJamthenblänej Hetmai nn Bild Die Scholle monau-Beingsprels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennrg für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer (Bemalt SernlorecbanKblüfle anterSammeln ummer2251 Lmchrifl tür Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: $ra*lfurl am Main 11688 nennenswerten Erfolge erzielen. Im Kriege . , kämpften die Oberschlesier genau so für das Reich wie irgendein anderer deutscher Volksstamm. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis fär I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrist 20“mehr. Chefredakteur Dr Fnedr. Wilh. Lange. Deranttoortlich für Politik Dr Fr Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filier, sämtlich in (Biehen Oie Koalitionskrisis in Thüringen Oie Nationalsozialisten verlassen den Haushaltsausschuß. chen selbst nicht glauben. Das Trübste an diesem Kapitel bleibt aber die Tatsache, daß diese Kreise des Auslandes zum größten Teil ihr Material von Deutschen beziehen, deren Triebfeder entweder fanatischer Haß gegen alles Militärische oder gewöhnliche Gewinnsucht ist. 3ch stehe nicht an, zu erklären, daß ich außerordentliche gesetzliche Maßnahmen gegen diese Staatsverleumder für erforderlich halte und auch beim Reichskabinett bereits beantragt habe. Es ist ein Lebensrecht des Staates, sich gegen Derlcumdungen zu schützen, die seinem Ansehen im Auslande den größten Schaden zufügen. Geheirnrü ft ungengibtes nicht. 3d> habe aber nie ein Hehl daraus gemacht, daß wir alle Maßnahmen zum Schuhe unserer Grenzen treffen, soweit uns das unsere schwachen militärischen Kräfte und die unS auferleg en vertraglichen Bindungen erlauben, und ich bin felsenfest überzeugt, daß sich zur Verteidigung der Grenzen alle Kreise unseres Vaterlandes ebenso zusammenfinden werden, wie in der Vertretung unseres vertraglichen und moralischen Rechtes auf Abrüstung. Weimar, 19. März. (TU.) Der Streit zwischen der DDP. und den Nationalsozialisten hat sich am Donnerstag bedrohlich verschärft. Am Nachmittag gaben die Nationalsozialisten im H au s • haltsausschuß eine Erklärung ab, in der es heißt: Nachdem die Abgeordneten der DDP. in den letzten Tagen im Haushallsausschuß entgegen den Abmachungen im Interfraktionellen Ausschuß mit den Oppositionsparteien in Fragen der Kulturpolitik gegen die Regierung gestimmt und sich offen bei der Kritik der Linksparteien an dem Volksbildungs- und Innenminister Dr. Frick auf die Seite der marxistischen Oppositionsparteien geschlagen hätten, sei eine weitere Mitarbeit im Haushaltsausschuß den nationalsozialistischen Abgeordneten unmöglich gemacht. Die Nationalsozialisten würden an den Haushaltsberatungen nicht mehr teilnehmen und behielten sich für die Verabschiedung im Landtage Anträge unter besonderer Berücksichtigung des Kultur- und Wohlfahrtshaushalts vor. Nachdem die Volkspartei die interfraktionellen Abmachungen gebrochen habe, bestehe eine Bindung für die N--DAP. auch nicht mehr. Die Deutsche Volkspartei gab eine Gegenerklärung ab, in der gesagt wird, daß die nationalsozialistische Erklärung ein Verlegenheits- Produkt sei, hervorgegangen aus dem Erstaunen, daß gegenüber der lauten und rücksichtslosen, in fast allen Fällen unberechtigten Kritik sich die Angegriffenen, nämlich die DVP. zu einer Gegenwehr anschickten, die der parteipolitischen Agitation der Nationalsozialisten wirksam entgegentrete. Die Dolkspartei lasse sich nicht durch andere an der Arbeit für Staat und Volk abhalten und verstehe cs nicht, wie man durch demonstratives Streiten vaterländische Arbeit leisten wolle. Die Verantwortung für den Auszug über» lasse die Dolkspartei den Nationalsozialisten allein. Die Haushaltsberatungen des Ausschusses werden trotz des Auszuges der Nationalsozialisten in den nächsten Tagen fortgesetzt. Die Nationalsozialisten hielten am Donnerstag nach ihrem Auszug aus dem Haushaltsausschuß in Gegenwart des Staatsministers Dr. Frick eine F r a k ti o n s s i tz u n g ab. In einem Schreiben teilte die Fraktion dem Vorsitzenden des Staatsministeriums, Minister Baum, mit, daß die Nationalsozialisten nach wie vor gewillt seien, dem Haushalt, so wie er vom Kabinett verabschiedet wurde, vorbehaltlich der noch im interfraktionellen Ausschuß zu treffenden Vereinbarungen zuzu- ftimmen. Ihre Zustimmung komme aber nur in Frage, wenn ihnen die Sicherheit gegeben werde, daß die Regierungsparteien geschlossen vor und nach den Haushaltsberatungen jeden M i ß - traucnsantrag gegen das Gesamtkabinett oder gegen einzelne feiner Mitglieder, solange das Kabinett bestehe, ab lehnten und daß einer beabsichtigten Zustimmung zu einem Miß- traucnsantrag durch eine Regierungspartei der Rücktritt des G e f a m 11 a b i n c 11 s vor- auszugehen habe. In einer öffentlichen Versammlung am Donnerstagabend vertrat Staatsrat Marsch ler die Auffassung, die Volkspartei beabsichtige mit Hilfe eines Mißtrauensantrages der Sozialdemokraten die nationalsozialistischen Kabinettsmitglieder zum Rücktritt zu zwingen, um dann das Kabinett nicht wieder zu ergänzen, sondern mit diesem Rumpfkabinett unter stillen Duldungen der Sozialdemokratie weiter zu regieren. Deshalb hätten die Nationalsozialisten die in dem Schreiben an Minister Baum niedergelegten Bedingungen gestellt. Entweder sei die Dolkspartei mit diesen Bedingungen einverstanden oder die Nationalsozialisten gingen in die Opposition. deutsche Osten und der deutsche Westen zum Trei»egelöbnis für das große deutsche Vaterland und in den heißen Wünschen für eine glückliche Zukunft des deutschen Volkes. Auftakt der Abstimmungsfeier Oberschlesiens. Eine Ausstellung neuzeitlicher ober» schlesischer Kunst in Bcuthen. Beuthen, 19. März. (WTB.) 3n schlichter Art ging heute der Auftakt der Beuthener Veranstaltung aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Abstimmung ^gedenktages vor sich. 3n dem neuerbauten Museum sgebäude wurde heute nachmittag in Verbindung mit einer Ab- stimmungsausstellung und einer provisorischen Gedenkhalle für die in der Absttm- mungs- und Aufstandüzeit gefallenen Selbstschuhkämpfer eine Ausstellung neuzeitlicher oberschlesischer Kunst eröffnet. Rach der Begrüßungsansprache von Studienrat O d e l) (Breslau) namens des Vorstandes des Bundes für bildende Kunst in Oberschlesien eröffnete £b r ürgermeisler Dr Knakrichf Deu- then) den Museumsneubau und die Ausstellungen. Das Museum 'gebäude fei dazu berufen, kundzu- tun, daß die Kulturarbeit im Osten des Reiches entgegen aller polnischen gegenteiligen Propaganda deutscher Arbeit gewesen ist. Die Kunstausstellung bringt eine umfassende Hebet- sicht über das Schaffen der modernen ober- schlesischen Kunst und ist von zahlreichen in ganz Deutschland wirkenden oberschlesischen Walern und Bildhauern reichlich beschickt. Die Abstimmungsausstellung bringt einen umfassenden Einblick in die Dokumente jener Zeit. Schließlich bringt noch eine Buchaus stellung eine reiche Fülle ober- schlesischen Schrifttums zur Schau. Die preußische Provinz Oberschlesicn bildete zusammen mit dem bis 1918 österreichisch gewesenen Schlesien ein Uedergangsland mit deutscher Oberschicht und Verwaltung sowie einer dcutsch-sla- wischen Mischbevölkerung diesseits der Grenzen Wasserpolen genannt, jenseits derselben Slonzaken. Don slawischem Nationalismus war bei ihnen keine Spur, niemals in früheren Jahrhunderten hatten Polen ernste Anteilnahme für diese Gebiete bekundet. Allmählich waren jedoch die reichen Bodenschätze hüben und drüben in den europäischen Gesichtskreis getreten. Besonders die wertvollen Kohle-, Blei, und Zinkvorkommen Preußisch-Oberschlesiens hatten unter deutscher Führung eine große Industrie entstehen lassen mit Städten, die vornehmlich in dem Dreieck Tarnowitz-Gleiwitz-Myslowitz, um Königshütte und .Kattowitz einen blühenden Aufschwung nahmen. Um die letzte Jahrhundertwende wurde der polnische Nationalismus auf diese Gebiete aufmerksam, konnte aber bis zum Weltkriege keine _ . . . . - ~ • fe(b|t Berlin, 19. März. (DDZ.) Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die zweite Beratung des Haushaltes des Reichswehrministc- riums. Der Ausschußberichlerstatter ©tüdlcn (Soz.) weist im Rainen des ganzen Ausschusses die Behauptung von geheimen deutschen Rüstungen als absolut unbegründet und unbewiesen zurück. Mit solchen Behauptungen, für die auch nicht der Schatten eines Beweises vorgcbracht fei, werde nur die deutsch- französische Verständigung gestört. Die Reichstagsmehrheit werde irgendeine schwarze Rüstung nicht dulden, sie habe seinerzeit ja auch der schwarzen Reichswehr ein Ende gemacht. Neichswehrminister Or. Groener geht auf die politische Einstellung der Wehrmacht ein. Die Wehrmacht wird vonParteienund Richtungen der verschiedensten Art umworben, um sie zu zersetzen und dann für ihre Zwecke zu gebrauchen. Ein Erfolg dieser Bemühungen würde Bürgerkrieg und Chaos im Gefolge haben. 3ch kann deshalb nicht ernst genug warnen und an das Verantwortungsgefühl aller derjenigen appellieren, die Deutschlands Wiederaufstieg wollen. Disziplin und Staatsgesinnung sind in der Wehrmacht fest verankert. An diesem Glauben können mich auch Vorkommnisse, wie sie zum Leipziger Prozeß geführt haben, nicht irre machen. Man kann durchaus darüber streiten, ob dieser Prozeß dem Ansehen der Wehrmacht geschadet oder ob er nicht vielmehr reinigend gewirkt und das Vertrauen zur Wehrmacht gestärkt hat. Heber die Frage, ob der Prozeß notwendig war oder nicht, sollte es aber keine Meinungsverschiedenheiten geben. Das ist eine reine Rechtsfrage, und der Satz, daß die Gerechtigkeit das Fundament eines jeden Staates ist, gilt für niemand mehr, wie für eine überparteiliche, aus das Vertrauen aller Kreise angewiesenen Organisation, wie es die Wehrmacht ist. Die Diszipünarerledi- gung dieses Falles ist in erster Linie an dem wenig ehrenhaften Verhalten der beteiligten Offiziere gescheitert. Der Prozeß hätte auch derartige Wellen nicht geschlagen, wenn man feine sensationelle Aufmachung und eine im wesentlichen parteipolitischen Zwecken dienende Berichterstattung hätte vermeiden können. Der Minister betont, daß es grundsätzlich das Ehrenrecht eines jeden Deutschen sei, dem Dater- lande als Soldat zu dienen. Ans politischen Gründen dürften nur solche Bewerber abgelehnt werden, denen nachgewiesen werde, daß sic sich in ver- sassungs-, also auch in wehrfeindlichem Sinne betätigt haben. Entgleisungen einzelner Führer oder Mitglieder von Verbänden könnten daher noch kein Grund zum Ausschluß aller Mitglieder derartiger Verbände oder Parteien sein. Anders sei es natürlich bei Mitgliedern von Parteien und Verbänden, die ihrem Programm oder tatsächlichen Verhalten nach gewillt sind, die Verfassung mit Gewaltmaßnahmen zu ändern. Anhänger einer solchen Richtung seien als Soldaten unmöglich. Unter seinen Umständen könnten Bewerber aus Streifen ausgenommen werden, die sich nicht scheuten, den Soldaten für den Kriegsfall Kriegsdienstverweigerung und Fahnenflucht zu predigen. In ucr Abrüstungsfrage ist sich ganz Als die Waffen der Mittelmächte Polen vom Zarismus befreit hatten, meldeten die polnischen Führer „A nsprüche" aufOberschlesien an. Zuerst wurden sie von eigenen Landsleuten z. B. Pilsudski, nicht ernst genommen. Allein den Versailler Weltoerteilern erschien nichts unsinnig genug, wenn es nur irgendwie Deutschland und die Deutschen zu schädigen versprach. So wollten sie Ober» schlesien an Polen verschenken. Allein sie hatten die Rechnung ohne die Oberschlesicr gemacht. Ihre Verwahrungen waren von solcher elementarer Fülle, Einstimmigkeit und Eindringlichkeit, daß cs zur A b . ftimmung kam. Freilich sollte diese nicht alsbald vorgenommen werden, sondern erst nach anderthalb Jahren. In dieser Zeit mußte Preußen das Land räumen. Französisches Militär, dem einige englische und italienische Abteilungen, mehr zur Verschleierung des wahren Sachverhaltes als zum Schutze der Bevölkerung, beigegeben waren, sorgte mit allen Mitteln der Bedrückung und Verführung für „Aufklärung". Als trotzdem die Oberschlcsier in ihre Reichstreue sich nicht beirren ließen, halsen aus Polen zugewanderte Nationalisten mit wohlwollender französischer Unterstützung durch blutige Aufstände nach. Als die verzweifelte Bevölkerung sich zur Wehr setzte und fast unbewaffnete deutsche Freiwillige (meist Arbeiter und Studenten, denen sich auch Deutschösterrcichcr in treuer Kameradschaft angeschlossen hatten) dem Morden und Brennen der übermächtigen polnischen Banden einen Damm entgegensetzten, hielt der französische General Le Rond seine Hand über die polnischen Aufständischen. Unter Knebelung so gut wie aller deutschen Regungen kam cs am 2 0. März zur Abstimmung. Und das Ergebnis war — eine Zweidrittelmehrheit für Deutschland! Das ist das denkwürdige Geschehen, dessen am 20. März 1931 in würdiger Weise gedacht werden soll: wie waffenlose Heimat- liebe siegte über landfremden polnischen Terror, wie zum geschlagenen, verarmten Deutschen Reich sich seine Söhne deutscher und slawischer Zunge bekannten und dafür die Sirenenrufe des „siegreichen", durch fremdes Gold aufgeblasenen polnischen Nationalismus zurückwiesen, wie dicTreuesicgte über rohe Gewalt. Zwar ist diese heilige Ernte des 20. März 1921 — wie die weite Welt weiß — ebenfalls mit Füßen getreten worden durch den Fehlspruch von Genf. Die Mehrheit der Oberschlesier wollte die Heimat beim Reiche belassen, die Minderheit sie zu Polen K, aber was feiner wollte geschah: ib wurde durch eine unsinnige Zickzackgrenze zerrissen. Das einheitliche Industriegebiet mit Deutschland insofern einig, als wir alle von der Abrüstungskonferenz volle Gleichberechtigung erwarten und auf der Erfüllung unseres guten Rechtes bestehen werden. Der in der letzten Genfer Tagung fertiggestellte Konventionsentwurf dient der Verschleierung und Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Mißverhältnisses der europäischen Rüstungen. Man sollte sich im Auslande vor der Illusion hüten, daß es möglich sei, die psychologischen Rückwirkungen der Behandlung der Abrüstungsfrage für das deutsche Volk außer acht zu lassen. Wenn der Bereitschaft zur Verständigung, die durch zahlreiche und schwerwiegende Opfer von Deutschland unter Beweis gestellt wurde, immer wieder die Forderung auf einseitige Entwaffnung gegertübergeftellt wird, dann kann eine solche Behandlung nicht ohne Rückwirkungen auf den Willen und Glauben an die Möglichkeit einer Verständigung bleiben. Was die angeblichen Geheimrüstungen betrifft, so bin ich überzeugt, daß die Verkünder solcher Rachrichtcn im Auslande an dieses Mär- Z erschiessens Abstimmungssieg. Ein Gedenkwort zum 20. Marz 1921. Von Dr. Dr. Friedrich Lange. Versailles hatte mit rauher Hand die Grenzsteine in Europa versetzt Provinzen und ihre Bewohner von Oberhoheit zu Oberhoheit verschoben „wie Steine in einem Spiel". Elsaß-Lothringen, Weich- selkorridor. Posen, Memelland und Hu 11 sch"in waren vom Deutschen Reich bedingungs. los fortgerissen worden, wie die deutschsprachigen Sudetenländer, Südtirol und Unter ft eiermarf von Deutschösterreich. Einige Gebiete hatten sich durch ihr mannhaftes Auftreten die Festsetzung freier Volksabstimmungen erkämpft, allein bas Ränkespicl der „Sieger" konnte in drei Fällen die Durchführung trotzdem verhindern, nämlich in Su p e n - M a l m e d y, in Oedcnburg und im Teschcner Schlesien. In der ersten Zone Nordschleswigs brachte die Abstimmung während des Kapputschcs eine Mehrheit für Dänemark, in der zweiten Zone in Flensburg eine Mehrheit für Deutschland. Inzwischen hatte das deutsche Volk sich wieder stärker auf sich selbst besonnen, der neue polnische Staat konnte seine innere Schwäche nicht mehr verbergen, die in Schleswig gewonnenen Erfahrungen wurden besonders durch den Deutschen Schutzbund aufgewertet, und so ergab am 11. Juli 1920 öic Volksabstimmung in den west- preußischen Kreisen Marienburg, Marienwerder, Stuhin und Rosenberg eine Mehrheit von 93 v. H. der Abstimmenden für den Verbleib beim Deutschen Reiche und kurze Zeit darauf in den südlichen Kreisen O st Preußens gar eine deutsche Mehrheit von 98 vH.! Diese vernichtenden Niederlagen für die Polen ließen nun, nachdem am 10. Oktober 1920 noch ein weiterer deutscher Ab- ftimmungsfieg den größten Teil des südlichen Kärnten für Deutschösterreich gerettet hatte, alle Kräfte der Warschauer Nationalisten und ihrer westlichen Beschützer für den letzten Abstimmungskampf sammeln um Oberschlesien. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen ■uge-Sm di,,-. 'Nen, harten auf « nicht. kl ÄÄÄ et bei bat Men, retten muhte, ^'gands Stimme gitterte \W hung folgt.) ipdecken s preiswerte Einzelde^6“ io ‘'lCe^t6Wurtt. , ° Ä Lotterie ' Pferde" rt I» w }500‘ ooo: ikelfltf’L J ^erl-gu^ sonne» । Abg. Or. Leder (Ssz.) w.mdet sich grg.'N die Auffassung, daß Deutschland v:rpflia)tet sei, alle Rüstungsmöglichkeiten auszuschöpfen, tu ihm der Versailler Vertrag gelassen hat. Tas Mas; der Rüstungen müsse vielmehr bestimmt werden durch allgemeine politische Rücksichten. Zur Rede des französischen Kriegsministers Maginot erklärte der Redner: Es ist immer bedenklich, wenn Kriegsminister Politik machen. Die von Maginot gemachte moralische dlntcrscheidung zwischen Len Ration dient nicht dem Frieden, sondern der Fortsetzung des dlnfriedenö. Kein Deutscher, welcher Partei er auch angehört, wird eine solche Anterscheidung anerkennen. Schon vor 2000 Jahren hat der alte Tacitus von den Germanen und Galliern gesagt: „Diese beiden großen Völker sind getrennt voneinander erstens durch einen Strom, zweitens durch ein Gebirge und drittens durch die gegenseitige Ang st voreinander. Cs wäre gut, wenn diese gegenseitige Angst, die Deutsche und Franzosen trennt, heute en dlich verschwinden und der gegenseitigen Verständigung Platz machen würde. Abg. Kippenberger (K.) nennt den Wehrctat eine Sumpfblüte in der Fäulnis der kapitalistischen Gesellschaft. Die Leitung der Reichswehr sei bestrebt, aus dieser Wehrmacht ein Machtinstrument des Faschismus zu machen. Die Sozialdemokratie leiste den Faschisten dabei bewußt oder unbewußt Helferdienste. Trotz ihrer Pazifizierungsbestrebungen werde aber auch bei den Offizieren und Mannschaften der Reichswehr die Erkenntnis wach, daß nur im Bunde mit der Roten Armee Sowjetrußlands Deutschland befreit werden könne. Der Redner verliest schließlich eine Erklärung des im Leipziger Prozeß ver- urteilten Reichswehrleutnants Scheringer. Sie beginnt mit dem Sah: Das Kampfziel der revolutionären deutschen Äugend ist die Befreiung des deutschen Volkes. Befreiung heißt: Beseitigung deö kapitalistischenSy- stems! — Am Schluß der Erklärung heißt es: Ich sage mich daher endgültig von Hitler und dem Faschismus los und reihe mich als Soldat ein in die Front des wehrhaften: Proletariats. Abg. Ersing (3 ) erklärt, die Reichswehr dürfe weder rechts noch links eingestellt fein. Sie müsse festinderchandder Regierung sein als Mittel für den Grenzschutz und zur Sicherung der Ruhe und Ordnung im Innern. Der Redner wendet sich dann scharf gegen die Rede des französischen Kriegsministers M a g i - n o t. Diese Rede schätze die militärischen Möglichkeiten Deutschlands so falsch ein, daß man eigentlich zu einem recht ungünstigen Urteil über die fachmännischen Qualitäten des französischen Kriegsministers kommen müsse. Das Material für eine solche Kriegshetze werde leider von deutschen Zeitungen, wie „Das andere Deutschland" geliefert, die vorgeben, dem Frieden zu dienen, und die v o n d e r DeutschenFriedensgesellschaftfinan- ziert werden. (Hört, hört!) Die Deutsche Friedensgesellschaft klage ich an, daß sie die deutsch-französische Verständigung hindert, daß sie den Kriegshetzern Material liefert und den Weltfrieden gefährdet. (Lebhafter Beifall.) Abg. Sachsenberg (Wp.) meint, das englisch-sranzösisch-italienische Flottenabkommen bedeute nur, daß die Seeaufrüstung etwas eingeschränkt wird, damit um so stärker die Luftaufrüstungbctriebenwerden kann. Italien hat dabei militärisch, volkswirtschaftlich und politisch ein sehr gutes Geschäft gemacht. Unsere Marinebauten dürfen nicht •in jedem Jahre zu einem neuen politischen Streit führen. Die Sozialdemokraten sollten endlich ihre t frühere falsche Stellungnahme revidieren und sich für diese Ersatzbauten erklären. Die Abrüstungs- F konferenz wird zeigen, daß die Siegermächte die , im Versailler Vertrag für sie aufgestellte Ab- ' rüstungsverpflichtung nicht erfüllen wollen. Damit fallen diese 'Bestimmungen des Versailler Vertrags aber auch für Deutschland, und Deutsch- Paradies der Feinschmecker. Die große Kochkunst-Ausstellung in Berlin. Von Or. Frih Eltmann. Schlanke Sportsleute konnte man vor ein paar Wochen in den Berliner Ausstellungshallen am Kaiserdamm sehen, wie sie Automobile prüften, die Elegairz einer Karosserie abschähten und fachmännisch Motoren studierten. Diesmal wandern behäbige Gestalten von Stand zu Stand. Im Ausstellungsrestaurant und in den vielen improvisierten Gaststätten sitzen sie vor gesülltenGläsern, und ehe sie den Wein heruntrrschlucken, zerdrücken sie ihn auf der Zunge, spülen sie ihn im Mund herum. Sie sind Kenner, die Gastwirte, die Köche, die großen Hoteliers und die Repräsentanten aller Zweige des Lebensmittelgewerbes, die sich zur Kochkunst-Aus stellung und zur Reich s- Ga st Wirtsmesse ein Stelldichein gegeben haben. Die Fachleute bleiben freilich nicht unter sich: denn das Kochen ist Wohl die einzige Kunst, deren Jünger nicht nach Tausenden, sondern nach Millionen zählen, und wo man etwas sür die Verbesserung der täglichen Speisekarte lernen kann, strömen die ehrgeizigen Hausfrauen natürlich in Scharen herbei. Die Messe der Gastwirte aus dem ganzen Reich wird daher gleichzeitig zu einem Volksfest der Berlinerin, dessen täglicher Höhepunkt das Wettkochcn von 250 Hausfrauen ist. 3n der größten Halle zeigen die Lieferanten der Gastwirte, was sie jetzt zu leisten vermögen. Gas und Elektrizität kämpfen um die Seele des Besuchers. In riesigen Bottichen wird Geschirr geschüttelt, gespült, gereinigt: Kessel, wie man sie sonst nur in großen Wäschereien sieht, dienen zum Kochen der Slchpe. Blitzende Maschinen beweisen daß die moderne Hotelküche längst eine Fabrik geworden rft. Wie man die individuelle Rote bewahrt, dem persönlichen Geschmack Rechnung trägt oder, anders gesagt, auch im Großbetrieb den Gast vor der Wassenkonsektion der Speisen schützt und 'hm das sorgfältig für ihn zufammengsstellteMenu liefert — das erfährt der Besucher erst in den anderen Hallen, wo ihm die Spitzenleistungen der deutschen Kochkünstlcr gezeigt werden. Richt die großen Maschinen finden das meiste Interesse. Alles bleibt stehen, wo kleine Apparate gezeigt werden, neue Erfindungen, wie sie täglich herauskommen und jährlich wieder verschwinden. Der Apfelsincnschäler aus rostfreiem Stahl oder aus Aluminium, noch ein neuer Kartoffelschäler, „Mitteleuropa ist auf dem Marsche!" Oie mitteleuropäische Wirtschaststagung fordert regionale Wirtschaftsabkommen. Wien, 19. Mär». (TA.) Am Donnerstagabend wurde der sechste Mitteleuropäische Wirtschaftstag geschlossen. Es wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: Die 6. Mitteleuropäische Wirtschaststagung spricht die Lieberzeugung aus, daß die Herstellung engerer wirtschaft!icher Be- 5 i c Hungen zwischen Staaten, die durch mittelbare oder unmittelbare Rachbarschaft miteinander in einer solchen Weise verbunden sind, wie dies in den Ländern Europas der Fall ist, eine wesentliche Förderung ihrer wirtschaftlichen Entwicklungen herb.izufüh- ren geeignet wäre. Sie würde auch das wirksamste Mittel, wenn nicht die einzige Möglichkeit bieten, der Wirtschaftskrise zu begegnen und die schweren Folgen zu verhüten, die sich bei ihrer längeren ungeschwächten Dauer auf wirtschaftlichem, wie auf sozialem und politischem Gebiet ergeben müssen. Daher hält die 6. Mitteleuropäische Wirtschaststagung einmü'.ig den Abschluß regionaler Wirtschaftsab- komm en-für dringend geboten mit dem Ziel, eine möglichst enge Wirtschaftsgemeinschaft zwischen mittel- und süd- osteuropäischen Staaten herbeizufüh:en. Da die handelspolitischen Bemühungen des Völkerbundes erfolglos geblieben sind, fordert die 6. Mitteleuropäische Wirtschaftstagung die beteiligten Regierungen auf, ungesäumt direkt über die mitteleuropäischen Zukunftsfragen zu verhandeln und sie, wenn zunächst vielleicht auch nur schrittweise, einer baldigen Lösung entgegen* zusühren. Außerdem ist ein Zusahantrag, der von der leutschen Abordnung aus der Tschechoslowakei gestellt worden war, einstimmig angenommen worden. Er lautet: Die 6. Mitteleuropäische Wirtschaftstagung äußert schließlich den dringenden Wunsch, es mögen die an der Wirtschaftspolitischen Interessengemeinschaft Mitteleuropas aktiv interessierten Agrar - undIndu st riest aaten baldigst eine gemeinsame Kon» f e r e n z zu dem Zwecke veranstalten, um über die zur Verwirllichung dieser Interessengemeinschaft einzuleitenöen weiteren Schritte schlüssig zu werden. Besonders begrüßenswert wäre es, weirn sich an dieser Konferenz auch Deutschland beteiligen würde. In weiteren Anträgen wurde die Gründung eines agrarischen handelspolitischen und organisatorischen Ausschusses gefordert. Diese und eine Reihe während der Tagung gestellter Anträge wurden Ausschüssen überwiesen. Präsident Tilgner schloß die Tagung mit den Worten: „Mitteleuropa ist auf dem Marsche!" lands Wehrfreiheit wird nach der Abrüstungskonferenz protlamiert werden müssen. Diese Wehrfreiheit braucht nicht zu einer uferlosen Ausrüstung zu führen. Die Reichswehr kann als erhabenes Vorbild den Generalfeldmarschalk v. Hindenburg betrachten. Wer an diesem letzten Symbol deutscher Größe Kritik übt, der ist nicht wert, als Führer des deutschen Volkes zu gelten. Abg. v. Lindeiner-Wildau (Kons.) erklärt, der Lebens- und Wehrwille unseres Voltes hat nichts zu tun mit kriegerischen Rei- gungen. Alseiner, der selbst den Krieg mitgemacht hat, bedauere ich, daß die Diskussion über diese Fragen meist geführt wird von jungen Volksgenossen., die den Krieg aus eigener Erfahrung nicht kennen. Als Deutscher und Christ muh ich bekennen, daß ich aus den furchtbar ernsten Erfahrungen dieser viereinhalb Kriegsjahre die eine Lehre gezogen habe, daß ich jede Maßnahme, die nicht Selbstmord von Staat und Volk bedeutet, begrüße, frie geeignet erscheint, uns die Lebensrechte unseres Volkes zu sichern ohne das letzte furchtbare Mittel des Krieges. Abg. Oöbnch (£t>.) wünscht die Herausnahme der Fragen der Laiches- Verteidigung aus dem Streit der politischen Parteien. lieber verschwenderische Wirtschaft könne man bei unserem Wehretat nicht sprechen. Die Arbeitslosigkeit fei in den Ländern prozentual am geringsten, die die stärksten Heere haben. Durch Gewährung ausreichender Preise für Re- montepferde könne die Reichswehr zur Sützung der für die vstpreußische Landwirtschaft so wichtigen Pferdezucht wesentlich beitragen. Abg. Schmidt l«hr.-Soz.) erklärt, seine Partei lehne die Verherrlichung der brutalen Gewalt ab, sei aber gleichzeitig der Auffassung, daß ebensowenig die bloße Deklamation des Rechtes die Geschicke eines Volkes zu gestalten vermag. Wer den Wehretat ablehne, helfe damit Deutschland zu einem Kriegsschauplatz vorbereiten. Trotz seiner geringen Größe sei unser Heer doch ein Schuh gegen Angriffe und Aeberfälle. Wenn man aus dem Prozeß gegen die Ulmer Reich5- wehrossiziere dem Minister Vorwürfe gemacht habe, so stehe jetzt nach der Erklärung Scheringers der Reichswehrminister vollkommen gerechtfertigt da und man müsse zu- geben, daß er einen guten Blick für die geistige Struktur dieser jungen Offiziere hatte. Reichswehrminister Groener erklärt, es sei unverständlich, warum der Ersatz des überalterten Schiffsmaterials sich zu einer politischen Streitfrage entwickelt habe. Ich könnte unmöglich an meinem Platze bleiben, wenn dieser sachlich notwendige Ersatz abgelehnt würde. Eine aktionsfähige, wenn auch kleine deutsche Flotte ist von ganz entscheidender Bedeutung für unsere Stellung in der Ostsee, wobei ich gar nicht einmal aft kriegerische Auseinandersetzungen denke. Es ist ganz absurd, wenn Deutschlands Marineersatzbauten als ein Hindernis für die Seeabrüstung bezeichnet werden. Nach dem neuen Marineabkommen werden 1936 an Marinetonnage haben England 1137200 Tonnen, Frankreich 670 723 Tonnen, Italien 441256 und Deutschland nur 164 000 Tonnen. (Hört! Hört!) Abg. Hünlich (Soz): Die sozialdemokratische Fraktion hat beschlossen, sich auch im Plenum bei der Abstimmung über das Panzerschiff B der Stimme z u enthalten. IPfui-Rufe bei den Kommunisten.) Die Kommunisten haben am wenigsten Anlaß zur Aufregung. Die russische Marine ist weit stärker als die deutsche. Die Beratung soll am Freitag fortgesetzt werden. Die Abstimmung über den Wehrhaushalt und den Mariyehaushalt werden voraussichtlich am Freitagmittag ftattfinöen. Wer wird BerlinerOberbürgermeister? Berlin. 19. März. (ERD.) Der Präsident des Deutschen Städtetages, Dr. Mulert, hat an den für die Wahl eines Oberbürgermeisters eingesetzten Ausschuß der Berliner Stadtverordnetenversammlung ein Schreiben gerichtet, in dem er bittet, von seiner Person bei der Frage der Besetzung des Oberbürgermeister-Postensabzusehen. Zur Begründung dieser Bitte heißt es in dem Schreiben, die soeben im Landtag angenommene Rovelle zum Berliner Verfassungsgesetz werde weder der Größe und Bedeutung der Reichshauptstadt, nodj der Schwere der in Berlin zu lösenden Aufgaben gerecht. Auch Bürgermeister S ch o l h hat Lern Vorsitzenden der Stadtverordnetenfraktion der Deutschen Volks- Sartet, die ihn im Wahlausschuß für den Posten rs Oberbürgermeisters vorgeschlagen hatte, mitgeteilt, daß er nicht für die Wahl des Oberbürgermeisters zu kandidieren beabsichtige. Er hat demgemäß gebeten, von der weiteren Erörterung seiner Kandidatur 2lb- stand zu nehmen. Oie Wirtschastskurve. F.\M. M. ■2SS 1930 ‘285 \tSO cv ‘03 Arbeitslosenkurve inlausend; Standhfen^jffkn Monats —• Ausfuhrüberschuss in MiHionenfirdtn Gesamtmonat Deutsche Wirtschaftszahlen F M.x. 1931 Zum erstenmal seit Mai 1930 zeigt d i e Zahl der Arbeitslosen in Deutschland eine — freilich geringfügige — Abnahme. Gleichzeitig ist aus den Außenhandelsziffern für Februar wieder eine beträchtliche Steigerung des Ausfuhrüberschusses ersichtlich, obwohl die Wintermonate eine vermehrte Einfuhr von Lebensmitteln erfordern. Auch die Verringerung des Außenhandelsumfangs in der ganzen Welt läßt den vermehrten Ausfuhrüberschuß doppelt bedeutsam erscheinen. Darf man diese Zahlen als Zeichen dafür nehmen, daß Deutsch- land nunmehr den Höhepunkt der Wirtschaftskrise überwunden hat? Von Hitler zum Kommunismus. Berlin, 19. März. (TU.) In der heutigen Neichstagsa Ursprache über den Wehrhaushalt teilte der kommunistische Abgeordnete Kippenberger mit, daß der in Leipzig verurteilte Reichswehrleutnant a. D. Scheringer eine Erklärung herausgegeben hat, in der er sich endgültig „vo n der nationalsozialifti- tchen Bewegung und dem Faschismus" losfagt und sich als Soldat „in die Front des wehrhaften Proletariats" einreiht. Nicht bei den Garden der Reaktion sei der Platz aller ehrlichen Kampfer, sondern die Freiheit stehe allein bei den revolutionären Arbeitern, Bauern und Soldaten. Die Erklärung schließt mit den Worten: „Für die Revolution nierung und Bewaffnung der breiten Massen! Für die nationale und foziale Befreiung! Für Freiheit, Arbeit und Brot!" Hermann Müllers Befinden hoffnungslos. Berlin, 20. März. (WTD. Funkspruch.) Der Zustand des früheren Reichskanzlers Hermann Müller hatte sich am Abend des Donnerstag noch weiter verschlechtert. Da dieAerzte einen starken Verfall des Patienten durch den allgemeinen Schwächezustand feststellten, wurde gegen 20 Ahr neben anderen Maßnahmen eine Bluttransfusion vorgenommen, zumal eine rechtsseitige Lungenentzündung hinzukam. Das offizielle Bulletin des Abendkonsittums lautet: Der Zustand des Patienten ist äußerst kritisch, nachdem das Krankheitsbild heute abend noch durch eine Lungenentzündung kompliziert ist. Das Bewußtsein des Patienten ist größtenteils getrübt. — Die Rächt brachte dem Patienten keine Besserung. Die Temperatur stieg in den Morgenstunden des Freitag noch weiter und erreichte gegen 7 Ahr morgens 40,7 Grad. Die Aerzte bezeichnen das Befinden des Patienten als hoffnungslos. noch eine neue Fruchtpresse, ein neuer Siphon mit Eiszhlinder und einer Skala, an der jeweils der Inhalt abzulesen ist, neue Aufschnittmaschiinen, Desinfektionsmittel, Luftreiniger für verrauchte Gaststuben und natürlich ein Dutzend neuer Apparate, um den Kaffee türkisch oder als Motta, besonders sparsam oder besonders kräftig zu kochen. Dazwischen stehen allerlei Erfindungen, die nicht gerade auf diese Ausstellung gehören, aber auf jeder Messe zu finden sind, und die diS Leben erträglicher machen könnten, wenn man sie wirklich einführen würde. Da gibt es einen Halter für den Fernsprechhörer, der das Telephonieren gestattet, ohne die Hände zu beschäftigen, so daß man bequem seine Rottzen während des Gespräches machen fömjte. And gleich daneben liegt eine leuchtende Brille, die fast wie ein Opernglas aussieht, und die es gestattet, auch im Dunkeln zu lesen und zu schreiben. Wer sich bei einem Lichtbildervortrag Rotizen machen will, mühte einen solchen Apparat haben — aber welcher Krösus wird für alle Möglichkeiten Vorsorgen, die irgendwann in seinem Leben auftauchen könnten? Sehr nützlich ist ein Apparat, der nicht ganz neu ist, doch jetzt eine Reihe von Konstruktionsverbesserungen aufweist, und der in öffentlichen Wasch-räumen gute Dienste leistet. Tritt man auf einen Fußhebel, so braust warme Luft aus ihm, und er trocknet die Hände in wenigen Sekunden. Rein, die Haut springt nicht auf, wie man zuerst annimint; man spart Handtücher und niemand braucht sich vor Ansteckung zu fürchten. cs etwas zu sehen gibt, ist der Andrang groß. Aber die Stände, bei denen man etwas kosten kann — k o st e n l o s k o st e n ! — werden belagert. Firmen, die Suppenwürfel oder Extratte von Fleischbrühen herstellen, bieten Kostproben in kleinen Tassen an. CHad) dieser Einleitung wandert man zu Ständen, an denen neue Kochtöpfe vorgeführt werden. Dort wird gezeigt daß das Fleisch im verschlossenen Topf in der Hälfte oder einem Viertel der .Zeit gar ist, die mit dem offenen Topf gebraucht wird. Will'man das beweisen, so muß man den Zuschauern Kostproben geben — und es wird tüchtig zugelangt. Den Durst, den das Fleisch verursacht hat, stillt man dann mit Orangelimonade, die an anderer Stelle ..einführungshalber" verschenkt wird. Die meisten Firmen lassen sich jedoch ihre Kostproben bezahlen. Der Konsum an warmen Würstchen der recht groß ist. wurde sonst wahrscheinlich gewaltige Ausmaße annehmen. An der Kochkunst-Ausstellung haben sich die vornehmsten Berliner Hotels beteiligt. Sie zeigen herrlich gedeckte Tische, die kühle Be- totmberung erregen. Aber dann kommt man an jene Tische, auf denen die angerichteten Speisen appetitlich aufgestellt sind, und dort erwärmen sich die Besucher, trotz den großen Kühlanlagsn, die sich unter den Tischen befinden, damit die Kostbarkeiten frisch bleiben. Die Speisen wandern zwar nicht in die Hotelbetriebe und Gasthäuser zurück, aber sie werden dennoch verwertet, denn alle Gerichte kommen wohltätigen Organisationen zugute. Die großen Hotels zeigen erlesene Genüsse, eine Poularde, einen Fasan, Zander nach russischer Art, Langusten, Rheinlachs, und dies alles ist so geschmackvoll zurechtgemacht, daß man ein Barbar sein müßte, um etwas abzuschneiden. Mit strenger Miene lausen die befrackten Herren der Jury umher und notieren sich „Punkte". Aber nicht alles, was man sieht, ist erfreulich. Wenn ein Schweinskopf mit Blumen aus Sahne geschmückt wird, so denkt man an heidnische Bräuche von Fidschi-Insulanern oder an die erschreckende Phantasie mancher Konditoren. Schlimmer als dieser Schweinskopf ist ein gefüllter Hannoveraner Landschinken, auf dessen Glasur ein geschickter Koch mit einer schwarzen Soße Hindenburgs Bild gezaubert hat. Traulich klingt die Anterschrift, die die Leiterin eines Töchierheims für eins ihrer Spezialgerichte gewählt hat: sie nennt es ..Masthahnbrust nach Muttis Art". And an der Wand hängen die Bilder vieler junger Damen, die es heute noch verstehen, die Speisen so zu dekorieren, wie man es um die Jahrhundertwende liebte. Originell wollte der Inhaber eines vornehmen Eportlokals wirken, der die Torten in die Form von Tennisschlägern preßt und dem ahnungslosen Gast Tenniöbälle vorsetzt, die erst appetitlich aussehen, wenn man sie durchschneidet. Er hat eine Speisekarte erfunden, die mit „Kraftbrühe Daniel Prenn" beginnt und jeder Sportgröße bann das ihr gemäße Gericht zuordnet. Doch das sind Ausnahmen. Das meiste ist sehr appetitlich und erregt Hunger. Wenn man sich allerdings vorstellt, daß man eine Woche lang, nur gefüllte Wachteln und andere schwer verdauliche Kostbarkeiten essen sollte, so wendet man sich gern dem Tisch zu, der dem „Internationalen Verband der Köche" reserviert ist. Täglich wechselnd wird dort gezeigt, was Leute mit verdorbenem "Magen. Kranke, die kein Kochsalz genießen dürfen, und Diabetiker essen sollen. Der Tisch sieht n'cht reich aus. Aber dafür ist alles erschwinglich, kann die Hausfrau diese wichtige, abwechslungsreiche Diätküche ohne weiteres bei sich einführen. An anderer Stelle haben die Bäcker zusammengetragen, was sie an weißem und schwarzem Brot! zu bieten vermögen. Man kennt die Hörnchen, die Kipfel, die Salzstangen, die langen und die kurzen Brote, das Bauernbrot, die Brezeln, aber wenn einige Hundert Sorten auf einem langen Tisch vereinigt sind ist man doch überrascht von der Fülle der Genüsse, die das Däckergewerbe der Menschheit bereitet. . An jedem Rachmittag strömen die Besucher in! die letzte Halle der Ausstellung, wo 250 Gasherde mit je drei Kochlöchern zu einem Wettkochen bereitstehen. Am Eröffnungstag messen sich die Hausfrauen: am Sonntagnachmittag ist der Anblick weit luftiger, denn nun stehen die Herren der Schöpfung vor den Kochherden, und nach ihnen müssen die Kinder zeigen, was sie können. Das Vergnügen ist groß, doch die Jury ist streng. Immerhin. wenn es gelingen sollte, durch die Ausstellung und den Koch-Wettbewerb die Kochkunst der Küchenmeister und der Hausfrauen zu heben, so toerben alle Ehemänner gern darüber hinweg- fehen, daß man sie am Sonntagnachmittag vor dem Gasherd lächerlich gemacht hat. Hochschulnachrichten. Rektor und Senat der Technischen Hochschule Darmstadt haben auf einstimmigen Antrag der Abteilung für Elektrotechnik die Würde eines D r. - I n g. h. c. Herrn Bernhard Arthur B e b - rent>, beratendem Ingenieur in WellesleyHills (Massachusetts USA.) verliehen in Anerkennung seiner Verdienste um die Entwicklung des Elektro- Maschinen- und insbesondere des Mehrphasen- und Einphasenindukttonsmotors: ferner Herrn Alexander Heyland, beratendem Ingenieur in Brüssel, in Anerkennung seiner Verdienste um die Entwicklung des Kreisdiagramms von Mehrpha- senmotoren. Professor Dr. Max B a u r in K i e l hat den Ruf an die Universität Marburg angenommen. Hier übernimmt er den durch die Emeritierung von Prof. 21. Gürber erledigten Lehrstuhl der Pharmakologie. Professor Dr. Otto B e ck e r in ch a 11 e hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der mittleren und neueren Geschichte an die Universität Kiel als Nachfolger von Professor Friedrich Wolters angenommen. Professor Dr. Oswald K r o h, Ordinarius der Er- Ziehungswissenschaften an der Tübinger Unioer- sitat hat den Ruf an die Technische Hochschule in D r e s d e n als Nachfolger des früheren Staats- Ministers Professor Dr. Richard Seyfert abgelehnt. Entspannung. Tie Verhandlungen zwischen Lozialvemokratie und Neichslabinctt. Berlin, 19. Mär§. (ERB.) 3n parlamentarischen Kreisen herrscht heute stark der Eindruck vor. dah sich die politische Lage unter dem Cin- fluh des gestrigen Beschlusses der Sozia ldemolra- tcn immerhin entspannt hat. Das gilt wenigstens für die Steuerfragen. Man rechnet jetzt so, dah die Tantiemen st euer zustande kommt, dagegen die beiden übri- gen Steuerfordcrungen der Sozialdemokratie, die gewiß auch im Reichstage eine Mehrheit finden werden, vom Reichsrat abgelehnt werden. Der Reichskanzler hat die Sozialdemokraten offenbar deutlich erkennen lassen, dah er seine bisherige Linie in den Steuerfragcn weitcrzugehen beabsichtigt und unter allen Umständen einen Einspruch des Reichsrates gegen die Vermögens- und Cin- tommensteueranträge herbeiführen wird. Für die Sozialdemokratie handelt cs sich in erster Linie um die großen politischen Gesichtspunkte, die der „Vorwärts" am Donnerstagmorgen noch einmal auseinandergescht hat, und sie werden sich des- ha.b mit dieser Entwicklung abfinden. Dagegen hoffen sie, in der Frage der Ermächtigung für landwirtschaftliche Zölle eine Lösung herbeizuführen, die auch ihren Wünschen bis zu einem gewissen Grade Rechnung trägt. Außerdem ist aber noch keine Einigung über die DauerderReichstags» vertagung erzielt worden. Wie verlautet, vertritt der Reichstagspräsident selbst den Standpunkt, daß eine Dauervertagung praktisch gar nicht möylich ist, weil eine Mehrheit des Reichstages die Wiedereinberufung zu jedem beliebigen Zeitpunkt herbeiführen kann. Man hatte in den letzten Tagen auch den Gedanken erwogen, daß die Wicdereinberufung nur im Einvernehmen mit der Regierung erfolgen sollte. Diese Lösung wird in sozialdemokratischen Kreisen aber alsnichtver- fassungsgcmäß bezeichnet, da d e r R e i ch s- tog souverän ist. Heber diese Dinge wird also in den nächsten Tagen noch verhandelt werben. Aus aller Welt. Deutscher Geographentag in Danzig. Der Deutsche Geographentag, der in diesem Jahre das Fe st seines 50jährigen Bestehens feiert, hält seine 24. Tagung während der P f i n g st w o ch e in Danzig ab. Im Mittelpunkt der Tagung steht die wisscnsct-aflliche Behandlung der Ostsee und ihrer deutschen Küstenländer. Außerdem wird ein Ueberblick über schulgeographische Fragen und über die bedeutendsten For- schungsrcisen der letzten Zeil gegeben werden. Eine A u s st e l l u n g , die reichhaltiges, neuentworfenes Kartenmaterial zur Schau stellt, sowie ein- und mehrtägige Studicnfahrtcn sollen in die verschiedenen Fragen des deutschen Ostens einsühren. Der Schnellzug Paris—Bordeaux entgleist. Der Schnellzug Paris — Bordeaux, 'der die Hauptstadt um 19.32 Ahr verläßt, ist auf dem Bahnhof E t a m p e s .eine Stunde von Paris entfernt, c n t g l e i st. Es sind fünf Tote und gegen 50 Verletzte geborgen. Der Schnellzug lief mit normaler Geschwindigkeit in den Bahnhof Ctam- pcs ein. Der vordere Teil des Zuges war bereits aus der Bahnhofshalle ausgefahren, als die letzt en beiden Wagen, darunter der Speisewagen entgleisten. Der Speisewagen schlug gegen einen haltenden Personenzug. Der Speisewagen wurde auf 10 bis 15 Meter vollkomme n e i n g e d r ü ck t. Da gerade die Stunde war, in der das Abendessen serviert wurde, befanden sich zahlreiche Reisende im Speisewagen. Die in der ersten Tischreihe sitzenden Personen wurden zerdrückt, unter ihnen sind auch die fünf Toten zu suchen. In der Zwischenzeit fuhr der Zug weiter. Ein anderer Wagen entgleiste erst SOMetcrweiter, ohne daß dabei Reisende zu Schaden kamen. Drei Teilnehmer des Dalbo-Fluges ins Meer gestürzt und ertrunken. Am Donnerstagmittag ist bei Marina di Pisa das Flugzeug „Savvtza 6 4", das die drei Teilnehmer des Südamerikafluges der Balbo- Staffel Oberst M a d d a l e n a, Hauptmann C e c - c o n i und Leutnant Damonte an Bord hatte, ins Meer gestürzt, wobei alle drei Flieger den Tod fanden. Minister Dalbo ist sofort mit einem Flugzeug nach Pisa abgeflogen. Oberst Maddalena hatte unter den italienischen Offizieren die größte Zahl von Auszeichnungen. Er und die beiden anderen Ertrunkenen hatten außerdem für den Südamerikaslug die Goldene Luftfahrtmedaille erhalten. Die Rachforschungen nach den verunglückten Fliegern sind mit Torpedobooten, Tauchern. Schleppern und Flugzeugen in Angriff genommen worden. Bisher aber sind nur einige Teile des Propellers. Llniformstücke, eine Kartentasche und eine Llhr gefunden worden. Man nimmt an, daß sich das Flugzeug beim Absturz in den Meeresgrund gebohrt hat. da das Walser an der Llnfallstelle nicht sehr tief ist. Wie verlautet, war das Flugzeug für einen neuen Lieberseeflug bestimmt und befand sich auf bem, ersten Probeflug nach Rom. Die Ursache des Unfalles dürfte in einem Propellerbruch zu suchen sein. Lin norwegischer üüslendampser gestrandet. Der norwegische Küstcndampser „Hera" aus Bergen ist in der Rächt auf Donnerstag gegen 2.30 Llhr bei Havölsund in der Rähe von Ham- merfest in West-Finnmarken bei starkem Rvrd- westwind und Schneegestöber gestrandet. Dabei sind sieben Personen ums Leben gekommen, darunter drei Reisende. Die übrigen an Bord befindlichen 55 Personen konnten gerettet werden. Das Schiff rannte in voller Fahrt gegen eine Felsklippe, so dah das Vorderschiff vier Stunden lang gegen die Felswand geklemmt, stehen blieb, während das Achterschiff sofort sank. Einem Steuermann gelang es, mit einer Leine an Land zu kommen und die an Bord Gebliebenen vom Vorderschiff in einem Rettungskorbe nacheinander an Land zu ziehen. Sechs Personen fielen jedoch während der Rettungsarbeiten aus d,em Korb und ertranken in der stark bewegten See. Liebermüdet und vollkommen durchnäßt mußten die Geretteten die lange Strecke bis Havölsund zu Fuß zurücklegen. Dabei brach ein Reisender, em älterer Arbeiter, zusammen und starb. Aus der prvvmzialbauptstadt Gießen, den 20.März 1931. Fahrplanänderungen der Krastpost Gießen-Gambach. Die in den letzten Wochen cingetretenc andere Benutzung der einzelnen Krastpostfahrten der Linie Gießen — Gambach hat, wie uns vom Postamt Gießen mitgeteilt wird, vom 21. ab folgende Fahrplanänderungen erforderlich gemacht: Die beiden Werktagsfahrten ab Gambach 9.40 Uhr, an Gießen 10.45 und ab Gießen 11.05, an Gambach 12.08 werden ausgehoben. Die beiden Fahrten ab Gießen 16.30, an Gambach 17.35 und ab Holzheim 15.20, an Gießen 16.10 fallen Samstags aus. Die beiden Sonntagsfahrten ab Gießen 16.05, an Holzheim 16.55 und ab Holzheim 17.20, an Gießen 18.10 werden ebenfalls ausgehoben. Die Mittagsfahrt nach Gießen verkehrt künftig täglich nach folgende!' Zeiten: ab Gambach Bhf. 12.15, Gambach Ort 12.17, Holzheim 12.27, Grü- ningcn 12.35, Steinberg 12.45, Gießen Selterstor 13.00, an Gießen Bhf. 13.03. Dadurch, daß die Mit- tagssahrt nach Gießen künftig auch an Sonntagen um 12.15 in Gambach Bahnhof abfährt, ist den mit dem Zuge von Sich um 12.13 ankommenden Fahr- gasten aus Oberhörgern, Münzenberg, Trais-Mün- zenberg, Ebcrstadt und Muschenheim eine günstige Fahrgelegenheit mit der Krastpost nach Gießen geboten. Die tägliche Fahrt ab Gambach Ort 6.40 nach Gießen ist für Sonntags auf folgende Zeiten festgesetzt: ab Gambach 7.00, Holzheim 7.10, Grünin- gen 7.18, Steinberg 7.30, Gießen Selterstor 7.45, an Gießen Bhf. 7.50 Uhr. Die Samstagssahrt ab Gießen 14.15, an Holzheim 15.05 Uhr wird künftig bis nach Gambach durchgeführt. Nationalsozialistische Versammlung. Pfarrer a. D. Münchmeyer weilte am Dienstagabend als Redner der Rationalfozia- listen in Gießen und sprach in einer überfüllten Versammlung im Cafe Leib. Bereits vor 20 Llhr mußte der Saal polizeilich gesperrt werden. Der Redner erinnerte zunächst an den 14. September, an die politische Situation, die durch den damaligen Wahlausgang zum Reichstag geschaffen wurde, er erinnerte weiter an die Versprechungen der Sozialdemokratischen Partei und im Zusammenhang damit an die Folgen, die der marxistische Einfluß auf die Gestaltung unseres politischen und wirtschaftlichen Lebens genommen habe. 3n längeren Ausführungen schilderte er sodann die Verfolgungen, denen er (der Redner) ausgesetzt gewesen sei, seitdem er der Rational- sozialistischen Partei angehöre: er sprach von den Kämpfen, die er um seinen Titel führen mußte, der ihm aber nun in einer Gerichtsverhandlung in Magdeburg als zu Recht geführt bestätigt worden sei. Weiter beschäftigte er sich mit der Person Hitlers, der als Soldat in einem bayerischen Regiment vier Jahre für Deutschland im vordersten Schützengraben gc- lämpst habe, dem man aber heute das Recht streitig mache, sich Deutscher zu nennen. In bezug auf die innerpolitischen Verhältnisse wies der Redner u. a. darauf hin, daß leider der Mord ein politisches Kampfmittel geworden sei: er machte der Kommunistischen Partei Vorwürfe, betonte aber, daß es jedermann gestattet sein müßte, sich zu verteidigen, wenn er angegriffen werde. Sodann kritisierte er u. a. die Arbeit der Parteien im Reichstage, in den Ausschüssen, er beleuchtete die deutsche Stellungnahme den Polen gegenüber und wies auf einige Stimmen aus dem Ausland hin, die den Rationalsozialismus in Deutschland als ein Wiedererstarken des nationalen Bewußtseins deuteten. Mit aller Schärfe geißelte er die Finanzwirtschaft des Reiches und der Länder, nannte Ziffern der Gehälter, die die Minister beziehen, gab einen Einblick in den Aufwand einzelner Behörden und wies schließlich auf Hitler hin, der, trotzdem er Millionen von Menschen hinter sich habe, seinen Lebensstandard gegen früher nicht verändert habe. Zum Schlüsse feiner Ausführungen wandte sich der Redner gegen die t Anschauung, die den Rationalsozialismus als eine antireligiöse Bewegung darstellen wolle, befaßte sich mit dem Sinn des Hakenkreuzes, sprach von der Jugend und ihren Wünschen für die Zukunft, betonte' daß d i c Partei die Jugend in ihren Reihen haben w rde. die der besseren Zulun't den W g bereiten wolle, und forderte schließlich dazu auf, sich in die Reihen der Rationalfozialiften cinzu- schlichen und so an der Zukunft mitzuarbciten. Die Versammlung verlief ruhig, wenn man von den Zwischenrufen einiger politischer Gegner absehcn will. Gießener Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem gestrigen Wochcnmarkt das Pfund: Kcchbuttcr von 1 Mark an; Butter 120 bis 130; Matte 33 bis 35: Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 35: Weißkraut 15 bis 20; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 43 bis 45; Llnter-Kohl- rabi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 50 bis 55; Feldsalat 150 bis 230; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 12; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Kartoffeln 3,5 bis 4; Aepscl 30 bis 50; Birnen 20 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 93 bis 110; Suppenhühner 93 bis 110; Rüssc 60 bis 70; das Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 9 bis 10; Blumenkohl 40 bis 70; Salat 25 bis 35; Endivien 15 bis 35; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 bi« 3; Weißkraut 10 bis 12; Wirsing 20 bis 25; Rotkraut 12 bis 15 Mark. Bornotizen. — Taaeskalender für Freitag: Stadt- theater. ..X Y Z“, 20 bis 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Er oder Ich". — Astoria-Lichtspiele: „Vollblut" und „Eolibri". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute. 20 Llhr, unter Spielleitung von Dr. Karl Ritter Klabunds Spiel zu Dreien „X Y Z“. Am Sonntag, 22. März, veranstalten die Weintraubs, seit Jahren die erklärten Lieblinge des Berliner Publikums und der internationalen Varietöbühne, in Gemeinschaft mit dem Gocthcbund eine Morgenfeier und geben am gleichen Tage um 18.30 Llhr mit einem vollständig neuen Abendprogramm ihr offizielles Debüt. Sie bringen ein etwa zweistündiges Konzertprogramm, das den Jazz in allen Möglichkeiten und Schattierungen zum Vortrag bringt und mit einer humoristischen Bühnenschau ab- schlieht. Die Verstanstaltung um 11.30 Llhr bietet bei Morgenfeierpreisen ein auserwähltes Programm, während die musikalische Dühncnschau um 18.30 Llhr mit kleinen Abendpreisen mit einem neuen Abendprogramm aufwartet. Evang. PfarrPersonalien. Durch die evangelische Kirchcnregicrung wurde dem Pfarrverwalter Paul Geißler zu Stumpertenrod die Psarrftelle zu Stumpertenrod, Dekanat Alsfeld, übertragen. Pfarrer Valentin Za h- mann in Friedberg-Fauerbach wird ab 1. Mai, auf eigenes Rachsuchen, in den Ruhestand verseht. Pfarrer Lic. Dr. Rcunobel zu Rieder-Florstadt wird auf eigenes Rachsuchen ab 16. April aus dem Dienst der hessischen Landeskirche entlassen. •* Schulpersonalien. Auf eigenes Rach- suchen werden Lehrer Ernst Jakob von der Volksschule zu Ober-CBeffingen (per 1. April), Lehrer Wilhelm Wagner von der Volksschule zu Münzenocrg (per 1. Mai) und Lehrer Karl Metzger von der Volksschule zu Vilbel (per 1. April) in den Ruhestand treten. ** Frcmdenvorstcllung im Gießener Stadttheatcr. Man schreibt uns: Um auch den Besuchern der Frcmdenvorstellungen in dieser Spielzeit etwas Besonderes zu bieten, hat die Intendanz des Stadttheaters nach monatelangen Verbandlungen das berühmte deutsche Iazzorchester, die Weintraubs. Syncopators, zu einem zweimaligen Gastspiel am Sonntag, 22. März, 11.30 und 18.30 Uhr, verpflichtet. Die Weintraubs haben durch ihre Bühnenfchau foroie ihre Mitwirkung bei Max Reinhardt und in bc- kannten Tonfilmen („Der blaue Engel" „Liebeswalzer" U. a.) und ihre Schallplatten Weltruf erlangt. Den Freunden guter Musik und musikalischen Humors wird von diesen Solisten ein heiterer Abend bereitet. Um allen den Besuch dieser Veranstaltung zu ermöglichen, hat die Intendanz die denkbar nied rigsten Preise für dieses außergewöhnliche Gastspiel angesetzt. Beginn 18.30 Uhr, Ende 20 Uhr. ♦* Ausstellung von S ch ü l e r z e i ch n u n. ge n. Am morgigen Samstag, von 15 bis 18 Uhr, und am Sonntag, 22. März, von 11 dis 18 Uhr, find in der Turnhalle der Pestalozzis ch^i l c (Nord- anlage) Zeichnungen ausgestellt, die von Schülern der Volksschule in Gießen angefertigt werden. Die Arbeiten sind, wie man uns schreibt, übersichtlich angeordnet und werden jedem Besucher eine klare Vor stcllung des Ausbaues und der Ziele des heutigen Zeichenunterrichts vermitteln. Namentlich wird es den Erwachsenen Freude machen, die verschiedenartige Auffassung der Kinder bei der Ausführung einer der ganzen Klasse gestellten Aufgabe kennenzulernen. Für die am Zeichenunterricht interessierten Lehrkräfte an den Schulen Gießens und der Umgegend ist Gelegenheit geboten, Schülerarbeiten im Sinne der Theorie von Gustav Britsch einzusehen. (Siehe heutige Anzeige.) ' E i n e m u f i k a l i s ch e P a s f i o n s a n d a ch k findet am Sonntag, 22. März, 20.15 Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofs statt. Eine junge Kunst lerin aus der Luthergemeinde, Frl. M. P e t e r, der bekannte Organist Herr N e b e l i n g, der aus seinen Konzerten in der Stadtkirche und Johanneskirche noch in bester Erinnerung befindliche Posaunenchor Lang-Göns sowie der junge Kirchengefangverein der Luthergemeinde wollen Zusammenwirken, um der Gemeinde eine Stunde gesammelter Andacht zu bereiten. Man achte auf die vor Beginn geblasene fünfstimmige Turmmusik von Ioh. Pezelius, die hier neu ist. Wir verweisen auf die heutige Anzeige. Amtsgericht Gießen. Vor einigen Tagen sand vor dem Einzclrichter eine Strafverhandlung statt, die eines politischen Hintergrunds nicht entbehrte und den ganzen Sihungslag. sowie noch lange Zeit darüber hinaus in Anspruch nahm. Es handelte sich im wesentlichen um den Zusammenstoß eines führenden Reichsbannermitglieds — mit ihm waren noch zwei andere weniger Belastete angek'lagt — mit einem Rationalsozialisten, der von dem Genannten am 6. Rovember v. I. in der Liebigstrahe vor dem Katholischen Vereinshaus, der bamaligcn Stempelstelle, mißhandelt worden sein soll. In der Rähe hatten sich Erwerbslose, auf der einen Straßenseite Kommunisten, auf der anderen Angehörige des Reichsbanners, angesammelt. Der Rationalsozialist hatte eben die Srempelstelle verlassen und war im Begriff, ruhig seines Weges nach Hause zu gehen, als der unter den Reichsbannerleuten befindliche Angellagte. der offenbar aus ihn gewartet hatte, die Straße überquerte und ihn am Weitergehen verhindern wollte. Dieser wich aus, der Angeklagte verlegte ihm aber von neuem den Weg etwa mit den Worten. ..Wie lange willst du das Spiel noch mitmachen, du Arbeiterverräter, du Arbeitermörder?" ES kam dann zwischen beiden zu einer Schlägerei. Der Rationalsozialist erhielt Schläge auf die rechte Schläfe und die linke Kopfseite. Auch der Angellagte wurde verletzt. Daß der letztere den ersten Schlag getan hat, vermochte nicht festgestellt zu werden. Doch gewann das Gericht aus feinem geschilderten Verhalten die Lieberzeugung, daß der Angeklagte mindestens der angreifende Teil gewesen ist. Ser Verletzte war nach Ansicht des Gerichts recht wohl berechttgt, selbst unter Anwendung von Gewalt, sich den von ihm ein» geschlagenen und ihm von dem Angellagten verlegten Weg frei zu halten; er handelte, auch wenn er zuerst schlug, in Rotwehr, nicht aber der Angeklagte, her deshalb der Körperverletzung im Sinne des § 223a StGBs. für schuldig erachtet und zu einer vierzehn tä gigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Außerdem erhielt er wegen Bedrohung, die er am Tage zuvor einem anderen ihn begegnenden Rationalsozialisten gegenüber völlig grundlos ausgestoßen hatte, eine namhafte Geldstrafe. Der ersterwähnte Rattonalsozialist wurde, nachdem sein Gegner von ihm abgelaffen hatte, von dessen Anhängern zu Boden geworfen und blutig geschlagen. Die Täter konnten aber mit Ausnahme der beiden Mitangeklagten nicht festgestellt und auch von diesen mußte der eine wegen mangelnden Beweises freigesprochen werden. Der andere, für den eine Reihe von Milderungsgründen sprach, erhielt eine Geldstrafe von 50 Mk, die im Falle der Llneinbringlichkeit mit zehn Tagen Gefängnis zu verbüßen rst. Oie Wetterlage. •en Jan Mayen ilOf Vai. Hen O o 9 c 745" < \x O 'ÖS'O wa \ < 0 riq Corona Oworrenloa Oneuer. O haft» Bedeckt. » wolkig. • Bedeckt e ffeoee. * Sehnet ^Graupeln «Nebel ■RQewfit,£r.(§)Wlnditillc-OxXhf «eichte» Ost «lasgige» 50djoowe$t q uormischo wordweil Die Piene fheoen mit aem winde. Pie Beiden Stationen Menenden Zath len «jeden die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mil-olelchen rttcresniveau umoerechneteo Luftdruck Wettervoraussage. Der Einfluß hohen Druckes hat unvermindert standgehaltcn. Dabei haben in Deutschland die Winde wieder etwas mehr nach Osten zurück- gedreht. Somit kommt die westliche Störung, die sich mehr südlich ausbreitet und an der Westküste Frankreichs verbreitete Riederschlägc verursacht, nicht recht zur Entwicklung. LInserem Wetter dürfte sie vorerst keine wesentliche Aendc-, rung bringen, höchstens zeitweise hohe Bewölkung auskommen lassen. Aussichten für Samstag: Teils heiter, teils hohe Bewölkung, trocken, nachts Temperaturen noch um den Gefrierpunkt und etwas darunter, tagsüber wärmer. Aussichten für Sonntag: Vorübergehend stärkere Bewölkung aufkommend, sonst wenig Acnderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 19. März: mittags 13,1 Grad Celsius, abends 5,3 Grad: am 20. März: morgens 0,2 Grad. Maximum 13,5, Minimum —2,6 Grad. (Schluß des redaktionellen Teils.) Gerade im Frühjahr heißt cs achtgeben auf die Gesundheit. Der Körper ist durch die klimatischen Ein. flüssc des naßkalten Winters geschwächt. Durch die düsteren Tage, Stürme und Regen ist die Stimmung gereizt. Es heißt Vorsicht üben in den Genußmitteln, will man die Nervosität nicht noch steigern. Am besten bekommt Kaffee Hag, der erstklassige Bohnen- kaffee: er schont Herz und Nerven, ist coffeinfrei und vollkommen unschädlich. 1100V rt-fx-TU«. RH 0.80 Kl. Tä.U RH _Q.ro tf'W, V T vA)-V , ^Cu4- 2 v y 8 j j a L M MvuvWVl C/f? kVUrti , Avu-'Ä/ vVAz * UvvV /U-. I p€B€CO ' ^aaoaaMZ^ •• Goethe- und I Sestaloaxiscftule Lieben Ausstellung von Zeichnungen der Knaben in derTurnhalle der Pestalozzischule (Nordanlage) Samstag, den 21. März, von 15—18 Uhr Sonntag, den 22. März, von 11-18 Uhr Die Eltern und die Freunde der Schulen sind herzl. eingeladen Die Schulleitungen. 2019D Bausparkasse suchttüchtigen, mit der Branche vertrauten Bezirksdirekior Günstige Tarife, schnelle Auszahlung, Hobe Bezüge. Schriftliche Angebote unter 01653 an den G eßener Anzeiger. Friedrich Wilhelm Lebensversicherungs - Aktiengesellschaft, Kranksurt a. M., Neckarstrabe 9. 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Z--ZDZ B*S3iS u 9 " es " o: o c .5 -5^ D 5« »E B «< D & 2 o 2 :O i> Ä.®2 •P"-E i- 5 21: C O2 a^o-G'-c 2ä L c 2 t: — tifh® E y LZ s L. ZZALZy 35- 3 ».. 5 - 2 2^m 2 c A 3 = o LAS c c — P5 3 U- ö «x. D ~ — «r--- 5 —'S °o£ c.E^dc^e^. ** 7 a) = fi = Bs = E J-c 9" E»€ ■ ®». Jga$§?a63&gE§ L e-oo 5 2 C oS-s.E 2- '* Ci Xf 2 t :e ra'7' uJr o C C ^-e 3-2 £ o E(9N53; Wt°« L EL E 4==S - 2 => (9 c = u:E _ 2-^9 »»•- *5 2 c E 5sto 5 c _ .n2± 3 ®||se- >- -.— esy = ° «e -ffK-ULL E O B 2 B cv gt c ~" 2&' --e B c® B-L E « ’E 5J 2 => ES ^=E fl=2 = 2 9 ö®6- s-^-e L^srsr e de. — c ,suE 2tS*-ss 3o E§ Z ßZ'e.EZ :AQAyS c-ec . 2 5~,o ‘219 B 1 § LZ 2 o C UO-^. &, c: ^e^Eg E = Q 2 ^o-s u . SP^gg u.) 2-G. — T: vXD C= ■ ■—' XO-iL: 3 “ ;— C E c Sip C €,9E=^?E. .‘c " “ Ad.= A 5 3 = — 2 *3 2 :O y :-. 0 Et-9 cxjh — c:*-* ~ ■— c s ä c 5 ”3r9»b m 7; — e- u. ’’We,-‘«3 2PJ »'S ®M ffi; cZu 2 o E E = :O = £ CÄ£.S.' b b€u2 — efl t "C E B E 2 ¥ X-»>7> ZHL E-A°!»LZ « 1-^-2 .e- "2 •€'43->3- Q *- TS Q < 1 2 2 - -oN 2 3 2--£■ •es a 3 67 «8 L-3 E 9« 2 6$ e m A jq EL-o s L 9:5 2 c _5 :e«e Lo «sts e B E 3 X G.-3-^A ;r 5> E 2i c E 2 O-L o 2 3 (9 L D o- - -e e -A 5® c E^-a -s SaS.: 25? E A& 9*^' b s E =19 ^355S® c 2 §S 58SS® U rfl*C o-cro E^ s exL -Z = = € w|fi Z-ö s-e w ??L 55 A E S c "G'h s-eL» £53 21 S L 'S p-e" — E 0 2 SS 5-28« ■e E 5 Q L E - 2 <$> fi 53 C Ll®> SA L a.-e® t9*e5 KE K EAtoASE? c toB ^§A-Z e-Zs- j8§3 HZ L-2 3 o S) EEto2 A .2 o 0-5 8RSS 3 o 9 >2 S» 2 SiS — = BtfJS o 35 -e poH ^E".E = r EPE -e^2 2 2? -s ~r' § 0 2 >-'3S e 5 2 A c7.S-L, D«a 2L ^-o'3 in LE ES: ii-Es ~ ±1 *r> — Sg _ SbIö 5wa 2 ° «-.te a-E' = 5§^ 0 A SE 2 .c, o 5> s'S&Haa 10 g »äB 3 2=2 5e,5 C St. 5 = f e'A c i;S CT^-e •Egg §5ä.b.S becK) ^"35 -' ° 5 d ® K u 'S tf| AKLLsrLL! — - = :o ^(9 - B ■ asiiff I-L 5g.. c" “^S'e Ce€H9 2e5 02 L.X2 c 3 3» § A €e 03 E = V X» o 31— O -b.3 JO *; se-a-«I =—ä®* ? >-• Ä <-*-.*3,2 3-' Sei d-S - e ? 2 ES »5*^ B "3 0,0 .-L^E.. “52 L.L- c Eg^=|« E^K-La- ssrLaZLL »Äc5ee$ itS86 •£-^»«128 3 E c a q 2 s5-3:0 Sfgs c£ids L 02 eS' ' *08 LL -o5v - a^ö c - o'"5'c‘ litt. MD« ^"A 5 -b oXmC-sn — d —. = o m in xi 1A - - —* ____ - -25 3(9^^ = S1 - - A8Z Üsisg^i' ,= ^.5 • ■ 67 c . L- w-s?-° «£-=s ^-Z2Z>3 5a ä o £ 3 159- =".B » c 2 E o"o EZ^B-Ä -hh5'^5 -e Q _ O C 2 8 ct 85 a § ro 3 g a-3 2-b- S o: 8 :§2 gS. v> a b 3 ro S S-2 «fg 3 J3S (8-2.° 2.3 re S ‘5'2. - b'b 3 02,® *5 O CO — **• ** §3 a ^y>2 q ta 3 " o >3*cx) 3CT 3 uari o ro ro 3. 15 ■ 3 2. 3 L. 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S’SöiA.-sa-s «‘Kro-.S Z CT-Ä KO LZo gÄf3»^gt o‘8 s ga 2-^ 3 3 V. o ?5 U> 3 iy" ’-'g HZ>§- '‘Ag’&osffg.« ct t2 o u^ca ar,—• — q_- S T 3 3 45 k: ' M- Z"Z- — 6) — ro gi.t= oli31 ro - ^g- 58g .. aä'-? mSÄ-g = «g ro" ——> g S2.2.EO- " ?2 x-2 2-2'Z'3 Z 3 2-AZ 3 K»3W 2-3= ä 5. ro ro 2 8 O 2.5:8 01 S:--=*2 o H ® er-3 2 (5 CTC —, ‘3*.S C ^sZ?ZJ 2 3-3. 3 -■ 3 & — 3 o a o' ■SöÄGiWgss- ro s W- 2 2.61 K.3 p*© o^ca ro'^)' a©."go —n'"t e> GIZ-LZ^. orro^ti „3.2. 3 Z ©"•' §3 B B 4g B • - “OS - O a n 8 or — ° 3 —. 3 .2. . _ er Ü 3 e 2 S a 2 2 3 = 2.3 3 3-, 2“ □?« -.--28 ro P-3 a s3gfg 2 ro X 5 8 2 8 v> 61 2 k..- ■d CT-3' 87 K' o Z 3 3 n >J> -B- "3! r- -a= ZzL-Z a 3 CT" CT ro o 2 a CT a ' S Nr. 6? Zweites Blatt «Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Zreitag, 20. März 1931 Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 20. März 1931. Ein Gießener Mozart-Konzert vor 65 Zähren. Aus unfcrem Leserkreise wird uns geschrieben: Qün 26. Januar 1866 fand hier im Saale des Gasthauses Leib unter Leitung des Kapellmeisters Adolf Hecker ein Mozart-Konzert statt, das als Feier zum HO. Geburtstage des Komponisten gedacht war. In dem „Gießener Morgenblatt", das nicht lange bestanden hat, wurde damals berichtet, daß es ein solenner Abend gewesen sei und daß der Beifall sich stellenweise zur Begeisterung gestaltet habe. Wie man damals über Richard Wagner dachte, zeigt eine Bemerkung in dem genannten Blatte, die folgenden Wortlaut hat. „Hebrigens zeigte der besprochene Festabend, welche Wunder der .käme Mozart übt. und wir sind noch weit entfernt, eine oft genannte Wagnersche „Zukunftsmusik ougu- rieren zu können, so sehr auch in der Wagner- schen Musikdemokratie stellenweise unser Ohr und Herz entzückt werden und so überraschend und sesselnd auch das vorwiegende, fast schon aus- ichließliche „harmonische Moment" in dessen Opern an uns herantreten mag." " Todesfälle in G i e-ß e n. Es verstorben In Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. März: 2. Heimlich Semmler, 2 Jahr:, An der Kläranlage 94. 3. Robert Marth, ohne Beruf, 84 2ülhre, Löwengossc 5. 5. Dorothea Kienh, geb. Sand, 70 Jahre, Karl-Dogt-Strahe 19; Luise Weil, geb. Bahlcke. 35 Jahre. Schottstraße 3; Susanne Jung, Büglerin, 75 Jahre, Weidengasse 18; Marie Reiber. Telegrophenbetriebs- assistentin, 43 Jahre. Westanlage 62. 6. Marie Schäfer, geb. Kröck. Witwe. 76 Jahre, Schisfenberger Weg 37. 7. Ruth Wagner. 5 Tage, Seltcrsweg 89. 8. Marie Hofmann, geb. Metz.. 70 Jahre, Marburger Straße 60; Henriette Wißner, geb. Bogt, Witwe. 80 Jahre, Landmann- st ruße 5. 9. Franziska Heß. Geschäftsinhaberin, 55 Jahre. Löwengasse 22. 10. Rosemarie Meier- höfer. 4 Monate. Schlachthosstrahe 2; Emanuel Rosenbaum, Kausmonn. 76 Jahre, Reustadt 55. 12. Johann Hanisch. Kutscher, 54 Jahre, Licher Straße 57. 14. Wilhelm Hagemann, Lagerverwalter i. R.. 77 Jahre, Asterweg 32. 15. Jean Lappo-Danilevsky, Professor der Mathematik, 34 Jahre, Marburger Straße 14. ** Heiterer Abend Emil Kühne. Der .Kaufmännische Verein und der Ortsgcwerbeverein. beschlossen ihre diesjährige Wintervortragsreihe in überaus glücklicher Form. Der durch seine früheren Gastspiele in Gießen hinlänglich bekannte Bortragskünstler Emil Kühne (Berlin), war verpflichtet und unterhielt am Montagabend die Mitglieder und Freunde der veranstaltenden Vereine auf das denkbar angenehmste. Die Aula war bis auf den letzten Platz beseht und gespannt harrten die Besucher der Dinge, die da kommen sollten. Der Gast, der schon mit Beifall begrüßt wurde, enttäuschte seine Zuhörer denn auch nicht. Bereits mit seiner Begrüßung, dem Vorspruch aus des unsterblichen Wilhelm Busch „Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter" verschaffte er sich die Sympathie aller Anwesenden. Die frische, unbekümmerte, dabei mimisch lebhaft unterstützte Art des Vortrags entfesselte anhaltenden Beifall. Richt weniger eindrucksvoll gestaltete sich die Wiedergabe einer Tragikomödie von Hans Brennert „Die Goethebüste", deren fall)» rischen Gehalt der Vortragende ganz besonders herauszuarbeiten verstand, ohne den Zug der Menschlichkeit zu unterdrücken, der dieser Skizze zu eigen war. „Die Verliebten", die kleine Humoreske eines österreichischen Dichters, ein Ausschnitt aus dem Buch „Der Regenbogen" von Hans Frank, der sich mit der Eitelkeit des niederdeutschen Dichters Claus Groth befaßte und dabei feinste Saiten berührte, sowie ein überaus originelles Gedicht des Berliners Hans Brennert von dem alten Droschkenkutscher und feiner „fiskalischen Rochtigall" hielten die Zuhörer in Bann und bester Stimmung. Rach einer Pause erschien der Vortragskünstler mit der Gitarre, sang das Lied vom schwarzbraunen Zimmergesellen, das Lied vom Christian, ein lustiges Soldatenlied und beschloß schließlich, nach einer Beigabe, zu der er sich verstehen mußte, den Abend mit je einer Groteske von Palm und Zetterström. In angeregter Stimmung verließ wohl jeder der Zuhörer das Haus. Den veranstaltenden Vereinen muß man sür diesen Llbend heiterer Kunst Dank wissen. "Bund „Haus und Schul e". Der Bund „Haus und Schule" veranstaltete am Freitag im Johannessaal einen Rezitations- und Liederabend. Pianist Hahn und stud. theoL Volz (Violine) eröffneten den Abend mit der Händel- schen E-Sur-(5onatc für Violine und Klavier. Frau Mendelssohn-Bartholdy rezitierte in vollendeter Form eine Anzahl Balladen, von denen „Margaret" (Frieda Schanz), „Gottes Gnade" (B. v. Münchhausen), und „Die alte Ahr" (Schulz) besonderen Eindruck machten. Eine Phantasie von Mozart und ein Teil der ^-Dur-Sonate für Violine und Klavier ebenfalls von Mozart, sowie die Rhapsodie Rr. 11 von Liszt, für Klavier beschlossen die gelungene Veranstaltung. Die musikalischen Darbietungen, die nicht nur im künstlerischen Sinne verständnisvoll, sondern auch technisch sehr gut wiedergegeben wurden, sanden verdienten Beifall. " Familienabend der Lukasge- m e i n d c. Am Sonntagabend sprach im Gemeindeverein der Lukasgemeinde Reichsbahnamtmann Dörr über „Luthers Reisen durch Ober- hessen". Der Redner, der sich in eingehenden Studien mit diesem Gegenstand beschästigt hat, gab ein anschauliches Bild der Wege, auf denen Luther durch das damalige Hessen kam. Auf der Reise zum Reichstag nach Worms hat der Reformator, von Hersfeld her, die Stadt Alsfeld berührt. Dort wurde ihm ein feierlicher Empfang bereitet. Heber die weitere Reise durch Hessen ist nichts Rähcres bekannt. Es ist sehr zweifelhaft, ob Luther in Grünberg und in Butzbach gerastet hat. Auf der Rückreise übernachtete er in Friedberg und wiederum in Alsfeld, wo er abermals feierlich empfangen wurde. Der Reichsherold Kaspar Sturm, der Luther nach Worms geleitete, war aus Friedberg und ist in seiner Heimat auch gestorben. Eine alte Chronik meldet, daß Luther und Melanchthon Ende September 1529 auf der Reise zum Marburger Religionsgespräch durch Gießen gekommen und hier feierlich begrüßt worden seien. Es ist sogar behauptet worden, Luther habe in einem Gasthaus in der Marktstraße übernachtet. Wie viele Angaben alter Chroniken, kann auch diese der geschichtlichen Forschung nicht standhalten. Reichsbahnamtmann Dörr legte dar, daß Luther auf dieser Reise gar nicht durch das heutige Hessen gekommen ist, sondern sein Weg nach Marburg führte über Spieskappel, Spangenberg und Kirchhain. Die Ausführungen des Redners begegneten allgemeinem Interesse. Vor und nach dem Vortrag fang Fräulein Martha Peter, von ihrer Gesanglehrerin Frau Heermann begleitet, einige Lieder von Schumann und Schubert. Die © cf angtror träge zeugten von guter Schulung und bester stimmlicher Veranlagung. ” Konzert in der Hautklinik. Die Kapelle des hiesigen Bataillons erfreute am Mittwochvormittag die Patienten und Angestellten der Hautklinik mit einem Promenadenkonzert, das von den Zuhörern sehr dankbar ausgenommen wurde. Ein sorgfältig ausgewähltes Programm kam unter der Stabführung von Obcmufihneifter Löber schneidig zum Vortrag. "DeutscheStaaatspartei, Ortsgruppe Gießen. Man berichtet uns: Am vergangenen Freitag sand im „Hessischen Hof eine gut besuchte Mitgliederversammlung der Deutschen Staatspartei statt, in der Oberstudiendirektor Dr. Weiner (Os enbach a. M ) über „Arbe tslosigk-it undWf t- schastskrise" sprach. Der Redner ging zuna^st aus die Gründe ein, die zu der heutigen Depression in der Weltwirtschaft geführt haben. Er widerlegte die Meinung derer, die glauben, die heutige schlechte Wirtschaftslage auf eine einzige Hrfache zurückführen zu können, mit dem Hinweis darauf, daß Völker der allerverschiedensten Wirtschaftssysteme in gleicher Weise unter ihr leiden. Richtig sei vielmehr, daß diese Lag: nur durch das Zusammenwirken verschiedener Ursachen entstanden sei. Er hob hierunter besonders die ungleiche Gold- Dcrteilung. vor allem aber die Tatsache hervor, daß über die Hälfte der Menschheit, nämlich die Bevölkerung Indiens, Rußlands und Chinas fast völlig als Käufer ausscheidet. Was nun die deutsche, durch die Reparationen besonders verschärfte Krise betrifft, so komme bei uns noch das mangelnde Vertrauen hinzu, das das Ausland durch seine Zurückhaltung vor Investitionen, das Inland durch die Kapitalflucht zeigte. Beide Momente hätten durch den Ausgang der Reichstagswahl eine ungeheure Verschärfung erfahren. Der Referent ging dann auf die Mittel ein, die einer Regierung zur Milderung der Arbeitslosigkeit zur Verfügung ständen. Das erste fei überall ein Arbeitsbeschaffungsprogramm gewesen. Dies Mittel müsse jedoch versagen, wo es sich nicht um die Heberbrückung einer kurzen, akuten Krise handelt, sondern um eine Depression von dem Ausmaße, wie wir sie heute erleben müssen. Ebenso sei die sogenannte Arbeitsdienstpflicht wie alle anderen Subventionspläne abzulchnen. Denn sie entziehen der Wirtschaft notwendig auf der einen «Seite die Mittel die sie auf der anderen Seite einsetzen. Auch der Arbeitszeitverkürzung, die in letzter Zeit von vielen gefordert wird, maß er nur geringe Bedeutung zu. da sie nur in einem Teil der Betriebe durchführbar fei. So bleibe nichts übrig, als durch neue Hereinnahme von Anleihekapital einerseits, Senkung der Löhne und der Preise anderseits die Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig zu machen. Dieses Ziel dürfe auch nicht durch eine übersteigerte Agrarzollpolitik, die sich auf längere Zeit ja finanziell nicht halten könne, gefährdet werden. An das Referat schloß sich eine Aussprache an, in der vor allem Maßnahmen gefordert wurden, um Mißbräuche der Arbeitslosenversicherung zu verhüten. Tagung der mittleren post- und Telegraphen-Beamten. Man schreibt uns: Der Reichsbund der mittleren Post- und Telegraphen beamten, Bezirksgruppe Darmstadt (Sitz Mainz) hielt am 15.März 1931 in Bensheim im Weinhaus „Mühlum" seine Jahreshauptversammlung unter Leitung des Postsekretärs a. D. H. W e i g a n d t aus Mainz ab. Die Tagung war aus allen Teilen des Oberpostdirektionsbezirks Darmstadt und darüber hinaus gut besucht. Rach Behandlung organisatorischer Fragen hielt der Vertreter des Bundesvorstands, Oeneralfefretär Schäfer (Berlin), einen Vortrag über die „Wirtschaftliche Lage Deutschlands und ihre Einwirkung auf die Beamtenschaft". Es wurde besonders betont, daß die allgemeine Wirtschaftslage nicht behoben werden könne durch einen unsozialen BeKreuzweg der Liebe. Vornan von Paul Grobem. Hrheberrechtsschuh: Romandienst „Digo", Berlin W 30. 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Wie ein zerschmetternder Schlag fuhr es in Wigands Seele. Der Assessor trat zu ihm und nahm seinen Arm. „Fassen Sie sich, Wigand", mahnte er leise. „Vielleicht wird's doch nicht so schlimm." Aber Jörg hörte die Worte nicht. Immerfort starrte er nur auf das starre, fahle Antlitz da, aus dem plötzlich das jugendfrohe Blühen, das sorglose Lachen so fürchterlich gewichen, das mit einem Male so falt und streng aussah wie das eines Sterbenden. „Ich Hab s ja nicht gewollt!' Jnlmer wieder nur hörte er das Wort aus seinem Innern schreien, wie eine Abbitte an den Hn- glucklichen da, der ihn doch nicht mehr hören konnte. Ihm war s, als müsse er hin stürzen und seine Hand packen, daß er doch noch einmal wenigstens die Augen auftat und ihm einen Blick der Vergebung schenkte. Wigands Füße taten schon einen Schritt vorwärts, aber da fühlte er sich mit Gewalt beiseite gezogen. „Kommen Sie; Sie können hier doch nicht helfen". und wie willenlos lieh sich Wigand von seinem Begleiter'hinwegführen. 4. Kapitel. Schon eine Stunde fast wartete Wigand auf der Straße auf den Arzt, der zur Drenckfchen Wohnung hinaufgegangen war, nach dem Verwundeten zu sehen. Wie Ewigkeiten verrannen die Minuten hier unten für den Wartenden, der in fieberhafter Erregung und Hngeduld die wenigen Häuser entlang bis zur nächsten ti/dc schritt und wieder zurück; sollte doch der Bescheid des Arztes ihm selber Kie Entscheidung über sein ferneres Leben bringen. Denn das stand klar vor Wigands Seele: Erlag Drenck wirklich feiner Wunde, wie zu befürchten stand, so war sein Glück, seine ganze Existenz vernichtet. Hrfula würde ihm nie den Tod des Vetters verzeihen können. Hnd wollte sie es selbst, er hätte es nicht vermocht: das furchtbare Bild des Toten wäre für immer zwischen sie beide getreten. Das halte sich Wigand in einem fort gesagt, gestern und die ganze Rächt hindurch, diese endlose, martervolle Rächt, die er in den Kleidern zugebracht hatte, ruhelos in feinem Zimmer auf und ab wandernd. Wie unzählige Male hatte sein brennender, übermächtiger Blick das Zifferblatt der Hhr gesucht, ob denn der Morgen noch immer nicht kommen wollte, die Stunde, wo er wieder zum Arzt hineilen und, wie schon gestern abend noch spät, sich erkundigen konnte, wie es um den schwer Leidenden Rand. Roch am gestrigen Rachmittag war an dem Verwundeten ein operativer Eingriff gemacht worden, und davon, wie er die Rächt überstehen würde, sollte sein Schicksal abhängen, so hatte der berühmte Chirurg sich nachher zu dem behandelnden Kollegen geäußert. Run waren sie beide oben bei dem Kranken, und schon eine volle Stunde lang. War es ein schlimmes Zeichen, oder gab es Hoffnung? Angstgefoltert legte sich Wigand immer wieder die Frage vor. Da endlich, wie er wieder einmal umdrehte und von der Ecke nach dem Drenckfchen Hause hinschritt, sah er die beiden Herren auf die Straße treten. Roch eine kurze Hnterhaltung am Wagen- schlag, dann fuhr das Auto mit dem Geheimrat davon, und Wigand konnte auf den Arzt zueilen. „Run?" Ein Menschenschicksal hing von der erwartungzitternden Frage ab. Der Doktor reichte ihm die Hand, mit festem Druck: „Gut! — Er wird durchkommen nach menschlichem Ermessen. — Freilich wird er wohl einen kleinen Knacks für immer weghaben." Rur das erste, erlösende Wort hatte Wigand in sich ausgenommen, in seine mit jedem Rerv lauschende Seele, und wie ein Jubel, ein frommer, inbrünstiger Dank quoll es nun darin empor. Stumm umklammerte er des Doktors Rechte mit seinen Händen, als ob er sie zerbrechen wollte. „Ra, na — man nicht zu wild!" lächelte gutmütig der andere. „Hebrigens, Sie können sich wirklich gratulieren — ich hätt's bis vor einer Stunde selbst nicht geglaubt. Ra, nun denken Sie aber gefälligst auch ein bißchen an sich selbst. Mann Gottes, Sie sehen ja wie ein Ges-enst aus. Jetzt schnell ein Glas alten Portwein und dann ins Bett — hören Cie? Hnd nun Gott besohlen!" Roch ein Händeschütteln und auch der andere stieg in seinen Wagen und fuhr davon. Mit schnellen «Schritten eilte Wigand seiner Wohnung zu. Ihm war zumute wie einem, der, zum 2oDc verurteilt, in letzter Minute noch das Bcgnadigungsschreibcm erhalten hat: Ein kurzes, innerliches Aufjauchzen des ganzen Menschen, dann aber ein ohnmächtiges Zusammenbrechen — die Folge der unnatürlichen Rervenüberspan- nung der letzten, qualvollen Tage. So ging es jetzt auch ihm. Er fühlte fich plötzlich so matt, daß er hätte umsinken mögen, ein unendliches Ruhe- bedürsnis überkam ihn. Ach, jetzt ein paar Stunden tiefen, erquickenden Schlafes und dann mit frischer Kraft, ein Reugeborener, hinein ins Leben! Ein Reugeborener. Ja, wahrhaftig, das würde er fein! — Er fühlte es instinktiv, während er nun mit heftigen Schritten, im letzten Aufraffen seiner Kräfte, nach Hause eilt-^ schnell zur Ruhe zu kommen. Die inneren und äußeren Erlebnisse der letzten zwei Tage hatten einen tiefgreifenden, umgeftaltenben Eindruck auf ihn gemacht. Die vorschnelle Leidenschaftlichkeit seines Empfindens, das hartnäckige Verharren bei der vorgefaßten Meinung, sie waren ihm in schärfster Beleuchtung als verhängnisvolle Fehler seines Wesens klar- gelegt worden, und er war sich sicher: nun würde er mit aller Energie dagegen ankämpfen und siegen. Wie anders stellten sich ihm jetzt, wenn er zurückdachte, die Dinge dar, die zu der Katastrophe geführt hatten. Freilich: auch Hrfula war ja nicht frei von Schuld, aber sie war doch erst durch ihn zu ihrem Trotz gereizt worden. Es hätte alles nicht zu kommen brauchen, wenn er milder und ruhiger gewesen wäre. Eine tiefe Reue befiel ihn, wenn er nun an Hr- sula dachte, was er ihr alles für Aufregungen und Schrecken bereitet hatte. Am liebsten wäre er ja gleich zu ihr geeilt und hätte sie inständigst um Verzeihung gebeten, ihr fest feine innere Wandlung gelobt. Aber er wollte ihr nicht so verstört und niedergebrochen gegenübertreten und auch ihr noch etwas Zeit gönnen, sich wieder von all dem Furchtbaren zu erholen. Doch heute nachmittag, da wollte er zu ihr gehen und alles ins Reine bringen. Hnd der Gedanke daran gab ihm schon jetzt eine beruhigende, tröstliche Zuversicht. So kam Wigand nach Hause zurück. Er fand seine Wohnung leer. Die Aufwärterin, die nur während der Sprechstunden dort anwesend war, hatte sie bereits wieder verlassen. Hm so besser, so konnte er ganz ungestört ein paar Stunden aus- ruhcn. Don einem tiefinneren Bedürfnis nach erquickendem Schlummer gelockt, ging Wigand in sein Schlafzimmer, sich auf die Chaiselongue zu werfen; aber wie er, das Fenster zu schließen, am Leuchtertischchen, neben dem Ruhebett vorbeikam, fiel sein Blick auf einen Brief — die Aufschrift trug Hrfula» Handzüge. Daneben lag ein Zettel von feiner Aufwärterin mit einer Bleistiftnotiz: Dieser Brief wäre heute morgen mit der ersten Post, gleich nach seinem Fortgehen, angekommen. Dann folgten noch ein paar Rainen von Patienten, die dagewesen waren. Eilig, in höchster Spannung, griff Wigand zu Hrsulas Brief: Was würde fi: ihm sagen? Doch wie er das Kuvert aufreiben wollte, fühlte er plötzlich etwas Hartes, Rundes. — Mein Gott! — Ein jäher Schrecken ließ ihm plötzlich das Herz stocken. Das war doch nicht etwa? — ungestüm zerfetzte er den Hmfchlag — da blinkte es plötzlich golden auf und fiel zur Erde: ein Heller, rnetall- net Klang, ein elastisches, nochmaliges Aufschlagen und leises Rollen auf dem Fußboden, bis es still ward — sein Ring, den er Hrfula an den Finger gesteckt halte. Die Knie versagten Jörg plötzlich den Dienst. Er lieh sich auf die Chaiselongue sinken und faß soldungsabbau, insbesondere bei den mittleren und unteren Beamtengruppen. Die Kaufkraft wurde durcb den Besoldungsabbau gerade bei diesen Schichten katastrophal geschwächt und gerade der Mittelstand - die Kausmannschast — schwer geschädigt. Es sei immer noch zu hoffen, daß die Reichsregierung diesen Fehlgriff einsehe und zum mindesten eine Staffelung eintreten lasse. Besonders sei es die Assistentenklasse, die sowieso eine zu geringe Bewertung für Leistung und Verantwortung in der Desoldungsordnung habe und schwer unter dem Abbau der Besoldung leide. Der Vortrag sand reichen Beifall. In den Entschließungen wurden Die dringendsten Forderungen zusammengefaßt und an Die maßgebenden Stellen geleitet. Organisatorisch geht das Ziel dahin, die mittleren Beamten aller Verwaltungen zu einer Arbeitsgemeinschaft zu- sammenzufchließen. Ter Bezirksvorlihende, Postsekretär a. D. W e i - ganDt, hielt sodann einen Vortrag über Die „Personalresorm bei Der Deutschen Reichspost" unter Hervorhebung Der Eniwickelungsgeschichte Der heutigen Assistenten- imD Sekretärklasse, besonders über Deren Mängel, Die ihr heute in bezug auf Die Besoldung anhaften. SoDann Der» abschiedete er sich in seiner Eigenschaft als Be- zirksvorsitzenDer; nachdem er 25 Jahre Dieses Amtes gewaltet hat. tritt er infolge Pensionierung zurück. Für seine Tätigkeit wurde ihm herzlicher Dank zuteil. Als Rachfolger wurde Postassistent Schmieder in Gießen gewählt und damit Der Sih der Dezirksgruppe nach Gießen verlegt. Oberheffen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 20. März. Der Gemein berat beschäftigte fich gestern abend erneut mit Der Einführung Der Bier- oDer Der Bürger st euer. Im allgemeinen war man sich klar Darüber, Daß eine längere Aussprache nicht mehr notwenDig sei, und so wurde nach einstimmiger Meinung Die Bürger ft euer oorerft z u r ü ck g e st e l l t. Die Bier ft euer wurde abermals abgelehnt, und zwar mit 8 gegen 4 Stimmen. Bei der Beratung des Voranschlags soll erneut Stellung Dazu genommen werden. Ein Antrag zur Instandsetzung Der Kontrolluhren für die Nachtpolizei sand Annahme. Ebenso soll für die Anbringung einer weiteren Richtlampe Angebot eingeholt werden. gck.'G r o ß e n - B u f e ck, 17. März. Heute fand eine S ch 1 u ß f e i c r für die zur Entlassung kommenden Mädchen Der hiesigen Fortbildungsschule statt. Cingeladen waren die Eltern und «Schulvorstände der beteiligten Gemeinden Alten- Buseck Großcn-Buseck, Oppenrod. Rödgen und Trohe. Rektor I n d c r t h a l wies in seiner Begrüßungsansprache daraus hin, Daß sich Die Mäd- chenfortbildungsschule im hiesigen Bezirk leicht und rasch eingebürgert habe, da es die Leiterin, die Hauswirtschaftslehrerin Kath. Schneider, von vornherein verstanden habe, den Hnterrichtsstosf den ländlichen Bedürfnissen geschickt anzupassen. Am kommenden 1. April stehe Frau Schneider 25 Jahre im Dienste der hiesigen Gemeind: und habe durch unermüdlichen Eifer sich die ungeteilte Wertschätzung von Eltern und «Schülerinnen erworben. In einer theoretischen Prüfung legten Die Schülerinnen Zeugnis von ihrem Wißen über Kochen, Einkauf, Gesundheitslehre und erste Hilfe bei Hnglücksfällen ab. Mit Kaffee und schön verziertem Gebäck boten sie Proben ihres praktischen Könnens. Die Lehrerin richtete beachtenswerte Worte des Abschieds an Die zur Entlassung Kommenden. In größeren und kleineren theatralischen Szenen zeigten die Schülerinnen, welche Tugenden tüchtige Hausfrauen und vertrauenswürdige Hausangestellte besitzen sollen. Aufrichtige Worte so einige Augenblicke starr und unbeweglich, einen stechenden, starken Schmerz in der Brust. Dann hob er langsam den Brief empor und las: »Jörg: Es ist aus — es muß aus fein mit uns! In Der Minute, wo sie uns heute vormittag den unseligen, armen Fred blutüberströmt, von deiner Hand hingestreckt. ins Haus trugen, schrie es auf in mir: ,Es ist aus! Du kannst Die Hand, an der Menschenblut klebt, nie wieder berühren. — Abscheu, Entsetzen würden dich toten!' Hnd jetzt abends, wo ich alles noch einmal überdenke, was ich Hunderte von Malen an diesem fürchterlichen Tage durchgedacht habe bis zum Wahnsinnigwerden, jetzt steht mir dieselbe Gewißheit klar vor der «Seele, nur noch viel deut' licher und schärfer als bisher: Es ist ans — es muß aus sein! Ich kann mich nicht mehr an Deiner «Seite denken, Jörg. Ein Grauen schüttelt mich bei dem Gedanken: Du, der Du das vermochtest — ein blühendes, hoffnungsvolles Menschenleben mit kalter Hand hinzuopfern Deiner grundlosen, lächerlichen Eifersucht, Deinem brutalen Jähzorn — nein und tausendmal nein! Ich vermag es nicht! Alles, was einst Warmes und Zartes in mir war für Dich — Du selber hast es zertreten, vernichtet, wie den Hügeligen da, der, zwei Zimmer weiter von mir, mit dem Tode ringt. Mit ihm hast du mich getroffen, die ich ja Die eigentlich .Schuldige' war, derentwegen Der Hnglüdfclig: unschuldig geopfert wurde. Run Du kannst zufrieden mit Deiner Rache sein! Ich muß, wenn ich versuche, mich in Deins Seele zu versehen — soweit mir das jetzt noch möglich — mir sagen, daß Du selber ja auch wohl nichts anderes wünschen wirst, als was nun geschieht, daß unsere Wege sich wieder trennen. Ein Mädchen, das — nach Deiner Auffassung — Dir schon als Verlobte Veranlassung zu solch furchtbarer Tat bot, wird Dir schwerlich noch länger begehrenswert zur Frau erscheinen. So ist es für beide das beste, wenn ich Dir hiermit Dein Jawort zurückgebe und den Ring, Der es bekräftigen sollte. Bitte, mach keinen Versuch, mich oder Papa zu sprechen oder mich sonstwie umzustimmen. Was ich Dir hier schreibe, ist mein fester, unerschütterlicher Entschluß. Rimm wenigstens noch so viel Rücksicht auf mich, daß Du mir Die Ruhe gönnst — uns allen hier. Die wir einen Sterbenden in unserem Hause haben. Möge Gott Dir vergeben, was Du an Fred und uns getan hast — ich vermag es in dieser «Stunde nicht! Hrfula." (Fortsetzung folgt.) v der Anerkennung und des Dankes an Lehrer in und Schülerinnen brachten zum Ausdruck Bürgermeister Gans für die hiesige Gemeinde, Lehrer Koch für die auswärtigen Schulvorstände und Maurermeister Rohrbach für die Elternschaft. Gemeinsame Lieder verschönten die den Teilnehmern allzurasch vergangenen Stunden. — Harbach, 19. März. Der mehr als 70 Jahre alte Besitzer der Sommersmühle Fr. Frey hatte vor einigen Tagen ein Erlebnis, das ihn m größte Lebensgefahr brachte. Beim Entfernen des Eises aus dem Mühlgraben, der durch an- geschwemmtes Eis überlief, glitt der alte Herr aus und fiel in einen Kanal, der fast 20 Meter unterirdisch verläuft. Glücklicherweise fiel ec so, daß die Beine zuerst kamen: so konnte er wenigstens einigermaßen den Kopf in dem reißenden Wasser vor dem Anprall mit den Wänden des Kanals schützen. Wie durch ein Wunder kam der Verunglückte so durch den Kanal hindurch, konnte sich am Ausgang an einem Busch festhalten und aus dein Wasser herausarbeiten. Außer einigen Quetschungen hat der alte Müller von dem älnfall erfreulicherweise nichts davongetragen. Kirche und Schule. * Konferenz des Dekanats Gießen. Die zweite Dekanatskonferenz der Geistlichen des Dekanats Gießen fand am Dienstag im Matthäus- saal zu Gießen statt. Dekan Guß mann, Kirchberg, begrüßte die Teilnehmer, unter denen sich auch Oberkirchenrat D. Wagner, Gießen, befand. Rach Erledigung einiger dienstlicher Angelegenheiten hielt Pfarrer Lenz, Gießen, einen Vortrag über „Raturgrenzen geistiger Bildung". An die fesselnden Ausführungen schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Rachmittags fand eine Besichtigung der neuen Krippe und des Studer,ten- heimes statt. Segelflug von Darmstadt nach Frankfurt. Am Donnerstagnachmittag wurden mit dem Segelflugzeug „Darmstadt" Schleppversuche unternommen. Vom Griesheimer Sand wurde durch das Motorflugzeug der Rhön-Rofsitten-Gefellfchaft der Apparat bis zu einer Höhe von 2400 Meter geschleppt. Der Pilot Stark warf dann die Trosse ab, zog über Darmstadt eine Schleife und verschwand dann in der Richtung nach Frankfurt, wo er auf dem Flugplatz glatt gelandet ist. Gerätemeisterschasten der DT. Die Vorbereitung zu dieser großen Veranstaltung der DT., die am 26. April in Essen statt- findet, ist in vollem Gange. Es soll eine geschmackvolle Festschrift herausgegeben werden: besonderer Wert wird diesmal auf die künstlerische Gestaltung der Siegerurkunden gelegt. Die Veranstaltung soll auch durch den Rundfunk übertragen werden. Die Abwicklung der Kämpfe, zu denen die hundert besten Kunstturner der DT. zugelassen sind, soll besonders übersichtlich gestaltet werden. Pünktlich 2 Ahr nachmittags erfolgt der Einmarsch der Riegen. Ansprachen werden halten: der Männerturnwart der DT. Schneider, der 1. Vorsitzende der DT. Minister a. D. Dominicas (Berlin), und als Vertreter des Essener Stadtverbandes für Leibesübungen dessen Vorsitzender Herr Matten. Das Turnen soll in der Weise abgewickelt werden, daß von .der dritten Aeüung ab jedesmal die zehn Besten bekanntgegeben werden. Dadurch dürfte sich die Spannung der Zuschauer besonders erhöhen und gleichzeitig auch den Verlauf des Kampfes am besten gekennzeichnet werden. Rach Beendigung des Turnens erfolgt die Ehrung des 1..Siegers. Rach der Veranstaltung findet noch ein Festakt im städtischen Saalbau mit der endgültigen Siegcrverkündigung statt. Zur Einleitung ist ein Orgelspiel beabsichtigt: auch werden die zehn besten Kunstturner des Weltkampfes am Reck und Barren ihre Hebungen zeigen, ebenso werden Essener Turnerinnen zum Gelingen des Abends beitragen. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau Am Sonntag stehen in der Derbandsserie noch einzelne Spiele auf dem Programm, während die Mannschaften, die bereits die Derbandsspiele beendet haben, sich in Gesellschaftsspielen messen, t Im ersten Bezirk treffen sich Launsbach— —Wißmar. Launsbach sollte hier den Sieger stel- * len. 3m 2. Bezirk spielen Allendorf II., gegen Lollar und Staufenberg gegen Allendorf 1. 3m ersten Spiel wird wohl der Gast einen wenn auch knappen Sieg erringen können, während der Ausgang des Treffens in Staufenberg im voraus nicht zu bestimmen ist. 3m dritten Bezirk treffen sich zu einem Gesellschaftsspiel Hausen gegen Erda. * -Zu den am kommenden Sonntag in Schneppenhausen bei Darmstadt stattfindenden Verbandswaldlauf startet für unseren Gau der am vorigen Sonntag in Reiskirchen ermittelte Gaumeister G r ö l z (Staufenberg). Obwohl die Aussichten für einen Sieg nicht gerade rosig sind, hofst man doch, Grölz auf einem der ersten Plätze zu finden. Arbeiter-Turn- und Sporibund. Am kommenden Sonntag werden die Serienspiele der Frühjahrsrunde weitergeführt. Es finden folgende Spiele statt: In der e r ft e n K lasse werden ihre fträfte messen: Wetzlar—Naunheim, wobei Naunheim das Spiel für sich entscheiden dürfte. Ein Kampf Gießen—Watzenborn dürfte mit einem Sieg der Gießener Mannschaft enden. In den Mannschaften Wieseck—Lollar stehen sich zwei gleichwertige Parteien gegenüber, so daß der Ausgang des Treffens kaum vorherzusagen ist. In der 2.Klasse spielen: Marburg! — Gießen II; Hungen — Rodheim a. d. B.; Naunheim — Leun; Fronhausen a. d. L. — Rüddingshausen; Allertshausen — Treis a. d. Lda.; Grünberg — Sichertshausen; Londorf — Marburg II; Grünberg II — Beuern; Annerod — Lich; Saasen — Gießen III; Hausen — Watzenborn II; Allendorf a. d. L. — Wißmar, 9n der Jugendklasse stehen sich Gießen — Rodheim; Naunheim — Großen-Linden; Wieseck — Fellingshausen; Staufenberg — Rödgen; Hachborn — Wieseck I und Lollar — Fronhausen a. d. L. gegenüber. Frankreich—Deutschland in Neuauflage Am Sonntag Hockey-Länderspiel in Paris. Wieder ist Paris am Sonntag der Schauplatz eines sportlichen Wettkampfes zwischen Deutschland und Frankreich. Diesmal treten sich in der französischen Hauptstadt die besten Hockeyspieler beider Rationen gegenüber. Damit findet, wie im Fußball vor acht Tagen, auch zwischen den beiden Hockehverbänden die e r st e offizielle Begegnung statt. Allerdings hat Deutschland bereits zwei Siege über Frankreich zu verzeichnen, doch wurden diese Erfolge stets im Rahmen der Olympischen Spiele errungen, und zwar siegten unsere Vertreter im Fahre 1908 in London 1:0 und 1928 in Amsterdam 2:0 ebenfalls sehr knapp. Für den bevorstehenden Kampf mühte die Mannschaft Deutschlands als hoher Favorit zu werten sein, wenn nicht die ungewöhnlich lange Zwangspause im Spielbetrieb die Form unserer Rationalelf wesentlich beeinträchtigt hätte. Unfere Vertreter werden in Paris bei den Franzosen starken Widerstand finden und ein zweites Unentschieden wie vor einigen Wochen gegen Holland in Leipzig kann noch einmal als große Heberraschung gellen. Die deutsche Mannschaft tritt in folgender Aufstellung an: ßinte (BSV. 92); Heymann (DHC.), Zander (BSV. 92); Lleberle (Uhlenhorst), Theo Haag (Frankfurt am Main), Hardeland (Hannover); Wehlitz (BSV. 92), Müller, Weiß (beide Berliner SC.), Scherbart (BSV. 92), Rollner (Leipziger SC.). Kurze Gportnoiizen. 3m H a n d b a 11 f i e I der 2. Mannschaft der Spielvereinigung 1930 gegen eine Mannschaft aus Klein-Linien waren nicht die Handballspieler des dortigen Tv., sondern die der Evangelischen 3ugendvereinigung die Gegner. * Wieseck III — Allendorf a. d. L. 2:4. Aus dem Spiel der beiden genannten Mannschaften deS Arbeiter-Turn- und Sportbundes ging nicht Wieseck, sondern Allendorf mit 2:4 Toren als Sieger hervor. Wirtschaft. * Der Eisenerzbergbau im Februar. Aus dem Siegerland wird berichtet: Die Stillegung mehrerer Gruben im 3anuar hatte zur Folge, daß die immer mehr gesunkene Förderung und Belegschaft der Siegerländer Gruben einen neuen, sehr erheblichen Rückgang erfuhr. Die Ungewißheit über die Weitergewährung der Reichsund Staatsbeihilfe wirkt sich ungünstig aus, da die Gruben nicht wissen, mit welchen Beträgen sie bei ihren Kalkulationen rechnen können. L a h n - Dillgebieteinschl. Oberhossen: Die allgemeine Lage hat sich nicht verändert. Da die Erzvorräte ständig zunehmen, wird Ende des nächsten Monats wieder eine Grube stillgelegt. Reich und Preußen haben die Fortführung der Unter- stühungsmaßnahmen für 1931, wenn auch mit einem geringeren Betrag, in Aussicht genommen. Es ist damit zu rechnen, daß in Kürze die neuem Bedingungen festgesetzt werden. Das Bestreben ist darauf gerichtet, daß der jetzige Abruf nicht mehr geschmälert wird, weil sonst trotz Lohnabbau, Staatshilfe, Frachtvergünstigung ein Durchhalten der Betriebe unmöglich würde. Es wird auch noch mit einem Entgegenkommen der Reichsbahn gerechnet. Die Eisensteinpreise haben noch keine Aen° derung erfahren. * Der Kreditverein Heuchelheim e. G. m. b. H. hielt seine 133. ordentliche Generalversammlung ab. Den Bericht des Vorstandes über das abgelaufene Geschäftsjahr erstattete Direktor Heinrich Rinn. Die Vorlage der Bilanz ergab folgendes Bild: 3n Aktiven erscheinen Kassenbestand mit 12 212,21 Mk.. Mechselbestand 33 279,84 Mark, Banken mit 2849,73 Mk., laufende Rechnung mit 627 939,59 Mk., Hypotheken 427 238.58 Mk., Beteiligungen 3000 Mk.. Mobiliar 1 Mk. und Aufwertung 105 572,12 Mk.: in Passiven: Reservefonds 12 813,33 Mk., laufende Rechnung 126754,21 Mark, Banken 31 153,20 Mk., rückständige Steuern 400 Mk., Aufwertung 108212,17 Mk. So bleibt ein Reingewinn von 8772,57 Mk. Die Gesamtsumme in Soll u d Haben beträgt 1212 093 07 Mk. Sie Spargelder haben sich gegen das Vorjahr um 133 122 Mk. erhöht Der Mitgliederstand beträgt 426 Personen, die Haftsumme 441 000 Mk. Der Gesamtumsatz belief sich auf etwa 10 000 000 Mk. Die Bilanz wurde einstimmig genehmigt. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Aus dem Reingewinn wurden demReserve- fonds 2000 Mk., der Betriebsrücklage ebenfalls 2000 Mk. zugeführt, an Dividenden wurden 9,5 Prozent verteilt und der Rest auf neue Rechnung vorgetragen. Die sahungsgemäß aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Mitglieder Ludwig Schmidt III. und Ludwig Kröck IV. wurden wiedergewählt. Für das wegen Krankheit ausscheidende Mitglied 3akob Hartmann II. wurde Georg Fr. Rinn neu in den Auss chtsrat gewählt. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 20.März. Tendenz:unsicher. Während an der Vorbörse im Anschluß an den festen Verlauf in Neuyork und in Nachwirkung der Beruhigung von gestern abend noch einige Käufe erfolgt waren, machte sich zu Beginn des offiziellen Verkehrs bei der Spekulation Abgabeneigung bemerkbar, da die Kaufe von außen her auch nicht fortschritten. Die Baissepartei versuchte wieder einige Vorstöße, die ihr auch zu den ersten Kursen gelangen, so daß bei fast vollkommener Geschäfts st ille für Spezialwerte Kursrückgänge von minus 2,5 o. H. zu verzeichnen waren. Eine Verstimmung ging vom Markt der Linoleum aus, an dem die noch ungeklärten Dividendefragen Kursverluste von 3 v. H. hervorriefen. Am Elektromarkt lagen Schuckert und Elektrische Lieferungen je 0,75 v. H. schwächer, während anderseits Felten 3,25 v. H. gewannen. Die Farbenaktien setzten 0,65 v. H. niedriger ein, gaben aber im Verlaufe 1 v. H. nach. Die übrigen Chemiewerte blieben behauptet. Arn Montanmarkt hielten sich die Veränderungen nach beiden Seiten im Rahmen von 1 v. H. Niedriger lagen ferner Schiffahrtswerte minus 0,5 v. H. Von Bankaktien gaben Deutsche und Dis- conto 1 v. H. nach, dagegen Bankier auf den verhältnismäßig guten Abschluß 1 v. H. höher. An den übrigen Märkten herrschte Stagnation. Am Rentenmarkt blieben deutsche und ausländische Anleihen bei ebenfalls sehr geringen Umsätzen behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag sehr still. Reichsschuldbuchforderungen notierten auf angebliche holländische Käufe fester. Im Verlaufe neigte die Tendenz eher zur Schwäche. Die Kulisse schritt infolge des m a n g e l n - de n Ordereingangs zu weiteren Abgaben, wovon besonders Schuckert mit erneut minus 2 v. H. betroffen wurde. J.-G.-Farben blieben gehalten. Die Umsatztätigkeit bewegte sich auch weiter In engen Grenzen. Am Geldmarkt blieb der alte Satz für Tagesgeld mit 3,5 v. H. unverändert. 2lm Devisenmarkt lag die Mark fest, aber eher schwankend. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1965, gegen Pfund 20,3960, London gegen Neuyork 4,8595, gegen Paris 124,19, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 46,40, gegen Schweiz 25,2513, gegen Holland 12,1225. Berliner Börse. Berlin, 20. März. Auch die heutige Börse eröffnete, ebenso wie ihre beiden Vorgängerinnen, in ziemlich freundlicher Haltung. Schon gestern abend in Frankfurt waren Erholungen cingetretem und die Tendenz hatte eine Befestigung erfahren. Der Zwischenkredit der Stadt Berlin und das feste Neuyork veranlaßten die Spekulation zu Deckungen. Das Geschäft war aber wieder sehr klein und die Kundschaftsbeteiligung sehr gering. Die Insolvenzen, die schon gestern gerüchtweise verlauteten, wirkten weiter nach, nud es wurde bekannt, daß es sich um die Gewerbebank in Hannover handeln.soll. Auch die unklare Dividendenfrage bei einzelnen Gesellschaften wirkte sich in den betreffenden PapiNe*»aus und drückte auf die Gesamtstimmung. So lagen Berger erneut 3 v. H. schwächer, und aud) in Deutsche Linoleum war eher Angebot festzustellen. Auf die Fusion in der internationalen Grammoohonindustrie konnten Polyphon 3 v. H. gewinnen. Kunstseidewerte lagen auf die lebhafte Nachfrage nach Bembergerzeugnissen in USA. ausgesprochen fest. Aku erschienen mit Plus- Plus-Zeichen. Neue Reichsbank konnten um 4,75 v. H. anziehen. Dessauer Gas plus 3,5 v. H. Kaliwerke bis 4 v. H. fester, Elektrowerte bis 3,5 v. H. gesteigert. Anleihen freundlich. Auch Ausländer meist etwas gebessert. Pfandbriefe noch unentwickelt. Reichs- schuldbuchforderungen gehalten. Der Geldmarkt lag unverändert. Die Befürchtungen, daß bei der Reportgeldbeschaffung Schwierigkeiten entstehen könnten, dürften sich nicht bestätigen. Auch im Verlaufe war das Geschäft sehr klein. Hatte der Verkaufsdrang zu Anfang nachgelassen, so bewirkte der Ordermangel bei der Kulisse Abgabeneigung, so daß verschiedentlich Kursrückgänge von 1 bis 2 v. H. eintraten. Verspätet zur Notiz gelangten Hamburg-Süd mit plus 3 v. H., Elektro Schlesien mit minus 4 v. H. Schantung hatten Plus-Plus-Notiz und wurden mit 73 nach 69 notiert. Gegen 12.45 Uhr trat dann vom Akumarkt ausgehend eine kleine Erholung ein. Fajelmarkt in Butzvach pb. Butzbach, 20. März. Auf dem heutigen Faselmarkt waren angetrieben: 644Schweine, 37 Stück Rindvieh, 24 Händlerpferde. Zur Prämiierung waren angeboten 220 Rinder, 120 Pferde, 110 Bällen, 40 Eber und 12 Ziegen, zur Auktion 67 Dullen. Davon wurden verkauft 22 durch die Landwirtschaftskammer und nachträglich im freien Handel 15 bis 18 Stück. D'e Sch w eine- preise waren wie folgt: 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 Mark, 10 Wochen und ältere 40 Mark. Schweinemarkt in Wetzlar # Wetzlar, 19.Mürz. Der heutige Schweinemarkt wies eine gute Beschickung auf. Es waren aufgetrieben 367 Ferkel und 12 Läufer. Bei anfänglich langsamen Handel; der sich später lebhaft entwickelte, wurden folgende Preise bezahlt: Für 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 18 bis 24 Mark, für 7 bis 8 Wochen alte Ferkel 25 bis 30 Mark, für 9 bis 10 Wochen alte Ferkel 30 bis 35 Mark je Stück. Läufer 35 bis 40 Mark. Der Markt wurde geräumt. Marburger Frübjahrspferdemarkt. j|F Marburg, 19. März Dem heutigen F r üch j ahrspferdemarkt waren 210 Pferde, darunter 6 Fohlen, zugetrieben. Leichte Arbeitspferde waren sehr gefragt und kosteten 700 bis 800 Mark, mittelscywere Ware 900 bis 1100 Mark und Pferde schweren Schlages, ebenfalls gefragt, 1200 bis 1400 Mark je Stück. Schlachtpferde wurden mit 80 bis 120 Mark, Fohlen mit 120 bis 140 Mark angeboten. Trotz zahlreich anwesender Käuferschaft war der Handel schleppend. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. St. Sie können die von Ihnen bezahlten Schalter und Steckdosen bei Ihrem Auszug mitnehmen, müssen aber gleichzeitig den früheren Zustand wiederherstellen. 2Üenn der Hauseigentümer die Sachen behalten will, so müssen Sie sich mit ihm über den Preis einigen. Er ist nicht verpflichtet, die Sachen zu erwerben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 5 v H., Lombardzinsfuß 6 v.H. iyramiuh a. jji. Ler». Schluß» Iura I-Uhr» flrd Schluß»! Ansana» furrf flur4 Datum 19 3 20.3. 19.3. 20.3. 6% Deutsche ReichSanleihe tjon 1927 . . 84,75 — 84,9 •— 7% Deutsche NcichLanleihe 99,4 99,8 Deutsche Anll-Wlüi.'Schuld mit Auetoj. Rechten 56,4 — 56,65 56,6 De«gl. ohne AuStos.-Rechte . 8% He». Botlrstaat von 1929 6,075 6 5,95 6 (rtdtatyb. 102%) ... Oderhessen Provinz • Anleihe mit 92,5 — 92,5 Aue!o>.-Rechtcn..... Deutlche Stumm. Sammelabl. 53,5 — — -— Anleihe Serie 1 8% ficanff. Hap.-Bank Goldpse 54,5 — 54,7 -- XIII unlfinbbat 6(3 1934 . . . 7% fftanlf. Hvv.-Bank ©olbbfe 100,75 — — — unfünDbar 6(8 1983 . . 4%% Rdetnische Hyv^B-ml 95,5 —- — — Slqu. QJolOpfc........ 92 •— e— - , _ 6% Pr. LandeSPIandbriesanstalt, $|anbbde|e 8t. !• 6% Pr Landespianvbrtesanstalt, 100,5 ■— 100,5 — «omw.-cbl.Si. 20..... —— — — - 7% Br. Lander o'andbrtesanNaU, Dlandbriese Ot. 81 A.S.G. abg. (BotirtegS-DbUgaiü)' nen. tfidxabfbar 1932 96,5 —— 96,5 — — — — 4% Oesterretchische Gotvrente . . 24,25 __ 24,2 4,20% Oekterreichische Slwerrente 4% Oelterreichilchr Einheitliche Rente 2,1 — 2,45 2,45 — — —— 4% UngarW Sold reute . . . . 19,7 — 19,75 .—. 4% Ungarische GtaaUtenie ü. 1910 16,75 —— 17 17 4»/,% de»ol- von 1913 4% Unparifdte Rwnentenle —— — 17 •— —— •— 4% lüillfdte Sollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. 4,3 4,45 4,4 4,45 Serie l . . — 4,45 4,5 aw b#a/ii Kerle 11....... 4,35 4,45 4,4 4,5 5% Rumänische verein-. Ratte von 1903 ... - 4/,% Rumänische verrinh. Ratte 9,7 •— 9,9 9,9 von 1913 ... ....... 4% Rumänische veredrh. «atto . 15,9 r— 16 16,1 8, IS Lei 8,15 ___________J strankiutt a. 3)1. Berlin Schluß»! furd | l»Uhr» Kur- Schluß- Ansa g» kur.. । Kurs Dalum 19.3. 20.3. 19.3. 20.3. Lmmvurg-Lmerika Valet ... 7 Hamburg-Sübam. Dampsschiss. 8 Hanta Dampslchiss .... 10 Norddeutscher Llohd.....8 Allgemeine Deutsche Crediianst. 10 Barmer Bankverein . . 10 Berliner HandrlSgesellschasi 12 Commerz, uuv PrivallBank. 11 Darmstädter und Natioualbank 12 Deutsche Bank und DiSconto-Gesellschasr,... 10 Dresdner Bant..... 10 Reichsbank........12 69 71,25 130,5 112,5 142,5 109,5 109,75 69 70,75 1]3 108,5 68,25 122,5 97 70,5 130 112,5 142 108 Ji 109 69,9 71,65 132 113 143 109 109 A.E.D............8 Bergmann.........9 Elekir. Lieserung-gesellschast. 10 Licht und Krast......10 stellen S Guilleaume ... 7/, Gesellichast sür Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger EtektrUitäUllAerle 10 Rbemtsche Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 erfinden & (So.......11 Siemens L HalSks ..... 16 Transradio ......... 8 105,5 127 122 87 125 132,25 175,5 128,5 82 72 136 65 75,5 59 183 78,25 105,25 124,5 121 90,25 130 175 105,13 100 125,5 119,25 87,5 122,25 120 128,5 173,5 128 52 68,65 82,25 70,75 69,65 184 64,75 76,5 74 37 76,13 57 183 77,25 85 105,25 97 125 121,25 89,75 125,75 130,25 175,75 Suderu» . . ....... 5 Deutsche Erdbl ....... 6 Essener Steinkohle ...... k Gelsenkirchener ....... t Hoesch Eisen. ....... 6% äilc Bergbau ....... 10 Köln-Neuesseo....... 7 Mannesmann-Rbhr« .... 7 Obecschles. Eitenvevarf . . . . 6 1 Oberichles. kkolüwerke. .... 7 | Bhönir Bergbau . . . . 1 Rheinische Braunkohlen • . 10 1 Rhetnstaht ..••••••8 69 75 59 79 69,5 82 71,5 70,25 133 66,13 76,13 76,13 76,5 58,75 183,5 79,5 rranltun a. . | Scrtm Schluß» turi l»ichr» Kurs Schluß»! Ansanq» lurel । Kurs Dalum 19.3. 20.3. 19.3 20.3. Bereinigte Stahlwerke . ■ e . 59,5 55,5 57,65 55 Otavi Minen . . . . 16'/, — 32,75 32,9 Kaliwerke Ascherkleben . e » 10 144 — 143,5 145 Kaliwerke Westeregeln . e e 10 147 — 145 149 Kaliwerke Salzdeimrth . • • 15 224 — 221,75 225,5 I. G. starben-Industrie. Dynamit Nobel .... • • 12 142,13 141,5 140,4 141,75 . 6 — — —— Echeideanstalt..... . 9 130 130 _ — Goldschmidt ..... . 5 47,5 — 48,25 47,13 RütgerSwerke..... . G 53 — 52,75 55 Metallgelelllchask. . . . . 8 — — 77 — Philipp Holzmann . . . Zementwerk Heidelberg - r 90 — 89,75 90,75 • e 10 80 — Ccmentrofd Karlstadt. . e • 10 —— — Watch & strevtag . . . 8 39,75 40 40 — Schultheis Patzenhoser . - 15 — 163,5 165 Lstwerke ...... 12 —— — — Aku ....... 18 76,5 — 74,4 77,75 Bemberg....... 14 82,25 —— 82 84 Zellstoss Daldhos . . . 137. 98 — 96,5 97 Zellstoss Aichoslenburg . ■ e 12 81,75 — 80,75 Ehoriottenburger Wasser * • . 8 —— — — — Dessauer Gas . . . 9 —— — 127,5 131 Daimler Motoren . . . e e . 0 29,25 — 29,5 30,5 93,75 Deutsche Linoleum . . 95,75 93 94,25 — — — Rat. Automobil . . . . O — —— —- Orenstein & Koppe! . . e • . 6 •— —— 53 55 Leonhard Tietz . . 10 116,75 —— 115,5 117,5 SvenSka . . . •— - 272,5 274 25 stranksurter Maschinen . - . 4 14,25 — » 14 Griyner ...... e . 6 39,75 —— 39,75 —■ HevllgenstaLdr . . . . Iunghana. . . . . . Leckwerke....... . C — — — . e — — —— . 8 — — — Mainkraiiioerke Höchst a. W.. . 8 — — — —— Miag........ e 10 —* — •— —— Gebr. Roeder..... • • IC — — > >» ■ Boigt & Haeskner . . . Süddeutsche Zucker • • e e . 9 10 126,5 । 12; 127 — Banknoten. Berlin, 19.März Geld Brief Amertkaniiche 'Roten..... 4,185 4,205 Belgische Noten ....... 58,23 58,47 Dänische Noten ....... 111,85 112,29 Englische Roten ........ 20,345 20.425 stranzüiische Noten....... 16,39 16,45 Holländische Noten....... 167,81 168,49 Italienische Noten........ 22,05 22,13 Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling 111.88 112,32 58,77 59,01 Rumänische Noten....... 2,485 2,505 Schwedische Noten....... 111,98 112,42 Schweizer Noten........ 80,54 80,86 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten.... 44,76 12,365 44,94 12,445 Ungarische Note» 72,90 73,20 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 19.Mär, 20. März Amtliche Notierung Amtliche Notierung <«tio Bries Geld Brie, ?lnttt.»Nott. 168,09 168,43 168,04 168,38 Buen-Aires 1,458 1,462 1,458 1.462 Brss-Anlw 58,38 112,13 58,50 58,365 58,485 (SbrifHnnia ■ 112,35 112,15 112,37 Kopenhagen 112,13 112,35 112,13 112,35 Sto olm . 112,24 112.46 112.24 112,46 Helniigfors. 10,551 10,571 10,551 10,571 (Italien - - - 21,96 22,00 20,41 21,965 22,005 London. - . 20,37 20,369 20,409 VI eut) ort . • Paris.... 4,192 4,200 4,192 4,200 16,398 16,438 16,399 16,439 Schweiz .. 80,655 80,815 80,63 80,79 Sva leu . . 43,66 43.74 44,26 44,34 Japan . . . 2,071 2,075 2,071 2,075 4Ho de Jan. 0,393 0.394 0,331 0,333 Wien in D-» $?eft abgcsk. 58,945 59,065 58,92 59,04 Prag . - . 12,426 12,446 12,426 12,446 Pciirad . . 7,356 7,370 7,356 7,370 Buoapest. . 73,10 73,24 73,10 73,24 ttiui arten 3,037 3,043 3,037 3,043 Lissabon . 18,82 18,80 18,82 18,86 Danzig . . SonfLntta. 81,475 81,635 81,465 81,625 1,784 1,789 1,784 1,789 5,445 Atpen 5,435 5,445 5,435 Lanaoa 4,191 4,199 4,190 4,198 3,023 Uru uay. . 3,077 3,083 20,935 3,017 ddro . . . 20,895 20,885 20,925 Große Strafkammer Gießen. • Viehes, 19.März. Der Kaufmann Albert Wacker von Wieseck war, wie seiner Zeit berichtet, vom Schöffengericht Giehen nach einer Verhandlung von drei Wochen wegen Betrugs und unlauteren Wettbewerbs zu 3 3 obren Gefängnis, abzüglich 11 Monaten Untersuchungshaft, und fünf Jahren Ehrverlust ver- urteilt worden. Gegen dieses Urteil halten er zum Zwecke der Herabsetzung und die Staatsanwaltschaft zwecks Erhöhung d-r Strafe ‘Berufung eingelegt. , Wie schon mitgeteilt, hatte die Verhandlung vor der Strafkammer am 3. März begonnen. Vach der Berichterstattung und der Vernehmung deS Angeklagten erfolgte zwei Wochen lang die Beweisaufnahme: die Aussagen von rund 100 Zeugen, die umfangreiche Korrespondenz und die Prospekte der Firma Pavelee und der „Kreveawa" wurden verlesen und die einzelnen Fälle eingehend erörtert. 3m Gegensatz zu früher bekannte sich Wacke r jetzt in einer kleineren Zahl von Fällen für schuldig. 3n dieser Woche erfolgten die Plädoyers. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte Erhöhung der Strafe auf vier 3 ahre. Verteidiger und Angeklagter baten um deren angemessene Ermäßigung. Heute gegen 18 Uhr wurde das Urteil verkündet. Es lautet: drei 3ahre sechs Monate Gefängnis, abzüglich ein 3ahr ein Monat Unterfuchungshaft, fünf Jahre Ehrverlust, Einziehung der .Kreveawa“-Prospekte, Freisprechung in einigen Fällen. Auch die Strafkammer hielt für erwiesen, daß Wacker durch seine Tätigkeit für den „3nter- nationalen Kreditschuh, Firma Pavelee" und die .Kreveawa" zahlreiche Darlehenssuchendebetrogen ha' en. Wit Aücks cht daraus. daß er die Hotlage dieser Leute für sich ausgenutzt und diese schwer geschädigt habe, wurde die Strafe entsprechend erhöht. Die Marburger Festspiele für 1931 genehmigt. WSA. Warburg, 18. März. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer gestrigen Sitzung, die Marburger Fe st spiele auch im 3ahre 1931 sortzuführen unter der Maßgabe, daß im Höchstfälle 45 000 Mark zur Durchführung der Spiele verausgabt werden dürfen und daß die finanziellen Aufwendungen städtischerseits überwacht werden. Don privater Seite ist eine Garantiesumme von 10 000 Mark aufgebracht worden. Die 4 sozialistischen Abgeordneten enthielten sich der Stimme, während von den übrigen 20 anwesenden Stadtverordneten 13 für die Vorlage stimmten. Taten für Lamotag, 21 Mär;. 1685: Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren, — 1763: der Dichter Jean Paul (Friedrich Richter) in Wunsiedel geboren; — 1871: Eröffnung des ersten Deutschen Reichstags. gircblicke Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Samstag, den 21. Marz 1931. Iohanneskirche. 14 Uhr: Beichte für die Konfirmanden der Lukasgemeinde und deren Angehörigen, Pfr. Bechtolsheimer. Erhältlich LAootheken uihvgerien VerfriebfUSK. GlogaulCQ Chicago Auszugs-Mehl . 01630 Neuenweg 1«. Spara-Feinkost-Margarine. Ptd. ".68 andere Sorten Alk. 1.78 bis 5.50 EmmericherWaren-Expedition Seitenweg 33 338 D Die Preise verstehen sich ohne Glas Wachstuch 20 Salomon Schulstr. I SCHADE & FULLGRABE V .10 65 40 .70 1000 500 500 300 300 Vi Dose Vi Dose Vi Dose lernten neuzeitliche Gardinen arbeiten Oberhemden nach Mab Gemüse-Erbsen Junge Erbsen .. Karotten allerbeste Qualität In schön. 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Der Voranschlag der Gemeinde Röthges für Rj. 1931 liegt von Areitag, den 20. d. M., ab eine Woche lang zur Einsicht auf dem Geschäftszimmer des Bürgermeisters offen. Einwendungen können wäh. rcnd der Offenlegungsfrist schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. 2038D Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu welcher auch die Ausmärker beizuira en haben. Röthges, den 19. März 1931. Bürgermeisterei: M e tz g e r. Tafel-Rotwein vom Faß.. .Liter Tarragona, rot, vom Faß .Liter 29er Rhodter Schloß...- Vi Fl. 29er St. Martiner Vi Fl. 29er Oppenh. Kehrweg..Vi Fl. 29er Dürkh. Feuerberg. .Vi Fl. Muskat, gr ech. Südwein.Vi Fl Zwangsversteigerung",^ Am Ireitag dem l.Mai 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 106, das im Grundbuchc von Gießen dem Hermann Lublinski in Giehen zugeschriebene Anwesen Dammstraße 41 Ilur 1, 31t. 1243\'io - 86 qm Grabgarten, jluc 1, Rr. 1243e/io = 281 qm hosreite, geschätzt 20 875 Reichsmark, versteigert. 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