Ur. 43 Erstes Blatt M. Jahrgang Freitag, 20. Februar 1031 Eriche tni täglich,autzer Sonntags und I ei erlag» Beilagen: Die ODultriertt Siebener Jamilienblätlet Heimat im Bild Die Schalle monats-Bejugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsenmg für Träger, lohn, auch bei Richter» scheinen et'izelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüste anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger -testen. Postscheckkonto: Staßfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Vuch' und Ltetndruckeret L Lange in Stehen. Zchriftleltung und Geschaftrftelle: Schuftrahe 7. Annahme von Anzeige» für die lagesnnmmer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mr» Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20 " , »ehr. Chefredakteur. Dt Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für de« Anzeigenteil Max Filte^ sämtlich in Gießen. ■ Ser Schenker-Spedilions-Mnopolverlrag der Reichsbahn. Scharfe Kritik im Reichstag. - Auch der Verkehrsminister vom Vertragsabschluß überrascht. Berlin, 20. Febr. (DDZ.) Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Haushalts des Reichsverkehrsministeriums. Der ^Ausschuß schlägt vor, die Reichsregierung zu ersuchen, die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft zu veranlassen, daß die Beförderung der Schwerkriegs- nnd Schwerunfall-Derlehten bei Entrichtung des Fahrpreises, auch mit eventuell ermäßigten Fahrpreisen für die dritte Klasse, in der Polsterklasse durchgeführt wird. Die hohen Gehälter des Generaldirektors, der Direktoren und der oberen Derwaltungsbeamten der Reichsbahn sollen den Gehältern von Reichsbeamten angepastt werden, die gleichzubewertende Posten im Reichsdienst bekleiden. 2lbg. Mollath (WP.) bezeichnet eine eiw- heitliche Verkehrspolittk als eine Lebensnotwendigkeit der deutschen Bolkswirtschast. Die Mindereinnahmen der Reichsbahn würden im laufenden Geschäftsjahr sicherlich zwischen 800 und 900 Millionen Mark betragen, obwohl die Frachtsätze gegenüber der Vorkriegszeit u m 115 Prozent und mehr überhöht seien. (Hörti Hört!) Der Schenker-Monopolvertrag sei mit Recht der Versailler Vertrag für das deutsche Transport- und Fuhrgewerbe genannt worden. (Nhr wahr!) Der Vertrag bedeutet den endgültigen Zusammenbruch weiter Teile des deutschen Tra'sportgewerbcs. Seine politische Wirkung muß die Radikalisierung weitester Kreise sein. Die einzelnen Vertragsbestimmungen sind rechnerisch gar nicht durchführbar, wenn man weiß, daß auch im Rollfuhr- gewerbe die Pferde nicht von der Luft leben. Dieser vertrag ist nicht im Einvernehmen mit der deutschen Wirtschaft abgeschlossen worden, sondern er ist mit einem internationalen Konsortium vereinbart worden, dessen Inhaber zu zwei Dritteln Ausländer sind, (hört! Hört!) Nachdem es mit schwerer Wrihe gelungen ist, die Reichsbahn aus den internationalen Fesseln zu befreien, liefert diese Reichsbahngesellschaft freiwillig das Speditionsgeschäft einem internationalen Konsortium aus unter Brüskierung und Schädigung der deutschen Wirtschaft. (Lebhafte Hört!-Hört!-Ru'e, Abg. Holzamer (WP.) ruft: Die Deutschen haben wohl nicht die nötigen Daumenbewegungen gemacht!) Die Oester- reichischen Bundesbahnen haben vor kurzem einen gleichen Vertrag mit diesem internationalen Kon- sortiimi entrüstet abgelehnt. Dieser internationale Schenker-Konzern hat heute schon das Monopol auf den französischen, italienischen, spanischen und Balkan-Eisenbahnen. Der Vertrag bedeutet geradezu eine Verpflichtung zur Handelsspionage und verstößt auch aus diesem Grunde gegen die guten Sitten. Die Folge des Schenker-Monopols würde eine V e r st ä r - kung der Arbeitslosigkeit sein durch die in nächster Zeit bevorstehende Entlassung von 5 0 0 0 0 biß 60 000 Arbeitnehmern. Wir haben volles Vertrauen zum Dcrkehrsminister und erwarten von ihm, daß er den Herrschaften in Direktion und Verwaltungsrat mit aller Deutlichkeit klarmacht, daß die Reichsbahn letzten Endes noch immer dem Deutschen Reiche gehört. (Lebhafte Zustimmung.) HeichSvrrkehrsniinistep v. Guerard: Wir brauchen Einheitlichkeit im Verkehrswesen, aber ich kann diese Einheitlichkeit nicht darin sehen, daß die Konkurrenz ausgeschaltet wird. Konkurrenz ist notwendig. (Beifall.) In der Organisation der Verkehrswcrbung ist endlich die notwendige Einheitlichkeit erreicht worden. Wir dürfen nicht mit dem Schlagwort arbeiten „Deutsche, reift nicht ins Ausland", cs wäre ein Fehler wegen der Folgen für den ausländischen Besuch in Deutschland. Die finan- zicllc Lage der Reichsbahn hat gerade im Fahre 1930 eine ganz bedauerliche Verschlechterung erfahren. Von der Mindereinnahme entfallen 649 Millionen auf den Güterverkehr, 77 Millionen auf den Personenverkehr und 64 'UliUionen auf sonstige Posten. Bisher bietet auch das neue Geschäftsjahr 1931 ein sehr unbefriedigendes Bild. In diesem Januar sind die Betriebseinnahmen um 64 Millionen hinter den entsprechenden Einnahmen des Vorjahres zurückgeblieben. Wir haben sogar eine Tageseinnahme erlebt, die unter lOJDliUioncn lag. (Hört! Hört!) Bei dieser schlechten Finanzlage isr es leider aussichtslos, Anträge zu verfolgen, die eine Tarifermäßigung bezwecken. Der Schenker-verlrag ist ganz überraschend wie eine Bombe in die deutsche Wirtschaft eirrgeschla- gen. Auch ich bin durch seinen Abschluß völlig überrascht worden. (Große Bewegung und Rufe: Das ist ja unerhört!) Ich erfuhr durch einen Abgeordneten davon und habe dann sofort an die Reichsbahngesellschaft geschrieben, daß der Vertrag der Genehmigung der R e i ch s r e g i e r n n g bedarf, die um Vorlage des Vertrages ersuche Die Reichsbahn hat mir dann diesen Vertrag -ohne eine weitere B c - merkung zugesandt. (Hört! Hört!) Ich habe an die Reichsbahn eine Reihe ganz konkreter Fragen in finanzieller Beziehung gestellt unter Berufung auf § 32 dos Reichsbahngesetzes, der die Reichsbahn verpflichtet, der Reichsregierung jede gewünschte finanzielle Auskunft zu geben. Diese Fragen find mir bis jetzt nicht beantwortet worden. (Lebhaftes Hört! Hört!) Die Reichsregierung ist der Auffassung, daß sie sich auf Grund des § 31 des Reichsbahngesetzes die Genehmigung dieses Schenker-Vertrages Vorbehalten muß und ich stelle auch vor diesem Hause fest, daß nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ohne diese Genehmigung das Abkommen zwischen diesen beiden Parteien rechtsungültig ist. (Lebhafter Beifall.) Der Minister beschäftigt sich dann mit dem Luftverkehrswesen. Er weist auf die gewaltigen Aufwendungen hin. die Frankreich, Rußland und andere Staaten auf diesem Gebiet machen. Deutschland könne wegen seiner beschränkten finanziellen Möglichkeiten leider nicht die Pläne schnell genug verwirklichen, die auf dem Gebiet des Transozeanverkchrs erwünscht wären. Dem Bau großer Autostraßen steht die Regierung durchaus ablehnend gegenüber. Der Beimischungszwang von Spiritus zum Kraftwagenbetriebsstoff wäre für die deutsche Automobilindustric unerträglich. Er würde allein für den öffentlichen Kraftverkehr eine Mehrbelastung um 145 Millionen bedeuten. (Hört! Hört!) Oie Debatte. Abg. H ü n l i ch (Soz.): Der Abgeordnete Mollath habe zwar in seiner Kritik am Schenler- Dcrtrag über das Ziel hinausgeschossen, aber auch die Sozialdemokraten könnten diesem Vertrag nicht zustimmen und sie protestieren dagegen, daß die Hauptverwaltung der Reichsbahn diesen Vertrag ohnejede Fühlungnahme mit dem Verkehrsmini st erium abgeschlossen habe. Das sei eine Ungehörigkeit gewesen. 3m Luftvcrlehrswesen müsse Deutschland alles tun, um den Vorsprung anderer Staaten einzuholen. Abg. Dr. Hugo (DDP): Wir freuen uns, daß 6er Minister sich gegen einen weite - renSpiritusbeimischungszwang ausgesprochen hat, der in der Tat unerträglich sein müßte. W.r wenden uns auch gegeneine Erhöhung der Automobil st euer und verlangen, daß alle aus dieser Steuer und aus dem Deimischungszwang auskommenden Mittel dem Wegebau zugeführt werden. Wir fordern weiter, daß beim Bau solcher Straßen deutsches Baumaterial verwendet wird. Wir verlangen von der Reichsbahn, daß sie rationalisiert, und daß sie nicht einseitig sich auf die Schiene beschränkt. Die Reichsbahn soll den Konkurrenzkampf mit den anderen Verkehrsmitteln nicht führen mit staatlichen Machtmitteln, sondern durch Leistungssteigerung und Anpassung an die modernen verkehrsoerhältnisse. Wir beklagen es auf das tiefste, daß die Reichsbahn eine innere Einstellung gegenüber der Reichsregierung eingenommen hat, wie sie sich nach den Darlegungen des Ministers gezeigt hat. Die Reichsbahn ist ein Unternehmen, das dem Deutschen Reiche gehört, und es liegt fein sichtbarer Grund vor. daß die Leitung der Reichsbahn sich derartig emanzipiert und sich ab- schlieht in ihren Maßnahmen und Beschlüssen von einer Mitwirkung der verantwortlichen Stellen der Reichsregierung. Der Schenker-Vertrag ist undurchsichtig und zeigt einen derartigen Ausbau des Monopolgedankens, wie er noch niemals in die Erscheinung getreten ist. Darin liegt eine Gefahr für die Zukunft, weil man nicht weiß, wie dieses gewaltige Machtinstrument einmal ausgenuht werden kann. Der Schenker-Vertrag ermöglicht auch eine Wirtschaftsspionage, die wir in Deutschland nicht eingeführt sehen möchten. Abg. Dr. Winnschuh (StP.) erklärt: 3n der Preissenkungsaktion sei die Privatwirtschaft weit aktiver vorgegangen als die öffentliche Wirtschaft. Die Reichsbahn könne den Verkehr beleben und ihre Einnahmen steigern, toenn sie ihre Tarife herabsetzenwürde. Ter Gütertarif könnte allgemein um 10 Prozent gesenkt werden mit Ausnahme der jetzt schon bestehenden Ausnahmetarife. Der Kraflwagenverkehr sei in Deutschland noch viel zu wenig entwickelt. Er leide unter der mittelalterlichen Vorstellung, daß das Auto ein Luxusartikel sei. Die Reichsbahn müsse zu einem organischen Zusammenwirken mit dem Kraft- wagenoerkehr kommen. Der Kraftwagenfernverkehr müßte einer ft a a 11 i d> c n K o n z e s s i o n s p s licht unterworfen werden. Die Grundidee des Schenker- Vertrages, die Rationalisierung und Verbilligung des Speditionswesens, ist zu begrüßen. Der Schenker-Vertrag bedarf zweifellos der Genehmigung durch die Reichsregierung. Vor allem darf sich der Vertrag nicht allein auf bie Firma Schenker stützen, sondern es müssen die Organisationen des Speditionswesens und des Kraftwagenverkehrs eingespannt werden. Wenn der Vertrag die notwendigen Verbesserungen erfährt, dann läßt sich daraus ein brauchbares Instrument machen, um die notwendige Zu- fanunenarbeit zwischen Reichsbahn, Kraftverkehr und Speditionsgewerbe zu schaffen. Abg. Rol te (D.-Han.) ersucht baS Ministerium, alle Maßnahmen zu fördern, die geeignet sind, den Ausländerverkehr nach Deutschland zu steigern. Das sei sehr wähl vereinbar mit der Werbung: „Deutsche, besucht deutsche Bäder!" 3eder Deutsche sollte auch bei seinen Erholungsreisen nationalwirtschaftliche Disziplin üben. Leider ist die früher bei Fe riensonderzügen bestehende Fahrpreisermäßigung von 331/a Prozent auf 20 Prozent herabgesetzt worden. Der alte höhere Prozentsatz sollte wiederherge- stellt werden ohne Bevorzugung bestimmter Gebiete. 3m Interesse der kinderreichen Familien sollte nach dem Vorbild ausländischer Bahnen eine Fahrpreisermäßigung bei Familienreisen gewährt werden. Die D e r - günftigungen für Gesellschaftsreisen sollten erweitert werden. Eine wesentliche Fahr- Das Reichskabinett berat das Agrarprogramm. Einigung in weicnilichen Punkten Berlin, 19. Febr. (WTB.) Unter dem Vorsitz des Reichskanzlers trat heute das Reichskabi - nett bei der Erörterung des 2lgrarpro = gramms in die Spezialdebatte ein. Die Beratung, die morgen fortgesetzt werden soll, ergab in wesentlichen Fragen bereits v 0 llk 0 m - mene Ueberein ft immun g. Wie wir erfahren, handelt es sich bei den „wesentlichen Punkten", über die bereits eine Einigung erzielt wurde, vor allem um die Verlängerung der Ermächtigung über die Getreidezölle und um die Verlängerung der gegenwärtigen Regelung des Einfuhrscheins y st em s. Außerdem wurde grundsätzliches Einverständnis über die Einführung vd n variablen Zöllen für Schweine und für Hülsenfrüchte erzielt. Das Kabinett hat auch die Notwendigkeit anerkannt, daß mit Italien Verhandlungen ausgenommen werden müssen über die Neuregelungder Einfuhr von Ob ft und Gemüsen. Vamit hat es sich dem Standpunkt angeschlossen, den sein handelspolitischer Ausschuß bereits vor einiger Zeit ein- nahm. Offen sind noch die recht strittigen Fragen der Butter und anderer Milchprodukte wie Kasein, ferner das Holzproblem. Es ist anzunehmen, daß diese Dinge, die schon stark in die Frage der Veredlungswirtschaft hineinspielen, in der morgigen Kabinettssitzung in Angriff genommen werden: man glaubt jedoch nicht, daß die Beratungen über das weit verzweigte Agrarprogramm bereits morgen abgeschlossen werden können. Oie Industrie zur Handelsund Zollpolitik. Berlin, 19. Febr. (WTB.) Der Exportförderungsausschuß des Reichsoerbandes der Deutschen Industrie und des Deutschen Industrie- und Handels- tages hat in seiner heutigen Sitzung eine Entschlie- 03er Lin, 19. Febr. (WTB.) Auf einer Konferenz der Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und Polizeipräsidenten Preußens führte der preußische Minister des 3nnern. Severing, u. a. aus, daß nach seiner Ansicht die politische Lage in Preußen und Deutschland keinen Anlaß zu Besorgnissen gebe. Zum Volksbegehren des Stahlhelms erklärte er. daß er die Rechte des Volksbegehrens und des Volksentscheides durchaus hochachte: aber es sei ein Mißbrauch dieser Rechte, wenn ein Wehrverband wie 6er Stahlhelm, der satzungsgemäh keinerlei Beziehung zur Politik habe, im letzten 3ahr der Legislaturperiode des Landtages durch eine große Attion von Volksbegehren und Volksentscheid eine frühere Wahl herbeiführen wolle ungeachtet der Tatsache, daß sie selbst im Falle des Erfolges nur unwesentlich beschleunigt werden könne. Dies scheine ihm Lärm um des Lärmens willen zu sein. Die älnterschriften, die der Stahlhelm eingebracht habe, würden nun nachgeprüft. Entsprächen sie den gesetzlichen Anforderungen, würde et bie Zulassung des Volksbegehrens beim Staatsministerium beantragen. Aber darüber könne kein Zweifel fein, daß die gesetzlichen Fristen innezuhalten seien: es läge kein Anlaß vor, sie abzukürzen. Das Volksbegehren und der eventuelle Volksentscheid des Stahlhelms verursachten Staat und Gemeinden selbst bei geringer Schätzung allein Kosten von 1 250 000 Mark in einer Zeit, da Sparsamkeit allen öffentlichen Stellen zur äußersten Pflicht gemacht und Erwerbslosen ihre Alnter- stützungssätze gekürzt würden. Der Nervosität gewisser Vollskreise müssen wir ruhige und kühle Energie entgegensetzen. Wer wir wollen keine Unklarheit darüber bestehen lassen, daß wir gegen jede Verletzung bestehender Gesetze mit den uns zu Gebote stehenden Mitteln oorgehen werden. Wir müssen die Hypnose von dem unaufhaltsamen Vordringen, von der bevorstehenden Preisermäßigung sollte für Reifen nach Ostpreußen von der Reichsbahn gewährt werden. Abg. Tr. Schneider - Dresden (DVP.) weist darauf hin, daß durch die Verteuerung der Reichsbahngü ter t arifc auf den kurze n Strecken und für kleinere Mengen die Reichsbahn viele Einnahmen verloren habe. Von vielen industriellen Unternehmungen werde infolge dieser Verteuerung ter Warentransport auf kürzere Strecken nicht mehr durch die Reichsbahn, sondern durch Cafttraftroagen bc- wcrkstelligt. Die Tarifpolitik der Reichsbahn führe daneben zu einer schweren Schädigung vieler Zweige der verarbeitenden 3ndustric. Ganz besonders leide darunter neben der eisenverabeiten- den die deutsche keramische 3ndustrie. Auf die Dauer wird sich eine gesunde deutsche Zoll- und Handelspolitik nicht treiben lassen, wenn die deutsche Reichsbahn nicht wieder f,est in die Hand des Reiches kommt. Weiterberatung: Freitag. ßung angenommen, in der erklärt wird, daß jede Tätigkeit zur Förderung der Ausfuhr, die von der Wirtschaft ober von der Reichsregicrung unternommen wirb, fruchtlos ünb vergeblich fein werbe, wenn nicht bie seitherigen Grundsätze unsrer Hanbelspolitik aufrechterhalten blie den. Iebe Erschütterung bes Hanbelsvertragssystems unb die Ueberf pannung ber lanbwirisch a f t l i ch e n Zollsorberungen würben im Auslanbe weitere Erbitterung unb Gegenmaßnah men auslösen, bie sich burch noch weitere Verschlechterung ber Arbeits- unb Ver° bienrnöglichkeiten am Auslanb- unb Heimatsmarkt auswirken würben. Annahme der Wahlreform im Reichsrai. Berlin, 19. Febr. (DdZ.) Der Reichsrsk beschäftigte sich mit der Wahlresorrnvorläge der Reichsregicrung, in der u. a. bestimmt ist, daß aus je 70 000 Wähler ein Abgeo rd- neter entfallen soll, während die Zisfer nach dem geltenden Recht 60 000 beträgt. Auf preußischen Antrag wurde in namentlicher Abstimmung mit 34 gegen 29 Stimmen bei drei Stimmenthaltungen die Ziffer auf 75 000 erhöht. Dagegen stimmten il a. die Länder Bayern, Württemberg, Thüringen, Hessen. Die Provinzen Sachsen, Hessen-Rafsau und Rheinprovinz enthielten sich. Daraus wurde die Vorlage im ganzen mit 65 gegen 10 Stimmen angenommen. Tie opponier n'.en Stimmen gaben Thüringen, Mecklenburg-Schwerin und Sachsen ab. Die Vorlage enthält außer der Erhöhung des Wahlquotienten folgende Reuerungen: 1. Abschaffung der langen Listen. Die Stimmzettel können nur bis drei Bewerber enthalten: 2. Verkleinerung derWahl- kreise: 162 gegen bisher 35; 3. Beseitigung der Reichslisten; 4. Abschaffung 6es amtlichen Stimmzettels: 5. Vereinfachung des Wahlvorschlagsversahrens. Machtausübung ber Nationalsozialisten, brechen. Deshalb sollen bie Behörden und Organe bes Staates draußen in vollem Umfange von ben ihnen zu Gebote stehenben Mitteln Gebrauch machen überall bort, wo Drohungen gegen Beamte, Beschimpfungen unb Herabsetzungen bes republikanischen Staates sich ereignen. Die Nationalsozialisten sollen wissen, daß bie Polizei sie beobachtet, ihnen auf ben Fersen ist, bann wirb auch ber politische Grippe bazillus bes Nationalsozialismus balb aus dem beutschen Volke schwinden. Es kommt jetzt darauf an, ber Weltöffentlichkeit zu beweisen, daß von einer Putschgefahr in Deutschland keine Rede fein kann. Das Ausland muß das Vertrauen zu Deutschlands unerschütterlicher float licher Ordnung, zu Deutschlands Arbeitswilligkeit unb Krebitfähigkeit bekommen; bas kann nicht durch Phrasen erreicht, bas kann nur erarbeitet werden. Die Nationalsozialisten. Tr. Goebbels zum Thema „Wenn wir regieren". Berlin, 20. Febr. (TU.) Die Nationalfozialisteu hielten am Donnerstagabend im Sportpalast eine Massenkundgebung ab. Der thüringische Landtagsabgeordnete S a u ck e l erklärte, unter Frick sei in Thüringen zum ersten Male ein ausgeglichener Haushaltsplan aufgestellt worden. In Thüringen sei heute ein sauberes Staatswesen am Ruder, ber Na tionalsozialismus habe durch die Praxis feine Befähigung erwiesen. Die Thüringer Bevölkerung habe bei den Wahlen nach dem 14. September durch verdoppelte Stimmenabgabe für den Nationalsozialismus ihr Vertrauen zur Regierung Frick bewiesen. Es gebe in Thüringen jetzt nicht etwa eine nationalsozialistische, wohl aber eine deutsche Polizei und Justiz, bie nur bas Gesetz kennten, dem Allgemein- wohl zu bienen. Reichstagsabgeorbneter Dr. ®oebb eis erklärte, die Frage „W enn rot r regieren" könne maa nur beantworten auf Grund ber Fehler des jetzt- Zur muerpolitischeu Lage. Seven'ngü-erStahlhelm-Volksbegehren und Nationalsoziattsmus. ficn Systems. Er setzte ausführlich auseinander, daß im parlamentarischen Staatswesen mit der Herrschaft der anonymen Mehrheit und der wirtschaftlich interessierten Parteien eine wirkliche Vertretung des Volkswillens nicht durchführbar sei und daß die angebliche Freiheit des einzelnen zur Unfreiheit der ganzen Nation werden müsse. Der Nationalsozialismus bekämpfe das System als solches und lehne es ab, an ihm selbst eine Heilung zu versuchen. Seine Reformen seien radikaler Natur. Vor allem verlange der Nationalsozialismus eine scharfe und klare Scheidung zwischen Politik und Geschäft. Im übrigen stehe die Politik über der Wirtschaft. Eine gute Politik werde auch stets eine gute Wirtschaft zur Seite haben. Hörsing über das Ziel -es Reichsbanners. Stuttgart. 19. Febr. (END.) Auf einer Kundgebung des Reichsverbandes der Kriegs- Geschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen, zusammen mit dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, erklärte der Bundespräsident des Reichsbanners, Hörsing, u. a.: Das Reichsbanner wünscht den Bürgerkrieg nicht, sondern lehnt ihn mit aller Deutlichkeit ab. Wir stehen zwar gerüstet, aber wir sinh defensiv. Auch am 2 2. Februar werden wir den Bürgerkrieg nicht entfesseln. Wir werden unsere Marschbereitschaft fe st st eilen, um verschiedenen Leuten den Alpdruck, der auf ihrem Gewissen lastet, zu nehmen. Mehr wird nicht passieren. Wenn aber die Rationalsozia-' listen oder die Kommunisten den Bürgerkrieg entfesseln sollten, dann sei ihnen gesagt: Wir werden ihnen entgen treten nicht mit einem Rosen- oder Myrtcnstrauß, sondern mit der Waffe in der Hand, und wir werden sie schlagen. Wenn das Interesse der Deutschen Republik es nötig macht, dann werden wir sie restlos und erbarnmngslos vernichten. * Die Kommunisten beabsichtigen am Sonntag im Lustgarten in Berlin, also an der gleichen Stelle, tpo die Reichsbannerkundgebung stattfindet, eine Demonstration gegen die Regierung Brüning und den Faschismus zu veranstalten und haben außerdem für Sonntag „roten Alarm" angekündigt. Wie von zuständiger Stelle bekannt wird, dürfte auch diese Demonstration der Kommunisten, ebenso wie dies mit der nationalsozialistischen Gegen* Kundgebung im Lustgarten geschehen ist, verboten werden. Bang fordert sofortige Revision. Dortmund, 20. Febr. (TU.) Auf der Tagung des Industrieausschusses des Landesverbandes 'Westfalen-Süd der Deutschnationalen Volkspartei sprach der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Oberfinanzrat Dr. Dang über die politische und wirtschaftliche Lage. Die Regierung Brüning habe nicht mehr dos Vertrauen des Volkes. Sie drossele vielmehr in bewußter Umgehung des Artikels 54 der Reichsverfassung den Volkswillen ab. Die Durchführung des Voungplanes geschehe lediglich auf Kosten der Verelendung des deutschen Volkes. Die These Brünings: „Erst Sanierung, dann Revision der Tributfrage" sei eine Unmöglichkeit, da nach der Sanierung unserer Finanzen keine Triburmacht mehr an eine Revision denken würde. Wenn man die deutsche Krise als einen Teil der Weltmarktkrise anspreche, so gehe man von ganz falschen Gesichtspunkten aus. Der beste Beweis dafür sei die Steigerung der Arbeitslosenziffer proportional zur Ausfuhrsteigerung. Das Gebot der Stunde sei daher s o f o r - . tige InangriffnahmeeinerRevision ^de r Tributfrage und rücksichtsloser Bruch ymit der verschleierten Enteignung öeS Volkes durch marxistische Tributerfüllungspolitik. Senaispräsident Oeerberg legt sein Mandat n eder. Der juristische Sachverständige der deutschnationalen Fraktion im Preußischen Landtag. Senatspräsik^nt am Kammergericht, Dr. D e e r - berg, hat fein Landtagsmandat niedergelegt. In einem Schreiben an den Vorsitzenden der deutschnationalen Landtagsfraktion Dr. v. Winterfeld begründet er diesen Schritt mit Gesundheitsrücksichten. Doch dürfte man nicht fehlgehen in der Vermutung, daß Dr. Russische Tragödie. Von Edwin Erich Ow nger Der Dichter liest am kommenden Montag im Goethe-Bund; seinem Buche „Zwi- schenWeih undRot" sind, mit Genehmigung des Eugen Diederichs-Derlags in Jena, die folgenden Abschnitte entnommen. Trotzkis Taktik. Man spricht davon, daß die Roten mancherlei Neuerungen in ihre Kampfweise ausgenommen hatten. Es gibt zum Beispiel dein gewöhnlichen gefangenen Soldaten gegenüber keinerlei Grausamkeiten mehr. Jeder Gefangene wird sachgemäß entwaffnet, mit gutem Lachen nach Haus geschickt, zu Frau und Hof und Feld. Das ist schlimm... Als sie keinerlei Gefangene machten, jeder unserer Soldaten wußte, daß Gefangenschaft einem grauenvollen Martertod gleich war, kämpften sie köwenhaft. Die Folge dieser Neuerung wird sein, daß jeder ans Lleberlaufen denkt. Wozu noch kämpfen, wenn wir nach der Gefangennahme gleich in unsere Heimat, zu Frau und Kindern gehen können? werden sie sagen. Lind sich der kleinsten Llebermacht gefangengeben... Ich fürchte sehr, daß diese neue Taktik, sicherlich wieder eine Erfindung des großen Trotzki, unsere Truppen mehr dezimieren wird als die schwersten Stürme. 3a, diese Neuerungen sind es, die uns alle Hoffnung rauben... Bei den Offizieren ist natürlich alles beim alten geblieben. Sie werden erschossen, gemartert, geschlachtet — wo man sie findet. Ko ltsch a ks Tod. Zwanzig Werst hinter 3rkutsk erreicht uns ein Offizier. Er liegt auf seinem Pferd wie ein Gemarterter. Seine Gesichtszüge sind unnatürlich verzerrt, seine Augen von panischem Entsetzen geweitet. „Koltschak ist tot!'^'schreit er. „Koltschak ist tot.. Die ganze Abteilung bleibt mit einem Schlag stehen. Niemand tut mehr einen Schritt, aller Augen sind gleichsam erstarrt. Nur die Pferde Vanderveldes Widerruf. Es hat sich eine Sensation ereignet: Der Führer der belgischen Sozialisten, Vandervelde, erklärt öffentlich in einem Artikel, die belgischen Sozialisten lehnten die alleinige Verant- wortlich^eitDeutschlandsam Kriege ab, ebenso wie sie sich nicht zu den astronomischen Zahlen für die Reparationszahlungen bekennen könnten. Sie bedauerten die unberechtigte Vergrößerung Polens und erhöben schließlich sogar Einspruch gegen die Art, wie Eupen und M a l m e d y zu Belgien gekommen seien, obwohl in dem Friedensvertrag die Abstimmung der Bevölkerung gewährleistet war. Herr Vandervelde eignet sich damit also die stärksten Argumente, die von deutscher Seite gegen das Unrecht von Versailles geltend ge- mad)t werden, vorbehaltlos an. Wenn dieser ganze Artikel einen Sinn haben soll, dann könnte er eigentlich nur heißen, daß -Belgien künftighin Seite an Seite mit Deutschland für die Revision des Versailler Unrechts kämpfen wird. Diese ganze Einstellung ist um so eindrucksvoller, als ja schließlich Herr Vandervelde während des Krieges zwar arrch Sozialist, aber ebenso starker Rationalist gewesen ist, daß er einer der Unterhändler von Versailles war und daß sein 'Harne unter dem Vertrag steht. Ein formeller Widerruf also, wie ihn nicht ganz in dieser schroffen Form vorher schon Lloyd George und der italienische Ministerpräsident Ritti vollzogen haben. Schade nur, daß er um ein Dutzend Jahre zu spät kommt. Wenn Herr Vandervelde den Mut gehabt hätte, die Gewissens bedenken, die ihn heute quälen. schon in Versailles auszusprechen, dann wäre der Friedensverttag vermutlich ganz anders ausgefallen, denn schließlich war doch Wilson ein Mann des guten Willens, dessen Widerstandskraft nur erlahmte in dem Ring, der sich um ihn bildete. Hätte er das Gefühl gehabt, daß er nicht vollkommen isoliert war, dann hätte er sich doch vielleicht darauf besonnen, daß die Bedingungen, die den Deutschen überreicht wurden, mit den unter Wilsons Ra- men abgeschlossenen Präliminarien unvereinbar waren, dann hätte er sich nicht der C-fahr ausgesetzt, daß sein eigenes amerikanisches Volk zuletzt den Vertrag eben wegen jenes Widerspruchs ablehnte und ihn in einer Form desavouierte, wie sie die Weltgeschichte bisher noch nicht gesehen hat. Aber gerade, Herr Vandervelde erst jetzt sich wieder au: die Gedankengänge besinnt, die ihm als L ulist doch damals schon hätten heilig sein müssen, macht sein Bekenntnis mehr als verdächtig und legt die Vermutung nahe, daß es sich für ihn hauptsächlich um ein taktisches Manöver gehandelt hat, das entweder durch die augenblickliche Stellung seiner Partei in der Opposition oder durch Schwierigkeiten in dem französisch-belgischen Verhältnis bedingt wird, die durch Frankreichs Liebesweröen um Holland entstanden sind. Immerhin, das Wort selbst bleibt bestehen. Vandervelde kann davon nicht mehr zurück, daß er künftig als Kronzeuge gegen sein eigenes Werk aufgeru'en wird. Er hat dadurch mit dafür gesorgt, daß wieder ein kleines Steinchen aus dem Unterbau des Versailler Vertrages herausgelöst wird, und es wird weiterhin unsere Sorge sein müssen, darauf hinzuarbeiten, daß diese Aushöhlungsarbeit so lange fortgesetzt wird, bis das ganze Gebäude zusammenbricht. Decrberg sein Rücktrittsgesuch einreichte, als er sah, daß seine Stellungnahme gegen das Buch „Gefesselte Justiz" von großen Teilen der deutschnattonalen Landtagsfraktion angegriffen wurde. Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 19. Febr. Der Finanzausschuß verabschiedete das Kapitel „Kameralguter unter Dauverwaltung" mit 1 018 746 Mark Einnahmen und 427 650 Mark Ausgaben. Eine lange Debatte entspann sich über den Unterschied zwischen dem Mietpreis für Dienstwohnungen und dem Wohnungsgeld, das den Beamten ausgezahlt wird. Der Landbund glaubt, daß die Spanne nur bei einer Reuregelung der Desoldungsordnung beseitigt werden könne, bei der das Wohnungsgeld überhaupt verschwinde. Diejenigen Beamten, die eine Dienstwohnung inne haben, sollen aber ab sofort kein Wohnungsgeld mehr bekommen. Alle Staatswohnungen sollten zu Dienstwohnungen gemacht und auf die einzelnen Ressorts verteilt werden. Deutsche Volkspartei, Volksrechtpartei und Demokratische Partei erblicken darin eine Ungerechtigkeit, weil dann die Beamten mit Dienstwohnungen, die gezwungen werden, diese Wohnungen zu nehmen, in ihren Bezügen schlechter gestellt würden als die übrigen Beamten. Man solle eher darauf hinarbeiten, die Zahl der Dienstwohnungen zu verringern und den Dienstwohnungszwang nach Möglichkeit abzubauen. Eine Abänderung der Besoldungsordnuna ohne Rücksichtnahme auf die Verhältnisse im Reich und in den Ländern fei nicht tragbar. Minister Kirnberger sagt eine Nachprüfung der Mietpreise für die Dienstwohnungen zu. Einer Umwandlung der Staatswohnungen in Dienstwohnungen widerspricht er, denn dadurch würden z. B. in Mainz die Zahlen der leerstehenden Wohnungen noch größer. , Kapitel IV, „Weingüter" schließt mit 40 000 Mark Einnahmen. Der Berichterstatter hält den Ansatz für Einnahmen aus dem Weingeschäft für zu hoch. Die Unkosten müßten noch wesentlich gesenkt werden, vor allem durch Einsparung bei den Kosten der allgemeinen Bewirtschaftung. Staatsrat Balser verweist auf die schwierige Loge des Weinbaues, die Weinpreise betrügen heute nur noch 70 bis 80 Prozent der Friedenshängen die Köpfe herab, mit jedem dampfenden Atemzug tiefer. Man hört keinen Laut als ihr erschöpftes, rasselndes Schnaufen. Ich drehe mich sofort nach Vereniki um. Er sitzt vornübergesackt auf seinem großen Hengst, eine gewaltige Fleischmasse, ohne jedes Leben. „Jetzt ist es also wirklich zu Ende — wie er sagtel" geht es mir durch den Kopf. Unb nirgends ist ein Halt mehr in der Welt. Abends erfahren wir die Umstände seines Todes. An jenem Morgen, an dem wir Irkutsk stürmen wollten, um ihn aus dem Gefängnis zu befreien, hat man ihn und seinen Minister Pe- peljaew durch eine kommunistische Dollstreckabteilung in den Hof geführt. Man sagt, daß er wie ein Sieger zwischen ihnen hergegangen, daß seine Lippen so fest geschloffen gewesen wie an dem Tag, an dem man ihn verriet. Man sagt weiter, daß sein berühmtes Wort: „Das heißt, daß meine Verbündeten mich verraten haben!" sein letztes Wort gewesen. O, er hatte recht! Er hatte diese Iammerwelt verstanden und schwieg — eine andere Waffe hatte er nicht mehr. Aber dies Schweigen — ist es nicht eine lautere Anklage als tausend große Worte? Als man ihn an die Mauer stellte, hat er sich die letzte Zigarette angezündet und feine silberne Dose dem Rotgardisten geschenkt, der ihm den Platz anwies. Sein Gesicht ist wie aus Stein gemeißelt, der ganze Mensch unendlich ruhig gewesen — im Gegensatz zu Pepeljaew, der um sein Leben gewinselt hat. Die Rotgardisten haben angelegt, ein Kommissar hat Feuer kommandiert. Aber nicht einer hat geschossen. Man sagt, daß es die edle Ruhe des Obersten Regenten gewesen, die keinen Finger sich am Abzug knegen ließ. Daß sein Herrenblick sie gebannt, versteinert, entmachtet habe. Plötzlich hat er die Zigarette fortgeworfen, den rechten Arm soldatisch aufgehoben, selbst das tödliche Kommando gegeben. „Feuer!" ist sein letztes Wort gewesen. Er ist im Knattern seiner eigenen Salve vornübergesunken. Wie ein Standbild, ohne einzuknicken, steil und gerade... preise, während die Unkosten auf 157 Prozent gestiegen seien namentlich durch die Steigerung der Löhne auf 184 Prozent. Finanzminister Kirnberger führt einen Teil der Schwierigkeiten im Weinabsah auf die Geschmacksumstellung des Publikums zurück. Er hält es für falsch, daß die Domänen selbst Weinhandel treiben sollen, weil sie dann als Versteigerer ausfallen würden, denn der Handel würde dann nicht mehr bei ihnen kaufen. Der Zweck der Domänen sei auch, den Ruf der rheinhessischen Weine zu fördern. Dies sei ihnen gelungen, denn die rheinhessischen Weine stünden heute den Pfälzer und Rheingauer Weinen ebenbürtig gegenüber. Südamerika und der Völkerbund. Star!e Wirtfchaftsdeprejsion. Furcht vor „Paneuropa". Genf, 19. Febr. (WTB.) Der von seiner Südamerika-Reise zurückgekehrte Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Erie Drummond, berichtete den Vertretern der internationalen Presse über feinen Aufenthalt in den südamerikanischen Staaten. Er habe überall feststellen können, daß sämtliche Staaten von der wirtschaftlichen Depression schwerinMitleidenschaft gezogen würden, vielleicht in noch größerem Ausmaß als es in den europäischen Staaten der Fall sei. Infolge der Wirischaftsdepression sei das Gefühl der Unsicherheit in Südamerika so stark, daß ihm häufig die Frage gestellt worden sei, ob nicht in naher Zukunft mit dem Au s b ru ch eines neuen Krieges in Europa zu rechnen sei. Demgegenüber habe er immer darauf hingewiesen, daß erst kürzlich in dem Manifest der Europakommission des Völkerbundes der allgemeine Friedenswille der europäischen Staaten zum Ausdruck 'gekommen sei, und daß er deswegen einen Krieg nicht für wahrscheinlich halte. Mehrfach habe man ihm gegenüber Befürchtungen geäußert, daß die Arbeiten für die Europaunion sich zoll- polittsch für die Ueberseeländer ungünstig auswirken würden. Die Kritik an der Tei- htng des Völkerbundsrates in ständige und nichtständige Mitglieder habe er mit dem Hinweis auf die fortschreitende Demokratisierung des Völkerbundes beantwortet, die sich auch in der Zusammensetzung des Rates zeige, in dem heute schon neun anstatt wie früher vier Arbeit im Hafenbezirk. Don Peter Bauer. Man sieht in den Uferpappeln jede Krähe sitzen, so kahl ist ihr steiles Geäst. Einzelne Möwen fliegen Berg und Tal über dem breiten Fluh, auf dem die blasse Sonne spielt. Vorübergehend wird die schimmernde Strömung von zwei schweren Rauchfahnen überschattet, die an den Schloten eines Schleppers wehen. Er zieht mit mächtig rauschendem Rädergeschaufel sechs Last schiffe zu-tal. Sie gehen alle tief im Wasser, mit Kohlenmassen befrachtet, die viele Güterzüge füllten. Am Ufer liegt mit breit und hoch aus dem Wasser ragenden Leib ein leerer Lastkahn. Ein Teil seiner säuberlichen Planken ist abgedeckt, was einen Blick ermöglicht in die geräumige Untiefe seiner Dauchkamrnern. Ein Schiffer fteigt auf einer Leiter hinab und prüft die Dichte des Bodens. Dann bebecft er ihn vorsorglich mit einer Strohlage. Es soll Gerste geladen werden. Ein provisorischer Brettersteg, über Holzböcke gebaut, führt vom Fruchtlager bis zur Witte der etwa ein Meter lieferen Uferstraße. Auf ihm werden die Zweizentnersäcke mit Gerste herbei- gcrollt und einem Träger, der mit starken Mus- rcln zupackt, gegen die Schulter gekippt. Er schleppt die Last auf einer durch Steinunterlage leicht federnden Diele weiter über die Straße ans Ufer. Hier stürzt er den Sack vornüber in einen viereckigen großen Kasten, der sich nach unten trichterförmig verengt. Aus ihm faust die Körnerflut rauschend und rieselnd in ein am Auslauf befestigtes schräges Rohr, das bis in den Schiffsraum hinabreicht. Der Mann schüttelt den Sack bedächtig über dem Kasten aus, faltet ihn geschickt und legt ihn beiseite. Dann befördert er auf die gleiche Weise eine neue Last. Es geschieht mit der Gelassenheit und Ruhe der Kraft, die sich nicht zu überstürzen braucht. Trotzdem läuft der Körnerstrom ununterbrochen. Ein Schiffer mit Ueberschuhen und Ledergamaschen steht nichtständige Mitglieder sähen, die volle Gleichberechtigung mit den übrigen Ratsmitgliedern genössen. Kunst und Wissenschaft. Gedenkfeier am <->rave von Goethes Mutter. Frankfurt a. M., 19. Febr. (TU.) Ain Grabe von Goethes Mutter auf dem früheren St. Petersfriedhof veranstaltete anläßlich ihres 20 0. Geburtstages die Stadt Frankfurt am Donnerstagvormittag eine Geben k^e i e r. Nach dem Vortrag eines Mozartfchen Divertimentos schilderte Oberbürgermeister Dr. Landmann in einer kurzen Ansprache das Wesen von Goethes Mutter, wobei er u. a. ausführte, das Außergewöhnliche an Frau Aja fei nicht nur die Tatsache, daß sie der Welt ihren Genius geschenkt habe, sondern auch daß sie als Mutter stets untrennbar verbunden gewesen sei mit ihrem großen Sohn. Goethe selbst habe immer gewußt, was er seiner Mutter schuldig war. — Sodann wurden wertvolle Kränze niedergelegt, darunter einer vom Wiener Journalisten- und Schriftstellerverein. Der welsenschah endgültig verloren. WSN. Frankfurt a. M., 19. Febr. Die Bemühungen der vielen deutschen Kunstfreunde, Behörden und Organisationen, den W e4 p^n schätz dem deutschen Volke zu erhalten, waren in dem Augenblick gescheitert, in dem die wertvollen Stücke dieser Sammlung nach Amerika eingeschifft wurden. Daß sich in den Vereinigten Staaten trotz aller auch dort spürbaren wirtschaftlichen Notlage genügend ernsthafte Interessenten für den Welfen- schatz oder wenigstens für einzelne Stücke finden würden, lag auf der Hand. So hat das Städtische Museum der Stadt Cleveland für eine halbe Million Dollar den G e r t r u d i s - A l t a r und zwei wertvolle Kreuze der gleichen Epoche erworben, nachdem es vorher schon sechs Stücke aus dem Welfenfchatz gekauft hatte. Jetzt ist der Ankauf eines Stückes der Sammlung durch das Fogg-Mufeum der Harvard- Unioerfität perfekt geworden. Die Verhandlungen mit anderen Museen und Sammlungen stehen zum Teil vor einem erfolgversprechenden Abschluß. Das verarmte Deutschland ist um ein wertvolles altes Kulturgut ärmer geworden. Die Flöle Friedrichs des Großen wird nicht versteigert. Aus der Versteigerung in Glien icke teilte der Aukttonsleiter L. Joseph unter großer Spannung mit, daß nun zur Versteigerung der Flöte Friedrich des Großen geschritten würde. Im Auftrage des Prinzen Leopold Sohn sollten sich zunächst- die Bewerber in eine Liste eintragen, damit die wirklichen Interessenten fest- bestellt werden könnten. Rachdem sich ungefähr ehn Herren eingezeichnet hatten, trat eine halb- i stündige Pause ein, während der in einem Rebenraum über das Schicksal der Flöte beraten wurde. Endlich wurde verkündet, bah sich Prinz Friedrich Leopold Vater entschlossen habe, die Flöte von der Versteigerung abzusetzen. Cs seien in Deutschland bittere Worte wegen des Verkaufes gefallen, er sei also zu dem Entschluß gekommen, davon Abstand zu nehmen. Vorher wurde immer noch Mobiliar versteigert. Eine 16teilige Salongarnitur im Stile des Hochbarocks, reich geschnitzt und vergoldet, to- stete nur 760 Mark, ein Musiksalon im holländischen Barock, versilbert und mit geschmackvollen Blumenmalereien versehen, 1500 Mark. Der sogenannte „Sch inck el t isch", ein rundes Tischchen auf vergoldeten Füßen, das auf seiner Platte Porzellantafeln mit Ansichten Schinckel- schor Bauten enthält, brachte 1300 Mark. Der berühmte Iohanniter-Thrvnsessel, eine kostbare Arbeit des 16. Jahrhunderts, mußte zurückgezogen werden, da selbst der niedrige Ausgebotspreis von 1000 Mark von keiner Seite geboten wurde. Marie Lugenie delle Grazie f. WTB. Wien, 19. Febr. Die bekannte Wiener Schriftstellerin und Dichterin Marie Eugenie delle Grazie ist hier im 67. Lebensjahre gestorben. watther-RathenauPreis. Die Walther-Rathenau-Gesellfchaft gibt die Verteilung des Preises für 1930 bekannt. Die neu geschaffene Medaille hat Ministerialdirektor G a u s im Auswärtigen Amt erhalten. Der Geldpreis (3000 Mark) wird geteilt zwischen Professor Dr.Kurt Saenger in Hamburg und Friedrich K a y h e r. Die Verteilung entspricht der Einteilung der Gesellschaft in eine politische, wirtschaftliche und kulturelle Sektton. in der anwachsenden Flut und schippt die rasch sich emporhügelnden Haufen auseinander. Etwas weiter stromab ist das Riesengeschlecht der Krane bei der Arbeit. Einer dieser gigantischen Einarmer hebt an Ketten und Haken Zentnerlasten von Fellen aus einem Frachtschiff in einen Eisenbahnwagen. Andere, auf der Mole des Hafens aufgestellte Krane entleeren mit ihren mächtigen Ereifern einen Güterzug voll Zuckerrüben. Ihre Anfuhr aus den Ortschaften der weiten Umgebung erfolgte in fo ungeheuren Mengen, daß die Läger der Fabriken die Vorräte nicht mehr fassen konnten. Sie müssen für kurze Zeit anderweitig gelagert werden. Am schrägen Ufer der Mole ist in geringer Höhe über dem Wasserspiegel eine breite Plattform herausgebaut, die die Länge des Hafendamms hat, und gewaltige Vorräte zu fassen vermag. Auf ihr werden seit Tagen die Rüben aufge chichtet, und noch immer schütten die Krane ihre Greifer über sie aus. Der gelbe Hügelzug der Rüben ragt seltsam fremd aus der schwarzen Umgebung der Kohlenläger. Ein Kran lehrt auch die Kieskähne, die von kleinen Schleppern bis an die Mündung des südlichen Hafenbezirks gezogen werden, und dann, abgehängt, chre Bewegung langsam auslaufen ans gewünschte Ziel. Der auSgeschöpfte nasse Fluhkies wird an den Lägern reingeglüht von dem ihm anhaftenden Sand und dann über Siebe geschippt, wodurch man klein- und grobsteinigen Kies in vielen Sorten erhält. An der Hafenspihe, oftmals auch in ufernah verankerten Rachen stehen Angler mit weitragenden Gerten unb warten geduldig, bis es anbeiht. Es sind meist Arbeitslose, die sich dieser geduldheischenden Beschäfttgung mit Eifer hingeben. Dabei schrnöken sie mit bedächtigen Zügen ihr Pfeifchen. Andere, die im Hintergrund sitzen, rauchen ohne zu angeln. Sie unterhalten sich gedämpft und bewundern heimlich die Ausdauer der reglosen Schweiger. /f • k Zum Schuh T3 f ^und Erkältung* iOerdtl iflcnt V. < >1 - 4»^ydlStK)f(3'l ., ~//y ■ \7j F^Trfuf; □J_^runa ■ -zfQe Aus öfter Wefi. Kauft deutfche Automobile. Der Automobilklub von Deutschland, der Allgemeine deutsche Automobil-Club, der Deutsche TouringClub, der Nationale Deutsche Automobilklub und die Derbraucherschatt Deutscher Kraftfahrzeuge erlassen einen Aufruf, der mit dem Hinweis aus die in Deutschland herrschende Arbeitslosigkeit ihre Mitglieder zur Bevorzugung einheimischer Erzeugnisse auffordert. Als deutsche Erzeugnisse sind nur solche zu betrachten, die i n Deutschland aus deutschem Material und von deutschen Arbeitern gefertigt sind Dabei bleibt der Charakter deutscher Herkunft auch dann gewahrt, wenn gewisse Einzelteile untergeordneter Bedeutung in mäßigem Umfange aus dem Ausland stammen. Dagegen sind die Erzeugnisse sog. Montagewerkstätten nicht als deutsche Fabrikate anzuschen, da sie die Fahrgestelle aus vorwiegend aus dem Ausland einge» führten Teilen Zusammenleben und die im Inland zur Fertigstellung aufgewandte Lohnsumme im Verhältnis zum Verkaufspreis so gering ist, daß ihr volkswirtschaftliche Bedeutung nicht zukommt. ^harlie Chaplin kommt nach Berlin. Charlie Chaplin, der zur Uraufführung seines Films Dichter der Stadt" in London ein- getroffen ist äußerte er werde vier Monate in Europa bleiben und bann nach Hollywood zurück- kehren In diesen vier Monaten werde er sein stan- diges Quartier in London haben, aber auch Paris, Madrid und B e r l i n besuchen. Saldo» Rückkehr nach Italien. Der Dampfer „6onte Rosso", auf dem General Dalbo und die anderen italienischen TranSozean- flieget in die Heimat zurückkehrten, traf, von Kriegsschiffen und zahlreichen Flugzeugen eskortiert, im Hafen von Genua ein, wo er vom Sirenengeheul aller dort ankernden Schiffe und den Zurufen der auf dem Quai wartenden Menge begrüßt wurde. Den Fliegern wurde von den Behörden, ihren Familien und führenden Persönlichkeiten aus allen Teilen Italiens ein begeisterter Empfang zuteil. Jlotrufe eines deutschen Dampfer». Der deutsche Dampfer „Annie Hugo Stin- nes VI" sandte Donnerstag gegen 22 Ahr S.O.S.-Qiufc au«. Das Schiss war in der Nordsee, 20 Me ilen westlich vom Bor- kum-Feuerschiff, leck gesprungen und bat um Hilfe. Der Bergungsdampfer „Ozean" ist von Terfchelling, und der Dampfer „Simson von Dor- kam" abgegangen. Um 23 Uhr teilte die „Annie Hugo Stinnes VI" mit, daß der Radiotelegraphist nunmehr die Schiffsstation verlasse. Es wird daher angenommen, daß die Besatzung in den Booten das Schiff verlassen hat. 3m Schnee erfroren. Als Opfer des kürzlichen starken Schneefalles wurde das Wiener Ehepaar Zimmermann, das zur Zeit des Schneesturmes Verwandte auf dem Lande bei Bruck an der Leitha bc- suchen wollte und seitdem vermißt blieb, auf einem Feldwege unter einer meterhohen Schneedecke erfroren aufgefunden. Sech» Kinder bei einem Vrande umgekommen. 3n Hoyos (Spanien) sind sechs Kinder Im Alter von 3 bis 7 Zähren, die von ihren Eltern, die sich auf den Marti begeben hatten, allein im Hause gelassen worden waren, durch eine Feuersbrunst ums Leben gekommen. Das Feuer dürfte dadurch entstanden sein, daß eines der Kinder mit Streichhölzern gespielt hat. Ueberschwemmungen in Argentinien. Ueberschwemmungen haben inderProvinz Cordoba großen Schaden angerichtet. Biele Häuser wurden zerstört. Auch sollen zahlreiche Menschen ums Leben gekommen sein. Starkes Ansteigen der Influenza Todesfälle in England. Die Zahl der Todesfälle infolge Influenza in London und den Großstädten von England und Wales betrug in der letzten Woche 456. Dies bedeutet eine Zunahme von 125, verglichen mit der Borwoche. Das Iahc 1931 hat bisher in London und den Großstädten von England und Wales 1585 Influenza-Todesopfer gefordert gegen 434 im gleichen Zeitraum des letzten Iahres. Raubüberfall aus einen Untergrundbahnhos. Ein verwegener Raubüberfall wurde in der vergangenen Nacht auf den Berliner Unter- grundbahnhof Onkel Toms Hütte aus- geführt. Eine Bande von 7 Räubern besetzte den Bahnhof und hielt das anwesende Personal mit Revolvern In Schach. Ohne daß jemand in der Lage gewesen wäre Widerstand zu leisten, raubte die Bande die Kasse aus und flüchtete mit der Beute in den Grünewald, in dem sie entkamen. Rach vorläufiger Schätzung sind den Räubern 150 Mark in die Hände gefallen. Jeder der Räuber war bewaffnet; bis auf einen, der außerhalb des Bahnhofs Posten stand, trugen olle schwarze Masken. Eine französische Großweberei eingeäschert. In Humesnil bei 2ule wurde eine Groß- Weberei von einem Feuer vollkommen zerstört. Das Feuer breitete sich mit ungeheuerer Geschwindigkeit auf sämtliche Abteilungen der Weberei aus und hatte gegen Rachmittag einen Umfang angenommen, der das Eingreifen des größten Teiles der Silier Feuerwehr notwendig machte. Erst als sämtliche Gebäude buchstäblich unter Wasser gesetzt worden waren, gelang es, den Brand zu löschen, der in den riesigen Dorräten von Daumwolle und Wolle immer wieder neue Nahrung fand. Der Sachschaden beläuft sich auf über zwei Millionen Franken. _______ Aus her provinzialbauptstadt Gießen, den 20. Februar 1931. Das Poesie-Album Erinnere dich des schönen, oft in Leder gebundenen Buches, das du mit zitternden Händen deiner Lehrerin gabst, auf daß sie ein paar Worte ür das Leben einschreiben sollte! Die erste Seite war meistens den Eltern Vorbehalten. Und später kamen dann die Freundinnen an die Reihe: Roch gehst Du unter lichten Blüten. Roch strahlt Dir blau das Himmelszelt. Mög Dich ein Gott vor Leid behüten in dieser rücksichtslosen Welt! DaS war Lucie. Annemarie aber, die immer wenig Einfälle hatte, nahm ihre Zuflucht zu dem damals schon verstaubten Ladenhüter: Rosen, Tulpen, Relken, alle Blumen welken. Und wenn Stahl und Eisen bricht, unsre Freundschaft, die bricht nicht! Die Tanzstundenzeit füllte die Blätter dann mit männlich-starken Schriftzügen und mit tieferem Sinn: t Iedem Lebenslauf sehen wir Unglück und Leiden unausbleiblich eingewebt. (Schopenhauer.) Dies schrieb zur freundlichen Erinnerung Ihr stets an Sie denkender Hans Lübke. Wo sind die Zeiten geblieben! Wo sind Lucie, Annemarie, Hans, und all die andern, die deinem Leben damals Glück, Unruhe und Inhalt waren! Die heutige Iugend hätte wohl auch wenig Berständnis für die Tränen und empfindsamen Gedanken der Borkriegszeit. Heute würde Hans ßübfc vielleicht schreiben: Hab Lust in den Reifen, ob« stürmt oder schneit. Lern frühzeitig pfeifen auf Menschen und Zeit! Wir lebten damals in einer noch sorglosen Zeit, in der wir die Welt in rosigem Schein sahen. Tie Wahrheit war wohl das letzte, was wir sehen wollten. Die Iugend von heute sieht das Leben, wie cS ist. Sie braucht deshalb nicht schlechter zu sein, als die Iugend von 1900 oder 1910. Rur anders ist sie. Ganz anders. Auto, Radio, Kriegsfilme, Kampf, Hetze, Industrie, lausendes Band, Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Psychologie, — das alles hat die Iugend gewandelt. Sie steht heute aufrecht int Leben und wendet das Gesicht der Wahrheit zu. Erinnere dich, wie du littest unter deinen Verwirrungen und Empfindungen. Oft verstandest du dich selbst nicht, und keiner konnte dir raten! Wir waren nicht fähig, uns mit unangenehmen Dingen auseinanderzusehen. Tatsachen des Lebens wurden mit Goldpapier und Watte verdeckt, und wir gingen geschlossenen Auges daran vorüber. Das alles sollte unserem Leben Schönheit und Licht geben. Das mochte in der Theorie stimmen; praktisch traf es daneben. Die Zeit des Poesie- Albums war nicht so klar, offen und ehrlich wie die Zeit der heutigen Iugend. Sie war verdunkelt durch Heimlichkeiten, ängstlicher und unaufrichtiger. Eines nur steht ungewiß in dem großen Buch der Zukunft: Wie wird sich die Saat von heute in dem grellen Sonnenlicht der Wahrheit entwickeln! r A Verbot von Kundgebungen. 9m Amtsverkündigungsblatt von heute veröffentlich: das Kreisamt Gießen das nachstehende Verbot von Auf- und Umzügen, Durchmärschen, Kundgebungen und Versammlungen unter freiem Himmel am 21. und 22. Februar: „Auf Grund des Artikels 123, Absatz 2 der Reichsoerfassung verbieten wir für den Kreis Gießen für den 21. und 22. Februar 1931 alle Auf- und Umzüge, Durchmärsche, Kundgebungen und Versammlungen unter freiem Himmel, ins- besondere alle unter freiem Himmel stattfinden- den Veranstaltungen kommunistischer und nationalsozialistischer Organisationen sowie des Stahlhelms. Das Verbot wird mit allem Nachdruck durch- geiührt; gegen Zuwiderhandlungen wird rücksichtslos eingeschritten. Das Verbot erstreckt sich nicht auf die am 21 und 22. Februar 1931 ftattsindenden Veranstal- lungen des Reichsbanners Schwarz-Rot Gold " An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, an das Polizeiamt Gießen und an die Gendarmeriestationen des Kreises sind noch folgende Anordnungen ergangen: „1. Die Anordnung ist sofort ortsüblich zu Der- öffentlichen und den in Frage kommenden Ortsgruppen bekanntzugeben, 2. ist mit allem Nachdruck für die Durchführung des Verbots Sorge zu tragen. Die Bürgermeistereien der Landgemeinden werden angewiesen, das Kreieamt von etwaigen geplanten Veranstaltungen sofort telephonisch zu benachrichtigen. Das gleiche gilt auch für Veranstaltungen im geschloßenen Raum " Vornotizcn. — Tageskalender für Freitag. Stadt- theater Gießen: „Misanthrop", 20 bis 22.30 Uhr — DHC.: Monatsversammlung bei Hopfeld. — Mat- thäusgemeinde: 20 Uhr, im Matthäusfaal, Lichtbil- dervortrog des Universitäts-Garteninfpektors i. R. Nehne11: „Luther Burbank und die neuere Erb lichkeitslehre, ihre Bedeutung für Volks- und Familienleben". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rosenmontag", ferner Ton-Lustspiel und Ufa-Ion- Woche. — Astoria-Lichtspiele: „Das letzte Fort" und „Seine Gefangene" _______ — Aus dem Skabttheaterbureau wird uns geschrieben: Heut«. 20 ilbc, zum ersten Maie „Der Misanthrop", Schauspiel in drei Aufzügen, frei bearbeitet nach Moliöve von Wa.ter Bäuerle, und für eine moderne Inszenierung eingerichtet. Spielleitung: Walter Bäuerle. Mitwirkendc: Damen: Iahn, Koch. Doering, Sch wen«; Herren: Bäuerle, Bruck, Hauer, Linkmann. Ricren, Wesener, Zingel. Infolge plötzlicher Erkrankung von Fräulein Leut- holf hat Fräulein Doering die Rolle der Eelimene in „Der Misanthrop" übernommen. — Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Mit dem sich dem Ende zuneigenden Konzertjahr rückt auch das alljährlich ftattfinbenbe Chorkonzert nahe! Rach sorgsamer Vorbereitung wird unter der Stabführung von Dr. Stefan Temesvary am Donnerstag, 26. Februar, 19.30 il&r, in der Stadtkirche Händels „Meffias" aufgeführt werden. Mit dem akademischen Gesangverein vereinigt wird der Orchesterverein daS herrliche Werk erstehen lassen. Wie auch früher, ist es gelungen, wieder Solisten zu gewinnen, deren Rainen, in Gießen wohlbekannt, allein genügen, die größten Erwartungen an die Ausführung zu knüpfen: vor allem werden Ria Ginster (Sopran, Frankfurt a. M.) und Ruth Kisch- Arndt (Alt, Köln) mitwirken. Beide haben mit Worten großer Anerkennung und freundlicher Anhänglichkeit an Gießen sich gern bereit erklärt, zu kommen. Die Tenorpartie wird Iuftus F. La un, die Daßpartie Hans Schweiger (Dien) fingen. An der Orgel wird HanS Rebe l i n g, am Klavier Mimi Dock wirken. — Bielfach ist der Wunsch geäußert worden, das Konzertjahr nicht ohne eine Mozartfeier zu beschließen. Dem hat der Borstand gern Rechnung getragen, indem er sich entschlossen hat, für daS letzte Orchesterkonzert nur Werke von Mozart zu wählen. Das Darmstädter Landesorchester, gerade durch feine Mo;artaufführungen besonders berühmt geworden, ist von der Generalintendanz des Landestheaters bereitwilligst zur Derfügung gestellt worden. Das Konzert wird am Donnerstag. 12. März, in der Aula stattfinden. — Den Schluß des Konzertjahres wird das langerwartete und mehrfach verschobene Orgelkonzert von Günther Ramin bilden. Der Künstler ist durch seine vielfache Inanspruchnahme leider verhindert, am 26. März zu kommen, wird aber nun bestimmt am Montag, 30. März, hier konzertieren. — DieEoangelischenArbeitervereine Gießen undButzbach veranstalten in Serbin- düng mit dem Evangelischen Bund und dem Wart- burgoerein einen „Sozialen Kursus". In dessen Rahmen spricht am Sonntag. 22. Februar, 14.30 Uhr, im Markussaal Verwaltungsorntinann Keitzer über „Die öffentliche Fürsorge und ihre Ergänzung durch die Arbeit der evangelischen Vereine"; Direktor M enten referiert über „Wirtschaftslage und Ar- beitslosenfrage". (Siehe Anzeige.) — Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Die Ortsgruppe Gießen der NSDAP, veranstaltet am Sonntag, 22. Februar, 20.1- Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine Protestkundgebung. Näheres im heutigen Anzeigenteil. Taten ütr Samstag 21. Februar Sonnenaufgang 7.04 Uhr, Sonnenuntergang 17.24 Uhr. — Mondaufgang 8.23 Uhr, Monduntergang 21.48 Uhr. 1677: der Philosoph Baruch Spinoza in Haag gestorben; — 1779: der Rechtslehrer Karl von Sa- vignn in Frankfurt a. M. geboren. * ♦♦ Evangelische Pfarrperson alle. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Karl I o d zu Rodheim v. d. H. die evangelische Pfarrstelle an der Altmünsterschule zu Mainz, Dekanat Mainz, übertragen. •• Städtische Brennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen. Stadtwald, wurden bei großer Rachfrage im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 13 Mark, Eichenscheiter 7 Mk.. K efernscheiter 11 Mk., Buchenknüppel 9 Mk., Eichenknüppel 5,50 Mk., Kiefernknüppel 9 Mk., Buchenstöcke 7,20 Mk., Eichcnstöcke 5 Mk., Fichtenstöcke 2,40 Mk. pro Raummeter, Buchenreisig (3. Kl.) 25 Mk pro 100 Wellen, Fichtenderbstangen (1. Kl.) 2 Mk., Fichtenreisstangen (4. Kl.) 0,25 Mk. pro Stück. ** Mozart- und Lesftngfeier des Gießener Pädagogiums Man berichtet uns heute: Zum vergangenen Samstag hatte die Leitung des Pädagogiums die Schüler und Schülerinnen, sowie deren Eltern zu einer Mozart-- und Lessingfeier eingeladen. Unter freundlicher Mitwirkung der Konzertsängerin F äulcin Gärtner und des Pianisten Hahn nahm die Feier einen schönen Bergauf. Beide Künstler verstanden es, für Mozartsche Musik zu begeistern, während Herr Holla und Studienassessor Pfaff durch gut ausgearbeitete, besonders auch den jugendlichen Zuhörern an- gepaßte Torträge über Mozart und Lessing zu fesseln wußten. Einige Lieder, vom Schülerchor gelungen, bildeten den Abschluß der wohlgelun- genen Feier. Die Teilnehmer dankten den Mit- wirkenden durch starken Beifall. ♦* Was bedeutet der Bund „Königin Luise"? Man schreibt uns: Der Bund Königin Luise tut Dienst am deutschen Volk, er setzt sich für die Erhaltung deutscher Art und deutscher Sitte, für die Erstarkung vaterländischen Empfindens ein Der Bund sucht die Kraft des Verstehens unter den verschiedenen Volksschichten zu entwickeln. Da- Ziel ist die Heranbildung echter deutscher Frauen und Mutter, sowie die Erziehung einer gottesfürchtigen und pflichttreuen Iugend. In dieser Zielsetzung, die die Wohltätigkeit erst in zweite Linie stellt, unterscheidet sich der Königin Luise-Bund wesentlich von den übrigen Frauenvereinen; er ist geboren aus der deutschen Not nach 1918. er sucht In der deutschen Frau die Hüterin der deutschen Seele Die Zusammenkünfte des Könidin-Luise-Bundes sind diesem Dienste gewidmet. (Siehe Anzeige.) Landesverband der hessischen Blinden. WSN. D a r m ft a b t, 19. Febr. Nach dem Vorgehen in anderen Ländern haben sich die B l i n b c n Hessens nunmehr auch in einem Landesverband zuiammengeschlosfen. In Hessen gibt es zur Zett 761 Blinde, von denen bisher 160 organisiert sind. Der Landesverband der hessischen Blinden ist der Ansicht, daß alle Fürsorge Sache der Länder und Gemeinden und nicht die des Reiche» sei. Nur durch die Landesorganisationen könnten Verbesserungen in der fürsorglichen Betreuung erreicht werden. Der Vorsitzende des Landesverbandes der hessischen Blinden ist Johann Hörn, Darmstadt. Oer Mainzer Verwaltungsbericht für 1929. 1,7 Millionen Mark Defizit. WSN. Mainz, 19. Febr. Oberbürgermeister Äülb hat jetzt den Stadträten und der Presse den Verwaltungs-Rechenschaftsbericht für 1 92 9 zugehen lasten, der voraussichtlich in der nächsten Stadtrotssitzung in der kommenden Woche zur Verabschiedung gelangen wird. Dem Bericht ist zu entnehmen/ daß das Rechnungsjahr 1929 mit einem Defizit von 1718243 Mark abschloß. $ür 11OOO Ml. Briefmarken gestohlen. WSN. F r a n k f u r t a. M., 19. Febr. Aus einem Schalterraum derSrankfurter Hauvt- post sind nachts aus einer verschlossenen Kassette für 11000 Mark Briefmarken entroen- d e t worden. Wie cs möglich war, daß jemand unbemerkt in den betr. Raum gelangen konnte, der wäh rcnd der Nacht unter ständiger Kontrolle durch Wächter steht, ist rätselhaft. Jedenfalls ist es der Postbehörde bis jetzt noch nicht gelungen, Licht in die Anoelegenheit zu bringen. Oie Wetterlage. Otfoilenlos.® neuer ® mm btdtcti ® woiiug. • oedem efteger\ * Schnee & Qraupem wHeoeiKOewitter @windjtine.OxW (elcliter Ost £ massiger Südsüdwest stürmische« nordwejl Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen jtenenden zahlen geben die Temperatur an Pie Linien verbinden Orte mit gleichen* auf Meeresniikau umgerrenneten Lultdruch Wettervoraussage. Das Islandtief hat feinen Kern südöstlich nach dem Nordmeer bewegt und somit die Südseite roch ter nach dem Festlande vorgeschoben. Infolgedessen liegen die britischen Inseln bereits vollständig im Bereich seiner Warmluft und erhalten Niederschläge. Die ozeanische Lust wird sich nach dem Festlande durchsetzen und im Laufe des morgigen Tages zu Milderung führen und damit das Niederschlagsfeld zum Vorschub bringen. Aussichten? ürSamstag Temperaturen nachts um Rull und etwas darunter, bann Milderung, vorwiegend dunstig und bedeckt, später Riederschläge. Aussichten für Sonntag: Tagsüber Temperaturen über Rull, wechselnd wolkig, einzelne Riederschläge. Amtliche winterfportnachrichten. Vogelsberg, Hoherobstops: Bedeckt, — 4 Grad, 120 cm Schnee, Beschaffenheit verharscht; Sportmöglichkeit für Ski und Rodeln sehr gut. — Herchenhainer Höhe: Be-eckt, —2 Grad, 50 cm Schnee, Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut Sauerland, Winterberg: Re el, — 3 Grad, 95 cm Schnee, verharscht; Ski und Rodeln sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Rebel, — 6 Grad, 240 cm Schnee, Pulverschnee. Ski und Rodeln sehr gut Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt. 6 Grad, 61 cm Schnee, Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut. An rauhen Tagen, beim Wintersport NIVEA* T" Und zwar vorher einreiben, bevor Sie in die rauhe Luft hinausgehen. Nivea- Creme dringt vollkommen In die Haut ein. ohne einen Glanz zu hinterlassen. 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Warnung I Die Person, die DienStag.denl7.d.M. tm „Löwen", Neuen» weg. zwischen 23 und 23HU Uhr die Aktentasche mitgenommen hat, tst erkannt und wird ersucht, dieselbe dort abzugeben, andernfalls Anzeige erfolgt.__________09 >9 | Vereine” 224er Samstaa,2i.Febr 20.30 ubr Zusammenkunft, „8um Andres", Sonnenstraste. 1M7P Aeitag, 20. Zebruar (931 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 45 Zweites Blatt schloß die und verurteilte den Landwirt zu einer Nachdruck verboten. Sic war 12 Fortsetzung. litat Amtes waltet, 99 Mark und Der vom Prä- ließ noch ein* Gesang- seinem Ver- u. a., üblich jedoch GeldHast) Milde run, Jahr sol! eins stellt. ' G a r b e n t e i ch , 19. Febr. Im Gasthaus „Zum weißen Roß" hielt der Gesangverein „F r o h - s i n n" sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Nach einem einleitenden Musikstück begrüßte Lehrer M o r° s ch e l die Mitglieder und Gäste und gab einen gedrängten Rückblick über das abgelaufene Vereinsjahr. Er erinnerte dabei besonders an das Wettsingen auf der „Liebigshöhe" in Gießen, an dem der Verein teilnahm, und an die Sängerfahrt an den Rhein. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden die Mitglieder Ludwig Bopp und Heinrich kringel VI. aus Anlaß ihrer 25jährigen Vereinszugehörigkeit zu Ehrenmitgliedern ernannt. Für 35jährige aktive San- aestätigkeit erhielt Ludwig Pfeffer eine Uhr als Geschenk überreicht. Der Abend brachte außerdem einige Ehordarbietungen unter der Leitung des Ehormeiftcrs Harnisch (Steinberg), eine Reihe musikalischer Darbietungen und ein drciaktiges Kora aber sann und sann. Was sollte sie tun, um endlich dem geliebten Manne gegenüber den rechten Ton zu finden? 2..___die Frau seines alten Vaters. Stürzte denn nicht der Himmel ein über diesen Mummenschanz, den das Leben sich da erlaubt hatte? Was sollten ihr in Zukunft Reichtum und Schmuck, wenn ihr die höchste Erfüllung ver- versucht werden. Auch in diesem wieder ein L i e d e r t a g, der in althergebrachter Weise mit einem Wertungssingen verbunden sein wird, stattfinden. Der 14. Juni wurde dafür bestimmt. Als Ort dcS Liedertags wurde Odenhausen lLahn) gewählt. Alle Dundesvereine haben an deni Wcr- tungssingen teilzunehmen. Jeder Verein hat einen selbstgewählten und einen aufgegebenen Ehor zu fingen. Eine Wertung der Leistungen nach Punkten soll nicht stattfinden: dagegen soll nach einer eingehenden Besprechung die Leistung eines jeden Vereins gewürdigt werden. 3m weiteren Verlaufe der Tagung sprach man sich 7wch gegen die Gründung von Gesangsabteilungen in den Spor t- ve re inen aus, da dadurch noch mehr, wie seither, den Gesangvereinen der Vachwuchs entzogen wird. Die Vorstandswahl erbrachte die einstimmige Wiederwahl des seitherigen engeren Vorstands, der sich aus folgenden Herren zusammensetzt: Eberle (Lollar), l.Dors: Luft (Geilshausen), 2. Dors.: Walter (Winnen), 1. Schriftf.: Dietz (Staufenberg), 2. Echriftf.: Latsch (Daubringen), Rechner. Mit den Dankworten des 1. Vorsitzenden und dem gemein- SpfundO-»5 6 Stud v- nungsablagc durch den Rechner der nun schon 25 Jahre seines ergab einen Kassenbestand von ein Varvermögen von 525 Mark. den Papieren von mir zusammen angelegt. Ich habe d'.r immer pünktlich hohe Zinsen zahlen können, doch jetzt — es ist mir nicht möglich, dir das Vermögen deiner Mutter auszuzahlen." „Weshalb nicht, Vater?" „Weil — ich habe mich verspekuliert! Baickier Reinstein teilte es mir mit. Er ist selbst Leidtragender bei der unglücklichen Sache." „So!" „Ich hätte cs nicht tun sollen. Es war dein Geld. Doch es ist die ganze Zeit über immer olles glatt gegangen. Ich hatte llnfummen dabei gewonnen." „Wozu entschuldigst du dich? Du hast es für gut befunden, das Geld deiner Frau zu verspekulieren. Also ist's auch gut so Ich werde also dann einen anderen Weg einschlagen — und möglich ist's schon, daß er nun auf den Chauifeur herauskommt. Doch sei beruhigt: der alte Vame der Kentner wird nicht in Mitleidenschaft gezogen." „Hör' mit diesem Unsinn auf. es wird sich ein anderer Ausweg finden lassen. Ich — habe nicht ahnen können, was du in Wien für Sachen an- stellst. Wärst du Offizier geblieben, würde ich alles wieder eingerenkt haben. Die Schuld fällt immer wieder auf dich zurück." „Ja! Das sehe ich ein." Der alte Graf duckte sich unter den ironischen Worten. Vach einer Weile sagte er: „Selbstverständlich zahle ich dir das Erbe aus. Vur etwas Zeit mußt du mir lassen. Und — Kentnerhof wird dir doch auch einmal gehören." „Behalte du es vorläufig noch recht lange, Vater." „Welche Summe benötigst du vorderhand?" „Bemühe dich nicht, Vater. Du hast jetzt selbst Sorgen. Und ich helfe mir schon allein weiter." „Du sollst nicht ohne Geld gehen. Vein! Das sollst du nicht!" „Wir werden ja sehen. Ueberlege in Ruhe, Vater." „Eine Möglichkeit wäre noch. Vimm dir den Schmuck von deiner Mutter. Er ist zum größten Teil noch vorhanden. Die Kentnerschen Familienjuwelen befinden sich mit dabei." Karl Kentner hörte, wie furchtbar es dem Vater war, in feiner Schuld zu sein und daß er sich aus diesem Grunde sogar von dem Schmuck trennen wollte. Er schüttelte mit dem Kopse. „Vein. Vater! Du vergißt, daß dann der Schmuck verloren wäre. Ich mühte ihn verkaufen, wenn er mir etwas nützen soll." „Ja. das ist wahr. Bleibe vorläufig hier: ich will überlegen." „Gewiß, es hat ja Zeit." Es erging dem alten Grafen eigentümlich. Sein Stolz auf den Sohn war nicht gestorben, trotz allem. Und doch war es unmöglich, daß sie alle drei unter einem Dache wohnen konnten. Kora! • Der alte Herr wußte nicht mehr, was gut und was nicht gut war. Er wußte nur, daß niemand ihm Kora nehmen durfte. Eichenscheiter 7,90 Mk. Münchholzhausen, 19. Febr. Ein hiesiger Landwirt hatte zwei von ihm selbst gezüchtete Schweine geschlachtet und in der Meinung, daß dies gestattet sei, in Pfunden ausge- wogeii und verkauft. Er erhielt ober wegen Uebertrctung der Gewerbeordnung einen Strafbefehl über 15 Mark Geldstrafe zugcstellt. Der Landwirt erhob Einspruch und betonte daß derartige Schlachtungen im Dorfe feien. Das Gericht verwarf ben Einspruch sidenten verfaßte Jahresbericht mal die wichtigsten Begebenheiten der Vereinsgeschichte der letzten 25 Jahre am geistigen Auge vorüberziehen. Ter Dercinsdiener Wörner erstattete Bericht über den Besuch der Singstun- den. Als Vorsitzender wurde Wilh. Port II. einstimmig gewählt. Einstimmig crso gie auch die Wiederwahl der Vorstandsmitglieder Otto H a - fträfe von 10 Mark (oder zwei Tagen _ und zur Tragung der Kosten. Der Verurteilte erkannte die Strafe nicht an und will die nächste )—( Rupper tsburg, 18. Febr. Der Gesangverein Sängerbund hielt seine 49. Gene r a l v c r s a m m l u n g ab. Der Ehrenvorsitzende Jak. B ö ch e r gedachte zunächst des verstorbenen Mitglieds Hch. Eiffert. Die Rech- ' ' ~ ' W. Lehr II.. Der Mnn der das Lachen verlernt hat. Vornan von Gert Gothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger. Hoile (Saale) Die dem «Hessischen Sängerbund" angeschlossenen Vereine haben an die Tonsehervereintgung einen bedeutend geringeren Beitrag zu leisten, als nicht organisierte Vereine. Die Ueberwachung der Vereine durch die Dezirksvertreter der Ton- setzervereinigung soll von jetzt an noch strenger gehandhabt werden. Eine längere Aussprache entwickelte sich über die Beitragsleistung der Arbeitslosen. Ohne prinzipiell bte Deitragspflicht za berühren, soll in besonders harten Fällen eine B per WM' weine Sich» ,»ine Wirten . Ettingshausen, 19. Febr. Die auf den 8. März angesetzte Dürgermei st erwähl in unserer Gemeinde findet nicht statt. Es ist nur ein Wahlvorschlag eingLreicht worden, der auf den seitherigen Bürgermeister Ludwig Opper lautet. Dieser ist somit einziger Bewerber und gilt als gewählt. So sind unserer Gemeinde Wahlkämpfe, durch die die Einigkeit und der Friede ün Dorf gestört werden, erspart geblieben, und der seitherige Bürgermeister darf seine einhellige Wiederwahl als einen Beweis der Anerkennung ans^hen. die ihm von der Bürgerschaft für die Art feiner Geschäftsführung gezollt wird. • Lich, 19. Febr. Der hiesige Geflügelzüchterverein hielt bei Gastwirt Hermann Stein seine Februar - Monatsversammlung ab. Vach der Erledigung einiger Dereinsangelegcnheiten hielt Herr Funk (Gießen) einen nahezu dreistündigen Vorttag über „Aufzucht und Haltung des Geflügels". Der Redner erläuterte in gründlicher Weife die Zu- fammenfehung des Eies, die Entstehung des Lebewesens unb die Entwicklung des Kükens: weiter ging er auf die Krankheiten des Geflügels ein und sprach über zweckmäßige Unterbringung und Fütterung. Mit einigen wertvollen Anregungen über Zuchtwahl schloß der Redner seinen beifällig aufgenommenen Vorttag. Der erste Vorfitzende dankte dem Redner für die aufschluh- reichen Ausführungen. Kreis Büdingen. WSN. Büdingen, 19. Febr. In den Waldun- gen bei Blofeld traf ein Förster auf der Streife durchs Revier einen Wilderer an, dcr gerade mit dem Ausweiden eines Rehes beschäftigt war. Als der Wilderer den Jäger gewahr wurde, legte er sein Gewehr an und schoß nach diesem. Der -schuß ging jedoch fehl. Nun gab der Forstbeamte einen Schuß ab. Der Wilddieb flüchtete darauf mit einem Aufschrei ins Unterholz. Obwohl der Jäger sofort die Verfolgung aufnahm, entkam der Wilderer unerkannt. ch Ortenberg, 18. Februar. Am Sonntag heranftaltctcte der Orgelvirtuose von der Au aus Mainz in unserer Kirche ein Konzert. Ter Künstler hielt, was sein Ruf versprach, und verstand es. unserer alten Orgel die herrlichsten Töne zu entlocken und ihre ganze Klangfülle offenbar werden zu lassen. Das Konzert war als „Historische Orgel-Feierstunde" gedacht, ■ in der der Gast Kompositionen von der Minnesängerzeit bis zu den Werken von Grieg und Max Reger zu Gehör brachte. Herr von der Au erwies sich auch als vortrefflicher Bariton- fängcr und erfreute mit einigen Liedern. Den Besuchern war das Konzert ein schönes Erlebnis. Kreis Schotten. Seine Stimme klang ruhig, fast heiter. Kora blickte vor sich nieder. Was konnte sie nur noch sagen, um ihn noch ein Weilchen hier festzuhalten? Er war angenehm enttäuscht. Vichts mehr von jener leidenschaftlichen Frau war an Kora. Wollte sie ihm durch ihre Fürsorge beweisen, daß sie ihre damaligen Worte bereute? Vun, von chm aus sollte gewiß alles vergessen sein. Sie war doch nun einmal die Frau des Vaters! „Wie gesagt, ich bin Ihnen für den freundlichen Willkommengruh zu außerordentlichem Dank verpflichtet. Ich hoffe. Ihnen meinen Dank einmal beweisen zu können." Eine tiefe Verbeugung — bann ging er toeirer. Kora aber senkte das Gesicht in den weißen Rosensttauch. _ „ , _w Wenn boch alles nur ein Traum Ware? Wenn ich doch noch die arme Zirkusreiterin wäre, rein und schuldlos! Dann würde er mich sicher einmal luffen Und wenn es auch nur ein einziges Mal wäre. Ich liebe ihn! Ich schreite mit offenen Augen auf den Abgrund zu. in den ich versinken muh. wenn diese Liebe nicht von mir toeutit. Kora drückte ihre Lippen auf die Hand, um ’ die sich vorhin die seine mit flüchtig warmem ' Druck gelegt. ..Ich liebe dich! Ich hebe dich! Und wieder klagte der Vachtvogel. Cs tlang, als stöhne auch er: „Ich liebe dich! Ich liebe dich!" ..Ich wundere mich, wie du nach dem, was in Wien vorgefallen ist. noch hierher kommen kannst. Ich hätte dich für feinfühlender gehalten." Graf Kentner sah im Lehnstuhl unb blickte auf den Sohn, der groß unb breitschultrig bort brühen am Kamin lehnte. Der sah ihn ruhig an, seine Sttrnme klang ebenso ruhig, als er sagte: „Wieso? Ich wühle nicht, warum ich nicht mehr nach Hause kommen dürfte." „Vein? Vun. bann muh ich es bir erst sagen, bah bu dich wie irgendein Pferdeknecht aufgeführt hast. Ich finde überhaupt keine Worte, um das zu kennzeichnen, was ich von dir denke." -Der Sohn schwieg. „Und um ein Weib'. Vaturlichl Wann geschähe denn so etwas nicht um irgendeine Frau! Ich verstehe dich nicht. Um eine verheiratete grau! Man kacht in Wien über die Verzeihung, die der Fürst. famen Gesang eines Volksliedes Tagung. Landkreis Gießen. * Leihgestern, 19. Febr. Der Wirischast. Holzversteigerungs-Termine. Samstag. den 21. Februar. Versteigerer: Forstamt Grünberg. Bersteigerungs- ort: Gasthaus „Zur Traube", Saasen. 9.15 Uhr. Oie Lage in Ruhrori-Meiderich. Duisburg-Hamborn. 19. Febr. (IDIB.) Vis heute abend haben sich 4 5 3 8 Arbeiter bereit erklärt, die Arbeit in Ruhrort- Meiderich zu einem um 20 v. h. niedrigeren Lohn f o r t; u s e h e n. Damit ist die in dem Schreiben des Oberbürgermeisters Dr. Jarres gestellte Bedingung hinsichtlich der benötigten Zahl der Z u - st immungen erfüllt. Wie verlautet, ist doch noch nicht sicher, ob die Vereinigten Stahlwerke sich dazu entschließen, die Hütte in Betrieb zu halten, da bei der Verwaltung Bedenken bei einer Aufrechterhaltung des Betriebes unter den neuen Lohnsätzen bestehen, weil inan mit Schadenersatzansprüchen seitens der Gewerkschaften rechnet, die auch von diesen bereits angekündigt worden sind. Somit müssen erst die nächsten Tage abgewartet werden, die wohl Klarheit über das Schicksal der Hütte bringen werden. MetallarbeiLerverband verklagt Nordwest. Berlin, 19. Febr. (CAB.) Der Deutsche Metallarbeiter-Verband hat, dem „Abend" zufolge, beschlossen, den Arbeitgeberverband Aordwest gerichtlich b a f t b a r zu machen für die Maßnahmen der Vereinigten Stahlwerke zur Herabdrückung der Löhne in Auhrort-Meidcrich um 20 Prozent. Zur Begründung wird erklärt, der Deutsche Metallarbeiter-Verband stehe mit dem Arbeitgeberverband Aordwest in Tarifvertrag, und er sei nicht gewillt, einen Abbau der Tariflöhne zuzulassen. Oie Sparkasseneinlagen Ende 1930. Ende Dezember 1930 beliefen sich die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 10 399,99 Mill. Mk. gegen 10 262,01 Mill. Mk. (berichtigte Zahl) Ende Aovember 1930. Der Berichtsmonat weist mithin eine Zunahme von 137,98 Mill. Mk. gegen 71,48 Mill. Mark im Monat Aovember auf. 3m einzelnen betrugen die Einzahlungen 687,92 (Aovember 503,12) Mill. Mk., davon aus Aufwertung 6,37 und aus Zinsgutschriften 147,7 Mill. Mk. Die Auszahlungen betrugen 549,94 (431,65) Mill. Mk. Die Scheck-, Giro-, Kontokorrent- und Depositen- Einlagen stellten sich Ende Dezember auf 1450,74 Mill. Mk. gegen 1482,54 Mill. Mk. Ende Aovember 1930. * * Der Eisenerzbergbau im Januar. Kleber die Lage des Eisenerzbergbaues im 3a- mmr wird berichtet: Siegerland: Der 3anuar stand im Zeichen der Stillegungsverhandlungen. Die Erzvorräte auf den rheinisch-westfälischen Hochofenwerken haben eine solche Höhe erreicht, daß die Werke den Bezug Siegerländer Erze drosseln mußten. Die Gruben sahen sich deshalb gezwungen, eine noch stärkere Einschränkung der Förderung vorzunehmen. Vom Ausgang der Verhandlungen über hie Aeichs- und Staatsbeihilfe und den Lohnabbau wird es abhängen, in welchem Umfange der hiesige Bergbau weiterbetrieben werden kann. Lahn-Dillgebiet einschl. Oberhesscn: Die Erzabrufe sind weiter zurückgegangen. Ebenso hat sich der Mehrversand im Dezember über den 21bruf hinaus ausgewirkt. Es kann bei Förderung und Absatz mit einem Ausfall von rund 7000 Tonnen gerechnet werden. Um die Lebensfähigkeit der noch arbeitenden Gruben zu erhalten, ist eine Senkung der Selbstkosten, vor allem der Löhne, notwendig geworden. Da anderweitige Erleichterungen der Selbstkosten noch nicht fühlbar geworden sind, im Gegenteil die Absahkrise durch die Detriebseinschränkungen selbstkoftensteigernd wirkt, ist die Lage der Betriebe äußerst kritisch, zumal auch die Staatshilfe noch nicht endgültig gesichert ist. Wird diese für 1931 weiter gewährt, können vier von den sechs Gruben ihren Betrieb wieder aitfnehmen. * Berliner Handelsgesellschaft 8 Prozent Dividende. Der Aeingewinn der Berliner Handelsgesellschaft für das 3ahr 1930 beträgt 2 804 807 Mk., gegen 3 918 237 Mk. im Vorjahre. Die Dividende auf das Kommandit- kapital von 28 Mill. Mk. wurde mit 8 Prozent gegenüber 12 Prozent im Vorjahre festgesetzt. Marburger Lchwcincmarkt 1| Marburg, 19. Februar. Dem heutigen Sc' weine markt waren 258 Tiere, darunter 13 Läufer zugefahren. B«i flauem Handel kosteten bis sechs Wochen alte Ferkel 14 bis 16 Mark, sechs bis acht Wochen alte 17 bis 20 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte 20 bis 24 Mark und Läufer 30 bis 40 Mark das Stück. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 20. Febr. Tendenz: ruhig. Bei wieder sehr stillem Geschäft ergaben sich zu Beginn der heutigen Börse zumeist kleine K u r s b e s s e r u n g e n , die mit Deckungen und einigen Kauforders zusammenhingen. Anregend wirkte der feste Schluß der gc lrigen Aeuhorker Börse und besonders die ruhigere Deurteilungi der innerpolilischen Situation. Die Abschlußziffern der Berliner Handelsgesellschaft wurden trotz der 4prozentigen Dividendesenkung recht günstig beurteilt. 3m Verlaufe wurde die Tendenz unsicher, und die Kurse gaben die anfangs erzielten Gewinne meist wieder her. Man sprach von einer mittleren Bankinsolvenz in Berlin. Die Umsatztätigkeit bewegte sich in den denkbar engsten Grenzen, zumal man vor dem Ultimo auch keine größeren Engagements, weder nach der einen, noch nach der anderen Seite eingehen will. Schon die ersten Aotierungen waren gegen die gestrige Abendbörse ziemlich uneinheitlich. Höher eröffneten Z.-G.-Farben, Metall- gefellschaft, AEG., Holzmann und Aku. Die Kursbefferungen betrugen meist nur knapp 1 Prozent. Am Mvntanmarkt herrschte vollkommene Geschäftsstille. Der weitere Absatzrückgang und die Zunahme der Haldenbestände im deutschen Bergbau wirkten geschästshemmend. Mit 0,5 bis 1,5 Prozent niedriger setzten ein Schuckert, Siemens, Zellstoff Waldhof, Karstadt, Wahh und Frchtag und von Kaliwerten Westeregeln. Durch festere Haltung fielen am Bankenmarkt die Bank für Brauindustrie auf, die 5 Prozent höher eröffneten. Die übrigen Bankenwerte waren nur wenig verändert. Am Anleihemarkt lagen Aeu- befih behauptet, Altbesih 0,25 Prozent schwächer. Auslandsrenten geschäftslos. 3m Verlaufe konnte sich die Tendenz wieder etwas erholen, da sich die Dankschwierigkeit in Berlin als nicht sehr bedeutend herausstellte. Die Spekulation schritt wieder zu einigen Rückkäufen, so daß das Anfangsniveau meist erreicht, bzw. um ein Prozent überschritten wurde. Mehr gefragt waren Clektrowerte und 3.-G.°Farben. Am Geldmarkt hielt die Aachfrage für Tagesgeld an, so daß der Sah auf 5 Prozent erhöht wurde. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2030, gegen Pfunde 20,4375, London gegen Kabel 4,8583, gegen Paris 123,92, gegen Mailand 92,80, gegen Holland 12,1050, gegen Schweiz 25,1875, gegen Spanien 46,85. Berliner Börse. Berlin, 20. Febr. Bei sehr ruhigem Geschäft eröffnete die heutige Börse kurzmäßig gegen gestern behauptet. Die Stimmung war nicht unfreundlich, aber in gewisser Beziehung doch enttäuschend. Die hohen Vormitlagskurse konnten sich nicht halten, obwohl das Ausland, wie die Aeuhorker Börse gemeldet hatte, mit kleinen Käufen und Deckungen am Kunstseidemarkte vertreten war. Die Börse zeigte Rea- l i s a t i o n s n e i g u n g, die sie in der verhältnismäßig schwachen Veranlagung des Kalimarktes bekundete. Trotz der unveränderten 12prozentigen Burbankdividende wirkte sich eher die Unsicherheit hinsichtlich der übrigen Dividendefähe der Kali- gefellschaften aus, auch verstimmten weiter die bereits gestern gemeldeten geringen Absatz- schätzungen. Einige Aebenwerte wiesen allerdings auch noch kleine Besserungen auf. So waren Braubank, Mittelstahl, Eisenverkehrsmittel und Gebr. Körting etwa 2 bis 2,5 Prozent fester. Chadeaktien lagen im Zusammenhang mit dem festeren Spanien 3,75 Mk. höher und blieben auch im Verlaufe gefragt. Anleihen ruhig. Von Ausländern neigten österreichische Renten zur Schwäche, Anatolier blieben gefragt. Pfandbriefe wenig verändert. Reichsschuldbuchforderungen waren im Verlaufe etwas schwächer. Auch die Geldsähe blieben wie gestern. Tagesgeld 4 bis 6 Prozent. Monatsgeld 6 bis 7,5 Prozent, Warenwechsel 5,5 Prozent etwa. 3m Verlaufe wurde die Tendenz angeblich auf Exekutionen für eine mittlere Berliner Dankfirma allgemein etwas schwächer. Die Kurse bröckelten durchschnittlich bis zu 1,5 Prozent ab. Spä.er traten bann, anscheinend auf 3nterventionen der Banken, wieder kleine Erholungen ein. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 19. Febr. Bereits im gestrigen Rach- mitlagsverlehr hatte sich am Weizenmarkte nach den Preissteigerungen der Börse eine Beruhigung gellend gemacht. Das 3nlandangebot bleibt zwar weiter knapp, die Mühlen kaufen jedoch zu oen gegenwärtigen Preisen mir den laufenden Bedarf. An der Küste waren für prompte Ware di« gestrigen Preise ni^)t immer zu erzielen, während am Platze das Preisniveau im Prompt- und Lieferungsgeschäft behauptet war. Roggen lag bei ruhigem Geschäft gleichfalls stetig, die Kauflust der Mühlen ist aber angesichts des weiter schleppenden Roggenmehlabsatzes, gering. Für Weizenmehl besteht zu unveränderten Preisen Aachfrage. Bei Roggenmehl klagen die Mühlen nach wie vor über unzureichende Gebote. Hafer ist bei ausreichendem Angebot im Preise kaum behauptet, Gerste in unveränderter Marktlage. 60 Geburtstag eines verdienten Turnersührers. Am 16. Februar beging Wilhelm Hoferbert in Darmstadt feinen 60. Geburtstag. Er ist in der Turnbewegung des Mittelrheink'.eises der DT. als Führer hervorgetreten, so als Mitglied des Kreismännerausschufses und als Feftturnwart des Kreisturnfestes in Darmstadt 1927. Ueber 25 3ahre war er Gauoberturnwart des Main- Rhein-Gaues der DT. und seit über 30 Jahren Oberturnwart der Darmstädter Turngemeinde. Seit feinem 14. Lebenswahre ist er Mitglied der Darmstädter Turngemeinde. Handball im Gau Hessen (O T.) Am Sonntag trägt eine kombinierte Mannschaft des Tv. 1846 Gießen auf dem Universitcitsplaß ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Mannschaft des Tv. Wetter aus. Die Spielstärke der Gäste ist im hiesigen Bezirk zu wenig bekannt, um eine bestimmte Voraussage geben zu können. Arbeiter Turn- und Sportbund. Am Samstagabend findet in Raunheim der diesjährige ordentliche Bezirks -Turn- t a g statt. Die Delegierten der Turnvereine werden sich nach der Entgegennahme der Geschäftsund technischen Berichte über das abgelaufene 3ahr mit dem 3ahrcsprogramm für 1931 zu befassen haben. Außerdem werden die Beratung eingegangener Anträge und die Wahlen die Versammlung in Anspruch nehmen. Am Sonntagvormittag findet dann auch, ebenfalls in Raunheim, der ordentliche Bezirkstag statt. Die Delegierten der Bezirksvereine werden über die weitere Entwicklung der Bewegung zu beraten haben. Rach der Berichterstattung über das verflossene Geschäftsjahr wird ein Referat des Kreisvertreters über Organisationsfragen die Teilnehmer beschäftigen. Kunstturnkampf Oeuischland—Hollanb Holland hat bereits seine Mannschaft für den am 8. März in Rotterdam stattsindenden Länderkampf im Kunstturnen gegen Deutschland aufgestellt. Die deutschen Farben vertritt bekanntlich der Kreis Rheinland der DT., namentlich steht die Vertretung aber noch nicht fest. Für Holland kämpfen: Melkman, van Dam, 3akobs, van der Binden, Wijnschenk, Caran:a, Zwaaf. Schwedische Skimeisterschast. 3n Abwesenheit der iwch in Oberhof weilenden schwedischen Skielite begann am Dienstag in Umega die schwedische Skimeisterschaft mit dem 50-Kilometer-Dauerlauf. Bei sehr guten Wetter- und Schneeverhältnissen wurden ausgezeichnete Zeiten gelaufen. Sieger wurde Olle Hansson (Lulea) in 3:48,07 vor H. Bergstrvm (Sandvik) 3:49,08 und H. Södergren (Ockelbo) 3:49,17. Weltmeisterschaften im Eiskunstläufen. Den Höhepunkt und Abschluß der Berliner Cissportsaison bildet vorn 27. Februar bis 1. März die Weltmeisterschaft im Eiskunstläufen für Herren, Damen und Paare die im Sportpalast zur Durchführung kommt. 3m Rahmen dieser Veranstaltung kommt ein internationales Eishockey-Turnier zur Durchführung, an dem sich die Rationalmannschaften von Kanada, Oesterreich, der Tschechoslowakei und Deutschland beteiligen. Damen-Sla'omlauf in Mürren. Arn Donnerstag wurden in Mürren die Eis- Rennen mit dem Damenlauf im Slalom fortgesetzt. Gesamtsiegerin wurde die Engländerin Miß Mackinnon in 2:38 Minuten und 100 Punkten vor der Oesterreicherin 3nge Lantschner. Beste Deutsche war Frl. Schmidt, München, die sich mit 3:33,5 Min. an elfter Stelle placierte. Die zu durchfahrende Strecke war 600 Meter lang und wies etwa 200 Meter Höhenunterschied auf. Ergebnisse: 1. Miß Mackinnon, England, 2:38 Min., 100 P.: 2. 3nge Lantschner, 3nnS- bruck, 2:49, 97,44 P.; 3. Miß Keßler, England, 2:42,2; 4. Miß Sale-Baker, England; 5. Miß Gossage, England; 6. Miß Grewdson, England, 2:50,6. E. Haynes wieder in Deutschland? Ter amerikanische 3ockeh EveVet^-Haynes, der nach seinem mehrjährigen Gastspiel in Deutschland wieder an seine alte Wirkungsstätte nach Frankreich zurückkehrte, hat für 1931 noch keinen Vertrag abgeschlossen. Haynes verhandelt schon seit Monaten mit Trainer A. Horalek und es ist' nicht ausgeschlossen, daß der Amerikaner in diesem 3ahre für die Ställe Blumenseld/Samson und L. Lewin auf deutschen Dahnen reitet. Oer Sport im Reiche. Am bevorstehenden Sonntag nimmt der Sportbetrieb wieder einen größeren Umfang an. Fußball-, Hockey- und Handballspieler treten auf dem Rasen — soweit er nicht von Schnee bedeckt ist —, Tennisspieler und Schwimmer in der Halle an. Der Wintersport hat am letzten Sonntag schon seinen Höhepunkt erreicht und seine Kurve geht jetzt nach unten. 3m Eissport verdient die in Helsingfors zum Austrag kommende Weltmeisterschaft im Schneilau, en an erster Stelle genannt zu werden. E i s h o ck e h s p i e l e werden im Berliner Sportpalast am Sonntag und Montag zwischen den Mannschaften des Schlittschuhklubs, des EHE. Davos und des Budapester Eislaufvereins ousnetragen. Der Skisport wartet mit dem F3S.-Abfahrts- und -Slalomlauf im schweizerischen Wmtersportplah Mürren auf. Recht bewegt geht es im Fußball zu, wo in der Reichshauptstadt das Städtespiel Berlin gegen Dresden auf dem Preuhenplatz guten Sport verspricht. Die argentinische Mannschaft aus La Plata spielt am Samstag in Chemnitz und am Sonntag in Leipzig. 3m Handball sind in Süd- und Südostdeutschland die Endspiele schon im Gange, während sie in Mitteldeutschland am Sonntag mit der Vorrunde beginnen. Die tote Saison in der Leichtathletik wird durch das Stuttgarter Hallensportfest, das schon am Samstag vonstatten geht, etwas belebt. Die Schwimmer treten nach längerer Ruhepause gleich machtvoll aus ihrer Reserve heraus. Eine großartige Veranstaltung beginnt am Samstag im Berliner Wellenbad, wo neben der fast vollzähligen deutschen Meisterklasse der finnische Brustschwimmer Reingoldt und die Pariserinnen Salgado und Blondeau als Vertreter des Auslandes starten werden. 3m Hallentennis folgt der Bremer Tv. 96 einer Einladung nach Amsterdam. 3n Stettin sollen am Sonntag programmgemäß die internationalen Deutschen Tischtennis-Meisterschaften beendet werden. Der Radsport beschränkt sich mir auf die Veranstaltungen in Brüssel (Sbd.), Paris und Marseille, wo die westdeutschen Fahrer Stübecke und Schenk an den Ablauf gehen wollen. Kurze Sportnotizen. Der talentierte Mittelläufer Tiefe l ist tilgen einiger Unstimmigkeiten b:i Union Riederrad ausgetreten und hat sich bei der Eintracht Frankfurt angemeldet. Tildens Debüt als Profi gestaltete sich am Mittwoch in Neuyork zu einem vollen Erfolg. Der amerikanische Altmeister schlug den Tschechen Karel Kozeluh int Einzel 6:4, 6:2. 6:4 und blieb auch im Doppel mit Hunter erfolgreich. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. —' Reichsbankdiskont 5 v. H., Lomhardzinsfuß 6 v. H. .vrannun a. Serini Sranriuri a. 211. Berlin ifrrannun a. Jli. Berlin Banknoten. Schluß» iura | l-Uhr» flurd Schluß« i furtf । ülnfang. Kur« Schluß«! (ur< | 1 »Uhr- Kurs Schluß» für.' Ulnla g. Kurs Ech.uß- knrü I-Uhr» Schluß», SInfang» __________Berlin. 19. Februar_______ Amerlkanllche Noten . ..... Geld 4.194 Lrics 4,214 58,62 112,57 20.475 16,508 169,01 22,07 112,56 59,14 2,503 112,74 81,35 43,04 11,472 73,47 a. 2H. Dalum 192. 20.2. 19.2. 20.2. Datum 19.2. 20.2. 19.2. 20.2. Dalum 19.2 20.2. 19.2. 20.2. Belgische Nölen ....... Dänische Noten ....... Englische Noten ........ Zranzviische Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deunch-Oesterreich, * 100 Schilling Rumänisch' Noten....... Schwedische Noten ....... Schweizer Noten ........ Spanische Noten........ T'chechoiiowakiiche Noten..... Ungarische Noten Devisenmarkt Berlin 58,38 112,13 20,395 16.448 168,33 21,99 112,12 58.90 2,483 112,30 81,03 42,86 12,412 73,17 - Frankfurt 6% Deutsche Retchoanleihe von 1927 ....... 7% Drilliche ReichSanlethe von 1929 .......... Drilliche Slnl.-AblSi-Schuld mit eiuolo)..fKf(lucn ...... Deeqi. ohne Audios.-Rechte . . 6% Hell, «ollifinat von 1929 (rürftohlb. 102%)...... Oberteilen Provinz. Anleihe ml Slnrioi.-Reckuen...... Drilliche flomm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 ... 8% >'ran,|. f?nv. Bank Goldpfe XIII unfünobar bis 1934 . . . <% firanff. Hvp.-Aank Boldpse untunobar bis 1032 . . nen. rückzahlbar 1933 ..... 4% Oesterretchische Goldrente . . 4,20% Lrslerreichiiche Silberrenie 4% Oelirrreichiiche Einheitliche Rente ..... 4% UngatW Goldrenle . . . . <% Ungarifdje Staattirente V. 1910 4Vr% Veegl. von 1919 4% Ungarildie Kronenrente . 1% Türlische ZoUanlethe von 1911 4% Türliiche Bagdadbahn-AiU Serie 1 . . . 4% desgl. Serie II....... 6% Rumänische verrinh. Rente von 1903 ... iyt% Rumänische verelnh. Rente von 1913 .......... 4% Rumänische verelnh. Rente - 84,75 98,75 53,75 5,45 90 50,25 51,65 93 88,5 100,5 96,5 24,75 2,5 19,8 16,8 1,65 3,65 3,65 9 14,65 7,35 || | II MIHI II 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 ££ । । 1 84,9 98,75 53,75 5,475 90 51,5 100,5 96,5 2J 20 1,8 9 14,7 7,4 53,5 5,5 2,6 20 17 3,9 3,8 14,7 vamDurg«Vlmertla Patel ... 7 Hamburg-Südain. Dampfschiff. 8 Hama Tainviichtll.....10 Rorddeuttcher Lloyd.....8 Allgemeine DeuiicheCrebitanst. 10 Barnier Bankverein ... 10 Berliner HandelHgeieUschasl 12 Commerz und Privat-Banl . 11 Darmstädter und Nattonalbank 12 Teuliche Bant und Dteconio Gesellschaft, ... 10 Dresdner Bank......10 '.'■»idiabani........12 65 67,75 119,5 108.25 135 106,25 106,5 245 102 118,5 117 80 111 111,5 120,75 177,5 122,5 49 67,25 76,5 73 167,5 58 -7,13 36 55 158 71.5 82 1111111^3 III 1 1”। H 1 11 1 , । । । 1 1 । II II । । । । ।K। 64,9 130 107,75 67,75 119,13 108,65 134,5 106,25 106,4 101,65 113 118 116,75 80,75 111 111,25 119,75 177,25 122 48,25 66,4 76 71,75 63,5 167,5 57,75 69 66,65 35.65 74 55 158,5 71,5 64,9 130 67,9 120 134,5 106 106,25 102,5 117.9 118 81,25 111,75 121 177,5 66,25 76,25 71,9 63,5 56,5 66.5 36,75 74,5 55,65 157,5 71,65 Bereinigte Stahlwerke . ... Ltavi Minen .... 16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliioerke Welleregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 K. G. Warben Industrie . . . 12 Drmamit Nobel.......6 Eckeideanstalt..... 9 Goldschmidt ........5 fRüfgeroroerte..... 6 Melallgeielllchast.......8 Mitipv Holz mann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Eementwerk Karlstadt. . . . 10 Wovv & ssreutag .....8 Schultheis Payenhoter ... 15 £ morde 12 91 lu 18 Bemberg.........14 Zellstoff Waldhof .... 18'/. Zellstoff Aichaflenburg ... 12 Vbarlotienburger Wailei ... 8 Teiiauer Gas . .... 9 Daimler Motoren . ..... 0 Tcuttche Linoleum ...... Maichinenbau 91.-0. ..... 0 Oren stein & Koppel ..... 6 Leonhard Tietz ...... 10 Svenüka ....... .^rankfuner Maichme« .... 4 Grihner ...... 6 Hevligenliaedt .......o Iunghans 6 Lechw.rle..........s Matnlraltwerke HdchN a. M.. . 8 Miag .........10 Gebr. Roeder...... 10 Botgi & Haeffner ...... s Süddeutsche Zucke« .... 10 57 35,75 131,5 139 201 138,13 63 123 38 48,5 72 77 73,5 42,5 2,25 62,5 96 72 24,5 104,25 110 249 11,5 30,5 122 57,75 35 138,75 139 73 78 75 43 73 44,5 57,5 35,25 131,5 138,25 201,5 138 38,13 48,75 72,5 76,9 42 171 147,5 72,25 63 95 114,75 24,9 103,25 47 111,5 249,5 11 30,75 58,5 35,65 137,75 201 139 49,13 78 172 73 63,65 94,75 115 24,9 103,25 47,75 250 Bergmann.........9 lieht. LielerungrgeieNlchast. 10 Licht und Kratt......10 fetten & Guilleaume . . . iyt Gelellschast für Elektrtiche Unternehmungen .... io vamburger Ele!trUllät--Werke 10 -libeiniiche Eieklrijilät .... 9 Schlciiiche Elektrizität. ... 10 rdiudcti&lSo......11 Sicmciie & $>aiete.....16 Iranrravto . ....... 8 abmeyer L Co.. ..... 10 Buderur ......... 6 Eiicner Steinkohle ...... 8 Geilenkirchener ....... 8 Parpcncr . ....... 0 Hoeich Ellen.....• • . 6¥i fjile Bergbau ....... 10 Klöcknerwerke . ....... 7 Köln-Reueilen ...... 7 Mannesmunn-Rviirev .... 7 Manefelder Bergbau .... 7 Obcrlchlci. Eiienbevart .... 6 Oberichlci. Kotowerke.....7 Münir Bergbau .... 8^ Nheinilche Braunkohle« . . 10 Rhelnitahl ........6 1 Riebeck Montan ...... 7,2 I9.$ebruai 20.Februar Amlilchc Notierung weh' 1 3r1c| Amtliche Geld Notierung Sric Amst.-Nott. Bu ii-SlireS Brsi.'Amw- Gbriftiauta. Kopenhagen Stockholm - Heiiingfors- Italien - London. . Neunork . . ItariS.... Schweiz .. Sva i:n - . Japan • . - «io de Ian. Wien in D-> Ceft. abgeft 'Prag Bel irad . . Buoav.'l. . »ui arten "'ssabon . Danzig . . «onst ntin. Athen Lanaoa Uru mur - « Cairo - . . 168,67 1,365 58,56 112,40 112,40 112,51 10,576 22,00 20,418 4,204 16,471 81,09 43,06 2,079 0,364 59,06 12,445 7,403 73,35 3,046 18,84 81,62 1,784 5,445 4,201 2,917 20.935 169,01 1,367 58,68 112,62 112,62 112,73 10,596 22,04 20,458 4,212 16,51) 81,25 43,14 2,083 0,366 59,18 12,465 7,417 73.49 3,052 18,88 81,78 1,789 5,455 4,209 2,933 20,975 168,65 1.376 58.485 112,40 112.39 112,50 10,576 21,995 20,417 4,204 16.473 81,035 43,66 2,083 0,361 59,05 12,448 7,400 73,35 3,046 18,84 81,61 1,784 5,445 4,202 2,917 20,935 168,99 1,380 58,.05 112,62 112,61 112,72 10, 98 22,035 20,457 4,212 16,513 81,195 43,74 2,P87 0,363 59,17 12,468 7,414 73.49 3,052 18,88 81,77 1,789 5,455 4,210 2,923 20,971 « eitl, a°.z - z = =5 3 ce “«Äs CSE V y Hi V E in c 18« E E E • E ■ (»3 x'E e L- CI 3 C> C u I» E •JuS *^E=to Edv. , EEcfiti c a 3 VZsf ■e .at: =ä: —® -- b-SA LV E 2« H «f "’E O 3 E o o oc=.s 7'4»K Ä 3 c H E "Ä5 g? E "'ES.1 •S3 tt .o.» E tft 5Z o 8ZL EjS »1.2 e Sa o .07 2 Bi: T o o i- 3 — *TT' 510 E ID®» E Lis w . w w — '-I #—* - . 5 ErS E tt E ® 'F- 3 » . 3 L - 3 . E2"t .ZS E .5 3 19 = 89 o = s LxL 5 £ = 2 Se^oc a » t Ü) L 'S 2 8 'o 53 » E «> 2*3 2 2 50 »C^ 2 o « ^•s :^-e-05 g5 >SaBi 20.3^L 2 L 9 Q Z e s E C »A ’.€»• »§ » £-(9 ■e» 5 2A * a | 2D s-a ^IW N- ö(9 Q ne? 5 2 . 53 JjJ Z^“ A29ro W2s 8 Jo 19 E 1| =K EC-' o . ■o g ^D •-' » :g> 5 Süd« und Südost« on im Gange, wäh« am Sonntag mit du c 8 <3 C §1: Eo- o E E L-S3A - 3 g e sZZ ?K <=Q-° #1 2 — ■ — .■** C*— Q <*>«_, C C# = -X .*C tt 5^ 3 c = :Q O 3 ‘'‘Ec ü 5 E 1- ■« C 3 ,— 3 2 C<2." r r- O >3 » E 71 L_*—- .. «€=H ■S-ultt flgoS . ä. too neben der M -Mt der KnW nd die Parisninnen Vertreter des Aus« 53 ö-3 £H AE 168-65 1.376 58,485 112.« 112.39 «1Ä S: !i:S M ‘«1 2,083 0.361 «■§-- <. *» ?«.stS- O a.CQ « o E89LS <2 » 5 :a 3 E - J- °KLZ €c- ^E^s e E *3^.5 X,2K7l O c. 2 3C ZG^sr ^2 = 2 ?- -■e « i— E 2 S' 2~^ EE^ 0(9 a - *—• r— o e c 5 ER’" - ö ,Y £ L-< E E E t,vy 2 . o c|8 - .5 ZD ■— "F 3- a> /-> SZ-^EZ a„ j«»3- »;S ''Ä Ä 18.« 81-2 1,7« !Z J3Z 3 » — E 8 3> ?-2 L 3 2 3 o Eä.E ■z E = V Z 2 *2 »© ,a. e u 3 89 c:-o — ZH-ZLZZ« -JE . c-e-o. 2 4EZ s » 2 sf 2 £2 a. c T T3U 58.62 112,57 20.475 16,508 169.01 22,07 112,56 59,l< 2.503 112,76 81.35 43.08 11.4 73.47 EU ^-!ii SZGZSZ sZH--- -* a.'p o E!O X 3§Et G " C s >= e = •— Ci >P 45» C Hi ;S5? ~ tf» B-Jbs ®E6tf5 »3(9 LE 83CE§ O a, = w 8& s« = = 3 « g&» U§ .» E <3 • ü ^8 iE 7? 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