Dienstag, 20. Januar 1931 Nr. 16 Erstes Blatt 181. Jahrgang Oie Genfer Ratstagung beginnt müssen. Ich bin da' eine form Der Goldmacher Tausend vor Gericht Sieg. bedeute viel das 3n bezug auf die Resolution der Völkerbund-- Versammlung vom 17. September 1930 beschloß das Studienkomitee für eine europäische Union die Weltwirtschaftskrise zu studieren, soweit sie die europäischen Staaten gemeinsam angeht. Das Studicnkomitee beschlicht weiter, durch Vermittlung des Völkerbund s- ra ts die Regierungen von Island, der Türkei und Sowjetruhland einzuladen, an diesen Studien teilzunehmen. Diese Entschließung wird am Dienstagnachmittag in der Vollversammlung der europäischen Konferenz erörtert werden. Auf Antrag des britischen AuhenministerS Henderson, der von dem schweizerischen Dundesvizepräsidenteir Motta unterstützt wurde, beschloß die heutige Vollversammlung, daß die Verhandlungen über diese Entschließung öffentlich fein sollen. Mnderhellenklagen befasse. Das äußerst gespannte Verhältnis zwischen Polen und Deutschland werde dadurch aber noch mehr verschärft, und Polens äußerst gefährdete internationale Stellung werde durch derartige „Siege“ nur noch verschlimmert werden, von zwei Selten, nämlich von Deutschland und Sowjetruhland. würden Forderungen hinsichtlich einer Revision der polnischen Grenzen erhoben, Ls steht außer Zweifel, daß Polen bei der ersten Gelegenheit zwischen diesen beiden Ländern wie jroi« schen zwei Schilden eingeklemmt sein werde. Polen werde seine jetzigen Grenzen genau solange behaupten können wie die Verbündeten, mit Frankreich an der Spitze, Deutschland und Sowjetruhland das Messer an der kehle halten könnten. Aber wie lange könne diese Lage andauern? Generationen, Jahrhunderte? Die Politik, die das neue Polen verfolge, fei ungeheuer gefährlich, diktiert von einem llebermah nationalistischer Leidenschaft und einem Mindestmaß von Klugheit und vorbedacht. die Direktvrenposten zu berufen, während nunmehr wieder Vertreter der Großmächte ernannt worden seien. Er bitte deshalb, die Ernennungen nur unter dem Vorbehalt der kommenden endgültigen Regelung vornehmen za lassen. Der deutsche Wunsch wurde jedoh nicht berücksichtigt, da der amtierende Generalsekretär, Avenol, Franlrrich, darauf hrnwies, dah die Entscheidung über die Besetzung der Posten ef allen sei und Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher» Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mra Brette 35 Neichspfeimig, Platzvorschrist 20", mehr. ThefredaKteur Dr. Fnedr Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot,- für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Dietzen. auf dos unbedingt Notwendige zu beschranken. 3m weiteren Verlauf muß Wert darauf gelegt werden, daß sich die Selbstkosten- und Preissenkungen in einer Wirtschaftsstufe auch in allen folgenden Stufen auswirken. Dieser Grundsatz gilt natürlich auch für die Tarife der Beförderungsanstallen und anderer Versorgnungsbetriebe der öffentlichen Hand. Mit den Maßnahmen der Preispolitik beabsicht.gt die Reichsregierung keine dauernde Geiv f u n g d e s Reallohnes. Tatsächlich ist der Lebenshaltungsindex gegenüber dem Vorjahre um 7,2 v. H. gesun k e n und gegenüber seinem höchsten Stande im Marz 1929 um 9,5 v. H. Oie Aussprache. Die Streichung des Reichszuschusses für den Eisenerzbergbau an Sieg, Lahn und Dill müsse einen unerträglichen Lohnabbau zur Folge haben und den Eisenerzbergbau auf8 schwerste gefährden. Rach dem Anträge des Berichterstatters sollen 750 000 Wk. für diesen Zweck bereitgestellt werden. Abg Schlack (Z.) hielt zwecks Aufwärtsent- totdhmg der deutschen Wirtschaft die Hebung der ____________ Rfl uve bereits im September ge f < die heutige Ernennung lediglich liche Bestätigung der damal gen De.chlüsse sei — Es besteht hier der Eindruck, daß über die Ernennung und den Ort der Abrüstungs- k o n f e r e n z auf der gegenwärtigen Ratstagung Darlegungen wurden von wissenschaftlicher Seite als- Phantastereien eines ungebildeten Laien bezeichnet. Auch die Nachprüfung seiner angeblichen Verfahren zur vereinfachten Herstellung von Wasserstoffsuperoxyd, von Morphium aus Kochsalz zur Veredelung von Stahl, ergab nie etwas Positives. Trotzdem gelang es ihm, nachdem er angeblich durch einen $ufaU die Herstellung von Gold entdeckt hatte, den Referendar Rienhardt (München) als Teilhaber zur Gründung einer bergs, Badens, Hessens, Hessen-Nassaus und Sachsens. Angesichts der zur Zeit in Berlin statt findenden wichtigen Beratungen wurden an den 'Reichskanzler und an den Reichsernährungsminister Telegramme gesandt, in denen die sofortige Aus- führung der von der gesamten Landwirtschaft erwarteten Not Maßnahmen gefordert wird. In einer Entschließung heißt es: Die süddeutschen Landwirtschaftskammern stellen fest, daß die Außerkraftsetzung der E i n f u h r s ch e i n e für Hafer, Braugerste, Malz, Großvieh und Fleisch eine schwere Schädigung der gesamten süddeutschen Landwirtschast herbeigeführt hat. Die ftammern fordern da her eine beschleunigte Wiederinkraftsetzung der Einsuhrscheine. Mit dem Hinweis auf den starken Rückgang des Bierkonsums und des Diersteueraufkommens wurde dringend ersucht, das Ausmaß der Bierbe st euerung raschestens auf ein vernünftiges Maß zurückzu» führen. Ein neutrales Urteil. Kopenhagen, 19. Dan. (IU.) „Politiken“ bringt einen Leitartikel zu der Verhandlung Über die deutsche Klag« gegen Polen vor dem Völkerbund. Die Grenzen des wiedererrichteten Polen feien, so schreibt das Blatt, so weit gespannt worden, daß ein Drittel der Einwohner des jetzigen Polens nichtpolnifcher Rationalität fei. 3n manchen Gebieten wohne nicht ein einziger Pole. Kein Staat habe sich als weniger geeignet erwiesen, über nationale Minderheiten zu herrschen als gerade Polen. Es sei nicht das erste- mal, dah gegen Polens Behandlung der Minder- heiten in Genf geklagt werde, aber die Klage, die Deutschland jetzt vorbxlnge, sei b e s o n d e r s e r n st. Natürlich werde Polen diese Klage zurückweisen. Der Wahlterror in vsloberschlesien sei aber über- all wohlbekannt und lasse sich überhaupt nicht ableugnen. Trotzdem werde es Polen in Genf vielleicht gelingen, die Sache wieder im Sande verlaufen zu lassen. Man wisse aus Erfahrung, dah der Völkerbundsrat sich sehr ungern mit Der Angeklagte war ein Sonderling, der las, aber bei seiner mangelhaften Vorbildung 2lufgenommene nicht verarbeiten konnte. Seine Deutschland und die Wirtschafiskrisis. Debatte im Haushaltsausschutz. Berlin, 19. Ian. (VDZ.) 3m Haushaltsausschuß des Reichstages wurde zunächst ein nationalsozialistischer Antrag abgelehnt, der verlangt hatte, daß über die Verausgabung von Fonds zum Schuhe der Republik usw. in der Haus)attsr:chnuna 1929 genauere Angaben gemacht werden sollen. Die Anträge der Aalionalsoziattstcn, Deutschnationalen und Som» munifffen, die die Streichung sämtlicher Etatsposten für die Reichszentrale für Herrn a t d i e n st verlangen, wurden gegen die Stimmen der Antragsteller und des Landvolks a b gelehnt. Ferner wurden die Anträge der Dculschnationa'en, Rasiona'.sozialisten und Kommunisten abgelehnt, die die Streichung der Etatsstelle für den Reichsminister ohne Geschäftsbereich, also für den Minister T re- vir a n u s verlangten. Es folgte die Beratung des Etats des Reichswirtschastsministeriums. Dazu erklärte der Leiter des Reichswirtschaftsministeriums Staatssekretär Or. Trendelenburg: Schicksal. , , Abg. Reinha rd t (Ralf.) führte als Berichterstatter u. a. aus: Der Haushalt des ReichS- wirtschaftsministeriums steht im Zeichen eines bedauerlichen Abbaues. Die Ausgaben srnd um 4 366 900 Mk. niedriger angeseht als im Vorjahre. Bei der Herabsetzung der einmaligen Ausgaben handelt es sich im wesentlichen um die Strer- chung des Zuschusses zur Förderung des Eisenerzbergoaues an Sreg, Lahn und Dill einschließlich Oberhessens im Betrage von 70 000 Mk. Die Streichung des Reichszuschusses an das Deutsche Handwerksinstitut bedeute ein» Vernachlässigung der Belange des Handwerks. Er beantrage, mindestens 70 000 Mk. als Zuschuß in den Haushalt einzusetzen und den Zuschuß für das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit von 200 000 Mk. um 65 000 Mk zu erhöhen. not und Fehler und Unterlassungen seiner eigenen Wirtschaft und Finanzpolitik schuld. Deutschland habe an sich in feinem Außenhandel seit dem Kriege bewundernswerte Erfolge erzielt und es sei keine Kleinigkeit, daß Deutschlands Export an Fertigwaren heute zum ersten Male in der Geschichte größer geworden sei als der Englands. Aber wir können es nicht ertragen, daß nun die Handelspolitik sich die Erfolge der deut- scheu Wirtschaft zunutze mache. Weiterberatung Dienstag. Forderungen der Landwirtschaft. Tagung der süd- und südwestdeutschcn ü andwirtschaftstamrner. Stuttgart, 19. Ian. (TU.) Am Montag fand in Stuttgart eine Tagung der süd- und südwest- deutschen Landwirtschaftskammern statt. Es waren vertreten neben dem Deutschen Landwirtschaftsrat die Landwirtschaftskammern Bayerns, Württem- Erich«int täglich,autza Sonntags und Feiertag» Beilagen Di« Illustriert« vtetzenet Famtltenblättei Heimat im Bild Di» Scholl« IRonats-Beingsprets; 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfenmg für Träger- lohn, auch bei Richter- scheinen emzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernlvrechanlchlüfse enterSammelnummer2251. Anschrift tüt Drahtnachrichten Anzeiger Hießen, poßscheckkonto: gta*lfnri am Main 11686. Polen spiel! ein gefährliches Spiel. Oie Minderheitenbeschwerde verschlechtert Polens internationale Lage. — Wie lange wird Frankreich Polens Gegnern das Messer an der Kehle halten können? Angesichts der Arbeitslosigkeit kommt der deutschen Ausfuhr besondere Bedeutung zu. Die üxbuftriellcn Unternehmer- und Arbeitnehmerkreise erheben daher mit besonderem Rachdruck de forie.ung, da; das bestehende Haille s- vertragssystem vor Erschütterungen bewahrt bleibe und die Handelspolitik ihre bisherige Richtung beibehalle. Der Einwand, daß wir durch Forcierung unserer Ausfuhr Anruhe auf die Märkte der Welt trügen, kann uns nicht ab- halten, den Weg zu geben, der angesichts der Gesamtlage notwendig ist. Das Ausland muh bedenken, daß es ohne solche Rebenerscheinungen nicht möglich ist, Reparationszahlungen aus 11 e b e r s ch ü s s e n der deutschen Wirtschaft abzutragen. Die Stabilität unserer Währung ist gesichert. Doch sind die Verhältnisse auf dem Geld- und Kapitalmarkt und die Kreditsicherheit Gegenstand mancher Sorgen, zu denen namentlich das starke Ausmaß der kurzfristigen Auslandverschuldung Anlaß gibt. Die deutsche Wirtschaft ist durchaus gesund. Aber eine Prognose läßt sich auf Grund ökonomischer Betrachtungen allein nicht anstellen. Im Olugenblid ist nicht die Wirtschaft, sondern die Politik unser An. Montag begann vor dem Erweiterten Schöffengericht im Münchner Justizpalast die mehrwöchige Verhandlung gegen den 46jährigen Spengler Ta u s e n , der durch seine Behauptung auf das Geheimnis der Herstellung synthetischen Goldes gekommen zu fein, verschiedenen Personen Beträge in der Gesamthöhe von mehr als anderthalb Millionen Mk. betrügerisch entlockt zu haben. Die angebliche Erfindung Tausends war wiederholt Gegenstand wissenschaftlicher Prüfungen, die aber immer negativ verliefen. Während der Untersuchungshaft wurde bekannllich Tausend Gelegenheit gegeben, im Hauptmünzamt München unter strenger Bewachung sein Experiment auszuführen, wobei er aus einer Bleiprobe von 1,67 Gramm der Gerichtskommission einen Edelmetallkern von 0,125 Gramm überreichte. Die Sachverständigen sind aber der Ansicht, daß dieses Gold vorher den verwendeten Ausgangsmaterialien z u g e f ü g t wurde. Oie Anklage. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck üttb verfog: vrühl'sche Uinverfilälr-Vuch, mtb Stctnöruderei R. Lange tn Gießen. Schriftlettnng und Geschästrltelle: Zchulfttaße 7. Kaufkraft der großen Masse für notwendig, wozu wiederum Voraussetzung die Senkung der öffentlichen Lasten sei. Die Senkung der Preise dürfe nicht nur durch Senkung der Löhne und Gehälter angestrebt werden, sondern sei auch durch Herabsetzung der anderen Produktionskosten sowie der Gewinne der kartellierten Industrien herbeizuführen. Abg. Tarnow (Soz.) sagte, der Lohnabbau sei der Regierung gelungen, aber auf dem Gebiete des Preisabbaues habe die Regierung sich mit provisorischen Maßnahmen begnügt. Der Redner polemisierte dann gegen die Wirtschastspolitik der Kartelle, die ihre Lasten in der Hauptsache den Derbraucherkreisen aufbürdeten, ohne trotz der Rot der Zeit die eigene Rente zu schmälern. Abg. Dr. Wienbeck (Dnt.) wandte sich gegen den völligen Abbau des Reichszuschusses für den Erzbergbau im Lahngebiet. Das Handwerk und der Einzelhandel müssen unbedingt gefördert werden. Dem Sterben des Mittelstandes müsse Einhalt geooten werden. In diefem Zusammenhänge sprach der Redner für eine hohe Warenhaussteuer und gegen die katastrophale Entwicklung der Tabaksteuer. Abg. Dr. Dessauer (Z.) war der Ansicht, daß Lohnsenkungen vvlksw.rtschaftllch — von Ausnahmen abge.ehen — nur dann nützlich sein können, wenn der Reallvhn und damit die Kaufkraft des inneren Marktes erhalten wird, denn eine Einschränkung des Reallohnes wirkt sich als Produktionseinschränkung aus. Ser Maßstab der Güternroduktion ist die tägliche Einkommenssumme des Volkes. Darum steht die Preissenkungsaktion im Miltelpunkr jeder Aktion zur Aeberwindung der Preis«, weil nur dann mehr Güter mit dem bestehenden Einkommen gekauft werden können, wenn die Güter billiger find. Ein zweites großes Mittel, die Krise zu erleichtern, ist die Exportsteigerung. Abg. Dr Stolper (Stp.) führte aus, er habe das Gefühl, daß vom Preisabbau zuviel und zu lange geredet werde. Zuviel im Verhältnis zum Erfolg, und zulange zu dem, was die Wirtschaft ertragen könne. Er bitte deshalb die Regierung, die Aktion so energisch wie möglich fortzu- setzen, aber s o rasch wie möglich zum Abschluß zu bringen, weil wir sonst riskieren, den Anschluß an eine Belebung der Weltkonjunktur zu versäumen. Deutschland sei an sich in der Lage, die Wellwirtschaftskrise am raschesten zu überwinden, denn es habe nicht die riesigen Verluste zu erleiden, die die Rohstoffländer und die Industriestaaten mit eigener Rohstoffbasis erlitten haben, und es könnte als reines Lerarbeitungsland von der Preisspanne zwischen Roh st off und Fabrikat am meisten profitieren. Wenn Deutschland dennoch unter der Krise am meisten zu leiden habe, so seien daran seine Re para- I tionsoerpflichtungen, seine Kapital- G. m. b. H zu gewinnen und von einer Fr». Schilbach ein Darlehen von 100 000 Mark gegeÄ vier Prozent Jahreszinsen und 50 Prozent Gewinnbeteiligung zu erhalten, die er aber nicht zum Ausbau seines Dersahrens, sondern zum Ankauf des Schlosses Paschbach in Südtirol verwendete. Ferner gründete Tausend im Oktober 1925 die Gesellschaft „164" (Deckname für Gold). Die hier gewonnenen Mitglieder verfielen in Mitarbeiter ohne finanzielle Beteiligung (zu diesen gehörte auch der Stieftohn Ludendorffs, der kaufmännische Angestellte 'Bernet) und Mithelfer mit finanzieller Beteiligung. Diese durch die unwahren Angaben über die Möglichkeit der Herstellung von Gold getäuschten Personen schossen namhafte Beträge ein, nachdem sie sich von Tausend die Herstellung des angeblichen synthetischen Goldes hatten vorführen lassen. Die Beträge, die er nach der Vorführung „günstig verlaufener Experimente" erhiell, beliefen sich zunächst auf insgesamt 488 598 Mark. 135 000 Mark davon verwendete Tausend für persönliche Zwecke. Neue Mitglieder legten nach Vorführung der Experimente 793 833 Mark ein. Zum Etatsausgleich brachten die Mitglieder weiter noch 190000 Mark auf. Bon der Gesamtsumme (1,75 Millionen Mark) Hal Tausend über dreivier lei Millionen für sich verbraucht, und zwar für den Ankauf von Häusern, eines Gutes in Aichberg und zweier Schlößer in Paschbach und Tharandt. AIS die Mitglieder, da Taufend seine Versprechungen nicht hielt, mißtrauisch geworden - waren, behauptete er u.a_ er sei von der Grammproduktion von Gold bereitS Die herrschende Wellwirtschaftskrise erfaßt alle Länder der Welt. Ihre letzten Ursachen zeichnen sich noch nicht deutlich ab. In den Vereinigten Staaten herrscht eine inbuftrielle Sonderkrise als Rückschlag nach einer Periode stärkster Investitionen. Auch in Deutschland ist auf industriellem Gebiete eine ähnliche Sondererscheinung zu beobachten, bei starker Kapitalknappheit. Die Investitionen sind hier mit Auslandkapital durchgeführt worden, das noch über die mit geborgtem Gelbe abge» deckten Reparationen hinaus beschafft wurde. Der Kapitalzufluh vorn Auslande erzeugte eine Scheinblüte, die u. a. zu mangelhafter Disziplin der öffentlichen Finanzen und zur Ueberfteigerung der Preise für viele wirtschaftliche Güter, Waren und Leistungen führte. Die Senkung des Industrie l l e n S e l b st o st e n- und P reisnioeaus ist zugleich die beste Hllfe für die Landwirtschaft. Bei der Durchführung dieses Prozesses müssen wir darauf Rücksicht nehmen, wie labil die deutsche Wirtschaft, insbesondere nach der Kreditseite und nach Der Seite des Vertrauens hin, ist, und day wir deshalb Erschütterungen vermeiden ' ' her bemüht, staatlich- Eingriffe Notwendige zu beschränken. Im noch keine endgültige Entscheidung falten wird, da die grundsätzlichen Meinungsverschiedenß-iken unter den Großmächten in dieser Frage noch zu groß sind. Man beabsichtigt vielmehr nur, den Zeitpunkt der Abrüstungskonferenz auf Mitte Februar 1932 festzufetzen. Beschränkte Heranziehung der Türkei und Rußlands. Genf, 19. Ian. (WTD.) Die Kommission, die einen Vorschlag für die Beteiligung der europäischen Richtmitgliedsstaaten des Völkerbundes an een Qlrie te.r des e. ropaischen S ud e t mi ees gemacht hat, hat diesen Vorschlag in Form einer Entsch-llehung der Vollversammlung der europäischen Konferenz vorgelegt: Oie Großmächte beherrschen das Bölkerbundssekretariat. Teutscher Protest bleibt wirkungslos. Genf, 19. Jan. ($U.) Der Dölkerbunds- rat hat in seiner heutigen Geheimsitzung endgültig das Programm für die gegenwärtige Tagung scstgelegt. Am Dienstag findet die Haupt- aussprache über Zeitpunkt, Ort und Präsidentschaft der Abrüstungstvnlerenz ftari. Die Oberschlesienbeichwerden ein chl eß ich der des Deutschen Dolksbunoes werden am Mittwoch vom Rat behandelt werden. Sodann wurde endgültig die Ernennung von drei neuen Direktoren des Böl- kerbundsekretariates vvrgenrmmen. Die bisherige Finanz- und Wirticha.tsabteilung ist in zwei Abteilungen geteilt worden. Zum Direktor der Wirtschaftsableilung wurde der Italiener S t o p p a n i, zum Dire.tor der Finanzab eilung der Engländer L o v e d a h und z rm Direttor der Transit- und Derkehrsableilung der Frar.zo'e Haas ernannt. Gegen die Ernennung legte Reichsaußenminister Dr. E u r t i u s ,t> f zielten Vorbehalt ein. Er betonte, daß die endgültige Regelung der Besetzung der Direktorenposten sowie der gefaulten politischen Abteilung des Sekretariats noch in der Schwebe sei und erst der im Februar zusammentretende Dreizehner-Ausschuß des Rates Vorschläge über den Ausbau der Leitung des Sekretariats zu machen habe. Curtius betonte, daß grundsätzlich in der Völkerbunds-Dollversammlung von verschiedenen Mächten gewünscht worden sei, künftig Vertreter der neutralen und kleinen Mächte auf tut Kilogramm Produktion über gegangen und wäre imstande, binnen sieben Wochen eine Goldreserve im Werte von 2.5 Mil- lionen Mark zu schaffen. Einer Kontrollkommiiswn führte Taufend das .besonders gut gelungene Experiment vor, bei dem er aus 750 Gramm vorbereiteten Materials725Gramm reines Gold ausschmolz. Durch Hergabe von Goldgutscheinen brachte er danach mehrere Ver- eins- und Nichtvereinsmitglieder um wertere 44000 0 Mark, die er für sich verbrauchte. Nach der Verlesung der Anklageschrift wurde in die Vernehmung des Angeklagten eingetreten, aus der sich ergibt, daß Tausend einige Jahre auch im Auslande lebte, so in Zürich, wo er Musikunterricht erteilte und sich mit dem Geigenbau beschäftigte. Er will dort ein Verfahren entdeckt haben, billige Geigen in Meistergeigen zu verwandeln. Als er nach der Entlassung aus dem Heeresdienst im Jahre 1917 seine Studien wieder aufnahm, beschäftigte er sich mit der Frage der Lösu n g der Quadratur des Zirkels. Auf die Frage des Vorsitzenden meinte er, daß nach seinen Verechnungen die Möglichkeit der Lösung dieses Problems gegeben sei. Leider habe er seine Berechnungen verloren. Der Angeklagte bestreitet, daß er sich auf Grund seiner Erfindungen um den Nobelpreis beworben habe. Er betonte, dah er auch heute noch an sein Verfahren zur Herstellung von Gold glaube. Die negativen Erfolge der verschiedenen Versuche seien nur auf Versehen zurückzuführen. An eine Herstellung synthetischen Goldes durch Zertrümmerung von Ätomen habe er nie gedacht. Sein Streben sei dahin gegangen, «inen Prozeß, zu dessen Durchführung die Natur Jahrhundert-- tausende nötig hatte, auf einen kurzen Zeitraum zusammenzudrängen. 3m Frühjahr 1929 fei er mit Cubenborff in Derbinbang getreten. 2HU Cubenborff als „Ireu- tjänber ber Reichskanzlei" fei ein vertrag abgeschlossen worben, in dem Tausend seinen Vertragspartnern sein Verfahren übertrug jur Verwertung zum Ruhen des deutschen Volkes, Daburch seien alle Rechte auf Cubenborff übergegangen. Am gleichen Tage sei dann der Gesellschaftsvertrag zur Gründung der Gesellschaft nach bürgerlichem Recht abgeschlossen worden, wobei Ludendorff ebenfalls als Vertrauensmann der Geldaeber im Mittelpunkt gestanden habe. Auch hier habe man ihm 5 v. H. des Ergebnisses zugebilligt, während 7 5 v. H. an Ludendorff zur Verwendung für vaterländische Zwecke gegeben werden fällten, ohne daß Ludendorff verpflichtet gewesen wäre, Rechnung zu legen. Wiederholt bestritt Tausend, daß er Darauf ausgegangen sei, sich einen Profit aus der Verwertung seiner Erfindung zu verschaffen. Erst auf Drängen habe er sich dazu bereit erklärt, 5 o. H. des Gewinnes als seinen Anteil anzunehmen. Italien und Frankreich in Genf Paneuropa als Mittel fran ösischer Wirtschaftshegemonic. Nom, IS.Jan. (END.) Der bisherige Verlauf der Paneuropa-Tagung gibt der gesamten italienischen Presse Anlaß, Wege und Ziele der französischen Außenpolitik kritisch zu untersuchen und die italienische Außenpolitik klar herauszuarbeiten. Dabei nimmt die italienische Presse für G r andi das Verdienst in Anspruch, der Debatte über Paneuropa ihren großen politischen Charakter gegeben zu haben. Hierdurch sei das französische Manöver abgestoppt worden, bas darauf hinausgelaufen sei, nicht nur die französische Vormachtstellung auf dem europäischen Kontinent sicherzustellen, sondern auch für 'das französische Geschäft vor allem auf dem Balkanmarkt politische Sicherheiten zu schassen. Cs sei jetzt klar, daß der einzige urtb eigentliche Zweck des französischen Paneurvpa- plans darauf hinausging, die französische S i ch e r h e i t s t h e s e auch auf das wirtschaftliche Gebiet zu übertragen und durch Zusammenschluß aller O st - staaten im französischen Interessennetz eine Einheitsfront zu schaffen, mit der Frankreich schließlich auch zu einem antirufsischen Block hätte gelangen wollen. Kleine politische Nachrichten. In dem Zivilppozeß des Senatspräsidenten Dr. G r ü tz n e r gegen den preußischen Staat wegen der rechtlichen Grundlage des Notopfers der B e - a m t e n hat die VIII.Zivilkammer des Landgerichts I Berlin folgendes Urteil verkündet: Der Kläger wird mit der Klage abgewiesen und verurteilt, die Kosten des Rechtsstreites zu tragen. * Der Reichswehr mini ft er hat einen Erlaß über Hilfsmaßnahmen der Wehrmacht zur Linderung der allgemeinen Not herausgegeben. Darin werden die Wehrkreiskommandeure des Reichsheeres und die Stationschefs der Marine angewiesen, in engem Zusammenarbeiten mit Behörden, gemeinnützigen Vereinen, amtlichen und privaten Wohlfahrtsstellen die Hilfsmittel der Wehrmacht einzufetzen. 2m Rahmen dieser Hilfsmaßnahmen werden Feldküchen zur Speisung Bedürftiger, Fahrzeuge zu Materialtransporten und auch Personelle Kräfte zur Verfügung gestellt. Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden soll verhindern, daß Arbeitslose geschädigt werden. e 3n der Neujahrsnacht kam eS in Berlin zu einem Zusammenstoß zwischen Mitgliedern der NSDAP, und des Reichsbanners, in dessen Verlaus das Mitglied des "Reichsbanners, Willi Schneider, und das Mitglied der SPD., Herbert Gras, durch Schüsse tödlich verletzt wurden. Wegen des Verdachts der Teilnahme an diesem Zusammenstoß ist jetzt auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Voruntersuchung gegen den Privatförster Br es sei und zehn Genossen eröffnet worden. Der An geschuldigte Decker, der in dem Verdacht steht, den tödlichen Schuß mit Lieberlegung abgegeben zu haben, ist flüchtig. Gegen ihn ist Haftöesehl und Steckbrief erlassen, desgleichen gegen die flüchtigen Angeschuldigten Waler H a u s ch k e und Maurerlehrling Kolla tz. Dazu hatte die drastischste je dagewesene Deflation des Effektenmarktes bereits stattgefunden, damit waren auch die Maklerdarlehen seitens des Danken stark eingeschränkt, und nahezu alle Neu- Yorker Danken hatten den festen Boden gefun et Geschäftspraktiken einigermaßen wiedergewo.men und befanden sich, ebenso wie das Bundes-Re- serve-System, in einer außergewöhnlich starken Position. Lind, last but not least, schließlich gewann das etwas kopfscheu gewordene Publikum fein Vertrauen rasch wieder, als die dreiundzwanzig dem Clearinghaus-Derbande angehörigen Neuyorker Großbanken sich unverzüglich bereit erklärten, den Einlegern der geschlossenen Dank bis zu 50 v. H. ihrer Depositen gegen! 5 Prozent Zinsen vorzu st recken. Damit ist natürlich noch lange nicht gesagt, dah jetzt alles im schönsten Gleis ist und die Kunden der Bank ot United States nur etwas Geduld haben müssen, ehe fu wieder zu ihrem Gelbe kommen. Der Bankensuperintendent des Staates Neuhork ist mit einem ganzen Heer von Rechnungsführern an der Prüfung der Bücher Les Instituts, und wenn man Positives auch noch nicht erfahren hat, so ist doch schon so viel durchgesickert, daß mit ziemlicher Bestimmtheit auf einen Verlust des Stammkapitals sowie des Lieberschusses, rund 42 Dollarmillionen, zu rechnen ist. Das heißt, vorläufig haben die Aktionäre das Nachsehen, sofern sie nicht schon vorher ihre Anteilscheine mit mehr oder minder großem Verlust abgestohen haben. Unmittelbar auf die Schließung-dLL Bank of United States folgte die Llebernahme der Neuyorker Chelsea Bank and Trust Company mit ihren sechs Zweigstellen durch die Staatsbehörden. Diese Bank schuldete ihren 40 000 bis 45 000 Depositoren am 14. Oktober rund 21 Millionen Dollar. Ihre Aktien, die vor etwas über einem 2ahr auf 120 gestanden hatten, wurden am Tage vor der Schließung an der Börse mit 4 bis 8 Prozent notiert. Zwischen diesem Kursunterschiede und der Notlage der Bank besteht eine enge, dem Nichteingeweihten nicht ohne weiteres ersichtliche 'Beziehung, aus der sich wenigstens zu einem Teil die Frage beantworten läßt: woran kranken diese Danken, warum fallieren sie, was bedeuten diese Millionenkrachs? Man geht kaum fehl, wenn man eine Zwangslage wie die, in der sich die Bank of United States und die Chelsea Bank befinden, denM anövern gewisser Baisse-Spekulanten zuschreibt. Nach dem großen Krach der Industrie- werte usw., als das Publikum sich die Finger einstweilen zur Genüge verbrannt hatte und die Makler hier nicht mehr viel auszurichten vermochten, stürzten sie sich auf die Bankaktien und begannen drauf rumzuhämmern. Sie verkauften die Papiere in sogenannten Kurz- oder Leerver- täufen, d. h. ohne sie tatsächlich zu besitzen und suchten dann mit allen Mitteln die Werte zu drücken, um billiger eintaufen zu können und so ihren Schnitt zu machen. Das „mit allen Mitteln" ist geflissentlich gewählt, denn diese Sorte Macher und Schieber scheut vor nichts zurück, um ans Ziel zu kommen. Gestützt auf den von ihnen selbst verursachten Kurssturz der Aktten einer Dank sprengen sie Kassandra-Gerüchte über ihren finanziellen Stand aus, und dann dauert- es gewöhnlich nicht lange, bis der „Run", d. h. der Ansturm der geängstigten Einleger, die ihr Geld haben wollen, da ist. Die Reserven sind bald aufgebraucht, die Hypotheken und Obligationen, in denen der weitaus größte Teil der Gelder angelegt ist, können bei einem Markte, wie dem heutigen, nicht ohne weiteres verflüssigt werden, etwaige von der Bank finanzierte Industricunternehmungen liegen teilweise lahm, so dah auch hier nichts zu holen und nichts zu leihen ist, und der Krach ist da. Manchmal gelingt es, eine Panik im Entstehen zu unterdrücken. Zu Anfang des 2ahres glückte dies einer ziemlich bedeutenden Bank im Staate Texas dadurch, dah sie auf dem Balkon deS Bankenkrach in USA. Oie Zahlungseinstellung der Bank of United States. — Tausend Fallissements n einem Zahre. - Oie ge ährdeten Milliarden der Einleger. - Börsenmanöver als Llrsachen der Zusammenbrüche. Don unserem A. G. A.-Berichter statter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Neuy ork, Januar 1931. Die Zahlungseinstellung der Bank of United States in Neuyork, die mitsamt ihren sechzig Zweigstellen und Depositenkassen vor einigen Tagen vom staatlichen Dankensuperinten- denten geschlossen wurde, hat nur deshalb so großes Aufsehen erregt, weil es sich um die größte Bank in den Vereinigten Staaten — wahrscheinlich in der ganzen Welt — handelte, die je ihre Zahlungen eingestellt hat. Vereinzelt steht der Fall keineswegs da. Das von der Federal-Reservebank veröffentlichte „Bulletin" hat während der ersten 10 Monate des vor. Jahres insgesamt 7 34 Fallissements von Banken mit Gesamt- Depositen in Höhe von 317 000 000 Dollar (örci* hundertsiebzehn Dollarmillionen) gemeldet. Die Novemberziffern stehen noch nicht genau fest, die Zahl der Fallissements dürfte aber um rund 150, die Summe der involvierten Depositen um annähernd 100 000 000 Dollar bereichert worden sein. Der Dezember brachte fast Tag fürTag Pressemeldungen von weiteren sechs, ächt, zehn oder zwölf Bankkrachen. Mit der Schließung der Bank of United States mag sich die Summe der Einlagen in den allein im Dezember zur Zahlungseinstellung gezwungenen amerikanischen Danken höher stellen als die Gesamtziffer der ersten zehn Monate. Eine der größten im November verzeichneten Ansolvenzen war die der National Bank of Kentucky in LouiS- n i 11 e, mit 40 C03 000 Dollar De"ositen, die größte je in Konkurs geratene Nationalbank. Ausweislich ihres letztem am 24. September veröffentlichten Berichts hatte die Neuyorker Bank of United States Gesamtressourcen in Höhe von 254000 000 Dollar, Depositen von 203 000 C00 Dollar, Kapital und Surplus (Lieberschuh) von 42 000 000 Dollar, und die Gesamtzahl ihrer Einleger bezifferte sich auf über 400 000. Man schätzt die am Tage der Schließung in den Büchern der Bank verzeichneten Spareinlagen auf rund 80 000 000 Dollar, mutmaßlich größtenteils die Ersparnisse kleiner Leute, die mit der Schließung eine Christbescherung erhielten, die sie sich wohl kaum hätten träumen lassen. Sie müssen genau so auf ihr Geld warten, wie der Geschäftsmann, der fein Betriebskapital auf der Bank of United States hatte oder die Hausfrau, die ihr Wochengeld dort deponierte, um ihre Lieferanten mit ihrem Scheck bezahlen zu können. Denn in einer Geschäftsbank, die auch eine Abteilung für Spareinlagen hat, ist der zu Zinsen berechtigte Inhaber eines Sparbuches nicht besser dran wie der eines Scheckkontos, auf das keine Zinsen bezahlt werden, und er gilt vor dem Gesetze nicht als bevorzugter Gläubiger, wenn die Dank in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Sein Geld ist ebenso ungesichert tote das des Geschäftsmannes, und während den eigentlichen Sparbanken — den Savings Danks — scharf umrissene und verhältnismäßig enge Grenzen für die Anlage ihrer Depositen gezogen sind, kann die Geschäftsbank mit den ihr anvertrauten Spareinlagen genau so schalten und walten wie mit ihren anderen Depositen. Eine Tatsache, mit der die wirklichen „Spar"-Danken feit Jahr und Tag das Publikum bekanntzumachen versuchen, und ein Liebelstand, gegen den sie feit Jahr und Tag ankämpfen, bisher allerdings ohne Erfolg. Vielleicht wird der Bank ot United States-Krach endlich dazu führen, dah hierin Wandel geschaffen wird. Obwohl die Schliehung der Bank ot United States eine Sensation des Tages war, übte sie auf den Effektenmarkt nur geringen, herabstim- menden Einfluß aus, auch vermochte sie das Vertrauen der Oeffentlichkeit in die Danken im allgemeinen nur in verhältnismäßig geringem Mähe zu erschüttern. Hierfür liegen verschiedene gute Gründe vor. Wohl waren die Ressourcen dieser Dank, an den Großbanken des Panik-Jahres 1907 gemessen, ganz beträchtlich, aber die Dan? stand weder an Größe noch an Einfluß mit in der ersten Reihe der heutigen amerikanischen Geldinstitute. Bruckner und Wagner. Zum bevorstehenden II. Symphonie-Konzert des Gietzener Konzertv^reins. Während der Fertigstellung der dritten Symphonie hatte D r u d n e r schon die ersten Arbeiten an seiner vierten Symphonie begonnen (1874). Als ihn um diese Zeit sein ehemaliger .Lehrer Otto Kitzler besucht und ihn angesichts der Einordnung in seiner Wohnung fragt, warum er nicht heirate, da weih der ob dieser Zumutung entsetzte Meister keine andere Antwort: „Lieber Fceund, ich habe keine Zeit, ich muh meirue .Vierte' schreiben." Es drängt ihn zum Aeuhern, zum Schaffen, obwohl für ihn kaum die Möglichkeit besteht, seine S.)m'chonien aufgeführt zu sthen. So war die „Zweite" von den 'Wiener Philharmonikern als „unspielbar" abgelehnt worden, und erst durch Eingreifen eines hohen Gönners kam eine bezahlte Aufführung zustande, älnb als gar bei der Aufführung der Richard Wagner gewidmeten „Dritten" das Publikum fluchtartig den Saal verläßt, da wehrt er den Trost einiger getreuen Schüler ab: „Laßt's mi aus, die Leut woll'n nix von mir wissen!" — älnd dennoch läßt er nicht von seinem Werk, in erwägender Selbstkritik legt er bessernde Hand an seine bisherigen Symphonien an; besonders an der ersten Fassung der Vierten, deren erster Satz bei einerNovitäten- probe der Philharmoniker wohl als „spielbar", im übrigen aber als „verrückt" beurteilt worden war, nimmt er durchgreifende Aenderungen vor, und im 3 uni 1880 ist das Werk in seiner neuen Gestalt beendet. Nach all den Widerwärtigkeiten und Enttäuschungen, die Druckner in Wien entgegentraten, mochte sich in ihm das Verlangen regen, sich einmal wieder loszulösen von dem ©egentoärtigen, sich in der Hingabe an die Natur wiederzufinden, in der Verbundenheit von Natur und Mensch wieder kindhafte Beglückung in sich zu fühlen; „Naturandacht, ein großer Heimatstraum, tote ihn die Vereinsamten der großen Städte träumen". 3n diesem Sinne ist es zu verstehen, wenn Druckner der Symphonie den Titel „Romanttsche" gibt. Er selbst fühlte sich als das Werkzeug einer größeren Macht, und in einer Intensität, die nur dem Künstler und dem Kinde gegeben ist, läßt er die Wunder der Natur auf sich einwirken, und ohne das Dazwischentreten irgendwelcher Reflexion kündet er von dem großen Erleben. Seinem Freunde, dem Chordirektor Deubler in St. Florian hat er einmal den Inhalt des ersten Satzes mit folgenden Worten angedeutet: »Mittelalterliche Stadt — Morgendämmerung — von den Stadt türmen ertönen Worgenweckruse — die Tore öffnen sich — aus stolzen Rossen fo-etngen die Ritter hinaus ins Freie, der Zauber des Waldes umfängt sie — Waldesrauschen — Vogelsang — und so entwickelt sich das romanttsche Bild." Weniger wohl ein Programm, das mit seinen Einzelheiten in der Musik abgebildet wäre, als das Umreiten einer grundlegenden Stimmung insbesondere für die Entwicklung der ersten Themengruppe mögen diese Angaben bedeuten. Für das Gesangstyema hat das „zi°zi-bea" der Waldmeise das Grundmotiv abgegeben, das gleichzeitig verbundene Dratschenthema will nach Bruckners Angabe „das eigene Glücksgefühl, solchen traulichen Natursttmmen im Walde lauschen zu können" ausdrücken; eine musikalische Gegenüberstellung von Mensch und Natur. Eine Themengruppe, die der Entwicklung der ersten nabeftebt, beschließt die Exposition. Die Durchführung ist k.'ar gegliedert, aus dem Kopfthema erwächst ein feierliches Choralthtzma; das Menschenthema hat sich kurz vor der Reprise von dem ihm verbundenen Meisenruf (Naturthema) gelöst, der Mensch ist zu eigener Kraft erwacht. Das Andante mit seinem gemessenen Dahin- schreiten ist mit stiller Wehmut erfüllt, von dem eleg'schen Kopfthema führen Choralzeilen zu einem Seynsuchtsgesang der Bratschen, ein kurzes rhythmisches Motiv (dem Meisenruf ähnelnd) will trösten. Ergreifend ist der Ausklang des Satzes mit seinem Absinken nach machtvoller Aufsteigerung. Bei der .Umarbeitung der Symphonien hat Druckner an die Stelle des ursprünglichen Scherzos, dessen Thema dem Kopf thema des Eingangs- satzes sich stark näherte, das jetzige Scherzo mit dem Grundgedanken einer Iagdszene gesetzt, das in älrfprünglichkeit und Natuekraft.sich austoirkt, ohne jedoch in reine programmatische Abschilderung zu,versallen, und das von zahlreichen musikalischen Feinheiten erfüllt ist. Das Trio, durch einen Eintrag in der Originalpartttur als „Tanzweise während der Mahlzeit zur Jagd" benannt, birgt besondere Reize in melodischer Führung, harmonischem Aufbau und Instrumentalfarbe. Bruckners Symphonien gipfeln von der „Dritten" ab im Finale; ja, man hat ihn direkt als einen „Meister des Finales" bezeichnet. Auch in der Vierten finden die vorangegangenen Sähe im Finale ihre Zusammenfassung, so klingt das Scherzothema an, ebenso leuchtet das Kopfthema des ersten Satzes auf. Als man Druckner einmal nach dem Inhalt des Satzes fragte, antwortete er: „Und im letzten Satz, da weiß i selber nimmer mehr, was i dabei denkt hab'." Aus pochenden Rhythmen eines 42 Takte dauernden Orgelpunkts erhebt sich zu gigantischer, koloßhaster Größe das erste Thema im Uniform des vollen Orchesters. Nach Zwischenentwicklungen, die das Kopfthema des ersten Satzes in vollem Glanz aufstrahlen lassen, erwächst die gesangliche Gruppe. Ihr stellt sich drohend die Schlußgruppe gegenüber. Die Durchführung wird mit einer Umkehrung des Kopfthemas eingeleitet; das Gesangsthema findet in der Dlechgruppe klangliche Stärke. Im weiteren Verlauf des Finales wächst das Hauptthema zu massiver gewaltiger Kraft und elementarer Machtfülle auf. Die Klangslut ebbt ab, ein kurzes, scheinbares Erschöpftsein führt zur Reprise. Das Hauptthema führt in seiner Umkehrung wieder zu leise pochenden Hörnertriolen; nach einem kurzen Auftreten des zweiten Themas beginnt die Zusammenfassung des ganzen Werkes in der Coda; zuerst in zarten feierlichen Klängen, dann aber erhebt sie sich zu klanglicher Apotheose, beherrscht von dem Rhythmus des Kopfthemas im Cingangssatze. Der erste Teil des Programms ist Werken Richard Wagners gewidmet: Ouvertüre zur Oper „Der fliegende Holländer" und „Siegfried- Idyll". Die Holländer-Ouvertüre bildet Den Gang des Dramas ab; sie wird geführt von den Themen, die die fluchbeladene Welt des Holländers und die Erlösungsbereitschaft Sentas in ihrer Gegensätzlichkeit charakterisieren. Der Gesang der Daland-Matrosen steht zwischen beiden. Das Schwanken zwischen Heilsgewihheit und Zweifel bricht mit einem jähen Akkord ab. Eine Generalprobe versinnbildlicht den Sühnetod Sentas; ein jubelndes Aufsteigen der Streicher führt zu klanglicher Glorie und in klanglicher Verklärtheit entschwindet der Schluß. War hier das dramatische Geschehen bestimmend für die Formung des Werkes, so bedeutet für das <3 i e g f r i e d-I dy11 subjektives Erleben, die Freude über die Geburt seines Sohnes Siegfried, die Grundlage. Aus seinem Triebschener Liebesglück berichtet Wagirer: „An dem Tage, an dem mir Ueberglücklichen ein schöner Sohn geboren wurde, vollendete ich die Komposition des .Siegfried'; ein unerhörter Fall! Keiner hat geglaubt, daß ich dazu noch kommen würde. Alnb nun mußt du diesen letzten Akt hören, die Erweckung der Drünnhilde! Mein schönster!" Drei Hauptthemen aus dem Schluß des „Siegfried" erwuchsen zu einer symphonischen Dichtung als Dankesgabe. — „ Für ihn und dich dürft ich in Tönen denken; wie gäb es Liebestaten Hold ren Lohn?" — Am ersten Weihnachtstage 1870 führte er das Werk als Morgenmusik für Frau Cosima in seinem Triebschener Landhause auf. Freudiges Glück in stiller Erfülltheit zieht durch die Komposition, die in ihrer formalen Ausgeglichenheit, Wosilabgewogen- heit Richard Wagners Befähigung für das Symphonische in ganz besonderem Lichte erscheinen läßt. Zum andern aber gibt die Gegenüberstellung dieses Werkes mit der Bruckner-Symphonie eine klare Antwort auf die oft aufgeworfene Frage, ob Druckner als ein Nachfahre Wagners auf symphonischem Gebiete anzusehen fei. Diese Frage wird jeder verneinen müssen angesichts der reflektierenden Themenbildung Richard Wagners und der naiv strömenden Melodik Druckners. Dr. H, Lieber moderne Kunst. Auf Veranlassung des Oberhessischen Kunst-« Vereins und der Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde sprach der Franksurter Maler Dr. Her»- mann Keil gestern abend im Kunstwissenschaftlichen Institut über „Moderne Kunst vom Expressionismus zum Aeberrealis- m u s". Rach kurzen Degruhungsworten von Landgerichtsdirektor a. D Bücking begann der Vortragende seine Darstellung des sog. Surrealismus mit einer Abgrenzung der geographischen Konstellation dieser neuen künstlerischen Richtung, die, in jüngster Zeit aus literarischen Anregungen hervorgegangen, heute bereits erledigt fei, ohne daß man ihre Auswirkungen ab* sehen könne. Recht aufschlußreich war die Gegenüberstellung der Bewegung mit dem Dadaismus, dem Expressionismus und Kubismus. Wesentliche Einflüsse gingen, wie ausgeführt wurde, von dem Ideenkreis der Lehren von Freud und Einstein aus; wichttge Beziehungen ergeben sich zu gewissen archaischen, primitiven und infantilen Kunstäuherungen, auch zur Bildnerei der Geisteskranken: das spontan intuitive Element fei hier wie dort vorherrschend. Eine wichtige Rolle spielen ferner, wie an Lichtbild-Reproduktionen bar» gelegt wurde, stilistische Elemente bei Klee, Kandinsky und Chagall. Automattsmus und Traumleben müssen als wichttge Erlebnisgebiete deS surrealistischen Künstlers gelten. Dildbeispiele (die zum Teil nicht unbeträchtliche Anforderungen an die Vorstellungskraft des ungeübten Dv- trachters stellten) charakterisierten die wichtigsten Vertreter der surrealistischen Richtung wie Arp, Chirico, Max Ernst, Miro und Masson. Die An- i eutung und Auslassung von Dildelementen ist l>er stellenweise außerordentlich weit getrieben. Nach einem aufschlußreichen Seitenblick auf Picasso bezeichnete der Vorttagende als hervorstechende Wesenselemente der surrealistischen Malerei den Wunsch nach Alebcrtoiegen des Graphischen, nach Leere auf der Bildfläche; auch die irrationale (durch den Zufall ober das Alnter- bewußtsein bedingte) Ordnung der Dildelemente. Zum Schluß wurde eine sehr merkwürdige kartographische Darstellung gezeigt, welche die (von Paris aus gesehen) östlichen Einflüsse auf die Bewegung anbeutet; hieran schlossen sich einige politisch und kulturmorphologisch interessante Ausblicke an. Raummangel verbietet eine kritische Auseinandersetzung mit dem sehr anregenden, aber nicht unanfechtbaren, nicht immer eindeutig formulierenden und nicht sehr übersichllich geglieberten Vortrag. te" n er M qgftÄJ >du^önK M«» 3 to««ber?JPe* "^Ä^ön* *«Äa 'nur etÄH^I bn zu g?M ,ntcn^ff6> M Sv,r^7 walte iung £ ??" H As*1 L'L:«cZ Ätfö ,q.u| ®a» feV?,-11”'" A»ch,M.yNig ’äS.. KLs "~Sä D8 ! •fis’S fi^ta! LtcmknSt bedeute ^"nan eine Zwang«. ;^nk°{Uniled States ’ton,bmm an öbern ^^"lanten zu- .Krach der 3n6ufttie- •hfum sich die Anger rbronnt hatte und die dlel auszurichten der- us die Bankaktien unh Mern. Sie verkauften n Kurz- oder Leerver« ächiich zu besitzen und Mitteln die Werte zu iausen zu können und M. Das .mit allen > gewählt, denn diese eber scheut vor nicht« ommen. Gestützt aus den tcn Kurssturz der Men Kassandra-Gerüchte über aus, und Mm dauert . e, bis der Jun", dH. leängstigten Sin- den wollen, da ist. Die -raucht, die HMthekm m bet txitaui größte ist, körnen bei einem n, nicht ohne weiteres te von der M tinaiv nungen liegen teilweise ichts zu holen und nichts irach ist da. eine Panik im Entstehen sang des Jahres glückte itenMn Dank im Staate t auf Mm Daikon Ms ssen angesichts der reslcM i Aichard Wagners und lodik Druaners. Dr.H, eme Kunst. i Oberhessischen Kunst- ;ast der Tiehener Kunst, itinriec Waler Dr. 4^ :nd im KunsmsseMck Ivderne Kunst vo>n zum ileberrealis- Begrübungsvorten von ^Bücking begann der Stellung des sog. vur> S der W* M* & - S ^Wirkungen ab* :feS intuitivspie- 6ine« Änen dar* Ä ÄS HSx -WZ SortragenK Acn aHa* ober ie W-t welche d^e 9e^ 'Sinusse €^ntgc P^09^ Jusein' sehr ROSt m- Df'd" ■7 namDQ»*ei iS» o laacnt Wer am warmen Ofen sitzt, denke an die Städtische Aothilfe^S30. Bei Darmträgheit RIC°H BRANDT'! Sdiwti^erpUlm WMW»^WWWWWWMMM»WM» brannt. wegen Mordes zum lobe verurteilt. Dor dem Düsseldorfer Schwurgericht sand die Verhandlung gegen den wegen Ermordung seines Schwagers Gordon angeklagten Kaufmann Tro* b i tz statt. Gordon hatte seinen Schwager Trobiy als Geschäftsführer zu sich genommen. Es kam wiederholt au Meinungsverschiedenheiten, so daß Tröbitz schlreßlich von Gordon nicht weiter beschäftigt wurde. Die beiden Schwäger waren in ausgedehnte Spekulationsge- s ch ä f t e v e r w i ck e l t. u. a. hatte Lrobrtz seinem Schwager 50 000 Mk. zu Spekulationszwecken überlassen, wofür dieser ihm monatlich 500 Mk. auszahlen sollte. Da Gordon mit den Aus- zahlungen bald in Verzug geriet und auher- dem große Summen bei Pferderennen verwettete, begab sich Tröbitz in höchster Cr- bittenmg am 27. Oktober v. 3. in das Bureau seines Schwagers und gab auf ihn drei Schüsse a b. die Gordons soforttgen Tod herbeiführten. Der Staatsanwalt erachtete auf Grund der Beweisaufnahme Tröbitz des Mordes für schuldig und beantragte Todesstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Das Gericht schloß sich in seinem Urteil dem Antrag des Staatsanwaltes an, hat aber in Anbetracht der besonderen Begleitumstände der Tat einstimmig beschlossen, eine Milderung des Urteils auf dem Gnadenwege zu befürworten. Schwere Operation des vergarbetterführers Look. Dem englische Bergarbeitersührer Cook wurde einBeinoberhalbdesKniesabgenom. m e n. Der Zustand des Kranken ist so befriedigend wie möglich. -AuSdemGlehenerStandeSamtS- t e g i ft e t. ES oerftdrben in Gießen In der Zeit vom 1. bis 15. Januar: 2. 3anuar Anna Elifa- bethe Benner geb. Hartmann, 43 3ahre, Walltvr- straße 36; 3. Ludwig Wagner. Schuhmacher. 53 3ahre. We erstraße 7; 5. Mathilde Engel, ohne Beruf, 74 3ahre, Südanlage 12; 6. Barbara Marie Margarete Elise Klenker geb. Mühlen- henrich, 62 Jahre, Seltersweg 16; 7. Marie Phi- lippi, geb. Oehler, di Jahre, Großer Steinweg 16, Luise Schober geb. v. Grolmann, Witwe, 81 Sabre, Henselstraße 4; 10. Karl Emil Zinher, Sparka'sen- biencr i. CK., 74 Jahre, Roonsttahe 44; 12. Ludwig 3ung, Ei enbahn-Wa/Mmeister i. R., 80 3ahre, Wilhclmstrahe 36, Antonie Äracmer geb. Emerich, 56 3ohre. Bleiberger Weg 125; 15. Henriette Minna Julie Auguste Mayer geb 6tute, 58 Lahre, Hessenstraße 2. , •. • " Freie Lehrer stellen. Erledigt sind eine Lehrer stelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Breungeshain. Kreis Schotten, Dienstwohnung vorhanden und frei; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Helpershain KreiS Schotten, Dienstwohnung vorhanden und frei. •• Durch Alt-Gießen. Bei einem Fa- milienabend der Lukasgemeinde sprach am Sonntag Amtsgcr.chlsrat GroS über „Gießens alte Straßen und Gassen". Der Redner führte die sehr zahlreich erschienenen Zuhörer durch alle Zwei Frauen verbrannt. 3n Schoncoerg sind in der vergangenen Rächt lei einem durch Fahrlässigkeit entitantenen 3 i merbrand zwei hilflose Frauen ums Le- den gekommen. 3m fünften Stock des Hauses bewohnten die 64 Jahre alte Räher.n Margarete Richter und die 59jährige Emma Rüdiger gemeinsam eine kleine Wohnung. Frau Rüdigerhatte die Gewohnheit, nachts neben ihrem Bett eine Kerze brennen zu lassen. Wahrschcln- lich ist dieses Licht in der vergangenen Rächt u m- gc fallen und hat das Bett in Brand gesteckt. Die beiden betagten Frauen scheinen von Dem Brande zunächst nichts gemerkt zu haben. Als die Feuerwehrleute in das verqualmte Zimmer eindrangen, war Frau Richter bereits verbrannt. Frau Rüdiger hatte mit letzten Kräften versucht, sich zu retten, war aber an der Tür zusammengebroch^n. Sie istycu.e morgen im Krankenhaus ihren schw:ren Brandwunden erlegen. Die Bekämpfung des Brandes gestaltete sich außerordentlich schwierig. Die Feuerwehr setzte schließlich fünf Löschzüge mit zehn Rohren, drei mechanischen Leitern und 13 Rauchschuhgeräten zur Eindämmung des Heuers ein. Ein Feuerwehrmann erlitt eine Rauchvergiftung. Der Dachstuhl ist vollkommen ausge- Weise. *• Deutsche Volk-Partei. Man berichtet uns: Am 12. Cchuar fand die erste Dersamm- lung des Frauenausschusses der DVP. in diesem I Jahre statt. Die 1.Vorsitzende, Frl. Clara Birnbaum, begann mit einigen Mitteilungen, u. a. machte sie auf den am 24. und 25. 3anuar in Bad- I Rauhelm stattfindenden Parteitag aufmerksam. ^ie verlas sodann eine Reihe von Entschließungen des Reichsfrauenausschusses der DVP. Zur Haupte aufgabe hatte Frl. Clara Birnbaum es sich gestellt, die Anwesenden mit dem vor kurzem er- I schienenen Buch „Lügen in Kriegszeiten" des Engländers Arthur Ponsonby. M.P. bekanntzu- machen. Mit anerkennenswerter Offenheit spracht Ponsonby über die lügnerischen Presseberichte und zu Programmzwecken gefälschten Photographien. Briefe, Filme usw. des Feindbundes. „Wahrend des Krieges wurde die Lüge zu einer patriotischen Tugend ', sagt Ponsonby. „Sie wurde unS von der Regierung und der Zensur aufgezwungen und tn Anbetracht der Gefahr, daß wir den Krieg verlieren könnten als notwendig erachtet." Selbstverständlich bezichtigt Ponsonby auch Deutschland- Presse lügnerischer Berichte, wenn er auch kein annähernd so krasses Beispiel von Fälschung und Verleumdung anzuftih:en w'iß wie aus der Presse des Feindbundes. Unb selbst der Engländer muh zugeben, daß in den meisten Fällen bald eine I amtliche Berichtigung erfolgte! Es war interessant und niederdrückend zugleich, aufs neue zu erfen- I nen, wie der Lügenfeldzag bei den Feindvund- I Völkern die Arbeit der Waffen unterstützt hat. Die Wirtschaftliche Vereinigung an den Staatskommiffar. Wie man uns mit teilt, hat die Stadtrats« fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung das nachstehende Schreiben an den I Gießener Staatskornmissar gerichtet: Gießen, den 14. 3anuar 1931. An den Staatskommissar der Stadt Dießen Herrn Oberregierungsrat Haberkorn in Darmstadt. Auf Grund seiner ministeriellen Ernennung hat der Herr Staatskommissar a) die Erhöhung der Grundsteuern, b) die Erhöhung der Gewerbesteuern, c) die Einführung der Getränkesteuer für das Gebiet der Stadt Gießen verordnet. Hierbei ist die Festsetzung der neuen Steuersätze in einer Höhe erfolgt, durch die nicht nur der vom Herrn I Oberbürgermeister geforderte Fehlbetrag von 127 000 Marl gedeckt, sondern sicher um mehr als 70 000 Mark überschritten wird. Diese Tatsache allein schon muh Die Maßnahmen des Herrn Staatskommissars als eine völlige Verkennung der wirtschaftlichen Lage, in der sich die Steuerpflichtigen b:r betroffenen Wirtschaftete:ise befinden, erscheinen laifen. Die Empörung, die sich dadurch dieser Kreise bemächttgt hat, ist um so größer und berechtigter, als eine große Zahl der Betroffenen an und für sich schon durch die allgemein herrschende Wirtschaftsdepression um ihre Existenz zu kämpfen hat und darum wirtschaftlich gar nicht in der Lage ist, noch neue I Steuerlasten — geschweige solche rückwirkender Kraft — auf sich nehmen zu können. Bei einer gebührenden Würdigung dieser offenkundigen wirtschaftlichen Verhältnisse mußte in erster Lime berücksichttgt werden, daß Mehreinnahmen erzielt I werden durch a) die bereits eingeführte Bürgersteuer, b) die Umteanblung der für das Rechnungsjahr 1930 vorläufig entrichteten Zahlungen an Grund-, Sondergebäude- und Gewerbesteuer in endgültige, und c) die Ermächtigung der Gemeinden, für das laufende Rechnungsjahr diese Steuern endgültig nach derBesteuerungsgrund- lage des Vorjahres zu erheben (laut Steuervorauszahlungsgesetz vom 9. Dezember i 1930). Straßen und Gassen der Stadt, machte Angaben Über ihre Entstehung, ihre frühere Ausdehnung und Anlage. Afte Gebäude, die nun meder- Selegt sind, wurden beschrieben, so die „Krache- urg" in der Reuen Däne. Die Entstehung neuer Dauten wurde erwähnt. Vor allem gab der Redner ein Bild von dem Leben und Treiben in der Stadt im vorigen Jahrhundert, lieh einzelne Persönlichkeiten, wie Kirchenrat D. Engel und Bürgermeister Vogt, in ihrer Eigenart vor seinen Zuhörern wieder aufleben, und berichtete manches erheiternde Vorkommnis und manche humorvolle Aeuherung. Man gewann aus diesen Ausführungen den Eindruck, daß das Leben in der alten Zeit bei weitem friedlicher war, als in der unruhigen Gegenwart. Rei^r Beifall dankte dem Redner. Fräulein Martha Otter leitete den Vortrag mft einem Klavu-r- vortrag ein und beschloß ihn in der gleichen Eine Rachprüfung dieser zu ettocrttr^cw Mehreinnahmen halten wir daher als Drtn* aend geboten, weil um deren Höhe der Fehlbetrag herabzusetzen ift Die Kürze der Zeit, in der der Herr StaatS- kommissar seine Anordnungen getroffen Hatz muy zur Annahme berechtigen, daß — gem. Artikel 1 des Gesetzes vom 11. Dezember 1930. die Sicherung der Haushaltssübrung der Gemeinden betreffend — die Rachprüfung der Ausgaben unter dem Gesichtspunkt äußerster Sparsamkeit nicht erfolgt ist und nicht erfolgen konnte. Wir halten auS all diesen Gründen eine Aussprache zwischen dem Herrn Staatskommissar unö Vertretern der Stadttatsfraktionen für unabweisbar notwendig mit dem Ziel, eine 2lbände- rung der Maßnahmen des Herrn Staatskommissars herbeizuführen. Wir gestatten uns daher die ergebene Anfrage, ob der Herr Staatskommissar zu der von un- begehrten Aussprache bereit ist, und bitten, zu- stimmendenfalls, die Zeit hierfür festsetzen zu wollen. __ Ungeachtet dessen müssen wir uns Vorbehaltes auf Grand der Artikel 168 and 169 des Gesetz^ vom 8. Juli 1911. die Städteordnung betteff end. Schritte zur Aufhebung der Verordnung de« Herrn Staatskommissars vom 30. Dezember 1930 einzuleiten. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung! Die Fraktion der Wirtschaft!. Vereinigung. 3. QL: Nicolaus. Vorsitzender. Eine Antwort auf diese Zuschrift liegt bet dem Vorsitzenden der Stadttatssraktton der Wirtschaftlichen (Bereinigung bi« jetzt nicht vor. Bischof Or. Hugo 60 Jahre alt. Mainz, 19. 3an. (WSR.) Heute feierte bei l Bischof von Mainz. Dr. Hugo, seinen 6 0. Geburtstag. Dr. Hugo erblickte 1871 zu Arzheim (Pfalz) als Sohn eines Lebrers das Licht der Welt und wurde in dem bischöslichen Konvikt zu Speyer erzogen, wo er da« Gymnasium besuchte. Anschließend studierte er zwei 2ahre an der Universität Innsbruck Theologie und Philosophie und vier 3ahre in Rom als Alumnas des Collegium Germanicum. 1904 wurde er Pfarrer zu Remigiusberg. Von 1905 bis 1921 wirtte er al« Domvikar in Speyer und wurde dann Nachfolger des Bischof« Dr. Kirstein. Änefkasten öcr Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) S. S. 100. Sic sind durch Ihre Unterschrift zweifel« los an den Vertrag gebunden. Das Ihnen zur Zahlung des Kaufpreises gefetzte Ziel unter Angabe eines nicht vorkommenden Datums (30. Februar) beruht auf einem Irrtum und ist als Monatsende gemeint. Wir raten Ihnen, sich keine unnötigen Kosten zu machen. Es kann nicht oft genug vor aufdringlichen fremden Warenverkäufern gewarnt werden. Die Wetterlage. Daten für Mittwoch, 21 Januar. 1804: der Maler Moritz v. Schwind tn Wien geboren; - 1831: der Dichter L. Achim v. Arnim in Wiepersdvrf gestorben; — 1851: der Komponist I Albert Lvrhlng in Berlin gestorben; — 1867: der Schriftsteller Ludwig Thoma in Oberammergau geboren; — 1924: Wladimir Sljitsch Lenin in Gorki bei Moskau gestorben. Gietzcner Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 130, Kochbutter von 100 an, Matte 30 bis 35. Wirsing 15 bi« 20, Weißkraut, Rockraut, gelbe und rote Rüben 10 bis 15, Spinat 35 bis 40, älnter-Kohlrabi 5 bis 6. Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 100 bis 150, Tomaten 70 bis 80. Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60 Schwarzwurzeln 30 bis 50, Kartoffeln 3,5 b:s 4 Endivien 80 bis 90, Aepfel 30 bis 45. Birnen 20 bis 40 Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 50 bis 60, Hon'.g 40 bis 50, junge Hähne und Suppenhühner 90 bis 120 Pf. das Pfuno; -IM cnl Wien. «our Ueri einen sanften Tod erlöst. In tiefer Trauer: geben ihre Vermählung bekannt Aachen, Markt 43 Bahnhofstraße Heuchelheim, den 20. Januar 1931. Rudolf Mosse, Düsseldorf. 543 D Gießen, den 19. Januar 1931. 3 ,3. C mit Lilian Harvey u. Willy Fritsch 15 Frische Fische 19' rm und c 422D «ehr gut erhaltene 0329 Anruf Telephon 2355 Pfund 30^ englticbe •• Georg Appel, Sei ersweg 56 D 654 gewährleisten die beste Raumerwärmung und sind im Verbrauch die MMIMM. ZaMund 10331 entlaufen. ULfC DRCDRUCKSACHEN II Eb Tx D&BrOhl'Mh» Druckerei 125 52 71 12 146 66 47 Pfund -- Svrotten rm rm rm rm rm Familie Familie Familie Familie Familie 35 4 40 4 Wieder br Belohng. Wild. Amcud, Babnboittrafte 67, Otto Kreiling Fritz Kreiling August Kreiling Rudolf Kreiling Louis Fr. Reuschling. 0.40, 0.60, 0.80. 1 -, 150 RM Otto Gebühr Renate Müller, Hans Rehmann in Ka toifeln (Industrie) Mk. 2.— per Zentner werd abgegeben. ««i Frank!. Sir. 29, pari. Für Miliwoch, Donnere tag >3 reit an empfehle ich: ff. groste Sbcllstsche o. K. 3—äptünbifl ........Pfund im Ausschnitt.....Piund Dr. med. August Manager und Frau Grete Mari'nger, geb. 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In allen Apotheken zu haben Als Mitgründer des Vereins hat er denselben 32 Jahre als Vorsitzender geleitet, in seltener Pflichttreue die Geschäfte des Vereins geführt und gewirkt für die edlen Ziele der Deutschen Turnerschaft. Noch als Ehrenvorsitzender leitete er den Bau unserer Turnhalle. Sein treuer Tumergeist wird mit uns weiterleben! 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Möge diese soziale Gesinnung für die Not unserer Mitbürger bald entsprechende Nachahmung in allen Kreisen der Gießener Einwohnerschaft finden. Geistliche Abendmusik der Markusgemeinde. Für die Geistliche Abendmusik der Markusgemeinde am Sonntagabend in der Stadtkirche war ein reines Stilprogramm ausgestellt worden. Inhaltlich obgestimmt auf die gegenwärtige Cpi- phanienzeit war bei Auswahl des musikalischen Stoffes auf Meister der Bachzeit (17. und 18. Jahrhundert), der Blütezeit unserer evangelischen Kirchenmusik, gegriffen worden. Durch die Mitwirkung des Kammermusikorchestcrs der Gießener Volkshochschule war es möglich, die Gemeinde mit guter kirchlicher Instrumentalmusik zu erbauen. Dieses Orchester pflegt insbesondere die herrliche, unverderbte, in einfachen, strengen Formen auf- geßatite Musik jener großen Kunstepoche. Es ist eine Gemeinschaft von Musikfreunden, die in ernsten Hebungsstunden unter sachkundiger Füh- rung sich das musikalische Gut zur eigenen Seelen- bildung erarbeiten, um es dann einer andächtig lauschenden Zuhörerschaft zu interpretieren. Trotz schwerer Berufsarbeit stellt Musiklehrer Franz Dauer jr. seine vorzüglichen Eigenschaften als Musikpädagoge in uneigennützigster Weise zur Verfügung. Wo er an diesem Abend wirkte, sei cs als führender Geiger, sei es als Solist, zeigten sich seine Führerqualitäten und sein hohes praktisches Können. Eine für Franz Dauer typische Art, die ifjn als Kirchenmusiker gewissermaßen prädestiniert, soll nicht unerwähnt bleiben: kein sinnlich vibrierender, schluchzender Geigenton, wie man ihn bei weltlichen Veranstaltungen so häufig hört, sondern eine dem weihevollen Kirchenraum und der schlichten Kraft des Gotteswortes angepaßte einfache, edle und keusche Tongebung! — Auch bei den übrigen Instrumentalsolisten: Frl. Kehrmann und Helm. Eger (Flöte), Helm. Daversdorf (Solo-Violine) und Heinz Eger (Cello) begegneten wir einer beachtenswerten Stufe technischen Äönnend und liebevoller Hingabe an die Kunst. Man kann — obwohl das Kammerorchester unseres Wissens erst feit einigen Jahren besteht — bereits von einer guten Tradition sprechen, und zwar hinsichtlich ber Gediegenheit seines Programms (Dach: Suite in kl-Moll und 4. Dran- denburgisches Konzert—Corelli: Conzerto grosso), wie auch seines Mitgliederbestandes. Wir denken hier an Frau Elfriede Fischer, deren herrliche Cembalobegleitung die Werke hebt und trägt und von deren uneigennütziger, verständnisvoller Persönlichkeit auf die Disziplinierung des Orchesters ein ausgezeichneter Einfluß ausgeht. Leider mußten für die vokalen Einlagen iTele- mannsche »Epiphanienkantate" und Schühscher „Name Jesu"), die in so typischer Weise gerade den Epiphaniencharakter getroffen hatten, infolge eines Trauerfalles in der Familie der Gesangssolistin Ersatz geschaffen werden. Frl. Hanna Kellner (Gießen), die freundlich hilfsbereit eintrat, sang mit tonreiner, edler, natürlicher Stimmgebung unb musikalischer Sicherheit die Dachsche Reformationskantate »Gott ist unser Sonn und Schild", von Helm. D a y er s d o r f auf der Violine feinfinnig und sicher begleitet. Die offenbar in guter Schule und Pflege befindliche Altstimme berechtigt zu guten Hoffnungen. Einen trefflicheren Einblick in Me Liedkomposition des 17. Jahrhunderts erhielten wir durch die von H. S i m o n gesungene Arie von Adam Krieger »Nun sich der Tag geenbet la Der a s rechenbe, volle Bariton ließ mit inniger Hingabe bieses schlichtfromme Abenblied der andächtigen Gemeinde als eignes Gebet offenbar werden. Nicht mit Hnrccht wird Krieger als der „Schubert des 17. Jahrhunderts" bezeichnet. Das Charakteristische der Kompositionsform seines Strophenliedes ist die Verbindung des vokalen und des darauffolgenden instrumentalen Teils. Diese Orchesternachspiele (Ritornells genannt) nach jeder Strophe muten in ihrer Prägnanz und Geschlossenheit an wie instrumentale Ergänzungen und Hnterftrei* chungen des vorausgegangenen vokalen Teils. Musikalisch eingeleitet und beschlossen wurde die Feierstunde durch Bachsches Orgelspiel und Choralgesang der Gemeinde, wohl vorbereitet und geführt durch die bellen, klangvollen Stimmen unserer Knabenchorschule und Orchester- und Orgelbegleitung. Die Leitung der Chorschule unb das Orgelspiel lag in den sicheren Händen des Stadlkirchorga- nisten H. S i m o n, der durch sein feines Spiel sich wieder bewährte als ein freudiger Diener des königlichen Instruments. Mit dem ernsten Wunsch, der Gemeinde in solchen Veranstaltungen mit dem Besten aus dem reichen Schah unserer kirchlichen Kunst zu dienen, hatte er auch das Programm mit großem Verständnis und musikalischem Geschmack zusammengestellt und die ganze mühevolle Vorbereitung gerne übernommen Ihm und allen Mitwirk enden gebührt herzlicher Dank für diese eindrucksvolle Abendfeier, die im Stillgebet und Segen als wirkliche Andach tsstunde ausklang. •• Gesellschaft für Grd - und Völkerkunde. In der Neuen Aula der HniDerfität sprach am Donnerstagabend Pfarrer D. Dr. Alfred Kaufmann über „Mein Leben auf Palästinas alter Erde". In fesselnder Weise schilderte der Redner zunächst die geographische Lage des Landes, bann die Lanbschaft in ihrer ®egcn- sählichkeit des fruchtbaren Tieflanbes, besMittel-' und Hochgebirges und die Auswirkung dessen auf den Charakter der Bevölkerung. Nicht weniger interessant waren die Ausführungen über die metereologischen Verhältnisse, die durch die Lage des Landes im Bereich der gemäßigten und der heißen Zone ihren Stempel aufgedrückt erhalten. Der Landschaft ist dadurch eine herbe Schönheit eigen, die der Redner ebenso fein, wie eindrucksvoll wiederzugeben wußte. Sodann zog am geistigen Auge der aufmerksamen Zuhörer die Geschichte Palästinas vorüber, in deren Lauf ber Jahrtausende, so führte der Redner u. a. aus, die Geschichte der Juden nur als eine Episode zu betrachten sei, nachdem vorher die Aegypter, die Babylonier, die Phönizier und Assyrer, die Byzantiner, Perser und Griechen, die Römer und Türken Gewalt über Land und Volk Palästinas hatten. Schließlich sprach der Vortragende über das Palästina der Gegenwart. Das Land sei von etwa 70 Prozent Mohamme- Die kleine Aicolelle. Vornan von Paul Hain 23 Fortsetzung Nachdruck verboten Wördehoff atmete auf. Also — zum „Braunen Hirsch'" wollten sie. Gott sei Dank, daß er sie so zufällig gesehen hatte. Wenn Nicolette — ach, nicht zum ausdenken war das! Nun — konnte er hier den Kampf aufnehmen! Ins Schloß durfte Norma auf keinen Fall! Aber bas — konnte er ihr ja leicht verbieten, da der Professor schwer krank war. Ah — diese Heberraschung! Eine ileberrafcßung — für ihn? Eine Laune nur? Wie Norma so viele hatte? Oder — hatte sie irgendwelches Mißtrauen? 11 nb warum mußte sie ihre Trabanten mitbringen? Nun ja — sie war bas so gewohnt. Sie mußte immer Staffage um sich haben! Jetzt hatten bic drei den ..Braunen Hirsch" erreicht. Ter Wirt, ber rundliche Peter Leisetritt, ftant) in ber Tür und machte seine devote Verbeugung. Alle verschwanden im Innern des Hauses. — Wördehoff machte kehrt und ging den Schloßberg wieder hinauf. Jetzt — konnte er nicht mehr in den Wald wandern. Er hatte es nicht mehr nötig, jenen Brief zu formulieren. Gedankenvoll schritt er über den Schloßhof, dem Garten zu. Aus dem Hause tönte Nicolettes helle Stimme: „Schon wieder da?" Ihr Gesicht, voll von glücklicher Freude, erschien an einem Fenster. „Ich seh mich in den Garten — da ist es schöner —" Sie winkte ihm mit der Hand zu unb legte sie bann an die Lippen — in schwärmerischer Zärtlichkeit —. Lange faß Wördehofs im Garten, unten am Bach. Es war ihm Dar, er mußte der „ Heber - raschung" zuvorkommen. Er mußte selbst — in den „Braunen Hirsch" gehen, bevor Norma ihn hier aufsuchen konnte. Jetzt würbe sie sich wohl noch von der Herreise erholen — sich vom Reisestaub säubern — vielleicht Speise zu sich nehmen — aber gegen Abend würde sie kommen. Mit — ihren Trabanten! Ein neuer Gedanke huschte durch sein Hirn. Dr. Römer war ja dabei — ber Besuch konnte also auch geschäfllicher Art sein. Der Sommer ging allgemach zur Neige — die neue Thea ter- saison nahte — vielleicht, baß man ihn nun wegen seines Stückes „bearbeiten“ wollte, dessen Aufführung er im Frühjahr verboten hatte. Möglich, baß es so war! Ach — wie fern lagen ihm diese Dinge jetzt. Das Stück? Das vergessene Königreich, das er hier gefunden halle, konnte ihm niemand nehmen, niemand umgestalten! — Es war einige ©halben später, als er durch die Hinterpforte des Gartens hinaus um den Schloßberg herumging, dem „Braunen Hirsch" zu. Die Muskeln gestrafft, aufrecht in Gang unb Haltung, voll Klarheit und ileberlegung. Vor dem Gasthof, an einem der Tische faßen Dr. Römer und Barnowsky. Norma fehlte. Wördehoff trat überraschend zu ihnen. „Guten Abend, meine Herren", sagte er ruhig: „Das nenne ich ein kurioses Wiedersehen!" Die beiden Herren sprangen auf. „Alle Wetter, Wördehoff", rief Dr. Römer aus. „Wenn man vom Teufel spricht, ist er nicht weit", lachte er belustigt. „Wir waren draus und dran, zu Ihnen zu kommen — wir warteten nur noch auf Ihre Gattin —“ Herzliches Händeschütteln Barnowsky, der sich ein Monokel zugelegt halle, obwohl feine Augen es nicht gebrauchten, ließ fast erschrocken bas Glas aus der Augenhöhle fallen. Wörbehoff lächelte amüsiert. „Ich sah Sie nämlich am Nachmittag ankommen, meine Herren —" „Ah — und da —" „Sie wollten doch sicher erst ein bißchen verschnaufen. Da zog ich es vor, nicht gleich in Er- fcheinung zu treten —“ „Hm — und Ihre Gattin dachte sich die lieber» raschung so wundervoll", warf Barnowsky ein. „Daher hatte sie Ihnen auch ihre Ankunft nicht gemeldet. Es ging alles in Heimlichkeit vor sich „Bitte — nehmen Sie doch Platz, meine Herren", sagte Wörbehoff unb setzte sich an ben Tisch, „ja — das ist fo eine Sache mit ben Heberraschungen. Ich hatte die Absicht, selbst zu Norma zu fahren. Sie ist mir zuvor- gekommen —“ „Ah — Sie wollten selbst —“ Dr. Römer schmunzelte. „Ihr Erholungsbebürfnis ist allo vorbei, wie?" „Gott — vorbei? So nicht. Aber —“ Da erschien Norma in der Tür. Ein Sommerkleid, das in seiner künstlerischen Extravaganz ein Meisterstück war, hing wie ein Traum um fie Ihr Gesicht, leicht gepudert, war Wördehoff zugewandt. Sie konnte die große Heberraschung, die sein unerwarteter Anblick hier vor dein Gasthaus in ihr auslöste, nicht Derbergen. Er beobachtete genau ihr Mienenspiel. Aus ber Heberraschung wurde etwas wie verhaltener Unmut, aus dem Unmut eine betonte, allzu betonte Geste der Freude. „Hubert! —" Eie eilte an den Tisch. dauern, 20 Prozent Juden und 10 Prozent Christen (aller Sekten) bewohnt und befinde sich zur Zeit in einer von den Engländern, den Deutschen unb ben Zionisten getragenen Periode des wirtschaftlichen Aufstiegs, ber es mit sich brachte, daß das Land, welches sich vor zwei Jahrzehnten noch in biblischem Zustande befand, nun mit allen technischen Hilfsmitteln des Abend- lanbeS der Wirtschaft der Gegenwart und der Zukunft dienstbar gemacht wird. In Verbindung mit diesen Ausführungen schilderte der Redner u. a. die Bewegung der Zionisten, die Palästina den Juden zurückgewinnen will und daran mit großer Energie arbeitet Er ging auch auf die Konflikte ein, die zwischen Arabern und Juden, zwischen Juden und Engländern um die Besitzergreifung des Landes entbrannt sind. Den Abschluß des Vortrages bildete eine Serie von Lichtbildern, die der Vortragende im Laufe seines langjährigen Aufenthaltes in Palästina aufgenommen hatte. •• Deutsch nativnalerHandlungsge- hilfen-Verband. Im Rahmen des Winter- bildungsplancs oeranftaUcte die Ortsgruppe Gießen im Deutschnationalen Haublungsgehilsen-Der- band einen Vortragsabend über die Arbeitslosenversicherung. Regierungsrat Dr. B u e s , Leiter des Gießener Arbeitsamts, behandelte als Redner zunächst die Hrsachen der heutigen Arbeitslosigkeit. Diese führte der Redner auf ben verminderten Lebensraum nach dem Dersail'er Vertrag, den Zuzug Deutscher aus den entrissenen Gebieten und den Raub unserer Kolonien zurück Die Inflation unb bic allgemeine Verarmung unseres Volkes nach bem Kriege habe außerbem viele Menschen gezwungen, einen Erwerb zu suchen, bie sonst von ihren Ersparnissen gelebt hätten. Nach diesen allgemeinen Ausführungen gab er einen Daren Heberblick über die einzelnen Entwicklungsstufen der Arbeitslosenfürsorge, bic bis zur Schaffung bes heute geltenden Arbeits- losenversicherungsgesehes führte. Nachdem ber Rebner einen Heberblick über ben Aufbau und die Zusammensetzung ber Verwaltungsorgane gegeben halle, ging er auf bie Leistungen der Versicherung selbst ein. Besonders interessant unb lehrreich würben die Ausführungen dadurch, daß Dr. B u e s an Hand von Fällen aus der Praxis des Gießener Arbeitsamts wichtige Fragen für die Angestellten berührte und erläuterte. •* Katholisch-deutscher Frauenbund. Am Sonntagabend hielt im. Katholischen Vereinshaus nach einer kurzen Begrüßung durch Frau Dr. Wilhelmi, der 2. Vorsitzenden des Katholisch-deutschen Frauenvereins, Frau Dr. med. Piyen einen Vortrag über bic körperliche und seelische Erziehung des Kindes. Die Rednerin gab in gedrängtester Form einen Heberblick über die wesentlichsten Erfordernisse der Erziehung des Kindes, betonte, daß mit der Erziehung des Kindes zur Ordnung und Selbstbeherrschung bereits im frühesten Säuglingsalter begonnen und damit verhindert werden könne, daß sich ber Säugling zum Mittelpunkt der Familie ausschwingt. Klav formulierte Winke über bas Verhalten ber Erwachsenen zu der körperlichen Entwicklung des Säuglings, über die Art der Förderung der guten Eigenschaften unb ber Hnterbrüdung ber schlechten im Kinde, Warnungen vor Heberschreitungen in bezug auf frühzeitige, allzu starke geistige Beanspruchung auf Drängen zum Essen, auf allzu starte Belastung des Körpers durch Sport ober Gymnastik, Warnung vor Bevorzugung anderen Kindern gegenüber, wertvolle Anregungen zu natürlicher Erziehung, knappe Ratschläge und noch manches andere brachte ber Vortrag. Sehr sorgfältig ging die Rednerin auf die Behandlung des Kindes während des schulpflichtigen Alters und schließlich toätjrenb der kritischen Zeit ber Pupertät ein, und sie wußte auch hier aus einem Er reichte ihr die Hand, zog ihre Finger an die Lippen. „Ich danke dir für deinen Besuch, Norma. Warum hast du denn vorher nicht geschrieben?" „Aber ich wollte dich doch überraschen. Hnb — hast du denn selber geschrieben? In Berlin erfuhr ich erst deine Adresse. Da machten wir uns alle drei auf die Strümpfe — unb da sind wir!" Ihr Schauspielerinnenlachen Dang hell und der Klangschönheit bewußt. Sie legte leicht ben Arm um seine Schultern, es war, als ob sie ihm ben Mund bieten wollte. Aber dabei fing Wördehoff einen Blick von ihr auf, ber Dr. Römer unb Barnowsky streifte unb vielleicht bebeu e.i mochte: Seht ihr, so fange ich ihn toieber ein! Ich bin allmächtig. Wördehoff nickte ihr leicht zu unb sagte schnell: „Ja — ich habe mich hier wirklich so wohlgefühlt, baß ich an nichts anderes dachte als —“ „Als an dich! Kann ich mir denken. Nun, wir haben uns auch gottvoll amüsiert, wie Rolf?" Sie blickte Barnowsky an, der wieder fein Monokel eingeklemmt hatte. „Rolf?" dachte Wördehoff. Also fie sind schon gut Freund miteinander geworden. Nun ja — unter Künstlern soll das so sein. „Ausgezeichnet — ganz ausgezeichnet", rief jener begeistert aus. „Gott — wie war das herrlich —" Wördehoff riß sich zusammen. „Hnd nun wollt ihr hier wohl noch so eine Art Nachkur machen?" „Na — so ungefähr. Viel los ist ja hier nicht", lachte Norma. „Unb dann — lieber Gott, man hat doch auch allerlei mit dir zu besprechen. Du ließest ja nichts von dir hören Hollmann wär' beinahe auch mitgekommen — aber schließlich ließ ihn seine neue Freundin nicht los. Dafür kam dann unser lieber Römer mit —“ ..Also — geschäftlich?" fragte Wördehoff fo obenhin. „So ein bißchen, Hubert", sagte Norma, „aber das hat ja Zeit. Vorläufig bin ich furchtbar neugierig auf das Schloß da oben, weißt du? Ich hörte, baß da der Professor Kinna haust mit seinem holdseligen Töchterlein. Das ist ja nun wirklich was ganz Apattes. Wie bist du bloß dahingeraten?" „Durch Zufall, Norma —“ „Ah — durch Zufall?" fragte fie mit blinzelnden Augen „Durch Zufall in den Hörschelberg — na ja.“ „Hörschelberg ist gut“, spendete Barnowsky Beifall. „Unsinn ist das", sagte Wördehoff. „Also — da werden wir mal bem guten Professor einen Besuch abftatten, Hubert. So ein altes Ritterschloß — das muß man gesehen haben Wir wollten nämlich gerade hinaufsteigen reichen Wissen Darc Wege zu weisen Der Vortrag gipfelte in der Forderung der Erziehung des Knaben zum tatkräftigen Wanne und des Mädchens zur bestimmungsbcwußten Frau, in jedem Falle aber zum nützlichen Mitgliede ber menschlichen Gesellschaft. Der Vorttag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, nicht zuletzt deshalb, weil hier die Kinderärztin als be^ rufenc Kraft daS Wort ergriffen hatte. Oberbeffen. Landkreis Gictzen. 8 Alten-Bufeck, 19. Jan. Am Samstagabend hielt der Gesangverein ®e r mail i a seine ordentliche Generalversammlung ab. Vorsitzender Nicolai erstattete zunächst den Geschäftsbericht, aus dem hervorging, daß der Mit- gliebcrftanb im verflossenen Jahre eine weiter« Zunahme erfahren hat. 'Dem Kassenbericht deS Rechners war zu entnehmen, daß die finanziell« Lage des Vereins nach wie vor günstig ist. Nach einem Bericht des Vorsitzenden über die letzte Be- zirkskonserenz wurde dem Gesamtvorftand für fein« Tätigkeit ber Dank des Vereins zum Ausbruck gebracht unb Entlastung erteilt. Eine Neuwahl des Vorstandes wurde nicht Dorgenommen, sondern dec seitherige Vorstand und übrigen Funktionäre beS Vereins ersucht, ihre Aeinter beizubehalten. Schließlich wurde noch beschlossen, die im Juni stattfindenden Stiftungsfeste der Gesangverein« in Watzenborn-Steinberg unb Lollar zu besuchen. : Beuern, 19. Jan. Seit Ansang Dezember vorigen Jahres ist unser Ort in die Ve rkraf - tung der P o st einbezogen worden. 'Vor dec Aenderung wurde bic Post vom Kraftverkehr Beuern mo raens und abends am Bahnhof Großcn-Buseck abgebolt und auch ßinbeförbert. Diese Art ber Postbeförderung hatte sich gut bewährt. Die neue Art ber Postbeförderung mit Postauto direkt von Gießen, um 7 Hhr unb um 18 Hhr, bringt leider keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung. Ein Brief z. B. am Freitagnachmittag in Frankfurt zur Post gegeben, erreichte ben Empfänger erst am Sonntag. Aehn- lich verhält es sich mit den meisten anderen Postsendungen. Man ist allgemein über die verschlechterte Postzuführung wenig erbaut unb würde cS sehr begrüßen, wenn wieder zu ber früheren Ard ber Postbeförderung übergegangen würbe. s. Beuern, 18. Jan. Durch die D a f c l e t Mission wurde in unserer Kirche ent Film vvrgeführt, der Land und Leute der Insel B o r - n c o in prachtvollen Aufnahmen zeigte. Packend waren auch bie Schilderungen, die dazu gegeben wurden. Eine Kollekte für die Baseler MissionS- gesellschaft ergab den schonen Betrag von 65.50 Mark. Holzversteigerungs - Termine. Mittwoch, den 21. Januar. Versteigerer: Forstamt Eichelsborf. Versteige« rungsort: Gastwirtschaft „Zum Steinernen Haus" zu Rainrob. 10.30 Uhr. Versteigerer: Stabt Gießen. Versteiaerungsortt Zusammenkunft Fernewalb, Kreuzung Pfarrschneise« Hauptschneise. 9.30 Uhr. Jtinfrermarff in Gießen. Aus bem heutigen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 1089 Stück Großvieh und 185 Stück Kälber zum Verkauf. Es kosteten Milchkuh« ober hochtragenbe Kühe 1. Qualität 525 bis 575, 2. Qualität 400 bis 450, 3. Qualität 250 bis 350, Schlachtkühe 125 bis 200, Rinder, */,- bis J, sc Bernbau .... fllödnctmerle .... Söln-Neucllen.... Mannermann-Röbren ManSfelder Bernbou . Obcrschlcs. Eiienbevars Lbcrschlei. Nolewerke. I Phönix Berybau . . . I Rheinische Braunkohlen • Rheinstahl..... i Riebeck Montan . . . 51 Ji 70 68 49,75 46,5 53,5 52,5 26 30 58 47,5 137,13 53,75 45 Lollar I — Wieseck I 1:11. In Lollar standen sich am Sonntaavormittag die genannten Mannschaften im Freundschaftsspiel ; genüber. Wieseck spielte nur mit 10 Mann und war trotzdem im ganzen Spiel tonangebend. In gleich- mäßigen Abständen erzielten sie Tor auf Tor, während den Einheimischen nur das Ehrentor blieb. 4% Oesterreichlsche Goibrente . . 4,20% Ocslerreichischr Gilberten te 4% Oellerretchiiche Einheitliche Rente........... 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4yt% beSgl. von 1913 4% Unparische Kronenrente . . • ■1% Türlilche ZoUan eihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie I........... 4% desgl. Gerte II....... 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 .......... 4«/,% Rumänische vereinh. Rente von 1913 .......... 4% Rumänische vereinh. tRcnie mehr zu. Das anschließend vorgesehene Treffen der Bataillonsmannschaft gegen 1920s erste Garnitur kam nicht zum Austrag. Arbeiter Turn- und Sportbund. Gießen I — Lollar I 6:0. Gießen trat zu diesem Freundschaftsspiel auf dem Trieb mit stark verjüngter Mannschaft an, zeigte sich merklich überlegen und konnte bis zur Halbzeit mit 4:0 Toren führen. Auch nach dem Seitenwechsel war Gießen in Front und erhöhte weiter das Ergebnis. Beim Stande von 6:0 wurde das Spiel des Wetters wegen abgebrochen. 2,25 1,4 21,65 17,13 1,4 3 ker Mehrheit angenommen. Zündorf war gegen diesen Antrag, da er ihn für undurchführbar hält und glaubt, daß er früher oder später doch wieder umgangen wird. Der Vorsitzende I e r s ch erklärte am Schlüsse der Aussprache nochmals. eine Amnestie Schalkes könne man nicht ohne weiteres vornehmen: aber der WSD. würde vielleicht später beim DFB. eine Milderung der Strafe befürworten. Die Versammlung wählte dann eine Kommission, die sich mit der Frage des Spielsystems beschäftigen soll. 3n diese Spielkommission entsendet jeder einzelne Bezirk einen Vertreter. Am Schluß der Tagung wurden zwei Entschließungen angenommen, die den Amateurstandpunkt des MSV. erneut bestätigen. 21,5 17 1,4 3 3 3 Das Treffen hatte stark unter der Angunst Witterung zu leiden. Die Männerturner, wohl anfänglich mit nur 10 Mann, fanden . weit besser zusammen und waren auch viel eher am Ball als die 1900er. Innerhalb kurzer Zeit tarnen sie denn auch zu drei Toren. Die Spi^- vereinigungsleute gaben jedoch den Kampf nicht verloren und gestalteten das Spiel nun ausgeglichen. Kurz vor Halbzeit hatten ihr Mittelstürmer und Linksaußen Gelegenheit, bis auf ein Tor aufzuholen. Vach dem Wechsel kamen beide Tore noch in gleichem Maße in Gefahr. Die aufmerksamen Hintermannschaften und hier nicht zuletzt die Torhüter ließen aber keine Erfolge . 7 . 6 . 7 ey, 10 . e 7,2 Philipp Holzmann . . Zementwerk Heidelberg Gemcntroerf Karlstadt. Wayb & Freytag . . frankfurter Malchin«, .... 4 Grtyner 6 Heyligenstaedt ...... 0 Zungyanö 6 Sediroerte 8 Mainkrattwerke Höchst 0.9)1.. . 8 Mlag...........10 Gebr. Roeder 10 ' Boigt & Haesfner 9 Süddeutsche Zucker .... 10 Arn Sonntag hielt der Westdeutsche Spielver- I band in der Düsseldorfer Tonhalle seine außerordentliche Hauptversammlung ab. Einlei.end erstattete Rechtsanwalt Iersch Bericht über die gegenwärtige Situa ion im Amaieurfport und verteidigte den Standpunkt des WSD. und der Spruchkammer. Die Bestrafung von Schalke sei unbedingt notwendig gewesen, da der WSD. jede andere Handlungsweise als Pflichtverletzung auf- gefaßt hätte. Wenn der WSD. mit seinem Standpunkt in der Amateurfrage bei den anderen Verbanden nicht in vollem Umfange durchgedrungen fei, so habe er doch die Feststellung erreicht, daß gegen den Buchstaben und den Geist des Ama- teurismus gesündigt wurde. Es werde auch nicht mehr bestritten, daß es seit Iahren ausgesprochene Lohnempfänger gebe. Früher oder später müsse doch eine Reinigung vorgenommen werden. Der WSV. sei auch weiterhin der Auffassung, daß die Ausscheidung des Spitzensports als Berufs- spielertum unter die Kontrolle des DFB. der richtige Weg sei. Der Schaufpori in der augenblicklichen Form habe mit einem Amateuroerband nichts zu tun. Eine Amnestie für Schalke 04 sei unangebracht: denn man könne nicht einfach eine Bestrafung annullieren, als ob nichts geschehen wäre. Der WSV. fordere nun aber auch rücksichtsloses Vorgehen gegen die anderen. Nachdem man vorübergehend alle Verfahren eingestellt habe, um die Entwicklung nicht zu stören, müsse die Untersuchung jetzt weitergehen. In der anschließenden Aussprache lehnte Zündorf die Einführung des Berufsspielertums ab. Bei dem gegenwärtigen Spielsystem seien die Anforderungen «m die Spieler viel zu hoch. Die großen Vereine müßten vor der Bedrohung ihrer finanziellen Eristenz geschützt werden. Zündorf beantragte, daß die Vereine den Höchstsatz der Auslagenvergütung selbst bestimmen und darüber dem WSV. berichten sollten. Ein von den Bezirken Riederrhein, Südwestfalen und Ruhr unterstützter Antrag verlangt, daß innerhalb des WSV. keinerlei Barauslagen mehr vergütet werden, sondern nur noch eine Auslagenerstattung in Raturalien erfolge. Dieser Antrag, der ein Bekenntnis zum reinsten Amateurtuni derDorkriegszeit darstellt, wurde mit star- Amen'ant'che Noten ..... Beigliche Noten. ....... ääuiidie Noten Englische Noten ....... Rrantöilfdie Noten ....... Holländische Noten ....... Iialienilche Noten........ Norwegische Noten Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten..... Spanische Noten ....... T'chechoilowakijche Noten..... Ungarische Noten Wirtschaft. * 400 Millionen Mark Ausfal Oer WSV. bleibi hart. Die außerordentliche Hauptversammlung zur Frage des Berufssp'elertums. der Autoproduktion 193 0. Das Iahres- ergebnis 1930 in der Autoproduktion dürfte nach sachverständiger Schätzung gegenüber 1929 einen Ausfall von etwa 30 000 Wagen bringen. Beim Absatz von Krafträdern ist ein Rückgang um rund 110 000 Einheiten eingetreten; das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Minderabsatz von etwa 80 000 Stück. Der Ausfall, den die Kraftfahrzeugindustrie durch die Krise gegenüber dem Iahre 1928 erlitten hat, ist auf mindestens 400 Millionen Mark zu veranschlagen. ' S ch ö f f e r h o f - B ind ing - B ür g er- brau AG.. Frankfurt a. M. Die abgehaltene Generalversammlung der Gesellschaft erledigte die Regularien und beschloß die Verteilung einer Dividende von wieder 20 Prozent, lieber die zukünftige Gestaltung des Geschäftes lasse sich keine Voraussage machen. * <5 e ft halten am 7 proz. Pfandbrief- t h p. In einer Besprechung, die im Reichswirt- schaftsminifterium mit den Realkreditinstituten am 19. Ianuar ftattgefunben hat, ging die allgemeine Auffassung dahin, daß am 7proz. Pfandbriefthp festgehalten werden soll. * Thyssen-Rhein stahl A G. Die xuin Konzern der Vereinigten Stahlwerke in Düsseldorf gehörende Thyssen-Rheinstahl AG. in Frankfurt am Main wird für das Geschäftsjahr 1929/30 keine BfB.-Gießen. VfB. Gießen (Liga) — FL. wallau (Bezirksliga) 5:3. Unter wenig günstigen Plahverhältnissen und bei einem schweren Schneegestöber, das nahezu die ganze Spielzeit anhielt, trafen sich am Sonn- tagnachmittag auf dem Waldsportplah des DfD. die Liga des Platzbesitzers und die erste Mannschaft des FC. Wallau in einem Freundschaftsspiel. Man erwartete allgemein und nicht zu Unrecht einen spannenden Kampf, und die Zuschauer, die trotz des häßlichen Wetters tapfer aushielten, wurden nicht enttäuscht. Die Gäste stellten eine kräftige Mannschaft, die den Gießenern körperlich leicht überlegen^ war, die aber nicht ganz an das spielerische Können der Hiesigen heranreichte. Immerhin ergab sich eine Menge spannender Momente. Bei den VfB.em sah man einige sehr ansprechende Einzel le ist un- gen. Besonders Haupt gefiel als Sturmführer sehr gut, während Mattern nicht in dem Maße an den Ball ging, wie es notwendig gewesen wäre. Dingel im Tor der VfD.er, der den erkrankten Balser vertrat, konnte nicht restlos überzeugen. Verteidigung und Läuferreihe arbeiteten gut. Der schwächste Mann des Gegners war zweifellos der Torwart, der sich reichlich unsicher zeigte. Die Gäste bemühten sich in Sturm, Läuferreihe und Verteidigung sehr, den Klassenunterschied nicht in Erscheinung treten zu lassen. Der Spielverlauf brachte nach einer verhältnismäßig kurzen Druckperiode der Gäste mehr und mehr die VfB.er in Feldvorteil, der denn auch bereits in der vierten Minute zum ersten Erfolg führte. In der 20. Minute fiel der zweite Trcf er für den VfB., der allerdings mehr als ein Selbsttor zu werten war, das der gegnerische Torwart wohl hätte verhindern können. In der 32. Minute tarnen die Wallauer zu ihrem ersten Erfolg. Dor der Pause konnte jede Mannschaft noch je einmal einsenden. Rach dem Wechsel legten sich die Gäste energisch ins Zeug, vermochten aber nicht, der reiferen Technik der Gießener und ihrer Ballbehandlung ein gleiches entgegenzusehen. Das Spiel wickelte sich deshalb fast ausschließlich in der Wallauer Spielhälfte ab. Die lleberlegen" heit der Gießener kam in weiteren zwei Torerfolgen zum Ausdruck, wahrend sich der Tormann des Platzbesihers noch einmal überraschen ließ. Schiedsrichter Grünewald konnte in seinen Entscheidungen nicht restlos befriedigen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Wiesenbach (Liga) — 1990 Gießen (Liga) 1:5 (0:1). Die Dlauweißen knüpften an die große Leistung vom Dorsonntag gegen Fechenheim an und landeten auch am Sonntag im Meisterschaftsspiel in Wiesenbach einen überraschend hohen 5:1- Sieg, an den selbst die größten Optimisten nicht gedacht hätten. Das Spiel, das in 25 Zentimeter hohem Schnee ftattsand, stellte an die Spieler hohe körperliche Anforderungen. 1900 spielte anfangs bergauf und gegen den Wind und hatte zunächst einen schweren Stand. Adelberger erzielte den Führungstreffer mit schönem Schuh. Die Chance zum Ausgleich in Form eines Elfmeters verpaßte Wiesenbach. Die Gießener Schluhleute hatten alle Hände voll zu tun, um das eigene Gehäuse rein zu halten. Dabei tat sich Zeiler in der Verteidigung besonders hervor. Brambach im Tor mußte oft fein großes Können unter Beweis stellen. Mit 1:0 für 1900 Gießen wechselte man die Seiten. Rach dem Wechsel entwickelten die Gießener fühlbare ülederlegenheit. Das flotte Spiel der Läufer gab dem Innensturm oft Gelegenheit, alle Register zu ziehen. Adelberger erzielte leicht den zweiten Treffer, lenkte anschließend eine feine Flanke des Linksaußen Balser mit famosem Kopfstoß ins gegnerische Tor. Zwei weitere Treffer, die in kurzen Abständen fielen, wurden vom Schiedsrichter nicht gegeben. Dann aber schoß Arnold mit wuchtigem Schuß das vierte, Tor. Bald darauf kam bet Gastgeber wieder einmal gut durch und ehren Schuß des Linksaußen mußte der Gießener Hüter passieren lassen. Heilmann stellte aber mit schönem Weitschuß die alte Tordifferenz wieder her. Der Plahverein gab sich keineswegs so leicht geschlagen, wie es vielleicht die Höhe des Resultats ausdrückt, sondern kämpfte mit unverändertem Eifer um die Verbesserung. Die Gießener brachten aber neben dem besseren technischen und taktischen Können auch viel Sieges- GdiultbetS Patzenhoser ... 15 Ostwerke.........12 Aku...........18 Bemberg • 11 Zellstoss Waldhof .... 13'/. Zellstoss Aschaskenbura ... 12 Ghatiollenbutger Wasser ... 8 Dessauer ®aS • 8 Daimler Motoren ..... 0 Deutsche Linoleum ..... Maschinenbau A.»G. .... O Nat. Automobil . ..... v Lrenstetn & Koppel C Leonharv Tietz ..... 10 Svenska . . - Dividende zur Ausschüttung bringen (i. D. für daS Zwischengeichäftsjahr vorn 1. April bis 30. September 2,5 Proz.). Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 20. Ian. Tendenz still und im Verlaufe befestigt. Rachdem der matte Verlauf der gestrigen Reu Yorker Börse schon im Abendverkehr zu weiteren Kursabbröckelungen geführt hatte, lag die heutige Dormitlagsbör.e wieder lustlos und abwartend. Die Stimmung war dabei eher etwas leichter. Die os izielle Börse eröffnete dann bei starker Zurückhaltung mit gut behaupteten Kursen. Cs befriedig e vo: allem, daß die Verkäuse bei weitem picht mehr das Ausmaß der letzten Tage erreichten. Das Geschäft bewegte sich dennoch in den denkbar engsten Grenzen, da sich der Ordermangel stark fühlbar machte und auch aus der Wirtschaft jegiiche Anregungen fehlten. Auch in der politischen Situation hat sich nichts geändert. Man erwartet jedoch mit großem Interesse die morgige Sitzung des Völkerbundes, auf deren Tagung die polnischen Verhandlungen stehen. Die ersten Kurse zeigten keine einheitliche Entwicklung und Abschwächungen, die bs 1 Proz. überwogen. Rach den ersten Kursen konnte sich das Riveau heben, da die Spekulation zu einigen Käufen schritt und auch die Banken et vas unterstützte. Höher eröffneten nur Elektrowerte. Ges- fürel standen dabei i.n Vordergründe nut plus 1,5 Prozent. Im übrigen gingen Die Besserungen ois zu 1 Proz. Chemiemarkt eröffnete nur behauptet. Bis zu 1 Proz. niedriger lagen Kali, Montan, Kunstseide und Bankaktien. Mehr abgeschwächt waren Deutsche Linoleum (minus 1,75 Proz.s und Reichsbank (1,50 Proz.). Bau-, Zellstoff- und Schiffahrtsaktien lagen gehalten. Am Anleihemarkt erhöhten sich Deutsche Anleihen um ein weniges. Don fremden Werten lagen Russen weiter schwach. Pfandbriefmarkt ruhig. Goldpfandbriefe waren knapp angeboten. Im Derlauf konnte sich der Kurs weiter befestigen, da die Spekulation zu weiteren Deckungen schritt und auch von Auslandsseite gekauft wurde. Die Kursbefestigung betrug allgemein bis 2 Proz. Kali und Siemens bis 3 Proz. höher. Am Geldmarkt konnte der Saft für Tagesgeld weiter ermäßigt werden (3,5 Proz.), während Monatsgeld unverändert blieb. Am Devisenmarkt lag der'Dollar nach einer weiteren Befestigung im Dormittagsverkehr an der Börse etwas schwächer. Eine nachhaltige Erholung der Mark hat sich noch nicht ergeben. Man nannte. Mark gegen Dollar 4,2113, gegen Pfund 20,4391, London gegen Kabel 4,8532, gegen Paris 123,89, gegen Mailand 92,73, gegen Madrid 46,70, gegen Schweiz 25,09, gegen Holland 12,0613. Berliner Börse. Berlin, 20. Ian. An der heutigen Börsr fehlte es fast völlig an Momenten wirtschaftlicher oder politischer Ratur. Einen gewissen Eindruck machte vor allem schon der schwache Schluß der Reuyorker Börse. Auch der deutsche Maschinen- bauk^rricht für Dezember 1930 war nicht dazu angetan, die Spekulation aus ihrer ülninterejfiert- heit zu wecken. So eröffnete der Derkehr ziemlich lustlos. Ein starker Verkaufsdrang war nicht mehr festzuftellen. Das herauskommende Material genügte für Kursrückgänge bis» zu IProzent. Die Kursdeckung war vom Zufall abhängig, da wie gewöhnlich weitere Mindest- Umsätze vor genommen werden muhten. Rur für I.-G.-Farben war wieder von verschiedensten Seiten Angebot da, so daß zur ersten Rotiz etwa 100 Mill, umgeseht wurden. Auch bei Seul|d;e; Linoleum ging die Verkaufsneigung über das übliche Maß hinaus. Bei Schubert und Salzer war das Angebot etwa 25 Mill, die Ursache für einen 3,5prozentigen Rückgang, während die dreiprozentigen Anfangskurse von Hamburg-Süd mit nur 6 Mill, zustande gekommen sein sollen. Fest lagen dagegen Deutsche Anleihen, Schlesisches Gas und Mansfeld. Anleihen behauptet. Don Ausländern neigten Bosnier zur Schwäche, Mexikaner waren nicht ganz eircheitlich. Pfandbriefe unverändert. Auch bei Reichsschuldbuchforderungen war noch ' keine zuverlässige Tendenz zu erkennen. Am Geldmarkt setzte sich die E r l e i ch t e r u n g fürSa- gesgeld auf 4 bis 6 Prozent fort. Die übrigen Sähe sind unverändert. Im Dörsenverlauf konnte sich dann eine Befestigung durchsetzen, die nicht zuletzt mit einer eingetretenen A b s ch w ä - chung des Dollars zu begründen sein dürfte: außerdem sprach man auch von holländischen Deckungen in Spezial werten. Das Geschäft wurde verschiedentlich etwas lebhafter, und eine Reihe von Werten erzielte Gewinne t>on! 2 Prozent. Ilse wurden verspätet mit 4 Prozent festgesetzt. Salzdetfurth lagen int Derlauf 0,75 Prozent übet Anfang, Siemens mit plus 2 Proz. Im Iugendspiel konnte die Jugend Lollars die Platzmannschaft mit 2:1 Toren niederringen. Hungen I — Gießen Ib 2:2. In Hungen standen sich bei sehr schlechten Platzverhältnissen obige Mannschaften gegenüber. Hungen gelang cs bald, mit zwei Toren in Führung zu gehen; die Gäste tarnen aber bald mehr zur Geltung und stellten den Ausgleich her. lvieseck I — Raunheim I 4:4. In Wieseck lieferten sich beide Mannschaften, trotz des schlüpfrigen Bodens ein sehr schönes Spiel, in dem Naunheim schon nach kurzer Zeit die Führung übernahm. Der Ausgleich ließ aber nicht lange auf sich warten. Abwechselnde Angriffe brachten beide Tore öfters in gefährliche Bedrängnis. Durch einen Elfmeter übernahm dann Wieseck die Führung, dem die Gäste aber kurz vor Halbzeit wiederum den Ausgleich entgegensetzten. Auch nach Seitenwechsel zeigte sich dasselbe Bild. Schließlich trennten sich die Mannschaften mit einem gerechten Unentschieden. Wieseck Ib — Raunheim Ib 2:1. Vorher standen sich diese Mannschaften gegenüber. Wieseck erwies sich technisch als etwas besser und gewann knapp, aber doch verdient. Der ersten Iugendmannschaft der Einheimischen gelang es, die Jugend Naunheims mit 2:0 Toren zu schlagen. Watzenborn I — Burkhardsfelden I 1:1. In Watzenborn entwickelten die Mannschaften auf schlechtem Platz mäßige Leistungen. Beim Stande von 1:1 wurde das Spiel des Schneegestöbers wegen vorzeitig abgebrochen. Handball. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. h., Lombardzinsfuß 6 v. h. willen mit, der schließlich den Sieg erringen half. Schiri Spurt (Butzbach) hatte das faire Spiel jederzeit in der Hand. Die Fußballspiele der Iugendmannschaften fielen sämtlich der ungünstigen Witterung zum Opfer. Handball der Gp.-Dg. 1900. 1900 II — 7Nlv. II 2:3. Itrantfurt a. Di. | Berlin Schluß- hird l'Uhr« | flurd | Gchluß- furd Anfang- Kurs Dalum 19.1. 20.1. 19.1 20.1. Bereinigte Stahlwerke . ... 52 — 51,75 51,13 Olavi Minen......16'/. —— — 29,13 20,5 Kaliwerke Alchersleben ... 10 115,5 114,5 116 — Kaliwerke Wesiercaeln ... 10 123,5 122,5 125 123,25 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 177 — 177,5 175,75 Ifronnurt a. 2)1. Berlin Sronnun a. 2>i. Berlin Schluß- tut 4 1-tihr- fhin* Schluß»! lur» I Anfa. g» Kurs Scy.uß-! furd | l»Ubr« fit# Echluß- fure Anfang- Kurs Dalum 19.1. 20.1. ___e 19.1. 20.1. Datum 19.1. 20 1. 19.1. 20.1. 6% Deunche Relchsanleihe vamvurg-Ämerika Pakei . . Hambura-Südam. Dampffchisf 7 53 53,25 53 53 von 1927 ......... 85 —— 83 —— 8 — — 127 124 7% Deutsche Reichsanleihe Hania Tamvsicbiss..... 10 — — 97,5 98 von 1929 .......... 98,5 —— 99 — Nordvcutlcker Lloyd .... . 8 53,25 53,25 53,65 53,5 Scutfdie Anl.-Ablbl.-Schuld mit Allaemeine DeutlmeEredlianIt. 10 — — 96,5 96,25 Aurlol.-Rechicn....... 51.13 51,25 51,25 51,4 Barmer Bankverein .... 10 100 100 100 100 Seüfll. ohne Auriof.-Rcchie . . 3,8 3,85 3,95 3,9 Berliner Handel-geleUfchaft . 12 115 — 115,25 114,4 6% Hell. SSoiniiant von 1929 Commerz- und Privat-Bank. 11 107 106,5 107 106.5 «rüdzablb. 102%)...... 82,25 — — — Darmsiabter und Nanvnalbank 12 138 — 137,5 137,5 Oberhcllcn Provinz ■ Anleihe ml' Teullche Bank und 106,4 106,5 Aueivl.-Rechien ...... — — — — Ttsconto-Ge|eU|chaft, . . . 10 106,75 106,5 Scuildic Komm. Sammelabi. Dresdner Bank...... 10 107 106,75 106,75 106,5 Anleihe Serie 1...... 48,5 — 48 —— Reichsbanl........ 12 — 220 221,5 220 8% zronkf. Hnp.-Bank Koldpfe 85,5 - 34,4 XIII unkündbar bll 1934 . . . 99,5 — — —— Ä.E.G........... . d 85 84,5 7% itrand. HNV^Bank Goldpfe Bergmann........ . ti — —— 84 82 unkündbar bl» 1932 .... 92,4 — — Slellr. Llelerungsgelelllchaft. 10 — —— 69,5 86,65 89.5 4y»% Rbelnliche Hnp.-Bank nicht und Kraft...... 10 88 —— 85,75 filqu. Goldpfe......... 87 — — Rehen & GuUleaume . . . ti)r|ell|d)a|t für Elektrilche IVt 69 70 63,75 68,75 8% Lr. LanbeSpiondbriesanstali, Plandbricle 91.19 ..... 8% Pr Lanberp'anebriesanstaU, 100 — 100 Unicmehmungen .... Hamburger ElektriziiStS-Werte 10 85 86,75 85,5 85,25 10 — —— 98,25 98,25 Komm..cvI.R. 20...... 97 *— 97 — dibcinllrfje Elektrizität . . . . 9 — — 95 — 7% Pr. Landet-v'anvbriesansialt, Schleiilche Elektrizität. . . . 10 — — 92 94,5 Pfandbriefe R. LI ..... 97 97 — Gdiudctt & Co. . ..... 11 — 94,5 94,13 92,75 A.E.G. abg. Bor^riegs-Obligatio- Siemens & Hai-ke..... IS 139,5 139 139 137,9 ncn, rüdlahlbor 1932 .... —- __ — _ Traueradio . ....... . 8 —— —— 120 119 r'abmeyer S Co....... 10 95 —• 95 —- Geld Brief 4.204 4,224 58,35 58,59 112,13 112,57 20,40 20,48 16,447 ' 16,507 169,01 169,69 22,00 22,08 112,03 112,47 58,98 59,22 2,475 2,495 112,40 112,84 81,30 81,62 43,06 43,24 12,41 12,47 73,24 73,54 67 67,25 67 19. Januar 20.Januar - 63 Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Aries 35 — <»eio Lrlcj AmsU-Nott. 169,21 169,55 169,27 169,61 — — 133,25 132 Buen.-ÄireS Brff.'AniW- 1,280 58,60 1.284 58,72 1,273 58,60 1,282 58,72 — — 116 — 112,37 112,59 112,37 112,59 45,75 45 46 44,75 112,38 112,60 112,37 112,59 44 — 44 42,75 Siockliölni • 10,535 112,78 « 112,62 112,84 84,5 54,5 84 84 <<5elfinflford. 112,56 10,605 10,586 10.606 — — 53 53 Aralien. . . 22,02 22,06 22,02 22,06 — — 73,75 73,5 London. . . 20,416 20,456 20,416 20,456 — — 90,25 89,25 Neuyork .. Paris.... 4,2065 4.2145 4,207 4,215 19 — 18,65 18 16,475 16,515 16,475 16,515 79 77,25 80,5 77,5 Schwei; . . 81,39 18,55 81,37 81,53 — — 26,5 26 Sva -tett . . 43,41 43.49 43,91 43.99 — — — ■—• Japan .. . 2,079 2,083 2,082 2,086 — — 38 37,75 tiio de stlan. 0,392 0,394 0,383 0,385 90,5 — 90,5 99,5 Wien in D-- — —— 226 225,5 CefL abgest 59,115 59,235 59,125 59,245 Prag . . . . 12,454 12,474 12,451 12,471 14,75 15,25 — BoUrad . . 7,430 7,444 7,424 7,443 30 —— 30 — Buoap.si. . 73,435 73,575 73.43 73,57 - —. . ibdi arten 3,051 3,057 3,049 3,055 25,65 25,4 26,13 26 “iffabon . Dan;lg. . . 18,84 18,88 18,83 18,87 — 81,60 81.76 81,60 81,76 _ —— — — 1 Konst utin. 1,784 1,789 1,784 1,789 5,455 _ 56 Atben. . 5,445 5,455 5,445 _ __ Canaoa . . 4,194 4,202 4,198 2,767 4,206 _ _ | Uru uat). . 2.749 2,753 2,737 — — 109.75 — ! Cairo . . 20,93 20,97 20,93 20,97 übet Friedberg Men Lauterbach Schotten. AlM •■■■ Dingen... Mainz. Oppenbein Worms. Densheiin ■ Dieburg (rrbadi. •• M‘®eraU Heppenheim Offenbach.• üllsstib. - die tin1 Anher W.Avvem res die fJ Untersran kommissai Sinne m Alles Nutzvieh fünftägige nung geg Darms Deir.: Ge wi T Der nanzstati lichende im 3.8ü 22. Ianua Registratu ju jedem Gießen i towiMat unt Wan tu Abrüst mich, s 'W hmein Die? im Döt k®enf, 20.: £e ^handln. o52a^borm Üben Rede l M englischen ei derbe. 6inn «Ivar ni* ne bnfer ab »•n