931 6M? :"bthnnt f Öollonb 12 ber6tabffird)e r r >.£oi) *• Oktober 1931 ................WK lengewerbe ’ D ERLICH 6940D esters am Montag, ’en StmesttrkiiKtn n Schnittzeidinen, n und Anfertigung Meldung u. Wäsche in Handarbeiten sowie Abend-Kurse te Unterrichtspreise Igen MANN vertung langjähriger .niesten Ansprüchen IKEN-DIENST Bahnhotstr.58 Rr. 244 Erster Blatt 18f. Jahrgang Montag, iv.wuooer (931 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: vrühl'sche Univerfitäls-Vuch und Steintruderei B. Lange in Sieben. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für ( mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20v/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn. auch bei Richter- scheinen cinzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11886. Das Herbstprogramm der Reichsregierung. Eine politische Wochenpause. - Grandis Besuch in Berlin. - Oie englischen Wahlen und die deutsche Wirtschaft. — Oie Aufgaben des Wirtschastsbeirats. Berlin, 18. Oft. (END.) Die neue Woche wird nach der Hochspannung der letzten 14 Tage in die politische Entwicklung zunächst eine Pause einschalten. Der Kanzler fährt am Montagabend zunächst bis Freitag oder Samstag nach Westdeutschland. Der Vizekanzler ist bereits nach Baden abgereist, und einige an- bere Mitglieder des Kabinetts werden wohl auch noch für einige Tage Berlin verlassen, um sich von den Strapazen dieser letzten Zeit wenigstens etwas zu erholen. Außer der personellen Neuregelung der Leitung des Sied- l u n g swerkes sind in dieser Woche keine wesentlichen Entscheidungen zu erwarten. Am nächsten Sonntag wird das Kabinett dann wieder vollzählig versammelt sein, und zwar schon mit Rücksicht auf den Besuch Grandis, dem nicht nur für die deutsch-italienischen Beziehungen, sondern auch für die Lösung der großen, die ganze Welt interessierenden Probleme besondere Bedeutung zukommt. Der italienische Außenminister fährt im Anschluß an feine Pariser Reise nach Amerika. Er wird bei seinem Berliner Aufenthalt über oie Auffassungen der Reichsregierung ins Bild gesetzt werden und wird auch Gelegenheit haben, sich bei uns ein unmittelbares Bild von der deutschen Lage zu machen. Man braucht wohl nicht daran zu zweifeln, daß er nach Rom und dann nach Washington den Eindruck mitnehmen wird, daß es jetzt ums Ganze geht, daß wirklich etwas Durchgreifendes geschehen muß, wenn die Weltkrise, die von Deutschland ihren Anfang nahm, nicht noch erschreckendere Dimensionen annehmen soll. Die politische Pause in dieser Woche wird weiter noch dadurch bedingt, daß das innerwirtschaftliche Programm nicht eher in Angriff genommen werden kann, als eine Klärung der englischen Regierungsverhältnisse herbeigeführt worden ist. Denn da die Wahlen in England am 27. Oktober, wie man erwartet, den Konservativen maßgebenden Einfluß auf die Regierungspolitik bringen, so müssen wir mit einer Zollpolitik Englands rechnen, von der auch die deutsche W i rtschaft mitbetroffen wird. Es liegt auf der Hand, daß die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Reichsregierung sich auf diese Dinge einstellen müssen. Der Wirtschaftsbeirat wird also erst arbeiten können, wenn hierüber Klarheit besteht. Er wird Anfang der nach st en Woche zwischen dem 26. und 29. Oktober z u seiner er ft en großen Sitzung unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten zusommenkreten. Diese Beratungen werden mehrere Tage in Anspruch nehmen, bis die Grenzen der zu behandelnden Probleme abgesteckt sind. Dann werden mehrere Ausschüsse gebildet werden, die die positive Arbeit zu leisten haben. Sie werden nach den Arbeitsgebieten eingesetzt, und zwar je ein Ausschuß für die Gold- un d Z i n s f r a g e. für das Problem der Lohn- t a r i f e, für das Karlcllwefen und die Preisbildung sowie für die Fragen, die den gewerblichen Miltelstand besonders an- gehen. Diese Ausschüsse dürsten schon deshalb nötig fein, weil die unumgängliche Berücksichtigung aller beteiligten Kreise den Wirtschaftsbeirat umfangreicher gestalten wird als es wünschenswert erscheinen mag. So wird vertreten sein die Landwirtschaft. die Industrie, die Gewerkschaften, das Handwerk und schließlich auch der Reichsrat, damit auch die territorialen und regionalen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Wenn man sich allein vergegenwärtigt, daß drei Gewerkschaftsrichtungen zu beachten sind und dazu noch die Angestelltenverbände kommen, wenn man ferner die Verschiedenheit der Industrieverhältnisse in Rechnung stellt, so ergibt sich ohne weiteres, daß der Wirtschastsbeirat etwa zwei Dutzend Mitglieder umfassen wird. Natürlich muß unter diesen Umständen der Weg der kleineren Fachausschüsse gewählt werden. Man rechnet damit, daß die Aus- schuharbeiten etwa 14 Tage in Anspruch nehmen werden, so daß unter dem Vorsitz des Reichspräsi- denten in ungefähr drei Wochen die Schluhverhandlungen der vollkonfe- r e n; stattfinden können. Die große Notverordnung, die auf Grund dieser Beratungen die größten wirtschaftlichen Fragen regeln soll, ist demnach für Anfang bis Mitte Dezember zu erwarten. In interessierten Kreisen erhofft man von diesen Maßnahmen »efent- liche Fortschritte in der Behandlung der wirtschaft, lichen Lage, zumal dann etwa gleichzeitig die außenpolitischen Abmachungen in die Entscheidung hmeingreifen dürften. Oie deutsch-französische Wirtschaftskommission. Berlin, 17. Okt. (WTB.) Das Reichskabinett bestellte die nachstehend aufgeführten Persönlichkeiten zu Vertretern der deutschen Regierung in der gemischten deutsch - französischen Wirtschaftskommission, deren Einsetzung gelegentlich des Besuches der französischen Minister in Berlin zwischen den beiden Regierungen vereinbart worden war; die Ministerialdirektoren Dr. Ritter, Auswärtiges Amt, Ernst, Reichsfinanzministerium, Posse Reichswirt- schaftsministerium, S i tz l e r Reichsarbeitsministerium K o e nigs, Reichsverkehrsministerium, ö t r e i I, Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Den Vorsitz auf deutscher Seite hat der derzeitige Leiter des Auswärtigen Amtes, Reichs» Reuyork, 18. Oft. Der berühmte amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison, der seit längerer Zeit krank darniederlag, ist heute 3.24 Ahr gestor - den. Er hat ein Alter von 84 Jahren und acht Monaten erreicht. Thomas Alva Edison wurde am 11. Februar 1847 in Milan (Ohio) geboren. Er entstammt väterlicherseits einer alten holländischen Müllerfamilie, die 1737 in Nordamerika einwanderte. Der gefdjäfh liche Zusammenbruch seines Vaters zwang ihn, schon m Alter von 12 Jahren mit zum Lebensunterhalt beizutragen. Er fuhr mehrere Jahre täglich zwischen Port Huron und Detroit hin und her und verkaufte in den Zügen Erfrischungen und Zeitungen. Er er- Wien, 17. Okt. (TU.) Matuschka hat nunmehr , ein restloses Geständnis abgelegt. Sowohl die bei- | den Anschläge in Ansbach, als auch die Attentate von Jüterbog und Dia Torbagy hat er allein und ohne Helfershelfer verübt. Außerdem hat er noch mehrere Anschläge im Auslande, so auf der Strecke Amsterdam Paris- Marseille, geplant. Matuschka wurde spätnachts einem neuerlichen Verhör unterzogen. Nachdem er anfangs noch geleugnet hatte, schienen seine Nerven allmählich nachzulassen. Anfälle von Schreikrämpfen und Nervenzusammenbrüchen wiederholten sich. Schließlich begann er mitten im Verhör zu weinen und zu beten. Der vernehmende Polizeirat Dr. Böhm machte ihn eindringlich darauf aufmerksam, daß seine Erklärung, er sei nur der Mittäter, vollkommen .unglaubwürdig sei, da sich herausgestellt habe, daß ein angeblicher Bergmann gar nicht existiere. Alle seine Angaben über die kleine Villa in Caputh und die anderen Einzelheiten, die Matuschka im Laufe der letzten Tage gemacht hatte, seien vollkommen frei erfunden. Als der Polizeirat ihm Einzelheiten vorhielt, brach er völlig zusammen. Er beklagte das Schicksal seines Kindes und seiner Frau, warf sich auf die Knie und bat mit erhobenen Händen um Gnade. Daraufhin wurden auch der Berliner Kriminalrat G e n n a t und der ungarische Polizeirat Dr. Schweinitzer ins Zimmer gerufen. Er widerrief jetzt alle Einzelangaben, die er bisher über Jüterbog gemacht hatte und erklärte, daß er a 11 e in es gewesen fei, der in Berlin in der Friedrichstraße die Drähte gekauft hat. Er allein hat weiter die langen Gasrohre mit Lkrasit gefüllt und allein den Platz bei kanzler Dr. Brüning, übernommen und als seinen ständigen Vertreter den Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Dr. Trendelen- b u r g bestimmt. Zum deutschen Generalsekretär ist Ministerialdirektor Dr. Ritter bestellt worden. Außer den aufgeführten Regierungsvertretern werden die Vertreter der verschiedenen Zweige der Wirtschaft und der Arbeitnehmer als Sachverständige zur Teilnahme an den Arbeiten der Kommission geladen werden. Die Namen dieser Sachverständigen werden demnächst veröffentlicht werden. lernte dann die Handhabung des Telegraphenapparates und wurde Telegraphist. In Indianapolis gelang ihm seine erste Erfindung, der „Automatic Repeater", der die automatische üebertragung einer Depesche von einem Stromkreis auf einen zweiten ohne die Tätigkeit eines Telegraphisten ermöglichte. Nach wechselnde» Aufenthalten in Cincinnati, Memphis, Louisville, New Orleans u. a. ging er 1868 nach Boston und erhielt im Telegraphenamt eine höhere Stellung. Erfindungen aus dieser Zeit sind der Abstimmungstelegraph, der sog. Gegensprecher, der die Benutzung eines Drahtes zur gleichzeitigen Sendung mehrerer Depeschen ermöglicht. Von Boston ging er nach Neuyork und war 1871 bis 1876 Oberaufseher der Law Gold Indicator Co., bei der er verschiedene verbesserte Apparate ein- sührte. 1876 gründete er ein Laboratorium in Melno Park bei Neuyork. Hier weilte Edison 10 Jahre und vollbrachte die bedeutsamsten Erfindungen auf dem Gebiete der Schwachstrom- und Starkstrom- technik. Die wesentlichsten Erfindungen in dieser Zeit sind: Der automatische Schnellschriftgeber, der Telau- tograph, der Elektro-Motogräph, das Odoroskop, der Phonograph (1877) und seine Verbesserung (1888), das Megaphon, das Aerophon (dient zur Schallverstärkung); die elektrische Kohlenfadenlampe (1879), Verbesserung der Dynamomaschine. Außerdem betrieb er eifrig Versuche, die Elektrizität als Triebkraft für Verkehrsmittel zu verwenden, was vor ihm schon Siemens in Deutschland getan hatte. 1887 gründete Edison ein neues, bedeutend größeres Laboratorium in Orange. Hier erfand er verschiedene Verbesserungen des Kinematographen. Später beschäftigte er sich mit der Konstruktion eines besonders leichten und leistungsfähigen Akkumulators. Um den richtigen Nachfolger für sich zu finden, veranstaltete Edison 1929 einen Anwärterwettbewerb, aus dem der 16jährige Walter B. H u ft o n als Sieger hervorging. iSbifon ließ diesen seinen „Nachfolger" nad) seinen Anweisungen ausbilden und mit allen seinen Arbeiten vertraut machen, um ihm die Weiterführung aller seiner Werke zu übertragen. Jüterbog ausgesucht, wo er bann bas Eisenbahn- Unglück verursachte. Aus seinem Geständnis geht hervor, daß ihm Ende Dezember 1930plöhlich der Gedanke gekommen sei, Anschläge auf Eisenbahnzüge zu verüben. Zunächst habe er an eine Stelle in der Nähe von Ans- b a d) gedacht, weil er selbst dort in der Nähe wohnte. Von der Idee sei er alsbald zur Tat übergegangen. Matuschka schilderte dann eingehend die Vorbereitung zu diesem Anschlag am Orte der Tat. Mit Hilfe von Schraubstöcken habe er schon eine Eisenbahnschiene quer über denBahnschienen befestigt gehabt, als plötzlich ein Zug heranbrauste. Er habe dann von einer gewissen Entfernung aus zugesehen, wie der Zug hielt und die Leute mit Lichtern die Strecke entlangliefen. Matuschka erzählte weiter, daß er hierauf zu Fuß zur Station Rekawinkel ging und unterwegs eine schwarze Drille und ein Heftpflaster, mit dem er sich unkenntlich gemacht hatte, in einen Bach warf. Sn Rekawinkel blieb er bis zum Morgen und fuhr dann nach Wien zurück, wo er seine Kleider verbrannte und die Schaftstiefel in der Nähe des Bahnhofs wegwarf. Matuschka schilderte hierauf die Vorbereitungen zu dem Attentat von Jüterbog. Er teilte mit, daß er sich in der Umgebung von Jüterbog einige Zeit aufgehalten habe. In einer Nacht sei er auf die Strecke hinausgegangen und habe mit dem Schweißapparat Versuche unternommen, die aber nicht gelangen. Bei dem ungewohnten Hantieren mit dem Apparat habe er sich an beiden Beinen Brandwunden zugezogen. Tatsächlich weisen die Deine Matuschkas Narben auf, die von BrandThomas Edison, der große Erfinder t- Ausführliches Geständnis des Eifenbahnaitentäters Matuschka. Sämtliche Anschläge allein vorbereitet und ausgeführt. — Keine Klarheit über die Motive für die furchtbaren Verbrechen. wunden herrühren. Er habe sich nun Ekrasik bzw. die Erlaubnis zum Ekrasitbezug verschaffen wollen und sei dann mit der Gutsbesitzerin Frau Fvrge wegen der Pachtung eines Steinbruchs in Unterhandlung getreten. Mit Hilfe des Steinbruchs habe er sich Strafft und andere Sprengmittel gekauft. Anfang August sei er na ch Berlin gefahren, habe bann borf Röhren unb Draht gekauft unb versuche mit Sprengkapseln unternommen. Zu biefer Zeit habe er sich auch eine Rümmer ber Zeitung „Der Angriff' gekauft unb auf bas Blatt bie Worte „Revolution, Attentat, Sieg" geschrieben. Als er bas ganze Sprengmaferial beisammen hatte, sei er am 8. August von Berlin roieber nach Jüterbog gefahren unb habe alles für ben Anschlag vorbereitet. Dicht am Bahngleis nahm er Aufstellung unb wartete bas herankommen eines Zuges ab. Als er ben Zug heranbrausen hörte, habe er bie Zünbung eingeschaltet. Er habe bann auch bie Explosion gehört unb gesehen, wie mehrere Wagen umgeworfen würben. Ls gelang ihm noch, ben Zünbapparat an sich zu nehmen unb bie Flucht zu ergreifen. Am 9. August sei er nach Wien zurückgefahren, und als sein Zug bei seiner Rückfahrt Jüterbog passierte, habe er selbst die Wirkungen der Explosion sehen können. Angesichts dieser Folgen habe er sich fest vorgenommen, so etwas nie wieder zu tun. Diesem Vorsatz entgegen sei ihm doch wiede der Gedanke aufge stiegen, ein neues Attentat, diesmal in der Nähe von Budapest, auszuführen. Pressenotizen, die besagten, daß das Jüterboger Attentat mit einer Taschenlampenbatterie ousgeführt wurde, hätten ihn auf den Gedan - k e n gebracht, für diesen Anschlag solche Batterien zu verwenden. Matuschka ist dann am 3. September nach Budapest gefahren und hat dort Röhren gekauft, die er in die Nähe von BiaTvr- bogy brachte. Er hatte dann in der Nähe des Tatortes Versuche gemacht, das Ekrasit in die Röhren zu füllen. Am 8. September ist er nach Nagy Te- teny gefahren und hat dabei den Koffer mitgenommen, in dem fick) die Batterien und der Lampcn- draht befanden. Am 9. September fuhr er nach BiaTorbagy, um den Verkehr der Züge zu beobachten. Er wollte angeblich, wie er erklärte, keinen Personenzug. sondern einen Güterzug zerstören. An diesem Tage habe er sich auch eine Schnellzugskarte nach Raab gelöst und sie etwas beschmutzt, damit man das Ausstellungsdatum nicht sehen könne. Am 11. September habe er aber beobachtet, wie die Züge verkehren, und gesehen, daß der Güterzug dem Personenzug folge. Auch am 12. September hak er sich ben ganzen Tag über in ber Rahe von Bia Torbagy versteckt aufgehalten. Dann begab er sich roieber zu ber Stelle hin unb gelangte zum Eisenbahnviabukl, ben er als Ort f ü r bie Verübung bes Attentats auserseh e n hatte. Fahrplanmäßig raffe bet Personenzug vorüber Unb nun hat Matuschka ben Apparat rasch auf bie Schienen g e - b u n b e n unb ben Zettel mit ben ungarischen Worten unb ber Überschrift „Der Ueberseher" in ber Röhe angebracht. Dann hat er gewartet unb gehört, wie bie Explosion erfolgte. Matuschka eilte bann zur Stelle, an ber sich bie abgekürzten Wagen befanben unb brachte s i ch mit feinem Taschenmesser bie Verletzungen i in G e s i ch t b e i, bie ihn selbst a t s Opfer b e 8 Attentats erscheinen lassen sollten. An biefer Stelle bricht bas (Beftänbnis Matuschkas ab. Es folgten nur noch bie bereits gemelbeten Anbeutungen. bah er no d) e i n i g e andere Attentate geplant habe. Die Jüterboger Polizei hat festgestellt, baß bie Angaben Matuschkas, er habe sich bereits im April biefes Jahres in Jüterbog aufgehalten, ber Wahrheit entsprachen. Matuschka hat in den fraglichen Apriltagen im Hotel „Zur Eisenbahn" gewohnt. Der Wirt bes Hotels hat seinen Gast nach den vorgelegten Lichtbildern mit B e st i m m t h e i t w i e b e r e r t a n n t. Matuschka ist dann in der Nacht bes Attentats, bas gegen 11 Uhr verübt würbe, etwa um Mitternacht in bem gleichen Hotel erschienen unb hat sich bort bis 1.15 Uhr aufgehalten. Der Wirt bes Hotels „Zur Eisenbahn" teilte mit, daß er der Polizei von diesem Besuch sofort Mitteilung g e - m a ch t und die Untersuchungskommission in Kloster Zinna noch einmal angerufen habe, als er die Beschreibung gelesen hatte, die von ben Frauen aus ber Friebrichstrahe über ben Käufer bes Sprengmaterials gegeben worben war. Man habe ihn gefragt, ob er ben Fremben für einen Iren halten würbe. Darauf habe er geantwortet, bie Aussprache habe ihn an einenDefterreidjererinnert Er habe weiter zu Protokoll gegeben, baß er ben Fremben für einen Offizier halte. Aus den Bildern, die man ihm am Samstag vorgelegt habe, habe er ohne Zweifel Matuschka roieberer- kannt. Nationalsozialistisches SA -Treffen in Braunschweig. Eine CRcfre Hitlers zur politischen Lage. Braunschweig, 18. Oft. (ERB.) Schon in den frühesten Morgenstunden begannen die Standarten der zu dem heutigen Treffen versammelten nationalsozialistischen SA. aus ihren Quartieren in den umliegenden Orten nach der Stadt zum Franzenfelde zu ziehen, wo die Weihe der neuen Standarten erfolgen sollte. Unter wehenden Fahnen mit Musik und Gesang rückten sie in langen Kolonnen von allen Seiten heran. Von 8 Uhr an begann die Aufstellung auf dem Franzenfelde, die 24 neuen Standarten auf einer Anhöhe. Gegen 10 Uhr erschien, von Heilrufen begrübt, Adolf Hit- l e r. Seine Weiherede wurde mit stürmischen Heilrufen ausgenommen. Hierauf formierten sich die Gruppen zum Anmarsch nach dem Schloßplatz, wo der Vorbeimarsch stattfand, der um 12 Uhr begann und nach 17 Uhr noch nicht beendet war. In 38 Sonderzügen, mit 5000 Kraftwagen und in Tages- und Rachtrnärschen waren 75 000 Mitglieder der RSDAP. zu dem Treffen gekommen. Das SA.-Treffen fand am Sonntagabend seinen Abschluß mit einer Massenkundgebung in der Braunschweiger Stadthalle, bei der Hitler u. a. ausführte: „In der letzten Reichstags- sihung hat Reichskanzler Dr. Brüning erklärt, er möchte verhindern, dah sich in Deutschland eine Front der Arbeitnehmer gegen eine Front von Arbeitgebern aufrichte. Der Kanzler hat damit den Kern des Problems nicht berührt. Es Handels, sich nicht um Arbeitgeber und Arbeitnehmer/ sondern zunächst um zwei große weltanschauliche Bewegungen: Die bürgerliche und die internationale marxistische Welt. Der Reichskanzler hat vergessen, dah sich diesen beiden Fronten gegenüber schon längst eine dritte Front erhoben hat, die sich weder zur einen, noch zur anderen Seite rechnet, sondern ganz bewußt beide Richtungen ablehnt. Wan spricht von einer Erschütterung, die Reuwahlen mit sich bringen könnten. Wenn ein System schlecht regiert hat, dann wird die Abrechnung immer eine Erschütterung bedeuten. Wenn die heutigen Machthaber Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten wollen, so können sie nur eines tun. ihren Platz denjenigen einräumen, die allein in der Lage und willens dazu sind. Der Unglaube an die bisherige Regierungspolitik ist ins Riesenhafte gewachsen. Das weiß man und deshalb scheut man sich vor dem vernichtenden Votum deS Volkes durch Wahlen. Wir treiben Opposition nicht gegen einzelne Maßnahmen, sondern gegen ein ganzes Sy st em, das unser Volk langsam in zwei Teile aerreift. Hierdurch wird es dem Volk für die Zukunft unmöglich gemacht, seine Lebensinteressen vor der Welt zu vertreten. Man wird einsehen, daß es besser ist, einen festen Staat als ein von bolschewistischen Krisen zerrüttetes Volk im Herzen Europas zu haben. Mit der RSDAP. wird unser Volk seine Freiheit erringen. Rur ein in fester Treue zusammenstehendes Volk kann dieses Ziel erreichen. Die Hakenkreuzfahne soll das Symbol der Einigkeit und des Aufstiegs in Deutschland sein. Die große Stunde, da die Schande des Iahres 1918 getilgt ist, wird kommen." Ein Abschiedsbrief an 0r. von Helmott. Ter Landbundführer kandidiert nicht mehr für den Landtag. WSR. Darmstadt, 17. Oft. Landtags- Präsident Delp hat an den Vizepräsidenten deS Hessischen Landtags. D r. v. H e l m o 11 (Landbund), folgendes Schreiben gerichtet: ..Sehr verehrter Herr Kollege! Gestern abend nach Schluß der Plenarsitzung erfuhr ich erst, daß Sie die Absicht haben, für den kommenden Landtag nicht mehr zu kandidieren Ich bedauere außerordentlich, daß ich diefe Mit- leilurrg nicht früher erhielt, da ich jetzt der Möglichkeit beraubt bin, den Dank des Parlaments für Ihre jahrelange Tätigkeit als stellvertretender Präsident an der Stätte Ihrer Wirksamkeit auszusprechen. Gestatten Sie mir, daß ich hiermit nachträglich und schriftlich Dank sage. Von 1911 bis 1918 und von 1021 bis jetzt haben Sie dem Hessischen Landtag angehört, während der letzten zehn Iahre zum stellvertretenden Präsidenten berufen. In dieser langen Zeit haben Sie o f t a l s P r 2 - sident amtiert, dabei in manchen Sitzungen, in bciyn die politischen Gegensätze mit Heftigkeit aufeinanderprallten und damit eine geordnete Geschäftsführung aufs äußerste gefährdeten. Aber immer gelang es Ihnen, mit fester Hand, unterstützt durch Ihre persönliche Liebenswürdigkeit und Ihren vornehmen Eharakter, der parteiische Entscheidungen nicht kannte, der Lage Herr zu werden und die Sitzungen würdig weiter und zu Ende zu führen. Hierfür sage ich Ihnen den Dank des hessischen Parlaments." In Ergänzung des Wolffberichts über die Freitagsihung des Hessischen Landtags teilt der Abgeordnete Prof. Dr. Werner- Butzbach mit, daß der Abgeordnete Dr. Müller die in der Landtagssitzung vom Dienstag ausgesprochenen Beleidigungen mit Bedauern zurückgenom- mcn habe. Krisis der Wirffchafispartei. Dicrhüringerproteftiercn gegen dieHaltung der Rcichstagsfraktion. Weimar, 17. 0kt. (ERB.) Die Haltung der Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei hat Auswirkungen besonders auf die t h Ü r i n g i s ch e Landtagsfraktron ausgeübt. Ministerialrat Dr. G e r st e n h a u e r hat seinen Austritt aus der Wirtschaftspartei erklärt. Gerstenhauer nahm an der Harzburger Tagung der Opposition teil und ist ausgetreten, weil das Harzburger Programm von der Wirtschaftspartei durch ihre Haltung im Reichstage obgelehnt wurde. Gerstenhauer ist auch an den Verhandlungen, die gegenwärtig in Thüringen zum Zwecke der Wiederherstellung der Koalition mit den De u t sch n a t i o n a I e n und den Rational s o z i a l i st e n gepflogen werden, beteiligt. Die Weiterentwickelung hängt davon ab, ob eine Einigung unter den Parteien, die sich der Führung des Stahlhelm anvertraut haben, zustandekommt. Der Desamtvorstand der Wirtschaftspartei im Wahlkreis Thüringen trat unter Teilnahme der thüringischen Land- tagsfraktion und der Vertreter der sächsischen und preußischen Wahlkreise in Mtenburg zusammen. Rach eingehender Aussprache, bei der auch der Reichstagsfraktion Gelegenheit gegeben war, ihren Standpunkt zu vertreten, erhob der thüringische Gesamtvorstand scharfen Protest dagegen, daß die Reichstagsfraktion für die Regierung Brüning gestimmt habe. In der kommenden Woche wird die thüringische Wahlkreiskonferenz der Wirtschaftspartei einberufen und ihr die Frage der weiteren Haltung zur Partei und Reichstagsfraktion vorgelegt werden. Wie die „TU." zuverlässig erfährt, chat Staatsminister a. D. Dr. Weber sein Amt als zweiter Vorsitzender der Wirtschaftspartei n i e berge l e g t. Der Schritt Dr. Webers hängt ebenfalls mit der Abstimmung im Reichstag zusammen, auf der die Wirtschaftspartei eine Haltung eingenommen hat, die Dr. Weber nicht mit seinem Rainen decken will. Oer Konflikt um die Mandschurei. Japans Bedingungen für eine Zurückziehung der Truppen. - Briand hat einen neuen DennittlungSvorschlag. Genf, 18. Oft. (WTB.) Die japanische Delegation veröffentlicht am Dorabend der wieder beginnenden öffentlichen Verhandlung des Dölkerbundsrats eine ausführliche Darstellung der Auffassung Japans über den Konflikt in der Mandschurei. Daraus geht hervor, daß Japan an seinem bisherigen Standpunkt festhält, daß nämlich japanische Truppen erst dann zurückgezogen werden könnten, wenn die Sicherheit des Lebens und des Eigentums der Japaner in der Süd- mandschurei gewährleistet sei. Wiederum wird betont, daß vorher indirektenDerhand. langen zwischen China und Japan die grundsätzlichen Fragen, die die Beziehungen der beiden Länder betreffen, geklärt werden müßten. Es wird bestritten, daß die antijapanische Bewegung in China ein elementarer Ausdruck der Volksstimmung gegen die japanische Besetzung sei und erklärt, daß diese Bewegung von den chinesischen Behörden h e r v o r g e r u f e n und systematisch geschürt werde. Die chine- sische Regierung und die lokalen Behörden müßten Garantien geben für den Schutz der japanischen Staatsangehörigen. Nur dann sei eine vollständige Zurückziehung der Truppen möglich. Japan hege Zweifel, ob China überhaupt in derLage sei, seine Zusicherungen durchzuführen. Die japanische Delegation erwarte, daß der Völkerbund durch eineruhigeundabwartendeHal- tung eine wirkliche Befriedung herbeizuführen helfe. Ein Mitglied der japanischen Delegation erklärte: Wenn der Völkerbund kein Mittel finden kann, um die Rechte der Japaner in der Mandschurei zu schützen, dann müssen wir dort bleiben. Ueberdies braucht Japan Raum, denn seine Bevölkerung vermehrt sich derartig, daß das Land für sie nicht mehr ausreicht. Wir sind uns darüber klar, daß wir jetzt vollkommen isoliert sind. Aber die öffentliche Meinung in Tokio ist ohne Unterschied der Parteien einig. Die Frage ist, ob Japan den Völkerbund oder die Man- dschurei verlassen soll und die Mandschurei können wir nicht verlassen, weil unsere dortigen Interessen zu groß sind. Wie es heißt, hat Briand e i.n e n Sermitt» lungsvorschlag a us g e a r b e i t e t, dem die Übrigen Mitglieder des Rates zugestimmt haben sollen. Briand beabsichtigt, diesen Vorschlag in der Ratssitzung bekanntzugeben, wenn die beiden Parteien sich bis dahin nicht einigen sollten. Japan und die Einladung an Amerika ErneutPrüfung der juristijchenGrundlagen verlangt. Die japanische Regierung hat erneut zu der Frage der Einladung der amerikanischen Regierung in einem Memorandum Stellung genommen. Sie besteht darauf, daß ihre j u r i ft i - schen Einwände gegen die Zulässigkeit der Einladung geprüft werden und kündigt an, daß sie ihre endgültige Haltung nach der Antwort auf ihr Memorandum einnehmen werde. Die Antwort Bri- ands beschränkt sich auf die Erklärung, daß der japanische Delegierte von falschen Voraussetzungen ausgehe, wenn er die Rechtmäßigkeit der Einladung der Vereinigten Staaten bestreite. Eine Prüfung der Frage sei im Augenblick nicht notwendig, er überlasse es aber der Entscheidung des Rates, später eine solche Klärung vor- zunehmen. Eine Rückwirkung einer solchen späteren juristischen Klärung auf den Beschluß des Rates bezüglich der Einladung könne er jedoch nicht zuge- stehen. Auf die Bemerkung Joshizawas über die Heranziehung Amerikas als Signatar ft aal des Pariser Paktes und die Weiterungen, die sich daraus unter Umständen ergeben könnten, geht Die Antwort Briands mit keinem Worte ein. Der Ratspräsident betont wiederholt, daß der Rat mit seiner Entscheidung sich im Rahmen des Völker- bundspaktes gehalten habe. Krankreichs Angst vor dem „Papierdollar". Droht eine Isolierung? Paris, 18. Oft. (2ü.) In Pariser Finanzfrei- sen beschäftigt man sich mit der großen Gefahr, die darin liegen würde, wenn die Vereinigten Staaten unter dem Druck der Verhältnisse etwa gezwungen wären, nach dem Vorbilde Englands die Goldwährung preiSzugeben und zum Papierdollar übcrzugchen. Ein derartiges Ereignis würde die Golovaluta einfach blockieren und die Lage Frankreichs unerträglich gestalten. Der französische Wtrtschaftsorga- nismus wäre der Krise in ihrer schärfsten Form preisgegcben, da er die Konkurrenz der Länder mit Papierwährung nicht a uS halt en könnte. Schon jetzt machten sich im Zusammenhang mit dem Angriff des Papier- Pfundes Depressionen geltend. In der Zeit der Weltwirtschaft erscheine eine isolierte Goldwährung 'vollkommen unhaltbar, da der Goldwert in dem Augenblick sinken müsse, wo er aufhöre, dem internationalen Warenaustausch zu dienen. Auch in dem ständigen Dold- z u st r o m nach Frankreich liege eine unver- lennbare Gefahr. Schließlich seien die Folgen ®®r « ?bzusehen, die sich aus einer etwaigen r u d l a u f i g c n Bewegung deS Goldes lur Frankreich ergeben mühten. Wenn daS fremde Gold aus gleichviel welchen Gründen inS AuS- zurückfließen sollte, werde das französische Geldsystem einen betäubenden Schlag erleiden. Auch wenn man jetzt noch nicht an eine große ©efabr für Frankreich glaube, so fei es doch die höchste Zelt, energische Maßnahmen zu ergreifen. Rach einer Meldung aus Reuyork soll die B a n k v o n F r a n k r e i ch sich bereit erklärt haben, bei der Federal Reserve Bank eine öolbcinlagc von 300 Millionen Dollar -u machen, während die Federal Re- serve Bank nach und nach ihren Diskontsatz bis auf fünf Prozent herauf setzen und die nicht garantierten Kredite für Handel und Industrie einschranken würde. „J”*! dem Dampfer .Pari s" sind in Le Havre 336 Barren Gold im Werte von 418 Millionen I Francs aus Reuyork angefommen. Ferner wurden in Cherbourg von dem Dampfer .Olym- pic" 281 Barren Gold im Werte von 400 Millionen Francs gelandet. Aus aller Well. (Elfte Generalversammlung de» katholischen Deutschen Jrauen-Bunbe». Zur 11. Generalversammlung des Katholischen Deutschen Frauen-Bundes in Breslau waren aus allen Gegenden des Reiches und aus dem Auslande Begrüßungstelegramme. darunter eins vom Papst und eins vom Erzbischof von Köln eingegangen. Frau Dr. Gerta Krabbe l-Aachen bezeichnete die Tagung als den Ausdruck des Willens und der Bereitschaft der katholischen Frau zur Mitarbeit an der Zukunft unseres Volkes. Heber „Geist und Wirtschaft" sprach dann Prof. Dr. Theodor B r a u e r - Honnef. Am Samstagnachmittag hielten die Arbeitsgemeinschaften Sondersitzungen über „Die 'Neugestaltung der Familie in der Zeit der Mechanisierung" und den „Sinn und Bewertung der Frauenberufsarbeit in der heutigen Zeit ' ab. Den Höhepunkt der Tagung bildet: die große öffentliche Kundgebung am Sonntagabend im großen Konzertsaal, in der auch Kardinalfürsterzbischof D. Bertram sowie eine Reihe von Vertretern der Staats- und kommunal beworben teilnahmen. Die Ministerial- rätin und Reichstagsabgeordnetc Dr. h. c. Helene Weber- Berlin referierte über daS Thema -Kultur und Wirtschaft". Alle Mängel des Iahr- hunderts würden auf das gegenwärtige Wirtschaftssystem zurückgesührt. Es tauche daher die Frage auf: Können wir eine christliche Kultur retten ober neu aufbauen, inbem wir bie privat- wirtschaftliche Basis erhalten und neu beleben? Man müsse mit dem Schlagwort aufräumen, daß 2uruS gut sei, weil er Geld unter die Leute bringe. Diese Einstellung habe psychologische Aufreizung und wirtschaftliche Falschwirkungen zur Folge gehabt. Der Mensch reagiere auf die wirtschaftlichen Erschütterungen damit, dah er Glauben und Vertrauen verliere. Es fei tiefste Erkenntnis daß der in Gott lebende Mensch am freudigsten und gerechtesten die Güter der Wett verwalte. Die Privatwirtschaft müsse mehr als bisher den Menschen als Persönlichkeit und die Familie als Gemeinschaftsgut würdigen. Rach Schlußworten des 1. Vorsitzenden spendete Kardinalfürsterzbischof D. Bertram den Teilnehmern seinen Sogen. Mit Orgelvorträgen schloß die eindrucksvolle Kundgebung. Kundgebung der Reichsbahnbeamlen. Der Zentral - Gewerkschaftsbund Deutscher R e i ch s b a h n b e a m t e n und - anroärter, ber etwa 120000 Mitglieder umfaßt, veranstaltete in Berlin eine Kundgebung. Professor Dr. Blum von der Technischen Hochschule Hannover hielt einen Vortrag über „Reichsbahn u* Wirt- schäft". Er forderte, baß die Derkehrscntwicklung i n gesundeBahnengelenkt werde. Die Fracht, und Personentarife brauchten bei weitem nicht so huch zu sein, wenn die Reichsbahn nicht Reparationszahlungen und politische Lasten zu tragen hatte. Die Reichsbahn habe 3 7 Prozent der Repa- rationspolitik aufzubringen, nämlich 660 Mil- lionen Mark jährlich und außerdem 640 Millionen Mark jährlich an politischen Lasten zu tragen. Die Reichsbahn müsse für 1931 mit einem Defizit von mindestens 600 Millionen Reichs- m c r k rechnen. Da ohne Schädigung der Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit die Sparpolitik nicht weitergetrieben werden könne, feien sofort zwei Maß. nahmen notwendig: Die Entlastungen aus dem Hoooerplan müßten auch der Reichsbahn voll zugute kommen, und bie Reichsbahn müße vor Verkehrsoerlust en geschützt werden, die ihr durch Konkurrenzauswuchse anderer Verkehrs- mittel entstehen. — Rusch, der stellvertretende Dor. sitzende der Zentralgewerkschaft, stellte die lieberem- ftimmung seiner Organisation mit den Forderungen des Redners fest. Ein Wiener Geldbriefträger niedergcschosten. Der Geldbriefträger Rudolf Lindauer wurde, al» er das Postamt im 15. Bezirk zum Bestellgang verlassen hatte, plötzlich von zwei jungen Bur- fdjc nüberfallen, von denen einer Schüsse abgab. Lindauer wurde von mehreren Kugeln getroffen und sank zusammen. Die Burschen ergriffen die Flucht. Es entwickelte sich eine wilde Verfolgung, an der Polizeibeamte und Passanten teilnahmen. Einer der Räuber wurde ergriffen. Der zweite schoß sich, als er keinen Ausweg sah, in den Kopf und verletzte sich lebensgefährlich. Aus ber provinzialhauptstabt. Gießen, den 19. Oktober 193L Du Gesundheit des Schulkindes. Ddn Dr. meb. Charlotte ^schocke. Die Gesundheit de» Schulkindes wird jetzt in anderer Weise überwacht als in ber Vorkriegszeit. Häufige Turnstunden, Tageswanderungen, obliga- torische Schwimmkurie sichern die körperliche Ausbildung neben dem üblichen Unterricht. Schulspeisungen ergänzen die manchmal infolge der Rot der Zeit ungenügende Ernährung im Elternhause. Die regelmäßige Untersuchung durch den Schularzt ermöglicht Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten und Körperfehlern im ersten Stadium und Aussonderung von anfterfungsfähigen und gebrechlichen Rin- b«rnHei es durch vorübergehende Entfernung au» ber Schule bi» zur Gesundung oder durch Unterbringung in Klassen für schwerhörige, Stotterer, Sehschwache und in Hilfsschulen für geistig Zurück- gebliebene, wodurch dem gesunden wie dem kranken Kinde gleichermaßen geholfen wird. Mit diesen fürsorgerischen Maßnahmen ist aber durchaus nicht dem Elternhaus die Verpflichtung abgenommen, für eine gesunde Lebensweise und sachgemäße Ernährung Sorge zu tragen; denn die Heranwachsenden Kinder, besonders die 10. bis 14jäh- ngen, stellen einen großen Prozentsatz ber Patien- ten in der Sprechstunde des Kinderarztes und der Kinderpolikliniken. Der Grund dafür ist teils in schnellem Wachstum, teils in unvernünftiger Lebensweise zu suchen. Was ich in folgendem sage, gilt Haupt- sachlich für die 10- bi» 14jährigen, obwohl es im wesentlichen auch auf jüngere und ältere Schulkinder anzuwenden ist. Wichtig für die ungehemmte Ent- Wicklung ist vor allem eine genaue Zeiteinteilung, bie Aufstehen und Zubettgehen, sowie Arbeits- und Freizeit regelt und nur ganz ausnahmsweise durch- brachen werden darf. Em Kind braucht 10 dis 12 Stunden Schlaf, für besten pünktlichen Beginn und ungestörte Dauer die Eltern zu sorgen haben. Bei einem ausgeschlafenen Kinde wird auch das Aufstehen ohne große Schwieriakeiten vor sich gehen. Je nach der Länge des Schulweges wird dieser Zeitpunkt morgens 1 bis 2 Stunden vor den Schulbeginn zu legen (ein. Auf alle Fälle muß das Kind sich ohne Haft anziehen und in_ 9tube frühstücken können Die Viertelstunde mehr Schlaf, die sich schwache Mütter immer wieder abringen lasten, bringen dem Kinde nicht den geringsten Nutzen, wohl aber vielerlei Schaden, näm- sich: Da» ungewaschene oder ungenügend gewaschene Kind ist halb verschlafen, unlustig und daher unfähig, dem Unterricht zu folgen. Die gründliche Reinigung bie am besten in einem täglichen, mäßig warmen Babe, mindestens aber in gründlichem Ab- seifen von Kopf bi» zu Fuß bestehen muß, findet besser abends vor dem Schlafengehen statt, weil rd«i SKI wie« Gerrf Oie Wetterlage. Oworttefo^ ö (>»ero etdtttt » vei» g eRrgt^ ♦ alriuMItX ■ Nebel X Sewicrr.© Windstille. O' KN A. Herritbf S't Sius, ^rnNtkbet^ " Echulg ,', ^,?«el. ö,um unb’J," unb ,ns9cb4ä0^ ?nbe Cntfer’n, “Rin* 9 °der Äfus »erhörjge 17er’ n f“r gei fic Qti,rer. Jen wie L?Uru^ sirb. m ron^n -Z-D Sinb«arti*5 S1?"* ?:LK srsL genaue Seifeinteüa, n- !°°>- Arbeils,Z ausnahmsweise buch Shinton TM unb ungestörte S ar °?'Sesch!°. .; M der Lange "Punkt morgens 1 dis nn zu legen sein. Auf h ohne hast anziehen ^^e Diertelstunbe -uWer immer wieder 1 ,»'ndc nicht den ge- n-lerlei Schaben, nüm- !r ungenügend gewa« en, unlustig und daher folgen. Die gründliche einem täglichen, mäßig 'er in gründlichem Ad- 1 bestehen muh, findet «lafengehen statt, weil rloge. 4^ .Ptrtn^ 8 0 (V/J 6tnf/2 y'Ml? dsss8 n« ussage. -Sh i'-Z- :SKL I "17,"' M» 1,N'. Aw* 12 4 Oktober- mÄtober: y * ÄS ‘ «fflintf ** -.ttgsben- * K'bxS fb de^.g,nbung Das Kenkhosf-Mlut in Vad-Aauheim. Akademische Zeier zur Einweihung des Instituts. MSN. Bad-Nauheim, 17.Okt. Am 16. Sep tember 1929 hat Frau L. E. Kerckhoff aus Los Angeles zum Gedächtnis ihres verstorbenen Gatten die William . G.-Kerckhoff . Stiftung, Institut für wissen chaftlicbe Forschung und Fortbildung zu Bad- Nauheim, errichtet. Die Erträgni se der Stiftung sollen der wissenschaftlichen Forschung und Fortbildung durch Gewährung von Stipendien, wofür 2 Millionen Goldmark zur Verfügung stehen, sowie der Erforschung und Bekämpfung der Herzkrankheiten dienen. Als Betriebsfonds für dasJn- titut wurde eine Million Goldmark bereitgestellt, für eine Errichtung 1400 000 Mark, ein Betrag, der nzwischen um 300 000 Mark erhöht wurde. Der Vorstand der Kerckhoff-Stiftung hatte zu heute, Samstag, vormittag, in das Institut zu einer akademische Stier einaeladen, zu der neben der Stifterin etwa 400 Gäste erschienen waren, u. a. der hessische Staatspräsident Dr. Adelung, Vertreter der einzelnen hessischen Ministerien, des Landtag, der Präsident des Reichsgesundheitsamts, Geheimrat Dr. Hamel, Oberbürgermeister Dr. Landmann (Frankfurt a. M.), Vertreter der Universitäten Gießen und Frankfurt a. M., sowie der Technischen Hochschule Darmstadt, zahlreiche Pressevertreter und Vertreter der verschiedenen medizinischen Gesellschaften usw. Regierungsbaurat Metzger (Bad-Nauheim) erstattete den Bericht über die Entstehungsgeschichte des Baues mit entsprechenden Filmvorführungen und übergab im Anschluß daran der Stifterin nach alter Tradition den goldenen Schlüs. sel zum Institut. Nachdem Prof. Dr. G r o e d e l (Bad-Nauheim), der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, dem Erbauer des Instituts den Dank der Stifterin ausgesprochen und alle Erschienenen begrüßt hatte, eröffnete Staatspräsident Dr. Adelung die Reihe der Glückwunschansprachen. Er sprach zunächst der Stifterin den Dank der hessischen Regie- rung und der staatlichen Bad- und Kurverwaltung aus, und erinnerte sodann an die Entstehungsgeschichte der Stiftung, für die die Regierung einen besonders günstigen Bauplatz zur Verfügung gestellt und sich verpflichtet habe, das Werk zu fördern, u. a. durch die Zuleitung der zu Forschunaszwecken benötigten Heilquellen. Der Redner wies ferner auf die Forschungsaufgaben der Stiftung hin, die diese gemeinsam mit dem staatlichen Medizinischen Institut in Bad-Nauheim zu verfolgen berufen sei. Die Stiftung werde der Wissenschaft neue Antriebe geben und zugleich den Weltruf Bad-Nauheims aufs neue bestärken. Die Einweihung verstärke den Glauben, daß es der Menschheit trotz aller Widrigkeit gelingen werde, geistige und seelische Not zu überwinden. Hier sei ein Werk des Friedens geschaffen, eine neue Brücke zu zwei Völkern, deren Freundschaft über alle Zeiten dauern sollte. Bürgermeister Dr. Ahl, Bad-Nauheim dankte der Stifterin im Namen der Einwohnerschaft -und wies darauf hin, daß der Bad-Nauheimer Stadtrat ihr bereits vor zwei Jahren das Ehrenbürger- recht von Bad-Nauheim verliehen habe. Er gab einer bekannt, daß Frau Kerckhoff unter Berück- ickstigung der großen Notlage Deutschlands mit Ab- icht davon abgesehen habe, eine groß angelegte Feier zu veranstalten, als Ersatz dafür aber der Bad-Nauheimer Winterhilfe einen namhaften Betrag überwiesen habe. Se. Magnifizenz der Rektor der Landes- nntverfliät Prof. Dr Vanielow »Gießen, sprach für die Universitäten Gießen und Frankfurt und die Technische Hochschule Darmstadt, die im Kuratorium des Kerckhoff-Jnstitutes, die Universitäten außerdem im Verwaltungsrat als Mitglied vertreten sind. Die Verbindung werde noch dadurch verstärkt, daß Professor Dr. Koch, der Vorstand der Abteilung für experimentelle Pathologie und Therapie am Kerckhoff-Institut, gleichzeitig Dozent an der Hessischen Landes- universität sei, während Professor G r o e d e l dem Lehrkörper der Universität Frankfurt angehört. Der Redner gab dann namens der Landesuniversität der besonderen Freude und Genugtuung über die Vollendung dieses wundervollen Instituts Ausdruck und beglückwünschte die Stifterin, Frau Kerckhoff, das Direktorium, das Kuratorium und den Verwaltungsrat zu dem glücklich vollendeten Werk. Arn Schlüsse seiner Ansprache erllärte der Rektor u. a.: Möge das Kerckyoff-Jnstitut seine hohe Aufgabe zum Ruhen und Segen der leidenden Menschheit, zur Ghre der Gründerin und Deutschlands stets aufs beste erfüllen. Gerne und freudig wird die von mir vertretene Universität alle Verpflichtungen übernehmen, die ihr aus der Verbindung mit dem Kerckhoff-Institut erwachsen, und ich bitte das Kerckhoff-Institut, auch seinerseits der organischen Verbundenheit mit der Unioersität stets mit Treue um Treue eingedenk zu sein. Vor acht Tagen konnte die Universität Gießen dank dem sozialen Sinn unb der rastlosen Tätigkeit edler Menschen in Gießen ein neues Institut, die Orthopädische Universitätsklinik, ihrer Venuhung übergeben. Heute gilt es, die Vollendung dieses wichtigen Instituts für Kreislaufforschung zu feiern, das durch den Edelsinn einer sozial tief* empfindenden Amerikanerin ihrem Gatten und sich zur Ehre zur Bekämpfung einer stets wachsenden Geisel der Menschheit errichtet worden ist. Es sind zwei Silberstreifen am verdüsterten Horizont, die uns erinnern, daß die Sonne des Edlen und Idealen doch noch nicht erloschen, sondern nur hinter den Wolken einer unglücklichen Zeit verdeckt ist, zwei Lichtblicke, die uns mahnen, nicht zu verzweifeln, sondern die Herzen zu erheben und an die Zukunft der Menschheit zu glauben. Univeriitätsprofessor Dr. Feulgen-Gietzen brachte als Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen ebenfalls herzliche Glückwünsche zum Ausdruck und führte in seiner Ansprache u. a. aus: Die Stifterin hat die Bedeutung der Herzkrankheiten als eine der verbreitetsten und wichtigsten Dolkskrankheiten erkannt und will mit gütigem Herzen eine Krankheit bekämpfen, der ihr Gatte selbst zum Opfer gefallen ist. Ihm hat sie gleichzeitig ein Denkmal gesetzt, nicht ein Denkmal tatenloser Trauer, sondern eine Stätte lebendiger wissenschaftlicher Arbeit. Mit einer in Deutschland sonst nicht bekannten und auch unmöglichen Großzügigkeit ist das neue Institut gebaut und ausgestattet worden. Alle in Betracht kommenden Hilfswissenschaften sind durch namhafte Forscher vertreten, und wir haben es begrüßt, daß ein Mitglied des Kerckhoff-Institutes sich an der Landes-Universität habilitiert hat und mit einem Lehrauftrag betraut worden ist. Wir haben das jeden Forscher erhebende und befriedigende Gefühl, daß alle Mitglieder des Kerckhoff-Instituts dem gleichen Ziele Erstreben: Der Erforschung, Verhütung und Bekämpfung der Herzkrankheiten. Mit dem Wunsche, daß die Arbeit des neuen Institutes unsere Kenntnisse von den Herzkrankheiten erweitern und zahlreichen leidenden Mitmenschen neue Hoffnung geben möge, überbringe ich die Grüße meiner Fakultät. Die weiteren Ansprachen. Für die Medizinische Fakultät der Universität Frankfurt a. M. sprach Professor V o l h a r d und pries Dad-Aauheirns Glück, gleich zwei ausgezeichnete Forschungsinstitute zu besitzen. Professor Dr. Bruno Kisch, Köln a. Rh., brachte Glückwünsche als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung und als Herausgeber der Zeitschrift für Kreislaufforschung. Professor E b b e ck e, Bonn, sprach als Vertreter der Universität Bonn und für die Gesellschaft für Physiologie. Sanitätsrat Dr. Hahn, Bad-Rau- heirn, sprach für die Bad-Rauheimer Aerzteschaft, und gab zugleich der Anteilnahme der hessischen Aerzteschaft und des Vorsitzenden der hessischen Aerztekammer Ausdruck. Dann nahm Professor Dr. G r o e d e l, Bad- Rauheim, der langjährige Arzt William G. Kerckhofss, das Wort zu einer Gedächtnisrede für den im Jahre 1929 Verstorbenen, der, einer Hannoveraner Familie entstammend, sich als der große technische und industrielle Pionier von Los Angeles erwies,, wo er seit 1877 wohnhaft war. Eines der letzten Werke Kerckhoffs stellt die Bad-Rauheimer Stiftung dar, die Kerckhoffs Wunsch erfüllen soll, daß deutsche Wissenschaft und Technik im internationalen Wettkampf wie seither, so auch in Zukunft in Ehren bestehen. Den Beschluß der Feier bildete ein Festvortrag von Professor Dr. Koch, Dad°Rauheim, Leiter der Abteilung für experimentelle Pathologie und Therapie am Kerckhoff-Institut, über das Thema: „Die Bedeutung des Blutkreislaufs für das Gesamtleben des Körpers". Anschließend fand eine Besichtigung des Kerckhoff-Instituts statt. ** Kriegsbeschädigtenrenten und Arbeitslosenunter st ützuna. Die durch die Juni-Notverordnung angeordnete Anrechnung der Kriegsbeschädigtenrenten auf die Arbeitslosenunter, stützung hat insofern eine Milderung erfahren, als nicht mehr der 15 Mark Übersteigende Rentenbetrag, sondern nunmehr der 25 Mark übersteigende monatliche Rentenbetrag aus die Arbeitslosenunterstützung angerechnet wird. Es heißt darüber im zweiten Teil der dritten Notverordnung im Artikel 1, Ziffer 12 (S. 542): „Von den Renten und Beihilfen nach dem Reichsversorgungsgesetz, die Beschädigten und Hinterbliebenen auf Grund einer Kriegsdienstbeschädigung gewährt werden, ein Betrag bis zu 25 Mark im Monat, von den übrigen in Absatz 1, Nr. 1 und 2 genannten Renten ein Betrag bis zu 15 Mark im Monat." *• Wieder ein Fall von Untreue im städtischen Dienst. Rachdem erst vor einigen Wochen in zwei Fällen Verfehlungen im Dienste der Stadtverwaltung festgestellt worden waren, ist jetzt ein dritter Fall zu verzeichnen, über den nach dem Abschluß der Ermittelungen der Stadtverwaltung genaue Mitteilungen gemacht werden können. Die Veruntreuungen wurden von dem Verwalter R. begangen, der Marktstandgelder kassierte, sie aber bei der Stadtkasss nicht ablieferte und über ihren Verbleib keine befriedigende Auskunft geben konnte. Rach den Feststellungen der Stadtverwaltung handelt es sich um einen Betrag von rund 3000 Mk. R. ist nunmehr von der Stadtverwaltung aus dem städtischen Dienst entlassen worden, gleichzeitig tourte die Angelegenheit zur weiteren Verfolgung an die Staatsanwaltschaft gegeben. ** Todesfälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Oktober verstärken in Gießen: 1.: Max Dachenheimer, Lehrer L 2t., 67 Jahre, Schillerstraße 17; 6.: Margarete Stock geb. Wenzel, 67 Jahre, Kaiserallee 60; 9.: Walter Grimm, 8 Jahre, Roonstrahe 6; 10.: Katharina Elle geb. Dauer, 73 Jahre, Moltkestrahe 10; 12.: Chri» stiane Wolff gich. Steinhäuser, Witwe, 71 Jahre, Am Rahrungsberg 63; 13.: Heinrich Lucius, Oberstudienrat i. 2t., Professor, 69 Jahre, Lud- wigsplah 9. Otto Klaas, ohne (Beruf, 78 Jahre, Großer Steinweg 26. Dberbeffen. Landkreis Gießen. G Holzheim, 18. Okt. Seit vier Wochen wird unser 300jähriger mächtiger Kirchturm einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Diese wird von Dachdeckermeister H e h d (Butzbach), unter Aufsicht der Kreisbaubehörde ausgeführt. Interessant ist, daß im Jahre 1847 ein Vorfahre von Heyd auch den Turm schieferte. In die Helmkugel kommen zwei Urkunden, verfaßt von Bürgermeister Buß und von Heyd. Anstelle des verrosteten Wetlerhahnes fetzte Schmiede- meister E. R e u h l einen neuen. Die Dachdecker trugen beide von Haus zu Haus und sagten dabei folgenden Spruch: »Hier zeigen wir euch den Kirchenhahn; er xeigt euch Wind und 2Better an; er zeigt nach (Korten, Süden, Westen, Osten, da- soll auch nur ein kleines Trinkgeld kosten. Sein Vater war ein guter Reiher; wir essen gerne Speck unb Sier." Einige hundert Eier, Speck unb Geld waren ihr Lohn. Der alte Hahn findet in bet Amtsstube ter Bürgermeisterei Aufstellung. s. T r a i s - H o r l o ff, 18. Okt. Auf die hiesige ausgeschriebene P f a r r st e l l e, die durch den Tod des Pfarrers Weber verwaist war, haben sich keine Bewerber gemeldet. Infolgedessen wird die Stelle auch weiterhin durch Pfarrer Ge - rich (Bellersheim) als Spezialvikar mit versehen. In unserem Kirchspiel wurde durch Pfarrer Gerich auch ter diesjährige Konfirmandenunterricht ausgenommen. Die Konfirmandenschar zählt samt den Filialen nur zwölf Kinder, und zwar aus Trais-Horloff zwei Knaben und ein Mädchen, aus Inheiden vier Knaben und zwei Mädchen, aus Utphe zwei Knaben und ein Mädchen. Kreis Büdingen. s. Berstadt, 18. Okt. Am Donnerstag spat nachmittags überflog eine außergewöhnlich große Schar von Wildgansen unfern Ort. Es waren etwa 80 bis 100 Tiere, die, von Utphe herkommend, in südwestlicher Richtung weiterflogen. Das Flugbild bestand aus einem seht langen Schenkel mit zwei schrägen Seitenästen. Kreis Alsfeld. -er. Homberg, 17. Okt. 2m benachbarten Rieder-Ofleiden wurden in dem (Basaltwerk bet Mitteldeutschen Hartsteinindustris 80 Arbeiter entlassen, weil es an Arbeitsaufträgen fehlt. Rur noch eine bestimmte Anzahl von Arbeitern aus Rieder- unb Ober-Ofleiten wird weiter beschäftigt, weil diese einen vertraglich fest- gelegten Anspruch auf Beschäftigung haben. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 17. Okt. Der kürzlich seines Amtes enthobene Direktor Weiler von der in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Darmstädter Dolksbank hat heute nachmittag seinem Leben ein Ende gemacht. Rachdem Weiler bereits am Tage des Schalterschlusses der Darmstädter Dolksbank einen mißglückten Selbstmordversuch unternommen hatte, sanden ihn heute nachmittag Spaziergänger auf dem Dachsberg in einem Gehölz erhängt auf. Weiler hatte sich außerdem die Pulsadern geöffnet. (Schluß des redaktionellen Teils.) In der Ingenieurschule Weimar beginnt am 15. Dfober das Wintersemester 1931/32. — Trotz der katastrophalen Zeitoerhältnisse ist die Zahl der Neuanmeldungen so hoch, daß sich nicht nur die Abgänge ergänzen, sondern noch eine Erhöhung der Studierendenzahl eintritt. — Dieser Erfolg ist wohl in erster Linie auf die mustergültige Einrichtung der Anstalt und auf ihre beachtenswerte Leistung auf unterrichtlichem Gebiete zurückzuführsn. 4771V einerseits mehr Zeit ist, anderseits Staub unb «Schmutz des Tages, nicht mit ins Seit genommen werden, was nicht nur aus ästhetischen, sondern auch ums hygienischen Gründen zu fordern ist. Diese -gründliche Reinigung bildet zusammen mit Zähne- ^utzen (stets mit Zahnpasta!) und Säubern der Ringer- und Fußnägel, sowie Auswischen der Ohren mit einem von Watte dünn umwickelten, zugesoitzten Holzstäbchen einen weitgehenden Schutz vor Infektionskrankheiten. Die Eltern sollten diese Reinigung überwachen und bei dieser Gelegenheit den nackten Körper ihres Kindes unauffällig mustern, damit hnen Hautausschläge, Entzündungen und andere iiußere Krankheitserscheinungen rechtzeitig bekannt inerten. Kühl nachwaschen, gut abtrocknen, rasch ins ‘Bett, dunkel machen und absolute Ruhe ringsum! Manche Kinder sind foaenannte Leseratten. Es ist nerkehrt und zwecklos, ihnen dieses Vergnügen $u iiauben. Man versuche nur, die Lektüre unauffällig , iu überwachen und selbst dem Interesse und Geschmack des Kindes entsprechende Bücher ausfindig .iu machen. Man lasse sie in ihrer Freizeit bei gutem Wetter im Freien lesen, sonst tun sie es heimlich Bei jeder sich bietenden Gelegenheit, und wenn es für Minuten auf der Toilette ist, abends im Bett mit der Taschenlampe, zwischen den Schularbeiten! (Die Lesewut ist eine manchmal ans Pathologische Kreuzende Erscheinung bei intelligenten, wissensdur- jitigen Kindern, die man nur durch Verständnis in gemäßigten Grenzen halten kann. Die Mahlzeiten müssen regelmäßig eingenommen werden. Sie sollten den Ergebnissen der modernen Trnährungslehre entsprechend zusammengesetzt fein. Die Hauptmahlzeit besteht aus wenig Fleisch, viel Cßemüfe, Salat, Obst. Zum Frühstück gibt man am ttdten einen nahrhaften Mehl-, Haferflocken- oder gMeßbrei, dessen Langweiligkeit durch Zusatz von Mssen und Obst ausgeglichen wird. Vollkornbrot □nftatt Semmel oder Hausbrot ist unerläßlich wegen örs höheren Gehalts an Kalorien und Miueral- i llzen, bann zur Kräftigung der Zähne (Vollkorn- brot erfordert energisches Kauen) unb nicht zuletzt q(s Mittel gegen Entstehung unb zur Bekämpfung b?r Verstopfung. Milch oder Fruchtsäfte ersetzen ben Kaffee, Tee oder Kakao! Spirituosen sind keines- s atls auch nicht tropfenweise zum Kosten, zu erlauben. Fristverlängerung für Steueramnestie und Bermögenserklärung. Wie Dom Reichsfinanzministerium mitgeteilt wirb, haben sich in den letzten Tagen die Zeich- nungen auf steuerfreie Reichsbahnanleihe bei den Zeichnungsstellen in so außerordentlichem Maße gehäuft, daß sie nicht bewältigt werden konnten. Weiter haben zahlreiche Steuerpflichtige geltend gemacht, daß sie sich die erforderlichen Unter» I agen für die (Berechnung des von ihnen zu er» werbenden Betrages an Reichsbahnanleihe nicht s üstgemäh haben beschaffen können. Aus diesen Gründen ist durch Rotverordnung des Reichspräsidenten vom Samstag die A m n e st i e f r i st, Irtoie die Frist für die Abgabe der Ver- wögenserklärung 19 31 (und ebenso die Frist für die Anzeige von ausländischen Familien- stiftungen sowie die Frist für die Anmeldung öon ausländischen Beteiligungen) bis zum Ab- I auf des 26. Oktober 1931 verlängert worden. Schon heute kann gesagt werden, daß sowohl die Amnestie als auch die Zeichnung der Tlnleihe den erwarteten Erfolg gehabt hat. Bornotizen. — TageskalenderfürMontag: DHV., 20 Uhr, Cafe Leib, Mitgliederversammlung und Bortrag „Unser Stand im Kampf um Wirtschaft unb Staat". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „ 3m Geheimdienst". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 20. Oktober, als Vorstellung im Dienstag-Abonnement das Kriminal-Schauspiel „Voruntersuchung" von Alsberg unb tzesse; Spielleitung: Karl H e y s e r. — Der Allgemeine Deutsche Frauei^verein (Ortsgruppe Gießen) veranstaltet in Verbindung mit dem Gießener Lehre- r innenverein am Mittwoch, 21. Oktober, 16.30 Uhr, im Hotel Hindenburg einen öffentlichen Vortrag. Frau Seminarleiterin Schmidt (Gießen) spricht über das Thema „Frauenoberschulen und Höhere Fachschulen, ein neuer höherer Schultyp für ausgesprochene weibliche Veranlagung als Vorberei- t mg für weibliche Berufe". Räheres in der Heubigen Anzeige. — Waschvorführungen. Der Konsum- vorrein Gie»en unb Umgegenb veranstaltet Dom 19. böig 22. Oktober, jeweils 14.30 Uhr, im Saale tes Gewerkschaftshauses Waschoorführungen. Frau Z h e u n i s s e n (Düsseldorf) wird bei bem Probe- unb Werbewaschen zeigen, welche Qualität die Produkte der GEG-Fabriken darstellen. (Siehe fwutige Anzeige). ** Kein Bedarf an neuen Anwärtern i n Hessen. Wie Wagners Südwestdeutscher Nach- r chtendienst von zuständiger Seite in Darmstadt er- führt, besteht auch im kommenden Frühjayr keine Aussicht, daß Anwärter für die Laufbahn des gebotenen mittleren Justiz- unb Verwaltungsdienstes im Hessen zugelossen werden. Gesuche um Zulassung z iim Vorbereitungsdienst, wie auch um Vormerkung siür diese Laufbahnen sind daher zwecklos. Nur ein Qualität»- und Marken-Autooel, da» auchunterdiesen neuen, weit schwierigeren Verhältnissen einwandfrei schmiert, verhindert Anlass-Schwierigkeiten, Störungen und Verschleiss, zu deren Behebung oft kostspielige Reparaturen nötig sind. Lassen Sie sich bei den SH ELI-Tankstellen oder durch den SHELL-FÜHRER fachmännisch beraten, welche der 6 SHELL AUTOOEL- Qualitäten, die abgestimmt sind auf alle Motor-Typen und alle Jahreszeiten, speziell Im Winter für Ihr Fahrzeug die geeignete ist« an Rui 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten. 6994 Konsumverein Gieften u. ümü 6999 D 6996 (> 6995 D MM (•Brnuntincr) Gießen, den 19. Oktober 1931. 7001D send Mk. IS.—, liefert H990V | wiietgesuche"| Vertreter cn.. 3n..Qnutrnnnn sucht gcf., bei günft. Be- Dcr Vorstand. 6993 D 6etchiftidnickeachee Rechnungen Briefbiatter Brlefumschlige Postkarten Oeschaftskerten Mt Brühl, Schulitraße 1 Verschiedenes! 2-3000 AM. Nächste Woche! EngenerFohlen- u.Geld Lotterie Ziehung 17. Oktober Der Professor bemerkte von all dem nichts. Er sah nur sein Kind und war ganz in dessen Anblick versunken, wie jemand, der etwas paradiesisch Herrliches vor sich sieht und nicht glauben kann, daß es wirklich sein Eigentum ist. Horvath ging zu den Pferden, die unruhig zu werden begannen. RoSmarie hielt die Hände des Vaters in den ihren, bis er in den grauen Samtkissen lehnte und breitete fürsorglich eine Decke über seine Knie. Eie hätte sich schlagen mögen, denn sie verspürte das helle Rot, das ihr auf den Wangen brannte, als sie jetzt eine Frage an Dela Szengeryi richtete: „Willst du neben dem Vater Platz nehmen oder mit mir nach Hause reiten? Guido läßt dir die Wahl frei." „Du kommst zu mir in den Wagen, Dela", befahl Török und faßte nach dessen Arm. „Wir sind beide müde von der Fahrt. Rosmarie, wirst du auch vorsichtig fein?" Sie sah mit einem Lachen zu ihm herab. „Ach, Vater, wenn du dich um mich sorgen wolltest, kämst du aus dem Zanken nicht mehr heraus. Guido und ich reiten alle Tage zusammen, zuweilen sogar ohne Sattel und nur auf einem Pferd." „Aber Kind?" „Es ist so herrlich. Vater? Unsagbar schön, nicht wahr, Guido? Kürzlich waren wir weit draußen, beinahe an der Ezarda. als der Sturm uns überfieL Ich stürzte und hatte einen gräst- lichen Schmerz in den Hüften. Da baute mir Guido aus den Leibern der Pferde ein Zelt und hielt mit seinem eigenen Rücken die Hagelschläge von mir ab. Ich wäre zugrunde gegangen ohne ihn." „Rosmarie ist ein sehr tapferes Mädchen, Herr Professor", hörte Török sagen. Er blickte flüchtig zu dem Geiger auf, der es gesprochen hatte, bemerkte dessen verträumten Blick, der an der Tochter hing und erschrak. „Hatte das Kind schon gewählt? Hatte es lieben gelernt, noch ehe Vela Szengeryis Kust es zum Erwachen bringen sollte?" Er streifte die schlanke Gestalt neben sich im Wagen, die blassen Gesichtes nach dem Rand der Steppe schaute. Er liebte Szengeryi wie einen Sohn. Treu war der Junge gewesen, so treu, dast er mehr als einmal sein Leben für ihn in die Schanze geschlagen hatte. Sein Kind Herzigkeit? Mitleid? Oder hatte er überhaupt nichts dabei gedacht? .Mein lieber Junge.'" Török legte ihm die rechte Hand auf das Knie. .Was sagst du nun dem Kinde? Grost ist es geworden! Und auch ein bißchen hübsch. Findest du nicht? Väter sind alle eitel, weiht du. Auch wenn sie weniger schön wäre, würde sie mir reizend erscheinen." Szengeryis Mund würgte an den Silben. »Sie passen gut zusammen." .Dela!" Török griff erschrocken nach dem Arm des Jungen. .Warum urteilst du. ehe du weiht wie es um die beiden steht? Ich werde RoS^ marie noch heute fragen, damit es dir erspart bleibt, ihr Rein zu hören, falls sie ein solches für dich hat." Von Szengeryis Lippen kam nichts als ein unverständliches Murmeln. Zünd holz vertrieb Bisebois werd« Sa. Vertreter gesucht! Pr.UL Porto *.Uite30M Ohnacker JSSS Poitich. 37130 Frkf.a.M. u.alle Verkauf estell. 6991 Samstag, den 17. d. M, abends 11 Uhr, wurde nach schwerem Leiden mein lieber Mann Karl Heinrich Wagner im Alter von 59 Jahren durch einen sanften Tod in die Ewigkeit abgerufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Wagner Wwe., geb. Dort Großen-Buseck. den 18. Oktober 1931. Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. Oktober, nachmittags 2 Uhr. vom Trauer hause an der Oberpforte aus statt 2ln den Pappeln stand Horvath und sprach aus Rosmarie ein. Sie hatte die Arme gegen die Flanken des Pferdes gelegt und da- Gesicht hineinvergraben. .Du muht ihn recht verstehen, mein Liebes", mahnte er gütig. .Was hätte er tun sollen? Du hast doch gesehen, wie er außer aller Fassung war. Er hat das Kind von einst im Gedächtnis gehabt und ein junges Weib gesunden. Roch dazu ein schönes Weib! Du weiht nicht, wie das auf einen Mann wirkt. Er ist neunundzwanzig Jahre, Rosmarie, und hat in drei Jahren nichts zu sehen bekommen als die Wälder Afrikas und ihre Frauen." Ihr Gesicht fuhr auf und starrte ihn aus rotgeränderten Augen an. .Glaubst du, dah er schon einmal geliebt hat?" .Ja, Rosmarie!" .Guido!" Das Pferd machte einen Sah nach rechts, so hart hatte sie es an der Mähne gefaßt und den Kopf darein vergraben. .Rosmarie." Er wartete geduldig, bis sie das Gesicht hob. .Willst du ihm deshalb Vorwürfe machen?" Sie tupfte erregt mit dem Taschentuch über die Augen. „Ich will keinen Mann, der schon einmal eine andere geliebt hat." Der Arm Horvaths, der um ihre Hüsten gelegen hatte, fiel herab. In seinem farblosen Gesicht standen zwei müde, glanzlose Augen. Rosmarie sah es mit Schrecken. .Guido, ich habe dir weh getan." ilnb als er den Kopf schüttelte, bettelte sie. .Wenn cs dich verletzt hat, vergib mir, Guido." Sie hob seine Hand hoch und zog sie rasch an die Lippen. .Ich wollte dich nicht treffen! Bei Gott, das wollte ich nicht!" „Rosmarie, was weißt du?" „Die Aga hat mir alles erzählt." „Was hat sie dir erzählt, Rosmarie?" Das Zittern, das sich um feine Lippen stahl, schnitt ihr tief in die Seele. Eie sah von ihm lügen evtl, no di Buroulsttnist. Slnfr. an: Dir 4t. 2tcin» bad), Dassel, Fried- ridiitrnnc 9. o. v. | Empfehlungen| Nachruf. Am 16. d. M, verschied sanft unser hochverehrter Chef Herr Louis Emmelius Geh. Kommerzienrat Wir betrauern in dem Verstorbenen ein Vorbild unermüdlicher Arbeitskraft und reichen Wissens, einen Vorgesetzten wohlwollender 1 ierzensgüte. einen Kaufmann reinster Lauterkeit und einen Menschen schlichtester Einfachheit Wir werden seiner stets in Treue und Dankbarkeit gedenken. Die Angestellten und Arbeiter der Firma Carl Emmelius. Dienstag, den 27. gegen gute Aicher-1 in. 1931, abends nett auszulechen I 8.30 Uhr un Per- 2d)T. Ana. 11.000991 cinSb. (ÜrnlbföclO.) an den Gieß. An».' « i>TerVorstanb. Fc r dm Fubb«>dcn elBohüerwachs ‘»KtJoOflO.1 .Kilo 150 Droö Winterholl Krcur^Lin 10 -c r he.'m ROlir-Uer leicht an Jeder - ' m. 244 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 19. Oktober 1951 Oberhessischer Kunstverein. Alle und neue Graphik. Die zweite Ausstellung des Kunstvereins bringt ausschließlich Graphik, und zwar — im Gegensatz zu den meisten früheren Kollektionen — unter Verzicht auf alle lokale Bindung und Begrenzung in weitgespanntem Ausschnitt europäischer Gesamtentwicklung etwa vom Barock bis in die jüngste Gegenwart. Die verschiedensten Techniken sind vertreten, und es wird, was in den einheimischen Ausstellungen bisher nicht allzu häufig geschah, erfreulicherweise die Bekanntschaft mit den repräsentativen Meistern der graphischen Disziplin in charakteristischen Beispielen auf verhältnismäßig gedrängtem Raum vermittelt. Bei der Fülle des vorliegenden Materials ist es allerdings nicht möglich, im Rahmen eines knappen Referates eine annähernd vollständige Aufzählung zu geben; wir müssen uns darauf beschränken, im Ueberblick auf besonders bemerkenswerte Stücke hinzuweisen. Doch sei diese Ausstellung insgesamt von vornherein nachdrücklich zu eingehendem Studium Blatt für Blatt empfohlen. Man wird seine Freude daran erleben und in knappster Form zugleich eine lehrreiche Uebersicht gewinnen. Italienische Barockmeister, A n s a l d o und Bal- d i n u c c i, mögen chronologisch den Reigen eröffnen. Von den Franzosen nennen wir Boucher mit einem liegenden Hirtenknaben, dessen Stellung an den berühmten Mädchenakt des Meisters erinnert; ferner den graziösen Liotard mit einer Kastagnettentänzer-n. Unter den Niederländern ist B r o u w e r („Slgender Mann") am bekanntesten. Aus dem deutschen Dixhuitiöme ein schönes Blatt von Chodowiecki. Nächst einigen kleineren Blättern von Hans Thoma ist der deutsche Impressionismus ausgezeichnet vertreten: Corinth, dessen vehementes Temperament und dessen erstaunliche Technik auch auf den graphischen Blättern unverwechselbar und bestechend zum Ausdruck kommt. Liebermann mit einem älteren Selbstbildnis, Slevogt mit seinen nervös hingestrichelten, illustrativ gedachten, oft Vignettenhaft zarten Miniaturen. Dritte reife Kunst, Willi Geigermit einer Torerofigur, welche stilistisch auffallend an Sepp Frank erinnert. Meid mit feinen, trotz manchem harten Strich aquarellhaft locker anmutenden Phantasien. Stauffer-Bern ist nicht mit den bekanntesten, aber doch sehr charakteristischen Blättern vertreten; seine Technik steht im schroffen Gegensatz etwa zu dem Stil von Sleoogt und Meid; die Porträtköpfe, z. B. von Menzel, sind Oberschlefieu am zehnten Jahrestag -es Genfer Spruchs. Ein Rückblick zum 20. Oktober. Von Oberbürgermeister A. Kaschny, Mitgl. d. pr. Staatsrats, Vorsitzendem des Zentral« Vorstands der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier e. V. Zwei besondere Schicksalstage hat Oberschlesien: den 20. März 1921 den Abstimmungstag und den 20. Oktober 1931 — der sich in diesem Monat zum zehnten Male jährt — den Tag der Entscheidung über Oberschlesien durch den Völkerbund in Genf. Um diese beiden Daten gruppiert sich die Tragödie unserer Heimat. Aach dem unglücklichen Äusgang des Krieges begann das Vorspiel der Tragödie. Da glaubten die Polen den günstigen Augenblick gekommen, um ein Stück deutschen Bodens nach dem anderen an sich zu reißen. Mit fieberhaftem Eifer gingen sie an die Vorbereitung des ersten Gewaltstreiches. Oberschlesien sollte ein zweites Posen werden. Der August 1919 brachte den ersten polnischen Aus st and. Die Furcht vor dem Recht, die Furcht vor dem Siege der Deutschen bei der angeordneten Volksabstimmung trieb die mit den Franzosen verbündeten Polen zur Gewalt. Roch aber hatten wir keine „Interalliierte Kommission", keine „neutralen" Vertreter der Gerechtigkeit im Lande, noch konnte sich das oberschlesissche Volk selbst Helsen. Es lieferte wie in den gewaltigen Kundgebungen im Frühjahr des Jahres den Beweis seines deutschen Charakters, es schlug den Putsch in wenigen Tagen nieder. Aber bald wendete sich die Gunst der Lage. Die fremde Besatzung hielt zu Beginn oes Jahres 1920 ihren Einzug. Der erste Akt der Tragödie begann. Don dem Augenblick an, der dem französischen General L e R o n d die Macht in die Hände legte, wurde das Leben für die Deutschen unerträglich. Treuhänder des Völkerbundes sollte General Le Rond sein. Er war in Wirklichkeit nie etwas anderes als einer der gerissensten französischen Diplomaten, ein Werkzeug des französisch-polnischen Militaris- m u s. Er hat seine Rolle glänzend gespielt, er hat seine Aufgabe restlos erfüllt. Richts hat er verabsäumt, was geeignet war, die Deutschen zu unterdrücken und die Polen zum Siege zu bringen. Die deutschen Beamten wurden verjagt, die deutsche P?esse unterdrückt, die deutsche Propaganda mit allen Mitteln gehemmt, dem polnischen Terror Tür und Tor geöffnet. Unö doch glaubten Le Rond und Korfanty nicht an einen Sieg. Bald merkten die Franzosen, daß dieses Land deutsches La-nd ist, daß die Behauptung seines polnischen Charakters erfunden und erlogen ist. Aber.sre kamen nicht in Verlegenheit. Stärkere Mittel, wurden angewandt, um das Abstimmungsgebiet — koste es, was es wolle — den Polen in die Hände zu spielen. In vollem Einvernehmen mit Warschau, unter eifrigster Beteiligung französischer Offiziere und Mannschaften wurde das Insurgentenheer ausgerüstet und organisiert, um im geeigneten Augenblick in Aktion treten zu können. In den Augusttagen 1920 wiederholte sich unter vollkommener Verschiebung der Verhältnisse das Spiel vom August 1919. Die „neutralen“ Franzosen entpuppten sich vollends als die Verbündeten der Polen, der zweite A u f st a n d war ein polnisch-französischer Aufstand, war die Ausführung des französisch-polnischen Planes, vollendete Tatsachen zu schaffen. Das ist der zweite Akt der Tragödie. Er machte das Dasein des oberschlesischen Volkes zu einem Höllenleben, dessen Grausamkeiten nur noch einmal, im dritten Aufstande Überboten worden sind. Ohne Scheu und Rücksicht verbündeten sich Polen und Franzosen. Die französischen Soldaten, bestimmt, für Ruhe und Ordnung einzutreten, beteiligten sich an der Entwaffnung der Sipo und den Mord- und Schandtaten der Insurgenten. Keine Macht trat auf, um der Schreckensherrschaft Halt zu bieten, um diejenigen an den Pranger zu stellen, die ihr Amt als Treuhänder des Völkerbundes freventlich mißbrauchten. Die Trümmer des abgebrannten Dorfes Anhalt, die Gräber, in denen unzählige brave Heimattreue aller Stände und Parteien begraben sind, künden das namenlose Unglück eines vergewaltigten Volkes. Wer dieses Dasein nicht durchlitten hat, dem erscheint seine Schilderung als der wüste Traum eines fiebrigen Kopfes, dem scheint es unmöglich, daß diese Schrecken noch einmal überboten werden sollten. Aber gerade die Leidensgeschichte des oberschlesischen Volkes läßt fein Bekenntnis der Treue in um so hellerem Lichte erstrahlen, das am 20. März 1921 abgelegt worden ist. Cs war der äußerste Höhepunkt des Kampfes, der dritte Akt der Tragödie. Aus allen Teilen des Reiches, aus aller Herren Länder strömten die Oberschlesier zusammen. Alle Drohungen, alle Gewalttaten der Franzosen und Polen waren nicht imstande, ihnen den Mut zu rauben, ihre Heimatliebe zu ersticken. Sie hatten sich seit Jahr und Tag für die Sache der Heimat eingesetzt, sie hatten unsagbare Qualen öurcblitten, sie ließen sich durch nichts davon abhalten, ihre Stimme in die Waagschale zu werfen. Das hatten weder Polen noch Franzosen erwartet. Mit Schrecken hörten sie d a s B e - kenntnis des Volkes zum Deutsch- t u m. Allein, sie waren auch für diesen Fall gerüstet; der vierte, der traurigste Akt nahm seinen Lauf. Trotz oder gerade wegen des deutschen Sieges, brach der Terror schon am 21. März mit aller Gewalt erneut hervor. In den Kabinetten begann das diplomatische Spiel. Es schien ungünstig für Polen und Franzosen — da stürzten sie sich zum dritten Male auf das wehrlose Volk, da erreichte die unerträgliche polnisch-französische Gewaltherr, schäft den Gipfel. Fast drei Monate hausten die wilden Horden, tobten die Insurgentenbanden — und ihre Kampfgenossen blieben die neutralen Franzosen. Die Grausamkeiten des zweiten polnischen Aufstandes wiederholten sich nicht nur — nein, sie wurden ins Ungemeffenc gesteigert. Polen und Franzosen wetteiferten in der Verfolgung der Deutschen. Freudig begrüßten die französischen Offiziere die polnischen Insurgenten. Richt ein einziger Schuß wurde gegen die Rechtbrecher abgegeben. Im polnischen Hauptquartier saßen französische Offiziere. Es war ein abgekartetes Spiel. Wer nicht rechtzeitig fliehen konnte, war weder Tag nc,ch Rächt seines Lebens sicher. Mord, Totschlag und Brandschatzung sind die Waffen der polnischen Tyrannen. Ihre „Heldentaten" schreien zum Himmel. Aus den Gefängnissen und Kasernen tönten die Klage- und Hilferufe polnisch-französischer Brutalität. Immer weiter breitete sich die Herrschaft der Insurgenten aus, bis ihnen der deutsche Selbstschutz Halt gebot. In dieser schweren Zeit wichen die Deutschen nicht einen einzigen Schritt vom Wege des Rechtes, aber sie waren vogelfrei. Sie wurden geknebelt, geknechtet, unterdrückt und vergewaltigt. Frech und offen verhöhnten die Polen die Anordnungen der Interalliierten Kommission, denen die Deutschen unentwegt Folge leisteten. Der polnisch-französische Rechtsbruch war offenbar. Unö dennoch sollte die brutale Gewalt triumphieren. Die Rechtsbrecher wurden belohnt, die Deutschen schmählich verkauft. Das ist der Schlußakt der Tragödie. In Genf fanden sich ein Brasilianer und ein Chinese, ein Belgier und ein Spanier zusammen, um vor den Kulissen im Ramen des Völkerbundes ein Spiel zu spielen, im ©efamteinbruef am entschiedensten einer malerischen Wirkung angenähert. Interessante Gegenüberstellungen findet man an einer Wand des Saales, wo neben verschiedenen Proben moderner Franzosen etliche berühmte Vorbilder von Daumier, Gavarni und Goya hängen; auch M a s e r e e l s und Campen- öoncks Holzschnitte stechen merkwürdig davon ab. Aus der deutschen Graphik der Gegenwart nennen wir noch: die technisch hervorragenden, menschlich tief erschütternden Bilder der Käthe K o l l- witz, von denen übrigens einige schon früher an dieser Stelle gezeigt worden sind. Ferner Erich Wolfsfeld mit einer Bettkerfigur, deren Gedrungenheit und Ausdruckskraft an die Plastiken von Barlach erinnert; eine Schafgruppe des berühmten Tierbildners August Gaul; ein in feiner linearen Zartheit bestechendes Blatt von Felix Meseck; feine kleine, offenbar an östlichen Vorbildern geschulte Landschaften von Struck; zuletzt eine expreffioniflifch-plakathafte, reichlich brutale Komposition von George Groß. Die neue Ausstellung wurde am Sonntagvormittag der Oeffentlichkeit übergeben. —y— Goethe-Dund. Eröffnungsabend: „Tixt unk» Bettina". In der Neuen Aula der Universität begann der Goethe-Bund gestern abend bei sehr gutem Besuch sein Winterprogramm 1931/32 mit einem musikalischen Vortragsabend in origineller und interessanter Form. Die Veranstaltung wurde eingeleitet durch eine Ansprache des Bundesvorsitzender: Dr. Henning (Berlin), der die Erschienenen willkommen hieß und einen Ausblick gab auf den kommenden Vortragswinter; dieser werde in eine noch nicht erlebte Notzeit unseres Volkes fallen und zugleich durch die bevorstehenden Jubiläen (Goethe, Wilhelm Busch; die Raabe-Gedenktage liegen schon hinter uns) besonderes Gepräge erhalten und bedeutende Verpflichtungen auferlegen. Die Darlegungen gipfelten in der Mahnung zur Besinnung auf die geistigen Werte der Nation; jeder müsse bereit fein, das geringe Opfer zu bringen, das der Bund für die Durchführung feiner kulturellen Aufgabe fordere. Mit einer Begrüßung der neu beigetretenen Mitglieder, Dankesworten an die Vortragenden des Abends, und mit der Bitte um tatkräftige Mitarbeit wurde die Ansprache beschlossen. Hierauf machte Dr. Erich Fischer, der sich als Verfasser der musikalischen Hauskomödien schon das ihnen von den Regenten der ausschlaggebenden Mächte vorgeschrieben worden war. Sie kümmerten sich nicht um die Stimme des Voltes, um das Recht des Deutschen Reiches, um die Hilferufe der Entrechteten und Vergewaltigten. Für sie war wie für ihre Auftraggeber die oberschlesische Angelegenheit nur eine Frage des Geschäfts. Sie zerrissen die organische Einheit des Landes, beraubten Oberschlesien seiner wichtigsten Kraftquellen und lieferten den wertvollsten Teil an Polen aus. Das Unrecht hat gesiegt! Aber das Recht lebt! Es ist unsere Pflicht, immer wieder unsern Protest anzumelden, auf daß die Akten nicht geschlossen werden, bis die Welt zu einer Revision dieses Fehlspruches gezwungen ist. Und selbst derjenige, der sich mit dem Raube urdeutschen Landes aosinden sollte, muß eintreten für das Wachhalten des deutschen Gedankens im Osten, weil die unersättlichen Polen mit diesem Raube noch nicht zufrieden sind. Systematisch gehen sie an die Ent- deutschung der uns geraubten, an die Polonisierung der uns verbliebenen Gebiete. Ostoberschlesien ist von Posenern, Kongreßpolen und Galiziern überschwemmt. Systematisch werden die Deutschen vertrieben, die maßgebenden Stellen mit Nichtober- schlesiern besetzt. Der Genfer Spruch ist für die Polen nur eine Etappe. Sie arbeiten zielbewußt darauf hin, den uns verbliebenen Teil von Ober- schlesien in die Hände zu bekommen. Ihre Militär- organifationen werden gefestigt und ausgebaut. Der Ankauf von Land und Häusern wird ununterbrochen gefördert. Die polnische Jrredenta wird von allen wirtschaftlichen, kulturellen und militärisch- polnischen Organisationen geschürt. Was tun aber wir? Es wird endlich Zeit, daß das deutsche Volk die Gefahr erkennt, ehe es wiederum zu spät ist. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben einwandfrei gezeigt, daß der polnische Imperialismus von einem wilden Ausdehnungsdrange getrieben wird, der nur dort Halt macht. wo sich ihm eine gleichstarke Kraft entgegenstellt. Bar aller militärischen Macht bleibt uns nur das eine Mittel: das Deutschtum in den gefährdeten Gebieten kulturell zu stärken, und so einen Wall zu errichten, der die polnischen Pläne vereitelt. Das Ringen der Ober- schlesier um ihr Deutschtum ist ein Ringen für das ganze Volk. Nur das Gefühl, von allen Volksschichten gestützt, getragen unö gefördert zu werden, gibt den Bewohnern der Ostgebiete die Kraft und die Fähigkeit, den deutschen Boden deutsch zu erhalten. Der deutsche Geist ist es, gegen den die feindlichen Bajonette nichts ausrichten können. Er stärkt unsere Brüder und Schwestern in den bedrohten und in den geraubten Gebieten. Wir bitten sie, mit uns den Glauben an das deutsche Volk aufrechtzuhalten, wir geloben ihnen dafür aus tiefster Seele: Treue um Treue. Diese Treue beweisen wir dadurch, daß ein jeder von uns die heilige Pflicht empfindet, an feinem Teile mitzuarbeiten, mitzuopfern, um den bedrängten Volksgenossen das Schicksal zu erleichtern. Mannigfach sind die Aufgaben, die die Erhaltung des Deuschtums im Osten dem deutschen Volk stellt. Es ist das große Ziel der Vereinigten Verbände ijeimattreuer Obers chlesier, die Bedeutung der Förderung und Erhaltung des deutschen Gedankens im Osten zum Allgemeingut des deutiiyen Volkes zu machen, den Willen zur Abwehr zu stärken, die innige Verbindung zwischen Ober schießen und dem Reich von Tag zu Tag zu festigen, damit ein geistiger Wall der polnischen Flut j)alt gebietet. Diese vaterländische Arbeit fordert die Zurückstellung alles dessen, was uns trennt. Nur bann, wenn wir in Einigkeit und Treue hinter denen stehen, denen ein höheres Geschick das unaufhörliche Ringen auf der Wacht im Osten auferlegt hat, wird der Raub weiteren deutschen Gebietes verhindert werden, wird auch der Tag kommen, da uns unser geraubtes Oberschlesien zurückgegeben werden muß. G.Jl.-'fpOTt Fußball der Gießener Mannschaften. Die Spielvereinigung 1900 hatte am gestrigen Sonntag acht Mannschaften im Feld. Fünf Spiele konnten siegreich bestritten werden, zwei Spiele gingen verloren, eines endete unentschieden. Die Ligamannschaft gewann nach einem interessanten Kampf mit 4:1 gegen die Elf des Sportclubs Wetzlar-Riedergirmes. Bei Halbzeit stand dos Spiel bereits mit 3:0 für 1900. Die Reserve war spielfrei. Die Lehrmannschaft gewann gegen VfR. Lich mit 3:1. Die 4. Mannschaft schlug sich gegen die 2. Mannschaft der „Teutonia" Watzenborn-Steinberg überraschend gut und blieb mit 6:2' in Front. Die neugegründete 5. Mannschaft verlor gegen die zweite Elf von Lollar ihr erstes Spiel knapp mit 5:6. Die erste Jugend errang gegen die erste Jugend von Wetzlar-Riedergirmes einen knappen Sieg. Das Ergebnis lautete 3:2 für 1900. Die zweite Jugend hatte auf eigenem Platze die Zweite des Lokalgegners zu Gast und spielte unentschieden 1:1. Die 1. Schülermannschaft blieb gegen die 1. Schülermannschast von Butzbach mit 3:0 Sieger und die zweiten Schüler verloren gegen Großen-Dufecks erste Schüler 0:2. Während das Spiel der Ligamannschaft des VfB. gegen die Liga der Kurhessen Kassel abgesagt wurde, da die Kurhessen nicht ohne ihren Repräsentativen Weben antreten wollten, spielte die Ligareserve gegen die l.Monnschaft von Hermannstein in Hermannstein und verlor mit 3:2 (1:1). Die 2. Jugend spielte gegen die 1. Jugend 1900 1:1, die 1. Schüler- rnannschaft gewann gegen die 1. Schüler von Steinbach überraschend mit 4:1. Fußball in Hessen-Hannover. Die Spiele des Sonntags brachten in Hessen- Hannover bis auf den Kampf zwischen dem Bezirksmeister SC. 03 Kassel und Borussia Fulda früher in Gießen oorgestellt bat, mit dem Thema des Abends bekannt: mit dem Werk des bis vor kurzem noch unbekannten Komponisten Johann August Sixt, dessen Leben in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts fällt, und dessen Musik entwicklungsgeschichtlich erstaunlich genannt zu werden verdient. Durch einen glücklichen Zufall fand Dr. F i - scher ein Werk des von den Zeitgenossen totgeschwiegenen oder schroff abgelehnten Komponisten: zwölf Lieder „beym (Hamer zu fingen", von denen elf hier vorgetragen wurden; diese interessante Entdeckung wurde ergänzt durch die Auffindung einer Sonate von Sixt in der Berliner Schloßbibliothek, wovon mit dem von Dr. Fischer gespielten Andante ebenfalls eine Probe gegeben wurde. Der Entdecker der vergilbten Notenblätter teilte dann das Wenige mit, was mit Sicherheit vom Leben des weiland „Fürstlich Fürstenbergifchen Kammermufikus" zu Donaueschingen bekanntgeworden ist. Fischer hat die biographischen Daten mit den Liedern Sixtens zu einer dreiteiligen Erzählung unter dem Titel „Sixt u n d B e 11 i n a, ein Musikerschicksal aus der Goethe- Zeit" verbunden, die von Charlotte an der Heyden im Kostüm der Zeit gesprochen, gesungen und mit zwei Tanzeinlagen verziert wurde. Dr. Fischer begleitete feinfühlig am Klavier. Diese elf Lieder nun, die im Mittelpunkt der Aufführung standen, wirken in der Tat als eine musik- historisch sehr bemerkenswerte Entdeckung, welche die freudige Zustimmung der modernen Kritik ebenso verständlich wie die Ablehnung der Zeitgenossen des Komponisten unbegreiflich erscheinen läßt; man fühlte sich abwechselnd an Mozart, an Schubert, stellenweise auch an Beethoven erinnert, und die Folge der Lieder offenbart einen erstaunlichen Reichtum der musikalischen Erfindungsgabe, der Ausdrucks- und Wandlungsfähigkeit ... vom melancholischen „Grabstein" über den mozartisch leichten und beschwingten „Liebeszauber", die zart melodiöse „Romanze", das Scherzo von den „Reisen eines Schneiders" zu den abschließenden Gesängen voller Schwermut und Resignation, „Lied in der Abwesenheit" und „An das Klavier". * Charlotte an der Heyden in der Rolle der mit Sixt zärtlich befreundeten Bettina erwies sich als eine liebenswürdige und geschulte Erzählerin die mit dem fast völlig freien Vortrage des umfangreichen Textes schon rein gedächtnismäßig eine respektable Leistung bot; — vor allem aber als Sängerin von Kultur und feiner Einfühlungsgabe, deren weicher, fchlanker und sehr reiner Sopran'zur Jnter- zumeist die erwarteten Ergebnisse. Rach äußerst hartem Kampf blieben die Borussen mit 5:2 Toren überraschend siegreich und übernahmen dadurch in der Gruppe Süd die Tabellenführung. SC. 03 Kassel ist mit 10:4 Punkten auf den dritten Platz zurückgefallen, während Germania Marburg, das Ockershausen mit 3:2 besiegte, hinter den mit 12:2 Punkten führenden Fuldaern mit 11:3 Punkten auf dem zweiten Platze liegt. In der Rordgruppe liegt nunmehr Göttingen 05 mit 20:8 Toren aus sieben Spielen und 12:2 Punkten vor Sport Kassel (sechs Spiele) mit 26:9 Toren und 11: 1 Punkten an der Spitze, während Hermannia Kassel mit 10:2 Punkten auf dem dritten Platze gleichfalls noch sehr gut im Rennen liegt. Oie punfffämpfe in Hessen. In der Gruppe Hessen büßte der Tabellenführer Kastel 06 seine Position durch eine 2:0-(l:0) Riederloge ein, die er in Worms durch den Altmeister Wormatia bezog. Wormatia lieferte allerdings auch nur ein schwaches Spiel, und wenn die Els jetzt auch den zweiten Tabellenplatz erreicht hat, so bleibt es doch weiter fraglich, ob sie noch einmal die Meisterschaft an sich bringen kann. Mainz 05 schlug zuhause die in der Abwehr versagende Alemannia Worms 4:2 (1:0) und setzte sich damit erneut an die Tabellenspitze. Wormatia und Kastel folgen mit je zwei Punkten Abstand. Wiesbaden erlitt in Langen eine 0:1 (0:0)-Riederlage und kommt nun für die beiden ersten Plätze schon nicht mehr in Frage. Olympia Lorsch hält nach seinem 2:1 (1:0)-Sieg über Urberach zusammen mit Alemannia Worms den 4. Tabellenplatz. Darmstadt 98 schlug Walldorf 2:1 und hat nun die' gleiche Punktzahl wie Urberach erreicht. Die beiden bilden das Tabellenende. pretation dieser alten Musik ungemein befähigt erscheint. Die Sängerin fand sich in den wechselnden Stimmungen des kleinen Liederheftes und des verschollenen Musikantenschicksals mit zwangloser Natürlichkeit zurecht und konnte zumal an den letzten Stücken der Folge ihre sympathischen Mittel in schöner Fülle und Höhe entfalten. Auch tanzte sie, in anmutigen Kostümen der Goethe-Zeit, sehr reizend (und sicher auf begrenztem Raum) ein Menuett auf die Melodie des „zugleich edlen und galanten" Liedes „An die Rofen" unö das anafreon» tische Scherzo „Das Mädchen an ihren Spiegel". Das Publikum dankte mit herzlichem Beifall für diese Aufführung, mit der der Goethe-Bund fein neues Programm vorteilhaft unö verheißungsvoll eingeleitet hat. •—r— Oer Spiegel als Einbrecherschutz. Das Bild im Spiegel hat in den Menschen manche magischen und unheimlichen Eindrücke erweckt, und in romantischen Erzählungen wird geschildert, wie der bon seinem Doppel-Ich Gehetzte in dem Abbild, das ihm aus dem Glase entgegengrinst, seinen Feind und Verfolger erkennt und tötet. Aber das plötzlich auftauchende Spiegelbild kann auch eine ganz unerwartete Schutzwirkung hcrvorbringen, wie dies jetzt in Amerika der Fall war. Reuyorker Blätter erzählen von einem Einbrecher, der in eine Bank zu Atlanta in Illinois eingedrungen war. Mit dem Revolver in der Hand näherte er sich dem Ort, wo der große Geldschrank stand. Aber plötzlich prallte er entsetzt zurück, denn im Scheine der Blendlaterne sah er einen Mann auf sich zukommen, der ganz so wie er die Waffe drohend in der Hand hielt. Von Schrecken gepackt, wandte er sich um. stürzte heraus und verschwand mit seinen Helfershelfern, die auf ihn vor dem Hause gewartet hatten. Die Erscheinung, die den schweren Jungen so eingeschüchtert hatte, war sein Abbild in einem großen Spiegel, der in dem Raum neben dem Geldschrank angebracht war. Er war vor sich selbst geflohen. Hochschulnacbrichlen. Professor Dr. Hans Geiger in Tübingen hat den Ruf an die Universität Heidelberg abgelehnt. Er sollte hier den durch die Emeritierung des Geheimrats Pros. Lenard freigewo.d.ncn Lehrstuhl der Physik übernehmen. Sein Spezialgebiet ist Atomphysik. Die deutschen Börsen Wirtschaft Die Lage der Reichsbank Mite Oktober * Banknoten. «Seid Sprechstunden der Redaktion. ist. und es mag in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, daß gerade in den legten Tagen Letriebskredite vom Reich nichr in I Anspruch genommen worden sind. Hierzu ladet herzlich ein: 6957 D PulloverJ 60 Einen wunderschönen RM. MK9 * Deutsche Dau- und SiedlungSge- meinfchaft, Darm st ad t. Der Aufsichtsrat hat den Vorsteher der Genossenschaft, Philipp fernes Amtes enthoben. Die Geschäfte werden von den beiden anderen Vorstandsmitgliedern weiter- geführt. Eine demnächst cinzuberufende Generalversammlung wird die letzte Entscheidung in dieser Angelegenheit zu fällen haben. Unnau Sie sich beschaffen, wenn Sie bei um sich Miet reine Schafwelle kaufen. - Dieselbe tot In allen medernen Melangefarbee n haben. Wir zeigen Ihnen, wie er gestrickt wird und zeigen Ihnen Medelle! Der Cberbeff. MissionSoerein f. Bakel. Äuhmann. Der evang Gel.-Kirchenvorstand Gießen. BechtolSheinrer. Sin Kommentar der Reichsbank. Der Ausweis der Reichsbank vom 15. Oktober zeigt bei einem gegenüber der Vorwoche a n • nähernd unveränderten Notenumlauf von 4527 (4523) Millionen Mark eine leichte Abnahme der Notendeckung auf 28.6 (30,1) Prozent, deren Hauptursache in dem Rückgang des Bestandes an Gold und dcckungsfähigcn Devisen um 66,7 auf rund 1294 Millionen Mark zu suchen ist. Gegenüber dem Stande vom 1 5. A u g u st bedeutet dies eine Abnahme um 385 Millionen, die sich im grasten und ganzen im Rahmen der an do» Stillhalteabkommen geknüpften Erwartungen gehalten Hot. Zu berücksitigen ist, dost die Pfundkrise dem Exporthandel eine Tendenz zur Abdeckung von Pfundkrediten brachte, während ander- seits in Erwartung einer baldigen Pfundstabili- fierung auf der alten Basis teilweise eine Neigung zur Zurückhaltung von Psundkrediten zu bemerken war. Auherdem haben gerade in der letzten Zeit eine ganze Reihe von einmaligen Leitungen ftattgcfunöen, die in Zukunst nlcht mehr auftreten werden. Die Freigabe der R e i ch s m a r k k o n i e n hat in Verbindung Das ErgcbnisderReichslagsabstim- mung hat auf die Londoner ity einen günstigen Eindruck gemacht, und die d c u t- schen Werte konnten weiter anzie- h e n. Die „Finacial Rews lagt, dast Deutschlands Anstrengungen, den Kov^ hoch zu halten, Bewunderung hervergeruscn haben, und man hofft, dast Deutschland die Schwierigkeiten sicher überwinden wird. Oiskoniennaßigung in Skandinavien. Die schwedische Reichsbank hat den Diskontsatz mit Wirkung vorn 19. Oktober von 7 auf 6 Prozent, die norwegische Reichsbank den Diskont ebenfalls von 7 auf 6 Prozent herabgesetzt. Jleuc große (Soldsendungen für Frankreich. Paris. 17. Oft. (WTD.> Wit dem Dampfer ..Paris" find gestern in Le Havre 336Barren Gold im Werte von 418 Millionen Franks aus Reuhork angekommen. Ferner wurden in Cherbourg von dem Dampfer „Olym- pic" gestern 281 Darren Gold im Werte von 4 0 0 Millionen Franks gelandet. Der Vorstand der Frankfurter Börse, Abteilung Effekten, und die Frankfurter Handelskammer haben an den preusti - lehen Handelsminister eine Eingabe gerichtet, in welcher im allgemeinen wirtschaftlichen Interesse und im Interesse der Bankiers und Makler die baldmöglich st eWiedereröfs- nung der Börse gefordert wird. Dabei wollen die Frankfurter Instanzen dafür einstehen, dast bei Zulassung eines freien Börsenverkehr- keinerlei Ausschreitungen Vorkommen. Abschrift der Eingabe ist dem Reichsbankpräsidenten übermittelt worden. LMsstons-vovivüge Ticnetag, 20. Oktober 1031, svricht der befreite (Ibuiamifnonar Walter um 3' ,llhr nnrfimtff. im IobanneSsaalllber: ..Früchte unserer «Gefangenschaft für unser Missionoverständnie und unsere Missionofreudigkeit", um 8 Uhr abendS derselbe in der 2tadt- ftime über: ..Erlebnisse und Glaubenserfabrungen unserer Gefangenschaft". Sonnn-lag, 22. Oktober, 20 Uhr spricht im ^Hindenburg" Ov. Svauz Lüdtke Präsident des Deutschen Ostbundes, über: Deutscher Osten- Deutsche Lukuust Dir bitten um zahlreiches Erscheinen unserer Tvitglieder. 6=84 d Freier Eintritt! Eäste willkommen! Allgem. Deutscher Zrauenverein Deutscher Oftbund Verein s. d. Deutschtum im Ausland Zrauenaruppe Gießen im V.D.A. desgl. von zirka 160- 200 Psd. Lebendgewicht 43 H.30 bi» 12.30 llqr. 16 bl» 17 Uhr. 5am»laa biS 48, fleischige Schweine von zirka 120—160 Pfd. nachmittag geschlossen Lebendgewicht 39-44: Sauen 36- 44. Marktver- AnzeigenauftrSge sind lediglich an die lauf: Rinder ruhig, geräumt, auSverkauft, Kälber ’ Geschäft» st eile zu richten 9 Frankfurt a. M., 19. Oft. Auftrieb: 1502 Stück Rinder: darunter 255 Ochsen, 165 Bullen, 596 Kühe, 450 Färsen. 495 Kälber, 111 Schafe, 5173 Schweine. Es wurden notiert: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 36—39, ältere 32-35, sonstige vollflei- lchige, jüngere 27—31; Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 28—32, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 24—27; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 28 biS 31, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 24 bis 27, fleischige 18—23; Färsen (Kalbinnen. Iung- rtnder). vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 36 -38, vollfleischige 32—35, fleischige 27—31; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 44—47, mittlere Mast- und Saugkälber 40—43, geringe Kälber 32—39, Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel. Weidemast 30—34. Stall- mast 24—29; Schweine, vollfleischige Schweine von zirka 240—300 Pfd. Lebendgewicht 46—48, desgl. von zirka 200-240 Pfd. Lebendgewicht 45—48, 7000 A Haus de. Handarbeit Seltersweg 73 Die Auslandbörsen. Reichsmark in London gehalten, in Amsterdam und Zurich besser. WAR N U N Gl In der Umgebung von Gießen flibt sich ein junger Mann als mein Mitarbeiter oder Gehilfe aus. Der Mann Ist ein Schwind ier. Ich habe keinenAngestellien, sondern erledige alle Aufträge persönlich. W1M Georg Ebert Klaviermacher, Ludwigstraße 5. llm die Wiedereröffnung der deutschen Effektenbörsen. Berlin, 17. Oft. Die Aussichten für eine Wiedereröffnung der deutschen Effektenbörsen sind, wie WTB.-HandelSdienst erfährt, in der letzten Zeit kcineSwcgsgün- st i g e r geworden. Die Entwicklung der Geldlage im In- und Auslande, insbesondere in Amerika. gibt zu einer optimistischen Beurteilung der vorhandenen Möglichkeiten für die Wiederauf- vohine des offiziellen Börsenhandels keinerlei Veranlassung, und selbst eine Sanktionierung des Fr ei Verkehrs bzw. diS Schaffung einer breiteren Basis für einen solchen werde in Anbetracht der gegebenen gesetzlichen Bestimmungen als kaum tragbar erachtet. Eine andere Stellungnahme gegenüber der Frage der Wiedereröffnung kann nach weiterer Information de- WTD.-Handelsdienstes nur erwartet werden, wenn mit dem Auslande eine Verständigung über daS Durchhalten des deutschen Effektenbesitzes zu erzielen ist. Punktkämpfe in der Gruppe Main. Die Gruppe Main hatte am Sonntag wieder einige sehr interessante Kämpfe auf dem Programm. Die Hauptfpiele brachten leichte Lleber- raschunaen Unerwartet sicher gewann die führende Eintracht ihr Spiel in Offenbach gegen die KickerS in großem Stil 5: 2 (4; 1). Da FSV. und Riederrad in ihrem 1 1-ll: O)-Spiel je einen Punkt einbühten, liegt, nach Verlustpunkten gerechnet, die Eintracht wieder mit drei Punkten klar in Front Der FSV. Frankfurt hätte aller- dings sein Spiel gegen Union Riederrad gewinnen können, wühlen seine Innenstürmer besser zu schiehen. Isenburg verlor auch wieder einen Punkt, die Mannschaft muhte sich in Heusenstamm •mit einem 1:1 begnügen. Germania 94 Frankfurt zeigte eine we.tere Formverbesserung, muhte aber den Sieg Rot-Weih Frankfurt mit 1:3 (1:1) überlassen. Griesheim 02 verbesserte feine Posi- tion durch einen 4: 2-(2: 0 - Erfolg über Hanau 93. Körnig siegt in Straßburg. Der Lharlottenburger Sprinter Helmuth Körnig begab sich vom Hallensportsest in Offenbach am Sonntag nach Strahburg, wo ASC. Strah- bu.g zum Abschluh der elsässischen Leichtathletik- Saison vor und während der Pause eine- Fuh- ballkampfe- einige Lauswettbcwerbe abwickelte Körnig fand bei 7000 Zuschauern einen herzlichen Empfang und wurde auch später nach seinen schönen Läusen und leichten Siegen stark gefeiert. Körnig lief u. a. die 100 Meter in 10,6 Sek. Rad-Elub „Germania" im Jahre 1931 Der Rad-Elub „Germania" 1899 Diesten hielt am Mittwoch feine Jahreshauptversammlung ab. Ten Berichten des 1. Vorsitzenden und der Fahrwarte war zu entnehmen, dast der Verein in diesem Iahre wieder auf eine Reihe schöner sportlicher Erfolge zurückblicken kann. So gelang es den Mannschaften des Vereins, drei Gaumeisterschaf- ten uno sechs erste Siege, sowie eine Anzahl guter Plätze zu erringen. Strastenrennen, Rad- ballspiel, Rasenradball. Reigen« und Kunstfahren wurden in Wettbewerben bestritten. Den Wander- Für die vielen Aufmerksamkeiten, Gratulationen und Glückwünsche anläßlich meiner sojährtgen Tätig, keit als Kastellan auf der Äurg Gleiberg sage ich hiermit allen meinen herzlichsten Dank. Sebastian Jliebergoll. 6?8?f......................... mit der Rückzahlung der Anfang Oktober fälligen Termindevisen zunächst gleichfalls eine stärkere Beanspruchung der Reichsbank zur Folge gehabt, die sich aber in den letzten Wochen erheblich vermindert hat. Die steigenden Auszahlungen, namentlich bei den Sparkassen, haben naturgemäß fine Erhöhung des Wechselbestandes bei der Reichs, dank nach sich gezogen; die letzte Wod)e brachte bei Wechsel und Schecks einen Zuwachs um rund 139 Millionen. Don den jetzigem Wechselbe. st a n d der Reichsbank dürfte vielleicht ein D r i t. t e l als im eigentlichen Sinne liquide zu bezeichnen fein. So unerfreulich diese Flliquidislcrung ist o beeinträchtigt sie die Manövrier- fahigkcit der Reichsbank keineswegs. Bei einer leichten Besserung der Wirtschaftslage durfte mit einem Rückfluß der Gelder an die.Spar- taffen und damit auch mit einer Ablösung der Sparkassenwechsel, die den größten Teil des illiquiden Wechselmaterials der Reichsbank darstellen, zu rechnen fein. Es muß betont werden, daß die Loge der Reichsbank völlig gesichert Freundliche Grundstimmung in Berlin Berlin, 19.0h. (WTB. Funkspruch.) Der erste Freioerkehr der neuen Woche hatte freundliche Grund st immun g. Man diskutierte weiter lebhaft die Zahlen des Reichsbankausweises und hofft, daß die Gold, und Deoifenverlufte nunmehr bald durch die starke Aktivität der Außenhandelsbilanzen der letzten Monate einen Ausgleich erfahren werden. Das Geschäft war zwar nicht sehr umfangreich, es bestand bei den Banken jedoch einiger Ordereingang, so daß auf dem erhöhten Samstagnach- rnittagsniveau verschiedene Umsätze zustande tarnen. Auch für Rentenwerte bestand In- teresse^ und die Kurse zogen etwas an. Das Geschäft von Bureau zu Bureau beginnt übrigens dadurch e/was zu zersplittern, daß sich neben den ursprüng- lichen Telephonmaklerfirmen jetzt einige vereidigte und Freibörsenmakler zufammengetan haben, um den alten Firmen Konkurrenz zu machen. Anlaß hierzu hat wohl hauptsächlich die Tatsache gegeben, daß die Aussichten für die baldige Wiedereröffnung eines amtlichen Börsenverkehrs nach den letzten Informationen nur gering find. Auch der Berliner Börsen- vorstand ist entgegen den ursprünglichen Erwartungen bisher noch nicht einberufen, so daß auch für diese Woche kaum eine Entscheidung über einen evtl. Freivertehr fallen dürfte. Diel Beachtung fand das Eintreten des Frankfurter Börfenoorftandes beim preußischen Handelsminister für diese Sache. Da dieser Wunsch keineswegs von allen Prooinzbörlen geteilt wird und außerdem die Frage der Auslands- effektenverkäufe nicht aus der Welt schafft, kann man nur hoffen, daß mit dem Ausland bald eine 23er- [tänöigung über ein Durchschallen des deutschen Effektenbesitzes erzielt wird. Derschiedenllich löste die Verlängerung der Steueramnestiefrist um acht Tage Derwunderung aus. Der einzige Grund, der hierfür vorlag, waren wohl rein zeitliche Schwierigkeiten, die eine recht- Zeitige ordnungsmäßige Abwicklung aller Reichs.- bahnanleihe-Zeichnungen unmöalich machten. Das Interesse für die Reichsbahnanleihe hielt jedenfalls unvermindert an, und der Betrag von 175 Millionen dürfte heute bereits überschritten sein. Frankfurter Schlachtviehmarkt. und Schafe ruhig, geräumt, Schweine schleppend, Ueberstand, Spitzcntiere über Rotiz. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 19. Ott. Infolge des stillen Geschäftes neigte die Tendenz eher zur Schwäche. Dor allem trägt der schleppende Mcbl- abfatz zu starker Zurückhaltung bei. Das Angebot war ausreichend, die Preise konnten sich jedoch nur knapp behaupten. Weizen tendierte unverändert, Roggen, gab dagegen 2,50 Mk. nach. Ls erfolgten jedoch nur Tagesbedarfkäufe. Kleine Rachfrage bekundet der Konsum für guten Hafer, der Preis wurde jedoch unverändert notiert. In Kleiearten ist das Geschäft sehr ruhig, Weizenkleie wurde biS zu 0,25 Ml, niedriger gehandelt. Am Mehlmarkt ist Weizenmehl stark tzernachläs- sigt, nur Roggenmehl ist in sehr feinen Qualitäten etwas gefragt. 3m übrigen war daS Geschäft sehr still. Es wurden notiert. Weizen 227.50, Roggen 217,50, Sommergerste für Drauzwccke 175—180, Hafer, inländischer, 160-167,50, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. mit Austauschweizen 36 bis 36,75, Sondermahlung 34— 34,75. Weizenmehl, nie- derrh.. mit Austauschweizen 36—36.50. Sonder- mahluna 34— 34,50. Roggenmchl 30.25—31.25, Weizenkleie 8.00. Roggenkleic 8,50. Erbsen 33—37. Linsen 25—58. Heu 5.00. Weizen- und Roggen- stroh. drahtaeprestt. 3.25—3,50, Weizen- und Rog- genstroh. gebündelt. 3,25—3.50, Treber, getrocknet. 11,25—11,75. Tendenz: ruhig. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL Dllhlnn und Lselihla-Pastlllsc Hfl* bring, ein Überraschen- IUUIIIU des W ohlbeflndeo her- n nfflliöö vor und bedeuten eine nUlCllBK AuffrischungfflrNerven ■ agwawsiww und Gch(nj (16104 Kräuterhans Jong in derSchulsiraOe Hell- und Pflegemittel der Natur. sahrern. die in diesem Iahre auch wieder sehr rührig waren, fernen 21 GauauSzeichnungen für Meistbeteiligung bei den Gaufahrten zu. Der Ta- bellenftand der Zweier- und Dreier-Radballmann- fchaften ist sehr günstig. Die schwere wirtschaftliche Rotloge ist auch für den Rad-Elub nicht ohne Auswirkungen geblieben. Immerhin übertreffen die Reuanmeldungen die Austritte. Besonder- stark »st die Iugendabteilung angewachsen. Der Rechnung-bericht lautete zufriedenste! end. Die Wohl de- Vorstandes ergab die Wiederwahl fast sämtlicher bisheriger Vorstandsmitglieder. (1. Vorsitzender K. Stommel, 2. Vors. und Kassierer L. Rohde. Schriftführer Fritz Linker, Dei- siher Hans G a u b. Rcigensahrwart und Zeug» wart Ludw. Henkel. Rennfahrwart K Rö - d i g e r . Radball- und Räderwart W. S t o m - mel. Wanderfahrwart K. K ä s.) Von der Ab- haltuno eines Stiftungsfestes soll in diesem Iahre abgesehen werden. Kurze Sporinotizen. Das mit 60000 Mark dotierte Galopprennen um den „Großen Preis der Republik" wurde auf der Bahn in Grünewald von «lall Halmas „Fathia" (Jockey Otto Schmidt) vor Wolkenflug und Graf Fsolani gewonnen. Der Toto zahlte für den Sieger 46.10. Im letzten Dorrundenspiel um den DFB. Bundesookal schlug in Breslau vor 10 000 Zuschauern Südostdeutschland die westdeutsche Mann- schosr überraschend glatt mit 3:0 (3:0) Treffern. Beim Westen versagten die Außenstürmer und die Läuferreihe vollkommen. Die SchweizerTurner beschlossen auf einer Tagung in Luzern, an den Olympischen Spielen in Los Angeles nicht teilzunehmen. Dieser Entschluß ist um so bedauerlicher, als die Schweizer nach ihren in Amsterdam gezeigten Leistungen gute Sieges- aussichten hatten. DerausgezeichnetetschechifcheWurs- rekordmann Douda konnte am Sonntag bei einem Sportfest in Rokyran den Landesrekord im Diskuswerfen auf 46,90 Meter verbessern. Im Anschluß daran startete Douda noch in Pilsen selbst und erreichte hier im Kugelstoßen 15,42 Meter und im Diskuswerfen 43,83 Meter. Erb-Begräbnis lzwei freie Gräber) auf dem Men Iriedhof in Gießen zu verkaufen. SchriftlicheAngebote unter 6992 D an den Gießener Anzeiger erbeten. BriDgemorgeoaiifdenWochenmarkl die bevorzugten Edelt rauben. 3Pfand 1.10 Mk., garantiert frische Sendung*, sowie Blumenkohl (deutsches Erzeugnis», per Stück von 10-30 Pfennig, und lu Hülle Trauben, 6 Pfand L- Mark Pink Die Londoner Vörie zeigte zum Wochen» fchluh bei lebhaftem Geschäft eine feste Ten- denz. Dritische Staatspapiere konnten besonder- stark anziehen. Auch die Vounganlcihc fcytc ihre Auswärtsbewegung fort, sie notierte am Samstag zu Deginn der Dörle 45. nachdem sie am Donnerstag noch 37 gestanden hatte. An den internationalen Devisenmärkten waren am Samstag wesentliche Veränderungen nicht zu beobachten. Das Pfund hat sich gegen feinen Schluhkurs vom Freitag eine Kleinigkeit befestigen können und stellte sich gegen den Dollar auf 3.87. gegen den Gulden auf 9.51' i, gegen Paris auf 98' Di« Reichsmark war in London gehalten. während sie ihre Aufwärtsbewegung in Amsterdam fortsetzen konnte, auf 57,15 nach Freitag 56,65 anzog, und in Zürich gleichfalls von 116',» auf 117' 2 sich er- yöhte. Der Dollar lag am Eam-tag international ziemlich unverändert, in Amsterdam hat er sich leicht erholen können. Die Devise Hel- singfors hat sich in London am Samstag wieder abgeschwächt; sie wurde mit 193 nach 191 genannt. Im Laufe des Vormittags hat sich die Devise Mailand in London ebenfalls etwas niedriger gestellt und zwar mit 74 ,. ÖffentlicherVortrag v-Fr. Seminarleiterin Schmidt, BieOen: ..Frauenoberschulen und Höhere Fachschulen, ein neuer höherer Schultup für ausgesprochene weibliche Veranlagung als Vorbereitung für weibliche Berufe" Mittwoch,21.0kt.,6asthaus Hindenburg V-i Uhr. 06100 Eintritt frei! A.D.Frauenvereln.Ortsgr.GleBen (Staatsbürgerinnen Verband) Glsflsnsr Lshrerlnnenvereln. Strlln, 17.0froOcr Wmertfanlitb- '.Goten....... vklgllckr Roten......... Tanildie 9ioten......... ffnfllHdx «Rotm......... Rwnjö|i|d>e Noten........ ßolldntilldi# Sloten........ ntalieniidie Koten........ Rorwegyche Roten........ Teutfd>Cefteneltf', • 100 Lchllltna Rumdn(((fie Roten........ ©ArotMIAe Not«........ Schweizer Not«. . ....... (vanilche Noten......... Ungarische Roten........ 17.0tieber 19.Che»er Amtliche <*»!& Aoiienma Seiet Amtliche Jlotleruru Geld Brie ^ellmgfoiS . 8.49 57,19 8.51 57.31 8.54 57.94 8.56 58.06 Prag . . . Bubapeft . . 12,47 12.49 12.47 12.49 73.28 73.42 73.28 73.42 Solta . . . 3.072 3.078 3,072 3.078 Holland . . 170,78 171,12 170,78 171.12 Ceio . . . . 92.51 92,69 92.51 92 69 »openbag«. 92.76 92.94 93.01 93.19 Giodbolm 97,65 97.85 97.90 98.10 London. . . Quenol Aires 16.26 16,30 16.33 16.37 0.963 0,972 0.983 0.987 Reunort . . 4,209 4.217 4.209 4.217 »ruflel . . . 59.09 59.21 59,14 59.26 Italien. . . 21,78 21.82 21.83 21.87 Paris . . . 16,65 16 69 16.65 16.69 Tchweiz . . 82.52 82,68 82.52 82.68 Spanien . . 37.96 38,04 37.81 37.89 Tanjig. . . 82,57 82.73 82.62 82.78 Japan . . . Vito de Ian.. 2,076 2.080 2.076 2.080 0.261 0,263 0.257 0.259 Iugollawien. SUIoPob . . 7.473 7.487 7.473 7.487 14,84 14,86 14.89 14,91 4.20 4.22 58.93 59.17 92.56 92.94 16,22 16.21 16.64 16,70 170.41 171 09 21.81 21.89 92.31 92.69 56.99 57,21 2.53 2,53 97,45 97.85 82.34 82 66 37.82 37.98 72,75 73,15 5 M Hl z : z «€- § 4 • oh: v kSe^A. Ä C= 3 MU Her. b I 3 a A 2 u *0*5 S’.S "s*.-8 5«Ö 3 £ s E y A _<« *cv .o g? U 3 ° 'S 57 c 55 3Ä eM-D 8 3 u Q>'° Q 8 - -0-6' cs rem U. o 5 5 OS eJs 8 o 2 .S^L- 2 ngen ö,u_g o ■g'1 ES Et E E es e c a E 3 e tu E •= E ■jn 6 A A A .5© .ES c8 .ES 3 ä B jo B-o E A 'S Ee s .2L® 5? E E E 8 E t°8 wS.E S -e-e ~A O-M o 3 g.ÖX> E® «d A-ä e gä = A g n L SlD S OH: eiD g E •e-s b » E-'SA «.E &s ® 2; § m53 3 o e C.S ~(n 5 s ®ö toGQ - ÄIO 2» •et e> — 3 c 8g? tu a. m o-0- £ s Evä £°E ®e X «* c •» -U - «A.E $«=<•£ SA 1Ät«l£§®aA«±S „ ia o «w *; 3 rz o -t rt 5-ESö? £(D»H 0)0)3 s°: E CM 00 5 4 2 5 E.S 2 A e s s ,u 1.94 20 93 56 22 64 41 E S s 3 © as E E ■e o s; S ID C(D " E £ ’S' _*=- ID C~ E-e E e tS -ge X® £ B 3 4 a R Z E E e! to E O .. ® B § £' g g in o Be± ss ü m .3 ««SM E o£E •S'.E £ o o E £ E E £55 K Eg -Z £2.5 8,56 58,06 12,49 73,42 3,078 171,12 92.69 93.19 98,10 16,37 0.587 4,217 ‘9,26 21,87 16.69 82.68 37.89 82,78 2.080 0,259 7,487 14,91 —e LE o E U. 13 ge, g»-t .-SS (D 02 c> Z 9U E WE - c3.(^'S'^ xßg« x»£SC 3^ Dampfer Uarren 5xllt»ntn nä ^tntt ?nW>k 6 fleianbet, *e_ ff S u t« «E A-äuC £ E-S “ ZEl = m ö o. — ' ogo»! ^ne floppend, ebörse. ["folge deS stil, eher »ur spende Mehl. Sos Angebot (en sich kdvch vierte unverän. ;f- nach. Ls et. e- kleine Lach. 4ten Hafer, der 1 notiert. 3n Wa. Weizen« nger gehandelt, itart tzernachläs. ■inen Qualitäten «8 Geschäft lehr 227,50. Roggen Stoetfe 175-180, Weizenmehl, süd- chlveizen 36 bis DeizeEehl, nie« -36,50, Sonder« )l 30.25-31,25, i. Lrblen 33-37, i« und Rogaen- küen« und Sog- reoer. getrocknet, fl» eis. - s£' UZ. a. E 2' ö-.ö öo.tfi O — M Q. - C-> E Ee 2. e o = -e 3gE se E 4,22 59.17 92,N 76,2< 16,70 171,09 21.89 92,69 57,21 2,53 97,85 82,66 37,98 73,15 ® ==3 o "2 A±Ä .ID E o *e •C M 1,072 | '0.71 i 12.51 । 13,01 16,33 i 1.983 1 1,209 19,14 | 11,83 6,65 12,52 17.81 12.62 !,O76 1,257 1.473 14.89 . -LZ S"c^ E o) E~ ____O-offi^E H^VZ2.ZZ' jä C o A 2 cA eoB — m = B.Ei^ e :°8cSq -ZZ’S ■6’ B tA - 2 m aa o C? o^Sh fX.E =ID c E C Q * o s" E - Ä älD-j 3 ES? >2 i ntrlfamlei* giiiftpönf»» •6wÄ NtlttW M« * Gant Jiebesga». •!be 2 'S u, *° „’S'-A” ä g.-SEg u_ c9 _____,o£'3K ,S E »• “ E’Sg’G'inj-QCe, e-.«u - ------o Lss; S E Ä S)'6'13 K >- E -- ’S? “ S E = 8 c = A^ _ _ _ ® a® Ho e L_, C, £> XD ID m S-’®' £) ± *. C - ■cSeeeg 8 J -s c ID m c r s ^rs ■t c — i= E *5 2SE»3bc a iS — S’E E EAS^ £-- " eI-SsI "SÄ-L S? 2 &-.S« O -, Lt a'>r> ■ — o ) -. ^^A^SlD SS E'o SSE-^ B 'S S 3 AS )Q 3 ° ID’S 3 S 2« = S5-- £ EOutt E E 2 2!^' b?e'" ' •fttrla.Hl IS.Chfkr mTmÖÜm" tib Ztit ®t1aß 8 E o • BÄsSB-=jg ■ O >3 EA to Q-^T-R a O c X» 3 3 8 :o >-, ±7 TJ «» o -^0.2 = S-2 es U s «SM^ .S’g .x k- tu -Z c _ ca ®vD“ L?Z^?KZ =® =®» = -eg9'; SLS^-^ m 3 w a0^ . a EÄ8«EÄ o A Ul s c •— E:g O E s 3 42 s *r> . u c E o. ®ZE ÜEs .EID 'Zff ■2 «- Ecy A:^lä (D ®s iD 51 CT 2 -e ys3wÄstc 5 sJ^ “ C 3 ES.E-2 9 xzH £ S cqsj -Sä c a-D &Sa"5§B5 3 ® 3 £ 3 s 3 3 s £ 8 >!-z E B L E Es? 3 8 üin kleiner Bruch a: ges auf freier Street cs o 3 S-3 ■■•= 8 's :O -O Q C D 3 :=A 3 O 5^ c 3 3 s c Q a c ä 3 Ul a 5« o c S 40 O D « C Ss 3 s O) o c cy Q cID ÖS s OGQ c u, c «S? S a S iS'®' in io Ul 5? o E CT 3 3 o c «?© o 3 CT S? Ul o •jj o s CT S Q s? ■n 's SS. iE-CT« 8 SÄ a § •e-si ID t mey 55 en = S 5? «3 3 'S 'S L^S? KSolo Q o' ^® O) c X s 3 s? »B Jec 2 3^N _ k-.BCT •e = —_ -s S Q c-a o 2: O) Ul 3 J- 3 c aK to S-S c c c-b SL 3 :O Z-Z c55 3 E o «ES? 3 n *6 3 Q O)- ■E 7.3 8 S 5 8 u-e B 3 ' .5 S 25 B o o' X7 Q3, -51 E 3 LS . 3^ ©■r 3§ZR EA"Z)®LS^: Q -—. Ul fO E E ; ^T'sssc^s, —.Ess SS 3 ZZ~ _3. CT S - E^S 40 — X2 O 3 CK3 55 2 e*ä7u> 'S 5»° ElD-g eE^ «ei Z. 3 ",S LtQ'3?£'Z- k ■ BS 32.® «-S ä' s 5" 3 Ul -E • 1—43 -y O 2* o§ea£ g^. = ! g’jn'E' p s CT *■* X2 u, C . ui.— JB c O TO «- S Zj-" ■ = Zb'sLZ iDi-alD E S v 3 c -S -x g 8 o c 6 D o s ö 2 - 8' - <5 O 5 sr^ -l 3 — E 3 2 3 -2, 2 er 3 q ’ HP ’ = 3 ^.b L .B 1? ” _ 3 ' 3 B LS 2- S.-X1' 8 ~ er” B= =<> or Qr o W — = X 3 Or-Ä -- £Ä =•_§.’ ? 2 3 8-'I K O 8 “ »3 = ä-'~ s 3 P 1 B 2 5 8'b 3 r> 5 S «f 3 S 1 «1 H? "b 2—22 o Äs » — — c Z?Z o- 5'5-—» 2 B=. 2. »s o- 2n 3 e r-Zg»3a*g si3fW 3 ä- = VI So 2 3 8^2- 2 W ” =.' b .=■ 2. g -=*8" = x =' •3- 5 B 2. 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