1-18. Juni. nenuniergong 20.13 ir, Monduntergang iber Friedrich den Blüchers und Wei- Belle-Miance- — r-Eiregers Charles orcn, - 1895: Er.' ials. •Ä* fer'N40. KL ’ft 282 tzS L^J Ersah. 30n einer touföe torläufig Aev's-onsbefmd f?6,rnLann tor' SrlcDigunfl des einen ^vembrr M 2 icbotcn heute noch Darunter vier dem m überreichte den "b.L.Schudt, rnmann je ein k ihnen für ihre tor ®inoto üba. c 3entralgenoff?n- Heften, ' l°»it t. n Di»„-? ^n. os der ^nd. litt ba^ auf s.b -isst 'icklen. lnden. st. eabbaifeier den 'br; Samstag vor- 'tausgang 9.40. — ; abends 7.15 Uhr. >ßen Hausvater erkohlen,wr sind, a|S lu jOhnenstück ioer Glanzrolle! iandvon^ uen0" <_». AK 'eK0»ten' vor 12, und wenn England, das für den -friedlichen Wiederaufbau Europas eintrete, das -Gebot der Stunde nicht erkenne, dann werde lich der überall vorhandene Pessimismus noch fteigern, und niemand könne das Ende absehen, i -Das Blatt vermutet, daß lebhafte Bemühungen unternommen werden, um auch eine deutsch- französische Aussprache herbeizuführen, ob- vohl ihr ncgativesCrgebnis von,vorn- I herein fest stehen dürfte Biel nötiger sei ein Gespräch mit Rom. Es müsse gehandelt werden, ehe es zu spät 1 lei, gehandelt deutscherseits durch den Beweis, daß uns zu tun fast nichts mehr übrig bleibe. Die „Germania" schreibt: Der Besuch der hohen englischen Gäste wird im ganzen deutschen Volk mit dem Gefühl aufrichtiger Freundschaft begrüßt werden. Cs erübrigt sich, darauf hin- niweisen, daß dem englischen Besuch über das Gesellschaftliche hinaus auch eine nicht geringe politische Bedeutung zukommt. Hoovers Schwenkung. Die 'Bedeutung der Tatsache, daß Präsident Hoover g.eichzeitig zwei seiner wichtigsten amt- I .ichen Berater nach Europa schickt, verdient immer wieder unterstrichen zu werden. Bon Washing- i ivn aus ist gar nicht einmal versucht worden, die Lesart ausrechtzuerhalten, als ob es sich bei Herrn Mellon und bei Herrn Stimson «diglich um eine Vergnügungsreise handelt. Man spricht schon lange von einer Studienfahrt, die 'ich — bei der Wahl der beiden Persönlichkeiten eine Selbstverständlichkeit — nicht nur mit der Frage der Abrüstung, sondern auch mit einer praktischen Lösung des Schuldenproblems beschäftigen soll. Herr Mellon ist inzwischen in London eingetroffen. Herr Stimson wird am 21. Juli in 'Berlin eintreffen. Welch« Ziele er -im Auge hat, darüber sind wir im wesentlichen schon durch den Botschafter S a d e 11 unterrichtet, Hr bringt die große Lleberrafchung mit, daß die Bereinigten Staaten jetzt wenigstens theoretisch leteit sind, auch schon vor der Präsi- Lentenwahl unter ilmftänöen helfend in die europäische Finanzkatastrvphe ein- S u g r e i f e n. Vorläufig ist diese Bereitwilligkeit noch stark verklausuliert. In diplomatischen Kreisen wird aber doch damit gerechnet, daß Herr Mellon nicht mit leeren Händen kommt, sondern einige Vorschläge mitbringt, die für den Augenblick Luft schaffen können. Es ist selbstverständlich. daß die Amerikaner nicht daran denken, die innere Verbindung zwischen der Abrüstung und den Kriegsschulden vollständig zu lösen, schon weil sie damit auf das starke Druckmittel gegenüber den Siegerstaaten verzichten würden. Amerika ist auch heute noch reich ge» nung, um das Wettrüsten selbst mit England bequem aushalten zu können. Aber der Amerikaner ist wieder nüchtern genug, um keinen Hehl daraus zu machen, daß er Rüstungsausgaben für unproduktiv hält, er denkt auch wieder sachlich genug, um sich auszurechnen, daß die großen wirtschaftlichen Reserven seines Landes, die im Rotfalle eine völlige Autarkie sicherstellen würden. ihm im entscheidenden Moment im Falle der Abrüstung — und vielleicht dann erst recht — einen Vorsprung vor den möglichen Gegnern eines künftigen Krieges sichern würden. Also hält das amtliche Amerika an seiner Forderung der Abrüstung fest und wird mit allen Mitteln einen erfolgreichen Ausgang der Abrüstungskonferenz zu erzwingen suchen. Hier ist Deutschland der wichtigste Bundesgenosse der Vereinigten Staaten. Wir haben ein Recht, zu verlangen, daß die Siegerstaaten ihre Rüstung nach dem deutschen Beispiel zurüdschrauben, und dürfen uns auf die nachhaltige Llnterstützung der Vereinigten Staaten verlassen. Das gibt uns diplomatisch auch auf dem finanziellen Kriegsschauplatz eine gewisse Rückendeckung, weil Herr Hoover es dann nicht gut darauf ankommen lassen kann, daß Deutschland als ernsthafter Verhandlungspartner während der Abrüstungskonferenz tilgen seiner Finanzschwierigkeiten ausfällt. Die 3kreinigten Staaten sind also ein Trumpf, den wir noch im Spiel haben, möglicherweise sogar der höchste Trumpf. Es handelt sich nur darum, ob wir das diplomatische Eeschid und die Rerven haben, um uns die Unterstützung dieses Bundesgenossen sofort bei der Regelung der Tributlasten zu sichern. Mellons Besprechungen in London. London, 18. Juni. (WTV.) Schahfekreiär Mellon hakle heule weitere Besprechungen mit TH a c- donald und Henderson. Die Unterredung dauerte eine Stunde. Ihr wohnte auch Montague Jl o r m a n bei. Obwohl man versichert, daß sie einen unoffiziellen Eharakter gehabt habe, glaubt man allgemein, daß Mellon die Reparativ- Frankfurt a.TI., 18.Juni. (ERB.) lieber die Vorgeschichte bet unerwarteten Kredithilfe, die England für Oesterreich bereitgestellt hat, erfährt die „Frankfurter Zeitung' folgendes: Am 16. Juni fand ein Besuch des französischen Gesandten in Wien beim öfter» reichischen Außenminister statt. Der Gesandte überreichte ein Schriftstück, das die Pariser Bedingungen für die Beschaffung der Kre- di t h i l f e enthielt. Um den Oesterreichern keine Zeit ;um Entwischen zu lassen, wurde ein Ultimatum gestellt: Antwort bis zum Abend. Das französische Schrist- slück forderte völlige Aufgabe der politischen und wirtschaftlichen Selbständigkeit Oesterreichs. Im einzelnen dachten sich die Franzosen die Sache folgendermaßen: Oesterreich beantragt beim Völkerbund die Einsetzung einer Kommission zur Prüfung und Ordnung der österreichischen Verhältnisse-, Oesterreich verpflichtet sich, die Vorschläge dieser Kommission bedingungslos anzunehmen. Schließlich wurde die österreichische Regierung noch aufgefordert, nach Paris einen in säuberlichem Französisch entworfenen Brief zu schreiben, in dem sich Oesterreich „die Ehre gibt, seierlichst zu erklären, sich künftig jeglicher Kombination politischer und wirtschaftlicher Art zu enthalten, die den internationalen Status Oesierreichs verändern könnten". Auf diese Weise, so fährt die „Frankfurter Zeitung" fort, versuchte man, dem Patienten ein für allemal den hals herumzudrehen, politisch und wirtschaftlich. Das ist der Beitrag Frankreichs zum Thema Oesterreich, das ist die Forderung einer Regierung^ die sich nicht genug aufregen konnte, weil jener Wiener Pakt, der bie Zollunion ins Auge faßte, die Unabhängigkeit Oesterreichs gefährde! Der österreichische Außenminister gab die einzig mögliche Antwort: Niemals! Er dürfte wohl nicht verfehll haben, den übrigen Mächten, die sich für das Schicksal Oesterreichs interessieren, von diesem Ultimatum Kenntnis zu geben. Bevor irgend jemand sonst Zeit fand, auch nur ein Wort der Entrüstung zu sagen, schoß die Bank von England den Oesterreichern das Geld vor. neu, die Kriegsschulden und die allgemeine finanzielle Lage besprach. Englische preffekommentare. Internationaler Boykott gegen Nutzland *? London, 19. Juni. (WTD. Funkspruch.) Heber den Inhalt der beiden gestrigen Llnter- redungen Mellons mit Macdonald weih »Daily Telegraph" zu berichten, daß der Premierminister die augenblickliche Finanzlage Europas und die Wirkung dieser schwierigen Situation auf das Reparationsprv- blem eingehend auseinandergesetzt habe. Das Blatt fügt hinzu, Mellons Eindrücke würden zweifellos vervollständigt werden, wenn er bald in direkte Berührung mit Reichskanzler Dr. Brüning und anderen deutschen Staatsmännern käme. „Daily Telegraph" ist jedoch der Ansicht, daß es Mellon vielleicht Stimson überlassen werde, Berlin zu besuchen. Die beiden amerikanischen Minister würden dann wohl in der Lage fein, Präsident Hoover bestimmte Anregungen zur Erwägung der drei Fragen: Reparationen, Kriegsschulden und Kaufkraft des Goldes zu unterbreiten. Das Blatt setzt allerdings hinzu, daß man in London keine großen Hoffnungen auf eine baldige Lösung des Reparationsproblems oder auf irgendeine unmittelbare amerikanische Initiative in dieser Richtung sehe. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Expreß" behauptet, Mellon sei nur bereit, eine Revision ber Schulben zu erörtern unter ber Voraussetzung, baß Großbritannien sich einem internationalen Boykott gegen bie Sowjetunion anschließt unb praktische Maßnahmen ergreift, um bie britischen Ausgaben für Rüstungszwecke herabzuset- 3 e n. Die USA. seien bestrebt, ihre Lanbwirtschast gegen bie Konkurrenz bes russischen Weizens unb anberer russischer Rohstoffe zu schützen, unb sie seien ber Ansicht, baß bies nur durch einen internationalen Boykott gegen Rußland erreicht werden könne. „News Chronicle" schreibt zu Mellons Besuch: Es wird immer klarer, daß bie Last ber Reparationen z u groß für Deutschlanb wirb unb unerträglich zu werben broht. Aber nur bie Vereinigten Staaten können bie Lage erleichtern. Wir hoffen, baß Mellons Besuch in Eng- lanb ihn von ber unzweifelhaften Tatsache überzeugt, baß bie Reparationszahlungen wirklich ber Schlüssel für bas Gesamtproblem ber finanziellen Rettung Europas finb. Das Srebitarrangement ist nur vorläufig unb kurzfristig. Die Franzosen werben sich bemühen, sich in geeigneter Form unb mit unoeränbertem Zweck erneut bazwllchenzuschalten. Sollten sie auch fernerhin ihren Zweck nicht erreichen, so werben sie ver- mutlich versuchen, ben Hebel an anderer Stelle anzusehen: an Deutschland. Unb bies ist ber Grunb, warum es verkehrt wäre, biesen ganzen Vorgang nicht so hell zu beleuchten, wie es möglich ist. hier sieht man bie enormen Schwierigkeiten, bie uns s e l b st bei ben fommenben Derhanblungen über reparationspolitische Entlastung bevorstehen. Genugtuung in England. London, 18. Juni. (WTB.) »Die Bank von England rettet Oesterreich I" Dramatisch« mitternächtlich« Entscheidungen verhindern den finanziellen Zusammenbruch Oesterreichs!", unter diesen Tleberschriften verkündet „Rews Chronicle" die Gewährung eines britischen Kredits an Oesterreich, der in der gesamten Press« viel beachtet wird. Die »M orning P o st" berichtet aus Paris, daß die Rachricht von dem Vorschuß der Dank von England an Oesterreich dort wie eine Bombe gewirkt habe. Man habe in Paris erwartet, daß über die Hälfte der Anleihe von französischer Seite aufgebracht und ausgegeben werden würde. Der Quai d'Orsay habe sich bereits dazu beglückwünscht, dadurch eine Stellung gewonnen zu haben, die es Frankreich ermöglicht hätte, in der Frage der Zollunion zwischen Deutschland und Oesterreich obzusiegen. Diese Aussichten seien jetzt zunichte gemacht, und es scheine, als ob Oesterreich durch die finanzielle Llnterstützung seitens der Dank von England in die Lage versetzt worden sei, eine vollkommen unabhängige Roll« in der europäischen Debatte zu spielen. Die Enttäuschung in den Kreisen der französischen Regierung sei groß, denn sie seh« jetzt, daß ihr der Preis von einer anderen Ration vor der Rase weggenommen worden sei- Aus Wien Frankreichs Erprefferpolitik. Ein lehrreicher Bericht über die Vorgeschichte der Kredithilfe für Oesterreich. meldet die Morning Post, daß die Aktion der Dank von England dort nicht nur aus rein finanziellen Gründen begrüßt werde, denn diese Aktion befreie Oesterreich davon, dort Kredite zu suchen, wo, wie man annehme, ein Vorschuß abhängig gemacht worden wäre von einer Deschrän- kung der Aktionsfrecheit Oesterreichs in der Zoll- univnsfrage. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Was die Oesterreich von der französischen Regierung gestellten Dedin- g u n g e n für eine finanzielle ilnterftütjung betrifft, so würden diese das Ende einer deutsch-österreichischen Zollunion bedeutet haben, denn nach diesen Bedingungen müsse Oesterreich 'endgültig den Gedanken jeder Zollunion oder einer anderen Wirtschaftsunion mit Deutschland aufgeben. Oer Vorschuß wird solange erneuert... London, 18. Juni. (TU.) Zu der Mitteilung, daß die Dank von England am Dienstagabend der Oesterreichischen Rationalbank einen Vorschuß von 150 Millionen österreichischen Schillingen zur Verfügung gestellt hat, wird von der englischen Presse ergänzend gemeldet, daß ber Vorschuß so lange erneuert werde, bis die internationale Anleihe für Oesterreich zustande gekommen sei, und dann aus den Einkünften dieser Anleihe zurückgezahlt werde. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" warnt Oesterreich vor den Bedingungen der französischen Regierung für eine finanzielle Ilnterstützung durch die französischen Danken. Frankreich demaskiert sich. Finanzielle Hilfe nur unter Verzichten! Paris, 18. Juni. (WTD.) Der Auhenpolitikee des „Journal“ beschäftigt sich mit den Möglichkeiten einer internationalen finanziellen Zusammenarbeit und schreibt: Die gegenwärtige Krise könne nur auf zweierlei Arten ihren Abschluß finden: Entweder durch eine wirklich« Stabilisierung, oder durch Zersetzung. Cs sei erwiesen, daß Oesterreich sich nur mit Hilfe der Clemente der europäischen Ordnung retten könne, deren Angelpunkt in Frankreich liege. Deutschland fordere eine Erleichterung seiner Lasten, die es nur von denselben Elementen der Ordnung erzielen könne. Der Augenblick fei gekommen, klar auszusprechen: Die erste Bedingung für die Bewilligung ber Hilfe müsse der Verzicht auf alle Agitation sein, bie zur Schaffung der Mißstimmung beigetragen hätte (Agitation zwecks Revision ber Grenzen, Agitation zur Vermeidung der Reparationszahlungen). Cs sei ein Glück, daß die Regierungskrise, die in London, in Berlin und in Paris drohte, beschworen werden konnte. Man habe auf diese Weise die unmittelbare Unordnung vermieden, aber genieß« nur einen Waffenstillstand. Man möge ihn ausnühen, um von Deutschland und von Oesterreich die unerläßlichen Garantien zu erhalten, ohne die der finanziell« Beistand nur eine Täuschung wäre. ör. Ender verzichtet. Wien, 18. Juni. (Sil.) Rach Fühlungnahme mit den Parteien hat Dr. E n de r am Abend dem Bundespräsidenten erklärt, daß er die B i l - düng eines neuen Kabinetts nicht übernehmen könne. In den Verhandlungen war vom Rationalen Wirtschaftsblock die Vorlage eines festumrissenen Programms verlangt worden. Der Landbund verlangte eine Untersuchung der F.age der Kreditanstalt. Weiter forderte er Sanierung des Haushalts durch Ersparungen, statt durch Lastenerhöhung, Sicherung des handelspolitischen Schutzes ber Landwirtschaft und Fortsetzung der Zollunionspolitik. Die Sozialdemokraten haben die Darlegungen des Kanzlers lediglich zur Kenntnis genommen. Am Rachmittag wurde bekannt, daß sie erklärten, sie könnten auf die Vorschläge nicht eingehen. Da ohne die Sozialdemo- demokraten eine Zweidrittelmehrheit, die die außerordentlichen Vollmachten erfordern, nicht möglich ist, schien also schon dadurch das Programm Dr. Enders im wichtigsten Punkt gescheitert. Einen gewissen Hinweis über die Richtung, m der di« Verhandlungen fortgeführt werden, bildete die Berufung des früheren christlich-sozialen Abgeordneten des Rationalrates Präsident Dr. Gürtlers zum Bundespräsidenten. Besprechungen beim Bundespräsidenten. Wien, 19. Juni. (TTl.) Am Donnerstagabend empfing der Bundespräsident nach der Besprechung mit Dr. Gürtler eine Reihe von Politikern, darunter Dr. K i e n b e ck und Dr Seipel, Anschließend wurde nochmals ein Empfang Gürtlers angeseht. Auch die Vertreter der früheren Meh^heitsparteien, des Landbundes und der Grohdeutschen sind für abends zum Präsidenten eingeladen. Siegerwald über die Aoiverordnung. Oie Auswirkungen der Vertrauenskrise. Berlin. 18. 3uni. (WTB.) Auf einer Funk- tionartagung der christlichen Gewerkschaften Berlins sprach heute Reichsarbeitsmimster Dr. S t e - gerwald über den Kampf um die Notverordnung. Daß diese einen gesamtfrontalen Widerstand finden werde, sei vorauszusehen gewesen da das deutsche Bolk im Gegensatz zu früher in den letzten Wochen den Ernst der Lage nicht gesehen habe. Bor Erlast der Notverordnung konnte anderseits die Reichsregierung keine klare Sprache darüber führen, da sonst eine Panikstimmung und restlose Zerschlagung des Kredits eingetreten wäre. 2m weiteren Verlauf seiner Ausführungen gab der Minister dann eine Schilderung der Wirkungen der Vertrauenskrise der letzten Wochen. Die ausländischen Kapitalgeber haben nach dem Beschluß der Volkspartei, den Reichstag einzü- berufen, rund eine Milliarde Devisen abgerufen. Darauf seien Kreditkündigungen von etwa 2,5 bis 3 Milliarden Reichsmark erfolgt. Der notwendige Aeberbrückungskredit, der mit den Danken schon vereinbart war, sei gefährdet gewesen, weil die Danken erklärten, nicht mehr imstande zu sein, den in Aussicht gestellten Betrag aufzutreiben. Angesichts dieser Gefahren habe die Reichsregierung auf ihrem Gesetzgebungswerke bestehen müssen und die Einberufung des Reichstages oder des Haushaltsausschusses als gleichbedeutend mit ihrem Rücktritt erklären müssen. Denn der gegenwärtige Reichstag sei zwar fähig, die Notverordnung und damit den ge und der Abschluh \ der Zustimmung des wird. Ferner werden ; •erben ein Aviso für | •rtschisf und vier Be« s . bereitgestellten Mit« | 15. e. Heute nahm der Fi« ie Kreditvortage für n im Betrage ton 400 Millionen hr 1931/32 mit allen M'sti'Han Mglie« en der Qlbftimmung die Berteidi« öiraszdurg'Lvn« Hnischiirhung ange« rh die Orgmisierung Äordost.Befe« unerlählichr Er« ! einjährige Dienstzeit gungsanlagen, die mit uppen beseht werden einem Angriff dm jufj seht sich bann für der progtammahig mten ein. Welt. bei Plettenberg, i (üßlSB.) Der Mg, । ’ $i( t»8 -ist- HgÄ I ML sagen toutw i 9anih;fati sein und ^sL2it eignen je ouml QlLß den cnsalls IM bet durchaus^ i i ßinörji Aumvd^^e. welche l<5|i de- j icabfrol’ö®’ S,Si ’Ä’wd ! $L f)oM>£ilurS I Gin Ozeanriese durch Feuer vernichtet. Der 19 OOO-Ionnen-Djeanbampfer „Bermud a", eines der größten Molorfchiffe der Well, wurde im Hafen von Hamilton (Bermudas) burth Feuer völlig zerstört und ging unter. Zwei Mann der Besatzung des Schisses, das den Dienst zwischen Neuyork und den Bermudainseln versah, fanden den Tod. Feldern liegen überall Dachteile, Dalken, Bretter und Dachziegel herum, die der Sturm hierhergetragen hat. Der Bahnhof Plettenberg-Ober- ltadt ist mit Ausnahme des Wirtschaftsgebäudes dem Erdboden gleichgemacht. Der Ort Holthausen gleicht einem einzigen Trum- inerseld. Ueberall ist man mit den Aufräu- inungsorbeiten beschäftigt. Freiwillige Helfer der Sanitätskolonnen und der Feuerwehren sind tätig, um den aus ihren Häusern vertriebenen Bewohnern ein notdürftiges Obdach zu schassen. Die Höhe des «Schadens ist noch nicht zu übersehen. Grohfeuer in einem TNoseldorfe. Bern kastel, 18. Juni. (WTB.) In dem be- ? egg’ = to to| Z = XB-6;3 |SB = § _5 E ,2i 19 5 N <5 ER o* to ö «e® e O) o *— — . U> ^ .— D »5^7^19 £ 5 g«-O st.» s =:?? E o kSb B2 «Ü -» : . «’ t? £ ES E = A .toäc = § >2,6 S E 19 £■£“ i> ■E’a 0 E m ® = B 6A in -2to to .(9Ä 2 €E£S 3 3 «* ZD o c E 5 § 3 BO ä □ o ID Eco 2 B H®H££ f-^E e ■S VA ■e. a er es ~ c 50 to® ” 3 ==d^ ^2 Eg So ®NSr 3 C? :O ■; A E •s AS LAA jj.E'g’g-sA d- -£•.2 g'sses i. B «t 2 cts—-g- sr g 8L y = « ®" a 2 = ZOLLST -6 0 •3 = ^A ='-8 o 2 a e LE x s 8 d'- . cO 3 A Zd o x-e-A 5 d' c cto © ^A ■6 19 Le? g N 2-d E $=2 ^© 0 2 EN = © « KZT 8 € SA e 5ro~ERE* o »a»O 0NA^ R* o ,, £ o=g? er a a do- 8 es c 2«= = o5 & = O $o 52,6 45,93 ER E •e '9 8 8 = E s 68 E A 2-SS LA d 0 B € E .2=0 g," 4 0 L •e E « e I S ats vom 24. April 1931 inifter bts Innern und be Steuersähe erhoben: 35 65 300 c o •e E~ 3 ft* CT. 3 W , GIESSEN ARTEN u-e* °Z B — d- = O in E o j O a . T SN-« 8 ma f 8 g 54'2 g = — e 25 sZ gültige »ttlitz« 1X30 91/. ’.-Vf. 15 5©ro « L. ^e2 e o U. LdZ EN EL >- E3C C «S = 2 =-e 4=t sg m* 3 ung. 'äubefleuer her Stahl merfätze für 1930 3tj. Zrz 2 ^■e #E=J1 X _ c ~S E K 8 _ B o 0*° 2 ■e'tr E • -c- E:c §8- 8 jo H 5§' ^dLH- a 3 0 -X xfit) — 0 d-S n 0 K2d g-s «J^A •j'iöiga gl-0 3» M Z- Q m il o «*VcS'?0 o A 8 ■= E c "I = 8 cx C? 0 L-8 0 - Äc-B'Ss 5 0«S 8 ■e — a „ r* cS €2 E M* x-^-e ?=®"O£ 7ÖÄ, * e E 0.- 3SS 8 = ■€" ca. L0w o;o Q .2>*S 2) 3® o -* 5§Sg ' A Z-. «S — o 3 OH ii Z o ZE E E 0 C = 65 coa| 0 m a *?-E 8' S. = 3® ä 3to„_ SO^o yO M l- 0- ^=£-O -8 t: «» .2 o --O L. E ' T 0 — 2 7b 0 a I 2 S'tfO A zsr 5to® e ö-ec? o L-S -c a» _ 12 XD p 0 0 = 3 0 f 8 = €=oE ° axE OS2O.E ®^.Ä ©2 8, ty ZT = Z toE=. »5 EER -'S E - «ÄÄ dem Gedanken Weren so zögerte :ue Modell In idner lch einmal In untere ?e'n' wjeviel neue finden. Glauben Sie ’en Küchenherd für lr erwarten Sie gern. 0 e -e"u5 s^9 5 E s 55 8 z Z 3 ”S^=’ ? o gB 3 o =xa eO ö o u, b6 LU - E te:2 ~ 5 3 " 0 -2 £ .8 §>L "5 5 _g m 0' 5g> ■ 02se e § KeSaZN 3 A 8^0 c dä S'ö oy) *- x— Q^LO0^ -c — 5. a. 0. E “ 0 e L»—O c enbi|du" Spill»""! ^5Mark J/carf l> KL!"»" E .72 »-> 0 0 8!© « — S2 j, a -sr o S-SZrZ ;-5 =~ o <-> OKI*-" 7" O- a 8,2.° 3 p’E o— 85? = — ~*H x>A E E = ■0 x = "0 X !ü-rz°hluE-rhob» xtzM«- s^0 2 2 — in . s-' S a 8 c © “ ß c E E tE’-Z" ® e ? § « 1S|$. 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L3 LSff Z^Z rrr —' <75 rrx rr ** * er 8 b 3 Her 8 S>a or 3 ff O 8 3 • • C D re re 3. 6) 8 8 3 in 8 8 er _ "TR m -f 83« F6) = 3 3 2-3-2 ee R 3 co s o <3 re G re o o 3 A o 3 re o er re er 3* o 3 er 8 o re Ct *Vt Dettenhausen, 18. Iuni. Zur Wahl eines Beigeordneten in unserer Gemeinde ist nur ein Wahlvorschkag eingegangen, der auf den seitherigen Beigeordneten Heinrich R ü ck«l lautet und jener somit als gewählt gilt. Da auch di« diesjährige Bürgermeisterwahl eine Wahlhandlung überflüssig machte, ist der Gemeind« der Wahlkampf erspart geblieben. — Unter Führung des Direktors dcS Landwirtschaftsamtes Lich. Dr. Lehr, fand hier ein Gemarkungsrundgang statt: Getreide- und Hackfruchtfelder wurden einer eingehenden Besichtigung und "Beurteilung unterzogen. Krcis Alsfeld WSR. Alsfeld. 18. Iuni. Sin von der Kommunistischen Partei auf Samstag und Sonntag hier anberaumter Roter Tag ist wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit vom Kreisamt Alsfeld auf Grund der "Notverordnung des Reichspräsidenten verboten worden. preutzen. Kreis Wetzlar. ch Krofdorf, 18. Iuni. Am Mittwochabend ereignete sich hier ein Verkehrsunfall. Gin hiesiger Motorradfahrer wollt« aus der Schul- strahe in die Hauptstraße einbiegen, fuhr jedoch gegen einen 5>eudNlbeimer Kraftwagen, der im gleichen Augenblick die Hauptstraße passierte. Der Motorradfahrer stürzte in hohem Bogen von seinem Kraftrad auf die Straße, erlitt jedoch keinerlei ernstere Verletzung. Das Motorrad wurde schwer beschädigt. Wirtschaft. Keine Markentwertung. Das Institut für Konjunkturforschung stellt in einer Betrachtung über di« Abnahme des Bestandes an Deckungsmitteln der Reichsbank, sowie über die Diskonterhöhung abschließend fest, daß in jedem Falle der Reichsbank ausreichende Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die Herrschaft über den Devisenmarkt z u behaupten. Nötigenfalls würde sich mit den Diskontmaßnahmen eine Restriktion der Reichs- bankkredite zu verbinden haben. Die vielfach gefürchtete Gefahr einer Markentwertung besteht bei den geltenden Bestimmungen nicht. Krebiteinengung führt zu einem Druck auf bie Preise, also zu einer Erhöhung bes Gelbwertes. Sie bewirkt bamit gerabe bas Gegenteil einer Inflation. * * Chemische Werke norm. H. & E. A1- b e r t, Amöneburg bei Wiesbaben • Biebrich. Die Gesellschaft teilt mit, baß bas gebesserte Geschäftsergebnis burch bie in den Betrieben burchgeführten Sparmaßnahmen erzielt worben sei. Dem erhöhten Bruttogewinn von (in Mill. Mk.) 1,79 (1,56) stehen Unkosten in Höhe von 1,15 (1,11) unb Abschreibungen von 0,53 (0,55) gegenüber. Der verbleibende Reingewinn von 229 107 (122 176) Mark wirb auf neue Rechnung oorgetragen. • Lokomotivfabrik Krauß & C o. — I. A.MaffeiAG. München. In der Bilanz- sihung des Aufsichtsrates der Gesellschaft — der ersten nach der Fusion beider Unternehmungen — wurde die Bilanz für das Geschäftsjahr 1930 vorgelegt, di« einen Rohüberausschuh von insgesamt 2 075 324 (i. 05.2 454 391) Mark ausweist. Rach Abzug von Betriebs- und Handlungsunkosten sowie der Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 89 474 (92 420) Mark. • Zellstoff-Fabrik Waldhof AG., Mannheim-Waldhof. Der Drutto-Aeber- schuß aus dem Geschäftsjahr 1930 beträgt 16 419 823 Mark, wozu noch ein Ertrag aus Effekten mit 471 075 Mark kommt. Unkosten usw. werden mit 7 795 072 Mark, laufende Steuern und Umlagen mit 3 711619 Mark ausgewiesen. Rach Vornahme der Abschreibungen auf Anlagen in Höhe von 3 231 259 Mark und unter Berücksichtigung der Aufsichtsratsvergütung von 190179 Mark schließt bie Gewinn- unb Verlustrechnung für bas Iahr 1930 mit einem Reingewinn von 2 653 312 Mark ab. Berliner Börse. "Berlin, 19. Iuni. Die schwächeren gestrigen Abenbfurse, bie man mit Verkäufe bes Auslanbes unb Abgaben seitens der Konzernbanken der Ocsterreichischen Kreditanstalt in Zusammenhang gebracht hatte, machten im heutigen Vormittagsverkehr festeren Kurstaxen Platz. Man beurteilte die englische Hilfe bei der Oefter- reichischen Kreditanstalt günstig, auch wurde der beabsichtigte Gegenbesuch Hendersons und Macdonalds in "Berlin als freundliche Geste angesehen. Zu den ersten Kursen kam aber doch noch einiges Material heraus, so daß 1 bis 2 v. H. Verluste gegen gestern bie Regel bilbeten. Man verwies hierbei auf bie ebenfalls schwächeren Auslanbbörsen unb hegt erneut Befürchtungen hinsichtlich des Geldmarktes, besonders zum Halbjahresultimo, nachdem jetzt durch den Abschluß des Reichstredits in Höhe von 250 Millionen Mark die Gefahr einer Verknappung nur noch größer geworden fei. Besonders schwach lagen Otavi, die auf den ungewissen Abschluß tunb auf bie immer noch nicht geklärte Frage wegen Stillegung bes Kupferbergbaues P/r Mark verloren, nachdem sie vorher mit Minus-Minus- Zeichen erschienen waren. Anleihen neigten zur Schwäche. Von Ausländem gingen Bosnier erneut bis 3,25 v. H. zurück, Mexikaner waren dagegen wieder etwas gefragt. Der Pfandbriefmarkt zeigte überwiegend kleines Kaufinteresse, hatte aber stilles Geschäft. Reichsschuldbuchforderungen schwächten sich um 0,5 bis 0,75 v. H. ab. Geld unverändert. Im Verlauf« erfuhren bie Kurse meist kleine Besserungen bis au etwa 1 v. H., Spezialwerte waren bis zu 2,5 v. H. erholt. Inwieweit es sich bei bet Rachfrage um Deckungen der Kulisse, ober um Interventionen der Danken gehandelt hat, läßt sich nicht beurteilen Es beftanb jebensalls auch weiterhin ziemliche Unsicherheit, zumal auch bie Devisenmarktsituation heute nicht geklärt zu sein scheint. Gegen 12,45 Uhr lagen bie Kurse gegen ben Anfang nicht einheitlich, aber bie "Beränberungen hielten . sich im Rahmen von 1 v. H. Schubert & Salzer gelangten verspätet 4,75 v. H. zur Rotiz, konnten aber im Verlaufe 1,25 v. H. ihres Verlustes toieber aufholen Frankfurter Pörse. Frankfurt a. M, 19. Iuni. Tendenz: etwas beruhigt. Rach dem neuen KurSeinbcuch an ben gestrigen Mittags- unb Abenbbörsen machte sich heute bei "Beginn eine beruhigtere «Stimmung bemerkbar. Es würbe günstig aufgenommen, daß auch von amerikanischer Seite Krebitbereitschaft für Oesterreich in Aussicht gestellt ist. In Berbinbung bamit knüpft man Hoffnungen an ben bevorstehenden Gegenbesuch englischer Staatsmänner wegen des Rcpa- rationsprvblerns. Sin« gewisse Unsicherheit war jedoch nicht zu verkennen, zumal die Reuyorker "Börse wieder in matter Haltung schloß und auch bie neuerliche "Befestigung des Dollars zur Zurückhaltung mahnte. Das Geschäft war sehr gering, da von einer "Beteiligung des Publikums nichts zu merken war unb sich die Umsatztätigkeit nur innerhalb der Kulisse bewegte, bie nach ben gestrigen Leerabgaben beute klein« Bedungen vor- nahm, so baß sich meist klein« Besserungen einstellten. Befonber# starke Erholungen verzeichneten IG -Farben, AEG. unb Reichs bank, bie bis zu 4,75 Proz. anzogen. Für bie übrigen Papiere ergaben sich meist Erhöhungen von 0,5 bi8 1,5 Pro- Etwas schwächer lagen noch Westeregeln mit minus 1,75, Wayß & Freytag minus 2.25, Har- pener minus 1 unb Goldschmidt minuS 1,25 Proz. Bankaktien gut gehalten. Deutsche Anleihen vernachlässigt. Ausländer gut behauptet. Am Markt der festverzinslichen Werte hat sich bie Lage kaum verändert. Vereinzelt bestand noch etwas Angebot in Goldpfandbriefen. doch blieb es auf bie KurS- cnhridlung einbruckslos. Reichsschuldbuchforderungen etwa behauptet. Deutsche Bonds kamen etwas nichtiger zur Rotiz. Im Verlaufe neigte bie Tendenz wieder zur Schwäche, ha von außen per etwas Material herauskam unb der Rückgang ber Waldhofaktien verstimmte, ferner verwies man auf ben angespannten Geldmarkt. Es ergaben sich überwiegend Kursrückgänge bis 1 Prvz., bei IG.-Farben um 1,75 und bei Waldhos um 2,5 Prozent. Am Geldmarkt wurde TageSgeld stark gesucht, so daß ber Satz auf 6,5 Prozent erhöht wurde. Am 'Devisenmarkt bestand wieder Rachfrage nach Devisen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2145, gegen Pfund 20,5013, London gegen Reuyork 4,8643, gegen Paris 214,20, gegen Mailand 92,92, gegen Madrid 50,25, gegen Schweiz 20,0550, gegen Holland 12,0840. Lchwcincmarlt in Marburg ]l Marburg, 18. Iuni. Dem heutigen Schwcinemarkt waren 405 Tiere, darunter etwa 20 Läufer, zugefahren. Bei dem nur sehr mäßigen Handel kosteten 6 Wochen alte Ferkel 10 bis 12 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 15 Mk.. 8 bis 13 Wockien alte 15 bis 22 Akk. und Läufer 22 bis 35 Mk. das Stück. Taten für Freitag, IS. Juni. Sonnenaufgang 4.09 Uhr, Sonnenuntergang 20.43 Uhr. — Mondaufgang 7.23 Uhr, Monduntergang 23.35 Uhr. 1861: dcr Bildhauer Karl Seffner in Leipzig geboren: — 1884: der Maler Ludwig Richter in Dres- den gestorben. Kirchliche Aachnchten. Israelitische Rcliglonsgcmelnde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag 20. Juni. Vorabend 7.45 Uhr: morgens 8.30; aoends 9 und 9.40 Uhr. Letzte Nachrichten. Furchtbares Familiendrama im Vogelsberg. heute zwischen 6 und 7 Uhr ereignete sich in Ober-Seibertenrod bei Ulrichstein ein furchtbares Familiendrama. Dcr seit Ostern d. I. dort im Schulamt tätige, 30 Jahre alte Lehrer Diehl, dcr vorher in Bindsachsen im Schuldienst war und an einem schweren Nervenleiden litt, ging plötzlich mit einem Messer auf seine 27 Jahre alte Frau los, der er nach hcstigcm Kampfe die Kehle durchschnitt. Die junge Frau, die bei dem Ringen mit dem tobenden Manne noch verschiedene Verletzungen am Körper daoongetragcn hatte, verstarb bald nach den furchtbaren Schnitten durch den hals. Der Mann trank nach seiner grausigen Tat eine größere Menge Forma- tin, um auf diese Meise auch aus dem Leben zu scheiden. Einige Zeit später wurde das bedauernswerte Ehepaar von dem Dienstmädchen aufgefunden, das sofort Lärm schlug, so daß die Rachbarschast zur hitse ij er beieilte. Die junge Frau konnte von dem rasch hinzugcrusenen Arzt nur als Leiche angelroffen werden, der Mann wurde in schwerkrankem Zustande durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen der Gießener Klinik zu- gesührt, wo er heute mittag kurz nach seiner Einlieferung ebenfalls o e r fl a r b. Die jungen Eheleute hinterlassen ein zwei Jahre altes Töchterchen. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. • Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Rcichsbankdi skont 7 o. H., Lombardzinsfuß 8 v. H. .rranoun a. 2)1. 2>trlm :trannun a. Dl. | Berlin Frantturt a. J)l. Ärrlin Vanknoten. c^lup-i für» | 1-Ubr- Rur Schluß- turd Anfang» nur» Schluß-! turfl ; i-llhr- Rurfl Schluß- 1-Uhr- c^chluy- Ansang- Berlin, 18. Zuni Meld Arles lurfl | «urfl turt flurt kur« Kurfl Amerikanische Noten . . . . . . 4,221 4,241 Datum 18.6. I 19.6. 18.6. 19.6. Datum 18.6. 19-6. 18.6. 19.6. Datum 18.6. 19.6. 18.6. 19.6. toeignaie vcoten..... Dänische Noten..... Englische Noten..... • • • . 58,53 112,48 20,49 58,77 112,92 20,57 6% DcutlchetKcidtoanicthe v. 192". 7% Tcutfdje 9tcidi»anlcihe v 1929 5l.% younfl.flnlcibe von i Deutsche '2lnl.-W6töt.-.% desgt. von 1913..... 5% abgcst. tSoldmeptoner von 99 4% Türkische Holtanleibc von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I........... 4% deigl. Serie ll....... 5% Ruinün. vereiub. Rente v. 1903 4^%Rumä».vereinh.Rentev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente 2 l. Anatolier....... 1,25 16,5 16,45 16,5 Deutsche Erdöl...... Gelsenkirchener...... . 6 . 8 53 59 54,25 55.13 59.5 53,5 59,25 1 1 1 56 105,25 20,75 52 34 103,25 20,513 1.284 14,25 — 14,4 Harvencr....... . Hoesch Eisen........ . 0 . 6 50 49 50 44 49.75 43.25 Deutsche Linoleum.....5 52 Illi — «neuen- Ncuyork . . Brüffel. . . 4,2085 58.565 4.2165 58.685 4.209 58,27 4.21* 58-69 2,3 7 2,2 2,13 Ilse Bergbau ....... Klöcknerwerke....... 10 . fl — — 137,5 43,25 137,5 Leonhard Tietz ....... 8 Svenska ....... 15 80 82 192 213,5 10 26,9 1 96 Italien. . . Paris . . . 22,04 16,474 22,08 16,514 22.04 16.475 72,08 »6,515 81,91 2.15 2,2 7 13,2 5,35 2,15 2,13 13,5 5,65 13,5 Loln-Neuelien....... • h — — 49 47,75 5 habe............ 213 25,5 Schwei, . . 81.75 81,9 81.75 2,25 7 13 5,25 13,6 iiii Mannesmann-Röhren . . . Monsfclder Bergbau .... Lbcrschlcs. Kokflmcrke . . . Phönir Bergbau...... Rheinische Braunkohlen. . . Rheinstahl ........ . 6 . 0 . 8 4'/, 10 . 6 53 38,5 59,5 53 61 53,25 27 56 39.25 136 60,5 52 26 53 39.25 134,5 60,5 frankfurter Maschinen . . . . 0 ciritzner..........O Mainkraftwerke Höchst a.M.. - 6 Süddeutscher Zucker .... 10 Illi Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Iugoflawien. Lissabon . . 41,76 81,83 2,082 0.319 7.456 18,62 41,8 81,9 2,08 0,32 7,47 18,7 40,46 81,87 2,080 0,314 7,456 18,66 40,54 82.93 2,084 0,316 7,470 18,70 S.jf.«fporii Leichtathletische Meisterschaften des Reichsheeres. 15 Gießener Reichswehrangehörige am Start. 3n der Zeit vom 19. bis 21. Juni werden in Hannover dieHeeresmeisterschaften ausgetragen, deren Vorentscheidungen gelegentlich des Bataillons-Sportfestes in Gießen für die 5. Division stattfanden. Das hiesige Bataillon ist bei den Wettkämpfen erstmalig mit einer starken Mannschaft vertreten, die nach den vorliegenden Ergebnissen der anderen Wehrkreise in einen aussichtsreichen Kampf tritt. 3n den Einzelwettkämpfen startet Steines 1. 15 im Stabhochsprung, wo er mit seiner durchschnittlichen Leistung ton 3,40 Meter gegen den langjährigen dritten Si'ger der deutschen Zehnkampsmeisterschait, Huber, Aussicht auf den zweiten Platz hat. Huber sprang kürzlich 3,80 Meter. Büttner 3. 15 hat im 800- Meter-Lauf geringe Chancen, da aus den anderen Divisionen Leistungen zwischen 2 und 2:02 Min. gemeldet sind: dagegen ist M o h l 3. 15 im Handgranaten - Werfen mit seinem 79= Meter-Wurf sicherer Anwärter auf die Meister- schaft, falls er seine Hüftverletzung überwunden hat. 3m Kugelstoßen wird es ihm und und Gugel 1./15 mit 13-Meter-Stößen bis in die Entscheidung reichen. H i r s ch f e 1 d ist hier ja nicht zu schlagen. 3m Hammerwerfen haben Mvhl und Gugel auch nur Platzchancen, während die Diskusmeisterschaft nach Gießen kommen kann, wenn Gugel seinen 43,65-Meter-Wurf von Diez wiederholt. Ec ist damit Tabellenerster im Reichsheer. Krähmer2. 15 und S a l z 1. 15 haben sich seit vier Wochen mit gutem Erfolg an die 110 - Meter - Hürden st recke herangemacht und es bis zu der Heeresmeisterschaft ge° schäft. Ein anerkennenswerter Erfolg über diese schwierige aber sehr reizvolle Strecke! 3hre Trainingsleistungen liegen zwischen 17 und 18 Sek., die bisher mir von Huber (16,01) überboten wurden. Für die Mannschafts - Wettbewerbe hat sich die Gepäckmannschaft des Bataillons qualifiziert. Sie besteht aus vier Angehörigen der 1. Kompanie, die kürzlich über die 25 Kilometer sämtlich unter drei Stunden marschierten. Ein Vergleich ist hier mit anderen Divisionen nicht möglich, da die Voraussetzungen (Strecke, Wetter) zu verschieden sind. Mit 2:45 Stunden wird die Mannschaft bestimmt unter den drei ersten sein. Die Ramen der Teilnehmer sind: Unterfeldw. Becker 1./15, llntffz. Koch 1. 15 (Ersah-Füh.), Obergr. Knaf 1./15, Gren. Dredler 1. 15, Gr. Welker (Ers.-Mann). Eine 4 x 1500-Meter - Staffel, in der Reihenfolge: Heise. 1./15, Günther 4. 15, Büttner 3. 15, Reih 3./15 (Ersatz Portz 2. 15), hat nur Aussicht, wenn sie im Durchschnitt 4:25 (17:40) läuft. Rach dem letzten harten Training und den Leistungen ist das allerdings zu erwarten. Die Meldungen der anderen Divisionen lauten 17,42, 17,45 und 17,48. Der Kampfwille und der taktische Lauf wird für die Staffeln wie für den Gepäckmarsch entscheidend fein. Auf das Abschneiden der Gießener Soldaten darf man gespannt sein. Zehnkampfmeisterschast der OHsL. Die auf zwei Tage verteilte Zehnkampfmeisterschaft der Deutschen Hochschule für Lei besübungen wurde am Mittwoch beendet und von dem Titelverteidiger Eberle mit 6481,115 'Punkten erfolgreich verteidigt. Hinter ihm belegten Vogelsang mit 6189,86 Punkten ünd Hiby mit 5925,23 Punkten die nächsten Plätze. 3m Fünfkampf der Frauen war Frl. H a r g u s vor Fräulein Puckas erfolgreich. Zweites Länderspiel im Norden. Der Start zur Rordlandreise des Deirtschen Fußball-Bundes war glücklicher als man annahm. Mit dem 0:0 in Stockholm wurde, die Bilanz der Länderspiele gegen Schweden nicht verschlechtert. Rach dreitägiger Ruhe tritt die deutsche Mannschaft nun am Sonntag in Oslo gegen die Rorweger an. Man wird diese unbedingt stärker einzuschähen haben als die Schweden, denn in den diesjährigen Wettkämpfen zwischen den nordischen Ländern haben die Rorweger fast stets am besten abgeschnitten. Schließlich konnten sie ja auch nach vier hintereinander verlorenen Spielen im letzten Herbst in der schlesischen Metropole Breslau gegen unsere Mannschaft das erste lln= entschieden mit 1:1 erzielen. Die Schwere der Aufgabe, die uns für Sonntag in Oslo bevorsteht, wird dadurch beleuchtet, daß die Elf, die der DFB. für diesen Kampf aufgeboten hat, kaum stärker ist als die Garnitur, die uns in Breslau vertrat. Die deutsche Mannschaft wird in Oslo voraussichtlich mit Kreß: Emmerich, Brunke: Knöpfte, Leinberger, Kauer: Dergmaier, Horn, Ludwig, Widmaher, Sackenheim, spielen. (Siebener Ruderer in Bad Ems. Am kommenden Sonntag starten die Gießener Ruderer (alle drei Dereipe beteiligen sich) in Bad Ems. Die Gießener Rudergesellschaft hat für zwei Rennen gemeldet, und zwar wurde der Lahn-3ungmann-Dierer und der 2. Senior-Vierer belegt. Der Lahn-Jungmann- Dierer wird in der Besetzung Weibisch, Kuschke, Reuroth und Goetz (am Steuer Loh) bestritten. Für dieses Rennen sind 6 Boote gemeldet worden, so daß die hiesigen Ruderer auf schwere Konkurrenz stoßen werden, die einen Sieg nicht leicht werden lassen wird. Für den 2. Senior- Vierer sind 7 Mannschaften (bekannte Mannschaften aus Offenbach, Frankfurt, Mühlheim usw.) gemeldet, und auch hier werden die Gießener keinen leichten Stand haben. Der Vierer wurde in der Besetzung Flimm, Becker, Koehler, Hartmann (am Steuer Loh) genannt. Der Der ein Rudersport hat für Ems einen Senior-Vierer gemeldet, der voraussichtsichtlich als B- oder als 3. Vierer startet. Die Mannschaft: Haas, Steinbach, Deck, Selb und Mühlich am Steuer, wird ebenfalls auf schwere Konkurrenz treffen. Als dritter Gießener Verein wird in diesem 3ahre erstmalig die Rudergesellschaft „Hassia" an einer Regatta im Rahmen des Deutschen Ruderverbandes teilnehmen. Der Verein meldet einen Jungmcrnn-Vierer. Oie Rückrunde der Zaustballrneisterschasten des Gaues Hessen in Gießen. Am Sonntag werden die Faustballer des Gaues Hessen endgültig ihre Vertreter zur Gaugruppenrunde feststellen. Die Vorrunde hatte in der Meisterklasse die pleberraschung gebracht, daß Frankenau, das lange 3ahre immer an dritter Stelle lag, sich diesmal an die Spitze setzte. Alle Spiele zwischen den drei an erster Stelle liegenden Mannschaften waren knapp ausgegangen, so daß sich am Sonntag unter diesen Spitzenkandidaten ein harter Kampf entspinnen wird. Es ist durchaus möglich, daß dadurch Frankenau, Friedberg und 1846 Gießen I. auf gleiche Punktzahl kommen und unter sich nochmals eine Runde beginnen müssen. Die Altersklasse wird ihre Spiele schon am Samstagabend austragen, da die Mannschaften von Friedberg und Butzbach am Sonntag zu ihrem Dezirksturnen müssen. Hier ist Butzbach die ausgeglichenste Mannschaft und wird Wohl noch die Spitze halten. (Man beachte die morgige Anzeige.) Gießener Schühengesettschast 1926. Erfolge in Nidda. Bei dem in Ridda abgehaltenen Hauptschießen beteiligte sich u. a. mit gutem Erfolg auch die Schützengesellschaft Gießen 1926. Es wurden folgende Ergebnisse erzielt: Großkaliberschiehen (100 Meter, Mei- sterscheibr)' 1. Ed. Gondner, 60 Ringe: 4. Konrad Becker, 59 Ringe. 100 -Meter- Glücks scheibe : 1. Eduard Gondner. 100 - Meter ° Fe st scheibe: 12. Eduard Gondner, 15. Bruno Bayer, 16. Konrad Decker. 17 5 Meter (Auflage): 1. Ed. Gondner, 55 R. 175 - Meter - Fe st scheibe (freihändig): 1. Drunv Daher, 3. Ed. Gondner. „Rund um Schotten." Die Deutsche Molorradmeisterschaft. Obwohl das Rennen „Rund um Schotten", der 3. Lauf um die Deutsche Meisterschaft für Motorradfahrer, erst am 19. 3uli stattsindet, liegen heute schon eine große Anzahl guter Nennungen vor, die eine Rekvrdbesehung dec einzelnen Felder erwarten lassen. Etwa 30 Fahrer sind schon drei Wochen vor Rennungsschluß in die Startlisten eingetragen, darunter die besten Rarnen, die der Deutsche Motorsport aufzuweisen hat. Die Sieger der Eilenviede und des Rürburgringes und des vorjährigen Avusren- nens werden vollzählig vertreten sein. Auch der motorsportliche Rachwuchs, die Ausweisfahrer, zeigen ein lebhafteres 3nterepfe, als in den vergangenen 3ahren, so daß auch hier die vorjährige Besetzung heute schon überboten ist. Der hessische Staatspräsident Dr. Adelung hat die größte sportliche Veranstaltung im weiteren Um« kreis des Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebietes dadurch gewürdigt, daß er den Vorsitz des Ehrenausschusses übernommen hat. Handball im Labn-Oünsberg-Gau Um die Gaumeisterfchaft. Sonntag nachmittag findet in Lollar das Endspiel um die Gaumeisterschaft im Handball statt. Der letztjährige Gaumeister Garbenteich trifft sich dort mit Londorf zum Endscheidungsspiel, da diese beiden mit gleicher Punktzahl die Meisterrunde abgeschlossen haben. Man erwartet einen harten Kampf, dessen Ausgang aber vollkommen offen ist. Vorher spielen die Jugendmannschaften derselben Vereine, die Tabellenersten der beiden Jugendgruppen des Turngaues Lahn-Dünsberg. Dieses Spiel dürfte wohl Londorf für sich entscheiden. Im übrigen Gaugebiet herrscht die satzungsgemäße Spielsperre bis 15. August. )anvball im Gau Hessen (O.T.) To. Großen-Linden. Die erste Mannschaft fährt am Sonntag nach Wetzlar, um mit der zweiten Elf des Tv. Wetzlar das Rückspiel auszutragen. 3m Dor,piek gelang es den Großen-Lindenem Wetzlar klar zu schlagen, ob es auch diesmal gelingt, erscheint fraglich. Gro- Hen-Lindens Zweite und Schülermann chaft emp- pfangen die erste und Schüler-Elf des Tv. Hörns- heim. Fußball der Schiedsrichter. Schiedsrichter-Vereinigung Gießen-Vuhbach gegen VfB. komb. Die Schiedsrichter-Dereinigung Gießen-Butzbach darf behaupten, mit an der Spitze der Schiedsrichterbewegung in Hessen- Hannover zu stehen. Der Beweis ist schon dadurch erbracht, daß im abgelaufenen Geschäftsjahr etwa 50 Derbandsspiele der Liga klassen in den Gauen Kassel, Marburg und Fulda von der Dchieds- richtergilde Gießen beseht wurden. Außer einen guten Stamm von wettspielerfahrenen älteren Schiedsrichter ist auch ein guter Rachwuchs jüngerer Schiedsrichter vorhanden. Aber nicht nut mit der Pfeife wirken die Schiedsrichter, sie verstehen es vielmehr auch, praktisch mit dem Lederball umzugehen. Zu diesem Zwecke fjait die Schiedsrichter-Vereinigung Gießen für Samstag, 20. 3uni, abends 7 Uhr auf dem Waldspovtplatz mit dem Verein für Bewegungsspiele ein Spiel abgeschlossen und tritt in folgender Aufstellung an: Kunze, Hllberg, Schnaut, Roll, Tränket, Philipp, Häberkvrn, Michel, Bötticher, Wlodateck, Rohn. Die Tätigkeit der Schiedsrichter ist heute viel hoher einzuschätzen, als es vielfach erkannt wird. Die Spielkultur unseres heutigen Fußballsportes wird immer ausgeprägter, demzufolge müssen andererseits auch die Leistungen der Schiedsrichter eine Steigerung erfahren durch körperliche Ertüchtigung, und zu diesem Zweck nützt . c Schiedsrichtergilde die Sommerpause aus. Das Spiel am Samstagabend dürfte jedem Sportanhänger Gelegenheit bieten, sich von dem Wollen und Können der Schiedsrichter zu überzeugen. Or. Wichmann — Sportarzt der deutschen Olympier. Dr. Wi chmann, der frühere Frankfurter Meister, laufet, der sich vor einiger Zeit vom aktiven Sport zurückgezogen hat, wird als Sportarzt mit der deutschen Mannschaft nach Los Angeles zur Olympiade 1932 fahren. Arbeiter-Turn- und Sportbund Am kommenden Samstagabend stehen sich Lollar I und Wieseck I in Lollar zum Freundschaftsspiele gegenüber. Lollar hat durch eine Umstellung sehr an Durchschlagskraft gewonnen. Die Gäste werden deshalb alles hergeben müssen, wenn sie eine hohe Riederlage vermeiden wollen. Die I. 3ugend Wiesecks empfängt auf eigenem Platze die l. Mannschaft von Lang-Gons. Die Platzbesiher dürften Sieger bleiben. Großen-Linden I hat die I d°MannschaftWieseck für ein Freundschaftsspiel verpflichtet. Der Aus- .gong des Spieles ist offen. Vorher wird die II. 3ugend der Gäste gegen Me 3ugen£» des Plätze besitzers antreten. Zu einem rückständigen Serienspiel empfängt die 3ugend von Gießen die 3ugend des Rachbarvereins Heuchelheim. Gießens III. Mannschaft spielt gegen die II. Mannschaft von Leun. Das Treffen wird ebenfalls die einheimischen Gießener als Sieger sehen. Grünberg II hat Lich I zum Serienspielgegner unb wird wohl Sieg und Punkte den Gästen überlassen müssen. Grohen-Duseck weilt mit seiner I. und II. Mannschaft in Watzenborn, um gegen die gleichen Mannschaften des Gastgebers anzutreten. Hungen I hat Waldgirmes I zum Gegner. Kinzenbach und Wißmar 1 stehen sich in Kinzenbach im FreundschaftssPiel gegenüber. Die Einheimischen dürften die besseren sein. 3n Rodheim tragen Rodheim I und Dau bringen I ein Freundschaftsspiel aus. Atten-Busecker Kegler erfolgreich. Bei dem am Sonntag in Wißmar stattgefundenen Bundesfest des Lahn - Buseckertal - Kegelbundes war auch diesmal dem Kegelklub „Gut Holz", Alten-Bufeck, ein voller Erfolg befchieden. Bei dem Mannschaftskegeln (5 Mann) errang der Klub unter 15 Vereinen mit 133 Holz den 2. Preis. Ferner wurden bei -e«»Bundesein- zelkegeln sechs weitere Preise errungen. Der Klub hat in den letzten Jahren einen guten Aufstieg genommen. Kirche und Schule. Dekanatskonfcrenz in Gießen. Am Dienstag fand im Makthäussacll eine Dekanatskonferenz der Geistlichen des Dekanats Gießen statt, die von Pfarrer i. R. Lic. 3äger mit Schriftverlesung und Gebet eröffnet wurde. Rach der Begrüßung durch Dekan © u 6 mann (Kirchberg) und einigen amtlichen Mitteilungen berichtet Landeskirchenrat A u s f e l d über das Gesetz das die kirchlichen Ordnungen betrifft. Eine rege Aussprache schloß sich an. 3m Anschluß daran hielt Pfarrer i. R. Lic. 3äger einen gründlichen Vortrag über „Theologisches System und religiöses geben“. Der Vortrag, der eine rege Aussprache auslöste, wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. 5 Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. ftnd zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 294. Don H. da« Beek. Weiß 8 Steine: Kb6; Dg2; Tc3; Lg3; Sc5, d6; Ba3, b5. Schwarz 5 Steine: Kd4; Db3; Sbl; Ba4, 67. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Problem Nr. 295. Don C. Dething, Riga. 8 7 6 2 4 3 1 a 8 7 6 4 3 2 h Schwarz, o c d e t g Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß 5 Steine: Kd2; Dh8; Lhl; Sb7, e5. Schwarz 10 Steine: Kd4; Ta6; Sa8; Ba3, b4, b5, cd, d3. d5, g5 Partie Nr. 220. Die nachstehende Partie wurde im Hauptturnier des diesjährigen Osterkongresses zu Bad Ems gespielt. Königsindische Verteidigung. Weiß: Dr. Davidson, Gießen. Schwarz: Dr. Jung, Wiesbaden. 1. d2-d4 1. Sg8-f6 2. c2-c4 2. g7-g6 3. Sbl -c3 3. d7-d6 4. 5 g2-g3 Lfl-g2 4. 5. c7-c6 Lf8 — g7 6. Sgl-f3 6 0-0 7. 0-0 7. Sb8-d7 8 Ddl-d3 8. Tf8-e8 9. Lei — g5 9. Dd8 — c7 10. Tal-dl 10. e7 — e5 11. d4xe5 11. d6xe5 12 Sf3-d2 12. h7-h6 13. Lg5xf6 13 Sd7xf6 14. Sd2-e4 14. Sf6xe4 15. Sc3xe4 15. Lc8-f5 16. Dd3-d6 16. Dc7-e7 Schwarz hat sich recht gut verteidigt und Weiß kann bei dem erschöpften Material nur sehr schwer aus dem Besitz der d-Linie Vorteil ziehen. 17. Tdl-d2 3n Betracht kam 17. Dxe7 nebst 18. Sd6 mit der Drohung Sxb7 nebst Lxeß usw. 17. . . . 18. Lg2xe4 19. Dd6xe7 20. Tfl-dl 21. g3-g4 22. Kgl-g2 23. Kg2-g3 24. e2-e3 25. a2-»3 26. Le4-g2 27. Lg2-h3 28. Kg3-f3 29. Tdlxd2 30. Kf3-e4 31. Td2xd7 32 Ke4-f5 33. Lh3-g2 34. Lg2-e4 35. b2-b4 36. a3xb4 17. Lf5Xe4 18. Lg7-f8 19. Te8Xe7 20. Ta8-e8 21. Lf8-g7 22. Lg7 —ro 23. Te7-c7 24. Te8-c8 25. Kg8-f8 26 Kf8-e8 27. Tc8-d8 28. Td8xd2 29. g6-g5 30. Tc7-d7 31. Ke8xd7 32. Lf6-g7 33. a7-a5 34. Kd7-d6 35. a5xb4 36. Kd6-d7 Die Partie wurde hier Remis abgeschätzt. Weiß hatte jedoch unserer Ansicht nach noch recht gute Chancen, da der weihe König in das schwarze Lager eingedrungen ist und der schwarze König dauernd zum Schutze des Dauern 17 notwendig ist. Solche Endspiele sind sehr schwierig und sollten nicht abgeschätzt, sondern bis zum Ende durchgeführt werden Losung des Problems Nr. 291. Don 6. A. Echiffmann. 1. Lb5-e8! usw. (Drohung Sd5-e3 matt). Lösung des Endspiel Dr. 89. Don D. Dsti. 1. Kf8-e7!, g6-g5 (sonst folgt 2. Kf6 usw.). 2. Ke7-d6!, g5-g4. 3. e6-e7, Le2-b5. 4 Kd6-c5 (Jetzt steht man, warum der K nach dem Damenflügel muhte: er erlangt durch Angriff auf den L noch rechtzeitig das Feld f2). 4. . . ., Lb5-d7. 5. Kc5-d4, Ka7-b7. 6. Kd4-e4, Kb7-c7. 7. Ke4-f4, Kc7 - d6. 8. e7-e8 D und Remis. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redakttonstisch. Leibl auf der Jagd. Als der berühmte Maler Wilhelm Leibl eines Tages mit dem Baron o o n P e r f a l 1 auf die Jagd ging und dieser, das Gewehr über die Schulter gehängt, einen Augenblick stehen blieb rief der Maler plötzlich: „Halt! Bleib' so stehen, so muß ich dich malen." Dann rannte er rasch nach Hause, holte sein Gerät und fing an. Nach einiger Zeit wurde Perfall müde und wollte aufhören, aber Leibl, mitten im Schaffensfeuer, bedrohte ihn so ernstlich mit Ohrfeigen, daß der schwächere Baron nachgab. Als er endlich vor Müdigkeit beinahe umfiel, da war auf der ganzen Leinwand nichts anderes zu sehen, als ein Stückchen seines Lodenhutes. Aber dieses sorgfältig ausgeführte Fleckchen bildete den Keim, aus dem das berühmte Bild des Jägers in der Berliner Nationalgalerie entstand. Der Jiltn. Zwei Männer schrieben einen Film. (Die Namen der Männer wollen wir freundlicherweise verschweigen.) Der eine von ihnen wohnt in Wien, der andere in Berlin. Gedreht wurde in Berlin. Kam eines Tages ein Telegramm nach Wien: „Dein Film fertig. Soll nicht gut fein." Zwei Tage später: „Unser Film der Direktion vorgeführt. Hat gefallen." Zwei Wochen später: „Mein Film gestern uraufgeführt. Riesiger Erfolg." 'folgreich. 101 /erfaI- 7 dem Aegel. 1Ä °°Uer CFrfnf' Ds- genom. !W^ WSt tes ■*«£ te*3"5> “Ä CTn Sreunb. buk. Bietzen. ftj eine Deka. L?*M ®it. ^ ^ager mit tourte. Ach Wann sKich. llWn bericht ^Netkfa ; tW W )luö daran M MMchenAvr- n und religiöse- vege AuSs prch, smerfsconteit der» >Xe4 7-ffl 3Xe7 !-e8 l-c7 8-c8 ;8-f8 8-eS S-d8 I8xd2 -gi 1-67 8xd7 -?7 -a5 7-d6 xb4 d6-d7 8mis abgeschäht. Ansicht nach noch ethe König in das st und ter schwarze es Dauern H rot« sind sehr schwierig solchem bis jum i St. 291. mann. i-e3 matt). Is St. 89. ti folgt 2. Kf6 ulöj Le2-b5. 4 Kd6-c5 (nach dem Damen- i Angriff auf den l. 4...., Lb5-d/' -? Kb7-c7.7.IW-M nis- 'appe. ^edalüvnSMch. igb. . , Ü»«!SX rE.., mitten >m jer ßeto.L m if 0I)t. o ernstllch er umP 'au (eben-0,6 in6e£r hicks lor9‘ es- ^ejnl| aus sr»«81* iQClS 1,1 ’ < /Die An"" 'lichL 'der ander- t in ®,cn'eam eines *•5,ff»!,1! üen: /e fpütf Zwei ,flt ge- Dlcinv1 ZrandungdesLeSens Vornan von Käte Lindner. ^Copyright 1931 by Verlag Alfred Bechthold in Braunschweig.) 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er griff mit dem Arm nach der Leiter, zog die zitternde Iulietta hinter sich her. Die Base wollte einlenken, wollte das Mädchen zurückhalten, aber mit einer herrischen Gebärde schüttelte er den Kopf. „Ehrbar hat sich die Etta gehalten, sie hat es nicht nötig, sich zu verstecken. ilnb ich hab' die Signora Cerra nicht betrogen, hab' ihr das feine Vögele gelassen, wie sie es sich herausgepuht hat. Daß ich nicht ehrlich und offen werben durfte um die Etta, daran ist sie selber schuld, die Signora. Heimlich mußten wir uns treffen, hinter ihrem Rücken und sagen, daß nur der Tod uns scheiden kann voneinander, sonst keiner die Macht hat, uns zu trennen. Gegen die Lieb' und den Tod, da ist kein Kraut gewachsen, das sollten Sie doch noch wissen aus Ihrer Jugendzeit, Base Sora. Aber freilich, das hat die Base vergessen allweil vor lauter Ehrbarkeit und Reputation." Der Base Zorn war halb verflogen, der Gedanke an die zürnende Eolomba war ihr peinlich, sie war zum Verzeihen und Unterhandeln geneigt. Lieber die Brüstung neigte sie sich hinunter zu dem Liebespaar, das jetzt unter dem Myrtenstrauch stand. Russo verbarg die Leiter wieder hinter dem Gebüsch, wo er sie hergeholt hatte, er hüllte die zitternde Iulietta in seinen Mantel, „Komm herauf, Iulietta, du wirst doch nicht davonlaufen mit einem fremden Mann, jetzt, mitten in der Rächt? Schickt sich das für ein ehrbares Mädchen, noch dazu, wenn es als lieber Gast hier Aufnahme gefunden hat? Komm, Iulietta, ich verzeihe dir!" „Mas. verzeihen", klang des Domenico hitzige Gegenrede. „Mas hat Sie )u verzeihen, Base Sora? Etwa, daß wir uns lieb haben und uns heiraten wollen? Ist es nicht mit der Mutter Segen, dann ohne ihn. Lind ich bin kein fremder Mann, merke Sie sich das. Ich bin der zukünftige Mann der Iulietta Cerra, ich und kein anderer." Ihre Schritte verklangen im Dunkel der Rächt. Mit einem Seufzer verschwand die Base im Inneren des HauseS. Keine Zikade zirpte diesen Sommer mehr vor ihren Fenstern. Colomba saß schläfrig und überwacht hinter der Theke und war heule nicht die gefällig lächelnde, unterhaltende Wirtin wie sonst. Kein Wunder, hatte sie doch viele schlaflose Rächte gehabt in der letzten Zeit, hatte mit Frau Lislow in Todesängsten gewacht am Lager ihres Gatten, wenn er sich in wilden Fieberphantasien hin unt> herwarf, in wilden Selbstanklagen sich erging oder sich die Verbände abreihen wollte, die die Aerzte ihm angelegt hatten. Hatte doch die deutsche Dame noch einen zweiten Arzt zugezogen, Signore Lobelli hatte dazu sofort seine Zustimmung gegeben, froh, nicht allein die Derantwor- tung für den schwierigen Fall tragen zu müssen, und gestern endlich war der Deutsche transportfähig gewesen, war in die Klinik überführt worden. Roch immer hatte ihn Bewußtlosigkeit umfangen, als man ihn sortgebracht hatte. Die deutsche Signora hatte sich bei ihr bedankt mit vielen guten Worten und Händedrücken. Frau Colombas Brust hob ein stolzer Seufzer. Hatte sie nicht auch alles getan, was in ihren Kräften stand, immer in Angst vor der Möglichkeit, daß der Tedesco doch noch sterben könnte? Die Heiligen hatten ihre Gebete erhört, dem Himmel sei Dank. Besser ging es schon mit ihm und... Da erklangen rasche Schritte draußen vor den Fenstern. VXr kam denn da nodi heute, wo sie so sehr Geschäftsschluß herbeisehnte? Ihre Augen richteten sich erwartungsvoll nach dem Eingang. Aber da entfiel ihr das Glas, was sie gerade in der Hand hielt und lag zerschmettert am Boden. Denn der rote Vorhang teilte sich, und ein Arm hob die zitternde Iulietta zur Tür herein, so daß sie dlutübergossen stand im hellen Schein des Lichts, das von der Decke niederfloh. Lind hinter Iulietta stand der Russo Domenico, mit finsteren Augen zu ihr hinüber- starrend, kampfbereit und todesmutig. Aber noch ehe sie sich erholt hatte aus ihrer Erstarrung, in die der Anblick sie verseht, (lang des Domenico Stimme durch den Raum: „Ich bringe dir die Iulietta wieder. Eolomba Serra. Richt beschimpfen lasse ich meine zukünftige Frau, sie, die einmal die Mutter meiner Kinder sein wird. Die Base Sora hat es getan. Keine Ursache hatte sie dazu, nur eine Sünde taten wir: Wir hatten uns lieb und konnten die Trennung nicht ertragen. Meine Mitbürger...“ würdevoll wandte sich Russo hinüber, wo am Stammtisch die aufmerksam lauschenden Stammgäste der Colomba Serra sahen, „meine Mitbürger, hatte ich nicht Recht, wenn ich, dem Willen der Mutter entgegen, meine Iulietta dem zornigen Wüten einer alten Frau entzog, die mein Mädchen beschimpfte, die längst vergessen hat, dah sie auch einmal jung gewesen ist? Ich bringe dir Iulietta, nicht zur Hintertür führe ich sie ins Haus, nein, öffentlich bringe ich sie dir und fürchte nicht deinen Zorn, Colomba." Die Frau hinter dem Wirtstisch schnappte nach Luft. Dann aber erhob das Täubchen seineStimme und schrie im höchsten Zorn: „Solch ein Erzschelm, solch ein Gauner... Das sieht dem Gauner ähnlich, mein ehrbares Haus in den Mund der Leute zu bringen, uns lächerlich zu machen, dah sie alle mit Fingern auf uns weisen: Seht da... bei nachtschlafender Zeit bringt der Russo das Kind daher, hier herein führt er es, allem zum Gespött, meine Tochter, meine Etta, die ich erzogen habe wie eine Prin- zessin. nicht für einen solchen Rachtvogel, wie es der Russo ist. O, ich unglückliche Mutter..." Frau Colomba sank weinend auf einen Stuhl. Dann aber fuhr ihr Zom auf Iulietta los, die xittemb im Lichtkreis der Lampe stand und schuldbewußt nicht wagte, die Augen aufzuschlagen. „Du ehrvergessenes Mädchen, du doppelzüngige Schlange. Der Russo und du ... ein Kind, dem die Röcke noch alle Jahre zu kurz werden, du...“ „O Mutter, diesen Rock trage ich im zweiten Jahr... Sie doch zu, ob er zu kurz ist. Richt mehr gewachsen bin ich feit vorigem Jahr" schluchzte die Iulietta dazwischen. .Lind der Russo ... den hab' ich lieb und will keinen andern, Mamina, unsere gebenedeitc Frau versehe dein Heil. Mutter, aber wenn ich den Russo nicht heiraten darf, dann ..." „Schweig", schrie die Signora und wollte auf das Mädchen losfahren. Aber Russo trat würdevoll dazwischen und legte seine Hand auf ihren zum Schlag erhobenen Arm. „Ich lasse meine zukünftige Frau und Mutter meiner Kinder nicht mehr schlagen, Colomba, Etta ist fein Kind m?&rH, sagte er und seine Augen sahen drohend in die ihren. Jetzt niischten sich auch d e Stammgäste hinein. „Recht hat er, Täubchen", sagte Massimo und die anderen nickten ihm Beisall. „Wie könnt' eine Mutter sich stellen zwischen zwei, die sich so lieb haben wie diese beiden. Denn das sieht doch ein Blinder. Lind warum willst du ihn nicht haben zum Schwiegersohn, Colomba? Hat der Russo nicht ein gutes Fuhrgeschäft und sein festes Haus droben an der Roquetta und den Deutel voller Lirestücke wie sonst keiner von uns? Ach geh. Colomba, das kann doch dein Emst nicht fein.“ Mit finsteren Augen starrte sie vor sich hin. Dann wandte sie sich barsch zu der Tochter. „Packe dich jetzt auf deine Kammer, du ungeratenes Ting. Lind du, Russo, glaube nicht, dah dein Schelmenstück, das du da mit Vorbedacht anzettelst, dir irgend nützen könnte. Mach, dah du fortkommst, Etta!" Da trat das Mädchen mit blitzenden Augen noch einmal an Russos Seite, bot ihm den Mund zum Kuß, ohne alC der neugierigen Gäste zu achten. „Ich bin dein. Russo Domenico, wie es auch kommen mag.“ Mit einem scheuen Blick auf die Mutter klapperte sie auf ihren roten Pantoffeln durch die Weinlaube nach dcm hinteren Eingang, der zu dem oberen Stockwerk führte. Russo aber setzte sich trotzig, ohne auf die abweisenden Blicke Coiombas zu achten, an Massimos Seite und tat ihm Bescheid aus seinem Glas. Da fühlte die schöne Wiriin wieder einmal, wie rechtlos doch solch eine arme Wittib sei, der jeder lose Schlingel hereinsteigen konnte und da sihenbleiberr, ob sie nun wollte oder nicht... Wie in einen Garten, der keinen Zaun hat. dachte sie traurig und fühlte inniges Mitleid mit der eigenen Verlassenheit. Auf dem Korridor deS ersten Stockwerkes des Savoyhotels stand der neue Hausdiener und unterhielt sich angelegentlich ft mit dem Kammermädchen der Gräfin Semjonow. .Ist der Reue aber neugierig“, dachte soeben die schwarzhaarige Blanche. Wie schade übrigens, daß dieser nette Guilio so rasch nach dem vierten Stockwerk hinauf versetzt wurde... Der Reue machte ihr zwar ebenfalls von» ersten Tag seiner Ankunft hier den Hof. aber er fragte eben zu diel, auf die Dauer würde dies lästig sein. Was ging eS ihn zum Beispiel an, wo die Herrschaften in London gewohnt hätten? Wie konnte das einen Hausdiener interessieren? Lind über die alltäglichen Gewohnheiten ihrer Herrschaft fragte er sie aus und gestern hatte ihr dieser freche Mensch eine Zehnlirenote unter die Augen gehalten und sie ihr als Geschenk versprochen, wenn sie ihm einmal, nur ein einziges Mal bei längerer Abwesenheit ihrer Contessa einen Einblick in das Toilettenzimmer gewähren würde. Die Dame habe eine ganz besondere Art sich zu kleiden, mit Mitteln, die anderen wohl nicht bekannt seien, eine frappierende Wirkung zu erzielen, auch sonst in bezug auf ihr Aeußeres. Lind er habe einen Bruder in Paris, der einen Salon für Gesichtspflege und Maniküre aufgemacht habe, der würde ihm ganz gewiß für neue Ratschläge, die er ihm geben konnte, mit klingender Münze danken. Cs müsse doch jetzt jeder sehen, wie er sich so nebenher noch einen kleinen Rebenverdienst schaffen könne. Lind die Demoiselle solle ihm doch Lazu verhelfen. Aber die Kammerjungfer hatte dieses Ansinnen ftrift abgelehnt. Wie er sich dies außerdem Lenke? Der Conte sei verreist seit Dorgeftern, und ihre Herrin sei krank seit ein paar Tagen, ließe sich sogar das Essen auf dem Zimmer servieren und wäre nicht dazu zu überreden, der Abwechslung halber auch nur für eine Stunde ihre Zimmer zu verlassen und die Gesellschaftsräume aufzusuchen. Menschenscheu sei sie auf einmal geworden, denn mit der Krankheit, das sei wohl nur eine Ausrede. Sie, Blanche, hätte nicht das geringste Anzeichen einer Krankheit bemerkt, die Contessa fei nur von einer merkwürdigen ilnrubc seit ein paar Tagen. Sie scheine fieberhaft die Rückkehr ihres Gemahls zu erwarten. lForttetzung folgt.) Schonend dringt ihr seidenweicher Schaum in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde und kräftige Hautatmung, lind was das bedeutet, merken wir Erwachsenen an uns selbst: Wohlbefinden und Gesundheit hängen von ihr ab. In den ersten zehn Jahren nur die milde, reine, nach Ärztlicher Vor- 1 schrift für die zarte, empfindliche Haut der Kleinen besonders hergestellte ! NIVEA KINDERSEIFE d. h., reiben Sie sich vor dem Sonnenbade kräftig mit NIVEA-CREME NIVEA-ÖL u. Massage-Öl] ein. Beide enthalten das hautpflegende Euzerit Beide vermindern die Gefahr schmerzhaften Sonnenbrandes, beide bräunen Ihre Haut, auch bei bedecktem Himmel Nivea-Creme wirkt bei Hitze angenehm kühlend. Nivea-Öl schützt Sie bei unfreundlicher Witterung vorm „Frösteln“ und damit vor Erkältungen. Nie mit nassem Körper sonnenbaden! 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