Nr. 6b Erstes Matt 181. Jahrgang Donnerstag, 19. Mär; 1931 Erich« in> lügUch.autzn Sonntags and feiertags Beilagen Dir OOuftrteTl» vletzen« Familien bläNer fjetmal im Bild Die Scholle monats Bezugspreis; 2.20 Reichsmark und 30 Reichsplenmg tüt Träger» lohn, auch bei Richter. Keinen einjelner'Jlummeni folge bötjerei Gewalt, Hernlvrechanlchlüste anterSammelnummer'2251 2In|d)nf1 rür Drahrnach» richten Hnjeiger ©lenen. Poftfdferffonto; Sra^ffurl am Main 11686 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn'ck und Verlag: vrühl'sche Universitülr-Vuch- unö Steinöruderet 8. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Sefchäftrstelle: Schulstratze r. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mnc Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20’., mehr. Chefredakteur. Dr Friedr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr. Will). Canqe; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Dietzen. Das Zollfiasko von Genf. Die Genfer Zollkonvention, die feil Monaten wie ein A l p d r u ck auf unserer inneren Politik lag, deren Annahme durch den Deutschen Reichstag nur möglich war, weil Deutschnationale und Nationalsozialisten im Hause fehlten, die beinahe zu einer Regierungskrise geführt Hütte, ist in Genf jetzt ohne deutsche Schuld fang -xu n b klanglos unter den Tisch gefallen. Hätten wir diese Entwicklung vorausgeahnt, dann hätten wir uns mancherlei überflüssige Aufr gungen erspart und hätten unsere Kraft für nützlichere Zwecke aussparen können. Tatsächlich hat England die Konvention zum Scheitern gebracht, offenbar, weil es eine Erweiterung seines Schuhzollsh- stems beabsichtigt und sich die Hände nicht binden will; gerade von einer Arbeiterrcgierung eine mtzhr als seltsame Haltung. Jedenfalls ist es diplomatisch ganz gut, dah der Versuch, D-ntschland zum Sündrnbock zu machen, gescheitert ist. Der deutsche Vertreter hat sich mehr als nölig Mühe gegeben, um wenigstens das Gerippe noch zu retten und eine Anknüpfung in späteren Zeiten möglich zu machen. Der Zweck der Konvention war, als Anbahnung eines zukünfitgen Zollfriedens wenigstens so etwas wie einen Zollwaffenstillstand durchzusühren, in dem die ratifizierenden Staaten generell die Verpflichtung auf sich nahmen, ihre Zolle nicht zu erhöhen und bestehende Handelsverträge nicht zu kündigen. Die einzelnen Ve- stimmungen waren etwas kautschukartig gefaßt, sodaß sie auf die Wirtschaftsnotwendigkeiten der einzelnen Länder Rücksicht nahmen. Aber diese innere Verwaschenheit hat nichts gcf olsen. Der Versuch, auf dem Wege einer Vereinbarung wenigstens eine weitere Erhöhung der Zollmauern zu verhindern, ist vergeblich geblieben. Man muß das bedauern, auch wenn man anerkennt, daß der Zeitpunkt für die Durchführung dieses Experiments denkbar unglücklich gewählt war. Denn die Weltwirtschaftskrise, die Welle der Arbeitslosigkeit zwingt naturgemäß jeden einzelnen Staat zu der Ueberlegung, wie er sich von der Konkurrenz von außen her abschnürcn kann, um seinen eigenen Erwerbslosen Arbeit zu verschaffen, wobei leider niemand cinsehen will, daß das eine sehr kurzsichtige Politik ist, weil die eigentlichen Fehler des Systems ganz wo anders liegen. Europa und die Welt leidet heute u n t e r d e m Vertrag von Versailles, der zu einer Verarmung Mitteleuropas führte, dec in Europa tausende von Kilometer neuer Grenzen schuf und den Handel unter Abschnürung alter Verbindungen gewaltsam neue Wege führen wollte. Wenn Deutschland unter solchen Umständen d'.eKon- vention zum Scheitern gebracht hätte, so wäre das immerhin verständlich. Die Siogerstaalen haben uns in den Voungplan hineingepreßt, die neutralen Staaten haben ruhig zugrsehen, sie alle wissen also, daß wir unseren Verpflichtungen nur durch Steigerung unserer Ausfuhr und Abdrosselung unserer Einfuhr Nachkommen können. Die Kriegsentschädigung bringt uns also i n e i n e besondere Lage, für die wir leider bei den übrigen Staaten, auch soweit sie zu den Unterzeich- ncrn des Voungplans gehören, sehr wenig Verständnis finden. Es ze'gt sich also wieder einmal, daß handelspolitisch urb reparationswirtschaftlich auch Europa aus dem Egoismus der Siegcrstaa en heraus für einen engeren Zusammenschluß nicht reif ist. Der Kampf muß weitergeführt werden, von Deutschland aus der Sorge um d e Existenz heraus: und er wird sela g weite:g führt werden, bis die ganze Welt erkennt, dah mit den Methoden des Versailler Vertrages und des Voung- plans Sieger und Besiegte zugrunde gehen. Oberschlesien. Geleitworte Hindenburgs und Brünings zur Abstimmungsfeier. Berlin, 18. März. (£11.) Anläßlich der zehnjährigen Wieder.ehr der Volksabstimmung in Oberschlcsien haben die Vereinigten Verbände hcima.treuer Oberichlesier e. D. eine Sondernummer der Derbandszeitschrift „Obcrschle- sien" herausgegeben. Der Reichspräsident hat dem Heft folgendes Geleitwort gegeben: „Am 10. Jahrestag der Abstimmung in Oberschlesien gedenkt das deutsche Volk in Dankbarkeit der Treue derer, die in einer Zeitbittercr Rot und schwerer Bedrängnis das Bekenntnis zu ihrer deutschen Heimat abgelegt haben. Zehn Jahre harter und schwieriger Aufbauarbeit sind gc.olgt. Sie waren getragen und gefordert von dem unbeirrbaren Bewußtsein der Pflichterfüllung, die das sicherste Unterpfand für die Zukunft unseres Vaterlandes ist. gez.: v.Hindenburg." Das Geleitwort des Reichskanzlers lautet wie folgt: „Die Abstimmung in Oberschlefien vom 20. März 1921 ist ein Markstein in der Geschichte des deutschen Volkes. Treue und Heimatliebe der oberschlesischen Bevölkerung entschieden damals über ihre Zugehörigkeit zum Reiche. Aeußere Umstände, die sich deutscher Einwirkung entzogen, haben trotzdem die Abtrennung eines Teiles von Oberschlesien herbeigeführt. Die geschichtliche Bedeutung der Abstimmung wird hierdurch nicht berührt: Das Bewußtsein gemeinsamen Volkstumes erwies sich als stärker, als die Rot der Zeit, die Krieg und Kriegsfvlgen verursacht hatten. Wenn wir heute nach zehn Jahren auf diese deutsche Leistung Parieiführerbesprechungen beim Reichskanzler. Llm die Steuerforderungen der Sozialdemokraten. - Wird der Reichstag bis zum Herbst vertagt werden? Berlin, 18. Mörz. (VDZ.) Reichskanzler Dr. Brüning halte in Anwesenheit der Minister Dietrich und Slegerroalb am Mitlwoch- mittag eine neue Besprechung mit den sozialdemokratischen Führern, die fast zwei Stunden dauerte. Die verlautet, hat diese Besprechung noch zu keinem abschließenden Ergebnis geführt, die Unterhaltungen werden vielmehr noch weitergchen. Reichskanzler Dr. Brüning empfing am Mittwochabend noch die Vertreter der Deutschen Volkspartei, die Abgeordneten D i n g e l b e tj und Dauch, die dem Reichskanzler die stärk ft enBedenken ihrer Fraktion gegen etwaige neue Steuererhöhungen zum Ausdruck brachten. 3m Anschluß daran hatte der Reichskanzler eine kurze informatorische Besprechung mit dem Abg. Dr. B r e I t s ch e i d (So;.). Im Mittelpunkt der Besprechungen des Reichskanzlers mit den sozialdemokratischen Fraktionsführern standen die von der Reg'erung gewünschten Zollermächtigungen. Die Sozialdemokraten brachten ihre Befürchtungen zum Ausdruck, daß in Ausführung dieser Ermächtigungen eine Steigerung des Brotpreises erfolgen konnte. Der Reichskanzler suchte diese Bedenken zu zerstreuen und gab die Versicherung ab, daß die Regierung alles tun werde, u n ein (Ste gen des Brotpreises zu verhindern, -lieber die steuerpolitischen Forderungen der Sozialdemokraten und die Frage der Dauer der Vertagung des Reichstages ist noch keine Verständigung gelungen. In Kreisen der bürgerlichen Mitte hat man den Eindruck, dah der Kanzler an seiner bisherigen Linie fest hält. Rach dem, was die Sozialdemokraten verlauten lassen, werden sie^bei der Abstimmung über die Panzerschiffs rege Stimmenthaltung üben, so daß die Annahme gesichert scheint. Man hält es aber auch für wahrscheinlich daß sw dann gemein samm itdenKommun'sten ihre i steuerlichen Anträg eneine Mehrheit verschaffen- werden. Die Entscheidung würde dann beim Reichsrat liegen. In Kreßen der Deutschen Dolkspartei scheint man die eigene Stellungnahme davon abhängig machen zu wollen, ob der Reichskanzler in diesem Falle eine Erklärung abgeben würde, die die Erwartung zuläßt, dah der Reichsrat gegen diese S t c u e r b es ch l ü s s e Einspruch erheben wird. Allerdings ist nicht zu übersehen, dah die Steuereingänge nach dem Willen der Antragsteller den Gemeinden zugutekommen würden, und schon deshalb B e r l i n, 18. März. (WDZ.) Die f o ; i a t demokratische Reichstagsfraktion nahm, wie von der Partei milgeteilt wird, am Mittwochabend einen Bericht über die Verhandlungen mit der Reichsregierung entgegen. Rach einer eingehenden Diskussion wurde mit Rücksicht auf die gesamtpolitische Situation beschlossen, sich bei der Abstimmung über das Panzerschiff B der Stimme zu enthalten. Die Besprechungen über die schwebenden politischen und wirtschaftlichen Fragen werden fortgefühvt. Zu dem Beschluß schreibt der Vorwärts: Ein Beschluß gegen den Schiffsbau hätte den Bau keineswegs auf die Dauer verhindert, sondern bestenfalls nur eine kurze Verzögerung seines Beginnes Herbeigefährt. Ein solcher Beschluß hätte aber auch, ohne sein eigentliches Ziel zu erreichen, eine politische K rise ausgelöst, die nichi der Sozialdemokratie und auch nicht den Kommunisten, sondern nur der faschistischen Rechtsopposition zugute gekommen wäre. Kein Sozialdemokrat wird fein Recht zur Kritik in einer Weise benutzen wol- hcgt man in politischen Kreisen erhebliche Zweifel daran, daß der Reichsrat sich derartigen Beschlüssen des Reichstages widersetzen teune. In der Frage der ReichstagSver- tagung ist man heute offenbar auch noch nicht tocilergelommen. Man spricht weiter von Kom- promißmöglichteiten, die auf der Linie einer gewißen Ermächtigung an den Reichstagspräsidenten liegen sollen, etwa so, daß er eine frühere Einberufung als im Herbst i n dringendem Fall herbeiführen konnte. len, die ihn wider Willen zu einem Heiser unserer schlimmsten und gefährlichsten Feinde macht. Kein Parteigenosse soll auch nur einen Augenblick vergessen, daß in dem Kampfe dieses Notjahres 1931 über Leben und Tod der Demokratie in Deujchland entschieden wird. Gebe es nicht eine große, starke und einige Sozialdemokratie, so wäre der Triumph des Faschismus über Deutschland gewiß. Was die Reichstagsfra'tion tut, tut sie aus tödlicher Feindschaft gegen den Faschismus und mit der Absicht, die von ihm drohenden Gefahren abzuwehren. Ihr taktisches Verhalten in der Frage des Panzerschiffes ist nichts als ein Schachzug im Kampfe gegen den Faschismus. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat gezeigt, daß sie weit davon entfernt ist, gegen die Regierung Brüning Bosheitspolitik zu treiben. Das muß für die Regierung ein Grund mehr sein, billigen Forderungen der Sozialdemokratie entgegenzukom- m c n. Die Sozialdemokratie hat gezeigt, dah sie sich ihrer Verantwortung bewußt ist. Das ist eine Aufforderung an die Regierung, sich auch der ihren bewußt zu sein. Die Saurafe für das panzerMff B gesichert. Oie Sozialdemokraten werden sich der Stimme enthalten. zurückblicken, so gedenken wir in Dankbarkeit derer, die sie vollbrachten und wünschen, dah der gleiche Geist Uns auch in der Zukunft erhalten bleiben möge. gez.: Dr. Brünin g." Sozialistisch - kommunistische EinteitsfrontinVraunsckweig kommunalpolitifchc Programm der Kommunisten. Braunschweig, 18.März. (TU.) Mittwoch ttachmittag fand die erste Sitzung der neuen Stadtverordnetenversammlung statt. Sozialdemokraten und Komm uni st en haben mit 18 Stimmen die Mehrheit im Rathaus. Der kommunistische Sprecher erklärte, dah die Sozialdemokraten alle Forderungen der Kommunisten „im Interesse des werktätigen Volkes" a n - genommen hätten, so daß beide marxistische Parteien im Rathaus Zusammengehen und von ihrer Mehrheit rücksichtslos Gebrauch machen würden. Zu den Forderungen der Kommunisten, denen die SPD. zugestimmt hat, gehören: Austritt der Stadtverwaltu.g aus dem Mitteldeutschen Arbeitgeberverbande, Ablehnung jeder Lohnsenkung für Arbeiter und Angestellte, Einführung der 40- Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, Herabsetzung der Gehälter der höheren Beamten, Höchstgrenze 6000 Mark, Erhöhung der Gehälter und Löhne der unteren Angestellten, Beamten und Arbeiter, Streichung der Polizeizuschüs-se an die Franzenregierung, Erhebung einer Sondersteuer von allen Einkommen über 5000 Mk. bei progressiver Staffelung und schärfster Heranziehung der hohen Einkommen, Einführung einer Wohnungsluxussteuer, Entlassung aller reaktionären, volksfeindlichen Beamten: bei der Besetzung des Stadtverordnetenvorstandes, der Kommission und der Stadtratssunktionen, völlige Ausschaltung aller Bürgerlichen, Unterstützung des Volksbegehrens und Volksentscheids auf Auflösung des Braunschweigischen Landtages. , Simm in der Hamburger Bürgerschaft. Blutige Lchlägerei zwischen den Radikalen. Hamburg, 18. März. ($11.) Mittwochnachmittag kam cs schon vor Eröffnung der Bürger- schaftssihung zu einer blutigen Schlägerei zwischen den nationalsozialistischen und kommunistischen Abgeordneten. Die kommunistische Fraktion hatte einen Kranz mit roter Schleife und roten Tulpen auf den Platz ihres erschossenen Fraklionsgenossen Henning niedergelegt. Darauf stürzten sich zahlreiche kommunistische Abgeordnete auf die drei nationalfojialiftifdjen Abgeordneten und versuchten, sie gewaltsam aus dem Saale zu entfernen. Die nationalsozialistischen Abgeordneten setzten sich zur Wehr, wobei sie von den deutschnationalen Abgeordneten unterstützt wurden. Der nationalsozialistische Abgeordnete Reincke erlitt bei dieser Schlägerei blutige Verletzungen im Gesicht. Ter nationalsozialistische Abgeordnete Henningsen wurde aus dem Saal gezerrt. Polizei stellte die Ruhe wieder her. Rach Aufnahme der Verhandlungen schloß der Präsident zehn kommunistische Abgeordnete auf die Dauer von einem Monat von den Sitzungen aus. Die Ausgeschlossenen mußten teils mit Gewalt durch die Polizei aus dem Saal entfernt werden. Darauf gedachte der Präsident des erschossenen kommunistischen Abgeordneten Henning. wobei sich das Haus von den Plätzen erhob. Der Präsident erklärte, derartige Mordtaten seien geeignet, das Vertrauen des Auslandes z u D e u t s ch l a n d z u u n t ergraben. Der Präsident des Senats, Bürgermeister Roß, erklärte sodann: Die zwei letzten politischen Bluttaten in Hamburg beweisen, welcher Grad der Verhetzung durch die zügellosen Kampfmethoden erreicht worden ist. Wenn auch für die beiden Fälle allein die Rationalsozialistische Partei die moralische Verantwortung trägt, so ist doch für die ganze politische Atmospäre, die solche Taten ermöglicht, selbstverständ ich dicMahlosigkeit der kommunistischen Demagogie mitverantwortlich. Daß die kommunistische Partei, die ihre politischen Direktiven von Moskau bezieht, keine Rücksicht darauf nimmt, ob ihre Handlungen das deutsche Ansehen schädigen, und das deutsche Volk noch tiefer in die Rot hineintreiben, ist nicht verwunderlich: daß aber eine Partei, die so viel von Vaterlandsliebe und nationaler Würde spricht, wie die nationalsozialistische, Seite an Seite mit den Kommunisten um die Zertrümmerung der Autorität unseres Staates kämpft, das bleibt nur dem begreiflich, der in diesem Kampf nichts anderes sieht, als den brutalen Willen zur Macht. Die Republik ist weder wehrlos, noch ist sie schwach, nur allzu langmütig war sie bislang. In Zeiten wie den jetzigen heißt es: Wer nicht für den Staat ist, ist wider ihn und wer wider den Staat ist, gegen den ist auch der Staat. Oie Polizeiministerkonferenz gegen religiöse Verhetzung und Radikalismus Berlin, 18. März. (£11.) Amtlich. Die am Mittwoch unter dem Dorfih des Reichsinnenministers Dr. Wirth tagende Konferenz der Polizeiminister der größeren Länder beschäftigte sich mit der innenpolitischen Lage, unter besonderer Berücksichtigung der antireligiösen Verhetzung und der politischen radikalen Strömungen. De sehr eingehende Aussprache ergab die völlige Uebereinstimmung in der Auffassung, daß es notwendig sei, der ständig wachsenden Verhetzung und Ausschreitung in politischer und kultureller Hinsicht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgenzutreten. Die festgestellte einmütige Auffassung der Länderminister wird die Grundlage einer baldigen Aussprache des Reichsinnenministers beim Herrn Reichskanzler bilden. Oer polnische Handelsvertrag Tic Nationalsozialisten liindigen ihre Rückkehr in den Reichstag an. Berlin, 18. März. (VDZ.) Der nationalsozialistische Parlamentsdienst schreibt: Von mittelparteilicher Seite ist im Restreichstag verlangt worden, daß der polnische Handelsvertrag noch währcnd des laufenden Tagungsabschnittes parlamentarisch verabschiedet werden soll. Ein Teil der Regierungspresse hat sich diese Forderung zu eigen gemacht. Sollte der Plan verwirklicht werden, so würden die aus dem Reichstag ausgezogenen 151 Abgeordneten geschlossen z u dieser Ab- stimmung erscheinen, um den gegen Ostmark und Landwirtschaft gerichteten vernichtenden Schlag a b z u w e h r e n. Sie werden alsdann den Reichstag wieder verlassen. lieber diese Mitteilung ist man in parlamentarischen Kreisen sehr erstaunt, da, auch bei den Mittelparteien, auf die sich die Nationalsozialisten berufen, nichts von der Absicht bekannt ist, diesen Vertrag noch während des laufenden Tagungsabschnittes zu erledigen. Die Staatspartei hat allerdings der Regierung den Wunsch übermittelt, daß dies noch geschehen möge, das Kabinett hat jedoch keine Anstalten getroffen, diesem Verlangen nachzukommen. Auch von einer Sinnesänderung innerhalb der Regierung ist ollen, die es wissen müßten, nichts bekannt. Außerdem ist eine Verabschiedung dieses Vertragswerkes — abgesehen von den politischen Widerständen gerade in diesem Augenblick — technisch gar nicht mehr möglich, da innerhalb der noch zur Verfügung stehendeii ein und einer halben Woche Rcich^rat- und Reichstagsberatungen nicht mehr durchführbar sind. Rückzug im Kall Weingartner. Paris, 18. März. (TU.) Der Pariser; Polizeipräsident, der am Dienstag eine Unterredung mit den beiden Direktoren des Konzertsaales hatte, in dem Weingartner zwei Konzerte geben sollte, veröffentlicht eine amtliche Verlautbarung, in der es heißt, dqh die französische Regierung keinerlei Einwendungen gegen die Abhaltung dieser Konzerte mache, die sie außerdem nie verboten habe (?). Der Polizeipräsident sei außerdem davon überzeugt, daß das Pariser Publikum, das nunmehr über den Fall Weingartner genauer unterrichtet sei, ihm einen freundlichen Empfang bereiten werde. Kleine politische Nachrichten. Das braunschweigische Staatsministerium hat den kommunistischen Antrag auf Zulassung eines Volksbegehrens zwecks Auflösung des Braunschweigischen Landtages abgelehnt, weil die nach dem Gesetz erforderlichen Unterschriften nicht b eigefügt waren. Der Antrag, von der Beibringung der 2000 Unterschriften Abstand ZU neh- men, weil durch die letzten Wahlen glaubhaft nachgewiesen sei, daß 2000 Wahlberechtigte den Antrag unterstützen, finde im Gesetz keine Stütze und sei daher unzulässig. 3m Laufe der Nachmittagsstunden des Mittwoch trat im Befinden des am Sanrstag operierten Reichskanzlers a. D. Hermann Müller eine abermalige Verschlechterung ein, da der schwache Zustand auch durch einen kurzen Nachtschlaf nicht behoben wurde. Der Reichsverkehrs mini st er beabsichtigt, die neue Luftverkehrslinie B e r l i n—M ü n ch e n--- R o m selbst zu eröffnen und hiermit den Gegenbesuch zu verbinden für deil Besuch, den ihm 1928 der italienische Luftfahrtminister B a l b o in Berlin ab- gestattet hat. Minister von Guerard wird in Begleitung- des Leiters der Luftabteilung im Reichs- verkchrsministerium, Ministerialdirigent Dr.-Ing.li.c. Brandenburg, am 1. April im ersten Flugzeug der neuen Linie in Rom Eintreffen. Er wird auch Gelegenheit nehmen, im Vatikan vorzusprechen. Der von der ersten Reichstagung der Konservativen gewählte Führcrring berief in seiner ersten Sitzung zu seinem Sprecher (geschüftssühren- den Vorsitzenden) Dr. Paul Lejeune-3ung. Nach dem Beschluß des Führerringes wird die konservative Bewegung im Reiche organisatorisch durch die „V o l k s ko n s e rv a t i v c Bereinigung" zusqmmcngcfabt mit weitestgehender Selbständigkeit der einzelnen Landesverbände und sonstigen Gliederungen. Der BolkSkonserva- tiven Bereinigung gehören an alle Abgeordneten der „Konservativen Volkspartei" im Reichstag, in den Landtagen und in sonstigen parlamentarischen Körperschaften. Oberstes Organ ist di» „Reichstagung der Konservativen". Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: Die in dem Demonstrationsverbot vom 10. Dezember 1930 zugelassenen Ausnahmen für Dcmonstra- lioncn im Lustgarten, auf der Treptower Spielwiese, im Humboldt-Hain und der Iungsernheide sind aufgehoben worden. Fortan sind alle Versammlungen unter freiem Himmel und Umzüge im gesamten Ortspolizeibezirk Berlin ausnahmslos verboten. Unter dieses Verbot fallen natürlich auch die von den Kommunisten für Freitag und Montag geplanten Kundgebungen im Lustgarten. Am Donnerstag tritt der Ausschuß für die W a h l des Berliner Oberbürgermeisters zusammen. Neuerdings wird als aussichtsreicher Kan- • didat für diesen Posten von mehreren Blättern auch der preußische Finanzministcr H o e p k e r - A s ch o f f genannt. Oie Baumwollindustrie von Manchester gegen die indische Boykottbewegung. London, 19. März. (WTB. Funkspruch.) Die zwei großen Berbände der Baumwollspinnereien und -Webereien in Manchester haben eine Erklärung veröffentlicht, die sich auf die Fortführung des Boykotts britischer Güter in Indien und auf die Rückwirkung bezieht, die dieser Boykott auf die Baumwollindustrie von Lancashire hat und in Zukunft, nachdem durch das Abkommen von Delhi der friedliche Boykott gesetzlich erlaubt ist, haben wird. 11. a. wird in der Erklärung erwähnt, daß alle Baumwollwcrte aus Lancashire im Werte von 1,5 Millionen Pfund Sterling sestliegen und nicht verkauft werden können, und daß in England selbst große Mengen bestellter Waren an gehäuft sind, t die hier seit Beginn des Boykotts liegen und infolge des inzwischen eingetretenen Preisver- f lustcs belastet sind. Die Daumwollindustrie von ,e Lancashire bilde einen Aktivposten nicht nur in England, sondern im ganzen britischen Reich, und die Regierung könne nicht länger die Fortführung einer Politik dulden, durch die eine große Industrie geschädigt werde. Die Erklärung wird dem Staatssekretär für Indien und dem Präsidenten des Handelsamtes zugestellt werden. Aus aller Welt. Elli Beinhorn auf dem Rückfluge von Afrika. Die Afrikafliegerin Elli Beinhorn ist nach Beendigung der wissenschaftlichen Expedition Ende voriger Woche mit ihrem Hlcmmflugzeug, von B i s s a o nach C a n e n n c in Französisch-Senegal gestartet. Sie bewältigte die über 600 Kilometer lange Strecke, die zum großen Teil über Urwälder führte, in knapp 5 Stunden. Am Montag setzte sie ihren Flug nach B a m m a k o fort, wo sie am Nachmittag eintraf. Elli Beinhorn befindet sich damit bereits über 1000 Kilometer im Inneren Afrikas. Sie wird voraussichtlich im Lause des Mittwochs Timbuktu erreicht haben, von wo sie bann den Flug über die Sahara antreten wird. Holländische Spende für die Opfer der Katastrophe auf Grube „Maria" Baron van Hoevxll tot Westerslier Kommissar der Königin der Niederlande in der Provinz Limburg, und die Bürgermeister von Heerlen und Kirchrath sprachen bei der Aachener Regierung vor und überreichten dem Regierungspräsidenten einen Scheck von 50 000 Reichsmark für b i c Opfer der Katastrophe auf Grube „M a r i a". Der Betrag wird dem Aerzte- fonds zugeleitet. Schwere Explosion. In einem Patronenschuppen des Sprengstofs- werles Reinsdorf bei Wittenberg (Dez. Halle) erfolgte bei Aufräumungs arbeit en eine Explosion, bei der vier Personen ums Leben kamen und zwei weitere Personen verletzt wurden. Die Toten sind der Werkmeister, ein Schlosser und zwei Arbeiter. Die Ursache der Explosion konnte bisher nicht festgestellt werden. Die Pa- tronenbrcden, von denen eine in die Luft flog, sind kleine Holzbaracken und nur leicht gebaut, damit sie bei etwaigen Explosionen schnell aus- einanberfliegcn können. Jede dieser Duden ist mit einem hohen Erdwall umgeben, so daß sie kaum zu sehen sind. Bon der Berwal- lung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es sich nicht um Patronen für militärische Zwecke gehandelt habe, sondern um solche, die im De rg- bau Verwendung finden. Großer Lagerhausbrand. In den srühen Abendstunden brach am Mittwoch in einem großen aus Holz erbauten Lager- Todesurteil im Regensburg, 18. März. (WTB.) Arn zweiten Tage im Tetzner-Prozeß bekundete als letzter Zeuge der Regensburger Unter* suchungsrichter, daß Tetzner auch ihm gegenüber bei seiner ersten Vernehmung in Regensburg zugegeben hat, einen lebenden Menschen im Auto verbrannt zu ha- b c n. Dieses Geständnis hielt Tetzner bei seinen weiteren Vernehmungen bis zum Mai aufrecht. Vermutlich durch seinen Anwalt habe er dann von der Auffassung deS medizinischen Sachverständigen Dr. Kockel, Leipzig, gehört. Darauf habe er unvermittelt seine Aussage dahin geändert, der Ermordete sei lediglich das Opfer eines Autounfalles geworden. Als erster Gutachter gab Dr. Kockel, Leipzig, seiner Meinung Ausdruck, das Opfer Tetzners sei zweifelsfrei als Leiche verbrannt worden. Der Erlanger Professor Moli t o r i s hielt die Beweisführung Dr. Kockels im einzelnen nicht für stichhaltig: er sei schon deswegen der Meinung, Tetzners e r st e s Mord- geständnis treffe zu, weil die Schilderung des Leichentransportes für jeden Anatomen etwas Unglaubhaftes habe. Der Leiter der Regensburger Heil- und Pflegeanstalt, Dr. Vierzig» m a n n, der Frau Tetzner auf ihren Gersteszustand untersucht hat, verneint entschieden das Vorliegen einer ungewöhnlichen Willensschwäche: auch von hypnotischen Eingebungen könne keine Rede sein. Nach kurzer P u'c w: rde mit denP lädoyers begonnen. Staatsanwalt H e b a u er hielt b*n Angeklagten Tetzner als durch die Beweisaufnahme überführt. Er stellte folgenden Straf an trag: Kurt Erich Tetzner ist wegen Mordes in Tateinheit mit Versicherungsbetrug zum Tode, wegen eines Mordversuches zu 12 Jahren Zucht- hauszu verurteilen Die bürgerlichen Ehlenrechte werden dem Q rg k ag en auf Leben , e t aberkannt. Gegen Frau Tetzner beantragte der Staatsanwalt wegen Beihilfe zum Mord und gemeinschaftlich verübtem Versicherungsbetrug sechs Jahre Zuchthaus. Der Verteidiger des Hauptangeklagten, Rechtsanwalt Dr. Sauter, München, suchte klarzu- Tetzner-prozeß. legen, warum Tetzner zunächst ein falsches Geständnis ablegte. Das lasse sich psychologisch aus der Erschütterung des Augenblicks heraus erklären. Richtig könne nur das zweite Geständnis sein, das nicht nur in dem Sachverständigengutachten Dr. Köckels eine Stützung erfahren habe, sondern auch der von der Staatsanwaltschaft selbst anerkannten Intelligenz Tetzners eher angemessen sei. Dr. Sauter schloß, ein Angeklagter wie Tetzner, der so wenig Anspruch auf das menschliche Mitgefühl der Richter erheben könne, habe dafür doppeltes Anrecht auf gewissenhafteste Erwägung der sachlichen Momente. — Der Verteidiger der Frau Tetzner, Rechtsanwalt Dr. Strauß, München, bemühte sich um den Nachweis, daß Tetzners Frau vollkommen dem Willen ihres außerordentlich zielbewußten Mannes erlegen sei, und beantragte, Frau Tetzner von atlcn Anklagen, mit Ausnahme der des Versicherungsbetruges, freizusprechen. Das Schwurgericht fällte nach cinftünbiger Beratung folgendes Urteil: Kurl Erich Tetzner ist schuldig des Mordes in Tateinheit mit einem verbrechen des Versicherungsbetruges und eines Mordversuches und wird deswegen zur Todes st rase, außerdem zu zwölf Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer verurteilt. Jrau Emma Lina Tetzner ist schuldig der Beihilfe zum Mord in Tateinheit mit einem Verbrechen des Versicherungsbetruges und wird zu vier Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Wie der Verteidiger des verurteilten Kurt Erich Tetzner, Rechtsanwalt Dr. Sa u t e r (München), nach der Verhandlung mitteilte, wird er im Auftrage seines Mandanten Revision beantragen. Den Grund erblickt die Verteidigung darin, baß in ber Hauptverhandlung ein Regensburger Polizeibeamter alsZeuge und Sachverständiger vernommen wurde, obwohl er während der Voruntersuchung als Hilfsbeamter der Staatsanwaltschaft an der Untersuchung beteiligt war. Der Postetat vor -em Reichstag. Berlin, 18. März. Im Reichstag gab Reichspostminister Schätze! eine ausführliche Darstellung ber Entwicklung ber Deutschen Reichs- post im letzten Jahre. Die Verwaltung habe mit allen Mitteln danach gestrebt, ihren Verkehrsapparat nach Möglichkeit auszubaucn und zu verbessern, dabei aber der schwer um ihre Existenz ringenden deutschen Wirtschaft durch verstärkte Auftragserteilung und Tarifherabsetzung zu Hilfe zu kommen. Der Ausfall an Einnahmen infolge des Tiefitandes der Wirtschaft sei nach Möglichkeit durch größte Wirtschaftlichkeit auf allen Gebieten wettgemacht worden. Für das Publikum sei eine Reihe von Verkehrserleichterungen eingeführt worden. Zur P o st v e r s o r - gung des flachen Landes waren Ende des laufenden Rechnungsjahres etwa 1150 Landkraftposten mit 14 700 Poststellen und 2400 Postagenturen vorhanden. Das Krastpostnetz umfaßte rund 2340 Linien mit etwa 45 600 Kilometern Streckenlänge. Im Sommer 1930 wurden 110 S2uftpoft = l i n i c n benutzt, im letzten Winter 26 Linien. Die Vcrkehrssteigerung bei- der Luftpost belief sich auf 58 v. H. gegenüber 1929. Die Zahl der P o st- f ch e ck k u n d e n hat nahezu eine Million erreicht, der Gesamtumsatz ist aber um rund 8 Milliarden auf 130 Milliarden gesunken. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer steigerte sich um eine halbe Million bis Ende 1930 auf rund 3^ Millionen. Das B e f cha f f u n g s p r o g r a m m der Reichspost belief sich 1930 auf 410 Millionen Reichsmark. Dazu traten noch Zusatzaufträge in Höhe von 200 Millionen Reichsmark. Bezüglich der Rationalisierung werde das Tempo verlangsamt, soweit es nur irgend angängig sei, um den Arbeitsmarkt nicht zu belasten. Durch Ginfdiränhing sachlicher Ausgaben konnten beispielsweise rund 2000 Telegraphen* arbeiter weiter beschäftigt werden. Oie Stellung der Parteien. Abg. Biedermann (Soz.) begrüßt die Befreiung der Erwerbslosen von den Rundfunkgebühren. Schwere Sorgen macht uns die politische Betätigung des Postpersonals. Unter den nationalsozialistischen Revolvcrattcntätern befinden sich auffallend viele Posthelfer. Aufsichtsüh- rende-Beamte betreten die Diensträume mit dem Gruß ..Heil Hitler!" (Hört! Hört!) Der Oberpostrat Meyer in Oldenburg, der Zeitungsartikel mit den schärfsten Anwürfen gegen die Regierung veröffentlicht hat, ist deswegen „strafversetzt", aber nach Düsseldorf. Er hat selbst erklärt, daß er sich sehr um die Düsseldorfer Stellung beworben habe, die auch mit Gehaltserhöhung verbunden sei. (Hört! Hört!) Herr Minister, oic irren, wenn Sie glauben, sich dadurch einen Borzugsplay im Dritten Reich erwerben zu können. Als bei einem Berliner Fernsprechamt das lleberfallkommando angerufen wurde wegen einer Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten, hat die Nachtaussichtsbeamtin dieses Gespräch sofort dem Abgeordneten Dr. Goebbels übermittelt. lHört! Hört!) Wegen dieses unerh r'en Bruchs des Fern- sprechgeheimnisses hat btt Minister nichts anderes unternommen, als daß die Dame in c'.ne angenehmere Stellung beim Postscheckamt versetzt wurde. Abg. Kamp sch ulte (Z.): Ich kann mich den: Vorredner nur anschließen in der Forderung, daß der politischen Verhetzung innerhalb der Postverwaltung ein Ende gemacht werden muß. Der Postinspektor Sprenger hat in einer Versammlung in Münster erklärt, Reichskanzler Brüning müsse unter allen Umständen beseitigt werden, er bedeute das Siechtum Deutschlands. Sprenger nannte in seiner Rede weiter die Reichstagsmitglieder Verbrecher. (Hört! Hört!) Eine derartige unglaubliche Propaganda von einem Beamten, der sich nicht scheut, das Geld der von ihm bekämpften Republik zu nehmen, kann nicht weiter geduldet werden. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn der Minister gegen solche politischen Ausschreitungen schärfer vorginge, würde das von allen Seiten im Reichstage gebilligt werden. (Beifall.) Die politisch wenig geschulte Beamtenschaft fällt solchen radikalen Hetzereien leichter zum Opfer als andere Volksschichten. Der Beamte muh die Verfassung anerkeimen und ehrlich der Republik dienen. Das liegt im Interesse des Berufsbeamtentums. Der Fall im Berliner Fernsprechamt fordert zur schärfsten Verurteilung heraus. dB ernt das Postgeheimnis nicht mehr gegen Verletzung geschützt wird, dann sind die Grundlagen des Postwesens erschüttert. Abg. Molla'th (Wp ) kritisiert das jetzige Tleberweisungssystem der Reichspost. Wenn die aus der Gehaltssenkung bei der Post ersparten 62 Millionen an das Reich abgeliefcrt roeröen, so sei ber Anspruch des Reichs darauf nicht an- zuerlennen. Diese Summe müßte zu Tarif- senkungcn benutzt werden. Sehr belastet werde die Post durch die große Steigerung der Zahlungen an die Reichsbahn. Der Minister sollte endlich einmal mitteilen, welche Gelder durch die Rationalisierung bei der Post erspart worden sind. Wenn es sich dabei nicht um viele Millionen handelt, daim wäre es zu bedauern, daß ohne greifbaren Nutzen so viele Menschen aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet worden sind. Der Redner fordert Senkung der Fernsprechgebühren für Wenigsprecher. Bei der Vergebung der Postaufträge sollte mehr als bisher das selbständige Handwerk b^rück- s i ch t i g t werden. Abg. Morath (D. V.) weist darauf hin, daß die Ersparnisse durch die Senkung der Postbeamtengehälter dem Publikum schon zum großen Teil durch die Gebührensenkung zugute gekommen sei. Cr fordert eine Verbesserung der Beförderungsverhältnisse bei der Postbeamtenschaft. Aus den bedauerlichen Einzel- fällen darf nicht verallgemeinernd der Schluß gezogen werden, als ob die ganze Postbeamtenschaft nationalsozialistisch verseucht sei. Die nationalsozialistische Krankheit darf nicht zu leicht genommen werden, aber sie wird überwunden werden. Der Erlaß gegen d i e ilcbcrftun- den hat in der Beamtenschaft nicht uneingeschränkte Zustimmung gesunden, denn der Beamte will nach dem Ablauf seiner Dienststunden nicht einfach die Arbeit liegen lassen. Reichspost mini st er D r. Schähel: Ich habe in verschiedenen Verfügungen erklärt, daß ich staatsfeindliche Bestrebungen in meiner Beamtenschaft nicht dulde. Ich habe auch daran erinnert. daß innerhalb der Dien st räume jede parteipolitische Agitation verboten ist. Wenn sich bewahrheitet, was hier behauptet worden ist, bann werden selbstverständlich die nach Verfassung und Beamtenrecht sich ergebenden Konscguenzen rücksichtslos gezogen werden. Damit ist die Aussprache beendet. Der Etat wird in zweiter Lesung bewilligt. Dazu werden! die Ausschuhentschließungen angenommen, in %bcnen die Regierung ersucht wird, Härten zu beseitigen, die durch Einführung der Altersgrenze von 35 Jahren bei Hebersuhrung von Lohnempfängern ins Beamtenverhältnis entstanden sind, sowie möglichst bald die Senkung der Fernsprechgebühren für Wenigsprecher durchzuführen. In einer weiteren AuSschuhentschliehung wird die baldige Einstellung von Supernumeraren für die [ Reichspost verlangt. Hausschuppen der Speditiorrssirma Mannheimer, Lagerhausgesellfchast mbH., in Stuttgart ein Brand aus. Das Feuer fand in den dort liegenden ‘25arengütem, vor allem in Altpapier, Dachpappe. Farben, Wolle. Autoöl, reichliche Nahrung und griff auch auf einen zweiten großen Holzschuppen über. Zur Hilfeleistung waren in kürzester Zeit sämtliche Stuttgarter Feuerwehren erschienen, die mit zahlreichen Strahlrohren die Feuersbrunst bekämpften. Explodierende Oelsässer, die zum Teil fünf» zig Meter hoch in die Lu ft geschleudert wurden, brachten die Feuerwehrleute in große Gefahr. Beide Schuppen sind mit sämtlichen Vorräten vollständig niedergebrannt. Der Schaden, der nur zum Teil durch Versicherung gedeckt ist, wird auf 170 003 Mark geschäht. Als Drandursache kommt :.ur Brandstiftung in Frage. Aus der pwvinzialhauptstadi. Gießen, den 19. März 1931. , Heimat! Von Loni Lauxmann-Kinzelmann. Das kleine Stücklein Welt, das unsere Heimat umfaßt, wächst uns mit der Zeit ans Herz: wir lieben es und umfassen es und beginnen cs immer wieder neu zu entdecken. Und in den Reisebüchern steht, je nach der Lage unserer Heimat, eine Menge schöner Worte über den Fleck Erde oder auch nur ein kleines unscheinbares Sätzlein, — oder vielleicht nicht einmal ein winziges Wort darüber. Aber was bedeutet denn auch die Aufzählung von Bergen und Hügeln. Tälern und Wäldern, Flüssen und Seen, Städten oder Dörfern? Ist es denn nicht meist ganz unmöglich, das zu schildern, was für uns gerade das Schöne und Große an unserer Heimat ist. sei es nun ein stiller Weg am Flußuser mit wiegenden wippenden Weiden am Wasser. — die Brücke mit den geschwungenen Bogen über den kleinen, leise plätschernden Bach, — der rote Mohn im wiegenden Kornfeld, — ein süß zwitschernder Vogel, ein grünes, dichtes Blätterdach des Waldes, — ein einsames Haus mit windschiefem Dach oder in der Sonne scharrende Hühner! _ Don diesen Dingen kann kein Reisebuch^Zählen,— das können wir aber selber täglich erleben. Unsere Heimat ist schön, jeder kleine Winkel hat seine Vorzüge, die man erwandern und einmal entdecken muß. Ueberall ist es schön, überall. Man muß nur mit offenen Augen um sich sehen. — Daran aber kranken leider viele Menschen. Sie wissen in fernen Länderstrecken genau Bescheid, kennen deren Vorzüge und Schönheiten, aber für das Nächste, die engere Heimat, die sie umgibt, haben sie kaum oder gar kein Auge. Gar zu ost wird' uns Deutschen der Vorwurf gemacht, daß wir oft fremde Werte überschätzten, dagegen, die heimischen Dinge viel zu gering achten. Das sind traurige Tatsachen, die man eigentlich gar nicht verstehen kann. Gibt es Schöneres als die Heimat? Man muß einmal fortgewesen sein und zurückkehren, dann erst weiß man, wie all die alten Dinge unauflöslich mit uns verknüpft sind. Sogar die (straften, die engen, mit den vielen gleichen Häusern, die gar nicht schön und protzig aussehen, können eine Erinnerung erwachsen lassen, — können einen so lieb werden, wie an anderer Stelle eine blühende Wiese mit dem Summen und Surren sommerseliger Insekten. Sogar der große rote Fabrikschornstein, der wie ein emporgestreckter Finger aus dem Gewirr der Häuser hervorsieht, kann uns in der Heimat etwas Schönes bedeuten. Man hat ihn als Kind immer am frühen Morgen aus dem Nebel emporfteigen sehen — und er war aus der Ferne wie ein Morgengruß. Sogar der graue Rauch, der aus dem Schornstein Die Wetterlage. Jten- Wien O 8 7 Pari UalJ! — Mar 111 y. Oslo O o lagern. OwoiKeniQj. o nutet, o naift Dtdecxt 9 »'oinio. ch oevtm • fteaetk * Schnee Graupeln, e nebel K 6ewittfr.(g)WindSune.«O» sehr «kleiner Ost Tiisjiger Südsüdwest siürmijcner lordwesl Oie Pfeue theoe-t mit dem Winde. Pie oei den Stationen dienenden ZaB- een geben die Temperatur an. Pie Limen verDindeo Orte mit fiieiCbM} auf rteeresmrfeau umotrtchnele» Lufldruclu Wettervoraussage. Der Kern des Hochdruckgebietes wandert südöstlich nach den Dalkanländern ab. Damit haben die Winde bei uns mehr nach Südosten und Süden gedreht, d. h. die kontinentale trockene Luftzufuhr nimmt ihr Ende, und warme, feuchte Luft kommt zum Vordringen. Infolgedessen steigen die Temperaturen weiter an, was auch nachts zum Ausdruck kommt, so daß der Hebergang zu nachtfrost- freiem Wetter in Aussicht steht. Mit der Warmluft wird auch der Wolkenschleier des westlichen Tiefs bis in unseren Bezirk Vordringen und das seithex'.ge vrlllommen he'.tere Wetter unterbrechen. Aussichten für Freitag: Fortschreitende Erwärmung, auch nachts, aufkommende Bewölkung, trecken. Aussichten für Samstag: Vielfach bewölkt oder dunstig, zwischen Tag und Nacht mehr ausgeglichen unh 8 bis 10 Grad . - -r Null liegende Temperaturen. Lufttemperaturen am 18. März: mittags 8,2 Grad Celsius, abends 1,3 Grad: am 19. März: morgens 0,7 Grad. Maximum 8,5 Grad, Minimum —1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. März: abends 3 Grad: am 19. März: morgens 0,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8^ Stunden. Amtliche winlersportnachrichten. Vogelsberg, Hoherodskoof: Bedeckt, 0 Grad, 40 bis 50 cm Schnee, verharscht; Sportmöglichkeit teilweise noch vorhanden. Schwarzwald, Feldberg: 1 Grad, 220 cm Pulverschnee; Sportmöglichkeit sehr gut. Anklage gegen drei Lübecker Aerztc. In der Angelegenheit des Lübecker Säuglings- sterbens ist nunmehr nach Abschluß der Voruntersuchung gegen die beteiligten Aerzte Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung erhoben worden. Die Anklage richtet sich gegen Obermedizinalrat Dr. 21 (t ft e b t, Professor Dr. 2 eycke und Professor Dr. K l o tz. in dunklen Schwaden zum Himmel stieg, war nicht häßlich, — nein, er war das Zeichen, daß nun der Tag m'it seinen Pflichten begann. Unsere Heimat ist niemals häßlich, hat immer ihr Schönes. — Nur müssen wir hellen Sinnes und frohen Herzens sein, die Reize zu suchen und zu entdecken. Zweiprozentige Mieterhöhung in Hessen. DoS Hessische Gesamtministerium hat auf ®runt> deS Paragraphen 11 deS ReichSrnieten- geseheS und der Paragraphen 2 und 6 des Gesetzes über den Gelben twertungsausglcich bei bebauten Grundstücken durch Verordnung vom 16. März angeordnct' Die g e s e tz l i ch e M i e t e wird in allen Städten und Landgemeinden mit Wirkung vom 1. April 1931 um 2. v. H. der FriedenSmiete erhöht. vornotizcn. — Tageskalender für Donnerstag. DHV.: Lichtbildervortrag .Champagne-Schlacht 1915", 20.30 Llhr, Cafe Leib. — Christengemein- schast: Dortrag von Joachim Sydow über „Don der Kindheit zur Jugend", 20.15 Llhr, Oberrealschule. Diöinarckstraße. — Deutschnationale Dolks- partei: Hauptversammlung. 20.15 llfrr, „Postkel- ler". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Er oder 3ch". — Astoria-Lichtspiele: „Dollblut" und „Co- libri". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das berühmte Iazzorchester der Weimraubs-Syncopators hat diesmal für Sonntag, 22. Marz, zu einem zweimaligen Gastspiel zugesagt. Das Gastspiel findet 11.30 Uhr in Gemeinschaft mit dem Goethe-Bund statt. Morgenfeierpreis. 18.30 Uhr die musikalische Bühnenschau mit vollständig neuem Abendprogramm zu kleinen Abendpreisen. — „Don der Kindheit zur 3 u g e n d." Die Fragen, die die religiöse Führung des Kindes und des jungen Mannes betreffen, gehen alle Eltern und Erziehe): an. Es sind Fragen, die in der modernen Zeit ganz besonders besprachen werden müssen. Joachim Sydow (Hannover) wird deshalb auf Einladung der Christcngemeinschaft aus seiner praktischen Erfahrung über das Thema .Don der Kindheit zur 3ugend' (Er- zichunaskunst und Religionsunterricht) sprechen. Der allgemein zugängliche Dortrag findet heute, Donnerstag. 20.15 Uhr, im Saale 17 der Oberrealschule an der DismcnMraße statt. (Näheres in der gestrigen Anzeige.) — Der Deutschnativnale Hand- lungSgehilfen-Derband veranstaltet am heutigen Donnerstag im Cafe Leib, 20.15 Uhr, einen Lichtbilder-Dortragsabend. Freiherr von Wangenheim wird über die Champagne- Schlacht im Herbst 1915 sprechen. (Siehe gestrige Anzeige.) — 3m Lichtspielhaus Bahnhof st raße gelangt nm Sonntag, 22. März, 11.15 Uhr, ein Kulturtonfilm der Ufa zur Aufführung. Der Film führt den Titel „Am Rande der Sahara" und wird von dem Leiter der Hessischen Bildstelle Darmstadt, Krcirschulrat Lorentz (Lauterbach), in Verbindung mit der Lichtbildstelle des hiesigen Kreisschulamts gezeigt. Als Beifilm laufen Stücke des Vogels- oergfilms, an dem Kreisfchulrat Lorentz seit mehreren Jahren in Geleaenheitsaufnuhmen arbeitet. Außerdem werden ein Wintersportfilm vom Hoherodskopf gezeigt, sowie eine Reihe Aufnahmen von Schlitz und Umgebung (Siehe heutige Anzeige.) •' Wcrbckundgebung des Handwerks. Die handwerklichen Organisationen unserer Stadt veranstalten am Samstag. 21. März, 15.30 Uhr, im großen Saale des Cafe* Leib aus Anlaß der Reichs-Handwerks-Wochc eine öffentliche handwerkliche Wcrbelundgebung. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Vortrag von Dr. Wagner, Marburg, der über das Thema „Das Handwerk und die Zukunft der deutschen Wirtschaft" sprechen wird. Musikalische und gesangliche Darbietungen werden den Vortrag umrahmen. Die gesamte Einwohnerschaft Gießens ist zu dieser Werbckundgebung eingeladen. Der Be'uch sei angelegentlich empfohlen. Näheres in Der gestrigen Anzeige. * Forst Personalien. Forstmeister Otto L 5 b e r zu Friedberg wurde zur Dienstleistung bei dem Ministerium der Finanzen (Abteilung für F rst- und Kameralvrrwaltung einb rafen. Forstrat Otto Zimmer (Darmstadt) wird ab 1. April zum Vorstand des Forstamts Lich ernannt. * * Die städtischen Tennisplätze an der Liebigshöhe und am Schützenhaus sollen für die Spielzeit 1931 vermietet werden. Näheres in der gestrigen Bekanntmachung. ** Filmvorführung für die Volksschulen des Kreises Gießen. In dieser Woche werden durch die Lichtbildstelle des Kreisschulamts Gießen für alle Schulen des Kreises zwei Filme vorgeführt. Der erste Film „Nanuk, der Eskimo" gibt ein Bild von dem Leben und dem Kampf um die Existenz, den dieses Naturvolk des Nordens zu führen hat. der zweite Film „Tischlein deck' dich" ist nach dem Märchen von Gebrüder Grimm gedreht und in unserer engeren Heimat, in Schlitz, auf» Senommcn worden. Die beiden Filme finden bei den indem große Aufmerksamkeit. ,e Eine Schlägerei mi t politisch sm Hintergrund entstand gestern gegen 16Uhr auf dem Seltersweg zwischen mehreren Männern, die politisch zu den Nationalsozialisten, dem Reichsbanner und den Äonnnuniftcn gehören. Den Anlaß zu der tätlichen Auseinandersetzung gaben gegenseitige politische Hänseleien, die schließlich in Handgreiflichleiten ausarieten. Dabei wurde einer der Kampfhähne mit einem Spazierstock niedergeschlagen, zum Glück aber nicht ernstlich verletzt: erfreulicherweise kamen auch sonst ernstliche Verletzungen bei diesem Zusammenstoß nicht vor. Die Polizei war rasch zur Stelle und trennte die feindlichen Parteien. Der Vorfall wird noch «in gerichtliche- Nachspiel haben. Gegen einen der Beteiligten, der bereits in der Nacht vorher bei dem Krawall nach der nationalsozialistischen Versammlung einer der Hauptschreier war, liegen jetzt zwei Strafanzeigen wegen derartiger ordnungswidriger Geschichten vor. Stadtratssihung in Gießen. Der Gießener Stadtrat erledigte in seiner Sitzung vom Dienstag, über deren Hauptpunkte wir gestern bereits berichteten, noch folgende Angelegenheiten: welkerer Zuschuß zur Volkshochschule. Der städtische Zuschuß zur Volkshochschule im Rj. 1930 ist nicht ausreichend, infolgedessen beantragt der Finanzausschuß eine weitere Zuschußleistung von 500 Mark. Da die als eilig bezeichnete Vorlage nicht auf der Tagesordnung steht, erklärt StadtratS- mitglied Horn (Arbeitsgem. d. M.), seine Fraktion könne dieser Vorlage gegenüber keine einheitliche Stellung einnehmen. Die Sladtrats- mitglieder Mann (Soz.) und Fischer (QU* beitSgem. d. M.) treten für die Vorlage ein, wobei Herr Fischer betont, daß der hessische Staat seine Hand von der Volkshochschule abziehen und diese dann in ihrem Weiterbestand gefährdet werde, wenn die Stadt ihren Zuschuß nicht erhöhe. Stadtrotsmitglied Nicolaus (Wirtsch. Vgg.) lehnt die Vorlage ab 'und erklärt, seine Fraktion werde auch in Zukunft jeden Betrag für die Volkshochschule ablehnen, da man dort versuche, die unterrichtliche Tätigkeit nur in einer gewissen politischen Richtung durchzuführen. Stadtratsmitglied Loeb er (Arbeitsgem. d. M.) gibt seiner Verwunderung über diese Vorlage Ausdruck und bemerkt weiter, daß nicht zu verstehen sei, wie man bei unserer Not und dem getoaltigen Steuerdruck Einrichtungen habe schaffen können und diese noch weiter unterstütze, bei denen man meinen könnte, unser Volk habe den Krieg nicht verloren. Angesichts der ungeheuren Belastung der Bürgerschaft mit steuerlichen Verpflichtungen könne er nicht für weitere Zuschußleistung an die Volkshochschule stimmen. Volksbildung könne auch betrieben und gefördert werden dadurch, daß man den 3nt«r- esscnten gute Bücher zum Lesen zugänglich mache, wie auf diesem Wege auch früher schon, vor dem Bestehen der Volkshochschule, viel getan worden sei. Stadtratsmitglied Horn (Arbeitsgem. d. M.) weist darauf hin, daß der Staat jetzt wiederum versuche, sich einer durch ihn mitgeförderten Einrichtung zu entziehen und die Kosten dafür immer mehr auf die Stadt abzubürden. Bei der Schnelligkeit, mit der diese Vorlage behandelt werden solle, habe er sich mit seiner Fraktion nicht besprechen können, infolgedessen sei es ihm unmöglich, für diesen Zuschuß zu stimmen. 3n der Abstimmung wird der weitere Zuschuß gegen eine Minderheit von 17 Stimmen mit ganz knapper Mehrheit bewilligt. Das städtische Archiv. Für Zwecke des städtischen Archivs werden für das Rechnungsjahr 1930 weitere 400 Mark bewilligt. Die Kanalbenuhungsgebühren. Einem Nachtrag zur Gebührenordnung für die Benutzung der städtischen Kanäle, wonach vom 1. April 1931 ab eine Herabsetzung der Kanalgebühren auf 1 Pfennig für jeden Quadratmeter Flächeninhalt und 1,20 Mark je 1000 Mk. Drcindversicherungswert vorgesehen ist, wird zu- gestimmt. vaugesuche. Der Stadtrat befürwortet folgende Baugesuche: der Chrischona-Gesellschast für 3ohannesstr. 4, Lucie 3 u n g zur Errichtung eines Wochenend- Häuschens am Wißmarer Weg, Heinr. Meyer zur Errichtung eines Wohnhauses am Wartweg, Friedrich R a u sür Kirchenstrahe 6, 3. H i r z um Einbau von Qtutogaragcn in die Oberhessische Werkstätte. Neuer Bebauungsplan im Südvierkel. Der Bebauungsplan über die Gebiete zwischen Gaffkystrahe, Freiligrathstraße, Aulweg, Schu- bertstraße und Wartweg, Bergwerk, Freiligrath- straße, Aulweg wird genehmigt und der dazugehörigen Ortssatzung zugestimmt. Neue Kraftdroschkenordnung. Dem Entwurf einer Polizeiverordnung über das öffentliche Kraftdroschkenwesen in Gießen und dem Tarif für die Kraftdroschken, die vom Polizeiamt Gießen "beantragt sind, stimmt das Haus gutachtlich zu. Verbesserung an der weslanlage. Die Beseitigung der Kehrrichllagerstätte an der Straße Hinter der Westanlage und der Umgestaltung bzw. der Neubefestigung der Fahrbahn dieser Straße wird zugestimmt. Die Verhandlungen mit der Reichsbahn über den erforderlichen Geländetausch entlang dem Bahnkörper finb einzuleiten. Die Anlage eines Parkplatzes wird genehmigt. Die Arbeiten werden nach Bewilligung der erforderlichen Mittel, die im Voranschlag 1931 vorgesehen sind, in Angriff genommen. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. Die Fuhrlei st ungen des städtischen Tiefbauamtes für das Rj. 1931 werden an K. Lin- denstrutz, Georg Sauer, W. 3akob fcn., K. Winter, Gg. Ockel und R. Heistermann vergeben. Preise: 5565 Mark, bzw. 3520 Mark, bzw. 4725 Mark, bzw. 2863 Mark, bzw. 3680 Mark. Die Herstellung von Gas- und Wasser- lei tung 6 g rä b en im Rj. 1931 werden der Firma Abermann zu ihrem Angebotspreis von 5570 Mark übertragen. Mit den Arbeiten zur Gnt- und Bewässerung in den Reub auten in der Schott st raße werden die Firmen Schulz & 3ung in Gießen zitm Preis von 5694.99 Mark. Georg Appel in Gießen zu 2127,78 Mark, Freie Vereinigung der Spengler- und 3nftaHateurmeifter zu 3981,44 Mark beauftragt. Die Glaserarbeiten werden an Ph. Rühl zu 369,80 Mark, K. Euler zu 468 Mark, PH. 3a!obi zu 684 Mark. Hch. Marx. Hch. Arnold, B. Wolf. W. Wadenpfuhl. Hch. Baum und B. Bierau au je 694,40 Mark vergeben. Die Erdausfüllung des Dammes für eine Teilstrecke der neuen Straße entlang dem Hohl- eichweg, welche als Zufahrt für den projektierten Viehhof benutzt werden soll, wird an den Mindestfordernden, die Fa. H. Weimer. Hoch*. Tief- und Cisenbetonbau G. m. b. H. in Gießen zu ihrem Angebotspreis von 10 500 Mark übertragen. Zur Ausführung der Arbeiten dürfen nur Erwerbslose, welche das städtische Wohlfahrtsamt bestimmt, beschäftigt werden. Die Schrei verarbeiten im Marktlaubengebäude werden wie folgt vergeben: Louis Detter zu 1423 Mk, Ludwig Damm zu 660 Mk.. Ludwig Wack zu 975 Mk., Karl Schön zu 1362 Mk., Anton Wagner zu 1121 Mk., Aug. Eidmann zu 1356 Mk.. Fuchs & Adler zu 1182 Mark. B. Nuhn zu 1016 Mk.. Wilh. Bender zu 1470 Mk, Schreinervereinigung zu 14 418,80 Mk. Die Lieferung von gußeisernen Musfenröhren zur Wasserversorgung von Klein- Linden wird dem Deutschen Guhrohrverband in Köln übertragen. Kredilbcwilligungen. Für Mehrarbeilen beim Neubau des Schalt- und Transformatorenhauses des Elektrizitätswerkes wird ein Kredit von rund 5100 Mk. zur Verfügung gestellt und die Vergebung der Arbeit an Gebr. Nicolaus, Gießen, nachträglich genehmigt. Für die Erweiterung und Umstellung deS Ortsnetzes Watzenborn-Steinberg wird ein Kredit von 14 000 Mk. dem Elektrizitätswerk bewilligt. Zur Ausführung von baulichen Arbeiten im Schu lhaus Kirchstraße 16 werden 450 Mk. bereitgestellt. Zhre Hilfe kommt noch nicht zu spät Städtische Nothilfe 1930. Die Beschaffung von Schulbänken für die Volksschulen erfordert einen Kredit von 480 Mark, der bewilligt wird. Zur Errichtung einer Lehrwerkstätte für bie Buchdruckerfachklassen an der Berufsschule zu Gießen wird ein Kredit von 725 Mk. gewährt. Für die Durchführung des Kochunterrichts in der Mädchenberufsschule werden 800 Mk. bewilligt. Schulgeld in der Fortbildungsschule. Da die sachlichen Kosten der Fortbildungsschule erheblich gestiegen sind, schlägt der Stadtrat dem Stadtschulamt vor, das Schulgeld f ür ortsfremde Schüler vom Rechnungsjahr 1931 ab von bisher 10 Mk. auf 20 Mk. pro Schüler und 3ahr zu erhöhen. Diese Auswendungen sind von den Heimatgemeinden der Schüler zu tragen. Neue Meldeordnung. Einem Antrag des Rechtsausschusses auf Erlaß 'einer neuen polizeilichen Meldeordnung wird zugestimmt. Schankkonzessionen. • Bef ürwortet werden folgende Schankkonzessionsgesuche: Gustav Dietrich im Hotel Lenz, Ruderklub Hassia 1906, Verein Rudersport Gießen 1913, Gießener Rudergesellschast 1877, Verein für Bewegungsspiele 1908, Marine-Verein, Verband Alter Herren des CorpS Hassia, Freimaurerloge „Ludewig zur Treue". Hermann Knobel, Ehefrau, Westansage 1. Abgelehnt wird ein Gesuch von Rudolf Han stein zu Herborn für das Haus Frankfurter Straße 36. Tagung des Hessischen Städtetages in Gießen. Der Hessische Städtetag befaßte sich — tote uns von der Stadtverwaltung mitgctcilt wird — auf seiner am 13. d. M. in Gießen stattgehabten Tagung besonders eingehend mit den Vorschlägen, die der Deutsche Städtetag in dem Entwurf eines Gesetzes über eine Rei ch s a rbe i ts- l o s e n f ürs o r g e gemacht hat. Dieser Vorschlag will bekanntlich dem drohenden finanziellen Zusammenbruch der Gemeinden infolge des ständigen Anschwellens der Wohlfahrts lasten in letzter Stunde dadurch vorbeugen, daß eine Verteilung der Gesamtkosten der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge zwischen Reich. Ländern und Gemeinden stattfindet. Der Hessische Städtetag beschloß, das Vorgehen des Deutschen Etädtetags mit allem Nachdruck zu unterstützen. Der Hessische Städtetag bestimmte als künftigen Vorort die Stadt Worms imb wählte zum demnächstigen Vorsitzenden Oberbürgermeister Rahn, Worms. “1 EHRLICHKEIT in der Anpreisung ist heute die beste Geschäftsreklame, weil das kaufende Publikum gute Ware zu wählen weiß. Diesen Grundsatz haben wir uns seit Gründung unseres Unternehmens zum Prinzip gemacht. Nicht durch Bluff sollte das Publikum beeinflußt und gewonnen werden — sondern durch Schaffung einer Organisation, die den verteuernden Zwischenhandel vollständig . ausschließt. Dies haben wir dadurch er- rem» reicht, daß wir die Herstellung unserer fijgg PERFEKT von der Tabakpflanze bis zum geS® Fertigprodukt in unsrer Hand vereinigten. Denn nur so ist es möglich, dem Käufer den BarTI 100 prozentigen Wert seines Geldes an H J' Waren zu geben. SX NHEITS- kCKUNG WiÄ MAKE DON PERFEKfeSELECE UND O H N F M U N HMD n H N F MUNDSTÜCK Makedon G.m.b.H., Fabrikniederlage Frankfurt a.M., Hanauer Landstr. 147/149, Tel. Carolus 40441 Generalvertretung: «I. Meyer-Höckell, Frankfurt a.M., Staufenstraße 2. 2008 D Die trauernden Hinterbliebenen: Kinder und Enkel. Gießen (Hammstr. 12), Hamm, Atzbach, den 18 März 1931. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 20. März, nachmittags 2* 2 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. Heute nacht 2 Uhr entschlief nach langem, schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Wilhelm Keiner im 72. Lebensjahre, I Zweigverein Biegen vom Roten Kreuz | Einladung zur ÜMiMMUlliM auf Donnerstag, den 26. März 1931.abends 8'/«Uhr. Gartenstr. 2, Zimmer 16 Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Rechnungsablage 3. Vorstandswahl 4. Verschiedenes 2000 D Für den Vorstand: Dr-Baui*. 1 Vorsitzender Großes Preis Schießen Bekanntmachung. Der Wahenborner Weg in der Feld- gemarkung Schiffenberg ist wegen Chaussierungsarbeiten bis auf weiteres für Fuhrwerke gesperrt. 2006D Gießen, den 18. März 1931. Hessisches Forstamt Schiffenberg. _________Nicolaus._________ Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat beratene Voranschlag für Rj. 1931 liegt vom 20.TNärz an eine Woche lang zur Einsicht und Erhebung von Einwänden für die Interessenten auf dem Bureau des Bürgermeisters offen. 1997D Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, wozu auch die Ausmärker beizutragen haben. Bellersheim, den 17. März 1931. Bürgermeisterei Bellersheim. __________Müller.__________ Bekanntmachung. Der Voranschlag für Rj. 1931 liegt vom 20. d. M. ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. 1993D Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Langsdorf, den 18. März 1931. Bürgermeisterei Langsdorf. Kneipp. Iuv Frühjahvs- Keidbesiellurig Versäumen Sie bet der schon vorgeschrittenen Jahreszeit nicht, rechtzeitig Ihren Bedarf an Saatkavtoffeln 2007 0 m Auftrag zu geben-. Sie erhalt alle für htesige Böden sich eignenden er- tragrelch. Sorten (bet Sammelbezug b,w. Groüabnahme VorzugSvreifel, sowie Toristren a. Torfmall bei Ja. Asvrn. Sauer & <$o. Kohlen u. Lanbespr oduki., Tel. 2274. Tomnausfrit Wer tmeisler-A» Hl sied.Keeiee.Le/irviaat frei V ,'•<■ I '.I Rühriger Vertreter mtt gut. Beziehungen sürd.Verkauf von Auto- und Maschinenölen von bedeutender, rhe.n. Oelsirma ge sucht. 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Bereinigte Slahiwerlr .... 61 Öiavi Arinen .... 16'/» 33 '4 60'33 Ralirocrte AscherLIeben ... 10 145,25 146 147,75 Kaliwerke Westeregeln ... 10 150 — 149,5 149 Kaliwerte Salzdetfurth ... 15 225 227 224 228,13 51. (Y. Faiben-Induslrie ... 12 144 143,5 144,13 143,5 Dhnamil Nobel ....... 6 —— Scheideanllalt....... .9 130 25 Goldschmidt ....... .5 47,25 47,75 48 $Rütflcr:mcrfe ........ 6 54 — 54 54,5 MetallgeleUichalt.......8 77,75 74,5 79 Philipp Holrmann ...... 7 90,75 90.25 99 Zementwerk Heidelberg . » 10 Gcmciitroett ftatißabt. ... 10 82J> — 82aö6 & Frevtag......8 40 — 40,75 — Schultheis Patzenhosee ... 15 —- 167 168,25 Ostwerte....... . 12 — — Atu ...... 18 75,75 76 74.5 77,5 83 _ 83 95 Zellstoss Woldhos .... 13'/. 99 97,5 99,4 98 5 Zellstoss Aichassenburg ... 12 85,13 -— 85,75 82 Charlottenburger Wasser ... 8 ■*— — — _ _ 139 75 33,25 Daimler Motoren ...... 0 30,5 30,5 31,13 Ptnoleuul ...... 97 97,75 97 75 Maschinenbau 2L-®. . . . . . O O?nt VliitomobÜ . ..... C — _ Ötenfieln & Koppel . .... 6 — — 56 56,25 117,5 ■ 117.9 Evensta ........ 274 — 272 273 frankfurter Maschine» .... 4 15,25 — 15,5 — Griyner ..... . . e 39,5 — 42,5 — Heyliaenstaedt .......( _ _ -— sfunghans ........f _ Sediroerte......... 8 —- — _ — Mainkrattwerte Höchst a.M.. . 8 — — — — Miag...... 10 ■ — - Gebr. iJloeber ...... 10 _ — Loigt L Haefsner . ..... 9 _ - - ELddeutsche Zucker . ... 10 127 — 127,5 — Aerlin, IZ.Märi Geld Brief Awenkaniiche Moten . . 4,187 4.207 Belgische Noten . . . 58,23 58,47 Dänische Noten . - . ■ e • • 111,85 112,29 Englische Noten .... . e • e 20,34 20,42 Yranzösische Noten . . . Holländische Noten . . . 16,40 167,76 16,46 168,44 Italienische Noten.... 22,05 22,13 Norwegiiche Noten . . . 111,88 112,32 Deutsch-OesterreUh, * 100 Schilling 58,77 59,01 Rumänische Noten . . . 2,485 2.505 Gdiroeblidie Noten . . . 111,98 112,42 Schweizer Noten .... 80,56 80,88 Spanische Noten .... Tichechoslowotische Noten. 44,46 12,40 44,64 12,46 Ungarische Noten • • • 72,90 73,20 Devi enmarkt Berlin - Frankfurt a. M. 18.Marz 19 März Slmiltche Noiieruna Amtliche Notierung (RelO Äries Geld Brie, Amst.-Rott. 168,11 168,45 168,09 168,43 Buen^Atres 1,459 1,463 1,458 1,462 Bris->Antlv. 58,42 58,54 58,38 58,50 Cbrtstiania - 112,15 112,37 112.13 112,35 Kopenhagen Stockholm . 112,14 112,26 112,36 112,48 112,13 112.24 112,35 112,46 Helnngforä- 10,556 10,576 10,551 10,571 Italien. . . 21,975 22,015 21.96 22,00 London. . 20,375 20,415 20,37 20,41 Neunort .. 4,194 4,202 4,192 4,200 Patns.... 16,404 16,444 16,398 16,438 Schwei; . . 80,676 80,835 80,655 80.815 Sva itett - . 43.99 44,07 43,66 43.74 Yap cm - - . Nio de Jan- 2,073 2,077 2,071 2,075 0,343 0,344 0,393 0,394 Wien in D-» 59,065 Ceft abgeft. 58,955 59,015 58,945 Prag . . . 12,428 12,448 12,426 12,446 Hei t rad . . 7,365 7,379 7,356 7,370 •Buoaüeft . . 73,10 73,24 73.10 73,24 Äui arten . 3,039 3,045 3,037 3,043 l'iffabon . Dan;ig . . 18,83 18,87 18,82 18.80 81,46 81,62 81,475 81,635 KonstuUtür. 1,784 1,889 1,784 1,78'J Athen 5.44 5,45 5,435 5,445 Lanaoa 4,194 4,202 4,191 4,199 Uru uay ■ 3,147 3,153 3,077 3,083 (tatet) - . 20,899 I 20,938 20,895 20,935 bezeugten. Das Orchester wurde vi bet persönlich geleitet Mise ersillassige Tortrc Die auch bei nehmen; Mein r. । sjinv am i runde M zu verMn führten. Es kann hier r Shor einzeln eingegangen sagt werden, daß bei bf pflege in besten Händen li f . 2 (z> Aar-- rrich, ,-iN Mk -M . Älige-"-"" 2lrbe-t ^ der I®än0eÄrfritf geword. Lebensbedurtn , K §hvr und Aeick korps hovens boten in ® - eine Ewigen 09te-en in dm ö schmied, Wieland M deut< Thor .Dudol ; Don wr'. Md.' voli ten bewertet m, «c* d durch artikuliert riete INS sw Xv ‘ -s^'NLrs ang mit dem zartesten Ende des Aor Teile des Prog 6IEj ^°tbwunL^flni>« r tÄKa* egend )t ItbffT T°r AU LL *■ vor^ A * unter Anfang jtt Lotten. LEL KrÄ 'Zehn Wochen alle Tiere eine 30 bis «Mark? luch verlief der Marti achtviehmarlt. -März Auftrieb Wc 774 Cheine. er: beste Mft, unh !■• lnütlcre Mast, und mge Kälber 53 bis 61 f. und jüngere Mast, "s 48, mittlere Mast« und gut genährte ■ Marltverlaust ege. geräumt. Lchweine S int -M N die lri?unftlern >°llen Sendet ?• Ohne L^'ungs. 2*=^- Oberheffen. Konzert des Männergesangvereins ^Cäcilia" in Lich. u. Lich. 16. März. Was der hiesige Män- I nergesangverein W(S ä c i l i a“ für daS | musikalische Leben unserer Stadl und ihrer nähe- 1 rcn Umgebung bedeutet, zeigte sich wieder einmal | in dem Konzert, das der Verein am Sonntag- I nachmittag in der Turnhalle veranstaltete, Ucbet- I aus stark aus allen Kreisen der hiesigen Einwoh- U nerschast besucht, hatten sich auch noch viele Gäste I aus den Vachbarstädten Hungen, Gießen, Butzbach, selbst Friedberg, und den Landorten, aus letzteren namentlich Chordirigenten, eingefunden. Wer der Einladung gefolgt war, hat großen Gewinn und innere Befriedigung mitgenommen, denn 1 was an Thören geboten wurde, stand auf hoher künstlerischer Stufe und zeugte von tiefgründiger Arbeit des Dirigenten und starkem Interesse der ' Sängerschar, für die der Männergesang zu einem | Lebensbedürfnis geworden ist. Thor und Orchester, welch letztere- da- Mustk- korps des Gießener Reichswehr-Bataillons stellte, boten in Beethovens „Die Himmel rühmen des , Ewigen Ehre...“ eine gute Leistung, die aber in dem zweiten Chor mit Orchesterbegleitung. i?i .Wieland der Schmied", v^n Hoffmann, noch bedeutend übertroffen wurde. Der fehr schwere i Thor „Rudolf von Werdenberg", eine Komposition von Hegar, die in Schwierigkeiten mit neun Punkten bewertet ist, wurde von dem stimmlich gut ausgestatteten ünd trefflich disziplinierten Klangkörper mit tiefem inneren Erleben vorgetragen, zeich- J netc sich durch artikulierte Aussprache aus, die | es den Zuhörern ermöglichte, jedes Wort ciufzu- ' nehmen, besonders angenehm überraschte der | Verein mit dem zartesten, fast gehauchten Pianis- | simo am Ende des Chores. Die Volkslieder im 1 zweiten Teile des Programmes, recht wertvolle Vertonungen, wurden mit sichtlicher Freude und I ohne Schwierigkeiten überwunden. In dem letzten I Volkslied „Einkehr", von Zöllner, zeigte der oijor | fein ganze- Können. Hier überboten sich Weich- ? heit, Modulationsfähigkeit und Tonwärme, bis in | der letzten Strophe die Sänger in dynamischer | Ducht, ohne dabei den rechten Ausgleich und die * runde Fülle zu vergessen, den Chor zum Höhepunkt | führten. Cs kann hier natürlich nicht auf jeden Chor einzeln eingegangen, aber das muß doch gc- £ sogt werden, daß bei der „Cacilia" die Musik- vslege in besten Händen liegt, wie es alle Vorträge bezeugten. DaS Orchester wurde von Obe.musikmeister Bober persönlich geleitet und bot in gewohnter z 'Weise erstklassige Vorträge, so daß die Zuhörer, wie auch bei d^n Chvrvorträgen, mit dem Bei- Postkarte in Zur 10. Wiederkehr des Abstimmungstages in Oberschlesien werden von der Reichspost Gedenkpostkarten mit dem oberschlesischen Wappen herausgegebcn. fall nicht kargten und die Kapelle sich zu Zugaben entschließen muhte. Der Männergesangverein „Cacilia" und sein Dirigent, Lehrer Ilge (Butzbach), dürfen mit Genugtuung auf ihr diesjähriges Konzert zurückblicken. Das Bewußtsein, einer großen Sache zu dienen, möge die „Cäcilia" und ihren Dirigenten, Lehrer Ilge, immer höher streben lassen. Landkreis Gictzcn. - K l e i n - L i n d e n, 16. März. Bei guter Beteiligung sand die Generalversammlung der hiesigen Gemeinnützigen Baugenossenschaft in der Wirtschaft von Friy Hinterlang statt. Dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden für das abgelaufene Iahr war das Allgemeinbild einer gesunden Genossenschaftsentwicklung zu entnehmen. Zum diesjährigen Bauvorhaben mußte von bem beabsichtigten Bau zwe er Kleinwohnungen abgesehen werden, weil infolge der außerordentlich schlechten Wirtschaftslage eine Rachfrage nach Rcuwohnungen nicht mehr besteht. Die Mi'gliederzahl blieb unverändert. Im laufenden Iahre feil in die vorhandenen 16 Wohnungen die Wasserleitung eingebaut und Kanalanschluß hergestellt werden. Die Bilanz für 1930 schließt in Aktiva und Passiva mit 112 523,43 Mark. Unter Aktiva ist der Wert für die bis zum 31. Dezember 1923 fertiggestellten drei Doppclwohnhäuser mit 64 109,71 Mark und für die später fertiggestelltcu zwei Zweifamilien - Woß Häuser mit 410’3,90 M irk ausgenommen I Pasira er cheinen 1 0 ,9 Mark Gcschäftsguthave,. oer Mitglieder, lo u30 Mark gesetzliche Rucklage, 25 389,70 Mark Hilfs- rüdlagc und 21 740 Mark als Dauerneuerungsrücklage Die Höhe der Hypotheken- und andere Schulden beziffern sich auf 40 053,46 Mark. Der Reingewinn beträgt 8901,34 Mark. Hiervon sind 8260 Mark der Bauerneuerungsrüdlage, 588,31 Mark her Hilfsrüdlage und 53,03 Mark als vierprozentige Dividende dem Geschäftsguthaben der Mitglieder zugeschrieben worden. Der Gesamtbetrag der Haftsumme beläuft sich zur Zeit auf 2425 Mark. Dem Rechner und dem Vorstand wurde Entlastung erteilt Die satzung-gemäß cms- scheidenden Vorstandsmitglieder wurden w.cd.r- gewählt. -r Grünberg. 16. März. Am Sonntag abend fand im „Hessischen Hof" die Haupt- txrfammlung der Mittelstand-Vereinigung statt. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß die Vereinigung stets bestrebt war, in enger Fühlungnahme mit den vier zu ihr zählenden Gemcinbcratsmitglicdern für da- allgemeine Wohl zu wirken. Die Mitgliederzahl beträgt 119. Schreinermeister Gehringer wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt, ebenso Duchdrudereibesiher Robert al- Sle^vertreter. und Hotelbesitzer Eiertänzer al- Schritt- führer, für den Rechner, Fabrikant C.Schmidt, der eine Wiederwahl ablehnte, wurde Kaufmann Schreiner gewählt. Als Beisitzer wurden Spartassenrechner Diehl, Uhrmachcrmeister Pfeffer und Dahnbeamter H. Schellst aas wiedergewählt, während Vermessungsrat Lichte n f e l S und Metzgcrmeister Schmitz neu hin- zutraten. Gemeinderatsmitglied Schlossermeister Schmidt gab einen kurzen Tätigkeitsbericht der vier Mitglieder der Vereinigung im Gemeinderat. 11. a. beschäftigte man sich mit der Einführung eines Schweinemarktes im Februar, der Errichtung eines Schwimmbades, die in Verbindung mit der Ausführung von weiteren Rvtstandsarbeiten in greifbare Rähe gerückt ist, sowie mit der in absehbarer Zeit zur Entscheidung kommenden Frage der Führung einer DerkehrS-(Auto-) ft r a ft c über die Höfetränke durch den Schloß- garten. i. Queckborn, 17. März. Bei der heutigen Verpachtung des hiesigen Pfarr- gutes wurde ein außerordentlich hohe- Ergebnis erzielt. Einschließlich der Steuern wurden für den Morgen durchschnittlich 42 Mark Pachtpreis erzielt, so daß die ganze Pachtsumme für die nieder — etwas über 50 Morgen zusammen —rund 2250 Mk. ergab. HreiS Alsjeld. * Lehrbach-Erbenhausen, 14. März. Mij fionar Schmoll hielt in Lehrbach einen Vortrag über das Thema „Die Mifsionsarbeit unter dem Volke der Kopfabschneider von Borneo". In längeren Ausführungen sprach der Redner, unterstützt von Lichtbildern, über das Land und das Volk dieser Südseeinfel. er erzählte von dem dort herrschenden Götzen, und Dämonenkult und schließlich von den segensreichen Wirkungen des Christentums, das diesen Menschen gebracht wurde. Den gleichen Vor- trag hielt der Missionar in Erbenhausen und fand dankbare Zuhörer. Die Kollekte der Abende brachte 41,60 Mark, die der Basler Mission zugute kommen sollen. Die Sammlung der Kinder für die Mission brachte 7,15 Mark. r fleöaffion. ne Verbindlichkeit dcr ilung.) ’ines Tieres Hai nur be- ptmängcl, zu vertreten. Hs gehört nicht zu diesen tuberkulöse Grtrantur.g ungen unb Lungenseuche. Lier „fein ffliegennarr“ der unverbindlichen alb :gen ist die vor Zeugen .ut) an einem bestimmten nat März kolbe, eine jm die der Verlauset cin.ni idensersahpslichtig macht r des Tieres schon jefii assen Sie ihm, wenn er urd) einen Rechtsanwalt (adiridtten. Gemeinden. i. März 1931. Hofs. 18 UhrtWE .eth.kletnkinderschule.R. Laos. gemeinden. aeinde. Meinst'm d-r Samstag, 21. Marz. D ; 9; abends 6.45 und 7„) Wchosl. Sobbatseier den kiofc; ■ Labbotauogang? n5 6.45; abends 0 W- loten. >8 n 'S 58.33 112.1» 112.2J 10.551 21-96 20,3? 4,19 16-39 80.655 43.66 2,01* 0,393 58,945 426 356 3.10 3.031 18,82 slk 1,18* ,435 4,191 3,011 20,895 Tic? 58.41 112,» 20,42 10,46 168,44 22,13 112- 59,0 2.505 112.42 to.N 12.46 73.20 Dl. 1) i 37 36 48 .16 115 115 202 444 835 1,01 ,011 ,344 1,015 .,448 ',319 13,24 I.Ög 18.81 >1,62 1-889 1,202 ,153 1,938 1.462 58.50 112.3 112.35. 112.4 10-511 22,00 20,41 4.2W 16.4 Ä US 59,065 12,446 7.37 73-g US 1.719 ,445 4,19? 3,083 20,935 '4187 58.23 11l,«5 20.34 16.40 167,76 22.05 111,88 58.77 2.485 111.98 80,56 44.46 12.40 72-90 £ wert 1931 8027 MARGARINE „ctztd ----- _ ,ST ztiR zinlosungrbc^»6 kenntlich gemadit Ot,B GUTSCHEIN das/^Pfund Die große WIE KEINE V SN6.-102 Überraschung für alle Hausfrauen DIE FEINE — PREISWERT Beim Kauf von I Pfund Sanella mit Gutschein •/« Pfund (ein halbes Pfund) GRATIS Sie haben weiter nichts zu tun, als daß Sie den Gutschein hier unten ausschneiden und damit zu Ihrem Kaufmann gehen. 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Richt etwa, daß er das Rencontre von gestern bereute — v neinl 2koch war ja sein Zorn nicht verflogen, und er brannte vor Begier auf den Augenblick, wo er dem andern endlich mit der Waffe in der Hand gegenüber treten sollte. Aber Arsulas Bild drängte sich zwischen diese Rachegedanken und entzweite ihm seine Empfindungen. Sie hatte natürlich keine Ahnung von dem, was neulich vorgefallen war und heute vor sich gehen sollte. Auf dem Ball hatte Jörg zwar notgedrungen noch ein paar Stunden in ihrer und ihrer Familie Gesellschaft aushalten müssen, sogar im Beisein des Gegners. Er hatte es sogar schweigend ertragen müssen — um nicht einen Skandal vor den Augen der Familie herbeizuführen — dah Fred noch ein paarmal Arsula zum Tanz engagiert hatte, wie ihm zum stummen Hohn. Er hatte es ertragen, tröstete ihn doch der geheime Gedanke an die Stunde der Abrechnung! Arsula war schließlich über seine Ruhe, mit der er ihr herausforderndes Benehmen ertrug, verwundert gewesen, dann schämte sie sich. Mit heimlichen Annäherungsversuchen wollte sie ihn wieder versöhnen, sie versagte dem Vetter schliehlich weitere Tänze, tanzte überhaupt nicht mehr und suchte mit wachsendem Schuld- und Reuegefühl sich nur Jörg zu widmen. Aber er tat, als ob er ihre geheimen Bitten nicht verstände, und als sie ihn endlich mit flehenden Augen offen bat, doch einmal mit ihr zu tanzen oder wenigstens doch mit ihr ein wenig zu promenieren — da erklärte er, dah cs überhaupt wohl Zeit sei. endlich auf- zubrechen. So waren sie ohne Aussprache fortgegangen von dem Feste. Schweigend hatte er ihr gegenüber im Wagen mit ihrem Vater und der Tante gesessen, und vor der Haustür hatte er sich nur mit einem flüchtigen Händedruck von ihr getrennt. Am gestrigen Tage war er aber überhaupt nicht zu Arsula gegangen: mit einigen Rohrpostzeilen hatte er sein Ausbleiben mit gehäufter Berufsarbeit entschuldigt. Er wollte ihr vor dem Austrag der Affäre eben nicht mehr begegnen. Sie sollte inzwischen in bangem Zweifel sein, was er dächte und tum würde. Hoffentlich würde diese Lektion ein für allemal genügen, ihren Trotz ihm gegenüber zu brechen. Bis heute morgen war Wigand ganz fest in diesem Empfinden gewesen. Run aber — seltsam! — sprach eine zweite, mildere Stimme in ihm, immer lauter und eindringlicher. Kam es von der grauen Melancholie dieses trüben Wiu- termorgens, lag es an seinem persönlichen Befinden — er fühlte sich nach den seelischen Erregungen der letzten Tage heule reichlich abgespannt — jedenfalls ein weicheres Regen war da und lieh sich nicht mehr abweisen. Immerfort stand ihm in dieser Stunde Arsels Bild vor Augen, reuevoll, mit jenem geheimen Flehen im Blrck, wie bei ihrem letzten Beisammensein. Hut) es brannte ihm plötzlich heiß auf der Seele, das) er so hart gewesen, dah er ohne ein leises Zeichen von Liebe, ohne jedes Abschiedswort von ihr gegangen war. Wenn nun ein unglücklicher Zufall — Pah, weg mit solchem düsteren Gedanken! Immer wieder klang ihm dieses abscheuliche: .Wenn nun aber doch!" im Ohr. And dann? Wenn er vielleicht so für immer von ihr gegangen war, wenn sie ihn nicht mehr lebend Wiedersehen sollte, verzweiflungsvoll an seine Bahre knien würde, der sich im Groll, ohne ein Wort des Verzeihens und der Liebe von ihr gewandt hatte? Es stieg plötzlich siedeheiß in Wigand auf, und eine qualvolle Anruhe zuckte in seinem Körper. Gott sei Dank, daß sie eben angelangt waren. An der Wegekreuzung bei der Signalfichte hielt schon der andere Wagen. Schnell stiegen die Herren aus und legten den Rest des Weges, fünf Minuten waldeinwärts, zu Fuß zurück. Auf der verabredeten Stelle, nahe einem früheren, jetzt unbenutzten Militärschiehstand, standen bereits die Herren der Gegenpartei. Eine kurze, sehr formelle Vorstellung. Wigand blieb am Rande der Lichtung neben dem Kollegen, der dort sein „Lazarett etablieren" wollte, wie er scherzte. Mit einer gewissen stumpfen Gleichgültigkeit blickte Jörg den drei Herren zu, wie sie die Distanz abschritten. Sein Auge streifte unwilltürlich auch einmal den Gegner; er stand drüben mit seinen Freunden anscheinend sorglos plaudernd, die Zigarette im Munde, die Hände nachlässig in den Laschen des eleganten Pelzes. Jetzt klang sogar ein helles, etwas her- auslorderndes Lachen herüber. Sonderbar! Es erregte Wigand nicht. Er betrachtete mit einem Male den andern so ruhig, so leidenschaftslos, als ob sie nie Feinde gewesen wären. Ja, es kam ihm plötzlich fast lächerlich vor, daß sie sich in der nächsten Minute die eiserne Mündung auf die Brust richten sollten. Sich schießen — töten — war es nicht eigentlich eine Verrücktheit, eine widerliche Brutalität für zwei Kulturmenschen? Wigand ärgerte sich selbst über diese völlige Gleichgültigkeit; er wünschte, dah jetzt wieder jene wilde Kampfstimmung über ihn kommen möchte wie vorgestern auf dem Ball — aber so etwas lieh sich nicht künstlich erzeugen. So wandte er denn seine Blicke auf den Doktor neben ihm, der jetzt die blinkenden Sonden, Pinzetten, Watte und Bandagen auf einem frisch gewaschenen Leinwandtuch auf dem Waldboden ausbreitete. Mechanisch folgte Jörgs Blick feinen Bewegungen. Der plötzlich aufsteigende süßliche, widerwärtige Geruch von Jodoform und Karbol löste mit einem Male verblahte Erinnerungsbilder in ihm aus: aus der Studentenzeit, wo er manchmal auf der Mensur gestanden hacke. Ja damals! Das war anders gewesen — ein frisch-fröhlicher Strauh mit schneidigem Draufgehen: Aber hier — dieses heimtückische Glücksspiel mit der Kugel, wo der gemeinste Schuft und Feigling einen Herkules abtun konnte? Ein wenig nobles Geschäft! Da konnte keine Kampffreude über den Mann kommen. Sein Auge richtete sich unwillkürlich wieder auf die drei da drüben. Sie waren dabei, die Pistolen zu laden. Ein Ruck durchfuhr ihn. Run war's gleich so weit, nur vielleicht eine flüchtige Minute noch. And wieder durchfuhr's fein Hirn: Vielleicht die letzte. Arsula! — Mit einem Male stand ihr süh-ban- ges Antlitz wieder vor seiner Seel, ein aufbrausendes Weh durchflutete seine Brust. Wie namenlos er sie liebte — dieser Augenblick lehrte es ihn. Rein — er konnte nicht so von ihr gehen! And rasch rih er seine Brusttasche heraus , auf eine Visitenkarte warf er einige wenige Worte, aber ein Vermächtnis feiner unsagbar tiefen Liebe. So, nun war er wieder ruhig — nun mochte kommen, was da wollte. And schon begann das ernste Spiel. „Meine Herren — bitte, auf Ihre Plätze I" Lässig warf Alfred Drenck seine Zigarette weg, zog den Pelz aus und folgte der Aufforderung deS Anparteiischen. Gleichzeitig nahm Wigand seine Stellung ein. Fest ballte sich feine Hand um den Kolben der Pistole, die der Sekundant ihm reichte. „Meine Herren, es ist meine Pflicht, Sie darauf aufmerksam zu- machen, dah Sie int Begriff stehen, eine strafbare Handlung zu begehen. Ich fordere Sie daher noch einmal auf, sich zu versöhnen — zum ersten — zum zweiten — zum dritten!" Zum erstenmal blickten sich jetzt in dieser Sekunde die Gegner ins Auge — beide, fest, mit kalten Mienen, einen Zug hochgespannter Energie um die Mundwinkel. Es erfolgte keine Antwort von ihnen. Der Anparteiische hatte dies natürlich auch nicht anders erwartet; es war ja nur eine leer« Form gewesen, der er genügen muhte. Der Versöhnurgsverfuch ist erfolglos gewesen. Mechanisch hoben die Gegner ihre Waffen. „Eins" — der Drücker ging Wigand wie von selbst los, ein Heller, peitschender Knall, eine kleine Rauchwolke vor seinen Augen, die Rechte mit der Waste sencke sich mechanisch, und währenddessen ein nervenspannendes Warten auf den Schuh des Gegners — aber er erfolgte nicht. Was war das? Durch den sich verteilenden Rauch drang Wigands Bl'ck: Da drüben taumelte Alfred Drenck eben in die Arme seines herzusprmgenden Sekundanten. Mein Gott!--• Wie gebannt blieb Wigand stehen und starrte auf die Gruppe da drüben: Jetzt war der Arzt da; sie legten den Verwundeten auf die Erde, und da — ein Husten, Röcheln! — da riefelte ein Heller, kleiner Vlutstrom aus dem Munde Drencks, dessen Antlitz plötzlich wachsbleich geworden war — die Besinnung hatte ihn verlassen. Ein Lungenschuh — ein tödlicher!? Wigand wollten die Knie zusammenbrechen. „Rein, nein — nur das nicht?'* schrie es in ihm. „Das hab' ich ja nicht gewollt!" Mit ein paar eiligen Schritten war er bei dem To< wunden, als ob er helfen, retten mühte. „Herr Kollege" — Wigands Stimme zitterte, und fiebrig glänzten feine Augen aus dem fahlen Antlitz. „Die — die Lunge, nicht wahr?" Ein geheimes, letztes Hoffen dabei, er möchte sich geirrt haben. Der andere nickte aber nur stumm, ohne von seinem Samariterwerk aufzusehen. „Schwer — hoffnungslos?" „Ich fürchte." (Fortsetzung folgt.) Nur noch bis Mittwoch, den 25. März Beim Einkauf regulärer fehlerfreier Str mpfe, Unterkleider und Schlüpfer zahlen Sie für das 2. Paar oder Stück in der g’eichen Größe und Qualität J. Pfeffer nur den % Preis Marktplatz 6 1793 A ßoethestraße! von SALOMON Prima Heilbutt u. Zander Feinste Fisch-Filets 1604 A 1796 A Scheuertücher 0.45, 0.70 und 0.75 Bohnerwachs, weiß u. gelb - • 0.50, 0.00 u. 1.60 finden sich jetzt 01566 Warenabgabe nur an Mitg Jeder! 1621 A MÄRKE HERZ Piassavabesen Kokosbesen Kokoshandfegcr •• Boühaarhesen • Roßhaarhandfeger Glanzb rsten..... 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