Nr. 42 Erstes Blatt 181. Jahrgang Donnerstag, 19. gcbruar 1931 Erich,in, »üglich,Nutzer Sonntags und Feiertag» Beilagen vir JDuitneTtt Gietzenei Familienblättet Heimat >m Bild Di, Scholl, monat»-8e}ngsptel$; 2.20 Reichsmark und 30 Neichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nicht«» Keinen einzelnerNummern folg, höhere, Gewalt. Kernlvrechanlchlüste anterSammelnummer'2251 Anschrift tür Drahtnach» richten Mniftger Sieben, potzfcheckkonto: Kra^Nvrt am Main 11686 GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VniS und Verlag: vrühl'fche Untversttälr-Vuch- und Ztetndruckeret B. Lange in Stehen. Schnftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstraße r. Annahme von »nzeige» für die lagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig, für Ne» klameanzeigen von 70 m Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. DerantwoNlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Tyynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter^ sämtlich m Gles,en Ein monarchistifchesKonzentraüonskabinett inGpanien Konservative und liberale Moüarchlsten bilden gemeinsam mit katalanischen Regionatisten und Militärs die neue Negierung. Zwischen Palast und - Gefängnis. Don unserem C-r-Derichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! QInm. d. Rcd. Der nachstehende Artikel, der uns von einem gelegentlichen Mitarbeiter von der spanischen Grenze zugeht, dürfte angesichts der Tatsache, daß Spanien heute inmitten des brennendsten politischen Interesses steht, sowie angesichts der natürlichen Hindernisse, die sich einer diesem Interesse entsprechenden ständigen und aktuellen Berichterstattung aus Madrid selbst cntgegcnstemmen, besonders willkommen sein. Biarritz, 17. Februar 1931 Gerade hier, unweit der spanischen Grenze, ist die grohe Küche der Gerüchte dessen. Was jenseits der Pyrenäen, namentlich in dem verhältnismäßig nahen Katalonien, vor sich geht. Man tut gut. diese Nachrichten, die über die Grenze herüb^rkommen, und die eine gewisse Aehnlichkeit mit den bekannten und berüchtigten Aussagen feindlicher Lieberläufer im Weltkriege Haden, mit der größten Dorsicht aufzunehmen. Manchmal ist man so durch den offiziellen Draht in den europäischen Hauptstädten über Spanien besser unterrichtet als hier in Biarritz, wo dieselben Wellen der Biseaha ans Ufer schlagen wie an der Baskischen und Asturischen Küste. Aber anderseits wirkt doch die große Rähe jenes Landes, das heute von verhängnisvpllen Stürmen durchtobt wird, und es ist geradezu selbstverständlich, daß hier das, was im Madrider Palacio Aeal vor sich geht, in stärkerem Mähe das Interesse auf sich zieht, als dies die gegenwärtigen Dorgänge im Pariser Palais Bourbon vermögen. Doch immer ist der spanische Königspalast das Zentrum, wo alle Fäden der Politik, die im größten Teil der Pyrenäischen Halbinsel gemacht wird, zusammenlaufen, wenn auch König Alfons in letzter Zeit die Gepflogenheit angenommen hat, mehr oder weniger geheimnisvolle Unterredungen offizieller Art außerhalb der Hauptstadt zu führen, so vor einigen Tagen in einer Dilla, weit draußen vor den Toren Madrids, wo er mit politischen Führern Rücksprache nahm, oder jüngst, da der Monarch mutterseelenallein ans Grab seiner Mutter ins Escorial fuhr, wo er mit sich still zu Rate ging, — außerdem jedoch auch mit einer bisher noch ungenannten Persönlichkeit Rücksprache genommen haben soll. Cs sind der Geheimnisse die Menge, die da unenthüllt dessen harrett, der sie lüftet, und von denen man noch gar nicht weiß, ob sie je gelüftet werden, und ob nicht die Ereignisse über sie Hinwegspülen werden, so daß niemand mehr ihrer Erwähnung tut. Spanien i st krank, das weiß heute die ganze Welt. Aber was fehlt ihm? - Ist es nur die Wirtschaftskrise, die in mehr oder weniger starkem Maße den ganzen Erdkreis umfaßt, ist es die jahrelange Diktatur Primo de Riveras gewesen, die Schuld daran trägt, daß man in Spanien dahin kam, wo man heute steht? Wirtschaftlich steht im Mittelpunkt heute noch immer tu e Stabilisierung der Peseta, die, wie der Gouverneur der spanischen Zentralbank kürzlich erst in Basel betonte, Dot ihrem Abschluß stehe, da die drei Millionen Pfund Sterling Ueberschuß, die die Spanische Rationalbank nach London als Manövricrmaßnahme zur Konsolidierung der spa- ikischen Valuta zur Derfügung gestellt habe, vollkommen ausreichten, um die notwendigen Maßnahmen durchzuführen. Ader erst müssen die erforderlichen Gesetzesvollmachten erteilt fein, und tiefe erwartet man vom Parlament. Lieber den Zusammentritt des Parlaments aber, in Verbindung mit den Wahlen, kam es zum Sturz der Regierung Derenguer, zum Scheitern der Bemühungen von Sanchez Guerra und au den übrigen folgenschweren Ereignissen, die den spanischen Staat erschütterten. Das Wesentliche ist dabei nicht der kaleidoskopartige Wechsel der Situation, das Auftauchen und das Wiederverschwinden von Personen, fingierte Ministerlisten, vage Pläne und Versprechungen, Versuche, die die Stunde nicht zu überleben vermochten. Alles das ist gleichgültig: es geht in Spanien heute um die Frage. Republik oder Monarchie, bürgerliche Ordnung oder Chaos? Das Zweite überragt an Bedeutung das Erste, und doch hängt beides miteinander zusammen, da bei einer Erschütterung des gegenwärtigen Regimes die Folgen nicht abzusehen find, und da die furchtbaren Erfahrungen der russischen Stcrenffi» Revolution immerhin eine Lehre waren, die auch südlich der Pyrenäen oerftanben worden ist. Einer der wenigen Leute, die gegenwärtig in Spanien die Reroen bis zum letzten Augenblick behalten haben, ist zweifellos der Monarch selbst. (Die inzwischen erfolgte Zusammenstellung des Kabinetts Aznar ist ein neuer Beweis dafür 2. Red.) Der König hat es mit Konzessionen versucht, ja man ist dabei sogar so weit gegangen, daß im Auftrage von Eanchez Guerra Melquiades Alvarez die sozialistischen und republikanischen Aufrührer im Gefängnis besuchte. Dom Gefängnis aus wurden Proklamationen an das Bolk erlassen, die (Befangenen lehnte« eine Beteiligung an der Regierung ab. Die- er Versuch war also gescheitert. Das war für den Augenblick offenbar die Rettung denn die Meinung in weiten Kreisen Spaniens schlug plötzlich um. Man erkannte die Ge fahren dieineinemLavierenzwischen Palast und Gefängnis lagen Ein derartiges Verhalten mußte als Schwäche ausgelegt werden, und dabei ist das Regime in Spanien gar nicht einmal so schwach! Abgesehen davon, daß der König die Nerven behalten hat, steht hinter ihm noch immer die Generalität, die Armee in ihrer großen Ueberzahl, die Kirche und der Teil der arbeitenden Bevölkerung des Königreichs, der aus einem natürlichen Gefühl heraus nur in der Wahrung der bürgerlichen Ruhe und Ordnung die Möglichkeit für eine Wiedergefuydung vor allem in wirtschaftlicher Beziehung sieht, lieber einen Staatsstreich, unter Bruch der Verfassung des Jahres 1876, wollte man verfassunggebende Gortes einberufen, während die spanischen Gesetze klipp und klar die Bestimmung enthalten, daß eine Verfassungsänderung nur durcheinen gemeinsamen Beschluß der Krone und des Parlaments in Betracht gezogen werden kann. In 30 spanischen Provinzen ist es bisher noch zu keinerlei Unruhen gekommen. Anders in Sevilla, in Madrid, vor allem in Barcelona, in Katalonien, dem ewigen Unruheherd, da gähn es, da kann die Straße, mobilisiert werden, da wird dem Ausland oft ein Bild von Spanien gegeben, wie es schiefer überhaupt nicht gedacht werden kann. Der König durfte den „Staatsstreich auf legalem Wege" nicht dulden, und er Hal im letzten Augenblick seinen Entschluß geändert, die Taktik des Lavierens zwischen Palast ^und Gesang, nis aufgegeben, und so ist es zum Scheitern des Versuches von Sanchez Guerra gekommen. Was nun weiter werden wird? — Prophezeien ist zu dieser Stunde, da noch alles im Fluß ist, ungeheuer schwer Wie gesagt ob dieser, ob jener Mann die Zügel der Regierung in Spanien in die Hand nimmt, das bleibt gleichgültig Hauptsache er behält die Nerven, wie der König sie behalten hat, und er bleibt stark, wie sich der Monarch stark zeigte, der zur rechten Zeit sich von den Methoden eines Melquiades Alvarez abgewandt und in den Palast zurückgekehrt ist. Das Kabine« Aznar leiste! den Treueid. Madrid, 18. Jebr. (TU.) Die spanische Krise ist am Mittwoch durch die Bildung eines Kon - jentrationsmlnifleriums der Rechten und der monarchischen Liberalen e i n - schliehlichderRegionalisten beendet worden. Folgende Minister haben sich zur Eidesleistung vor dem König in das Palais begeben: Präsidium: Admiral Aznar (unpolitisch). Aeuheres: Gras Homanones (liberal). Justiz: Marquis Alhucemas (liberal). Finanz: Dentof a (Reglonalist und Freund bts Jinanzmannes Lambo). Inneres: Marquis Hoyos (konservativ, bisheriger Bürgermeister von Madrid). Krieg: General Berenguer. der bisherige Ministerpräsident (unpolitisch). Verkehr: Lieroa (konservativ). Arbeit: Herzog von Mauro (konservativ), wirtschaft: Gras Bugallal (konservativ). Unterrichtsminister: der Madrider Unioersitäts- prosessor Gascon y Marin (liberal). Marineminister: Admiral ^ivera. Alle neuernannten Minister außer ventosa, der zur Zeit nicht in Madrid ist, und Admiral Rivera, der im letzten Augenblick zum Marineminister ernannt worden ist und sich nicht in seiner Wohnung befand, seit er berufen wurde, sprachen beim verlassen des pulais noch der Eidesleistung der Koni- gin und dem Thronfolger ihre Ergebenheit aus Der König begab sich, begleitet von Admiral Aznar, unter begeisterten Zurusen der Menge im Automobil in das Kriegsministerium, um den Lid Be- renguers, der immer noch kränklich ist. entgegenzunehmen. Die Königin kam heute abend von London kommend in Madrid an. Sie wurde aus dem Bahn- hos von den Jnsanten und den Infantinnen begrüßt. Etwa taufend Personen hatten sich in der Umgebung des Bahnhofs eingesunden und bereiteten der Königin eine Ovation. Die Kundgebungen fehlen sich bis zum königlichen palais fort Das Königspaar erschien einen Augenblick aus dem Balkon, um der Menge ZU danken. Bei der Durchfahrt durch Valladolid, wo sich General Saro auf dem Bahnhof eingefunden hatte, war die Königin bereits Gegenstand von Kundgebungen gewesen. Die neuen Männer. Eiuc UeberqangSkombtnalton. — Die letzte Karte des Königs. Madrid, 18. Febr. (T.-LI.) Der neue spanische Ministerpräsident Aznar ist der Generalkapitän der spanischen Flotte. Cr steht im Alter von 70 Jahren und stammt aus La Coruna. Er nahm am Kriege gegen die Amerikaner teil und war in der Schlacht von Santiago de Cuba Kommandant des Kreuzers Maria Theresia", 1923 war er als Mari ne - min ist er Mitglied des Kabinetts, das durch den Staatsstreich Primo de Riveras gestürzt wurde. Aznar hatte damals den Vorschlag gemacht mit der Flotte nach Barcelona auszulaufen. um dort Primo und seine Anhänger sestzu- setzen. Der Ministerpräsident ist Inhaber des Goldenen Vließes. Er war bereits am ersten Tage der gegenwärtigen Krise dem König von Romanones für die Bildung eines monarchistischen Konzentrationskabinetts empfohlen worden. Rachdem inzwischen die Versuche mit den Führern der konstitutionalistischen und republikanischen Gruppen gescheitert sind, hat sich der König zu diesem Schritt, den er noch am Samstag auch gegenüber der sonst recht gleichgültigen spanischen Oeffcntlichkeit nicht verantworten zu können glaubte, entschlossen. Aznar hat. ebenso wie der jetzige Marine- minister, Admiral Rivera, keine Bedeutung als Politiker. Das liberale Element wird nur durch den neuen Außenminister Graf Romanones. den langjährigen Führer des monarchistischen Flügels der Liberalen und Haupt» urhebe^ des Sturzes der Regierung des jetzt wieder als Kriegsminister zurückgetehrten Generals Berenguer sowie durch den Justiz- Minister Alhucemas vertreten, der der letzte Ministerpräsident vor der Diktatur Primo de Riveras war. Als besonders reaktionär sind Admiral Aznar. bekannt der Wirtschastsmmister Gras Bugallal und der Minister für öffentliche Arbeiten La Cierva. der es durch seine Energie erreichte, in einem der früheren Kabinette als erster Richtmitttär das Kriegsministerium zu erhalten. Als Vertreter der von Lambo geführten Regionalisten gehört der Katalane Ventosa, dem das Finanzministerium übertragen wurde, dem Kabinett an. Dieses Kabinett — darüber muh man sich klar sein — kann nur eine Hebet- gangskombination darst eilen, die keine Lebenssähigkcit besitzt und allgemein als die letzte Karte des Königs betrachtet wird. Das Programm der neuen Regierung. Einberufung verfassunggebender Cortes. Madrid, 19. Febr. (WTB Funkspruch.) Die Agentur Fabra veröffentlicht über die Entwicklung der durch den Rücktritt des Kabinetts Berenguer entstandenen Krise eine längere offiziöse Erklärung, in der zum Schluß über die Ziele der neuen Regierung ausgeführt wird. Die neue Regierung hat, außer der Bewätti- gung der dringendsten Gegenwartsfragen des fva- nifchen Lebens und der Befriedigung der heißen politischen Kämpfe, auch die Absicht, Cortes einzuberufen, die mit verfassunggebendem Charakter ausgestattet, die Verfassung von 1876 in der vollen erforderlichen Ausdehnung reformieren sollen, und in denen alle Strömungen der öffentlichen Meinung, so extrem sie auch fein mögen, den Weg des Rechts und die Garantien des Gesetzes für alle Wünsche hinsichtlich der Neuorganisierung des Staates finden müssen. Die Regierung wird auch die Wünsche der Katalanen entgegennehmen Admiral Aznar hat sich auch über das Pro- gramm feiner Regierung ausgelassen Danach wür- den die Stadtratswahlen wahrscheinlich im März, die Generalrats wählen im Mai und die allgemeinen Wahlen für d i e Corte s im Juni stattfinden. Der Admiral bezeichnete das ihm vorschwebende Programm als sehr großzügig. Es würde, wie cr meinte, dem der Konstitutionalisten ähneln. Den verfassunggebenden Cortes sollen unbegrenzte Befugnisse etngeräumt "toer- den, so daß die Möglichkeit einer gänzlichen Aenderung der Verfassung bestünde Die hauptsächlichsten Verordnungen aus der Zett Der Militärdiktatur würden aufgehoben werden, und auch das Provinzialftatui und das Stadtrats- tatut würden teilweise erhebliche Aenderungen er- ähren. • ©er Reichstag nach der Faschingspause. Berlin, 18. Febr (TL1.) Räch der dreitägigen Fastnachtspause, die sich her Reichstag auch in diesem Jahre trotz dringender Arbeiten glaubte leisten zu dürfen, nimmt er am Donnerstag seine Arbeiten wieder aus. Der Haushaltsausschuh toub nach Erledigung des Haushalts für Versorgung und Ruhegehälter die Beratung des Haushalts desR^icys- innenministeriums vornehu en. Der Aeltesten - r a t wird sich mit der Frage der Wiederein- - setzung des Untersuchungsausschusses für Die Kriegsschuldsrage beschädigen, den Ee chäftsv an des Reichstages für die nächste Zeit festigen und außerdem auf Anregung des staatspartci- lichen Abgeordneten Dr Weber die durch den Auszug der Rattonalsozialisten und Ser Deutsch- nationalen stritt gewordene Frage untersuchen, ob die ausgezogenen Abgeordneten ohne Urlaubsgesuch d-em Reichstag ser n - bleiben tonnen, ohne ihre Pflichten als Abgeordnete zu vernachlässigen. Dr. Weber hatte seinerzeit in einer Vollsitzung aus die Bestimmung der Geschäitsordnung ausmerksam gemacht, wonach die Abgeordneten verpflichtet sind, an den Arbeiten des Reichstages teilzunehmen und wonach ferner der Reichstag wohl Urlaubsgesuche für längere Zeit, nicht aber auf unbestimmte Zeit erteilen tamu Bisher haben weder Ra- ttonalsozialisten noch Deutschnationale um Urlaub nachgesucht. - In den Mittagsstunden halten Deutschnationale und W i r t - schaftsparlei Fraktionsfitzungen ab, die Deutschnationalen werden zur politischen Lage Stellung nehmen. — Aus der Tagesordnung der um 15 Uhr beginnenden Vollsitzung steht die Weiterberatung des Reichshaushalts beim Haushalt des Reichsverkehrs- ministeriums. - Rach Schluß der Sitzung treten der Ostausschuß, der Ausschuß für Li- quidattons- und Verdrängungsschäden und der interfratiiomr.e Ausschuß für kommunal, olitische Fragen zusammen. ©er holsteinische Landvolkführer Hangens in Schuldhast Hamburg, 18. Febr. (TU.) Der Landvolk- kämpfer Wilhelm Hamkens-Tetenbüll hatte wegen jahrelanger Krankheit seiner Familie, wegen Seuchen in seinem Viehbestand und wegen Mäusefrah in seinen Weiden die preußische Grund st euer für seinen Hofbesiy in Höhe von etwa 200 Mark nicht bezahlt. Der mit der Einziehung der Steuer beauftragte Gerichtsvollzieher Jensen versuchte weder die Einziehung noch eine Pfändung, sondern begnügte sich mit einer Bescheinigung, daß nach seiner Ansicht die Beitreibung ohne Erfolg sein werde, indem er sich dabei auf die Aeuherung eines polittschen Gegners des Hamkens bezog Da in Steuersachen nach den maßgebenden Finanzbestimmungen im Gegensatz zum sonstigen Recht die Voraussetzung des Verlangens nach dem Ossenbarungseid des Schuldners nicht ein vorhergegangener erfolgloser Pfändungsversuch ist, sondern da hier die Ueberzeugung der Finanzbehörde von der Erfolglosigkeit einer Pfändung allein schon die Voraussetzung für den Ossenbarungseid des Schuldners abgibt, beantragte der Regierungspräsident Abegg in Schleswig die Ladung Hamkens zum Ossenbarungseid und zu seiner Verhaftung. Hamkens wurde am 9. Februar dem Gerichtsgefängnis in Husum überführt. Die gegen die Verhaftung erhobene sofortige Beschwerde hat das Landgericht Flensburg zurückgewiesen, da die Voraussetzung zur Offenbarungseidleistung in Steuersachcn nur von den Finanzbehörden, nicht vom Gericht, zu prüfen und festzustellen seien. Der Rechtsheistand des Landvolks, Rechtsanwalt Dr. ßuetgebrune, hat nunmehr bei der zuständigen Finanzstelle und dem preußischen Finanzminister gegen ein solches Verfahren schärfsten Protest eingelegt. Rach eidesstattlichen Versicherungen des stellvertretenden Gemeindevorstehers und eines Hofnachbarn seien sofort greifbare Pfandobjekte im zehnfachen Wert der Steuerschuld vorhanden, der Gerichtsvollzieher habe für andere Schulden hiervon selbst gepfändet und sie gekannt, der Staatsbürger müsse gegen solche leichtfertige Verletzung der persönlichen Freiheit durch Steuerbehörden energisch geschützt werden. Der Beschwerde hat sich die Gemeindevertretung Gardimg angeschlossen. In der ganzen Landschatt Giderftedt herrscht große Erregung, da man dieses Vorgehen der Behörden gegen Hamkens allgemein als eine Antwort auf seinen Steuerkampf für das Landvolk auffaßt. Oie Kriegsschulden der englischen Dominions. Wer erhält den Ucdcrjchufj? London, 18 Febr. ITU.) Für die weitere Entwicklung der Frage der Revision der Kriegsfchulden kann cs bedeutungsvoll werden, wieweit die Kriegs, fchuldenzahlungen der Dominions an Großbritannien in den Rahmen der Balfour- Deklaration fallen. Diese sieht vor, daß England an Reparationen und sonstigen Kriegsschuldenleistungen nur soviel von feinen Schuldnern ein- treiben soll, wie e s s e l b st a n Amerika a b- zuführen hat. Gelegentlich der Lerhandlungen im Haag gelang es Snowden, durchzuseßen, daß ein etwa entstehender Ueberschuß England zugute kommen sollte, um hiermit die Ausgaben Englands zu decken, die es durch die Kriegsschulden- leistungen an Amerika zu einer Zeit hatte, wo noch keine Reparationen und interalliierten Zahlungen im vollen Umfange an England eingingen. Für das kommende Jahr muß England etwa 3 3,5 Millionen Pfund an Amerika a b - führen und erhält von Deutschland und von den Alliierten eine Summe von 3 4,6 Millionen Pfund Aus Aeußerungen Snowdens im Unterhaus geht hervor, daß die Dominions in der gleichen Zeit für Kriegsschulden an England d i e Summe von 7,6 Millionen Pfund abführen werden, und daß der Schatzkanzler anscheinend diese Summe völlig für England vereinnahmen will. Es ist auffallend, daß dieser Betrag bei den Verhandlungen im Haag vollkommen übersehen worden ist, und daß die Schuldnerländer Deutschland und die ehemaligen Alliierten Englands diese' Frage niemals aufgeworfen haben. Die ganze Angelegenheit kann nunmehr dadurch wieder in den Vordergrund treten, daß A u st r a - lien eine Revision seiner Schuldenzahlungen an England verlangt. Die Forderung, daß feint Amortisationszahlungen statt über 33 ü b e r 6 2 Jahre verteilt werde, wie dies bei den übrigen interalliierten Schulden der Fall ist, und daß der Zinssatz von 5 auf mindestens 3,5 v. H. herabgesetzt wird, was dem Zinssatz entsprechen würde, d'n England an Amerika zu zahlen hat, kann die Verknüpfung zwischen dem Schuldenzahlungs- systern innerhalb des britischen Weltreiches und dem übrigen internationalen System geben. Bei einer geschickten Ausnutzung der Lage besteht die Möglichkeit, eine neue Interpretation der Balfour-Deklaration herbeizuführen, was unmittelbare Rückwirkungen auf die Höhe der Reparationsschulden haben würde. Oase Schicksal Palästinas. London, 18. Febr. ($11.) Der Präsident desarabischenVollzugsausschufsses in Jerusalem hat einen Brief an den Oberkommissar von Palästina gesandt, in dem er erklärt, daß die letzten Zusicherungen Macdonalds an Dr. Weizman ein Vertrauensbruch seien. Hierdurch sei alle Hoffnung auf eine Zusammenarbeit der Araber mit den Juden z e r st ö r t worden. Die den Arabern gemachten Zusicherungen seien vollkommen wertlos geworden. Die neuen Grundsätze zielten lediglich darauf hin, Palästina zu einem jüdischen Nationalheim zu machen. Hierdurch werde das Vertrauen der Araber in die Negierung vollkommen erschüttert. Er müsse deshalb der arabischen Exekutive den Vorschlag unterbreiten, alle Juden zu boykottie- 'ren, da eine Einigung zwischen Arabern unld Juden _ durch den Brief Macdonalds gänzlich unmöglich geworden fei. Oie Kollektivierung der deutschen Wolga-Republik. Moskau, 18. Febr. (lieber Kowno. TU.) In den Berichten, die von amtlicher Seite über den Fortschritt der kollektiven Zusammenfassung der bäuerlichen Besitze veröffentlicht werden, fallen die Angaben über die Kollektivierungs- erfolge inderdeutschenWolga-Republik auf. Danach soll es den „Stoßbrigaden", die zur Propaganda für die Kollektivwirtschaften gebildet wurden, gelungen sein, dort große Fort- f ci, r i tt e ju erzielen. In den letzten zehn Tagen find allein 2000 deutsche Bauern in Kollektivwirtschaften ein getreten, und die ganze deutsche Wolga-Republik soll bereits zu 74 v. H. in den kollektiven Bauernwirtschaften zusammengefaßt sein. Kunst und Wissenschaft. Die Versteigerung im Schloß Glienicke. Am Mitwoch begann im Schloß Glienicke die Versteigerung der zahlreichen Einrichtungsgegenstände aus dem Besitz des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen Das sonst so stille Schloß war umlagert von zahlreichen Neugierigen. Ein großes Aufgebot von Schupo und Gendarmerie stand bereit. Autos und Möbelwagen umsäumten alle Zufahrtsstraßen. In den Aufgängen drängten sich die Menschen, denen der Zutritt nur gegen Hin- terleaung einer Summe von 30 Mark gestattet werden sollte. Zahlreiche Lakaien in Lioren versahen den Ordnungsdienst. Als dann mit einiger Verspätung die Versteigerung begann, zeigte sich bald, daß die wirkliche Kaufneigung nicht übermäßig groß war. Allerdings konnten auch die zunächst zum Ausgebot kommenden über hundert Farbdrucke, Kupferstiche, Photographien und ähnliches kein höheres Interesse beanspruchen. So beteiligten sich nur Wenige an dem Gebot, das oftmals schon mit 50 Pfennigen begann und bei 10 und 20 Mark fein schnelles Ende fand. Von allen Bildern ging kaum eines über 100 Mark hinaus. Gegen Mittag wurden einige Gemälde verkauft und nachmittags antikes Mobilar und Stilmöbel. Soweit man bis jetzt fefteüen kann, find die Preise zum Teil sehr niedrig, zum anderen Teil erftaunlid) h o ch. Für einen Biedermeiertlsch aus Maserholz wurden 670 Mark bezahlt, für eine Kommode aus der Zeit Ludwigs XVI. 355 Mark. Es lag ein Angebot des ehemals kaiserlichen Hauses mit 5000 Mk auf bie Uhr Friedrichs des Großen vor. Als der Auktionator dieses Angebot zur Sprache brachte, wurde die Summe nicht überboten. Unter dem Beifallsklatschen der Anwesenden ging die Uhr in den Besitz des ehemals kaiserlichen Hauses über. Bei dem Mobilar begegnete man den sachlichen Linien des späteren Empires und des Biedermeier in allen möglichen Formen. Lin Rembmndi-Iild mit einem Seil demoliert „Die Anatcmieftunde des Dr. Deyman" von Rembrandt, ein kostbares Stück aus dem Reichsmuseum in Amsterdam, ist einem Verzweiflungsakt eines Arbeitslosen zum Opfer gefallen. Es wurde mit einem Beil schwer beschädigt Der Täter der jegliche Angaben über seine Person und die Gründe seiner Tat verweigerte, ist ein in Amsterdam ansässiger, nicht verheirateter Bureauangestellter namens Anceaux, der fast völlig taub und geraume Zeit stellungslos istz Das von ihm schwer demolierte Bild ist ein späteres Gegenstück zu der berühmten „Anatomie des Dr. Tulp" im Mauritshuis im Haag und war schon einmal durch Feuer schwer beschädigt worden. Aus her Luche nach neuen Wegen mVekäinpsiuig der Arbeitslosigkeit. Minister a. O. Brauner über die Aufgaben des von der Regierung berufenen Guiachierausschuffes. Berlin, 18. Febr. (TU.) Reichsminister a. D. Dr. Brauns sprach im Rundfunk über die Aufgaben, die dem von der Reichsregierung eingesetzten Gutachterausschuß zur Beratung des Arbeitslosenproblems erwachsen. Dr. Brauns führte im wesentlichen folgendes aus: Heute sind rund 5 Millionen Arbeitslose, mit ihren Familienangehörigen zusammen minbeftens 10 Millionen Menschen von ber Arbeitslosigkeit unmittelbar betroffen, b. i. etwa ein Sechstel ber Gesamtbevölkerung. Von der Jndustrie- arbeiterschaft ist heute fast ein Drittel arbeitslos, ein weiteres Sechstel arbeitet verkürzt, nur etwa die Hälfte der gewerblichen Arbeiter ist voll beschäftigt. Von den fünf Millionen Arbeitslosen werden gegenwärtig mehr als vier Millionen arbeitsfähige Arbeitslose, also mehr als ein Fünftel der gesamten Arbeitnehmerschaft in den versch ebenen Formen ber Arbeitslosenhilfe u n - terstützt. Das ist eine Not- und Unterstützungsleistung, die ihresgleichen in der Geschichte sucht. Die Reichsregierung hat einen Gutachterausschuß eingesetzt, der unabhängig und unvoreingenommen prüfen soll, ob in Gesetzgebung und Verwaltung nichts versäumt ist, was zur Rettung aus einer solchen Volksnot beitragen kann. Der Ausschuß soll weiterhin alle Anregungen und Vorschläge fichten, die in großer Fülle von allen Seiten ausgehen und die Oeffentlichkeit aufwühlen. Sein Blick ist bestimmungsgemäß auf die konkreten und begrenzten speziellen Aufgaben deutscher 21 r = beitsmarkt Politik und deutscher Arbeitslosenhilfe gerichtet. Deshalb ergeben sich für ihre Arbeit in der Hauptsache zwei große Gesichtspunkte. Zuerst: Läßt sich in größerem Ausmaß als bisher, zusätzliche Arbeitsgelegenheit schaffen, und welche Wege sind hierfür gangbar? Mit dieser Frage werden alle Vorschläge, die zu einer pro» duktivenGcstaltungderArbeitslofen- Hilfe gemacht worben sind, ernst geprüft werden müssen. In diesem Zusammenhang seien genannt: Arbeitsfürsorge und Pflichtarbcit, freiwilliger Arbeitsdienst und Dienstpflicht, Förderung der privaten Wirtschaft und Notstandsarbeiten. Aber auch alle Vorschläge zu einer Verteilung der Arbeit nach ausgesprochen arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten sollen erwogen werden, wie die Frage einer A r - beitszeitverkürzung zur Erreichung von Neueinstellungen, das viel umstrittene Problem einer Ausschaltung ungerechtfertigten Doppeloer- d i e n ft e s und andere. Die zweite Hauptfrage ist diese: Ist es notwendig, die drei Formen der Arbeitslosenhilfe, die heute nebeneinander bestehen (Arbeitslosenversicherung Kri'enunterstühung und öffentliche Fürsorge) mehr als bisher aufeinander abzustimmen und sie jede für sich und im Verhältnis zueinander stärker dem veränderten Nisiko der Arbeitslosigkeit anzupassen? Auch der teilweise Uebergang von kurzfristiger zu langfristiger Arbeitslosigkeit, der wachsende Anteil von jugendlichen Arbeitslosen, die Anspannung der Finanzlraft der Gemeinden nötigen zu nüchterner und gründlicher Ueberprüfung der Unter- stützungsformen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, verfügt der Ausschuß weiterhin über ausgezeichnete Sachkenner des Versicherungsrechtes und ber öffentlichen Fürsorge, während er im übrigen absichtlich so zusammengesetzt ist, daß die Probleme von allen Seiten der Theorie und der Praxis und nicht vom einseitigen Spezialistenstandpunkt Beleuchtung erfahren. Der Ausschuß hofft trotz aller Schwierigkeiten seines Auftrages, daß er in dem einen ober anderen Punkte zu positiven Vorschlägen kommen wird, bie geeignet sind, zu einer Verminderung ber Arbeitslosigkeit und zu einer Milderung ber Not zu führen. Men forhert Schuh der deutschen Solzwirtschast. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 18. Febr. (WHP.) Der Finanzausschuß beriet Kapitel I des Staatsvoranschlages: „Fo r st - und K a m e r a I g ü t e r“ zu Ende, das einstimmig angenommen wurde. Landforstmeisler Hesse wies darauf hin, daß die Lage des Wald- b e s i h e s in ganz Deutschland außerordentlich schwierig geworden fei. Die Krise ber Waldwirtschaft fei in erster Linie eine Abs atzkrise infolge des allgemeinen Niederganges ber Wirtschaft. Dazu werde das Holz heute vielfach durch andere Stoffe erseht. Eine der ernstesten Erscheinungen für die Holzwirtschaft sei das moderne Flachdach, ferner die HerstellungvvnStahlmobeln.derEr- sah für den Holzfuhbodenbelag und endlich die Benutzung von Eisen- ober Stahlschwellen durch die Reichsbahn. Besonders ernst sei auch, daß das in Deutschland erzeugte Holz in immer stärkerem Maße durch ausländisches Holz erseht werde, das infolge fehlender Produktionskosten, billigen Arbeitslohnes und günstiger Frachtverhältnisse durch bie osteuropäischen Staaten zu einem Preise auf ben deutschen Markt geworfen werde, mit dem die deutschen Erzeuger einfach nicht konkurrieren konnten. Die russische Einfuhr sei von 1926 mit 468 000 Festmeter auf 2 294 000 Festmeter im Jahre 1930 gestiegen. Abhilfe müsse angestrebt werden auf handelspolitischem Gebiete durch bie Erhöhung bet autonomen Holzzölle für Papierholz und durch die Erhöhung der Holzwarenzölle, vor allem aber durch die Kontingentierung ber russischen Einfuhr. Zur Förderung des Absatzes des deutschen Holzes fei auf eifenbahntarifarischem Gebiete eine Frachtsenkung für Holz und eine Qlenberung der vertikalen Staffelung der Holztarise erforderlich, außerdem müsse ein Abbau der Durchfuhrtarife erfolgen. Um den abgleitenden Holzpreisen entgegenzuwirken, sei auch in Hessen in bescheidenen Grenzen eine Drosselung des Einschlages vorgenommen worden. Für das neue Wirtschaftsjahr sei lediglich ein Gelbetat aufgestellt worden, von einem Materialetat habe man im Hinblick auf die Unsicherheit der allgemeinen Wirtschaftslage Abstand genommen. Die Einsätze wurden außerordentlich sorgfältig geprüft, so daß ihr Eingang mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann. Durch den Abbau von Forstämtern und Förstereien wurde die Senkung der Beförsterungsbei- trä ge ermöglicht. Die Senkung der Beamtengehälter durch das Notprogramm wirke sich in den Voranschlagsziffern noch nicht aus. Bezüglich der PachtPreise werde nach den im vergangenen Jahre vom Ausschuß gebilligten Richtlinien verfahren. Von einer Senkung der Holzhauerlöhne könne nicht gesprochen werden, da bie in vollem Ei «wer nehmen mit ben Gewerkschaften vorgenommenen Qlenberungen vielmehr einen Umbau als einen Abbau ber Lohne darstellten. Die Kürzung der Wegebaukredite soll nur eine vorübergehende Maßnahme fein. Weitere Ausführungen bezogen sich auf die Regiejagden, bie Lefeholzverordnung ufw. Oie Abstimmung. Bei der Abstimmung wird der Landbundantrag, bei der Reichsregierung für eine Erhöhung der Zolle für Schnitt- und Rundho lz und für die Einführung des Zolles auf Papierholz mit 6 Stimmen bei 7 Stimmenthaltungen angenommen. Mit 8 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen angenommen wird der Landbundantrag, eine Kontingentierung der Holz einfuhr aus dem Auslande von der Reichsrcaierung zu fordern. Einstimmige Annahme fand ein weiterer Landbundantrag, bei staatlichen Arbeiten nur beut« sches Holz zu verwenden. Annahme fand ein Zentrumsantrag, für die fünf Forstämter deS ehemals besetzten Gebietes Wegebaukosten aus dem Ruhrfoni^ zu entnehmen. Auf einen sozialdemokratischen Antrag hin wird die Regierung ermächtigt, einen Betrag von 200 000 Mark für Wegebaukosten zu verwenden. Einstimmige Annahme fand ein Zentrumsantrag, die Regierung solle mit allen Mitteln die Propaganda für den Holzhausbau unterstützen. Kapitel II S i e d l u n g s we s e n wird einstimmig genehmigt. Der Finanzminister erklärt dabei, daß die Verhandlungen über den Ankauf des Besitzes von Stolberg-Wernigerode zur Zeit ruhen, da der Staat die erforderlichen langfristigen Gelder nur zu einem hohen Zinsfuß erhalten könne. Von sozialdemokratischer Seite wird die Regierung aufgefordert, äu verhindern, daß dieses für Siedlungszwecke sehr geeignete Land der Spekulation in die Hände fällt. Aus aller Welt (Eröffnung der großen Berliner Automobilausstellung. Die große Berliner Automobilausstellung, tne nach zweijähriger Pause in der Ausstellungsstadt „Am Kaiserband" veranstaltet wixd, ist Donnerstag ohne irgendwelche Feierlichkeiten für den allgemeinen Besuch geöffnet worden. Die Schau, die den Namen „Internationale Automobilausstellung Berlin 1931" führt, bietet einen umfassenden Ueber&lia über die deutsche und ausländische Automobiltechnik. Sie ist vor allem geeignet, jeden Besucher davon zu überzeugen, daß die deutsche Autotechnik nicht nur Hervorragendes leistet, sondern in den letzten Jahren Neuarbeit auf den verschiedensten Gebieten vollbringen konnte. Die Schau vereinigt alle bedeutenden Werke auf dem Gebiete des Automobilbaues und gibt so einen Ueberblicf über die technische Entwicklung. Bei allen Konstruktionen ist die Pendenz maßgebend, eine Vereinfachung der Wartung des Fahrzeuges auf ein Mindestmaß herbeizuführen und aus dem Fahrzeug einen Gebrauchsgegenstand zu entwickeln, der jederzeit betriebsfertig ist. Die Ausstellung hat weit über 400 ausstellende Firmen zu verzeichnen, unter ihnen 31 deutsche Automobilfabriken und 41 Fabriken des Auslandes. Zwei Münchener Theatergefellschaften stellen ihre Zahlungen ein. Wie von der Deutschen Allgemeinen Treuhand- AG in München mitgeteilt wird, haben die Firmen Hans Gruß, Deutsches Theater in München, und die Deutsche Theater ®. m. b. H. München, ihre Zahlungen eingestellt. Cs scheint hier der leider jetzt so häufige Fall eines zwar noch vorhandenen Ueberschusses der Aktiven über die Passiven, aber verbunden mit einer akuten Illiquidität vorzuliegen. Mit der Aufstellung und Durchführung des Sanierungsplanes ist Prof. Dr. Rhein ström in München betraut. Die Hauptursachen ber. Krise sollen in großen Verlusten aus dem Starnberger Unternehmen der „Bonbonniere" und in der Belastung mit Steuern und sozialen Lasten liegen. Den letzten Ausschlag gaben die schlechten Einnahmen des eben zu Ende gegangenen Faschings. Eine Kopie des Remarque-Films in Holland verbrannt. In der nahe der deutschen Grenze liegenden Stadt Enschede drangen in der Nacht mehrere unbekannte Personen in das Filmtheater „Alhambra" ein, entwendeten im Vorführungsraum den Remarque-Film „Im Westen nichts Neues", der in dem Theater bereits feit 14 Tagen vorgeführt wurde und steckten ihn hinter dem Thea- ter in Brand. Der Film wurde voUkornmen vernichtet. Die Direktion des Filmtheaters hatte in den letzten Tagen wiederholt anonyme Drohbriefe erhalten, in denen die sofortige Einstellung der Vorführung des FilmS gefordert wurde. Im Hinblick auf diese Drohungen hatte die Direktion bereits vor mehreren Tagen ihre Absicht wieder aufgegeben, in Extrazügen deutsche Filmbesucher aus der Gegend von Dortmund nach Enschede bringen zu lassen. Sämtliche Schulen In Bottrop wegen Grippeerkrankungen geschloffen. Wegen zahlreicher Grippeerkrankungen ordnete der Stadtschulrat im Einvernehmen mit dem Kreis- und Stadtarzt die Schließung sämtlicher Volksschulen und der Mittelschule bis einschließlich Samstag dieser Woche an. ' Lawinenunglück. Ain Dienstag ging von dem schmalen lieber- gang Kreuzbergalm und Elendalm bei Day - rö4ch-Zsll eine Lawine nieder, durch die der Student Richard Radenbach, ein geborener Westfale, verschüttet wurde. Das Lawinenfeld hatte etwa 700 Meter Länge, 3 bis 4 Meter Tiefe und 20 Meter Breite. Die Rettungsarbeiten wurden sofort ausgenommen, blieben aber bis jetzt ohne Ergebnis. . Schwere Unwetter über Italien. Aus allen Teilen Italiens werden schwere Unwetter gemeldet, die sich im Norden in Schneestürmen und im Süden in Regengüssen und Gewittern auswirkten. Der lat« kusplatz. in Venedig steht infolge des außergewöhnlich hohen Standes des Meeresspiegels zwanzig Zentimeter unter Wasser. Aus Mailand und Umgebung wird starker Schneefall gemeldet, der viele Unfälle verursachte. Die Straße Parma—Spezia ist stellenweise durch Schneeverwehungen gesperrt. Im Hafen von Livorno führte der Sturm zum Zusammenstoß mehrerer dort vor Anker liegende Schiffe, die beschädigt wurden. Ueber Rom und Neapel entluden sich schwere Gewitter. In Neapel sind einige Stadtteile überschwemmt. Im Bergland von Bel- luno gehen zahlreiche Lawinen nieder. Eine Lawine zerstörte die Starkstromleitung, so daß ein Teil der Stadt Belluno ohne Licht ist. Holländische Grube fördert deutsche Kohlen. Ein interessanter Prozeß wird zur Zeit vo» dem Gericht in Maastricht geführt. Die holländische Grube Dominial in Kirchrath hat unter der deutschen Grenze hinweg Stollen vvrgetrieben und gewinnt so auf deutschem Gebiet unterirdisch Kohlen. Vor der Zivilkammer ses Landgerichts in Maastricht wurde nun in einer Verhandlung die Frage erörtert, ob die Dvminialgrube die Kohle bezahlen muh. Als maßgebend wurde die Frage aufgeworfen, ob Holland auf Grund des Wiener Vertrages von 1815 Souveränitätsrechte auf das unterirdische Gebiet hat. Das Urteil ist noch nicht gefällt worden. ___ n Hur i U"°u L ML sfess K?chL^ ‘‘omöbilausffeUunx LL?r K-r *< jS- , dor allem !,8U uberzeua-ii ?r hT «SJ n lebten Jahren ^Gebieten »oll. 'm’9* alle bedeu- J.^tomobU. JjJÄÄMien ift .^emlachMtz bet £'\Wm Leinen Wit, btt jebe^eit un0 hat weit über .verzeichnen, unter ™ und 41 Da, 'gefellfihastm en ein. -meinen Treuhand- ' A Haden die Ar- * Theater in Mün- ® m- b. Sy Mn- - It Es Icheint hier ll eines zwar noch cs der Mtiven , Kunden mit einer Dtjulicgcn. 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Denkt an die Rot! Städtische Nothilfe 1930 merkbar machen werden. Vorhersage für Freitag: Vorübergehend trocken, dunstiges und bewölktes Wettes zeitweise auch Aufklaren, Nachtfrost. Amtliche wintersportnachrichten. Vogelsberg, Hoherodslopf: Klar, -- 3 Grad. 120 cm Schnee, Schneedecke gefroren; Sportmöglichkeiten sehr gut. Sauerland, Wintcruecg: Klar, — 4Grad. 105 Zentimeter Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut. Schwarzwald, Feldberg: Klar, —6Grad, 200 cm Pulverschnee; Ski uno Rodeln sehr gut. Alpen, Garmisch-Partenkirchen: — 5 Grad, 65 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut. Lieber Stuhlverstopfung und Abführmittel. Line Veröffentlichung in der ärztlichen Fachpresse und dem Arbeiter an einem Tisch. Hier findet er die Volksgemeinschaft, di« er erlebt haben muß, wenn er ihr Führer werden soll. Deshalb sollen Studenten wandern! Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Vutter 120 bis 130 Pf. (Kochbutter von 110 Pf. an). Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bis 140. Wirsing 25 bis 30 (pro Zentner 15 bis 20 Mk ). Weißkraut 12 bis 15 (pro Zentner 8 bis 10 Mk.). Rotkraut 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.). Virnen 20 bis 40, Dörrobst 30 bis Kartoffeln 3.5 bis 4 (pro Ztr. 2.50 bis gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 Spinat 30 bis 35. ^Interkohlrabi 5 Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 Feldsalat 100 bis 150. Tomaten 70 Zwiebeln 10 bis 12. Meerrettich 30 Schwarzwurzeln 30 bis 40. Acpfel 30 Büdinger pefrimarft I! Büdingen. 18. Febr. Durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der nahen Gemarkung Rinderbügen wurde der diesjährige Petrimarkt empfindlich beeinträchtigt. Der meist sehr gut beschickte Schweinemarkt muhte auLsallen. Der Krämermarkt wurde diesmal wieder in der Stadt, auf dem alten Marktplatz abgchalten, und nur der Pferde- markt fand - crüf dem neuen Marktplatz statt. Es waren etwa 30 Pferde aufgetrie- ben. Der Handel war. der Wirtschaftslage entsprechend. sehr schleppend. Die Preise bewegten sich in der Höhe der Frankfurter Notierungen. Lebhaftes Interesse erregte die am Montag und Dienstag veranstaltete Zugleistungs- Konkurrenz. Die Länge der zu durchfahrenden Dahn betrug 2.5 Kilometer, die Last für alle Rassen und Klassen der Pferde das dreifache Pferdegewicht. Für die Sieger waren neben Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 19. Februar 1931. Studenten sollen wandern! Von Prof. Dr. Iaeck, Marburg. Der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen läßt es sich angelegen sein, das Wandern der Studenten zu fördern. Grundsätzlich stehen di« Jugendherbergen auch den Studenten offen, und zwar zu den gleichen Bedingungen wie der übrigen Jugend. In Bezug auf die Ausweispflicht ist insofern eine außerordentliche Erleichterung einaetreten. als Studenten bis zum 25. Jahr nicht mehr einer Mitgliedskarte bedürfen, sondern, ebenso wie die unter 20 Jahre alten Studen- * ten, nur eines Bleibenausweises, jedoch mit dem Zusatz „Für in Berufsausbildung Begriffene", der für 50 Pf. von der hiesigen Ortsgruppe oder Ausweisausgabestelle zu beziehen ist. Deren Anschrift ist am Schwär- zen Brett jeder Hochschule angegeben, lieber die besondere Bedeutung, welche das Wandern für die Studenten hat, geben wir dem Direktor des Institutes für Leibesübungen an der Universität Marburg das Wort. D. Red. Studenten sollen wandern. Sie sollen nicht 10 Semester lang hinter ihren Buchern hocken, sie sollen ober auch nicht ihre Freizeit in den Kneipen verbringen, sie sollen hinaus in Berg und Wald. Es ist den Studenten eine große Freiheit gegeben. Menn man so will, ist ihnen auch viel Freizeit gegeben. Dem jungen Angestellten und dem jungen Arbeiter mangelt beides, und sie können nur unter großen Schwierigkeiten ihre Fahrtenpläne durchführen. Anders der Student. Er ist Herr über seine Zeit. Herr über die Einteilung feiner Studienarbeit im Semester und in den Ferien. Es lassen sich in der Semesterzeit stets einige Sonntage und zuweilen auch der Samstag für Wanderungen frei- machen. In den Ferien wird sich eine mehrtägige Wanderung zwanglos cinfchalten lassen, wenn der Student nicht gezwungen ist, feinen Unterhalt durch Werkarbeit zu verdienen. Man mag einwenden, daß Studienfahrten aller Art ohnedjes schon den Hochschüler hinausbrinaen. Der Biologe, der Geograph, der Geologe veranstalten „Exkursionen", für den heimatkundlichen, den geschichtlichen und den kunstgeschichtlichen Unterricht werden Ausflüge der verschiedensten Art veranstaltet. Die Juristen und Mediziner haben ihre Besicht!, gungsfahrten. Es fragt sich nur, ob diese Unten nehmungen in unserem Sinne als „Wanderungen gewertet werden können. Das hängt von dem Dozenten ab, der sie durchführt. Doppelt wertvoll, wenn er etwas von echtem Wandergeist verspüren Darüber hinaus aber sollen die Studenten selbst eine Wanderbewegung schaffen. So wie sie verantwortlich sind für die Gestaltung der Studienarbeit am Hochschulort selbst, so sind sie auch verpflichtet, alle Möglichkeiten im weiteren Rahmen auszuschöpfen, die ihnen geboten werden. Studienaufaa- ben, die auf den von Dozenten veranstalteten Lehr- Wanderungen gestellt werden, können die Studenten auf eigener Unternehmung vielfältig ergänzen. Sie müssen nur hinausziehen und die Augen offen holten. Und wenn sie die 3 bis 4 Hochschulen, die fic im Laufe des Studiums besuchen, als Standort anfehen, von wo aus sie planmäßig die Umgebung durchstreifen, so werden sie eine feste Anschauung von Land und Leuten, Wirtfchast und Lebensform erwerben. Manchmal kommen die Studenten ms Ausland, und kennen noch nicht einmal ihte deutsche Heimat. Das ist nicht gut. Biel wird heute gesprochen von der Verpflichtung des deutschen Studenten, während der Studienzeit außer wissenschaftlicher Bildung planmäßige körper- liche Uebungen zu pflegen. Reden Turnen und Svort rechnen wir auch das Wandern zu den Leibesübungen. Richt als ob wir es betreiben wollten wie einen Wettkampf, ober um Höchstleistungen zu erzielen. Richtige Wanderung ist gesunde, starkmachende und frischerhaltende Leibes- Übung im besten Sinne. Darüber hinaus ist während der Wanderung oder auf der Rast Gelegenheit, Schwimmen, Rudern und andere Kärveröbungen in vielfältiger ftorm brau&en im freien Gelände zu treiben Das Wandern gehört mit zu den Zielen der körperlichen Erziehung, deren Durchführung gerade aus den Kreisen der Studentenschaft im letzten Jahrzehnt mit Rachdruck immer wieder aeforbert wurde. Doch nickt nur deshalb tollen die Studenten wandern Es ist das studentische Leben häufia stark auf einfeitiae AKschließuna aeaen andere Lebenskreise einaestellt. Das maa seinen Vorteil hohen, aber es barf nicht "irn Kastenaeist verengen. Da hisst das Wandern. Auf der Landstraße lernt der Student nicht mir Land, sondern auch Leute kennen: in der Jugendherberge findet er sich mit dem Kaufmann namhaften Geldpreisen auch Wertvolle Ehrenpreise gestiftet worben. Die Ergebnisse: Arbeitsschlag Klaffe (Zweispänner, 11 Gespanne): 1. K. Vähr (Rohrbach) für zwei Gespanne je 311' , Punkte; 2. L. Türk (Ork«- Hausen». 300'/. Punkte; 3. Karl Eisele «Hof Tiergarten) 273' . Punkte. Klasse B (Einspänner. 3 Gespanne): 1. Phil. Schmück lBüdingen). 293'/, Punkte; 2. Fritz Gaul (Büdingen). 283*/« Punkte. Wagenschlag: Klasse A (Zweispanner, 4 Gespanne): 1. K. Flemming Wwe. (Büdingen). 330', Punkte; 2. K. Bähr (Rohrbach), 324 Punkte; 3. K. Stöckel (Stammheun). 294' , Punkte. Die erzielten Leistungen konnten fast durchweg als sehr gut bezeichnet werden. Der zu gleicher Zeit im RathauSiaal veranstaltete Saatgutmarkt war mit Sommersaatgetreide und Saatkartosseln gut beschickt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 20. Februar. Kapelle des Alten Friedhof». 18 Uhr: Pafsions- andacht; Pfr.Lenz; 20.30 (pünktlich): Abendandacht für Studenten. — Llifabeth-Kleinkinderfchule. 20: Passionsandacht, Pst. llic. Waas. Israelitische Gemeinden Israelitisch« Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (eübanlage). Samstag. 21. Februar. Vorabend: 5.30 Uhr; morgens 9; abends: 6 u. 6.40 Uhr. Israelitische Religionsgesellschasl. Sabbatfeier den 21. Februar. Freitag abend 5.25 Uhr, Samstag vor- mittag 8.30; nachmittags 5.55; Sabbatausgang 6 40. — Wochengottesdienst: morgens 7; abends 5.30 Uhr. Oie Wetterlage. Ein Wald taucht pus dem Meere auf. Es ist nunmehr entdeckt worden, däß infolge des großen Erdbebens in Reufeeland in der Gegend zwischen der TaumatuHnfel und dem Festland in der Näh« von Gisborne ein bisher unter Wasser gelegener Wald an die Oberfläche gekommen ist. Der Meeresboden hat sich mehrere Meter gehoben, und man sieht, wie aus ihm zahlreiche kleine Geys er hervorsprudeln. Das ganze Gebiet ist mit Seegras bedeckt und anscheinend durch die Erschütterungen an die Oberfläche gebracht worden. Bei Ebbe kann man die Stümpfe d e r Bäume sehen. Drei Kinder erstickt. Durch unvorsichtiges Spielen mit Feuer kamen auf einem Gehöft in der Nähe der ungarischen Stadt Kecskemet drei Kinder ums Leden. Wahrend der Abwesenheit der Bäuerin, die vor dem Ausgang das Feuer noch sorgfältig im Ofen gelöscht hatte, hatte das älteste Kind das Feuer wie der an gezündet. Als die Bäuerin von dem Em- kaufen nach Haufe kam, fand sie ihr« drei Rinder vorn Qualm erftiett. Die vergwerksexplosion In Fufchun. Während die füdmandfchurische Eisenbahngcfell- schast in Abrede (teilt, daß bei der kürzlich erfolgten Explosion im Fuschunbezirk Menschcnver. lüfte zu beklagen waren, bleiben chinesische Presse- Meldungen aus Mukden weiter der Meinung, daß mehr als 3000 chinesische Bergleute und 30 bis 40 japanische Ober feiger in den Flammen umgekommen seien, als die Direktion die Schließung des Schachtes anordnete, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. (Ein Telegramm aus Nanking besagt, daß das Innenministerium die Behörden von Mukden um Entsendung von Beamten zur Untersuchuna der Vorfälle und zur Einleitung eines Hilfswerks für die Familien der Opfer ersucht hat. (Dezember 1930) von Dr. med. S. Haase, Berlin. Gewiß ist es bei der Behandlung der Stuhlverstopfung dringend erforderlich, zuerst die Grund- krankheit zu erfassen und das ursächliche Moment zu beseitigen, sei es, daß dieses in falscher Lebensweise, mangelhafter Diätetik, organischen Erkrankungen usw. besteht. Andererseits ist es vor allem wichtig, durch ein richtig ausgewähltes und vernünftig angewandtes Abführmittel regelmäßige, weiche Stühle zu erzielen und den Darm optimal (möglichst ausgiebig) zu entleeren. Und da kam es mir daraus an, unter der Legion der Adführmiitel eines auszuwählen, das erstens völlig unschädlich, zweitens durchaus zuverlässig war und drittens so wirkte, daß es den vorhandenen Zustand nach Aussetzen nicht noch verschlimmerte. So bin ich im Laufe der jahrelangen Versuche mit den verschiedensten Mitteln zu den altbewährten, in jeder Apotheke erhältlichen Schweizerpillen des Apothekers Richard Brandt zurückgekommen. Sie haben vor allem den Vorzug, daß sie frei von allen Chemikalien sind und nur rein pflanzliche Stoffe enthalten. In den meisten Fallen kommt man mit 1 bis 2 Pillen, die am besten abends vor dem Schlafengehen genommen werden, aus. Die Nachtruhe wird hierbei keineswegs gestört, und am nächsten Morgen erfolgt der Stuhlgang ohne Schmerzen und ohne irgendeine unerwünschte Nebenerscheinung. (Eine Gewöhnung tritt nicht ein. 117V Zusammenlegung der Mag. Institute in Minz. Man schreibt uns aus Gießener Lehrer- | kreisen: Der Samstagbericht des Gieß. Anz. bracht« aus dem Finanzausschuß des Hess. Landtags folgende Abstimmung über den Kultusetat: Mit 7 gegen 4 Stimmen — bei einer Enthaltung —* wird folgender sozialdemokratischer Antrag angenommen : „Sie Zusammenlegung der pädagogischen Institute oderdieEr- richtung neuer pädagogischer 3 n ft l - tute betrachtet der Ausschuß alseine Angelegenheit der Derwaltun g". Das bedeutet, wenn man die Absichten der Regierung, die sie seit einiger Zeit mit Bestimmtheit verfolgt, kennt, Aufhebung des Instituts in Darmstadt und Verlegung der gesamten Ausbildung des Lehrernachwuchses nach Mainz. Die gegebene Stätte für das Studium der Pädagogik in Hessen, d i e Landesuniversität Gießen, würde damit für das Studium der Dolksschullehrcr erneut ausgeschaltet werden. Und dabei kennte doch unseres Wissens gerade in Gießen, wo die entsprechenden Dozenten, die verschiedenartigsten Forschungsinstitute und eine große Universitätsbibliothek vorhanden sind, die Ausbildung der zukünftigen Lehrer weit billiger und umfassender ermöglicht werden als in Mainz. Für Oberhessen bedeutete die Verlegung nach Mainz aber noch einen besonderen Nachteil. Sehen wir uns einmal folgende Zahlen an: Im Darmstädter Pädagogischen Institut studieren z. Z. 181 Hessen (47 auS Darmstadt, 52 aus der Umgebung von Darmstadt und 82, darunter nur 32 Oberhessen, aus weiterer Entfernung), und in Mainz 111 Hessen (45 aus Mainz selbst, 25 aus der Umgebung und 41, darunter nur 11 Oberhess en, aus weiterer monlag". — Astoria-Lichtspiele: „Das letzte Fort" und „Seine Gefangene". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 20 Uhr, Erstaufführung von Moliöres: „Der Misantrop" DberfpieU (eiter Walter Bäuerle hat den Text einer vollkommen freien Bearbeitung unterzogen und di« ursprünglich 5 Akte auf 3 Akte zusammenaezogen. Durch diese Umstellung wurde eine teilweije Reu- sormung von Szenen bedingt. Die Spielleitung (Regie: Walter Bäuerle) wird das Stück in modernem Stil herausbringen. — Männer- und F r a u e n - D e r e t n i - gung der Matthäusgemeinde. Man schreibt uns: Am morgigen Freitag. 20 Uhr, veranstaltetet die Männer- und Frauenvereiniguna der Matthäusgemeinde im Matthäussaal einen Lichtbildervortrag. Universitäts.Gartenbauinspektor i.R. R e h n e l t wird über Leben und Werk des großen amerikanischen Obstzüchters Luther Burbank sprechen und die Bedeutung der von Burbank herausgestell- ten neueren Erblichkeitsl^hre an Pflanzen mit be» anderer Berücksichtigung dieser Erblichkeitsgesetze ür Volks- und Familienleben zeigen. Gäste sind »erzlich willkommen. Die Gemeinde ist herzlich ein- geladen. (Siehe Anzeige von gestern.) — Der Allgemeine Deutsche Frauen- verein, Ortsgruppe Gießen, veraßstaltet in Verbindung mit dem Gießener Lehrerinnen- Verein am Samstag, 21. Februar, 20.15 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität einen Vortragsabend. Frau Dr. Gertrud Bäumer wird über das Thema „Familie und Beruf im Frauenleben" sprechen. — Siehe heutige Anzeige. — Lichtspielhaus, Bahnhof st raß«. Am nächsten Sonntag. 11.15 Llhr, läuft im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, wieder «in Kulturfilm, der d«n Besuchern das Paradies der Süds«« vor Augen führen wird. Cs handelt sich bei diesem Film um «inen Expeditivnssilm des Kapitäns Frank-Hurley, der Neuguinea durchstreift« und die Schönheiten und Eigenheiten dieses Landes im Bilde festhielt. Der Film bringt u. a. auch Unterwasseraufnahmen, die die Vielfältigkeit der Bewohner des südlichen Meeres offenbaren werden. (Siehe heutige Anzeige.) , Ehrung eines Lebensretters. Der Herr Minister des Innern hat durch Verfügung vom 9. Februar 1931 dem Gerichtsassessor Kurt Neuen- 1) a (i e n au» Gießen für die Rettung des Otto Rink aus Gießen vom Tode des Ertrinkens aus der Lahn die Anerkennung der hefsiichen Regierung ausgesprochen. _ * Abendandacht für Studenten. Die letzt« Abendandacht dieses Semesters findet am morgigen Freitag, 20. Februar, 20.30 ilfjr pünktlich in der Kapelle auf dem Alten Frredhos statt. Cs ist beabsichtigt, im Mai die Andachten wieder aufzunchmen. Fremdenvorstellung im Gießener St.. d11heater. Man schreibt uns aus dem Stadt theaterbureau: Das Stadttheater bringt am Sonntag, 22. Februar, unter der Spielleitung von Dr. Karl Ritter das erfolgreiche Lustspiel: „Leinen aus Irland" als Fremdenvorstellung zur Aufführung. Dieses Lustspiel hat den Oesterreicher Stephan Ka> mare zum Autor, der sich die Bühne im Sturmschritt erobert hat. Anfang: 18.30 Uhr; Ende: 21.30 Uhr. „ ** Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, muß der heutige Dortrag des Prioatdozenten Dr. Bötticher wegen Erkrankung des Vortragenden verschoben wer- Öe•• Goldene Hochzeit auf Burg Gleiberg. Am morgigen Freitag, 20. Februar, kann der Kastellan und Durgwirt auf Burg Gleiberg, Sebastian Niebergall, mit seiner Ehefrau Elisabeth geb. Koch, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Das Jubelpaar, das sich in weiten Bevölkerungskreisen besten Ansehens und großer Beliebtheit erfreut, befindet sich noch in aus- gezeichneter körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Irn kommenden Sommer können die Jubilars auch auf ihre 50jährige Tätigkeit als Burg- Wirte zurückblicken. " Tarifabschluß für die Einzelhandelsange stellten. Wie der Gewerkschaftsbund der Angestellten (GDA.) uns mitteilt, wurden am Dienstag zwischen den Angestelltenorganisationen und dem Verein der Einzelhändler E. V. in Gießen mit Wirkung vom 1. Februar ab neue Gehaltssätze vereinbart, die eine Kürzung der Tarif gehälter von 4,5 Prozent für die Gehilfen und 5 Prozent für die Gruppengehälter mit sich bringen. Die neuen Sähe werden wiederum allgemeinverbindlich erklärt werden. Damit ist die Tariskündigung für die Einzelhandelsangestellten zum Abschluß gebracht. Da Tarif- gehälter Mindestgehälter sind, soll nach Möglichkeit auch weiterhin für leistungsfähigere Angestellte eine übertarifliche Zulage gewährt werden. •• Todesfälle in Gießen. Es verstar- ben in Gießen in der Zeit vom 1. bi- 15. Februar: 1. Christian Adolf Holland, ohne Beruf, 85 Jahre. Grabenstraße 3. 2. Elisabeth« Margarete Zutt, geb. Leichrweiß, 63 Jahre. Marburger Straße 56. Wilhelm Wehn, Installateur, 69 Jahre, Aulweg 55. 3. Peter Dittmar, Kutscher, 62 Jahre. Schützenstrahe 8. 4. Mathilde Dingeldein, Lchrcrm i. R.. 77 Jahre. Rord- anlage 49. Wilhelmine Decker, geb. Seelbach. Witwe. 77 Jahre, Bahnhofstraße 51. 5. Wilhelm Schmidt. Maurer. 54 Jahre. Krofdorf er Straße 8. 6. Luise Hanstein. Lehrerin i.R., 89 Jahre, Steinstrahe 51. Elise Rinn, geb. Winterstein. Witwe, 71 Jahre, Weserstraße 1. Eharioue Altensen, geb. Münch. 64 Jahre, Tr.tchstraßc 12. 10. Walter Schmitt, 9 Jahre, Fr.edensstrahe 45. Margareta Steuerwald. geb. Jvr ch. 34 Jahre, Kaiseralle« 24. 11. Gisela Klara Erna SieverÄ. 1 Monat. Frankfurter Straße 144. Karoline Schupp, geb. Klös, Witwe. 79 Jahre. Steinstrahe 29. 12. Johanna Katharina Franziska Else Iohannette Sonntag, geb. Schlitt, 59 Jahre. Braugasse 2. Emilie Schneider, geb. Seipp. 59 Jahre. Aus der Weißerde 6. 13. Else Elisabcthe Reinhardine Schmitt, geb. Frees. 35 Jahre. Zriedensstraße 45. 15. Margarete Simon, geb. Keller. Witwe, 77 Jahre, Sicher Straße 101. •• Freie Lehrer st elle. An der Volksschule zu I l b e n st a d t (Kreis Friedberg) ist ein« Stelle für einen evangelischen Lehrer freigeworden. Eine Dienstwohnung (zwei Zimmer und Küche) ist vorhanden. Die Störung über Frankreich schrumpft auf am- __men und verlagert sich mehr südlich. Da wir in- Gntfcrnun8>. Ä292 ol,o I Ä SÄ vo.kerung, unter der zu wirken «r berufen toab, , t Ausläufer weiter südwärts nach den ganz anders verwachsen aß naJ?KmHirtJn britischen Inseln vorgeschoben, jedoch werden fio amte. D:« Mehrzahl der ^lt^b«n Zukunft g^r n0$ fcincn Einfluß bei uns gewinnen, Lehrer stammt aber «us den 6^ten ®atmftaot pudern erst später Störungsbildungen hervor- 60“cnO. «Sfiammt olfo I rufen, die sich In Milderung uni, Eintrübung be- schicht, deren gedankliche Einstellung doch beispielsweise setzw verschieden ist von der unserer oberhessischen und der Odenwülder Dauern. Di« Eingewöhnung bei ihnen ist an sich nicht leicht und dürfte dem Großstädter besonders schwerfallen. Die Landflucht der Lehrer oder mindestens ihre Landfluchtsehnsucht würde dann sicher ein Ausmaß annehmen, das der Schule und damit dem Staat nicht gut bekäme. 2. Die Dekadenz ist entschieden bei der städtischen De- völkerung stärker vorhanden, als bei dem Landvolk. (Es soll dies nur eine Feststellung, kein Dorwurf sein.) Sie wird sich für di« Volksschule im Laufe der nächsten Jahre bei dem starken Lehrernachwuchs aus den großen Städten als kein Plus erweisen. 3. Wenn der Zustrom zum Pädagogischen Institut in Mainz aus Oberhessen derselbe bleibt wie bisher, d. h. nur 10 Prozent (11 Studierende von bisher 111), dann würde Oberhessen mit seiner großen Landbevölkerung ganz besonders benachteiligt werden, der Staat und die Schule selbst als Ganzes aber auch, weil sie den Lehrernachwuchs aus unserer gesunden, kernfesten oberhessischen Landbevölkerung gar nicht entbehren können. Aus diesem Grunde sollte von der Regierung nachdrücklichst die Einrichtung eines pädagogischen Instituts an der Landesuniversität schon für die aller- 7 QWolkenlos. (9 neuer o n«iD oeo«*t ® noixiq. • otdtcu «Regen * Sehnte A Qriupem • MeOct K Gewitter ©windjtme. «O XW leichter Ost y mlsstgtr Suoiuowesi jturr.ischci «ordwesl Bit pteitc fliegen mit gern winde Vie oeioen Stationen dienenden zat> len gehen die Temperatur an 0>e lm,en reromdtn Orte mit gleichen! auf rteeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Nüsse 50 bis 60, junge Hähne 90 bis 110, Honig 40 bis 50, Suppenhühner 90 bis 110 pro Pfund; Tauben 70 bis 80. Eier 12 bis 13, Blumenkohl 40 bis 70, Salat 25 bis 30, Endivien 20 bis 50, Obcrkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15. Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pfennig pro Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Hausfrauenberatung: Vortrag über „Zeitgemäße Er. näyrunz' von br. med Malech, 20 Uhr im „Andres". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rofen- o -2 O 7Jan it(X iberdet Scill; Ricgcbt. '2 2i ■Val homogs^^ 4 O Perbn- Preiswertes Angebot Zur Konfirmation und Kommunion 465 I an Schwarze u. weiße Wollstoffe in großer Auswahl von X’ V 129? D 1 Kleider I Regie: Hans Steinhoff (Vermietungen | Angesehenes Wirischallsunlernehmen I Aka' emikerin mit modernen, zugkräftigen Ein- in selbstänb. ißcriif, richtungen, bietet strebsamen, na,ur. und fportltebenb, sucht Die Darsteller 1247D 19. bis 21. Februar Großes Doppel-Programm Das letzte Fort I Fetter Speck %Pfund 0 25 II. nackte Leben gerettet. 1275 c re Und noch 5%Rabact Limburger Stangenkäse %Pfund 0.13 do. in ganzen Stangen....,Pfund 0.48 Junge Schnitt- und Brechbohnen I 0.60 Stangen-Schnitt- u. Brechbohnen. 0 80 mit Maria Paudler, Heinrich George Drei Europäer als Führer aufständiger Araber im Kampf gegen den fremden Eroberer. 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Gießen, Bad-Nauheim, den 19. Februar 1931. Beerdigung Samstag, den 21. Februar, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Astoria-Lichtspiele Heute Donnerstag bis Sonntag einschließlich: Ferner auf dem Wege des schriftlichen Angebots: zirka 180 fm Fichtenstammholz Klasse la bis 3b, und zwar auf dem Stock. Die Gebote sind mit der Aufschrift „Holzverkauf" bis zum Versteigerungstermin, mittags 1 Uhr, beim Bürgermeister abzugeben. Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Brandoberndorf, den 16. Februar 1931. Der Bürgermeister: Stahl. Ein tüchtiges Mädchen das alle Hausarbeit, uns kochen kann, sucht Stell, bis zum 1.3.31. Scbriftl. Slnneb. nnt. 1967 an d. Gien. Anz. RuaphtflllRip unsere neuon Eintrittspreise: DeaGnienoie mr. o.rgenommenen Reparaturarbeiten sind infolge der kalten Witterung eingestellt worden. Weiter lehrten Bauarbeiter aus dem Holzwald wegen Beendigung der Arbeiten zurück, so daß die Zahl der Arbeitsuchenden auf 3546 an gestiegen ist gegenüber 2568 des Vormonats und 3549 deS Vorjahres. veriehrsgewerbe. • Die Marktlage hat keine Besserung erfahren: da die Reichsoahn die notwendigen Qlroeitai mit dcr verringerten Zahl von Slammarbeitern vornimmt und mit einer Reueinstellung von Zeitarbeitern vorerst nicht zu rechnen ist, dürfte sich auch die Lage im kommenden Monat nicht wesentlich verändern. Die Reichspost hat ebenfalls Aushilfen zur Entlassung gebracht. Die Arbeitsucheirdenzahl betrug 499 gegenüber 405 des Vormonats und 385 des Vorjahres. Lohnarbeit wechselnder Art. Die Beschäftigungsmöglichkeit für die Angehörigen dieser Berufsgruppe ist sehr gering. Arbeiter, die im Holzwald vermittelt waren, sind wegen Beendigung der Arbeiten zurückgekehrt, andere, die mit Straßenbauarbeiten beschäftigt waren, sind wegen Eintritts des Frostwetters entlassen worden. Die Zahl der Ar. beitsuchcnden ist auf 2704 Mark angestiegen gegenüber 1973 des Vormonats und 3061 des Vorjahres. Angestelltenberufe. Die Arbeitsmarktlage für Angestellte hat sich im Januar durch erhebliche Zugänge, besonders in der Tabakindustrie, weiterhin verschlechtert. Obwohl die Vermittlungsmöglichkeit gegenüber den Vormonaten besser war, reichte sie zum Ausgleich des starken Ncuangebots nicht aus. Die Zahl der Arbeitsuchenden erhöhte sich auf rund 800; sie besteht zu 75 v. H. aus männlichen und zu 25 v. H. aus weiblichen Stellensuchenden. Zur Zeit laufen zwei Kurse zur beruflichen Fortbildung von stellenlosen Angestellten, einer für Zehnfinger-Maschinenschreiben und einer für Reichskurzschrift. Be ufsb raiung. Die Abteilung Berufsberatung wurde sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber bim gleichen Monat im Vorjahre viel stärker, und zwar 416 mal von 217 Ratsuchenden (129 männlichen, 88 weiblichen) in Anspruch genommen, von denen 39 (24 männliche, 15 weibliche) aus höheren Lehranstalten, die übrigen aus Volksschulen kamen. 31 Ratsuchende waren f*on ältere Schulentlassene, die entweder vor erneuter Berufswahl standen oder überhaupt erst in eine Berufsausbildung eintreten wollten. Zwölf Knaben, welche die Berufsberatung in Anspruch nahmen, stehen unter Jugendfürsorge. — Zur besseren Feststellung-der wahrscheinlichen Berufseignung wurden 18 Knaben und 6 Mädchen einer Goethes Mutter. 3u hrem 200. Gebur Stage. Don Ernst Liffauer Wielmrd schreibt: „Ich hab' inzwischen von Frau Aja einen großen Brief erhalten, der mich auf etliche Tage guter Laune gemacht hat. Es geht in der Welt nichts über die Weiber von dieser Art, um sich von Poeten und Propheten gefangen nehmen zu lassen... Frau Aja ist die Königin aller Weiber, die Herz und Sinnen des Verständnisses haben." So wirkten die Briese der Frau Rat überhaupt, und so wirkte ihre Person: ihre Erscheinung, ihr Stehn und Gehn, ihr Dasein machte die Menschen froh. Goethe verdankte feiner Mulle* viel mehr als „die Frvhnatur" und „die Lust zum Fabulieren": man muß zumindest diese Worte in weit tieferer Bedeutung erfassen, als es gemeinhin geschiehll Gr empfing von der Mutter die lebendige Kraft des Bmtes. den Sturm und Drang, wie ihn der Vater die ordnende Kraft vererbte, welche diese Mächte dämmte und bannte. Als die Mutter ihr zurief, daß der schwergeborene Knabe, der zu sterben schien, lebe, da, so erzählte ftc Bettina von Arnim noch in ihrem fünfund- siebzigsten Jahr, „da erwachte mein mütterliches Herz und lebte seitdem in fortwährender Begeisterung bis zu dieser Stunde!" In diesem Satz sind eigentlich die mittelsten Kräfte ihrer Ratur enthalten: das mütterliche Herz, die fortwährende Begeisterung. Goethe, der immer das Wesentliche sieht, bemerkt in der „Aristeia der Mutter", wie in ihr „das allgemeine Muttergefühl gegen einen Sohn, gegen ihren Erstgeborenen, sich in eigentümlicher Weise hervortat": sie ist ein Urbild der Mütterlichkeit. Goethe und seine Freunde haben das schon früh empfunden, sie gaben ihr den *21 amen „Frau Aja", nach der Mutter der vier „Haünonskinder" in dem deutschen Volksbuche. Eine überströmende, ausstrahlende Ratur. „Lust und Liebe sind die Fittiche zu großen Taten", heißt es bei Goethe: ihre große Tat ist, daß sie diesen Sohn geboren, erzogen, wohl auch in den Zwisten mit dem schwierigen Vater gedeckt bat; Lust und Liebe sind die Kräfte, mit denen sie ein volles, breites, noch jetzt nachleuchtendes Dasein lebt. Der geborene Briefschreiber ist oft ein heimlicher, ein unentfalteter Dichter ohne eigentlich gestaltende Kraft, und diese Frau Aja, ihre Briefe bezeugen es allenthalben hat ein gu.es Teil solcher dichtcrllch bildenden Kraft von Ratur mitbekommen. Als ihr Haus verkamt werden soll, schreibt sie an ihren Sohn: „Zweytens muh ich vor allen Dingen meinem Stand und meinen Würden gemäß ein Logic haben — daß ich mich in meinen letzten Lebens Jahren nicht zu guterletzt herunter sehe. Denn im 51 en Act soll ablautirt und nicht gepfeissen werden." Vor allem: sie hat Humor. Ein großer Teil ihrer Briefe spritzt und füttert von Lustigkeit, von ilebermut, der aus dem Geblüt stammt, das Lachen flieht ihr aus Herz und Wesen unmittelbar in die Feder. Briefe schreiben, fröhlich schreiben, das ist ihr wie Atmen und Sprechen, und ein großes Teil ihrer Bilder und Gleichnisse, Berichte und Erzählungen glänzt von der Heiterkeit ihrer Ratur. Drei Zentner Papiere hat sie durchsucht: „Hercules mistete einmahl einen Stall aus, und wurde vergöttert — gemistet habe ich — aber mit der Vergötterung Wils noch nicht so recht fort." Lind sie kannte sich, ihren Wert, ihre Kraft, öfters spricht sie von sich, ganz unbefangen, völlig naiv: „Doch da mir Gott die Gnade gethan, daß meine Seele von Jugend aus keine Schnürbrust angefriegt hat, sondern daß sie nach Herhens lüft hat wachsen und gedeihen, ihre Aeste weit ausbreiten können u. s. w. und nicht wie die Bäume in den langweiligen Zier Gärten zum Sonnensächer ist verschnitten und verstümmelt worden: fo fühle ich alles was wahr, gut und brav ist. mehr als villeicht Tausend andre meines Geschlechts." Tumult hat fie in sich, Ungeduld. Leidenschaft vibriert in ihr. Als Goethe seinen Besuch ankündigt, schreibt sie ihm in aller Freude diese weisliche Rachschrift: „Well aber deine Vorsätze sich öffters wunderbahr verändern .. , fo lasse mich ja nicht vergeblich warten — so waS Ian ich durchaus nicht vertragen." Lind fo gebt psychologischen Eignungsuntcrsuchung. sowie acht Knaben und fünf Mädchen einer besonderen ärztlichen Untersuchung unterzogen. Auf ausdrücklichen Wunsch von Arbeitgebern sind neun Knaben und fünf Mädchen auf ihre voraussichtliche Berufstaug- lichkeit begutachtet worden. Die 129 männlichen Ratsuchenden äußerten 51, die 88 weiblichen 21 verschiedene Berufswünsche. Verhältnismäßig am Meisten begehrt sind bei beiden Geschlechtern immer noch die kaufmännischen Berufe. Alsdann kommt die große Zahl derjenigen Knaben und Mädchen, die überhaupt nicht wissen, was sie werden sollen. Be- sonders bevorzugt wurden von Knaben noch die Berufe des Elektrikers, Autosch'ossers, Malers und Weißbinders, auch Schuhmachers und die Lebensmittelberufe, Metzger und Bäcker, von den Mädchen vor allem der Beruf der Schneiderin. Im allgemeinen sind infolge des schwach m Lehrstellenmarktes die geäußerten Berufswünsche nicht immer recht beständig. Aus Angst, keine Lehrstelle zu bekommen, ändern viele Jugendliche allzuleicht ihre Berufs- wünsche. Neue offene Lehrstellen kamen 47 zur Anmeldung, 39 für Knaben und 8 für Mädchen. 38 Knaben und 5 Mädchen konnten in Lehrstellen vermittelt werden. Wegen der schlechten Wirtschaftslage halten viekd Ar beitoeber immer noch mit der Lehrstellenanmeldung zurück. Rur für Schmiede-, Schreiner und Schneider lehrstellen ist das Angebot größer als die Nachfrage. In den Außenbezirkssprechstunden (Friedberg Bü, dingen, Alsfeld, Lauterbach und Schotten) fanden 92 erft" und mitherholte Deratunoen für männliche und 71 für weibliche Ratsuchende stift Zwölf Knaben und ein Mädchen wurden in Lehrstellen vermittelt. Oberhessen. Landkreis Girtzen. Y Watzenborn-Steinberg, 18. Febr. Der Kirchengesangverein hielt im Saale des Gasthauses „Zum grünen Daum" einen Fa- milicnabenb ab. Der Chor brachte mit gewohnter Sicherheit und Präzision einige Lieder zu Gehör und hinterließ damit den besten Eindruck. Der Ortsgei st liche hielt einen fesselnden Lichtbildervortrag über .Den Hur" (Die Tage des Messias). 3m zweiten Teil deS Abends schuf Lehrer Philipp mit seinen humorvollen Darbietungen die frohe Stimmung. Dem Leiter deS Chores, Finanz'ekretär Sommer, und dem Lehrer Philipp wurde der Dank des Vereins in besonderer Form zuteil. (D ©rüningen, 18. Febr. Der Gesangverein „Eintracht" hielt am Sonntag fein diesjähriges Winteroergnügen ab. Die bargebotenen Chöre bewiesen, daß der Verein gesanglich auf beachtlicher Höhe steht. Im Mittelpunkt des Abends standen vier Theaterstücke, die mit viel Sorgfalt aufgeführt wurden und großen Beifall fanden. Die Hauskapelle des Vereins unter der bewährten Leitung des Kaufmanns Ferdinand Heß bestritt den musikalischen Teil der Veranstaltung. Frohe Geselligleit und Tanz beschlossen den Abend. wr. O d e n h a u s e n , 18. Februar. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete bei Kamerad Bel- ling einen Familienabend. Die Kapelle Schweitzer leitete mit Musik den Abend ein, der Vorsitzende Weber begrüßte Mitglieder und Gäste und Kamerad Becker von Kesselbach hielt im Anschluß daran einen Vortrag über die mannigfaltigen Schönheiten des Rheines, der Mosel und der Nahe. Der interessante Vortrag wurde unterstützt durch eine Reihe schöner Lichtbiwer. Im weiteren Verlauf des Abends hielt der gleiche Redner eine kurze vaterländische Ansprache. Der übrige Teil des Abends wurde aus- gefällt durch musikalische Darbietungen der Kapelle, vaterländische Gedichtvorträge: Einzelgesänge und gemeinsam gesungene Volkslieder wechselten miteinander ab. Der Vorsitzende sprach dem Redner des Abends, dem Musillchrer Schweitzer und den übrigen Mitwirkenden den Dank des Vereins aus. Q ©obclnrob, *8. Febr Der Radfcrhrer- Verein .Lieber Berg imb Tal" veranstaltete bei Gastwirt Schultheiß einen Theaterabend. Rach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden H. J ä g e r brachte der Chor drs Gesangvereins zwei Lieder zu Gehör. Das Programm brachte außerdem zwei lebende Bilder aus dem Radsport. Jm Mittelpunft des Abends stand die Aufführung eines dreiaktigen Lustspiels, das bei der guten Wiedergabe herzlichen Beifall auslöfte. sie aus innerster Rotwendigkeit häusig ins Theater: „Bey meiner Lage, b:y der stille, die um mich herum herschk, ists nölhig, ists Wohl- that, wenn mir was vor die Seele gefielt wird, das sie aufzieht, in die höhe spant, daß sie ihre anziehende kraft nicht verlichrt." Lind so ist sie in ihrem Element, „wenn ich im Sturm, und Drang meines Herhens im Hamlet vor innerlichen Gefühl und Gewühl nach Luft und Odem schnappe". Unu was hat diese Frau für ein sicheres menschliches Gefühl! Die Epieiwarenindustrie der Rcvv ulionszeit berferLgie wie Kanonen und Bleisoldaten auch kleine ©uillotinen, Goethe erbittet ein solches Ding von ihr, worauf sie schreibt: „Lieber Sohn' Alles was ich dir zu gefallen tbun Ian, geschieht gern und macht mir selbst Freude — aber eine solche infame Mordmaschine zu kaufen — das th-e ich um keinen preih — wäre ich Obrigkeit, die Verfertiger hätten an Halseißen gemußt — und die Maschine hätte ich durch den Schinder ofsendtlich verbrennen laßen — was! die 3 '.endt mit so etwas abscheuliches spielen zu 1 jen — ihnen Mord und Blutvergießen als einen Zeitvertreib in die Hände geben — nein, da wird nichts draus." Dor allem aber: sie fühlte, was Christiane für ihren Sohn bedeutete. Goethe scheint sich bei einem Besuch mit ihr über seine Geliebte ausgesprochen zu haben, und fortan erkennt sie seine ungetraute Hausgenossin als Tochter an. Sie unterzeichnet sich „Ihre Freundin" und „Dero treue Freundin und Mutter Goethe". Ja, die vornehme Frau Rat läßt sich von der illegitimen Schwiegertochter besuchen. Es ist ihr genug, „daß mein Hätschelhanb vergnügt und glücklicher als in einer fatalen Che ist". Bei allem Unterschied der Bildung, der seelischen Ebene: die Daturen der beiden Frauen, von Goethes Mutter und Goethes Frau, verstanden sich, zogen sich an. Und während die Weimarer Gesellschaft Christ anens Tanzlust bekrittelt, schreibt die einundsiebzigjährige Rätin: „Sanken Sie immer liebes Weibgen. Tantzen Sie — fröüge Menschen die mag ich gar zu gern — und wenn sie zu meiner Familie gehören, habe ich sie doppelt und dreyfach lieb." Ein Prachtkerl, diese Frau, Ratur durch und durch! Ein flotter Einakter und Tanz beschlossen btt Veranstaltung. - Grünberg, 18. Febr. Bei der dritten Holzversteigerung im bic.igen Stadtwal de waren die Preise auf der gleichen Höbe wie früher. Die Durchschnittspreise für Vacheirholz waren folgende: Scheiter 12 Mk., Knüppel 9 ML. und Stöcke ob re Warze. 9 Mk. je ein Raummeter. Duchen-Knüppelrnsig w„r e je nach Güte n.i. 1,50 bis 4 Mk. pro Raummeter bezahlt. L Donnenroth. 18. Febr. Die Zimmermeister-Zwangsinnung Stadt- und Landkreis Gießen hielt hier eine Innungsversammlung ab. Rachdem Obermeister Rinker (Ronncnrothl üt*r die allgemeine wirtschaftliche Lage und die Rot im Zimmerhand- werk gesprochen hatte, berichtete Geschäf Obrer Kirchner iGießen) über die Tätigkeit der Innung im abgelaufenen Jahre. Der Rechenschaftsbericht zeigte eine Einnahme von 572,95. eine Ausgabe von 649,61 Mark. Der in Ginn ahnte und Ausgabe mit 625 Mark abschließende Voranschlag wurde genehmigt. Bei den Wahlen tourte Obermeister Rinker to’.ebcrg wählt, a s Vorstams.nitglied tour Je Zimmermeister Lemin c r (Mainzlar) neugewählt. In der Aussprache wurde auf die WicqtigkKt der Belebung deS Daumarltes und die Rotwendigkeit der Sicherung der Bausorderungen hingewiesen. Auch die durch die starke Arbeitslosigkeit überhandnehmende Schwarzarbeit und ihre Auswirkung auf das selbständige Handwerk wurde einer eingehenden Besprechung unterzogen. Krcis Schotten. # Freienseen, 16. Febr. Am Samstag hielten der G e s a n g v e r e i n und der Turnverein gemeinsam einen Familienabend in der Turn. Halle ab. Die Veranstaltung verlies in bester Stimmung. Die Kapelle Hö ge 1 (Laubach) bestritt den musikalischen Teil. Der Gesangverein brachte unter der Leitung seines Dirigenten Lehrer Rorwig mehrere Chorlieder zu Gehör, die sehr beifällig ausgenommen wurden. Die aktiven Turner und Turnerinnen sowie die Jugendlichen fanden mit ihren turnerischen Darbietungen ebenfalls starken Beifall. Den Höhepunkt des Abends stellte eine Vorführung der Turner in bunten Kostümen dar. Zwei humorvolle Einakter, Gedichtvorträge und Tanz sorgten für weitere Unterhaltung. Ober-Schmitten, 17. Febr. Der hiesige V f B. veranstaltete am vergangenen Sonntag an Stelle seines sonst üblichen Maskenballs einen Theaterabend, dcr überaus stark besucht war. Reben einem heiteren Einakter kamen zwei ernste Volksstücke zur Darstellung, die alle beste Wiedergabe sanden. Verdienter Beifall lohnte die Darsteller, die sich trefflich in ihren Rollen zurechtgefunden hatten. Kreis Alsfeld. I Kirtorf, 18. Febr. In einer Zusammenkunft der Vorstände aller hiesigen Vereine und des Gemeinderats wurde beschlossen, sich an der Gefallenengedenkfeier am kommenden Volkstrauertcvg sowohl im GedäHtniszvttesdienst, als auch am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof gemeinsam zu beteiligen. In diesem Jahre wird diese Feier erstmalig am allgemeinen deutschen Volkstrauertag gehalten, anstatt wie seither am Totensonntag. — In einer hiesigen Metzgerei konnte man in diesen Tagen eine angenehme Abwechselung auf der alltäglichen Speisekarte bemerken. Ein zweiundeinhalb Zentner schwerer Keiler wurde von Förster Leyerer aus Ober-Gleen aufgespürt und von Hil'S- förster Winter aus Wahlen mit mehreren« Treibern glücklich zur Strecke gebracht. Der Schwarzkittel war aus dem großen Romrödev Waldrevier herübergewechselt. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 18. Febr. Beim Rodelsport ereignete sich am Sonntagnachmittaa hier ein Unglürfsfall mit tödlichem aus« gang. Der 19 Jahre alte Schlossergeselle Karl Wolff, Sohn des hiesigen Weißbindermeisters Wilhelm Wolff sauste beim Rodeln mit dem Schlitten gegen einen Baum. Der Anprall war so heftig, daß der bedauernswerte junge Mann schwere innere Verletzungen erlitt und sofort dem hiesigen Krankenhaus zugefährt werden mußte. Er wurde alsbald einer Operation unterzogen, seine Verletzungen waren aber fo schwer, daß er am Montagabend leider verstarb Sich selbst getreu bis zum Letzten: sie ordnet persönlich ihr Leichenbegängnis, bestimmt die Weinsorte, die Größe der Brezeln, mjt denen die Begleiter erquickt werden sollten. Llrbild eines Bürgerin, wie es Goethe in einem Briese an Zelter formuliert: „In jeder ihrer Zeilen spricht sich der Charatter einer Frau aus. die in alt* testarnentlichcr Gottesfurcht ein tüchtiges Leben voll Zuversicht auf den unwandelbaren Dollsund Familiengott zubrachte." E!n neugefundenes Gemälde Dürers? Dieses Gemälde stellt einen älteren bartlosen Mann von durgerssc^m Anziehen mit tcäft.g gebogener Rase, glatt über die Ohren herabfallendcm Haar mit breitem, braunem Pelzkragen dar. Es befindet sich in der Renyorker Galerie Bachstitz. Eine Gewalt des Stils tritt uns in diesem Bild entgegen, wie sie uns innerhalb der deutschen Kunst damaliger Zeit nur in Dürers Bildnissen begegnet. Die Größe und Schlichtheit der Anlage zeugen durchaus für Dürers Erfindung. Wenn fcstzustcllen wäre, roann und wo das Gemälde entstanden ist, wäre die Urheberschaft Dürers ohne Zweifel klarer. Bei dem auf der Rückseite der Holztafel befindlichen Wappenschild handelt es sich nach sachverständigem Urteil um das Wappen der ftaufbeurer Familie Hermann oder Hoermann. Es wird vermutet, daß dieses Bildnis eine Vorstufe zu Dürers großartigem Porträt des Kaisers Maximilian ist, das heute zu den Schätzen der Wiener Gemäldegalerie gehört. Die eingehende und interessante Begründung, warum dieses Gemälde Dürer zuzuschreiben ist, ist kennzeichnend für die lebendige Art, in der die bekannte Monatsschrift „Pantheon" (neuerdings mit dem „Cicerone" vereinigt: Verlag F. Bruckmann AG , München) kunsthistorische Dinge auch dem Laien in verständlicher Form näherbringt. In dem gleichen Heft werden zu den Werken Pieter Bruegels interessante Para.clea gezogen, die durch gute Abbildungen und Ausschnitte aus mehreren feiner Gemälde illustriert sind. Einen besonderen Schmuck erfährt das Heft durch das farbig wiedergegebene Bildnis einer Venezianerin, das als charakteristisches Werk des Dittore Carpaccio öob* gestellt wird, Wirtschaft. Holzversteigerungs-Termine. Freitag, den 20. Februar. Versteigerer: Forstamt Nidda. Versteigerungsort: Raabsche Wirtschaft zu Borsdorf. 10 Uhr. Nutzholzsubmission der Gemeinde Annerod. Sub- miksionsschluß: Montag, 23. Februar. 14 Uhr. Holzsubmission der Bürgermeisterei Langsdorf. Submissionsschluß: 24. Februar. Holzsubmission der Bürgermeisterei Grünberg. Submissionsschluß: Mittwoch, 25. Februar. 10.30 Uhr. Hütte Ruhrort-Meiderich. Duisburg-Hamborn. 18. Febr. (WTB.) Bis heute abend 19 hlfjr haben 3208 Arbeiter der Hütte Auhrort-Meiderich auf das Schreiben des Oberbürgermeisters Dr. Jarres geantwortet und sich bereiterklärt, zu den Bedingungen der Werksleitung die Arbeit fortzusehen. Da verschiedene Schreiben der Stadtverwaltung wegen Wohnungsänderung zurückgekommen sind, hat die Stadt heute diese Schreiben mit der berichtigten Wohnungsangabe an die Arbeiter nochmals versandt und die Antwortfrist um einen Tag verlängert, so daß sich erst morgen entscheidet, ob die notwendige Stimmenzahl erreicht wird. * • Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion in Hessen weist für Januar folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert: 73 572 Tonnen, davon wurden 67 982 Tonnen zu Schwelereiprodukten weitervcrarbcitet. Aus den verschwelten Kohlen wurden gewonnen: 4 250,63 Tonnen Rohteer, 399,37 Tonnen Leichtöl. aus Schwelgasen 10 296 Tonnen Koks, ohne die Schwclrückstände des Messeier Kohlenschiefers. * Keine Sprech st unde über den Außenhandel mit England. Infolge Erkrankung des Gesandtschaftsrates Rüter von der deutschen Botschaft in London wird die für den 23. d. M. vorgesehene Sprechstunde in Frankfurt a. M. ausfallen. * D i e Em a g E l e k t ri zi tä t s A G. i n Frankfurt a. M. wird voraussichtlich eine Dividende von 5 bis 6 v. H. für das abgelaufene Geschäftsjahr zur Ausschüttung bringen. Im Vorjahre wurden 9 v.H. bezahlt. Die Gesellschaft hatte unter der konjunkturellen Verschlechterung zu leiden, doch war das Auslandsgeschäft befriedigend. * Dividendenreduktion bet Wintershall-AG. Die Dilanzsihung der Win- tersholl-AG., Berlin und Kassel, wird am kommenden Samstag in Berlin abgehalten. Wie WTD.-Handelsdienst erfährt, liegt dem Aufsichtsrat bereits ein Antrag des Borstandes vor. mit Rücksicht auf die stark rückgängige Entwicklung des- Geschäftsganges in der gesamten Kaliindustrie, die nun schon seit dem Oktober vorigen Jahres unverändert anhält, die Dividende für das Geschäftsjahr 1930 um 4 Proz., nämlich von 12 auf 8 Prozent herabzusetzen. Die ordentliche Genera'versamm'ung soll bereits Mitte April in Kassel abgehalten werden. Frühjahrspferdcmartt in Friedberg. WSR. Friedberg, 18. Febr. Der diesjährige Frühjahrspferdemarkt fand gestern statt. Rund 200 Pferde und 57 Fohlen waren aufgetrieben. Der Handel gestaltete sich recht lebhaft. Die mit dem Markte verbundene Prämiierung der Pferde und Fohlen begegnet in landwirtschaftlichen Kreisen stets besonderem Interesse. Die Prämiierungskommission kam zu der Feststellung. daß die oberhessische Pferdezucht mit • an der Spitze der deutschen Pferdezucht marschiert. der belgische Schlag, der in Oberhessen t besonders gezüchtet wird, stehe in nichts mehr y. dem aus Belgien direkt bezogenen Tiere nach. Schweincmarkt in Friedberg. Friedberg, 18. Febr. (WSN.) Zum heutigen Schweinemarkt waren 546 Ferkel aufgetrieben. Es wurden bezahlt für bis zu 6 Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mark, für 6 bis 8 Wochen alte Tiere 20 bis 25 Mark und für 8 bis 12 Wochen alte Tiere 25 bis 32 Mark. Der Geschäftsgang war ziemlich flott. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 19. Febr. Tendenz: fester. Rach schwächerem Beginn konnte sich die Börse wieder etwas befestigen. Orders aus dem Publikum lagen jedoch heute kaum vor so daß die Börse zunächst bei sehr kleinem Geschäft ein stilles Aussehen hatte. Der festere Schluß der gestrigen Reuyorker Börse und die etwas beruhigtere Stimmung hinsichtlich der innerpolitl- schen Lage regten die Börse etwas an. Die anfängliche Abschwächung beruhte in der Hauptsache noch in Rachwiriung der Dividendensenkung in der Wintershall-A.-G- Später setzte sich eine festere Tendenz durch, und bei recht lebhaftem Geschäft, besonders in J.-G.° Farben ergaben sich meist Kursbesserungen von 1 bis 2 Prozent. Die Kursentwicklung zu den ersten Kursen gegenüber der gestrigen Abendbörse war nicht ganz einheitlich, doch betrugen die Avancen nach beiden Seiten selten mehr als 1 Prozent. Der Chemiemarkt verzeichnete vorübergehend Kursbesserungen bis zu 1 Prozent. J.-G.-Farben blieben zunächst knapp gehalten. Elektrowerte zeigten meist Rückgänge bis zu 1 Prozent. Bon Kaliwerten Salzdetfurth 2 Prozent schwächer, dagegen Westeregeln 1 Prozent höher. Zellstof'aktien bis zu 1,5 Prozent gebessert. Am Montanmarkt ergaben sich nur geringe Kursbesserungen. Schiffahrts- und Bankaktien lagen im ganzen ziemlich widerstandsfähig. Kunstseidewerte uneinheitlich. Während AKÄ. 0.75 Prozent nachgaben, setzten Bemberg 1 Prozent höher ein. Chadeaktien lagen im Zusammenhang mit der Beruhigung in Spanien 5 Mk. fester. Am Anleihemarkt bestand etwas mehr Nachfrage nach Altbesitz. Pfandbriefe ruhig bei gut behaupteten Kursen. Im Verlaufe setzten sich die Deckungen am Farbenmarkte fort, da auch vom Ausland und der Arbitrage Rachfrage bestand. Die übrige Börse wurde hiervon allerdings nur unwesentlich beeinflußt. Die Kursbesserungen betrugen bei J.-G.-Farben bis 1,5 Prozent, für die übrigen Werte aber knapp 1 Prozent. Am Geldmarkt bestand etwas Rachfrage, so daß der Satz auf 4,5 Prozent erhöht wurde. Am Devisenmarkt lag Madrid im Zusammenhang mit den Stabklisierungsbestrebun- gen der neuen Regierung fest. Sonst ergaben sich keine nennenswerten Veränderungen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2077, gegen Pfund 20,4365, London gegen Kabel 4,8570, Paris 123 92, Mailand 92,83, Madrid 47,40, Schweiz 25,1765, Holland 12,1040. Berliner Börse. Berlin, 19. Febr. In gewissem Sinne brachte der Beginn der heutigen Börse eine Enttäuschung. Die Stimmung war zwar den Umständen entsprechend verhältnismäßig freundlich, Die K'"-^e lagen aber gegen gestern mittag meist nur b.hauptet und die Gewinne des gestrigen Rach..l.l.ags waren wieder verloren gegangen. Vor allem wirkte sich die herrschende Geschäftslosigkeit aus, denn älrnsähe von 6 Millionen waren heute schon kursbestimmend. Es fehlte an stark anregenden Momenten. Allerdings fanden die festeren Auslandmeldungen, besserer amerikanischer Eisenbericht und die neue Kupferpreiserhöhung um 25 Dollarcents einige Beachtung. Auch die Verständigung zwischen Hamburg-Süd und Hamburg-Lloyd machten einen ganz guten Eindruck. Cs waren eigentlich nur zwei Märkte, die etwas auffielen. Einmal Chade, die von der Festigkeit der spanischen Valuta profitierten, und zum anderen Wintershall, die eine schwache Veranlagung zeigten und vorübergehend mit 102 Brief genannt wurden. Auch die übrigen Kaliwerte neigten mehr zur Schwäche. Im allgemeinen gingen Die Abweichungen aber nicht über 1 Prozent hinaus. Montanwerke 2 Prozent fester, Schubert & Salzer und Ilse gewannen je 2,5 Prozent, Elektrische Lieferungen Dagegen minus 2 Prozent. Anleihen ruhig. Alt- besitz fester. Ausländer behauptet. Mexikaner plus 0,25 Prozent. Pfandbriefe und Reichsschuldbuchforderungen gut gehalten. Geld im Verlaufe der Börse leicht. Tagesgeld ermäßigte sich auf 4 his 6 Prozent, die übrigen Sätze blieben unverändert. Zunächst drückte im Verlaus die Schwäche der Wintershall AG. auf die Stimmung und Die Kurse bröckelten meist um 1 bis 1,5 Prozent wieder ab. Später aber kamen Aus- lanbbörse und Käufe der Arbitrage zur Ausführung, die die Börse allgemein zu Deckungen veranlaßten. Wintershall erholten sich auf 106 Prozent, Bürbach auf 122 Prozent und Chadeaktien überschritten die 280-Grenze. Aber auch an den übrigen Märkten traten Erholungen von 1 bis 2 Prozent ein. Farben zogen auf 138,25 Prozent an und Siemens lagen 178,25 Prozent. Polyphon gewannen nach unverändertem Cße«' ginn ebenfalls 2 Prozent, Da Die Dividendeaussichten wieder etwas günstiger beurteilt werden. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Fr ankf urt a. M., 19. Febr. Auftrieb: Rinder 1211 Stück. Kälber 770. Schafe 261. Schweine 960. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 60 bis 64; mittlere Mast- und Saugkälber 55 bis 59; geringe Kälber 50 bis 54. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 43 bis 46; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährt« Schafe 37 bis 42. — Marktverlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine schleppend, lleberstand. Eingesandt. (Fui Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Achtet auf den Schädling! Bei einer Reihe Firmen, hauptsächlich auf dem Seltersweg und sonstigen Derkehrsstraßen, macht sich feit Jahren ein Rohling ein Vergnügen daraus, meistens die sehr großen Crkerscheiben Eewinnenszug 5. Klasse 36. Preußisch-Süddeutsche (262. Prcuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 7. Ziehungstag 16. Februar 1931 In der heutigen Nachmiltagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Setoinne zu 100000 M. 39286 2 WetDinne zu 10000 M. 30681 8 »etoinne au 6000 QH. 1680 121902 142953 159951 18 Öctoinne zu 3000 M. 200568 233027 240947 36 ©etvinne »u 2000 Dl. 125107 150710 158553 273949 305457 323536 67172 72337 99886 184062 296397 379615 13288 18528 24463 94284 169877 203276 252931 325447 330396 344945 348191 379411 4450 16613 24323 64378 372 130617 136945 136050 137626 171239 214770 244677 290991 353309 378372 163949 184893 223626 268029 347389 371952 398569 141783 178699 220664 264927 305290 357961 383465 101890 144041 171657 . 234425 257765 273940 305646 316962 334521 361074 375846 105037 153310 186017 239602 258663 274213 305868 317096 335122 362078 378219 146853 180894 221498 266414 328340 360148 390532 112499 163388 185610 241380 262546 283919 306144 319024 338815 362909 379537 118733 153687 204041 242134 264624 284748 310696 320642 362962 365217 385468 191813 231939 286189 347730 374466 338579 158230 209742 239355 286851 348647 376006 16206 33534 58979 98816 132790 171587 227369 251900 267285 292663 316669 325660 356791 365887 389229 161846 217511 246502 264730 286028 312127 321446 353333 365406 386531 104 ®eroinne zu 1000 M. < — ---- ---- 85861 88688 104633 107372 130617 135945 ----- ----- ------ ------ 168037 184 öetninne zu 600 M. 6537 12068 15265 18770 19895 20708 21524 22840 33384 37221 38312 48210 63961 66324 57295 60443 67425 87549 88666 90890 91654 ... ------ ------ ------ 13Q263 389965 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500 000, 2 Gewi ne zu je 50'000 2 zu je 300 000, 6 zu je 75 000. 4 zu je 50 000 24 zu je 25 000, 140 zu je 10 000 870 zu je 5000 748 zu je 3000, 2272 zu je 2000. 4546 zu je 1000, 7372 zu je 600, 22286 zu je 400 M. 8. Ziehungstag 17. Februar 1931 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 4uo M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 139401 4 OttPinne zu 6000 M. 167917 253999 6 Gewinne ju 3000 M. 24361 45949 122044 50 Gewinne zu 2000 M. 32166 34932 56355 72018 80751 90628 98648 99275 116716 122830 127685 145246 155350 164045 180424 183065 194870 232304 247875 306205 314484 333594 337609 363713 385136 112 Gewinne ,u 1000 M. 4692 12786 20123 24136 28882 38708 43409 48123 50925 51610 5407961092 70606 70889 82047 88994 98606 103618 112229 115748 116366 116694 118763 127691 133100 176221 178291 185254 192722 195160 196785 202192 202420 204694 207167 221249 230143 256356 260689 267310 270861 278973 280218 286340 294409 302099 310117 327929 329029 354820 357847 365617 377283 387753 395662 395737 180 Gewinne zu 500 M. 1144 8115 11712 15389 17167 18835 19394 23676 26996 28213 36239 42816 43061 50074 52217 53303 57333 67824 68557 72221 72603 81792 86092 94525 94949 100015 107201 126159 138065 149657 169146 169916 170688 173220 178264 178804 180371 189328 190201 191847 193591 199587 201876 206381 2064)31 212745 217743 221252 222372 223202 230003 231174 231545 231677 235968 241296 245243 247689 251169 253388 258780 263084 263211 263315 266177 269581 269592 270064 287067 287338 290755 293205 295581 298346 300610 309613 311813 312977 317881 329056 335748 342236 345037 354977 358544 360958 369106 378396 385401 393693 Der Firmen durch einen Glaserdiamant zu beschädigen. Auch ist es vorgekommen, daß scheinbar der gleiche Täter mittels Aehnatron die Scheiben zum Erblinden bringt. Die Scheiben, die hierdurch ihre Widerstandskraft verlieren, kommen bei Erschütterung durch Lastwagen zu Bruch. Alle angcftellten Ermittelungen haben ergeben, daß es sich bei dem Täter um einen Fachmann handelt, Der versucht, hierdurch Ersatz- auflräge zu erhalten. Die Beschädigung Der Scheiben geschieht meistens in den späten Abendstunden bei nebligem oder regnerischem Wetter. So wurden in Der Rächt von Montag auf Dienstag bei einer größeren Firma im Seltersweg 4 sehr teuere Scheiben auf diese Weise beschädigt. Da hierdurch sowohl den Geschäftsleuten, als auch den Versicherungsgesellschaften! bedeutende Schäden zugefügt werden, feien die Mitbürger hiermit gebeten, auf derartige Rohlinge zu achten und der hiesigen Kriminalpolizei, bei der mehrfach Anzeige erstattet worden ist, Mitteilung zugehen zu lassen. F. C. K. ree Ohne Gewähr Nachdruck verboten (Aus jede gezogene Nummer sind, zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in-twu beiten _____________Abteilungen I und II 8. Ziehungslag 17. Februar 1931 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 4u0 M. gezogen 8 Gewinn« zu 10000 M. 38165 131059 177594 189812 8 Gewinne zu 5000 M. 60152 117263 135062 687 16459 44452 7568 8365 27996 28067 202141 245488 304762 385928 222836 251305 303820 338558- 392532 210515 250171 310493 338261 43327 279072 98216 186625 245870 272460 307149 374848 99015 199839 246738 274985 326993 382229 92371 179707 229422 267275 306384 368406 213474 251061 323858 .399378 1000 M. 282328 290573 293031 335678 340119 367991 77710 309128 73870 171478 226588 259719 304644 353455 394185 142346 383289 44696 156633 215235 248819 301352 336233 382750 339222 18 Gewinn« ju 3000 M. 224179 236990 266213 96 Gewinne zu ------- ---- ---- ----- 33120 62963 61490 65338 70795 73775 ------ 159745 64 Gewinne ju 2000 M. --- ._ — ...__ ----- 46647 64718 67457 118436 128689 142957 169412 ---- ------ ------ 225353 232682 2437^8 107392 127446 147388 169971 186664 223926 247613 267546 379953 297449 324446 349898 392715 110279 131527 148957 170303 205726 224787 247576 275387 280279 300076 328672 364024 396993 81988 117341 134870 153421 176240 218501 235901 251429 276972 282767 309338 344433 371025 95588 125749 134900 167085 178115 221438 238719 253746 278847 284076 312366 345863 383294 106330 126897 135965 168129 184726 222150 243789 260775 279814 291972 314637 349176 389534 14319 18684 874 2016 2058 4622 22457 69778 80059 116522 134451 163200 175856 210339 230401 260192 275. 75 281907 304895 332218 368894 397298 25747 31551 35549 53827 68505 68912 71227 71725 72259 72679 76696 79996 395469 206 Gewinne zu 500 W. 6218 6296 9033 10922 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je. 500000, 2 Gewi ne zu je 50-1000 2 zu je 300 0C-0, 6 zu ie 75 000, 4 zu je 50 000 24 zu je 25 000, 130 zu je 10 000 358 zu je 5000. 724 zu je 30-0, 2158 zu je 2000 4338 zu je 1000, 6u8ö zu je 5U0, 21158 zu je 400 M. 9. Ziehungstag 18. Februar 1931 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6 Gewinn« zu 10000 M. 216284 338110 356157 10 Gewinne >u 5000 W. 12389 25320 126907 147781 149115 20 Gewinne,» 3000 M. 30820 109163 118153 125004 145690 147234 159172 235578 241142 321806 68 Gewinne ju 2000 M. 28726 51112 62886 66917 61437 76721 82909 131034 141547 184855 196201 197148 236168 247729 255818 261862 267751 270482 296786 304559 313288 315970 327596 333569 339676 353606 366011 369930 394289 120 Gewinn, zu 1000 M. 2665 3189 14285 33722 40956 42221 47590 47697 54431 71649 86342 87187 98815 100406 106404 114491 117449 125996 127605 132484 142662 149398 154844 158936 170601 179889 184707 194575 196705 197719 208684 220382 225382 228508 239462 243516 247415 248574 250553 257944 270974 281205 286440 302711 314529 318882 322588 324375 324759 336524 337801 344958 348471 350566 356098 368162 359471 371858 383643 385081 166 Gewinne zu 500 W. 2073 3486 13079 22788 22889 25703 35224 63700 67446 58607 62562 84086 88306 89602 90183 104877 105562 110226 112151 134212 134834 140522 148267 163900 159600 160211 165402 165821 176250 181753 183070 189704 191430 191658 195357 195406 197378 197646 206229 210207 213776 216049 216346 216408 222050 223452 225049 228562 228933 237930 245071 246279 250305 253337 256151 257211 262370 264004 265242 269895 279245 282136 285328 287854 288212 291928 293343 305345 314380 316221 31711-7 317824 328001 334206 335511 354791 357897 365186 366737 371174 374389 377130 383302 Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. — Neichsbankdiskont 5 v.H., Lombardzinsfuß 6 v.H. Jrantiur, a. Jh Serlin Sronnun a. Ul. Serlln Anleihe mb Aurloi.-Rechten..... 50 _ _ -__ Deutiche Bank und Dtscouw-Aesellschast, ... 10 106.25 — 106,25 106,25 Deutiche ftomm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 ... 51,13 — 51,3 Dresdner Bank......10 Reichsbank........12 106,5 — 106,4 243,5 106,4 6% fiianlf. Hyp.-igank Goldpse XIII unlünbbar bl» 1934 . . . 101 e— —— A.E.G. .........8 102,5 102 102,25 101 7% Rianfl Hvv.»BcmI Goldpse tmlünobat bl» 1932 93 -e- Bergmann.........9 LleM LlelerungSgelellfchast. 10 119 — 113 120 118 <«/.% Rdetnliche Hvp.-Bauk Slqu. Goldpse..... 88,75 _ _ _ Licht und Kraft......10 Helten & Guilleaume . . . 7% 117,75 79,5 117,5 117,5 80,25 117,4 80,75 6% Pr. Londelptandbriesanstalt, Piandbricse 81. I> . . Pr Landestnanvbriesansialt, Komm^Lbl. R. 20. . 7% Pr Lande-viandbriesanstalt, «BlanObrielc 8i tl ..... 100,5 _ 100,5 — iseselllchaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 112,5 _ 112 111 _ Hamburger EieltrtzttLtL-Werke 10 aibemlfche Elektrizität .... 9 112,5 _ 110,25 111,25 96,5 _ 96,5 —— Lchleiiiche Elektrizität. ... 10 Lchuckcri LEv.......11 120.5 — 119.5 119,25 ü.E.B abg. Bourregz-Obligatto- neu. rückzahlbar 1932 . . — — ___ Siemens L Halske.....16 Lransravto.........8 177 177 177 176 4% Oeslerretchtsche Golvrrnte . . 4,20% Ocilerreichiiche Silberreute 24,75 24,7 i'abmeyer & Co.......10 122,5 48 121,9 48 — 2,5 — 2,6 2,7 Deutiche Erdöl . ...... 11 65 65,5 64.5 65,5 4% Oclterrrlchtiche Einheitliche Rente — — Eiiener Steinkohle •••••• S Geilenkirchener ....... 8 75 75,25 — 4% Ungarische Goldreote . . . . 20 •— 20 20 Harpcner . .•••••«< 73 — 71 — 4% UngartW StaatSrente v. 1910 16,8 — 17 — Hoeich Eilen........6¥t — 63.4 62,5 «V4% öcsgl. von 1913 — •— —— — Ilie Bergbau ....... 1( —— — 165 167,5 {% Ungarische ftionentenle . - —— — — — Slöckncrwerke • .......7 57 — 57 —— 1% Türkische Zollanleihe von 1911 3,7 — 3,7 3,75 Köln-Rcucsicu........ 7 — — 69 —— 4% Türkische Bagdadbahn-Aol Derlei . . 4% brtfll. Serie II....... 6% Rumänische veretnh. Mellte von 1903 . . . ty.% Numüntsche verriich. Renke 3,7 — 3,75 3,65 ManneSmann-Rölireo .... 7 Mansfelver Bergbau . .... 7 Oberfchlei- Siicnbedarf .... 5 66,75 36 67,13 66,4 36,13 66,5 3,7 — — 3,75 — — — — 9 —- 8,9 Oberschlei. Kolswerke. .... 7 | Phönix Bergbau . . • . ß’/i 54.5 73 54,5 73 14,5 14,65 -__ Rheinische Braunkohle» • . 10 158 71 71,25 157 70,25 79 158 70,5 4% Rumänische veredch. Rente 7,35 — 7,35 7,4 1 Riebeck Montan ...... 7,2 vranimn a. Berlin Schluß-i lurS | t »Uhr- Kurs Schluß-; turs । Anfang- Kurs Dalum 18.2. 1 19.2 18.2. 19.2. Bereinigte Stahlwerke . 56,5 — 56,5 — Otavi Minen . . . 16'/. 33,5 —— 34,5 34,75 Kaliwerke Vlschersleben . 10 131,5 — 131 130,5 Kaliwerke Westeregeln . • ■ 10 137,5 138,5 137,75 138 Kaliwerke Salzdetsurth . • » 15 204 202 202,5 202,25 I. G. Iarben-Invustrie. — — 12 136,5 136,131 136 136,5 Donamit Nobel .... . 6 63 63 — — EchcideanstaU..... . U 122,5 — — — Goldichmidt..... . b 37,5 — 37,5 — Rütgerswerkc..... . 6 47 47,65 46,75 47,4 Metallgeielllchast. . . • • . 8 70 71 70,75 — PhiliVV Hotzmann . . . Zementwerk Heidelberg 76 74 — • e 10 73,5 — — —— Cementweck Karlstadt. . e e 10 —— — — — SBat)6 & Ircutag . . . 8 42,25 42 41 — Schullhci» Patzenhoser . — M 15 • — — 171 170,5 Ostwerke ...... e e .12 —— —— 146 — Qlfu ....... 18 72 71,25 72,75 72 Bemberg....... 14 62,5 63,5 63,25 63 Zellttosf Waldhos . . . 9'/. 93,5 96 94,65 95 Zellstoss Aichafsenburg . • . 12 72 72 70,25 — Charlottenburger Wasser e e . 8 —— — — —- Deiiaucr Was - • . . 9 —— —— 114,75 114,65 Daimler Motoren . . . e e . U 23,75 24 24 24,75 Deutsche Linoleum . . e e e . 103,5 103,5 104,25 . 0 — — — — Rat. Automobil . . . M e . 0 — — — —— Lrenstein & Koppel . . M M - V) •— 46,25 46,5 Leonhard Tietz .... 10 113 114,5 113,5 SvenSka ... • » • - 249 249 249 frankfurter Maichtneu . . 4 11,5 — 11 Gritzner ...... . 6 30,5 — 30,5 —— Hcvliaenstaedt . . . » Iunghan»...... • • . 0 . 6 — — — Lechwerke....... . t — — — — Mainkrastwerkc Höchst a. M.. . 8 68 —— — — Mag ..... 10 — — — Gebr. Roeder . . . . 1( -— — — Boigt S Hoefsner . . . Süddeutsche Zucker • » • • . 9 10 121 •— 121,25 — Banknoten. Devifenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Berlin, 18.;vcbruür Geld Bries Amerikanische Noten.....- 4,194 4,214 Belgische Noten ....... 58,41 58,65 Dünliche Nolen ....... 112,13 112,57 Englische Noten ........ 20,40 20,48 ssronzüiiiche Noten ....... 16,455 16,515 Holländische Noten....... 168,48 169,16 Italienische Noten........ 22,03 22,11 Norwegische Noten....... 112,10 112,54 Dcutlch-Oesterrcich, * 100 Schilling 58,90 59,14 Rumänische Noten....... 2,483 2,503 Schwedische Noten....... 112,33 112,77 Schweizer Noten ...... 81,09 81,41 Spanische Noten . -...... Tschechoslowakische Nolen..... 41,92 12,405 42,08 12,465 Ungarische Noten 73,17 73,47 >8.§ebruai I9.$tbruoi Amtliche (Afio Notierung Dries Amtliche Notierung Geld | Drie- Amst.-Rctt. Buen-Arre§ Brss.-AnlN). Christiania. Kopenhagen S^iorfbolm . 168,67 1,344 58,53 112,42 112,40 112,50 169,01 1,348 58,65 112,62 112,62 112.72 168,67 1,365 58,56 112,40 112,40 112,51 169,01 1,367 58,68 112,62 112,62 112,73 SclfingforS. Italien. . . 10,578 22.00 10.598 22,04 10.576 22,00 10,596 22.04 London. . . 20,421 20,461 20,418 20,458 Network > . 4.204 4,212 4,204 4,212 Varis.... 16.47 16.51 16.471 16,511 Schweiz . • 81,105 81.265 81,09 81,25 Spa teil • . 42,16 42.24 43.06 43,14 ksapan - . . 2,079 2,083 2,079 2,083 «Hio de Ian. 0,364 0,366 0,364 0,366 Wien in D-- Ceft. abgcfl. 59,05 59,17 59,06 59,18 Prag . . . 12,446 12,466 12,445 12.465 Belirad . . 7,402 7,416 7,403 7.417 Buouv.'st. . 73,36 73,50 73,35 73.49 tbui arien ’ 3,046 3,052 3.046 3.052 Lissabon 18,84 18,88 18,84 18,88 Danzig . . Konst ntüi. 81,62 81,78 81,62 81,78 1,784 1,789 1,784 1,789 Alben 5,445 5,455 5,445 5,455 Lanaoa 4,202 4,211 4,201 4,209 Uru uay . 2.907 2,913 2,917 2,933 Tatro 20,93 20,97 20,935 20,975 des ^ung 1 Die Lehrav^ K in EÄ Anwars IÄ «M-Ä tS IM 1930 die - und w ganz Anwärtei ipärtet scheu Lan wirkt sich aus, daß jchr noch men hink Daden,/ im 1.§-e> Sie nci trifft gera besonders Jahren P‘‘ anM immer M An Sie brutschen zwei Jahr Deutschlant den „Deut! Wettbeloer aus einer t slug, mit c Kilometer, werden v die Dessen Fluge in erhalten Rennen s Grundgei gleichzeiti inende 52 '79 197719 243516 281207 324375 360666 385081 196705 239462 270974 322588 348471 11112 52888 66917 547 184855 19o201 18 261862 267751 88 315970 327696 11 369930 394259 3189 14285 33722 4431 71649 66342 491 nwo 126996 164844 158936 ys-Ä 7446 68807 62562 877 105552 110226 oo 148267 163900 oi 176250 181753 A 05357 195406 Z Alms 216049 ?? 225049 228562 250305 253357 -SK io 357897 365188 1 383302 ffl. 58,56 112,40 112-8 112.51 10,57® 22.0» 20,418 4,20* 16,471 81.08 43.06 5,079 0> 59,18 >1 18, 81,78 769 455 209 2,933 20,975 59,06 1 *45 1 403 3.35 3,0*6 ,8'« & iS (»tlD Tis*" 58,41 112,13 70.40 16,455 168,48 22,03 112, 58, 2,483 112«S 81. 41-9-’ 'S Tzi« 58,65, 112,57 20.4 16,515 169J 22,11 112-5* 59.1* 2.503 112, n 81.41 42,08 12.465 73,4? 1'2'62 112^ 10,596 22.0* =!:« US Ä 0.366 Ms | ..... 1.365 58,6$ 112-62 »«j-ss; 1,3$7 Die Avt der hessischen Anwärter des höheren Lehramts. Warnung vor dem philologischen Ltudium. Dom Hessischen Philologen-Der- band geht uns eine Zuschrift zu. in der u. a. gesagt wird: Die Lage der hessischen Anwärter des höheren Lehramts, die schon seit Jahren trostlos ist, hat sich in der letzten Zeit durch Maßnahmen der hessischen Regierung weiter verschlechtert. 3m Dezember wurde die Gesamtheit der hessischen Anwärterschaft durch die vom Landtag beschlossene Kürzung der Anwärtervergütungen schwer betroffen: der neue Staatsvoranschlag 1931 verkümmert darüber hinaus den hessischen Anwärtern des höheren Lehramts ihre schon seither so dürftigen Anstellungsauslichlen. Ss ist in der Oeffentlichkeit nicht genügend be- kannt, wie rigoros das Gesetz vom 10. Dezember 1930 die Bezüge der hessischen Anwärter beschnitt und wie beispiellos dieses Vorgehen Hessens in ganz Deutschland ist. Die Einkünfte der hessischen Anwärter bleiben erheblich hinter denen der Anwärter gleicher Dienstkategorien in anderen deutschen Landern zurück. Auf die Studienassessoren wirkt sich die finanzielle Benachteiligung so stark auS. daß der hessische Studienassessor im 6. Dienstjahr noch um 640 Mark in seinem Jahreseinkommen hinter dem zurückbleibt, was sein Kollege Baden, Bayern, Sachsen und Württemberg schon im 1. Dienstjahr bezicht. Die neue Regelung der Anwärtervergütungen trifft gerade die Anwärter des höheren Lehramts besonders schwer, weil durch die nun schon seit Jahren planmäßig vollzogene und im neuen Voranschlag fortgeführte Verminderung der Stellenzahl ihre Anstellungsaussichtei^ immer schlechter geworden sind. Wenn der Staatsvoranschlag 1931 ein halbes Hundert akademischer Lehrerstellen an höheren Schulen erneut aus den Inhaber setzt, so bedeutet das eine völlige Anstellungssperr« in der philologischen Laufbahn für fünf bis sechs Jahre! Dazu gehen die Aussichten für hessische Anwärter, im höheren Schulwesen außerhalb Hessens ein Unterkommen zu finben, von 3ähr zu 3ahr zurück, da heute überall ein Lieberangebot eigener Kräfte vorhanden ist. 3a. es wird in Preußen sogar erwogen, den nichtpreuhischen Anwärtern zu kündigen. So werden bis 1936 ungefähr 1OOO hessische Anwärter deS höheren Lehramts stellenlos sein! Ss ist völlig unersichtlich, waS mit diesem Strom des Rachwuchses geschehen, wie er untergebracht werden soll. Lim den Zustrom zu regeln, hat sich jetzt die Regierung zu der Einführung eines „numerus clausus“ für den Philologenberuf entschlossen. Diese Rotmaßnahme ist zu spät getroffen worden: man hätte schon vor Jahren nach wirksamen Maßnahmen LImschau halten müssen, um Angebot und Rachfrage einigermaßen aufeinander abzu- stimmen. Die A u s s i ch t e n für Len philologischen Rach- wuchs sind so katastrophal schlecht, daß man jedem Studenten der Philologie den Rat erteilen sollte, sich nach Möglichkeit beizeiten nach einem anderen Beruf umzusehen, oder aber sich keiner Täuschung darüber hinzugeben, daß er in der philologischen Laufbahn mit einer Wartezeit von mehr als einem Dierteljahrhundert zu rechnen hat. An alle Abiturienten sollte man, wenn man ihnen wohl will und sie vor schweren und zermürbenden Enttäuschungen bewahren möchte, die ernsteste und eindringlichste Warnung vor dem Studium der Philologie richten damit die jungen Menschen nicht ihre finanziellen und geistigen Kräfte auf ein Studium wenden, an dessen Ende das Richts steht. Oeutschland-Zlug 1931. An Stelle des Europa-Rundfluges, der auf deutschen Antrag hin bekanntlich nur nod) alle zwei 3ahre stattfindet, wird der Aero-Club von Deutschland in diesem 3ahre am 15. und 16. Aug. den „Deutschland-Flug" organisieren. Der neue Wettbewerb besteht wie der Europa-Runds lug au« einer technischen Prüfung und einem Streckenflug, mit acht Landeplätzen über insgesamt 2000 Kilometer. Die technischen Prüfungen in Staaken werden vor dem Streckenflug abgewickelt, da die Besten dieser Konkurrenz auf dem eigentlichen Fluge in Form von „Outminutcn“ Vorgaben erhalten und auf diese Weise ein Handicap- Rennen für Flugzeuge geschaffen wird. Hm den Grundgedanken des Handicaps zu erreichen und gleichzeitig zu erzielen, daß der Erst-Ankom- mende auf den Zwangslandeplähcn und beim Lieberfliegen des Zielbandes am Start- und Ziel- Hasen Berlin-Tempclhof tatsächlich jeweils der Erste der Gesamtwertung ist, werden für jeden Tag feste Etappen und Zwangsaufenthalte vorgeschrieben. 3m Gegensatz zu den 3nternationalen Rundflügen ist hier dem Piloten also die freie Hand genommen. Der Wettbewerb ist offen für deutsche und österreichische Leichtflugzeuge der 1. und 2. Kategorie. Stallmeister a. O. v. Goehen f. 3n seiner Wohnung in Hoppegarten ist am Mittwochfrüh der langjährige Führer des deutschen Rennsports und Vorsitzende der Obersten Rennbehörde. Landesstallmeister a. D. Hans v. Goehen, an den Folgen einer Grippe und Lungenentzündung im 77. Lebensjahre gestorben. 3m Rennsport führte der Verstorbene als Vorsitzender der Obersten Behörde für Vollblutzucht und Rennen noch bis Ende vorigen Jahres die Geschäfte und legte erst kurz vor den letzten Wahlen sein Amt aus Gesundheitsrücksichten nieder. 131-km-Geschtvindigkeii auf Skiern. Der St. Moriher-„Kilorneter-Lancä" fand am Montag auf einer eigens hierfür abgesteckten 150-Meter-Strecke auf dem Corviglia seine zweite Wiederholung. Die im Vorjahre von Gustav Lantschner (3nnsbruck) auf Spezial-Renn- skiern erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit von 105,675 Stunden-Kilometer wurde diesmal nicht gan$ erreicht. • denn der Einheimische Cesare CH log na brachte es nur auf ein Stundenmittel von 104,652 Kilometer, er fuhr aber zwischen zwei obgesteckten Punkten auf dem steilsten Teil der Strecke mit 131,762 Stund.-Kilom. die überhaupt größte Geschwindigkeit. Der Schweizer „Abfahrts-König" David Zogg wurde mit einer Leistung von 104,220 Stund.-Kilom. Zweiter vor Albrecht Stoll (Salzburg), der auf Touren- Skiern mit 101,664 Stund.-Kilom. die VorjahrS- bestleistung um vier Kilometer überbot und in dieser Kategorie Sieger blieb. SkiKursuö des Deutschen Kanu-Verbandes. Das Wasserwandern im Kanu und der Skilauf sind zwei Sportarten, die sich in idealer Weise ergänzen. Bietet doch der Skilauf dem Kanufahrcr in der Winterzeit di« beste Gelegenheit, sich auf Sliwanderungen in der Ra- tur zu tummeln und dabei zugleich Sport zu treiben. Der Skiläufer hat sich in vielen Fällen dem Wasscrwandern während der Sommermonate zugewandt. Aus diesem Grunde sind vielen Kanuvercinen Sligruppen und den Eki- vereinen Kanugruppen angegliedert worden. Auch die Gießener Paddlergilde hat eine Skiabteilung geschaf en, die in den benachbarten Gebirgen eifrig dem Skilauf huldigt. Ski-Verband und Kanu-Verband haben diesen engen Zusammenhang ihrer beiden Sportarten auch bereits vor Jahren durch einen Freundschafts- Vertrag bekräftigt. Run hat vor kurzem der Deutsche Kanu-Dcrband seinen ersten Ski-Kursus veranstaltet, den der Bayern-Kreis organisierte und in seinem Gebiet beim Spitzinghaus nah« Schliersee abhielt. Etwa 60 Kanufahrer, hauptsächlich aus Rord- und Mitteldeutschland, benutzten die Gelegenheit, mit Verbairdskarnera- den zusammen die Anfangsgründe der weißen Kunst zu erlernen. Fortgeschrittene konnten ihr bereits vorhandenes Können erweitern. Der gute Erfolg dieses ersten Ski-Kursus wird di« Veranstaltung zu einer alljährlich wicderkehrenden Erscheinung machen. Am Sonntag, 22. Februar, findet bei günstigen Schneoverhältnissen (derzeitige Schneehöhe 30 bis 50 cm Pulverschnee) in der Gegend von Königsberg und Hohensolms ein L a n g l a u f (zirka 4 bis 5 km) und ein Abfahrts-Hindernislauf (zirka 0,8 km) um die Ski Meisterschaft der P a d d - lergildeGießen statt. Außerdem können DSV.- Mitglieder an den Läufen teilnehmen. Rückschau auf Oberhof. Die durch tiefe Schneelage und — trotz wechselnder Temperaturen — günstige Ski-Föhre ausgezeichneten Tage von Oberhof sind zu Ende. Die FIS.- Vertreter sind wieder nach allen vier Windrichtungen abgereist und die Lauser der nordischen Nationen, die Sieger in ollen Wettbewerben, in ihre Heimat zurückgekehrt. Am Samstag begann die Wanderung vom tief gelegenen Bahnhof Oberhof noch dem Kurort, der für Tage Mittelpunkt der europäischen Ski-Welt wurde. Zu Fuß. auf Brettern, in Schlitten und Auto» zogen Taufende von Sportvlcuten und Schaulustigen zum Startplatz an der Tambacher Straße und vor allem in den waldigen Talgrund, in dem die Hindenburg-Schanze: die „schönste Deutschlands" in unglaublich kühner Linie sich hoch hinaufschwingt. Trotz aller Anerkennung, die man den Oberhofern für die Vorbereitung einer so gigantischen Veranstaltung spenden muß, ging doch das allgemeine Urteil dahin, daß der Publikumszustrom, der am Sonntag seinen Höhepunkt erreichte, den viel zu engen Rahmen zu sprengen drohte, und daß die örtlichen Behörden einem solchen Riesenrennen denn doch nicht gewachsen waren. Die Verpflegungs- b a s i s war viel zu klein und obendrein nutzten die Oberhofer die F ÄS. • Ä o n j u n f t u r durch übermäßige Prcisfordcrungen weidlich aus. Als Kuriosum sei vermerkt, daß die Verkehrspolizei am Samstag und Sonntag während des Springens das Anschnallen im Ort verbot So sehr man im einzelnen an der Verkehrs-, Unterkunfts. und Verpslegungsbasis in Oberhof Mängel zu rügen hat, so uneingeschränkt muß man die technische Durchführung der Rennen selbst anerkennen. Die Langlauf, und Dauerlaufstrecke war bis ins Kleinste ausgetüftelt. In Profilierung, Absteckung und Vorspur-Arbeit merkte man die Routine des alten NorweqeivFahrers und Thüringer Der 19jährige Norweger Birger Ruud bei seinem Rekordsprung über 58,50 Meter. Langläufers Gustav Rüther. So sehr auch gerade diese typische Norweger-Streckenführung den nordischen Teilnehmern zustatten kam, so furchtbar wird sich die Abkehr von alpinen Methoden, der Verzicht auf jede „Kraftmeierei" bei der Streckenführung zugunsten der deutschen Läufer ausgcwirkt haben. Absolut betrachtet, waren die Leistungen der Thüringer, Schlesier und Bayern in jeder Hinsicht befriedigend. 3m 18-Kilometer-Langlauf placierten sich von neun startenden Rorwegern und von vier Schweden je drei, von 28 Deutschen ebenfalls drei und von zwölf Tschechen nur einer. 3nteressant ist, daß ein Schnelligkeits-Rekordmann wie der Par- senn-Sieger David Zogg im Langlauf erst an 54. Stelle (!) landete. Man ersieht hieraus klar, wie wenig auch die Skilangstrecke mit dem eigent- Der Norweger Gröttumsbraaten, der den 17-km-Langlauf mit 1:23,54 gewann. ltchen skitechnischen Können zu tun hat, wie sehr sie vielmehr vom Dauertraining und tonbitio- neller Vorbereitung abhängt. 3m Sprunglauf der verschiedenen Klassen ist der Llnterichied zwischen den Rorwegern und Mitteleurvpäern in Oberhof weit geringer in Erscheinung getreten. Für die Rorweger war die Schanze in ihrer technischen Form ein Kinderspiel. Die zierlichen Kerlchen wie Birger Ruud und der junge Andersen fcgencn über Die Kante in die Tiefe als gäbe es für sie keine Schwerkraft und keine Gleichgewichtsprobleme. Ein Mann von der Gedrungenheit eines Gustl Müller hatte es naturgemäß weit schwieriger, gute Figur in der Luft zu machen. Vielfach hielt man seine schlechte Placierung in der Kombination gerade deswegen für ungerecht, mag sie nach Punkten auch noch so genau errechnet sein. Denn er — der Mann, der dreimal hintereinander die Deutsche Skimeisterschast gewann — ist und bleibt trotz alledem der leistungs- fähigste deutsche Skiläufer, der einzige, der im alpinen Gelände mit Schweizern und Tschechen, ja vielleicht sogar mit Rorwegern, Schritt zu halten vermag. , Oep.8 18. Februar 1931 ....... 1278 D Piano- Stimmungen und Reparaturen durch eigene, bewährte Fach kräfte ernt und preiswert- .-glA Pianohaus Schönau Tel. 3269. Seltersw.91 Msch - Zentrale Marktlaube Fr eltagvoreültee la frische Seeiifche und (0968 Fisch-Filets Lob. vevbev Telephon 229S. Verkaufs Allen am allen Wlßmorer Weg. 1500 qm mit Dielen Cbitbdumett Beerensträuchern, Garienhüne ufro tu verkaufen. I1295D Näheres bet Eoöolf MW WallterstriBe 36. Rottweiler F'« Jahr alt, »u ver- kaut. Zu etfr. in der Geschst.desGb.Anz. Mehrere mod. neue Speisezie svonblllig a. verkauf Lieferung frei Haus. Beilen-Bär, Gießen Malklstr29,LeUers- weg 20. 01X59 Fracht« schlitten mtt Drehscheibe bill. au verkaufen Nah. 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Ferdinand Graf Donenbirchner. »Was hat denn der mir zu schreiben, nachdem wir uns jahrelang nicht mehr aneinander erinnert haben?" Und dann öffnete Kentner das Schreiben, las. langsam, Wort für Wort. Die buschigen Brauen zuckten, das Gesicht rötete sich, das Schreiben wurde zusammengeballt. .Darum kommt er? Darum? Weil ihm in Wien Der Boden zu heih geworden ist? Was? Gin Kentner hat sich benommen wie ein — wie — ? Gr hat einen Kameraden verprügelt? Was ist ihm denn eingefallen? Hat er denn ganz und gar vergessen, wer er ist?" .Lah alles sein, Korak Er kommt nur. weil er in Wien den Abschied genommen hat. Wenn er ihn nicht selber eingereicht, dann hätte er ihn erhalten. Was will er hier? Ich — schäme mich seiner!" „Weshalb? Was hat er dir getan?" „Hier, lies! So etwas tut ein Kentner?! Benimmt sich wie ein ganz ordinärer Raufbold. Pfui Teufel!" Kora las den Brief, nachdem sie ihn sorgfältig geglättet hatte. Dann lächelte sie. „Was ist dabei? Sein Temperament hat sich Luft geschaffen. Man hat ihn eben gereizt. Ich finde es furchtbar nett, wenn ein Mann seinem Gegner an die Gurgel springt. Warum du dich da ereiferst, verstehe ich nicht. Wirklich nicht." .Ich glaube es dir, Kora. Im Zirkus haben die Menschen andere Ehrbegriffe." Ss war das erste Mal, datz er sie an ihr Vorleben erinnerte. Er bereute es auch schon jetzt, es getan zu haben. Koras große, dunkle Augen flackerten in Haß zu ihm auf. Doch sie schwieg. Aber ihr Blick suchte wieder die Landstraße. Dort kam jetzt der Wagen, und die scharfen Augen der jungen Frau erkannten, daß nur der Kutscher mit dem Koffer sich im Gefährt befand. Da stand sie auf. Ohne sich um ihren Gatten zu kümmern, ging'sie langsam an der Brüstung der Hvlzgalerie entlang und spähte hinüber zum Walde. Ging dort drüben nicht eine hohe Gestalt? Natürlich war er es. Kora stieg langsam die Treppe hinunter in den Park. Sie wußte plötzlich ganz gcknau, aus welcher Richtung Graf Karl kommen würde. Mit böse funkelnden Augen sah der albe Kentner da. Gr wußte jetzt ganz genau, was die Glocke geschlagen hatte. Aber fte sollte sich vor ihm hüten. Drunten im Hof hielt Iannasch mit den Pferden. „Was gibt's?" schrie der Graf hinunter. „Halten zu Gnaden, Herr Graf, der junge Graf ist zu Fuß gegangen. Ich soll ganz gehorsamst melden, dah er erst in der Rächt Heimkommen würde." „Es ist gut. Versorge die Pferde gut." „Jawohl, Herr Gras!" Beim Abendbrot sah Kora schweigend da. „Du bist enttäuscht, Kora, dah mein Herr Sohn nicht da ist?" Sie zuckte zusammen. Seine Hand legte sich drohend auf die ihre. .Ich warne dich, Kora! Lächerlich machen lasse ich mich nicht." Ihre Lippen zuckten, ihre Hand schob sich unter der seinen weg. „Was willst du? Willst du mir zum Vorwurf machen, dah ich ihn nicht gleich verdamme, nur weil so ein alter Ekel dir den Wisch geschrieben hat?" „Das allein ist's nicht. Lüge doch nicht, Kora! Du interessierst dich für ihn, machst vielleicht gar schon Unterschiede. Ziehst Vergleiche zwischen rhm und mir! Aber ich sage dir: Er hätte dich niemals geheiratet, er nicht. Er hat den unbändigen Stolz seiner Mutter in solchen Dingen geerbt. Er verachtet dich höchstens." „Ich danke dir, dah du mir vor Augen führst, wie weit du dich herabgelassen hast. Ich werde es mir ganz genau merken." „Ich liebe dich, Kora. Du sollst, du muht e- wissen. Derlah mich nicht, Kora!" Völlig im Dann der Gewalt diese- jungen Weibes blickte der alte Graf vor sich hin und bemerkte nicht den verächtlichen Blick, mit dem sie ihn ansah. Kora aber schwieg verbissen und sprach an diesem Abend nicht mit ihm, las auch nicht vor, ehe er schlafen ging. In seinem Zimmer sah der alte Herr dann aufrecht im Bett, sah zu dem Bilde seiner verstorbenen Frau hinüber, das in ovalem Rahmen auf dem runden Tisch stand, und stöhnte: „Warum bist du gestorben? Alles wäre noch ruhig und friedlich um mich, wenn du mich nicht verlassen hättest." * . ♦ Draußen im Pairk ging Kora zwischen den Rosen auf und ab. Die Nacht war warm und geheimnisvoll; ein Nachtvogel klagte eintönig. Das Herz des jungen Weibes schlug in Sehnsucht und Liebe dem Sohne des alten Mannes entgegen, des alten, kranken Mannes, der ihr Gatte war. Hm Reichtum und Wohlergehen hatte sie ihre Jugend verkauft, und das war ein Verbrechen! Ein schweres Verbrechen an sich selbst. Jetzt erst wußte sie, was sie getan, als sie sich verkauft! Nun war es zu spät! Alles war zu spät! Kora hob das Gesicht zum blauen Nachthimmel. War es wirklich zu spät? Wie hatte der Graf gesagt? „Er würde dich niemals geheiratet haben, denn er hat den unbändigen Stolz seiner Mutter geerbt!" Ob das zutraf? Oder ob ihr Gatte es nur behauptete, weil er die sieghafte Persönlichkeit seines Sohnes fürchtete? Kora schlang die bebenden Hände fest ineinander. Wenn sie jetzt noch ein junge-, unschuldiges Mädchen wäre, ob er sie dann lieben könnte? Ob er es tun würde? lind wenn sie keine Heirat von ihm verlangte, ob er sie dann nicht einmal küssen würde? Ohne es zu wissen, sagte sie leise: „Ich liebe dich, du schöner, großer, starken Mensch du. Es war ein Verbrechen an mir, als ich mich txm den Versprechungen des alten Mannes locken lieh. Wenn du arm wärst, es sollte mir alles gleich sein, wenn du mich nur lieb hättest." Wie heih es war. Kora strich mit beiden Händen das schwere blauschwarze Haar aus der weißen Stirn zurück. Wie die Rosen betäubend dufteten! lind die Lorithas! Der Geruch legte sich auf die Sinne. Kora brach einige von den dunklen Rosen, nahm den Duft in sich auf, legte den Kopf zurück. „Ich liebe dich!" Der Nachtvogel klagte... Drüben an der hohen, altersgrauen, verwitterten Steinmauer knarrte das kleine Tor. Die dunklen Rosen an sich drückend, blieb Kora stehen, schmiegte sich in den Schatten des Gebüsches. Der Kies knirschte leise unter dem festen, elastischen Schritt des Mannes. Koras Herz hämmerte, und dieses Hämmern tat fast weh. Jetzt war er dicht bei ihr, mußte sie gewahren. Das junge Weib trat vom Rasen herunter auf den Weg. Gerade in diesem Augenblick trat der Mond hinter den weihen Wolken hervor und beleuchtete hell Koras schönes, fremdes Gesicht. Graf Kentner hielt den Schritt an. „Guben Abend! Ich will nicht hoffen, bah ich Sie bei einem friedlichen Spaziergang gestört habe. Ich hatte nicht die Absicht, hätte bestimmt einen anderen Weg gewählt, wenn ich hätte ahnen können, Ihrnn den einsamen, schönen Nacht? spaziergang zu verderben." „Sie haben mir nichts verdorben. Ich habe hier gewartet auf Sie. Herzlich willkommen daheim!" Sie hielt ihm die Rosen entgegen, und er blickbe überrascht in ihr schönes, dunkles Gesicht. „Gehorsamsten Dank! Ich weih wirklich nicht, womit ich diese Aufmerksamkeit verdient habe. Es wäre wohl besser gewesen, ich hätte ausführlich geschrieben, dann würde man in Kentner- hof sicherlich keine Empfangsfeierlichkeiten getroffen haben." „In Kentnerhof weih man an maßgebender Stelle, warum Sie Heimkommen. Graf Ferdinand Donenbirchner, der Rat, hat an — an den Grafen einen Brief gerichtet." „Ah!" „Ja! lind nun tat es mir so leid, dah sich niemand um Ihr Kommen kümmerte. Ihre — Mutier hätte doch gewiß auf Sie gewartet, auch wenn viele Briefe von häßlichen Menschen gekommen wären." Mit wachsendem Staunen blickte er in ihr Gesicht. „Ja, meine Mutter hat immer gewartet." Er wußte nicht, wie er dazu , kam, ihr das zu sagen. Doch in seinem Herzen begann eine Saite langsam zu klingen für diese schöne Frau, di« seinem Vater gehörte. Er nahm die Rosen und sagte dann: „Ich danke Ihnen sehr. Es ist sehr liebenswürdig." Herzlich drückte er ihr die Hand, ohne sich zu einem Handkuß herabzulassen. Doch Kora war schon darüber glücklich. „Ich habe gewartet, um Ihnen zu sagen, dah Ihr Vater sich auf Ihr Kommen gefreut hatte, daß er jedoch nach Erhalt des Briefes furchtbar böse war", flüsterte Kora und sah wie gebannt in seine großen Augen. Er lächelte. „Ich danke Ihnen. Nun bin ich wenigsten- eingeweiht. Da habe ich also keinen guten Empfang von meinem Vater zu erwarten; ich kenne ihn. Doch ob mit oder ohne Brief — eine Aussprache muh ja doch sein. Sv ist es gleich, ob er es schon eher erfuhr." „Man hat es ihm aber auf eine feige, hintev- listige Weise beigebracht. Hier ist der Brief." „Ich danke Ihnen. Danke Ihnen vielmals für so viel Freundlichkeit. Doch der Brief ist nicht für mich bestimmt, also werde ich ihn auch nicht lesen. Ich kann mir nun schon ganz gut denken, dah man die Tatsachen verdreht hat; doch das ist ja jetzt ganz belanglos. Ich habe noch nie gelogen, also wird mein Vater mir auch jetzt glauben müssen." (Fortsetzung folgt.) MAGGI5 Suooen sind Qualitätsware Kennzeichen: Der Name MAGGI und die typische gelb-rote Packung Die 28 verschiedenen Sorten bieten reiche Abwechslung. — 1 Würfel für 2 Teller Großes Preis-Schießen Waldflora Kein Tee «am Rechen f Zu haben bei: Kräuterhaus Jung, Schulstr. 5 FraoDr. Gertrud Bäainer Familie and Beruf im Fraaenleben Eintritt 50 Pf. 1297 D M EmmerimerWaren-EKpeflition Seltersweg 33. 33 D 28 C 5% Rückvergütung! Pfund Mk. 4.50 Pfund Mk. 6.50 Pfund Mk. 6.00 Pfund Mk. 8.50 von Donnerstag,19. Februar blsSamstag.den 21. Februar Gießen, Gasthof zur Stadt Lieh Samstag, den 21. Februar 1931. abend« 8.15 Uhr, im großen Hörsaal der Universität, Vortrag von Nr. 1 Nr. 2e Nr. Je Nr. 4 Nr. 5 Nr. 6 Nr. 7e Nr. 8 Nr.10 Nr. 11 AnfkUrungeu&rift über Wald fier* keettnla* In Apotheken. Drogerien and Reformhäusern. Georg Rich. Pflug & Co., Gera (Thür.) SCHADE & FüLLGRABE Ausgeschosaen werd. 20Preise.Gesamtwert über 300 Mk. 12460 1. Freia: Lebendes Schwein, 2 Ztr. schwer. 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Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. für Zuckerkranke für Schlaflosigkeit für Maden• und Spulwürmer für Nlerenleidende ..... für Lungenleidende für Sieinleidende für Blutarmut und Bleichsucht für Magen- und Darmkatarrh für Stuhlregulierung für Fettleibigkeit Feine Vollmilch-Erdnuß- A A A Schokolade 100-Gramm-Tafel Ua££ Wir empfehlen ferner: Limburger Käse 2o%Fett....pfUnd 0.50 Geräucherten Speck ptund 0.95 Allgemeiner Deutscher Frauenverein und Glebener Lehrerlnnenvereln Menn.Milier-Boiltog! Thema: „Tic französische Revoiut on" und deren Rückwirkungen auf das Christen um. 0975 ,^reitao.den20.Februar.20.1öUhr, imReat- Mnnasimm^art^Eurtritt^reri^^^b. Achtung! Hausfrauen! Achtung! Nochmals große Sendung [0970 Biumcnkobl.St 30'Bf.; Endivien,gelbe (fllatte u. krause). St. 25 Pf.; süße Avfel- stnen, 3 Psd. 90 Ps.; Ävfcl, Meerrettich, .»eldsalat, Noicnkobi, Svinat und alles andere Cbft und («emüse billigst. Verkauf Freitag und Samstag im Laden Seltersweg 3. — Telephon 2674. Svau Äl.Römev Svofch. GeSChäftS'DrUCkSaChen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße? Geschäftskarten 3 U U Giefeener Konzertverein (Neuntes Konzert) Donnerstag, 26 Februar 1931,19.30 Uhr in der Stadtkirche Der Messias Oratorium von G F. Händel Leitung Dr. Stefan Temesvary Austührende: Der akadem. Gesangverein, der Giefeener Orcbesterverein. Solisten. Ria Ginster (Sopran), Ruth Kisch-Arndt (Alt). J. F. Laun (Tenor), Haos Schweiger (Baß), Job. Nebeling (Orgel) Am Flügel Mimi Bode. 12570 Eintrittekarten: RM. 4.—, 3,— und 2.— bei Ernst Challier (Feruruf 2671) und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 1,- nur im Vorverkauf bei Herrn Sekretär Ritter, uud im Neuen Studentenhaus gegen Ausweis. Die letzte Rate des Abdnnemento ist eingnlösen. /Men Sie? \ ’Wlnterboßs extrafUrk 1 Eacalypt-Menthol- Bonbone befreien Sie davon 1 ■ Vorog. 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