Antiar 193} zeigen an war 1931. 523 b imilenkreise ö/nen Köstritzer !nste geleistet hat. sie werden hören, eunt neues Blut und in jeder Le. ^eren Personen, n Sie daraus die >t täglich Köstritzer ng-Emil Tchmall, 530 V er&Ruh,Juno,Oranier sehe Oeien ianen, Oranier, Cora ; Oeten sowie Eachöten Irigmal Musgraves) Hinenhalner usw. RramerOfen >ue irische Dauerbrenner flm-Mn 3ttÄ Versäumen Sie die Gelegenheit nicht l - 25$!* tandse^^^nfab^ Ad!«^89 2130 en» rke cob'LS LEIPZ|G° —rtff ILielerwa^^'^ne. ^Si***"* bereit 0 e ® blik,üaraotie. ' JÖg n.n s. '"'•Z’e’le Werbe- -äße. y tinierstölzen' ichen fl“1* n6l. si««'•‘"’S? Anrut*2l^l schuist^^--'--- Nr. 15 Erster Blatt 181 Jahrgang Montag, 19. Januar 1951 6rid)rint tögtich.ovtz« Sonntags anb Feiertag» Betlagen Dtr JDulinertt Vietzenei FamtltenblLtter Heimat >m Bild Di» Scholle monati-8e$ug$Drets: 2.20 Reichsmark und 30 Retchsptenntg für Trägev lohn, auch bet Richter» scheinen emzelnerRummern infolge höhere, Gewalt. Sernlored)an1d)lüfle anter5ammelmimmer2251 Nntchriti tüt Drahtnachrichten Hnjetget ftieften. poflfd)eelfeier werden, sondern eine Feierstunde tiefen Ernstes heiliger Entschlüsse, eine Atempause auf dem Werdegang deutscher Einheit und Freiheit. Die heutige Feier, fuhr Dr. Kahl fort, solle nicht nur Gedächtnis und Erinnerung sein, sondern habe den tieferen Sinn der Willenserneuerung und vaterländischer Entschlüsse im Geiste unserer Geschichte. Die Feier der Reichsgründung könne keinen anderen Sinn haben als den eines Gelöbnisses der Reichserhaltung und keine andere Losung als die: „Hattet das Reich." Auf die Aufgaben der Gegenwart hinweisend nannte der Redner vor allem die Wiederherstellung der Einheit von Staat und Bolt. Der Parteikampf, der Dotkslampf gegen „diesen Staat" sei verhängnisvoll. Grundsätzlicher Kamps gegen die Bersassung dürfe niemals Dolksparole fein. Die Sorge ums Daterland müsse den Konflitt lösen, die mit höchstem Pslichtbewuhtsein verbundene realpolitische Einsicht, daß die Rettung und Reichserhaltung nar auf dem tatsächlich bestehenden festen Rechtsboden möglich sei. Das schlechthin Rotwcndige sei der Staat, nicht seine Form, sondern seine Einheit mit dem Volke. Einen dringenden Appell. erklärte Dr. Kahl, möchte er noch an drei seelische Kräfte richten: Zum ersten mehr Vertrauen, verloren fei -nur das Volk, das sich selbst verloren habe Der Geist, der die deutsche Geschichte getragen, werde uns auch nach 1918 und 1919 wieder in die Höhe führen. Zum zweiten mehr Geduld Die Zeitmaße der Geschichte feien anders als die unseres stürmisch klopfenden und verlangenden Herzens. Die Gerechtigkeit fei, möge dies auch Zweifeln und Widerspruch begegnen, doch auf dem Marsch. Zum dritten mehr Dankbarkeit gegenüber dem Vater des Vaterlandes unb den Staatsmännern, die an erster und schwerster Stelle die Verantwortung tragen, seien sie lebend oder tot. Der Redner gedachte in diesem Zusammenhang der Freiheitsglocken und Freiheitsfeuer am Rhein. „Richt Kritik, das sei zu wenig, sondern Dankbarkeit für den Anfang und felsenfesten Glauben an das Ende, an den Sieg der Gerechtigkeit." Dr. Kahl schloß seine Rede mit dem Ruf Fichtes zur weltgeschichtlichen Verantwortlichkeit: „Es ist daher kein Ausweg: Wenn chr versinkt, so versinkt die ganze Menschheit mit, ohne Hoffnung einer einstigen Wiederherstellung" und mit der Verheißung Schenkendorfs „Rimmer wird das Reich zerstöret, wenn chr einig seid unb treu". Dies beides bleibe der dauernde Gewinn unserer Reichsgründungsfeier. Nachdem das Staatsorchester von der Beet- Hovenschen C-Moll-Symphonie den vierten Satz vvrgetragen hatte, sprach Reichskanzler Dr. Brün ng: 60 3ahre sind heute vergangen, seitdem das Reich gegründet und ein Ring um die Stämme Deutschlands geschlungen wurde. Stunden schweren Tlnglücks waren dem Reich beschieden unb Schatten Leides und tiefer Trauer haben sich auf unser Volk gesenkt. Aber das vor 60 3ahren geschmiedete Band eint uns noch heute. Das Gut de« Reichseinheit ist gerettet. Die Erinnerung an jenen Höhepunkt deutscher Geschichte wird uns die innere Kraft geben, unerschrocken und unerschüttert auf dem Wege des deutschen Wiederaufstieges fort- z u f ch r e i t c n , auf dem uns das Oberhaupt deS deutschen Volkes vorangeht. 3hn, unseren hochver- , ehrten Herrn Reichspräsidenten, als Zeugen der Reichsgründung heute unter uns zu Hhen, gibt dieser Feierstunde eine besondere Weihe. Wir werden in dem Glauben aneinebes- sere deutsche Zukunft nicht verzagen und alles daran sehen, dem feierlichen: Wunsche der Proklamation von 1871 entsprechend auch unserseits aus dem Gebiete natio talcr Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung Mehrer deS Deutschen Reichs an b c n Gütern und Gaben des Friedens zu sein. Rach der Ansprache des Reichskanzlers, die in einem Hoch auf das Vaterland endete, fand di« Feier mit dem Deutschlandliede ihren Abschluß. Die Feier des Kysshäuserbundes. TeiReichspräfident fordert fclbsttofenTienst am Vaterland. Nach der Feier schritt der Reichspräsident vor dem Reichstag unter den Klängen des Präfen- tiermarsches und lauten Iubelrufen der Menge mit entblößtem Haupt in Begleitung des Reichswehrministers und mehrerer Offiziere die Front der Fahnenkompanie und der prüfen- tierenden Ehrenkompanie ab. Sodann fuhr Reichspräsident von Hindenburg in den Sportpalast, wo der Deutsche Reichskrieger- bund K y f s h ä u s e r die Erinnerung an die Reichsgründung durch eine Weihestunde begann. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung war der Sportpalast überfüllt. Unter den Anwesenden bemerkte man eine große Anzahl von bekannten Führern der allen Armee und Marine, ferner auch den früheren Reichswehrminister Dr. Geßler. Nach dem Einmarsch der Fahnengruppen erschien Reichspräsident oon Hindenburg, mit brausendem Jubel empfangen. In seiner 'Begleitung waren Reichswehrminister Dr Groener. Staatssekretär Dr. Meißner, General v. Hammer stein, Admiral R a e d e r und Oberstleutnant v. Hrnden» bürg Der Reichspräsident begab sich in die für ihn bereitgehaltene Ehrenloge Die Ehrenwache vor dem Platz des Reichsprästdenten wurde oon Angehörigen des ehemaligen Regiments Garde zu Corps in histo- rischen Uniformen gestellt Zunächst begrüßte ter Vorsitzende des Hauptkriegerverbautes, Dr. D o ß - Berlin die Anwesenden, wobei er besonders den Reichspräsidenten willkommen hieß, den er unter stürmischen Beifallskundgebungen den Führer Die Polonaise, die Polen nur ihren Ramen, nicht wie die Mazurka und die Craco - Vienne chre Entstehung verdankt, erinnert cm jenen großen Aufzug in Form eines einfachen Reigens, mit dem im 17. Jahrhundert der Hot- ball durch den König eröffnet wurde. Ihr charakteristischer Dreivierteltakt, der sie vom Marsch unterscheidet, taucht zuerst in Sachsen auf, wo unter August dem Starken, dem König von Polen, der Tanz vielleicht seinen Ramen erhielt. Wie die Polonaise, so ist auch der K o t i l l o n gar kein Figurentanz, sondern nur eine Art Gesellschaftsspiel, er entlehnt seinen Ramen einer alten Contre-Tour und vereinigt in sich allerlei rhyth» misch« Unterhaltungen, wie sie die Tanzkunst der Vergangenheit erfunden. Dieser einst so sehr geliebte, so unendlich ausgedehnte Schlußakkord des Balles mit seinen zahllosen Touren und Abwechselungen ist heute aus der Mode gekommen, wie so viele heitere Harmlosigkeiten, an denen sich unsere Großmütter nach Herzenslust erfreuten. Er erschien früher als ein Teil des C o n t r e. Als dieser im Anfang des 18. Jahrhunderts seinen Siegeslauf durch Europa antrat, brachte er ländliche Frische und natürliche Anmut in die Reihen der Tänzer, die starr, steif und abgezirkelt gegeneinander gestanden hatten. Der englische „Country-Dance", der durch lustige Abwechslung und idyllische Intimität entzückte, wird schäferlich sentimental aufgepußt und als „Contredancc" von Paris aus überall hin verpflanzt. Die naiv bäuerischen Elemente erhal- ten nun einen graziös zierlichen Charakter; unzählige Figuren entstehen, und in dieser nie zu ^schöpfenden Fülle der Touren lag lange ein Reiz des Tanzes. Aber endlich erstarren diese wechselnden Formen; aus der verwirrenden Mannigfaltigkeit lösen sich fünf bestimmte Figuren heraus und vereinen sich zu einer berühmten Folge, es war die Quadrille Fran^aife auch schlechthin Contre genannt. Ihr amüsantes Potpourri historischer Typen hält gleichsam den Ewigkeitszug all der alten Contretänze fest. Ist schon die Fran^aise heute veraltet, so ist dies in noch höherem Grade die „Königin aller Tanze . das Menuett, der Gipfelpunkt der choreographischen Kunst des 18. Jahrhunderts. Trotz mannigfacher Versuche ist es nie gelungen diesen .graziösen Tanz oder seinen älteren und schwierigeren Genossen, die Gavotte, im modernen Ballsaal einzubürgern. Als mühsam auf. 1 H V <4 L. . K 'M < V' 6j Borbetmarsch der Fahnenkompanie vor dem Reichstag. im Kriege, den Retter des Reiches und den Vater des Vaterlandes nannte. Den 18. Januar bezeichnete er als einen Nationalfeiertag, an dem das deutsche Volk den inneren Hader vergessen und sich als eine Familie fühlen soll, zusammengeschweißt durch gemeinsame Geschichte und gemeinsames Leid. Nach einer weiteren Ansprache des Ersten Präsidenten des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyff- häufer", General a. D. von Horn, richtete Reichspräsident von Hindenburg folgende kurze Ansprache an die Versammlung: „Liebe Kameraden! Heute vor 60 Jahren zählte ich zu denen, die dem er st en Kaiser des wie> derer st andenen Deutschen Reiches zujubelten. Seitdem haben wir vieles verloren, was uns lieb und teuer war und unseren Soldatenherzen auch weiterhin unvergessen bleiben wird. Eins aber ist uns geblieben: das Vaterland. Ihm wollen wir in seiner Not über alles Parteiwesen hinweg in selbstloser Liebe und Treue dienen und solches Gelübde in dieser Weihestunde durch den alten Kriegerruf bekräftigen: Deutschland Hurra!" Begeistert stimmte die Menge in den Ruf des Reichspräsidenten ein. Die Kundgebung fand mit dem großen Zapfenstreich und dem Ausmarsch der Fahnengruppen ihren Abschluß. Der Reichspräsident, dem erneut lebhafte Huldigungen dargebracht wurden, verabschiedete sich von seiner Umgebung, indem er jedem einzelnen seiner/olten Kameraden die Hand schüttelte. Feier der Reichsmanne. Wilhelmshaven, 18. Jan. Die Reichs- marine beging den 60. Jahrestag der Reichsgründung in der Marinestadt Wilhelmshaven durch Militärgottesdienste in den beiden Garnisonkirchen. Anschließend nahm der Sta- tionSches Vizeadmiral Ti Hessen die Parade ab. Erschienen waren Abordnungen der Marineartillerieabteilungen und der Schiffsstation, der Linienschiffe „Schlesien" und „Hannover" sowie der Marinevereine und Kriegerverbände. Zum Schluß wurde der L a n d e s s a l u t von 21 Schüft . sen abgefenert. 3n Kiel wies bei dem Appell der Garnison auf dem Kaserncnhof in der Wiek der Stationschef. Konteradmiral Hansen, in einer An- spräche auf die Bedeutung des Tages hin. Um t 4.30 Uhr wurde auf allen im Hasen liegenden 5 Kriegsschiffen, die von morgens bis abends F Flaggenparade angelegt hatten, eine M u - . st e r u n g mit Ansprachen der Kommandanten ab- gehalten. Um 14 Uhr gaben das Linienschiff „Hessen" und die Salutbatterie .,Friedrichsort" 21 Schutz Salut ab, während von allen Kirchtürmen Glockengeläut ertönte. Llnsere Gesellschaftstänze. , Von Or. Paul Landau Der Sturm und Drang des Jazz, der in den letzten Jahren durch unsere Dallsäle tobte, ebbt langsam ab. Die vertrauten Bekannten aus der Zeit vor dem Kriege, besonders Walzer und Polka, kehren zurück, und so scheint eine neue Blütezeit der alten Gesellschaftstänze herauszudämmern. Sind doch auch sie bei ihrem Erscheinen auf dem Parkett als Auswüchse sittenloser Wildheit begrüßt worden, und es war eine viel gewaltigere Umwälzung als die der letzten Zeit, die die raschen Rundtänze um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert als Kinder der Revolution in die Salons brachte und die gemäßigten Figurentänze zurückdrängte. Der Gesellschaftstanz, wie er in der Zeit der Renaissance ein wichtiges Clement der europäischen Gesellschaft wurde, bestand zunächst nur in einem feierlich gemessenen Schreiten. Diese steifen Aufzüge wurden dann belebt und beseelt durch eine persönlich« Kultur des Körpers, die m einer komplizierten Mannigfaltigkeit von Schritten und Figuren zum Ausdruck kam. Wäh. rend in den starren Ernst der ersten vornehmen Tanzformen, der Pavane oder Courante, nichts von dem derb beweglichen Gliederregen der niederen Stände hineindringt, bringt später gerade das vo.kstümliche Element in dies gravitätische Promenieren neues Leben, frisches Blut Aus dem unerschöpflichen Reichtum der Volkstänze erhält der Kunsttanz seine Anregungen die merkwürdigen Formen eines Reigens den man bei den Dauern von Poitou bewundert, werden umgebildet und zum M e n u e t t verfeinert. aus englischen Dauerntänzen entwickelt sich der Contre, von den deutschen Drehern führt ein direkter Weg über die gehaltene Allemande zum ausgelassenen Walzer. Spanische und slawische Moden, die die pikant verführerischen Bauerntänze dieser Länder einführen, hinterlaßen ihre Spuren im Ballsaal. So entstanden allmählich jene beliebten Tänze der modernen Gefellfchaftskaltur. die durch öen Jazz vertrieben wurden und aus die man sich jetzt wieder besinnt. Aus diesen Tänzen, die nicht so jäh mit der Vergangenheit gebrochen hatten wie der kulturlose Jazz, schimmert die Geschichte der Choreographie deutlich hindurch. Die Feiern im Reich. München, Stuttgart und Karlsruhe. In München marschierte die Reichswehr auf dem Königsplatz auf, der von vielen Lausenden eingesäumt war. Ministerpräsident Dr. Held schritt mit dem Landeskommandanten die Front ab. Rach einer Ansprache des Landeskommandanten erklang das Deutschlandlied. Gleichzeitig wurden 21 Salutschüsse abgefeuert. Ein Vorbeimarsch der Truppen folgte. Im Zirkus Krone fand die Reichsgründungsfeier der vaterländischen Verbände Bayerns statt, zu der u. a. Prinz Alfons. Justizminister Gürt- ner, zahlreiche Führer der alten bayerischen Armee sowie Mitglieder des Stahlhelms und der Kriegervereine erschienen waren. Im Odeon wurde auf Einladung der ba Ye rischen Staatsregierung eine offizielle Reichsgründungsfeier abgchalten, zu der der Ministerpräsident, die Mitg.iedcr des Kabinetts, Kardinal-Ezbischof Dr. v. Faulhaber, Laird» tagspräsident Stang und Vertreter der Reichsund Staatsbehörden erschienen waren, älniversi- tätsprofessor Dr. Karl Alexande'r von Müller hielt die Festrede. In einer anschlie- tzenden kurzen Ansprache brachte Ministerpräsident Dr Held ein Hoch auf das deutsche Volk und seinen getreuen Eckehart Hindenburg aus. Die Feier in Stuttgart wurde mit einem Reichswehrappell im Hofe des Reuen Schlosses eingeleitet, dem eine Parade vor dem Kommandeur des Wehrkreises V, dem Staatspräsidenten Bolz und den Mitgliedern der württembergischen Regierung folgte. Die offizielle Reichsgründungsfeier fand in der Stadthalle statt. Auch in Karlsruhe fand eine von der Regierung veranstaltete Feier statt. Die Reichsgründurigsfeiern im Auslände. Berlin, 19. Jan. (WTB.) In London wurde der Tag auf der deutschen Botschaft in würdiger Weise gefeiert Botschafter Frhr von Reurath veranstaltete eine Empfang, bei dem er des Reichsgründers gedachte und an die Worte Hindenburgs erinnerte: „Richts für uns, alles f ü r Deutschlan d." - In Rom veranstaltete die Deutsche Vereinigung Rom in ihrem Heim eine Feier. — In Amsterdam veranstaltete der deutsche Generalkonsul einen Empfang. — Die deutsche Kolonie in Helft ng° f o r s beging den Tag mit cfner kirchlichen Feier und einem Empfang in der Gesandtschaft. - Der deutsche Botschafter in der Türkei hob in einer Ansprache vor der deutschen Kolonie in Slam» b u I den entscheidenden Willen zum Besseren in der Heimat hervor, wo ein fester Ausstiegwille herrsche. — Eine kirchlich« Feier fand auch in Paris statt, der Botschafter von Hoesch beiwohnte. Feiern veranstalteten auch die Gesandtschaften in Stockholm, Oslo, Athen u. a. 3n Genf. Eine Ansprache des NeichSautzenministers. Genf, 18. Jan. (WTB.) Anläßlich der 60. Wiederkehr des Tages der Reichsgründung veranstaltete Generalkonsul Dr. Bö Ickers eine Gedenkfeier, an der Außenminister Dr. C u r t i u s und die gesamte deutsche Völkerbundsdelegation teilnahmen. Ferner bemerkte man unter den Gästen den deutschen Gesandten in Bern, Ar. Adolf Müller, den llntergeneralfefretär des Völkerbundes, Dufour-Feronce, alle deutschen Beamten des Dölkerbundssekretariats und des Internationalen Arbeitsamtes sowie zahlreiche Vertreter der deutschen Presse und der deutschen Kolonie. Zn einer kurzen Ansprache erneuerte Reichsaußenminister Dr. Curtius für die Führer der Gegenwart das Gelöbnis, Mehrer des Ruches zu jein an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiet nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung. Nachdem unsere Gedanken, so fuhr Dr. Curtius fort, die 43 Friedensjahre der Ausdehnung, Fülle und Macht des Reiches durcheilt haben, kreisen sie unablässig um das schwere Schicksal des Zusammenbruchs der Jahre 1918 und 1919, gegen das wir uns immer von neuem aufbäumen, das wir mit allen Kräften überwinden müssen. Unser Weg liegt gleichweit ab von Radikalismus und Illusionen. Wir bedürfen fester Führung, Gefolgschaft aller Verantwortungsbewußten. Wir dürfen das Bewußtsein der Volksgemeinschaft nicht verlieren. Wir müssen dem Volk zeigen, daß wir mit ihm in seiner Not fühlen, daß wir mit ihm heißen Herzens glücklichere Tage ersehnen, daß wir uns für die Erringung nationaler Freihett mit allen Kräften einfetzen. Bei den schweren Verhandlungen hier in Genf sind alle Beteiligten von nationaler Verantwortung durchdrungen; sie gewinnen Stärkung durch den Gedanken an das Reich und sind entschlossen, ihre Pflicht zu t u n. Die europäische Konferenz in Genf. Aoch keine Entscheidung über eine Einladung an Rußland und die Türkei. Genf, 17.Jan. (WTB.) Die europäische Konferenz hat ihre nichtöffentlichen Verhandlungen über die Hinzuziehung Rußlands und der Türkei vorläufig abgeschlossen. In der Diskussion waren drei Tendenzen zu beobachten: Hinzuziehung der europäischen Nichtmitgliedstaaten, ein Vorschlag, für den sich d i e Außenmini st er Deutschlands und Italiens wiederholt einsetzten; Hinausschiebung der Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt; inzwischen soll der Dölkerbundsrat durch eine Anfrage feststellen, ob die betreffenden Länder den Wunsch haben, teilzunehmen. Diese Anregung geht von Briand aus. Ein dritter Vorschlag, für den sich namentlich Henderson einsetzte, will, daß eine Wirtschaftskommission der europäischen Konferenz eingesetzt wird, die insbesondere das europäische Wirtschaftsproblem zu behandeln hat und zu der sofort Rußland und die Türkei ebenso wie alle interessierten Nichtmitgliedsstaaten des Völkerbundes eingeladen werden sollen. Die Versammlung hat eine Kommission eingesetzt, die den Auftrag bekommen hat, der Konferenz unter Berücksichtigung der verschiedenen Anregungen einen praktischen Vorschlag zu machen. Dieser Kommission gehören an: Dr. Curtius, Henderson, Briand, Titulescu und Motta Ueber diesen Vorschlag dürfte dann die Konferenz in einer der nächsten Sitzungen ihrer jetzigen Tagung entscheiden. Die Wirtschastsknsis. Die Verhandlungen wandten sich dann der Behandlung der W i r t f ch a f t s f r a g e n zu. In der Diskussion, die sich an den Bericht Colijns (Holland) über die wirtschaftliche Lage in Europa anschloß, betonte H e n d^e r s o n, daß die Hauptbedingung für eine wirtschaftliche Prosperität Europas die H e r a b s e tz ung der Zölle fei. Es liege im eigensten Interesse jeder Nation,r e wirisch a f tl i ch e n Rü st ungen herabzusetzen. Der wirtschaftliche Nationalismus fei ebenso gefährlich wie der politische und der militärische. Er sei der Ueberzeugung, daß ein Fehlschlag der wirtschaftlichen Verhandlungen unbedingt zu einem Zolltarif« k r i e g in Europa führen würde. Der südslawische Außenminister Marinko« witsch setzte sich für die bekannten Agrar- wünsche der füdo st europäischen Staaten ein. Entgegen der An icht Colijns sei er der Auffassung, daß die Lösuna der wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch Herabsetzung der Zölle allein nicht erreicht werden könne. Mit doktrinären Formeln werde das Problem überhaupt nicht gelöst: man müsse praktische fragen in Angriff nehmen. Die südosteuropäischen Staaten befänden sich in einer äußerst schwierigen Lage. Wenn der Absatz ihrer Produkte in Europa nicht erleichtert würde, seien sie gezwungen, sich einen inneren Markt zu schaffen und die Zollschranken z u erhöhen Und wenn diese Staaten keine Möglichkeit erhielten, mitteleuropäische Jndustriewaren zu kaufen, so würde die Zahl der Arbeitslosen in Mitteleuropa sich bald noch um einige Millionen erhöhen Darauf erklärte C o l i j n , er glaube nicht, daß die Schwierigketten der europäischen Wirtschaft durch die Lösung der südeuropäischen Agrarfragen behoben würden. Marinkowitsch unterschätze die allgemeine Gefahr eines wirtschaftlichen Protektionismus, der eine allgemeine Überproduktion im Gefolge habe. Er verwies auf die gegenwärtigen Bestrebungen, zu einer Rationalisierung der Zuckerprotz u k t i o n zu gelangen, und meinte, daß es vielleicht auch möglich sei, zu ähnlichen Vereinbarungen bezüglich des Getreides zu kommen. Die wirtschaftliche Prosperität der Welt hänge hauptsäch ch von einer Senkung des Zollniveaus ab. Der freiwillige Arbeitsdienst. Erneut Besprechung im Reichsarbeiitzministerium. Berlin, 17. Jan. (Vdz.) Im Reichsarbeitsministerium fand eine Besprechung über di« Fragen des freiwilligen Arbeitsdienstes statt, an der mit einer Ausnahme alle in dieser Richtung tätigen Organisationen teilnahmen. Ausgiebig wurden die vom Reichsarbeitsministerium über die erste Besprechung ausgegebenen Ziffern besprochen. Entgegen der bisherigen amtlichen Berechnung, wonach je Arbeitsdienstleistenden im Jahre etwa 3 000 M k. Unkosten entstehen würden, erklärten die Vertreter der anwesenden Organisationen übereinstimmend, daß sich die Kosten höchstens auf rund 1 0 0 0 M k. im Jahre belaufen würden, daß sie also nicht wesentlich höher seien, a l s die jetzige Arbeitslosenversicherung, die für den Mann im Durchschnitt: 1000 Mk. im Jahre beträgt. Ministerialrat L e h f e l d t würdigte die Aktivseite der vorgelegten Pläne durchaus. Bei einem, Einsatz von 450000 Mann würden die Ersparnisse an Arbeitslosenkosten etwa 4 2 0 Millionen betragen. Di« w.i- teren Aktivposten, der Wert der Produktion und die Belebung der Kaufkraft, seien aber unsichere Größen, äleberdies gehe die fetzige Krise vorwiegend auf unzureichende Kapitaldecke, auf fehlende Absatzmöglichkeiten und auf lieber- Produktion zurück, und in dieser Hinsicht biete der Arbeitsdienst keine Abhilfemöglichkeiten, da ja beispielsweise die landwirtschaftliche Produktion noch gesteigert werden solle. In seinem Schlußwort stellte Ministerialrat Lehfeldt fest, daß von den anwesenden Organisationen — Kuratorium für Arbeitsdienst, Arbeitsgemeinschaft für neuzeitliche Siedlung, £ angelegene Treibhauspflanzen erscheinen sie, mehr korrekt als schön cinstudiert, heut nur noch als Schaustücke, besitzen aber nicht die volle Lebenskraft wie die früher so verachteten Volkstänze, aus denen unsere wichttgsten Rundtänze hervor» gegangen sind. Ein uralter deutscher Volkstanz rst der Walzer, der zunächst als „Ländler" oder. „Langaus", als „Zweitritt" oder „Steirischer" auftritt. Französische Tanzmeister haben freilich auch den Ruhm der Erfindung des Walzers ihrem Volke sichern wollen, indem sie auf die übermütige „Volte" bei dem alten Spring- tanz der Gaillarde hinwiesen. Aber nicht hier liegen die Vorstufen des Walzers, sondern in der aus Deutschland stammenden, im 17. Jahrhundert vielgetanzten Allemande, einer Misch- form des Contre, bei der die Bewegungen der Hände die Hauptsache waren und im einfachen Tanzschritt die Drehungen des Paares durch Beschränken und Kreuzen der Arme erfolgten. Schließlich ließ man die komplizierten Berschlin- gungen der Hände als unwesentlich bei Seite; die enge Beziehung, in die Herr und Dame durch die beständige Berührung der Arme getreten waren, gipfelte nun darin, daß der Tänzer den Arm um die Taille der Tänzerin legte. Der einfache Drehschritt des Volkstanzes, der schon so lange Bauern und Bürger bei ungebundenen Lustbarkeiten erfeut, zuckte jetzt auch in den Fußen der Vornehmen und ließ sie einen Tanz- taumel auskosten, wie ihn die feinste Courante das schönste Menuett nie hatten ahnen lassen. Das riesige Aussehen, das ein 1787 in Martinis Op" »Ona cosa rara" zu Wien getanzter Walzer entfesselte, kann als Markstein gelten für das allgemeine Eindringen dieses Tanzes in di« gute Gesellschaft. Vergebens suchte der Wiener'Kongreß, der die Geselligkeit des ancien r^gime zu einem letzten Scheindasein erweckte, das würdevolle Phlegma der Polonaisen und Quadrillen wieder zur Äorm zu erheben; es schwebte doch alles im raschen Saunte! des Walzers bunt durcheinander, mochte man auch noch so sehr über "diesen Würger der Moralität und Keuschheit" zetern. ^^achdem man erst einmal zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit Behagen von dem süßen, prickelnd unruhigen- Rhythmus dieses flinken Drehtanzes gekostet hatte, wollte man die leiden- I bjafthefje Erregung solch raschen Tempos bis zv.r Reige gemeßen. Mit dem langsameren «Drei- l Hochschulnachnchten. Das durch die Emeritierung des Professors R. Weinland an der Universität Würzburg erledigte Ordinariat für Pharmazie und angewandte Chemie ist Dr. Fritz von Bruch Hausen Ordinarius der pharmazeutischen Chemie in Münster, atu geboten worden. schrittwalzer" wetteiferte bald der galoppartige „Zweischrtttwalzer", und noch schnellere wilder« Tänze drangen von Osten her ein, geboren aus Dem heißen Blut und der starken Sinnlichkeit slawischer Völker, der Böhmen, der Polen. Die Polka, von der berichtet wird, sie sei umd 2ahr 1830 von einer einfachen Bauernmagd> Anna Slezak erfunden worden, soft ihren Ramen von dem böhmischen „Pulka" = Hälfte haben, weil der Halbschritt darin vorherrscht. Sie ist eigentlich nur die Wiederbelebung des sogenannten „Schottischen", der wieder als ein Gemisch zweier uralter Volksschritte, des Polkapas und Doppelspringens, im „Rheinländer" cme Erneuerung erfährt. Ums Jahr 1840 als der Prager Tanzlehrer Raab die Polka auf dem Pariser Odeontheater vorfuhrt, erreicht die Polkamode ihren Höhepunkt. Man trägt Haare und Kleider ä la Polka, ißt Speisen ä la Polka; dec neue Tanz wird in Dichtung und Kunst verherrlicht und erhält seinen Lobredner in dem letzten Klassiker der Tanzliteratur Cellarius. Ein anderer slawischer Tanz, der durch den Polenkult der Restauration seine romantische Folie erhielt, ist die Mazurka, der einzige jener vielen stolze Ritterlichkeit und weiche Hingebung atmenden polnischen Tanzschrttte, der sich in einer gemäßigten Form unter unfern Tänzen einbürgerte. Dieser erschien dann als anmutig feuriger Rundtanz, mit Polkaschritten untermischt, als Pvckka-Mazurka. Der Galopp mit seinem Zweivierteltempo, wohl aus dem zweitaktigen altdeutschen „Langaus" entstanden, war der einfachste und rascheste dieser Rundtänze. Er ist dann von Onestep noch übertroffen worden, wie überhaupt mit der Herrschaft der exotischen Tänze das Tempo sich immer schneller gestaltete. Aber der Tango bot ein wohltätiges Gegen- (jeuHdjt: das jetzt mehr und mehr zu Anmut und Melodik zurückleitet. ne. N" Laye. Wenn her erleichtert »W einen inneren I^ranfen KAaaten feine Mon- Sc*e Uustlieworen jW bet Mrbeitslolcn in $ um einiae Mionen °u>", et glaube n< r europai|d)en Wirtschaft lubeuropäilhen Agrar. Janntomitld) unterschäne fQbt eines wirt, tionismus, her eine ■*J * ' o n im (Befolge habe, »rügen Bestrebungen, zu ln0 der Zuckerpin b meinte, daß es vielleicht chen Bereinbarungen bc- zu kommen. Die w-.rt-. Well hänge Hauptfach ch' ?s Zollniveaus ab. ®Uiem SÄ'* N. «nft MeSürfei. Nation, ing ber ™ JV ,er der ’bLng berU$ll't?en ÄL Kann im Durch/chn//^ b t toltbigte bk Aivv» ne but^auä. Der einem ran würden die 6r« tbeitilofenloftcn en betragen. Die w.i- EJcrt der Prvdul- ing der Kaufkraft, > Großen. Mebctb;^ wrwiegend auf unzu- decke, auf fehlende en und auf lieber- und in dieser Hinsicht ine 2lbhilsemög.'ichkeitcn, ndtvirtschaftlichePrvduk- en solle. t stellte Winlstenalrai en anwesenden Orgoni1* füt Arbeitsdienst, Ar- zeitliche Siedlung, Lan- ■ bald der galoppartige : noch schnellere wildere ^einfachen Aouernmagd loSen foP lhren Olamen nn vorherrscht. Sie ist tbelebungdes!ochenan^ )er wieär als em Ve Wchritte. des PollapaS im Äheinlande LmsIahrM^ Raab die JL '(d< ^elfeVi/oerberr- «Äfln letzte» Lobredner in _. anN WInantil& Q üie[cn S EL (timen- ui emtf w. dn 'Z^n ein- unsern ^utig •n daM als terrnisÄt. L®obi ®at Es s- >ch übettrone" tifj,en inner ltz.L Seg^ ein wohltaNS ^ut unb mehr »u S-Lr'- Wtv': M tjord Jüx3ö| Thorsnavrr OjJo ■W- wa XUlx’ an ri fiiegci iWW Der Gießener Siaalskommiffar lehnt ab ie WetieNaae. im ötabtrat eingenommen hat. Erwartet hatte man des weiteren, daß der Herr Staatskonnnissar, wie fast an allen anderen Plätzen, so auch in Gießen seine Entscheidung nicht ohne Einvernehmen und jedenfalls nicht ohne Anhörung der Fraktionen des Stadtra^ treten würde und daß er insbesondere auch, wie die Verordnung vom 11. Dezember 1930 es ausdrücklich vorsteht, die Ausgabenseite des städtischen Etats sich angesehen hatte, wie dies ebenfalls in anderen Städten geschehen ist. Die unterzeichnete Fraktion des Stadtrats der Stadt Dietzen hat unter Hintansetzung schwerster Bedenken bis zuletzt den Belangen der Stadt gerecht zu werden versucht, indem sie .weit- gehendst für die Anträge der Stadtverwaltung gestimmt hat. Keine andere Fraktion war zu solchen Opfern bereit. Sie insbesondere nimmt deshalb das Recht für sich in Anspruch, die ernstesten Cßorfldlungen zu erheben und den Herrn Staatskommissar zu bitten, nochmals und zwar zustammen mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat der Stadt Dietzen in eine Prüfung der zur Deckung - des bestehenden Defizits erforderlichen Maßnahmen einzütreten und in letzter Stunde mit dazu beizutragen, dah die oben kurz an gebeuteten Härten und damit Schlim- Ein Kommentar zu dieser glatten Ablehnung der Steuerdiktators, der es noch nicht einmal für nötig gehalten hat, die Verhältnisse an O r t u n d S t e l l e zu prüfen und sich zu diesem Zwecke mit den g e - wählten Vertretern der Bürgerschaft persönlich in Verbindung zu setzen, dürfte sich nach dem Wortlaut dieses Absagebriefes wohl erübrigen. Ein Schritt gleicher Art mit demselben Ziel ist seitens der Stadtratsfraktion der Wirtschaftlichen Bereinigung beim Staatskommissar erfolgt. Sobald eine Antwort darauf eingegangen ist, wird auch dieses Schreiben zur Kenntnis der Bürgerschaft gebracht werden. «tetsabbau! jetzt RM.Iq* jetzt RM,"o60 zur täglichen 1 Halspflege v\ schützt vor M Husten und Heiserkeit meres vermieden wird. Mit einer solchen Bach- prüfung wurde auch der starken Erregung der Bevölkerung der Stadt begegnet werden, unb es wäre zu erwarten, dah Schritte unterblieben, die bereits geplant sind und dem öffentlichen Interesse gewih nicht dienen werden. Arbeitsgemeinschaft der Mitte. 3. QL: Wilhelm Horn, Vorsitzender. Ein glattes Nein. Auf diese Zuschrift hat der Staatskommis» s a r mit folgendem Schreiben geantwortet: Darmstadt, am 15. Januar 1931. Der Staatskommissar für die Stadt Dietzen. Detteffend: Sicherung der Haushaltsführung der Stadt Dietzen. — Auf gefälliges Schreiben vom 12. b. TL — Bach meiner Bestellung als Staatskommissar für die Stadt Dietzen habe ich im Benehmen mit dem Herrn Oberbürgermeister sofort den städtischen Voranschlag, insbesondete auch die Ausgabenseite, nachgeprüft. Q5ei dieser Durchprüfung haben sich die von mir getroffenen steuerlichen Maßnahmen zur Sicherung der Haushaltsfsih- rung der Stadt als notwendig erwiesen. Bach- dem sie auch die gesetzlich vorgeschriebenen ministeriellen Genehmigungen gesunden haben, besteht für mich weder ein Anlatz, noch eine Möglichkeit zu Qlbänderungen. Bach der gesetzlichen Vorschrift tritt im übrigen der Staatskommissar an die Stelle des StadtratS, dessen Beschlüsse durch ihn erseht werden, weshalb Verhandlungen mit dem Stadtrat nicht in Frage kommen. Ich habe mir Vorbehalten, noch weitere Mahnahmen zur Sicherung der Haushaltsführung der Stadt Dietzen zu treffen und bin darum bereit, durchführbare Vorschläge zu Einsparungen oder Mehreinnahmen im Rechnungsjahr 1930 auch von Ihnen schriftlich entgegenzunehmen. Haberkorn, Oberregierungsrat. An die Stadtratsfraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte z. Hd. des Vorsitzenden Herrn Wilhelm Horn in Gießen. deskulturarbeitsgemeinschaft, Iungdo und Verband zur Behebung der Arbeitsnot — niemand mehr für die sofortige Arbeit s d i e n st p f l i ch t eingelreten seL Er bezweifelte erneut die Rendabilität der ganzen Pläne, erklärte aber die Bereitschaft des Arbeitsministeriums, vorgelegte Pläne einzeln zu prüfen. Oer Deutschlandbund. Berlin, 17. Ian. (EBB.) Der Deutschland- bund versendet ein Bundschreiben, in dem er feine Ziele unb Aufgaben darlegt. 3n dem Rundschreiben heißt es u. a.: Der Deutschlandbund istkerneParteiund ke"in Verein, er ist eine Gesinnungsge- meinschast. Seine Idee ist der Erkenntnis entsprungen, dah es innerhalb und außerhalb der volitischen Parteien gemeinsame Grundsätze unb 3iele gibt bic von keiner Partei allem beansprucht werden können und gerade deshalb einen Mittelpunkt brauchen, damit sie im Kampf der Tagespolitik vor Verflachung und Entwertung bewahrt bleiben. Dieser Mittel- »punkt will der Deutschlandbund sein. Seine Ziele sind: Anständige politische Mittel ein starker, gerechter und sauberer Staat, ein freies, zuversichtliches unb kulturell hochstehendes Deutschland. Der Deutschlandbund will keine eigene Politik treiben, sondern mithelfen, bah die sittlichen Voraussetzungen einer guten deutschen Politik geschaffen werden. Zu diesem Zweck stellt er sich folgende Aufgaben: 1. Kampf gegen Lüge unb Verleumdung, gegen Eigennutz unb Korruption im öffentlichen Leben; . 2. Kampf gegen Gewalt und Terror tm Streit der politischen Parteien; 3. Kampf gegen die Herrschaft der Sttaß«, gegen unsachliche Auseinandersetzung unb politische Verflachung; 4. Kampf gegen politische Gleichgültigkeit und Entmutigung, aber auch gegen politische Großmannssucht und wirtschaftlichen Dilet- Qwoixenios Offener. <>naib Decettt.» völlig. • orutcxi «Regen »Schnee a Graupeln. e xeoel E Gewitter,(§)uind$tine.«o. «tv eenter Ost rassige- Südsüdwest q stürmische» -tordwcsl 0>e diene fliegen mit dem umoe. Die oeiden Stationen stenenjen Za!» auf neeresniveau umgerechnete» Luftdruck Wettervoraussage. Durch die Kaltluft an der Rückseite d«S ab- ziehenden Finnlandtiefs haben die Temperaturen in Deutschland einen Rückgang erfahren unb gingen in bet letzten Bucht wieder meist unter ben Gefrierpunkt. An der Vorderseite einer neuen, zwischen Island unb Ir.and erschienenen Störung breitet sich Warmluft östlich aus, unb über den britischen Inseln unb Bord-t frankreich lagen heute morgen bie Temperatur- totrie schon um plus 10 Grad Celsius, stellenweise sogar darüber. Mit dem weiteren Vordringen der Atlantikstörung kommt auch in Deutschland die maritime Warmluft zur Geltung, so daß die Temperaturen allgemein ansteigen werden. Di« dabei auf tretenden Biederschläge dürften vorerst als Schnee fallen, werden aber bald in Begen übergehen. Aussichten für Dienstag: Mildere- unb meist bewölktes Wetter, zeitweise Biederschläge. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd wolkig mit Aufllaren, einzelne Bieberschläge. Lufttemperaturen am 18. Januar: mittags 2,3 Grad Celsius, abends 0,8 Grad, am 19. Januar: morgens 0,6 Grad. Maximum 2,5 Grad, Minimum 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 18. Januar: abends —0,2 Grad; am 19. Januar: morgens 0 Grad Celsius. — Niederschläge 1,4 mm. — Sonnenscheindauer % Stunde. Raummeter Kiefern- oder Eichenschert 22 M^, 50 Kicscmwellen 5 Mk„ 50 Eichenwclten 8 Mk. unb 50 Buchenwcllen, von denen nur geringe Mengen zum Verkauf standen, 12 Mk. • Inheiden, 19. Jan. Gestern abend entstand auf dem Grundstück des Land- und Gastwirts Karl Raab Feuer, dem die Scheune und ein Schuppen mit dem gesamten Inhalt an Heu undStrohusw. zum Opfer fielen. Die Brand- Ursache ist bis zur Stunde noch unbekannt. U Bvnnenrotb, 17. Ian. Im Saale deS Rathauses hielt Obstbauinspektor G n 11e r, Gießen, einen Vortrag über die .Pflanzung von Obstbäumen". Er gab wertvolle Anregungen über IXrn Anbau von bestimmten Obstsorten, die für bte hiesigen Verhältnisse am geeignetsten sind. DeS weiteren behandelte der Redner bas Beschneiden unb Aufpsrvpsen ber Obstbäume und die Bekämpfung der Schädlinge. Im Anschluß an den Vortrag wurde ein Obstbauverein gegrün* bet, dem sich viele Landwirte anschlossen. Schwere Sluttaf in Frankfurt. (Ein Mchgermelster wird vor feinem Hundezwinger erschlagen. MSN. Frankfurt a.M., 18. Jan. Am Samstag ist der 49jährige Metzgermeistcr Reinhard K a p p c s auf einem Wagcnstandplatz am Strahlenberger Weg (in einiger Entfernung vom Lokalbahn- Hof) t o t ausgcfunden. Er ist mit einer Eisen» stange erschlagen worden. Von dem oder den Tätern hat man noch keine Spur. Kappes hatte auf dem Wagenplatz am Strahlenberger Weg einen Hundezwinger, der zwei Doggen enthielt. Diese Tiere pflegte er regelmäßig abend» gegen 6 Uhr zu' füttern. Er begab sich auch am Samstagabend nach dem Zwinger. Als er nach einiger Zeit nicht zurückkehrte, forschten seine Angehörigen nach seinem Verbleib. Man fand ihn, In einer Blutlache liegend, links vor dem Zwinger. Die Kriminalpolizei weilte den ganzen Sonntag vormittag an ber Mordstelle, konnte aber bisher nicht zu einem abschließenden Urteil gelangen. Kappes hatte keine Geldbörse mehr in der Tasche, als er aufgefunden wurde. Ob er eine Börse eingesteckt hatte, ist noch nicht bekannt. Die Frage, ob es sich um einen Raubmord handelt, kann also weder bejaht, noch verneint werden. Anderseits ist kaum anzunehmen, daß ein Raubmörder sich in der Nähe der sehr scharfen Doggen versteckt haben sollte, um Kappes niederzuschlagen und zu berauben. Es besteht daher die Möglichkeit, daß der Täter ein guter Bekannter der Hunde unb damit auch des Metzger- meifters ist. Die Tat ist, wie die Spuren beweisen, direkt vor der Tür des Hundezwingers verübt worden. Wegen des Ueberf alles aus bas Dorf Golassowitz am Vorabend der letzten Pplnt- schen Wahlen wurde gegen 26 AufstMtbtsche Strafanzeige wegen Landsriedensbruches bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts in Byb- nik eingereicht. Der Ozeanflug des Do X. In Ergänzung der Meldung über die Startbereitschaft des Do X am 25. Januar wird noch berichtet, daß ber Flug zunächst über Made i r a , die Kanarischen und Kavperdischen Inseln nach Rata! und von Dort nach R i o de Janeiro führen werden. Alsdann sind Flüge nach Para, Trinidad, den Antillen und Havanna sowie überhaupt imGolsvonMexikobis zum Beginn der guten Jahreszeit vorgesehen, zu der der Weiterflug nach Neuyorl möglich fein wird Im Rumpfe des Apparates sind zwei neue Benzintanks für 6000 Liter Brennstoff angebracht worden, wodurch das Gewicht des Flugschiffes auf 88 Tonnen steigt. Aus Der Prvvinzialbauptstadt Gießen, den IS.Ianuar 1931. Die Grippe geht um! Don Dr. meb. Gurt Kayser. In vielen Orten des Reiches ist in den letzten Wochen eine stärkere Häufung fieberhafter Erkältungskrankheiten aufgetreten, bie man gemeinhin mit bem Barnen Grippe zu bezeichnen pflegt. Ob alle diese Erkrankungen im streng- wissenschaftlichen Sinne den Barnen „Grippe" verdienen, mutz dahingestellt bleiben. Sie sind aber sämtlich gekennzeichnet durch das plötzliche.Einsetzen von Schnupfen, Husten, mehr ober minder hohem Fieber, Gliederschmerzen usw. . Wenn auch bie große Mehrzahl der bisherigen Erkrankungen anscheinend leichterer Batur ist, so läßt sich doch von einer solchen grippeartigen Erkrankung nur in den seltensten Fällen voraus- sehen, welchen Verlauf sie nehmen wird. Gerade die Grippe ist ausgezeichnet durch die Beigung zu Rückfällen, bie ost schwerer sind, als die Erst- ertranhmg. Ferner schließen sich an die Grippe nicht selten verschiedene Bachkrankheiten an. Hierher gehören Stirnhöhlenkatarrhe. Mittelohrent- zünbung, Herzerlranlurgen und Bier nleiben. Von ganz besonderer Bedeutung ist bie Tatsache, daß ruhende ober bisher nicht in Erscheinung getretene tuberkulöse Lungenspitzenerkrankungen nicht selten durch die Grippe von neuem entfacht werden, ober erstmals in Erscheinung treten. Daher ist es not» wenbig, jeder, insbesondere mit Temperaturerhöhung einhergehenden, grippeartigen Erkrankung bic notwendige Beachtung zu schenken und vor allem so rasch wie möglich einen A^t zu Rate zu ziehen. Diese Mahnung sei mit besonderem Bachbruck ausgesprochen; benn es ist falsche Sparsamkeit, etwa wegen ber Gebühr für Krankenschein und Apotheke eine Grippeerkrankung iu verschleppen unb womöglich bann wochenlange Krankheit unb Arbeitslosigkeit in Kauf nehmen zu müssen. . . Die Dehanblung des Kranken wirb naturgemäß ausschließlich ber Arzt zu leiten haben, gegen bie Weiterverbreitung der Krankheit aber kann der einzelne sich und seine Umgebung wirk am schützen durch Beachtung der wichtigsten Grundregeln der vorbeugenden Gesundheitspflege: Vor allem vermeide man allzu nahe Berührung mit dem Kranken und halte auf Armeslänge Abstand von ihm. Ferner sorge man dafür, daß der Kranke beim Husten unb Biesen das Gesicht abwendet ober ein Taschentuch vor ben Mund hält. Ganz besonders wichtig ist diese Maßnahme überall da. wo eine größere Anzahl von scheinbar gciunoen ober leicht tränten Menschen sich zusammenfindet, z. B. in ben öffentlichen Verkehrsmitteln, Straßenbahn usw., ferner in Theatern, Kinos usw. Häufiges Hänbewaschen, zumal nach irgendwelcher Berührung mit dem Kranken ober ben von ihm benutzten Gegenständen wirb sonst noch geeignet sein, ber Weiterverbreitung der Krankheit wirksam zu begegnen. Vornotizen. — lagestalenber für Montag: Ober hessischer Kunstverein unb Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde: Vortrag mit Lichtbildern, 20.15 Uhr, Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Lud- wigstrahe 34. — Lichtspielhaus, Bahnhofstcaße: Volksoorstellung zu bLigen Preisen: „Das Floten- konzert von Sanssouci". — Aftona-Lichtspiele: „Troika". Um alle Möglichkeiten zur Vertretung der berechtigten Interessen der Steuerzahler gegenüber dem Steuerdiktat des Staatskommissars auszunutzen, hat sich die Stadtratsfraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte mit einem Schreiben an den Staatskommissar für Gießen, Oberregierungsrat Haberkorn- Darmstadt, gewandt, das folgenden Wortlaut hat: Dießen, den |2. Ianuar 1931. An den Staatskommissar der Stadt Gießen Herrn Oberregierungsrat Haberkorn, Darmstadt. Di« Festsetzung der Resisteucrsätze durch den Herrn Staatskommissar der Slabt Gießen vom 30. Dezember 1930 auf Grunb der Verordnung vom 11. Dezember 1930 hat in den davon betroffenen Kreisen der S'.adt Dietzen den stärksten Widerspruch ausgelöst. Zahlreiche unS zugegangene Eingaben der wirtschaftlichen Verbände bringen dies aufs schärfste zum Ausdruck. Es kann zunächst keinerlei Erklärung dafür gefunden toetben, baß der Herr Staatskommissar bei seiner Festsetzung über die in dem Vorschlag der Stadtverwaltung enthaltenen Sähe nicht un- wesentlich hinausgegangen ist. Als untragbar empfindet man allseits die rückwirkende Geltung der Sätze vom 1. April 1930 an. Befremdend ist ferner die Tatsache, dah entgegen dem Vorschlag der Stadtverwaltung der Herr StaatS- kommissar die zweiprozentige Mieterhöhung, die einen gewissen Ausgleich für den Hausbesih schassen sollte, hat fallen lassen. Dies um so mehr, als man feststellen muß, dah dieser Verzicht übereinstimmt mit ber Haltung ber sozialdemokratischen Fraktion des Stadtrats, bie selbst diese erst im allerletzten Stadium der Beratung tantismus; . 5. Kampf gegen die Ausnutzung wirtschaftlicher und seelischer Botzustände deS Volkes zu politischen Abenteuern. Die Grundlagen des Deutschlandbundes in diesem Kampf sind:' die Liebe zu Deutschland, bte Achtung vor der Reichsverfassung, der Glaube an unser Volk und seine Zukunft. Der Deutschlandbund will eine Front der anständigen Menschen gegen Verwilderung und Verrohung des politischen Kampfes gegen oberflächlichen und grohsprecherischenRadikalismus bilden. Er will den Charakter in der Politik, deutschen Geist und innere Bildung achten und pflegen. Kleine volitische Rachrichten. Staatspräsident Dr. Adelung stattete mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held, dem wür Itembergischen Ministerpräsidenten Schmitt, dem Finanzminister Kirnberger, bayerischen, hessischen und württembergischen Parlamentariern der Stadt Mainz einen Besuch ab. Sie besichtigten den Mainzer Dom und die hessische Weinbaudomäne. Anlaß zu diesem Besuch gab eine Besprechung über süddeutsche Fragen in Darmstadt. Der hessische Minister K o r e l l ist nunmehr der Demokratischen Vereinigung beigetreten. Der srühere demokratische Landtags- abgeordnete und Stadtverordnete Buchhändler S a c n g, Darmstadt, wurde zum Ehrenvorsitzenden der Demokratischen Vereinigung ernannt. « Der österreichische Bundeskanzler Dr. Ender hat in Beg'citung des Generalsekretärs des Auswärtigen Amtes, Peter, dem deutschen Gesandten Graf Lerchenfeld die Glückwünsche ber österreichischen Regierung am Iabrestag der Gründung des Deutschen Reiches überbracht. * Der österreichische Iustizminister Dr. S ch ü t f f hat als Obmann der Grotzdeutschen Volkspartei an den Reichspräsidenten v. Hindenburg folgendes Telegramm g?richt t: denktage bet Reichsgrünbung entbietet dir Großdeutsche Partei Oesterreichs Ew. Erzellenz ehrfurchtsvolle Grüße in bem von treuem Glauben getragenen Wunsch, eS möge dem deutschen Volk und seinem Reich eine machtvolle Zukunft bc- schieden sein. Der österreichische Vizekanzler Dr. Scho bc r hat in Gens bem deutschen Reichsauhenminister für Reickskanzler Dr. Brüning unb ihn eine E i n- labung ber öftere Regierung überbracht, Wien einen Besuch abzustatten. Der Reichsautzenmini- ftcr nahm diese Einladung nach Verständigung mit dem Kanzler dankend an. Der Besuch wird im Laufe des Februar stattfinden. Die Disziplinarkommission beim Kattowiher Appellationsgericht hat die E n t l a s s u n g v o n 52 deutschen Lehrkräften bestätigt. Weitere älntersuchungen soUen noch gegen 125 deutsche Lehrer im Gange sein. Es handelt sich um die Annahme von älnterstühungen deutscher Minderheitsschullehrer in Ostoberschlr- sien von einer reichsdeutschen Lehrcrorganisation, die von den polnischen Schulaufsichtsbehörden a l s Bebengehälter für bic deutschen Lehrkräfte angesehen wurden. Die enthaltenen Lehrer haben hei der Disziplinarkommission des Ministeriums in Warschau Berufung eingelegt. — Aus dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Moraön Dienstag, 19.30 Uhr, gelangt die große politische Komödie des Iren Bernard Shaw „Der Kaiser von Amerika" unter der Spielleitung von Wolter Bäuerle abermals zur Aufführung. — Mittwoch, 20 Uhr, nächste Wiederholung des mit großem Beifall aufgenommenen Shakespeare. Lustspiels „Der Widerspenstigen Zähmung", Spielleitung Peter Fassott. — Die Intendanz macht noch- mals auf die letzte Märchenvorstellung des diesjährigen Weihnachtsmärchens „Goldmarie und Pech- marie" am Sonntag, 25. Januar, 14.45 Uhr, bei ganz kleinen Preisen (30 Pf. bis 1,50 Mark) aufmerksam. * *• Don der Kraftpostlinie Gießen — Wißmar —Krofdorf. Die auf der Kraftpostlinie Gießen—Wißmar—Krofdorf ab 14. Dezember versuchsweise eingerichtete Sonntagsfahrt ab Gießen 16.20 Uhr über Launsbach unb Wißmar nach Krofdorf ist roegtn der geringen Benutzung vom 18. Januar ab eingestellt worden. ** Lehrgänge für Rechts st udenten bei Gerichten. Um den Rechtsstudenten eine unmittelbare Anschauung von den Einrichtungen der Justiz und dem Geschäftsgang bei den Gerichten zu vermitteln, sollen für jene auf Anregung des Hessischen Justizministers künftig bei dem Amtsund Landgericht Gießen unentgeltliche Lehrgänge stattfinden, deren erster bei bem Amtsgericht Gießen am 2. März beginnen wird. In den Herbstferien wird sich an diesem Lehrgang ein solcher bei dem Landgericht anschließen, zu dem nur solche Teilnehmer zugelassen werden, die sich bereits an dem amtsgerichtlichen Lehrgang beteiligt haben. _ M .. ** Geburtstage alter Gießener Burgerinnen. Frau Katharina S ch i e f e r st e i n, wohnhaft Eoethestraße 69, feiert am Dienstag, dem 20. Januar, in großer geistiger unb körperlicher Frische ihren 88. Geburtstag. — Den 81. Geburtstag feiert am gleichen Tage, ebenfalls bei bester Gesundheit, Frau Phil. Bob Wwe., wohnhaft Kaiser- allee 2. _ , »♦ Den Verletzungen erlegen. Der Elektromonteur August Kern aus Marburg, der am Freitag in den Buderusfchen Eisenwerken zu Lollar bei seiner Arbeit an der Transmission schwer verunglückte und nach der Chirurgischen Klinik in Gießen verbracht wurde, erlag am Samstagabend seinen Verletzungen. Dem bedauernswerten Manne war bekanntlich der rechte Arm ausgerissen worden, außerdem hatte er schwere Schädelverletzungen ba- Dongetragen. Oberhefsen. Landkreis W;cr,ett. 00 Klein-Linden. 17. Jan. In ber Gast- Wirtschaft .Zur Burg" sprach am Donnerstag- abenb ber erste Vorsitzende des Giehener Ge- slügclzuchtvereinS. Franz Funk (Gießen) über Geflügelzucht unb ihre volkswirtschaftliche Bedeutung". Im Anschluß an die interessanten Aus- sü" rungen wurde ein Geflügelzuchtverern gegründet. Der Vorstand des Vereins seht sich aus folgenden Herren zusammen: erster Vorsitzender August Lenz, zweiter Vorsitzender Wilh. Lenz, Schriftführer Th. Leib und Rechner Aug. Schmidt. U Groß en-Linden, 17. Ian. Bei der tm hiesigen Gemeindewald durchg führten Brenn- holzversteigeru ng waren die erzielten Preise gegenüber dem Vorjahre allgemein etwas niedriger. ES kosteten im Durchschnitt zwei Alle Mitbürger aus Handel und Gewerbe, Haus- und Grundbesitz, Industrie und aus den freien Berufen werden für Mittwoch, den 21. Januar, abends 8 Uhr, Saal des Cafe Leib aufgerufen zu einer großen Protestkundgebung gegen das Steuerdiktat des Staatskommissars Redner: Rechtsanwalt und Notar Albrecht, Gießen Ortsgewerbeverein Haus- u. Grundbesitzerverein Kaufmännischer Verein Verein der Einzelhändier e.V. Die Industrie der Stadt Gießen Reichsverband des Deutschen Edeka-Großhandel e.G.m.b.H. Nahrungsmittel-Großhandels GieL’en. den 19. Januar 1931. 539 D Achtung! Ächtung! Gießen (Ludwigstraße 40 H ), den 18. Januar 1931. 536 D Televdon 2103 Lchulltrake 5 Empfehlungen] Bel Katar-h, Hasten Gießen, Rinteln und Hamm, den 17. Januar 1931. Die Beerdigung findet am Dienstag. 20. Januar, In der Stille statt, ' 304 A Ausführungen an. Lichtspielhaus Gießen Des großen Erfolges wegen l mit Mansarde tn Anfangszeiten 4, 6. 8.30 Uhr. 531 C 530 C Carmol! l-ie Beerdigung findet a n Dienstag. 20 Jan., 14 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. strierkasse, zwei Warenschränke, Regulator. Gebrauchte, doch gut erualiene Schreibmaschine mögl. Continental, au leiben, evtl, au kaufen gesucht. Schr. Angeb. unter 54UD an den Gtetz.AnAetg. •HOOOHMW Die Beerdigung findet Mittwoch, den 21. Januar, nachmittags 2 Uhr, aut dem Alten Friedhof statt. Lagd-Verpachmng. Montag, den 2. Februar l I., nachmil- . tags 3 Uhr, wird auf hiesiger Bürger- meisterei die zirka 820 Hektar große Feld- und Waldjagd der Gemeinde auf sechs oder neun Jahre verpachtet (zirka 160 Hektar Bürgermeisterei. Rüddingshausen (Post Londorf), den 19. Januar 1931. Hessische Bürgermeisterei. Müßig. f?// . Astoria-Lichtspieie Heute Montag bis einschl. Mittwoch, 21. Januar: Olga Tschechowa Hans Adalbert Schlettow in J. B. HÄUSER. GIESSEN AM OS WAL DSCARTEN__ | Stellenangebote| ttezirKsvenreter(mnen) gesucht für Vertrieb eines Volksrvasch- aulomaten an Private Hervorragende Erfindung, billig. gro:;eBerdiensimög- nchkett. Wäscht die Wasche in ied. vor- handeuenWaschkessel ni25Mtii. selbst ohne jedeAmriebLkr. Für Lagerhaltung 200 bis LOO^ers. Schr. Meld, u. 0326 an d.tön.AnA. Grippe Erkältungen Katarrh, Husten, Schleim usw. 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Zan. 1931, nachm. 2 Gr, versteigere ich im Löwen, Aenenweg28 dahier, zwangswe.se geg-n sofortige Varzahlnnz: eine Bohnermaschine, zwei Klaviere, drei Schreibtische, zwei Chaiselongues, einen Gasherd einen Spiegel, drei Büfetts, acht Oefen, drei Tische, ein Klubsofa, einen Aktenschrank, einen Schreibmaschinentisch, zwei Standuhren, zehn Ballen Stoff, einen Diwan, drei Bücherschränke, fünf Teppiche, zwei vollständige Frem- Näh- Regi- einen 534D .i Ruh- und Brennholzversteigerung im Gemeindewald zu Annerod Donnerstag, den 22. Januar 1931, vormittags 9% Uhr. Zusammenkunft Abt. 7, am Sportplatz. Es werden versteigert: 5380 Derbstangen: Fi. 1. Kl. 61 Stück, 2. Kl. 77 Stück, 3. Kl. 117. Reisslängen: 6.Kl. 1450 Stück, 7. Kl. 1120 Stück (Bohnenstangen). Rundscheit: Eichen 3 rm, Fichte 28 rm; Knüppel: Eich., Birke und Fich. 44 rm; Reiser: 3.Kl. 2300 Wellen; Stöcke: Fich. 17,5 rm. Annerod, am 17. Januar 1931. Hessische Bürgermeisterei Annerod. Horn. 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Deutsch von Sieg» fried Trevttsch. und um auch den Minderbemi tel en, K einrentnern und Erwerbslosen Gelegenheit zu geben, dieses packendste und erhebendste Tonfilm-Erlebnis des Jahres zu sehen, veranstalten wir am ■ Montag, den IS., und Dienstag, den 20. Jan. Todes- Anzeige Freitagmorgen um 6.10 Uhr wurde meine liebe Tochter, unsere «nie Schwester, Schwägerin,Tante, Nichte und Kusine Anna Steuerwald im fast vollendeten 33. Lebensjahre nach langem Leiden in die Ewigkeit abgerulen. Im Namen all.Trauernd.: Elisabeth ßteaerwalt Wwe. Großer Preis-Abbau 0328 in Bade-Einrichtungen Kohle — Oas — Elektr. bei Rudolf Rödiger Walltorstraße 35 405 a 0 Ä'e SÄ uii>n,‘Söuni' in Ä ssttllSe, die hem Derer unter M Und heute - er len im einzelne! Die drängendes Östliche Verhielt, dazu ber in der einiges iMnenhandcin Wen, die un klingende Gebe außen ein entn Gebietes und zwischen Waffen non dem so oie deutsche Bruder erdulden. Dunk deutsche M j. wlr uns als v verantwortlich reu und Schn Tapferen unt haft und fest, zu Boden di Stunde, mit; seinem Teil Pslichterfüllu ehrwürdigen dabei der 6' den ist trog den: die Eil was da will Halfen wir ni frag aller laft Leutschtum ur Erinnerung ai scher Bolt in Deutschen Bei in der Helden leistet hat. T noch in ihm bringen ließe furchtbaren s So lassen Et der Bitte: r Sturm und 1 Siel 22 Sortierung Leine Stin klingende F Dindchorst c deutlich und Betonung etb dem Ausdruc Ausdruck kon ,-Denn Sie Ml Mcolette verblassen -n3ci — ja . H und sein $ den dämme blvhssch Maaten. mehr die M erschließen- getreuen M "rä Dche Q ”8» als ihre. i/n solche Gez 6um. 9nb aus öii wsr !ei"e Sieb5,” ^breche» 7 ÄS tzr.- Montag, 19. Ianuar 195< Siebener Anzeiger fGeneral-Anzeiger für Oberhessen) Rr. 15 Zweites Blatt 529 D eis’Abbau öolt Rödiger aUtorsUaBe 35 WJA Achime WrüBjtn e Kerne Wt« Torte, be'onder« jit iol®iu-ntinbtl erbälilich bei [Qgy bte-vink TtltUbott 8103 ^•Einrichtungen lle - Oas Elektr. * Deu*$chen Großhandels ehe und Filets inge,3Pfd.70Pf. us Cuxhaven 3 13) A Tel. 2417. ies ke, 528V Lödl,UVUV.Ü üttbinsdöhe, V. 21. vis 24. Jan. 19 1 bet Henn Mir Mittler, 'Babn’’cb fuflijc 24 Hiebe 8?p eiNWNUNgl. 5311) üö-l imi-1 Flatten lüx 24.1, allen'1931, abba.b'iiUbt, mmt I ließen qes wegen entneroijndjl; lll t) flut ie mal 1. AU 5 dir. 5401) ueln. Hl Stadttheater Ticnöiaa,20. Inn. von ial3bi6 22', llbt 1S.WM-R-M Gewöhnliche Vitjw 1 time poliiiiibe 9o- möbie m 3 fltiea von Äervard Ebow. Teuiich von Siegfried TrevNtlb- (bebendste Ton- zu sehen, ver- jen 20. Jan. nnfiln' ebuhr hmann’- ert . isooci ***. )Uhf- Der 6O.^eichsgründungsiag in Gießen. Oie Feier in der Llniversiiäi. Die 60. Wiederkehr des Tages der !R c i d) s g r ü n b u n g beging die Hessische Ludwigsuniversität durch einen in den traditionellen Formen gehaltenen F e st a k t in der Neuen Aula, zu der neben dem Lehrkörper und der Studentenschaft auch eine Reihe von Gasten aus der Bürgerschaft erschienen waren. Unter feierlichen Orgelklängen betrat der Senat die Aula. Der Aka- dcmi che Gesangverein unter Leitung des akadem,. schen Musikdirektors Dr. Temesoary trug Brahms Fest, und Gedenkspruch vor und dann wandte sich Se. Magnifizenz, der Rektor der LudwigSumvel-sität Professor Or. Eger in einer kurzen Ansprache an die Festversammlung, in der er u. a. oussührte: Es ist kein Tag sorgloser Freude, vielmehr, ein solcher schmerzlichen Erinnerns und ernster Besinnung. Damals, vor 60 Jahren ein glückliches, slar- Fes, aufstrebendes Volk, „ein starker Gewappneter, der seinen Palast bewahret und dem das Seine in Frieden bleibet". Der 18. Januar 1871 mit der Kaiserproklamation — ein Tag des Jubels und der Freude, die heute noch nachilingen in den Herzen derer unter uns, die jenen Tag bewußt miterlcbten. Und heute — erlassen Sie mir, das Heute mit Wor- ten im einzelnen zu schlldern. Wir fühlen ja olle die drängende Rot. Im Innern unerträgliche wirtschaftliche Derhällnisse, die furchtbare Arbeitslosigkeit, dazu der wahnwitzige Hader zu dieser Zeil, in der einiges Zusammenstehen, besonnenes Zusammenhandeln und gemeinsame Abwehr der Gefahren, die uns alle zu erdrücken drohen, das dringende Gebot der Stunde wären. Und nach außen ein entwaffnetes Volk, großer Teile feines Gebietes und seiner Kolonien Beraubt, eingepreßt zwischen waffenstarrenden Nachbarn, mißachtet selbst von dem so viel kleineren Polen, aus desien Gebiet deutsche Brüder um ihres Deutschtums willen Leiden erdulden. Dunkel breitet sich über den Weg, den das deutsche Volk in der nächsten Zeit gehen wird. Weil wir uns als Glieder des großen Ganzen und mitverantwortlich fühlen, dürfen wir trotz allem Schweren und Schwersten nicht feige verzagen. Denn dem Tapferen und Tüchtigen hilft Gott, dem der standhaft und fest, auch von schwerstem Geschick sich nicht zu Boden drücken läßt. Geloben wir uns in dieser Stunde, mitzuhelfen in diesem Geiste, ein jeder an seinem Teil in selbstloser Hingabe und treuester Pflichterfüllung nach dem großen^ Vorbild unseres ehrwürdigen Reichspräsidenten. Stärken soll uns dabei der Gedanke, daß uns ein hohes Gut geblieben ist trotz aller Versuche, uns auch dieses zu rauben: die Einheit des Reiches. Und mag kommen, was da will, das Reich muß uns doch bleiben. Laßen wir noch eins zu uns sprechen, was uns — trotz aller lastender Sorge — mit Stolz auf unser Deutschtum und mit Zuversicht erfüllen muß: tue Erinnerung an all das Gewaltige, was unser deut- sches Volk in diesen 60 Jahren des Bestehens des Deutschen Reiches in der Arbeit des Friedens und in der heldenhaften Abwehr im großen Kriege geleistet hat. Die Kräfte, die in ihm wohnten und noch in ihm wohnen, die es diese Leistungen vollbringen ließen, sie werden es auch befähigen, die furchtbaren Nöte der Gegenwart zu überwinden. So lassen Sie mich schließen mit dem Wunsche und der Bitte: wir wollen gemeinsam gehen durch Sturm und Ungemach, einer gestützt durch den an- deren und alle gestärkt durch den unerschütterlichen Glauben an die Zukunft des deutschen Volkes. Die F e st r e d e hielt der ordentliche Professor der systematischen Theologie, Professor D. Dr. Schumann: Der Redner ging davon aus, daß in diesem Jahr 60jährigen Gedächtnisses der 18. Januar in ganz Deutschland mit öffentlichen Feiern begangen wird. In den letzten Jahren waren es im wesentlichen nur die deutschen Hochschulen, die dieses Tages in regelmäßiger öffentlicher Feier gedachten. Wenn die deutschen Hochschulen sich die Pflege dieses Tages zu besonderer Aufgabe gemacht haben, so müssen sie Rechenschaft darüber ablegen können, warum sie es tun. Sie tun es nicht aus Opposition nach irgendeiner Seite; denn sie haben es in Jahren politischer Zerrissenheit als ihre Aufgabe betrachtet, immer wieder.Wege sachlichen Sichverstehens frei zu machen. Wenn die deutschen Hochschulen die Feier des 18. Januars besonders pflegen, so tun sie es in der lieben zeugung, in diesem Tag einen Besitz des ganzen deutschen Volkes zu hüten und einer Lebensnotwendigkeit des deutschen Volkes zu genügen. Dann aber ergebt sich die Frage: Kann die Feier eines solchen Tages der Vergangenheit und der Gegenwart Lebensnotwendigkeit für ein Volk sein ? Und diese Frage führt auf Die andere: Wodurch entsteht und besteht ein Volk eben als Volkseinheit? Ein Polk ist ja keine Naturgröße, die sozusagen von selber weiterbesteht, ein Volk besteht nicht durch den natürlichen Fortpflanzungsprozeß, ein Volk kann als Volk sterben, auch wenn bei den Individuen, die es bildeten, der natürliche Fortpflanzungspro- zeß weitergeht. Ein Volk stirbt, indem es zerfällt. Es lebt nur dadurch, daß die Individuen durch Gedanke und Wille zusammengehalten sind; es ist eine geiftige, eine geschichtliche Größe. Was ist es nun aber, was aus Individuen ein Volk werden läßt, was Individuen zur Einheit Volk zusgmmen- Am gestrigen 60. Reichsgründungs- t a g c, dessen in den Gottesdiensten gedacht wurde und an den die öffentlichen Gebäude durch Flaggenschmuck erinnerten, trat auch das I. Batt. 3 nf. - Aegts. 15 au Gießen mit einer eindrucksvollen militärischen F:ier in die Öffentlichkeit. Auf Oswaldsgarten sand, vom Wetter begünstigt, mittags Appell und Parade der Garnison statt. Eine riesige Menschenmenge umsäumte an allen Seiten den Pa- radeplah, um Zeuge dieses denkwürdigen Ereignisses zu werden. Auf dem Paradeplatz wohnten zahlreiche Ehrengäste, teils in Uniformen der alten Armee, teils in festlichem Zivil dem feierlichen militärischen Aki bei. ilm 12 älfjr ruckle daS Bataillon unter Führung des Hauptmanns Hofmann über die Südanlage und Westanlage an, schwenk!« von der Aeustadt her in die Kirchstraße Richtung Feuerwache ein und nahm dann vor der Feuerwache in einem nach der Westanlage zu offenen Viereck Aufstellung. Unmittelbar nach dem Aufmarsch der Truppe ließ der Befehlshaber Hauptmann Hofmann die Kompanien präsentieren, hier- häll. Man ist versucht, zu sagen, daß es der I Staat sei. Und gewiß spielt der ctaat für Werden | und Bestehen von Völkern eine große Rolle. Aber es gibt Völker, die aus Einheiten bestehen, ohne daß ihnen ein Staat entspricht, und es gibt Staaten, denen kein Dolksbewuhtfein entspricht. Auch die gemeinsame Abstammung, Sprache und Kultur kann viel bedeuten für Werden und Bestehen von Völkern. Aber aus keinem von ihnen kann das Werden und Bestehen von Volk erklärt werden. Am Beispiel des schweizerischen und des seit Jahrhunderten ohne eigenen Staat bestehenden jüdischen Volkes zeigte der Redner, daß der wesentlichste Grund für bas Werden eines Volkes immer große, alle mitreißende geschichtliche Ereignisse (Frccheitslämpfe, Revolutionen, religiöse Geschehnisse) sind und daß das Fortbestehen der Volkseinheit geknüpft ist an das Lebcndighalten der Erinnerung an diese die einzelnen Willen zusammenbindenden Ereignisse. Ein Volk besteht dadurch, daß durch die Erinnerung der gemeinschaftsstiftende Wille der Vergangenheit vergegenwärtigt wird und in dem einzelnen den Willen zur Gemeinschaft des Volkes erzeugt. Es ist die Ausgabe des politischen Historikers, in-den Ereignissen der Vergangenheit seines Volkes den das gegenwärtige Geschlecht fördernden Gemeinschafts- willen aufzuzeigen. Dazu muß er aber selbst in der Gemeinschaft stehen, deren Geschichte er schreibt. Das hebt seine „Objektivität" nicht auf, gibt ihr aber einen neuen Sinn. Im Sinn dieser Zusammenhänge kann ein Volk nicht bestehen, ohne in Feiern der Gedächtnistage seiner Geschichte, ihrer tragischen ober sieghaften Ereignisse sich seiner Zusammengehörigkeit und Zusammengebundenheit bewußt zu werden. In diesem Sinne feiern die deutschen Hochschulen den 18. Januar als den Tag eines Ereignisses, in dem es Einheit gewann und der daher als Forderung und Verheißung seine Zukunft mitgestaltet. Er ist ein Tag des ganzen deutschen Volkes, der hinweist auf den Zukunftstag roiebergeroonnener Einheit unb Freiheit, der einst tagen wird. Die Rede klang aus in dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes. Mit einem Orgelnachspiel, I unter dessen Klängen der Senat die Aula verließ, I war die würdige Feier beendet. auf meldete er die Truppe dem Stellvertreter des abwesenden Bataillons kommandrurs, Hauptmann von Stockhausen. Aach Entgegennahme der Meldung begrüßte Hauptmann von Stockhausen zunächst in militärischer Weise die Ehrengäste, hierauf schritt er in Begleitung des Hauptmanns Hofmann unter den Klängen der Bataillonsmusik die Front der Truppe ab. Sodann richtete Hauptmann von Stockhausen, während die Truppe unter Präsentiertem Gewehr stand, folgende Ansprache an das Bataillon: Grenadiere! Zum 60. Male jährt sich heute der Tag, an welchem im Spiegelsaal des französischen Königsschlosses zu Versailles das Deutsche Kaiserreich aegrünbet würbe. An derselben Stelle, wo 48 Jahre später die Staaten des Feindbundes Deutschland einen aus Lug und Trug geborenen, unerhört grausamen Frieden aufzwangen. Der Jahrtausend alte Traum der Besten unseres Volkes war mit der Gründung des Kaiserreiches Appell unb Parade unserer Garnison. endlich in Erfüllung gegangen; der welsche Erb- feind war in einer Reibe glänzender, siegreicher Schlachten wie Wörth, Gravelotte, oeban von den deutschen Heeren, welche zum erstenmal, in all ihren Stämmen einig, zusammen gerungen hatten, geschlagen worden. Der greife König Wilhelm I hatte persönlich die Armeen geführt, deren Schwert der vreußische Kriegsminister Roon geschärft, deren Schlachtplan der große Schweiger Moltke ausgearbeitet hatte, während der gewaltige Staatsmann Bismarck in unermübllchem Sinnen und zäher Tatkraft die staatlichen Grundlagen zu dem neuen Dau gelegt hotte. Das Werk Bismarcks war eine ganze Tat. Die deutsche Einheit hat sich trotz des Diktats von Ber- sailles, das letzten Endes die Zersplitterung Deutsch- lands beabsichtigt, in den schweren Nachkrlegsjahren behauptet. Ei sollt sind geblieben die langjährigen Hoffnungen unserer Voreltern. Die schwere Not hat uns bisher nicht bezwungen und wird das deutsche Volk nicht unterliegen. Die Liebe zum Vaterland muß unb wird die beutschen Gaue Zusammenhalten unb bas nationale Bewußtsein wachhalten. Wir wollen ein freies Volk bleiben und die Augen furdjt- los in Deutschlands Zukunft richten. Ich rufe euch zu: Deutscher, denk' nicht kleiner von dir, als Gott von dir denkt Der Gott, der Eisen wachsen ließ der wollte keine Knechte. Geradeaus gehe deinen Weg und bergauf. Hilf mit aufbauen! Deine Arbeit sei dein rodendes Schwert. Besinn' dich auf dein germanisches Blut und mehre des deutschen Namen» Ruhm und Ehr'. _ Denken wir alle daran, daß noch zu allen Zeiten der deutschen Geschichte es stets daS Heer gewesen ist, das die Vorbedingungen und Grundlagen für die Epochen deutscher Große und deutschen Glanzes schuf. Holten wir fest an dem Gedanken der Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes, denn nur ein starkes Deutschland wird m der Welt geachtet sein. Hoffen wir alle, daß m nicht zu weiter Feme aus der kleinen Wehrmacht, die uns verblieben, ein deutsches Volks-eer der Zukunft emporsteigen möge, welchem der stolze Wahrspruch des alten preußischen Fahnentuches mit dem aufsteigenden Aar und der Inschrift Nec soli cedit voranleuchten wird. All' unser Sehnen, all unser Hoffen fassen wtr heute, an dem 60. Geburtstag unseres Deutschen Aeiches, das uns ttoh aller Aot geblieben ist und bleiben wird, eingedenk des Wahrspruches am Deutschen Eck: „Aimmer wird das Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu!“ zusammen in dem Auf: Unser geliebtes deutsches Datcr- lanb, an dessen Spitze sein allverehrter Reichspräsident, der Generalfeldmarschall von Hindenburg, Hurra, Hurra, Hurra! Oie Parade. Aach dem ersten Vers des Deutschlandliedes formierten sich die Kompanien zur Parade. Der Vorbeimarsch in Zugkolonnen, den Hauptmann von Stockhausen abnahm, zeigte unser Bataillon in prächtigem, militärischem Schneid und hinterlieh den Eindruck, daß in unserer bewaffneten Macht auf den altbewährten Grundlagen in guter Weise weitergebaut wird. Oie Feiern in Darmstadt. WSA. Darmstadt, 18. Ian. Die Reschs- gründungsseiern in Darmstadt wurden von der Darmstädter Studentenschaft mit ihrer Feier in der Otto-Berndt-Halle eröffnet, zu der als Dertteter der Regierung Minister Kirnberger, der Prälat der evangelischem Nachdruck 22 Fortsetzung Seine Stimme hatte plötzlich eine verboten seltsame, blitzten. flingenbe Festigkeit. Seine Augen . Windthorst empfand diesen starken Ton sehr deutlich und war innerlich über die besondere Betonung etwas erstaunt. Das mochte auch in dem Ausdruck seines Gesichtes irgendwie zum Ein Verstehender. Einer, der tiefste Aot begreifen und fühlen und darüber schweigen kann. Unb es ist gut, wenn man zuweilen auch über solche Dinge spricht. Tiber nur, wenn man einen Menschen hat, der ihrer wert ist. Nachher werden auch Sie leichter reden können. Denn ich merke wohl, Eie haben mich — vielleicht nötig —“ Er stand auf. Gin feines, leichtes Lächeln spielte um seinen Mund. Wördchoff folgte seiner Aufforderung. „Ich komme, Doktor. Sie haben recht — ich werde Sie wohl brauchen können.“ Gemächlich schritten sie die Straße entlang, zwischen den niedrigen Häusern mit ihren Vorgärten. aus denen die Spätrosen dufteten, dem Bergwald zu. Die Sonne sank hinter den Wipfeln und goß rote und violette Tinten über den Himmel. Und während sie dann den Waldweg dahinspazierten, erzählte Dr. Windthorst kurz die Liebestragödie seines Lebens. Wördchoff hatte schweigend zugehört. Was der Arzt da erzählte — es war knapp, sachlich, tote es so seine Art war — war ergreifend, wenn man „zwischen den Worten" zu hören verstand. Denn ungesprochen klang da das Leid um die Frau, die sich trotz ihrer heißen Liebe zwingen ließ, einen Ungeliebten zum Mann zu nehmen, um den Vater aus fragwürdigen Finanzoperationen zu retten und die dennoch an ihrem Herzen zerbrach. Wördchoff ballte unwillkürlich die Fäuste in den Taschen. Aicolette! Sie sollte nicht zugrunde gehen an dem Konflikt, in den er gestellt war! Er mußte frei werden! Da wandte sich Windthorst ihm zu. Sie waren nun schon eine Weile still nebeneinander berge- gangen. „Sprechen Sie — Wördchoff!" Und es brach aus ihm hervor: Ich — ich hab' eine Frau, Doktor! Eine Frau, die ich nicht liebe, die mich nicht liebt. Eine Frau, die mich einmal berauschte, weil sie es so wollte, die nur — meinen Ruhm geheiratet hat und die von dem Künstler in mir nichts begreift, als — daß er Geld verdient? Darum bin ich geflohen!" Er atmete tief. Windthorst fragte: „Und wußten nicht, daß Sie hier — Aicolette finden würden?" „Bei Gott — ich wußte es nich', Doktor! Ich lief in mein Schicksal hinein. Es mußte wohl so sein. Ich habe mich gestemmt — gegen diese tziebe! Ich habe sie nicht gewollt! Aber sie war stärker als ich. Und Aicolette — hat mich geliebt, feit wir uns -um erstenmal sahen. ES Ausdruck kommen. Wenn Sie's sind, werden Sies auch bleiben! Aicolette ist ein Edelstein, dessen Kostbarkeit nie verblassen kann —" „Ja — ja — das weiß ich —" sagte Wörde- hosf, unb sein Gesicht war abgewandt und blickte in den dämmernden Wald hinüber. Es drängte ihn plötzlich, Windthorst etwas von dem zu verraten, was ihn innerlich doch bedrückte, je mehr die Zeit verrann. Kinna konnte er sich nicht erschließen - nun hatte er in Windthorst einen getreuen Menschen gefunden, dem das Wohl und Wehe Nicolettes nicht weniger am Herzen lag, als ihrem Vater. War cs nicht gut und — ehrlich, ihn zum Vertrauten zu machen? Solche Gedanken gingen ihm jetzt durch den Sinn. Und aus diesen Gedanken heraus sagte er nun: „Doktor, neben dem Glück steht oft auch das Leid — ober der Kampf!" Windthorst horchte auf. Was war das? Was sollten diese 'Horte bedeuten? Wördehofss Gesicht drehte sich langsam ihm zu. Beider Blicke griffen ineinander. Ein kurzes, gegenseitiges Forschen darin. Dann nickte Windthorst ernst. „Ich weiß, Wördchoff. Das große Gluck, von dein die Menschen träumen und das doch nur so wenige von ihnen jemals finden — das kostet immer Kampf. Kamps, wenn es dauern soll, und Leid, wenn einer die Waffen streckt. Ich habe das Leid kosten müssen und bin allein geblieben babei. Denn die Frau, die ich einst begehrte und für die meine Liebe ihre große Eehnsacytscrsüllung war, die konnte nicht kämpfen und ließ ihren Willen zerbrechen von fremdem Zwang. Nachher — starb sie daran. —“ Windthorst schwieg. Wördchoff saß schweigend da und fühlte, wie jener eben ein Stück seiner Seele vor ihm entblößt hatte. Fühlte, daß er Verstehen haben muhte für ihn und seine Hot Denn etwas Verwandtes war in ihm. „Kommen Sie, Wördchoff, gehen wir ein Stück durch die Stadt, zum Wald hinauf. Ich weih, ich vergebe mir nichts, wenn ich Ihnen etwas aus meinem Leben erzähle. Sie sind ein Dichter. Die kleine Aicolette ■Roman von Paul Hain sollte alles so sein. Das weiß ich jetzt! Nun aber — muh ich frei werden, Doktor. Ich muß kämpfen. Muß so kämpfen, daß Aicolette nichts davon erfährt. Sie soll nicht — soll nicht — Schaden leiden an ihrer Seele. Sie soll nicht hineingezogen werden in den Kampf. Denn ich weiß — Aorma ist eine Frau, die haften kann!" Er schwieg. „Aorma?" fragte Dr. Windthorst. „Aorma Aelson, die Schauspielerin, das ist meine Frau!" Es war ein spöttisches Lachen in diesen Worten. „Ich will mit ihr sprechen. — Sie ist wohl in Partenkirchen auf Urlaub. Das heißt — ich wäre schon weg. wenn nicht Kinnas Krankheit dazwischen gekommen wäre. Aun hat sich alles verzögert. Und die Zeit rennt dahin. Aber geschehen muß doch etwas, nicht wahr?" Dr. Windthorst nickte. „Sie haben Kraft, Wördchoff. Hier sind Sie der Kämpfende — Eie werden siegen. Und — daß Sic es gleich wissen: Meinen Beistand haben Sic. wenn Sic ihn einmal gebrauchen sollten. Aoch sehe ich ja nicht flar genug, wie die Dinge liegen. Aber das eine weih ich: Ein ehrlicher Irrtum ist keine Schande. Unb, Sie sind keiner von denen, die mit Herzen spie'en. Aicolette und Sie — Sie haben ein Glück verdient. Unb nun — wenn Sie wollen — erzählen Sie mir genau, wie alles gekommen ist. Vielleicht — daß ich Ihnen raten kann. Daß ich selbst den Vermittler spiele. Es gibt ja so manche Möglichkeiten —“ Wördchoff drückte ihm impulsiv die Hand. „3a — ich will Ihnen erzählen. Es ist gut, wenn ich einem davon sprechen kann, da Aicolette es nicht wissen darf." Und während sie weiter durch den dunkelnden Wald schritten, berichtete er, wie er Aorma Aelfon tennenlernte, wie sie war unb wirkte, unb wie ihre Wege wieder auseinanbergingen, derart, daß er hatte forttoanbem müssen, um Ruhe unb Klarheit in sich zu finden. 15. Zwei, drei Tage waren wieder vergangen. Die Aussprache mit Dr. Windthorst hatte Wördehoss toohlgetan unb auch sein Vertrauen auf die Zukunft gestärkt. Er hatte sich entschlossen, vorerst an Norma einen Dries zu schreiben, in dem er um eine persönliche Aussprache bat, die in Partenkirchen stattsinden sollte. Don Aicolette selbst hatte er natürlich nichts erwähnt. Dr. Windthorst hatte sich bereit erklärt, ihn auf der Reise zu begleiten. Es war immer gut, in solchen Dingen einen objektiven Zeugen bei sich zu haben. Aber — es sollte alles ganz anders kommen. Wördehoft hatte den Brief noch nicht gelchrie- ben, da war es Aorma Nelson selbst die ihm zuvorkam und so der Entwicklung der Dinge eine ganz andere Wendung gab. — Es war an einem Nachmittag. Wördchoff kam den Schlohberg herunter -- allein, um in den Wald zu geben. Dort wollte er in Ruhe den Wortlaut dos Briefes formulieren, den Norma erhalten sollte. Da stutzte er — mitten auf dem schmalen Derg- psad. Das Blut schoß ihm augenblicklich zum Herzen zurück. Wie von unsichtbarer Macht bezwungen, sprang er hinter das Strauchwerk, seitwärts vom Wege. Durch das Geäst konnte er auf das breite Band der Straße sehen, die über die kleine Drücke zum „Braunen Hirsch" führte. Herrgott — narrte ihn ein Spuk? Olefften ihn seine Nerven? Das — das konnte doch nicht Wirklichkeit sein? Das war doch — unmöglich! Unb dennoch — seine Augen ließen sich doch nicht täuschen! Dort — die Frau in dem eleganten Sport- kostüm, die so selbstsicher dahinschritt — das war Aorma! Wie sie lächelte, da ihr Blick den Gasthof streifte: ilnö neben ihr — die beiden Herren — Wördehosf biß die Zähne in die Lippen: Das waren doch — Dr. Römer, der Regisseur — unb dieser mondäne Maler, Darnowsky, der Galan feiner Frau! Herrgott — was wollten die drei hier? llnb — ohne ihn zu benachrichttgen? Ihnen voran schob ein Gepäckträger von der kleinen Bahnstation eine Karre mit dem nicht unbeträchtlichen Gepäck. Wördchoff atmete schwer. Was — was wurde aus all dem? Wollten die drei etwa - zum Schloß? Zu ihm? Aorma mochte seine Adresse wohl von der Wirtschafterin zu Hause erfahren haben, da er selbst ja nicht geschrieben hatte. Ob sie ihn bemerkt hatten? Aein — sie hatten ihn wohl noch nicht gesehen. Eben wies Aorma mit der Hand zum Schloß hinaus und er hörte sie den Gepäckträger fragen: „Da also wohnt Professor Kiima?" „3a —“ „Ganz allein?“ .,Au — er hat doch eine Tochter. Unb bann die Dicnstlcute. Unb ein Sommergast ist auch da —“ „Kennen wir", lachte Dr. Römer ein bißchen ungeniert und Aorma warf eine Kußhand nach oben mit einer etwas reichlich theatralisch wirkenden Geste. „ün da is also der „Braune Hirsch", wo die Herrschaften hinwollten —" fuhr der Dienstmann fort. „Aa ja — sieht ja sehr Imchlich-sittllch aus — „Man wohnt da sehr gut —" Sie schritten über die Drücke. (Fortsetzung folgt! j Landeskirche D. Dr. Diehl usw. erschienen waren. Der Rektor der Technischen Hochschule. Professor Dr. Wöhler, hielt die Festansprache, in deren Mittelpunkt er besonders die unduldsame Einseitigkeit geißelte, die verhindere, den Blick auf das Große, das Deutsche Reich und das deutsche Volk, zu richten. Der Vertreter der Studentenswaft knüpfte an das Wort Bismarcks an: „Der Parteigeist ist es, den ich anklage." Abends hielt der Evangelische Bund seine Reichsgründungsfcier im Saalbau ab, in Fußball -er Gießener Mannschaften. Durch die Llngunst der Witterung erfuhr der Spieluetrieb der hiesigen Mannschaften eine wesentlich« Einschränkung. Die Fußballmannschaften der Spielvereinigung 1900 waren bis auf die erste Mannschaft zu einer unfreiwilligen Ruhepause gezwungen. Die Ligamannschast weilte in Wiesenbach und vermochte dort «inen sicheren Sieg zu erringen. Mit 5:1 gewannen die Gießener und eroberten zwei wertvolle Punkte. Auf dem Waldfpielplatz tra en sich unter ungünstigen Platzverhältnissen die Liga des VfB. Gießen und die erste Mannschaft des FC. Wallau. Bei einer stetigen leichten Feldüberlegenheit entschieden die DfB.cr das Tressen mit 5:3 für sich. Die 3. Mannschaft des DsD. weilte in Leihgestern und mutzt« sich dort, mit 4:3, geschlagen bekennen. Handball: Das Spiel der 1. Handballmannschaft der Spielvereinigung gegen die Mannschaft des hiesigen Bataillons fiel aus. Di« Reserve der 1900 spielte gegen die 2. Mannschaft des MTV. und verlor 3:2. Das Spiel fand auf dem 1900er-Sportplatz statt. Fußball in Hessen-Hannover. Kurhessen behauptet sich in der Südgruppe. Von den angesehten Verbandsspielen kamen nur zwei zum Austrag, und zwar in der Süd- gruppe, während in der Rordgruppe alle Spiele der ungünstigen Wetterlage zum Opfer fielen. Der Spitzenführer der Südgruppe konnte seinen Vorsprung behaupten. Die Marburger Kurhessen schlugen den FC. Ockershausen mit 2:1. Sie haben nun nur noch gegen Hermannia Kassel aus eigenem Gelände und in Fulda gegen Germania zu spielen. Borussia Fulda foimt« zwei wichtige Punkte erringen: Hessen Hersfeld muhte sich mit 4:2 geschlagen bekennen und fällt dadurch stark zurück. Die Tabelle führt weiterhin Kurhessen Marburg mit 1 Derlustpunkten an vor Sport Kassel und Borussia Fulda mit je 9 Verlustpunkten. Oie süddeutschen Endspiele. Runde der Meister. In der Meisterrunde gab es an diesem Sonntag drei Spiele. In Fürth unterlag die Frankfurter Eintracht in einem rassigen Kampf mit 2:1 (1:0) gegen die Spog. Fürth. Bayern München fertigte mit wenig Mühe vor 12 000 Zuschauern den FK. Pirmasens mit 6:2 (4:0) ab. Im dritten Spiel des Tages zwischen Wormatia Worms und Waldhof blieben die Waldhöfer mit 3:1 erfolgreich. Hochschul-Gkimeisterschasten. Langlauf bei 12 Grad Därme. Der Auftakt zu den Deutsch«n Skimeisterschaften mutzte am Sonntag in Garmisch unter denkbar ungünstigen Umständen erfolgen. Bei strömen- Mi Regen und fast 12 Grad Wärme traten 85 wtoerbcr den beschwerlichen Weg zum 18-Kilo° meter-Langlauf an. Trotz der enormen Schwierigkeiten, die von den Läufern auf der Strecke zu überwinden waren, konnte der favorisierte L e u - Pold (Breslau) die hervorragende Zeit von 1:27:02 erzielen und kam damit zu einem überlegenen Siege vor den Münchenern Vollrneher und Sedlmayer. — Den Wanderpreis der Universität Freiburg gewann die Universität Innsbruck mit den Läufern • Reinl, Sterz und O. Lantschner. Die Ergebnisse des 18-Kilometer-Langlaufes: 1. Leupold (Breslau) 1:27:02; 2. Dollmeyer (München) 1:38:48; 3. Sedlmayer (München) 1:40:08; 4. Reinl (Innsbruck) 1:40:19; 5. Sterz (Innsbruck) 1:40:26; 6. Stockt (München 1:41:38; 7. Volkert (München) 1:41:48; 8. Otto Lantschner (Innsbruck) 1:42:15, 9. Seel^rst (München) 1:43:34; 10. Ring (Prag) 1:44 39. deren Mittelpunkt die Festansprache des Direktors des Evangelischen Bundes, Dr. Fahrenhorst, Berlin, stand. Die vereinigten Kriegervereine Darmstadts versammelten sich ebenfalls zu einer Feier, zu der auch der frühere Grohherzog, Prälat D. Dr. Diehl und Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden erschienen waren. Dr. Klein, Duchschlag, hielt die Festrede. Als Vertreter der Kriegyr- kameradschaft „Hassia" war Freiherr v. Heyl erschienen. Neue Erfolge von Thunberg. Im neuen Eisstadion zu Engelberg kam am Samstag der erste Teil des internationalen Eis- schnellaufens zum Austrag. In den beiden Wettbewerben des ersten Tages siegte Finnlands Altmeister Claas Thunberg, über 500 Meter in 45,4 vor dem Holländer Hofftman und über 1000 Meter in 1:38,2 vor feinem Landsmann Blomquist. Die Ergebnisse: 500 Meter: 1. Thunberg 45,4 Sek.; 2. Hofftman 48,4; 3. Keetman (Holland) 49,4; 4. Blomquist 50. — 1000 Meter: 1. Thunberg 1:38,2; 2. Blomquist 1:42; 3. Keetman 1:44; 4. Hofftman 1:47,2. Am Sonntag gelang es dem Norweger Birger Ruud auf der Sprungschanze am Dluberg Hill mit 76,5 Metern einen neuen Weltrekord im Springen aufzustellen. * Am Sonntag wurden in Schierke die deutschen Kunstlaufmeisterschaften 1931 abgewickelt. Bei den Herren siegte Maier-Labergo (München), bei den Damen Frl. Flebbe (Berlin). Bei den Paaren blieb das Ehepaar Gaste erfolgreich. Kurze Sportnoiizen. Der Verbandstag des Westdeutschen Spielverbandes in Düsseldorf lehnte erneut eine Lockerung der Amateurbestimmungen ab; es dürfen im WSV. zukünftig nur die tatsächlichen Auslagen der Spieler vergütet werden, und zwar in Naturalien, nicht in bar. Eine Amnestie für die bestraften Vereine Schalke usw. wurde abgelehnt. Beim Magdeburger Hallensport- f e st gewann Körnig den Sprinterdreikampf gegen Lammers, Ionath und Gillmeister. Dr. Peltzer siegte über 1000 Meter vor Helpapp, Zimmermann und Fredy Müller, Hirschfeld im Kugelstotzen mit 14,67 Meter vor Siewert. Beim Turnier der Tennisprofessionals in Beaulieu wurden Karel Koze- luh/Roman Najuch im Endspiel des Doppels von den Engländern Plague/Albert Burke in einem Fünfsatzkampf geschlagen. Berlin, 17.Jan. (WTB.) Im Dezember 19 3 0 betrug die deutsche Einfuhr 681,3 Millionen RM. und die deutfche Ausfuhr 851,9 Millionen RM. Unter Berücksichtigung von 51,0 Millionen RM. Reparationssachlieferungen ergibt sich ein Ausfuhrüberschuß von 221,5 Millionen RM. (November 197 Millionen RM.) Der Einfuhrrückgang um 53 Millionen RM. gegenüber November entfällt mit 23,8 Mill. RM. auf Rohstoffe, mit 14,5 Mill. RM. auf Lebensrnittel und mit 11,3 Millionen RM. auf Fertigwaren. An der A u s f u h r a b n a h m e gegen November um 28,4 Mill. RM. find mit 13,6 Mill. RM. die Fertigwaren, mit 7,4 Mill. RM. die Rohstoffe und mit zirka 7,2 Mill. RM. Dich und Lebensrnittel beteiligt. Die Einfuhr von Gold und Silber hat sich durch Goldbezüge der Reichsbank aus Großbritannien von 9 Mill. RM. im November auf 41,3 Millionen RM. im Dezember erhöht. O e Handelsbilanz des Jahres 1930 weist unter Berücksichtigung der durch die Lager- abrechnungen bedingten Korrektur der Einfuhrzahl Wirtschaft. Holzversteigerungs - Termine. Dienstag, den 20. 3anuar. Versteigerer: Fürstliche Oberförsterei Lich. 23er- fteigerungsort: Pflanzgarten in der Meilbach (bei schlechtem Wetter in Hattenrod). 9.30 Uhr. Versteigerer: Markvorstand Bettenhausen. Ver- fteigerungsort: Markwald Bettenhausen. Zusammenkunft an der Waldecke der Straße Bettenhausen— Muschenheim. Versteigerer: Bürgermeisterei Brandoberndorf. Versteigerungsort: Gasthaus-„Zum Bahnhof" in Brandoberndorf. 10 Uhr. Versteigerer: Forstamt Schiffenberg. Versteigerungsort: Wirtschaft „Zur Deutschen Eiche", Klein- Linden. 10 Uhr. Versteigerer: Graf zu Solms-Laubachsches Forstamt Laubach. Versteigerungsort: „Solmser Hof" zu Laubach. 10.15 Uhr. Versteigerer: Bürgermeisterei Grüningen. Ver- steigerungsort: Beim Waldeingang nach Garbenteich. 14 Uhr. * Di« Indexziffern der Großhandels preise. Die auf den Stichtag des 14. Januar berechnete Grotzhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 115,6 gegenüber der Vorwoche (wegen der nachträglichen Herabsetzung der Eisenpreise berichtigt auf 116,6) um 0,9 v. H. gesunken. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe auf 107,0 (109,1) oder um 1,9 v. H. und die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbfabrikate auf 107,9 (108,4) ober um 0,5 v. H. zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren hat mit 142,1 (142,2) leicht nachgegeben. " Die Frachtverbilligung für Stickstoff. Das Stickstoff-Syndikat gibt in Ergänzung seiner kürzlich veröffentlichten Notiz betannt: Auf Grund der Frachtermäßigung der Reichsbahn wird den Abnehmern für alle vom 1. Februar 1931 ab zur Verladung kommenden Mengen ein Durchschnittssatz von 0.35 Pfennig für das Kilogramm Stickstoff der nach Stickstoffgehalt gehandelten Düngemittel in der Rechnung in Abzug gebracht werden. Für die Nitrophoska- Sorten beträgt der Abzug für die 100 Kilo Ware 11 Pfennig. • Frachtermäßigung für Chilesalpeter. Infolge der von der Reichsbahn bekannt- gegebenen Frachtsenkung wird von der Chilesalpeter G. m. b. H., Berlin, für alle Verladungen frachtfre'. deutscher Zollbahnstationen ab 1. Februar 1931 eine Frachtvergütung von 2,71 Pf. per 50 Kilogramm gewährt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 19. Ian. Tendenz: schwächer. — Auch zur neuen Woche eröffnete die Börse wieder in schwacher Haltung, da sich von neuem starker Verkaufsandrang fühlbar machte. Auch sollen wieder einige Zwangsverkäufe vorgenommen worden lein. Das Geschäft war nicht umfangreich. Die Speku- um rund 200 Mill. RM. und ohne Berücksichtigung der Reparationssachlieferungen einen Ausfuhrüberschuß von rund 1100 Mill. RM. aus (im Jahre 1929 Einfuhrüberschuß 783 Mill. RM.) Unter Einbeziehung der Reparationssachlieferungen beträgt der Ausfuhrüberschuß 1800 Millionen R M. gegen 36 Millionen RM. im Jahre 1929. Für das Jahr 1930 weisen gegenüber 1929 einen Einfuhrrück ° gang auf: (in Millionen RM.) Textilrohstoffe 640, unedle Metalle 274, Brotgetreide und Müllerei- erzeugniffe 239, Futtermittel 228, Oelfrüchte und Oelsaaten 215, Garne 112, Molkereiprodukte 107 und Wolle 103. Zugenommen hat die Mineralöleinfuhr um 86 Millionen RM. Einen Ausfuhr- r ü c? g a n g verzeichnen (in Mill. RM.) Eisenwaren 212, Gewebe 146, Textilrohstoffe 134, Kohlen und Koks 98, Farben usw. 90. Zugenommen hat die Ausfuhr von nichtelektrischen Maschinen um 51 Millionen RM. An Gold und Silber sind im Berichtsjahr 491 (Vorjahr 552 Mill. RM.) Millionen eingeführt und 543 (974) Mill. RM. ausgeführt worden. 9 Jl.-tfpott Der deutsche Außenhandel im Dezember und imZahre^930. lation blieb ziemlich reserviert, zumal der schwache Schluß der Neuyorker Samstagbörse verstimmte. Auherdem lagen aus der Industrie keine Nachrichten vor, die zu einer Besserung der Kurse beigetragen hätten. Die von einem Terliner Vormittagsblatt aufgeworfene Frage eines eventuellen Rücktritts des Reichsautzenministers Dr. C u r t i u s gab zur Zurückhaltung Anlaß, obwohl man in Dörsenkreisen kaum mit einem Derartigen Schritt des Außenministers rechnet. Die Genfer Verhandlungen beeinflußten die Börse nur wenig. Gegenüber den Schlutzkursen vom Samstag war die Kursgestaltung nicht ganz ein- heitlich, doch überwogen Abschwächungen bis zu 1,5 Prozent. I.-G.-Farben verloren 2,5 Prozent, um später weiter leicht nachzugeben. Am Elektromarkt war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich. Während Elektrisch Licht und Kraft und Gesfürel bis zu 1,5 Prozent höher lagen, setzten AEG., Schuckert, Siemens von 1,5 bis 2 Prozent niedriger ein. Schwächer lagen außerdem Kali, Kunstseide und Montanwerte. Nur Die Vereinigten Stahlwerke eröffneten 1,39 Prozent höher. Etwas gebessert lagen noch Wayh und Freitag, Zellstoff Aschaffenburg. Bankaktien blieben mit Ausnahme von Reichsbank, Die 1,5 Prozent schwächer lagen, ziemlich behauptet. Von variablen Werten gaben Iunghans 1,5 Prozent nach. Die übrigen Märkte lagen durch die herrschende Orderloiigkeit vernachlässigt niedriger. Am Anleihemarkt standen Alt besitz stark unter Kursdruck, auch Neubesih eröffneten etwas niedriger. Von fremden ^Werten blieben Türken und Rumänen gut behauptet. Der Pfandbriefmarkt hatte bei ruhigem Geschäft kaum veränderte Kurse. Im Verlaufe hielt die Abgabeneigung an, da die Berliner Arbitrage weiter Material an die Märkte gab und auch zu Den Kassakursen Angebot bestan^n haben soll. Die Kurse gaben bei kleinem Geschäft weiter bis ein Prozent nach. Der Geldmarkt war weiter sehr leicht. Tagesgeld mit 4 Prozent notiert. Am Devisenmarkt lag der Dollar weiter fest. Auch die übrigen Devisen waren gesucht. Man nannte Mark gegen Dollar 4.2106» gegen Pfund 20,4365, London gegen Kabel 4.8535, gegen Paris 123,87, gegen Mailand 92,73, gegen Madrid 47,00, gegen Schweiz 25,0850, gegen Holland 12,0650. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 19.Jam Auftriedl 1212 Rinder darunter 298 Ochsen, 103 Dullen, 440 Kühe, 360 Färsen. — 331 Kälber. — 135 Schafe. — 4842 Schweine. Es wurden notiert! Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgernästet^ höchsten Schlachtwerts (jüngere) 48 bis 51 M7., (ältere) 43 bis 47, sonstige vollfleischige (jüngere). 40 bis 42; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 47 bis 50, sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 43 bis 46; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 40 bis 43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 36 bis 39, fleischige 32 bis 35, gering genährte 25 bis 31; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 48 bis 51, vollfleischige 43 bis 47, fleischige 40 bis 42. — Kalber: beste Mast- und Saugkälber 67 bis 70, mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 66, geringe Kälber 55 bis 61. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weide- mast) 47 bis 49, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 46. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 54 bis 56, von etwa 160 bis 240 Pfund 55 bis 58, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 53 b'.s 57 Mk. — Marktverlauf: Rinder ruht,-;. Ueberftanb. Kälber und Schafe ruhig, ausvcr- kauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.TI., 19.Jan. Es wurden notiert: Weizen 274 bis 275 Mk., Roggen 177,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 215 bis 220, Hafer (inländischer) 165 Mk. pro Tonne; Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 41,50 bis 42,50, Roggenmehl 26,25 bis 27,25, Weizenkleie 9,50 bis 9,60, Roggenkleie 9 bis 9,25, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 25 bis 31, Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 25 bis 60, Heu (süddeutsches; gut, gesund, trocken) 6,50, Weizen-- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 3 bis 3,25, (gebündelt) 2,75 bis 3, Treber (getrocknet) 10,25 bis 10,50 Mk. pro Doppelzentner. — Tendenz: seh2 still._______________________________________________________________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Ahr. Samsfag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v.H. S.antturt a. 2H. Berlin itraniiun a. Di. »ertin Hranriun a. j)i. | Serltn lurs 1-tchr. Kurs Schluß« iure Slnfa g- Aurä Ga-.uß- hträ 1-Ubr- K rs Schluß« kur« An|ang- Kurs (Schluß«! turd | 1-Uhr- Kurs Schluß« turS Anfang« Kurs Datum 17.1. 19.1 17.1. 19.1. Datum >7.1. 19 1 17.1. 19.1. Datum 17.1. 19.1. 17.1 19.1. 6% Deutsche Retchsameihe von 1927 ......... 7% Deutsche Reichsanleihe von 192» .......... Dcutlche Anl.-Ablös.-Schuld mit Ausloi.-Rechten....... SJeSfll. ohne Rurlos.-Rcchte . . 8% Hell, etoltäfiaal von 1929 (rüdint)ib 102%)...... Oberhi firn Provinz. Anleihe mi' Slu?lo>.-Rechten...... Ternsche Stumm. Sammeiabl. Anleihe Serie 1...... 8% firanlf. Hnv.-Bnnk Goldpse XIII unhinDbar bis 1934 . . . 7% Franks. Huv.-Aank Goidpfe itnfünobar bis 1932 ..... 4’4% Rbeinilche Hvv.'Bcmi 85 99,13 51,5 4 89,5 50 48,5 99,5 92,5 87,9 100 97 97 1,35 .95 2,9 8,75 13,15 6,9 1 I | 1 | 1 | 1 | | | j || 1 1 1 1 1 1 II 1 1 . 85,1 99,13 51,5 3,8 89,5 48 100 97 97 26 2,3 1,45 21,75 17,13 18,13 1,4 3,05 13,25 6.7L w CO Ux lä 1 U 6'aIIII II l 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 «mmdurg-Ämerika Pater ... 7 Hamburg-Südam. Dampsschiss. 8 Haina Tampslchiss.....10 Norddeutscher Llovd.....8 Allgemeine Deutsche Eredllan st. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Gommer,, und Privat-Bank. 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und Disconto-Gesevschaft, ... 10 Dresdner Bank......10 ReichSbant........12 ll.E.G............8 Bergmann.........9 Eiektr. LieterungSgesellschast. 10 Licht und Kraft......10 Hellen L Guilleaume ... 7'^ Äesellschast für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger Eleitrtzitäts-Werke 10 Rbemtiche Elektrizität .... 9 Schleihche Elektrizität. ... 10 Sibudctt & Uo. . 11 Siemens & Halske.....16 Lraueravio ......... 8 > ahmeyer L Co.......10 Buderus..... .... 6 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ...... 8 Harpcncr. . . ....... 0 Hoesch Eisen. . ...... 6% Ilse Bergbau ....... 10 fllöttncrroctle ........ 7 ftöln«92euc|[cn........ 7 Manncsmunn-Röhrell .... 7 Mansselder Bergbau . .... 7 Obcrschlei. Eiicnbedars . . . . 6 Obcrjchlcf. Koktwerke.....7 Phönix Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen • . 10 Rheinstahl.........6 53 54 96,5 100,25 107,25 138 106,9 107 222,5 86,5 89 90,75 68 85,5 97 95 142 95,5 39,5 51,5 70,25 67,5 159 46,5 53 .'6,5 48,5 139 55,5 — 100 107,25 106,65 221 . 83,25 69 85,75 93,75 140 52,5 55 52,4 127 101,5 53 97 100 116,75 107,25 138,75 107 107 222,75 86,4 86 90,13 88,5 68 84,75 98,4 - 97 93,75 94,5 142 118,5 95,75 38,5 52 70,75 68,5 50,25 158 48,5 55,5 54 27,5 31 59 47,5 139.5 55,75 68,5 52,4 125 100 53,5 96,5 109 115.5 107,25 138 107 107,25 222,75 85,5 90,5 88 68,65 85,25 95.13 140.5 120 37,5 52 70,4 51 155 47 55 53,5 26,9 58,5 48 139 54,5 Bereinigte Stahlwerke . ... Ctaot Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... lf' Kaliwerke Westeregeln . . . 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 I. G. Farben-Industrie ... 12 Dynamit Nobel.......6 Goldschmidt ........ 5 Rütgcrswerke ........ C Metallgeielllchaft.......8 Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cementwerk Karlstadt. ... 10 LLayßL Freytag......8 Schultheis Patzenhoser ... 15 Ostwcrke.........12 Alu...........18 Bemberg...... 14 Zellktoss Waldhof .... 13'/, Zellstoff Aschaffenburg . . . 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Aas..... 9 Daimler Motoren ...... 0 Deutsche Linoleum ...... Orcnktein & Koppel . .... 6 Leonhard Tietz ...... 10 frankfurter Maschine« .... 4 Gritzner....... 6 Heyligenstaedt.......0 Zunghans..........6 Leänverke..........8 Mainlrastwerke Höchst a. M.. . 8 ffliiag...........10 Gebt. Roeder.......io Voigt & Haeffner ...... s Süddeutsche Zucker .... io 50,5 117 124 180 114,25 118 32 39.75 67,5 65 34 47 44,5 85 20 6,5 90 228 15 27 72 64 108 «Illi SS 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 S ! 1 1 i I 1 1 1 1 £ l~ I 1 1 '<-» 51,13 28,9 117 125 181,25 114 55 31,75 39,75 63,75 67,25 34 136 118,5 47,5 44,75 85 52,25 75 91,25 19 84,75 26,9 39 93,5 228 15,75 30 26,25 56 110 51,5 28,9 117 124,25 178,25 112,5 53,5 40,25 134,5 46,13 44 84,25 53 74 90,75 18,65 82,25 26,5 37,5 91 226,5 26 8% Pr. LanveSpInndbriefanlialt, ’Slanbbticle 8t. 19 ..... 1-% Pr L'anoccvian.briefanflalt, fiomm.-Cbl. 8t. 20...... 7% Pr. Lande;, 'anvbriesanklalt, -Cfanobnck’ R 21 ..... ti.e.QS. abfl. youneflS-Dbltgatic- nen, rüdtablbat 1932 ..... 4% Oesterreichilche Goldrente . . 1,20% Oesterreichilche Silberrentc i% Oesterreichilche Einheitliche Rente.......... 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 l’/z% befffll. Don 1913..... 4% Unparifdif Kronenrente . . ■1% TOriische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie 1........... 4% be«fll. Serie II....... 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 .......... V/t% Rumänische vereinh. Rente von 1913 .......... 4% Rumänische vereinh. Rente Banknoten. Berlin, 17 Zanuar Geld ' Bries - Slmerlkanüche Noten ...... 4,201 4.221 Belgische Noten ...... 58,35 58,59 Dänische Noten ....... 112,13 112,57 20,415 20,495 Yranzöiische Noten ....... 16,45 16,51 Holländische Noten ....... 168,93 169,61 Italienische Noten........ 22,01 22,09 Norwegische Noten ...... 112,03 112,47 Deutsch-Oesterreich, 1 100 Schilling 58.98 59,22 Rumänische Noten....... 2,485 2,505 Schwedische Noten ....... 112,28 112,72 Schweizer Noten ........ 81,44 81,76 43,26 43,44 Tschechoslowakische Noten..... 12,41 12.47 Ungotiidie Noten ..... 73,24 73,54 Devisenmarkt Berlin — frankfurl a. 211. 17-Zanuar 19.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung (»PIO »rief Geld Äries Amst^-Rott. 169,13 169,47 169,21 169,55 1,283 1,287 1,280 1,284 Brss.-Äntw- 58,575 58,695 58,60 58,72 (Sbriftianta. 112,34 112,56 112,37 112,59 Kopenhagen 112.34 112,56 112.38 112,60 112,51 112,73 10,585 112.78 Heisingsors. 10,581 10,601 112,56 10,1,05 Italien. . . 22,005 22,045 22,02 22 06 London. . . 20,41 20,45 20,416 20,456 Neuvork . • 4,205 4,213 4,2065 4,2145 Baris.... 16,472 16,512 16,475 16,515 Schweiz .. 81,38 81,54 81,39 18,55 Spanien. . 43,31 43,39 43,41 43.49 Japan .. . 2,079 2,083 2,079 2,083 Mo de Jan. 0,387 0,389 0,392 0,394 Wien in D.» Ceft. adgesi 59,12 59,24 59,115 59,235 Prag . . . 12,472 12,512 12,454 12,474 Beirrad . . 7,430 7,444 7,430 7,444 Buoapest. . 73,425 73,565 73,435 73,57# Bulgarien 3,051 3,057 . 3,051 3,057 Püfabon . 18,84 18,88 18,84 18,88 Danzig. . . 81,57 81,73 81,60 81,76 Konst.nun- 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen. . . 5,442 5,452 5,445 5,455 Canaoa • . 4,192 4,200 4,194 4,202 Ihn uap. . 2,747 2,753 2,743 2,753 Tatro . . . 20,92 20,96 20,93 20,97 sO S» JE S-r 52. 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4, olB R -- r €<2» 3± e fiS«5 8x2 WZ s E w c «-L(9 Ä 5 cu O CT'*-* 8 tn 5? 3se f i:^5§ AZL M© § R 2 S es; eS ifnoietL -A L L---L s Rä© E = p A eo .=-A 2 (9'S e = L.-b - .«c 2 2 W 4? c:®- -b L 8 2.2 = »-t»*,gTs®S S «s-r-S-cq E-Sg -LZ E 5 = Q 2 "3eR<9 R- 193-H L- •» R äs E E £> 2 •e L e !» 2 e _-b 8 K *- r s > ±<-•1 ES 5 E E E 4 3 R -b § 2 — ^2 er T 2 2 2e c =8$ c = «aE| M Bö 3 B" | . .•E* - i.w- ,ezial 0) 41,50 bis 42 50, 2795, Wcizenlleic 9,50 bis is' 925, Erbsen (je nach 25 bis 31, Mn de ifejtoede) 25 bis Ä, trocken) 6,50, Weizen« taeVtefit) 3 bis 3,25, (flt* ober (getrocknet) 10,25 bw e<9Q-- 5 E e.: 4^ jO p .2 <-> E = 'S _ äl iE— = ^SE 5» i ver Redaktion- j6 dir U Uhr. Samstog 19 2 ? «ft «ft S?y.'7 58,7 112,59 112-^ 112.7« 10'4 22.06 2,456 4,21« 'S rÄ 0,394 59,235 2.474 7,444 73.57’ iS 'M iß 2.7^ 20-97 E-'E'g ■h J einen, W» ^flecinyJ^C . h — 9 E S coce c c o liisi - c Ä o = C o E, -•£?e se« " X2 3 Äs’» 19*? c^ Nicht num8tQg tat 2j?SuSJ?5- An, Irisch Qis} nicht f Jr. ^fneltn ] u 3tit bu noch D^t enourg. ,Q^ rnch ff behauptet SrÄ-| LAr 4m“ “W weiter sehr Sjsä taJ* gegen Muüioti m bchlvetz 25,0850, ^lachtviehmarkt. Auftrieb, 88 Lullen, ~ 331 Kalber. - jzz nLä touri)cn notiert, llflex^ge. ausgemästete, lungere) 48 bis 51 M fle voMeifchige (jimretei v. lungere. VoÖ\m, 47 bis 50, sonstige voll« 'stete 43 bis 45; Kühe: höchsten Lchlachttoerts 40 ischige ober ausgemästete bis 35, gering genährte (Kalbinnen, 3ungTinbet): ete, höchsten Schlachttoeite i 43 bis 47, fleischige 40 iste Mast» unb Lauglälder (last' unb Saugkälber 62 : 55 bis 61. - Schass ere Wasthämmel (Weite- ilere Wastlämmer, ältere enährte Schafe 40 bis 4:. ch/ge Etytoeine ton citra benbgetoicht 54 618 5c. (unb 55 bis 58, fleischige bis 160 Mnb 53 d _• et lau); ’Kintet ruhig L Schafe ruhig, auiv::- s 8 u -e = ^1?2 E^ iif © 2 49 8 19 © £ 8 2 A 8 § E A 2 « w SclO 8 8 A 19.30®°' A - to 8 L A eo AH 6 ,'A ■s R 8 A ■e = •e •e1 2 = CD •ft «ft c ■ft 8 A E? 19 67 5? 19 R - 19 o 8(9 ■ft o e •R:j Tntiache ein = *$?■ = es patte sich murmelte der Be- - a R== T e c = C E b .49 ©^ c. •E' ^Q- O c 1 . » r-1 — «ft = C •CA e- L Ift «ft c 8 ti •ft LZ49 .8*6“ c 55 3 a •e± o «e EX © — — ■©.O o W Ift © > «ft c:^5 c A = s = — ac S ' o A = jo e.5E ff R c -Sf fa««. c ^«ft = *» u- -s o = = ~ _ *==. 49 S = =i® R— L •ft = «■ at=5 U-O c «49Z49 “ «ft Re 2" «SD = .49 äÖ EC" E ?. -b.L m 5 «ft*c -p_«tc cJ" •?25 S"- ea "Ö3 t- «ft ZZ- R.E 1c" = _ ■€"° v "-5 = •e.-e5' E ?> ■e —«« S a i-. - r c — f.A«c >. «u-e'.Äi n=: = = _49 *e«2 S.E 2 H= e Z2 «ft = e o c SAA p «M .= 2 = 5) :aR. 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