Kr. 2^6 Erstes Blaff 181 Zahrganq Sreitag, 18. Dezember 1951 Eriche in > c, g Ii ch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Richter- Schemen emzelnerRummern infolge höherer (Bemalt .^ernsprechanschlüffe anterSammelnummer'2251. Anschrift lür Drahtnachrichten^ Anzeiger Gieren. poAfcheclkonto: Sranlfurtam Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniversttSlr-vuch- und Zteindruckeret R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dir zum Nachmittag oorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mnt • Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr H.THyrioi, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biegen. Billigung des Hoovenuoraloriums im Finanzausschuß. Die erste Etappe. — Große Mehrheit im Finanzausschuß des Repräsentantenhauses. Vorbehalt gegen jede Schuldenstreichung. Washington, 16.Dez. (WTV.) Der Finanz- ousfchuh des Repräsentantenhauses nahm das Hoover-Moratorium an und faßte dazu folgende Entschließung: hiermit wird ausdrücklich erklärt, daß es der Politik des Kongreffes zuwiderläufl, irgendwelche Schuldenverpflichtungen auswärtiger Länder an die vereinigten Slaaten irgendwie zu streichen oder herabzusehen. In dieser Entschließung darf nichts als Anzeichen einer gegenteiligen Politik gebeutet oder als Ausdruck dafür aufgefaht werden, daß man zu irgendeiner Zeit einen Wechsel dieser Politik in wohlwollende Erwägung ziehen würde. Die Annahme des Gesetzentwurfs erfolgte m i f 21 gegen 4 Stimmen. Der Mehrheit und der Minderheitsbericht werden noch heute abend eingereicht Am Freitag wird den ganzen Tag i m Plenuni des Repräsentantenhauses darüber beraten werden, und man hofft, am Samstagabend bie Abstimmung vornehmen zu können. Ob allerdings auch der Senat noch vor den Weihnachtsferien über den Gesetzentwurf abstimmen kann, ist zweifelhaft, da der gemeldete Zusatz gegen eine Herabsetzung der alliierten Schulden d i e Lage kompliziert hat. „Herold Tribüne" sagt in einem Leitartikel, daß Mac Fadden mit seinem Angriff auf Hoover jedenfalls sich selbst mehr Schaden getan habe als dem Präsidenten. Im übrigen treffe es allerdings zu, daß das amerikanische Volk e u r o p a = müde sei; Amerika denke, daß es s i ch bie Finger verbrannt habe und daß es nichts mehr hören möchte, was nach Konzessionen klinge, sondern sein Geld hoben und mit der ganzen Sache fertig fein wolle. Diese Haltung sei verständlich, helfe aber zu wenig zum besseren Verständnis der Tatsachen, deren erste und wichtigste die sei, daß ein großer Teil der deutschen Reparationen nicht einziehbar und infolgedessen auch bie Kriegsschuldenzah- lungen ber Alliierten unmöglich seien. 3n Bafel. Tie Berichte der Ausschüsse. Basel, 17. Dez. (WTB.) Eine Bollsitzung des Beratenden Sonderausschußes nahm heule abend bie Berichte der Unterausschüsse entgegen. Der Bericht des Statistischen llnteraud- schusses kommt zu der mit allein Borbehalt gemachten Feststellung, daß Deutschland aus Aus - londguthaben im Jahre ll.32 etwa 300 bis 400 Millionen Mark Einnahmen zieht. Die Derzinsungs- und Tilgungslast der ausländischen lang- und kurzfristigen Anlagen in Deutschlono wird bei dem gegenwärtigen Zinssätze mit 1600 bis 1850 Millionen Mark für 1932 beziffert. Die deutschen Gut- haben im Auslande, ohne das sogenannte Fluchtkapital, werden mit 8 4 Milliarden, wie bereits für Juli ermittelt, angegeben. 3n dem Bud» getbericht werden namentlich die großen Anstrengungen hervorgehoben, die Deutschland insbesondere in der jüngsten Zeit macht, um den Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Besonders erwähnt wird die starke Kürzung derBeamtengehälterimletzen Jahre D e zur Tilgung der schwebenden Schuld geplanten Maßnahmen werden als besonders schwere Belastung in der jetzigen Krisenzeit anerkannt, gleichzeitig aber auch betont, daß es wichtig sei, denjenigen Teil der schwebenden Schuld jetzt abzutragen, der aus Fehlbeträgen früherer Haushalte entstanden sei. Die nächste Sitzung findet am Freitag statt, in der voraussichtlich ter Bericht des Reichsbahnunfer- ausschusses behandelt wird. Sir Malter Sagten, der das eigentliche Gutachten versaht, nachdem der Redaklionsausschuß bie Grundlinien des an bie Regierungen und die DIZ abzugebenden Berichtes festgelegt hat, arbeitete fast den ganzen Donnerstag über an der Fertigstellung des Entwurfs. Es verdichtet sich mehr und mehr bie Auffassung, daß ber Bericht von befonberen Empfehlungen hinsichtlich der lün tigen Gestaltung ber Tributpolitik absehen und dies ber fommenben Konferenz ber Regi.rungen überlassen wird. Günstiger Verlauf der SNUHalteverhandlungen? Gründung einer TreuhandgefeUschaft. Berlin, 17. Dez. (TU.) Wie bie Telegra- phen-Union von besonderer Seite erfährt, nehmen bie Berliner Stilchalteverhanblungen einen nicht ungünstigen Verlauf. Sie steuern auf ein Kompromiß zwischen bem bekannten Vorschlag Francquis und dem von Geheimrat Schmitz zu. Die Entscheidung dürfte schon in allernächster Zeit sollen. Man kann also wohl damit rechnen, bah eine Treuhandgesellschaft gegründet wirb, der bie Gläubige r ihre Forderungen übertragen werben. Die deutschen Schuldner werden bann innerhalb von 10 Jahren ihre Schulden an diese Treuhandgesellschaft in gleichen Jahresraten zurückzahlen, während bie Gläubiger von ber Treuhandgesellschaft Bonbs erhalten sollen, bie sie toieberum bei ben Banken ihres Lanbes biskontieren können, um in ben Besitz von Dargelb zu kommen. Ausgenommen von biefer Regelung sollen jeboch bie Rembours-Krebite werben. Frankreich sperrt sich gegen den Import. Paris, 17- Dez. (WTB.) Ministerpräsibenk Laval toanbte sich in einer Ansprache vor ber Vereinigung bes französischen Kleinhandels mit Rachbruck gegen eine üeberflutung des französischen Marktes mit aus- ländischen Erzeugnissen, zu ber bie Kaufkraft, sowie bie Zahlungsfähig!! unb auch bie Stabilität ber Währung Frankreichs gerabezu herausfordere. Um die durch diese Masseneinfuhr gefährdete Wirtschaft zu schützen, habe Frankreich, da erhöhte Zollsätze keine genügende Schranke für die Einfuhr bildeten und sogar durch Preissteigerung auf dem inneren Markte die Krise verschärften, zur Methode der Kontingentierung gegriffen, die allein eine rationelle Ueberwachung ermögliche und trotz der Proteste des Auslandes unerläßlich sei. Laval wies auf die günstigen Ergebnisse dieser Politik hin unb betonte zum Schluß, bah gewissenhafte Beobachtung ein gegangener Verpflichtungen Voraussetzung für bie Sicherheit im Privatleben unb in ben internationalen Beziehungen sei England fordert eine endgültige Regelung. Die Antwort auf die französische Reparationsdenkschrist. Landon, 18. Dez. (WTB. Funkspruch.) „Times" glaubt, über den Inhalt der britischen Antwortnote auf die französische Repa- rationsdenkschr ist mitteilen zu können, daß die Rote bie Lage In Deutschland als Schlüssel der europäischen Krisis ansieht; ihr zu begegnen, mache die britische Regierung sich die Argumente zu eigen, die dafür sprechen, Deutschland in die Lage zu bringen, seine kur ; sristi - gen Anleihen z u bezahlen. Um die Wege Zu bezeichnen, auf denen das Problem gelöst werden könne, werde der Wiggin-Berichl angeführt. Die britische Rote soll sich auch mit der französischen These befassen, daß die Reparationsschulden einen Ueberschuh zur Bezahlung der Kriegsschulden abroerfen müßten, würde dieser Grundsatz akzeptiert werden, dann würde Frankreich unter Umständen nur in eine Herabsetzung der Reparationszahlungen um einen solchen Betrag einwilligen, der Frankreich oon feinen Schulden erlassen wird. Ein solches verfahren würde Frankreich einen neuen vorteil bringen. In der Rote soll bei der Erörterung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands als ein neu erscheinendes Argument daraus verwiesen werden, daß Deutschland während der letzten Jahre durch A n - leihen aus Großbritannien am Leben erhalten und in den Stand gesetzt würde, Reparationszahlungen ; u teilten und eine günstige Handelsbilanz zu erzielen. Großbritannien habe einen gewaltigen Teil der wirtschaftlichen Lasten des übrigen Europas aus feiner eigenen Tasche bezahlt. Allein Großbritannien sei nicht mehr imstande, sich eine solche Politik leisten zu können. Die Rote betone die Dringlichkeit des Kriegsschulden- und Reparationsproblems und fordere nachdrücklich eine endgültige Regelung, vorübergehende und halbe Maßnahmen genügten nicht mehr. England Hai die Reparationen satt. London, 18. Dez. (WTB. Funkspruch.) „Financial Rews" führt in einem Leitartikel aus: „Wenn die Aeußerungen im amerikanischen Kongreß einen Schluß aus die öffentliche Meinung der Vereinigten Staaten zulassen, so wäre man in Amerika entschieden gegen eine Verlängerung des Hoover-Moratoriums. Wenn das richtig ist, dann muß das richtig und unzwe d.'utig gesagt w rden, daß die amerikanische Oessentlichte t überhaupt keine Fühlung mit den Tatsachen hat. Jeder neue Tag deutet immer dringender auf die Rotwendigleit nicht nur einer Verlängerung des Moratoriums, sondern auch einer radikalen Reduktion der Reparationen und Kriegsschulden hin." Sir Walter Garton, Redakteur des „Eco- nomist" und Mitglied des Baseler Sonderausschusses, soll nach einem Bericht der „Journee Industrielle" gestern dem Leiter einer großen Fabrik folgendes erklärt haben: England h a t bie Reparationen satt. Wir werden das Pfund S.erling solange nicht ft ab ilifie- ren, solange die wirtschaftliche Wiederherstellung Europas durch den Druck der Reparationen paralysiert wird. Aalien und Amerika nicken zusammen. Das Ergebnis des Grandi-Besuches in Washington. Genf, 17. Dez. (TU.) In einer römischen Meldung der „Reuen Z ü richer Zeitun g", die hier ein gewisses Aufsehen erregt hat, werden interessante Mitteilungen über das bisher streng geheim gehaltene Ergebnis der Verhandlungen Grandis mit der amerikanischen Regierung gemacht. Danach soll eine Annäherung zwischen Rom und Washington zustande gekommen sein, wie sie in diesem Maße noch nie zuvor zwischen den Vereinigten Staaten und einem europäischen Staat bestanden habe. Der italienischen Regierung sei eine weitgehende finanzielle Hilfe Amerikas zugesagt worden, falls Italien in Zukunft Mittel brauche, um seine Währung und seine Industrie zu stützen. Die italienische Regierung habe sich ihrerseits völlig die amerikanische Auffassung über den Vorrang der Privatkredite Deutschlands vor den Tributzahlungen zu eigen gemacht. Ferner soll die italienische Regierung in Washington eine bedeutende außenpolitische Rückenstärkung erfahren haben, so daß sie lauter denn je die bekannte Forderung auf Revision der internationalen Verträge geltend mache. Hieraus könne gefolgert werden, daß die dem Ministerpräsidenten Laval in Washington angeblich eingeräumte freie Hand in den europäischen Angelegenheiten nur Papi e r w e r t habe. Die amerikanische Bundesgenossenschaft könne ein neues unvorhergesehenes Kapitel in der weiteren politischen Entwicklung eröffnen, insbesondere, da Italien vorläufig seinen Erfolg keineswegs rücksichtslos oder unvorsichtig auszunutzen gedenke. Die neue Betonung des faschistischen Revifi onismus stelle ein starkes Band zwischen Rom und Berlin dar. Wirtschaftliche Zusammenarbeit in Südamerika. Gleiche Jmere.sen der Schuldnerländcr. London, 17. Dez. (TU.) In Montevideo wurde am Mittwoch eine Wirtschaftstagung eröffnet, auf der Uruguay, Brasilien und Argen- tinien vertreten sind. Der Präsident oon Uruguay, Terra, drückte die Hoffnung aus, daß es den öiei Nationen gelingen werde, eine einzige wirr- schaftliche Einheit zu bilden, so daß Wettbewerbe und wirtschaftliche Eifersüchteleien in Zukunft vermieden würden, damit der Weg zu einer neuen Wohlfahrt eröffnet werde. Die Verhandlungen werden sich zunächst auf gemeinsame Fragen der Er- zeuguirg und des Absatzes erstrecken. Man hofft, das Monopol der Fleischausfuhrfir- m e n zu brechen. Zolltarife stehen ebenfalls zur Erörterung, wobei man Verträge auf der Grund- löge gegenseitiger Meistbegünstigung im Auge hat. Endlich hoffen die drei Länder, die als Schuldnerländer besondere gemeinsame Interessen hoben und dauernd neuen Schwierigkeiten bei Erfüllung ihrer finanziellen Verpflichtungen gegenüber, stehen, einen Weg zum gemeinschaftlichen Handeln in dieser wichtigen Frage zu finden. Der BoikswirtsKastsplan der Sowjetunion für dasIahr 1932. M o stau, 17. Dez. (Telegraphen-Agentur der Sowjetunion.) Der Beschluß des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion über die Kontrollziffern für das Jahr 1932 wurde gestern veröffentlicht. Der Beschluß schlägt dem Rat der Volkskommissare vor, bei der endgültigen Festlegung der Kontrollziffern der gesamten Volkswirtschaft für 1932 von ver Notwendigkeit auszugehen, die Haupt- Wirtschaftszweige, vor allem Heizmaterial, Hüttenwesen und Maschinenbau, zu all- feüiger Entfaltung zu bringen und dabei die vollständige Durchführung des Fünfjahresplanes i n vier Jahren, d. h. bis Ende 1932 im Auge zu haben. In Verbindung damit wird der Kapitalaufwand für die gesamte Volkswirtschaft mit 21 Milliarden Rubel gegenüber 16 Milliarden >m Jahre 1931 festgelegt, und zwar sind vorgesehen für die I n d u st r i e 10 700 Millionen Rubel gegenüber 8200 Millionen im Jahre 1931, für den sozia- listischen Sektor ber Landwirtschaft 4360 Millionen Rubel gegenüber 3600 Millionen Rubel, für Eisenbahnen, Schiffahrt und Lufisch i f f a h r t 3300 Millionen Rubel gegenüber 2720 Millionen Rubel im Jahre 1931. Die Zunahme der industriellen Gütererzeugung soll im Jahre 1932 3 6 v. H. betragen gegenüber einer Zunahme oon 21 o. H. im Jahre 1931. Aadowy vertritt Deutschland aus der Abrüstungskonferenz. Berlin, 17. Dez. Das R e i ch s k a b i n e t t, das heute vormittag zu einer Sitzung zusammengetreten ist, beschäftigte sich neben laufenden Angelegenheiten auch mit der Zusammensetzung der deutschen Delegation für bie A v - rüstungskonferenz. Wie bie Blätter erfahren, dürfte ber b e u t f d) e Botschafter in ber Türkei, Nabolny, als Führer ber Delegation in Aussicht genommen sein. Zum viertenmal Bundespräsident der Schweiz. Bern, 17. Dez. (WTB.) Die Vereinigte Bundesversammlung bestätigte heute sämtliche sieben Mitglieder der obersten Landesbehorde, des Bundesrates, auf die Dauer von vier Jahren und wählte zum Bundespräsidenten für 1 93 2 den Vorsteher des politischen Departements Bundesrat Dr. G. Mo 11 a , zum Vizepräsidenten den Vorsteher des Volkswirtsch.rftsbeparte» ments E. Schu 11hes. Dr. Giufeppe Motta, der der katholisch-konservativen Partei angehört, hat dieses Amt vorher bereits dreimal inne gehabt. Er begeht am 29. Dezember seinen 60. Geburtstag. Oie Oeutschnationalen lehnen die Notverordnung ab. Berlin, 17. Dez. ($H.) In der Donners- tagssihung der deutschnationalen Reichstagsfraktion erstattete zunächst Dr. Obersohren Bericht über die letzte Rotverordnung. Die Fraktion begründete dann ihre scharf ablehnende Haltung u. a. wie folgt: Die Notverordnung sei ein bisher nicht dagewesener unerhörter Eingriff in die Rechts- und Vectra g^ ve rh ä 11 n i s s e , sowie in die persönliche Freiheit des einzelnen Staatsbürgers. Sie stelle eine offensichtliche Förderung st a a t s - sozialistischer und Planwirtschaft- licher Jdeengänge dar und bedeute gleichzeitig eine unerhörte Lieberspannung der S t a a t s b ü r o k r a t i e. Wenn man die Einzelheiten der Rotverordnung gegeneinander abwäge, komme im Endeffekt zweifellos eine starke Reu- belastung aller Stände heraus. Das Hilfswerk für die Landwirtschaft sei Stückwerk und zur Erfolglosigkeit verurteilt. Freiherr von Frcvtagh-Loringhoven und Dr. Quaatz sprachen über die auhe npo- litifche Lage Die Fraktion stellte sich einmütig auf den folgenden Standpunkt: Die Rüst u n g - s r a g e fei zu einer klaren Entscheidung reif. 3m Interesse des europäischen Frieden- müsse dem deutschen Volk endlich die Wehrhoheit,urückgegeben werden. 2lb,ulehncn sei vor allem jede durch einzelne technisch-militärische Zugeständnisse erkaufte Anerkennung der Versailler Gntwafsnung-beslimmungen. Auch in der Tributfroge ergebe sich die Unsinnigkeit des Versailler Vertrages und der Äricg»-- schuldlüge. Rur eine bewußt nationale Politik könne Deutschland vom Druck der französischen Militärpolitik befreien und die Möglichkeit schaffen, den deutschen Proletarier zum Eigentümer und Staatsbürger zu machen. Gtaatspartei und Notverordnung. Milderung überhöhtcrAgranölle gefordert Berlin. 17.De). (DDZ.) Die Fraktionsge» meinschaft der Deutschen Staatspartei nahm im Reichstag in Anwesenheit des ReichS^inanzmini- sterS Dietrich, der Vertreter des FraktionS- vorstandes und der preußischen LandtagSsraktion eine eingehende Beratung der Vierten Rotverord- nung vor. Ungeachtet aller Bedenken erkannte die Fra't'on an. daß die Rotverordnung einen umsassendenernsten undstarkenVer- such zur Milderung derschwerenRot darsteut. Besonders begrüßte sie, daß hier zum ersten Male unternommen werde, den weiten Kreisen der Verbraucher. Beamten. Angestellten, Arbeiter und Sozialrentner die ihnen wieder zugemuteten schweren Opfer durch eine durchgreifende Senkung der Preise und Lebenshaltungskosten tragbar zu machen. Tie Fraktion bedauert jedoch die Lücke in ter Rotverordnung, die dadurch entstehe, daß man an den überhöhtenZöllen. namentlich Agrarzollen, vorübergegans-en sei. Die Ausfüllung dieser Lücke wurde gefordert. 3m übrigen erwartet die Fraktion, daß die Regierung f ü r einewirksameundgerechteDurchfüh- rung der Preissenkung sorgt, und daß die Bestimmungen zum Schuhe desinneren Friedens so angewendet werden, daß sie den Grzessen des Radikalismus Einhalt gebieten. Ferner erwartet die Fraktion noch die Milderung verschiedener Härten Lurch die Ausfü^rungsbestimmungen. S.e Wil nach deren Erlaß zu den einzelnen Teilen Anträge stellen. Eine neue Notverordnung in Hessen? Ter Ausgleich dcö Staatshaushalts. WSR. Darmstadt. 17. Dez. Wie die „Offenb. 31g.“ meldet, soll in aller Kürze eine hessische Notverordnung, die den Finanzausgleich mit den Gemeinden durch Bereitstellung entsprechender hessischer Mittel regelt, erscheinen. Zu dieser Meldung erfahren wir: 3n Hessen wird auch unter Berücksichtigung der dem Lande auS der letzten Reichsnotverordnung entstehenden Einsparungen daS Defizit. daS der Finanzminister kürzlich mit 8 bis 9 Millionen Mark bezeichnete, nicht auSgeräumt. Es dürfte richtig fein, daß innerhalb des Finanzministeriums Besprechungen im Gange sind, um unter allen Umständen einen ausgeglichenen Etat durchzuführen. Ob aber eine bevorstehende Rotverordnung schon in den nächsten Tagen zu erwarten ist. ist kaum anzu- nehmen. Der Vorsitzende des 3. LandtagSauSschusseS lPetitionsausschusses) hat die Mitglieder für Dienstag zu einer Sitzung eingeladen. Es werden lediglich Wahl- oder Mandatsanfechtungen zur Aussprache stehen. Reben der Mitteilung des Landeswahlleiters über den Ausgang der Wahl vom 15. Rovember wird auch der Präsident des Staatsgerichtshofes die Anfechtungsklage der Landtagswahlen durch die Wirtschaftspartei Hessens bekanntgeben. Gleichzeitig wird der sozialdemokratische Antrag auf Ungültigkeitserklärung der Mandate der nationalsozialistischen Abgeordneten Lenz. Döring und Hauer behandelt werden, der damit begründet wird, daß die genannten Abgeordneten entgegen den Vorschriften deS LandtagSwablgeseheS am Wahltage nicht in Hessen wohnten, sondern heute noch in Heidelberg, Wiesbaden und Frankfurt. Ebenfalls wird die umstrittene Wahl deS Abgeordneten Schäfer, Offenbach, einen Gegenstand der Beratungen bilden. OieSiaaisiheaierin Preußen. Kassel und Wiesbaden sollen die -Heater selbst übernehmen. Berlin, 17. Dez. (TU.) Die Mitteilung über die baldige Schließung der preußischen Staatstheater Wiesbaden und Kassel sowie des Berliner Schillertheaters Haden einen Proteststurm der betreffenden Gemeinde- Verwaltungen ausyelöst. Die Regierung weist darauf hin. daß eine Kürzung der Zuschüsse für die genannten Theater einer endgültigen Schließung der Betriebe nicht gleich- z u s e tz e n sei. 3n diesem Sinne dürfte der Kultusminister Pläne in Erwäoung gestellt haben, die staatlichen Betriebe mit ihrem geeigneten Fundus und Einrichtungen den Gemeindeverwaltungen kostenlos zur Verfügung zu stellen, so daß die Weiiersühruna der Theaterbetriebe entweder al» gemischt wirtsä)aftliche ober private Betriebe ermöglicht werden würde. Eine Ent. scheidung ist noch nicht gefallen. Fest steht nur, daß da» Finanzministerium mit Rücksicht auf den Fehlbetrag sich außerstande steht, für das kommende 2ahr die Zuschüsse an die Staatstheater weiter zu zahlen. Dagegen ist beabsichtigt, diese Zuschüsse noch wahrend der gegenwärtig lau- fenben Spielzeit weiter abzuführen. E» sei im übrigen zu erwägen, daß die Theater ersucht werden, sich ebenso wie die Theater anderer großer Gemeinden auf eigene Fuße zu stellen. Lohnvereinbanmg im Buchdruckgewerbe. Berlin, 18. Dez. (TU.) Zwischen den Tarif- Parteien des Buchdruckgewerbes ist folgende Vereinbarung getroffen worden: Der bis zum 30. Rovember 1931 in Geltung gewesene Lohntarif wird unverändert bis - um 31 Dezember 19 31 verlängert Mit Wirkung ab 1. 3anuar 1932 wird auf Grund der vierten Oie Arbeit des Reichskommiffars für Preisüberwachung. Oie Handelsspanne bei Brot und Fleisch. — Oie kommunalen Verkehrs, und Werktarife. Berlin, 17. Dez. (TU.) Sklchskommifsar G o erde l e r äußerte sich heute vor Pressevertretern über die Ergebnisse seiner bisherigen Tätigkeit. Degen der Senkung der Brotp reise Hot Ooerbe- (er den Bürgermeistern der Städte über 100 (XK) Emwohner bestimmte Vorschläge gemacht, auf die er noch in dieser Woche eine Antwort erwartet. Goerdeler hofft infolgedesien, die Brotpreisfrage noch vor Weihnachten möglichst einheitlich regeln zu können. Wegen der Jleischpreije schweben »ur Zeit noch Verhandlungen mit dem Deutschen Fleischerverband über eine Herabsetzung der Preisspanne, die örtlich überall verschieden ist und teilweise außerordentlich schwankt. Goerdeler hofft, _ diese Verhandlungen noch heute abschließen zu können. Es wird wahrscheinlich dazu kommen, daß der Deutsche Fleischeroerband von sich aus in eine Herabsetzung der Spanne für zunächst drei ÜJlonatf einwilligt, vorbehaltlich einiger Aenderungen für Städte, wo die Voraus- setzungen für eine einheitliche Senkung nicht in vollem Ilmrange zutreffen. A u s Wunsch des Einzelhandelsverbandes hat sich Goerdeler ferner mit einer für das Weihnachtsgeschäft wichtigen Frage, nämlich der Preise für Haus- und Küchengeräte beschäftigt und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß die Preise für diese Gegenstände auf etwa 10 o. H. über den Preisen der Vorkriegszeit liegen. Selbstverständlich werden trotz dieses Verhältnis mäßig niedrigen Preises aud) hier d i e Senkungsmöglichkeiten noch weiter geprüft werden. Schwieriger als bei Brot und Fleisch wird sich die Preissenkung für Gemüse, Eier usw. durchführen lassen wegen der verschiedenen örtlichen Bedingungen. Um eine gewisse einheitliche Linie innezuhalten, sollen die kommunalen und Landesbehörden durch eigene Kommissare die Preissenkungsaktion durchführen. 3n Berlin hat sich der Flcischpreis in den letzten Tagen bereits etwas nach unten bewegt. 3m Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft sind an den Preisscnkungskommissar aus den verschiedensten Kreisen zahlreiche Wünsche herangetragen worden, die Einzelhandelspreise möglichst noch vor Weihnachten zu senken- Heber die örtlichen Derkchrstarife sind in den letzten Tagen in verschiedenen Verhandlungen mit den beteiligten Stellen Verfahrenswege festgestellt worden, um die Verkehrstarife zu senken. Die für Berlin in Aussicht genommene Senkung der Verkehrstarife stellt einen wesentlichen Schritt in der Richtung der Verkehrstarife dar. Gördeler nimmt an, daß a b 1. 3anuar auch die S t r a ß e n b a h n v e r - toaltungen im übrigen Deutschland dem Berliner Beispiel gefolgt fein würden. 3nderGas-undElektrizitätsprels- frage fei behauptet worden, daß eine Senkung der Kohlen- und KokSpreise zweifellos auch hier PreiSfenkungSmöglich.'eiten eröffne. Gördeler wies demgegenüber darauf hin, daß für gewiffe Gebiete die Senkung der KohlensyndikatSpreise überhaupt keine Rolle spiele, da in einzelnen Gebieten jo nicht nur Syndikatskohle, sondern beispielsweise auch obcrschlef.sche und englische Kohle verbraucht würden Die Frage der Gas- und E.e.t.izitätSpr: fe sei deshalb schwieriger, als die P.ewsen.ung auf anderen Gebieten, da hier die Finanzzuschläge eine erheblich« Roll« spielten. Auch hier dürfe nichts unternommen werden, was sich später bei der allgemeinen Finanzpolitik rächen würde. Trotzdem habe er den Verwaltungen der Gas- und Elektrizitätswerke gewisse Momente, z. B. auf dem Gebiete des ZinS - und LohnwesenS eröffnet. Es handele sich hier um eine Frage deS Vertrauens in die örtlichen Derhältniffe. Die Verwaltungen der deutschen Gaswerke, ebenso wie deS Deutschen Städtetages stünden grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß die Preissenkung in wirtschaftlich gedrängter Form m i t g e m a ch t werden müffe. Die einfachste und schnellste Form fei nach Ansicht GördelerS In der Gas- und SlektrizitätS- frage, auf die Schlußrechnun g einen Rabatt zu gewähren. 3n der Wasser- Preisfrage bedürfe eS ebenfalls einer Prüfung der örtlichen Verhältnisse. Oie Verordnung über Preisschilder und Preisverzeichnisse. Ab 1. Januar im Bäcker-, Metzger- und Friscurgcwcrbe. Berlin, 17. Dez. (TU.) Der Reichskom - m i H a r für Preisüberwachung Dr. G o e r- betör hat nunmehr die angekündigte Verordnung über Preisschilder und Preisverzeichnisse erlassen. Die Verordnung bestimmt, daß ab 1.Januar 1932 für Brot- und Kleingebäck, FrischfleischjederArt und imFriseurgewerde von den Geschästinhabcrn gut sichtbare Preisschilder und Preisverzeichnisse zum Aushang gebracht werden müßen. Bei Brot, und Kleingebäck sowie bei Frischfleisch ist außer dem Preis auch stets das Gewicht anzugeben. Die Verordnung giU sowohl für den Verkauf in Läden wie auch für den Verkauf auf dem Warenmarkt, in der Markthalle und im Straßenhandel. Die obersten Landesbehörden sollen die Polizeibehörden anweisen, die Befolgung der erlaßenen Vorschriften durch polizeiliche Verfügung anzuordnen. Ferner sollen die obersten Landes- beworben dem Preiskommissar Nachricht geben, wenn infolge hartnäckiger und böswilliger Zuwiderhand- lung gegen die Vorschriften in dieser Verordnung die Schließung von Betrieben angezeigt erscheint. Verordnung des Reichspräsidenten vom 8. Dezember 1931 der Spitzenlohn auf den am 10. 3anu a r 1 927 t a r i f v e r t r a g l i ch in Geltung gewesenen Sah von 48 Mk. festgesetzt. Die sich aus dieser Festsetzung des Spihenlohnes für die einzelnen Lohn- und Ortsklassen ergebenden Tlnterschiedsbeträge kommen auch dann in Abzug, wenn ein über dem Tariflohn liegender G e s a >n t l o h n vereinbart ist. Diese- Lohnabkommen ist erstmalig zum 30. April 1932 am 31. März 1932 kündbar. Lohnschiedssprvchim Ruhrgebiet. Essen, 17. Dcz. (WTB.) Zcchenverband und Bergarbeiterverbände traten heute vormittag zusammen, um nach den Bestimmungen der Rot- verordnung die vom 1. 3 a n u a r 1 9 3 2 ab geltenden Lohnsätze settzulegen. Da die Gewerkschaften eine gütliche Einigung ablehnten, setzte der Schlichter, Pros. Dr. B r a h n, die neuen Löhne folgendermaßen bindend fest: 1. Sämtliche Tariflöhne deS bestehenden Tarifvertrages werden um 10 Prozent gekürzt. 2. Diese Regelung tritt am 1. 3anuar 1932 in Kra^t und läuft b iS zum 30. April 1932. Sie kann erstmalig zu diesem Termin mit monatlicher Frist gekündigt werden. Ersolgt keine Kündigung, so läuft der Vertrag mit gleicher Kün- digungs'rist jeweils einen Monat weiter. Die Gewerkschaften erklären, die Unternehmer hätten sich unter Berufung auf die Rotverordnung auf den Standpunkt gestellt, daß eine Lohntarif kü ndigung überholt sei. Die Rotverordnung schreibe eine Senkung der Dergarbeiterlöhne um 10 Prozent vor. so daß nur ein in diesem Sinn gehaltener formeller Rachtrag zum Tarifvertrag notwendig sei. Eine derartige Vereinbarung sei von den Gewerkschaftsvertretern mit der Begründung ab gelehnt worden, daß bereits die letzte Lohnreduzier u n g eine große Empörung unter den Bergarbeitern ausgelöst habe. Unterdessen sei aber der Förderanteil weiter gestiegen und der Lohnanteil weiter zurückgegangen. Ein neuer! eher Lohnabbau im Ruhrbergbau würde den Lohn- index auf den Stand von 1 925 herabdrücken. Die Unternehmer verwiesen diesen Ausführungen gegenüber auf di« Derlustrech- n u n a e n vom März d. 3 und legten dar. daß inzwischen eine weitere ErlöSvertchlech- t c r u n g eingetreten fei. Ein Lohnabbau von 10 Prozent würde nickt einmal alle Kosten eines Preisabbaues in dieser Höhe auSgleichen. Da unter diesen Umständen eine Vereinbarung nicht zu erzielen war. lallt« der Schlichter den oben gemeld^t-n Lck'.edSkpruck Aus aller Wett. Weihnachtsfeier de» Deutschen Verein» in London. Der Deutsche Verein in London feierte im Hhdepark-Hotel unter dem Vorsitz de» Präsidenten Mae Lindlar da» Weihnachtssefih Der deutsche Botschafter war durch eine Erkältung am Erscheinen verhindert, dagegen wohnte Freifrau v. Reurath der Feier bei. 3in Glanz der Lichter eine» DeihnachtSbaumeS waren unter dem Gesang deutscher Weihnachts» und Volkslieder mehrere hundert Mitglieder der deutschen Kolonie zu einer Geselligkeit beisammen, an deren Schluß der Vorsitzende den Trinkspruch auf den englischen König, den Reichspräsidenten v. Hindenburg und daS bcut'chc Vaterland ausbrachte. Lindlar gab bekannt, daß der Betrag, der bei früheren Gelegenheiten für Geschenke für di« Teilnehmer verwendet zu werden pflegte, diesmal der Deutschen Winterhilfe zur Verfügung gestellt worden sei. Die Gutachten über da» Lalmettc-Dcrsahren. Im Lübecker Tuberkuloseprozeß wurden die von Professor Dr. Bruno Lange dargelegtcn Untersuchungsergebnisse von Professor Dr. Hahn- Berlin bestätigt. Bemerkenswert dabei Ist, daß die beiden Gutachter getrennt voneinander und auf verschiedene Art zu den gleichen Schlußfolgerungen gelangt sind. Darauf erstattete Professor Dr. Hans Much- Hamburg sein Gutachten. Versuche mit einem B.E.G -Stamm von Professor Dr. Kirchner- Hamburg hätten ergeben, daß das B.E.G. gespalten werden könne. Versuchstiere, die mit einem der Spaltungsprodukte geimpft worden feien, feien an Tuberkulose aeftorben. Auf Grund dieser Forschungsergebnisse sei er von Professor Calmette nach Paris zur Nachprüfung dieser Versuche eingeladcn worden. Obgleich der Hamburger Senat dem zustimmte, habe die Reichsregierung erklärt, daß für sie diese Nachprüfung ohne Interesse sei. Deshalb sei sie unterblieben. Professor Much erklärte, daß die Todesfälle nur durch eine Virulenz st eigerung der B C. G. in Lübeck zu erklären seien. — Professor Uhlenhuth - Freiburg I. B. züchtete mehrere D.C.G.-Stämme und versuchte, neue Varianten festzustellen. Dabei wurde ein neuer Top gefunden, der wie eine Kultur Heubazillen aussah. Außerdem ist man zu einer neuen Slrichform gekommen. Diese Strichform er- wies sich für Meerschweinchen hochpathogen. Die Meerschweinchen seien unter den Augen der Forscher an Tuberkulose erkrankt. Man müsse nach diesen Forschungsergebnissen mit dem C a l m e 11 e - D e r f a h r e n sehr vorsichtig fein. Nachdem bekundet ist, daß solche Rückschläge Vorkommen können, könne man wohl sagen, daß die Calmette-Impfung nicht auf einer s o sickeren Basis steht, daß man sie allgemein zur Anwendung bringen sollte. Albertus Magnus wird heilig gesprochen. Wie der.Kölnischen Volkszeitung" au» Rom gemeldet wird, hat d e r P a p st dem Antrag der Ritenkongregation auf Heiligsprechung des seligen Albertus Magnus stattgegeben. Der Papst wird aller Voraussicht noch vor Neujahr die Äanom- fationsbufle unterschreiben. Albertus Magnus war 1193 zuLaulngen (Schwaben) geboren und entstammt dem Ge'cklecht der Grafen von Ballstädt. Als Dreißigjähriger trat er in den Orden der Dominikaner. Den größten Teil feines Leben» oer- brachte Albertus Magnus in Köln, wo er u. a auch Thoma» von Aquino zu feinen Schülern zähste. Unter den Gelehrten des 13. Jahrhunderts besaß er die höchste Bildung. Als scholastischer Priester ragte er namentlich durch große Kenntnis der arlftoteli- schen Philosophie hervor. Seine für die damalige Zelt ungewöhnlichen Kenntnisse in der Physik Chemie und Mechanik brachten ihn in den Verdacht der Zauberei. Don 1254 bi« 1256 verwaltete er als Provinzial die Deutsch« Ordensprovinz, von 1260 bis 1262 war er Bischof von Regensburg. Dieder- Host wurde er von Päpsten und Fürsten mü wich, tigen diplomatischen Aktionen betraut. 1280 beschloß er in Köln fein fiebert Schreckliche Folgen der JloL Zn dem bei Bernau in der Mark gelegenen Siedlungsgebiet von Buchholz ist in einer Laube ein zweijähriges Mädchen an einem der letzten Frosttage buchstäblich erfroren. Die Lau- benbewohner sind fo arm daß sie sick nicht das geringste Heizmaterial kaufen konnten. Da» wenige Geld, da» sie vom Dohlfahrtsamt empfingen, mußte restlos zum Einkauf von Lebensmitteln verwendet werden. Wahrend die Estern von der Wohnstätte ab- wesend waren, rutschte da» nur dürftig bekleidete Minb in eine Ecke der ungeheizten Bretterlaude und wurde hier vom Tode ereilt. Bei der Rückkehr sanden die Eltern ihr Töchterchen erfroren auf. Eine grausige Hypothese. Das Rätsel um den Hamburger Zugführer Siemsen, der am 21- Rovember unter geheimnisvollen Umftänbcn aus dem Packwagen deS Güter zugeS Hambur g—B e r 11 n verschwand, ist noch nicht geklärt. 3eyt taucht eine Vermutung auf, die zwar ungeheuerlich klingt, aber nicht ohne weiteres von der Hand zu weiten ist. 3n der Gradower Bevölkerung erhält sich das Gerücht, daß Öiemfen bei der Fahrt über d i e im Neubau begriffene Eloebrücke in den unverdeckten Schacht des Brückenpfeiler-, in dem fich noch Wasser befand, gestürzt fei. Da der Schacht eine ansehnliche Tiefe hatte, fei mit der Möglichkeit zu rechnen, daß Siemsen beim AuSgiehen des Schachte- mit Zement fein Grab in dem Pfeiler gesunden hat. Dazu teilt bit Reichsbahndirektion Altona mit, daß sie un Augenblick diese Möglichkeit nicht unbedingt verneinen könne. Eine Stellungnahme fei während der Abwesenheit der zuständigen Baudezernenten nicht möglich Man ist in der Reichsbahndirektion allerdings der Ansicht, daß eS unbedingt hätte bemerkt werden müssen, wenn sich der Unfall an der Baustelle Augctragcn hätte, da doch dort ständig Arbeiter anwesend waren. 3m übrigen fei der Deton- fchacht von viel zu geringer Tiefe, als daß Siemsen unbemerkt mit emgemouert hätte werden können. Philadelphia ohne Geld. „New Vork Herold" beschäftigt sich mit der Geld» not der Stadt Philadelphia, die mit saft zwei Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt der USA. ist. Das Blatt berichtet, der Bürgermeister habe mit- geteilt, daß 2600 Beamte ihre Tätigkeit eingestellt hätten. E» sei unmöglich, ihre Gehälter auszuzahlen da die Verhandlungen des Stadtrats mit den Banken über die Gewährung einer Anleihe von 3,5 Millionen Dollar gescheitert feien. In 13 lagen von Australen nach England. Der australische Rekordslieger KingSsord Smith legte am Mittwoch die letzte Strecke seine- Fluges von Australien nach England zurück, indem er von Frankreich nach London flog. Für seinen Flug hatte er ln-gesamt 1 3 T a g e benötigt. Smith hatte dreiviertel Tonnen Weih- nachtspost von Australien an Bord, barunte» 50 000 Briese. Da» 100 000-Reichsmark-Los. Der 100 000-Mark Gewinn der Preußisch- Süddeutschen Zllafienlotterie entfiel auf die Nummer 265 653, in der ersten Abteilung in Achtelteilen nach Hessen-Nassau. in der zweiten Abteilung in Achtelteilen noch Berlin. ÜXefferlane O*enn »»it ttdtttt. ® vofw» e « yiatt AtreeHi-i « X 1* UKiir ov > mw«- $e«o«wen q tiureoor wevtÄ OK »t!<•<*' I* Kn ,«»«n 4 < Tcep«r«l1*- 0 t i.axa # mir *"* Wochen i *iU|? 5rcu -7* "em. 9. _ ^Qrum Mu. k°u _ ’J a n i t Nir licflin, fast Sande, und t> einige Deispi D!und venij Duxstwarrn Irol 1 Pen! Lchinken 6 P!und wenig Iben, fanbici im greife. einenDc auch wenn st international nicht uncrhek Td^ate uni enlung t stund'. < 1 V und. R 7-rmbanthd) lmg. daj 5 in einem ti CdHÜing, Pelzkragen vorn, ßin ( necn - 63' Preise in 0 P>!zu!tennc ll Matt, dl rtva .-5 Mo Do liegt Een hier ni< Rechnen ver ll<5 Vie ma Di« mcike LeihnoE^ SS ;*is Sdrißbamn, litt« -Enechl ?«s» Sff» dem 6<* Xcöamt, K ’ SrnJerjffeinnchs- Deutsche lo allen Qualliäis Uleöarieo weit, weit unter Preis Untsr diesen Tspplchsn befinden eich bretbeNennte Preise teile ble um dli 1651235 cm 200X300 cm 250X350 cm Große ca. GröOe ca. Groß 3 ca. Serie III in jetzt 13/ Serie III Hfl jetzt £4/ Serie III jetzt Uö/ sp,; 50.- Serie i fiQ jetzt 30/ Serie I 1QQ jetzt 100/ Serie II Qfl jetzt W/ Serie II cn jetzt 00/ Serie II TH jetzt IL* Seschäftsdrucksachen Rechnungen Briefbiatter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstralle I [Vermietungen | (Stoljir Laden Btiro u. Vaner ver 1.0uli 3‘2 evtl. früh, ui vermieten. 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Don unserem W (Aachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, Mitte Dez. 1931. Die meisten Engländer bilden sich ein, ihre Art, Weihnachten zu feiern, sei typisch englisch, wie denn das meiste, was hierzulande eine Reihe von Jahren üblich ist, zu einer typisch englischen Sache wird, obschon das gar nicht der Fall ist. Denn die englische Weihnachtsfeier, besonders der Christboum, ist ein Importartikel aus Deutschland, und ob Santa Klaus, der englische Knecht Ruprecht oder der heilige Nikolaus, nicht ebenfalls mit den hannoverschen Königen auf diese Insel spaziert ist, weih man auch nicht so genau. Auf alle Fälle, das Weihnachtsgeschäft in London hat große Aehnlichkeitcn mit dem deutschen. Die großen Kaufhäuser machen Reklame, das Weihnachtsgeschäft ist ein feststehender Degriff. Cs herrscht Hochsaison in Geschenkartikeln, Hochsaison in Fressalien, Hochsaison in Spielzeug: in den Warenhäusern, wo es hier immer brechend voll ist, ist es heute zum älmkommen, wobei man bekanntlich nicht weiter kommt. Lind hier herrschen immer noch — aber wie lange noch? — deutsche Waren vor. Spielzeug, Geschenkartikel, die billige Konfektion für Damen, das stammt großenteils vom „Kontinent", um das Wort Germany zu vermeiden. Aengstliche Gemüter waren diesmal sehr besorgt. Das Pfund, das Pfund! Es wird ein böses Fest, es wird ein teures Fest, das diesjährige „X m a s“ oder Weihnachtsfest. Besonders Menschen, die vom Festlande zugereist kommen, sehen Las englische Publikum schon in den Anfängen der beginnenden Inflation: Hamsterei und steigende Preise, Flucht in die Sachwerte, und was der schönen Dinge mehr sind. Aber wie ist es in Wahrheit? GenaudasGegen- t e i l. Weihnachten 1931 wird das billig sie „X m a s“ seit Menschengedenken. Staunend bemerkt das die Llnschuld vom Festlande, ja, die Preise fallen sogar, wo das Pfund fällt. Es ist eiye verkehrte Well hier an der Themse. Wandern wir also durch die Stadt, durch das Kaushausvicrtel in Oxford-Street, Regentstreet, gehen wir nach Kensington zu Harrods, zu Barkers, oder durch die City. Rein, nirgendwoist Panik, nirgendwo ist Preiserhöhung. Die Preise liegen, fast ausnahmslos, unter dem Dorjahrsstande, und vor allem die Lebensmittelpreise. Hier einige Beispiele. Speck kostet heute 3,5 Pence pro Pfund weniger als im Dorjahr. Fleisch und Wurstwaren 1—2 Pence weniger. Das 4-Pfund- Brot 1 Penh, englische Butter 6 Pence, Pork- Schinken 6 Pence, Tee 3 Pence, Käse 3 Pence pro Pfund weniger als im Dorjahre. Rosinen, Korinthen, kandierte Dinge stehen ebenfalls niedriger im Preise. Ein englischer Peny hat einenWert von8 Pfennig Kaufkraft, auch wenn ihn die Börse nur mit etwa 5 Pfennig international notiert. Selbst dann sind diese Preise nicht unerheblich gefallen. . Bazare und Warenhäuser kündigen allenthalben Preissenkungen an. Ein Pelz statt 19 Pfund nur 6 Pfund! Eine Fuchsboa statt 5 Pfund nur 1 Pfund, Kinderbücher halbe Preise. Goldene Armbanduhr statt 65 Schilling nur 37,50 Schilling, das Dutzend reinleinene Herrentaschentücher in einem teuren Geschäft der Regentstreet 5,11 Schilling, ein pelzgefütterter Damenmantel mit Pelzkragen (echt) 4 Pfund. Das Pelzfutter Eichhorn. Ein Pelzmantel mit Opossumkragen 3 Guineen — 63 Schilling. Erstaunt rechnet man die Preise in Gold um, z. B. den eben genannten Pelzfuttermantel zu 3 Guineen zum Kurse von 14 Mark, das ergibt einen Eolvmarkpreis von etwa 45 Mark. Billig, nicht wahr? Wo liegt des Rätfeis Lösung? Sind die Leutchen hier nicht ganz bei Sinnen? Hat man das Rechnen verlernt? Cs ist alles nicht so, erstaunlich wie man denkt. Da stand neulich eine Sta- .-Derichterstatter. tistik in einem Sonntagsblatt. Ab und zu sind Statistiken sehr interessant, und diese ist es denn auch. Wo, fragte das Blatt, kaufenwirdenn ein? Zum Beispiel Lebensmittel, Und da ergibt sich denn folgende aufschlußreiche Rechnung: bei einer Einfuhr von Lebensmitteln in Höhe von 475 000 000 Pfund oder, zu pari, von 9,5 Milliarden Mark stammen 261000 000 Pfund oder 5,2 Milliarden aus Ländern mit Sterlingwährung, der Rest aus Goldstandardländern. ©o_ kommt denn das Wunder zustande, fallende Währung und fallende Preise. Trotzdem sitzt so mancher Eity-Kaufherr mit sorgendurchfurchter Stirn vor seinem Dankbuch. „Wenn", seufzt er, indem er seine Gedanken wie havarierte Schiffe auf dem Zahlenmeer kreuzen läßt, „wenn das bloß alles stimmt." Buchmäßig sieht ja alles ganz schön aus. Hat die Rechnung aber nicht doch ein Loch. Denn wenn der größte Konsument auf dem Weltmärkte weniger zahlen kann, dann stürzt auch das Preisgebirge zusammen. Enthusiasten sehen in England schon wieder die kommerzielle Weltmacht erstehen. Inzwischen überlegt sich der City-Kaufherr, ob es nicht doch ein guter Dorschlag ist, den Knecht Ruprecht zu standardisieren, den eine Zeitung neulich machte. 1,76 Meter Größe, weißer Bart, 1 Meter lang, weiße Perücke, Pelzmütze, das ist der genormte Ruprecht, das Gesicht muß rundlich und freundlich sein. Linser Cithmann hat's. Er geht, holt seinen Wagen aus der Grohgarage und stürzt sich im Tempo einer Schnecke mit Ilchias durch die City, den „Strand" zur Oxford Street. Dort steht das Riesenwarenhaus von Selfridge. Da ist alles zu haben. Herr Selfridge hat neulich gesagt, so ein Käuferandrang sei noch nie dagewesen. Lind sein Konkurrent erklärte, Weihnachten wird ein Bombenerfolg. Ein Dritter: Es wird diesmal ein richtiger „X m a s boom“, was aber nicht mit „Weihnachtsbaum" zu übersetzen ist, sondern das Riesenausmaß des Geschäfts charakterisiert. Der Cityherr wird sich umfehen und die Bestandteile zu seiner Ausrüstung als genormter Ruprecht einkaufen. Billy, sein Aeltester, wird sich zwar nicht täuschen lassen, aber die Kleinen ganz gewiß... Oberheffen. Stadirats-Gltzung in Buhbach. pb. Butzbach, 16. Dezember. In der heutigen Sitzung des S t a d t r a t s wurden zunächst die Rechnungen der Stadt Butzbach, des Elektrizi- täts- und Wasserwerks, sowie des Armenfonds für Rj. 1930 mit den Berwaltungsrechenfchaftsberichten geprüft. Anlaß zu Beanstandungen ergaben sich nicht. Die Rechnungen wurden genehmigt. Weiter beschloß der Stadtrat, die endgültige Gewerbe st euer für das Rj. 1931 in den Fällen, in denen inzwischen eine wesentliche Minderung der Veranlagungswerte eingetreten ist, an f A n - trag zu ermäßigen. Die Hundesteuer wurde ab 1. 1. 1932 wie folgt festgesetzt: für den ersten Hund 12, für den zweiten 30 und für den dritten und jeden weiteren Hund 48 Mark. Bon der sozialdemokratischen Fraktion wurde die Gewährung einer Winterbeihilfe für Wohl- fahrtsunterstützungcempfänger, Krisenfürsorgeemp- fänger und Sozialrentner beantragt. Der Finanzausschuß hat beschlossen, dem Stadtrat die Bewilligung einer Beihilfe in Höhe der vorjährigen Sätze vorzuschlagen. Empfänger von Ar- beitslosen-Untcrstützung sollen grundsätzlich nur in besonderen Ausnahmefällen nach individueller Prüfung bei besonderer Notlage durch eine Kommission berücksichtigt werden können. Der Stadtrat beschloß demgemäß und setzte folgende Beihllfen fest: an Ledige und Alleinstehende 10 Mark, an Verheiratete ohne Kinder 15 Mark, an Verheiratete bis zu drei Kindern 20 Mark, mit drei und mehr Kindern 25 bis 30 Mark. Falls vom Land höhere Sätze tatsächlich zur Auszahlung gelangen sollten, kommen diese Sätze zur Anwendung, bzw. es werden die hier bewilligten Sätze auf die staatlichen Beihilfesätze angerechnet. Ein weiterer Antrag derselben Fraktion, für E r • werbslose Siedlungsland, und zwar den großen Exerzierplatz, zur Verfügung zu stellen, wurde zunächst einer Kommission überwiesen, die den Platz auf seine Brauchbarkeit als Siedlungsland prüfen soll. Am Schluß der Tagesordnung machte der Bürgermeister davon Mitteilung, daß die A u f h e b u n g des hiesigen Finanzamts endgültig sei. Gestern sei beim Chef des Landesfinanzamts nochmals eine Besprechung gewesen, bei der verschiedene Wünsche wegen Abhaltung von Sprechtagen, Einrichtung einer Kassenstelle für Ein- und Auszahlungen, Aufschieben der Aufhebung bis Herbst 1932, Vertretung Butzbachs in den einzelnen Steuerkom- miffionen, sowie wegen Zuteilung der Orte Gam- bach, Kirchgöns und Pohlgöns anstatt nach Gießen nach Friedberg vorgebracht wurden. Weiter teilte der Bürgermeister noch mit, daß die Bestätigung seiner Wahl zum Bürgermeister von Gronau nunmehr unterwegs sei und er Mitte Januar 1932 hier ausscheiden werde. Stadtvorstand in Lauterbach. & Lauterbach, 17. Dez. In der jüngsten Stadtvorstandssitzung wurden die Rechnung der Stadt und die des Elektrizitätswerkes sür das Rj. 1530 vorgelragen, geprü t und genehmigt. Bei der Betriebs- und Dermögensrechnung der Stadt verbleibt ein ansehnlicher Rcchnungsrest: ebenso bei der Rechnung des Elektrizitätswerkes. Aach einer Anordnung des Ministers des Innern fällt sür das Rj. 1931 das seitherige System des zweimaligen Steuerausschlages fort. Die Gemeinden, Kreise und Provinzen haben für dieses Rechnungsjahr auch ihre Gewerbe- steuersofort als endgültig nach den Desteuerungsgrundsätzen des Dorjahres zu erheben. Da sich die Wirtschaftskrise erheblich verschlechtert und der Hessische Industrie- und Handelslammer- tag ausdrücklich darauf hingewiesen hat, daß in der Mehrzahl der Falle der Gewerbeertrag des Wirtschaftsjahres 1530 zum Teil erheblich geringer war als im Dorjahr, und demgemäß die endgültige Besteuerung nach den Besteuerungsgrundlagen von 1930 eine unbillige Härte bedeuten würde, ist man in einer Besprechung aller interessierter Körperschaften zu der Auffassung gekommen, daß im Rj. 1931 von den Gemeinden und Gemeindeverbänden auf Antrag ein entsprechender Gewerbe st euernachlah gewährt werden soll, wenn nachgewicsen wird, daß das Gewerbekapital oder der alsdann festgestellte Gewerbeertrag sich gegenüber dem zuletzt fest gestellten Gewerbekapital oder -Ertrag wesentlich, mindestens um 20 Prozent vermindert hat. Der Stadtvorstand schloß sich dieser Auffassung an. Für alle Unterstützungsempfänger bewilligte der Stadlvorstand e'.ne besondere Winterbeihilfe. Cs soll jeder noch drei Zentner Briketts erhalten, die'enigen aber, die schon ausreichend für Brennmaterial gc'orat haben, erhalten Gutscheine über 3 Mark für Lebensmittel. Um dllS Finanzamt Homberg. -er. Homberg, 17. Dez. Der Stadtverwaltung ging vom hesjischen Finanzminister die Mitteilung zu, daß — wie von uns gestern schon kurz berichtet. D. Red. — das hiesige Finanzamt aus Ersparnisgründen aufgehoben werde. Ein bestimmter Tug ist noch nicht angegeben, vermutlich tritt am Schluß des Rechnungsjahres 1930/31 eine Aenderung ein. Daß die Aufhebung dieses Amtes eine schwere Schädigung der Einwohner der Stadt (Kaufleute, Gewerbetreibende, Landwirte) und der ganzen 11m- gegend bedeutet, ist klar. Don der Stadtverwaltung wird alles versucht, um das Finanzamt zu erhalten. In diesem Zusammenhänge sei erALBERT H. RAUSCH Unterwegs X. Glaub ine. — Und Sie wollen mich wirklich nicht ein bißchen nach Haus begleiten? sagte das ganz entzückende kleine Mädchen zu mir, mit dem ich m.ch vor einem Schaufenster der Rue de Rivoli nachts um ein Uhr zufällig getroffen hatte ... — Nein, mein Kind. Das will ich wirklich nicht, so gern ich es auch möchte. — Ja, aber warum denn nicht? Gefalle ich Ihnen nicht? Finden Sie mich denn nicht ein bißchen hübsch („ein bißchen" war ihr Lieblingswort)? — Ich finde Sie ganz reizend. Ich finde Sie so graziös und so hübsc6 wie ich seit langer Zeit kein kleines Fräulein in Paris gesehen habe ... — Ist das ehrlich? — Aber warum sollte ich es Ihnen denn sagen, wenn es nicht ehrlich gemeint wäre? — Um mir Spaß zu machen ... — Machen denn Lügen Spaß? — Uns Frauen immer! Das wissen Sie doch ganz genau o gut wie ich ... Sie sind wohl verheiratet? — Nein. Zum Glück der ^e habe ich es nicht gebracht. Werde ich es ach nicht bringen. — Warum nicht? — Gott — weil ich keine Lust zu diesem Glück habe ... — Sie sind ein kluger Mann ... — Warum? — Weil Sie sich nicht drankriegen lassen ... Wir wollen die Männer doch alle drankriegen ... — Sie auch? — Und «Die! . — Wissen Sie denn schon, wen Sie heiraten möchten? — Möchten ist gut! Die ich heiraten möchte, möchten mich nicht heiraten ... Aber mal wird ja ein anständiger Mensch mich heiraten ... — Was sind Sie denn? — Fabrikarbeiterin. — Wo? — In der Strumpffabrik von Orosmangin ... Wissen Sie? Sie kennen doch die Strümpfe Gros- mangln? Haben Sie sicher schon Ihren Freundinnen gekauft ... Gute, haltbare Ware ... Solid ... Aber jetzt habe ich Ferien — und deswegen finden Sie ntich auch so spät noch hier ... Wissen Sie, ich gehe gern nachts in Paris spazieren. — Genau wie ich! — Ach, Sie auch? Das finde ich ja zu nett, daß Sie denselben Geschmack haben wie ich ... Man kann sich so schön die Läden betrachten^ es ist so kein Gerase von Autos, man kann die Straßen überqueren wie man will, die Luft ist nicht so staubig ad), und manchmal trifft man doch einen netten Mann ... Neulich habe ich einen Schweden getroffen, einen jungen Waldocsitzer, hat er mir er- zcih.t ... So etwas Bezauberndes können Sie sich gar nicht vorstellen! Zähne hatte dieser Junge, na, Zähne, sage ich Ihnen! Es hat einem leid getan, daß man nicht ein Pfirsich war ... Immer trifft man diese netten Ausländer gerade dann, wenn Sie abreifen müssen ... Ich habe ihn an den Nordbahnhof gebracht. Er kommt im Herbst wieder. Er muß aus sehr vermögendem Hause sein. Er wohnt ganz im Norden in einer großen Einsamkeit Sagen Sie, wo gehen Sie denn eigentlich hin? — Nach Hause ... Ich wohne drüben, auf der andern Seite ... — Ach, ich ja auch. Dann können wir ein Stück zusammen gehen, wenn es Ihnen recht ist. — Aber gerne. — Und wo kommen Sie jetzt her? Oder ist es unverschämt, so neugierig zu sein? — Ganz und gar nicht. Ick) komme aus dem Thäätre Figalle. Ein Freund von mir ist Schauspieler. Nach der Ausführung haben wir noch ein wenig zusammen gesessen — und dann bin ich zu Fuß hierher gegangen ... Uebrigens, wie heißen Sie eigentlich? — Claudius. — Wirklich? — Auf mein Wort! Claudine ist mein richtiger Taufname. Und mein Familienname ist Renaudel. Aber mit dem berühmten Abgeordneten bin ich nicht verwandt. Wenn Sie meine Adresse wollen ... Wir waren gerade vor dem Cate ä la Manille in der Rue du Bae angekommen, das erst um zwei Uhr schließt. — Wie wäre es? fragte ich. Wollen wir noch einen Kaffee trinken? — Oh, mit dem größten Vergnügen ... Wir setzten uns auf eine der Strohbänke, die vor dem Hause standen. — Wollen Sie einen Likör zum Kaffee? — O nein. Tausend Dank. Ich trinke sehr wenig Liköre. — Wollen Sie Wein? — Nein, nein! Sie sind zu liebenswürdig! Ein Kaffee ist mir gerade recht ... — Aber eine Brioche oder einen Croissant nehmen Sie, oder eine Gaufretle Plouvier? — Am liebsten eine Brioche. — Und eine Zigarette? — Die ganz bestimmt. O Gott, haben Sie gute Zigaretten ... Echte Türken ... Sind die nicht furchtbar teuer? Nein? Herrlich! Es geht doch nichts über eine gute Zigarette ... Kann ich Sie denn einmal wiedersehen? — Mit dem größten Vergnügen! Geben Sie mir Ihre Adresse. Ich schreibe Ihnen dieser Tage. Wir gehen einmal aus zusammen. Wo Sie hin wollen ... Ins Theater oder ins Kino oder ins Empire. — Bestimmt? — Ganz bestimmt ... Ich halte Versprechen, die ich gebe ... Wo ich keine halten will, gebe ich keine ... Sie schrieb die Abreffe auf, puderte sich, sah mich an und lachte. — Ich muß jetzt schlafen gehen, sagte ich. Und Sie sind mir nicht böse, daß ich nicht mit Ihnen komme? Und ich habe Sie nicht um Ihre Zett betrogen? — Wie können Sie fo etwas sagen! Es ist ja fast beleidigend! Es war doch reizend, mit Ihnen zusammen ein Stück Weges zu gehen und so nett zu plaudern ... Was würdest du gesagt haben, Mädchen von Berlin? Oer Passagier als Postpaket. William M. Riddins, ein bekannter Londoner Ingenieur, wurde dieser Tage dringend telegraphisch nach Rhodesien in Südafrika berufen, wo er die Aufsicht über einen wichtigen Brückenbau übernehmen sollte. Das Telegramm legte ihm nahe, sofort und auf dem schnellsten Wege ohne Rücksicht auf die dadurch entstehenden Kosten abzureisen. Das schnellste Verkehrsmittel ist heute das Flugzeug. Zu seinem Schrecken jedoch erfuhr Riddins, daß die von England nach Rhodesien verkehrende englische Fluglinie statutengemäß nur Fracht, aber keine Passagiere befördert. Der moderne Mensch inuß sich zu helfen wissen, und kurz entschlossen gab sich Mister Riddins selbst wähnt, daß schon im Iahre 1867 eine gleiche Beiordnung der Grohh. Hess. Regierung hie« eintraf, daß Großh. Rentamt auszulösen. Damals sandte der Gemeinderat ein umfangreiches Dtttgesuch nach Darmstadt, das Rentamt hier zu belassen: auch bat er gleichzeitig das Kreis- aiiit Alsfeld um energische Unterstützung dieser Angelegenheit. Der Erfolg blieb damals nicht aus. Landkreis (tziesjcn. al. 211 [ e n b o r f (Lahn), 16. Dez. In unserer Gemeinde leben zur Zeit sieben alte Leute, die zusammen bas stattliche Atter von insgesamt 5 7 5 Jahren haben. Der Mühlenbesitzer Jakob Hahn ber Zweite feiert am 20. Dezember feinen 80. Geburtstag, ber Attveleran Heinrich H ä u f e r 1. würbe am 26. November 85 Jahre alt (er ist ber einzige Attveleran in ber Geineinbe), Anton Volk II. Wwe. würbe am 28. September ebenfalls 85 Jahre, Johannes Heeg III. Wwe. konnte am 6. Mörz ihren 82. Geburtstag unb Johannes Binz II., Abam S ch m i b t unb Marie Weis Wwe. konnten ihren 81. Geburtstag feiern. — Eine Haussammlung zum Besten ber Gei - ftestranfen in Hessen, bie von ben Schulkindern in unserer Gemeinde durchgeführt wurde, ergab ben Betrag von 28,60 Mark. LJ Rodheim a. d. Horloff, 16. Dez. Der Männergesangverein „Sängerkranz" hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Der 1. Dorsitzende L. Decker erstattete den Iahresbericht, in dem er u. a. auf die Erfolge des Chores hinwies. Die vom Vereins- rechner, Herrn. Nagel, vorgetragene Rechnungsablage wies an Einnahmen 438 Mk., an Ausgaben 385,28 Mk. und einen Ueberschuß von 52,72 Mk. aus. Neuausgenommen wurden drei Mitglieder. Der Derein zählt insgesamt 33 Sänger und 34 passive Mitglieder. Dem Rechner und dem Dorstand wurde Entlastung erteilt. In Berücksichtigung der allgemeinen Wirtschaftslage wurde auf Antrag des Dorstandes der Mitgliederbeitrag für das Iahr von 1,20 OHL auf 1 Mk. ermäßigt. Es wurde weiter beschlossen, zu der bevorstehenden Vertreterversammlung des Horloff-Wettertal-Sängerbundes einen Antrag auf Herabsetzung der Dundes- b e i t r ä g e zu stellen. Zustimmung fand außerdem die Anregung, Mitte Februar eine W o h l - tätigkeitsveranstaltung abzuhalten. 3m Schlußwort gab der Dorsitzende seiner Feeude über den Eintritt einer größeren Anzahl jugendlicher Sänger in den Derein Ausdruck. Kreis Büdingen. 4= Ortenberg, 16. Dez. Am Sonntag fand im Hirzelschen Saale unter starker Beteiligung ber Bevölkerung von Ortenberg unb Umgebung eine A b • oentsfeier als Wohltätigkeitsoeranstal t u n g statt. Der Evangelische Mädchenbunb, unter Leitung I. D. Prinzessin Ern st Heinrich zu Stolberg - Roßla, sang mehrstimmig einige Lieber unb brachte bie Bilder „Abventslichter", „Frau Sorge im beutschen ßanb", „Vor ber Krippe zu Bethlehem" und „St. Nikolaus" zur Vorführung. Verschönt wurde ber Abenb burch bie Konzertstücke bes Salonorchesters 1930 unter Leitung bes Herrn Kautz unb durch bie Mitwirkung bes Männerquar- tetts mit bem bewährten Dirigenten Herrn Funk. Nach Dankesworten S. D. bes Prinzen Ernst Heinrich zu Stolberg unb bes Pfarrers Letzin g schloß bie erhebenbe Feier. Der Reinerlös mit 400 Mark würbe ber Kleinkinberfchule unb ber Krankenschwesterstation zugewiefen. äkreis Schotten. D Laubach, 16. Dez. Die Diehzählung in unserer Stadt hatte folgendes Ergebnis: 74 Pferde, Rindvieh über 2 Iahren 275, unter zwei Jahren 225; 485 Schweine, 178 Schafe, 194 Ziegen; Federvieh zusammen 2825 Stück; Bienenstöcke 26 Stück. Hausschlachtungen wurden in der Zeit vom 1. September bis 33. November d. I. insgesamt 19 vorgenommen. — Die Ortsgruppe der Hassiajugend veranstaltete am Sonntag im Saale des „Schühenhoses" einen gutbesuchten Werbeabcnd. Nach der Begrüßungsansprache des Dezirksobmannes, Forstsekreiär T r ö l l e r, wurde als Flugpaket auf. Er bezahlte auch nach dem bestehenden Frachttarif, und zwar sieben Pence auf das erste und sechs Pence für jedes weitere Pfund seines Lebendgewichtes. Glücklicherweise ist Riddins ein kleiner, leichter Mensck), so daß sein „Porto" nicht allzu hoch war. und um zu sparen, fuhr er sogar mit fast leeren Taschen und nur mit dem allcrnotwcndigsten Gepäck. Das große Gepäck läßt er sich auf dem üblichen Land- und Seewege nachschicken. Die ganze Reise kostet ihn so nur 200 Pfund Sterling, und in sieben Tagen war er an seinem afrikanischen Reiseziel angelangt ... Zeitschriften. — Im Dezemberheft des „Kunstworts" (Derlag G. D. W. Callwey, München) findet man u. a. Hermann Hesses nachdenklichen „Brief an einen jungen Dichter"; er sagt in knappen Sätzen kostbare Wahrheiten über den Dichterberuf und über den innerlichen und äußeren Wert dichterischer Betätigung aus. Zwei Weihnachtsgeschichten von Antoon Thiry bekunden die Urwüchsigkeit und Tiefe dieses flämischen Dichters, eines Jugendfreundes von Felix Timmermans. Ein Bild des deutfchen Wefens der Philofophie Hegels entwirft Erick Brock. Karl Knappes eigenartige bildnerifche Kunst illustriert ein Beitrag Coitiieb Schwimmers in Derbindung mit acht Abbildungen. Eine Weih- nachtsbüchcrfchau von Paul Alverdes wird dem Lefer willkommen fein, ebenso die Abhandlung über „Nordische Dichter" von Fritz Endres und einige andere literarische Ratschläge, auch ein ausführlicher kritischer Bericht über Aufgaben flafii« scher Klaviermuitt. Am Eingang des Heftes steht ein schönes Kunstblatt „Ruhe auf der Flucht" von Adriaen Isenbrant. — „Berliner Monatshefte" (Schriftleitung: Dr. h. c. Alfred von Wegerer), Jahrgang 9, Nr. 12, Dezemberheft (Quaderverlag, Berlin NW. 6), Preis bes Heftes 1,50 Mark. — Unter bem Titel ,„Die belgische Neutralität unb ber Schliesfensche Felbzug?plan " behanbett Graf Max Moittgelas bie Bewcggrünbe, bie Deutfchlanb veranlaßten, im August 1914 in Belgien einzurücken. An Hanb bes vorliegenden Materials zeigt der Verfasser ferner, daß sowohl England wie Frankreich zeitweilig für ben Kriegsfall entschlossen waren, zur Durchführung ihrer Aufmarschplane bie belgische Neutralität nicht zu beachten. Montgelas spricht daher ben Regierungen beiber ßänber bas Recht ab, Deutschland in dieser Beziehung besonders anzuklagen. von dem Jugend führer der Laubacher Ortsgruppe I Hermann Bohn der Hasfia-Treuschwur vorge- | tragen. Hierauf kamen durch Mitglieder der Jugendgruppe zwei Einakter zur Ausführung. Sämtlich« Darbietungen wurden von den Zuhörern mit grobem Beifall ausgenommen. Den Dank des Krieget» und Militärvereins Laubach sprach der Vorsitzende Herrn. Stotz den Mitwirkenden aus. O L a u b a ch 17. Dez. Am DienStagnachmittag ereignete sich beim Holzfällen in den gräflichen Waldungen in der Ääye des Jägerhauses ein schwerer UnglüdÄfalL Der 27jährige W. Boche r aus dem benachbarten Gonterskirchen siel, als er sich vor einem niederstürzenden Baume in Sicherheit bringen wollte so Unglück.ich gegen einen Baumstumpf, das; er sich einen schweren Schädelbruch mit Gehirnblutung zu. Aog. In bedenklichem Zustande wurde er inS Lau. bacher Krankenhaus gebracht. ^Rudingshain, 15. Dez. In unserem Dorfe fand eine vierzehntägige Evangelisa. t i o n statt. Als Redner war Herr B r a a tz aus Berlin erschienen, «amtliche Versammlungen waren gut besucht. V Gedern. 15. Dez. Der Gesangverein „Li ederkranz" veranstaltete am Sonntag zugunsten der Winterhilfe einen Liederabend, der einen wohlgelungenen Berlouf nahm. Zur Ausgestaltung deS Programm- batten sich auch der DHT.-Chor und das Salonorchester des hiesigen MusikvereinS zur Verfügung gestellt. Der 1. Vorsitzende deS Gesangvereins, Anton Hoffmann, dankte allen, die sich um das Zustandekommen des Konzertes verdient gemacht haben. Die Ehöre des ersten Teils des Programms ermahnten die Zuhörer an die Pflicht au steter Hilfsbereitschaft Aum Wohle deS Vaterlandes. 3m weiteren Verlaufe des Abend- fand der vorn VHC.-Chor mit Orchesterbegleitung gesungene Etraußsche Walzer .An der schönen blauen Donau" stärksten Beifall. Die Aufführung muhte wiederholt werden. Sehr gut gefiel auch daS „Raschen" von Mozart, eine Darbietung, die an die Aussührenden in verschiedener Hinsicht hohe Anforderungen stellte und ebenfalls wiederholt werden muhte. Für den Chorleiter des Abend-, Lehrer Hiebei, wie auch für den Derein war da- Konzert ein großer Erfolg. Kreis Lauterbach. Schlitz. 17. Dez. (W2N.) Einen erheblichen Abfchlaa des Milchpreises erlebten dieser Tage die Konsumenten in unserer Stadt. Ein Mol« fereibetrieb von hier gab bekannt, dah er dos Liter Milch frei Haus für 18 Pfennig liefern wolle, und daraufhin ging auch die andere Molkerei mit dem Preis von 23 auf 20 Pfennig pro Liter herab. Die Konsumenten sind damit natürlich zufrieden, wie sie auch einen ansehnlichen Abschlag bei Fleisch- und Wurst waren begrüßten, der von einem außerhalb der Metzgerinnung stehenden Metzger- meister herbeigeführt wurde. Preußen. Kreis Wetzlar. 1 Wetzlar. 16. Dez. Die Wanderbüche- reien in den Acrntern des Kreises Wetzlar erfreuen sich einer starken Benutzung. Nack einer von Der Kreisocrwaltung angefertigten Zusammenstellung der Ergebnisse der Wanderbüchereien im Lesejahr 1930 31 sind in der Zeit vom 1. Juli 1930 bis 30. Juni 1931 von 3215 Lesern 27 723 Bände entliehen worden. Die Zahl der neu angeschafften Bücher beträgt 283. Auch für bas Lefcjahr 1931 32 sind Reuonschaffunaen vorgesehen. Die Frage, ob aus den Bücherstöcken der Wanderbuchereien S t a n d büchercien errichtet werden sollen, wurde bk’bcr noch nicht entschieden. • Krofdorf, 17. Dez. Dieser Tage veranstaltete beArbeiter-Samariter-Kolonne K r o f b o r f c ne.t Vortragsabend mit dem Thema „Die KrebSlrankheiten". SanitätSrat Dr. Seipp schilderte die mutmaßliche Entstehung und zeigte an Hand von statistischem Material WessenKndbinich? Vornan von Ar. Lehne. (Urheberschutz durch L. Ack.rmann, Romanzentrccke Stuttgart.) 32 Fortsetzung Nachdruck verboten Ebba blieb vor Ueberraschung stehen. .Inga, seid ihr euch einig?" rief sie sreudig erschreckt, .ach, ich weih ja, wie sehr Christel dich liebt —w und ich ihn auch, Sbba! Wir haben uns ausgesprochen! Geduld müssen wir allerdings habcni Mama hat alles Mögliche versucht, mich anderen Sinnes zu machen! Doch der Jngasche Trotzkopf gibt nicht nach —" Man sand mit dem Plaudern kein Ende: erst an der Parkmaucr des Schlosse- blieb Sbba, beinahe erschreckt, dah sie so weit mitgegangen, stehen. .Ich muh jetzt umkehren, Inga, Mutter wird auf mich warten! Der Tisch ist zu decken und noch allerlei in der Küche zu helfen —“ Plötzlich übergoß eine flammende Röte ihr Gesicht — Hanno RelnSbagen trat ihr unvermutet in den Weg! Sr hatte das schmiedeiserne Lor in der Parlmauer aufgeschlossen und stand plötzlich vor den beiden jungen Damen. Wie seine blauen Augen doch bet Sbba- Anblick leuchteten! Sie Alltcrte vor ihm wie ein kleine- Schulmädchen, da- Strafe zu erwarten hatte. WaS wollt« er von ihr? Sie war doch fertig mit ihm — ganz fertig! Hanno hatte auf die Schwester gewartet — getrieben von Neugierde, etwas über Sbba zu erfahren! Und da sah er zu seiner sreudigen lieber- raschuna, dah die Geliebte Inga begleitete — hoffentlich würde sie nicht vorzeitig umkehren: da- war seine Befürchtung! Wiederum rechnete er mit der Plauderlust der Mädchen — und er hatte sich nicht getauscht — Sbba kam mit! Mit seinen Blicken verschlang er sie förmlich: über alle Begriffe holdselig war sie — wie der früh« Lenztag heute —! Sie war in ihrer Haltung sicherer geworden! Und doch so frühlingSsrtsch und herbe, dabei voll verhaltener Wärme. Sr gedachte ihrer scheuen und doch so heißen Küsse — Sbba, Sbba! Sein ttetnes. süßes Mädel! In Gedanken gab er ihr alle Kofcworte. Sr überlegte nicht, daß eS doch sehr seltsam war, nach allem eine Begegnung zu suchen, anstatt zu meiden! Und da er gewöhnt war. zu tun, was ihm beliebte, erwartete er die beiden jungen Damen. Und nun stand sie vor ihm, und er brauchte nur die Anne auSzustrecken, um sie an seine Brust zu ziehen. Wie an seligen Tagen, die Wege, die nach dem Stand der heutigen W.ssenschast zur Heilung dieser Krankheiten führen können. Der Vortrag sand viele aufmerksame Zuhörer. 3m kommenden 3ahre finden weitere Vorträge statt. L Lützellinden, 16. Dez. Der Regierungs- Präsident Hot auf Antrag unserer Gemeindevertretung einen Sonderhieb von 1 10Fe st Meter Nutzholz genehmigt. Der Erlös für 40 Fcstrneter des Sonderhtebs soll für die bevorstehende Betriebs- regelung Verwendung finden. Kreis Bicvcrrkopf. J. Waldgirme-, 15.Dez. Die Holzfäl- lung-arbeiten im hiesigen Gemeindewald haben mit vorläufig 70 Wann begonnen. Dreißig davon (Landbesitzer, werden abwechselnd vorerst nur 14 Tage beschäftigt und bann von dreißig anderen abgelöst. Diese bekommen auch keinen baren Lohn aus der Gemeindekasse, sondern der Betrag wird für die diesjährigen und nächstjährigen Zahlungen an die Gemeinde verrechnet. Wegen der schlechten Verkaussaussichten wird in diesem Jahre wenig Nutz-, aber dementsprechend mehr Brennholz geschlagen. Maingau. WSR. Frankfurt O.M., 17.Dez. 3n der St. JosesSkirche bemühte sich am Mittwoch die Chefrau Hermine Renneisen mit einer Leimrute einen Opfer stock zu berauben. 2s gelang ihr, 3,80 Mark daraus zu entnehmen. Di« Frau, deren Ehegatte schon seit längerer Zeit in Hast weilt, wurde sestqenommen und im Schnellverfahren dem Gericht vorgeführt, das sie zu fünf Monaten Gefängnis verurteilte. Interessante Beschlüsse des Ma.nzer Stadtrats. WSR. Mainz, 17. Dez. 3n der gestrigen Sitzung des Mainzer StadtratS wurde die Eingemeindung von Hechtsheim bei Stimmengleichheit abgelehnt. Die von kommunistischer Selle beantragte Auflösung deS StadtratS verfiel mit 27 geaen 12 Stimmen bei 18 Stimmenthaltungen ebcn'allS der Ablehnung. DaS Zentrum hatte beantragt, den HauptunterstützungSemp'ängern, den Kriegsbeschädigten. Hinterbliebenen. Lezial- und Kleinrentnern und den lang'riftigcn Erwerbslosen eine Winterbeihilfe auszazahlen. Der Antrag wurde nach längerer Debatte angenommen. Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 16. D«. Sin Kau'mann aus einem Acchbarcr:, b:r zusammen mt seinem Sch ne ein Handelsgewerbe betrieb, und über des,en Vermögen im vergangenen Jahre da- Konkurs- verfahren eröffnet worden ist, war eines Konkursvergehens beschuldigt, sein Sohn der Beihilfe hierzu, da sie den ihnen als Kaufleuten obliegenden Pflichten nicht nachgekommen waren. Ein Kassabuch fehlte, die übrigen Bücher waren so unordentlich geführt, daß sie keine Heber Hebt über den DermögenSzustand gewährten. Sine Bilanz, die jährlich hätte gezogen Werden müssen. Wurde niemals aufgestellt. Da daS Verschulden des älteren Angeklagten gering war. Wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 2 Wochen verurteilt und ihm unter Einräumung einer dreijährigen BeWährungS'rist bedingter Strafaufschub gewährt. Gegen den jüngeren Angeklagten wurd 7 auf eine Gefängnisstrasevonvier Wochen erkannt. Ein junger Mann, der für eine auswärtige Firma gegen Provision als Reisender tätig war und in der Hauptsache Bestellungen auf Kaffee aufsuchte, hatte einen Bestellschein gefälscht und an seine Firma Weitergegeben, die daraufhin an di« angebliche Bestellerin 5 Pfund Kaffee ab- sandte. Wegen schwerer Urkundenfälschung wurde er zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Mit Rücksicht auf feine Jugend wurde ihm bedingter Etrasau'schub zugebilligt, ihm aber zur Aufgabe gemacht, den entstandenen Schaden binnen eines Monats zu ersetzen und an die Staatskasse eine Buße von 20 Mk. zu zahlen. ©JLtfpont Segelflugzeugbau im Verein für Lustfahrt. Reue Ziele für daS Jahr 1932. Die Segelflugabteilungen des Vereins für Luftfahrt Gießen, die Jungfliegergruppe und die „Akaflieg", haben nach den Erfolgen des letzten Sommers die Werkstattarbeit in verstärktem Maße wieder ausgenommen. Die beiden Gruppen sind Im Besitz von zwei Gleitflugzeugen vom Typ „Zögling" und einem Segelflugzeug vorn Tvp „Prüfling". Die Flugzeuge werden von den Mitgliedern unter der tatkräftigen Unterstützung der Lehrmeister Lebrmund und Schepp von der hiesigen Gewerbeschule in eigener Arbeit hergeste^lt. Die Arbeit an einer Hochleistungsmaschine? dem „Falken", nimmt raschen Fortschritt, so daß man damit rechnen kann, daß zu Beginn des Frühjahrs 1932 bereits langdauernde Segclslüge damit ausgesührt werden können. Vierzehn ^-Prüsun- (gen, 3 Berufungen und 2 0-Prüfungen sind das Ergebnis eifriger fliegerischer Tätigkeit im vergangenen Jahre. Nikolausfeier der Turnerjugend im MTV. Der hiesige Männertumverein vereinigte am gestrigen Abend in der Turnhalle der Oberreal- schule die Schülerinnen und Schüler zu einer Rikolausseier, an der auch viele Eltern teil- nahmen. Es entwickelte sich in der Turnhalle ein lebhafter Betrieb, denn nicht Weniger als 180 Kinder tummelten sich herum und zeigten auf der Bühne, was sie in den Turnstunden gelernt hatten. Rektor Kling, der 1. Sprecher des Vereins, hielt eine kurze Ansprache, in dec er den Eltern dankte für das Vertrauen, das sie dem Verein dadurch beweisen, daß sie die Kinder in die Turnstunden des Mtv. schicken. Cr sprach von den Rotwendigkeiten der körperlichen Kräftigung schon in früher Jugend und dankte schließlich den Riegenführern für die aufopfernde Arbeit, die sie im Lause des Jahres geleistet haben. 3m Anschluß daran zeigten die einzelnen Riegen unter großem Dllsall der Zuschauer Freiübungen, Bodenübungen, Spiele, Hebungen am Pferd, am Darren, an derSchWebekante und die Mädchen zum Schluß schön gestellte eindrucksvolle Pyramiden. Die Kinder gaben sich bei all den Ausführungen redliche Mühe und Waren mit großem Eifer bei der Sache. Eine Anzahl Kinder, die sich durch regelmäßigen Besuch der Turnstunden besonders auSyeichneten, Wurden mit der Ueberreichung einer kleinen DT.- Radel geehrt. Zum Schluß kam dann der Riko- laus, der für jeden Buben und für jedes Mädel eine Tüte mit allerlei 3nhalt mitbrachte. Die Veranstaltung erbrachte den Beweis, daß man im Männertumvercin eifrig bemüht ist, die körperliche Ertüchtigung der Kinder mit verständnisvollen und dem kindlichen Kräftehaushalt angepaßten Methoden zu fördern. Die Riegenführer (die Damen Sander, Dickelhaupt, Hor- in denen sie an nichts als an ihre junge Liebe gedacht —I Und nun War sie getrennt von ihm durch Welten — und um ein Richts! Wog ihre reizende, unschuldige Persönlichkeit gar nichts, Weil sie nicht den Glanz eines hochtönenden Ramens trug? Konnte ein Mensch wie Ebba aber nicht eine ebenso untadelige Repräsentantin seines Ramens, nicht eine ebenso würdige Mutter seiner Kinder werden wie jede andere, deren Herkunft klar vor aller Augen lag? Waren alle Bedenken, alles lieberlegen, alle Standesvorurteile nicht lächerlich. Wenn man sich damit nur fein Glück verscherzt«? Holde-, blühendes Leben stand greifbar vor ihm — und cr sollte sich von alten, verstaubten Gesetzen leiten lassen? Sein junges, heißes Blut, sein gesundes Empfinden empörten sich dagegen, da er daS geliebte Mädchen wledergesehen! Ebba hatte ihre Heberraschung und Befangenheit überwunden. .Lebe wohl. Inga!" sagte sie hastig, sich zum Gehen wendend. .Bekomme ich keine Hand?" fragte Hanno, und da sie ihm nicht antwortete, und ihre Schritte beschleunigte, vertrat er ihr einfach mit seiner großen gewichtigen Persönlichkeit den Weg. .Ehba — nur einen lieben Blick und einen Händedruck!" Ohne weitere- nahm er die kleine feste Mäd- chenyand. .Ebba —!“ Sie zitterte am ganzen Leibe, al- sie plötzlich seine Lippen auf ihrer Hand fühlte und ihren Ramen mit so eigen zärtlicher Betonung nennen hörte. Sie riß sich lo- und lief in größter Verwirrung davon, ohne sich noch einmal umzusehen. Hanno sah Inga an — .ist e- nicht zum Zoll- Werben?" Inga schüttelte den hübschen Kopf. .Rein, Hanno! Ich könnte es eher sagen al- du —I" entgegnete sie mit Betonung — .Du bist ein Mann!" .WaS willst du damit sagen?" daß du dir vollständig flar sein muht, waS du tun Willst! Ebba ganz meiden Wäre das in deinem Fall Gegebene —! Versteh« mich nicht falsch — Ebba ist mir di« liebste Freundin! Meine Ansichten, die frei von Vorurteilen sind, kennst du —I Unruhe darfst du aber nicht wieder In ihr Leben bringen; sie hat zu schwer gelitten! Entweder — oder —" .Wenn ich nun da- .oder" wähle —T* Erstaunt sah sie den Bruder an. .Ach — wenn man Sbba nur sieht — so vergißt man alle-, WaS trennend -Wischen ihr und un» steht!" sagte er hastig und wie sich entschuldigend. .'Du Weißt, ich bube stets zu Edda gehalten! I ch habe sie nicht verleugnet —I" Ingas Worte trafen Hanno; er wurde dunkel rot. .Das darfst du nicht sagen, Inga! 3ch habe es auch nicht getan, und endgültig aufgegeben habe ich Ebba nicht. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen —" 3a. das letzte Wort war nicht gesprochen! Wenn Hanno ahnte, wie tief einschneidend dieses letzte Wort für ihn war —I 19. Der Diener meldete Frau Graf. Mit einiger Reugierde hatte Gräfin Reinshagen dem Besuch entgegengesehen. Wan hatte die Dame schon erwartet. Hoch und stolz stand Angela in dem wundervollen Gmplresalon, den gleich nach der Gräfin auch der Graf, Hanno und Inga betraten. Die schön die Tochter Pfarrer Sturms war! Inga hatte wirklich nicht zuviel gesagt. Mit vollendeter Liebenswürdigkeit, die dennoch eine leise Spur von Dissonanz hatte — von Angela wohl bemerkt und mit heimlichem Lächeln quittiert — begrüßte die Dame deS Hauses den Gast. Man sprach von allerlei Rebensächlichem und kam dann auf das Rächst liegende — auf Angela- Kunst! Wie modulation-fähig dieses wundervolle dunkle Organ der Künstlerin war, die so sesselnd zu erzählen verstand! Inga ließ kein Auge von ihrem belebten Gesicht. Und plötzlich sagte sie aus ihrem Gedankengang heraus: .Sbba Lenz hat sich viel von Ihnen angenommen, gnädige Frau! Ich finde sogar, sie gleicht Ihnen!" Angela lächelte leicht — „meinen Sie, Komtesse?" .Welche törichte Bemerkung. Inga!" tadelt« die Gräfin, .cd ist di« «ine- unreifen DackslscheS!" Sie wandte sich wieder an Angela — „Sie tragen Trauer, gnädige Frau?" .3a, Gräsin, um meinen Mann!" .Er war auch Künstler?" fragte die Gräfin nach einigen bedauernden Worten. .Richt ausübend, Gräfin, dennoch kenne ich niemanden, der mehr Künftler al- er war. Ein hochbegabter Mensch. der sich leider in oft seltsamen Gedankenbahnen bewegte und dabei den Blick und den Sinn für die Wirklichkeit verloren hatte. Er verbuchte sich als Dichter. alS Musiker, als Maler, und zersplitterte so feint besten Kräfte." .Sie waren viel auf Reisen. Wie Ihr Herr Vater sagte —?* .Lange Jahre lebten wir Im Orient, Aegypten, Indien. Sumatra, Japan — überall sind wir geween.s bl|d übic ».50 z, ^•"en-s undHerM •chuhe ’tSOio, Mn Kaders 7 ” e.9 4-*0 3.» 8e$ucher Schuf ^S&tte8 nla^e.'1 Utn -1900. feen. S?s Sn't^fc ÄMÄfÄ hi ln wUS ' 1900er ttn hnce, qu^ " * 415 n (o.i) S^Slann. 1 ®tohen. JA1*«» äJ* M ölige» 7'schaft bekam jcn Spielen nn ^Zwischen der Minden und ^nnsButz, en-Linden statt. MN Troßen- 'ein, daß Sbiel iu teilen, u sein« sberg-tzau. lag». et in der Gau. 1 das letzte «viel undAllendorsl, -l als Lieger her. E M Punkten Lors den Meister. ^irk I, stehen sich hmar, Lodheim- aldginnes gegen- ctshausen-Lollar einander. Sm 3«. iuchMddmli, >ach-2euern gc, nchsen die Mann, aunsbach um den Jen I 4:7 (1:5). >ald nach Deginn ?atte, kamen die m bis zur Paule pause spielte die Vetter überlegen sste sich auch die ürzte aus 3 Tore igendmannschasirn idete mit dem 8r. • Dorlarer stellten ten verdient. Mgeflerti. berg 17:0 (5:0). zwischen SW Sonntag Mm Ml die Stein- ^nsiederMnr- Mch werden un) bekennen. SportbunU MchenKreii- lere^santesles w anheim I. 2lus den 5- A"" akeit, die ihn am ids hielt es chli Seine ohnehin mt j mchr u«to»« etebenS. 34 *" !'S°Ä S S-nuMM ünlllerischenKrck ie Oelientsichken ich liebte iäS ?SfSS“ Ä '2 Lorname .ihn gr°h E-z. f«*S UZÄ •nein Qügen “SÄ"" d-h-n ^ -n dles- Trieb werden die Gegner in stärkster Aufstellung antreten. 3m Vorspiel konnte Vaunheim mit viel Glück Sieger bleiben. Inzwischen hat sich die Spielstarke beider Gegner geändert, so daß man mit grober Spannung dem Ausgang des Spieles entgegensetzen darf. 3n Wieseck stehen sich Wieseck I. und Vieder- Wöllstadt I. gegenüber. Die Gäste stellen eine stabile Mannschaft ins Feld und Wieseck wird alles hergeben müssen, wenn es den Sieg erringen und sich Im Tabellenstand verbessern will. Der Ausgang des Spieles ist offen. Schwalheim I. ist in Heuchelheim $u Gast. Die Spielstarke der Gästeelf hat wesentlich nachgelassen, so daß Heuchelheim auch ohne gröbere Anstrengungen einen sicheren Sieg erringen sollte. In den Spielen um die D e z i r k s m e i st e r - schäft der 2. Dezirksklasse stehen sich Grohen- Linden I. und Allendorf a. d. Lahn I. in Grohen- Linden gegenüber. Hier dürfte es ein spannendes Spiel geben, das die glücklichere Mannschaft als Sieger sehen wird. — Wieseck II. ist in Londorf zu Gast und wird sich auf dem ungewohnten Boden gegen einen gleichwertigen Gegner mächtig anstrengen müssen, wenn die Punkte gesichert werden sollen. Bezirks-Schiedsrichter-Tagung. Am Sonntag treten die Schiedsrichter des Bezirkes zu ihrer Iahrestagung in Gießen zusammen. Vach Entgegennahme des Iahresberich- tes und Beratung des kommenden Iahrespro- grammes finden noch die Wahlen zum Dezirks- schiedsrichter-Ausschuh statt. Kein Solitude kennen 1932? Dachdem das vorjährige Solitude-Rennen mit einem nicht unbeträchtlichen Verlust abschloh und fast alle Gewinne aus den früheren Veranstaltungen verloren gingen, ist jetzt diese Veranstaltung für das Iahr 1932 stark in Frage gestellt. Wenn nicht die Stuttgarter Stadtverwaltung eine erhebliche finanzielle Unterstützung zusagt, was bei der schlechten finanziellen Lage kaum zu erwarten sein dürfte, so muh mit der Absage des nächstjährigen Solitude-Rennens gerechnet werden. Kurze Sportnotizen. Aeben Sonja Henie wird am Wochen- ende im Berliner Sportpalast anläßlich der Eis- Hockehspiele auch der schwedische Olympiasieger im Eisllrnstlaufen, Gillis Grafström, seine Kunst zei- &Im Sommer hatte Grafström offiziell seinen tritt vom aktiven Sport bekanntgegeben und vom König ein Ehrengeschenk erhallen. Er hat, wie schon so oft, seinen Entschluß aber schnell wieder rückgängig gemacht. Deutschlands M e i st er s ch a f t s sch a n- ze, die Himmelsgrund-Sprungschanze bei Ober- schreiberhau, ist nunmehr fertiggestellt. Die eigens für die Deutschen Skimeisterschaften vom 11. bis 15. Februar ausgebaute Schanze befindet sich in 880 Meter Höhe und läßt Sprünge bis zu 60 Meter zu. Unterhalb wurden Tribünen für 2000 Zuschauer errichtet und an den Längsseiten der 250 Meter langen Aufsprungbahn finden weitere 12 000 Zuschauer Platz. Die Himmelsgrund- Schanze zählt danach zu den größten und schönsten Deutschlands. Schach-Ecke. Gearbeitet von W Orbach. Alle für die Vedaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. lind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 309. Don D. Kosek. (Preisgekrönt im Turnier des Tschechoslowakischen 8 6 5 4 3 2 a b ß g h h 8 ? 6 5 4 3 2 vcyacyvundes 192?.) Schwarz. ecket a b c d e Weiß. Weih 4 Steine: Kc4; Db8; Lei: Sd2. Schwarz 5 Steine: Kgl; Lhl; Sg5; Bf4, g2. Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Problem Nr. 310. Don S. Doros und §. Fleck. Weiß 9 Steine: Ka8; Db6; Td2, h4; Lg7, h7; Se2, e4; BaZ. Schwarz 7 Steine: Kbl; Db4; Tal; Lg2; Ba2, a3, c5. Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt. Parlre Nr. 229 Abgelehntes Damengambit. In der nachstehenden im internationalen Turnier zu *3leb, September 1931, gespielten Partie kommt die glänzende Kombinationsgabe des Weltmeisters recht zur Geltung. Weih: Dr. Aljechin. Schwarz: Maroczg (Ungarn). 1. d2-d4 1. d7-d5 2. Sgl — f3 2. Sg8-f6 3. c2 —c4 3. e7-t6 4. Lcl-g5 4. Sb8-d7 5. e2-e3 5. h7-h6 6. Lg5-h4 6. U8-e7 7. Sb! — c3 7. 0-0 8. Tal-cl 8. c7-c6 9. Lfl-d3 9. a7-a6 10. 0-0 10. d5Xc4 11. Ld3Xc4 11. cb-c5 Bei der orthodoxen Verteidigung des Damengambits ist es vor allem notwendig, daß Schwarz au b7—b5 nebst Lc8—b7 gelangt; eS sollte also sofort b5 nebst c5 und Lb7 geschehen. Mit dem folgenden Zuge verhindert der Weltmeister diese zur Konsolidierung des schwarzen Spiels notwendige Fortsetzung. 12. a2-a4! 12. Dd8-a5 13. Ddl-e2 13. c5xd4 14. e3xd4! Der isolierte Mittelbauer erweist sich als sehr stark. 14 ... 14. Sd7-b6 15. Lc4-d3 15 Lc8-d7 Auf Dauerngewinn durch 15. ..., Sxa4 läßt sich hier Schwarz mit Recht nicht ein, denn der Anziehende würoe nach 16. Se4 ein überlegenes Angriffsspiel erlangen. 16. Sf3-e5 16. Tf8-d8 17. f2-f4 17. Ld7-e8 18. Se5-g4 Ein weiteres Dauernopfer im Interesse des Angriffs. 18. . . 18. Td8xd4 Entschieden vorsichtiger war natürlich der Verteidigungszug 18. ..., Sb7—d5. 19 Lh4xf6 20. Sg4xf6+ 21. Sc3-e4 19. Le7xf6 20. g7xf6 21. Ta8-d8 Der Vachziehende erreicht sehr wenig aus der doppelten Besetzung der d-Linie; es sollte hier 21. ..., 15 geschehen. 22 Se4xf64- 22. Kg8-f8 23 Sf6-h7+ 23. Kl8-e7 24. f4-f5! 24. Td8-d6 24. ..., Txd3 hätte nach f6 + die Qualität gekostet. 25 b2 —b4 I Das dritte Dauernopfer lenkt entweder die Dame von dem Punkte e5 oder den Turm ck4 von der Bedrohung des Punktes d3 ab. 25. . . 25. Da5xb4 26. De2-e5 26. Sb6-d7 Denn es drohte Matt durch 27. Df6 + nebst 28. Sf8. 27. De5-h81 27 Td4xd3 Schwarz übersieht den glänzenden Schluß. 28 15-16-1- 28. Ke7-d8 29. Dh8xe8 +1 nebst Matt durch Tc8. Ein brillanter Schluß! Losung deS Problems Ar. 305. Don P. Münch, München. 1. Dd7—dl 1 usw. Lösung des Problems Ar. 306. Don St. Treala, Drünn. 1. Dg4—g7! usw. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom AedaklionStisch. kleine Gefälligkeit. Ein Tenor gibt in einem kleinen schwäbischen Flecken ein Konzert. In seinem Programm kündigt er unter anderem eine Bculade „Der Dorff djmteb* an. Am Mittag vor dem Konzertabend läßt sich ein mächtiger Kerl in Handwerkszeug bei dem Künstler melden. „Ist es wahr, daß Sie heute abend den ,Dorfschmied' singen wollen?" fragt der Befucher. „Jawohl, das stimmt" antwortet der Tenor. „Ausgezeichnet! Ich bin nämlich der Dorfschmied hier persönlich. Es wäre mir lieb, wenn Sie in Ihrem Dortrag durchblicken ließen, daß ich a u ch Autos repariere!" (Lust.Bl.) wer hätte da» gedacht? Der verstorbene englische Dichter G K. Chester- t o n war sehr dick. .Ich trage mein Los und mein Gewicht", sagte er einmal, „in Ruhe und Gelassen- heit. Denken Sie nur, wie galant ich beispielsweise mit Damen sein kann. Viel galanter als Durch- lchnittsmenschen. Neulich zum Beispiel stand ich in Der Straßenbahn auf und konnte meinen Platz gleich drei Damen anbieten." Daten für Freitaa, 1R. Dezember. Sonnenaufgang 8 27 älhr, Sonnenuntergang 16.16 älhr. — Mondaufgang 12.59 Uhr, Mond- unteegang 1.14 Llhr. 1737: der Geigenbauer Antonio Stradivari in Cremona gestorben; — 1783: Carl Maria von Weber in Eutin geboren; — 1844: der Volkswirt Lujo Brentano in Aschaffenburg geboren; — 1923: älmsturz in Griechenland. Eewinnauszug 3. Klasse 38. Preußisch-Südbeustche (264. Preuß.) Slaals-Lollerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar f: einer auf die Lose gleicher Stummer in den beiden Aoicilungen I und II 1. Ziehungstag 16. Dezember 1931 In der heutigen Vormittagszlehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen . 8 Ottolnne «u 2000 QU 184737 259938 306720 332087 20 «ttolnnt 1000 43678 111816 122528 127531 135842 176757 230650 231492 293949 376098 48 öetofnne jn 800 M. 3440 32017 39085 43946 45280 53431 94018 115924 143436 179504 194333 201608 217751 223317 236933 256879 253822 268350 285331 290247 305741 313325 335183 355617 46 I’er.rne 'N 500 M. 12334 62733 68697 68838 82514 85612 105264 116859 120393 146398 154422 159209 187638 197125 251452 269024 288260 297335 333192 346540 374194 392784 399950 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Srwinoe ju 50000 M. 339259 6 (Beminnt ju 5000 Dl. 129316 397093 310361 6 ®twlnn< iu 3000 M. 72012 150211 3222">9 10 Gewinne »u 2000 M. 40737 205499 334464 384879 389842 36 Gewinne »o 1000 OT. 85713 69184 89755 104880 119123 139578 142945 162328 168526 189551 191751 193165 207257 219Z63 236049 289928 307731 335150 20 Gewinn. 800 Dl. 11458 23415 39904 82299 126796 223205 333609 334180 356221 333278 46 Gewinn» ,u 500 Dl. 11068 28461 31080 51879 102453 126881 133413 134930 142763 174233 174363 175323 185470 218508 227624 242449 250814 288994 292450 305657 303772 353439 381014 IHR GESCHENK KAFFEE HAG-WEIHMACHTSDOSEN sind stets ein willkommenes Geschenk. 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Singen... • Mainz.... Oppenheim. ffiorms. Sö<Ä’ polieren •putzen Aluminium — trocken- Freitag, 18. Dezember 1951 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Ur. 296 Drittes Blatt "a 'M Amts- üreifes. tinbe darauf 3 und Kosten w '■ ^.Wgelbrr bienMi^n als von DOI: eines Bürger: Bürgermeister rQnllQltun9s, W •öglid), ^ngen des "">de Wirtschaft nicht Brief Meld Berlin, 17. ’Zlei.embcr Lombardzinsfuß 8 v. h. Der sehr ■Jlmerilanudie Noten Belgische Noten......... Dänische Noten ... Englische Noten......... .französische Note« Holländische Note« ....... Italienische Noten........ Norwegische Noten Deutsch-Oesterreich, 1 100 Schilling Rnmänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten. ........ Spanische Noten......... Ungarische Noten Reichsbankdiskont 7• v. h.» Die gestrigen Devisenmärkte kaum verändert. An den internationalen Devisenmärkten hat sich das englische Pfund gestern morgen wieder etwas befestigt: es zog auf 3,4672 gegen den Dollar an. Gegen Mittag gab es aber wieder auf 3,447s, später auf 3,457g nach. Gegen den Gulden stellte es sich auf 8,62, gegen Paris auf 87,87, gegen Zürich auf 17,70 und gegen die Reichsmark auf 14,56. Der Dollar war eher etwas leichter, die Reichsmark konnte sich knapp behaupten. In Amsterdam notierte die Mark 59,15, in Zürich 121,50 und in Paris 6037z- Der holländische Gulden hat sich eine Kleinigkeit befestigen können. Aus Amsterdam sind vorgestern von Privatbankseite geringe Mengen Gold nach Paris verschifft worden, und auch die Riederländische Dank hat Gold abgeben müssen. Der französische Frank ist wieder unter 59 Gulden zurückgegangen. Die Rorddevisen löge mb in Gang. Das Geschäft, das schon in kn letzten Tagen kleiner geworden war, läßt an- scheinend vor den Feiertagen immer weiter nach, itnal es an besonderen Anregungen fehlt. Die Worbenden finanzpolitischen Der- Handlungen finden aber auf Grund der bisher vorliegenden Meldungen keine un - sie endliche Beurteilung. Das dauernd schwache Reuyork hat anderseits bei der Spekulation weitere Befürchtungen ausgelöst und die Äasmerksamkeit auf die wirtschaftliche Situation •ed> in den außerdeutschen Ländern gelenkt. Man rttweist darauf, daß die Wirtschaftskrise, unter Lc die Welt leidet, augenblicklich in den Zahlungsbilanzen aller Länder zum Ausdruck kommt. Auch als beim Einsetzen des Verkehrs verschie- DnÜich Ware herauslam, wobei man erneut von '2u slandabgaben und Exekutionen lpa_ch, konnten sich die gestrigen Rachmittagskurse m;iil behaupten, und es traten auf allen Markt- fltbieteft Kursrückgänge von 1 bis 2 Proz. eh. Bankaktien lagen, mit Ausnahme der Reichs- tcnlanteile, die etwa 1 Proz. verloren, relativ gtl behauptet. Am Schiffahrtsmarlt gaben Rord- «utischer Lloyd etwas stärker nach, am Elektro- ourlt verloren Siemens etwa 2 bis 3 Proz., Salz- LüWrth gingen ebenfalls um 2 Proz. zurück, und 8m Spezialwerten verloren Aku etwa 1,5 Proz. aib Berliner Licht L Kraft etwa 2 Proz. Der Slontanmartt war ziemlich gut behauptet. Man- 1er Landwirtschaft ihren Verpflichtungen nach kommen können. Berlin zögert. verlin, 18.Dez. (WTB. Funkspruch.) mutige telephonische Freiverkehr kam nur / Garantieübernahme der hessischen Jlrflierung für d i c Girozentrale. Durch Zuordnung des hessischen Gesamtministeriums vom N Dezember wird die Regierung ermächtigt, gegenüber der Reichsregierung und der Akzept- und Kreditbank AG., Berlin, die Gewähr dafür zu Lternehmen, daß der genannten Bank kein Aus- jal aus dem Kredit entsteht, der dem Deutschen Barkassen- und Giroverband für die hessischen Sparkassen und der Landeskommunalbank (Girozentrale für Hessen) zur Verfügung gestellt ist und H)ir&. ' Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik, Düsseldorf. In der gestrigen Aufsichtsratssihung wurde die Bilanz uni) die Gewinn- und Verlustrechnung für das um 30. Juni 1931 abgelaufene Geschäftsjahr vor- gelegt. Diese Bilanz und Gewinn- und Verlust» rcchnung gestattet nach angemessenen Abschrei» Jungen (im Vorjahre 4,08 Millionen Mark) die -Iusschüttung einer bescheidenen Dividende. In Anbetracht der unsicheren wirtschaftlichen Verhältnisse hat der Aussichtsrat beschlossen, die endgültige Entscheidung über die Gewinnausschüttung um zwei bis drei Monate zu vertagen (im Vorjahre 7 Prozent Dividende). * Hanom a.g, Hannover-Linden. In ler gestrigen Aufsichtsratssihung der Hannover- 16cn Maschinenbau AG., vormals Egestorfs (Ha- iwntag), Hannover-Linden, muhte der Beschluß geiaht werden, die Eröffnung des gerichtlichen Vergleichsverfahren zu beantragen. Während Be- fchäftigung und Ergebnis im ersten Halbjahr einigermaßen befriedigend waren, ist noch den Juli - Ereignissen eine derartige Geschäfts- Schrumpfung eingetreten, dah der jetzige Absatz iamn ein Drittel erreicht. Hierdurch ist die notwendige und erhoffte Verringerung der Läger unmöglich gemacht, was eine starke Verknappung ber Geldmittel xur Folge hatte. Verschärft hat sich die Lage dadurch, daß das Geschäft für einen Tiidjt unwesentlichen Teil der Erzeugnisse auf landwirtschaftliche Abnehmerkreise angewiesen ist, bic infolge der bekannten trostlosen Verhältnisse nesmann waren sogar um etwa 2 Proz. befestigt. Festverzinsliche Werte hatten ruhiges Geschah bei behaupteter Tendenz. Reichsanleihen zogen etwas an, Reichsbahnvorzugsaltien waren gefragt, Farbenbonds gaben dagegen um etwa 0,5 Proz. nach. Die Spanne zu den Aktien hat sich inzwischen jedoch weiter auf etwa 1 Proz. verringert. Die 8proz. Goldpfandbriese gaben durchschnittlich um etwa 1 Proz. nach, aber auch die 7proz. neigten zur Schwäche. Frankfurt sehr still. Frankfurt a. 1, 17. Dez. Im telephonischen Freiverkehr von Bureau zu Bureau war das Geschäft heute allgemein sehr st ill. Die Stimmung war gegenüber der plötzlichen Erholung im gestrigen Abendverkehr wieder überwiegend schwächer, zumal Anregungen besonderer Art nicht Vorlagen. Im Gegenteil, man verwies auf den sehr schwachen Schluß der Reuyorker Börse und auf das abermals herauskommende Angebot in Farbenoktien, die sich um etwa 2,5 bis 3 Prozent gegen gestern abend senkten. Die übrigen Werte nannte man ungefähr auf Vortagsniveau. In den frühen Vormittagsstunden machten sich am Rentenmarkt Ansätze zu einer Befestigung bemerkbar, doch kam später reichlicher Material heraus, wobei man Exekutionen vermutete: da im Gegensatz zu den vorhergehenden Tagen heute so gut wie keine Ausnah m e lust bestand, traten bei Gold- und Liquidationspfandbriefen Abschwächungen um 1 bis 1,5 Prozent ein. Für kommunale Anleihen bestand kaum Interesse, Städte-Anleihen und Industrie-Obligationen lagen vollkommen geschä°tslos. Verhältnismäßig feste Tendenz hatten dagegen Rcichs- altbefih und Reichsbahn-Vorzugsaktien; letztere gewannen etwa 1,5 Prozent. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 6,5 Prozent unverändert. DevisenmorkI Berlin — Frankfurt a. ZIL Senkung der Eisenpreise. Düsseldorf, 17. Dez. (WTB.) Die Hauptversammlung des Roheisenverbandes beschloß, die Preise für d i e einzelnen Roheisen» ftrten ab 16. Dezember um 9 bis 10 Mk. je Sinne zu senken. Die Konsumtionsüberpreise bürden durchweg um 10 Prozent ermäßigt. Die Verkaufsverbände der Deutschen Roh - ft'ahlgemeinschaft haben heute durch Festigung neuer Grundpreise einen Abbau der Eise npr eise beschlossen, der rückwirkend o) 1. Dezember 1931 in Kraft tritt. Die Itzherigen Lieberpreise werden um 10 Prozent hnabgesetzt, ebenso die Walzdrahtpreise. Es wird di rauf hingewiesen, daß der Formeisenpreis nunmehr unter Vorkriegspreis, der Stabeisenpreis annähernd auf dem durchschnittlichen Vorkriegspreis lügt. 17.Dezember 18. Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Mein 2 riet Geld Srie' Helsingsorß . 5,994 6,006 5,944 5,956 Wien.... 49,95 50,05 49,95 50,05 Prag . . . 12,47 12,49 12,47 12.49 Budapest. . 64,93 65,07 64,93 65,07 Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,33 169,67 169.43 169,77 Oslo.... 78,17 78,33 77,17 77,33 Kopenhagen. 78,02 78,18 78,52 78,68 Stockholm . 80,42 80,58 78,82 78,98 London. . . 14,49 14,53 14,20 14,24 Buenos Aires 1,058 1,062 1,068 1,072 Neunori . 4,209 4,217 4,209 4.217 Brüsjel. . . 58,56 56,68 58,54 58,66 Italien. . . 21,48 21,52 21,23 21,27 Daris . . . 16,51 16.55 16,52 16,56 Schweiz . . 81,97 32,13 82,02 82,18 Spanien . . 35,86 35,94 35,81 35.89 Danzig. . . 82,12 82,28 82,12 82,28 Japan . . . —— — —— — Rio Df Jan.. 0,249 0,251 0,249 0,251 Jugoslawien. 7.393 7,407 7,393 7,407 Lissabon . . 13,19 13,21 Banknoten 12,99 13,01 4,20 4,22 58,40 58,64 79,84 80,16 14,45 14.51 16,47 16.53 168,96 169.64 21,41 21.49 77,99 78,31 2,48 2,50 80.24 80,56 81,79 82,11 35,73 35,87 ifl&iminium isft venftufaen, faeSacfen imüen putzen! bum faken miteinem irtefenen weiefien ‘juefi narftäßen! A15Q/J1 r. waren unverändert, die Südamerikaner behaupteten sich. Am Rachmiltag war das Geschäft sehr ruhig, und es ergaben sich im allgemeinen nur ganz geringfügige Veränderungen. Das englische Pfund stellte sich auf 3,45 gegen den Dollar. 8,60 gegen den Gulden, 877s gegen Paris, 17,667t- gegen Zürich und 14,5772 gegen die Reichsmark. Der Dollar lag schwächer, in Amsterdam ging er auf 24878 zurück. Die Reichsmark tendierte ebenfalls etwas leichter, in Zürich ging sie auf 121,15, in Amsterdam auf 58,82*/o und in Reuyork auf 23,72 zurück. Der holländische Gulden hat sich weiter befestigt, doch sind auch gestern wieder Goldverschiffungen von Amsterdam nach Paris vorgenommen worden. Die Rorddevisen und die Südamerikaner behaupteten sich. Schweinemarkt in Friedberg. WSN. Friedberg, 17. Dez. Auf dem gestrigen Schweinemarkt wurden bezahlt für 6 Wochen alte Tiere 10 bis 12 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 12 bis 15 Mark, 8 bis 12 Wochen alt 15 bis 25 Mark. Bei lebhaftem Geschäft wurde die ganze Anfuhr von 435 Ferkeln verkauft. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 17. Dez. Zum heutigen Schweinemarkt waren 302 Ferkel ausgetrieben. Es wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen 9—12 Mk., von 6—8 Wochen 12—14 Mk., von 8—13 Wochen 14—17 Mk. Der Markt war gut. es blieb geringer Lieberstand. Daten für Samstag, 19. Dezember. Sonnenaufgang 8.27 Llhr, Sonnenuntergang 16.16 Llhr. — Mondaufgang 13.09 Llhr, Monduntergang 2.23 Llhr. 1594: Gustav Adolf von Schweden in Stockholm geboren: — 1741: der Rordpolforscher Vitus Bering auf der Beringinsel gestorben. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Har. 16 bis 17 Uhr. Samslag nachmittag geschlossen. Anzei :ena fträge sind lediglich an die Geschäfts sl eile zu richten. I Für unverlangt eingesandte Manuskripte । ohne jeigefügtes Rückporto wird keine Gewähr I übernommen. Mcher unter dem Weihnachtsbaum. — Hans Spethmann: Der Ruhrkampf 1923 bis 1925 in Bildern. Fünfter Band des Werkes „Zwölf Jahre Ruhrbergbau". 544 Seiten mit 509 Bildern, darunter 5 mehrseitige Tafeln und 4 Original-Rotgeldscheine aus dem Ruhrkampfgebict. Preis in Ganzleinen gebunden 18 Mark, Subskriptionspreis 16 Mark. Verlag von Reimar Hobbing in Berlin 8^ 61. — (498.). — Der Schlußband des Werkes von Dr. Spethmann „Zwölf Jahre Ruhrbergbau", stellt den Ruhrkampf in Bildern dar. In über 500 photographischen Originalaufnahmen wird hier in einem unvergleichlichen Dolumenten- material gezeigt, wie es während des Ruhrkampfes auf deutschem Boden hergegangen ist. Wir sehen die französischen Truppen einmarschieren, lernen ihre militärische Ausrüstung, ihre Ausbildung, ihre Paraden und Demonstrationen kennen und auch ihr Verhalten außerhalb des Dienstes bis zum Abmarsch Ende Juli 1925. Dann folgen Aufnahmen, die die Vertreibung der Polizei darstellen und namentlich den Kampf um die Eisenbahn. Das Hausen der Besatzungsmächte in den Schulen, ihr Vernich- tungswille auf Zechen und Eisenwerken, wie an zahlreichen anderen Stätten wird von vielen weiteren Bildern belegt. Don Besetzungen und Absperrungen erzählen andere Photographien. Besonders ergreifend sind jene, die von Verhaftungen, Verurteilungen und Einkerkerungen berichten und die uns Tote als Opfer der Einbruchsmächte vorführen. Auch Unerfreuliches auf deutscher Seite wird nicht verschwiegen, namentlich gewinnt man einen Einblick in das Vorgehen separatistischer Elemente. Die französische Propaganda mit all ihrem Raffinement zeigt sich in Flugblättern und Verordnungen gegen die deutsche Regierung und gegen den passiven Widerstand, gegen Wirtschaftsführung u. Arbeitertum und auch gegen die deutsche Reichseisenbahn. Ebenso wird d i e deutsche Gegenpropaganda behandelt, die jederzeit französischen Zugriffen ausgesetzt war. Mit einer Sammlung von Ruhrkampfliedern und der Beifügung von Originalnotaeldscheinen aus dem Ruhrkampsgeb et schließt der Brr d Das Werk führt besser als Worte es vermögen, noch einmal den Ruhrkampf allen jenen, die ihn an Ort und Stelle durchgemacht haben, vor Augen, und denen, die ihn nur vom Hörensagen kennen, wird er zum Erlebnis. Der Band bildet ein in sich abgeschlossenes Ganzes und kann ohne die anderen Bände des Spethmannschen Werkes brzogen werden. ergänzt dieses hervorragende und einzigartige Standardwerk i er modernen deu.fchen Wirtschaftsgeschichte auf das glücklichste. — August Gailit: Rippernaht und d i e Jahreszeiten. Roman. 246 Seiten 8°. Brosch. 3,50 Mk., Ganzleinen 5 Mk. Propyläen- Verlag, Berlin. — (493) — Ein fremder Rame taucht auf: August Gailit, ein in seiner estnischen Heimat sehr geschätzter Dichter. Toomas Rippernaht, ein unsteter Vagant, ein heiterer, herzlicher Mensch, wandert durch Estland, treibt sich am Strom bei den Flößern herum, im Wald bei den Holzfällern: hier verdingt er sich auf Bauernhöfen als Knecht, dort spielt er auf einer Hochzeitsfeier den frommen Küster oder macht sich auf dem Gutshofe als „lieber Verwandter" zu schaffen. Wohin er kommt, treibt er seine Eulenspiegeleien, verbreitet Llnruhe und stiftet zum Schluß dych Gutes. Ein romantischer Landstreicher ist er, der schließlich immer selbst verzichtet und im rechten Augenblick seinen Hals aus der selbstgeknüpften Schlinge zieht. Eigenartig lebt um Rippernaht das Volk, dessen Mädchen er liebt und dessen Freuden und Leiden er teilt: der abergläubische Kudisiern, der atm bleibt, weil ihm der „Hausschrat" fehlt, der geldgierige Wald- bauer, der, solange man von ihm hört, auf dem Totenbett liegt, seine dummen Söhne, die sich beschwatzen lassen, statt Haus und Hof zu bewirtschaften, auf den Jahrmärkten umherzuziehen, ein sauffreudiger Wirt und seine Magd Marianne, der neugierige Fährmann David Joonas und Mutter Kadri, die Gutsherrin mit dem schlechten Ruf und dem starken Herzen. — Insel-Almanach 1932. (Insel Verlag Leipzig.) — (417.) — „Es gibt Zeiten, in welchen Männer von großartiger Erfahrung, unerschütterlich gesunder Vernunft und einer über allen Zweifel erhabenen Reinheit der Gesinnung schon durch ihr bloßes Dasein erhaltend und bekräftigend wirken": mit diesen Worten Schellings beginnt der Insel-Verlag seinen Almanach für das kommende Jahr, das ganz im Zeichen Goethes stehen wird. Der Insel-Verlag hat durch jahrelange Veröffentlichungen von und über Goethe in allen Schichten gewirkt, es darf, von allem anderen abgesehen. an den „Volks-Goethe" Erich Schmidts erinnert werden, und daran, daß der Inhaber des Insel-Verlags eine der umfangreichsten Goethe-Sammlungen besitzt, deren Inhalt durch die „Jahrbücher der Sammlung Koppenberg" allmählich der Oefsent ichkcit mitgeteilt wird. Auf über 200 Seiten spricht hier Goethe zu uns. durch Ausschnitte aus seinen Werken. die chronologisch geordnet sind, wobei man offenbar bedacht war, Unbekanntes und Verstecktes auszuwählen und die unendliche Vielseitigkeit Goethes auf allen Gebieten zu erweisen. Damit aber in dieser Flucht der dichterischen und menschlichen Entwicklung die ruhenden Pole nicht fehlen, sind diesem Entwicklungsgang Abhandlungen Der Goethe eingelegt, die beleuchten sollen, an welcher Stelle Goethe sich damals befunden hat. So steht am Beginn Gundolss „Goethes Kindheit' und am Ende „Goethes Tod" von Max Hecker. Dazwischen schreibt Kühnemann über „Goethe und die Ratur", Eduard Spranger über „Goethe und der Wandel der Zeit", es folgen Abhandlungen über den „Diwan" und über Goethes Raturwissenschaft. Lleberaus dankenswert sind die Goetheschen Hand- zeichnungen und Faksimiles, die mit einer Slamm- bucheintragung des Fünfzehnjährigen beginnen und mit den Schlußworten des zweiten Faust enden. Wer sich mit diesem kleinen Führer zu Goethe einige Stunden wirtlich beschäftigt, wird sagen können, daß er wesentliches von dieser Persönlichkeit erfahren habe. |f|’ ‘'mif häb/fhen Gbemis,. . vi (HtkMlmM-'Wä’ In allen Preislagen Emmentlier Seltersweg 49 Nehmen Si wasenen, npuien, Reinigen Henkel’s© .».MW ncue proKtisehe Streusieb Verschluß. Henkers Putz-und Scheuerpulver putzt und scheuert alles. Die oroBe Weihnachts-Ueberraschung bei Howack Konfektion Stoffe Meter Meter 39.50 . 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