T erlittet t6ghd),«i8ci Sowataqt anb Feiertag» Beilagen Die 3Du|tnert« Clefetnei ^am dien bl Atta 6«imal im Bild Die Scholle IRonatS'Beiegspret«: 2.20 Reid)»maih unb 30 Neichspfennig für Trüge» lohn, auch bei Nutzter» scheinen etnjelnerlhimmeni infolge höhere, Gewalt, zernfvrechanfchlllße a»t»rSammelnummer2251 ln|d)rih für Drahtnach- richten Snjetger flefce*. Potfdtetftonto: $raeffnn am Main 1168« Hr 191 Erster Blatt 18t Jahrgang Dienstag, 18. August 1951 CII. < 74 v * ■■ . Ä liefet m Mnjelaei Gietzener Anzeiger W General-Anzeiger für Oberhessen MW Anzeigenteil Max Filter Oni< enöDtrlog: Brüt)IW UitDtrttiu.Bnd). tmö Sttti6ni . - 1,1--------------_■ 1 11111 Wettervoraussage. Obwohl die Nordseestörung langsam ihren Weg nach Dänemark und Skandinavien nimmt, ist auf dem heutigen Wetterkartenbild keineswegs der Uebergang zu beständigerem Wetter zu ersehen. Immer noch behalten ozeanische Luftmassen die Vorherrschaft die teils aus nördlicheren, teils aus südlicheren Breiten vordringen und somit in ihrem Wechsel auch Temperaturen, und Witterungscharakter bestimmen. Infolgedessen sind in unserem Gebiet weiterhin vereinzelte Niederschläge zu erwarten, und außerdem ist die Möglichkeit zu Gewitterstörungen vorhanden. Wohl lichtet sich zeitweise die Wolken- decke, und Aufheiterung setzt ein, was aber noch keineswegs auf Besserung von Dauer hindeutet. Eine wesentliche Aenderung der Durchs chnittstemperatur- werte dürfte nicht stattfinden, wenn auch leichtere Schwankungen eintreten. Vorhersage für Mittwoch: Wolkige- Wetter mit vorübergehender Aufheiterung, mild, einzeln« Riederschläge oder Gewitterstörungen. SerZahresbencht her öffentlichen Venissberainng meisten männlichen DcrufSwünsche. 129. bezogen sich auf bad Metallgewerbe. atebann folgten bi« kaufmänn.schen Dorus« einschließlich Bureau mit 118, bas Rahrungs- unb Genußmittelgewerbe mit 60. D e 6 begehrtesten weiblichen Berufe waren: Schneiderin 75, Dureauangeftellt« 62, Derkau- fcr.n 58. Hausgehilfin (ftäbt.) 39. Kranlenpsleger n 9. Friseurin 6. 241 Ratsuchende - 22 o. h. (130 männliche, 111 weibliches hallen keinen beslimmlen Verns»- wünsch und überliehen e» von vornherein der verussberalung. irgend passend« verusroor- schlüge ja machen. Gin kaum kleinerer Prozenüay Ratsuchender mit labilen Dcrusswünlchcn dürste erfahrungsgemäß diesen Unentschlossenen noch hinzugezählt werden. . An alle 2323 in unserem Bezirk zur VvlkS- schulentlassung gekommenen Knaben und Mädchen wurden wiederum illustrierte „Merkblätter" sür die Berufswahl und zum Schulfle.h ausfordernd«, ebenfalls illustrierte ..Mahnzettel" zur Verteilung gebracht und in den Oberklassen der höheren Lehranstalten „Aufklärungsblätter sür akademische Deruse". 3n den Sntlaßklassen höherer Lehranstalten und größerer Volksschulen Helten die Fachkräfte der Berufsberatung 37 berufskundliche Unterrichtsstunden ab. Der weiteren Berussaufklärung dienten 6 in Gießen veranstaltete berufskund- lich e Vortragsabend«, an denen Fachvertreter über 20 verschiedene männliche und weibliche Berufe sprachen. 3n Friedberg und Alsfeld liehen wir den berUsSkunblichen 8ihn „Don der Schulbank zur Werkstatt"' vor etwa 700 Schulkindern kostenlos zur Vorführung drin- gen. Reben den regelmäßigen Monatsberichten in der Press« wurden des öfteren Artikel über die Berufswahl und die Praxis der Berufsberatung verÄfentlicht: auch einig« Vorträge des Berufsberaters und der Berufsberaterin dienten der Aufklärung über Berufswahl und Berufsberatung. Während der Derichtszeit fanden zwei Sitzungen mit dem vom Gießener StadtschulkreiS gewählten Lehrerbeirat statt. Sämtlich« 400 Schulvorstände und Rektoren unseres Bezirkes erhielten di« „Mitteilungen an die Lehrerschaft", in denen vor allem auch über die Zusammenarbeit von Schule und Verufrberatung berichtet wird, di« als sehr gut bezeichnet werden kann. Gegenüber dem Vorjahr« kamen aus den Volksschulen 250 Kinder weniger zur Snt- lassung. die Beratungen dagegen haben sich um über 300. die Ratsuchenden um rund 100 ver- mehre, während sich die Dermittlungstätigkeit trotz deS bedeutend schlechter gewordenen Lehr- stettenmarlles so ziemlich auf gleicher Höhe hielt. Die Berufsberatung wird nicht immer nur einer Lehrstelle wegen ausgesucht: sehr häufig wird eine solche gar nicht verlangt, sondern nur Aufklärung über Derufssragen gewünscht. Die Berufsberatungsabtetlungbes Arbeitsamts Gießen wurde tm zweiten Berichtsjahr vom 1 Juli 1930 bis 30. 3imi 1931 von 1096Ratsuchend«nl6Sl männlichen. 405 weiblichen» 2489 mal in Anspruch genommen, davon entfallen 1393 Beratungen aus 83o männliche und 558 weibliche wiederholte Besuche. 224 Ratsuchend« (143 männlich«. S1 weibliche) hatten höhere, di« übrigen Dolksschullnldung Unter kn Ratsuchenden waren 75 Abiturienten und 2 Abiturientinnen 33 Knaben und Mädchen standen unter Aufsicht der Jugendfürsorge. 219 (143 mann- lich? 76 weibliche) wurden einer psychologisch« n Eignungsprüfung unterzogen und 62 (44 männliche. 18 weibliche» auf ihre ge- fundheitUche Derufseignung einer besonderen ärztlichen Untersuchung Für den Berufs- nachwuchs im Buchdrurfgew«rbe haben wir auf Wunsch besonder« GignungSprü- t ungen durchg«sührt. An Arbeitgeber wurden hinsichtlich voraussichtlicher DerusSeignung einzustellender Lehrling« und an Behörden zwecks Gewährung von Grziehungsbeihllsen 53 schriftliche Gutachten hinauSgegeden. außerdem 139 schriftliche Auskünfte über Derufssragen erteilt, die in der obengenannten Deratungszahl nicht inbegriffen sind. Zur Anmeldung kamen 357 offene Lehrstellen (283 für Knaben. 74 für Mädchen), von denen 259 «4 72,5 Prozent (204 für Knaben. 55 für Mädchen) durch untere Vermittlung besetzt werden konnten. Di« schlechten WirtlchaslSverhältmsfe haben, wie überall in Deutschland, auch in unserem ArbeitS- amtsbezirk den Lehrstellenmarkt un- iünfttfl beeinflußt. 3nsolge andauernden rbeitsmanaels sind fre:werbend« LehZtellen überhaupt nicht mehr besetzt, nach Atuneldung derselben nicht selten wieder zurückgezogen oder viel zu lange zurückgehallen worden, was die richtig« DerussauSlel« (manche Gltern und Jugendliche lebten geradezu in einer Angstpsychose, keine Lehrstelle mehr zu erhalten) und Unterbringung der Schulabgänger schwerer als sonst mach'e. Rund ein Drittel der gesamten Dera tun gS- und DermittlungStätiLsteit entfällt auf di« Rebenstellensprechstunden m Friedberg, Alsfeld. Düdingen. Schotten und Lauterbach, die von 421 Ratluchenden (275 männlichen. 145 weiblichen) 826mal ausgesucht, und von denen 61 Knaben, sowie 7 Mädchen in Lehrstellen vermittelt wurden. D'.e 691 männlichen Ratsuchenden äußerten 97. die 405 weiblichen 32 verschiedene Berufs» wünsche. 3n der auch verhältnismäßig geringeren Streuung der weiblichen BerufSwünsche fommt die geringere Zahl weiblicher BerusS- mög.'.chkciten zum Ausdruck. Di« 10 begehrtesten männlichen Deruse waren (di« Zahl gibt die Häuf gleit des gle chen D«russwunschcs an): Kaufmann 78. Dürfet 36. Autoschlosser 34. Maschinen- und Baufchlolier 30, Maler und Weißbinder 29. Dureauangestellter 24, Schuhmacher 24. Elektro- 3nfta(Iateur 22. Friseur 21, Gärtner 19. Die gelegt, um die dort verkehrenden, stark besetzten Rachtschnellzüge zum Gnigleisen zu bringen. Sin die Stell« passierender Gilgüter^ug zertrümmerte eine Schwelle und schob eine andere zur Seite. Der Lokomotivführer erstattete Meldung, worauf die Strecke abgesucht wurde. Dabei wurde auf dem GegengleiS ebenfalls eine Schwelle gefunden. Di« Verbrecher beabsichtigten zweifellos, den Absturz deS ZugeS über die Brürf« her- heizufühven. Die Behörden fahnden auf die Täter. 3m Monlblancgebiet tödlich verunglückt. Bei Besteigung des Aiguille b’ Slrgcntitre im Montblanc-Gebiet mußten drei schweizerische Touristen in 3500 Meter Höhe biwackicren. Ein Tourist, (Rabat Basel, ist dabei erfroren. Während des Abstiegs der Ueberlebenden stürzte der 32jährige Kaufmann Wettstein aus Zürich tödlich ab. Der dritte Tourist konnte das Tal erreichen und die Bergung seiner Kameraden organisieren. Sieben Tode»opser eine» Malorbootunglürfs. Auf dem Z ü r i ch s e e ereignete sich bei Küßnacht ein schweres Motorbootungück, das sieben Tote forderte. Ein Arbeitcrradfahreroerein war mit mehreren Motorbooten auf den See hinausgefahren. Bei dem hohen Wellengang füllte sich ein Doot mit Wasser und s ch l u g u m. Sieben Personen, die des Schwimmens unkundig waren, ertranken, während vier gerettet wurden. Aus der provinzialbaupistadl. Gießen, den 18.August 1931. Lebenssphären. Letzthin besucht« ich «in Kinderheim. GS ist eine bekannt« Heimstatt für junge Menschenkinder, aber noch lange nicht so bekannt, wie sie es verdient. Verdient vor allem hat sie Förderung. Unterstützung. Mit manchem leichtsinnig zum Fenster hinauSgeworfenc-n Geld« — auch das gibt «S noch in unserer Rotzeit — wäre ihm gedient, könnte «S eine noch größere Wirksamkeit entfalten. Sv. wie cs jetzt ist, muß eS sich in vieler Hinsicht einschränken. Dies« Einschränkung aber betrifft das Heim, feine Einrichtung, feine Äußerlichkeit betrifft auch die Pfleger und Pflegerinnen, nicht aber die Kinder. Für fie wird, wenn sie schon einmal dem Heim anvertraut sind, alles getan, was zu ihrem Gedeihen notwendig ist. Stünden mehr Mittel zur Verfügung, formten mehr Kinder verpflegt werden, und es gibt gewiß noch manches jugendliche Menschenkind, das in einem solchen Herrn besser aufgehoben wär« als dort, wo es sich jetzt befindet. Davon aber. waS es bedeutet, diese fremden Kinder zu pflegen, hat man meist nicht die richtige Vorstellung. Ein« Mutter weiß es vielleicht, die um das Wohl ihres eigenen Kindes besorgt ist. Ihre Pflege aber fließt aus den natürlichen und unerschöpflichen Quellen der Mutterliebe. Hier ist Aufopferung unb Hingabe an die Pfleg« eine Selbstverständlichkeit. Dort aber, wo fremde Kinder betreut werden, liegt «S doch wohl etwas anders. Es gehört ein großes Maß von Selbstaufopferung und Hingabe, von natürlicher Liebe »um jungen Menschen dazu, sich mit einer Schar fremder Kinder au umgeben und sie zu betreuen. Wieviel Geduld ist notig, wieviel unablässige Bereitschaft, zu helfen, zu dienen: 3n jeder Racht- stunde bereit, wenn sich Krankheit einstellt. Und bei Tag stets zur Stell« mit dem richtigen Worte, das ebenso Strenge wie Liebe anwendet zur Erziehung. Wenn man dann noch berücksichtigt, daß all diese verantwortungsvolle und hingebungSreiche Arbeit im Dienst« der jungen Generation nur gegen geringes Entgelt geleistet wird, so weiß man erst, mit welcher Hingabe hier Menschen für eine Aufgabe wirken, die ihnen von außen keinen oder nur geringen Dank bringt Ich muhte unwillkürlich an fo manche- junge Dämchen denken, das auch heute noch von einem Vergnügen zum andern eilt, baS so gut wie keine Verantwortung kennt und kein« Opferbereitschaft, sondern nur den eigenen Egoismus. Und ich muhte auch weiter an so vielen andern EgoiSmuS denken, der sich heute breit macht, nur den selbstischen Trieben nachgeht und so himmelweit verschieden ist von dieser schlichten Pflichterfüllung, die fo fchwer wäre, wenn sie nicht mit einem Herzen getan würde, das von Liebe erfüllt ist zum jungen Menschern Und dabei glaubt vielleicht so mancher, toeim er für ein solches Heim eine Mark hingibt, daß er bereits ein beträchtliches Opfer gebracht hat, weil er einmal au einen Genuß verzichten muh. Daß et verzichtet, ist immer noch nicht sicher. Auf wieviel mehr müssen Menschen verzichten, die ein solche- Amt übernommen haben und in diesem Amt ihre eigene 3ugcnb hinschwinden sehen? —r. Daten für Dienstag, 18. August. 1642: der italienische Maler Guido Reni in Bologna gestorben: — 1830: Kaiser Franz 3osef I. von Oesterreich in Wien geboren: — 1850: der Schriftsteller HonorS de Balzac in Paris gestorben, -7- 1866: Gründung des Norddeutschen Bundes; — 1870: Sieg der Deutschen bei Graoelotte-St. Privat: Schlacht bei Metz — 1915: die Deutschen erobern Kowno. Vornotizen. — TageSkalender für Dienstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Drei von der Tankstelle" (Volkstag). • Iustizpersvnalie. Der Amtsgerichts- direktor Rudolf Sell heim beim Amtsgericht Butzbach wirb mit Wirkung ab 1. Oktober auf Grund des Altersgrenzegeseyts tn den Ruhestand versetzt. •• A1 s Leiche gelandet. Der als vermißt gemeldete Kanzleiassistent Wilhelm Sommerlad wurde noch am gestrigen Abend in der Nähe der Mililärbadeanftalt als Leiche aus der Lahn geborgen. •* Fahrradunfall. Arn Sonntagvormit- tag fuhren an der 6de Kirchstraße, Reustadt zwei Radfahrer zusammen. Beide kamen zu Fall: während der eine unverletzt blieb, wurde der andere, der Mehaerbursche Wilhelm Albach, so schwer verletzt, bah er von der Freiwilligen Sanitäts- tolonne in die Chirurgische Klinik überführt werden mußte. •• Der Aufgang der Hühnerjagd ist, einer ministeriellen Bekanntmachung zufolge, für ganz Hessen auf Montag. 24. August, festgesetzt worden. •• Konzert in der Heil- und Pflegeanstalt. Der Posaunenchor Klein-Linden, der unter der Leitung von Kreisbaumwart L R. Germer steht, bereitete dieser Tage den Patienten und dem Personal der Heil- unb Pflegeanstalt eine Freude, indem er am frühen Morgen in den Anlagen der Anstalt gute Kirchenmusik zum Vortrag brachte. Der Ehor sand herzlichen Dank und den Beifall aller Zuhörer. "Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15 August verstorben: 3- Adolf Wülln, Institutsgehilfe. 54 Jahre, Frankfurter Str. 85. 4. Rudolf Ludwig Keil, 6 Jahre, Weidengaffe 1. 5. Katharina Schmalz, ohne Beruf, 22 3ahv^ Bahnhofstraße 29. 6. Gottfried Lauber, Eisen- bahnlchattner i. R. 79 Jahre. Steinftraße 45 7. Berta Rau, 12 Stunden, Kleine Mühlgafs« 2; Ivlef Klein. 8 Jahre, An der Kläranlage 68. 9. Heinrich Sinhäuser. ohne Beruf. 75 Jahre, Dichelmstrahe 43. 11 Eduard Rademaker. In» , enieur, 47 Jahr«, Löberstraß« 15: Martha 1 Zhilippine 3ubt. 6 Tage. Bahnhofstraße 63. 14. Johann Philipp Drückmann. Maschinenmeister i. R . 85 Jahr«, SelterSweg 55. 15 Maria Schupp, geb. Grebe. Witwe. 81 Jahr«. Hamm- trabe 11. •• LebenSrettungSübung. Am Sonn- tagvvrmittag veranstaltete die Freiwillige Sani- tätStolonn« vom Roten Kreuz an dem oberen Lahnwehr an der Schürzschen Dieiche eine größere Hebung, der folgender Plan zugrunde lag Ein« Gruppe junger Leut« (Richtfchwimmer) hatte sich am Lahnufer ein Floh gezimmert unb fuhr damit trotz der Warnungen des DleichereibesiNers und eines Ruderers der .Hassia" auf der Lahn herum. Etwa 80 Meter oberhalb des Wehrs kippte daS Floß, die jungen Leut« fielen ins Wasser, wurden zum Teil über das Wehr getrieben und dabei verletzt. Die Rettungsschwimmer der DLRD. traten in Aktion, der Marine-Verein griff ebenfalls cm. Die innerhalb weniger Minuten eintreffen ben Mannschaften der DanitätSkolonne stellten Wiederbelebungsversuch« an und verbanden die Verletzten, die mit den Kraftwagen abtranSportiert werden konnten. Die Hebung bewies wieder, daß die Sanitäter allen Schwierigkeiten gewachsen waren und verdient« Anerkennung fettend der Vertreter der Behörden (Pro- Diiuialbircftor, Offiziere der Reichswehr u. a.) f an oen. Obertyeffen. Radiumhattigeö Gaffek bei Schotten? WSR. Schotten, 17. Aug. DaS Wiener Institut für R a d i um f 0 r s ch u n g hat Quellwasser, daS hier in der Rähe deS Hauses LuginSland entnommen wurde und nach Wien zur wissenschaftlichen Degutach- tung gesandt worden war. weil man wiederholt bereits radiumhaltiges Wasser dort vorgefunden haben will. alS radiumhaltig bezeichnet. Da auch di« Luft in der Umgebung radiumhaltig sein soll, erwägt man, in welcher Weise das Radium- vorkrmnnen auSgewertet werden fönnte. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 17. Aua. Lehrer Sommer, der seither an der hiesigen Volksschule wirkte unb sich alle Sympathien erworben hatte, wurde nach Alsfeld versetzt. An seine Stelle wurde Lehrer Repp (Grünberg) nach hier berufen und mit der Verwaltung der hiesigen Lehrcrstelle betraut. X» Leihgestern, 17.Slug. Am Sonntag fand diefürdieWahleinesBeigeordneten notwendig gewordene Stichwahl statt. Auf den Kan. didaten des Bauernbundes, Georg Waldschmidt, entfielen 484 Stimmen, der Kandidat der „Freien Bürgerlifte" Wilhelm Seipp VI., erhielt 547 Stirn- men. Wilhelm Seipp VI. wurde damit zum Bei- geordneten unserer Gemeinde gewählt. Don 1176 Wahlberechtigten machten diesmal 1050 (89 0. H.) von ihrem Wahlrecht Gebrauch. U Großen-Linden, 18. Aug. Gestern, kurz nad> 16 Uhr, entstand in dem Konfektionsladen des SchneideinneisterS Heinrich Lei dich In der Dahnhofstrahe ein Brand. Die alarmierte hiesig» Scucnpcbr unb eine Anzahl hilftforreiter Per- Tonen waren alsbald zur Stelle unb verhüteten ein« weitere Ausdehnung des Feuers. Große Bestände an Herrenvekleidungsßürfen fielen fast restlos dem verheerenden Element zum Opfer. Der entstanden« Schaden ist erheblich und beläuft sich auf mehrer« taufend Mark. Kreis Schotten. WSR. Schotten, 17. Aug. Im Festsaal bei hieß gen Turnhalle wird der Tierschutzverein für tessen am 9 September seine 50. (Jubiläums-) auptversammlung abhalten. 0 Saubad), 17. Äug Nachdem unser Krei» wieder einen Kreisarzt hat, wird auch die Beratung für Lungenkranke wieder ausgenommen. Med.-Rat Dr. Koch wird am 25. August, von 10 bis 12 Uhr im hiesigen Rathau» eine Sprechstunde adhalten. Mrcie Lauterbach. • Stockhausen^ 17. Aug In Stockhausen feierte vor einiger Zeit der Landwirt Heinrich Konrad R ü rf und feine Ehefrau daS Fest der diamantenen Hochzeit. Dem betagten Jubelpaar wurden zahlreiche Ehrungen $uteiL So liefe der Herr Reichspräsident Vlückwunlche übermitteln, die hessisch« Staatsregierung und die Kirchenbehörd« beglückwünschten das Ehepaar ebenfalls: Psarrer Stumps von Merlau hielt eine sinnige Ansprache. Der Bürgermeister von Stockhausen, Jochim, beglückwünschte daS Jubelpaar ebenfalls in einer kurzen Rede. Am Abend deS Festtages brachte der Gesangverein .Lieder- krcmz" Stockhausen einige Lieder zum Dortrag und bewies damit seine Anteilnahme. Preußen. «reis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 17. Aug. Lebensgefährlich verletzt wurde heute nachmittag der Arbeiter Otto Christ, der in einer Tongrube bei Holz- Hausen im Kreis« Wetzlar mit Erdaroei- t«n beschäftigt tocr. Ein« hohe Ton - wand stürzt« plötzlich herab und begrub den Unglücklichen, der mit gefährlichen Rürfenverletzungen 'm lebensgefährlichem Zustande in das Wetzlarer Krankenhaus rin- geT.efcrt werden mußte. j Lützellinden, 17. Aug Ein 25 Jahre alter, an Geisteskrankheit leidender Landwirtssohn von hier brachte heute morgen seinem Vater vermutlich mit einer Sense derart schwere Verletzungen am Kopse bei, daß dieser sich sofort in ärztliche Behandlung begeben mußte. Der Zustand des Verletzten ist nicht unbedenklich. Der Täter wurde bald nach der Tat von der Polizei zunächst in Schutzhast genommen, in Polizeigewahrsam gebracht und nach der Untersuchung durch den Kreisarzt der Pronin- zial-Heil. und Pslegeanstalt in Andernach zugefübri. I Lützellinden, 18. Aua. Die Tochter des Dahnarbciters Gg. Spengler von hier wurde gestern abend von einem Fuhrwerk überfahren. DaS Kind fuhr mit dem Fahrrad die Dorfstraße entlang und kam direkt vor dem Wagen zu Fall, der ibm über die Drust ging. Rach den Aussagen des sofort hinzugezogenen Arztes Dr. Speck von Großen-Linden soll Lebensgefahr für das Kind nicht bestehen. Verantwortlich für Lokales: 1. D. H. L. Neuner. SasersbÄnbesseretS^b ist dißTJerMligiuLg dec fidostelnJlfe 5. Süe kostet bei gbsiteQiiaytäi nuc rusch. Eckstein"'! pund • dick • ohne Mundstück Das bißchen Erde. Vornan von Richard Slowronnel. Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Es war ein gar seltsamer Unterricht, deir er seinem Zögling erteilte. Bei gutem Wetter strichen sie im Vellahner Walde umher, lagen irgendwo stundenlang auf einer sonnigen Wiese und sprachen über die tiefsten und letzten Fragen des Menschentums. Das he'.ht. das junge Gräflein hörte zu, und der rotköpfige Siewers sprach. Sprach sich allerlei Zorn und Ingrimm von der Seele, ohne daran zu denken, was er bei seinem Schüler anrichtete. Vielleicht aber auch trieb ihn dabei «ine seltsame Lust, in das Herz dieses Spröhlings aus uraltem Adel allerlei Keime zu senken, die später einmal aufgehen sollten, zu Gutem oder Bösem. Baute auf und zerstörte, zeigte jedes Ding von zwei Seiten, wie es sich ausnahm, wenn man es unter diesem Gesichtswinkel betrachtete oder jenem. Dem Schüler blieb es überlassen, sich aus diesen Widersprüchen einen Vers zu machen, denn der Lehrer meinte, selbständiges Denken wäre die Hauptsache, ein jeder hätte sich in allen Fragen der Politik und Religion. der Moral und Ehre den eigenen Weg zu suchen, Und mancherlei aus diesen Stunden blieb in dem empfänglichen Ge° müte des halbwüchsigen Jungen hängen, aber nicht immer das für ihn Bekömmlichste. Von der Politik zum Beispiel, daß es ein Ekel wäre, sich mit ihr zu beschäftigen, weil jede der Par- leien, die das allgemeine Wohl im Munde führten, nur darauf aus wäre, den eigenen Wanst an der Staatskrippe zu mästen; oder von der Moral, dah es am besten wäre, sich mit ihr überhaupt nicht den Sinn zu beschweren. Rur die Skrupellosen kämen vorwärts in dieser heuchlerischen Welt, die keine Bedenken kennten,, außer dem einen, nach außen hin sorgfältig den Schein des Gerechten zu wahren. Unö ähnlich verhrelt es sich mit dem Begriffe der persönlichen Ehre. Die sie als ein altererbtes Vorrecht ihres Stan- des verteidigten, hätten zumeist von wirklicher Ehre keine Spur im Leibe, Venn nicht darauf käme es an, sein Leben rein äußerlich nach gewissen überlieferten Formeln einzurichten, sondern auf den Adel der Gesinnung. Und ganz töricht wäre es, jeden Quark mit der Degenspitze aufzuheben, immer die Waffe in der Faust zu führen zur Verteidigung seiner Ehre; danach mühte der beste Fechter auch der größte Ehren- mann sein, oder ein schlechter Schütze das verächtlichste Subjekt. So sprach der Theologiekan- didat Siewers, der das linke Dein nachschleppte wegen einer im Duell davongetragenen Pistolenkugel und dem unter gelichtetem Haar die Hoch- quarren und Terzen in dichter Reihe saßen. Uno in der nächsten Stunde wiederum focht er mit leuchtenden Augen alle seine zahlreichen Mensuren noch einmal durch, erzählte von den gewaltigen Schmissen, die er ausgeteilt, und daß die herrlichste aller Männerfreuden sich im Dusen regte, wenn sich drüben im Gesichte des Gegners die ersten blutigen Treffer zeigten ... Das war ein recht krauser Llnterricht, und «in Glück war es nur, daß es zuweilen im Sommer auch Regenwettcr gab und man im Winter nicht auf sonnenbeschienenen Wiesenschlenken liegen konnte. In diesen Zeitläuften nämlich wandelte sich der Weltweise in einen strengen Präzeptor, der mit dem jungen Gräflein ernsthafte Wissenschaften paukte. Rur alle Monate einmal, gleich nach dem Ersten, war er verschwunden, da fuhr er nach Rostock hinüber, zu seinen früheren Derbindungsbrüdern. Um sich geistig wieder ein wenig aufzufrischen, wie er sagt«, in Wirklichkeit aber, weil dem verbummelten alten Studenten das Geld in der Tasche brannte und er keine Ruhe hatte, bis er es im Kreise gleichgestimmter Kumpane wieder vertan hatte. Und von einem dieser Erholungsausflüge kehrte er nicht wieder zurück. Ein, kurzer Brief nur kam nach Vellahn, er hätte aus persönlichen Gründen mit der verhaßten Klerisei einen Waffenstillstand geschlossen. 'Für kurze Zeit bloß, um das letzte Examen zu bestehen, denn seine sonst so geduldige Iugendliebste wollte nicht mehr länger warten. Der mühte er wohl oder übel das Opfer seiner Uebcrzeugungen bringen, später gedächte er das Wort Gottes an einem Platze zu lehren, an dem ihm die Herren des hochwohlweisen und stets infalliblen Consisivrii gewogen bleiben könnten. Als Missionar in Afrika, und er freute sich schon darauf, den dickschädeligen Riggern ein Christentum von ganz besonderer Art beizubringen ... So schrieb der rothaarige Kandidat Siewers, sein Schüler aber trauerte ihm eine ganze Zeitlang nach, bis er ihn über dem Rachfolger vergaß. Das war nämlich «in gar lebenslustiger junger Mann, der einer viel amüsanteren Unterrichtsmethode huldigte. Bei Tage wurde geschlafen, am Abend aber fuhr man nach Moltzahn hinüber oder nach Waren und kehrte erst lange nach Mitternacht wieder heim. In allerhand Spelunken führte dieser Kandidat seinen Zögling, lehrte ihn ungezählte Seidel Bier trinken und feile Mädchenlippen küssen. Graf Malte aber lachte nur zu den mit allem schuldigen Respekt vorgebrachten Ermahnungen seines alten Dieners, denn das lockere Treiben mit dem lebenslustigen Hauslehrer behagte ihm sehr. Erst als es sich darum handelte, vor der Prüfungskommission in Schwerin das Einjährigenexamen zu bestehen, ging er ein wenig in sich, begann mit seinem Präzeptor ein überstürztes Lernen. Aber es hätte nichts genützt, wenn von dem rothaarigem Theologiekandidaten her nicht ein« gewiss« Gruikolage dagewesen wäre und die Herren Examinatoren bei dem zukünftigen Erben der Hohenrömnih, der einmal kraft seiner Geburt den Rang eines Erblandmarschalls bekleiden sollte, ein Auge zugedrückt hätten. Rach diesem wenig rühmlichen Ergebnisse jedoch gab er sich selbst einen Stoß, der Hauslehrer wurde entlassen, und das Dienstjahr bei den Friedeberger Dragonern war ihm nicht ohne Ruhen. Das Grüblerische war von ihm abgefallen, von dem Theologiekandidaten her, und die Schlaffheit der allzufrüh gekosteten Genüsse, die ihn dessen Rachfolger gelehrt hatte. Vor einer andern Gefahr aber bewahrt« ihn die Baroneß von Alten- Krakow ... Rur wenigen der jungen Herren von Adel war es gegeben, sich selbst genug zu sein, an den zehrenden langen Abenden in der Stille des Gutshofes sich mit einem guten Buche zu beschäftigen oder den Wirtschaftssorgen für den kommenden Tag. Und nicht di« schlechtesten waren eS, Vie di« Ungedulv auS b«r Enge hinaustrieL. Zu allen Rennen, die mit eines Tagesfahrt zü erreichen waren, unter irgendwelchem Vorwand« nach dem vom Teufel und seinen Bundesgenossen erschaffenen Berlin oder nach Waren und Moltzahn. Dort sahen noch mehrere, die auch vor dem Alleinsein geflohen waren, und unter ihnen die schlechten Kerl«, di« nur auf den Augenblick lauerten, den Würfelbecher auf den Tisch zu stülpen oder di« lockenden Spielkarten auS- zubreiten. Dor diesem Zeitvertreib war aber das junge Gräflein bewahrt worden, denn an den langen Abenden hatte es eine bessere Kurzweil, als im Strelitzer Hofe in Moltzahn oder im Hotel zur Stadt Hamburg in Waren unter halbirunkenen Zechkumpanen zu sitzen. Und der Alte hatte willig die heimlichen Brieflein besorgt von Vellahn nach Alten-Krakow und zurück. Wie ein besonders gutes Werk war es ihm erschienen mitzuhelfen, dah längst verjährtem Hasse die Versöhnung folgte. Bis er sehen muhte, dah von allen Gefühlen, die ein Menschenhcrz bewegten, der Hah das längste Gedächtnis besah — Wie vom Schlage gerührt standen Lentz und die treue Miken, als Graf Malte ihnen ankündigte, schon am Abende ging es fort z^ einer langen Reise, von der er nicht sagen formte; wann sie wieder in die Heimat zurückführt«, und si« sollten sich tummeln, die Koffer herbeizutragen, Kleider und Wäsche bereitzulegen. Im ersten Augenblicke glaubten sie, es wäre ein neuer Versuchs ihre Wachsamkeit zu täuschen; erst als sie hörten, daß der Iustizrat Stahmer zu dieser Reise geraten, beruhigten sie sich. Und mit wehem Herzen machten sie sich an die aufgetragene Arbeit, fingen an, in Gedanken schon Abschied zu nehmen von dem einen, der ihnen teuer war. Malt« aber trat auf die Freitreppe hinaus; es war Zeit, nach Hohenrömnih zu reiten. Und ein anscheinend fremder Zunge fiel ihm aut der sich an den Erlen der Dammallee herumdrückte. In Vellahn kannte er alle Tagelöhnerkinder von Gesicht und Ramen ... Er pfiff ihn an: „Hollah, mien Sähn, wcrt sökst du?" Und der Iunge trat verlegen näher, zog einen verknüllten Brief aus der Tasche. (Fortsetzung folgt.) Ab Mittwoch RICHARD OSWALDS Im Beiprogramm: Ton-Lustspiel Ufa-Wochenschau ALRAUNE"^ ' nach dem Roman von Hans Heinz Evers. Beschaffen als Experiment eines gewissenlosen Forschers, beladen mit dem Fluch verkommener Eltern und berufen, unbewußt durch Liebe zu zerstören, lodert aus den Tiefen menschlicher Verderbtheit eine gleißend schöne, lockende, sengende Flamme: ALRAUNE. - Mit dem sphinxhaften Antlitz, mit dem sinnbetörenden Fluidum des Körpers, dem faszinierenden Reiz der Stimme Brigitte Helms wird ihre Alraune neben der Gestalt ihres skrupellosen Erzeugers, von Albert Bassermann, einem der berühmtesten Schauspieler, dargestellt, zum aufwühlenden, unvergeßlichen Erlebnis. 5399 c 5396 V 2. Eintritt frei! Eintritt frei! 04B60 kommen. geb. Größer 04647 Gießen (Asterweg 22 p.),18. Aug. 1931 Johannesstraße 40. 5394 D do., tm Ausschnitt • • ff Kabeljau ohne Kopf do., tm Ausschnitt... Goldbarsch............. Bratfisrbc.............. Grüne Heringe........ Nordsee - Schellfische - • • Tausende m Menschen verdanken Ihren gesunden, tiefen Schlaf und ihre Mittwoch/19. August 1931, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, ,3um Löwen", zwangsweise gegen | Vermietungen j 2 '°"L dimmet el. Licht ufw. an einz. Pers, xu verm. Wo? f. d.Geschst. d.G.A.E Nicht zu verwechseln mit anderen hier schon gehaltenen Vertragen über das gleiche oder ein ähnliches Thema, m«» 0.55 0.40 0.45 0.35 0.28 0.25 0.55 */, Fl. RM. 2.50, »/. Fl. RM. 4.50, Ltr.-Fl. RM. 7.50. Zu haben: nur in der Engel- Apotheke am Marktplatz. 4258V KrAche Fische für Mittwoch, Donnerstag, Freiing: Pa.grofre Schellfische o.K.Pfd.0.50 Soziale «slichi der Sfufgtfcer v. Stetten» «geboten ist es, die ein« «eeangtnJ8eiPtrtnin<)e« Seefische ». Filets in bester Qualität Täglich feinste Bücklinge Fischhaus Cuxhaven Marktstr. 23 5395 a Telef. 2417 MM täglich frei Gießen abzugeben. Schriftl. Angebote unt. 04646 an den Gieß. Anz. Gebt. Herd u. eis. Waschkessel billig abzugeb. 0er- hindert werden, daß einmal auch für Ostpreußen jene Zeit kommen mag, wo man den Storch als etwas Desond«es und Seltenes bestaunt, denn eine gewaltige Abnahme hat seit Jahrzehnten stattgefunden und dauert jetzt noch an. In Frankreich fehlt der Storch als Drutvogel b«eit» völlig. Straßburg hatte 1870 noch fünfzig bis sechzig Storchnester in seinen Mauern, 1928 verlor es fein leNtes. In Ostpreußen wurden 1905 noch 15 445 Rest« — davon 13 565 besetzt — gezahlt. 1912 war die Zahl d« besetzten Rester um fünf- tausend gefallen. Der Weg bis zur Ausrottung ist Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Gerhardt (1900) Sieger im 25-km-Cauf „Quer durch Dortmund". Lum 25-Km-Strahenlauf des Dortmunder Athletikklubs am vergangenen Sonntag hatten sich 46 Lau fer eingesunden. Das Rennen nahm einen interessanten Verlauf. In der ersten Hälfte der Strecke führte der Turnermeister Sehr (Dülken), dann kam aber der 1900er Gerhardt immer mehr auf und passierte als erster mit großem Vorsprung das Ziel. Die von ihm erzielte Zeit von 1 Std. 25:40 Min. ist ganz glänzend, liegt sie doch unter dem von Brauch (SC. Charlottenbura) vor Jahresfrist ausgestellten deutschen Rekord (1:25:59,8). Die Ergebnisse im einzelnen sind: 1. Gerhardt (Gießen 1900), 1:25:40 Std.; 2. Sehr (Dülken), 1:28:34 Std.: 3. Jäckel (Saarbrücken), 1:31:26 Std.: 4. jßiUing (Bielefeld), 1:37:15 Std.: 5. Berger (Essen), 1:37:30 Stunde. Glänzende Erfolge in Diez (Lahn). Trotzdem die 1900er eine verhältnismäßig kleine Expedition zu den 4. Oranienkampfspielen nach Diez entiandten, wurden bei stärkster west- und süddcut- scher Konkurrenz 4 erste, 3 zweite und 2 dritte Plätze mit sehr beachtlichen Leistungen errungen. Die Veranstaltung litt sehr unter den Unbilden der Witterung und einer in schlechter Verfassung befindlichen Aschenbahn. Nachstehend die Wettbewerbe, in denen die 1900er siegten bzw. Plätze belegten: 4X100-Meter-Staffel: 1. Splelvereini- gung 1900 Gießen, 45,9 Sek.: 2. Sportclub 08 Höhr, 46,7 Sek.: 3. Borussia Fulda, 46,9 Sekunden. De Vertreter der 1900er - Farben: Dr. Guyot, Wei', Geist, Schickedanz, waren recht gut aufgelegt und liefen mit großem Elan eine beachtliche Zeit. 5000 Meter (Kl. I): 1. Schaaf (Gießen 1900), 17:12,8 Min.: 2. Hebgen (Horressen), 18:23,1 Min.; 3. Hilberger (Germania Marburg) 18:43,7 Minuten. Schaaf lief wieder in alter Frische und gewann, wie er wollte. r Weitsprung (KI.I): 1. Weil (Gießen 1900), 6,40 Meter: 2. Keilhauer (Koblenz 1900), 6,30 Mc- ter: 3. Haeger (VfB. Diez), 6,25 Meter. Weil, dcr fünf Wochen hat ausfetzen müssen, legte sofort wilder eine gute Form an den Tag. 200 Meter (Kl. Il): 1. Schlau (VfB. Diez), 24,3 Sek.: 2. Geist (Gießen 1900), 24,6 Sekunder. Geist lieferte dem talentierten Diezer einen scharfen Kampf. , Hochsprung (Kl. II): 1. Weil (Gießen 1900), 1,75 Meter (!): 2. Keilhauer (Koblenz 1900), 1,70 Meter. Mit die beste Taaesleistung! Weil übersprang die 1,75 auf den ersten Anhieb. 100 Meter (Kl. III): 1. Haeger (Diez), 11,8 Sek.: 2. Watermann (Borussia Fulda), 11,8 Set; 3. Weil (Gießen 1900), 11,9 Sekunden. Der 1900er bewies, daß er auch als Sprinter etwas leisten kann. Jrauen. 4X100-Meter-Staffel: 1. Kölner Ball- spielclub, 59,1 Sek.: 2. Spielvereinigung 1900, 59,8 Sekunden. Die Gießener Staffel hielt sich gut. H o ch s p r u n g : 1. Lotz (VfB. Diez), 1,40 Meter: 2. Wendels (Kölner BC.), 1,35 Meter; 3. P. Rich> berg (Gießen 1900), 1,35 Meter (durch Stechen ent- schieden). Die 1900erin mußte sich im Stlchkampf infolge einer Fußverlehung auf den dritten Platz verweisen lassen. Kugel st oßen: 1. Wendels (Kölner BC.), 9,58 Mir.; 2. Nickel (Gießen 1900), 7,88 Meter: 3. Budde (Kölner BC.), 7,73 Meter. V.s.B. Leichtathletik. Bei den Iubiläurns-Wettkärnpfen des Sport- Vereins Alsfeld-Hopfgarten war der VfB. durch einige seiner Leichtathleten vertreten. Der gast- gebende Verein hatte nur Laufkonkurrenzen auS- - geschrieben, die in Ermangelung einer Aschenbahn auf Grasbahn auSgetragen wurden. Wegen der am Nachmittag stattfindenden Fußball-Pokalspiele wurden die leichtathletischen Kämpfe vormittag- abgewickelt. An diesen Kämpfen nahmen Leichtathleten aus Fulda, Hersfeld, Alsfeld, Lauterbach usw. teil. — Die VfDer der- mochten drei zweite und zwei dritte Siege zu erringen. Sie konnten sich mit der Grasbahn schwer abfinden. Heber 10 0 Meter und 400 Meter errangen G. Müller und H. Tr « s« r je einen zweiten Sieg, desgleichen wurden sie in der 4x100-Meter-Staffel an zweiter Stelle placiert. 3m 1 500-Me te r-La u f errang Älüller einen dritten, und Simon im 400-Meter-Lauf einen dritten Sieg. DfB.-Gießen. VfB. (Liga) gegen Oranien Frohnhausen (Vezirksliga) 8:1 (5:0). Die Gäste aus Frohnhausen, dir am Sonntag auf dem Waldsportplatz gegen die erste Mannschaft des VfB. antraten, erwiesen sich nicht als Gegner, die die Grün-Weißen zur Hergabe alles Könnens hätten veranlassen können. Das Ergebnis, das an sich schon hoch ausfiel, hätte leicht zweistellig lauten können, wenn jene Gelegenheiten ausgenüht worden wären, die man im allgemeinen als zwingend bezeichnet. Die VfBer lieferten eine ansprechende Partie, boten in technischer Hinsicht wesentlich mehr als die Gäste, erwiesen sich in der Ballbehandlung als weitaus sicherer und in der Kombination ideenreicher. So kam es, daß die Gäste nicht allzuviel zu bestellen hatten und schon ein Halbzeitergebnis von 5:0 kassieren mußten. Aller Eifer, den die Oranier von Anfang bis zum Ende des Spieles an den Tag legten, vermochten an dem Ergebnis nichts zu ändern und selbst das Ehrentor, das die Gäste während der zweiten Halbzeit zu erzielen vermochten, war für Balser durchaus haltbar. Das Spiel wurde außerordentlich fair durchgeführt, erfreulicherweise: die Leitung des Spieles (Reinicke, Aßlar) ließ nichts zu wünschen übrig. Man sah verschiedene sehr schöne Ginzelleistungen, Bärenfänger war diesmal wesentlich besser und scheint den Kontakt mit der Mannschaft gefunden zu haben, Wlodareck war sehr gut, Kreß wieder auf dem Posten des Mittelläufers anerkennenswert eifrig, Leutheußer und Lehrmund besser als zuvor, auch Schmidt gefiel gut. lieber den Spielverlauf bleibt nicht viel zu sagen: es dauerte allerdings 17 Minuten, bis das erste Tor fällig wurde. Am völlig überraschten Tormann vorbei sandte Haupt zum ersten Tor ein. 3n der 23. Minute hieß es bereits im Anschluß an eine Ecke 2:0, in kurzen Abständen fielen drei weitere Tore und die Frohnhausener begannen nun schon etwas zerfahren zu spielen uno vermochten sich xu einer einheitlichen Aktion kaum mehr auszuraffen. Nur vorübergehend, für kurze Zeit gelang es ihnen, das Spiel offen zu halten, mußten aber während der meisten Zeit den BsDern di« Herrschaft im F:lde überlassen. 3n der ^weilen Halbzeit sah man die Sachlage wenig verändert: als das Spiel 7:0 für die Hiesigen stand, fiel das Ehrentor der Gäste. Für den Rest der Spielzeit strengten sich die VsDer nicht mehr all- zusehr an, ließen aber auch nicht zu, daß die Gäste aufkamen. Mit 8:1 endete schließlich das ungleiche Treffen. VfB. III — To. wieseck I 7:2 (6:0). Am Sonntag eröffnete die 3. Mannschaft des DsD. die Verbandsspiel-Saisvn mit einem eindrucksvollen Sieg über die erste Mannschaft von Wieseck. Beide Gegner befleißigten sich eines fairen Spiels, das absolut nicht einseitig war. aber die technisch bessere Mannschaft im Felde stets im Vorteil sah. 3n der zweiten Spielhälfte setzte sich Wieseck tapfer zur Wehr und tonnte zwei Treffer aufholen, während VfB. nur noch zu einem Erfolge kam. Die von VfB. erzielten Tore fielen nach recht ansprechender Kombination des Sturmes, der in Möller seinen taktischen Führer hatte. Wiesecks Mannschaft mangelt es noch an Erfahrung, im übrigen ist die Mannschaft in allen Teilen gut besetzt. Die Alte-Herren-Mannschaft spielte am Samstagabend gegen eine kombinierte aktive Mannschaft von Wieseck auf dem Waldsportplatz und verlor 1:5. VfB. führte das Spiel nur mit acht Mann durch. Jugendspiele. VfB. 1. u. 2. Jugend (komb.) — Dutenhofen 1. Jugend 2:2. Die Gäste hatten einige aktive Spieler in ihren Reihen, was den körperlich weit schwächeren VsB.ern sehr zu schaffen machte. Das Spiel litt unter dem durch Platzregen aufgeweichten Boden. Es war spannend von Anfang bis Ende, da die Gäste der mangelnden Technik Wucht und Eifer entgegensetzten. Dutenhofen glich kurz vor Spielende aus. Die 1. Schülermannschaft war in Garbenteich zu Gast und verlor gegen die dortige routinierte 1. Schülermannschaft mit 0:7. — Auf dem Wald- spvrtplah trennten sich die 2. Schüler von VfB. Gießen und Wieseck nach eifrigem Spiel 1:1. Handball der Sp.-Dg. 1900. Ium- und Sportverein Butzbach I — 1900 1 5:1. Der Beginn der Derbandsspiele schien den Mannschaften der Spielvereinigung 1900 etwas früh gelegt zu sein. DaS kam besonders bei dem Spiel der ersten Mannschaft am vergangenen Sonntag in Butzbach zum Ausdruck. Es wurden recht schöne Ansätze gezeigt und auch ein jederzeit offenes Spiel geliefert, aber die Erfolge blieben aus. Der Gastgeber spielte zunächst mit dem Wind im Rücken und brachte dadurch die 1900er bis Halbzeit 4:0 ins Hintertreffen. 3n der zweiten Spielhälfte kamen dann die Spielvereinigungsleute gut auf, konnten aber nichts Zählbares erreichen. Hervorzuheben sind Verteidiger Fischer und Torwart Mooh. To. Allendors (Lahn) I — 1900 II 2:2. Die zweite Mannschaft konnte nur mit neun Mann den Allendorfer Turnern gegenübertreten. Sie gab jedoch alles aus sich heraus und brachte wenigstens ein Punkt mit nach Hause. Kurze Sportnotizen. Frl. Heublein wartet« anläßlich des Frauen-Verbandskampses Nord-W«std«utschland in Bielefeld, den die Vertreterinnen des Nordens mit 58:42 Punkten gewannen, mit neuen Weltrekorden im Kugelstoßen auf. Di« Barmerin verbesserte ihren auf 13,16 Meter stehenden Weltrekord nicht weniger als viermal und konnte schließlich eine Leistung von 13,70 Meter erreichen, so daß der bisherige Rekord um 54 Zentimeter verbessert wurde. II irtschast. Noch kein Termin für Wiedereröffnung der Börsen. Unter dem Vorsitz des preußischen Handelsministers fand eine Besprechung mit den Vorsitzenden der Berliner, Frankfurter und Kölner Dörsenvorstände und mit Vertretern des Privat- baickierstandes über die Wiedereröffnung der Wertpapierbörsen statt. Es bestand Einverständnis darüber, daß das Interesse der Effekten besitzenden Devölkerungskreise eine mög- l i ch st baldige Wiedereröffnung der Börsen erfordert, damit Käufe und Verkäufe von Wertpapieren an den von der Oeffentlichkeit kontrollierten Märkten und zu amtlich festgestellten und daher allein zuverlässigen Kursen vorgenommen werden können. Nach eingehender Aussprache kam der Minister zu der Ausfassung, daß dringende allgemeine Interessen eine Eröffnung der Börsen im Mo - nat 21 u g u ft noch nicht zulassen. Wenn auch die allgemeine Auffassung dahin ging, daß sich die Höhe der Kurs« der Entwicklung, die die wirtschaftlichen Derhältnille genommen haben, anpassen muß, so erscheint es doch geboten, die Auswirkung bestimmterein- geleiteter Maßnahmen abzuwarten, die darauf gerichtet find, durch unmittelbare Vereinbarungen zwischen Verkäufern und Käufern größerer Posten von Wertpapieren, durch Erleichterung der Beleihung von Wertpapieren sowie durch eine schonende Behandlung der durch Wertpapiere gedeckten Kredite den Effektenmarkt bei Eröffnung der Börse zu entlasten. Da der Zeitpunkt, zu dem diese Vorbereitungen abgeschlossen fein werden, sich zur Zeit noch nicht übersehen läßt, so ist es auch noch nicht möglich, schon heute einen genauen Termin für die Eröffnung der Börsen anzugeben. Regelung der Siickstoffeinfuhr. Berlin, 17. Aug. (WTD.) Nach dem Außerkrafttreten der internationalen Stickstoffvereinbarungen und dem Scheitern der internationalen Stickstoffverhandlungen ist auf dem Stickstoffweltmarkt eine so große Beunruhigung eingetreten, daß auch der deutsche innere Markt infolge von Einfuhr zu Schleuderpreisen i n schwere Erschütterung zu geraten droht, und daß der Fortgang der Produktion in Deutschland und damit auch die geregelte Versorgung der Landwirtschaft mit stickstoffhaltigen Düngemitteln gefährdet ist. Da bei der gegenwärtigen außergewöhnlichen wirtschaftlichen Lag« derartige Erschütterungen für die deutsche Volkswirtschaft unerträglich wären und lebenswichtige Interessen deS Landes gefährdet würden, hat sich die deutsche Regierung genötigt gesehen, die Einfuhr von stickstoffhaltigen Düngemitteln von einer Einfuhrbewilligung abhängig zu machen. Sie folgt damit dem Beispiel einiger anderer Länder, wie z. V. Frankreich, Polen und der Tschechoslowakei, bi« bereits ihren Markt durch Einfuhrverbote abgeschlossen haben und denen noch andere Länder sich anzuschließen im Begriff stehen. * Der deutsche Außenhandel im Juli. Die deutsche Handelsbilanz für Juli schließt mit einem tatsächlichen Ausfuhrüberschuß von 254 (im Juni 106) Millionen Mark ab und einschließlich der 35 (im Juni 33) Mill. Mk. Reparationssachlieferungen mit einem Ausfuhrüberschuß von 289 (139) Millionen Mark. Im einzelnen ging die Einfuhr gegenüber dem Vormonat um 69 Millionen Mark auf 538 (607) Mill. Mk. zurück, während die Ausfuhr um insgesamt 80 Millionen Mark auf 792 (713) Millionen Mark stieg. Die Zunahme der Ausfuhr, die stärker ist als saifonmäßig zu erwarten war, entfällt fast ausschließlich auf die Fertigwaren, deren Absatz um 75 Millionen Mk^aestiegen ist. Don dem Ein- suhrrückgang um 69 Mill. Mk. entfallen 40 Mil- Honen Mark auf die Rohstoffe, 17 Mill. Mk. auf die Fertigwaren und 12 Mill. Mk. auf die Lebensrnittel. * Landwirtschaftliche Warenzentrale, 21®., Darmftabt In der Generalversammlung wurde die Bilanz vorgelegt, die mit einem Reingewinn von 595 20 Mark abschließt, der dem Reservefonds von 17 190 Mark z ig schrieben wirb. In der Bilanz erscheinen als Forderung an bi« Landwirtschaftliche Zentral-Genossenschaft 56 589 Mark. Generaldirektor Berg teilte u. a. mit, baß das Obst- und Gemüseabsatzgeschäst zu Beginn des Geschäftsjahres 1930 programmäßia auf rein genossenschaftliche DasiS umgestellt und auf die Landwirtschaftliche Zentral-Genossenschaft übergeleitet wurde. Aufsichtsrat und Generalversammlung beschließen, baß bie Warenzentrale aufrecht erhalten werden soll, um in den Fällen rasch und nutzbringend eingreifen zu können, wo es sich um bie der Landwirtschaftlichen Zentral-Genossenschaft noch nicht angeschlossenen Genossenschaften handelt. Geschäftsbericht, Bilanz und Entlastung wurden einstimmig genehmigt. * Entlassungen oei den Adlerwer- ken. Wie WTB.-Handelsdienst aus Verwaltungskreisen der Adlerwerk« vorm. H. Kleher AG. erfährt, beabsichtigt di« Gesellschaft zum 21. August 12—1400 Arbeitern der 2200 Mann starken Belegschaft zu kündigen. Infolge der Ab- sahkrise auf dem Automobilmarkt sieht sich die Verwaltung zu dieser Maßnahme gezwungen, die in erster Linie der Lagerräumung dienen soll. Man hoffe, nach etwa vier bis sechswöchiger Pro- buktionseinschränkung bie Fabrikation neuer, mehr gefragter Modelle in verstärktem Maße durchführen zu können. Im Gegensatz zu bem Schreib- maschinengcschäft, das ebenfalls unter Absatzschwierigkeiten leidet, werd« in bem britten Fabri- kationszweig der 2ldlerwerke, bem Fahrradgeschäft, zufriedenstellend gearbeitet. * Drown, Doveri L Co. Die Generalversammlung genehmigte bie Regularien und Me Ausschüttung einer Divibende von 8 Prozent für 1930/31. In ber Versammlung würbe mitgeteilt, baß der gegenwärtige Auftragsbestand 65 Prozent von dem d«S Vorjahres betrage. Im Ge.chäfts- bericht wird zum polnischen Geschäft darauf hingewiesen, daß auch die zweite (kleinere) Fabrik geschlossen werben müsse. Da bas Haup^unternehmen keine weiteren Mittel mehr zur Verfügung stellen könne, sei der Konkurs unvermeidlich geworben. Für die Bilanz der Hauolgesellschaft würden sich daraus keinerlei Belastungen er- geben. Deal enmacfl Berlin — Frankfurt a. M. 17.August 18. August Amlliche Notierung Meid | Ärief Amtliche Notierung Geld | Erlef Wellington . Wien.... Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . £«lo .... Kopenhagen. Stockholm London. . . Buenos Aires Neuyork . . «rüffel . . . Italien. . . Pari, . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Iuaoflawien. Clifabon . . 10,587 59,14 12,47 73,43 3,057 169,78 112,49 112,49 112,54 20,447 1,223 4,209 58,62 22,05 16,495 82,00 36,01 81,67 2,080 0,266 7,413 18,55 10,607 59,26 12,49 73,97 3.063 170,12 112,71 112,71 112,76 20,487 1,227 4,217 58,76 22,09 16,535 82,16 36,09 81,83 2,084 0,268 7,427 18,59 10,587 59,17 12,47 73.43 3,057 169,78 112,49 112,49 112,54 20,452 1,213 4,209 58,62 22,05 16,495 81,92 36,06 81,67 2,080 0,264 7,423 18,53 10,607 59,29 12,49 73,57 3,063 170,12 112,71 112,71 112,76 20,492 1,217 4,217 58,74 22,09 16,535 82,08 36,14 81,83 2,084 0,266 7,437 18,57 Banfnolen. Berlin, 17. August__________ Amerikanifche Noten . ...... Belgische Noten......... räntjche Noten......... Engltime Noten ......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, 1 100 Schilling Rümänijche Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Ungarische Noten ........ Geld 4,20 58,46 112,23 20,392 16,465 169,36 21,96 112,23 59,09 2,465 112,28 81,79 35,42 72,85 Mts 4,22 58,70 112,67 20,472 16,525 170,04 22,04 112,67 59,33 2,485 112,72 82,11 35,58 73,15 Gießener Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140—150, Matte 30-35 Pf. das Pfund, Eier 9—10 Pf. das Stück, Käse 10 Stück 60 bis 140 Pf., Wirsing 8-10, Weißkraut 8-10, Rot- kraut 10—12, Gelbe Rüben 10—15, Rot« Rüben 10-15, Spinat 20—25, Römischkohl 8-10, Dohnen 20—25, Unter-Kohlrabi 5—6, Erbsen 10—15, Tomaten 15—20, Zwiebeln 10—12, Kürbis 5—6, Pilze 20—25, Kartoffeln 3,5—4, Frühäpfel 12 bis 15, Falläpfel 4—5, Dirnen 10—20, Dörrobst 30 bis 35, Heidelbeeren 20—25, Pfirsich« 40—60, Preißelbeeren 35—40, ^Brombeeren 30—35, Pflaumen 10—15, Zwetschen 20—25, Mirabellen 30 bis 35, Reineclauden 15—20, Honig 40—50, Junge Hähne 90-110, Suppenhühner 90—100 Pf. das Pfund, Tauben 50—70, Blumenkohl 30—70, Salat 5—10, Salatgurken 10—20, Einmachgurken 2—4, Endivien 10—15, Ober-Kohlrabi 8—10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10—15, Sellerie 10—15 Pf. das Stück, Radieschen 10-15 Pf. das Bund, Kartoffeln 3.00—3.50 Mk. per Zentner. Sprechstunden der Nedaktion. 11.30 blf 12.33 Uhr. 16 bl» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Aus aller Welt. Der Jahresbericht des ZdA. Der Zenttalverband der Angestellten übergibt der Oeffentlichkeit den Bericht über bie Tätigkeit im Jahre 1930. Nach einer allgemeinen lleberficht über Wirtschafts- unb Finanzpolitik folgen die Verhandlungen über die Sozialpolitik, bie Organisation unb die Werbung, bie 3ugenb* rage unb bie Dildungsarbeit unb ausführliche Darlegungen über bie Tätigkeit der Fachgruppen neben ben Berichten über bie Presse, die Praxis unb bie Kasse. Ein Zuwachs von 11 000 neuen Mitgliebern trotz Abgang durch Stellenlosigkeit, Tod und sonstige Llrsachen, ist un Jahre 1930 zu verzeichnen. Das Vermögen ist auf 5,5 Millionen Mark gestiegen. Diese Zunahme an organisatorischer und finanzieller Leistungs- ähigkeit gab bem Verbanbe bie Möglichkeit, einen wachsenden Verpflichtungen gegenüber ben unterstützungsbedürftigen Verbandsmitgliedem nachzutommen. Die Rechtsschuhabteilung bei ber Hauptverwaltung des ZdA. erteilte 1930 16 103 Rechtsauskünfte gegen 11 687 im Vorjahre. In ben Klagen vor ben Arbeitsgerichtsbehörden würben 1930 gefordert 1 435 276,27 Mk. Davon wurden durch Vergleich erzielt 7?6 231,81 Mk. und durch Urteil 466 701,77 Mk. Die abge- cb[offenen Tarifverträge beziffern sich 1930 auf 1147 gegen 1055 im Jahre 1929. Dom Reichsverband der evangelischen Jungmänner. Der Reichsverband der evangelischen Jung- männer Deutschlands erklärt: Auf der Welt- konferenz der christlichen Vereine junger Männer, bie vom 4. bis 9. August in Cleveland stattfand, kam auf Veranlassung ber Deutschen di« Kriegsschuldfrage zur Besprechung. Tie deutsche Abordnung kämpfte mit leidenschaftlichem Emst gegen die Kriegs- schckldlüge. Ein Teilerfolg war die schließlich erreichte Entschließung, daß keiner einzelnen Nation bie alleinigeVerantwortung für ben Weltkrieg zugeschoben werden könne. Diese Erklärung ist für ben deutschen Standpunkt nicht voll befriedigend. Der Kampf um volle Wahrheit geht weiter. Gin FD-3ug beschossen. Der FD-3ug3 Basel — Berlin, der in Ersurt um 10.26 Uhr eintrifft, ist bei Külonieter 117 der Strecke Neudietendorf—Bischleben von einem unbekannten Täter beschossen worben. Das letzte Fenster am Durchgang des ersten Personenwagens zeigte zwei Kugeleinschläge. Der Streifenbienst der Reichsbahndirektton Erfurt unb bie Kriminalpolizei in Erfurt und Gotha haben bie Nachforschungen ausgenommen. Eingesandt. Ein Fußweg erwünscht! Klein - 2inben, 17. Aug. Nachdem die hiesige Wasserleitung soweit fertiggestellt worden ist, und die Straßen wieder in Ordnung gebracht sind, gleicht bie obere Bergstraße bei Regenwetter einem See und ist daher unpassierbar, weil für die Wassermassen keine Abflußmöalichkeit vorhanden ist. Durch die Her. stellung eines Fußweges von feiten der Gemeinde Dem Mangel abzuhelfen, wäre dringend erwünscht. Ein Anwohner. Gewinnauszug Nachdruck »erboten Ohne Gewähr 15. August 1931 6. Ziehungstag 160353 19266 86806 1841 4210 28227 48393 188 192 Ottolnn« |U 500 W. 21558 21819 23320 17958 79820 82521 83963 86418 93474 101057 53412 104097 198354 259776 110939 308094 94817 168929 203130 235689 283255 373878 394430 107893 154800 206768 236968 257421 286679 317915 333870 357998 371127 385272 101634 170783 208809 239465 294823 382095 102560 175572 214829 241838 306444 384850 10544 42714 57476 67127 199976 231618 264111 362578 391008 17755 45434 58031 70217 107269 154005 191317 234533 256875 278312 305129 329728 341580 370780 384590 121832 155918 212529 240661 258195 287723 318725 334531 359986 373978 385444 2356 24277 143454 190457 223344 256732 275995 300366 323450 340259 366847 380979 105601 185669 215653 248371 323817 387791 136730 161966 222532 247769 269319 298651 322642 335785 363188 380388 392644 108115 187703 227134 249507 335254 390923 46199 46957 47771 54764 56936 59497 61480 62622 65265 65317 129022 160961 218012 244375 262809 294031 319698 335005 362723 375654 387514 607 104519 283968 287492 8 ©etolnne jtt 5000 M. 304340 22 ®etoinne zu 3000 M. 151429 243031 245529 315145 343890 5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preuß.) Staats-Lotterie 324169 337458 364233 367000 372478 96 »«toinn« »u 1000 W. 3125 10531 13238 20282 29835 32117 38450 61133 62785 77847 80712 ----- ------ ------ ------ ------ 148231 214286 ... _________ ______ ______ 270805 271544 277662 288950 301473 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II In ber heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 68 flktninne zu 2000 M. . _ .. --------- — 60689 62493 66103 73907 74477 96330 107486 140707 142988 164172 170990 ---- 221483 223456 248339 253842 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 163617 202695 268510 307523 341011 366621 167056 205132 275214 308896 344743 376578 224491 279470 315560 356157 387627 187111 231206 293966 320216 356450 387867 193618 244339 298069 327450 363314 394653 64302 । 145797 199969 249742 300839 332726 364411 839 6165 9715 18225 2 Gewinn« j« 10000 M. 373613 4 Gewinn« in 5000 M. 224861 309319 18 Gewinn« ,u 3000 W. 104979 160050 163467 210511 272862 284983 334669 366800 368403 58 Gewinn« zu 2000 M. 11337 24202 51487 69100 72590 101383 104513 127876 136452 139008 160777 159993 196952 197449 199951 235416 240226 248820 269525 281443 292151 300132 300425 329781 356388 367278 381438_ 394214 112 Gewinne zu 1000 M. ??" " 2“'. 7 ' 2227 23327 32596 34531 36268 51061 52860 58070 62783 80137 87858 107601 125884 128170 141844 ----- ------ 169473 ----------- 13368 399532 200 Gewinn« ,n 500 M. 3076 5227 10475 17018 18424 25242 26481 42419 42511 44977 47901 49608 51253 52174 55342 58715 66010 76068 81942 82045 84698 90264 92858 95296 97383 107457 107981 110591 111085 111257 140257 145428 166396 166842 171416 172208 175510 176277 180137 185357 185504 189897 195738 216665 218140 218206 219462 221860 222554 223815 226930 230475 231026 231633 232251 236076 256545 262207 263058 266936 267948 267958 271168 272908 275756 282949 285163 288909 294890 295283 298492 302752 308874 316297 319712 320340 320471 321149 321518 327517 328980 330874 334379 338448 343997 354135 355411 366019 367112 372330 372722 377808 379237 379831 383428 384890 386553 389023 389106 Im Gewinnrade verblieben: 2 Drarnien zu fs 600000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 6 zu je 50000, 26 zu je 25000, 150 zu je 10000, 390 zu je 5000, 770 zu je 8000, 2374 zu je 2000, 4644 zu je 1000, 7696 zu je 500. 23334 zu je 400 M. Dienste dies ist wo! sieht, Nachdruck verboten Ohne Gewähr 17. August 1931 7. Ziehungstag 106963 70001 146679 282291 232406 235960 241361 310544 326058 3266 364021 372567 373076 397625 384741 70 «etotnnt ,» 260 21156 26483 28721 32713 33839 35155 38965 40190 43919 44573 45735 48170 50919 52275 74729 75072 79112 80976 91509 Drämien zu se Im Gewinnrade verblieben: 2 139537 231454 299651 350772 132077 176939 242407 340593 128723 146341 164474 188615 222828 249682 272943 304919 338551 358760 884730 103773 222435 260067 300719 346256 392673 9001 25323 43173 68060 93657 114352 151888 200592 258600 302597 345296 9589 32531 60967 ' 100077 122464 134606 210010 248895 347925 185418 229466 269397 319891 346431 114891 152740 205024 261674 326679 351284 379196 127295 153974 222606 281453 330249 352773 381622 192432 246448 280254 330350 366876 128185 174938 234428 293377 338361 358313 158055 174378 216591 229184 264923 289597 328662 342064 373485 397060 200954 250763 295266 338926 357074 130241 196043 236653 296825 341598 361039 158876 176048 217539 236005 270276 303372 337235 355765 384062 255119 299424 341679 374300 106595 131703 196654 255267 298913 345282 368669 110542 133594 149216 175478 201956 217091 232749 253462 275468 304788 318934 337379 364204 398627 136696 147420 169385 196930 222866 250203 277022 305006 338565 364332 385604 138423 161521 187190 211181 221641 240476 261663 296155 308845 327976 356642 365903 188686 236591 275818 320727 349090 100665 123675 138436 163779 187645 212352 228604 241299 262615 298263 310527 328344 357681 366869 155064 174161 209289 227346 2',3746 284532 316674 340511 371437 387131 104645 126701 139551 164979 195373 213699 229405 243462 266493 299141 310665 328875 3605t 3 391972 118700 134650 156384 178904 203664 217467 233999 259474 286076 307716 322622 352815 365324 105773 132335 142370 170641 201901 215069 232252 247273 271479 304106 313459 334319 363378 394270 138832 150643 170933 207781 224726 260690 279932 316593 339645 369756 385767 12380 13304 Rieder-Ramstadt schon über die User getreten und der Dach au einem reißenden Sluft angeschwollen. Er führte bereit- Fruchtgarben. Feldfrüchte. Hausgeräte ufto. au- den höher gelegenen Gegenden mit sich. Die Häuser der Salbend standen bald unter Wasser, und d:« Wohnungen und Ställe wurden geräumt loto:« alles Hab und Gut soweit wie möglich in Aus dem Amtsverlündigungsblatt. Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 58 vom 18. August enthält folgendes: Htand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. — Schweineztoischenzäh- lung am 1. September 1931. — Feldbeoeinigung in der Gemeinde Lauter. — Die Erhebung einer Diersteuer in der Gemeinde Annerod und Utphe. — Dienstnachrichten. Gewlnnauszug 5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsch« (263. Prcuh.) Staats-Lotterie 598 2270 7130 7231 17935 23208 24330 600000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 800000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 6 zu je 50000, 26 zu je 25000, 148 zu je 10000, 362 zu je 5000, 736 zu je 3000, 2248 zu je 2000, 4468 zu je 1000, 7-80 zu je 500, 22212 zu je 400 M. LinwetterKatastl-ophe im vorderen Odenwald. WSR. Darmstadt. 18. Aug. Am Dienstag. etwa zwischen 16 und 17 Uhr. ging über Darmstadt und den vorderen Odenwald ein schweres Unwetter nieder. 'Besonder- di« Täler des vorderen Odenwalds wurden durch die niedergehenden Wassermassen schwer heim- resuch:. Das Unglück ist für einige Gemeinden o schlimm wie die F r ü h j ah r s k a ta - ftrophe von 1919. — Bereits gegen 18 Uhr wurden aus dem oberen Modau-Tat Meldungen über bevorstehendes Hochwasser an di« unteren Gebiet« wcitergegeben. Gegen 18 Uhr war di« Modau an der ersten Aiederungsstuf« bei Sn der heutigen Nachmittogszlehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen Maschinen sind in voller Tätigkeit. Der loggen ist ziemlich schlecht ausgefallen, dagegen gibt der Weizen eine gute Mittelernte. Hafer und Gerste waren Heuer am besten geraten. Dia Ernte der Frühkartoffeln ist nahezu beendet. Der Preis hat sich stark gesenkt. Für den Zentner werden zur Zeit 2 bis 2,25 Mark gezahlt. Drünfutter gibt cs durch den vielen Regen in reichstem Matze. Auch Dickwurz. Gemüse und Spätkartoffeln stehen gut Sn der heutigen Bormlttagszlehung wurden Gewinne über 400 2JL gezogen 14 »«tohrae m 6000 M. 8145 29602 30157 59086 uWJKt hat ngt; lifW' . Ilcist jf1- iJÄ*: fllh «in* io ö” ,Ö.Vr* |lä0e 2 »ttoinn« i* 10000 TL 393618 14 »tttinnc |U 6000 TL 69667 141932 197227 229199 264861 334053 384733 16 ®tnn« *« 3000 Tl. 33256 64688 75465 92539 166730 202118 313628 323283 --- 2000 TL 15876 48553 86441 98213 ------ ------ ------ 207340 100 trenne |o 1000 M. ...------- 36252 46470 68439 72743 74861 80119 282279 282291 L----- ------ ------ -- - 331217 341354 342105 348932 360745 376424 76 •otnM i* 1000 ®L 33538 62245 53007 60019 71168 73163 91423 112420 115336 129708 129916 ------ 141651 168298 164774 375262 384741 397626 182 *«tDtniu ia 600 ®. 488 13318 13721 14568 20071 30807 31366 33479 46416 62421 66503 66998 66057 68034 72673 73348 77486 77720 85808 86396 98842 99780 102034 106128 109198 112526 ------ ------ ---- 140237 141817 144901 228614 242899 260149 261777 263039 278979 ------ ------ 286072 286687 304310 330368 10 0 0 0>^* Aus der Provinzialhauptfiadt. Gießen, den IS.August 1931. Papier im Haushalt. Welch vielfältige Derwendung bas Papier im Hau-Ha'.r als rationeller Swsf haben kann, geht aus den Vorschlägen hervor, di« auf em Preisausschreiben für neue Verwendung-Möglichkeiten von Papier im Haushalt gemacht wurden Dte «ingcgangenen Borschläge smd für di« Kenntnis der Hausfrau von grötz:em Wert, weil sie ein« Wenze Anregungen enthalten So wurde als neu unü nicht genügend be» könnt scstgestellt: Speisehauben. Mundspül^aser. Pcraamenttüten zum Grillen, Dettvorleacr. Reife- 'chuhe Dutlerbrotbchälter. Fustbodenbc.ag für Laufställchen. Wandschoner. Dabylätze, Windeln, weiche Putzbäusche zum Putzen von Fenstern. Stieseln. Metall usw., Kopfhüllen zum Aus- probieren von Hüten. Schutz zum Kopsan.eqen in der Eisenbahn, buntsarhige Zimmerdccken- bckleidungen. Spucknäpfe, Freß^Lpse für Hunde und Katzen. ~ Besonders beachtlich ist der Vorschlag der Speisehaube, di« nicht nur zum Warmha'.ten der Speisen, sondern auch zu ihrem Schutz gegen Fliegen, Staub u. a. bestimmt ist, da die Metall- «locken in gröberer Zahl für den Haushalt wegen ihres Preises selten angeschasft tpetben. Praktisch lind auch einige Vorschläge, di« sich aus di« Reis« beziehen. z. B. Schutzauflagen zum Anlegen dts Kopses in der Eisenbahn. Reise- schuhe und Butterbrotbehälter. Hierzu gehören auch Bettvorleger und Mundspülgläser, deren Ginsührung aus hygienischen Gründen in Hote^ erwünscht ist. Bei der Kleinkinderpsleg« könnten sich auch auS hygienischen Gründen Windeln aus weichem Papier. Dabylätze und Fuß- Hodenbelag, besonders in Lausställen, recht zweckmäßig erweisen, da sie der Hausfrau daS dauernde Waschen dieser Gegenständ« ersparen. Ebenso können Wandschoncr au» kräftigem Pa- p:et zum Schuh der Tapeten in Kinderstuben, hinter Waschtischen ufto. recht nützlich sein. Der Gedanke des AermelschonerS aus Papier Hl nicht neu, da man in Dureaus häufig iiW». daß sich da» Dureaupersonal solche selbst macht. Unseres Wissens gibt es aber so.che Aermelschoner noch nicht au kaufen. Kopfhullen au» Papier beim Anprobieren von Hüten entsprechen nicht nur einem hygienischen Bedürfnis, sondern dienen auch zur Schonung der Frisur. Papiersreßnäpfe für Hunde dürften sich auch empfehlen. da wohl schon mancher sich daran gestoßen hat. daß den Tieren Futter auf Tellern gegeben wurde. Bei der jetzt modernen Art. da» Fleisch im eigenen Saft zuzubereiten, «braucht man Pergamenttüten zum Grillen. Zum Fensterpuhen, Abtoischen von Stieseln, oder de» Küchenherde- ufto. wurde auch bisher schon ost Fciiungspapier gebraucht, besser wird sich dazu «in Putzbaulch au» Hierfür besonders geeignetem Papier verwenden lassen. Buntsarbige Zimmer- deckenbekleidungen an Stelle eines weißen Deckenanstrich-, dürsten auch immer mehr Freunde ge- 371065 ______ ______. 234 eu 600 TL. 81 Landkreis Gießen. !l Daubringen, 18. Aug. Während der Sommerferien wurde da» Innere unserer Schule neu hergerichtet. Die Arbeiten wurden von den Weißbindermeistern Gmil S ch ä s e r und August Weimer auSgeführt. Säle, HauSgang I und Treppenbau sind in gleicher Farbe gehalten. Heber braungestrichenem Holzgetäfel sind Decken und Wände in einem einheitlichen, gelbgetonten Elfenbein, einem ruhigen, lichtreichen Ton gehalten, der um so stärker wirkt, alS jeder Strich vermieden wurde. Die geschmackvollen Arbeiten standen unter Anleitung und Aussicht von Oberinspektor Mohr vom Hochbauamt Gießen 4. Grünberg, 18. Aug. Am Sonntag veranstalteten die Sech zig jährigen eineWie- dersehensfeier. Am Morgen fand gemeinsamer Kirchgang statt. Psarrer ®rauling hielt die Predigt, in der er auf die Bedeutung der Veranstaltung hinwie». Musik- verein und Männergesangverein wirkten bei dem Gottesdienst mit. Anschließend fand auf dem Friedhof eine Ge dä ch t n i S f e ie r für die schon verstorbenen Schulkameraden statt, bei der ebenfalls Pfarrer Grauling die Ansprache hielt Musikvortrag des MusikvereinS und Ehöre de« Gesangvereins .Sängerkranz'' umrahmten die Feier. Sodann wurden Kränze auf den Gräbern von 9 Alterskameraden und der Lehrer nieder- gelegt. Der Aochmittäg vereinigte die AlterS- kameraden in der Wirtschaft .TaunuS" zu einem gemütlichen Beisammensein dem sich ein Spa- ^gang durch das Brunyental an- . Es dürste noch interessieren, daß der Jahrgang 1871, der im Jahre 1885 in Stärke von 68 au« der Schule entlassen und konfirmiert wurde, schon 31 durch den Tod verloren hat An der Wiedersehensfeier nahmen 32 teil. Erwähnenswert ist noch, daß ein Alterskamerad, Ferdinand Hörle aus Ehikaao, 25 Dollar für die Ausgestaltung der Feier schickte. LJ Grohen-Linden, 18. Aug. Am SamS- tag, 15., und Sonntag. 16. August, fand hier ein« Wiederfehensfeier der AlterSver- einigung 1 88 1 — 1931 statt. Fast alle ehemaligen Schulkameraden hatten sich au» nah und fern mit ihren Ehegatten eingefunden Mit herzlichen Worten begrüßte der AlterSkollege Ludwig Mehl die Erschienenen, ganz besonders begrüßte er den greisen Klassenlehrer Diemer, der es sich nicht hatte nehmen lassen einige frohe Stunden im Kreise seiner einstigen Schüler zu verbringen sein weiterer Gruß galt dem Alterskollegen Kail Keßler, der vor vielen Jahren nach Amerika ausgewandert ist und nun ebenfalls mit seiner Gattin erschienen war. Der verstorbenen und gefallenen Schulkameraden wurde in der üblichen Weise gedacht Das reichhaltige Programm, gesellige Unterhaltung und der Austausch von Iugenderinnerungen. hielt die Teilnehmer bi- in die frühen Morgenstunden zusammen. Am Sonntag sand in der Kirche ein besonderer Gottesdienst für die Festteilnehmer statt. Der Geistliche gedachte in seiner Ansprache der verstorbenen und gefallenen Schulkameraden Anschließend an den Gottesdienst wurden auf dem Fried- Hofe Blumen auf den Gräbern der verstorbenen Atterskameraden und ein Kranz am Kriegerdenkmal niedergelegt ! AuS dem südlichen Kreise Gießen, 16. Aug. Selten hat sich die Getreideernte so verzögert wie in diesem regenreichen Sommer. Trotzdem ist der Schaden den das Wetter anrichtete, bis jetzt ganz gering. 6m längerer Landregen schadet dem lagernden Getreide viel mehr alS die kurzen Schauer, die seither niedergingen DiS zum Ende der Woche wird wohl der größte Tell der Frucht eingefaßten jenv Die Dresch- und Vermögenssteuer gespart, wenn jetzt «in« Anzeige er*o:gt. Erstreck! sich die Steueramiteftie auch aus die soeben geschilderten Tatbestände, in denen von einer allenfalls fahrlässigen Strafbarkeit di« Rede sein kann, so wäre damit sogar eine SteueterspatniS für die Zukunft verbunden- denn es liegt auf der Hand, daß, wenn em Steuerpflichtiger letzt ohne Rachzahlungspsl-.cht den Wert feinet Vorräte per 31. Dezember 1929 erhöhen kann, fein Gewinn per 31 Dezember 1930 und später um den Wert der nicht steuerpslichttgen Erhöhung geringer ist! Es ist allerdings noch nicht heraus, ob auch auf derartige Fälle die Steueramnestie sich erstreckt. Handwerkszeug prüfen! Rach der Statistik des ReichSver'icherungSamtes über daS zuletzt abgeschlossen« DerichtSjahr sind über 50 000 Unfälle durch Handwerkszeug gemeldet worden. Davon waren 1365 mit schweren Schädigungen der Gesundheit der Betroffenen verbunden. und sogar eine ganz« Anzahl Todesfälle find dadurch verschuldet worden. S- erfordert nur geringe 3eit und Müh«, da» Handwerkszeug vor Inbetriebnahme daraufhin zu prüfen, ob es allen Anforderungen entspricht. Drechen oder Zerspringen eine- nicht einwandfreien HammerS. einer Zange, eines Schraubenschlüssels, oder deral« chen kann für den Bedienenden selbst wie auch seine Umgebung allerschwerste und verhängnisvolle Folgen haben. Freilich gehört au der sorgfältigen, aufmerksamen Prüfung und Auswahl des Handwerkszeuges durch den Arbeitenden nicht nur, daß er es darauf prüft, ob es einwaichfrei ist, sondern auch daß für jede Verrichtung da- dafür bestimmte Handwerkszeug ausgewählt und benutzt wird. Ein« Außerachtlassung diese- eigentlich selbstverständlichen Erfordernisses kann viel U l anrichten. Sicher gehören die durch g hervor- gemfenen Unfälle -um allergrößten Teil zu den 75 Prozent, die nach einstimmiger Annahme aller Fachleute für vermeidbar erklärt wurden. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Out« templer-ßoge „Hassia": 20 Uhr Vortrag und musikalische Unterhaltung. Hinter der Westanlage 11. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Alraune". A»s jede gtjogene Nummer sind zwei gleich hehr Gekonnte gefallen. u*b zmar je rierg« ganz oder teilweise ablehnen ober die Fürsorge entziehen, steht dem Antragsteller und der Gemeinde binnen zwei Wochen nach Bekanntgabe der Entscheidung der Einspruch zu. Will die verfügende Dehörk^ diesem Einspruch nicht entsprechen. so ist derselbe beim Spruchausschub vorzu- legcn. der bei jeder Dezirksfürlorgestelle zu bilden ist. Degen den Beschluß des SpruchauSschusseS Hebt dem Antragsteller, der verfügenden Stelle und der beteiligten Gemeinde binnen zwei Wochen Beschwerde an den bei jeder Provinz zu bestellenden Beschwerdeausschuß zu. Der Ausschuß be- I steht au- dem Prvvinzialdirektor und zwei vom PrvvinzialauS'chuß berufenen Beisitzern. Der eine Beisitzer wird vom ProvinzialauSschuh au» feiner Mitte gewählt, der andere wird auf Vorschlag des Verbandes der hessischen Kreise und Pwvinzen und des hessischen Städtetages bestellt. Der Au-schuß entscheidet endgültig. Gegen seine Entscheidungen steht nur der ordentliche Rechtsweg offen. Aus der Entscheidung des Ausschusses erfolgt die Zwangsvollstreckung nach den bisherigen Bestimmungen mit der Steuerung, daß trotz de- Einwandes des Unterhaltungspslich igen das Verfahren nicht eingestellt wird. Gme Einstellung der Zwangsvollstreckung kann also nur im Klage- Wege beim ordentlichen Gericht herbe.gesührt werden. — Am 15. August 1931 von den Beschwerde- auSschüssgn noch nicht erledigte Beschwerden werden nach der neuen Verordnung behandelt und diwchgeführt. Grenzfätte der Steueramnestie. Der Steuershndikus und Leiter der 6:eucrbera- tungsstelle der 3ndustrie- und Handelskammer Eießen. HermannWill, veröffentlicht in feinem Rundschreiben 2r. 16 .Aktuelle Steuerfragen“ folgende Ausführungen: rie Wege der Steuerhinterziehung find vielgestaltig: Von der bewußten 2Ingabe zu geringen Einkommens, zu niedrigen Vermögens gibt es zahlreiche Spielarten bis zur Schätzung, bis zu der lltbedegung: Ich verbuche einmal den und den Betrag über Unkosten, obwohl er ja .vielleicht" auf Anlage- hmto gehört und damit das Einkommen erhöht: oder an sich würde wohl eine Abschreibung auf Barenvorräte mit 10 Prozent au-reichen, ich tefonc aber _al- ganz besonders vorsichtiger Kaufmann“ 20 Prozent — und warte in allen Fällen ab. ob bei der Kontrolle der Steuererklärung «das herauskommt ober der Buchprüfer deS Fi- "vILmts etwas herauSfindet. Angesichts der Steueramnestie wird der Steuerpflichtige jetzt überlegen, ob er auch solche Grer»- sllle - zu niedrige Bewertungen, zu hohe Abreibungen, Verbuchung über Unkosten statt auf *tlagefonto — offenbaren foll. Der Vorteil liegt y der Hand: Selbst wenn eben, weil es sich um Jtottfäfle handelt, eine Steuerstrafe vielleicht ^echaupt nicht in Frage kommt, wird unter Alm- “jnben die bei Qhifbedung durch eine Buchprüfung ®ige Nachzahlung für Einkommen-, Gewerbe- Oberheffen. Oekonomierat Heinrich Tritte zu Treu'lllrichstein t- Neu - Ulrichstein. 19. Lug. Nach kurzer schwerer Erkrankung verschied der Inspektor der Arbeiterkolonie Neu-Ulrichstein Oekonomierat Heinrich Ritte. Mit ibm ist einer der ausgezeichnetsten Londwitte Oberheiicns und ein wegen seiner Tuch- tigkeit. seiner großen (Erfahrung und seine» Charakters weit und breit geschätzter Mann aus dem Leben geschieden. Oekonomierat Ritte ist am 27. April 1857 in Geismar, Kreis Fritzlar, geboren. Sein Vater war der Mühlen- und Gutsbesitzer Heinrich Ritte bortielbÜ. Ritte leistete nach Vollendung seiner theoretischen und praktischen Ausbildung für den landwirtschaftlichen Beruf seine Militärdienstzeit bei dem Hessischen Feld-Artillerie- Regiment Nr. 11 in Fritzlar ab. Er war nachher auf verschiedenen Rittergütern und staatlichen Domänen als Verwalter sowie in der elterlichen Guts- Gegen Wnndlanfen Schweih ab[onbt* rung an Füßen «.anderen Körperteilen (Woff), Sonnen- u-Slek scherbrand. Sofort schmerzstillend U. heilend Leodor-Fett^reTn« (blaue Packung) auch als Kosmetikum für Hände u. Gesicht. Tube 60U.u.lMt. in allen ChlorodoM-Dettaufsstellen zu Haden. 47jährig«n Bestehens sich stetig aussteigend entwickelt, die schwere Kriegs, und Nachkriegszeit glücklich über« standen und vielen Tausenden mittel- und heimatloser Leute Arbeit und Unterkunft gewährt und die , ~ n t und «rbl.nftMa,n «r- »«,'nd »Auch Seine Leistungen auf landwittschaftlichem Gebiet, di« Modaiti die hier ^ duvch dle ZuflMte au- insbesondere auf den Gebieten der Viehzucht und .^afchenbachtal Erstarkt wurde, ^kren Bodenbewirtschaftung sind in ganz Oberhcssen rühm- ®$al>cn Die A " * ostra ß « Darm lichst bekannt. Ritte hatte jederzeit ein offenes Auge 5 " dt — Ä« ld «lb«r 9 ist Unpass "bar, für alle durch die Zeitoerhältnisse gebotenen De- der Verkehr mußteumgete.tet werden -lieber all bürfniffe und Neuerungen und wußte sie durchzu- mußten die Feuerwehr und freiwillige Htis»- r,hJn nnh hurrf, fnnriame Wirlfchaft die Mittel träft« eingesetzt werden: auch di« Polizei in hierzu bereitzustellen. Er war eine harmonische. Darmstadt H 8ruLUn!Ct?Ü*imfn^^?i?SL in sich gefeftigte Natur, ein humaner Vorgesetzter Ä- SVX" ’n 'S.-V.&'SÄÄ KSjj- W.JSÄ la« oor (einem Tobe in ber Seitung ber Roionie ta» pMbetn < ■>*. _ raK? markantesten Er- tet, daS Obst von den Bäumen geschlagen und ÄK.... «ft-»»ÄL'Ä.'S SÄ es MMSÄK Jahre im Dienste der Kolonie treu zur Seite ge- ©tet«en deS Wasser- gemeldet. ______________ standen hat und zwei Söhne, von denen der ältere-----------— Kinderarzt in Heilbronn ist, während der jüngere | Verantwortlich für Lokales: i. D. H. L. N e u n e r. gleichfalls den landwittschaftlichen Beruf erwählt hat und feit mehreren Jahren seinem Vater zur Unterstützung In der Koloniearbeit beiaegeben war. Die Dandererfürsorge verliert in Oekonomierat Ritte einen ihrer tätigsten Mitarbeiter. ui Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L. Bernard Todesanzeige. Nach langem schweren Leiden starb am 12. Aug. mein lieber Mann, der Kanzlei'Assistent am Versorgungsamt Wilhelm Sommeriad. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Minna Sommeriad, geb. Heßler. Gießen, den 19. August 1931. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 19. August, um 16 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt 04683 6 Nachruf! Durch plötzlichen Tod ist unser lieber Mitarbeiter Kanzlei-Assistent Wilhelm Sommeriad von uns geschieden. Er war ein pflichtgetreuer Beamter und lieber Kollege, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Die Beamten und Angestellten des Versorgungsamts Gießen. _________________________________________________5417 D Am Dienstag, 18. d. M, abends 10 Uhr, verschied nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Philipp Weis I. Stationsschaffner i. R. im 64. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenem Frau Margarethe Weis, geb. Heep Familie Ph. Weis Familie L. Weis IV. Familie K. Flohr. Allendorf a. d. Lahn, Heuchelheim, den 19, August 1931. 04685 Die Beerdigung findet Donnerstag. 20. August, nachm. 3% Uhr statt 2 febr schöne in- einandcrgcdende mölLZieer mit Heizung alsbald oder sväter zu verm. Schriftl. Angeb. unt. 5412D an d. Gn. Anz Zimmer mit 2 Bett, auch a berusst.Ehev. ob. oorüberg. z. vrm. Franks. Str. 31II. Mietgesuche Gesucht sonnige, rubiac 34-Zimmer- Wohnung mit allem modernen Komfort. Angeb. an Bonei.HotelSchütz Wer gibt einer älter. i>rau 1 Zimmer mit Kochgeiegenh. Preis von 12 Mk. an. Schr. Ang.u.OlKW a.d.G. A. Berukstät. Akadem. IDauermieterj sucht 1—2 gut möblierte Zimmer sofort behebbar. Schriftl. Angeb. unt. 04676 a. b. Metz. Anz. IIMcta baS versektkoch. kann unb alle Hausarbeit, versteht, sof. gesucht. Direktor Pirrung, Plockstr. 131. »„.d Stellengewuche Suche für 15jährigen Jungen Schuhmacher- Lehrstelle am liebst, auswärts. Schrift!. Angeb. unt. 04666 an b. Gß. Anz. Fräulein sucht sofort od.l.Sev- tentber Stellung, ist kinberlieb u.ln allem bewandert, sowie in der Krankenpflege. Gute Zeugn. Geht auch nach auswärts. Schriitl. Angeb. unt. 04688 an b. Gß. An,. Solides, nettes Mädel «.8tsU« bei ein». Dame oder ält.Herrn.Schr.Ang. u. 04674 an d.Gb. Anz. Verkäufe DrahthaarFoilerriep 3 Man. alt, zu verk. Wetzlar, Ulmen- siemstr. 5 oart. s^««« tadiaMe mit Garten in feinster Vage ber Stabt, umständehalber soiort preiswert aus Prtvathand zu verkaufen. Beste Kapitalanlage! Schriftl. Angeb. unt. 04686 an d. GH. Anz. §idt 4/20 PS, offen, 4sitz., Baujahr 28, gut erhallen, preiswert zu verkaufen ob. gegen 6-8 PS zu tauschen. Näh. b. Autorevar. E.Aflmann.Oitanlafle M»« echt Eiche, modern, mit 180 brt. Schrank, neu, spottbillig, weit unter Preis abzugeben. Teilzahlung gestattet. Schriftliche Angebote unt. 04689 a. b. Gtebener Anz. Seltersweg 46 Z541ÖV 'reinigen u.färbeir ALLES womit Sie sich bekleiden oder Ihr Heim schmücken kBRAUBACH & k XHSCHERJZ Regenmäntel Trenchcoats Wollsergemäntel in einer riesigen Auswahl in besten Qualitäten Nowack in vielen Preislagen Seltersweg 81 5424 A Bekanntmachung. Betr.: Bildung der Schöffen» und Schwurgerichte für das Jahr 1932. Die zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen als Urliste dienende Wahlkartei liegt von Donnerstag, den 20. August, bis einschließlich Donnerstag, den 27. August 1931, im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13, während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist kann gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der als Urliste geltenden Wahlkartet Einspruch erhoben werden. Gießen, den 19. August 1931. (5409C Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr, Seid. GlMMMS-MstelMW oer SlM Gietze». Montag, den 24., und Dienstag, den 25. August 1931, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: Montag, den 24. August 1931: a) 8% Uhr (Zusammenkunft am Schlachthof), von den Wiesen im Neustädter Feld, bei dem Schlachthof, Hohleiche und auf der Insel. b) 9% Uhr (Zusammenkunft am Viadukt in der Ederstraße) von den Wiesen in der Schwarzlach in 11 Abteilungen. c) 11 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration von Gg. Schrimpf, Kaiser- allee 4) die Wiesen an der Thromschen Fabrik, eine Wiese hinter der Kläranlage, von den Wiesen am Weiher, am Ohleberg, im Heegstrauch und am Alten Steinbacher Weg (Rußland). d) 14 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration „Philosophenwald") von ■ Den Wiesen im Wiesecktal und an der Eselswiese. Dienstag, den 25. August 1931: a) 9 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) an der Anneröder Straße, von den Wiesen am Altentisch und Uters- brunnen, anschließend an der Rödge- ner Straße von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzenmorgen. b) 13 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) das Grummetgras von den Wiesen des Gas- und Wasserwerks in den Gemarkungen Rödgen und Gro- ßen-Buseck. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu be- ichtigen wünschen, wollen sich an den tädtischen Wiesenmeister Klos, Bücking- traße 4, wenden. 5411C Gießen, den 17. August 1931. Der Oberbürgermeister. ______I. D.: Dr. Rosenberg.______ Arbeitsvergebung. Für den Umbau des Pfarrhauses zu Grohen-Dufeck sollen die nachstehenden Arbeiten auf Grund der Reichsverdingungsordnung, jedoch vorbehaltlich der Genehmi- gung zur Ausführung, im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: 1. Maurerarbeit, 2. Zimmerarbeit, 3. Dachdecker, arbeit, 4. Spenglerarbeit, 5. Weißbinderarbeit, 6. Glaserarbeit, 7. Schreinerarbeit, 8. Schlosserarbeit, 9. Installationsarbeit und elektrische Beleuchtungsanlage. Angebotsvordrucke werden, soweit der Vorrat reicht, bei uns auf Zimmer Rr. 10 abgegeben. 5413D Die Angebote find verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 27. August 1931, vormittags 11 Uhr. bei uns einzureichen. Zufchlagsfrift 14 Tage. Gießen, den 18. August 1931. Hessisches Hochbauamt Gießen, 3. 23.: Kuhlmann. Donnerstag, 20. August 4931, nachm. 2 Llhr, versteigere ich im „Löwens Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 5419 D einen Kassenschrank, einen Teppich, ein Wirtschaftsbüfett, ein Grammophon, eine Vitrine, eine Schreibmaschine, einen Gasherd, einen Eisschrank, einen Schreibtisch, eine Ständerlampe, eine Korbmöbelgarnitur, einen Winkelmesser, ein Vermessungsinstrument, einen Wintermantel Nähmaschinen, Chaiselongues, Sofas, Vertikos, Klubsessel, Waren- schränke, Diwan, Spiegel, Kleiderschränke, Tische und Stühle, Regulatoren, zwei Klaviere, zwei Kredenzen, zwei Bücherschränke, zwei Horch-Personenwagen. Bestimmt: zehn Kinderanzüge, eine Hose. Dem Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Telephon 4101 Kyfffhäufer-technikum Bad Frankenhiuien, Kytth. Programm ulordiro. Elektrotechnik, Maschinen-, Landmasch.-.Auto- u. Flurieug’bau, Flugbetrieb. Stahlbau, Eisenwasser bau Für Kaufleute einsam, techn. Kurse. Meinen verehrten Gästen zur Kenntnis, daß mein Geschäft am Donnerstag, dem 20. August geschlossen Ist. 5414 D Saalbau Engelhardt Annerod Sichere Kapitalanlage! Einsamilien-HauS mit grobem Garten Mrl0000Mk. zu verkaufen. Anz. 5000 M. Schr. Ang. unt. 04672 a.d.GießenerAnzetg. 4 sitz. Limousine in allerbestem Zustand, gibt billigst ab A. Kircher, Bleichstr. 15. 8/40 PS Wanderer- Limousine verkäuflich. 04675 W. Letsch, Gieflen Televhoh 3235. Einzelner BMM sehrbillig abzugeben BettcnBär, 04671 Marktstr. 26. Kräftige pikierte Entarpilam Sieger, Hindenburg, Rotkäppchen ver!00Stck.4Mk. Gärtnerei Schwarz Steinbacher Weg. | Kaufgesuche | He zu Mo: Alte Briefmarken. Münzen, Bücher, Bilder, Uhren und sonstige Altertüm. und Antiquitäten E sow. alte Goldsach. s Ringe, Ketten ufro. Kaiserallee 80 vt. EMMVslWkll vikiert,ind.best.Sort. Sieger,srüh,sühund retchtrag. Verbess. AuauaS.setnimGe- schwach früh. Ober- schlesicn, Massentr., nuttelfr. Rotkävvlc v. Schwabenland, Riesensrucht, mittel- spät: diese bringt erst abLJahrvolleErnte u.kann8Jabre stehen bleib. 100 (st. x 3.00, per St. 4 A, empfiehlt GärtnereiDöngeS, Gießen, Marburger Str. 67, Tel. 2321. Die neuen Ollsli- Beyer-, Favorit- sowie Wiener tt-lta Herbst u. Winter, sind eingetroffen Pfeiffer’sche Buchhandlung WalltorstraBe 21 5357 0 Großer ftMÄlql Landbrot LPid.-Lald 65 Ps. Denn®. 5®molj wiaD PsUNd 65 Ps. Kartoffeln 10 Pjd. 38 Pf. SöfirnQmDoller */, P!d. 75 P,. Kokosfett l.«fb..SÜ.38 PI. Steinhäger echtcr,Ltr.4.60M. Schellfische S.. PId. 40 PI. Met Psd.40 4 Neue bolländiiche Vollheringe 10 Stück 75 Ps. MWM Hebl|»tr.66,Tel.3685 irische Fische das Pfund o. K. von 40 Ps. an Donnerstag Mtot Wochen-Markt sRarktlaubeStd.lu.2 04681] K. Lemp. Neustadt S Telephon 4166 nochseben- prüfen und inefondseten lassen immer telefoniert *. wenn es kaH-wird! Arger und Verdruß ersparen Sie sich,wenn Sie schon jetzt* den Ofen von Edgar Borrmann Eisenwaren, Haus- und Küchengeräte 5423 A SWMe 0.8 Kurzgeschnittenes IHM r v Kabeljau o. K. Rotzungen Takelzander Fischfilets Bücklinge Marinaden Neue Milcher- Heringe usw. Z15. Okt. \ fBeginn neuer Lehrgl Vogtsche Bandelsfdralen Gießen V Ooethestr. 32 i Proip.kostl. V DonnerStaanachm. von 5Vi Uhr an Zwiebel- Kuchen Bäckerei Lange, Neustadt 37. 4693V C. 6. Wotan Babnbofsiraße 61. liefert 1490D Dampfsägewerk Lollar B. Nub«, A.-G. EISU-Betten (Stahl ilHoIi) Polet-, Statü- raatr-,KLnderb.,ChAUeL, an Jeden, Telliahlg. Katal.fr. BlaenmflbeUabrik SuhLTh. H6M6M66H AllvolkeneSemmeln s.Jutterzwecke, beste, handverles. gesunde Ware, liefert gegen Nachn. zu RM. 13.50 für 50 kg, auch große Posten. 5418V M.Bnrkhardt, Leipzig CI Sovhtenttratze 1. Vertreter gesucht! ———— |Verschiedenes| n Kat AusküniteinRechtS-, Straf-,Famtl.-Ange- legenheiten, Gesuche, Verträge, Beobachtungen. Ueberwachg. und Ermittlungen preiSw^ streng diskr. u. an all. Orten ert. u. erledigt Detektiv- Bureaa-a. Auskunftei Inb.K.Gerz,Bad-Nea- heim, Barstr. 17. 8-10000 Mark f. 1. Hypothek i. Gieß. auSzuleihen. Schriftliche Angebote unter 04332 an d. Gy. Anz. Geschäftsmann sucht von Selditgeb. bzw. auS Prtvathand »1687 2300001. zu lechen. la Sicherheit und hohe Zinsen zugesichert. Zu ersr. in d. Geschst. d. G. ^l. 3000 Mark geg. hohe Zinsen zu leihen gesucht. Rück- zahlg. erfolgt inPIo- natSraten ä 100 Pik. Gute Sicherheiten. Eintrag.etn.Hyvoth. Schr. Ang. unt. 04673 ad.GießenerAnzeig. Frl. in d. 40er Jahr, wünscht m.eln.Herrn bekannt zu werd. zw. Met.6elml Schriftl. An geb. unt. 04678 a.d. Gieß. Anz. Donnerstag, den 20. August 1931, abends 8 Uhr, im Cate Leibi Oeflenlliffier Anfkläninösvortraü: „Oober Nacht gesund?“ üeflner: Hermann von Westfalen Keine Kräuter-Tee-Kuren — Keine Bestrahlungen — keine Arzneien — Vollständig neue Wege. Jeder kann gesund werden! Eintritt frei! Eintritt frei! Nicht zu verwechseln mit anderen hier schon gehaltenen Vorträgen über das gleiche oder ein ähnliches Thema, nw» Kurhaus Bad-Nauheim Samstag, den 22. August 1931 abends ab 8 Uhr. im großen Bühnensaal unter Aufsicht des Reichsverb, zur Pflege des Gesellschafts-Tanzes Nationales Tanz Turnier um die westdeutsche Meisterschaft. In den Turnierpausen und nach dem Turnier Ball (Gesellschaftskleidung erbeten). Eintritt: Mk. 2.—, 3.—. 4.— und 5.50. Vorverkauf an der Theaterkasse des Kurhauses. Telephon 2962. 5408D Beugen Sie vor mit einer 542?D Knoftianchsafthnr geg. hohen Blutdruck u. Arterienverkalkung Flasche Mk. L60 in der Central-Drogerie SchuIstraOe Zum Einmaclien Letzte Gelegenheit Pfirsiche, schöne Früchte, 3 Pfd. 1.10 Tomaten, feste Ware.....2 Pfd. 0.35 Suslenen, (türk. Pflaumen) 2 Pfd. 0.50 Zwetschen und Birnen billig Eichbladt, Frankfurt/M. Donnerstag anf d. Wochenmarkt Standplatz vor der Reithalle.04669 Wertpapier - Drucke Aktien, Schuldverschreibungen bei BrOhl, Schulstr.7 Wertpapiere Meine hervorragenden gebrannten Kalte Mokka-Misch.4.40 Spezial-Misch.4.00 Eigene Misch.3.60 Haush.-Misch.3,00 Machen Sie bitte einen Versuch! Tee und Kakao nur tadellose Fabrikate Große Auswahl in I Kolonialwaren Reis, Grieß, Graupen, Mehl, Sago Hülsenfrüchte usw. in ausgesuchten Qualitäten liemüse-Konserven nur erste Fabrikate M| 5% Edeka-RaMil]» Seltersweg 70 Telephon 2481 5421 A Ür. 192 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 19. August (951 MitHindenburg nach Dietramszell Des Reichspräsidenten Sommerurlaub im bayrischen Oberland. Don Dr. Alfred Dttig, München. Sin knappes Stündlein fährt man von München mü dem ODagcn nach jenem Ort. der Hmden- butaA liebster Erholungsau'en'.halt geworden Nt. Zum neunten Mal« nahm er Heuer diesen Weg in seinen Urlaub, in einer hohen und etwa» altmodischen Limousine der LandeSpvlizet. bei der Bequemlichkeit Trumps ist. Schon manche» Mal aaben auch w.r ihm da» Geleire, indem Wir stlllvergnügt hinterdrein fuhren, und e» war Landschaftsbild, man spürt den Atem de» nahen Hochgebirge». 3n Holzkirchen verlassen wir die breite Deton- ftrahc und biegen ab in den tiefen Forst, der un» zehn Kilometer weit bi» nach Dietramszell begleilet Der Reichspräsident ist am Ziel, der Urlaub beginnt. Am Schloßeingang steht die Vastgeberin. Frau von Schilcher mit Link»: Der Reichspräsident beim Spaziergang. — Rechts: Das Herrenhaus von Dietramszell. K J jedesmal ein lieber Vormittag, — unsere Fahrt mit dem Reichspräsidenten nach DietramSzell. Um neun Uhr früh kommt er an. mit dem Berliner Rachtzug. Atoci Tage nach der Verfassungs- feicr; am Bahnhof Jubel und Begeisterung der anhänglichen Münchener, aber auf ausdrücklichen Wunsch keine offizielle Feier, und um elf ist er an Ort und Stelle. SS ist iedes Jahr dasselbe Reiseprogramm für diese Uebersiedlung nach Oberbayern, so zuverlässig, daß die Einheimischen in den Dörfern am Wege es genau kennen. Seil Hindenburg Reichspräsident ist. weih jode» K.nd hierzulande, das) er zwei Tage nach dem 11 August quer durch Oberbayern fährt, und darauf freut sich alles schon lange vorher. Zuerst geht e» durch die Stadt hindurch an Menschenmauern vorbei, di« sich nur langsam lockern, hinüber über die Wittelsbacher Drücke zur Teg. rnseer Landstraße Wie Bälle auf einem Biliar a gleiten wir aus dieser ..Renommierstrahe" Dauern» dahin, die als Versuchsstraße für den modernen Straßenbau angelegt wurde und auf der wir zweiundzwanzig Bauweisen in höchster Dollkommenheit kennen lernen. 3n Unterhaching, in Sauerlach, in Lanzenhaar. in Otterfing, kurz in allen Dörfern am Wege dasselbe Bild. Schulkinder. Sommerfrischler und Einheimische stehen am Wege und w.nken. Winken, lreudig erregt, während weiß-blaue Fahnen im Winde flattern. Sogar die Maibäume werden festlich geschmückt. Kurz vor Holzkirchen, am sogenannten TeuselS- graben, beginnt das Land wellig zu werden, die Recker hören fast ganz auf. die kräftigen Farben von Wald und Wiese beherrschen da» Tochter und Sohn, steht ein Freund deS Hause», General Hemmer, und dann erwarten nur noch der Bürgermeister und der Lehrer des Ortes sowie der Dezirksamtmann von Bad Tölz den hohen Gast zu einer kurzen, herzlichen Begrüßung. Man merkt es leicht, daß Hindenbura hier zu Hause ist und sich hier zu Hause fühlt. Er freut sich über den Strauß Feldblumen, der ihm überreicht wird, genau so herzlich wie über die blühenden Geranien, die in den Fenstern seiner Zimmer im zweiten Stock unter der alten Sonnenuhr stehen, und er erkundigt sich gleich nach Mensch und Tier, nach der Ernte und dem Stand der Erntearbeiten. Der erste Gang aber führt jedesmal zum Grabe seines vor einigen Jahren verstorbenen freundes von Schilcher auf dem nahen Friedhof. Wie ist es zu verstehen, daß Hindenburg seit fast einem Jahrzehnt immer wieder dieses Fleckchen Erde aussuchl. daß er heuer zum neunten Male leinen Urlaub hier verbringt und all die ungezählten Einladungen nach den schönsten Plätzen Deutschlands ausschlug? Es sind die Menschen und die Landschaft, die ihn gleichermaßen anziehen, es ist die vornehme Einfachheit des Lebens auf diesem Schlohgut des bayerischen Oberlandes, es ist vor allem das Wissen, daß hier wirklich gar keine Umstände gemacht werden, daß cr als Mensch unter lieben Menschen weilen kann, dah cr hier Erholung im besten Sinne, fern von Repräsentation, Zeremoniell und aller Amtspflicht, zu finden vermag. Rur die Reichsfahne. die während der Anwesenheit Hindenburgs über dem in einem gegenüberliegenden Orplid im (Stillen Ozean. Don Prof. Or. Walter Dehrmann, Frankfurt. Unter den vielen Inseln Polynesiens ist uns Deutschen Samoa, einst unser schönster Kolonialbesitz, als die Perle der Südsee besonders ans Herz gewachsen. Malerische Formen der hohen Vulkanberge, schweigender dunkler Urwald, wilde, erfrischende Wasserläufe, ein erquickender Wind bei warmer Lust. daS Rauschen der Kokospalmen am Strande und der Gischt der Brandung an den Korallenfelsen, alles vereinigt sich, um dem Glücklichen, der dieses Südseebild genießen konnte, bis an sein Lebensende die Sehnsucht nach dem einsamen Erdensleck wach zu halten. Sine lebensfrohe Bevölkerung, welche im Gleichmaß ihrer Glieder selbst dcm Künstler erfreut, empfängt und bewirtet voll edler Sitten den Fremdling. Ehrenjungfrauen bieten den Fcst- trant dar, der aus der Kawawurzel bereitet ift Stolz sind die Herrscher auf eine alte, ruhmreiche Geschichte. Wohlgepflegte, ausgedehnte Pflanzungen zeugen vom Wohlstand der wagemutigen Europäer. So etwa war das Bild, das man ohne Ucbertreibung von der Inselgruppe am Ende der gesegneten, deutschen Berwaltung entwerfen muy. Heute hat es sich leider in wesentlichen Punkten geändert Zwar kann selbst die schlechteste Verwaltung die Ratur des LandeS kaum ändern, die Schönheit des Lüdseebildes ist die gleiche geblieben, auch sind die Pflanzungen herangewach- sen. so daß eine erhebliche Steigerung der Kopra- auSfuhr ftattfanb, die Bevölkerung aber hat unter der Mandatsherr schatt der Reuseeländer derartig gelitten, daß die Polynesier durch eingeführte Seuchen dezimiert wurden. Die Benvaltung hat die Bekämpfung der Krankheiten sträflich vernachlässigt. Die leicht lenkbaren, kulturell hochstehenden Eingeborenen sind so wenig verständnisvoll behandelt, daß es bei den gutmütigen Leuten sogar, durch Verzweiflung getrieben, zu blutigen Aufständen kam. Zahlreiche Aeußerun- gen aus ihren Kreisen lassen die Sehnsucht nach den alten Zuständen deutlich erkennen. Die jetzt leider stark zusammenge'chmolzene Bevölkerung stellt den edelsten Typ der Polynesier bar. Unter Königen lebten die Adligen, Freien und Hörigen, neben dem Staatsoberhaupt regierte „cm Sprecher", der wie ein Hausmeier die Macht an sich riß. Prächtige, felbftgcfcrtigtc Webstoffe ober mit schönen Farben bedruckte Rindenstoffe kleideten die Männer, die zmn Zeichen einer hohen Würde mit schön geschnitzten Fliegenwedeln ausgeftattet waren. In der hohen Politik wohl bewandert, haben sie selbst bei europäischen Verwicklungen eine Rolle gespielt, bis die Inselgruppe 1900 durch einen Vertrag zwischen Deutschland, England und Amerika aufgefcilt wurde, wobei England durch Inseln der Salomonen entschädigt wurde. Die Häuser der Samoaner bestehen aus einer lichten Säulenhalle, di« mit Palmenblättern oder Zuckerrohr gedeckt ist. Auf dem Festplah des Dorfes empfängt die edelste der Jungfrauen den Fremden. Zum Tanz schmücken sich die schön gestalteten Menschen mit hohem Kopsausputz. Schmuxk lieben sie, und sei es nur eine bunte Blüte, die sie ins Haar stecken. Bei Festen feiern sie die Taten der Vergangenheit in ihren Gesängen. Diese bilden ein geschichtliches Dokument. das sich mündlich überliefert hat. Die Eingeborenen leben eigentlich nur am Strande und scheuen den Urwald des Innern. An der Küste gedeihen ihre Kokosnüsse. Bananen und der Taro. Das Riss bietet ihnen manche Rahrung. Einmal im Jahre ist ihr Tisch reich gedeckt, wenn bei Oktober- oder Rovember-Voll- mond der eigenartige Dorstenwurm Palolo seine Hochzeit feiert und in ungeheuren Mengen gefangen wird. Auch sonst wissen die Samoaner eigenartige Speisen zu bereiten. Aus der Kawa- wurzel, die früher die Jungfrauen mit dem Munde zerkauten, bereiten sie ein berauschendes Getränk. Heute sind alle Samoaner zum Christentum bekehrt. Trotzdem haben sie alte Anschauungen noch nicht aufgegeben. Das Tabu gilt noch heute, durch das ein Häuptling oder Priester das Berühren oder Benutzen eines Gegenstandes und eines Feldes verbieten konnte. Vertrauensvoll nahmen sie den mächtigen Gott der Weihen an, sind aber heute im Innern entzweit, wo sie unter den schweren Schicksalsschlägen der letzten Zeit zu leiden hatten. Für die europäischen Pflanzungen allerdings waren und sind die Samoaner, wie alle Polynesier. nicht gut zu verwenden, ihnen fehlt die Ausdauer zur Arbeit, auch wohl die Kraft, die sie auf ihrer fruchtbaren Insel nicht zu stählen brauchten. So mußten bereits die Deutschen als Pflanzungsarbeiter durch Femwerbung Melanesier heranziehen. Die billigen Chinesen wurden ins Land geholt, die sich aber nur zu oft selbständig machten und als kleine Gewerbetreibende fein erfreuliches Element im sozialen Ausbau der Insel darstellten. Zahlreiche Mischlinge der schönen Samoanerinnen und der Europäer bilden eine Zwischenstufe beider. Die Pflanzungen find besonders auf der Insel älpolu ausgedehnt, wo die deutsche Handels- und Plantagengesellfchaft der Südsee, die Rachsolgerin des Hamburger Hauses Godeffroy, weite Kokosnußpflanzungen neben anderen besah. Reben jener Frucht wird Kakao, Tabak, Zuckerrohr und etwas Kautschuk angepflanzt und ausgeführt, die Melone, Apfelsine. Mango und Banane dienen mehr dem Bedürfnis der Inselbeyölkerung. Unter der Mandat »Herrschaft hat die Ausfuhr zugenommen trotz aller Fehlschläge der Verwaltung, da die Pflan- zungeir herangewachsen find. Die Ausfuhr nach Deutschland steht immer noch an Awei ter Stelle hinter England, übertrifft die nach USA , Australien und Reuseeland zusammengenommen um das Doppelte. Obwohl die Inseln im Mittelpunkt des Stillen Ozeans liegen, und gerade deswegen in der europäischen Politik der Vergangenheit eine Rolle spielten und wohl noch spielen werden, war der Schiffahrlsverkehr zu ihnen gering. Selbst die deutsche Post mußte mit kleinen Fahrzeugen nach Pago-Pago gebracht werden, von wo aus sie mit englischen und amerikanischen Dampfern weiterbefördert wurde, da eine Linie des Norddeutschen Lloyds von Sidney aus sich nicht rentierte. Heute sind sie enger an Reuseeland geknüpft, aber immer mehr zieht der amerikanische Hasen Pago- Pago den Verkehr an sich. Da aber auch Japan immer mehr in der Südsee vordringt, ist hier neuer politischer Konfliktstoff ausgespeichert. Der vorstehende Beitrag ist eine Leseprobe aus dem soeben fertiggestellten Bande .Australien, Ozeanien und Antarktis" des .Handbuchs der geographischen Wissenschaft". (Athenaion-Verlag, Potsdam W 5.) Heilkraft der Farben. Die merkwürdige und oft so starke Einwirkung der Farben auf Seele und Gemüt des Menschen ist stets beobachtet und von Goethe in seiner „Farbenlehre" in klassischer Weife dargestellt worden. Aber eine systematische Verwertung dieser Heilkraft hat man erst in neuerer Zeit in die Wege geleitet. Besonders waren es die Amerikaner und Engländer, die Versuche über diese Heilwirkung anstellten, und schon vor 20 Jahren machte der amerikanische Arzt Dr. Zeller zu Perra im Staate Illinois aufsehenerregende „Farben-Kuren", inbem er die Geisteskranken dem Einfluß bestimmter Farben ausfetzte und damit sehr günstige Erfolge erzielte. Schwermütige Frauen z. B. wurden durch einen Aufenthalt Hause provisorisch eingerichteten Postamt weht. daS die ständige Verbindung mit Berlin ficher- stellt, er.nnert daran, daß selbst hier die Sorgen und Pflichten nicht ganz ausgeschaltet sind. So entspricht dies« Anhänglichkeit an ein HauS, das cr eimal liebgetoann. als er es durch Zufall im Jahre 1922 kennen lernte, einem liefen Charakterzug des Reichspräsidenten. Damals, in der Inflationszeit, hatte der Schloßherr auf Anregung des Forst rate» E s ch e r i ch dem in Hannover lebenden Feldmarschall D.etramSzell zu einem Erholungsaufenthalt angeboten, und seitdem blieb cr Dietramszell treu. Die Unberührtheit dieses oberländischen Waldesidyll» von der Hast unserer Tage tut dem Reichspräsidenten wohl. Alle Bahnlinien liegen zwet und drei Stunden entfernt, und auf einer der einsamen Landstraßen verkehrt heute noch eine gelbe Postkutsche von jenem altbayerischen Schlag, der im Aussterben begriffen ist. Dor leinen Fenstern begegnen sich in ihren einfachsten Symbolen friedlich die alle und bi« neue Zeit, beten sinnvolle Verbindung Hindenburg selbst am besten verkörpert, wenn nämlich an jedem Mittag vor der Schlohschenke in DietramSzell Postkutsche und Omnibus nebeneinander auf der Straße stehen, chre Fahrgäste erwarten und der nach Benzin und Oel duftend« Chauffeur die Hupe bedient, während der Postillon in seiner malerischen weiß- blauen Tracht kunswoll die Peitsche knallt ober das Horn bläst. Di« Landschaft um DietramSzell ist der Heber- gang von der nahen Hochebene zum Hochgebirge. Die hochstämmigen Wälder ringsum bergen einen gewclltigen Reichtum an Wild, und das Land wird bewohnt von einem Menschenschlag, äußerlich derb und rauh, und doch wieder, wie die ganze Ratur, von einer ehrlichen Einfachheit, Offenheit und Freundlichkeit, die zum Herzen spricht. Di« Bauern tragen ihre altbayerische Tracht und haben in ihren Stuben Bilder hängen von ihrer Militärzeit, auf die sie stolz sind, von König Ludwig und von General Epp, dem Befreier Münchens von der Räteherrfchaft. Es sind di« Rachkommen jener Dauern, die unter dem Schmied von Kochel im spanischen Erbfolge- krieg nach München zogen, um die Hauptstadt des Landes von Kroaten und Panduren zu befreien und den oertriebenen Kurfürsten zurückzuholen. Don hier stammten von jeher die Kem- truppen der bayerischen Armee. Hindenburg verläßt nur selten während feiner Hrlaubswochen das Schloßgut Dietramszell, da» taufend Jahre lang, bis 1803. ein Auguftinerkloster toar; höchstens wenn er zur Gemsjagd in die Hinterriß oder in die Jachenau fährt und dabei Bad Tölz, helfen Ehrenbürger er ist. einen Besuch abflattet, oder wenn er seinen Freund Escherich in 3icn aussuchl. Einmal jedoch, am Dritten Sonntag im August, wenn Die Dteiramszeller ihre Kirchweih feiern, kommt Die ganze Umgebung an Den Sommers itz de» Reichspräsidenten. und auf Diesen Tag freut sich alt und jung schon Da» ganze Jahr. Die Kriegervereine und Die vaterländischen Verbände marschieren in kurzer Wichs im Schloßhof auf. um ihrem Feldmarlchall au huldigen, der Dann an jeden einzelnen ein freundliches Wort richtet AinD Die alten Soldaten nach ihren Krtegs- er'.ebnissen fragt. Den Höhepunkt aber bildet Dann ein Vorbeimarsch vor dem Reichspräsidenten! Im übrigen aber übt Die Bevölkerung eine taktvoll« und weise Zurückhaltung. unD es bedarf keines Hinweise», daß Deputationen, gut gemeinte Ständchen und ähnliche Dinge während Der UrlaubÄjeit Durchaus unangebracht sind. Man gönnt gerne Dem Reichspräsidenten die kurze, wohlverdient« Ruhe, die Freude an Wald und Wiese, an den stillen Moorweihem ringsum, und vor allem an Dem wunderschönen Blick auf die nahe Kette Der Alpen, die täglich und stündlich ihre Farbe ändert, und immer wieder ein neues Bild darbietet. Taten für Mittwoch, IS. August. 14 n. Thr.: der römische Kaiser Augustus in Nola gestorben: — 1662: der französische Philosoph Blaise Pascal gestorben; — 1780: der Dichter Jean de Bö- rangcr in Paris geboren; — 1819: James Watt, der Verbesserer der Dampfmaschine in Heathsield gestorben. Die Kinder von Dietramszell begrüßen den Reichspräsidenten. * <*v in roten Zimmern von ihrer Melancholie gehellt, während ander« Patienten in schwarzen Zimmern untergebracht und dadurch günstig beeinflußt wurden. In England gründete man 1916 ein« „Internationale Hochschule für Farbenheilung" bei Rervenkranken. In neuester Zeit sind diese Versuche nun aus allgemeinerer Grundlage fortgeführt worden, wie Dr. Helmuth R i n n « b a ch in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet. Man will nicht nur die Gemüts- und Geisteskranken, sondern alle Patienten und sogar auch die Gesunden, an dem Segen einer sorgfältig gewählten Farbenwirkung teilnehmen lassen. So hat der Chefarzt des größten Stockholmer Krankenhauses. Dr. Holmgren, die Wände der Krankensäle, Korridore uill) Operationszimmer in verschiedenen Farben anstreichen lassen: sonnige Räume sind in Grün und Grau, sonnenarme in Gelb und Grün gehalten. Während man für die eigentlichen Kranken gedämpftere Farben wählte, erfreut man die Rekonvaleszenten und di« Wartenden durch lebhafte und helle Farben. Rach den Beobachtungen Holmgrens ist die Farbenwirkung bei Kranken wesentlich stärker als bei Gesunden. Sie werden auch von Kunstwerken intensiver ergriffen. Zusammen mit einem der führenden Künstler Schwedens, Forseth, arbeitet Holmgreen an einer klug durchdachten Bild und Farbentherapie. Kürzlich ist auch der Vorschlag gemacht worden, die Amtsstuben durch bunten Anstrich freundlicher zu gestalten, denn man weih, dah Räume, in denen sich di« Arbeitenden wohlsühlen, chre Leistung verbessern, und die Beamten könnten ebensogut eine Aufmunterung und Erheiterung ihreS Gemüt» brauchen wie die vielen, die in den Amtsstuben ihre Beschwerden und Klagen anbringen. ..Wir Aerzte, vor allem Rervenärzte, wissen", sagt dazu Dr. Frch Edinger, „wie bedeutsam für uns selbst und für unsere Patienten Sprech- und Wartezimmer finD. Wir wissen aber auch, in welchem Rervenzustand sich oft Menschen befinden. die ein Amt aufsuchen, abgehetzte Geschäftsleute. Erwerbslose, Leute, die sich irgendwie geschädigt oder ungerecht behandelt glauben. Ob Farben und Bildet Dagegen helfen? Natürlich nicht an sich. Aber sie sollen ja nur Symbol« einer neuen Zeit und eines neuen Geistes sein." Dah es Farben gibt, wie Blau, die beruhigend, und solche, wie Rot, die erregend toirten, ist allgemein bekannt, ebenso der Einfluß Der sog. warmen unD kalten Farben. Man hat z. D. nicht nur Hautkrankheiten mit blauem Finsenlicht erfolgreich behanDelt, fonDern sogar die Anästhesierung gegen Schmerz durch blaues Licht erreicht. lag Daran? Knechte gab «s genug, und man löste l Jahren doch nicht schvn ein fertiger Mann wäre sich hinterher mit einer Buhe. Zehn Rostocker und daß man lur Irrungen immerhin d.e ßnt- Silbergulden zahlte damals ein Herr für das schuldigung der Iugend hatte als mildernden Leben eines Knechtes, und das war mehr als ge- Umstand ... Kläglich, ^ewih. aber aller Zorn nug. wenn man in Betracht zog. Daß das Leben gegen sich se bst vcrslng nicht E>n lockendes des Weilands einstmals um eine nur dreifach Wunderland tat sich auf. weit hinten in der Nachdruck verboten. 9 Fortsetzung wehrte (Fortsetzung folgt) Vom Büchertisch des Sportlers. Die Deutsche Turnerschaft und der Reichsgedanke. (Zwei Reden aus den 3alj- ren 1863 und 1931). Im Wilhelm-Limpert-Ver- lag, Drcsden^^ 1. Marienftrahe 16. erscheint, herausgegeben von dem ersten Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft, dem Staatsminister a. D. Dominicas, eine kleine Schrift, di« zwei auhcrordentlich aufschlußreiche Reden enthält. Aus dem Iahre 1863 ist eine Rede, die von Dr. v. T r e i t s ch k e aus Anlaß des 3. Deutschen. Turnfestes in Leipzig gehalten wurde, veröffentlicht und ihr gegenübergestellt eine Rede des Staatsministers a.D. A. Dominicas (gehalten auf der sechsten Rcichsschulungswoche des Akademischen Turnbundes am 21. Ianuar 1931). die überraschende Liebereinstimmungen erkennen läßt. Das Büchlein gehörte in die Hand eines jeden Turners. Male empfand man nicht mehr dasselbe Schamgefühl wie beim ersten. Diel leichter schon fetzte man sich über alle Skrupel hinweg, und vier williger stellten sich die Entschuldigungen ein Die Erwägungen, dah man mit dreiundzwanzig Ferne, köstliche Abenteuer warteten und geheimnisvolle Wege, die keines Menschen Fuß zuvor beschritten. Lind nur ein einziges Bangen beschwerte die Brust, daß sich im letzten Augenblicke noch vor diesem Wunderlande ein Hinderiris gab er nicht mehr heraus ... Aber das waren natürlich leere Hirngespinste, die so rasch wieder verflogen, wie sie gekommen waren. So hatte einmal vor jenen grauen Iahren einer seiner Dorfahren gehandelt, als man ihm die Geliebte ins Kloster gesperrt hatte, und in der Familienchronik war von dessen eigener Hand ein gar ergötzlicher Bericht zu lesen. Wie die Direlitzer Rönnlein geschrien hätten, als er an der Spitze seiner Reisigen vor das Kloster ritt und mit dem Schwcrtlnaufe gegen das verschlossene Tor pochte: ..De Iungser Bredowin schall rutkamen. denn ehr Brüdgam stünn buten un hädd nich veel Tied" ... Der Wächter blies Sturm, die Klosterknechte liefen zusammen, aber es half ihnen nichts, was der Graf Römnitz sich vorgenommen hatte, führte er durch. Ein Dutzend Schädel wurden dabei erngeschlagen, aber was Das bißchen Erde. Zftonwn von Mchard Stowronnet. Copyright by I. Engelhorns Nachf.. Stuttgart. Linden. 5,72; 2. Heinrich Decker. Krofdorf. 8.65 Meter. — 4X1 0 0 Meter: 1. Raunheim. 49,5; 2. Rodheim. 50,5 Sek. — 3X1000 Meter; 1. Gießen. 9:35; 2. Launsbach, 9:37 Min. — 200 Meter: 1. Heinrich Dill. Raunheim, 24,5; 2. Willi Rühl. Raunheim, 24.8 Sek. — 100 Ult* ter: 1. Robert Schaum, Krofdorf, 12; 2. Heinrich Dill. Raunheim, 12 Sek. Jugend: 4X100 Meter: 1. Staufenberg. 54; 2. Odenhausen. 54.2; 3. Gießen. 55.1 Sek. — Hochsprung: 1- Walter Mank. Rodheim. 1,50; 2. Reinhold Schäfer. Kinzenbach, 1,45 Meter. — 100 Meter: 1. Otto Weiß. Watzenborn, 12,6; 2. Ernst Dellof, Wieseck, 13,2; 3. Willi Simon. Odenhausen, 13,4 Sek. Sportler über 18 Iahre: Kugelstoßen: 1. Wilhelm Schwarz, Annerod, 10,93; 2. Wilhelm Zecher. Odenhausen, 10.20 Meter. — Speerwerfen: 1. Willi Frey. Wißmar, 41,13; 2. Willi Rühl, Raunheim, 40,80 Meter. — 40 0 Meter: 1. Willi Schardt. Watzenborn,57,9; 2. Willi Steiß, Odenhausen, 60 Sek. Sportlerinnen über 18 Iahre: 100 Meter: 1. Alma Becker, Lollar, 14,2; 2. Rettchen Pfeiffer, Launsbach, 14,6 Sek. — Kugelstoßen. 1. Alma Decker. Lollar, 7,60; 2. Rettchen Pfeiffer, Launsbach. 7^41 Meter. — Hoch sprung: 1. Anna Sack. Heuchscheim, 1,20; 2. Liese Schaum, Krofdorf, 1,15 Meter. — Speerwerfen: 1. Luise Draun, Lollar, 20.85; 2. Rettchen Pfeiffer. Launsbach, 18,86 Meter. Sportler Iugend: 15 0 0 Meter: 1. H. Wolf, Fronhausen, 5:00.8; 2. Hermann Henkel. Odenhausen. 5:10 Min. Sportlerinnen Igd.: Kugelstoßen: 1. Frieda 3ung, Krofdorf, 8,27; 2. Karvline Loh. Krofdorf, 7,70 Meter. Sportler über 18 Iahre: 60 Meter Hürden: 1. Willi Rühl, Raunheim. 11,1; 2. R. Schaum. Krofdorf, 11,2 Sek. — Schleuder- ball: 1. Wilhelm Schwarz, Annerod, 50,42; 2. Wilhelm Zecher, Odenhausen, 48,24 Meter. — 1500 Meter: 1. Willi Schardt. Watzenborn« 4:59,4; 2. Willi Steiß, Odenhausen, 4:59.5 Min. — 5000 Meter: 1. Ioh. Will, Sichertshausen. 17:29,3; 2. Ernst Schmidt. Watzenborn. 17:30.4 Minuten. — St ab hoch: 1. Wilhelm Leutner. Burkhardsfelden, 2,95; 2. Wilhelm Hirschhauser. Odenhausen, 2,90 Meter. Kunstturnen im Gau Hessen (OT.) Die Gauriege des Turngaues Hessen, der di« besten Geräteturner unseres Heimatgebietes angehören, wird sich am 4. Oktober in Gießen im hessischen Provinzialkampf zum drittenmal mit den entsprechenden Mannschaften der Gaue Rheinhessen und Rhein-Main (Starkenburg) messen. Als Vorbereitung für den Kampf gilt das Auftreten der Hessenriege bei einem Kunstturnabend, der unter Leitung von Gauoberturnwart Will am 12. September im großen Bühnensaal des Bad-Rauheimer Kurhauses stattfindet. bis es sich bescheiden ......... Augen einen kümmerlichen Abschiedsbrief schreiben. Lind ein heller Zorn sprang ihn an, nach Alten-Krakow zu reiten und zu guter Letzt noch auszuführen, wozu die andern alle ihm geraten hatten. Den heimtückischen Alten zu Boden schlagen, die Tochter aber vor sich aufs Pferd nehmen und he im reiten in sein festes Haus ... Da mochten sie dann ber'ommen und ©türm laufen, er lachte nur und schickte sie mit blutigen Köpfen w eder fort. Was er einmal genommen hatte. türmen könnte ... . Aber das Glück war günstig, der Abschied m Hohenrörnnitz verlief zu Anfang glimpflicher, als er erwartet hatte. Wie immer verging eine geraume Weile, bis der anmeldende Lakai den Bescheid zurückbrachte. Seine Exzellenz wären für den Herrn Grafen zu sprechen. Der CrblanD- Marschall liebte es. seine Besucher warten zu lassen, und in seinem Hause ging es fast förmlicher zu als am großherzoglichen Hofe. Mit beklommenem Hcrzen folgte Malte dem voranschreitenden Diener durch die Flucht der halbdunkeln Prunkgemächer, in denen die steifen Möbel mit schützenden Lieberzügen standen. Em seltsames Bangeir überkam ihn jedesmal in dem allen Hause, und er vermochte es sich kaum vorzustellen, daß er hier einmal als Herr stehen sollte. Fremd sahen ihn die Bilder an den Wänden an, ein Frösteln zog durch die Zimmer und Säle, und fremd klang sein sporenklingender Schritt auf dem spiegelnden Parkett. Drüben aber in Vellahn war es warm und' heimelig, jeder Winkel war ihm vertraut, und von überall her grüßten liebe Erinnerungen ... Lieber einen hallenden Korridor ging es. der zu dem bewohnten Flügel des Schlosses führte, Hirschgeweihe hingen an den Wänden schier ohne Zahl, alte Waffen dazwischen, und in einer langen Reihe standen die starren ©ifenrüftungeiT der Römnitze aus jenen Zeiten, in denen eine gepanzerte Faust mehr gegolten hatte als ein ganzes Bündel verbriefter und gesiegelter Rechte. Die leeren Armschienen lagen auf dem Kreuzgriffe der hohen Schwerter, und über den geschlossenen Visieren thronte die Helmzier, der auf den Hinterpranken aufgerichtete, zum Angriff schreitende Bär ... Der Diener öffnete eine Flügeltür, Malte stand in dem Schreibzimmer seines Oheims. Durch helle Fenster grüßte der im ersten Frühlmgs- grün prangende Park herein; an den bis zur Hälfte eichen getäfelten Wänden gingen im Laufe der Jahrhunderte eingedunkelte Bilder von etlichen Römnitzen, die sich in der langen ®efä)ia)te der Familie besonders hervorgetan hatten, bis zu jenem sagenhaften ersten Vorfahr hinaus, der als ein Lehnsmann Heinrich des Löwen den eisenbewehrten Fuß auf slawisches Land gesetzt hatte. Im Durgfried des Vellahner Schlosses hing ein verrostetes Kettenhemd, das er der Lieber!iele- rung nach getragen haben sollte. Das Bild aber in Hohenrörnnitz war das Phantasieerzeugnis eines höfischen Malers aus dem siebzehnten Iahrhundert. Lind er hatte den Lehnsmann des Welfenherzogs gemalt, wie er ihn sich dachte. Als einen Reitcr mit hohen Düffelstiefeln, einem blanken Küraß und breitem Federhut; mit einem Knebelbarte, wie ihn der bei Lützen gefallene Schwedcnkönig getragen hatte. Spitzenaufschlägen an den Aerrneln und einem Korbdegen an der Seite. Aber unter dem in der rechten Ecke angebrachten Wappen, dem aufrechten Bären im weißroten Schilde, stand mit verschnörkelten Buchstaben zu lesen: „Winifredus Romeniciae comes, obiit anno Domini 1173 ..." Die Inschrift war das einzige an dem Bilde, was mit der Wirklichkeit übereinftimmte. Eine urkundliche Lieberlieferung nämlich besagte, daß der Graf Winifred Römnitz bei der Verteidigung seines festen Hauses Vellahn gegen den aufrührerischen Wendenfürsten Ratis im Iahre 1173 gefallen wäre. Schon hätte er feinen Gegner im ritterlichen Zweikampfe gestreckt gehabt, als ihm ein schwirrender Heidenpseil die Kehle durchbohrte ... Linier diesem Bilde stand der Herr Crbland- marschall, wie er es zu tun Pflegte, wenn es sich um Entscheidungen in wichtigen 5amilienange- legenheiten handelte. Gleich als wenn er sich unter den Augen des Ahnherrn emes glücklichen Ausganges im vornhinein versichert halten dürfte, und keine Miene in seinem bartlosen Prediger- gesichte verriet, daß er längst schon wußte, was sich am vergangenen Tage zugetragen hatte ... Mit einem gemessenen Reigen des Kopses empfing er den Reffen, hörte schweigend zu. als dieser nach einigem Stocken die Erlaubnis zu einer geplanten längeren Auslandreise erbat. Aach den Gründen fragte er nicht, begnügte sich mit der Angabe, es wären Verhältnisse eingetreten, die das Fortgehen für einige Zeit ersprießlicher erscheinen ließen als das Verbleiben in Der Heimat. Danach verbreitete er sich mit einigen wohlabgewogenen Worten über den bildenden Rutzen solcher Auslandreisen, wünschte dem Reffen mit einem kühlen Drucke der wohlgepflegten Hand eine gute Fahrt und glückliche Wiederkehr. Die Audienz war zu Ende, schon wollte Malte sich mit einem erleichterten Aufatmen zum Gehen wenden, aber es gab noch einen kurzen Aufenthalt. Dcr Kammerdiener Paalzow erschien in der zum Rebenzimmer führenden Tür, meldete nach einem fragenden Blicke. Ihre Exzellenz ließen um die Erlaubnis bitten, dem jungen Herrn Grafen Adieu sagen zu dürfen. Der Hausherr nickte mit einem Achselzucken Gewährung und wandte sich zum Fenster. Rührszenen liebte er nicht, und seine Gattin hatte leider allzu nahe am Wasser gebaut. Bei jeder Kleinigkeit flössen ihr die empfindsamen Tränen über die Waw» gen des Heilands einstmals um eine nur dreifach höhere Summe verkauft wordeii war ... Der Bericht des Römnitzer Grafen schloß mit der Bemerkung, der Ritt nach dem Strelitzer Kloster hätte die Auswendungen verlohnt. Vier Sohne wüchsen ihm aus der Ehe mit der gebürtigen Bredowin heran, und jeder von ihnen verspräche, ein Edelmann nach dem Herzen Gottes zu werden ... Lind zu ihrem Ruhen und Frommen hätte er das Abenteuer niedergeschrieben, damit sie sähen, daß ein H:rr sich stets auf eigene Faust verlassen müßte.....ßätocr Unrecht dauhn, as Unrecht lieben", §leß es in der alten Chronik, „un wer bat Metz an rechten Ende hat. de hat ook gewonnen. Wenn uns. lewen Heiland liehrt bat, man müßt ook de annere Back hinhollen nah den ersten Streich, so liggt dat daran, bat hei feen gebürtigen Mecklenoörger west is. Dat is nich goob fär bc hiesigen Toständ, un Dorätocr werd eck mi mit emm utenannerfetten, wenn toi in himmlischen Hohen uns' Kaltschaal drinken dauhn un de letoen Engelein malen mit Fläuten un Zymbal de Musik dartau" ... So hätte der Graf Römnitz im Iahre des Heils 1480 geschrieben und etliche Iahre früher gehandelt. Sein letzter Rachkomme aber ließ es bei den bloßen Gedanken, spielte ein paar Augenblicke damit, was die Herrschaften der Umgebung Wohl sagen mochten, wenn er eine Gewalttat be- §ehen würbe, aber das Grübeln und Rach- enken zerstörten den Entschluß, kaum daß er di« Schwelle des Dewußts«ins überschritten hatte... Er schob das Brieflein, das ihm der fremde Iunge gebracht hatte, in die Brusttasche, schwang sich in den Sattel und setzte dem behäbigen Gaul die Sporen ein. Am Ende Der Dammallee aber bog er nach links ein. Rach Hohenrörnnitz. statt nach Alten-Krakow .. . UnD währenD er mit verhängten Zügeln Den festen Weg entlang jagte, als wäre er auf der Flucht, schalt er sich selbst mit bittern Vorwürfen. Rach dem ersten Schmerze über Den unwiderruflichen Abschied hatte sich in seiner Brust ein leises Gefühl Der Zufriedenheit geregt, daß er nun ja auch frei wäre, tun dürste, was ihm beliebte. Das war vielleicht recht kläglich, aber er war ja mit sich allein wie in jenen Stunden, als er mit verzweifeltem Hoffest einen lehlen Ausweg suchte. Aus andrer Wirr- sal. aber die Art war dieselbe. Eine gar seltsame Art des Suchens: man brauchte nur ein wenig die Augen zuzudrücken, und der Weg öffnete sich von selbst ... Zudem, beim zweiten „E 6:1 (5:1); Turnv. Treis I gegen DfL. Wetzlar tt 3:4 (0:4).___________ 6-Klasse : Tv. Lick I gegen Tv. Ebersgöns I 4:5 (4:3); Tv. Griedel l gegen Tv. Kirchgöns I 2:8 (2:4); Tv. Niedergirmes II gegen Tv. Dutenhofen I 3:3 (1:1); Tv. Klein-Linden I gegen Tv. Krofdorf I 4:3 (3:2). Jugendklasse : Tv. Wetzlar gegen Tv. Lich 12:0 (2:0); Mtv. Gießen gegen Tv. Großen-Linden 8:0 (2:0); T.- u. Spv. Butzbach gegen Tgm. Friedberg 4:6 (2:3). 2Utö. I — polijei-Sportoerein Butzbach I 7:4. Die 1. Mannschaft des Männerturnvereins Gießen konnte ihr erstes Verbandsspiel gegen Den Polizei- Sportverein Butzbach mit 7:4 siegreich beenden. Das spannende Spiel wurde allerdings erst in den Schlußniinuten entschieden. Bereits in der ersten Halbzeit wurde erbittert um den Sieg gekämpft. Während der ersten Viertelstunde war die Mtv.- Mannschaft merklich überlegen und ging durch Straf- wurf in Führung. Schließlich aber kamen die Po- lizisten mehr und mehr auf, erzielten durch einen schnellen Vorstoß den Ausgleich und verwandelten bald daraus einen 13-Meter-Ball zum Führunas- treffer für sich. Nach einigen Umstellungen machte sich aber eine erhöhte Durchschlagskraft bei der Mtv.- Mannschaft bemerkbar, die an sich physisch stärkeren Butzbacher hatten sich verausgabt und vermochten nun dem Ansturm des Gegners nicht mehr so recht standzuhalten. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. In der Mannschaft des Siegers zeigte die Verteidigung und die Lauferei große Hingabe. Der Sturm arbeitete sich durch geschickte Kombination manche Chance heraus und gefiel mit wuchtigen Torschüssen. Der Torwächter der Butzbacher war dem Ansturm nicht mehr gewachsen und mußte einen Ball nach dem andern passieren lassen. Die Polizisten spielten mit großem Eifer und konnten vier Tore auf ihr Konto buchen. Die Jugendmannschaft des Mtv. begann die Verbandsspiele recht verheißungsvoll. Die 1. Mannschaft des Tv. Großen-Linden wurde klar mit 8:0 geschlagen. Tv. GroßenLinden I — Tv. pohlgons I 4:7. Rach einem äußerst harten Kampfe gelang eS Pohlgons, Sieg und Punkte mit nach Haufe zu nehmen. Großen-Linden war Den Gästen im FelD- spiel klar überlegen, aber die besten Torschüsse tour Den eine sichere Beute Des ganz vorzüglichen Pohlgonser Torhüters. Tv. Lang-Göns II — Tv. Kirchgöns II 2:2 (1:2). Am Sonntag standen sich obige Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Kirchgöns konnte bis zur Halbzeit zweimal erfolgreich sein. Lang-Göns erzielte nur ein Tor. _ Erst in der zweiten Halbzeit gelang es Lang-Gons, den Ausgleich zu erzielen. — Sic Schüler spielten gegen Kirchgöns' Schüler ebenfalls 2:2 (0:2). Tv. klein-LInden I — Tv. Krofdorf I 4:3 (3:2). Krofdorf spielte anfangs nur mit 10 Mann, und schon in der 6. und 7. Minute fielen für Klein- Linden Tore. Allmählich fand sich Krofdorf zusammen und konnte ausgleichen. Krofdorf drängte kurz vor Svielschluß, konnte aber den weiter erzielten Vorsprung Klein-Lindens nicht mehr aus- yvlen. Tv. Lich I — Ebersgöns I 4:5. Die 1. Mannschaft des Turnvereins Lich weilte zum fälligen Verbandsspiel in Ebersgöns. Der Platz- bcsitzcr stellte eine spielstarke Elf. Die Licher nahmen die Gegner zu leicht und wurden knapp mit 4:5 geflogen. Die 1. Jugend von Lich trat dem Gau- Jugendrneister Tv. Wetzlar mit nur neun Mann | gegenüber und verlor mit 3:0. Das Ergebnis darf unter diesen Umständen noch als gut bezeichnet | werden. __________________ Kür den Büchertisch. Neue Lyrik. — Der Lyrik eine -resche Mit Geleit- wort von Rudolf W. 8 I n b i n g heraus gegeben von Karl Rauch. 83 c<*en 8». Karl Rauch Verlaa zu Berlin, 1931. - (293) — Dies ift eine ebenso ten- fenemerte wie originelle Veröffentlichung, sie ist Huf. ruf, Bekenntnis unb Anthologie in einem; wertvoller Beitrag zu ben immer zahlreicher unb eindringlicher geführten Bemühungen in unserer Zeit der echten und durch ihre dichterische Substanz legitimierten Lyrik wieder Raum. Ansehen und Widerhall zu ver- schossen Sehr schone und beherzigenswerte Worte des Dichter» Rudolf G. Binding leiten den Band programmatisch ein. Es folgt eine kleine Auslese ou9 der deutschen Lyrik von Walther von der Bogel- weide bi» zu Aloertes Billinger, Brockmeier. Kramer, Zernatto; der Herausgeber deutet in einer Vorbemerkung selber an, wie notwendig subjektiv eine derartige Auswahl bleiben müsse. Die keinen Ueberbllrf, sondern nur Anregungen vermitteln wolle; immerhin findet der Renner hier eine Reihe der schönsten und gültigsten Prägungen deutscher Lyrik aus alter und neuer Zeit. Zum Schluß folgt eine Auswahl aus dem großen Chor der Antworten auf die vom Herausgeber gestellte Umfrage: Hat das lyrische Gedicht heute noch Lebenswert? Aus allen geistigemLagern wurde geschrieben; die Stimmen der Autoren, der Kritiker, der Leser, der jungen Generation, der Verleger und der Sortimenter vereinigen sich hier zu einhelliger und zuversichtlicher Beftati- gung. (Unter rund 400 eingegangenen Antworten fielen drei ablehnend aus.) Eine schätzenswerte Ergänzung bilden die Anmerkungen des Herausgebers und die Ouellenhinwelle. Jedem, der für Lyrik etwas übrig hat, fei die Veröffentlichung angelegentlich empfohlen. ,, Sv ter Reihe ter Flugblattverösfentlichun- gen des Kartells Lyrischer Autoren (Berlm- WilmcrSters. Kaiserplatz 16). auf die Wir an dieser Stelle schon wiederholt hinqewiefen haben, sind zwei neue Hefte erschienen: „Würzburger Stein Auslese" von Munkepunke; und .Molkerei ball ade" von Heinz 3 u der Preis je 1 Mk. (310) — Munk'punke, der mit feinem bürgerlichen Ramen Alfred ^"Hvird Meyer heißt und sich um die Förderung ter jungen lyrischen Dichtung in Deutschland sehr anerkennenswerte Verdienste erworben yat gibt einen chronikalisch geordneten, anekdotisch-balla- teök gc'ormten, von den guten Geistern des FrankenWeinS beschwingten HhmnuS aus ten schönen und alten Bischofssitz am Main; sein Zyklus beschwört eine bewegte Dergangenynt und die erlauchten Geister, in deren Geschichte die Stadt Würzburg eine entscheidende oder episodische Rolle gespielt hat: mit großer Sachkennt- nis und Belesenheit, wenn auch deS öfteren in etwa» töderer und unbekümmerter Form; sprachlich und rhythmisch nicht durchaus überzeugend, aber allenthalben mit Phantasie. Einfühlungsgabe und nicht ohne Humor. DaS dichterisch reinste und schönste ßtüd in ter Reihe ist für unser Gesühl daS unter ter JahreSzcchl 1229 verzeichnete Gedicht auf den inS Lufamgärtlein ein» fcl)renten Bogelweiter. — DaS zweite Bändchen, die .Molkereiballade" von Heinz Zu der. erweist sich als arge Enttäuschung; dieS ist ein Versuch am untauglichen Objekt. Der Stoss konnte in einem Feuilleton oder in einer sachlichen Reportage bewältigt werten; in Dersen und freien Rhythmen entgleist der Hymnus auf die Milch in h.iilose Banalitäten und ist auch nicht zu retten durch die Einführung ter Moritat, daß ein pflichtvergessener und rachsüchtiger Nahrungsmit- telchemiker aus Liebeskummer eine verheerende Seuche entsesselt. GS ift zu hoffen, daß ter noch sehr junge .Poet von heute" über kurz oder lang mit einer stärkeren Leistung hervortritt, die man nach früheren Proben erwarten kann. —y Deutsche Erzähler. — Wilhelm Raabe: ..Die Chronik der Sperlingsgasse" (181. bis 205. Tausend). Jubiläumsausgabe mit 6 vie-farbigen Bildern nach Aquarellen von Georg Halter, PreiS: Leinen 2 85 Mk. G. Crotesche DerlagSbuchhand- lung, Bcr.n SW 11. (315) — In diesen Tagen, da Deut'chland sich anschidt, Wilhelm Raabes k'O Geaur eiag toürb g zu begehen, kommt eine zug c ch billige und ge'chmadvoNe Jub'.iÄums- ausgabe feines berühmtesten Werkes gerate recht. Dor 75 Jahren wagte sich ter damals Fünfund- zwanz giährige mit diesem Erstling feiner Muse an d c Oefsentlichkeit. und daS Buch mußte erst durch die Hand mancher Derleger Wandern, bis es daS am meisten gelefene des Dichters und in Wahrheit Allgemeinbesitz deS deutschen Dolles wurde. Diese schone neue Ausgabe Wird auch über den aktuellen Anlaß h.naus für den Dichter und sein unvergängliches Werk werben. - Wilhelm Schäfer: Das HauS mit den drei Türen 192 Seiten 8'*. Kart 2,50, geb. 3,50 Mark. München, bei Georg Müller. (306.) — Wilhelm Schäfers jüngste Novelle ift die blühende Sommergeschichte eines reifen Menschen. Easpar Hediger, dem Schwyzer Doktor, widerfährt zum zweiten Male in feinem Leben eine große Liebe, wie ihm zum ersten Male die Liebe zu seiner — viel älteren — Frau geschehen ist. tim die Verstrickung noch zu verwirren, ist die neue Geliebte die Richte feiner Frau und alle drei über das Geschlechtliche hinaus in inniger Zuneigung verbunden. Der ganze Sommer vergeht in Versuchen, eine Löfung zu finden, friedlich oder grausam, freundlich oder schmerzend für alle drei, — bis im Herbst Eugenie. die zur Greisin gewordene Frau des Doktors, den Verzicht über sich gewinnt und sogar noch eine stille Freude rettet. Es ist Wundervoll, wie die Schweizer Berge Hintergrund und Symbol für die Handlung werten, wie die Statur teil hat am menschlichen Geschehen. Der Doktor Hediger ist im Mittelpunkt ter Novelle, ein Mann von sechzig, fest hn Leben stehend, reif, ernsthaft, oft drastisch derb, aber im Innern ein Junge mit Knabenübermut und Knabentrotz. Er findet die Zwischenlösung ter dritten Tür und richtet sich, von beiden Frauen gemieden, ein ganz männliches, auf sich gestelltes Reich im Hause em. Schäfer gestaltet in ihm eine seiner schönsten Htinner) i guten, er blidt tief hinein tn das Verhältnis von Mann und Frau zueinander, und gibt reiche Erkenntnifse von der Natur des Mannes. Neben dem Doktor die beiden Frauen: Eugenie, die Gattin. viel älter als er, ein« feine, geistige Frau mit überlegenem Spott, ter ihr verletzliches Gefühl verbergen soll; und Margherita, ganz Natur. Weiche, lässige Anmut und Fraulichkeit, getragen von der großen Ruhe, die ihr das Bewußtsein ihre- LieteSglückes gibt. Alle drei sind lebendiges Leben aus der Meisterschaft Schäfers, die wir von feinen Novellen her kennen; auch ter Stil erinnert an fie in dem we-.t aus holenden Schwung der Erzählung, in der Mischung von Realisttk und Symbolik, welche die Novelle einmaliges Ge'chehen und zugleich Abbild und Sinnbild aller Liebe fern läßt. Die äußere Ausstattung des Reinen Dantes ist ein anmutige^ Gewand für di« beglüdmte Gabe des Dichters. O. Th. — WilhelmincEnde. Roman von Bruno Stümde. tillstein - Berlag, Berlin. (169.) — In außerordentlich fesselnder Weise erzählt der Autor in diesem Roman das schidsalsreiche Leben der Wilhelmine Ende, der Geliebten des KönigS Friedrich Wilhelm II. von Preußen, ter einstigen MusikevStvchter. die in ter zweiten Hälfte deS 18. Jahrhunderts eine ter einflußreichsten Personen am preußischen Königshofe, ja/ die ungekrönte Königin von Preußen war. Ihr Lebensweg. stets in treuer Anhänglichkeit dem einstigen Kronprinzen und späteren König gewidmet, führte auS der Tiefe teS Volles zur größten menschlichen Höhe, um dann nach dem Tote des Königs wieder in die Tiefe abzustürzen. Dem einsamen König gab die Ende, sein „Mmchen". viel Liebe und unverbrüchliche Treue, vielen Zeitgenossen Wurde sie zur Glüdbringerin. bei anderen löste sie unstillbaren Haß und kalte Rache auS. In dem Roman, den man mit großer Spannung lieft, Werten Menschheitstragödien sichtbar, die tief erschüttern und einen unvergeßlichen Einblick m Jene Zeitverhältnifse der preußischen Geschichte geben. Neue Rechtsliteratur. — Tafchenkommentar der Zivilprozeßordnung mit Gerichtsoerfassungsgefetz und ten wichtigsten Nebengesetzen (Stand vom 15. April 1931). Don Dr. Adolf Baumbach, Senatspräsi- tent beim Kammergericht a. D. Sechste, völlig durch- gearbeitete und vermehrte Auflage, 41. bis 50. Tausend. Verlag Otto Liebmann, Berlin W 57. Vorzugspreis bis 31. August 1931 statt geb. 22 Mark (nach Abzug von 6 v. H. Preissenkung) 18 Mark, für Abonnenten der Deutschen Juristen-Zeitung geb. 16 Mark. — (229) — Der Baumbachsche Taschenkommentar (den in die Tasche zu stecken ich allerdings im Interesse der Kleidung und der guten Linie niemandem mehr raten möchte, denn aller Entfettungsmanöver ungeachtet ift er mit seinem Umfang von nunmehr über 1500 Seiten ein recht beleibtes Kerlchen) liegt jetzt schon in sechster Auflage vor. Erstmals erschienen im Anschluß an die Zivil- prozeßnovelle von 1924 hat er sich sozusagen im Sturm die Herzen der Juristen jeden Standes, Ranges und Alters erobert, so daß der Verleger cs wagen darf, die neue Auflage gleich in 10 000 Exemplaren herauszubringen, was dem Preis natürlich sehr zustatten kommt. Diesen erstaunlichen buchhand- lerischen Erfolg können nicht allein äußere Umstände erklären, er liegt begründet in den inneren Werten des Kommentars, in feiner Brauchbarkeit, Zuverlässigkeit, Reichhaltigkeit und Uebersichtlichkeit, Vor- züge, die ihrerseits nicht auf bloßer Technik, sondern zunächst einmal auf der dem Verfasser zu Gebote stehenden Kraft geistiger Durchdringung des Ma- tcrials beruhen. Die neue Auflage ist gründlich durch- gearbeitet und zeigt eine große Anzahl von Reue- rungen und Erweiterungen. Richt nur sind die neuere Gesetzgebung und Rechtsprechung vollständig berücksichtigt, es sind auch manche Abschnitte neu auf- gebaut, manche theoretische Erörterungen umgestaltet worden. Auch sind einige Verweisungen auf das österreichische Recht und alphabetische llebersichten über wichtige Einzelsälle eingefügt worden. E. — LehrbuchdesDeutschenZivilpro- zehrechts. Von Professor Dr. L. Rosenberg, Gießen. 3.. völlig neutearteitete und vermehrte Auflage. 6.-8. Tausend. Verlag von Otto Liebmann, Berlin W 57. Preis 30 Mk., geb. 33 Mk., Vorzugspreis für Abonnenten ter Deutschen Iu- risten-Zeitung 27 Mk., geb. 30 Mk. Auf diese Preise z. Z. 6 Prozent Preissenkung. — (242.) — Zwei Iah re nach dem Erscheinen ter zweiten Auflage Wurde diese neue Auflage deS Rosen- bergschen Lehrbuchs notwendig ter teste Beweis dafür, welches Ansehen sich das Buch in kurzer Frist (1927 erschien die erste Auflage) erobert hat. Diese Wertschätzung gebührt dem Werk vor allen Dingen wegen ter in ihm lebendigen Verflechtung theoretischen und praktischen Denkens, Wie sie zu jeder Zeit den echten Iuristen kennzei- net Eie gilt weiter dem timstand, daß eS ter Verfasser mit großer pädagogischer Kunst verstanden hat, den weitschichtigen Stoff in übersichtlichem System und klarer, prägnanter Ausdrucks- Weise darzubieten. Richt am wenigsten ist es ater die besonnene, abwägente Berücksichtigung der Anteile, die ter Lehre und ter Rechtsprechung bei der Gestaltung ter spröden Materie zukommen, die dem Buch soviel Freunde geworben hat. Eten deshalb, weil nicht nur die Doktrin, sondern auch die Judikatur in so reichem Maße zu ihrem Rechte gelangt, hat RosentergS Werk nicht nur im Kreise der Studenten und Referendare, sondern auch bei allen Praktikern bis zu ten Kollegien unseres höchsten Gerichtshofes Eingang gc- sunden. Die Bearbeitung ter neuen Auflage forderte die Bewältigung eines umfangreichen Materials: »In diesen zwei Jahren ist eine Fülle lehrreicher Entscheidungen, sind zahlreiche fördernde Bücher und Abhandlungen zum Zivilpro- zeßrecht erschienen und Wichtige Gesetze erlassen Worten.“ Das erneute Nachdenken über die Probleme in der Studierstute, die ständige Beschäftigung mit ihnen in Vorlesungen und Hebungen, zahlreiche Anregungen ter Leser und Kritiker brachten es aber auch mit sich, daß dem Verfasser manches als abänterungstedürstig erschien, tin- ter kleineren Verbesserungen findet man auch tiefer einschneidende. Don besonderem Interesse ist die Stondpunktsänderung zur Frage ter Partei- eigenschaft des Konkursverwalters ufw. (§ 39). Möge ter neuen Auflage ter gleiche schone Erfolg beschieten fein Wie ten beiden vorhergehenden! E. — Das hessische Baurecht und der Artikel 153 der Reichsverfassung vom 11. August 1919. Von Dr. jur. Ernst Holtzmann. (Derlagshaus Darm- ftabt Wolfgang Schröter, Darmstadt. 5 Mark.) — 505 — Die Ausführungen Holtzmanns find von großem Interesse für alle Baubehörden und öffentlichen Verwaltungsstellen, Architekten und Grundbesitzer. Politik und Geschichte. — „HellasundRom-BandllderPro- pyläen-Weltgeschichte, herausgegeben von Walter Goetz, Professor an der Universität Leipzig. Preis Leinen 34 Mark, Halbleder 38 Mark. Propy- läen-Lcrlag Berlin SW 68. — (270) — Der neueste Band der hier schon mehrfach besprochenen Propy- läen-Weltgeschichte führt mit der Schilderung der hellenisch-römischen Well und der Entstehung des Christentums an die Fundamente unserer Kultur. Wenn die Darstellung.dieser Epoche auch weniger Reucs bringen konnte, als der im ersten Band unter dem Titel „Das Erwachen der Menschheit" behandelte Zeitabschnitt, so wird diese Schilderung dadurch intcr- cssant, daß sie in der historischen Entwicklung das Werden der großen Ideen herausarbeitet, die feit den Tagen der Griechen und Römer die Menschheitsgeschichte beherrscht haben. Den Kampf der Griechen um ihre geistige und staatliche Freiheit stellt Karl Julius B e l o ch in den Mittelpunkt seiner „G e - schichte Griechen ^inds". Besonders gelungen erscheint uns die Darstellung der alexandrinischen Epoche. Eine etwas eingehendere Behandlung der griechischen Kunst und der Entwicklung der griechischen Philosophie in großem Zuge wäre im Rahmen einer Weltgeschichte vielleicht wünschenswert gewesen. Der Italiener Gaetano d e Sonetts hat Den folgenden Abschnitt „Der Hellenismus und Rom" übernommen. Die Entwicklung Roms aus einem kleinen Landstädtchen Latiums zur italischen Großmacht, die Darstellung der etruskischen und früh, römischen Äultur, die sozialpolitischen Auseinander- setzungen im römischen Stadtstaat und schließlich im Kampf um Karthago die Hinwendung zur Weltmacht sind scharf herausgearbeitet. Der Höhepunkt des Buches scheint uns Ernst Hohls glänzende Dar- ftcllung der römischen Kaiserzeit zu sein. Hier kommen aus großer Perspektive am klarsten die großen weltgeschichtlichen Linien heraus. Auch die Schilderung bedeutender Charaktere als bewegende historische Kräfte kommt zu ihrem vollen Recht. Wir denken besonders an die ausgezeichneten Porträts des Augustus, des Tiberius, des Hadrian. Den Band beschließt der Beitrag des Marburger Historikers Professor von Soden,.DieEnt st ehungdes C h r i ft e n t u m s", der die vorwiegend politisch- historische Darstellung Hohls nach der geiftig-reli- giosen Seite hin überaus glücklich ergänzt. Wein die Behandlung der griechisch-römischen Geschichte in diesem immerhin mehr als 600 Seiten umfassenden Bande allzu knapp erscheint, erinnere sich, daß einerseits die großartigen Ergebnisse der prähistorischen Forschung der letzten Jahrzehnte, anderseits die großen weltpolitischen Ereignisie seit der Jahrhundertwende, deren Zeugen wir alle waren, für eine weltgeschichtliche Betrachtung andere Blickpunkte ge- schaffen haben, und daß es Aufgabe des vorliegenden Bandes war, Hellas und Rom" in diesen erweiter- ten Rahmen sinngemäß einzugliedern, eine Ausgabe, die uns von den Bearbeitern dieses Bandes im ganzen genommen gelöst scheint. Es braucht kaum besonderer Erwähnung, daß auch dieser Band, wie alle seine Vorgänger, mit einem sorgfältig gesichteten und vielseitig zusammengestellten Abbildungsmaterial in verschwenderischer Fülle ausgeftattet ist. Besonders interessieren wird die ausgezeichnete Wiedergabe ägyptischer Papyri, griechischer, etruskischer und pompejanischer Wand, und Vasenmalereien, Mosaiken, Bronzen und Marmorreliefs. So vermitteln auch die Bilder in dieser Fülle ein eindrucksvolles und geschloffenes Bild der griechisch-römischen Welt. — Professor Dr. Franz Schnabel „Freiherr vom Etei n". Preis geb. 5 Mk. Verlag D. G. Teubner, Leipzig. — (247) — Das Jahr 1931 steht im Zeichen Steins. Politiker von ter äußersten Rechten bis weit in die Sozialdemokratie hinein nehmen das Gedankengut des großen Staatsmannes in Aussätzen und Reden Weitherzig für sich in Anspruch. Keine Kundgebung, keine Derfassungsfeier. ja bald keine politische Versammlung, ohne daß nicht dieManen Steins zitiert Würden als Zeugen für die Richtigkeit eigener politischer Weisheit. Da ist es gut, daß die historische Forschung unS das Bild Steins erneut vor die Seele rückt und uns einen untrüglichen Kompaß für die Orientierung im durch- einanterwogenten Kampf ter Meinungen und Auslegungen gibt. Das Buch teS Karlsruher Historikers Franz Schnabel hat dabei ten Vorzug, starke Prägnanz mit erfreulicher Kürze zu verbinden. so daß wir wirklich auf rund 150 Seiten ein abgerundetes Bild tes Lebensganges und der Persönlichkeit tes Freiherrn vom ,6tcin, seines staatsmännischen Wirkens sowohl, als seines heute noch lebendigen politischen und staatsphilosophischen Gedankengutes erhalten. Unter Fortlassung alles Unwesentlichen aetgl Schnabel scharf die große Linie des Steinschen LetenswerkeS auf und schlägt überall ohne dem Gegenstand irgendwelchen Zwang anzutun. die Brücken zur lebendigen Gegenwart. So wird das ausgezeichnete Buch, Wie Wir hoffen, auch dann noch aktuell sein, wenn ter Name des großen Deutschen mit dem Ablauf tes Gedächtnisjahres auch Wieder aus dem politischen Tageskampf verschwinden Wird. Mehr denn je ist es Aufgabe unserer Zeit, mit ten großen Reformen in Staat und Gesellschaft, ohne die es kein neues Deutschland gibt, an die Ideen Steins anzuknüpsen und auf dem Weiterzubauen, Wozu Stein vor mehr als 100 Jahren die Grundlage legte. — „F r o nt wider Bülo w." Staatsmänner, Diplomaten und Forscher zu seinen Denkwürdig- feiten; herausgegeben von Dr. Friedrich Thimme, Verlag F. Bruckmann AG. in München. Preis geb. 10 Mark. — (230) — Das vierbändige Memoiren- werk des Fürsten Bülow hat, wie es bei der Art seiner Abfasiung nicht anders sein konnte, bei den Beteiligten einen Sturm der Entrüstung entfeffelt. Und im Interesse der historischen Wahrheitserfor- ichung ist es zu begrüßen, daß man sich bald zu ausführlicher Stellungnahme entschloß. Nachdem in den Süddeutschen Monatsheften schon eine Reihe der Bücher zur Wirffchastskrisis. — Robert F r i e d lä n d e r - P r e ch t lk „W irtschaftswend e” Die Ursachen der Ar- beitslolenkrise unb deren Bekämpfung. Preis fort 5,50 Mark, Verlag Paul List in Leipzig. — (256) — Der Verfasser geht mit gewichtigen Gründen der Annahme zu Leibe, als ob die Arbeitslosigkeit eine akute Krisis sei, die momentanen Ursachen ent- spränga unb mit beren Beseitigung wieber ver- schivinten würbe. Er legt bar, baß wir mit ber Arbeitslosigkeit als mit einer chronischen Erscheinung zu rechnen haben, er baut barauf ein tkfgreifenbcs wirtschaftliches Reform Programm auf, mit bem man sich, mag es auch in Einzelheiten anfechtbar fein, grünblich ouseinanbersetzen muß. Das von großem Verantwortungsgefühl zeugenbe unb zum Nach- benken über die grunblegenben Probleme unserer Wirtschaftspolitik anregenbe Buch steht weit über bem Durchschnittsniveau der Broschürenslut, die die wirtschaftliche Not unserer Tage heroorgebracht hat. — Nicht Warten — Wirken! Don K. Philipps Morgan, Neuhork. (Derlag Georg Müller, München. 3 Mk.) (197) - DaS Buch enthält pvsittve Dorschläge teS Autors zu ten Wirtschafts- unb Finanzfragen Deutschlands, unb es soll bamit Amerikas Glauben an Deutschland dokumentieren, zugleich ater auch positive Antworten in Deutschland auslösen. Es sei ter Aufmerksamkeit aller Fachinteressenten testen- empfohlen. Mitarbeiter bc» vierten Reichskanzler» zu den Denk- Würdigkeiten das Dort genommen hatte, hat nun der an ber großen Aktenpublikation bes Auswärtigen Amtes beri'orragenb beteiligte Historiker Friedrich Thimme sich bemüht, Freunde sowohl wie Gegner bes Fürsten Bülow zu einer Kritik an ben Denk» öürbigfeiten zu vereinigen. E» mag nicht seine Schuld sein daß trotz diesem Streben nach Objektivität das dabei zustande gekommene Buch saft ausschließlich Persönlichkeiten zu Versasiern hat. die in den Denkwürdigkeiten aufs das schwerste angegriffen sind. Die hier zusammengefaßten Beitrage sind sowohl ihrem historischen Wert nach wie auch in ihrem Ton außerordentlich verschieden. Neben quellenmäßig gut fundierten Aussätzen, die sich auch in ihrer Form vornehmer Zurückhaltung befleißigen — wir nennen nur ben Beitrag bes Herausgebers ober ben Aufsatz bes ehemaligen Staatsministers von Sybow über Bülow unb bie Reichsfinanzreform, ober bi« interessanten Aeußerungen bes ehemaligen Botschafter» Grafen Webel — stehen so maßlos scharfe Stri- tiken wie die von Mufchler und Eugen Fischer, bie sich mit Erfolg bemühen, Bülows Gehässigkeiten nach Möglichkeit zu überbieten. Das Sammelwerk als ?anzes ift eine Notwenbigkeit. Wenn es auch noch cincsrocgs ein abschließenbes Urteil über Bülows Denkwürbigkeiten erlaubt ober gar alle» zurechtrücken kann, was ber Reichskanzler bewußt ober unbewußt schief ober gar falsch bargeftcUt hat so ist das Buch doch ter erfreuliche Auftakt zu einer umfassenden und tiefgreifenden Kritik. Biographisches. — Winston S. Churchill: „W eUaben- (euer im Dien st". Verlag Paul List, Leipzig. — (159) — Der ehemalige Schagkanzler im letzten konservativen Kabinett hat schon ein reich bewegtes Leben hinter sich gehabt, bis er in die Regierung des britischen Weltreichs einzog. Dieser auch heute noch beweglichste und geistreichste Politiker Old Eng- land» hat seine Lausbahn auf nicht alltägliche Weise begonnen. Als Sproß des berühmten Haules der Herzöge von Malborough, selbst ein Sohn des bedeutenden Staatsmannes der viktorianischen Aera Lord Randolph Churchill und einer lebensklugen Amerikanerin war der junge Windston für die übliche Vorbildung des britischen Politikers prädestiniert, aber die grenzenlose Faulheit des Jungen machte dem ehrgeizigen Vater einen Strich durch die Rechnung. Winston absolvierte mit Ach unb Krach bie berühmte Schule von Harrow, roanb sich mit Mühe burch bie vorgeschriebenen Prüfungen hinburch, um bann ganz gegen die Absicht des Vaters bei den vierten Husaren zu landen. Der Malborough-Sproß ift ein schneidiger und kecker Kavallerieofsizier geworden, der bas Abenteuer unb ben Kampf suchte, wo sie sich ihm boten. In Kuba pflückt er erste Ärlegslorbeeren. Währenb eines kurzen Urlaubs nahm er Dort an ben Kämpfen eines spanischen Expeditionskorps gegen aufständische (Eingeborene teil. Dann wurde sein Re- giment nach Indien verlegt, und der junge Churchill führt hier das sorglose Leben eines britischen Ha- vallerieofsiziers, dessen Gedanken sich ausschließlich um Polo drehen. Als Freiwilliger nimmt er an Kämpfen gegen aufständische Bergvölker teil und entdeckt hierbei zum erstenmal seine journalistische Begabung. Da die außerordentlich hohen Höften der Lebenshaltung inIndiendieihm zurDerfugung stehen- den Mittel erheblich überschreiten, sucht er sich durch Kriegsberichterstattung für englische Zeitungen einen Nebenverdienst zu verschaffen. In dieser Doppelten Eigenschaft als Offizier und Kriegsberichterstatter macht er bann auch ben berühmten Feldzug Kitchners gegen die aufständischen Anhänger des Mahdi unb die Schlacht von Dmburman mit. Finanzielle Grünte veranlassen ihn, ben Dienst in ber Armee zu quittieren und sich ganz ber Schriftstellerei zu roibmen. Er schreibt ein viel beachtetes Buch über ben Sudan- seldzug unb geht nach einem ersten mißglückten Abstecher in bie Politik bei Ausbruch bes Burenkrieges mit einem glänzenben Vertrag in der Tasche als Berichterstatter der „Morning Post" nach Südafrika. Die Engländer, die wie zu einem Spaziergang zum Burenkriege aufgebrochen waren, um hier eine schwere Niederlage nach der andern einzustecken, rafften sich zu gewaltigen Anstrengungen auf, denen schließlich ber Erfolg nicht versagt blieb. Churchill hat durch seine scharfe Kritik an diesem rücksichtslosen Kurswechsel in der britischen Kriegsführung feinen bedeutenden Anteil gehabt. Ueberaus spannend sind seine persönlichen Erlebnisse, die widerrechlliche Teilnahme an einem Vorstoß zum Entsatz von Ladysmith und seine Gefangennahme durch den berühmten Burengeneral Botha, seine abenteuerliche Flucht aus bem Gefangenlager unb sein Entkommen nach dem portugiesischen Lorenzo Marquez. Er tritt dann wieder als Offizier in bie Armee ein unb macht ben Feldzug bis zur Kapitulation von Pretoria mit. Die Kakhiwahlen von 1901 brachten ihm den lange er- sehnten Sitz im Unterhause. Damit mündet Churchills Leben nach einer außergewöhnlich stürmischen unb an Abenteuern reichen Jugend in bas breite Bett bes britischen Parlamentariers. Churchills glänzende schriftstellerische Begabung, seine Kunst, mit viel Humor, Anschaulichkeit unb Farbe, persönliche Erlebnisse im Zusammenhang großer weltpoli- Wirtschaft Banknoten. dies ilmcritanildje Nolen....... Belgische Noten......... Dänische Noten Englische Noten ...... Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oeklerreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten Schweizer Noten......... Spanische Noten. ....... Ungarische Noten........ erfolgen. 3. Die monatlichen Gehaltszahlungen für Beamte sind ebenso über die erste Monatshälfte zu verteilen: auch diese Zahlungen sollen also nicht an festen Kalendertagen geschehen, wie gegenwärtig noch in der Notverordnung vorgesehen ist. Schweinemarkt in Gedern. Y Gedern, 18. Aug. Zu dem heutigen Schweinemarkt waren 616 Tiere aufgetrieben. Die Preise waren gedrückt. ^Es wurden für sechs Wochen alte Ferkel durchschnittlich 8 Mk., für sechs bis acht Wochen alte 9 bis 10 Mk. und für Läufer, je nach Stärke, 12 bis 20 Mk. bezahlt. Trotzdem der Handel verhältnismäßig flott ging, blieb ein geringer Heberstand. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Bentenbankscheinen auf 24,3 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 525,6 Millionen Mark eine Abnahme um 255,0 Millionen Mark. DieDestände a n G o l d und deckunasfähigenDevisen haben sich um 10,6 Millionen auf 1682,8 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 760 000 Mark auf 1365,8 Millionen Mark und die Bestände an Devisen um 0,8 Millionen auf 317,0 Millionen Mark abgenommen. Die Deckung bet Hot en durch Gold und Devisen beträgt 39,7 gegen 38,2 Prozent in der Vorwoche. * Schwankende Lage in der Hanauer Diamantschleiferei. Die in Hanau und Umgebung stark vertretene Diarnantschleiferei- 3ndustrie hatte in der letzten Zeit einen lebhaften Geschäftsbetrieb zu verzeichnen, so daß einige Einstellungen erfolgen konnten und nur noch wenige Schleifer verfügbar waren. Leider beginnt die Lage sich bereits jetzt wieder schwankend zu gestalten. ' Das Ergebnis der heutigen Nord- wolle-Verhandlungen. Die Verhandlungen zwischen dem Konkursverwalter und den Hauptgläubigern der Nordd. Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei Bremen haben- zu einer grundsätzlichen Hebereinstimmung geführt hinsichtlich der Gründung einer neuen Gesellschaft, in welche die Hauptwerke der Nordwolle eingebracht werden. Die Beratungen über die Einzelheiten dieses Projektes werden, wie WTB-Han- delsdienst erfährt, fortgeführt. Der Gläubiger- Versammlung am 21. August wird näherer Bericht erstattet werden. * Die Landesbank der Rheinprovinz nimmt ihren Betrieb wieder auf. Die Verhandlungen der Landesbank der Rheinprovinz mit den Reichs- und Staatsbehörden sowie mit der Reichsbank sind nunmehr zu einem günstigen Abschluß gelangt. Die Landesbank ist daher jetzt in der Lage, ihren Betrieb wieder aufzunehmen, nachdem mit den Bankengläubigern eine Verständigung erzielt worden ist. * D i e neuen Stickstoffpreise. Wie das Stickstoffsyndikat mitteilt, hat sich die Deutsche Stickstoffindustrie entschlossen, für das Düngejahr 1931/32 die Preise für ihre Erzeugnisse zu senken, und zwar besonders erheblich für diejenigen, die den Hauptteil am deutschen Verbrauch ausmachen. Maßgebend für diesen Entschluß war die Rücksicht auf die ernste Lage der deutschen Landwirtschaft. sowie die Hoffnung, daß durch eine erneute Preissenkung der Verbrauch und damit auch die Erzeugung wieder gesteigert und Arbeiterentlassungen vermieden werden können. Die neuen Preise konnten selbstverständlich nicht auf den Stand gesenkt werden, der sich in den offenen Exportmärkten als Folge eines wilden Konkurrenzkampfes zeitweilig darbietet. Sie sind aber für den Landwirt vorteilhafter als in irgendeinem Lande, dessen Heimatmarkt gestützt ist. Die Preise sind gesenkt je Kilogramm Stickstoff um) 2 bis 6 Pfennig, und für Nitrophoska um. 25 Pfennig je 100 Kilogramm Ware. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 7N. Oie Weinernte 1931. WSN. Mainz, 16. Aug. Gegenstand der Beratungen einer kürzlich hier abgehaltenen Sitzung von Vertretern des Deutschen Weinbauverbandes, des Südwestdeutschen Weinbauverbandes und des Bundes westdeutscher Weinhändlcrvereine bildeten Fragen der Verwertung und Finanzierung der Weinernte 1931. Man kam u. a. darin überein, angesichts der ungünstigen Lage des Kapitalmarktes sich an die Reichsstellen um Unterstützung zu wenden, um so einen Preis st urz der diesjährigen Ernte zu vermeiden, der auch auf die Preise der alten Jahrgänge nicht ohne Einfluß bleiben würde. Mit den weiteren Fragen will man sich in einer späteren Sihung'befassen. stadt, Ernst Krug von Nidda, wurde auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten mit Wirkung vom 1. Dezember 1931 in den Ruhestand versetzt. Preußen. Kreis Wetzlar. > Wißmar, 16. Aug. Die Gemeindevertretung beschloß, bei den diesjähr-gen Obst- versteigerungen das Obst nur gegen Barzahlung abzugeben. — Der Gemeindevorsteher teilte mit, daß von der Regierung festgestellt worden sei, daß der hessische Staat bis 400 Meter unterhalb der Lahnbrücke an der Straße Wißmar- Gießen die Hoheitsrechte über das Lahnbett habe und die Ausbaggerung der Kiesbänke an die Firma R ü b s a m e n (Gießen) verpachtet fei. Da- mit wird auch der Str ei t um die Unterhaltung des Lahnufers hoffentlich beendet sein, der schon jahrlang schwebt. — Die Straße Krofdorf — Wißmar soll nach dem Plane der Kreisverwaltung ausgebaut werden, um Wohlfahrtserwerbslose mit zahlreicher Familie zur Entlassung der Gemeinden zu beschäftigen. Die erforderlichen Fuhren müssen von den Gemeinden als Hand- und Spanndienste geleistet werden. Kreis Marburg. WSN. Marburg, 17. Aug. Reichspräsident von Hindenburg hat bei dem sechsten Sohne, der kürzlich der Familie des Landrats des Kreises Marburg, Schwebet, geschenkt wurde, die Patenschaft übernommen und aus diesem Anlaß sein Bildnis mit eigenhändiger Unterschrift überreichen lassen. Zur Lage am Baumarkt. 3m Wochenbericht des 3nstitutsfürKon- junkturforschung wird geschrieben: Bereits zu Beginn des Jahres war für die Bausaison 1931 mit einer Verminderung der verfügbaren langfristigen Kredite um mindestens eine Milliarde Mark zu rechnen. Nach den Vorgängen der letzten Wachen muh nunmehr die damalige Schätzung als viel zu optimistisch betrachtet werden. 3m einzelnen läßt sich zwar im Augenblick noch nicht fest- stetlen, wie stark die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Quellen des Baukredits beeinträchtigt ist: immerhin wird man im ganzen eine Verminderung des Bauvolumens gegenüber dgm Vorjahr um m e h r als e i n D r i t t e l erwarten müssen, da schon im ersten Halbjahr 1931 nur knapp zwei Drittel des vorjährigen Bauvolumens erreicht worden sind. Ende 3uni, also noch vor Ausbruch der akuten Kreditkrise, waren nur 43,3 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Bauarbeiter beschäftigt (gegenüber 61,3 Proz. zur gleichen Zeit des Dor- fahres). Dis Ende 3uli hat sich sogar entgegen der saisonüblichen Entwicklung die Beschäftigung bereits wieder etwas verschlechtert. Der Baustoff- absah war im ersten Halbjahr 1931 um 33 Prozent geringer als in der gleichen Dorjahreszeit. Die bekannt gewordenen Bauplanungen hielten sich um 32 Prozent unter Vorjahrshöhe: dabei ist anzuzunehmen, daß die Finanzierungsschwierigkeiten einen erheblich größeren Teil der Dauplanungen als in den letzten 3ahren nicht zur Ausführung kommen lassen. Die private Dautätigkeit wird durch die Stok- kung im Pfandbrief- und Sparkassengeschäft, die gewerbliche durch die Schwierigkeiten bei den Kreditbanken und auf den Emmissionsmärkten. die öffentliche Dautätigkeit zudem durch die Anspannung der Finanzlage ernsthaft bedroht. —„ Für den Wohnungsbau kommt noch die immer drückender werdende Spanne zwischen Dau- und Finanzierungskosten einerseits und dem Mieterlös andererseits hinzu. Die Indexziffer der Baukostenpreise ist zwar seit 1929 um 16 Prozent zurück- gegangen. Die wach e ide A.b.itelosigkeit sowie die Senkung der Löhne und Gehälter haben aber das Einkommen so stark vermindert, daß die aus Baukosten und Verzinsung errechneten Mieten immer schwerer aufgebracht werden können. Die zukünftige Gestaltung des Daumarkles wird einmal von dem Tempo abhängen, in dem die Kreditschwierigkeiten überwunden werden können. Aber selbst, wenn das Kreditvolumen in seiner Gesamtheit wieder gesichert erscheint, dürften Wohl von der Mietenseite her noch beträchtliche Hemmungen wirksam bleiben. Zahlungskrise und Zahlungstermine. Die Forschungsstelle für den Handel, Berlin, gibt eine ausführliche Darstellung über die Hmsahschwankungen im Einzelhandel, untersucht ihre Ursachen und die Möglichkeiten der Milderung durch Auseinanderlegung der Zahlungstermine und Aenderung der Kaufgewohnheiten und stellt dabei zusammenfassend fest: Die häufigen und starken Hmsahschwankungen im Einzelhandel verhindern eine volle Ausnutzung seiner Anlagen und damit eine Senkung der Vertriebskosten und Handelsaufschläge. Der Zwang der Verhältnisse und eine gewisse Lässigkeit der Konsumenten führen zu stoßweiser Belastung des Ladengeschästs während der „Freizeiten" und an den Lohn- und Gehaltszahlungsterminen. Gleichmäßigere Verteilung der Zahlungstermine und Aufklärung der Verbraucher über die Vorteile des Einkaufs in den ruhigen Geschäftszeiten würden die Umsatzschwankungen im Einzelhandel wesentlich mildern: eine Anpassung der Geschäftszeit an die Detriebsbean- spruchung und andere Maßnahmen des Einzelhandels könnten zu weiteren recht erheblichen Ersparnissen führen. 3m einzelnen wird über das Problem der Verlegung der Zahlungstermine ausgeführt: Infolge der Stockung des Zahlungsverkehrs bereitet die Häufung der Lohn- und Gehaltszahlungen an be- * Lombardsatz ab heute 12 v. H. Die Reichsbank hat auf Grund des Ausweises vom 15. August beschlossen, den Lombardsatz mit Wirkung von Mittwoch, den 19. August, ab auf 12 v. H. zu ermäßigen. • Hessens Kohlenproduktio n im 3 u I i. Die monatliche Kohlenproduktion für den Volksstaat Hessen weist für 3uli 1931 folgende Ziffern aus: Förderung an Rohbraunkohle 84 574 Tonnen: zu Schwelereiprodukten weiter- verarbeitet wurden 77 231 Tonnen. Hieraus wurden gewonnen 4908.8 Tonnen Rohteer, 554 580 Liter Leichtöl aus Schwelgasen und 12 040 Tonnen Koks. * Erläuterungen zum Reichsbankausweis vom 15. August. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. August 1931 hat sich in der zweiten Augustwoche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombard- und Effekten um 542,6 Millionen auf 3306,8 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 358,7 Millionen auf 3104,0 Millionen Mark und die Lombardbestände um 67,7 Millionen auf 99,9 Millionen Mark abgenommen. Bestände an Reichsschahwechseln, die am Ende der Vorwoche 116.5 Millionen Mark betragen hatten, sind n.cht mehr vorhanden. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 144,1 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 138,3 Millionen auf 4237,3 Millionen Mark und derjenigen an Rentenbankscheinen um 5,8 Millionen Mark auf 403,3 Millionen Mark stimmten Terminen jetzt auch für Geldinstitute und öffentliche Kassen erhebliche Schwierigkeiten. Man hat sich daher zunächst durch eine Zerlegung der Zahlungen für die Gehaltsempfänger der öffentlichen Körperschaften zu helfen gesucht und der Privatwirtschaft eine ähnliche Regelung gestattet. Diese Teillösung kann nur als Notbehelf betrachtet werden. 3hre Mängel bestehen einmal dgrin, daß nicht die anzustrebende Verlegung der Zahlungstermine, sondern eine Zerlegung der Zahlung für den einzelnen Gehaltsempfänger und damit eine Vermehrung der Zahlungstermine vorgenommen wird. Ferner sind die Zahlungen nach wie vor an feste Kalendertage gebunden, während ein Zusammenfallen mit anderen Gehalts- oder Lohnzahlungen nur durch Festlegung auf bestimmte Wochentage vermieden werden kann. Für eine technisch einwandfreie Gesamtlösung müssen also folgende Grundsätze betrachtet werden, die die Forschungsftelle für den Handel der Oeffentlichkeit bereits unterbreitet hat: 1. Die wöchentlichen Lohnzahlungstermine sind so zu verteilen, daß innerhalb eines Wirtschaftsgebietes an jedem Wochentage etwa die gleiche Lohnsumme zur Auszahlung .gelangt, wie es bereits für Erwerbslose durch die Arbeitslosenversicherung geschieht. Die Einteilung der Betriebe in Gruppen hat durch die 3ndustrie- und Handelskammern im Einvernehmen mit den zuständigen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden zu erfolgen. 2. Die monatlichen Gehaltszahlungen für Angestellte sind auf die zweite Monatshälfte zu verteilen: die Zahlungen ein und desselben Betriebes haben dabei stets am gleichen Wochentage zu tischer Geschehen zu schildern, ist in diesem Buche seiner Jugend besonders markant. Hier, wo er noch nicht, wie in den späteren großen Werken über den Weltkrieg von politischen Erwägungen und taktischen Rücksichten geleitet wird, konnte er ganz aus sich herausgehen. Und so wurde das Buch ein schönes Zeugnis der unbekümmerten Frische, mit der einst der junge Winston ins Leben hinauszog. Kreis Schotten. 0 Ober-Seemen, 17. Aug. 3m Gegensatz zum vorigen 3ahr fällt die Himbeerernte nur dürftig aus. Durch das Fehlen der Sonnenstrahlen haben sich nur wenige Früchte entwickelt, so daß sich das Sammlergeschäft kaum lohnt. Die Aufkäufer zahlen nur 12 bis 15 Pfennig je Pfund. Kreis Alsfeld. u Ober-Ohmen, 17. Aug. Am Sonntag fand hier die feierliche Enthüllung des dem ersten Reichspräsidenten Fr. Ebert gewidmeten Denkmals statt. Fackelzug und Festkommers bildeten am Samstagabend den Auftakts Am Sonntagvormittag sand eine Totengedächtnisfeier am Kriegerdenkmal statt. Dr. Gum - bei (Gießen) und der Ortsgeistliche, Pfarrer G u h m a n n, gedachten der Opfer des Weltkrieges. Am Mittag bewegte sich ein großer Fes^ug durch die Straßen unseres Dorfes zu dem an der Straßenkreuzung Grünberg—Hlrichstein und Ober-Ohmen—Zeilbach gelegenen Denkmal. Hier nahm Staatspräsident Dr. Adelung die feierliche Einweihung vor. Er würdigte das Leben und Wirken des ersten Reichspräsidenten und verlieh seiner Freude darüber Ausdruck, daß es in einer Zeit wirtschaftlichen Tiefstandes und materieller Not gelungen sei, ein würdiges Zeichen der Dankbarkeit zu schaffen. So wie dieser Gedenkstein nur durch Einigkeit und Opferwttlen geschaffen werden konnte, so mühten auch alle Volksgenossen sich verbinden und ihre persönlichen Wünsche und Meinungen hintanstellen, wenn es das Wohl des Vaterlandes gilt. Musikvorträge und Chöre umrahmten die eindrucksvolle Feier, die durch den Gesang des Deutschlandliedes ihren Abschluß fand. Sodann begab man sich nach dem nahegelegenen Festplah, wo Reichstagsabgeordneter Ritzel (Gießen) und Landtagsabgeordneter Reiber (Darmstadt) Ansprachen hielten. Kreis Lauterbach. ch 3lbeshausen, 18. Aug. Trotz der ungünstigen Wirtschaftslage sind d'.e Sommerfrischen gut besucht. Besonders aus der Frankfurter und Kasseler Gegend sind zahlreiche Kurgäste hier. Auch in den Nachbarorten sind zahlreiche Fremde eingetroffen, die ihre Ferien dort.verleben. Starkenburg. WSN. D a r m st a d t, 17. Aug. Der Präsident des hessischen Oberversicherungsamtes in Darm- Oberheffen. Oer Bezirksfeuerwehrtag des Kreises Schotten in Gedern. Gedern, 17. Aug. Am Sonntag fand hier der Dezirksfeuerwehrtag statt. Zugleich war damit die Feier des 40jährigen Bestehens der ärret- willigen Feuerwehr Gedern verbunden. Dem Ernste der Zeit entsprechend, war von einer größeren Feier abgesehen worden. Am Vormittag fand in der Kirche ein Festgottesdienst statt. Hieran schloß sich das Geräteexerzieren vor dem Rathaus, dem eine größere Hebung folgte. Die Wehren von Eschenrod, Burkhards und Ober-Seemen arbeiteten mit der Gederner Wehr zusammen. Die Freiwillige Samtäts- kolvnne vom Roten Kreuz beteiligte sich ebenfalls in vorbildlicher Weise. Die gesamte Hebung wurde mustergültig durchgeführt. Rach dieser Hebung begab man sich nach dem Marktplatz, wo Regierungsrat Schwan die Wehren im Namen des Kreisamtes Schotten begrüßte und den Gederner 3ubelverein zu seinem 40. Stiftungsfeste beglückwünschte. Bürgermeister Muller rühmte in seiner Begrüßung besonders den Geist der Einigkeit innerhalb der Feuerwehr. Brandmeister Wenzel aus Gießen richtete Worte der Anerkennung an die Wehren und beglückwünschte die Gederner Wehr. Kommandant Lenz aus Ortenberg überreichte als Zeichen der Verbundenheit der beiden benachbarten Wehren einen Fahnennagel. Für die fast vollzählig erschienenen Bürgermeister des Kreises Schotten sprach Bürgermeister Mangel aus Schotten von dem unbedingten Verlaß auf die Feuerwehren in Zeiten der Not und Gefahr. 3n ähnlichem Sinne sprach der Kreisverbandsvorsitzende Stang, Schotten. • Sodann wurde die Ehrung von zehn verdienten Feuerwehrmännern durch Regierungsrat Schwan vorgenommen. Don den 15 einstigen Gründern sind noch fünf am Leben. Es sind dies Karl Simmert, Christian Reichert, Derthold Simon, Eduard Dinges und Hermann Landmann. Sie erhielten das Ehrenzeichen für 40jährige treue Arbeit im Dienste der Nächstenliebe und Hrkunden. die von Minister Leuschner persönlich unterschrieben waren. Die Ehrenschnalle für 25jährige Mitgliedschaft konnte den Feuerwehrleuten Karl Franz IL, Richard Carl Ludwig Freymann, Arthur L a u er • und 3ulius Voehl überreicht werden. Der erste Kommandant der Gederner Wehr, Chr. Braun, versprach, alles zu tun, was der weiteren Aufwärtsentwicklung dienlich sei. 3m „Löwen", der bis auf den letzten Platz gefüllt war, folgten nun die geschäftlichen Verhandlungen. Der Begrüßung durch Regierungsrat Schwan folgte dann ein Vortrag des Direktors Hofmann von der Hessen-Nassauischen Landesversicherungsbank über Haftpflicht und Hnfallversicherung von Feuerwehren. 3n den geschäftlichen Mitteilungen wurde bekanntgegeben, daß im Lause des verflossenen 3ahres sechs neue Freiwillige Wehren im Kreise Schotten aegründet wurden, so daß sich die Gesamtzahl auf 20 erhöht hat. Die neuen Weh- . ren sind in Rebgeshain, Ober-Lais, Dusenborn, Stornfels, Einartshausen und Rainrod. Kreis- > seuerwehrinspektor Eberheim erstattete sodcmn den Iahresbericht. Dom 1. Oktober 1930 bis 1. August 1931 wurden 42 Wehren einer Besichtigung unterzogen, deren Ergebnis als gut bezeichnet werden konnte. Aus richtige Behandlung der Hydranten und Schläuche wurde besonders hingewiesen. An Bränden waren 1931 bereits sieben zu verzeichnen. Auf Veranlassung des Kreisamtes Schotten fanden belehrende Vorträge durch Oberingenieur Kalweit vom Heberlandwerk Friedberg in Schotten, Laubach, Gedern und Hlrichstein statt. Eine größere Der- bandsübung fand in Einartshausen statt. Mehrere Neugründungen von Wehren stehen noch bevor. Kreisverbandsvorsihender Stang dankte Re- gierungsrat Schwan und Inspektor E b e r - heim für die große, uneigennützig geleistete Arbeit innerhalb des Kreises. Nachdem einige allgemeine Anfragen erledigt waren, ließ die Firma Hermann S ch e l l h o r n (Offenbach), einige Filme laufen, die für die Feuerwehr von besonderem 3ntereffe waren. Die Tagung nahm einen sehr harmonischen Verlauf. Kreis Büdingen. n. Büdingen, 17. Aug. 3m „Hain" des hiesigen Schloßparkes fand gestern eine Gedenkfeier der Iugend des Vogelsberger H ö h e n c l u b s für den verstorbenen Iugendob- mann Prof. Gg. Dender (Frankfurt a. M.) statt, die von dessen Nachfolger, Rektor Ludwig Dern (Offenbach a. M.) geleitet wurde. Die Gedächtnisrede hielt Konrektor Wilh. Dörffler (Frankfurt a. M.). Die Feier wurde durch Darbietungen eines Streichquartetts des Frankfurter DHC.- Hausorchesters und des Büdinger Liederkranz- quartetts umrahmt und verschönt. Dann begab sich die Festversammlung zu dem Türkschen Hause in der Neustadt, wo Dender von 1874 bis 1880 als Gymnasiast gewohnt hatte. Mit einer Ansprache des 1. Vorsitzenden, des Berufsschullehrers N i e h (Büdingen), wurde hier eine von dem Zweigverein Büdingen gestiftete Erinnerungstafel enthüllt, durch Rektor D e r n geweiht, der Stadtverwaltung bzw. dem Hausbesitzer zu treuen Händen übergeben und von Bürgermeister H i l d n e r übernommen. Die schön geschnitzte Cichenholztafel ist von einem hiesigen Künstler gefertigt. Am Nachmittag fand auf dem „Sandhof" die Feier des 5 0. Stiftungsfestes des hiesigen Zweigvereins statt. Dr. Bruchhäuser überbrachte die Glückwünsche des Gesamtvereins, Rektor Dern die Grüße des Reichsverbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine sowie der Sektionen Offenbach, Darmstadt, Langenselbold, Gelnhausen, Wenings und Mainz. Konrektor Dörffler sprach für Frankfurt a. M. Einen trefflichen geschichtlichen Rückblick bot der Lehrer Karl H e u s o h n in seiner Festrede, der Vorsitzende Rieß gab eine Reihe von Ehrungen verdienter Mitglieder bekannt. Regierungsrat Weber gratulierte dem VHC. Büdingen im Namen des Reichs Verbandes Deutscher Jugendherbergen. Alle drei Feiern nahmen bei zahlreicher Beteiligung einen äußerst würdigen Verlauf. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 18. Aug. Das Angebot in Brotgetreide ist weiterhin klein, die Mühlen bekunden gute Konsumnachfrage nach Weizen und Roggen und auch für den Export ist Weizen verschiedentlich gesucht. Von neuen Exportabsendungen ist dagegen heute wenig zu hören. Vereinzelt bewilligen die nur schwach versorgten Mühlen für Weizen etwas höhere Preise, im allgemeinen werden jedoch gegenüber gestern unveränderte Preise genannt. Am Lieferungsmarkte ergaben sich bei gleichfalls nur ziemlich geringen Hmsähen für Weizen und Roggen unbedeutende Preisveränderungen. Das Mehlgeschäft ist stetig, bei unveränderten Forderungen der Mühlen. Für Hafer zeigt sich weiterhin ziemlich lebhafte Konsumnachfrage so daß dieser Markt gut stetig tendiert, das unbeständige Wetter veranlaßt die Abgeber zur Zurückhaltung. Gerste ruhig. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märkischer, neue Ernte, 219 bis 221 (stetig), September 232 bis 232,50, Oktober 231 bis 231,50; Roggen, märkischer, neue Ernte, 165 bis 167 (stetig), September 176,50 bis 177,50, Oktober 178,50 bis 179,50; Futter- und Industriegerste 150 bis 160 (ruhig); Hafer, märkischer, neue Ernte, 146 bis 154 (stetig), September 145 bis 146 (Geld), Oktober 148 (Geld); für je 100 Kilo: Weizenmehl 27 bis 33,50 (ruhig); Roggenmehl 23,75 bis 26,25 (ruhig); Weizenkleie 11,25 bis 11,75 (ruhig); Roggenkleie 9,75 bis 10,25 (ruhig); Raps 140 bis 150; Diktoriaerbsen 24 bis 31; Futtererbsen 18 bis 20. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Aug. Es wurden notiert: Weizen 250 Mk., Roggen 215, Sommergerste für Drauzwecke 170 bis 175, Hafer (inl., alte Ernte) 200 bis 205 Mk. pro Tonne; Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 40,25 bis 40,75 Mk., (südd., Sondermahlung) 36 bis 36,75, (niederrh.) 40,25 bis 40,50, (niederrh., Sondermahlung) 36 bis 36,50, Roggenmehl 29,50 bis 31, Weizenkleie 10, Roggenkleie 9,75 Mk. pro Doppelzentner. — Tendenz: stetig. 18. August 19.August Amillche Notierung Amtliche Notierung Meld Bries Geld Briet Hclsingsorl . 10,587 10,607 10,587 10.607 Wien. . . . 59,17 59,29 59,19 59.31 Prag . . . 12,47 12,49 12,47 12.49 Budapest . . 73,43 73,57 73.43 73.57 Sofia . . . 3,057 3.063 3,057 3,063 Holland . . 169,78 170,12 169,78 170.12 Oslo.... 112,49 112,71 112.49 112,71 Kopenhagen. 112,49 112,71 112,49 112,71 Stockholm . 112,54 112,76 112,54 112,76 London. . . 20,452 20,492 20,45 20,49 Buenos Aires 1,213 1,217 1,196 1,200 Neunori . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüfsel. . . 58,62 58,74 58,62 58,74 Italien. . . 22,05 22,09 22,05 22,09 Darts . . . 16,495 16,535 16.495 16,535 Schweiz . . 81,92 82,08 81.82 81,98 Spanien . . 36,06 36,14 36,71 36,79 Tanzig. . . 81,67 81,83 81.67 81,83 Japan . . . 2,080 2,084 2,078 2,082 Rw de Ian.. 0,264 0,266 0,259 0,261 Iugoflawiea. 7,423 7,437 7,423 7,437 Lissabon . . 18,53 18,57 18,55 18,59 Berlin, 18 Auaust 4,20 4,22 58,45 58.69 112,23 112,67 20,395 20,405 16,465 16,525 169,36 170,04 21,96 22,04 112,23 112.67 59,09 59,33 2,465 2.485 112,28 112.72 81,74 82,06 35,67 35,83 72,85 73,15