* «• fr, ^9‘ttnb eilt« mich schön er- 18 Pich intet? n bummeln!" m..." M 6r Lt iite ex >t 'Os Aödch°? L^K *?• nur di- eWte LLDer- a?rW ent- W legte. Die ^k-rer. >n ftw 9tWn- &»'***! bamit b£ ertoathinget)o[[ 1 würde? bnabgekmnien )CP mid sie^ »ehabt, daß er war aber mit "onibergegan. n war, mit ihr 1“ folgen. N näher. 2n ne Straßen, die M betrat er die iier befand. Sie lt- deren Inhalt Dame, agte er. m Für dosen t voll- i und leben. Saum , 19. d- cto*’* „„Sch«ltb«i! ttSon«t»8,‘“*e •"l,el"bd,Bdi. ier^a^enl>reiid igust M S-v-^ r* Ht. 166 Erstes Blatt 181. Jahrgang Samstag, 18. Juli 1931 Erschein, täglich,cmtzer Sonntag» unb feiertags. Bttlagee: Die Illustrier,, Gießener Jamilienbl&tta 5 et mal im Dill» Die Scholle Konats-Bejugspreti: 2.20 Deichsmard unb 30 Retchspfevnig für Träger» lohn, auch bei Dich,erschein e« nnz einer Dummern infolge höherer Gewalt. 8er»sprechaNfchlSße ■nter5ammebnunmer2251. fln|d)rifl für Drahtnach- richten lediger •lefcei- PotWedfoilo: firoeffurl an Main 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche UntversttütL.vuch. ent Stehtömderei H. £aige ht Sietzen. $d)riftletting und Seschästrftelle: Schnlsttatze 7. Annahme oon Anzeiaeu für die lagesnummer bis zum Dachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswürt« 10 Deichspfennig; für De« klameanjeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20 mehr. Chefredakteur-. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.IHgriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein unb für ben Anzeigenteil Max Filler, sämtlich In Diesten. Oie pariser Reise. Die »ergangene Woche hat ba8 deutsche Volk auf eine harte Rervenprobe gestellt, Hnb was war ihr schon vorangegangen! Sin Winter wachsender wirtschaftlicher Schwierigkeiten und in ihrem Gefolge eine bedenkliche Zuspitzung der tn- n>er politischen Gegensätze, ein Frühjahr ohne merkliche Entlastung auf dem Arbeitsmarkt, wohl aber stärtste^Jnanlpruchnahme der Steuerschraube unter dem Zwang zur Sanierung der StaatSfinan- ien, schließlich zu Beginn deS Sommers — in gleicher Dichtung laufenden Entschlüssen der Reichsregierung vorgreifend — der Hooverplan, der Deutschland wenigstens für ein Jahr von den TributzaHIungen entlasten sollte, aber dann immer noch zwei lange Wochen fast unerträglicher Spannung. bi- endlich auch Frankreich als Hauptgläubiger dem .Feierjahr" wenigstens in seinen Grundzügen zugestimmt hatte. Doch nun mit einem ödjlage die niederschmetternde Erkenntnis Zu spät! Wohl hatte da« Reich sich dank der Srspamisse aus dem Hoovermoratorium von drückendsten Schulden befreien können, aber der Wirtschaft, die sich mit kurzfristigen AuSlands- frebiten über die letzten schweren Jahren hinweg- geholsen hatte, blieb die KrisiS nicht erspart. Der Abzug der Kredite, der namentlich durch französische und amerikanische Geldgeber schon nach ben Seplcmberwahlen begonnen hatte, hatte im Laufe des Winters und Frühjahr« fast stürmische Formen angenommen und war während des Hin und Her» der Pariser Verhandlungen schließttch zu einer Lawi'v? angeschvollen, die am Ende dsr zweiten Juliwoche die deutsche Wirtschaft in den Abgrund zu reihen drohte, wenn es nicht im letzten Augenblick gelang, durch eine großzügige Entlaftungs- und Hmschuldungsaktion eine schützende Barriere zu errichten. ES ist bekannt, haß nicht lediglich Mißtrauen in die politische Entwicklung Deutschlands die ausländischen Geldgeber zu umfangreichen Kündigungen veranlaßte und — auch dies darf nicht verschwiegen werden - deutsches Kapital inS Ausland abströmen ließ. Der Zusammenbruch der Oesterreichischen Creditanftalt, der Skandal der Bremer Wollkämmerei und die Illiquidität der Danatbank haben dann die Entwicklung überstürzt, die auch von der wirtschaftspolitischen Seite her durch die unorganische internationale Kapitalverteilung und die daraus resultierende Errichtung eine» auf allzu optimistifchen Dorausfetzungen ruhenden und fehlerhaft konstruierten KreditgebäudeS begünstigt worden war. Daß die KrisiS vorwiegend politische Ursachen hatte, ermutigte Regierung und Reichsbank zu ihrer abwartenden Hattung. Beide glaubten offenbar bis zum letzten Augenblick, daß England es wie im Falle der Oesterreichischen Credit- bank nicht zum Aeußersten kommen lassen werde und durch Gewährung einer Anleihe die sranzö- zischen Angriffe abwehren werde. AIS dann aber die Bant von England Dr. Luther auf Paris verwies und man dort dem Reichsbankpräsidentem die kalte Schulter zeigte, waren für die Organisierung einer deutschen Selbsthilfe kostbare Tage verloren gegangen. Rur größter Energie deS Reichskabinetts und der Reichsbankleitung gelang es trotzdem eine Katastrophe zu vermeiden. Die sinanzwirtschaftliche Entwicklung der letzten Woche schildert ein Aufsatz des ehemaligen Reichsfinanz- ministerS Dr. Moldenhauer an anderer Stelle dieses Blattes. Hier können wir uns mit der Feststellung begnügen, daß das Ausland erst dann deutschen Anleihewünschen geneigter war, als sich Regierung und Reichsbank der durch die Derzö- gerunq auf« äußerste zugespitzten Lage gewach- fen zeigte und die deutsche Selbsthilfe sich auszuwirken begann. Der merkliche Stimmungsumschwung der letzten Tuge wurde natürlich dadurch Wesentlich beschleunigt, daß man die Rückwirkungen der deutschen Krisis nicht nur in ganz Mit- teleuropa »erfolgen formte, sondern bald auch in den eigenen Ländern zu spüren begann. Die heftigen Angriffe, die von Frankreich auS auf das englische Pfund eingeleitet wurden, trieben Herrn Henderson in Eile nach Paris. Unb die Furcht vor einem ähnlichen Trommelfeuer an der Reu- vorker Börse, wo man die von Frankreich in Amerika kurzfristig investierten Gelder bis auf 500 Millionen Dollar schätzt, veranlaßte den auf ferner Europarundreife begriffenen amerikanischen Staatssekretär Etimfon, sich mit seinem britischen Kollegen zu einer energischen Intervention in Paris zu vereinigen. Aber ihren Bemühungen wäre wohl kaum so bald ein erster Erfolg beschicken gewesen, wenn ihnen nicht die Auswirkungen der deutschen Still» auf bie Pariser Börse zu Hilfe gekommen wären. Man war in Paris anscheinend der Meinung gewesen — oder hatte wenigstens sich so gestellt —. als ob die deutsche Finanzkalamität Frankreich gar nicht berichten könne. Der *25erlauf der ersten Tage schien diese Auffassung zu bestätigen. Aber die Börsenruhe während der französischen Rationalfeiertage am 13. und 14. Juli hatte die wahre Situation verschleiert. Als die Pariser Börse am folgenden Tage ihrs Pforten wieder öffnete, gab es schwere Kursstürze, die auch vor den Anteilen der Bank von Frankreich nicht Haltmachten. Man hatte sich also empfindlich getäuscht in dem Glauben, Frankreich aus der Misere heraushalten zu können. Die enge weltwirtschaftliche Verflochtenheit erlaubt heute eben selbst einem wirtschaftlich so ausgeglichenen und finanziell so übermächtigen Lande wie Frankreich nicht mehr, einfach beiseite zu stehen, wenn die ganze übrige kapitalistisch organisierte Welt ins Beben gerät Der eindringliche Anschauungsunterricht der Dörsenbaisse am 15. Juli hat wenigstens soweit Oes Reichskanzlers Abreise nach Paris. Heute nachmittag die erste Aussprache mit den Franzosen. - Am Sonntag folgen Besprechungen mit Henderson, Gtimson und Grandi. Berlin, IS. Juli. (ÖIB.) Reichskanzler Dr. Brüning und Deichsaußenrninisler Dr. Cur- Hu» sind mit den Herren ihrer Begleitung Freitag um 22 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Rordexprcß nckch Paris abgefahren. Aus dem Bahnhof Friedrichstraße hatten sich außer einer großen Menschenmenge der französische Botschafter de 2U arge r i e , der englische Botschafter horace Hum- boldmit dem Botschaftsrat Jleroton, ferner Staatssekretär Dr. p ü n b e r und eine Reihe von Herren de» Auswärtigen Amtes zur Verabschiedung ein- gefunden. Während der Reichskanzler und der Reichs- auhenminister für einige Augenblicke den Photographen und Jllmoperateuren zur Verfügung standen, wurden ihnen aus der Menge herzliche wünsche zugerusen. Der Rordexpreß mit dem Reichskanzler ist pünktlich um 6.30 Ahr l n Köln eingetroffen und hat fahrplanmäßig seine Fahrt nach Paris fortgesetzt. In Kreisen des Reichskabinetts ist man sich über die schwerwiegende Bedeutung dieser Reise vollkommen im klaren. Ihr Ergebnis ist zunächst entscheidend dafür, wie sich die Devisenlage gestaltet, wenn in der nächsten Woche das Bankgeschäft wieder in normalere Formen hinüber geführt wird, von unterrichteter Seite wird aber betont, daß irgendwelche Bedingungen oder bestimmte Pläne, wie sie in der Pariser Presse ausgestellt werden, der Reichsregierung nicht zur Kenntnis gebe a di t worden find. Trotzdem bezweifelt man natürlich nicht, daß die französischen Minister dem Kanzler und dem Außenminister Wunsche vorlegen, die die deutschen Staatsmänner vor ganz schwerwiegende Entscheidungen stellen. Die französische Regierung hat die deutschen Herren gebeten, sich als ihre Gäste zu betrachten. Die Delegation wird jedoch aus Zweckmäßigkeitsgründen in der deutschen Botschaft wohnen. Sie kommt morgen um 14 Ahr in Paris an. Reichskanzler Brüning und Lurtius werden am Rorbbahnhof durch Ministerpräsident Laval, Außenminister B r i a n d und Unterstaalssekretär Franxois poncet begrüßt. Am Samstagnachmittag wird Brüning dem Ministerpräsidenten Laval einen persönlichen Besuch abffatten, den der französische Ministerpräsident im Anschluß daran erwidert. Desgleichen wird auch ein Austausch von Besuchen zwischen Lurtius und Brianb stattsinben. Um 16 Uhr wirb bereits bie erste Besprechung stattfinben, unb zwar zu- nächst mit ben französischen Ministern. Für biese Aussprache stehen nur etwa drei bis vier Stunden zur Verfügung, da am Abend ein Essen zu Ehren des Duke vf Dork ftdVtfinbet, an dem die französische Regierung aus Gründen der Höflichkeit gegenüber England teilnehmen muh. Am Sonntag wird die Besprechung dann fort gefetzt unter Zuziehung der Vertreter von England und Amerika, möglicherweise auch von Italien, wenn Grandi über Paris nach London fahren sollte. In Berlin nimmt man an, bah henberson am Sonntagnachmittag bereits nach Lonbon zurückkehrt, ba er bie große Konferenz vorbereiten muh. Die übrigen Teilnehmer werben Paris erfl am Mon - tagoormltlag um 10 Ahr verlassen unb um 17 Ahr In £ o n b on eintreffen. Jlad) Auffassung unterrichteter Kreise kommt ev barauf an, Wege zu suchen, bie zu einer wirtschaftlichen, finanziellen unb polnischen Beruhigung führen. Dazu wirb betont, bah bie beutsche Delegation keine Forberung annehmen wirb, bie der Ehre'N nb ben Interessen Deutsch- (anbs widersprechen. Frankreich wünscht Klärung der Atmosphäre. Havas zum Besuch der deutschen Minister. Pari-, 17. Juli. (WTB.) Die Havasaaentur verbreitet aus Anlaß des Besuches deS Reichskanzlers Dr. Brüning und des Reichsaußenmini- ft er» Dr. Eurtius eine amtliche Auslassung, in der es heißt: Die Reise des deutschen Reichskanzlers und deS Rcichsauhenministers nach Paris tft ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Rationen. Don französischer Seite deutet man diese Reise als eine neue Etappe auf dem Wege einer deutsch- französischen Annäherung. Es würde zu viel verlangt sein, von eiligen Besprechungen, die morgen stattfinden, entscheidende Ergebnisse zu erwarten. Selbst wenn diese erste Fühlungnahme schon zur Folge haben wird, daß die Atmosphäre geklärt wird, und daß die beiden Dölkcr zu einem besseren gegenseitigen Der st eh en geführt werden, würde die Initiative des Ministerpräsidenten Laval nicht vergeblich gewesen sein. Der gute Wille der französischen Regierung steht fest, und man darf nicht zweifeln, daß Dr. Brüning und Dr. EuriiuS von den gleichen Gefühlen beseelt sind. Man wird bald wissen, ob diese loyale und vollkommene Aussprache, di« diese historische Begegnung bringen wird, genügen wird, um in den öffentlichen Meinungen der beiden Länder eine Annäherung herzustellen, die eine grundsätzliche Einigung im Lause der Der Handlungen, die sich in den nächsten Tagen fortsehen werden, und an denen die Außenminister von England. Amerika und Italien teilnehmen werden, erleichtert. Der Atoeite Tag, den Dr. Brüning und Dr. EurttuS in Paris verbringen werden, wird den Besprechungen zu fünf Vorbehalten fein, in deren Derlauf man sich bemühen wird, die Meinungsverschiedenheiten zwischen den französischen und den deutschen Gesichtspunkten auszugleichen, um au einer Lösung zu gelangen, die für beide Länder in gleicher Weise annehmbar sein wird Der französische Krediiplan. Die pariser presse arbeitet vor. — Der Wunschzettel des Tempel. Paris 17. Juli. Seitdem die Teilnahme der deutschen Reichsminister an der Pariser Konferenz scststeht, macht sich in der Pariser Presse ein Optimismus bemerkbar, der sicherlich auf amtlichem Boden gewachsen ist und feinen Zweck nur genau kennt. Es soll dadurch eine Atmosphäre geschaffen werden, die die tatsächlichen Schwierigkeiten bagatellisiert, die französischen Forderungen als selbstverständlich unb durchaus an- nehmbar hinstellt und schließlich die Weltmeinung möglichst eindringlich von dem guten Willen Frankreichs überzeugen soll. Frankreich hat sich seit jeher auf Presseregie verstanden und weiß alle Mittel der psychologischen Einwirkungen geschickt zu verwerten. Je optimistischer die Verständigungsmöglichkeiten von vornherein dargeltellt werden, um so leichter ist es nachher, die Schuld an etwaigen Schwierigkeiten dem Verhandlungspartner in die Schuhe zu schieben. Deshalb wird auch die Fortsetzu n g der Konferenz in London mit sauerer Miene betrachtet, weil die französische Stimmungsmache dort keinen unmittelbaren Einfluß auf den Gang der Verhandlungen ausüben kann. Im übrigen verdient die Darstellung, die der „T e m p s" von den französischen Forderungen gibt, besondere Aufmerksamkeit. Die Zeitung ist der felsenfesten Ueberzeugung, daß die Pariser Besprechungen nicht nur Deutschland die Hilfe bringen, die es zur Besserung seiner Finanzlage benötige, sondern auch dazu beitragen werde, die gesamte europäische Atmosphäre von Grund auf zu ändern und zu bereinigen. Wenn Dr. Brüning die Einladung nach Paris angenommen habe, so könne man ooraussctzen, daß die Reichsregierung zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß die Hilfe Frankreichs unbedingt politische Garantien ooraussetze. Was man von Deutschland verlange, seien keine Versprechungen, sondern Handlungen. Heber die Art der finanziellen Hilfe gibt daS Blatt anscheinend Mitteilungen aus amtlicher Quelle wieder. Hiernach werden die EmisfionS- banfen Amerikas, Frankreichs und Englands Deutschland einen Kredit von 500 Millionen Dollar eröffnen, der sobald wie möglich durch eine von den Gläubigerregierungen garantierte und in zehn Jahren rückzahlbare internationale Anleihe erseht werden soll. Garantiert wird diese Anleihe deutscherseiit« durch die Zolleinnahmen, über die ein aus der BIZ. hervorgehender Ausschuß wachen soll. Bis zur Rückzahlung dieser Anleihe, d. h. auf die Dauer von zehn Jahren, soll Deutschland die Derpflichtung eineS „politischen Moratoriums" übernehmen, d. h., seine Militärausgaben nicht erhöhen und keine einzige Frage aufwerfen, die geeignet fei, die europäische Ordnung zu stören. Man werde von Deutschland außerdem das feierliche Derfprechen verlangen, die Tributzahlungen nach dem Hoovermoratorium wieder aufzunehmen. Dem Heberwachungsausfchuß sollen etwa die gleichen Rechte zugestanden werden, wie seinerzeit dem Reparationsagenten Parker Gilbert. Er soll im übrigen b i e Anleihepolrtik der Früchte getragen, als die Pariser Presse, soweit sie nicht dem ertrem nationalistischen Lager angehört, seitdem sanftere Töne anschlagt und Ministerpräsident Laval feinen Widerstand gegen den englischen Plan einer großen Minister- konferenz in London aufgegeben hat. Aber mit dem Hinweis, daß eine deutsch-französische Verständigung der Schlüssel ist, der einzig und allein zu der Tür paßt, durch die wieder Dertrauen in die Stetigkeit der europäischen Wirtschaft zurückkehren fann, sehte Laval es durch, daß die deutschen Minister auf ihrer Reife nach London den ilmtocg üb er Paris nahmen. Der Besuch Macdonalds und Hendersons in Berlin ist damit bis auf weiteres verschoben. Das bedauern wir, denn er hätte den Engländern zweifellos reichlich Gelegenheit geboten. die außerordentlichen Schwierigkeiten Deutschlands, aber auch seinen entschiedenen Wil- leg zur Selbstbehauptung an Ort und Stelle kennenzulernen und sich einmal ohne die Pariser Drille ein eigenes Urteil zu bilden. Statt dessen sind nun Reichskanzler Dr. Brüning und der Reichsauhenminister Dr. Eurtius in Begleitung von Herren aus dem Finanz- und Außenministerium. denen sich ein Dorstandsmitglied der Reichsbank angeschlossen hat, in der vergangenen Rächt nach Paris gefahren, wo Tie heute und Sonntag in Dorbesprechungen mit der französischen Regierung und den Außenministern Englands und der Dereinigten Staaten die Situation namentlich im Hinblick auf das deutsch-französische Verhältnis soweit zu klären versuchen werden, daß auf der xum Montag nach London einberufenen Konferenz der am Doungplan interessierten Mächte auf der in Paris gefundenen Grundlage weitergearbeitet werden kann. Wir haben dieser Pariser Reise des Reichskanzlers immer mit einigem Dangen entgegen- gefdjen und hatten es begrüßt, daß er den Lockungen widerstand, schon während der Detchand- lungen über den Hooverplan in Paris zu erscheinen, wo man ihn nur zu gerne al» Sündenbock mißbraucht hätte, wenn es nicht zu einer Einigung gekommen wäre. Diese Gefahr ist natürlich auch heute noch riesengroß, aber die Situation ist doch insofern eine andere geworden, als Deutschland in den letzten Tagen den Deweis erbracht hat. daß es nach dem Ausbleiben der Hilfe des Auslands entschlossen ist, feine Wirtschaft aus eigener Kraft, wenn auch auf erheblich schmalerer Dasis, wieder in Ordnung zu bringen ohne Rücksicht darauf, daß die Solee n dieser Selbsthilfe sehr bald auch das Ausland auf allen Weltmärkten empfindlich zu spüren bekommen mühte. Das g:bt heute dem Reichskanzler in Paris den Rückhalt, nein zu sagen, wenn die Franzosen ihre finanzielle Hilfe mit politischen Forderungen belasten sollten, deren Erfüllung für Deutschland nicht tragbar ist. Es versteht sich von selber, daß jeder private Geldgeber den von ihm gewährten Kredit an Bedingungen knüpft und von Dvr- ausfehungen abhängig macht, die ihm die Sicherheit geben, fein Geld solide angelegt zu wisien und zurückzuerhalten. Es ist also auch nicht mehr als billig, wenn auch Frankreich für seine Beteiligung an einer Finanzhilfe für Deutschland gewisse Garantien fordert, bie ihm ausreichende Gewähr für eine sichere Anlage feine» Geldes geben. Kein vernünftiger Mensch wird ihm bei ruhiger Heberlegung das Recht hier»! streitig machen wollen- Wir halten es für selbstverständlich. daß der Reichskanzler in Paris Gelegenheit nehmen wird, zu erklären, daß die deutsche Außenpolitck auch in Zukunft der Erhaltung des Friedens auf dem Boden der Gleichberechtigung der Dölker dienen wird. Aber wir haben auch zu der Persönlichkeit des Reichskanzlers das feste Dertrauen. daß er Zumutun- | gen zurückweisen wird, die einem neuen Kniefall I vor dem Sieger txm Versailles gleichkämen und ein Hohn auf den Grundsatz der Gleichberechtigung der Dölker fein würden. Hm eine Auseinandersetzung mit Frankreich kommen wir nicht herum, mag man auch den Zeitpunkt dieser grundsätzlichen Aussprache in Erinnerung an die vorangegangenen Erörterungen. die bei uns begreiflicherweise einen bitteren Rachgeschmack hinterlassen haben, für nicht sehr glücklich hatten. Aber mit dem Aneinandervorbeireden muß es einmal ein Ende haben. Das führt zu nichts, als zu neuen Mißverständnissen und zu tieferer Entfremdung. Die Franzosen müssen sich endlich darüber flar werden, daß die innerpolitische Entwicklung in Deutschland. die immer wieder ihr Mißtrauen erregt und ihren Argwohn nicht ruhen läßt, eine selbstverständliche und ganz natürliche Folge einer Politik ist, die nach errungenem Siege Demütigungen auf Demütigungen häufte und sich später jede Erleichterung durch neue schwere Opfer abkaufen ließ. Ein Dolk, das. wie die Franzosen, sich in seinem Rationalstolz von keinem anderen überbieten läßt, sollte dafür DerständniS haben, daß eine durch maßlose nationale Kränkungen wieder und wieder genährte Erbitterung die schlechteste Atmosphäre für eine aufrichtige "Verständigung schafft. Don Deutschland, dem feit mehr als einem Dezennium das Messer an der Kehle sitzt, kann man billigerweise keine Gefühle der Sympathie erwarten, bei ihm kann man auch nicht den Glauben an eine europäische Solidarität vvraussetzen. von der es selbst bislang wenig genug zu spüren bekam. Sache der grundsätzlichen Aussprache wird es in Paris fein, den Franzosen diese Zusammenhänge deutlich zu machen, und in ihrer Hand liegt es dann, aus der Erkenntnis von Hrsache und Wirkung die Folgerungen zu ziehen, die die enge Schicksalsverbundenheit beider Dölker schon seit langem gebieterisch fordert. Minister Treviranus lichen Meinun nehmen und von über die nächsten Regierungsmaßnahmen Weitere Lockerung im Zahlungsverkehr. - Zuchthausstrafen für Kapitalverschieber und Oevisenhamsterer. - Segen unnötige Auslandsreisen. selbst einsehen würden, daß sie undurchführbar seien. Die Reichsregierung habe, so betonte Lastle, in den letzten Tagen einige sehr e n e r - gische Maßnahmen ergriffen, die dem Reich über die nächste Zukunft hinweghelfen würden. Nunmehr könne Deutschland erwarten, daß schien- nigst ein auf möglich st lange Sicht berechneter Hilfsplan geschaffen werde, und das fel die Aufgabe der Londoner Konferenz. Hoover habe soeben Botschafter Dawes, der in Lhikago weilt, gebeten, sofort auf feinen Londoner Posten zurückzukehren, und dort werde er am 22. Juli mit der „Maurelania" eintreffen, so daß dann vier prominente amerikanische Beamte, Stimson, Mellon, Dawes und Gibson, an der Konferenz, die wahrscheinlich einige Zeit dauern werde, Mitarbeiten können. Die Entsendung Owen Poungs sei nicht beabsichtigt. Er fügte hinzu, es handele sich nicht um eine Revision bestehender Verträge, sondern um eine unaufschiebbare Behebung eines Rotstan- d e s. Mellon gehe nicht mit politischen Instruktionen oder Vollmachten, sondern lediglich mit der klaren Weisung nach London, an der unverzüglichen Entspannung der Finanzlage Deutschlands m itzull r b e i t e n. Vor Erreichung dieses Zieles sei natürlich eine Angleichung der Ansichten von Paris und Berlin erforderlich. Stimson werde hierbei als freundlicher Vermittler wirken. Die französische Regierung habe ihre Beteiligung an der Londoner Konferenz zugesagt und sie werde sicherlich eine Formulierung ihrer Vorschläge finden, die für die deutsche Regierung annehmbar sei. Welcher Plan schließlich in London angenommen werde, lasse sich nicht Voraussagen. Aber der Besuch Dr. Brünings und Dr. Lurtlus' in Paris werde den Weg zur Einigung ebnen. Eine Notverordnung über Berichtigungszwang der presse Wie zu der Notverordnung von Etlicher Seite mitgeteiü wird, handelt eS sich bei Dieser durch Handlungen Grenzen gibt, die keine deutsche Regierung überschreiten kann. Die Pariser Verhandlungen sind bei aller Skepsis immerhin eine Chance, die ungenutzt zu lassen, dem deutschen Interesse widerspräche. Der Kampf in Paris erhöbt auch dann noch einen geschitchlichen Sinn, wenn er nur mit einer sozusagen protokollarisch festgelegten Klärung endet. Berlin, 17. Juli. (IDIB.) Auf Grund des Ar- tikels 48, Absatz 2, der Reichsverfassung wird ver- ordnet, daß eine periodische Druckschrift verpflichtet ist, auf Verlangen der ober st en Reichsoder Landesbehörden oder der von ihnen bestimmten Stellen Kundgebungen sowie Entgegnungen auf die in der periodischen Druckschrift mitgeteilten Tatsachen ohne Einschaltung oder Weglassung unverzüglich an der vom Linsender bestimmten Stelle mit der von ihm bestimmten Ueberschrift und in der von ihm bestimmten Schrift zum Abdruck zu bringen. Eine Stellungnahme zu einer Entgegnung in der gleichen Nummer ist unzulässig. Druckschriften, durch deren Inhalt die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet wird, können polizeilich beschlagnahmt und eingezogen werden. Periodische Druckschriften können verboten werden, wenn dieser Vorschrift zu- wldergehandelt wird oder wenn durch ihren Inhalt die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet wird. Regelung für die nächsten Tage ab Montag bis Donnerstag nächster Woche sieht ein weiteres Lockern vor, einmal die Möglichkeit Der Auszahlung von Sparkonten bis zur Höhe von etwa 2 0 Mark täglich, von laufenden Konten bis zu 100 Mark täglich, daneben wird der Lieberweisungsverkehr im großen Rahmen auf täglich 2000 Mark als Höchstsumme erweitert, im engeren kleinen Kreis der Banken auf 15 000 Mark. Daneben wird das Wechselportefeuille mit dem Liebergang restlos abgebaut. Der jetzige Zinssatz für Einlagen von Guthaben bei den Sparkassen und Danken wird auch den Hamsterern in Kürze zeigen, wie kurzsichtig sie gehandelt haben. Auf die Frage, ob wir es zulassen können, daß weiterhin sehr große Summen deutschen Nationalvermögens, deutschen Geldes ins Ausland wandern, oder jenseits der Grenzen unseres Vaterlandes angelegt sind, erklären wir, daß die nächste Notverordnung gegen Kapital- und Steuerflucht den Zweck haben soll, mit allen dem Staate zu Gebote stehenden Mitteln die Rückkehr dieser Gelder zu erzwingen. Es wird dabei eine größere Amnestiefrist gewährt, so daß jeder, der heute in Selbstbesinnung auf die schwere Krise mit dem Volke geht und freiwillig seine Mitteilungen an das Finanzamt und an die Reichsbank über seine baren Devisenbestände angeben wird, von jeder Strafe freigestellt wird. Wer ober trotz dieser Aufforderung künftighin Vermögensbestände dieser Art verschweigen wird, wird mit Gefängnis bzw. Zuchthaus oder Geldstrafen ohne Höchstbegrenzung somit auch mit Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte bei Zuchthausstrafen verfolgt werden. Daneben wirb auch dem Auslande klar gemacht werden müssen, daß in dieser schweren Zeit- das deutsche Volk nicht in der Lage ist, sei es Reichsregierung überwachen, dem Begriff „politisches Moratorium verstehe man selbstverständlich auch den Verzicht aps den Panzerkreuzerbau und den de-rtsch- österreichischen Ausschluß. Nach der Auffassung des „Excel s vor sollen die europäischen Großmächte und AmeiTka der BIZ. die für Deutschland notwendigen Kredite zur Verfügung stellen. Diese soll sie an die Reichsregierung weiter leiten. Die Kredite sollen durch die dauernden Einnahmen des Reiches garantiert sein. Die Reichsregierung soll außerdem verpflichtet werden, während einer bestimmten Zeit nichts zu tun, was „das Vertrauen untergraben könne' und geeignet sei, denMarkkurs zu schwachen. Deutschland soll dem Finanzausschuß des Völkerbundes jährlich seinen Haushalt Mitteilen einschließlich der Haushalte der Länder und Gemeinden. Das Blatt ist der Ansicht, daß diese Bedingungen die Würde und Ehre des Reiches nicht verletzen. Die Höhe seiner Ausgaben festzusehen, bleibe Deutschland vollkommen unbenommen. Der Matin schreibt: Reichskanzler Brüning wird in Paris mit der Ehrerbietung empfangen; werden, die seine Persönlichkeit, sein Charakter und seine Ehrenhaftigkeit gebietet. „Petit 3our- nal" schreibt: Es handelt sich darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der nicht nur Deutschland und Frankreich, sondern ganz Europa atmen können. Zum wenigsten aber muß man wünschen, daß der franzöfische Plan biegsam genug ist, damit er eine DerstLndigungsgrund- lage abgeben kann. — In der „Republique" schreibt der radikale Abgeordnete Cot: Dr. Brüning hat neue Beweise für seine Tätigkeit und seine Festigkeit gegeben. Er ist em großer Staatsmann. Auf das Interesse seines Landes bedacht, verbindet er mit patriotischem Gefühl auch eine klare Erkenntnis für die internationalen Realitäten. Ministerpräsident Laval spielt eme entscheidende Partie. Cot hält finanzielle Garantien nicht für unbillig, warnt aber davor, von Deutschland etwas zu verlangen, was als Beeinträchtigung seiner Amerikas Kurs für die Londoner Konferenz. Oie politischen Forderungen nichts als ein undiskutierbarer Versuchsballon. die Verschärfung und Llebertreibung des politischen Kampfes bedingten und aus der Schwere der Zeit notwendig gewordenen Bestimmungen um gesetzliche Vorschriften, wie sie auch im A u s l a n d e, z. B. in Frankreich, wiederholt er- lasten worden sind und nichts Außergewöhnliches darstellten. In Kreisen Der Reichsregierung kommt Das ehrliche Bedauern zum Ausdruck, daß die ungewöhnlichen Vorgänge der letzten Zeit zu derartigen gesetzgeberischen Maßnahmen zwangen .Es besteht die Hoffnung, daß es sich nur um eine vorübergehende Maßnahme handelt und daß mit der Beruhigung des öffentlichen Lebens auch Die Anwendung der Notverordnung überflüssig wird. Es wird weiter darauf hingewiesen, daß gerade aus der Notverordnung die überragende Bedeutung der Presse gegenüber anderen Publi- kationsmöglichkeiten, wie etwa der Rundfunk, im besonderen Maße zum Ausdruck kommt. Es besteht bei allen beteiligten Stellen der Wunsch, daß Die Verordnung durchaus in versöhnlichem Sinne und unter Vermeidung jeglicher Schärfe durchgeführt wird. Washington, 17. Iutt. (WTv.) Das unverrückbare Ziel der amerikanischen Regierung, sofortige und möglichst langfristige Hilfe für Deutschland unter Veiseitestellung aller nicht notwendiger Einzelheiten, wurde heute von Unterstaatssekretär E a st l e nach erneuter telephonischer Besprechung mit Stimson und einem langen Vortrag bei Hoover mit vollster Deutlichkeit erneut betont. Ferner wurden zwei für das kommende Wochenende äußerst wichtige Punkte endlich geklärt: Man betrachtet den Besuch des Reichskanzlers bei Laval lediglich als einen Auftakt zu der eigentlich entscheidenden Londoner Konferenz und man betrachtet ferner die bisher bekannt gewordenen französischen Voraussetzungen für eine Anleihe an Deutschland als „undiskutierbaren Versuchsbal- lon“. llnterstaatssekrelär Lastle teilte weiter mit, daß die französische Regierung t a t f ä ch l i ch heute früh als Gegenleistung Deutschlands für eine in zehn Iahren zurückzahlbare, von Amerika, Frankreich und anderen zu gewährende Anleihe in höhe von 500 Millionen Dollars, etwa verlangt habe, daß die Zolleinnahmen Deutschlands gepfän- d e t würden, daß ein Gläubigcrausschuh die Verwendung dieser Einnahmen kontrolliere und ein Bestimmungsrecht bezüglich etwaiger weiterer deutscher Ausländsanleihen habe, daß Deutschland seinen Wehretat während dieser zehn Iahre nicht erhöhe und daß Deutschland während dieses Zeitraumes keinerlei politische Forderungen stelle, sondern den politischen und geographischen status quo respektiere. Lastle bemerkte hierzu, Hoover habe, als Stimson ihm diese Forderungen mitteilte, erklärt, daß Amerika sich unmöglich diskutieren könne, und daß die französischen Staatsmänner nach einer Unterhaltung mit Dr. Brüning Berlin, 17. Iuli. (CNB.) Reichsminister Treviranus führte heute abend im Rundfunk u. a. aus: Die Augen der ganzen Welt sind wieder auf die deutschen Männer gerichtet, die nach Paris fahren und am Montag nach London. Ich habe in der deutschen Öffentlichkeit in den letzten Tagen oft Fragen gehört, ob es für deutsche Politiker überhaupt vertretbar sei, im gegenwärtigen Augenblick nach Frankreich zu fahren. Der Reichskanzler hat schon vor vier Wochen daran erinnert, daß ein fruchtbares Zusammengehen der europäischen Völker nur möglich ist, wenn Frankreich und Deutschland den Weg zu einer friedlichen Zusammenarbeit finden. Aber mit Deutschlands Lebenskraft ist ganz Europa auf Gedeih und Verderb verbunden. Es gilt nicht, ein deutsches Problem zu lösen, sondern es giltoieErhaltung einer geregelten Wirtschaft der ganzen Welt. Schwer genug ist also die Verantwortung, die auf den politischen Führern in Paris und London lastet, und besonders schwer wird die Aufgabe der deutschen Staatsmänner sein. Ein 65-Millionen-Volk hat einen Anspruch darauf, endlich wieder die Möglichkeit zu erringen, in Frieden und Freiheit zu leben. Ls erwartet aber gleichzeitig von seinen Vertretern, daß als Preis hierfür nicht das Opfer der deutschen Abhängig- feit und eines würdigen Nationalstolzes gebracht wird. Das tiefe vertrauen und alle Hoffnungen unseres um sein Leben ringenden gequälten Volkes werden dem Reichskanzler und seinen Beratern mahnend und helfend zugleich in den kommenden harten Kämpfen zur Seite stehen. Die Reichsregierung, erklärte der Minister, hat mit ihren jüngsten Notverordnungen nur die schwersten Stauungserscheinungen der plötzlichen Krise im Geldverkehr gelockert. Die Lockerungen werden planmäßig weiter erfolgen. Die akzeptiert und bekräftigt werden muß. Was der Reichskanzler von Paris erwartet. Ein offener Meinungsaustausch sott den Weg zur Zusammenarbeit freimachen. Berlin, 18.-Iuli. (TLl.) Reichskanzler Dr. Brüning übergab einem Pressevertreter vor seiner Abreise nach Paris folgende Erklärung: Nachdem die Reichsregierung die notwendigen Maßnahmen getroffen hat, um Den Gefahren zu begegnen, die aus den schweren Erschütterungen des deutschen Geld- und Kreditsystems drohen, ist ihr nun die Möglichkeit gegeben, den von mir schon in meiner letzten Rundfunkrede zum Ausdruck gebrachten Wunsch nach einem persönlichen Meinungsaustausch mit den französischen Staatsmännern zur Durchführung zu bringen. Der Herr Reichsaußenminister und ich fahren nach Paris mit dem festen Willen, in einen offenen -gegenseitigen Meinungsaustausch einzutreten, dessen Ergebnis, wie ich hoffe, den Weg für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit freimachen wird. Die bevorstehende Aussprache kann um so fruchtbarer sein, als wir gleichzeitig Gelegenheit haben, auch mit dem englischen Außenminister und dem amerikanischen Staatssekretär zusammenzukommen. Bon Paris werden wir auf eine Einladung der englischen Regierung nach London weiterfahren, um den begonnenen Gedankenaustausch dort fortzusetzen. Ich hoffe, daß diese persönlichen Fühlungnahmen zur Klärung der Lage beitragen und einen sichtbaren Beweis internationaler Solidarität geben werden. Die „Germania" betont unter der Lieberschrift frÄetne formellen Verhandlungen", daß Im Zu- Äusdruck „finanzielle Garantie", der ei n e se h r bösartige Bedeutung haben könnte, harmlos auszulegen sei. Frankreich erkenne an, daß eine politische Befriedung jetzt notwendig sei. Wenn diese Worte iraenbetnen Sinn haben sollen, sagt das Blatt, kann dies nur bedeuten, daß jede Vereinbarung aufdenStandder ö f f ent. g in beiden Ländern Rücksicht dem Publikum beider Länder Souveränität erscheinen könnte. Englische Besorgnisse. Die politischen Förderungen werden als unmöglich abgelchnt. London, 18. Iuli. (WTB. Funkspruch.) »Amerikas Nein zu den französischen Forderungen" ist die Hauptübersschrift der Hauptsecke der heutigen Ausgabe des „Daily Herald. Im Textdruck heißt es weiter: Die Vereinigten Staaten und Großbritannien werden zu den drohenden Forderungen Frankreichs Nein sagen. Dies ist der springende Punkt in den heute beginnenden Pariser Verhandlungen. Macdvnald hat eine Sondersitzung des Kabinetts auf Mont^ vormittag anberaumt, und man erwartet, daß Henderson rechtzeitig in London eintreffen wird, um noch mit Macdonald und seinen unmittelbaren Kollegen zu sprechen. Gestern nachmittag haben Besprechungen zwischen Vertretern der Regierung und denen der Opposition stattgefunden, aus deren Ergebnis eine britische Einheitsfront für die Hauptprobleme geschaffen worden ist. , Das Blatt gibt der Hoffnung Ausdruck, daß man Deutschland in Paris nicht Forderungen stellen werde, die keine Nation mit Selbstachtung zugestehen könnte. „Englische Bürger aller Schattierungen", so heißt es, »werden sich gegen jeden Versuch wenden, Deutschland in wirtschaftliche Knechtschaft zu stoßen." Derartige Versuche würden alle Hoffnung, den internationalen Wohlstand wieder herzustellen, zunichte machen. Das Blatt schreibt weiter, daß die Verpfändung der ölle Deutschland auf dieselbe Stufe wie China zur Zeit bet Manschus oder die -Türkei zur Zeit Abdul Hamids stellen würde. Deutschland könnte sich mit einer ausländischen Kontrolle seiner Zollverwaltung einverstanden erklären. England könnte auch die Tatsache nicht übersehen, daß solch ein Plan eine Herabsetzung der Zölle auf viele Iahre hinaus schwierig oder unmöglich machen werde. Der ganze französische Plan liefe darauf hinaus, die Deutschen während der Verhandlungen mit den Franzosen in Paris schon festzule- %g e n, besonders, soweit die politischen Fragen in Betracht kommen. „News Chronicle" drückt die Hoffnung aus, daß der aus Paris gemeldete Llnter i sammenhang mit dem beabsichtigten vertrauensvollen Meinungsaustausch ähnlich dem tn Chequers in Paris auch Probleme berührt werden, die nachher den Gegenstand der Londoner Konferenz bilden werden. Aber eine Vor- wegnehmung der DeralungsgcgenstänDe dre- ser Londoner Konferenz kann natürlich nicht in Frage kommen. Der Reichskanzler sei sich der Tatsache bewußt, daß es für seine Pariser Ver- zur Erholung, sei es zum Vergnügen, im AuS - lande seinen Verdienst abzutragen. Deshalb wird mit Wirkung von morgen bei den Grenz.übertritten für jeden Pah eine Gebühr von 100 Mark erhob en werden, mit Ausnahme des kleinen Grenzverkehrs der Auswander- und Wanderarbeiter. Wir sind uns bewußt: dabei wird es ohne Härten leider nicht gehen. Wir hoffen, bah ein Teil Dieses Geldes den deutschen Ga st wirten und Erholungsstätten zufliehen wird. Ein Leben der Vorkriegszeit werden wir uns vorläufig nicht leisten können. Es ist grundfalsch, Hoffnungen zu erwecken, daß die Befreiung von den Tributlasten uns plötzlich das goldene Zeitalter schaffen würde. Wer bessere Vorschläge Hat als die Regierung — her d a - m i t! Wer heute den Zaun seiner Kritik, Parteikritik und schlechten Laune nicht übersteigt, dessen Bekenntnis zu Deutschland bleibt Lippenwert. Lind sollte es nicht möglich sein, einmal vierzehn Tage lang Burgfrieden zu halten, wo Entscheidungen von der kommenden Bedeutung auf des Messers Schneide stehen? Das eine eint uns ja alle aus innerstem Herzen: Wir wollen unser Volk glücklich sehen. Oie letzte Kabinettssitzung vor der Deisel ~ Das innerpolitische Programm festgelegt. Berlin, 16. Iuli. (WTB.) Llnter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning und unter Beteiligung des Deichsbankpräsidenten Dr. Luther befaßte sich das Reichskabinett heute in eingehender Aussprache mit der gesamtpolitischen Lage. Im Hinblick auf die Abreise der deutschen Delegation nach Paris und London wurden bereits heute diejenigen Wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen grundsätzlich beschlossen, die für die nächste Zukunft erforderlich sein werden. Nähert amtliche Mitteilungen hierüber folgen gesondert. Im gleichen Zusammenhang wurden alsdann diejenigen Probleme durchgefprochen, die mit der bevorstehenden politischen Aussprache in Paris und der ab Anfang kommender Woche i n L o n d o n stattfindenden internationalen Konferenz zusammenhängen. Bei der Bedeutung der bevorstehenden politischen Verhandlungen bleiben die Übrigen Reichsmini st er in Berlin versammelt. Das Reichskabinett unter Leitung des Vizekanzlers und Reichsministers der Finanzen, Dietrich, wird durch den Staatssekretär in der Reichskanzlei, Dr. Pünder, in ständiger Fühlung mit der deutschen Delegation bleiben. Oer Beamtenbund mahnt zur Besonnenheit. D er l i n, 17. Iuli. (VdZ.) Der Deutsche Deam- tenbund wendet sich mit einem Aufruf an die Beamtenschaft, in dem es heißt: „In ungeahntem Umfange hat sich die wirtschaftliche Krise Deutschlands in den letzten Tagen zugespitzt. Bei der Größe der Gefahr sind Auseinandersetzungen über das Warum und theoretische Auseinandersetzungen über das Wohin nicht am Platze. Richt wie, sondern daß gehandeltwird, ist das Gebot der Stunde und Pflicht Der verantwortlichen Stellen! Dafür zu sorgen, daß die für notwendig gehaltenen Maßnahmen zweckentsprechend durchgeführt werden, ist mit Aufgabe der Beamten. Nicht Nervosität, sondern Besonnenheit muß gerade jetzt von den Beamten an den Tag gelegt werden. Nur so nützen sie dem Dolksganzen, sich selbst und jedem einzelnen. Kein aus Panikstimmung geborenes unüberlegtes Handeln wie Hamstern von Zahlungsmitteln oder Waren, wodurch die Sachlage nur verschärft wird, vielmehr durch das eigene Beispiel zur erkenntnisvollen gemeinsamen Lieberwindung der Katastrophentage beitragen, verlangt der Ernst der Lage von den Beamten. Es gilt, als Deutsche die über das deutsche Volk hereingebrochenen schweren Gefahrentage unter Zurückstellung aller sonstigen Gegensätze zu überwinden." Oie Gebrüder Lahusen - Bremen verhaftet. Amtlich wird mitgekeilk: Nachdem die mit größter Beschleunigung durchgeführten Ermittlungen des Untersuchungsrichters in Sachen La- Hufen (Norddeutsche Wollkämmerei) nunmehr zu dem Ergebnis geführt haben, daß dringender Tatverdacht besteht, daß nicht nur, wie bisher angenommen, Vergehen gegen die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches, sondern darüber hinaus Konkursoerbrechen und Betrug durch Führung von Geheimkonten, falschen Buchungen und insbesondere Einstellung fingierter Forderungen in Frage komme, ist am Freitagnachmillag auf Ankrag der Staatsanwaltschaft der Haftbefehl gegen die Angeschuldigten Karl und Heinz Lahusen erlassen und vollstreckt worden, weil nunmehv Fluchtverdacht gesetzlich begründet ist. — Die zuständigen Reichsbehörden haben die Gewährung eines Sondermoratorlums für die Norddeutsche Wollkämmerei abgelehnl. In beteiligten Kreisen nimmt man daher an, daß nunmehr ein Konkurs unvermeidlich ist. Noch eine Antwort an die Sozialdemokratie. Berlin, 18. Iuli. (CNB.) Als Antwort auf Den bekannten Aufruf Der SozialDemvkratischen Partei veröffentlichen heute die n.orötoeft- Deutschen Industrieverbände einen Ausruf, in Dem mit aller Entschiedenheit zurück- gewiesen wird, baß einzelne von der Industrie selbst aufs schärfste verurteilte Auswüchse privatkapitalistischer Betätigung aus durchsichtigen Gründen verallgemeinert und Der Gesamtwirtschaft zur Last gelegt werden. Der Aufruf wendet sich gegen die Behauptung, daß das Privatunternehmertum nach Rettung durch den Staat jetzt nach der Hilfe deS Auslandes rufe und betont, daß nur Der entschlossene, von staatssozialistischen Hemmnissen befreite Einsatz Der eigenen Kraftreserven die Wirtschaft aus der Not der Gegenwart herausführen könne. Nicht ein Kampf aller gegen alle, sondern ein Kampf aller für alle sei dringendes Gebot Der Stunde. be.1 beir VÄ >>«'• fei S* y& Ks mal vier. zu bal. ??den Ze- SM Da« Herren: " Wo«* lter bem^t, 'M und uv 'udenten tab'nett beult Selamtpvliii. r€1le der beut« Kn wurden Schafts« und Mählich 6,. ukunft CT« W Mittel. E gleichen Wenigen Pro« ktotHtbenben und der ondvnM. Konferenz ln9 der bevor« en bleiben dir 'n Berlin unter Lei« sminister- der Staatssekretär in ständi« chen Dele- mahnt eil deutsche Bemn« ruf er Daren, lov« cscharst wird, Beispiel M krtoinbung der mgt der örnst [itt, als Deul'che umgebrochenen rücfftellung ätze zu über» Bremen , die mit gröhtcr cmilllung" 8 in Sachen t-> nunmehr zv dem igcnhet Ifl*' , wie bisher m* esliinmvngeo M er biMUifie"' a durch 5“^' tragt M* „ slwfs«®* n en» i«»l 8«eti' „raf»'""? ti «•»'"tak I-P -■1’S? ti ratit & Antwort ^» ®*S5?P ed^Mstrit r ber ^1- ) Se-L ent- ß n^.jffen be- HennnAast- «L N der i der M etiler Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 18. 3uü 1931. Ein Lichtblick! Dr«s« letzten Tage sind «ine Kraftprobe gewesen. Und die kommenden werden vtelletcht acht geringere Anforderungen an untz xitJtn. Wir wollen hier nicht von den wirtschaftuchen und politischen Dingen reden, sondern von einer ganz einfachen menschlichen Tatsache. Wenn man am Wontag früh durch d.e Straßen ging, fand man hier und dort an einer Straßm- «fe einige Leute, die sehr eifrig diskutierten. Di« Danat-Dank hatte ihre Schalter geschlossen. Allenthalben unterhielt man sich über dieses Ereignis, eS war viel Besorgnis in den Wienen. aber keine Erregung. Am DienSlag früh schaut« man interessiert aus die Gebäude der Geld- institute — ein merkwürdiger Anblick, alle Türen ?«schlossen zu finden. IInb doch änderte auch lese einschneidend« Maßnahme nicht- an dem gewohnten Stadtbild. Die Menschen gingen tote immer ihrer Arbeit nach, da» Gleichmaß de» üblichen Wochentage» wurde nirgend» gestört. Hur lag über allem ein seltsamer Ernst, «ine ungewohnte. fast möchte man sagen: inner.ich« Still«. ES ist ein Druck, dem sich niemand entziehen kann, auch der nicht, der gar nicht unmittelbar von den Ereignissen betroffen »st DaS Bewußtsein der tnnigenBerslochtenhelt de» einzelnen in dem arohen Ge- schehen deS W i r t sch a f t» k ö r P e r S der Olatlon lastet aus jedem. Aber keiner laßt sich davon unterkriegen. Auch heute noch nicht, obwohl der Ausblick in die nächsten Tage nicht gerade heilerer geworden ist. WaS für «ine harte, mutige, furcht.ose Generation! Kaum auSzudenken. wa» solche Tage, wie wir sie jetzt erleben, auf den Durchschnittsmenschen der Vorkriegszeit für «ine Wirkung gehabt hätten. Sicher hätte eS damals ein« Lahmlegung nicht nur der individuellen Spannkrast und Arbeitsfähigkeit, sondern deS gesamten Wrrt- schaftsorganiSmuS gegeben. Unsere Generation ist aber an ganz andere Dinge gewöhnt. Die Zimperlichkeit haben wird gründlich verlernt. Krieg. Kohlrübenwinter. AachkriegSiahre, Inflation — wir lind durch alle diese Schrecknisse gegangen. Gewiß, sie haben unS gehörig zerzaust, un» manche schwere Wunde geschlagen. Ader wir haben darau» gelernt, daß man allerhand mehr ertragen kann. alS unsere Schulweisheit eS sich träumen ließ. So leicht lassen wir un» nicht mehr klein kriegen. Die innere Sicherheit, die gar nicht» nut Wurschigkeit zu tun hat, lieh keine Panikstimmung aufkommen. Man kann sich wohl fragen, ob die Verantwortlichen e» so weit kommen lassen mußten, man kann auch daran zweifeln, ob all« Maßnahm«n, die jetzt getroffen wurden, notwendig oder zweckentsprechend sind. Aber man hat «ingesehen, daß eS darauf zunächst gar nicht allzu stark ankommt und daß e» auch keinen Sinn hat. den Kopf in den Sand au stecken, zu verzweifeln. oder gegen Unabänderliche- an-uren- nen. Wir wissen, daß e» in solchen Situationen vor allem nur eine- gibt: ruhig und männlich geradeaus zu sehen. Die Krise ist fast unser LebenSelement geworden. Wir taumelten in den letzten Jahren von einer "Regierungskrise zu der anderen, von einer Wirtschaftskrise in die nächste. Man sollte denken, daß diese dauernde Beanspruchung unsere Verven arg strapaziert hätte, daß sie neuen Anstürmen, und noch dazu von diesem Ausmaß, nicht gewachsen sein würden. DaS Gegenteil hat sich jetzt herauSgestellt. Die Energie konzentriert sich, jeder hat die UeberAeugung, daß man auch durch diese schweren Stunden hindurchkommen wird, daß ein Volk von 65 Millionen Menschen nicht einfach zugrunde gehen kann. Dies« Feststellung in diesen traurigen Tagen ist so erfreulich, daß man um ihretwillen allein wieder Zuversicht bekommen kann. Alt-Sießeuer Erinnerung. Mit dem gegenwärtigen Abbruch de» Hauses Asterweg 5 verbindet sich für die ältere Generation Gießener die Erinnerung an den früheren Besitzer deS Hause-: den Barbier und Heilgehilfen C h r i st i a n F ru tig. Er betrieb dort über ein Menschenalter ein Geschäft, war aber viel außerhalb deS Hause- tätig, denn er besuchte nach altem Gebrauch seine verschönerungsbedürftige Kundschaft nicht nur in deren Wohnung, sondern auch in Bureau» und Werkstätten bis hinauf xum Bahnhof und zur Margareten- hütte: e» hinderte ihn niemand, wenn er auf dem Wege dorthin die 'Bahngeleise überschritt. Schon am frühen Morgen säh man ihn mit feiner Werktafche (bk Gießener hatten dafür die Bezeichnung »Pflasterkasten") durch die Straßen eilen, von allen begrüßt und freundlich wieder grüßend: er mußte natürlich meist die Anrede .Herr Doktor" über sich ergehen lassen. Fruttg .balwierte" nicht nur seine Kundschaft nach allen Siegeln der Kunst, sondern brwchte ihr auch Qlcuigfeiten in» Haus, eine Eigenschaft, die' damals (unb Wohl auch noch heute) vielen seiner Berus-genossen nachgerühmt wirb. DaS häu-liche Geschäft betreuten während seine- Rundganges feine rührige Gattin unb ein Gehilfe, sie konnten das auch ganz gut, denn Bubiköpfe unb Dauerwellen waren damals noch unbekannte Dina«. Dafür wurde Meister Fruttg von Leuten besucht, die genötigt waren, ihm gelegentlich »die Zähne km zeigen", das heißt Zahnschmerzen hatten. Wenn er seine Zange schwang, war es um die Plagegeister geschehen, nicht ohne daß innerhalb de» nunmehr gefallenen alten Gemäuers mancher SchmerzenSlaut widerhallte, denn .örtliche Betäubung" und dergleichen Mittel, wie sie heute bic moderne Technik kennt, tag nicht in seiner Hand, wenn auch nicht verschwiegen werden soll, daß er nach und nach etwas davon sich zu eigen machte. Zudem war der alte Herr sehr .preiswürdig". Für 50 Pfennig konnte der Patient den schönsten Zahn los werden: auch die Äunben, die er .balwierte", konnten sich über di« Ber- schönerungsgebühr nicht beschweren. So brauchte Schreiber dieser Zeilen für wöchentlich zweimaliges Rasieren pro Monat nur 70 Reichspfennige abzuladen, und ttohdem brachte der alte Herr es zu einem gewissen Wohlstand. Ein« scharfe Klinge führte drutig zu der Zeit, als Kukirol, Lebewohl, Rapid usw. noch nicht angepriesen werden konnten, auch gegen Hühneraugen und sonstige Fuhgepreßten, unb verstand ausgezeichnet die Behandlung .verhagener Stu- dentenköpfe". 3m Kriege 1866 war er als freiwilliger Sanitäter tätig, später stellte er feine Sanitäterkünste in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr, der er lange Iahre angehörte. Don Oie Visitenkarte unserer Stadt. Mit Recht sind die Städte bemüht, dem Stra- ßenbild unmittelbar am Bahnhof ihre befonter« Fürsorge zuzuwenden. da es sich hier um die Vi - fitenkart« der Stadt für den ankvm- rnenden Fremden handelt, für den der erste Eindruck vielfach der maßgebende ift Don dieser Erwägung geleitet, ist auch in unserer Stadt im Laufe der letzten 3 ah re viel zur Derfchönerung deS Straßenbilde- am Bahnhof-Platz und in der oberen Bahnhofstraße getan worden. Wer sich erinnert. wie unerfreulich nod) vor einigen Jahren der Eingang zur Stadt vom Bahnhof her auS- sah, und wer j eitern Bild den heutigen Zustand gegenüberstellt, wird bestätigen mü’fcn, daß di« D«rschönerung-arbeit, die von der Stadtverwaltung und von privater Seite an jener Stelle geleistet wurde, sehr zum Dvrteil unserer Stadt geworden ist. Durch die Schaffung der gärtnerischen Anlagen vor Dem Hotel Kühne gab die Stadt der oberen Bahnhofstraße in der nächsten Rachbarschaft d«S Bahnhof-platze- ein farbenfrohe- und geschmackvolles Au-fehen, das mit Recht volle Anerkennung fand. Ebenso nützlich wurde die Derbreiterung der Bürgersteige und die Schaffung von mehr Raum und Licht durch den Fortfall der großen Bäume auf der westlichen Straßenseite. Auf dem Bcchnhvfsplatz selbst schuf die Reichsbahnverwal- tung in anerkennens wert er Weise durch die Anlage der DerkehrSinseln unb durch modern« Verkehrsregelung einen Zu stand, den man sich tn unserer Stadt lange gewünscht hatte. Die einschneidendste Qkränberung zum Dorteil des 6tra- ßenbildes nahm aber der KasfeehauSbesitzer Schwarz durch den Bau der Schwarzschen Kolonnaden vor, die an di« Stelle des früheren, zum Teil verwahrlosten Gartens und der wenig erfreulichen Schuppenfront traten. Diese GeschäftSkvlonnaden, die im vorigen 3ahre mit einer Erweiterung des Obergeschosses m dem für die Ortskrankenkasse Gießen-Land schlicht«, aber doch sehr freundliche und Helle Dureauräurne geschaffen wurden, einen neuen Fortschritt im Rahmen des weit gesteckten DauprogrammS erfuhren. find das betontere und vorteilhafte Charakteristikum ter Disitenkarte unserer Stadt. 3n jüngster Zeit ist nun durch di« Schaffung eines Dor- garten- mit Sonnen- und Regenschuh vor dem Kaffeehaus an ter Seite des DaynhvsSplatzes eine weitere begrüßenswerte Steuerung erstanden, die sich gut in den Rahmen des Straßenbilde- einfügt und zugleich die wenig erfreuliche Sttrnsront tes Pvst'chiUevenS am Bahnteisplatz etwas verdeckt. Der Blick vom Bahnhof Sport al auS über den Platz hinweg in die obere Bahnhofstraße hinein ist jetzt wesentlich erfreulicher, als bisher. Zu wünschen ist nun noch, daß die ReichSbahnverwal- tung das Aeuhere des Eilgüterschuppe n S , soweit es vom Dahnhos-platz auS sichtbar ist, in einen besseren, dem Gesamtbild harmonisch angepaßten Zustand verseht, denn in der jetzigen Verfassung wirkt diese Hausfront geradezu alS ein Schandflecken in dem sonst guten Gesamtbilde. Der Stadtverwaltung ist zur Erwägung zu geben, nunmehr auch den Baumbest and auf der östlichen Straßenseite, dessen krummes Wachstum keine Zierte für das Sttahenbild ist und ter außerdem für die angrenzende Anlage- slZche durch Wegnahme ter Dodenseuchtigkeit nachteilig wirkt, zu entfernen. Der gegenwärtige Baumbestand beeinträchtigt durch sein starkes Wurzelwerk auch die Beschaffenheit des asphaltierten Bürgersteigs, ter durch den Druck der Wurzeln fdjon an zahlreichen Stellen gesprengt ift Ebenso wie das Fällen ter Bäume auf ter westlichen Straßenseite da- Straßenbild nicht te- einttächttgt hat dagegen für die Flüssigkeit des PasfantenverkehrS vorteilhaft geworden ist, wird auch durch die Beseitigung ter verkrüppelten östlichen Daumreihe kein Rachteil, sondern «ine Der- besserung ter DerkehrSverhältnisse zu erwarten sein. Wenn man aber auf Bäume an dieser Stelle nicht ganz verzichten möchte, dürfte zu empfehlen sein, an Stelle ter jetzigen Daum reihe einige besser passende und gutwüchsige Kugelahornbäume in toeiträumigem Abstande innerhalb der Anlagenfläche, vielleicht ai^ Deren Rand unmittelbar hinter dem Spalier, au pflanzen. Diese Umgestaltung de- Straßenbilde- könnte wohl ohne allzu erhebliche Ausgaben ermöglicht werden und dadurch völlig im Einklang stehen mit den Geboten der Sparsamkeit hx dieser Rotzeit. Wenn weiterhin die Decke des Fahrdammes asphal- t i er t und schließlich von der Reichsbahnverwal- tung, ter Eigentümerin des Dahnhossplatzes, die abendliche De leuch tung vor De m Bahnhvf noch verbessert tourte, dann wären wohl alle Anforderungen erfüllt, auf die man zum Abschluß ter Umgestaltung jenes Straßenteils Gewicht legen mutz. Hoffentlich wird bis zur Erfüllung dieser Aufgaben nicht mehr allzu viel Zeit verstreichen. seinen beiten Kindern starb die Tochter nach kurzer Ehe, fein Sohn wurde "Zahnarzt. Run ist nach längeren 3ahren feine- HinfcheitenS auch da- Hau« verschwunden, in dem er wirkte und ein glückliche- Familienleben. E. Oberhessische Gesellschaft für Ttofar* und Heilkunde. In der jüngsten Sitzung berichtete als erster Redner cand. forest. Kleiboerner über Riesen« wuchs bei Anemone nemorosa (Dfterblume ober Buschwindröschen) aus einem Forstort bei Lübeck. Vorzügliche Lichtbilder vermittelten einen guten Eindruck dieser seltenen, erst seit wenigen Jahren bekannten Erscheinung. Inmitten großer Flächen der verhältnismäßig kleinblütigen Anemonen bemerkte man bald einzelne, bald zahlreiche handbreite Exem« plare, ferner auch solche, bei denen nur einzelne Blütenblätter diesen Riesenwuchs zeigten, wie auch die verschiedensten Größenvariationen. Andere Blüten erinnerten wieder an Vergrünung, lieber die Ursachen dieser eigenartigen Wachstumsformen ist man sich noch nicht recht im klaren, da ihre Erkennt« nis durch die große Differenzierung der abnormen Formen sehr erschwert wird. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß diese Erscheinungen durch Befall von Mikroben hervorgerusen werden, vielleicht spielen aber auch genetische Faktoren (Polyploidie) eine Rolle. In einem weiteren Vortrag schilderte Professor Dr. Funk an Hand eines reichlich gesammelten Materials die Blattvarietäten der Laubbäume. Die Nichtfachleute machte der Vortragende dadurch mit einer sehr interessanten und weitverbreiteten Erscheinung bekannt, welche das gewöhnliche Aussehen der Blätter wesentlich verändern kann. Die Blatt- Veränderungen sind mannigfachster Art und Ursache. Am ausfallendsten sind sie in Der Größe und Form der Blatter. Häufig ist in dieser Hinsicht eine viel- fache Austeilung (ßaciniata-Barietät) zu beobachten, die bei Erle, Roßkastanie, Linde, Eiche usw. an einzelnen normal gestellten Blättern, ganzen Zwei- gen, gelegentlich auch in jahreszeitlichem Wechsel auf. tritt. Ost ist aber auch das Umgekehrte der Fall, gefieberte Blätter z. B. der Esche unb Akazie werben zu Einblattvarietäten umgeformt. In anberen Fällen finb die Blätter stark gekräuselt (Ulme) ober vollkom- men gebreht (Stechpalme». Hübsche unb auffaUenbe Blattvariattonen werben ferben burch ungewöhnliche Blattfärbung hervorgerufen, wie wir sie im allgemeinen nur tn ben prächtigen Farben ber herbstlichen Wälber kennen. So bemerken wir oft eine Farben- abwelchung nach helleren Tönen (Golbblattulme), bie unter dem direkten Einfluß der Sonnenbestrahlung zustandekommt. Ebenfalls unter Beihilfe der Licht einwirkung entstehen die in allen Tönungen des Rot gefärbten Blätter (Sanguinea.Varietät) ber Buche, Haselnuß usw., unter Umftänben auch einige der ziemlich häufigen weißbunten (panachierten) Varietäten. Die tieferen Ursachen all dieser Variationen können verschieden fein. Für die Färbungen kann neben Lichteinwirkung gelegentlich Nahrungsmangel in Frage kommen, wie er auch in einzelnen Fällen durch Ringelung (Saftstauung) künstlich hervor- gerufen werden konnte. Meist aber werden diese seltsamen Erscheinungen durch Eigentümlichkeiten ber Protoplasma-Zusammensetzung bedingt sein (Mutationen). Da man übereinftimenbe Formen unb Färbungen oft bei ben verschiebensten Baumarten beobachten kann, spricht man von Parallelmutationen. Der Vortragenbe beschloß seine interessanten Darlegungen mit einer Demonstration seiner langjährigen Versuche über bie Dererbungsfähigkeit weißbunter Varietäten einer Ulme, bie in anschaulicher Weise bie große Mannigfaltigkeit der Blattvarietäten ernennen ließ. N. Bornotizen. — TagcsfalenberfürSamstag. Reichsbund der Zioildienstberechtigten: 21 Uhr im Aquarium Monatsversammlung. — Gesangverein „Heiter, kett": 20.30 Uhr, „Stabt Wetzlar", Generalversammlung. — Reichskurzschriftgesellschaft: 20.30 Uhr auf ber Haardt. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Volks- tag „Wenn die Soldaten ...". — Tageskalender fürSonntag. Liebig- Museum: Mitgliederversammlung unb Einweihungsfeier 10.30 bzw. 11 Uhr. — Sportplatz 1900: Zehnte nationale leichtathletische Wettkämpfe, Dorkämpfe 10.15 Uhr, Entscheibungen ab 15 Uhr. — Lichtspiel- haus, Bahnhofstraße: „Morbprozeß Mary Dugan". — AuS dem Stadttyeaterbureau toitb unS geschrieben: AIS 7. Vorstellung deS SommerabonnementS hak tüe Intendanz deS Stadttheaters sür Diex^tag, 21. 3uli, das Ensemble Berliner Bühnenkünstler mit Katta Sterna zu einem einmaligen Gastspiel verpflichtet. Der Rame Katta Sterna hat internationalen Ruf. Als prominentes Mitglied der Max-Reinhardt-Dühnen hatte die Künstlerin alS Schauspielerin und Tänzerin große Erfolge bei den Salzburger Festspielen, bei dem „Fledermaus"-Gastspiel deutfcher Künstler in Paris und zuletzt anläßlich eines zweimonattgen Gastspiel- an ter Mailänder Scala. Die Künstlerin wird sich in einer eigen* für sie geschriebenen Lustspielrolle in dem mit großem Premierenerfolg vor einigen Tagen in Leipzig uraufgeführten Lustspiel „Helene kann doch nichts öafüc“ von Marrah und Oesterreicher vorstellen. Es wird durch die neuartige Kombination von Lustspiel, Tanz und Conference ein amüsanter Abend werden. Für dieses Gastspiel gelten gewöhnliche Sommerpreise. Inhaber von Sommer-Abonnement- zahlen einen Ausschlag von 25 bzw. 50 Pf. Der Vorverkauf beginnt Montag. Beginn der Vorstellung 20 älhr, Ende 22 älhr. ** Tie Museen unb ber Heidenturm finb am Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. Jayrplanänderung auf der Kraftpostlinie Gießen — Hochelheim. Vom Postmnt Gießen wird unS mitgeteilt: Don Montag, 20.3uli, ab fährt die Kraftpost von Gießen nach Hochelheim statt bisher um 19.10 älhr bereits um 17.30 Uhr am Bahnhof in Gießen ab und wird über Klein-Linden, Lützellinden, Großen-Linten Bahnhof, Hörnsheim und Hochelheim bis nach Groß-Rechtexxbach durchgeführt, wo Anschluß an Die von und nach Wetzlar verkehrende Kraftpost besteht. 3n Großen-Linden erreicht die Kraftpost Anschluß an die um 17.43 unb 18 älhr von Gießen und Frankfurt (Main) ankommenden Züge. Mit ter Früherlegung ter Vexckehrszeiten ist zahlreichen Bewohnern ter von ter Kraftpost berührten Orte Rechnung ge» tragen, denen ter bisherige Postgang zu spät war. Da Der Postkraftwagen von Gießen und Großen-Linten Bahnhof um 18.30 Uhr in Groh- Rechtenbach an kommt und um 18.40 Uftr wieder nach Hochelheim zurückfährt, ist ein erwünschter Anschluß in Groß-Rechtenbach an die um 18.32 älhr von Wetzlar und um 18.40 Uhr wieder dahin absahrende Kraftpvst hergestellt. * • Erledigte Schu 1 ste11e. Erledigt ist die Lehrserstelle für einen evangelischen Lehrer an ter Volksschule in Ober-Seibertenrod, Kreis Schotten. Eine Dienstwohnung ist vorhanden und frei. ee Volkstümliche Rheinfahrt. Wie bekannt, veranstaltet das Hapag-Reisebureau Gießen am Sonntag, 26. 3uli, eine volkstümliche Rheinfahrt. Diese Rheintouren sind im Saufe ter 3ahre immer beliebter geworden, Da sie praktisch und zu billigem Preise durchgeführt werten. Mit Sonterzug geht es 6.32 von Gießen ab. Unterwegs wird an fast allen Stationen bis Friedberg gehalten. um Die Ausflügler auszunehmen. 3n Mainz-Kastell wird ein SonDersalonDampser der Köln-Düsseldorser Dampfschisfahrts-Vefell- schaft bestiegen. Sowohl in Rüdrshrim, als auch m Ahmannshausen ist ein Aufenthalt von je 21/« Stunden vorgesehen, so daß die Teilnehmer zu Fuß oder mit ter Zahnradbahn bas Riederwald- Denkmal erreichen können. Ferner ist Gelegenheit, vom Riederwald aus durch ben herrlichen Wald nach Ahmannshausen zu wantern, um hier wieder den Dampfer zu erreichen. Auf dem Dampfer spielen während ter fünfstündigen Fahrt Musikkapellen zum Tanz und zur Unterhaltung auf, um Den Teilnehmern den Tag so angenehm wie möglich zu gestalten. Der Sonterzug trifft kurz nach 22 Uhr wieder in Gießen ein, so dah all« Anschluhzüge rechtzeitig erreicht werden. Sowohl für den Sonterzug, als auch für den Dampfer werten nicht mehr Karten ausgegeben, als Plätze vorhanden sind. Man beachte die heutige Anzeige. • • Diebversteigerung in L i ch Der Landw.rifchaft-kammer-Au-schuß für Oberhesfcn veranstal:et am Mrttwoch. 22. 3uli. in Lich eine Schafbock-, Eber- und Bullenverstcigerung. 3n- tereffentcn seien befonder- Darauf aufmerksam gemache. Rädere- in der heutigen Anzeige. Enveiiettes Schöffengericht Gießen. • ® i c6 en. 17. 3uli. Unter Ausschluß ter Oesfentlichkeit fand Die Verhandlung gegen einen Invaliden statt, terterBlutschandcan seiner Sliestvch er beschuldigt wurde. Der Angeklagte wurde zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. 3m April d. 3. war nach!» in einer Wirtschaft in Rockenberg ein Einbruch verübt worden, wobei dem Dieb außer Lebensmitteln noch insbesondere 1000 Zigaretten in die Hände fielen. Am Tatort fand man zusammengeknäulte- Einwickelpapier, daS dem Täter zum Verräter wurde. Auf diesem Papier tesand sich nämlich der Rame tes heutigen Angeklagtem der wegen Diebstahls schon erheblich vorbestraft ist. Der Angellagte, ter im vorigen 3ahr eine Zuchlhau-- ftrafc in Marienschloh verbüßte, hatte damals auf Außenarbeit kurze Zeit bei Dem bestohlenen Gastwirt gearbeitet und konnte bei dieser Gelegenheit die Räumlichkeiten und Gepflogenheiten fermen lernen. Der Angeklagte leugnete zwar ben Diebstahl, doch hielt ihn das Gericht auf Grund noch weiterer 3ndizienteweise für einwandfrei überführt unb verurteilte ihn unter Versagung mildern ter Umstände wegen schweren Diebstahls i m Rücksa 11 zu der gesetzlich zuläsii- aen Minteststrafe von zwei 3ahr«n Zuchthaus. Aus aller Well. Hitzewelle auf dem Baifan. Die furchtbare Hitze, die in ter letzten Zevt die Balkanhalbinfel heimgesucht hatte, erreichte am Donnerstag ihren Höhepunkt. 3n Risch zeigt« das Thermometer 46 Grad im Schatten und s a st 60 Grad in der Sonne. Belgrad hatte in den letzten Tagen 40 Grad im Schatten. Erst am Freitag ist etn fühlbarer Temperaturrückgang eingetreten. Die Morgenblätter bringen au» allen Teilen deS Lande- Meldungen über di« katastrophalen Folgen ter Hitze. DaS Dorf Töfabi- mirowac im südlichen Banat wurde am Don- ncrStagnachrnittag ein Raub Der Flammen. 30 Gebäude sind Dort nietergebrannt. Die Löfch- arbeiten waren infolge tes Wassermangels aussichtslos. 3m Dorse Sinca an ter Lika fielen 14, im Dorfe Ludbreg bei Karlstadt (Kroatten) neun Häuser den Flammen zum Opfer. Außerdem wurden in Serajewo fünf und in Mostar drei türkische Häuser eingeäschert. Auch Waldbrände von riesigen Ausmaßen sind entstanden. Bei Agram wurden 150 Morgen Wald vernichtet. Das Feuer tonnte erst eingedämmt werden, nachdem zwei 3nfanterieregimenter zu den Löscharbeiten herangezogen tourten. Ebenso sind auf einer Strecke von 15 Kilometer di« Wälder Atoi- sehen Serajewo und Pale durch Funkenflug aus einer Lokomotive in Brand geraten. Das Stargarder Landgericht in Jlammen. In Stargard (Pommern) schlug wahrend eines heftigen Gewitters ein Blitz in bas am Gerichtsplatz liegende Landgerichtsgeväube ein, bas gleich barauf in hellen Flammen ftanb. Der Dachstuhl. sowie ber linke Flügel Des britten unb bes zweiten Stockwerkes finb völlig ausgebrannt. Der Schwurgerichtslaal und meherere Räume der Staatsanwaltschaft, tn denen sich wichtiges Ak- tcnmaterlal befand, wurden vernichtet. Weitere Akten sind durch bas Wasser bei ben Löscharbeiten zerstört worben. Erdbeben in Ecuador. Ein Erdbeben soll vor allem bie süblich der Haupt- stabt Quito gelegene Stabt ßatacunga heimgesucht haben. Das Rathaus, zwei Kirchen und zahl- reiche andere Gebäude sollen dem Erdboden gleichgemacht sein. Auch in ber Küstenstadt Guayaquil soll es einen Toten unb zahlreiche Verwunbete gegeben haben. Die (frbberoegungen sind bis jetzt noch nicht zur Ruhe gekommen: begleitet von unterirdischem Grollen schreitet das Beben weiter. Letzte Nachrichten. Keine Einberufung des Reichstags. Berlin, 17. 3ult. (BDZ.) 3m Aelteftenrat tes Reichstags wurde gegen Die Stimmen ter drei Oppositionsparteien beschlossen, von einer Einberufung Des Reichstags abzusehen. Der Reichsiagspräsident Löte hatte vorher ein Schreiten tes Reichskanzlers verlesen, m .Dem dieser aus vaterländischen Gründen um die Ablehnung ter Anträge auf Einberufung te- Reichstags bat. Der Aeltestenrat soll jedoch a m näch sten Donnerstag nach ter Rückkehr des Reichskanzler- aus London wiederum Äufammentreten, um erneut zu ter Frage ter Einberufung de- Reichstags Stellung zu nehmen. Wettervoraussage: Durch den Einfluß der nördlichen Störung ist ein neues Regengebiet über unseren Bezirk hinweg- gezogen, und geringer Temperaturanstieg hat eingesetzt. An ber Rückseite bes umfangreichen Tiefs gelangt kühlere Luft abwärts, welche auch für uns maßgebenb sein wirb. Sie verursacht weiter unbe- staubiges Wetter, unb Schauer treten auf. Vorhersage für Sonntag: Fortdauer des unbeständigen Wetters, dabei vorübergehend auf. heiternd, Regenschauer, kühler. Vorhersage für Montag: Bewölkung zurückgehend, etwas mehr aufheiternd, noch kühler. Lufttemperaturen am 17. Juli: mittags 19,8 Grad Celsius^ abends 16 Grad: am 18. Juli: morgens 15,1 Grad. Maximum.20,8 Grad, Minimum 13,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 17. Juki: abends 19,8 Grad, am 18. Juli: morgens 16,2 Grad Celsius. — Niederschläge 4,9 mm. — Sonnenscheinbauer 4 Stunden. Gegen üblen Mundgeruch Ich will nicht Dtrfäumen, Ihnen Mitteilung zu machen, daß ich fett dem Gebrauch Ihrer Zahnpaste „THIorodont" nicht nur reine, weitze Zähne besitze, sondern auch den bei mir sonst üblichen ajtunbgenub verloren habe. Ich werde Ihr Thlorodont aufs beste empfehlen." gt> E. G., Mainz. Man verlange nut die echle Thiorodoni-Zahnpaste, Tube 54 Pf. und 90 Pf^ und weise jeden Ersatz dafllr zurück. | Schöne, gesunde IMAGE 4773 V 3-Zimner-Wibn. Gießen, den 18. Juli 1^31. 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So aber vernahm er nur die schnippische Erwiderung, die ihn unsympathisch berührte. Schroffer, als es in seiner Absicht lag, sagte er: „Ich denke, wir lassen Frau Moest nun aus dem Spiel!" „Ganz wie Sie wünschen!" erwiderte Eva Miller spitz und blieb fortan schweigsam. Sie war auf Helbing wütend. Wie kam er dazu, sie in dieser Art zurechtzu- weisen? Menn sie von Frau Moest reden wollte, so tat sie es, ob es ihm gefiel oder nicht! 2Iuf- sattend war, wie er Frau Moest in Schutz nahm! Er schien doch sehr unter ihrem Einfluß, in ihrem Dann zu ft eben! Warum blieb er dann nicht bei dieser Dame? Warum lief er ihr, Eva, nach? Sie blieb stehen. „Ich muß nach Hause!" „Jetzt schon?" „Ja! Wenn Sie noch weiter spazierengehen wollen, lassen Sie sich, bitte, nicht stören. Ich finde den Weg ins Hotel zurück allein!“ Das war deutlich. Im ersten Augenblick wollte Helbing einige begütigende Morte an Eva richten: als er aber in ihr Gesicht blickte, daS in kalter, fast feindseliger Abweisung ihm zugewandt war, stieg auch in ihm Aerger empor. „Ich werde Sie selbstverständlich begleiten, gnädiges Fräulein", sprach er förmlich. Es war kein erquicklicher Heimweg. Nach anfänglichem Schweigen versuchte Helbing einige Male, ein Gespräch in Gang zu bringen: aber Eva verharrte tn verstockter Verschlossenheit. Als sie sich dem Hotel näherten, blickte Helbing verstohlen zum ersten Stock hinauf. Er gewahrte Hanna Moest nicht, die hinter dem Vorhang stand und mit brennenden Augen zu den beiden hinun- tersah. In der Halle reichte Eva Miller zu knappem AbschiedSgruß Helbing die Hand. Er hielt ihre Finger fest. „Schade!" sagte er bedauernd und sah sie in jäh aufrauschender Wärme an. „Was ist schade?" fragte sie obenhin zurück. „Daß wir in dieser Verstimmung auSeinander- gehen!" „Es lag an Ihnen.. „Vielleicht an uns beiden." Eva Witter zog ihre Hand zurück. „Lassen wir das!" „Sehen wir uns morgen vormittag am Strand?" Sie machte ein hochmütiges Gesicht. „Ich glaube kaum, daß ich da sein werde. Bekannte haben mich für morgen früh zu einer De- gelpartie eingeladen: ich werde wahrscheinlich daran teilnehmen." Helbing verneigte sich kurz. _®ute Fahrt I" „Danke!" Llnentschlossen verharrte Helbing an derselben Stelle. Er sah Eva Miller nach, die den Lift be- • stieg: er machte eine Bewegung, als wolle er ihr nacheilen. Dann schüttelte er den Kopf. Langsam stieg er die Treppe empor. Dor Hanna Moests Zimmer zögerte er. Sein Sinn stand jetzt nicht nach einer Unterhaltung mit ihr. Schließlich trat er doch ein. Hanna Moest lag auf dem Diwan: sie hatte ein Buch in den Händen, in dem sie bis zu diesem Augenblick gelesen zu haben schien. „Vom Spaziergang zurück?"' fragte sie und legte das Buch beiseite. Helbing ging au! sie zu und küßte sie: es war ein flüchtiger Kuß. „Wo warst du?" fragte sie. „Am Strand..." Er wies auf das Buch: „Bist du mit dem Roman nun bald zu Ende?" Sie durchschaute sein geflissentliches Bestreben, ein anderes Gesprächsthema anzuschlagen, antwortete aber in ruhiger Freundlichkeit: „Ich bin mit der Lektüre nicht sehr weit gekommen, ich habe Kopfschmerzen." „Du solltest nicht so diel im Zimmer sitzen, Hanna!" Ein wehes Lächeln Irrte über ihr Gesicht, das in den letzten Tagen wieder den früheren Ausdruck eines starren Ernstes angenommen hatte: sie sagte nichts auf Helbings Worte. Mühsam schleppte sich die Unterhaltung hin Helbing versuchte, einen leichten, unbefangenen Ton anzuschlagen, aber daS Fremde, das unausgesprochen zwischen ihnen stand, ließ das Gespräch nach kurzem Anlauf immer wieder verstummen. ... „Ich will jetzt hinübergehen, um auch fürs Abendessen umzuziehen", sagte Helbing schließlich und war froh, diesem peinigenden Beisammensein zu entrinnen. Regungslos blieb Hanna sitzen. Sie starrte auf die Türe, die sich hinter Helbing geschlossen hatte. ES war, als könne sie dies alles nicht fassen. Plötzlich brach ihre mühsam bewahrte Haltung zusammen. Sie schlug die Hände vor die Augen. Leidenschaftliches Weinen erschütterte ihren Körper. So sah das Glück aus, nach dem sie sich jahrelang gesehnt hatte! Am Ziele ihrer Wünsche glaubte sie sich... nun stand sie mit leeren Händen da und war wärmer, einsamer als je... Warum war Stefan überhaupt zu ihr gekommen? Warum, wenn er gekommen, wandte er sich jetzt von ihr, die ihn doch grenzenlos liebte, ab und strebte zu der anderen. Jüngeren hin? Wenn Stefan sich auch Mühe gab, vor ihr feine Neigung für Eva Miller zu verbergen, sie, Hanna, lieh sich nicht täuschen. Sie wußte, wie es um ihn stand: besser wußte sie es vielleicht, als er selbst. XIII. An diesem Morgen war Eva Miller in sehr schlechter Laune erwacht. Alles reizte sie zum Widerspruch. Kein Kleid war nach ihrem Geschmack, eines um das andere zog sie an und wieder aus und warf es achtlos beiseite. Das Frühstück, das sie heute in ihrem Zimmer einnahm, schmeckte ihr nicht. Die Sorme, die zu den Fenstern hereinlachte, ärgerte sie. Sie war mit sich und der Wett unzufrieden. „Unverschämt!" sagte sie plötzlich und dachte dabei an Stefan Helbing. Ihre Cpörung über Helbings gestriges Verhalten war inzwischen nicht geringer geworden. Hatte er sie nicht wie ein vorlautes Kind zurechtgewiesen, ihr in schulmeisterlichem Tone untersagt, von Frau Moest zu sprechen? Ein sehr von sich eingenommener Herr schien Helbing zu sein! Vielleicht hatte er viel Glück bei den Frauen, vielleicht war er es gewöhnt, daß sie nach seiner Pfeife tanzten: Frau Hanna Moest mochte dies tun, bei ihr, Eva, hatte er sich in dieser Hinsicht geirrt. Im Verkehr mit Männern hatte bisher stets sie den Ton angegeben; sie würde es auch künftig so halten! Mit Helbing war die Sache ja nun zu Ende. Schade eigentlich! Es hätte ihr Spaß bereitet, diesen selbstbewußten H!« Ürze, M? jedoch i forkrtm. Der Henckel von n Bruch bei itcur tmirbc mit fifrmc aui etnrr MMnr mehr« itt einen Bruch eine leichte Dein l.Ä. Slrd)enrnl ge erste Teistliche ei körperlicher unb i s 1 a h r. Sei einer überbrachten Elüd- u& unb die Ida- nn (ch Alsfeld, 17. Juli. In Ornän»ung des De richte» über ben Alsfelder Prämten- markt verdient noch die Ausste 11un g in der Turnhalle Erwähnung. Die .Schwälmer Geiarm" des Gutspächters SteinmeN- vchredsbach, ein Muficrgeflügelhof und anerkannte Lehrwirtschaft der Landwirtschaftskam- mer Kassel, zeigte in stufenweiiem Aufbau beites Daifengcflügel in seinen GntwickelungSstadien. Durch die Saal mitte der Turnhalle zog sich eine reichhaltige Geflügel- und Kaninchenausstellung de» KreisgeslügelzuchtvereinS AlSfeld. Di« Firma Ford Kick-Al-teld zeigte eine Kaninpelz-Au-stel- lunfl. Außerordentlich lehrreich war die graphische Ausstellung der DeichS-Dlcrverwertungs-Zen- trale. In T«t6inbung mit der Molkerei-Genossen- ichaft Alslcld, über Eierproduktion und Eierver- Wertung. Da» LandwirtschaftSamt AlSfeld brachte eine sorgfältig zusammengestellte instruktive Grünsandausstellung. die Weidenuhung unb dDeibe- technik anschaulich vor Augen führte. Die bunte unb reichhaltige Ausstellung Übte große Anziehungskraft auf bie Marktbesucher aus unb hatte während der ganzen Marktveranstaltung einen überaus regen Besuch aufzuweisen. Mrciö Lauterbach. Lau terbach, 17. Juli. Gestern gegen 13 Uhr wurde dieLauterbacherMotorspritze nach dem nahen Blitzen rod gerufen. Dort war durch Verschulden des Mieters im Haufe W o l l st e i n ein Zimmerbrand ausgebrochen, der durch den explosivartigen Ausbruch des Feuers einen Umfang anzunehmen drohte, daß zu befürchten stand, da-) ganze Haus konnte ein Raub der Flammen werden. Da» schnelle Eingreifen der Blitzen- rober Feuerwehr verhinderte eine größere Ausdehnung de» Brande», so daß die Lauterbacher Mo- torspritze nicht einzugreifen brauchte. Zwei Zimmer de» ersten Stockes sind vollständig ausgebrannt, und auch der Schaden, der durch da» Löschen am Haufe verursacht wurde, ist beträchtlich. Ueber die Drandursache ist bekanntgeworben, daß >a MNrr ht W iuSSä? '$$***• sä* -r-M kräu sln Df tiS*" Ja nUl,?bcS Al schien Du joftet. • • jaft «r ani*^1 I. das konnte Onkel Mollig wohl behaupten. Matte er doch erst vergangenes lahr seiner Frau eine Spindelpresse geschenkt und auch seiner Schwägerin Luise dis andere Presse zum Anschrauben. Von beiden hörte er stets das gleiche Lob. Sie arbeiteten voreOglich und waren ein paar tüchtige Helfer für die Küche geworden. Vielleicht war auch das sehr wichtig, daß beide Pressen von Mlueer, Am Oewaldsgarten, waren. 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Erzählung von Wolfgang Weyrauch. 12: Schallplattenkonzert 13 30: Aürdurar.ng: Während des Aennens. 14: Wolishagen: Sieben- Hundertjahrfeier der Stadt Wolfshagen. 14.15: Stund« des Landes 15: Stund« der Sugend. 16.30: Aachmutagskonzerl 18: ..Kurze Prosa" von Friedrich Durfchell Gelesen vom Autor. 18.25: ..Papstrum und sozial« Frage von Lev XlH bis au Pius XI.", Dortrag von Dr. Georg Schmut. 18 50: ..Der unbekannte Wilhelm Dusch '. Dortrag von Gewcrbeobcrlchrer Wilhelm Eberhard. Frankfurt a.M 19.30: Der Deutsche im Ausland. V. 3n fremden Kontinenten. Don Kasimir Sdschmid. 20 05: Don München. Konzert deS Rundfunkorchesters. 22.30 biS 24: Tanzmusik. Montag, 20. Dull. 7.30 biS 8 30: Dad Homburg: Frühkonzert des Kurorch 30: Stist»dechant Kahn: Thri- ftenlchrc für die weibliche Jugend: 12.45: Kinder- gottesdienst: 14: Sttftspfarrer Draudt. Katholische Gemeinden. Samstag, den 18. Juli. Gießen. 16.30 unb 19 Uhr. Beichte. Sonntag, den 19. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte, 7: Meße, Kommunion der Jünglinge: 8: Kommunion , 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 14: Christenlehre unb Andacht. — Lchzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Caubad). 10: Hochamt mit Predigt: 14.30: Vortrag und Andacht. — CIA. 10: Hochamt mit Predigt: 20: Vortrag und Andacht. —- Tlidda. 8.30: Hochamt mit Predigt Mittwoch, den 22. Juli. Hungen. 6.15 Uhr: Messe.__ TounlanSdientt d.-lerzteu.Avotdekenam 19 7.RL Dr. Lteinreich. Dr. Meverhotz. Pelikanapotbeke. Zahnarzt: Dr. Gonter. (Schluß des redaktionellen letts.) SchloHplay Stuttgart: Prvmenadenkvnzert 15.20: Stund« der Jugend. 16.30: W-.esbadcn: Konzert des Städtischen Kurorchestcrs. 18.15: ..Gibs es noch eine Dvheme?", Dvrtrag von Ernst Leonhard. 18 45: Esperantounterrrcht. 19.15: Anekdoten Gelesen von Willv Dulchost 19.35: Don München: Heiterer Abend. 21: Dor'.elung aus dem Roman ..Engel Hiltensperger" von Georg Schmü^le 21 40 bis 22.20 Ufot: Amcrrkamsche Sch^liplaiten Donnerstag. 23. Dull. 7.30 bis 8.30: Dad Soden: FrühkonAert des Kurorchesters. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Konzert des Rundfunkorchester-. 16: Zoologischer Garten: Südsee-Znfulaner. Mikrophon- bcr-.cht von Direktor Dr Kurt Prlemel und Eberha.rd Deckmann. 18.20 Zeitfragen. 18.45: Don Wien: 2. Arbeiter-Olympiade. Aufmarsch der Rationen. 19 20: Stunde der Arbeit: Dolks- hochfchulheim HadertShof. Sm Mikrophonbericht. 19.45: Aus deutschen Gauen. Sine SchaUplattcn- Plauderei von Karl Struve. 20.40 : 4300 Meter gefallen. Gespräch »wischen der bekannten Soll» sch rmabspringerin Hkddy Schumann, Dr. Maner und Fred Höger. 21: älnterhaltungSkonzert. 22.30: Konzert für Klavier und Dioline. 23.10 bis 24: Tanzmusik. Freitag, 24. Dull. 7.30 biS 8.30: Dad Münster am Stein: Früh- konzert des KurorchefterS. 12: Schallplattenkonzert 16 30: Dad Münster am Stein: Konzert deS KurorchefterS. 18.05: Stunde des FilmS. „Zelt-Kino und Zelt-Filme". Gespräch zwischen Leo Weiß und Dr. Franz Wellner 18.30: Sine Dicrtelstunde Deutsche Reichspost. 18.45: Aerzte- vortrag: ..lieber die operative und konservative Dehandlung deS KropscS". 19.15: Aelle re und neue Tanzmusik. 20.30: Kdln. Tyll Ulenspiegel. Funkfpiel nach Motiven des d« Sosterlchen Epos von Walter Rissen und Robert Seih. 21 45: Der Rose Pilgerfahrt. Märchen nach einer Dichtung von Moritz Horn, für Solostimmen, Thor unb Orchester, von Robert Schumann. 23.05 bis 24: Tanzmusik. Sam »lag, 25. DulL 7.30: Dad Münster am Stein: Frühkonzert deS KurorchesterS. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der Jugend. Der Hafenhirte. Märchen- spiel. 16.30: Rachmitdagskonzert deS Symphonie- OrchesterS Pforzheim. 18.05: „SrwerbSlofcnküche". Vortrag von Gtadtrat Ernst Kahn. 18.30: ..Arbeit der KurzweUen-Amateure", Gespräche zwischen Ober-Ingenieur Ernst Decker. Werner Diesenbach und Friedrich Dödigheimer. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Schwänke und Schnurren. Satiren unb Gleichnisse. Erzählt von Roba Roda. 20: Don Salzburg: Salzburger Festspiele. Der Darbier von Sevilla. Komische Oper. 22.50 biS 24: Tanzmusik. den, dass das Desinden de» durch Lungenschutz schwer verletzten Wchnhöser sich biS Fret- tagmorgen nicht verschlechtert hat, doch besteht immer noch LebenSaefahr. Der «rfchoi- fen« Hammer hinterläßt vier Kinder, von denen daS älteste 15 Iahre alt ist. Hammer» Frau ist kürzlich erst gestorben, fo daß die vier Kinder jetzt Dollwaisen sind. Die Pistole, mit der der Rationalsozialist Stier seine Tat verübte, ist nicht, wie es in der gestrigen Meldung hictz, dem Wirt von dem Kaufmann Schad übergeben worden, sondern von dem zweiten OrlSgruppen- vorlitzenben. Preußen. Dillkreitz. WSR. Dillenburg, 17. Juli. Dei einem zweijährigen Kinde einer 5 am Ul« im KreiS- vle neue „DKW-Blotf 350“. Die Zschopauer Motorenwerke I. S. Rasmussen AG. haben eine neue Maschine auf den Markt gebracht, die hinstchtllch ihrer Konstruktion und Leistung als einzigartig aus dem deulfchen Markt anzusehen ist. Diese» neue Modell ist mit einem neuartigen DKW -Membran- Motor ausgerüstet, dessen besonder» hohe Leistung bei allen Tourenzahlen sehr beachtenswert unb äußerlich hervorragend ausgestattet ist.4768V Bei Hirderwvndsein, Wund laufenHautjucken hilft Pcnaler Creme Jn ollen Apoih. *Oro^ 60 » tQo Zur Haustrinkkur: bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker 1930: 24000 Badegäste AUE TotaL Ausverkauf wegen tiesdiäftsaufgabe! 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