Donnerstag, 18. Juni (93| 18b Jahrgang Kr. 140 Erstes Statt wir uns nicht und tribut - zu verstehen sei, Zeit zu erwartenden inner- politischen Mastregeln führt« 2lbg. Dinge'.dey aus: L ist selbstverständlich, das; Hindenburg an Ooumer. Pari-, 17. Juni. (WTB.) Reichspräsident v. Hindenburg hat dem neuen Präsidenten der französischen Republik, Paul Doumer, aus Anlast seine- Amtsantritt- ein Glückwunsch- telegramm gesandt. Der französisck-e Präsident hat dem Reich-Präsidenten sofort gedankt. Zur Abrüstungskonferenz eingeladen. Genf, 17. Juni. (WTD.) Wie vom Töl- kerbundSsekretartat mitgeteilt wird, hat der Generalsekretär de- Völkerbünde- jetzt die vfstziellen Einladungen für die Weltabrüst ung-kvnferenz, die am 2. Februar 1932 in Genf beginnt, ergehen laffen. D« sinds sämtliche dem Völkerbund angehörenden Staaten eingeladen worden, austerdem noch Afghanistan, Vrafilten, Lostarica, die Vereinigten Staaten von Rordamerika, Aegypten, Lcuador, Mexiko, di« Türket und LOwjetrustiand. Die Eingeladenen sind gebeten worden, dem Völkerbund-sekretartat zu gegebener Zeit die Benennung und Zusammensetzung ihrer Delegation mttzuteilen. Der Gefatnivorstand fordert rücksichtslosen Kamps gegen die Tribute, die die deutsche ISettbewcrb»- sähigkeit aus dem Weltmarkt aus» schwerste beeinträchtigen, den Lcbensstand des dcatschcu Volke» unter da» Mast dev Erträglichen herab- sehen und die Gesundung der Weltwirtschaft unmöglich madxn. Der Gcsamlvorslaud verlangt daher über die Inanspruchnahme der Iranvser- Klaufel hinaus, die sofortige Einstellung der Zahlungen. Er erwartet, das) eS über alle Grenzen der Parteien hinweg der Zusammenfassung aller nationalen Kräfte gelingt, dem Volk wieder Brot und Arbeit zu geben. Dmgeldey über die Regierungsumbildung. Berlin, 17. Juni. (ERB.) Abg. Din gelbe y gab dem Vertreter der „DAZ." Erklärungen über di« praktischen Auswirkungen der am Dienstag gefallenen Entscheidung. Auf die Frage, was unter den „3m Einvernehmen mit dem Reichskanzler" In der nächsten Äiblitrev.swn und Regierungsumbildung Heute Beginn der Diplomaten-Desprechungen. - Dmgeldey unterstreicht die Forderung nach Regierungsumbildung. Frankreichs Finanzoffenfive gegen Oesterreich Paris will die politische Hörigkeit Oesterreichs erzwingen. - Die Zollunion mit Deutschland soll durch die französische Geldmacht abgewürgt werden. wehrlos Immer weiter fremde Gelder vom Ausland abziehen lasten können und gleichzeitig weiter an da, Ausland Zahlungen leisten, während wir Im Innern zu wirtschaftlichen Mafz- nahmen von gefährlichsten Folgen schreiten müssen. Vieser Zusammenhang der Talsachen wird jedem Reichskanzler das Gesetz des handelns nach Inhalt und Zeitpunkt über alle sonstigen Bedenken und Rücksichten hinweg diktieren müssen. In einen solchen Kamps kann aber die Regierung nur elntrelen, wenn der Reichskanzler ihn mit einer Regierung aufnimmt, die in ihrer veränderten Zusammensetzung Gewähr für die denkbar größte sachliche Autorität und Entschlossenheit bleiet. Da die Rotvervrdnung nicht mehr zu beseitigen war, ohne die Gefahr der Zahlung-- unsähigkeit des Reiche- heraufzubeschwören, fo müssen nunmehr mit größter Beschleunigung die vernachlässigten inneren ilrfadjen unserer finanziellen Lage durch entschloffene Reformen nach einem einheitlichen Gesamtplan unter Vermeidung jeder Einseitigkeit in Angriff genommen werden. Auch für diese Aufgaben bedarf e- neuer entschlossener Persönlichkeiten. Unterredung Mellons mit Macdonald. London, 17.Juni. (TU.) Obwohl der Besuch des amerikanischen Finanzministers Mellon in England angeblich rein privater Art ist, hatte Staat», lekretär Mellon bereits am ersten Tage seines Aufenthalts eine Besprechung mit dem englischen Ministerpräsidenten Macdonald. Heber den 3n< halt der Unterredung ist bisher nichts bekannt. Mellon wird voraussichtlich wahrend des Wochenendes seinen Sohn in Cambridge besuchen. Oiplomatenkonferenz in Berlin. Berlin, 17. Juni. (TU.) Vie seit längerer Zeil vorgesehenen Besprechungen mit den Vertretern des Reiches In pari», London, Rom und Washington werden am Donnerstag ihren Ansang nehmen. Botschafter von Schubert ist bereits in Berlin elngelroffeii, Herr von hoesch wird aus Paris für Donuervlag erwartet. Wit dein Eintreffen des wafhingloner Botschafters Freiherrn von priltwitz und Gaffron rechnet man für Ende dieser Woche. Die Anwesenheit des Mos- fauer Botschafters von Dirkfen in Berlin dürste lediglich mit der Verlängerung des Berliner Vertrages zwischen Reich und Sowsetrustiand zu tun haben, während die Besprechungen mit den übrigen Diplomaten der Tributs rage gelten. Es handelt sich dabei in erster Linie um den Zeitpunkt für die Erklärung de» Iranvserausschubs. wie jetzt bekannt wird, ist In den Besprechungen mit der englischen Regierung In Ehequer» hierfür der Grundstein gelegt worden, zumal von englischer Seite empsohlen wurde, den Besuch S t i m s o n s abzuwarten, der seinen Besuch für die zweite Iull- hälste in Berlin angegeben Hal. In den Besprechungen mit den deutschen Diplomaten wird nun die Frage geprüft werden, ob die politische Gesamtlage auch die frühere Lrktärung des Irans- ferauffchubes zulästt. vor dem Abschluß dieser Diplomaten-Besprechung wird eine Entscheidung des Reichskabinetl» In der lermlnfrage nicht fallen. Es Ist Infolgedessen nicht damit zu rechnen, daß die Reichsregierung noch in diefer Woche einen Beschluß fassen wird. Auch Belgien gegen Voungplan-Revision. Brüssel, 17. Juni. (TU.) Im belgischen Senat erklärte der Finanzminister hontart In Beantwortung einer vom Senator van Overberg (katholisch) gestellten Frage, die belgische Regierung denke nicht daran, irgendwelche Abänderungen de» Reparationszahlungsplan» zuzulasten. Sofortige Einstellung der Tributzahlungen. Aunbflcbunfl der sächsischen Industriellen. Dresden, 17. Juni. (LU.) Der Desamtvorstand des Verbände- sächsischer In» d u st r i e l l e r hat gestern beschlossen, der Reichsregierung ein Telegramm zu senden, in dem e- heißt: Die sächsische Wirtschaft hat wiederholt ihre Bereitwilligkeit auch zu schwersten Opfern unter der Voraussetzung erklärt, daß eine feste Aussicht auf Gesundung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse besteht. Diese Voraussetzung ist nicht gegeben, so lange die Tributbelastung, der aufgeblähte DerwaltungSapparat und der bestimmende Mafseneinfluß wirtschastS- feindlicher Kräfte in Staat und Wirtschaft fortbestehen. Der Rücktritt deS österreichischen Kabinetts . Dr. Ender ist unmittelbar aus di« f r a n a ö - fische Finanzpolitik gegenüber Oesterreich zurückzusühren. Seit dem Bankrott der Oesterreichischen Lreditanstalt kam man in Wien überhaupt nicht mehr au- den finanziellen Schwierigkeiten heraus, und es ist bekannt, daß die internationale StützungSak.ion für das bedeutendste österreichische Daniinslitut nur unter ter Voraussetzung in Gang gebracht werden sollte, daß die österreichische Regierung sich zur Uebernahme einer Staatsgarantie in Höhe von etwa einer Milliarde Schilling bereit erklären würde. Das Kabinett Ender hat sich sehr lange gegen diese- Ansinnen gesträubt, und mit Recht. Denn e- liegt klar auf der Hand, daß eine solche SlaatSgarantie in einem wirtschaftlich leben n Vanöe Iminen fehl kurzer Zeit zu einem Steuerdruck auf die Devötke- rung führen muß, an dessen Ende die völlige Verelendung der Bevölkerung steht. Schon heute ist da- Lebensniveau in Oesterreich auf ein Minimum herabgedrückt worden, das als angemessene Le- benshaltung in einem zivilisierten und geistig hochstehenden Lande nicht mehr angesprochen werden kann. Diesen Standard noch weiter herabzudrücken, bedeutet eine Zumutung, die nur au- einer Art von politischem Sadismus erklärt werden kann. Tatsächlich fügt sich das Ansinnen durchaus in die französische Poli.ik gegenüber ganz Mi.lei uropa sehr iDiifCguent ein. Man setzt heule von Paris aus den Krieg gegen Deutschland und Oesterreich mit den Mitteln eujer überlegenen Finanz- und Wirtschaftskraft fori. Frankreichs Würgegriff an den Lebensnerv Oesterreichs wurde erkennbar, als der französische Ver- traucnsmann im Verlauf der Stützungsverhandlun- gen eine Art Ultimatum stellte und von der österreichischen Regierung binnen kürzester Frist die Uebernahme einer sehr umfassenden Staats- 0 a r a n t i e verlangte, widrigensalls die französische Hochfinanz mit dem rücksichtslosen Abzug ihrer Gelder sortfahren würde. 2n dieser Situation mrlor der Finan,Minister Dr. Jucht die Nerven, er sagte die Staatsgarantie zu, obwohl ihm bekannt war, daß die übergroße Mehrheit des Kabinetts dagegen war, und die Demission des Innenministers brachte dann alles weitere ins Rollen. Bisher Hot sich der Rücktritt des Kabinetts Ender kreditwirt- fchaftlich »och nicht zum Nachteile Oesterreichs aue- gewirkt, da die Bank von England in richtiger Er- kenntnis der politischen und finanziellen Bedrängnis den Oesterreichern die 150 Millionen Schillinge tclc- graphisch zur Verfügung stellte, um die Jucht in Paris so eindringlich, wie vergeblich gebeten hatte. Es scheint, daß gerade der Rücktritt des österreichi- Kabinetts die englische Regierung hellhörig gemaclt hat. Ursprünglich waren es nämlich gerade Macdonald und Henderson, die Herrn Scho- bet zur sinanziellen Sanierung seines Landes den Weg über Paris nahelegten, weil sie mit Recht der Meinung waren, daß Frankreich als die weitaus stärkste Kapitalmacht Europas heute am ehesten in der Lage und moralisch auch am meisten verpflichtet sei der österreichischen Regierung aus ihren Bedrängnissen zu hslsen. Immer deutlicher aber wurden von den Franzosen in die allgemeinen Finanzverhandlungen politische Gesichts- punkte hineingetragen, und man sagt nicht zuviel, wenn man behauptet, daß Frankreich jede, auch die bescheidenste Hilfeleistung von der praktischen Preisgabe der politischen Selbständigkeit Oesterreichs abhängig zu machen gedachte. Nicht nur, daß man Wien gewaltsam den Verzicht aus die Zollunion mit Deutschland aufnötigen wollte, die österreichische Regierung sollte sich darüber hinaus in das politische Hegemonial- systern Frankreichs einordnen, um der französischen Politik den Weg nach Südosteuropa noch weiter zu erschließen. Es liegt auf der Hand, daß alle derartigen Ansinnen für England, das an einer Erweiterung der französischen Macht- und Interessensphäre absolut nicht interessiert ist, höchst unbequem sein müssen, weil jede Zunahme des französischen Einflusses automatisch die britischen Einslußmöglichkeiten vermindert. Die großzügige englische Kreditgewährung an Oesterreich ist also gewiß nicht aus politischen Altruismus erfolgt, wohl aber hat sie der österreichischen Wirtschaft und der österreichischen Politik in einem entscheidenden Augenblicke wieder Luft gegeben, und es gilt nun, diese Chance entsprechend zu nützen. Wie die österreichisch« Regierungskrise gelöst wcrd«n wird, ist im Gesamtzuscrmmenhang der Dinge von Nachgeordneter Bedeutung. Wesentlich ist vor allem, daß die wirtschaftliche Leben sfä bigteit Oesterreichs, die man ihm feit zwölf Jahren verspricht, hergestellt wird und daß die politische Selbständigkeit des Landes unangetastet bleibt. Der Weg über das „Comitd d’autriche" deS Völkerbünde-, der von Frankreich neuerdings wieder mit auffallender Intensität empfohlen wird, ist dafür ebenso ungeeignet, wie die Einsetzung eines Wirt- schastS- und Zinanzkontrollcurs für Oesterreich, selbst wenn man baxu eine reich-deutsche Persönlichkeit wählen würde, wie eS neuerdings gleichfalls von Pari- aus lanciert wird. In beiden Fällen wäre die politische Selbständigkeit Oesterreich- geopfert, und die wirtschaftliche Lebenskraft kann weder von einem Komitee, noch von einem einzelnen Kontrolleur geschaffen werden, da beide gar nicht die Möglichkeit besitzen würden, die erforderlichen internationalen Voraussetzungen herbeiAuführen. DS bleibt nach wie vor nur der eine Ausweg, über den sich nun seit Monaten ganz Europa völlig sinnlos erregt, nämlich die Oesterreichische Zollunion mit Deutschland, die dem gequälten Volke einen langsamen, aber einigermaßen sicheren Wiederaufbau seiner Wirtschaft gestatten würde. Um das neue Kabinett. Cndcr verlangt Garantien. Wien, 17. Juni. (WTD.) Die Amtliche Rachrichtensteile meldet: Der Bundespräsident ersuchte heute abend den Bundeskanzler Dr. Ender, die Bildung der neuen Regierung zu übernehmen. 'BundeSkanz.er Dr. Ender erklärte, daß nach seinen Erfahrungen die außergewöhnlichen Schwierigkeiten der heutigen Lage oom Parlament In seiner gewöhnlichen weise nicht bewältigt werden können, und daß er daher dieser Aussorderung dev Bundespräsidenten nur dann Folge leisten könne, wenn gewisse Vorbedingungen geschossen werden. Erst« Bedingung sei, daß daS Parlament der Regierung weitgehende außerordent- ErlchelAl ttigHO), außer oonntag» und Feiertag» Beilagen Dte Illustriert! fHeßtner FamiltenbläNei Heimat im Bild Die Scholle OlonaU'Bejugsprels; 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trüge» lohn, auch bei Richter- Ichemert einzelnerRumment Infolge höhere, Gewalt §erafprechan|chlllsfe enterSammelnummer'2251 Anschrift für Drahtnach- eichten Anzeiger Oletze». poßfcheckkonto: £ra*flurtam Main 11686 licheDollmachten für eine angemessene Zeit erteile, um da» Gleichgewicht Im BundeShatrs- ßalt rasch wieder herzusleilen und in dein die Lreditanstalt betreffenden Fragenkornpler die geboten Maßnahmen treffen zu können. Die Mitwirkung eines kleinen Parlamentsausschüsse« bei Ausübung dieser außerordentlichen Verordnungsgewalt wäre dabei vorzuseheit. Dine weitere Bedingung sei die, daß die Bereitwilligkeit gewisser Persönlichkeiten zur Mitwirkung in der neuen Regierung gegeben sei. Der Bundeskanzler wird morgen urch Fühlungnahme mit den Parteien und den in Frage kommenden Persönlichkeiten feslstellen, ob diese Bedingungen erfüllt werden, woraus er seine Entscheidung übet die Annahme der Betrauung treffen wird. Oie englische Hilfe war erfolgreich. W i e n, 17. Juni. (WTD.) In der außerordenl- lichen Generalver ammlung der Oe st erreicht- schenRationa 1 bank, die im Zusammenhang mit der SanierungSaklion «er Lredil- anflalt die notwendig gewordene Statutenänderung vornahm, crflärle der Präsident der Ratio- nnlbank Dr. Reisch im Verlaus der Debatte, eS Annahme »•* Anzeigen für die laqeenummet bl» zum Nachmittag vorher. Preis für | mm HSHe für Anzeigen von 27 nun Breite artlich 8. ausroflrt« 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mne Vielte 35 Neichepfennlg, Platzvorschrift 20", mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr Wich. Lange. Verantwortlich sür Poütil» Dr. Fr. wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Thgriot; für den übrigen letl Ernst Vlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. sei ungerechtfertigt, der Rationnibank eine Schuld an den Vorgängen der letzten Jahre bei den einzelnen Bankinstituten zuzufchreiben, denn keiner Notenbank stehe eine Kreditkonirolie von Privatbanken zu. Die wirtsck-astUchen Verhältnisse In Oesterreich hätten die 3inmoblllflerungen und Zusammen- brüche der letzten Jahre verursacht. Sodann stellte Präsident Reisch mit Genugtuung fest, daß feit gestern dank der nunmehr einge trossenen ausländischen Hilfe ein durch- fchlagender Erfolg erAtclt worden sei Allen maßgebenden Faktoren de» Auslandes gebühre der Dank dafür, daß fie in richtiger Erkenntnis de« Umstande«, daß eS fich bei der Ereditanflall nicht um eine spezifisch österreichische Kredilfrage handele, sondern ivett darüber hinan« um eine ganz Mitteleuropa betreffende Frage, ihre Kredithilfe gewährt hätten, von der nur zu hoffen sei, daß sie wesentlich zur Beruhigung beitragen werde. Die Wirtschaft für Ender. Wien, 17. Juni. lWTB.) Die Präsidialkvnfe- renz der ö st e r r e i ch i f ch e n Handelskammern hat beschlossen, an alle der Regierung nahestehende Parteien die dringende Ausforderung auf praktische Bekämpfung der Regierungskrise zu ricb'.en ohne Rücksicht auf parteipolitische Sonderwünfche. Dine Abordnung der Konferenz begab sich zu Bundeskanzler Dr. Ender, um ihn bringenb zu bitten, sich dem Ruse zu einer neuenRegierungsbildung nicht tu entziehen. Anschließend find die Präsidenten Der Karninern vorn Bundespräf identen übet ihre Anschauungen hinsichtlich der Krise befragt worden Sie brachten zum Au-druck, daß die rasche Bildung eine« neuen Kabinett« unter Führung Ender- die beste Gewähr für eine wirksame D leichierung der Lage und eine Entwirrung der Krise biete. Englische Einsicht. London, 17. Juni. (WTB) Zur österrei- chischenKabinelt-krife schreibt der diplo- niattfdK Korrespondent de» „Dailh Telegraph"^ Der Rücklr.tt der östcr ethischen Regierung ruft st a r keBe f o rg n t - in diplomatischen und finanziellen Kreisen hervor. In London herrscht die Ansicht vor, daß die Zeit gekommen sei, Oesterreich IvenigstenS vor der ihm unmittelbar drohenden Gefahr zu bewahren. Ietzt müßten sich die Regierungen Europa» entscheiden, ob Oesterreich durch eine Internationale Finanzaktion bei seiner Wiedergesundung geholfen werden solle, oder ob man Ihm den rolrl- schastllchen Anschluß an Deutschland gestatte. Lin Mittelweg würde sich aus die Dauer al« jiußlo» erweisen. Die englischen, an der Kreditanstalt interessierten Banken seien nicht bereit, einen großen Pre>- für die Verhinderung der Deuts ch-Pest er- relchischen Zollunion zu zahlen, da sie sich wenig oder gar nicht um die politische Frage interessierten. Lediglich Frankreich dürfte bereit sein, notwendige finanzielle Risiken auS politischen Gründen einzugehen. 3taHen sei mehr an Ungarn interessiert, da diese- Land al- eventueller Verbündeter für wertvoller erachtet werde. .Oesterreich ist am Rande einer neuen Krise angefangt", schreibt der diplomatische Korrespondent de« „Daily Herald". Der Rücktritt der Regierung wird die WI r t s ch a s t « k r t s e verschärfen und die Gefahr eine- Zusammenbruche- vergrößern. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen t)HJd und Verlag: vrühl'fche UniversttülLvuch. nnö Stetnörndcrct IL Lange in Gießen. 5chriftlettung und Geschäftsstelle: Schulsttaße 7. Die 40-Gtunden-Woche. Verhandlungen mit den Behörden- Angestellten Berlin. 17. Juni. (CNB.) Wie der Gewerk- schastliche Pressedienst mitteilt, hatte die Reichs- regierung für heute vormittag die A n g e - stelltenorganisationen zu einer Besprechung wegen Einführung der in der Notverordnung vorgesehenen 4 0 stündi - gen Arbeitszeit bei den Reichsoerwaltungen und -betrieben eingeladen. An der Besprechung nahmen noch teil der Vertreter Preußens und der Vertreter des Arbeitgeberverbandes deutscher Gemeinden. Der Sprecher der Regierung erklärte eingangs, daß das Reich auf Länder und Gemeinden einen Druck ausüben werde, damit sie sich dem vorgehen des Reiches anschließen. Die Einführung der 40stündigen Arbeitswoche solle eine ent- sprechende Gehaltskürzung nach sich ziehen. Die hierdurch sreiwerdenden Mittel sollten für die Einstellung von Angestellten verwendet werden. Möglich sei es, daß dort, wo die Zahl der Beamten gegenüber den Angestellten sehr gering ist, eine entsprechende Arbeitszeitverkürzung für die Beam- ten erfolgt. Im allgemeinen solle aber die Arbeitszeit der Beamten nicht verkürzt werden. Rach eingehenden Erörterungen gaben die Angestelltenorganisationen, wie wir vom Gewerkschaftsbund der Angestellten erfahren, die Erklärung ab, daß sie mit Rücksicht auf die am 22. Juni im Reichs- arbeitsministerium stattfindende Besprechung mit den Spitzenorganisationen wegen Festlegung von Ausführungsbestimmungen zu der in der Notverordnung vorgesehenn Arbeitszeitverkürzung heute bindende Erklärungen nicht abgeben könnten. Folgende Gesichtspunkte wurden besonders herausgestelll: 1. Zunächst einmal Durchführung der 4 8 st ü n d i g e n Arbeitszeit in den öffentlichen Verwaltungen und Betrieben ohne weitere Gehaltskürzung. 2. Eine weitere Arbeitszeitverkürzung auf wöchentlich 40 Stunden darf nicht auf die öffentlichen Verwaltungen und Betriebe beschränkt bleiben. 3. Die Herabsetzung der Arbeitszeit für die Angestellten muß sich auch auf die Arbeitszeit der Beamten auswirken. 4. Die Kürzung auf 40 Stunden darf keine weitere Geyaltsverminderung nach sich ziehen. 5. Zwang zur Neueinstellung von Angestellten muß ausgeubt werden. 6. Erwerbslose Angestellte sind bei der Neueinstellung zu bevorzugen. Die nächsten Verhandlungen finden am 2 9. Jun statt. Hessische Politik. Landtags-Zusammentritt am 7. Juli. WSR. Darmstadt, 17. Sunt Auf Wunsch des Gesehgebungsausschusses, der mit feinen Arbeiten noch im Rückstand ist, wird der Hessische Landtag erst am 7. Juli zu einer kurzen Sommertagung einberufen werden. Neue Regierungsvorlagen. WHP. D a r m st a d t, 17. Juni. Der Minister tag Innern legt dem Landtag den Entwurf eines Gesetzes über den Erlaß einer Verordnung zur Einstellung vvn Kraftfahrzeugen entsprechend den zwischen dem Reich und den Ländern getroffenen Richtlinien vor. In der Begründung wird erklärt, daß es sich als notwendig erwiesen habe, die in den Ländern bestehenden Vorschriften über die Beschaffenheit und die Benutzung der Einstellräume für Kraftfahrzeuge für das ganze Reichsgebiet zu vereinheitlichen. Der Minister des Innern unterbreitet weiter -eine Abänderung des Gesetzes zur ''Schlachtvieh- und Fleischbeschau. Danach ist vorgesehen, daß für Gemeinden mit Schlachthauszwang durch eine Verordnung ange- vrdnet werden kann, daß die Personen, welche in Gemeindebezirten das Schlachtgewerbe oder den Handel mit frischem Fleisch als stehendes Gewerbe betreiben, innerhalb des Gemeindebezirkes das Fleisch von Tieren, die nicht in dem öffentlichen, für die Gemeinde errichteten Schlachthaus, sondern in einer anderen, innerhalb eines fest- zusetzenden Kreises gel.genen Schlachtstätte geschlachtet sind, nicht feilbieten dürfen. Die Unruhen in Mainz. « Der amtliche Bericht. WSR. Mainz, 17. Juni. Heber die gestrigen Unruhen in Mainz, über die teilweise übertriebene Rachrichten verbreitet worden sind, wird amtlich mitgeteilt: Wie irt andern Städten, versuchten auch gestern in Mainz kommunistische Elemente, die von auswärts Verstärkung erhalten hatten, die öffentliche Ordnung gewaltsam zu stören. Es war zweifellos zu erkennen, daß dieser plan wohlvorbereitet war und die Gruppen, die sich innerhalb des hauptgeschäflsviertels von 16 Uhr ab bildeten, systematisch geleitet worden sind. Den Auftakt bildete das Einwerfen von Fensterscheiben in drei Im Städtpark liegenden Villen. Der größte Teil der an dem Werfen beteiligten Hebeltäter, von denen einer mit einem Dolch bewaffnet war, konnte noch in der Rähe des Tatortes von einer Polizeistreife betroffen und in Gewahrsam genommen werden. Innerhalb der Stadt, und zwar auf dem Münsterplatz, Schiller- Platz, Höfchen, sowie in der Schuster- und Stadthausstraße kam es später zu größeren Ansammlungen, die jedoch zunächst keinen aggressiven Charakter erkennen liehen. Erst kurz vor Ge- schästsschluß versuchte eine stärkere Gruppe in der Schusterstrahe in ein Lebensmittelgeschäft einzudringen. Sofort eingesetzte Polizeikräfte verhinderten dieses Vorhaben und gingen gegen die Menge, die der Aufforderung zur Räumung der Straße keine Folge gab, mit dem Gummiknüppel vor. Die Demonstranten wurden gegen den Markt abgedrängt und nach kurzer Verfolgung zerstreut. Zu Plünderungen von Lebensmitlelgeschäflen, auf die es zweifellos abgesehen war, ist es auch später durch die vorbeugenden Maßnahmen der Polizei nicht gekommen. Defriedungsfahrten stellten alsbald die Ordnung wieder her. Erst nach geraumer Zeit kam es wieder zu größeren Ansammlungen auf dem Markt und dessen Umgebung, die wieder durch polizeilichen Einsatz auseinandergetrieben werden mußten. Dabei kam es nochmals zu einigen Festnahmen. Der- Schweres Llnweiier in Westfalen. Ungeheurer Wirbelsturm im Kreise Altena. Plettenberg. 18. Juni. (MTV.) von einem furchtbaren Unwetter wurde gestern abend das L l z e t a l zwischen Herscheid und Holthausen betroffen. Mit großer Gewalt streifte plötzlich ein w i r b e l st u r m mit ungeheurer Geschwindigkeit über das bei Herscheid liegende Tal der Elze entlang in Richtung Holthausen bei Plettenberg, trug Häuserdächer durch die Luft, Dachziegel und Sparren wirbelten umher, Bäume wurden entwurzelt, Mauern und Giebelwände stürzten ein und schwere Balkenstücke stürzten zu Boden, Türen und Fensterscheiben wurden eingedrückt. Auf dem Bahnhof Plettenberg-Oberstadt wurde ein Güterschuppen dem Erdboden gleichgemacht. Lin schwerer Eisenbahn- waggon wurde aus den Schienen geschleudert. Line in etwa 100 Meter Entfernung stehende Fabrik wurde ebenfalls v o l l k o m - men zerstört. Man beziffert den Schaden dieser Fabrik auf 20 000 bis 25 000 Mark. Bedauerlicherweise sind neben dem hohen Sachschaden drei Menschenleben zu beklagen. Bei dem Bahnhof Plettenberg-Oberstadt wurde ein Mann durch einen Balken auf der Stelle erschlagen. In Holthausen begrub eine einstürzende Mauer einen Schuh suchenden Mann unter sich. Er erlag seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus. Insgesamt haben etwa 40 Personen mehr oder minder schwere Verletzungen durch einslürzende Mauern und umherfliegende Steine und Balken davongetragen. Die Ortschaft Holthausen litt am schwersten unter dem Wirbelsturm. Gewitter über Köln. Köln, 17.Juni. (TU.) heute nachmittag entlud ich über Köln ein heftiges Gewitter mit chwerem Hagelschlag und Platzregen. Obgleich das Inwetter nur kurze Zeit dauerte, ist der Schaden e h r g r o ß. Viele Fensterscheiben wurden zertrümmert und Dachziegel entfernt. In den Straßen und auf den Dächern lagen die Hagelkörner in kurzer Zeit fußhoch. Viele Keller wurden unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr wurde über 200mal gerufen. Auch in der Umgebung ist der Schaden sehr groß. Kulturkampf in Spanien? Scharfer Konflikt zwischen der neuen Regierung und dem Vatikan. Kardinalprimas Segura (Mitte), Spaniens höchster Geistlicher, der von der Regierung aus Spanien ausgewiesen wurde.— Die Ausweisung des Kardinalprimas Segura aus Spanien hat zu einem schweren Konflikt zwischen Vatikan und spanischer Regierung geführt. Der Vatikan hat in Madrid gegen die Aus- - Weisung scharfen Protest erheben lassen. Zu den Streitigkeiten des Vatikans mit der italienischen Regierung und den Litauern ist nun auch noch ein sehr ernster Konflikt mit Spanien hinzugetreten. Bisher hatte der heilige Stuhl es für ratsam gehalten, zu den Feindseligkeiten gegenüber der spanischen Kirche in Spanien beide Augen zuzudrücken und abzuwarten, ob die kirchenfeindliche Welle sich nicht binnen kurzem wieder von allein verlaufen würde. Das ist nicht der Fall gewesen. Vielmehr hat die Madrider Regierung eine scharfe Kampfstellung eingenommen und durch die Ausweisung des Kardinalprimas Segura auch nach außen hin sehr eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß man in Madrid keine Neigung habe, die katholische Kirche nach wie vor in ihrer herrschenden Stellung zu belassen. Diese offene Kampfansage hat nun den Vatikan veranlaßt, mit der Madrider Regierung die Klinge zu kreuzen. Viel wird bei diesen Auseinandersetzungen für Rom wohl nicht herausspringen, weil sich der Papst nur darauf beschränken kann, papierne Proteste zu erheben. Das bisherige Verhalten der neuen Männer in Spanien hat aber gezeigt, daß sie lediglich eine Trennung von Staat und Kirche anstreben, nicht eine völlige Entrechtung der katholischen Kirche, auf die man vor einigen Jahren in Mexiko hinaus wollte, ohne daß das aefteckte Ziel erreicht werden konnte. Man weiß sehr gut, daß ein allzu scharfes Vorgehen einen Stimmungsumschwung in der Bevölkerung auslösen könnte. Aber die bei aller Gegnerschaft gegen die Kirche geübte Zurückhaltung der amtlichen Stelle wird der katholischen Kirche schließlich doch wieder zum Vorteil gereichen, weil sie sehr anpassungsfähig ist und, sobald erst einmal eine Beruhigung wieder eingezogen ist, über kurz oder lang doch wieder maßgebenden Einfluß auf die inneren Verhältnisse des Landes gewinnen wird. Verhandlungen in Madrid. Madrid, 17. Juni. (WTV.) Der Minister des Austvärtigen hat den apostolischen R u n t i u s in Madrid empfangen, der ihm eine Rote des Heiligen Stuhls überreichte. Heber den Inhalt der Rote wurde keine Mitteilung an die Presse gemacht. Der Vorsitzende der vorläufigen Regierung hat den Bischof vonMadrid empfangen, der im Ramen der spanischen Kirchenfürsten gegen die Art und Weise protestierte, wie der Kardinalerzbischof von Toledo und Primas von Spanien festgenvmmen und ausgewiesen worden ist. Generalstreik. Paris, 18. Juni. (WTD.) Havas meldet aus G e r o n a (Katalonien), daß die dorttgen G e - werkschaften, die die Enthaftung eines ihrer Mitglieder, der bei einem Angriff auf die Dank von Bilbao beteiligt war, gefordert hatten, den General st reik erklärten, gls der Gouverneur ihrem Verlangen nicht nachkam. Der Belagerung s z u st a n d ist verhängt worden. suche, in den späten Abendstunden an mehreren Stellen das Straßenpflaster aufzureißen, wurden alsbald vereitelt. Erst nach wiederholtem Einsatz von starken Polizeistreifen waren Ruhe und Ordnung gegen Mitternacht endgültig wieder hergestellt. Die Ruhe ist auch in der Rächt weiter nicht gestört worden. Die Stadt Mainz zeigt heute wieder das altgewohnte Stratzenb'.ld. Aburteilung durch den Schnellrichter. Mainz, 17. Juni. (WSR.) Bei den gestrigen Unruhen war von der Polizei eine größere Anzahl Personen festgenommen, die nach der Vernehmung bis auf fünf wieder entlassen wurden. Von den fünf der Staatsanwaltschaft vorgeführten Personen wurden zwei weitere freigelassen, während die übrigen drei sich vor dem Schnell- r i ch t e r zu t>eranttoorten hatten. Wegen Sachbeschädigung und verbotenen Waffentragens bzw. Widerstandes gegen polizeiliche Anordnungen erhielten zwei fünf Monate bzw. zwei Monate und eine Woche Gefängnis, währe n d der dritte zu35MarkGeldstrafe verurteilt wurde. Forderungen der Aerzie. Köln, 17. Juni. (ERB.) Die hier tagende Hauptversammlung des Verbandes der Aerzte Deutschlands (Hartmann-Bund) nahm in ihrer heutigen Sitzung eine Reihe wichtiger Entschließungen an, welche gegenüber den Rotverordnungen des vergangenen Jahres eine Reform der Krankenversicherung in der Durchführung der Arzthilfe als Sachleistung und in der Ermahnung der Versicherten zu größter Sparsamkeit erblicken. Die in den Rotverordnun- aen vorgesehene „Besteuerung der Krankheit" müsse abgelehnt werden. Der Hartmann- Bund müsse die von den Krankenkassen aufgestellte Behauptung, daß die Ausgaben in der Krankenversicherung von der Zahl der dabei tätigen Aerzte beeinflußt werden, als nicht zutreffend ablehnen. Er fordere mit allem Rachdruck erneut die Abschaffung aller Gesetze, durch welche der ärztlicheRachwuchs entrechtet und pro le tarifiert werde. Rur die Aufrechterhaltung des Grundsatzes der freien Arztwahl, durch eine eigene Stan- desvertretung kontrolliert, sichere gleichermaßen die Interessen von Versicherten und Aerzte- schaft, sowie die des Rachwuchses. Eine Anzahl von Spezialausführungen zu diesen Resolutionen, darunter solche, die zur Schaffung der Voraussetzungen für die Möglichkeit der Durchführung der Forderung nach freier Aerztewahl dienen, fand gleichfalls einstimmige Annahme. Aus aller Well. Probefahrt des Schienen-Zeppelin von Altona nach Berlin. Berlin, 17. Juni. (ERB.) Der unter dem Ramen Sch ienen z e p p e lin bekannte Pro- pe'llerwagen, der bereits im vergangenen Herbst auf der Strecke Hannover—Celle auspro- biert worden ift, wird, wie wir von unterrichteter Seite der Reichsbahn erfahren, in der Rächt vorn Samstag zum Sonntag auf der Strecke Altona —Berlin eine neue Proben fahrt unternehmen, bei der es im wesentlichen darauf ankommt, die Eignung des Wagens für das Durchfahren von einer kurv enr eichen Strecke zu erproben. Für die Dauer der Fahrt, die bei einer Durchschnitts geschwindig- feit von 200 b i s 220 Kilometer aus eine Dauer von l3/< bis 2 Stunden berechnet ist, wird die ganze Strecke für jeden Eisenbahnverkehr gesperrt werden. Sämtliche Schranken, auch die automatisch vetriebenen, werden für diese Rächt mit Personal besetzt werden und nur wechselseitig für den Durchgangsverkehr geöffnet. vergeblicher Startversuch des „Do X“ ln JlafaL Paris, 17. Juni. Wie Havas aus Rat al berichtet, hat das Flugboot DoX heute vergeblich au starten versucht. Wahrscheinlich wird seine Weiterreise aufgeschoben werden. Der Backbordmotor des „Nautilus" wieder in Ordnung. Washington, 17. Juni. (WTD.) Der Dackbvrdmvtor des 11-Doot es »Rauti l u s , der in Unordnung geraten war, ist wieder in Tätigkeit. Der Kreuzer „Wyoming" schleppt das Doot mit acht Knoten Geschwindigkeit in Richtung Queenstown ab. Die Eätfernung. die noch zu überwinden ist, beträgt 700 Meilen. Ein Flugzeug der Verkehrsfliegerfchule gesunken. Warnemünde, 17.Juni. (WTB.) Das Flugzeug D 1689 der Deutschen Verkehrsfliegerschule Warnemünde mußte beim Adlergrund-Feuerschiff heute nachmittag zu Wasser gehen. Dabei wurde das Flugzeug beschädigt und versank im Meer. Die Besatzung wurde von dem Feuerschiff übernommen. An einem Tage von London nach Rom und zurück. London, 17. Juni. (WTB.) Der amerikanisch« Pilot Hawks, der heute vormittag 5.30 Uhr in London gestartet war, landete um 10.10 Uhr ohne Zwischenlandung auf dem Flugfeld in 9t o m. Nach über zweistündiger Fahrtunterbrechung stieg er um 12.15 Uhr zum Rückflug nach London auf. Er landete bereits um 17.56 Uhr wieder in London« Verhaftung eines hohen Wiener Polizeibeamteu. Wien, 17.Juni. (ERD.) Das „Reue Wiener Extrablatt" erfährt, daß ein hoher Polizei- beamtet im Zusammenhang mit Diebstähle n, die sich seit längerer Zeit inderPolizei- direktion ereignet haben, seinesDiensteS enth oben worden ist. Der Rame des Beamten wird nicht genannt, doch wird mitgeteilt, daß er sich durch zahlreiche Umstände verdächtig gemacht habe. Er soll, wie festgestellt wurde, sich in schwieriger sinanzieller Lage befunden haben. Brand eines Ozeandampfers. R e u h v r k, 17. Juni. Der im Hafen von Ha» milton auf den Dermudasinseln vor Anker siegende 19 000 Sonnen große Furneß- Passagierdampfer „Bermudas", eines der größten Motorschiffe der Welt, ist einem Riesens euer zum Opfer gefallen. Der Brand brach in den frühen Morgenstunden des Mittwochs im Bug des Schiffes aus. Zahlreiche Mitglieder der Besatzung flüchteten, um sich zu retten, notdürftig bekleidet, an Land. Das Feuer wütet weiter. Das Schiff ist völlig ausgebrannt und dann gesunken. Erdbeben in Afghanistan. Peschawar, 17.Juni. (WTB.) Etwa 60 Meilen nördlich von Kabul ereignete sich heute früh ein Erdbeben. 15 Personen wurden dabei getötet und etwa 50 Häuser zum Einsturz gebracht. Die Wetterlage. O- Bären Inga Bost: >lo ^6- o ,O LonPWy h-E) 2r®6*_PartS^franKf. -> A ©45 o)'o A . 0 o o d —- —j—uai,-d\^-S O woiktnlos. O netter. <> natö oeoetKt.» wolkig, ® oeutcki * Schnee a Graupeln. e Hebet K Gewitter,©windstille.0 $et» «icnter Os» jS massiger Südsüdwest o stürmiscner Hordwesl oie Pfetie fliegen mit dem winde. Pie oei den Stationen stenenden Zanten geben die Temperatur an. Pie Limen verDmden Orte mit gleichen auf neeresmveau umgerechneteo Luftdruck Wettervoraussage. Ein Ausläufer des im Norden liegenden Tiefdruck, systems, das sich feit gestern wesentlich stärker entwickelt hat, ist in den gestrigen Abendstunden über unseren Bezirk hinweggezogen und hat durch den damit verbundenen Einoruch kühler Luft verbreitete Gewitterstörungen hervorgerufen. Im Bereich der jetzt entstandenen Westströmung nimmt das Wetter einen wechselhaften Cyarakter an, so daß weiterhin bei mäßigen Temperaturen Regenfälle zu erwarten sind, die aber mehr als Schauer auftreten und zum Teil von Gewitterstörungen begleitet sein dürften. Da über Frankreich allerdings kräftiger Barometeranstieg angesetzt hat. ist später wieder mit ruhigerem und besserem Wetter zu rechnen. A u sjichtenfürFreitag: Zunächst wechselhaftes Wetter, wolkig mit Aufheiterung, vereinzelte Niederschläge, mäßig warm. Aussichten für Samstag: Wieder Besserung wahrscheinlicy. Lufttemperaturen am 17. Juni: mittags 28,1 Grad Celsius, abends 19,5 Grad: am 17. Juni: morgens 15,3 Grad. Maximum 30,6 Grad, Minimum 14,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 17. Juni: abends 26,8 Grad: am 18. Juni: morgens 21 Grad Celsius. — Niederschläge 1,4 mm. — Sonnenscheindauer 12% Stunden. T < i । au Wal,., und ,un8 wurde von t°m v"d jurtif. ■x nmcrikanW 10 5.30 Uhr jR um 10.10 Uhr Zldin »0; flieg • Bonbon J, "dtt In London, polljdbeamlen. .Deue Dime, '"PvU.ei. it Diebstäh. derPvlizet. ^sDienstes fle des Deamtm ltgeteilt, daß er Mächtig Macht e, sich in fchvie- haben. Pfere. Nention Aa. vor 2tnfer ik# lirneb-Pasfa« eines der st einem Die- fallen. Der genstunden des fes auS. Zahl» lüchteten, um sich an Land. Das >isi ist völlig gesunken. Ian. ) Sima 60 Mel- lief) f/tute früt) irben W gt* stur; tzedrachi. ieontn/t.HoCO-ILH9fOil, ToniiMusfrit. 2 Zimmer u.Kiiche außerhalb derStadt au vermiet. Schrtstl. Angebote unt. 03541 an d.Gießen. Anzeig. Beschlagnahmfreie,neue 3- Zimmer-Wohnung Schubertstrahe 14 zu vermieten. Näheres: A. Becker, Kepleistraöe 9 | Mietgesuche | 45ÄMM. Wohnung zu mieten aelucht. Mietberechtiaunas» schein vorhanden. Schr.Ang.unt.4087v an den Gtetz. Anzeig. UIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIÜ Angestellter sucht 2-3-ZimmJoho. mich aus dem Lande. Schrift!. Angeb. unt. 03552 an d. Gß. Anz. illllllllllllllllllllllllllllllllllt Lager mit Büro und Autoeinfabrt im Zentrum der Stadt zu mieten gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 03550 an d. Gß. An». Stellenangebote Eiislenz Richte überall ehrl. Leuten Lagert, gangbar. Konsumart. ein. Frankfurt a. M. Schliemach'293. [„mV Junger, lediger Lhauffeur gesucht. Schr. Angeb. m. 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Darauf müssen wir uns natürlich einstellen, daß uns eine etwaige Aenderung des Äoungplanes nicht so ohne weiteres in den Schoß fallen wird. Wir werden uns vielmehr eine eingehende Durchleuchtung unserer finanziellen Lage gefallen lassen müssen. Allerlei Anzeichen sprechen nun dafür, daß die Gegenseite diesen Umstand benutzen will, um auf Schleichwegen die vor einigen Jahren gefallene interalliierte Militärkontrolle wieder einzuführen. So hört man, daß angeblich nm Reichswehretat noch allerlei gespart werden könnte. Nun ist es längst kein Geheimnis mehr, daß die Franzosen immer wieder mit unseren Mehrausgaben hausieren gehen, um uns Aufrüstung vorzuwersen, ja, sie haben ihre neuen Kriegsschiffbauten sogar mit dem Panzerschiff A begründet, bas angeblich für sie eine große Gefahr darstelle. So ist denn auch bald nach der Eröffnung der internationalen Debatte über die Revision des Poungplanes davon gesprochen worden, daß man gut daran tun würde, die Revision mit der Abrüstung zu verbinden, um den Franzosen weitere Dorwände für die Aufrechterhaltung ihres hohen Rüstungsstandes zu nehmen. In England wird jetzt auch ziemlich offen zum Ausdruck gebracht, daß Großbritannien gar nicht so schlecht sahren würde, wenn es gelänge, Poung- reoision und Abrüstung in enge Beziehung zu bringen. Die Engländer heucheln zwar Verständnis für unsere erheblichen Rüstungsausgaben, auch sie machen das Versailler System dafür verantwortlich, fordern aber gleichzeitig, daß wir unseren Heeres- etat noch weiter zusammenstreichen und auch auf die Kriegsschifsersatzbauten verzichten sollten. Das Stichwort ist jedenfalls gefallen. Wir werden gut daran tun, uns auf einen neuen Kampf um u n • sere bescheidene Landesverteidigung einzurichten. Sollte eine künftige Reparationskonferenz irgendwelche Beschlüsse über unseren Heeres- haushalt bringen, dann wird das eben bedeuten, daß die alte Militärkontrolle ihre Auferstehung feiert und das Ausland erneut das Recht erhält, nachzuprüfen, ob wir wirklich die uns auferlegten Verpflichtungen erfüllen. Derartige Nachprüfungen, die sich bis auf die Hufnägel des letzten Kavallerie- pserdes erstrecken, haben wir in der Vergangenheit so oft kennengelernt, daß wir auf eine Neuauflage entschieden verzichten. Die Strömungen bei unseren Gläubigermächten, uns unter reparationspvlitischen Vorwänden militärisch noch ohnmächtiger zu machen, als wir ohnehin schon sind, können leider nur deswegen in die Erscheinung treten, weil es das deutsche Volk bisher vorgezogen hat, sich in den Haaren zu liegen, anstatt auf militärischem, wirtschaftlichem, finanziellem und sozialem Gebiete Ein- mütigfeit und Geschlossenheit zu zeigen. * Der Schrumpfungsprozeß unseres Außenhandels macht raplde Fortschritte. Aock> vor einem Jahre führten wir einschließlich der Reparationssachleistungen für 1096 Millionen Mark Erzeugnisse aller Art aus, jetzt zeigt die Abrechnung einen Betrag von 783 Millionen! Daß wir im vergangenen Monat mit einem Ausfuhrüberschuß von rund 200 Millionen Mark abschließen konnten, will angesichts dieser Tatsache gar nichts sagen. Dieser Ueberschuh ist nicht durch die Aufnahmefreudigkeit der fremden Märkte, sondern durch ungewöhnliche Einschränkungen unserseits hervorgerufen worden. Wie es um uns bestellt ist, geht am besten aus den Ziffern des Fertigwarenexportes hervor. Im Mai 1930 gingen noch Waren im Werte von 813 Millionen hinaus, diesmal hat un£ die Ausfuhr gebrauchsfertiger Waren nur eine Einnahme von 592,8 Millionen Mark gebracht Wie wir unter diesen Umständen aus unserem Außenhandel die Summen herauswirtschaften sollen, auf die unsere Reparationsgläubiger einen völlig ungerechtfertigten Anspruch erheben, dürfte Bei Professor Samoilowitsch. Die geplante Zeppelinfahrt in die Arktis. Don Wladimir Koropow. Professor Samoilowitsch, der durch die „Krasfin'-Fahrten zu Weltruhm gelangt ist, weilt augenblicklich in Berlin, um gemeinsam mit Dr. Cckener den Zeppelin^lug in die Arktis vvrzubereiten. Unser Mitarbeiter hatte Gelegenheit, sich mit dem Forscher eingehend zu unterhalten. Ein freundlicher Herr, in einem bescheidenen Hotelzimmer. Einen Mann von Weltruhm, einen großen Polarforscher, der in Eis und Schnee gehungert und gefroren hat, stellt man sich anders vor. Das also ist Professor Samoilowitsch. Er ist mittelgroß, trägt einen Schnauzbart. man könnte ihn für einen Dolksfchullehret hallen. Was am meisten an ihm auffällt? Eine rührende Bescheidenheit, eine zurückhaltende Borsicht in seinen Aeußerungen. „In diesem Sommer könnte ich ein Jubiläum feiern", erzählt mir Professor Samoilowitsch. „Es sind nämlich nun zwanzig Jahre vergangen, seit ich meine erste Polarfahrr angetreten habe. Das war im Spätsommer 1911. Wie ich darauf gekommen bin. Polarforscher zu werden? Aach Beendigung meines Studiums,vn der Bergakademie in Freiberg in Sachsen kehrte ich nach Rußland zurück, wo ich bald wegen revolutionärer Provaganda von der Zarenregierung verhaftet wurde. Ich mußte — wie so viele Studenten und Intellektuelle — in die Verbannung gehen. Zu meinem ©akf wurde ich nicht nach Sibirien, sondern nach Archangelsk geschickt. Diesem Umstand verdanke ich meine Tätigkeit als Polarforscher. Ich bin im Süden Rußlands geboren, in Asow am Don. und ich wäre wohl nie auf den Gedanken gekommen, in weltferne nordische Gegenden zu ziehen, wenn die zaristische Polizei mir nicht, ohne es zu wollen, die Qlnregung gegeben hätte. Ein Geschäftsmann aus Archangelsk, We- l i t s ch k o , charterte auf meine Bitte den französischen Segler „Jacques Cartier". Dieses Fahrzeug hatte eine Wasserverdrängung von 60 Tonnen. Es war damals in AvAmgelsk ganz unmöglich, statt des Seglers einen Dampfer für eine Spitzbergensahrt zu bekommen. Unter den Wustrie- und Handelskammer Gießen. Heber die Sitzung der Industrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbachs die am 12. Juni in Alsfeld stattfand, wird uns folgendes berichtet : Herr Fabrikant A in n als Vorsitzender begrüßt die Versammlung, dankt den Mitgliedern von Alsfeld für die freundliche Einladung nach Alsfeld, welcher die Kammer sehr gerne Folge geleistet habe, und gibt schließlich seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß er Herrn Bürgermeister Dr. D ö l s i n g für das durch die Bereitstellung des Rathaussaales bekundete Entgegenkommen nicht Persörtlich danken könne. Dor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt der Herr Vorsitzende des Herrn Christian Scholz, dessen früher Heimgang für den hessischen Industrie- und Handelskammertag einen schweren Verlust bedeutet. Die Anwesenden haben sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Plätzen erhoben. — Er beglückwünscht ferner Herrn Kommerzienrat Gustav R a m s p e ck zu seinem 4vjäh- rigen Dienstjubiläum und Herrn August A ol l zu seinem 75. Geburtstag. Beide Herren bauten für die ihnen gewordene Ehrung. Der Voranschlag der Oef f entliehen Handelslehranstall für das Rj. 193132 wird in der vorgelegten Fassung genehmigt. Der Syndikus berichtet über die Aeusestset - z u n g der E i n h e i t s w e rte für das Grundvermögen. In der sich anschließenden Aussprache kommt übereinstimmend die Auffassung xum Ausdruck, daß eine Anpassung der Orunb» ftücksbewertung an die tatsächliche Entwickelung der wirtschattlichen Verhältnisse in den Jahren 1928 bis 1931, d. h. also, daß eine wesentliche Senkung der Einheitswerte zur unbedingten Aotwen- bigfeit geworden sei. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes hervorzuheben: Für das Rhein-Maingebiet ist eine Zulassungs- und Prüf ungs st ekle für Wirtschaftsprüfer mit dem Sitze in Frankfurt a. M. errichtet worden, welcher Vertreter der hessischen und hessen-mafsauischen Kammern angeboren. — In einer Erklärung haben die hessischen Kammern einen zeitgemäßen Ausbau der Fernverbindungen durch Vermehrung der bl)-Züge und Einführung der dritten Klasse bei dieser Zuggattung als wünschenswert bezeichnet. — Die hessischen Kammern nahmen im Interesse des hessischen Tabakgewerbes Stellung zu den Verordnungen des Reichssinanz- ministers über steuerbegünstigten Feinschnitt und Aeueinteilung derSteuer - klassen für Pfeifentabak. — Die Vorschriften über das regelmäßig nach einem bestimmten Zeitraum vorzunehmende Reinigen von Fabrikschorn st einen wird von den beteiligten Kreisen als eine unnötige Belästigung und Belastung empfunden, weshalb sich die Kammern um eine Aufhebung der Verordnung bemühen werden. — Die hessischen Handelskammern haben zu dem im Landtag vorgebrachten Antrag, eine Verpflichtung zur Beschäftigung von Lehrlingen nach Beendigung oer Lehrzeit gesetzlich festzulegen, in ablehnendem Sinne Stellung genommen unter Hinweis auf die schwerwiegenden Bedenken, die einem solchen Eingriff in die Freiheit des Wirtschaftslebens entgegen- stehen. — Die Kammern haben sich gegen eine weitere Beschränkung der Sonntags- arbeit im Zeitungsgewerbe mit der Begründung ausgesprochen, daß einesteils der Aach- richtendienst eine zu große Unterbrechung erführe und anderseits die Derdienstmöglichkeiten für die Arbeitnehmer des Zeitungsgewerbes zu sehr verringert würden. — Klagen über den schlechten Zustand von verschiedenen Verkehrs st raßen gaben der Kammer Veranlassung, sich hn Interesse des Kraftverkehrs für eine baldige Instandsetzung bei den zuständigen Behörden einzusetzen. Den Bemühungen der Kammer ist zum Teil Erfolg beschieden gewesen: es mußte aber auch festgestellt werden, daß nicht immer der Straßenbaubehörde die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. — Ein bestimmter Fall gab der Kammer Veranlassung, bei der Postverwaltung für eine schonendere Behandlung von Zigarrenpaketen einzutreten. — Die Reichsbahngesellschaft gibt nach einer Mitteilung an die Kammer bei Gesellschaftsfahrten von 15 bis 20 Personen nach der Leipziger Messe in fahrplanmäßigen l)-Zügen Ermäßigungen von 25 Prozent auf den Personentarif einschließlich l)-Zug-Zukchlag. Bei einer Beteiligung von mehr als 50 Personen erhöht sich die Ermäßigung auf 33' 3 Prozent. Der Herr Vorsitzende beschließt die Sitzung mit einer längeren Ansprache, in welcher er in tiefernsten Worten dem Bedauern darüber Ausdruck gibt, daß durch die neueste Rot Ver or dnung der Reichsregierung das feierliche Versprechen des Herrn Reichskanzlers auf der letzten Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelstages, wonach das deutsche Volk und seine Wirtschaft von neuen Steuern unter allest Umständen verschont bleiben werde, nicht nur nicht gehalten, sondern vielmehr aufs schwerste verletzt worden sei. Aach der Sitzung folgte die Kammer zunächst einer Einladung ihres Mitglieds, Herrn Georg Dietrich Bücking, zur Besichtigung seiner Fabrikanlage. Hier hatten die Mitglieder Gelegenheit, nicht nur in die mechanische Herstellung von De- ruf skleidern aller Art Eirchlick zu erf alten, sondern auch sich davon zu überzeugen, was gerade in der heutigen Zeit die musterhafte Führung eines großen industriellen Unternehmens nicht allein für die Wirtschaft einer Gemeinde, sondern für das Gesamtwohl bedeutet. Der Herr Vorsitzende dankte denn auch mit warmen Worten Herrn Bücking für diese belehrende Stunde und nicht minder herzlich für die in seinem Hause dargebotene Gastfreundschaft. Aach der Fabrikbesichtigung traten die Mitglieder unter Führung des stellvertretenden Vorsitzenden Herrn Komwe-zienrat Ram- speck einen Rundgang an, welcher sie die Sadt Alsfeld in ihrer ganzen rnittelcU. etlichen Ehrwürdigkeit und Schönheit so recht erkennen und würdigen lieft. Auch hier fand Herr Rinn für den rührigen Vorsitzenden des Als elder Verkehrs- und Derschönerungsvereins herzlche Worte des Dan- 1 kes und der Anerkennung. wohl allen Wirtschasts- und Finanzgrößen vom General Dawes über Parker Gilbert hinweg bis zu Owen V o u n g nun auch unklar fein. Daß wir bis heute zu zahlen vermochten, war nur mit Hilfe geliehenen Kapitals und unter schweren inneren Opfern möglich, die ihren besten Ausdruck in der katastrophalen Zahl von Erwerbslosen finden. Das Ausland mag sich einmal gründlich die deutsche Außenhandelsbilanz zu Gemüte führen und dabei überlegen, was es profitiert, toervn Deutschland von Monat zu Monat unfähiger wird, auch aus dem Ausland Waren herein» zunehmen. Ist doch auch die Fertigwareneinfuhr ebenso wie die Einfuhr von Rohstoffen stark zurückgegangen. Die Väter der Weimarer Verfassung haben es sich nicht träumen lassen, daß eines Tages der Artikel 4 8 das letzte Werkzeug fein würde, um angesichts eines versagenden Parlamentes das Reich vor chaotischen Zuständen zu bewahren. Aur weise Vorsicht war es, in die Ver- fauung einen Artikel eiraufügen, der die Anwendung aufterordentlicher Maßnahmen in ungewöhnlichen Zeiten vorsieht. Kein Mensch glaubte damals im Ernst daran, daß dieser Omi fei eines Tages der letzte Rettungsanker des deutschen Volkes werden könnte. Schon bald nach der Verabschiedung der Weimarer Verfassung setzte ein hitziger Kampf um den sog. Diktäturpara- g r a p h e n ein, zu dem die Ausführungsbestimmungen fehlen und dem namentlich die Sozialdemokratie mit großem Mißtrauen gegenübrrstand. Tie Sozialdemokratie hat nicht verhindern können, daß schon sehr zeitig der Artikel 48 zur Anwendung gelangte. Zunächst kamen nur militärische Kaufleuten von Archangelsk gab es einige, die auf eigene Kosten kleine Expeditionen in ferne Polargegenden auszurüsten pflegten. Cs war Tradition in diesen Kreisen. Bereits im 18. Jahrhundert wurden Streifzüge nach Spitzbergen und in andere Polarregionen von mutigen Seeleuten aus Archangelsk unternommen. Ich entschloß mich, nach Spitzbergen zu reifen, um dort geologische Untersuchungen anzustellen. Meine erstes Polar- fahrt sollte aber nicht von Erfolg gekrönt fein. Wir gerieten in einen furchtbaren Sturm. Zehn Tage lang wurde unser erbärmliches Fahrzeug von den Wellen wie eine Außschale hin und her geschleudert. Es ist ein Wunder, daß wir lebendig zurückkehrten. Am elften Tag — es war im September — konnte „Jacques Cartier" an der norwegischen Küste landen. Wir kamen heil davon, aber das Sch/s war so beschädigt, daß an die Fortsetzung der Expedition nicht zu denken war. Als der Sturm am furchtbarsten wütete, legte unser Schiffskoch ein Gelübde ab: wenn er am Leben bliebe, würde er ins Kloster gehen. Der brave Koch blieb dem Gelübde treu. Er wurde Mönch und trat in ein Kloster in der Aähe von Kola ein.“ „Ein Jahr später unternahm ich eine zweite Expedition nach Spitzbergen. Ich war hart- nädig und wollte meinen Plan, Spitzbergen geologisch zu erforschen, nicht aufgeben. Diesmal gelang es sogar, die Zarenregierung für unser Unternehmen zu gewinnen. Gemeinsam mit einigen anderen jungen Gelehrten wurde mir von der Regierung ein Motorboot zur Verfügung gestellt, das freilich noch kleiner als der Segler meiner ersten Forschungsreise war. Diese Expedition sollte tragisch enden. Wir waren vierzehn Mann. Während drei von uns, darunter ich, auf Spitzbergen blieben, zogen elf Kameraden mit dem Motorboot nach Aowaja Semlja. Sie verschwanden spurlos. Zwei Jahre dauerten die Nachforschungen nach den verschollenen Kameraden, an denen auch ich leilnahm. Trotz der größten Mühe ist es nicht gelungen, die geringste Spur zu finden — offenbar hat das Polarmeer unsere Gefährten verschlungen. Seitdem ist kaum ein Jahr vergangen, ohne daß ich an einer Polarreise teingenommen habe. Die Forschungsreisen in der Arktis wurden mir zur ßeibenfdjaft Ich kann die genaue Zahl meiner Reisen nicht angeben, es werden wohl sechzehn ober siebzehn gewesen sein, davon vier ober fünf nach Spitzbergen, fünf ober sechs nach Aowaja Semlja. um nur bie wichtigsten außer denen auf der „Krassin" und der „Sedow" zu nennen. „Unsere Zeppelinfahrt, die in diesem Sommer erfolgen soll, ist kaum etwas anbeted als ein Probeflug, um wissenschaftliche Forschungen einzuleiten. Wir wollen weder den Pol erreichen noch sensationelle Rekorde ausstellen. Reine Wissenschaft verträgt sich nicht mit Sensation. Wenn bet Flug gelingt, hoffen wir auf eine Wiederholung. Ich bin sehr optimistisch gestimmt, zumal wir in jeber Beziehung glänjcnb ausgerüstet sind. Ich betone, daß diese Expedition international und nicht, wie oft berichtet wurde, eine russisch-deutsche Forschungsreise ist. Die wissenschaftlichen Ziele, die erreicht werden sollen, sind in erster Linie geographischer und meteorologischer Aatur. Während Dr. Eckener die Führung übernommen hat, ist bie Leitung ber wissenschaftlichen Arbeiten mit übertragen worden. Reben mir nehmen noch ber bekannte russische Gelehrte Professor Moltschanow sowie bie beiben jüngeren Assistenten Ären fei unb Asbetg teil. Die deutsche Wissenschaft ist burch Professor Weischmann, ben Direktor bes Geophysischen Instituts in Leipzig, Professor Walter B t u n s . ben Generaldirektor ber Aero-Arktik, Ingenieur Aschenbtennet, unb ben Aeto- geobetiker Dr. Basse vertreten. Auch ber amerikanische Hybrogtaphiker Leutnant Smith wirb sich zu uns gefeiten. Wir hoffen, Ende Juli auf- zubrechen. Die Reise geht von Friebtichshafen nach ßeningrab, von dort über Archangelsk ent- toeber nach Aorben zum Franz-Lwsephs-Land ober nach Aordosten über Aowaja Semlja nach Aorbland." „Es ist behauptet worben, baß amerikanische Milliardäre gegen hohes (Entgelt an unterer Expedition teilnehmen werden. Das stimmt nicht, wir sind ber Sensationslust biefer Kreise nicht entgegengekommen. Die Forschungsreise ist nur zum Teil vom Zeitungskonzern Hearst finanziert. Die Sowjetregierung hat einen großen Teil der erheblichen Kosten übernommen. In Leningrad ist ein Ankermast aufgestellt, unb eine Wasserst off anlage angekauft worben, um ben Zeppelin mit Gas zu versorgen. Alle meteorologischen Stationen im hohen Aorben der Sowjetunion Geheimrat Sommerfeld erhielt die Planck-Medaille. Dem Münchner Physiker Geheimrat Dr. Arnold Sommerfeld wurde die Planck-Medaille, bie höchste Ehrung der deutschen Physiker, verliehen. oder polizeiliche Maßnahmen in Frage, wie ja auch nur daran gedacht war. dort mit Gewalt aufzutreten, wo die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich gestört ober gefährdet war. Allmählich mußte man aber umlernen unb feststellen, daß eine Gefährbung der Sicherheit auch dort gegeben ist. wo eine anfechtbare Finanz- undWirtschaftspolitik getrieben wird. So kam die Aotverordnung über die Devisenpolitik zustande, später folgten rasch hintereinander die Steuernotverorbnungen, jetzt stehen wir toteber in einer Periode, in ber eine wirtschaftliche unb finanzielle Maßnahme nach ber anberen mit Hilfe des Artikels 48 durchgeführt wird. Aoch vor einem halben Jahre war bie Zahl berjenigen, die den Artikel 48 auf diesem Gebiet nicht für anwendbar hielten, sehr groß, sie ist aber auf ein Minimum sammengeschrumpft, weil sich heute alle vernünftigen Elemente sagen, daß angesichts dieses Reichstages eben nur noch der eine Ausweg bleibt, der Regierung freie Hand zu lassen. Verfehlt wäre es allerdings, im Anschluß an die letzte Aotverord- nung die Behauptung in die Welt zu sehen, daß wir uns bereits im Stadium der Diktatur befänden. Das ist nicht wahr. Der Artikel 48 ist ein Bestandteil der Verfassung, seine Anwendung bedeutet nicht, daß bie Regierung den Boben der Verfassung verlassen hat. Wann wir aber wieder so weit sein werden, daß man dem Reichstag wieder vollkommenes Vertrauen entgegenbringen und sich von dem Ausnahmeparagraphen allmählich loslösen kann, läßt sich heute nod) nicht sagen. Cher sieht es so aus. als ob schon die nahe Zukunft ein noch kräftigeres Zurückgreifen auf diesen Helfer in ber größten Rot erforderlich machen werde. Die belgische Schuld. Stärker denn je widerhallt bie Welt mit Ausnahme des entwaffneten Deutschlands vom Waffenlärm der Kriegsrüstungen. Zugleich ertönt in allen Ländern immer stärker der Ruf nach Friedenssicherung. Bisher trafen die Siegerländer des Weltkriegs keine entscheidenden Maßnahmen, um die Befriedung der Welt wirklich vorwärtszubringen. Aber nicht nur in ber militärischen, sondern auch in der allgemeinen geistigen Abrüstung sind bie Fortschritte überaus gering. Und gerade wir Deutschen wissen viel zu wenig, wie sehr auf ber anderen Seite die (3d) ulb lügen noch nachwirken, ja, wie sie von offizieller Seite heute noch nach anderthalb Jahrzehnten aufrechterhalten und geschürt werden. Mit einer Entschiedenheit, bie in den verflossenen 16 Jahren nichts an Schärfe verloren hat, vertreten Regierung unb öffentliche Meinung in Belgien auch heute noch ben Slanbpunkt, bah es keinen sinb stärker beseht worben. Aatürlich hängt ber Erfolg ber Expebition von ber Wetterlage ab, bie in diesen Gegenden sehr schwankt. Besonders der (Hebel kann ber Expebition böse Streiche spielen. Dennoch bin ich zuversichtlich gestimmt, obwohl ich persönlich nicht glauben kann, bah wir alle gestellten Aufgaben lösen werben. Aun, bann werden wir eben die Expebition wiederholen, bis wir unser Ziel erreicht haben! Die ganze Forschungsreise wirb fünf b i s sechs Tage in Anspruch nehmen. Welch ein Umschwung hat sich in ben zwanzig Jahren vollzogen. bie ich nun als Polarsorcher tätig bin. Ganz anbere technische Möglichkeiten stehen uns jetzt zur Verfügung. Auf meiner ersten Fahrt mußte ich ein jämmerliches Segelschiff benutzen, unb nun nehme ich an einer Luftexpebition teil, werbe ich auf einem Zeppelin reifen, ber mit allen technischen Mitteln unb wunbervollen wissenschaftlichen Apparaten ausgerüstet ist." Auf bie Frage, wie sich Professor Samoilowitsch zum Mißerfolg ber Wilkins- expebition verhält, ertoiberte ber Gelehrte: „Der Gebanke. unter bem Eis zum Pol vor- zustohen. ist vielleicht ganz gut. Er müßte nur unter Benutzung aller technischen Möglichkeiten verwirklicht werben. Das 0-Doot. bas bem mutigen Sir Hubert Wilkins zur Verfügung ftanb, ist leiber keineswegs für seine Aufgabe geeignet gewesen. Der „Aautilus" ist ein altes Unterseeboot bes Jahrgangs 1918. Es ist von ben Listen ber amerikanischen Flotte längst gestrichen. Das Gefährlichste an ber Konstruktion sind bie zwei Schrauben links unb rechts an ben Außen- toänben. Hätte bas Schi s nicht bereits mitten im Ozean schweren Maschinenschaben erlitten, so wäre es wahrscheinlich einem noch böseren Schicksal im Eis ver allen. Es ist klar, bah bas Eis bie hervorstehenben Schrauben leicht hätte zermalmen tonnen. Ich glaube kaum, bah bie Expebition in biesem Jahre weitergeführt werben kann. Daß ber Zylinber ber Sleuerbord- maschine einen Riß bekommen hat, zeugt nicht gerabe von ben guten Qualitäten bet Konstruktion. Alle Achtung vor ber Energie unb bem Mut bes Kollegen Wilkins. Ich bin aber beinahe geneigt, unter diesen Umstänben bas Unternehmen als einen Versuch mit untauglichen Mitteln zu bezeichnen." bewaffneten Widerstand der belgischen Zivilbevölkerung gegen das durchmarschierende deutsche Heer zu Beginn des Weltkrieges gegeben habe. Die in geschickter Weise und unter Aufwendung erheblicher Geldmittel verbreitete belgische Auffassung von der Unschuld der belgischen Zivilbevölkerung und der unmenschlichen Kriegführung der deutschen Soldaten beherrschte bisher fast uneingeschränkt die öffentliche Meinung der Welt. Die „Süddeutschen Monatshefte" (München) bringen jetzt in ihrem neuesten Heft „Die belgisch e Schuld" neue bedeutsame unveröffentlichte Dokumente zur Geschichte des belgi- schenVolkskriegs. Archivdirektor Dr. Hans Witte untersucht die angeblichen deutschen Greuel auf Grund eines besonders eindrucksvollen, bisher unveröffentlichten Materials, nämlich der vielen Tausenden von Briefen, die 1914 nach der Einnahme von Antwerpen von der belgischen Postverwaltung zurückgelassen in deutsche Hände fielen. Die gesamte Briefmasse wird beherrscht von einem oftmals fanatischen, ja blutrünstigen Deutschenhaß, wie er in Belgien von einem großen Teil der Presse schon vor Kriegsausbruch gezüchtet war und nachher allgemein in maßloser Weise zum Ausbruch kam. Es wäre ein Wunder, wenn die G reue lbe richte von angeblichen Briefen keine Rolle spielten. Selbstverständlich finden sich alle die Untaten, deren man unsere Soldaten gediehen hat, auch in ihnen wieder. Aber merkwürdig! "Sie von ihnen berichten, haben nichtsvvn ihnen gesehen, sind meist noch weit vom Schuß und haben oft noch überhaupt keinen deutschen Soldaten zu Gesicht bekommen. Sie geben lediglich wieder, was sie in den Zeitungen gelesen hatten und was ihnen sonst an wilden Gerüchten zugetragen war. Zahlreiche Briefe werden im Auszug wiedergegeben, und sie alle zeigen, daß die Driefschreiber, die über Greuel berichten, selber nichts gesehen haben, diejenigen aber, die deutsche Soldaten aus der Rähe kennenlernten, von Greueln nichts wissen. Das gleiche ergibt sich aus den Berichten belgischer Kriegsgefangener. „Die friedlichen Belgier" untersucht dann Dr. Schütt, Berlin, in umfassender Darlegung auf Grund vieler eidlicher deutscher Aussagen und der Militärgerichtsakten. Auch hieraus ergeben sich einwandfrei alle Einzelposten der belgischen Schuld: daß Zivilpersonen geschossen haben und ebenso verkleidete belgische Soldaten, daß die Zivilbevölkerung reichlich mit Waffen versehen war, daß die Behörden Waffen verteilten, daß sich Frauen am Kampfe beteiligt haben und daß die Belgier selbst in vielen Fällen die Plünderer ihrer eigenen Landsleute waren. Das Heft muh als überaus wichtige Erstveröffentlichung von Dokumenten zur belgischen Schuld gelten. Die Klärung der Franktireur- frage ist im Interesse der Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Deutschland und Belgien, zur Entgiftung der Welt unbedingt nötig. Diese kann aber nur erfolgen, wenn der Streit durch Beröffentlichung des vollständigen Materials und eine ernsthafte Erörterung der Lösung nähergeführt wird. Dann muß das gesamte Problem der eingehenden Untersuchung einer internationalen Gerichtskommission unterworfen werden. Belgien, das in der Franktireurfrage ein offizielles Schuldbekenntnis von Deutschland verlangt, weigert sich bis heute, in die Einsetzung eines solchen Gerichtshofes einzuwilligen, nachdem sein eigener Außenminister Bänder- velde 1927 zuerst einen dahingehenden Vorschlag gemacht hatte. Belgien will in eigener Sache Urteil sprechenI Das Handwerk zur Notverordnung. Der Vorstand des Reichsverband es des deutschen Handwerks und das Präsidium des Deutschen Handwerks- und Ge- weröekammertages traten in Hannover zusammen, um zur zweiten .Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen vom 5. d. M. Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme ist folgende: „Mit großer Enttäuschung muh das Handwerk feststellen, dah die von der Reichsregierung wiederholt gegebenen Zusicherungen, steuerliche Erleichterungen vorzunehmen, nicht nur nicht gehalten, sondern wiederum der darniederliegenden Wirtschaft neue Steuern aufgebürdet wurden. Diese neue Belastung, ganz gleich an welcher Stelle sie auftritt, wird anstatt zu der so notwendigen Belebung der Wirtschaft zu einer katastrophalen Verschlechterung führen. Mit neuen Steuern Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, hält das Handwerk für ausgeschlossen wie es auch jede Suoventionspolitik als schädlich betrachtet. Zur Gesundung der Wirtschaft bleibt eine grundsätzliche Abkehr von den bisherigen Methoden unserer Wirtschafts- und Finanzpolitik unbedingt notwendig. Die Qknberungen zur Arbeitslose nh i l f e genügen nicht, um in durchgreifender Weise und auf die Dauer eine Gesundung der Arbeitslosenversicherung zu gewährleisten. Das Handwerk fordert nach wie vor eine Zusammenlegung der Kriscnfürsorge und der Wohlfahrtserwerbs- losenfursorge, eine stärkere Berücksichtigung der Bedürftigkeit und eine Sonderregelung für Saisonarbeiter. Zur Einführung der 4 0 - Stun - d e n w o ch e verweist das Handwerk auf feine wiederholt vorgetragenen Bedenken. Die beabsichtigte Verkürzung der Arbeitszeit wird nur eine weitere Ausdehnung der im Handwerk so drückend empfundenen Schwarzarbeit mit sich bringen; gegen diese bringt die Rotverordnung dem Handwerk keinen Schuh. Die Lockerung des Rachtbackverbots für Brotfabriken in Großstädten bedeutet einen sozialen und kulturellen Rückschritt, dazu eine schwere, auf einseitigen Maßnahmen beruhende Schädigung des Bäckerhandwerks. Die Rotverordnung geht an den Bestimmungen der Reichsverfassung in Artikel 164, wonach der Mittelstand in Gesetzgebung und Verwaltung zu schützen ist, achtlos vorüber. Die Hauptlast der neuen Opser fällt wieder auf den Mittelstand. ilm so schmerzlicher vermißt das Handwerk in der Rotverordnung Bestimmungen über eine Einschränkung der immer noch bestehenden Zwangswirtschaft im Wohnung s- wese nwuni) über eine Zurückdrängung der wirtschaftlichen Betätigung der öffentlichen Hand. Der Reichsverband des deutschen Handwerks bedauert weiter auf das lebhafteste, dah die Reichsregierung ohne vorherige Fühlungnahme mit den Spihenverbänden des Handwerks Bestimmungen über das Ordnungsstrafrecht der Innungen in die Rotverordnung aufgenommen hat. Er sieht darin eine Unterstützung der in der Öffentlichkeit erhobenen Angriffe auf die Preispolitik des Handwerks, die um so weniger berechtigt ist, als die Innungen des Handwerks wiederholt ihre Bereitwilligkeit erklärt haben, jede Einschränkung der freien Selbstbestimmung des einzelnen Handwerksbetriebes in der Preisgestaltung zu vermeiden. Tatsächlich sind in sehr beachtlichem Umfange vorn Handwerk Preissenkungen vorgenommen worden. Trotz dieser Beschwerde über die seiner Meinung nach unberechtigte Einbeziehung der Innungen in die Rotverordnung wird der Reichs- verband des deutschen Handwerks an der Aufstellung der in Kapitel 8 vorgesehenen Richtlinien mitwirken, unter der ausdrücklichen Voraussetzung, dah hierbei die berechtigten Interessen des Handwerks Berücksichtigung finden und die Reichsregierung in entsprechender Weise auch Einfluß auf die sonstigen, für die handwerkliche Preisbildung wichtigen Faktoren nimmt. Hessischer Landgemeindetag es noch nicht erlebt wurde. Alle Sparmaßnahmen der Regierung waren stets eine Ueberkagung neuer Aufgaben an die Gemeinden. WSR. Dieburg, 13. Iuni. Die Vertreter- Versammlung des Hessischen Land- gemeindetages wurde vom Derbandsvor- sihenden Bürgermeister Alexander, Gonsenheim, eröffnet. Die diesjährige Tagung falle in eine Zeit schwerster finanzieller Rot. Die neue Rotverordnung, so führte er aus, lege der Bevölkerung unerhörte Opfer auf. Das Reich habe die Gemeinden in ihrer Rot im Stich gelassen. Möge die hessische Regierung nicht ein Gleiches tun. Die Gemeinden seien entschlossen, nach wie vor alle ihre Kräfte einzusetzen, um nicht untergehen zu müssen. Darauf erstattete der Vorsitzende den Geschäftsbericht für 1 9 3 0, dem wir folgendes entnehmen: Die Zahl der Mitgliedsgemeinden ist auf gleicher Höhe geblieben. Eine der bedeutsamsten Aufgaben, mit denen sich der Vorstand des Hessischen Land- gemeindetags im abgelaufenen Iahr zu befassen hatte, war der Entwurf einer neuen hessischen Gemeindeordnung. Wenn vor einer Reihe von Iahren von der hessischen Regierung das Versprechen gegeben wurde, eine der neuzeitlichen Staatsordnung entsprechende Reform der hessischen Verwaltungsgesetzgebung durchzuführen, so muh man allerdings bei vorurteilsloser Prüfung des neuen Entwurfs der Gemeindeordnung zu der Feststellung kommen, dah eine grundlegende Reform des hessischen Gemeinderechts nicht in dem Entwurf steckt. Der Entwurf lasse, so führte der Referent aus, fast alle berechtigten Wünsche und Forderungen der Bürgermeister unberücksichtigt. Mit Bedauern muhte festgestellt werden, dah nach der Fassung des nun vorliegenden Regierungsentwurfs der weitaus größte Teil der Wünsche und Abänderungsanträge des Hessischen Landgemeindetages bis jetzt keine Berücksichtigung gefunden hat. In finanzieller Hinsicht war das abgelaufene Geschäftsjahr für die Gemeinden ein Rotjahr, wie Die ständig wachsenden Wohlfahrtserwerbslosenlasten müssen in Bälde auch den Ruin derjenigen Gemeinden herbeiführen, die bis jetzt noch den an sie in der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge gestellten hohen Anforderungen nachkommen konnten. Alle Sparmahnahmen der Regierung, alle Unterstützungsaktionen der Reichs- und Länderregierungen werden es nicht vermögen, die Gemeinden lebensfähig zu erhalten, wenn das Problem der Reichsarbeitslosenfürsorge nicht gelöst wird. In der Frage der Gemeindebeamtenbesoldung hat sich der Verband seit Iahren für eine angemessene Besoldung der Beamten nach staatlichen Grundsätzen eingesetzt. Dieser Standpunkt hat jetzt seine gesetzliche Verankerung gefunden. Der Gemeindebeamte hat jetzt einen Anspruch auf angemessene Besoldung. Reue Lasten, namentlich für die Heineren Gemeinden, bringt das von dem Herrn Minister für Kultus und Bildüngswesen im Schuljahr 1931 eingeführte System der M e h r st e l l e n. Was die Aenderung des Gesetzes über das Strahenwesen in Hessen anlangt, so sind hier die Anträge des Hessischen Landgemeindetages immer dieselben. Die Vorschriften des Gesetzes sind, soweit sie insbesondere die Unterhaltung der Ortsdurchfahrten betreffen, unhaltbar und bedürfen dringend der Abänderung. Es kann den Gemeinden namentlich bei ihrer gegenwärtigen Finanzlage auf keinen Fall weiter zugemutet werden, sich auf Iahrzehnte hinaus mit Schulden zu belasten für Aufgaben, die gerechterweife auf breitere Schultern zu verteilen find. In der Frage der Wander lager ist man seitens des Landtages nunmehr endlich den jahrelangen Bestrebungen und den wiederholten Anträgen des Verbandes insofern entgegengekommen, als den Gemeinden das Recht eingeräumt worden ist, Zuschläge bis zu 100 v. H. erheben zu können. Wegen der Erhöhung der gemeindlichen Filialsteuer ist der Verband wiederholt vorstellig geworden. Es stellte sich jedoch die älnmoglichkeit heraus, eine Erhöhung erreichen zu können. Im Anschluß daran wurde beschlossen, die nächstjährige Vertreterversammlung in Heidesheim (Kreis Dingen), abzuhaltew Die Rechnungsablage für das Geschäftsjahr 1930 ergab für die Verbandskasse eine Gesamteinnahme von 29 216 Mark und eine Gesamtausgabe von 28 639 Mark, so daß ein Lieberschuß von 577 Mark verbleibt; die Rechnung der Landgemeinde beträgt in den Einnahmen 27 341 Mark, in den Ausgaben 27163 Mark. Der Voranschlag weist gegen das Vorjahr keine wesentlichen Aenderungen auf. Er bilanziert mit 28 500 Mark. Dem Rechner und dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt, ebenso wurde der Voranschlag einstimmig genehmigt. Das Hauptreferat hielt darauf der Präsident des Deutschen Landgemeindetages, Landrat a. D. Dr. Dr. ® erele, M. d. R., über das Thema „Sorgen und Wünsche der Landgemeinden". Im Mittelpunkt seiner Aussühruimen stand die neue Rotverordnung mit ihren Auswirkungen auf die ländlichen Gemeinden. Es könne nicht Aufgabe des Landgemeindetages sein, so führte der Referent u. a. aus, sich mit den zahlreichen schwerwiegenden Einzelbestimmungen der Rotverordnung jetzt auseinanderzusetzen, aber es müsse anerkannt werden, dah diesmal den Forderungen der Landgemeinden mehr Rechnung getragen worden sei, als das bisher vielfach der Fall war. Allerdings seien die Gemeinden noch nicht genügend berücksichtigt worden, und es sei zu fordern, daß ein Ausglrich in gerechter Weise der besonders schwierigen Lage der ländlichen Bezirksfürsorgever- bände Genüge leiste. Insbesondere sei zu verlangen, dah das Reich und die Länder einen prozentualen Zuschuß zu den Soziallasten und zu den besonderen Ausgaben für die Erwerbslosen den Gemeinden zusteuem. Die Gemeinden kämpften nach wie vor um die Wahrung ihrer Existenz und ihrer Selbstverwaltung. Seit Iahren ständen die Gemeinden im schwersten Abwehrkampf gegen Gefahren, die immer von zwei Fronten kommen, nämlich von der finanziellen Seite und von der verwaltungsrechtlichen Seite. Es bedürfe der größten Aufmerksamkeit der Landgemeindeorganisationen, um zu verhindern, daß unter dem Eindruck der katastrophalen Finanzlage der Großstädte noch weitere Benachteiligungen der kleinen Gemeinden vorgenommen werden. Wichtig seien auch die Fragen der kommunalen Versassungs - undVerwal- tungSreform, die in den letzten Iahren nicht zur Ruhe gekommen seien. Mit einem Appell zu engem Zusammenhalten, durch das allein ein Wiederaufstieg der Gemeinden zu erreichen sei, schloß der Referent seine Ausführungen, die lebhaften Beifall fanden. OJl.-'fpOTt Deutschland - Schweden 0:0. Deutschlands Fußball-Rat o.ralmannschft sch. itt in den bisherigen Länderspielen mit Schweden nicht besonders gut ab. In den bisherigen Treffen hatten die Schweden fünf Siege, ein unentschiedenes Treffen und zwei Riederlagen zu verzeichnen. Im neunten Kampfe der beiden Rationen wurde diese Bilanz durch das Unentschieden wenigstens nicht verschlechtert. Schauplatz des Länderkampfes war das Olympische Stadion in Stockholm, das sich den 20 000 Besuchern in reichem Fahnenschmuck darbot. Die beiden Mannschaften stellten sich dann dem belgischen Schiedsrichter Langenus in folgender Aufstellung: Deutschland: Kreß- Fr anffurt; Emmerich, Brunke, beide Berlin; Her- gert-Pirmäsens, Leinberger-Fürth, Knöpfle-FSV. Frankfurt; Dergmaier-München, Sobeck-Derlin, Ludwig, Widmayer, beide Kiel, SackenheimDres- den. Schweden: Rydberg-Göteborg; Daniels- son-Göteborg^ Iohansson-Helsingborg; Liliebjöm- Göteborg, Rosen-Helsingborg, Andersson-Göteborg; Rilsson, Persson, Kauffeldt, alle Stockholm; Dayl, Kroon, beide Helsingborg. Deutschland hatte in dem Frankfurter Tormann Kreh seinen besten Mann. Die Verteidigung war gut. In der Läuferreihe dominierte Leinberger. Im Sturm fiel der Berliner Sobeck ziemlich aus. Die übrigen Spieler des Angriffs waren gut. Bei den Schweden waren ebenfalls Torwart und Verteidiger die besten Leute. Die Läuferreihe wehrte gut ab, im Sturm waren die beiden Flügelleute die besten. Der belgische Schiedsrichter amtierte korrekt. Aus dem Spielverlauf. Das Spiel war meistens gleichwertig. Deutschland hatte in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit ein Plus, vermochte dieses aber nicht auszuwerten. Auf der anderen Seite war Kreh oft der Retter in höchster Rot. Rach der Pause verlief das Spiel wiederum meistens ausgeglichen xnb in den letzten zehn Minuten gingen die Schweden zu einem Generalangriff über, der ihnen den Sieg hätte bringen können, wenn nicht Kreß so vorzüglich gehalten hätte. Das Ergebnis ist als verdient anzuseherr. Spielvereinigung 1900 Gießen. Jugendspiele. 1900 1. Jugend — Eintracht Frankfurt A 1. Jugend 0:8 (0:3). Wenn auch nicht zu verkennen ist, daß die Ein- tracht-Iugend bei weitem besser ist wie hiesige Iugendmannschaften, so ist das Resultat doch etwas zu hoch ausgefallen. Wer dem Spiel zuge- sehen hat, kann sich diese Riederlage leicht erklären, denn der Gast stellte eine Mannschaft, die den Hiesigen durchschnittlich im Alter und besonders körperlich um ein Bedeutendes im Voraus war; dazu kommt natürlich vor allem das reifere Fußballspiel. Diesem waren die 1900er nicht gewachsen. Trotz stärkster Gegenwehr hatten sie von Anfang bis Ende nicht viel zu bestellen und konnten nicht ganz die sonst gewohnten Stiftungen zeigen. Man merkte der Gästemannschaft an, daß sie unter einem guten Trainer sieht und in den Frankfurter Grohvereinen vorbildliche Stiftungen sieht. Schwächen waren in der Mannschaft kaum vorhanden. Es war ein Werbe- und Lehrspiel, wie es schöner wohl noch nicht hier von Iugend- lichen gezeigt wurde. Es war ein Spiel, wie es sein soll; fair von Beginn bis Schluß, ohne jeglichen Laut, so dah der Schiedsrichter kaum einzugreifen brauchte. Besonders hoch ist es Gießen 1900 anzurechnen, daß es während des ganzen Spieles nie den Mut sinken lieh und immer wieder versuchte, das Resultat zu verbessern. Cs nützte aber aller Eifer nichts. Die Leute von der Eintracht waren eben eine Klasse besser und stärker und zeigten, was durch vollendeten Flachpaß zu erreichen ist. Hoffentlich hat dies Spiel, als letztes vor der Sperre, den Iugendlichen den nötigen Antrieb gegeben, sich an dem nun beginnenden Sommertraining regelmäßig zu beteiligen und ihren Besiegern nachzueifern. 1900 2. Jugend — Ettingshausen 1. Jugend 1:1. Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Die Gäste führten zur Halbzeit mit 1:0. Durch bessere Technik kam 1900 in Der zweiten Halbzeit in Vorteil, konnte aber von den vielen günstigen Torchancen nur eise zum Ausgleich eusrutze». 1900 3. Jugend — Dutenhofen 1. Jugend 3:0. Der Gast besah noch nicht die nötige Spielerfahrung, um sich erfolgreich durchzusetzen. 1900 Schüler B — VfB. Schüler 2:1. Zwei zusammengewürfelte Mannschaften, die weiter nichts zeigten als einen enormen Siegeswillen und den Ball planlos umhertickten. 1900 Schüler A — SV. Wehlar Schüler A 0:3. Den Kleinen ist die Revanche für die Niederlage in Wetzlar nicht geglückt. Der Gast war eifriger und besser im Zusammenspiel und hat verdient gewonnen. K.C. „Teutonia" W.-Steinberg. Wahenborn-Sleinberg II — Leihgestern II 5:2 (0:2). Am Sonntag trafen sich die beiden Mannschaften in Watzenborn-Steinberg. In der ersten Halbzeit war das Spiel sehr verteilt, und die Einheimischen muhten sich zweimal beugen. Aber sofort nach Wechsel stellte der Platzbesitzer um, und es konnten nach regelmäßigen Abständen für die Einheimischen fünf schöne Tore erzielt werden. Die 1. Schülermannschaft trug in S t e i n b a ch ein Gesellschaftsspiel aus. Sie konnten bis zur Halbzeit nach technisch schönem Spiel 2:0 in Führung gehen. Nach der Halbzeit sah man wunderschöne Einzelleistungen der Watzenborn-SteinbLrger, und es konnte das Resultat auf 4:0 für die Gaste gestellt werden. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. Hervorragende Stiftungen in Kassel. Trotz allerschärfster Konkurrenz aus allen Teilen des Reiches konnten die Leichtathleten der Sp.-Bgg. 1900 bei den reichsoffenen Wettkämpfen der Kasseler Turngemeinde 2 erste, einen zweiten und einen dritten Sieg erringen. 3m 5000-Meter-Lauf wartete Schaaf mit einer Leistung auf, die ihn bereits heute in die vorderste Reihe der deutschen Langstreckenläufer stellt. Er hielt das von dem deutschen Meister Kohn, Berlin, angeschlagene Tempo mühelos durch und wurde nur durch dessen überraschenden Endspurt knapp um vier Meter geschlagen. Ergebnis: 1. Kohn, Teutonia Berlin, 15:51,0, 2. Schaaf, Gießen 1900, 15:51,8, 3. Scheyhing, Hessen-Preußen Kassel, 15:52,1. Im ersten Vorlauf für den 110-Meter- Hürdenlauf traf Iung 1900 auf sehr starke Konkurrenz und konnte nur Vierter werden in 18,8 Sek. Im dritten Vorlauf führte Hopfenmüller bis zur 7. Hürde, muhte aber aufgeben. Im 100-Meter-Lauf der Iugend- Haffe A rang sich Koch II. in Dor- und Zwischenlauf mit je 11,8 Sek. in den Endlauf durch, wo er in 11,6 auf den dritten Platz kam. 40 Läufer nahmen teil. Im 1 000-Meter-Lauf setzte sich Daum- ft leger 1900 sofort an die Spitze des Feldes und fiihrte nach 300 Meter bereits mit 20 Meter Vorsprung. Er siegte ganz überlegen in einer vorzüglichen Zeit. 1. Daumstieger, Gießen 1900, 2:46, 2. Menner, Kasseler Turngemeinde, 2:50,8, 3. Rambold, Hessen-Preußen Kassel, 2:51,4. Im Vorlauf der 4X100-Meter-Staf- fel liefen die 1900er mit Gräf, Koch II., ®ut» Hard, Baumstieger trotz schlechter Wechsel 46,5 Sek., konnten aber im Endlauf nur Fünfte werden, da Baumstieger schon 5 Minuten nach seinem 1000-Meter-Lauf zur Staffel antreten mußte. Im Speerwerfen bot Grä," 1900 eine großartige Leistung, indem er die 50-Meter- Grenze sicher überwarf und überlegener Sieger wurde. 1. Gräf, Gießen 1900, 51,60 Meter, 2. Köhler, Hessen-Preußen Kassel, 48,55 Meter, 3. Röll, Kasseler Turngemeinde, 44,15 Meter. Im Hochsprung übersprang Schlarb 1,58 Meter, mußte aber bei der starken Konkurernz mit einem 4. Platz vorliebnehmen. Deutsche Iugendkrast. Am Sonntag weilte die Leichtathletik- abteilung der „Deutschen Iugendkrast" Gießen in Ober-Mörlen und nahm an den Bezirksmeisterschaften teil. Gutes Wetter und gute Bahnverhältnisse ließen günstige Leistungen zu. Bon 15 Vereinen mit etwa 200 Teilnehmern konnte Gießen einige schöne Erfolge mit heimbringen. So errang in der Seniorenklasse: 100 m: H. Adam 1. Preis 11,2 Sek., Brustbreite zurück W. Miebach 2. Preis, 11,3 Sek.; Kugelstoßen: W. Miebach, 1. Preis; Weitsprung: W. Miebach 2. Preis, 5,95 m; Speerwerfen: W. Miebach 3. Preis; 3000 m: W. Miebach 2. Preis; 4X100 m: 3. Preis (Gast, Brams, Bukwak, Miebach); 3 X 100 m: 1. Preis (Miebach, Brams, Völzing). Anfänger: Vierkampf: Alfred Gast 1. Preis. Jugend 1: Vierkampf: E. Brams 2. Preist 4 X100 m: 1. Preis (Schäfer, Brams, Bandis, Adam). . Jugend 2: Dreikampst I. Adam 2. Preis; M. Weiler 3. Preis; 4 X100 m: 1. Preis (Bernjes, Schwarz, Weber, Weiler). Arbeiter-Turu- und Gportbund. Raunheim I — Dorheim I 5:3. In Raunheim lieferten sich beide Mannschaften, Gegner der kommenden Kreisllasse, trotz der großen Hitze ein ansprechendes Spiel. Die Gäste waren in der ersten Halbzeit die besseren und konnten bis zur Pause mit 1:3 führen. Rach Seitenwechsel fielen sie jedoch ihrem Tempo zum Opfer. Raunheim konnte ausgleichen und schließlich den Sieg erringen. Rleder-Alorsladl I — Großen-Linden I 6:1. Großen-Linden spielte in Rieder-Florstadt. Don Spielbeginn an zeigte es sich, dah der Platzbesitzer wesentlich stärker war und zur Halbzeit mit 3:1 im Dorteil war. Rach Seitenwechsel mußten sich die Gäste nur auf die Verteidigung beschränken. Kinzenbach I — Raunheim Ib 4:4. In Kinzenbach lieferten sich beide Gegner ein gleichwertiges Spiel. Bei Halbzeit führten die Einheimischen 4:2. Rach Wechsel werden die Gäste leicht überlegen und können bis Schluß den Ausgleich Herstellen. Oberndorf I — Hungen I 0:3. Das Spiel fand in der ersten Spielhälfte durch ein 0:0 gerechten Ausdruck. Rach der Pause wurde Hungen leicht überlegen und errang den Sieg. Lollar (komb.) — Daubringen (komb.) 9:0. Die Lollarer waren von Anfang bis Schluß überlegen und errangen einen hohen Sieg. Klein-Linden I — Lang-Göns I 8:1. Der Reuling Lang-Göns war zu einem Freundschaftsspiel in Klein-Linden zu Gast. Obwohl Kle'N-Linden nur mit neun Spielern den Wirtschaft Nachdruck verbalen Ohne Gewähr 16. Juni 1931 2. Ziehungstag 3n der heutigen Vormittaasziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 228303 262563 166041 50 öetoinne »u 188434 1000 M. 60497 78277 89737 111178 62 ®«cinne tu 600 M. 20446 28366 31416 Banknoten. 120,75 122,5 37,25 Devijenmarkt Berlin — Frankfurt 69 85 82 23,25 36,5 1,25 16,75 16,8 140 6,75 13 5,25 36.5 40,75 52 42,25 66,5 58.5 27 41,5 63 106,5 133 33 58,5 61,5 120,25 114,75 37,4 53 73980 166030 261816 327954 116262 271189 309482 2,15 2,15 2,15 66,5 89 95,5 107 132,5 44,75 54,75 25 83,9 65 94,5 97,5 65,5 90,5 95,5 108 135,5 ! 82,13 62 93,25 95,75 65,65 88,25 124 115,5 36,5 53,5 69,25 52 81,75 22,5 21,5 123 64,25 76,5 66,75 58 112,4 23,5 54,75 103322 259679 306378 393337 112968 143004 267823 358601 81182 200328 266905 387634 116397 161052 293033 372536 131327 276987 337967 600 M. 88961 225834 277936 392971 117350 163379 296922 382379 128403 2I5494 312064 399517 141008 224243 320734 131474 318065 104871 141955 263205 332480 2,2 2,2 2,25 lern des deS 324666 365531 374662 800 W. 6717 18452 128330 149000 272009 297838 । 379830 13,13 5,25 10 ®t»inne tu 263045 346126 18 @eu>lnne zu 163143 225634 26 ®etomne ,u ; 143433 145416 334975 335405 10 ®eo>inne tu 3000 M. 336875 369206 8 ®«n>inne »u 2000 M. 366213 28 ®«toinn« tu 1000 M. 126605 129264 143768 308063 354380 367998 46 ®etoinne >u 800 M. 38.5 65,5 93 99 110 137,75 98,5 38 61 63 16,5 14,25 14,5 2,2 2000 «HL 53613 129764 20,2 1,4 2 OtDlnnt |u 100000 M. 227109 4 ®*»tnne zu 6000 M. 99548 391594 4 ®etolnn« zu 3000 M. 89502 146873 Gewinnauszug 3. Klaffe 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preuß.) Staats-Lotterie 141996 286777 304558 22278 28814 30233 64003 197879 264364 281281 398238 33839 39521 60834 62736 19.75 1.25 36 86 196 9,5 25,25 3n der heutigen Nachmittaasziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 46,5 50.4 54,5 28 58 42 139 64 Vulkanausbruch in Japan. Tokio. 18. Jimi. (WTB. Funkspruch.) In dem Vulkan Jake da ke in den japanischen Alten westlich von Matfunwto erfolgte heute Tüb eine, hestige Eruption, die von star» untorirdischen Rollen begleitet war. Infolge AuslruchoZ gerieten die Dörfer am Fuße Borges in einen förmlichen Aschenregen. 36,65 59,75 61,75 32.65 47,5 142 47,75 51.75 57,13 27,25 59,25 I 42.75 141.5 ! 65,75 281970 302118 302506 346616 347626 388889 7026 20704 27283 46218 116760 143726 164208 235719 240468 243665 311955 319037 319185 4% Oeftenrtd)t1d)t »olbrrnte . . 4,20% Oesterrrichifche SUbetreitft 4% Ceftemlcfjtld)# EtnhetUiche Rente........... 4% Ungarifche Eoldrent« .... 4% Ungarische LlaaUrrutev. 1910 4H% Dcn 1918 - - - - 4% Ungarifche Kronenrente . . . 4% Türiilche Zollanleibe von 1911 4% iürtfidjf Bagbadbahn-Auk. Serie 1. . 4% deigl. Serie II....... 1% RumLnilche veretnb. Rente von 1903 4y,% RumLnilche vereint». Rente von 1913 Rumänische verrtnü. «ent» . 4 ©ctolnne zu 10000 M. 67089 332660 ----- 202331 274649 277489 Letzte Nachrichten. polnische Militärflugzeuge über deutschem Gebiet. Freystadt, 18. Juni. (OB. Funkfpruch.) (Seffern zwifchen 17 und 18 Uhr überflogen zwei polnische Militärflugzeuge, gekennzeich- nct durch die rotweihcn karee», deutsche» Gebiet zwischen Freystadt und Garnfee. Sie flogen in der Richtung aus Graudenz. „Do X" nach Bahia gestartet. Natal, 18. Juni. (WTB. Funkspruch.) Da» F l u g s ch i f f „Do X“ ist heute früh 5.30 Uhr nach Bahia gestartet. Oie Wirbelsturmkatastpophe im Kreise Altena. Plettenberg, 18. Juni. (WTB. Funkfpruch.) Der ID Ir helft urm, der gestern da» Tal der Life heimgefucht hat, hat besonders in Plettenberg-Oberstadt, Holthausen und Herscheid große Verwüstungen angerichtet. In diesen Orlschasten wurden etwa 1 2 0 bi» 1 4 0 w o h n h ä u s e r u n d Nebengebäude schwer beschädigt. Die Dächer von sieben Fabrikgebäuden wurden abgedeckl und deren Einrichtungen schwer beschädigt. Die D r a h t st i s l f a b r i k von pickardl ist vollkommen vom Erdboden verschwunden. Dem Wirbelsturm sind nicht, wie e» zuerst hieß, drei Menschenleben, sondern zwei zum Opfer gefallen. Der dritte verletzte befindet sich im Krankenhause auf dem Wege der Besserung. Aus aller Welt. Grohseuer in einer Autogarage. Saarbrücken. 17. Juni. (WTB.) In einer Autogarage brach heute nacht ein Grohseuer aus. zu dessen Bekämpfung mehrere Wehren herangezogen wurden. 3n der Garage, die völlig baufällig ist, waren 25 bis 30 Straft* wagen untergestellt, die sämtlich den Flammen zum Ovfer gefallen sein sollen. Personen wurden bei dem Brand nicht verletzt. Die Entstehnugs* urfäche tetf Feuers ist noch unbekannt. Brand auf einem französischen Grenzgüterbahnhof. Paris, 17. Juni. (WTB.) Aus dem Guter- bahnhos Anne nasse an der französisch-schweizerischen Grenze brach heute früh Feuer aus. Ein 150 Meter langer Schuppen und vier beladene Güterzüge verbrannten, trotzdem außer der französischen noch die Genfer Feuerwehr zur Stelle waren. Bei den Löscharbeiten wurden drei Personen verschüttet, von denen eine rtlir als Leiche geborgen werden konnte. Das Feuer konnte so rasch um. sich greifen, weil auf dem Güterbahnhof viele Fässer mit Benzin lagerten. Die Hebung der „5t. Philibert" fraglich? Paris, 17. Juni. (TU.) Soweit bisher fest- steht, ruht das Wrack der „St. Ph ilib e r t“ nicht aus einem Biss, sondern auf einer Schlammbank kieloben in acht Meter Tiefe. Unter diesen Umständen ist es fraglich, ob die Hebung überhaupt möglich ist. Mit dem Versuch soll frühestens Donnerstag unter Leitung des Kommandanten von Brest begonnen werden. Einwandfrei konnte festgestellt werden, dah nur 37 Teilnehmer dem Tode entgangen sind, so daß die Gesamtzahl der Opfer von amtlicher Seite auf 511 geschäht wird. Äerlin. 17. Juni atntrtlanlW Äotee...... Bclplidie Noten. ...... Tänlirtie Noten ....... Sng.'ijche Noten . ...... Rtaniüllidx Noten....... HoUänbilche Noten ...... Jiattenllcke Noten........ Norwegiiche Noten Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten ...... Schweltet Noten........ Spanische Noten Tschechoslowakische Noten Ungarische Noten .... Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und -war fe einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I undll kckpilän Spellcrlni f. Zürich, 17. Juni. (WTB.) Wie au- Zipf m Oberösterreich gemeldet wird, ist dort der berühmte schweizerische Freiballonflieger Kapitän S pe l te r i n i, der auch in Deutschland in den letzten 45 Jahren zahlreiche Aufstiege ausgefuhrt hat, im Alter von 79 Jahren gestorben. Spelterini war der erste, der im Kugelballon die Alpen überquerte; er hat im ganzen 570 Anstiege mit über 1200 Personen vorgenommen. (Selb 4,223 58,53 112,57 20,49 16,52 169,45 22,03 112,63 59.07 2,495 112,93 81,84 42,07 12,462 73,32 Bries 4.243 58,77 113,01 20,57 16.58 170.13 22,11 113,07 59,31 2.515 113,37 82,16 42,23 12.522 73,62 a. M Oberhessische Gesellschaft für Raimund Heilkunde. 3n der jüngsten Sitzung der Gesellschaft fanden verschiedene Probleme der Mikroskopie eine eingehende Erörterung. Als erster Redner sprach Herr Dr. med. ß. c. F. Skell, München, über Rationelles mikroskopisches Schauen und Muro- photographieren". Der Vortragende, gestutzt auf eine langjährige praktische Erfahrung, betont^dast es von größter Wichtigkeit für gutes und schne - le« Gelingen mikroskopischer Arbeiten fei. sich weitgehend aller verfügbaren Hilfsmittel zu bedienen, die Körper und Geist vor zu schneller Ermüdung schützen können: beste Platz- und Sitzgelegenheit Arbeiten mit fchrägstehendem Mikroskop usw. E n gutes Mikroskop vorausgesetzt, sei für rationelles Arbeiten weiterhin eine gute Beleuchtung (künstliche) zu verlangen. Vicht die Gesamthellig- keit der Lampe sei entscheidend. sondern die Flächenhelligkeit, die, bei sparsamem Stromverbrauch. am besten mit Viedervoltlampen erzielt wird. Um eine schnelle und objektive Wiedergabe der mikroskopischen Bilder zu ermöglichen, ist die photographische Aufnahme, speziell die stereoskopische, stets der Handzelchnung vorzuziehen. Don grober Wichtigkeit ist es. alle Apparate in steter Bereitschaft, in fester Verbindung beieinander zu haben, ohne dah die lichkeit irgendwie beeinträchtigt wird. Dr. Skell hat in sinnreicher Konstruktion eine stabile Kombination von Mikroskop, Lampe und Photo-Apparat geschaffen, die er praktisch vorführte und damit großen Anklang bei den Zuhörern sand. Einige Ausführungen theoretischer Art über das Köhlersche Beleuchtungsprinzip und ausfallende Abbildungserscheinungen tm Mikroskop «Abbildung der Kollektoröffnung als blauer Rand) wurden von Diskussionsrednern (Professor S ch m i d t und Dr. Berek) erweitert und in »ihren Geltungsbereichen scharf umrisfen, bzw. als nicht mehr dem neuesten Stand der Forschung entsprechend abgelehnt. Ein weiterer Vortrag wurde von Herrn Dr. Berek, Wetzlar über den Ultropak, der bei auffallendem Licht Beobachtungen im Dunkelfeld ermöglicht. gehalten. Dieser Apparat, von den Leitzwerken in Wetzlar konstruiert, verdanke so führte der Redner aus, seine Entstehung dem ste- ten Streben nach weiterer Vervollkommnung der mikroskopischen Sichtbarkeit und weitestgehender Anwendungsmöglichkeit der Mikroskopie. Wie der Vortragende weiter in seinen Ausführungen dar- legte, ist, um zu einer Verbesserung der Mikroskope zu gelangen, auf dem Wege der Vervollkommnung des Auflösungsvermögens bereits das Bestmögliche geschaffen. In diesem Zusammenhänge wurde vom Vortragenden nachgewiesen, dah die Abbesche Theorie des Auflösungsvermo- gens im Mikroskop keine allgemeine Gültigkeit besitzt, sie trifft nur für Strich- aber nicht für Punktgitter zu. Die Leihwerke schritten zu einer anderen Möglichkeit, um die Leistungsfähigkeit der Mikroskope zu erhöhen. Sie erweiterten die Grenzen der Sichtbarmachung, und zwar durch Anwendung abgebeugten (rückgebeugten) Lichtes. Der so entstandene Ultropak hat eine universelle Anwendungsmöglichkeit, da er eine Zerlegung der Objekte überflüssig macht und sogar mikroskopische Beobachtungen an lebenden Objekten ermöglicht, bei denen der sonst bewährte Opak-Jllumina- tor, der gut polierte Flächen verlangt, nur mangelhafte Ergebnisse liefern konnte. Die Herren Professoren Schmidt und Decher berichteten über ihre guten Erfahrungen mit dem Llltropak und zeigten an Präparaten (lebenden imb toten) und Bildern die vielseitige Verwend- barfeit dieser überaus wichtigen Erfindung. V. tromarft war die fiursgeftaltung nicht ganz einheitlich; während Gesfürel 4 v.H., Schlickert und AEG. je 3 v. f). zurückgingen, konnten Felten ihren Kursstand um 1 v. H. bessern. Auch am Montanaktienmarkt zeigten sich einige markante Kursrückschläge, so dah Mannesmann mit 3,75, Rheinstahl 3,5 und Mansfeld 2 v.H. ziemlich schwach lagen. Auherdem noch Buderus, Daimler, Zellstoff Aschaffenburg, Reichsbankanteile, die von 1,5 bis 2,75 o. f). niedriger notierten. Bei den Bankwerten gingen die Kursoeränderunaen im übrigen bis zu 1 o. 5). Im Gegensatz zur schwachen Allgemeintendenz setzten Wayh & Freytag etwa 1 v. H. höher ein. Am Anleihemarkt war die Haltung uneinheitlich. Während Altbesitz 0,30 v. H. nachgaben, zogen Neubesiy auf Kaufe der öffentlichen Stellen 0,25 v. H. an. Schutzgebiete um Bruchteile eines Prozents erhöht. Am Pfandbriefmarkt erlitten Liquidationsvfandbriefe nach der gestrigen Befestigung an der Abendbörse eine leichte Abschwächung, da die Nachfrage nachgelassen hat. Goldpfandbriefe blieben bei kleinem Angebot unverändert. Reichsschuldbuchforderungen, für die sich nur wenig Interesse zeigte, wurden 1 v. H. niedriger notiert. Don Auslandrenten Goldrumänen 0,25 d. H. fester. Im Verlaufe griff die Schwäche- neißunn bei ruhiger Geschäftstätigkeit weiter um sich. Ungünstig wirkte sich namentlich die neuerliche Befestigung des Dollars, sowie die internationale Festigkeit des Pfundes aus. Don weiteren Kursrückgängen sind besonders Klöcknerwerke minus 3 d. H. Deutsche Linoleum, die etwas erholt ein- setzten 'später 2,5 v. H. unter den gestrigen Schluß kursen' standen zu erwähnen. Reichsbank senkten sich um 0,50 v. $)' Am Geldmarkt blieb Lagergeld mit 6 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt befestigte sich der Dollar auf 4,2125, nachdem er gestern abend auf 20 29 zurückgegangen war. Man nannte Pfund gegen Mark 20,4925, nach 20 4775. London gegen Neuyork 4,8648. gegen Paris 124.25, gegen Mailand 92.92, gegen Madrid 49, gegen Schweiz 25,0450, gegen Hol- land 12,0850. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. TI., 18. Juni. Auftrieb: 76 Rin- der 643 Kälber, 64 Schafe, 479 Schweine. Es tour- d-n notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 54 bis 60 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 48 bis 53 Mark, geringe Kälber 40 bis 47 Mark. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfunk Lebendgewicht 42 bis 44 Mark, von etwa 200 bis 240 Pfund 43 bis 47 Mark, von etwa 160 bis 200 Pfund 42 bis 46 Pfund, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 40 bis 44 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft-, Schweine ruhig, geringer Ueberftanb. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7 v.H., Lombardzinsfuh 8 v.H. Kampf bestritt, konnte doch ein hoher Sieg errungen werden. Die Jugend von Fellingshausen schlug die Jugend von Rodheim auf eigenem Platze mit 2:0 Toren. — Die zweite Jugend von Wiefeck. konnte nach fchönem Spiel die Jugend Heuchelheims aus eigenem Platze mit 3:2 Toren schlagen. — Wiefeck Schüler — Lollar Schüler 1:0. Handball. Herborn I — Diefeck I 2:6. Wiefeck weilte mit 10 Mann in Herborn. Man sah zunächst gleichwertige Leistungen. Bei Halbzeit 8 sührte Wiefeck bereit- 3:1. Rach Wechsel konnte Herborn ein Tor aufbölen, den Gasten tt>ar aber der Sieg nicht zu nehmen. •Der Aktieninder. Der vom Statistischen I Reichsamt errechnete Aktienindex (1924 26 = 100) I stellt sich für die Woche vom 8. bis 13. Juni 1931 j auf 73,2 gegenüber 77,0 in der Dorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 65,1 (69,6), Gruppe verarbeitende Industrie auf 63,7 (67,5) und Gruppe Handel und Derkehr auf 96,9 (100,3). * 2 5 Jahre Kaffee Hag. Am 21.Juni 1931 besteht die Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft zu Bremen 25 Jahre. Der Erfinder des koffeinfreien Kaffee Hag ist Generalkonsul Dr. h. c. Ludwig Roselius. Nach vielen systematischen Versuchen in dem väterlichen Kaffeeimportgeschäft in Bremen sand Ludwig Roselius im Jahre 1906 sein Verfahren der Koffein- entziehung. Mit dieser Erfindung war die Voraus- etzung für eine gewaltige organisatorische Leistung geschaffen. Am 21. Juni 1906 gründete Ludwig Ro- clius die Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft in Bremen. Im Vertrauen auf den Wert seiner Erfindung gewährten ihm gute Freunde finanzielle Unterstützung, und es wurde eine Fabrikanlage von be- trächtlichem Umfange errichtet. Trotzdem mußte sie schon nach einigen Jahren erweitert werden. Nach eigenen Ideen entfaltete der Erfinder eine Propa- ganda, die eigene Wege ging. Der Erfolg war groß, denn heute wird Kaffee Hag in 39 Ländern der Erde von Millionen Menschen getrunken. In 19 Ländern entstanden selbständige Gesellschaften, die nach dem Kaffee-Hag-Dersahren arbeiten. Berliner Börse. Berlin, 18. Juni. Rach ter etwas überhitzten Aufwärtsbewegung im gestrigen Frankfurter Abcndverkehr neigte schon im heutigen Dornnt- tagsverkehr und an ter Dorbörse die Tendenz wieder zur Schwäch e. Die ersten offiziellen Rotierungen lagen dann teilweise erheblich unter ten gestrigen Mittagsschlußkurfen. Riedrigere Auslandmeldungen, ein Wiederanziehen des Dollarkurses auf 4,212 nach 4,209, die neue Kupferpreisermäßigung und Gerüchte von einer neuen größeren Insolvenz im Warenhantel wurden hierfür als Grund angegeben. Es kam auf einigen Märkten Ware heraus, der die Kulisse, die selbst von gestern übrig hatte, nur wenig Widerstand entgegensetzen konnte. Bei den Großbanken war das Kaufintereffe des Publikums wieder abgeflaut. Wahrscheinlich wirken sich hier die wenig günstigen Abschlüsse verschiedener Gesellschaften, Berger, Rordteutsche Wolle, Zellstoff Waldhof aus. Bei zahlreichen Minus- Minus-Zeichen lagen die meisten Kurse 2 bis 6 v. H. unter gestern. Demgegenüber waren Kursbesserungen nur ganz vereinzelt festzustellen. Als besonders schwach waren zu nennen Miag, Zellstoff Waldhof, Karstadt, Svenska. Berger. Chade. Laurahütte erschienen mit Plus-Plus-Zeichen und wurden später mit 30 v. H. zur Rotiz gebracht. Anleihen abbröckelnd. Ausländer ruhig. Bosnier etwas schwächer. Pfandbriefe sehr still, aber überwiegend 0,25 bis 0 5 D. Sy befestigt. Reichsschuldbuchforderungen gaben bis zu 1 v. H„ spätere Fälligkeiten bis 1,75 v.H. nach. Am Geldmarkt war die Situation unverändert. Auch im Verlaufe gingen dieKurse meist weiter bis zu 1 v. Sy zu rü ck. Rur Kunst sei bewerte erholten sich bis zu 1 v. H. Bemerkenswert schwach waren im Verlaufe Polyphon. die. nachdem sie anfangs 4 v. H. verloren hatten, erneut 3,5 v. H. zurückgingen. Ehate gingen um weitere 2 Mark zurück. Bem berg büßten 4,75 v. H. ein. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18. Juni. Tendenz: schwach. Nach der gestrigen Befestigung erfolgte an der Effektenbörse heute eine Reaktion. Verstimmung ging vor allem von der Veränderung der französischen Rembours-Kredite aus, ferner von der dauernden Ungewißheit hinsichtlich der politischen Verhältnisse. Zu der Abwärtsbewegung trugen ferner die Einzelheiten über den Norddeutschen-Lloyd-Abschluß bei, die ein immer ungünstigeres Bild über die Lage der Gesellschaft aufrollen. Im Zusammenhang hiermit wurden auch die Kursrückgänge der Danataltien ge- , bracht, was gleichfalls nicht ohne Einfluß auf die Gesamttendenz blieb. Ein weiteres Baissemoment bildeten die Abschwächungen an der gestrigen Neu- yorker Börse. Die Kulisse schritt zu Glattstellungen, so daß sich Kursverluste von 2 bis 3 v. H. ergaben. Besonders unter Kursdruck standen Siemens mit 5,25 Zellstoff Waldhof minus 5,75, Aku und Bemberg je minus 5 v. H. und Kaliaktien, die bis 6 v. H. verloren. Am Chemiemarkt büßten IG- Farben 3,75, Rütgerswerke 3,40 v. H. ein. Am Elek- ..................8 Bergmann........ s ttleltx. £lefen.mgtflefcaf(6aft. 10 Llchl uno frtoft......10 gelten & ffluillraume . . . IVt für Seftrttfje Unternehmungen .... lu Hamburger CicItrijttdU-Bedt 10 Nbeinijche Elektrizität .... 9 Lchloiifche Eleftrizlräl. ... 10 Sduiden & tto...... 11 Siemen» L Hallte.....16 Iianttacio.........6 rabmever LLo 10 Butirai»..... .... 6 Deutsche 6tbN . ...«..» Sifcnet Lieinkoht« 8 OtHenllrdxn«.......® Harpcncr. ........ 0 l'celd) (Ulen. ...... »^ gde Bergbau 10 Klöcknerwerke ....... 7 Köln-Ncucilen..... 7 Mannctmann-Röbre» • • • • 7 Manlfeider Bergbau . .... 7 Oberfchief. Eilenbeday . • • . 6 Lbcrfchlef. Itoftroede.....7 Pbönp Bergbau......»H Rheinische Braunkohle» • . 10 Rbemstahl ........ 6 RieM ............U H. ®. Narben. Industrie ... 12 Dvnamit Nobel..... . 6 Schelde anNaU........9 fflolbldunlU ... 6 Rütgerswerke..... . . 6 Merallgefelllchakl.......8 Bhiltvv Holzmann ..... 7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cem entwert Karlstadt. ... 10 Wavß S nreytao......8 Frankfurt a. Ul. 1 Serlm Schluß« Iure 1-Uhr- 1 Nur« 1 «Schluß- für« Anfang- Rur« Datum 17.6. 18 6. 17.6. 18 6. Vereinlgie Stahlwerke ... Ltavi Minen......16*/, Kaliwerke «IcherSlebeu ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 40,5 114 118 175 39,75 114 169 40,4 19 112 117 173 39.4 18,75 109 114,5 167 Hrankfurl a. Ul. 2ertm «Schluß, für« t-Uhr« Kur« «Schluß, für« Anfang- Kur« Votum 17.6. 18.6. 17.6. 18.6. Hamdurg-itmenta Pater . . 7 45.5 — 43.9 43 Homburg-Lüdam. Dampfichiff 8 — —— 92 — Honfa Lampffchiff..... 10 —- 69,5 70,4 Nordbeuilcher Lloyd .... 8 47,5 — 45,9 45,13 Allgemeine DeuricheLrebttanS. 10 — — — — Barmer yonfoerem .... 10 — — Berliner Hondeltgeicllfchaft . 12 103 — 102 102,75 Commerz- und Privai-Banl . 11 100,5 100.25 100.5 100.4 Darmstädter und Rarionalbanl Teuriche Bant und 12 108,5 107,5 108,65 108 Dirconto-Gefellfchafl. . . . 10 100,4 —— 100,25 100.13 Dresdner Bank...... 10 100,4 100,25 100,25 100,25 .................. 12 129,5 126,75 128,75 126,13 Jranffurt a. Ul. Srrlin (Schluß-j für« | 1-Ubr- Kur« Schluß-; für« | Anfang- Kur« Datum 17.6. 18 6. 17.6. 18.6. 1% Deutiche Reich«anteche von 1927 ......... 82,75 — 82,25 — 7% Deulfche Relchianleihe von 1920 .......... 94 — 94,1 — Deutfch« Anl.-Ablül.-Schuld mi! Auliof.-Rechlen....... 50,8 50,5 50,5 50,4 ve«gi. ohne Auölol.-Rechte . . 4,55 4,65 4,6 4,75 6% Hell, voilkstaat von 1929 (rü(häl)lb. 102%) . - - - 86,5 — 84 —- vberhesten D-rovin, - «nlewe mii Aullvl.-Rechten . . ... - - Deulfche Komm. Sammelabc. Lnicibc Serie 1 . . - - , - 60,5 — — — 49 — 48,75 — 8% tzrontz. Hvp.-Bank Eoldpfe XJII unlünbbat bl* 1934 . . . J% tzrony. Hyp.-Bank Gokdpfe unibndbar bi! 1932 ..... 97,25 — — — 92 — — — 1K% Rdeinifche Hyp.-Bant Elan. Wolbpfe......... 87 — — — B% «r. LandclviandbrtefaaüaU Pfandbriefe R.t»...... 100 — 100 — 8% Pr. LandetpiandbriefanstaU Romm^CbL 8L 20....... 7% Pr. Landeivianddriefanstalt. $|anbbric|e R. 21...... — — — — 95,5 - I 95,5 — n.e.ö. abg. «orknegz-Obllgakto- nen. rückzabldar 1932 . . . — 1 - 1 - — 66,25 17.3uni 18. Juni — Bmiilche Notierung «milichr Notierung — »eib Lries Gelb 2rirf «mtt.-Rsn. 169,40 169,74 169.39 169.73 Buen-AIrcS 1.281 1.235 1.280 1.284 121 Brfl-Lntw 58,49 58,71 58.565 58.685 : KbrifHanfa. 112,68 112,90 112,68 112,90 61,5 Kovenbagen 112,68 112,90 112,68 112.90 73 eiodbolm . 112,80 113,02 112,88 113,02 61 fcelfingforS. 10,593 10,613 10,59 10,61 57,5 Italien . . . 22,04 22,08 22.04 22,08 London. . . 20,47 20,51 20,473 20,513 | 109,5 Neuvork . . 4,209 4,217 4.2085 4.2165 | 22,25 Paris. . » . 16,475 16,515 16,474 16,514 i 58,5 Schweiz .. 81,72 81,88 81,75 81,91 Svaniea. 42,30 42.38 41,76 41.84 Javan . . 2,082 2,086 2,082 2.086 34,5 -Hio de Jan- 0,326 0,328 0,319 0,321 Dien in i 191,5 Ceft. abaeft 59,145 59,275 59,13 59,25 Prag • • 12,465 12,485 12,465 12.485 1 — Belgrad . 7,445 7.469 7.456 7.470 _ Bodiwrst. 73,50 73,64 73.47 73,61 — Bulgarien 3,04 3.05 3.046 3.052 Eifiabon 18,63 18,67 18,62 18,70 — Damtg. . 81,83 81,99 81,83 81,9» — Äonft-unn. 1.784 1,789 1.784 1,789 — 81ben. . 5,447 5,467 5.488 5.490 — Lanada . 4,195 4,203 4.196 4,204 — Uru aao . 2,418 2,422 2.418 2.423 99 tairo . . 21,00 21,04 20,993 21,033 Schultdeu Pa-enhofer . . . IS — — cstwerkr....... . . 12 ■— — . . 18 66,25 61,25 Bemberg..... • . . 14 77 72 geUfioff Daldbol . . . . 18*/, — 61 Zellstoff Lfchaflenburg . Lbarlonenburger Waffe» . . . 8 — — , , . 9 -- , , . 0 24 22,5 Deulfche Linoleum . . 55 . e . Ö -- . . . v — — Lrrnstetn & Koppel . . . . . k — — Leonbard Tietz ...» . . 10 86 — 196 frankfurter Mafchkne» . • e • 4 9,5 - , , , 6 26,5 Heu'ligenKaebt . . . . Iunghanl....... . . . 0 ... 6 Lechwertr....... ... 8 Marn Kaliwerke Höchst a. M.. . 8 52 — Miag......... . . 10 — — (•'r r n . . . in _ _ _ Hübdeutiche Luck« . . • . 10 97,75 97 Oberheffen. Oer Voranschlag der Stadt Grünberg. + Grünberg, 17. Juni. Die jüngste ® e* mcinderatssitzung, zu der alle Gemeinderäte erschienen waren, hatte als wichtigsten Punkt die Verabschiedung des Voranschlags für 1931 auf der Tagesordnung. Bürgermeister Dr. M i l d n e r führte hierzu u. a. aus: Der Voranschlag ist ein getreues Abbild unserer wirtschaftlichen Notlage: Mindererlös der Einnahmen aus dem Wald um 16 000 Mark, Kürzung der Reichssteueranteile um 4000 Mark, sowie eine gesetzlich vorgesehene Senkung der Realsteuern um 6 bzw. 12 v. $)., demgegenüber Steigerung der Wohlfahrtslasten etwa um das Doppelte auf 20 000 bis 25 000 Mark. Bei der Aufstellung des Voranschlags mußte äußerste Sparsamkeit walten, und starke Kürzungen, namentlich der sachlichen Ausgaben, konnten nicht vermieden werden. Der Bürgermeister konnte beispielsweise darauf Hinweisen, daß für die allgemeine Verwaltung nur 21000Mk. benötigt werden, während eine Nachbarstadt von ähnlicher Größe hierfür den Betrag von 33000 Mk. aufwendet. Zur Entlastung der Betriebsrechnung soll ein Teil der Wohlfahrtslasten auf die Vermögensrechnung übernommen werden, indem in letztere 15 000 Mark für Beschäftigung von Erwerbslosen beim Bau eines Schwimmbades überführt werden. Trotzdem bleibt in der Betriebsrechnung ein Fehlbetrag von 10 0 0 0 Mark. .Um dafür Deckung zu schaffen, schlug der Bürgermeister vor, die Bier- und die Bürgersteuer um 100 o. S). z u erhöhen, außerdem soll das Schulgeld in den beiden Primen der Oberrealschule für Grünberger Schüler um 5 Mark, für auswärtige um 6 Mark pro Monat erhöht werden: damit hat sich das Kultusministerium einverstanden erklärt. Durch diese Maßnahmen läßt sich der Ausgleich des Voranschlags ermöglichen. Der Gemeinderat hat sich vor die Zwangslage gestellt: entweder hierzu seine Zustimmung zu geben, oder einen unausgeglichenen Voranschlag der Behörde vorzulegen, was dann das Eingreifen eines Staatskommissars folgen lasse. Der Bürgermeister wies hierbei noch auf ein Schreiben des Kreisamts hin, das erwähnt, daß Gemeinden, welche die in der Notverordnung angegebenen Steuerquellen nicht voll ausschöpfen, kein Anrecht auf den non den Ländern zu bildenden Ausgleichsfonds hätten, der als Hilfe für die mit Wohlfahrtsfürsorge stark belasteten Gemeinden gedacht sei. Nach längerer Aussprache wurde der Voranschlag gegen 2 Stimmen angenommen. Er schließt in der Betriebsrechnung mit 212 525,86 Mark in Einnahmen und Ausgaben ab. In den wichtigsten Rubriken weist er folgende Zahlen auf: Waldungen 34 500 Mark Einnahmen, 28 000 Mark Aufgaben; Wasserwerk 19 457 Mark Einnahmen, 16 241 Mark Ausgaben: allgemeine Verwaltung 1990 Mark Einnahmen, 23 960 Mark Ausgaben: Schulen 13 438 Mk. Einnahmen, 21400 Mark Ausgaben: Straßen 155 Mark Einnahmen, 11315 Mark Ausgaben: Kanäle 5850 Mark Einnahmen, 5849 Mark Ausgaben; landwirtschaftliche Zwecke 820 Mark Einnahmen, 9312 Mark Ausgaben: soziale Fürsorge 8899 Mark Einnahmen, 16 342 Mark Ausgaben; an Reichssteuerüberweisungen sind 19 283 Mark eingestellt, die Gemeinde- Umlagen sind mit 63 200 Mark vorgesehen. In der Permögensrechnung schließt er mit 33763,71 Mark in Einnahmen und Ausgaben ab. Hier erscheinen als wichtigster Posten 20000 Mark zum Bau eines Schwimmbades. Ein Antrag des Pfarramtes um Einstellung eines Betrages zur Anlage einer Zentralheizung in der Stadtkirche (Voranschlag etwa 2200 Mark), weil die jetzige Heizung in schlechtem Zustande sei, wurde abgelehnt, da andernfalls eine stärkere Erhöhung der Steuern hätte erfolgen müssen. Liederiag des Lumdaialsängerbundes. I Odenhausen, 17. Juni. Begünstigt vom herrlichsten Sommerwetter fand hier am vorigen Sonntag der diesjährige Liedertag des „Lumdasängerbundes", Mitglied des „Hessischen" und „Deutschen Sängerbundes" statt. Der Vormittag wurde ausgefüllt durch ein Wertungssingen in der geräumigen Halle der Gastwirtschaft von Karber, wozu sich eine stattliche Anzahl Zuhörer eingefunden hatte. Eingeleitet wurde das Fest mit dem „Deutschen Sängergruß" des hiesigen Gesangvereins „Liederkranz" und mit kurzen Degrüßungsworten des Dundesvorsihenden, Berufsschullehrers Eberle aus Lollar. Hierauf sang jeder Dundesverein den aufgegebenen Chor „Mein Deutschland" von Mangold und ein selbstgewähltes Lied. An dem Wertungssingen beteiligten sich folgende Bundesvereine: „Liederkranz" Odenhausen, Gesangverein Staufenberg, „Jugendamt" Geilshausen, „Teutonia" Vordeck, Gesangverein Climbach und Gesangverein Daubringen. Der Gemischte Chor Staufenberg sang zwei selbstgewählte Chöre. Als Kritiker war Studienrat Kuhn aus Friedberg tätig. Vach Schluß des Wertungssingens versammelten sich Dirigenten und Vereinsvorstände zur Kritik. Den Ausführungen des Kritikers war zu entnehmen, daß in den Dundesvereinen auch im letzten Jahre trotz mancherlei in den wirtschaftlichen Verhältnissen begründeten Hemmungen fleißige Arbeit geleistet worden ist. Die Leistungen müssen durchweg als gut bezeichnet werden. Größere Fehler waren überhaupt nicht mehr zu rügen. Mit kurzen Dankesworten und der Mahnung zu weiterer unverdrossener Arbeit am deutschen Liede schloß der Vorsitzende das Wertungssingen. Galt es am Vormittag, den Beweis für die ernste Arbeit des verflossenen Jahres zu erbringen, so versammelte man sich am Vachmittag auf dem bei der Halle gelegenen F e st p l a h, wo sich inzwischen noch ?ine Reihe Gastvereine eingefunden hatten, zu fröhlichem Beisammensein. Die Dundesvereine sangen hier zunächst zwei Massenchöre „Mein Deutschland" von Mangold und „Deutschland, mein Vaterland" von Heinrich. Dann begrüßte der Bundesvorsitzende die Vereine im Vamen des Bundes und des Festvereins. Seine Ansprache beschloß der Redner mit einem „Hoch" auf das Vaterland. Der 1. Vorsitzende des Gaues Gießen Stadt und Land, E. K o ch, betonte sodann, daß es mit dem Hessischen Sängerbund mächtig aufwärts gehe. TIeberall werde fleißig im Dienste des deutschen Liedes gearbeitet, und es möge auch fernerhin so bleiben. Sein „Heil" galt dem deutschen Liede. Im Rahmen des gemütlichen Teiles entwickelte sich bei Konzert, Singen der Gastvereine und Tanz ein fröhliches Sängertreiben. Landkreis Gießen. 8 A l t e n - B u s e ck , 17. Juni. Einen weiten Flug machte ein kleiner Luftballon, den ein hiesiger Einwohner am Sonntag bei einem Spaziergang auf freiem Felde fand. Der Ballon ist, wie aus einer anhängenden Postkarte ersichtlich war, in Paris aufgestiegen. Die Karte wurde dem Besitzer zugestellt. || Beuern, 17. Juni. Sonntag sand hier das Jahresfest des Gustav-Adolf-Zweig- vereins des Dekanats Gießen unter sehr reger Anteilrahme der Gemeinde statt. Im Festgottesdienst predigte Pfarrer R e u s ch von Leihgestern über die Rot unserer evangelischen deutschen Glaubensbrüder im Auslande. Dekan Gußmann (Kirchberg- überbrachte die Grüße der Kirchenbehörde und wies mit ernsten Worten hin auf die Röte und Gefahren unserer Zeit. In der Vachversammlung erzählte Pfarrer Schultheis (Großen-Linden) von seiner Tätigkeit in Kärnten und gab damit den Zuhörern ein Bild von der Auslandsdiaspora. Pfarrer Becker (Gießen) legte den Jahresbericht vor, der zeigte, wie viel Segen der Gustav-Adolf-Verein in der Diaspora schon gestiftet hat, aber wie auch infolge der Vot der Zeit die Einnahme zurückgegan- gen ist, Der Posaunenchor von Bersrod unter Leitung seines Dirigenten Münch und der Kirchenchor von Beuern unter Leitung seines Dirigenten Lehrer Edelmann trugen zur Verschönerung der beiden Veranstaltungen bei. Am Schlüsse dankte der Ortsgeistliche allen, die an diesem Tage der Festgemeinde gedient hatten. Die Festkollekte ergab 60 Mark. + G r ü n b e r g, 17. Juni. Am kommenden Sonntag veranstaltet die Südwestdeutsche Sportfliegeroereinigung in Grünberg einen F l u g t a g. Die Veranstaltung soll auf der „Au", einer Wiesenfläche südlich der Stadt, stattfinden. T Oppenrod, 17. Juni. Am Sonntag und Montag feierte der hiesige Männergesangverein „S ä n g e r l u st" sein 5 0. Jubiläum. Rund 2500 Festbesucher waren aus nah und fern erschienen. Der Festsonntag wurde durch einen Gottesdienst emgeLeitet, in dem Pfarrer Frank (Reiskirchen) der Taten unserer im Weltkrieg gefallenen Brüder gedachte. Er ermahnte, das Fest in ernster Würde und im Ge- Ein neuer Stern am deutschen Schachhimmel. Rödl (Nürnberg), dem es auf dem Schachturnier in Swinemünde gelang, den internationalen Spitzenspieler Bogoljubow zu besiegen, und der nun mit beträchtlichem Vorsprung führt. denken an die Gefallenen zu begehen. Der Festverein sang unter Leitung seines Dirigenten Ludwig Horn (Burkhardsfelden) den Chor „Unseren toten Helden". Am Vachmittag bewegte sich ein stattlicher F e st z u g durch unser Dorf zum Festplah auf der Pfingstwiese. Der Festpräsident, Schmiedemeister Heinrich Gerhard, begrüßte die Teilnehmer, gedachte der Gründung des Vereins und forderte zur Mitarbeit am deutschen Männergesang auf. Mit einem Prolog überreichte Fräulein Katharine Decker im Vamen der 'Frauen und Jungfrauen dem Jubelverein eine Fahnenschleise. Sodann nahm Festpräsident Gerhard die Ehrung her Sängerveteranen vor. Er überreichte einige Ehrenurkunden, und zwar für 50jährige Mitgliedschaft an Gastwirt Heinrich Weller und Landwirt Konrad Petri, für 40jährige Mitgliedschaft an Ludwig Weih und Konrad Wagner, für 35jährige Mitgliedschaft an Ludwig Kloos, Ludwig Alb ach und Heinrich Hahn, für 30jährige Mitgliedschaft an Heinrich Scheid. Auch dem nun 10 Jahre beim Verein tätigen Dirigenten Ludwig Horn war eine Ehrenurkunde gewidmet. Bei dem Singen der 19 Gast- vereine konnte man fest stellen, daß auch in unserer Gegend das deutsche Lied ernsthaft gepflegt wird. Arn Montag war ein allgemeines Volksfest, das insbesondere der Schuljugend gewidmet war. Der Gesangverein „Sängerlust" kann mit Genugtuung auf das wohlgelungene Fest zurückblicken. ) ( Lich , 17. Juni. Arn vorigen Sonntagnachmittag unternahm der hiesige Frauenverein l seinen Sommerausflug, der im Autobus zunächst nach Wetzlar führte, wo der Dom eingehend besichtigt wurde, und dann nach Hohensolms ging. Dort wurde die im Schloß befindliche Volkshochschule besucht, wobei Frau Dr. Kammer durch einen Vortrag in die Arbeit der Volkshochschule einführte. Vach einigen genußreichen geselligen Stunden ging es über Gießen wieder heimwärts. Der Frauenverein II hatte bereits vor einigen Wochen seinen Ausflug nach Wetzlar und Braunfels unternommen, während der M ä d ch e n k r a n z an der Jubelfeier der Reformation in Münzenberg leilnahm. s. Utphe, 17. Juni. Am vorigen Samstag wurde das diesjährige Jugendfest gefeiert. Bei herrlichstem Sommerwetter bewegte sich ein farbenfroher Festzug der Schuljugend, des Krieger-, Gesang-, Turn- und Fußballvereins mit ihren Fahnen durch das Dorf, unter Vorantritt der Streich- und Mandolinenkapelle des Gießener Jugendvereins „Wanderlust". Auf dem Festplatz wechselten Lieder und Gedichtvorträge der Schüler, sowie Chöre des Gesangvereins „Lorelei", die reichen Beifall ernteten, miteinander ab. In einer Ansprache wies Lehrer Arnold auf die Bedeutung des Auslandsdcutfch- tums hin. In bunter Folge reihten sich hieran Spiele der Jugend. Eine Ortssammlung, sowie ein vom Gemeinderat bewilligter Zuschuß ermöglichten es, daß alle Schüler eine große Brezel, sowie kleinere Geschenke und Preise erhielten. Kreis Schotten. V Gedern, 17. Juni. Ein schwerer Hn* glücksfall ereignete sich am Dienstagnachmittag in unserem Orte. Die Ehefrcru des Landwirts Richard D i r s e stürzte auf der Heimfahrt von der Wiese vom hochbeladenen Heuwagen auf die Landstraße herab und erlitt dabei einen doppelten plnterarmbruch, sowie einige Verletzungen im Gesicht. Von einem zu gleicher Zeit vorüberfahrenden Kraftwagen wurde die Bedauernswerte in bewußtlosem Zustande nach ihrer Wohnung gebracht. Kreis Alsfeld. l. Vieder-Ohmen, 17. Juni. Am Sonntag hielt die hiesige Spar- und Darlehenskasse ihre diesjährige Generalversammlung ab und verband damit die Feier ihres 4 0- jährigen Destehens. Der 78jährige Aufsichtsratsvorsitzende L. S ch u d t eröffnete die Versammlung. Er begrüßte als Gäste Direktor G i - nvw von der Zentralgenossenschaftsbank in Darmstadt und Oberrevisvr H a r t m aji n aus Gießen. Aus dem Bericht des Rendanten C^r le war zu entnehmen, daß die Kasse im verflossenen Jahre gut gearbeitet hat. Der Mitgliederbestand ist 282, der Jahresumsatz beträgt über zwei Millionen, der Reingewinn ungefähr 3000 Mark. Davon werden 10 Prozent auf Geschäftsanteile der Genossen verwandt, der Rest wird dem Reservefonds und der Detriebsrücklage zugewiesen. Bei den Ersatzwahlen wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Ohnacker, Kommann. Berg und Becker durch Zuruf wiedergewählt. Von einer Erweiterung der Kreditgrenzen wurde vorläufig Abstand genommen. Der letzte Revisionsbefund wurde dann durch Oberrevisor Hartmann vorgelesen und näher erläutert. Vach Erledigung des geschäftlichen Teiles gab Rendant Carle einen kurzen geschichtlichen Rückblick über die Entstehung der Kasse. Sie wurde anfang Vovember 1890 gegründet. Von den Gründern gehören heute noch sieben Mitglieder der Kasse än, darunter vier dem Vorstand. Oberrevisor Hartmann überreichte den Jubilaren, Altbürgermeister Veeb, L. Schudt, Konr. Decker und Gg. Kornmann je ein künstlerisches Diplom und dankte ihnen für ihre langjährige treue Arbeit. Direktor Ginow überbrachte die Glückwünsche der Zentralgenossenschaftsbank in Darmstadt. Taten für Donnerstag,. 18. Juni. Sonnenaufgang 4.09 Uhr, Sonnenuntergang 20.43 Uhr. — Mondaufgang 5.57 Uhr, Monduntergang 23.11 Uhr.. 1737: Sieg der Oesterreicher über Friedrich den Großen bei Kolin; — 1815: Sieg Blüchers und Wellingtons über Napoleon I. bei Belle-Alliance; — 1845: der Entdecker des Malaria-Erregers Charles Alphonse Laveran in Paris geboren; — 1895: Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 20. Juni. Freitag abend 7.45 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9.40. — Wochengottesdienft: morgens 6.30; abends 7.15 Uhr. reicht für 2 mal stets das Haar ( wie Seide glänzt, dann wars Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 19. Juni, nach- sehr billig mittags 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. 03546 4086 D Wilhelm Kohlermann Neustadt 12 Telephon 3676 Liegestühle Korbsessel Todes-Anzeige. Heute nachmittag 4 Uhr entschlief plötzlich infolge eines Schlaganfalles meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran EHsahethe Binz, leb. Sehrt im Alter von 50 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Binz nebst allen Angehörigen. Gießen, den 17. Juni 1931. Daineo-illersvemigiiiig 1877/78 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben nuferer Alterökollegin Frau Wilhelmine Rüspeler in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 19. Juni, nachm. 2V? Uhr, aus dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten um vollzählige Beteiligung. 4074d Der Vorstand. Eichen- drennholz osenfertig und für Waschküche geeign^ pro Wagen 5—6,8tr. frei ans Haus 6 Mk., sowie Anmachholz liefert *S2I8d J. We 11höfer Telephon 2313 Olarbnrger Str. 24 Ra« fr—im AusküniteinNechtS-, Stras-.Famil.-Ange- legenheiten, Gesuche, Berträge, Deobach- tungen, Ueberwachg. und Ermittlungen vreiSw.. streng diskr. u. an all. Orten ert. it. erledigt Detektiv- Bnrean-n. Auskunftei luh.K.Gerz,Barl-Nau- heim, tfurstr. 17. 13S Die Liebe höret nimmer auf! Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 17. Juni, morgens 7 Uhr, meinen lieben Mann, meinen treusorgenden Vater, unseren lieben Großvater und Urgroßvater HerrnKasparSeipp im 72. Lebensjahr in die obere Heimat zu sich zu rufen. In tiefer Trauer: Susanne Seipp Marie Brück und Kinder. Leihgestern, den 17. Juni 1931. Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 19. Juni, nachmittags 3'/, Uhr. 4'82 n Oeffentlidier Vortrag von Geheimrat Sommer, Gießen: Die Verfassungen des Deutschen Kelches von 1871 und 1919. mit Bezug auf die Reichssliede- rung besonders im Südwesten des Reiches (Hessen) am Sonntag, dem 21. Juni, nachmittags 3 Uhr, an der Deutschen Wacht in Obersteinberg. Bei schlechtem Wetter findet der Vortrag um 4 Uhr in der Kirchenhalle des Schiffenbergs statt. 4071D Stiftung für Volksvortrüge aus der deutschen Geschichte. Fr. Fische u.Filets Bi llger Heilbutt Fischhaus Cuxhaven Marktete* 23 3752 A Tel. 2417 Sonnwendfeier auf der Burgruine Münzenberg am Sonmag. d. 21. Juni d.J. — Festfolge: 11 Uhr: Besichtig, der SA a. d. Burgruine 12 Uhr: Feldgotiesdiensf 14 Uhr: Propagandamarsch der SA durch die Stabt. Anschließend Kriegerehrung am Denkmal, Redner: Pg. Bernhard Graf au Solms-Laubad, 16 Uhr: Qeffentliche Ziundaebung auf der Burgruine, Redner: Pg. Prof. Dr. Werner, Butzbach, und Oberleutnant a.D. Weyhrauch, Essen 20 Uhr: Lonuwcndseier aus der Burgruine, Redner: Pg. Bernhard Gras au SolmS-Laubach und Pg. Gauleiter Gemeinder, M.d R. Schwerfweihespiel d. Artamanen. Konzen d. SA-Kapelle. Nach Schluß d. Beranstalfungen Sonder- züge nach allen Richtungen. Festabzeichen gilt gleichzeitig als EinniftSauswets. National Sozialist. Deutsche Arbeiterpartei, Kreisleitung Friedberg. 4045 d Lichtspielhaus Gießen Heute, Donnerstag, Premiere Das beste Tonfilm-Lustspiel dieser Saison Wertpapierdrucke Aktien, Schuldverschreibungen Wertpapiere bei Brühl. Schulstraße 7 Der kluge Hausvater kauft jetzt dieWinterkohlen, weil die heizkräftigen Ruhr-Nußkohlen und Ruhr - Eiformbriketts im Sommer bedeutend billiger sind, als zu Beginn der Heizperiode. Schneider Wibbel nach dem bekannten Bühnenstück mit Paul Henckels in seiner Glanzrolle! Im Beiprogramm 4000 C Ton-Lustspiel / Kulturfilm / Ufa Wochenschau Jugendliche haben Zutritt In den übrigen Hauptrollen: Eina............................Thea Grodyn Zimpel......................Wolfgang Zilaer Mölfes..........................Harry Berber Heubes, Oberst d. Schützengarde. Ferd. Hart Meunier..................Hermann Vallentin Krönkel, Küfermeister.......Friedrich Ettel Flasch, Hausierer.............Albert Walter Hopp-Majänn •.............Tili Klockow Piccard.................Ferdinand von Alten Die Presse. Dm Frankfurter Zeitung schreibt: .. macht auch den Ärgsten Sauertopf lachen. Der Frankfurter General-Anzeiger schreibt: .. das Ganze Ist quick u. lustig-das Publikum quittiert diese vollsaftige Kost mit ebenso saftigem Lachen. Die Frankfurter Nachrichten schreiben: .. wlbbelt's u. krlbbelt's, pustet’s u. hustet's vor Vergnügen. Weg mit den Sorgen, weg mit den Widerwärtigkeiten, der verbissenste Leichenbitter kommt auf seine Kosten.