Pmrf und Verlag: vrühl'sche Univerü«S«r-vuch- und Steinörutferei B. £an?e in Sietzen. Schrifilettnng und S-lch-strftele: Schnllttatze 1. Wie das Hoovermoratorium zustande kam bessern und wesentlich die Gefahr vermindern. Dollars an zahlen müssen. Zusammentreffen Mittelpunkt gegen den Widerstand der Saboteure jeglicher freien Entfaltung der Kräfte unterdrückter Völker erwartet. London. 17. Dez. (MTB. Funkspruch.) Der „Tirnes'-Korrespondenf in Basel erklärt u. a.. wahrscheinlich werde der Zoungausschuh einen mittleren Kurs zwischen reiner Darstellung der Tatsachen und praktischen Borschlägen wählen. Die Meinungen seien bis zu einem gewissen Grade geteilt. aber eine Spaltung in zwei Gruppen sei geschickt vermieden worden. Auf der einen Seite werde eine Annullierung der Reparationen wegen der schädlichen Folgen einer gewaltsamen deutschen Aussuhrsleigerung b e g ü n st i g t. auf der anderen Seile werde die Ansicht vertreten, bafo die vorgelegten Statistiken die Ungewißheit der Lage eher vergrößern und daß eine Abschätzung der deutschen Zahlungsfähigkeit, besonders der Zahlungsfähigkeit nach den Krifenjahren, nur auf Mutmaßung beruhen könne. Infolgedessen bestehe aus dieser Seite der Wunsch, das Rahmenwerk des Zoungplans beizubehal- len und die Frage einer Verlängerung des Moratoriums zur Diskussion zu stellen. Er Ich e in i loglich,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-.Bcjugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig sür Träger« lohn, auch bei Richter« fcheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsvrechanschlusse anterSammelnummer‘2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Zranifurtam Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen vo" 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyri'ot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Der Korrespondent weist ferner darauf hin. daß die politische Konferenz nicht beginnen könne, bevor die Berliner S t i l l h a l t e v e r h a n d l u n- g e n zu Ende sind. Eine Forderung nach einer allgemeinen Liquidierung der kurzfristigen Kredite kommt nicht in Frage. Bcfferc Sicherheit, weniger im materiellen Sinne als in Richtung auf größeres Vertrauen für Deutschland, und zwar durch Vermeidung einer zu starken Inanspruchnahme der deutschen Auslands- devisen. ist anscheinend der leitende Grundsatz. Der Korrespondent hebt hervor, dah nicht nur die Stillhaltevereinbarung in der einen oder anderen Form erneuert werden mutz, sondern dah auch feder Plan für eine allmähliche Loslösung der Kredite auf der Kenntnis der Zukunft der Reparationen beruhen muh. Der Eindruck ist daher, dah eine vorläufige Verlängerung ber Stillhaltevereinbarung um einige Zonale über Februar hinaus das Ergebnis der Berliner Konferenz fein wird. Die Lage in Nanking ist zur Zeit ä u ß e r st v e r - w o r r e n , da noch keine endgültige Regierung ge= bilbet moröen ist. Die Macht liegt'vorläufig häupt- sttchlich in der Hand der einen großen Terror ausübenden Studenten Die neue Regierung hat alle Ferngespräche und Telegramme nach auswärts unterbunden. Die englischen und amerikanischen Ratgeber find durch den'Regierungswechsel -nicht betroffen worden und bemühen sich um die Aufrechterhaltung der Ordnung. In Nanking ist infolge der Studentenunruhen das Standrecht erklärt worden. Starke Trup- penabtedungen mit Maschinengewehren und berib tenes Militär patrouillieren durch die Straßen. Das Außenministerium und das Hauptquartier der Kuo mintangpartei sind von starken militärischen Wachen besetzt worden. Das neue spanische Kabinett. Madrid, 15. Dez. (TU.) Der nach der Wahl Zamorras mit der Neubildung des Kabinetts wieder beauftragt gewesene Ministerpräsident W 9ab öcr Presse die endgültige Minister- liste bekannt, mit deren inzwischen erfolgter Annahme durch den Staatspräsidenten die dreitägige Aeglerungskrise beendet ist. Ausgeschieöen sind der bisherige Außenminister Lerroux und fein Parteigenosse, der Derkehrsminister Barrios. An die Stelle des ersteren tritt der Professor t“’" oe Zulue t a. das Derkehrsministerium bleibt zunächst unbesetzt. Das neue Kabinett ist m e h r n a ch l i n k s o r i e n t i e r t als die frühere Negierung da das Gegengewicht der Radikalen, durch Lerroux und Darrios vertreten waren, fehlt. Der neue Außenminister ist parteipolitisch noch nicht hervorgetreten und steht auf dem Boden der Reformisten. lichkeit, unsere Lage durch eigene Maßnahmen, ohne Hilfe von außen, zu verbessern, ist ausgcnutzt worden. Die wirtschaftliche Krise, an der die ganze Amerikas Gündenfall Don Otto Corbach. Deutschlands gab Stimson anschließend an die Erklärung den englischen Text des Briefes von Hindenburg an Hoover vom 20. 3uni bekannt. öer Hindenburgbrief an Hoover. Eine freimütigeTarlcgung Verdeutschen Not Wie stehen die Verhandlungen in Berlin und Basel? Eine Derlüngerung des Provisoriums wegen der ungeklärten Lage sowohl für die Reparationen wie für die kurzfristigen Kredite wahrscheinlich. Oer prasidenischastswechset in China. Verworrene Lage in Nanking. Schanghai. 16. Dezember. (TU.) Präsident Tschiangkaischek hat als Präsident der Na- honalregieruna, als Vorsitzender des Reichsvollzugs, amtes und als Oberkommandierender des Heeres, der Flotte und der Luftstreitkräfte a b g e d a n k t. Seine Abdankung wurde dem ständigen Ausschuß des vierten Zentralexekutiokomitees überreicht und von diesem am 15. angenommen. Unmittelbar nach der Abdankung wurde Linsen zum Präsidenten der Nationalregierung und General Tschen- mingschu zum Vorsitzenden des Reichsvollzugsamtes ernannt. In einem längeren fRunttelegramm werden die Gründe für den Rücktritt Tfchiangkai- fcheks dargelegt, die darin gipfeln, daß man hofft, in China eine g e m einsame Front gegen bas i m p erialistische Japan zustandezu- bringen. Finanzminister Soong und Außenminister Koo sind zurückgetreten. Tschiangkai- schek ist nach seinem Landsitz bei Nanking abgereift. -Lie Mitglieder der bisherigen Kantonregierung, die die Neubildung der Nankingregierung übernommen haben, haben beschlossen, am Mittwoch nach Nan- king zu fahren. Sie erklären, an Stelle einer Dikta« atr ein Kabinett nach europäischem Vorbild bilden zu wollen und Tschiangkaischek den Vorsitz des Landesverteidlgungsrates anzu- bieten. Welt schwer leidet, trifft das deutsche Volk, das seiner Kraftreserven durch die Folgen des Krieges beraubt worden ist, mit besonderer Wucht. Wie die Entwickelung der letzten Tage zeigt, hat die Welt das Vertrauen verloren, daß die deutsche Wirtschaft angesichts der Lasten, die sie zu tragen hat, imstande ist, zu arbeiten. Große Kredite, die das Ausland uns gegeben hatte, sind abgezogen worden. Allein in den letzten Tagen ist die Reichsbank gezwungen worden, ein Drittel ihrer Gold- und Devisenreserven an das Ausland abzugeben. Die unvermeidliche Folge dieser Vorgänge muß eine weitere Schrumpfung unseres wirtschaftlichen Lebens und ein weiteres Anwachsen der Arbeitslosenzahl sein, die schon mehr als ein Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung ausmacht. Die Tüchtigkeit und der Arbeitswille unseres Volkes rechtfertigen das Vertrauen, dah sich Deutschland diesen starken Eingriffen von außen gewachsen zeigen und seine privaten Verpflichtungen erfüllen wird, die auf uns lasten und nicht geändert werden können. Der Brief, den Reichspräsident von Hindenburg am 20.Juni an den Präsidenten Hoover gerichtet hat, lautet in der deutschen Rückübersetzung folgendermaßen: Die große Rot des deutschen Volkes, die jetzt auf dem höchsten Punkt angelangt ist, zwingt mich dazu, mich an Sie zu wenden. Das deutsche Volk hat unendlich schwere Jahre mit dem Höhe- punkt im letzten Winter hinter sich. Auch die Hoffnung,_ daß in diesem Frühjahr eine Besserung der Geschäfte und der Inoustrie entstehen werde, hat sich nicht verwirklicht. Ich habe daher mit den außerordentlichen Vollmachten, die mir die Reichsverfassung einräumt, Maßnahmen in Kraft gesetzt, die die Erfüllung der notwendigsten Ausgaben des Staates sicher- steilen und die Lebensmöglichkeit für unsere Arbeitslosen aufrechterhalten soll. Diese Maßnahmen haben tief in alle wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen ein g e» schnitten. Sie verlangen schwerste Opfer von allen Teilen unserer Bevölkerung. C Ur. 295 Erstes Blatt 18s. Jahrgang Donnerstag, 17. Dezember (951 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Um Deutschlands Mut in seiner Lage und das Vertrauen der Welt in unseren guten Willen zu erhalten, braucht Deutschland dringend Hilfe. Die Hilfe muh sofort kommen, wenn nicht ein älnglück uns und alle anderen heimsuchen soll. Unserem Volke muh die Möglich- . keit gewährleistet fein, unter erträglichen Dölkerung. Jede Mög- , Bedingungen zu arbeiten. Die notwendige 'A Hilfe würde in ihrer Wirkung auf die Krise eine Wohltat für alle Länder fein; sie würde die Verhältnisse in den anderen Ländern Per- Stimson gibt im amerikanischen Kongreß den Brief des Reichspräsidenten an Hoover vom 20. Juni bekannt. schlossenheit des amerikanischen Steuerzahlers __ offenbaren, sich gegen dessen weitere Ausdehnung Washington, 16. Dez. (WT2.) Staatsund gegen jeglichen endgültigen ’etEr^r, Stimson führte vor dem Finanz- Schuldennachlah mit Händen und Füßen zu ausschuh des Repräsentantenhauses, der über die wehren, bedeuten wohl ein Menetekel für das Zustimmung zu dem von Hoover verkündeten ' Zerrbild, das das Versailler System aus dem Moratorium berät, aus, daß Präsident Hoover offiziellen Europa gemacht hat, keineswegs aber uas Moratorium, obwohl es sich, soweit Amerika für eine lebendige europäische Völkergemeinschaft, Frage komme, hauptsächlich auf die die sich nach einer gründlichen Revision der Frie- Schuldenzahlungen der früheren a I - densverträge bilden würde. Das massive poli- l.e r ? Regierungen beziehe, in erster tische Denken des typischen Durchschnittsbürgers ^me deswegen vorgeschlagen habe, um den der Union sträubt sich immer noch dagegen, sich in ^u'ungen öet Panik, von denen d i e der Wirrnih europäischer politischer Verhält- deutschen Finanzen betroffen worden nifse zurechtfinden. Er hat einer Beteiligung sei- '^en, 511 _ steuern. Denn diese Panik griffe nes Landes an dem Weltkriege zugestimmt, weil auf das übrige Europa über und drohe auch der Vetter an der anderen Seite des großen Tei- Amerika in d i e Weltkrise zu ver- ches ihm einredete, es gelte, eine auf Welterobe» wickeln. Stimson skizzierte dann die Cntwick- run$ ausgehende „M i l i t ä r - A u t 0 k r a t i e" “ing der deutschen Wirtschaftserholung nach dem zu zerstören und dadurch die „Welt" für Demo- Kriege, die zum größten Teile auf geborgtem ftatie, Freiheit und Menschenrechte „sicher" zu Seide hätte aufgebaut werden müssen. VÄE'ÄSÄ °° IM 9emc|en fei. fei der unbekümmert um die Händel der übrigen ö1e I'nanzielle f)ilfe in großem Umfange in Welt wohl sein lassen. In der bunten Gesellschaft Form von kurzfristigen Krediten der „Bindestrich-Amerikaner", vor allem solchen erfolgt, die beim Einsehen der Depression im AEer und östevrerchrsch-ungarischer Herkunft, 3a0re 1929 Deutschland in eine schwierige Lage hatte es zwar Clemente gegeben, denen schon die ..... ' . . 1 ’ . _= wohlwollende Neutralität, die die gebracht hatten, besonders da es jährlich Washingtoner Regierung den „Alliierten" etwa 4 0 0 Millionen von Anfang an bewies, amerikanischer iso- Reparationen hätte ^tionistischer Tradision zu widersprechen schien, Deutschland sei durch das weshalb sie m den Rus mit einstimmten, den re- .. ... _ ,, rblutionäre Elemente in der Arbeiterschaft zuerst aUCT dieser Faktoren der ahftimmten: „Füttert Amerika, und hungert den der Wettverschuldung geworden, und Krieg aus!" Aber es siel all-angelsächsischer Pro- Deutschlands Zusammenbruch hätte die ganze poganda nicht schwer, diese Elemente als des mp(f f(hmpr in Hochverrats und umstürzlerifch-r 2tagungen v°r. , , " T" " M I-d-nfch«,, g-,°gcu. Ander- dächtige „Fremde" zu brandmarken, mit denen 'dt6 3ei9€ die Entwicklung Deutschlands, dah ein anständiger „hundertprozentiger" Amerika- ihm, wenn es die Krise überwinde, eine ge- ncr nichts zu tun haben dürfe. So kam es denn, sunde und erfolgreiche Zukunft daß frie große Mehrheit des Volkes der Q3er- bevorllebe und haran M n u hL 9t,.« einigten Staaten erst vom Goldrausch einseitiger ( h ° f- x u ??? “ Kriegslieferungen und dann vom Dlutrausch einer , , 6 I" denn „bei seiner zen- Teteiligung an der Riederwerfung des vermeint- «raten Lage in Europa stellt Deutschland, wenn lichen Feindes der „Zivilisation" erfaßt wurde, 65 seine Gesundheit wiedererlangt, ein ff a r - Dem mit der totalen „Kriegsschuld" auch alle kes Bollwerk gegen Unstetigkeit Kriegsschulden auf gebüröet werden und Kommunismus dar, während, wenn rd>^Sfe*nu-f?r?arnf “nr* un*biäben'"™»* N"N °"d-r- Tlalionen mif bineinji^en uni. kenntnis wach. Der Tradition des „Jsolationis- e Finanzsysteme aller wichtigeren Staaten, mus" hätte nur eine unbedingte Reutrali- darunter auch Amerikas, stark berühren töt entsprochen, die Kriegslieferungen für die würde". Lllliierten von der Wahrung des Prinzips der Das Moratorium sei unabwendbar und Freiheit der Meere' d. h. eines unbehinderten der einzig richtige Weg zur Wahrung der ame- Handelsverkehrs auch mit Öen Mittel- rikanischen Interessen gewesen; denn wenn man machten abhängig gemacht haben würde. Heute den Schuldner von sich a u s die Zahlungen kann keine noch so starke Volksbewegung in den e nfteilen lasse, so seien die Aussichten, dah er Vereinigten Staaten verhindern, daß sich jede je seine Zahlungen wieder beginne äußerst ?3a'te.9LDnerr Regierung an den Bemühungen um g c r i n g. Eine Verlängerung des Mora- die Wiederherstellung vernünftiger politischer toriums sei n i ch t b e a b s i ch t i g t, und der Vor- Derhältmsse in Europa beteiligen muß. Das schlag, die Kriegsschuldenkommission Hoover-Moratorium war em erstes Abweichen wieder zu errichten, geschehe gerade, damit künftig von dem starren Prinzip, jeglichen Zahlungsver- im ordentlichen, in den Schuldenverträgen vor- zug oder -Rachlah von Abrustungsverpflichtun- gesehenen Verfahren und unter sofortiger offiziell gen abhängig zu machen, ohne sich dabei in der ler Beteiligung des in der Schuldenkommiftion „alten Welt" irgendwie machtpolitisch für eine vertretenen Bundeskongresses die Frage der politische Reuordnung einzusetzen. Das unschlüs- Zahlungsfähigkeit derSchuldnerge- fige Hin- und Herpendeln angelsächsischer Staats- prüft werden tonne. Die Errichtung der Kom- manner zwischen atlantischen und pazifischen In- Mission stelle also keine Bindung dar wie Hoover teressen hat zu einer Art Lähmung sowohl der sie angesichts der schweren und plötzlichen Panik britischen wie der amerikanischen Seemacht ge- in Deutschland im Juni habe übernehmen müssen führt: und weil ihnen immer wieder der Mut Als weitere Illustration der verzweifelten Lage zu letzten Entscheidungen für eine tatkräftige De---- teiligung an der Reu-Regelung politischer Ver- --- hältnisse in Europa wie in Asien fehlte, konn- ger Hoovers sich zwangsläufig in den len die den eurasischen Riesenkontinent flankie- Rehen Wallstreets verstricken muß. Wenn der renden Seemächte, Frankreich und Ja- Volkstribune Croß aus Texas ausrief: Das van, jede vernünftige Absicht eben dieser Staats- Weiße Haus ist zu einem Rendezvous-Platz der männer sabotieren. ausländischen Diplomaten geworden; wir haben Der Groll öeä_ amerikanischen Steuerzahlers die Einmischung in europäische Affären satt!", so gegen die Träger des amerikanischen mag das die Stimmung der Wählermassen aus- Finanzkapitals, die die aus dem Kriege drücken, die die kommenden Wahlschlachten ent« herrührenden Staatsschulden zugunsten einer leich- scheiden werden, aber das ändert nichts daran leren Eintreibbarkeit privater Schulden abgebaut daß der traditionelle Parlamentarismus in der 3mb möglichst völlig gestrichen sehen möchten, ist neuen Zeit gerade so gut abgewirtschaftet hat, wie verständlich. Dennoch wird die Logik der Ent- in der alten. An der drohenden Zahlungsun- Licklung den Primat der Privatverschuldung auf fähigkeit Deutschlands und Englands müssen Kosten der politischen Verschuldung auf die schließlich die allerlegalsten Forderungsrechte auch Dauer durchsetzen, weil diese eine aus- des amerikanischen Steuerzahlers abprallen und schließlich unproduktive, jene eine er wird die Mehrbelastung tragen wenigstens D or toi gend produktive, müssen, die ihm irgendeine Art kalter Dik- mit dem Wirtschaftsleben der verschuldeten Völ- tatur allen Wahlergebnissen zum Trotz im (Sinne fer organisch verbundene Belastung bedeutet. Der gewisser Zwangsläufigkeiten der Rachkriegsent- ganze wirre Knoten des Problems der Repara- Wicklung internationalen Verkehrs aufbürden wird, tionen und Kriegsschulden kann nur durch eine Man hat aber an dem Senator Dorah ein Bei- solche internationale Zusammenarbeit gelöst wer- spiel, wie wenig einem typischen amerikanischen den, die die Hebertoinöung der Rachwirkungen Isolationisten diejenige europäische Ordnung be- des Weltkrieges zum Gegenstand gemeinsamer hagt, die aus dem Versailler Frieden hervor- Änstrengungen der gesamten Kulturmenschheit gegangen ist, sobald er einmal ernsthaft über sie macht. Dazu aber bedarf es eines neuen nachdenkt. Roch träumt der Durchschnittsillu- Mächtegleichgewichts innerhalb des sionist von der Möglichkeit, Onkel Sam könne europäisch-amerikanischen Kulturkreises, der das Frankreich wie Japan als hartgesottener Gläu- Wirtschaftsleben Mittel- und Südeuropas von biger von ihrem Rüstungswahn kurieren. Wenn dem Albdruck unfruchtbarer französischer „Sicher- er diesen Traum einmal auggeträumt haben hütspolitik" befreit. wird, dürfte gerade er einer solchen außenpoliti» Der revoltierende amerikanische Steuerzahler schen Aktivität der Washingtoner ^Regierung zu- tonn als Wühler verhindern, datz Hoover im stimmen, die das Heil der Welt nicht mehr von nächsten Jahre wiedergewählt wird, aber der Sün- internationalen Friedens- und Abrüstungskon- denfall der Beteiligung am Weltkriege ferenzen, sondern von der Einsetzung ame- het die Abhängigkeit des amerikanischen Wirt- rikanischer Macht für eine Revision schaftslebens von internationalen Beziehungen in der Verträge und für einen freieren inrer- i einem Matze gesteigert, daß auch der Rachfol- • nationalen Der kehr von Menschen und Waren I I Me bur<5 Rot unb Mangel an Hossrmng für Deutschland heraufbeschworen ist. Sie, Herr Präsident, als Vertreter des großen amerikanischen Volke-, haben die Möglichkeit in Händen, Schritte au tun, durch die eine sofortige Äenderung In der Lage für da- deutsche Volk und für die Welt herbei geführt werden kann. Mac Zadden wird abgeschütlelt. Stürmischer Protest des gesamten Repräsentantenhauses. Washington, 16. Dez. (®IB.) In dramatischer Weise ging heute das Repräsentantenhaus daran, die gestrige .Lnfamie" des repu- blikanischen Abgeordneten Mac Fad- den gebührend zu verurteilen. Zunächst gaben die wie Mac Fadden aus Pennsylvania stammenden 26 republikanischen Abgeordneten die Erklärung ab, daß sie kein Wort der Beschuldigungen ihres engeren Landsmannes glaubten. Dann führte ein anderer Republikaner aus, er habe nicht gedacht, daß je ein Tag kommen werde, an dem ein a n g e b - licher Patriot in einer Sitzung des Bundesparlaments die unerhörte Bejchuldigung aussprechen könnte, daß ein Präsident Amerikas mit ausländischen Interessen gegen die Amerikas konspiriere. Hierauf erhoben sich alle Republikaner außer Mac Fadden und klatschten Beifall. Schließlich erklärte ein Demokrat, seine Fraktion lege W stellung, daß diese schimpflichen Borwürfe gegen den republikanischen Präsidenten nichtoondcmokratischer Seite erhoben worden seien, worauf beide Seiten des Repräsentantenhauses langanhaltend Beifall klatschten. Der Abgeordnete Mills sprach dann mit großer Wärme für die Annahme des Hoovcr- moratoriums. Eine Ablehnung, sagte er, würde das Ansehen der Bereinigten Staaten stark beeinträchtigen. Amerika könne doch nicht Panzerschiffe entsenden, um die Schulden einzutreiben. Das Hoover-Moratorium müsse angenommen werden, wenn man eine Katastrophe vermeiden wolle. Keine Einberufung des Reichstags. Tic Anträge der Lppo.ition abpelchnt. Berlin, 16. Dez. (DDZ.) Der 2l c l t e st e n - ratdesReichstageshatam Asisiwoch vormittag die Anträge auf vorzeitige Einberufung des Reichstages von neuem abgelehnt. Für diese Anträge setzten sich nur die Rational- sozialtsten,, die Deutschnationalen, die Kommunisten und die Deutsche Volkspartei ein, also keine Mehrheit des Reichstages. Die Landvolkpartei hatte ihre ablehnende Haltung damit begründet, daß die Rotverordnung eine Reihe grundlegender Forderungen de- deutschen Landvolkes erfülle oder doch der Erfüllung nähergebracht habe, und zwar nicht nur in landwirtschaftlichen Fragen, sondern auch bei dem durchgreifenden Abbau von Löhnen und Gehältern und dem Abbau erhöhter Preise und Preisspannen. Die Landvolkpartei erwartet durch Verhandlungen weitere Verbesserungen für die Dercdelungswirtschaft, kann sich aber eine solche durch Einberufung des Reichstage» nicht versprechen und ist deshalb gegen die Einberufung des Reichstages. Staatssekretär Dr. P ü n d e r hatte im Ramen der Reichsregierung erklärt, daß die schon mehrfach dargelegten Gründe gegen die Einberufung deS Reichstages weiter bestehen und durch die gegenwärtig schwebenden außenpolitischen Verhandlungen verstärkt seien. tfm die Landtagsauflösung in Sachsen. Tas kommnnist sche Volksbegehren cisoigreich. Dresden, 15. Dez. (WTD.) Die Ginzeich» nungSfrist für das von kommunistischer Seite eln gereichte unb von den Deutschnationalen, Äationalsozialisten und einigen kleineren Gruppen unterstützte Volksbegehren auf Auflösung des Sä ch s i s ch e n Landtag e S ist abgelaufcn. ES läßt sich bereits über- sehen, daß das Volksbegehren erfolgreich gewesen ist. Die für den Erfolg deS Volksbegehrens notwendige Zahl von 10 v. H. der ^immberechtigten ist sogar erheblich überschritten worden. Rach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis sind abgegeben worden im Wahlkreis DreSden-Dauhcn 23? 197, Leipzig 127 603. Themnitz-Zwickau 3.8 758 Stimmen. Insgesamt haben sich allo im Freistaat Sachsen 733 558 Personen für da- Volksbegehren eingetragen. Bei 3 530 541 Wahlberechtigten entspricht die- einer Beteiligung von über 20.48 v. H. Werden die kommunalen Werk« und Verkehrstarife gesenkt? Oie Gtädte verweisen auf die wachsende Last der Wohlfahriserwerbslosen. Senkung der Tarife im Verhältnis mit den Gestehungskosten indessen möglich. Berlin, 16. Dez. (ERB.) Der engere Vorstand des Deutschen Städtetags hat sich unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Mulert mit der durch die letzten Rotverordnungen geschaf- se.e Sachlage befaßt und aufs neue mit beson- verer Dringlichkeit auf den Ernst der Lage der Städte hir.gewiesen. Während die Reichsan st alt für Arbe itslosenver- s i ch e r u n g nach ihrem letzten Ausweis R ü d - lagen vornehmen kann, steigt die Zahl der Erwerbslosen, d.e ausschließlich von den Kommunen unterstützt werden, von Monat zu Monat. Die 3ahresbela- st u n g der Gemeinden durch die Wohlfahrts- erwerbslosen beträgt gegenwärtig mehr a l S 1 Milliarde Mk. Di« Llnterstühungs- sätze lassen sich in den bei weitem kleinsten Gemeinden nicht mehr herabsehen. Die Finanz- und Kassenschwierigkeiten der Gemeinden müssen rasch behoben werden, damit die Weiterzahlung der Llnterstuhungen, Löhne, Gehälter und Zinsen gesichert wird. Der Städtetag hat schon mehrfach gefordert, die R e i ch s h i l f e nicht in Form von Dotationen zu zahlen, sondern s ch l ü f- selmäßig nach der überdurchschnittlichen Belastung mit Wohlfahrtserwerbslosen zu verteilen. In Anwesenheit des Reichskommissars für Preisüberwachung, Oberbürgermeister Dr. Goerdeler, wurde im Städtetag auch die Frage der städtischen Tarife eingehend besprochen. Die wirt- schaftliche und psychologische Notwendigkeit, die Tarife der Dersorgungsuntcrnehmungen und Verkehrs- betriebe zu senken, wird in kommunalen Kreisen allgemein anerkannt. Grenzen der Durchführung liegen nach Ansicht des Städtetages darin, daß ein wesentlicher Teil der Tarife eine Verbrauchssteuer darstellt, die zugunsten der tommunalen Erwerbslosenfürsorge erhoben wird. Bei den Verkehrsbetrieben wird das Ausmaß der Tarifsenkungen höher sein können als bei den Bersorgungsbetrieben, nicht nur wegen des größeren Lohnanteils an den Gesamtausgaben, sondern auch wegen des möglichen Erlasses der Beförderungssteuer. Soweit bei den Dersorgungsbetrieben die Gestehungskosten durch die Senkung der Löhne, des Zinses und des Kohlcnpreises niedriger geworden sind, wird auch hier eine Ermäßigung der Tarife für möglich gehalten. Allerdings macht der Anteil von Kohle und Löhne bei dem beträchtlichen Kapitaldienst für ausländische Anleihen und neben den hohen Abführungen an die Stadtkassen nur eine Verhältnis- mäßig geringe Summe der Bruttoeinnahmen aus. In dieser Weise hängt demnach die Senkung der Tarife von der Bereitstellung und der Höhe der R e i ch s h i l f e für die kommunale Erwerbslosenfürsorge ab. Der Städtetag und seine Organe unterstützen den Reichskommissar für Preisüberwachung bei seinen Verhandlungen mit den Städten und ihren Betrieben nach Kräften und stellen ihm für seine sonstigen Maßnahmen die Einrichtungen der Städte zur Verfügung, weil durch Preissenkungen auf allen lebenswichtigen Gebieten in erster Linie die städtische Bevölkerung entlastet werden muß. ie die Melsenkmig dmchgesiihü werden soll. Oie Auöführungsbestimmungen zur Jlofverorbnung. Berlin, 16. Dez. Gestern ist von der Reichsregierung eine Verordnung zur Durchführung deS Kapitels .Mictsenkung" der 4. Rotverordnung deS Reichspräsidenten vollzogen worden. Die Durchführungsverordnung legt allen Vermietern die Pflicht auf, den Qlti e- tern unverzüglich den Mietzins mkt- zu teil en, der für die mit dem 1. Januar 1932 beginnende Mietzeit zu zahlen ist. Das gilt für alle Mictverhältnisse über Wohnungen und Geschäftsräume in Alt - und Reubauten. 3n der weiteren Behandlung bestehen Zwischen Alt- und Reubauten erhebliche Unterschiede. 3n A l t b a u t e n beträgt die Mietsenkung bekanntlich bei Geschäftsräumen und Wohnungen ohne Rücksicht darauf, ob gesetzliche oder vereinbarte Miete gezahlt wird, 10 v. H. der Frie- denSrniete. Mietermäßigungen, die der Vermieter im Laufe des 3 ahreS 19 31 AUgestanden hat, dürfen auf die gesetzlich vorgeschriebene Mietsenkung angerechnct werden. Rur in Fällen, in denen die Miete sich deswegen ermäßigt hat, weil die Friedensmiete auf Grund des § 2 des Reichsmietengesehcs neu festgesetzt worden ist, oder in denen der Mieter sich auf die gesetzliche Miete beru- f e n hat, ist die Anrechnung ausgeschlossen. Die Reubcrechnung der Miete auf dieser Grundlage wird bei Altbauten im allgemeinen kaum Schwierigkeiten machen. Soweit das doch der Fall sein sollte, entscheidet da- Wiet- einigungsamt oder eine andere von den Ländern hierfür bestimmte Stelle. Bei R e u b a u t e n, d. h. solchen Bauten, die nach dem l.Iuli 1918 bezugsfertig geworden sind, ist nach den Vorschriften der Rotverordnung die Mietsenkung individuell vorzunehmen, indem der Betrag, um den der Ver- m.e.er durch die Zlnsherabsetzung entlastet wird, bei der Miete in Abzug gebracht wird. Bei mehreren Wohnungen desselben Grundstücke- ist der ersparte Betrag auf die einzelnen Mieter anteilig nach der Höhe des Mietzinse- zu verteilen. Bei einem Teil der Reubauten kann die Feststellung der neuen Miete eine gewisse Zeit erfordern, da beispielsweise eine völlige Klarheit über die Auswirkung der Zin-senkung erst nach Erscheinen der hierzu erforderlichen Durchführungsbestimmungen möglich ist. Das gilt vor allem in den Fällen, in denen die Hypothek au- ausländischem Kapital gegeben wurde. 3n solchen Fällen muß der Vermieter den Mietern eine vorläufige Mitteilung über die im 3a- nuar 1932 zu zahlende Miete zukornmcn lassen. Den in der vorläufigen Mitteilung angegebenen Betrag müssen die Mieter vorbehaltlich endgültiger Mietsestsetzung zahlen. Die Meininger. Jum hundertjährigen Bestehen des Meininger Theaters. Don Zelix panten. 3m Frühjahr 1874 begann die Berliner Presse zu randalieren: cs war ruchbar geworden, die Truppe des Meininger Hoftheaters habe das Friedrich-Wilhclmstädtische Theater (jetzt Reinhardt- Deutsche- Theater in der Schumannstrahe) gepachtet und werde dort einige Gastspiele geben. Sollten, empörte man sich, die Berliner von den Provinzialen lernen? 'Brauchte man Hinterwäldler. da am Gendarmenmarkt der Schinkelbau des Königlichen Schauspielhauses al- Monument der deutschen Bühnenkunst ragte? Trotz allem Widerstreit kamen die Meininger mit ihrem Herzog Georg und ihrem Regisseur Ludwig Ehronegk, sie eröffneten am 1. Mai mit »3uliu« Eäsar". und sie fanden einen Beifall, der ihre Gegner übertönte, und weil Berlin damals fchon Mittelpunkt deutschen Theaterlebens war. hatten sie sich über Rächt auf einen weithin sichtbaren Schauplatz geschwungen, Herzog Georg und die Seinen standen jetzt vor dem Angesicht Europa-: und sic begannen ihre Wanderfahrten nach Oesterreich und der Schweiz, nach Holland und England, Rußland und Amerika. Al- Eyroneak 1890 das Amt de- Wandcrregisseur- ous Gesundheitsrücksichten nicderlcgcn muhte und der Herzog die Gastspiele cinstellte, hatte die Truppe in fechsunddreißig Städten 2591 mal ge- spielt, Weltruhm umgab sie, ..Die Meininger'' waren ein fester theatergcschichttichcr Begriff geworden- Richt von ungefähr war dem Herzog dieser Wcltersolg -ugefallen. er hatte ihn in redlichem Mühen vorbereitet und erarbeitet. Al- er 1866 die Regierung seines Lande- übernahm, fand er an seinem Hosthcaterchen alle- in schlechter Der» fassung. Richt- für da- Schauspiel — alle- für die Oper: da- war der Grundsatz, nach dem hier verfahren wurde. Mit Bitterkeit mochte sich der Herzog da an da- Londoner Prinzeß- Theater erinnern, da- er unter Leitung von EharlcS K e a n erlebt hatte. Sollte, wa- dort Selbstvcrständlichkcit geworden war. sich nicht auch in seiner Residenz durchsetzen lallen'? Eine seiner ersten Maßnahmen war rigoros erschallte die Oper ab und spielte nur zweimal wöchentlich 3n der freien Zeit wurde geprobt. Man hatte vergessen oder noch nicht begriffen, was da- bedeutet. Es genügte, wenn der äußerlichste Rahmen einer Aufführung stand, wenn Auftritte und Abgänge festgelegt waren. Rach Willkür durfte sich jeder in diesem Gerüst bewegen. Gab eS keine Regisseure? Freilich, Laube und Singel ft ebt etwa. Unb gcrabe sie erzählen Lächerliches unb Wibcrwärtiges genug von ber 3chsucht be- Virtuosen, ber nur sich ohne Rücksicht auf Dichter unb Werk durchsetzen wollte. Ein weites Feld harrte bes Anbaus. Seitbem der Herzog 1873 die Schauspielerin Ellen Franz geheiratet und seinen emsigen, aber gar nicht sprühenden Ehronegk entdeckt hatte, verfügte er über zwei Getreue, die völlig in seiner Reformation ber Bühne aufgingen. Man glaubt die Mission der Meininger zu kennzeichnen, wenn man von ber ..historischen Treue" ihrer Ausstattung spricht. Wäre nut bas ihr Verbienst. eS bliebe (angesichts ber bamaligcn Zustände) schon beachtlich, wenn auch zeitgebunben unb verstaubt wie bic Historienmalerei ihrer Epoche. Aber bic Tat bes Herzogs bleibt vor allem, den Zeitgenossen den Wert und die Würbe ber Schaubühne wieder ins Bewußtsein gehämmert zu haben, weil er ihre Leistung steigerte, weil er unb die Seinen Vorbilder wurden. AuS nüchternsten Anfängen wuchs die Meininger Leistung. Man mußte eine Truppe schaffen. Klassiker erfordern „Massenszenen", und Massenszenen wurden (und werden noch oft genug) durch den „Ehor" unweigerlich lächerlich gemacht. Daher war jeder Meininger — auch der ..Prominente" — verpflichtet, kleine Rollen zu übernehmen und in der Komparserie mitzuwirken. Unb sie haben sich gefügt, haben heute bie Bombenrolle gespielt unb morgen wacker „Heil Eäsar" gerufen bie Barnay unb Kainz, bic Sanbrock unb Prasch-Grevenberg, Arthur KrauSneck unb Max Grube, Anna Haverlanb unb Amanda Lindner- es hat ihnen nicht geschadet, aber sie haben bewiesen, wa- da- bedeutet: Dienst am Kunstwerk — unb die Forderung de- Meininger- sollte vorbildlich sein bi- zum heutigen Tag für alle Prominenten unb solche, die sich zu ihnen zählen. Der Herzog hatte keinen Opernchor, dafür b ett er eine Schauspielschule, die ihm Statisten bildete, und jeder Statist wurde so wichtig genommen, wie der Solist: so warb der Ehor aus »>ncr zügellosen Masse zu einer Summe von erzogenen Individualitäten. ES steht nirgend- zu lesen, wie stark der Meininger-Chor etwa in der Forumsszene von „3ulius Eäsar" war. Aber ber Herzog wirb gewußt haben, bah ein Ein- bruck nicht daburch verhundertfacht wird, wenn (wie in Reinhardts „OedipuS") hundert Studenten auf ein Stichwort gleichzeitig die Arme heben, daß die Ausdruckskraft des einzelnen in der Masse, nicht bie Masse an sich die Wirkung bestimmt. Unb so kam in bie Volks- unb Massenszenen Ernst unb Rhythmus. Weil diese Disziplinierung ber Masse unerhört war, mochte man sie zuweilen wohl als das Wesentliche nehmen, übersehend, wie alle Einrichtungen deS Meiningers nach bem Dienst am Kunstwerk strebten. Roch spielte der Regisseur den Dichter, nicht seine Auffassung! DeS Herzogs Gattin, bie ben Rang einer Freifrau von Heldburg erhielt, wachte über daS Wort. Karl Grube (Bruber von Max) erinnerte sich noch lange mit sreubigem Schauder, wie er, den Rudenz deklamierend, um die Elisa- bcthburg rannte, ehe er ben Gang zur „Frau Baronin" antrat, bie ihn zum Rollenstudium befohlen hatte. So wurden damals in Meiningen kleinste Rollen gepflegt: man hatte, man nahm sich Zeit — die un- allen heute fehlt. Der Herzog betreute die „Ausstattung". Zwei Prunkstücke hatte Berlin damals, ben (noch von 3f fla nb eingerichteten) KrönungSzug in ber ..3ungfrau" unb ben zweiten Akt ber „Maria Stuart", aber in „Penthesilea" trugen die Amazonen moderne Schnürstiefel, und Lady Milford gestand Ferdinand ihre Leidenschaft in der weiten Oede eines Prunksaal-. Richt den Pomp um seiner selbst willen hatten die Meininger vorgeführt — gegen diese entsetzliche Dürftigkeit kämpfte der Herzog, weil sie alle theatralische Empfängnis lähmt, weil Fülle und Farbe de- Bühnenbildes die Stimmung steigern! Er gab hunderttausend Mark für die „Wallenstein"-Trilogie aus, im ..Eingebildeten Kranken" waren auch Tassen, Tischglocke unb Klistierspritze Louis quatorze, und die Meininger wagten eS. die ..Räuber" zuerst in dem revolutionären Kostüm ihrer Zeit zu geben. Aber derselbe He^oa. der diese Requisiten bedachte, säst alle Kostüme seiner Truppe selbst zeichnete und ben Darstellern schriftliche Anweisungen für die MaSke gab (Figurinen, sagt man heute), hat sich auch um die 11 rfaffungen der Terte gemüht, hat verstümmelnde Bearbeitungen in bie Ecke geworfen unb die Schönheit mancher vergessenen Szene wieder im Rampenschein ausleuchten lassen: er gebrauchte die Kostüm künde Spätestens bi- zum 2 5. 3anuar 1931 muß auch bei Neubauten der Vermieter den endgültigen Mietbescheid ertnlen. Die Länder haben Stellen zu bestimmen, die im Streitfälle über die Mietermäßigungen bei Reu- bfluten zu entscheiden haben 3m allgemeinen dürften hierfür nicht bic Mlcteinigung-ämter bestimmt werben, die bisher nicht mit den Neubauten befaßt gewesen sind, sondern diejenigen Acmtcr, die bisher die HauSzinSfteuern vergeben haben unb denen daher die Verhältnisse ber Reubauten bekannt sinb. Sine besondere Vorschrift ist für die Gemeinnützigen Wohnung-unterneh- m e n getroffen worben Diesen Unternehmen, bic vielfach einen sehr großen Wohnungsbesitz au- verschiedenen Bauperroden verwalten, ist die Verpflichtung auferlcgt worden, unbeschadet deS Grundsatzes einer möglichst allgemeinen Miet- kn.ung eine weitgehende Angleichung ber Mieten vergleichbarer Wohnungen vorzunehmcn Die Begründung hierfür liegt in dem genossenschaftlichen Gedanken, mit dem eine Bevorzugung einzelner Wohngruppen. z. B. derjenigen, bic in 3nflasionS- wohnungen wahnen, auf die Dauer unvereinbar ist. Oer Vottfireckungsschutz in der Landwirtschaft. Berlin, 16 Dez (ERB) 3m Rundfunk sprach der Ministerialrat im -RciaXimimfterium für Ernährung und Landwirtschaft. Dr. Q u also Ws ki, über ben landwin chasisichen Bo.l- strcckungsschich in ber neuen Rotverorbnung. Die gruppenmähig einsetzenben Zwangsversteigerungen unb bie gehäuften Zwangsvollstreckungen drohten zu einer Aushöhlung der Betriebe zu führen und die kommende Ernte zu gefährden. Hier nun greife die neue Rotverorbnung mit einer Senkung ber Zinsen unb einer Londergestaltung deS ZwangSvoll- strcckungsverfahrenS für landwirtschaftliche Betriebe ein. DaS Zwar.gsverstci gerung-verfahren erfahre für bic landwirtschaftlichen Grundstücke eine Erweiterung be- Schuhe- der Grund» ftüdScigcntümcr. Auch trenn z.B.d rland- wirtschaftliche Schuldner nut feinen Leistungen über drei Monate im Rückstände sei unb dem Gläubiger auS ber Lage besondere Rachteilc erwüchsen, so solle doch auf Antrag des Schuldners die Zwangsversteigerung des landwirtschaftlichen Grundstückes auf die Dauer von sechs Monaten, unb wenn diese Frist vor bem 30. September ablaufen würde, b:8 zum 30. September 1932 einstweilen eingestellt werben, wenn bie ordnungsmäßige Fortführung des Betriebes unb bie Einbringung berörntebei einer Beiriebssührung durch ben Schulbner gewährleistet erschienen, aber bei Ablehnung ber einstweiligen Einstellung gefährdet sein würden. Beantrage der Gläubiger die Zwangsverwaltung, so sei fortan Der lanbwirt- schaftlicheSchuldner selbst zum Verwalter zu bestellen unler der Voraussetzung, daß er dazu bereit und befähigt sei. DaS Gericht habe eine Aufsichtsperson zu bestellen, unter deren Aufsicht der Schuldner bic Verwaltung zu führen habe. Sowohl der Schuldner al- Verwalter wie die Aufsichtsperson unterlägen ber Aufsicht unb ben Weisungen deS Gerichtes. Komme der landwirtschaft'iche Schuldner clls Zwangsverwaltcr nicht in Betracht, so sei daS als Gläubiger beteiligte Rea'lredisinstitut berechtigt, einen Zwang-Verwalter vorzuschlagen. Wenn bewegliche Gegenstände bet landwirtschaftlichen TelriebeS wegen Geldlorbe- rungen gepfändet würben, bann sei auf Antrag deS Schulbner- bie Zwangsvollstreckung bann aufzuheoen, wenn dem Schulbner durch die Zwangsvollstreckung die Mittel entzogen toürbcn, bie zur ordnungsmäßigen Fortführung der Wirtschaft bis zur nächstjährigen Ernte benötigt würden und Der Schuldner Die Gewähr biete, daß er Den Erlös aus der Veräußerung Der GegcnstänDe zur ordnungsmäßigen Fortführung der Wirtschaft verwenden werde. 3n Der für seine Zwecke, er war nicht besessen von ihr. ilnD niemals einseitig. Er hat Die Klassiker toieDer für Die Bühne erobert, aber er spielte auch Den „Herrgottschnitzer", Den „Erbförster". Die ,,Kronprätcnbanten". älnD 3bsen- „Gespenster" sinD, wa- heute keiner mehr weiß, von Den Meiningern in Deutschland urauf geführt worden — wahrlich, der Herzog war kein Fanatiker der Massenszenen. Und waS hat er, in Summa, Bleibendes geleistet? Er schuf ein Ensemble, postulierte den Regisseur, da- historische Kostüm, die Disziplin des Chor-, die Reinheit de- Terte- Richt genug? Wichtiger, daß alles da- nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Dienst am Werke wurde. Daß er niemals öder Pomplieferant war, sondern den Menschen in die Stimmung deS Milieus stellte, au- der ihn der Dichter empfing. Diese Stimmung schuf er durch Mittel, d.e seiner Zeit gemäß, für ihn Die einzig möglichen und erreichbaren waren. Gr hinterlleß bie Bühne gefördert und erhoben. 1390 stellt er Die Gastspiele ein. Roch vier 3ahre, dann tritt in dem Hause, in Dem der Herzog sein Berliner Gastspiel eröffnete, eine Truppe zusammen. Die eine neue Zeit Darstellt, unb Otto 2 rahm wirb ihr Führer sein. Dessen Erbschaft übernimmt Dann Mai Reinhardt. Am l.Mai 1874 beklatschten Die Berliner Die Meininger Szene, ehe noch ein Schauspieler gesprochen hatte Ebenso taten sic vor Reinhardt- .Käthchcn von Heilbronn". Alle- ist Wechsel unb alle- ist Kreislauf ... 6od>fd)ulnad)ri(f)fen. Der burch bic Emeritierung beS Geheimrat- Prof. sillrich Wilckcn an Der Universität Berlin erledigte Lehrstuhl der alten Geschichte ist dem ordentlichen Professor Dr. Wilhelm Weber in Halle angeboten worden. Professor Dr Hermann Rein in Freiburg l Dr. hat einen Rus auf den Lehrstuhl ber Physio- loaie an ber Universität Göttingen al- Rach- folger beS Geh. Medizinalrats P. 3enfen erhalten. Der Professor ber klassischen Philologie unb 2a- tristik Dr. phil. unb Dr. thcol. h. c. Geheimer gierungSrat Karl Wchmann starb in Münch c n im 70. Lebensjahr. Der Verstorbene war Mitherausgeber deS historischen 3ahrbuchS ber Goerres-Gesellschaft und wirkte feit 1905 al- ordentlicher Professor an der Universität München. »1 Hr J m". ®ast. a Rundfunk ^mistnium lL^ Doll, wöniffij. Die S^nftei. ^vangbvoü. ashöhlunz me tommcnbt rctk die neue 3 der Zinsen Ä-angsvvII. chastW Ze. chren erfahre lücke eine 61 • er Srund» S-D.d rland. en Leistungen ki und btm : Nachteile et» J bei Schuld« >es landtviri» Dauer von leie Frist vor irde, b:8 jum len ringe« »mäßige Fort- nbringung ning durch den ater bei Ab- ung gefährdet wangsver« landtvirt« t zum Der» der Torausfel- id befähigt fsichtsper, cht der Schuld. ?. CDtDO^l bet ’uffidjtyftfon ^üuigen des st'iche Schuld. . Detracht. fv ea'lred'Mililt alter W nfiänbe W :gen Veldfordv nn sei aus 2n- Ilftredung oam 'dner durch die I entzogen m Fortführung igen Smte be» r die Gewähr r DeräuheE M« tz-T toerb^^^ it die Alasslkr aber er Mt n „Sroförster^. Ibsens.Sespen. : tneib, von Ja ,geführt worden n ganatiler bet IleibenbeS fl£* postuliertes V die D'szipli" i E gE wÄ r»e wurde. ai?i[ieui stelle. ? Siele 6W Mch vier '%bi W r!e> ..(_«*» eine ie O‘u. en 1 ®ÄeI|ui« llt «< J f» * gleichen Weise wie Vie Eigentümer seien auch die landwirtschaftlichen Pächter geschützt. Sn die bestehenden Rechtsbeziehungen zwischen dem Landwirt und seinen Gläubigern wird nicht eingegrif'en. Forderungen, Le cru-g! verpflicht hingen, Wechfe Verbindlichkeiten bleiben unverändert bestehen. E.ngegriffen wird nur in das Zwangsvoll st reckungsverfah- ren und in dieses nur so weit, als cs zur Verhütung einer Gefährdung der nächsten Ernte nötig ist und nur insoweit als der landwirtschaftliche Schuldner die Gewähr dafür bietet, daß er s e l b st diese Ernte am zweckmäßigsten v o r b e - reiten und einbringen wird. Aus aller Welt. Schwere Sludenlenunruhen in Sofig. Sn Sofia kam es zu schweren Studentcnunruhen. Etwa 2000 Studenten, darunter viele K o m.m u - nisten, lärmten seit den frühen Morgenstunden in der älniverfität, auf den Straßen und auf dem Platz vor der Sobranje und forderten die CinstellungderDorlesungendes früheren Ministerpräsidenten Professor Zankoff sowie dessen Entfernung aus dem Lehrkörper. Vor dem Parlament trat der Menge ein starkes Polizeiaufgebot entgegen. Auch Wasserspritzen wurden eingesetzt, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Vei den Zusammenstößen gab es etwa 20 Verwundete durch Säbelhiebe. Abgeordnete der Vauernpartei unterstützten die Studenten durch Ansprachen. Schwere Kämpfe spielten sich auch innerhalb der Universität zwischen Kommuni st en und nationalistischen Studenten, die Zankoff ver- 'teidigten, ab. Dabei wurde die Einrichtung eines Hörsaales zertrümmert. Blutiger Zusammenstoß in Steiermark. Sn Voitsberg (Steiermark) fand gleichzeitig eine sozialdemokratische und eine nationalsozialistische Versammlung statt. Während der Versamm- lungen erhielt die Gendarmerie die Mitteilung, daß im Bürgermeisteramt Sprengmittel ausbewahrt seien. Die Gendarmerie fand bei ier Durchsuchung tatsächlich 200 Handgranaten, die sie beschlagnahmte. Als dies in der sozialdemokratischen Versammlung bekannt wurde, eilten die Versammlungsteilnehmer zum Bürgermeister« «int, wo sie die Gendarmen entwaffneten. Ein Gendarm erhielt einen Messerstich ins Gesicht. Shm wurde auch der Karabiner entrissen, mit dem ein Demonstrant gegen den Gendarmen einen Schuß abfeuerte. Der Gendarm wurde verletzt; durch das gleiche Geschoß wurde eine Frau, iie als Schriftführerin in der sozialdemokratischen Versammlung fungiert hatte, getötet. Nunmehr rnachten auch die Gendarmen von der Schußwaffe Gebrauch. Dadurch wurde eine weitere Per- s o n getötet und sechs schwer verletzt. Don Graz ist ein Ueberfallauto mit Gendarmen nach Voiteberg abgegangen, die die Ruhe wiederherstellten. Einer der Schwerverletzten, ein kommunistischer Der- trauensmann, ist gestorben. Der Lübecker Luberkuloseprozeh. Sm Tuberkuloseprozeh kommt es zu einer außerordentlich wichtigen Aussage von Professor Ludwig Lange vom Reichsgefundheitsamt- Er sagt, nach Züchtung des Kieler Stammes auf Sauton- schen Aährböden zeigten sich die gleichen Merkmale wie bei den Kulturen aus den Organen Lübecker Kinder und aus den Impfstoffen. Seine Assistentin habe bei einem Kieler Stamm gpnz bestimmte E.grnarten festgestellt. Menn er nun auch keinen Beweis für die Identi- tät der Lübecker Kulturen mit dem Kieler Stamm habe, so müsse die Möglichkeit einer Identität zugegeben werden. Er habe feiner Assistentin zur Züchtung verschiedene Kulturen, darunter B. C. G. und echte Tuberkelbazillen, gegeben. Sie habe in jedem Falle den Kieler Stamm und die Lübecker Kulturen sofort von den anderen humanen und B. C. G.-Stämmen unterscheiden können. Die Untersuchung von fünf von tuberkulösen Säuglingen gewonnenen Tuberkelbazillenkulturen habe ergeben, daß es sich um krankmachende Tuberkelbazillen handelte, die nach ihrem Wachstum auf kLnstlichen Rährböden auch nach ihrer Wirkung im Tierkörper mit Sicherheit weder als mensch- liche noch als Rindertuberkelbazillen angesprochen Derben konnten. Eine weitere Kultur, die Pro- Vauem-Aoinif aus 0 Wetzlar, 16. Dez. Sn der Gastwirtschaft Aur „Alten Post" fand die zweite Vertreter- Versammlung der Kreisbauernschaft statt, in der der Rest der Tagesordnung der vorigen Versammlung erledigt wurde. Geschäftsführer Schmidt von der Kreisbauernschaft hielt einen Vortrag über „Die Beiträge zum Viehseuchen- fonds".^ Sn der anschließenden Aussprache wurde das Für und Wider des Tuberkulose-Tilgungsverfahrens lebhaft erörtert und mit Stimmenmehrheit ein Vorschlag von Landwirtschaftsrat Dr. äl l l r i ch angenommen, zu beantragen, daß die Beiträge für das hiesige rote Höhenvieh, bei dem die Tuberkulose lange nicht so stark auftrete als bei dem Riederungsvieh, gesenkt werden. Bei den Wahlen für die Bezirksbauernschaft wurde wiedergewählt: Landwirt Wilhelm Bechtold, Launsbach, Wilhelm A r a b i n, Ulm, Johannes Schaub, Hohensolms und Johannes K o l m e r, Griedelbach. Reugewählt wurde für den verstorbenen Vorsteher T a s ch, Ahbach W'lhelm F e i l i n g. Atz- bach, für Herrn Siebold Geschäftsführer Schmidt von der Kreisbauernschaft, für Georg Weber, Lützellinden, Friedrich Engel, Lützellinden, und für Vorsteher a. D. Bo h, Steindorf, Friedrich Theiß, Burgsolms. Für den Rod- Heimer Bezirk, der der Kreisbauernschaft Wetzlar angeschlossen ist, soll Andreas Räuber, Waldgirmes in Vorschlag gebracht werden. Hebet den Kreisviehversicherungsverein referierten die Landwirte Friedrich Reih, Hochelheim, und Wilhelm K 5 st e r, Oberwetz. Es folgten dann noch Verhandlungen über Steuerfragen. Geschäftsführer Schmidt berichtete über die Steuermaßnahmen der Rotverordnung und über die Erhöhung der Bürgersteuer. Sn der lebhaften Aussprache kam zum Ausdruck, daß der Bauer bei den heutigen Preisen, die bei Vieh 20 Prozent unter Vorkriegsvreisen liegen, überhaupt keine Steuern mehr zahlen könne. fessor Deycke am 17. April aus einem mit dem Lübecker Impfstoff geimpften Meerschweinchen gewann, habe sich bei der Prüfung im Robert-Koch-Institut als virulent erwiesen. Ebenso konnten krankmachende Tuberkulosebazillen in einer zur Impfung der Kinder benutzten vermeintlichen B. C. G. - Kultur vom 14. März 1930 nachgewiesen werden. Eine weitere Abimpfung dieser Kultur zeigte im Gegensatz zu den in seinem Institut seit Jahren geprüften und als unschädlich befundenen B. C. G.-Stäm- men krank mach ende Eigenschaften. Pola Regri operiert Nach einer Meldung aus Santa Monica (Kalifornien) mußte sich der berühmte Filmstar P ola Ne g ri, von der es hieß, daß sie a n Fleischvergiftung erkrankt sei, einer schleunigen Operation unterziehen. Die Operation ist gut verlaufen. Erdbeben In den vereinigten Staaten. Ein großes Erdbeben hat in mehreren Staaten ^Nordamerikas stattgefunden. Die Beben waren so heftig, daß die Häuser, besonders in Birmingham (Alabama), Memphis (Tennissee) und in Helena (Arkansas) ins Schwanken gerieten. Ostseebad Cranz durch einen Orkan verwüstet Der Orkan, der in der Rächt zum Mittwoch über Ostpreußen hinbrauste, hat an der Küste schwere Verwüstungen verursacht. Ganz besonders schwer ist das O st s e e b a d Cranz betroffen worden. Dort schätzt man den in dieser Rächt entstandenen Schaden auf eine halbe Million Mark. Die älferpromenade und das Strandbad ist von den Wellen zerstört worden. Die stürmische See ist weit ins Land gedrungen. Die Chausseen sind mit gefällten Bäumen übersät. In den Häusern sind f a st sämtliche Fenster zersplittert. Die Villenkolonie Westende ist fast völlig abge - deckt worden. In Reukuhren, dem großen ost- preußischen Fischereihafen, sind. mehrere Fischerkutter vernicht-t. Bei Reukrug ist ein Dreimastschoner im Sturm gekentert. Die Mannschaft, vermutlich 8 Mann, ist aller Wahrscheinlichkeit nach ertrunken. Das Wrack dem Kreise Wehlar. Wie der WSR.-Dienst meldet, faßte die Versammlung einstimmig folgende Entschließung: „Die Vertreter von über 4000 Wetzlarer Dauern richten in ihrer ungeheuren Rotlage an die Dezirksbauernschaft, sowie an den Reichslandbund den dringenden Appell, erneut bei der Reichsregierung und den maßgebenden Stellen vorstellig zu werden und mit allen verfügbaren Mitteln darauf zu dringen, daß sofort durchgreifende Maßnahmen zur Besserung der Absatz - und Preisverhältnisse, zum besonderen Schuh der heimischen Viehzucht und der bäuerlichen Ver- edelungswitschaft des Westens durchgeführt werden In einer Zeit der stärksten Eingriffe durch Notverordnungen müssen sich auch Mittel und Wege finden lassen, um den vollständigen Ruin der Landwirtschaft des Westens in letzter Minute aufzphalten und eine Rettung unzähliger Existenzen zu bewerkstelligen. Der westdeutsche Kleinbauer ist fast ausschließlich auf die Erträge seiner Viehzucht angewiesen. Die jetzigen Viehpreise, die weit unter dem Vorkriegsstand liegen, müssen daher zwangsläufig zum Erliegen der heimischen Produktion führen. Unabsehbare Rot und nie gekanntes Elend werden als Folgen über unser Volk her- einbrechen. Es ist unmöglich, bei dieser katastrophalen Entwicklung der Dinge eine ordnungsmäßige Aufbringung der Steuern und Abgaben, sowie sonstige Zahlungen durch den Bauer zu erwarten. Rafft sich die Regierung nicht sofort auf, so muß seitens der landwirtschaftlichen Berufsorganisationen jede Verantwortung für die Weiterentwicklung der Dinge abgelefmt werden. Die Verzweiflungsstimmung der Bauern im Kreise Wetzlar hat Formen angenommen, die bas Schlimmste für die Zukunst befürchten lassen. Sofortige Hilfe ist unerläßlich." wurde auf den Strand geworfen. In P i l l a u ist durch den Sturm u. a. öie Mole im Hafen zerstört worden. Die See hat den Strand überspült und steht in den Dünen. Der ganze Strand ist mit Brettern und Balken besät. Die Vookslragödie von Juist vor dem Seeamt. 3n mehr als vierstündiger S.hung b.schäftigte sich das Emdener Seeamt mit Lut ^uister Bootskatastrophe. Auf der Rückfahrt von einem Turnfest auf der Insel Juist strandete am Abend des 21. September das Motorboot „Annemarie", wobei von den 19 Insassen 15 um« Leben kamen, darunter der Borkumer Dade- direktor, Zeitungsverleger Specht, der der Besitzer des Bootes war und es für das Turnfest zur Verfügung gestellt hatte. Als einer der Geretteten Einzelheiten aus den Stunden der Rot aufführt, wird er so von den Schrecknissen dieser Rächt gepackt, daß er in Tränen ausbricht. In dem Spruch des Seeamtes heißt es: Anscheinend ist der für die Fahrt als verantwortlicher Schisss- führer angenommene Schiffer Christian Harms aus Borkum, der mit den Tod in den Wellen fand, infolge Alkoholgenusses den Anforderungen der Fahrt nicht gewachsen gewesen. In dem Spruch wird ferner auf die Tat des Rettungsschwimmers Heinz Baker lobend hingewiesen, der sich unter den Schiffbrüchigen befand und durch den noch drei Bootsinfassen gerettet werden konnten. Schreckensszenen in einem brennenden Irrenhaus. Das Irrenhaus in Charlottetown auf der Prince Edwards-Infel (Kanada) ist d u r ch e i n e Feuersbrunst vollkommen einge- äschert worden. 400 Insassen konnten von der Feuerwehr aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. Drei Kranke sind verbrannt und drei andere werden noch vermißt. Es spielten sich bei der Katastrophe schreckliche Szenen ab, da ein Teil der Irren sich verzweifelt gegen die Rettung wehrte. Auioplünderer in Frankfurt festgenommen. WSR. Frankfurt a. M., 16.Dez. Seit einigen Wochen wurden hier parkende Autos in großer Anzahl von Autoplündereru heimgesucht, die sich speziell darauf eingestellt hatten, die Autos systematisch auszurauben, ob diese verschlossen waren oder nicht. Entweder wurden die Schlösser kunstgerecht aufgebrochen, oder man schnitt die Decken einfach entzwei. In vielen Fällen fielen den Autodieben sehr wertvolle Gegenstände und auch größere Geldbeträge in die Hönde. Gestern gelang es nun, die beiden Burschen f e st z u n e h m e n, als sie sich gerade wieder an ihr einträgliches Handwerk machen wollten. Es handelt sich um den 22 Jahre alten Mechaniker Artur Di lger und den 21 Jahre alten Schlosser Albert Frank. Beide sind fd^on mehrfach vorbestraft und erst vor fünf Wochen au8 einer Strafanstalt entlassen worden. Die Polizei konnte das Diebesgut zum größten Teil wieder sicherstellen. Oer neue Frankfurter Stadtkämmerer. WSN. Frankfurt a. M., 16. Dez. In der Stadtverordnetenversammlung wurde jetzt die verschiedentlicb verscbobene Wahl des neuen S t a d t k ä m m e r e r s durchgeführt. Nach mehreren Wahlgängen wurde der Königsberger Stadtrat Dr. Lehmann mit 39 Stimmen gegen Dr. Besserer (Duisburg) mit 29 Stimmen zum Stadtkämmerer gewählt. Auf Dr. Müller fielen vier und auf den Kommunisten Stolpe fünf Stimmen. Dr. Lehmann ist auf die Dauer von zwölf Jahren gewählt. Oie Detterlaae fcra OSI< .2 Val. Men unf O 6 b 0-J.oni 2(6) 'La sehr leichter Ost massiger Südsüdwest stürmischer "ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem wmde Oie oeioen Stationen stehenden le* len gehen die Temperatur an. Pie umen verbinden Orte mit gleiche* auf rteeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das über den britischen Inseln' lagernde Hochdruckgebiet wandert unter weiterem Aufbau ostwärts fort, so daß unsere Wetterlage in seinen Bereich gelangt. Somit herrscht vorerst trockenes und vielfach stärker aufheiterndes Wetter. Die Temperaturwerte hängen von Ein- und Ausstrahlung ab, fo daß nachts stärkerer Temperaturrückgang unter Null erfolgt. Aussichten für Freitag: Nachts noch Froftzunahme, meist heiter und trocken. Aussichten für Samstag: Weiterhin trockenes, leicht wolkiges und vielfach heiteres Frostwetter. Lufttemperaturen am 16. Dezember: mittags 3,1 Grad Celsius, abends 0,9 Grad: am 17. Dezember: morgens —5,1 Grad. Maximum 3,8 Grad, Minimum — 5,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Dezember: abends 2,4 Grad, am 17. Dezember, morgens 1,2 Grad Celsius. Sonnenscheindauer * * * * * * * 8/< Stunde. DAS GEBOT DER STUNDE Steigerung der Kaufkraft durch Senkung der Pre OPEL führt! ise 1/2 ItF« 4 ZyL Alfe Preise Neue Preise Zweisitzer. . . . RM 199d RM 1890 Cabriolet, 2-sitz. RM$3D0 RM229O Limousine .... RM7XO0 RM 2395 Lieferwagen . . RM240Q RM229O 1,8 Ltr. 6 ZyL Cabriolet, 2-sitz. Limousine . . . . Cabriolet 4-sitz. Lieferwagen . . Alte Preise 35 29. Neue Preise RM289O RM 2995 RM359O RM 2695 und 10 andere interessante Modelle zu entsprechend gesenkten Preisen . Blitz Schnell-Lasfw. Ahe Preise Neue Preise 2 To. Chassis, 3,4 m Rodst ’^M 3995 RM 3695 2 To. Pritschenwagen . RM^95 RM 4395 27s To. Chassis, 4 m Radst. RM^95 RM 4295 27« To. Pritschenwagen RM5496 RM 5095 . . 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Aach kurzer Zeit tritt indessen eine Erweiterung der Blutgefäße ein, die Wärme erzeugt, aber die Schweihabsonderung hört auf, oder ist auf ein ganz geringes Maß herabgesetzt. 3m kalten Wind verdampft dieser wenige Schweih um so schneller, und die Haut wird trocken. Sie verliert dadurch ihre Geschmeidigkeit und reiht bei Bewegungen leicht ein. Dieser Vorgang wird noch beschleunigt, wenn man mit feuchten, nicht genügend abaetrock- neten Händen ins Freie geht. So entsteht das, was man „aufgesprungene Hände" nennt. Abgesehen davon, dah sie schmerzen und schlecht aus» sehen, besteht die Gefahr, dah durch Verunreinigungen auch Eiterungen mit all ihren, unter Umständen recht bösen Folgen entstehen. Wie kann man sich dagegen schützen? Aehnlich wie unser Körper selbst verlangt auch die Haut eine gewisse pflegliche Behandlung und Abhärtung. Die Widerstandsfähigkeit der Haut wird nicht durch die übliche Verweichlichung erzielt. Im Winter die Hände nur in warmem Wasser zu waschen, ist falsch. Man nehme vielmehr kaltes, höchstens stubenwarmes Wasser zum Händewaschen, aber man sorge dafür, dah die Hand ordentlich abaetrocknet wird. Dazu eignet sich am besten ein Handtuch aus grobem Linnen, aus Flanell oder ein sogenanntes Frottierhandtuch. Selbstverständlich muß das zum Abtrocknen benutzte Handtuch stets trocken sein. Wenn irgend möglich, vermeide man kurz noch dem Händewaschen auf die Straße au gehen. Gegebenenfalls betupfe man die Haut nach dem Waschen mit etwas Kartoffelmehl, Puder oder dgl., das nach wenigen Minuten wieder mit trockenem Tuch abgewischt wird. Wer besonders empfindliche Hände hat, setze dem Waschwasser ein bis drei Eßlöffel Glyzerin zu und benutze lauwarmes Wasser. Reines Glyzerin ist schädlich. Sehr wichtig ist es fernerhin, daß im Freien bequeme, am besten wollene Handschuye getragen werden. Lederhandschuhe sind im Winter weniger zu empfehlen, weil sie die Hautatmung erschweren. Wer zu enge, den Blutumlauf behindernde Handschuhe trägt, der darf sich über das Auftreten von Erfrierungen und Frostbeulen nicht wundern. Dr. K. Brüning nicht für Llniversiiätsschließungen. WTD. meldet amtlich: Trotz wiederholter Richtigstellung wird in weiten Kreisen immer wieder das Gerücht kolportiert, dah der Herr Reichskanzler sich für die Schließung von Universitäten, u. a. von Gießen und Rostock, einsehe. Demgegenüber muh erneut und aus das allerentschiedenste festgestellt werden, dah diese Gerüchte jeder Grundlage entbehren. Der Reichskanzler hat sich niemals in diesem, oder ähnlichem Sinne betätigt oder ausgesprochen. Wie wir auf Anfrage an zuständiger Stelle der Universität Gießen noch erfahren, ist der Universität weder offiziell, noch inoffiziell auch nur das allergeringstebe- kannt über Aushebungs- ooer Zusammen- Neue Geschichtsbücher. — Propyläen-Weltgeschichte, hcr- ausgegeben von Walter Goetz, Vand VI: Das Zeitalter des Absolutismus, 1660 bis 1789. 3m P opylaen-V r ag, Vcr in. P e s: Halbleinen 34 Mark, Ganzleinen 38 Mark. (488) — Mit jedem neuerscheinenden Bande dieses von Walter Goetz planvoll angelegten und ziel- bewuht durchgeführten Werkes (von zehn Bänden liegen nunmehr sechs vor) wird der Grundgedanke, die Betonung der geistigen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge als Unterbau der politischen Entwicklung deutlicher. Die überragende Bedeutung der Persönlichkeit als treibendes Element der Geschichte kommt dabei nicht immer zu ihrem Recht. Richt allen Mitarbeitern ist die Verbindung beider Tendenzen so vollauf geglückt, wie Walter P l a h h o f f, der in dem vorliegenden Bande das Zeitalter Ludwigs XIV. zu schildern übernommen hat. Die Porträts des „Sonnenkönigs" und seines als Persönlichkeit und Staatsmann viel bedeutenderen Gegenspielers Wilhelms HL, des Oraniers auf dem britischen Thron, sind ihm ebenso ausgezeichnet gelungen, wie die klare und fesselnde Darstellung der britischen Staatsrechtslehre in jener für die Ausbildung des konstitutionellen und parlamentarischen Systems in England bedeutungsvollen Epoche (Hob- bes, Locke), die Entwicklung in Osteuropa zur Zeit Peters des Großen und des Schwedenkönigs Karls XII., cd:r d e Kriege Ludwigs XIV. und die Ausbildung des absoluten Königstums in Frankreich. Sehr instruktiv ist seine Schilderung der die französische Außenpolitik seit den Tagen Riche- lieus und Ludwigs XIV. bis zu Rapoleon und Poincarö beherrschenden Tendenzen und ihr Bedürfnis, machtpolitische Triebe nach Erweiterung und Sicherung der Ostgrenze mit Rechtsgründen moralisch zu untermauern. So geht eine ungebrochene Linie von den Reunionskammern und „Devolutionen" Ludwigs XIV. zum Versailler Vertrag Clämenceaus zu Poincares Ruhreinfall und zu dem Schrei n^ch dem „Recht auf Sicherheit und Wiedergutmachung" in unseren Tagen. — 3n erheblichem Abstande von Platzhoff folgt Schnabels Darstellung des 18. 3ahrhunderts in Europa. 3hm ist die oben erwähnte Synthese nicht gelungen. Besonders enttäuscht seine Schilderung der Schlesischen Kriege, die kaum das dürftigste Gerippe aufzeigt und auch den großen Gestalten dieser Zeit, Friedrich dem Großen und Maria Theresia, nicht gerecht wird. Friedrich dem Großen wird in schulmeisterlichem Tone angekreidet, daß er bei seinem politischen Handeln nicht großdeutschen Gedanken Raum gab, die erst ein Jahrhundert sbäter, nach der großen Zaesur der französischen Revolution/ reiften. Dabei wird nicht beachtet, dah der tatsächliche Zustand des Reichs, das schon seit Karl V. und mehr noch nach dem Dreihigiährigen Kriege unaufhaltsam dem Verfall zutrieb und nur mehr ein Anhängsel der habsburgischen Hausmacht war, jede andere. Politik als die auf eine Großmachtstettung Preu- Boykoitdes Gießener Mehmarktes Oie Viehhändler-Organisationen gegen die Stadtverwaltung. Der Verwaltungsrat und Interessenausschuß des Gießener Viehmarktes bittet uns um die Aufnahme der nachstehenden Zeilen. D. Red. In seiner letzten Sitzung hat der aus den Vertretern der einzelnen Viehhandels-Organi- | o t i o n e n bestehende Verwaltungsrat des Viehmarktes Gießen beschlossen, seinen Mitgliedern zu empfehlen, den Gießener Viehmarkt bis auf weiteres nicht mehr zu besuchen. Die folgenden Ausführungen sollen dazu dienen, die Öffentlichkeit über die Gründe, die diesen Beschluß herbeiführten, aufzuklären: Seit etwa einem Jahre bewegen sich die Vieh- preise auf einer absteigenden Linie, die seit Juli dieses Jahres katastrophale Formen angenommen* hat, so daß die Preise heute schon unter dem Vorkriegsstand sind. Man hätte meinen sollen, daß als logische Folgerung gleichzeitig eine Senkung der Gebühren und sonstigen Unkosten eingetreten wäre. Gerade das Gegenteil war jedoch der Fall, denn Gebühren usw. erfuhren in dieser Zeit eine wesentliche Erhöhung. Allgemein macht man zur Zeü für Abbau in jeder Hinsicht Propaganda. Vichhandel und Landwirtschaft müssen diese Bewegung zwangsläufig mitmachen: auf keinem Wirtschaftsgebiet hat der Preisabbau derartige Ausmaße angenommen, wie gerade hier, und nirgends entstanden größere Verluste, als in diesen Sparten. Aber eine Verringerung der Unkostenspanne, die sich zum überwiegenden Teil aus Gebühren und Frachten zusammengesetzt, ist nicht zu ermöglichen, weil die zuständigen Behörden sich einem Abbau der Gebühren usw. mit allenMitteln wider- setzen. Eingeweihte Kreise, die wissen, wie oft die Geschäfte in letzter Zeit Verlustgeschäfte für den Viehhandel waren, werden die Erbitterung über das starre Verhalten der Behörden verstehen können. Daß das Verhalten der Behörde auch zu einer außerordentlichen Schädigung des einheimischen Gewerbes führt, ist eine Tatsache, die wir sehr bedauern, zumal wir uns als Angehörige des gewerblichen Mittelstandes in jeder Hinsicht schicksalsverbunden mit ihm fühlen. Der hiesige Markt hat in den letzten Jahren einen eminenten Aufschwung zu verzeichnen. Hinsichtlich der Auftriebszahl dürfte er in diesem Jahr in Deutschland an zweiter Stelle rangieren, daneben ist aber die Besucherzahl, bedingt durch die besonderen Verhältnisse des hiesigen Marktes, die weitaus größte von sämtlichen großen deutschen Zuchtviehhöfen. Man kann nicht sagen, daß der hiesige Markt durch besondere Bemühungen seitens der Stadtverwaltung zu so großer Bedeutung für den deutschen Viehumjchlag gekommen ist. Gießen verdankt dies in erster Linie dem Umstand, daß es geographisch genau im Zentrum der Ueberschuß- und Bedarfsge- biete Deutschlands liegt. Wenn man sieht, welche gewaltigen Anstrengungen andere Städte machen, um den Viehverkehr an ihren Platz zu leiten und welche Summen deshalb sowohl zu Propagandazwecken, als auch zur Verbesserung der Marktan- lagen ausgegeben werden, so muß man wirklich auch von der Stadt Gießen verlangen können, daß sie den mehr als bescheidenen Wünschen der hiesigen Marktbesucher Rechnung trägt. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, daß Gießen von allen großen deutschen Viehmärkten die primitivsten Marktanlagen besitzt. Bei jeder Witterung müssen die Besucher mit ihrem Vieh stundenlang im Freien herumstehen; und man kann wirklich nicht umhin, festzustellen, daß die Anlagen des hiesigen Viehmarktes, der Bedeutung desselben entsprechend, vollkommen ungenügend sind. Man hat den Eindruck, als betrachte die Stadt Gießen den Viehmarkt als eine gut fließende Steuer- bzw. Einnahmequelle unter Verkennung dessen, daß es sich hierbei in erster Linie um eine werbende Anlage handelt. Man muß zu dieser Meinung kommen, wenn man sieht, wie die Stadt den Ermäß'gungsanträgen der Viehhändlerorganisationen entgegenkommt. Statt als Unternehmerin des Marktes mit'dem Gebührenabbau usw. vorbildl'ch voranzugehen, hat die Stadt die diesbezüglichen Eingaben des Viehhandels nicht nur sehr zögernd und ablehnend beantwortet, sondern sich sogar alle Antworten förmlich abpressen lassen. Es sei hierbei bemerkt, daß die Anträge des Diehhandels sich nicht etwa auf phantastische Projekte oder Summen beziehen, sondern daß es sich hierbei um berechtigte Wünsche bezüglich einer b e - f d) eibenen Senkung der Gebühren bzw. um dringend notwend i ^Verbesserungen an den Marktanlagen handelt, die beide ohne große Opfer durch die Stadt zu ermöglichen wären. Da die Stadt Gießen den Anträgen des Vieh- handels in keiner Weise entgegengekommen ist. muß der Viehhandel die Verantwortung für die Ereignisse ablehnen. An der Stadtverwaltung liegt es nun, Erwägungen darüber anzustellen, welches für sie in Zukunft der richtigere und zweckmäßigere Weg ist. legungspläne, bei denen unsere Landesuniversität in Betracht käme. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 17. Dez. H:utie Wo^enmar.t.rreise: Butter 120 bis 150 Ps. lKochbuttcr von 110 Pf. an), Matte 25 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 7 bis 8 (pro Zentner 4 bis 5 Mk.), Weißkraut 5 bis 6 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk.), Rotkraut 7 bis 8 (pro Zentner 4 bis 5 Mk.), gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Tlnterkohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 15 bis 20, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 70, ßens gerichtete ausschloh und daß Oesterreich schon durch seine Verbindung mit Böhmen, Ungarn und Oberitalien längst fein deutscher Staat mehr war. Das Ergebnis der schlesischen Kriege und die polnischen Teilungen verstärkten nur Tendenzen, die längst wirksam geworden waren. Ausführlich und fesselnd ist auch bei Schnabel die Darstellung der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung, wobei auch die heute häufig unterschätzte Bedeutung der Monarchen des aufgeklärten Absolutismus als Anreger und Förderer (Merkantilismus, Bauwesen, Bildung, Rechtspflege) unterstrichen wird. Ein besonders interessantes Kapitel ist dem Aufstieg des Bürgertums gewidmet. — Oskar Walzel, der Bonner Literarhistoriker, hat einen zwar kurzen, aber gedankenreichen und anregenden Abschnitt über die weltanschaulichen Wesenszüge der Aufklärung und ihre Rückstrahlung auf Dichtung und Kunst beigesteuert. — Richt ganz organisch ist der Zusammenhang mit den drei letzten Kapiteln, die die europäische Kolnnialpolitik seit der Entdeckung Amerikas und :e angelsächsische Staatenwelt schildern. Hier ^iauch gelegentliche Parallelen und Wiedevh^ltz'^ji nicht vermieden. Für Laien dürften abe;/ gerade diese Kapitel im allgemeinen Reulanh. erschließen. Wer weih etwas von der Ostindischsn Kompanie, die den Sundaarchipel, noch h-ute die Quelle von Hollands Reichtum, erschloß? Wer weih etwas von dem bedeutenden 3ohann Moritz von Rassau-Siegen, der für die Amsterdamer Kau'herrn die Küste Brasiliens eroberte und dessen Statthalterschaft in „Reuholland" die Glanzzeit Pernambucos bedeutete? Hermann W ä t j e n berichtet hierüber. Richt viel mehr ist im allgemeinen auch über die französische Kolonialarbeit in Kanada und Louisiana, in dem ungeheuren Raum von der Hudsonbai und dem St. Lorenzstrom bis hinunter zum Golf von Mexiko und der Mississipvimündung, bekannt. Hans P l i s ch k e verbreitet s'ch hierüber in einem interessanten Beitrag, der Westindien und die Gebiete des Stillen Ozeans (Australien) einschließt. Einen n~uen Höhepunkt erreicht der Band mit der abschließenden Arbeit Felix Salomons, des verstorbenen Leip-iger Historikers, dem wir u. a. eine ausgezeichnete ..Englische Geschichte" verdanken. Salomon schildert Entstehen und Entwicklung des britischen Kolonialreichs von der Tudorzeit bis zum Abfall der Bereinigten Staaten, eine glänzende Darstellung, die als Vorgeschichte des „Emvire" dem Verständnis der heutigen weltpolitischen Lage dient und schon deshalb unser besonderes Interesse beanspruchen darf. — Auch dieser Band ist vom Verlage wieder mit einer Fülle von Bildern, Faksimiles von Dokumenten und Briefen, Karikaturen, Planen und Entwürfen in aus- gez ichneter Wi?der"abe nach zci'g-nös'i'chm Verlagen verschwenderisch ausgestattet. Besonders schön z. D. ein Rotenblatt Bachs und die lln- abhängigkeitserfürung der Vereinigten Staaten im handschriftlichen Entwurf 3effersons. Schwarzwurzeln 25 bis 35, Honig 40 bis 50, Kartoffeln 4 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk.), Aepfel 8 bis 10, Birnen 8 bis 10, Rüsse 35 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Enten 80 bis 100, Suppenhühner 70 bis 80, Gänse 70 bis 80, junge Hähne 80 bis 90 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier 14 bis 15, Lauch 5 bis 10, Blumenkohl 20 bis 60, Rettich 10 bis 15, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Sellerie 10 bis 40 Pfennig pro Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Oberhessischer Kunflverein, Kü..st.erhilfe, Turmhaus am Drandplah, 15 bis 17 Mr. — Oberhesf. — Wolfgang Goetz: Eine deutsche Geschichte. Verlag Ullstein, Berlin. Preis Ganzleinen 12 Mark mit 44 Abbildungen auf 32 Tafeln. — 409) — Eine deutsche Geschichte von den alten Germanen bis auf unsere Tage in einem Bande mag man mit einiger Skepsis aufschlagen. Aber das Buch von Wolfgang Goetz, den sein Gneisenau- Drarna bekannt gemacht hat, ist aufs Ganze gesehen eine angenehme Enttäuschung. Mit sprühendem Temperament, stark subjektiv, ohne Rücksicht auf überkommene Auffassungen läßt der Dichter in packendem, plastisch formendem Stil den Lauf der deutschen Geschichte wie einen reißenden Sturzbach sich über uns ergießen. Es ist bei dieser Art zu schreiben nicht verwunderlich, wenn einem manches nicht behagt, manches salopp und überspitzt, gesucht und gewollt pikant erscheint. Auch die einzelnen Partien des Buches sind Goetz sehr verschieden gut gelungen. Nicht einig gehen wir mit großen Teilen seiner Darstellung der mittelalterlichen Kaisergeschichte. Was da z. B. über die Jtalienpolitik Friedrich Rotbarts oder über die Persönlichkeit des anderen Staufers Friedrichs II. gesagt wird, scheint uns allzu trivial und an dem Kern der Probleme vorbeizugehen aber je mehr sich die Darstellung der neueren Zeit nähert, um so schlackenloser treten alle Vorzüge des Buches hervor. Die Gestalt Luthers, die feinsinnige Deutung Wallensteins als Symbol des deutschen Volkscharakters, die zugleich mutige wie klug begründete Ehrenrettung Friedrich Wilhelms I. und des preußischen Militarismus, die wohlabgewogene und doch warmherzige Darstellung Friedrichs des Großen, die sich gleich weit entfernt hält von kitschig-kritikloser Verhimmelung wie von ebenso moderner kleinlich-nörgelnder Besserwisserei, das sind ein paar Glanzpunkte des Buches, das man, obwohl es oft zum Widerspruch reizt, doch Seite j "r Seite bis zur Schilderung des Weltkriegs und der Not unserer Tage in einem Zuge lesen wird. — Walther Reinhardt: George Washington. Die Geschichte einer Staaten- Gründung, Sozietäts-Verlag, Frankfurt a. M. Preis 7,50 Mk. (518) Es ist erstaunlich, dah das außerordentliche 3nteresse, das der amerikanische Kontinent und seine gewaltigste politische und wirtschaftliche Machtzusammenballung, die Vereinigten Staaten in der Alten Welt gefunden haben, sich bislang auf die Entstehungsgeschichte der USA. oder gar aus die der Llnabhängigkeitser- klärung vorangegangene Epoche der Entdeckung und Besiedelung durch Holländer, Briten, Franzosen und Spanier nicht erstreckte. Soviel nützliche und leider weit mehr oberflächliche und überflüssige Bücher über den phantastischen wirtschaftlichen Aufstieg Amerikas seit seiner Schiedsrichterrolle im Weltkrieg erschienen sind, so dünn gesät ist die auch für den interessierten Laien brauchbare Literatur über die früheren 3ahrhun- derte. Er war zumeist auf kurze Darstellungen angewiesen, die einzelne Epochen der amerikanischen Geschichte in Zusammenhang mit den Vorgängen in Europa behandelten. So ist es kaum glaublich, dah zwar über den großen Staatsmann des Geschichtsverein. 20.15 älhr, Hörsaal 45 des Vorlesungsgebäudes der Tkniversität. Vortrag über „Luther und Meister Eckhart". — Oberhess. Gesellschaft sür Ratur- und Heilkunde, 20.15 Mr, Hörsaal des Forstinstituts Braugasse, Sitzung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Der Fall des Generalstabsoberst Redl". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „3m weißen Röhl." — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen beginnt die 12. Vorstellung im Freitag-Abonnement bereits um 19.30 älhr. Zur Aufführung gelangt das diesjährige Weihnachtsmärchen „Die Wunderlampe" von Werner Schmidt, das vor einigen Tagen in Heidelberg seine erfolgreiche Uraufführung erlebte. Die Spielleitung dieser Märchenerstauf- sührung hat Karl Volck. Es dürfte wenige Weihnachtsmärchen geben, die in solchem Maße Kinder wie Erwachsene gleichmäßig in ihren Bann zu ziehen vermögen. Anschließend erfolgt in neuer Inszenierung und Ausstattung die Aufführung des Balletts „Die Puppenfee" von Gaul und Haßreiter und der Musik von Bayer. Auch dieses hübsche Tanzstück ist ganz aus dem Geiste und Sinn eines kindlichen Gemütes gestaltet und wird nicht nur den Kleinen, sondern auch den Großen Genuß bereiten. Spielleitung dieser Ausführung hat Karl He Yser. Kapellmeister Cuje hat die gesamte musikalische Leitung beider Stücke. Der choreographische Leiter Ewald B ä u l k e hat die Gesamteinstudierung sämtlicher in beiden Werken vorcommenden Tänze übernommen. Ende der Vorstellung gegen 22 Uhr. Abg. Keder in Gießen vor Gericht. * Gieß en, 16. Dez. Reichstagsabg. Gottfried Feder von der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei stand heute vor dem Erweiterten Schöffengericht Gießen unter der Anklage, sich eines Vergehens gegen das Gesetz zum Schutz der Republik schuldig gemacht zu haben. Cs wurde ihm zur Last gelegt, in einer öffentlichen Versammlung in Schotten, in der er in der Hauptsache über Steuern gesprochen hatte, gesagt zu haben, die Republik sei ein organisiertes Ausplünderungsinstitut ^um Zweck der Steuereintreibung. Diese Vescyuldigung wurde durch eine Reihe von Zeugen bestätigt. Der Angeklagte bestritt dagegen die Aeußerung' in dieser Fassung und behauptete, etwa gesagt zu haben, der heutige Staat sei ein organisiertes Steuereintreibungsinstitut. Die Republik als solche habe er nicht angreifen wollen und nicht angegriffen, da es ihm nicht auf die Staatsform, sondern auf den Inhalt ankommP Das Gericht erachtete eine Beschimpfung der verfassungsmäßig festgestellten republikanischen Staatsform in objektiver Hinsicht nicht für gegeben und sprach den Angeklagten frei. *• Die Dienst stunden des Theaterbureaus. Man schreibt uns: Es liegt Veranlassung vor, nochmals darauf hinauweisen, daß die Dienststunden des 3ntendanzbureaus (Eingang: Reuen Säue) werktäglich in der Zeit von 10-13 Mr und von 16-18 Mr sind. ** Winter im Vogelsberg. Der Winter hat im Vogelsberg, wenigstens so weit es den Schneefall betrifft, erst sehr sparsam Einzug gehalten. Die Schneedecke ist über 8 Zentimeter Höhe noch nicht hinausgekommen und außerdem verweht. Die Sportmöglichkeiten sind infolgedessen noch gering. Die Temperatur betrug heute morgen — 9 Grad. Das Wetter ist sehr llar. ** Offenhaltung der Friseur- uijib Metzgerläden am dritten Weihnachts. Bürgerkrieges, Abraham Lincoln, in den letzten 3ahren einige gute Bücher in deutscher Sprache erschienen sind, aber des populärsten Amerikaners, George Washington, Oberbefehlshaber im äcknabhängigkeitsfeldzuge und erster Präsident der jungen USA., bis zu seinem 200. Geburtstage auf eine Biographie aus deutscher Feder warten mußte. (Wir sehen dabei von dem mehrbändigen Werk Walther Dloems ab, der die Gestalt Washingtons in einem lesenswerten Roman verwertet hat.) Walther Reinhardt, der sich dieser Aufgabe unterzogen hat, vereinigt eine außerordentliche Beherrschung des großen Quellenmaterials mit der Gabe anschaulid)er Darstellung. Ohne im Anekdotischen zu ertrinken oder bei der Schilderung der historischen Ereignisse sich in Einzelheiten zu verlieren, gibt er ein plastisches Bild der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Rordamerikas um die Mitte des 18. Jahrhunderts, in dessen Vordergrund dann die Persönlichkeit George Washingtons gerückt wird. Washington war kein Stratege von überdurchschnittlichem Rang, kein Redner von mitreißendem Feuer, kein Staatsmann von Überragenden, schöpferischen 3deen, kein Diplomat von außergewöhnlichem Geschick. Als Feldherr hat er viel Pech gehabt, im ersten Kongreß der Kolonien hat er nie eine Rolle gespielt, in der Pflege auswärtiger Beziehungen waren ihm andere überlegen, beim Aufbau des jungen Staatswesens traten ihm Franc- lin, Hamilton, Morris, Madison, 3efferson u. a. mindestens ebenbürtig zur Seite. Tlnd doch wurde Washington der Führer der dreizehn Kolonien im Kriege, der unumstrittene erste Präsident der jungen Republik im Frieden dank seiner geschlossenen, ausgeglichenen, aus weise Mäßigung abgestellten Persönlichkeit, und seines vermittelnden Charakters, dem Reid, Eifersucht, Mißgunst, Rachtragen sernlag, alles Eigenschaften, die sowohl zwischen den militärischen Führern des amerikanischen Heeres, wie zwischen den Politikern der in ihren 3nteressen divergierenden Kolonien eine bedauerlich große Rolle spielten. Ermißt man die kaum glaublichen Schwierigkeiten, die Washington bei der Ausstellung und dem Zusammenhalten seines Heeres zu überwinden hatte, überdenkt man ferner die einzigartigen geographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse dieses Feldzugesund gewinnt man schließlich einen Eindruck von den innerpolitischen Zuständen in den dreizehn, vom englischen Mutterlande sich loslösenden Kolonien von dem puritanisch-demokratischen Boston int Horden bis zum feudal-aristokratischen Virginia im Süden, eine jede anders in ihrem historischen Werdegang wie wirtschaftlichen Lebensbedingungen und Bedürfnissen, dann erst wird Washingtons staatsmännische Leistung, die nach glücklich beendetem Feldzug dem jungen, unabhängigen Staat eine Epoche ruhigen Aufbaus und Ausbaus verbürgte, uns ganz deutlich. Dies in großen markanten Linien für das breite interessierte deutsche Publikum herausgearbeitet zu haben, ist Reinhardts Verdienst. fllieber, die legensreiche Emrichmng der jungen Stolen ne nach Kräften zu unterstützen. || Detlersheim. 16.2m 1.3onuar scheidet wegen vorgerückten Alters die Hand- arbeitSlehrcrin Frau Slisabeth ßingner auS dem hiesigen Schuldienst au». 3n unermüdlichem Eifer und großer Pllichttreue hat sie über 30 3ahre lang die Mädchen in die SUmft de» Strickens und Rähen« eingeführt. Den Unter» richt in den Handarbeiten übernimmt vorn 1. 3a» nuar ab Fräulein Helge Thimm (Hungen).— Bei der Treibjagd in unserer Gemarkung wurden 91 Hasen zur Strecke gebracht. df. Langsdorf. 16. Dez. Wieder hatte ein Ehepaar das seltene Glück, das goldene Ehe - j u b i l ä u m zu begehen. 2lm 15. Dezember waren der Landwirt Johanne« Weisel und seine Ehefrau Anna. geb. Heil. 53 3ahre verheiratet. Der Ehemann steht im 78., sein« Frau am End« deS 71. Lebensjahres. Den 3ubilaren wurden die üblichen Glückwunschschreiben deS Herrn Deichs- Präsidenten. der Hessischen Regierung. deS Kreis- amteS, der Gemeind« und der Stirche überreicht. r Rodbeim bei Hungen. 16.Dez. Lehrer H. Dietrich von hier bestand vor der staatlichen Prüfungskommission in Darmstadt die Musik» stehrerprüfung mit .Gut". Kreis Friedberg. 4 Stirch'Göns, 16. Dez. In unserer Gemeinde wurde eine Sammlung von Natura- I l i e n durchgeführt, die 24,70 Zentner Kartoffeln, I 12 Zentner Gemüse und 8 Zentner frisches Obst erbrachte. Die Lebensmittel wurden von der Freiwilligen EanitätLkolonne des Roten Kreuzes nach Butzbach gefahren und von dort aus an die De dürftigen des Kreiser Friedberg oerteili. Außerdem wurde durch die Konfirmanden eine G e l d s a m m- l u n g oerar.stattet, die den Betrag von 31,95 Mark ergab. 4 Pohl - Göns. 16 Dez. Die im benachbarten Kirch Gönr, wurde auch hier für die Winterhilfe eine Sammlung von Lebensmitteln durchgeführt, die folgendes Ergebnis zeitigte: 19,55 Zentner Kartoffeln, 15,88 Zentner Gemüse und 3.65 Zentner frisch:» Obst. Die Geldsammlung erbrachte den Betrag von 41,75 Mark. Abbruch der Mainzer Kasernen. WSR. Mainz. 16. Dez. Dach dem Entwasf» nungSabkvmmen müssen di« Kasernen b'.S zum 3ahre 1932 abgebrochen sein, sofern sie nicht anderen Zwecken, militärisch« natürlich ausgenommen, dienstbar gemacht worden. Die Rot der Zeit erschwert jedoch die Ausführung grober Projekte. so dab nach Ansicht der Behörden ein anderer Weg als die Abreibung derKaser» nen gegenwärtig kaum gangbar erscheint. Am Montag ist der Abbruch der Prinz-Earl-Kaseme in Angriff genommen worden. Der Platz wird nach den zur Zeit bestehenden Absichten einplaniert werden. tage. Das Polizeiamt teilt mit: Am dritten Weihnachtsfeiertag — Sonntag. 27. Dezember — können in Gießen bie Friseur- und Barbiergeschäste in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und die Metzgerläden in der Zeit von 8 bis 10 Uhr offengehalten werden. • • Echulperfonalie. Die Lehrerin Frieda Weitzel an der Volksschule zu Homberg (Kreis Alsfeld) wird auf ihr Rachsuchen mit Wirkung vom 1.3anuar 1932 auS dem Schuldienst entlassen. • • Feuerwehrauszeichnuna. Im Auf- trage des Kreisamtes Gießen überreichte Branddirektor B r a u b a ch in der letzten Monatsverfomm- luna der Freiwilligen Gaiifchen Feuerwehr dem 1. Obmann Heinrich Vo! A in Anerkennung feiner 40jährigen, treuen Dienstleistung bei der Freiwilliaen Gallschen Feuerwehr in Gießen das Ehrenzeichen und Urkunde des hessischen Gesamtministeriums. • • Zeugen gesucht. Der Polizeibericht mel- bet: In der Nacht zum 5. Dezember, gegen 2 Uhr, wurden bei einer Schlägerei im Settersweg (beim Hause des Derkehrsvereins) zwei Studenten erheblich verletzt. Personen, die sachdienliche Angaben für die Ermittlung der Täter machen können, werden ersucht, der Kriminalabteilung Mitteilung zu machen. • • D i e Postautolinie Gießen —Krofdorf ist vor den Weihnachtsfeicrtagen Sonntags auf Fellingshausen ausgedehnt worden. Der Sonntags-Waaen ab 11.50 Uhr fährt (ab Krofdorf 11 Uhr) zuerst nach Fellingshausen, hott dort die Fahrgäste und geht bann planmäßig ab Krofdorf 11.50 Uhr über Wißmar—Launsbach nach Gießen. Die Rückfahrt nach Fellingshausen erfolgt mit dem Wagen ab Gießen Bahnhof 17.35, ab Oswaldsgar- ten 17.39, ab Krofdorf 17.55 Uhr. Fellingshausen mar in der ersten Zeit der Pestautolinie Gießen— Krofdorf ständig ongescblossen, doch mußte diese Strecke spater infolge Unrentabilität aufgegeben werden. Mit den jetzigen Sonntagsfahrten ist auch den weiter abliegenden Orten Crumbach, Frankenbach usw. eine günstige Fahrgelegenheit nach Gießen geboten. D i e Edeka-Genossenschaft Dießen hielt — wie man unS berichtet — im Kaufmännischen Vereinshaus unter Leitung des Vorstandsmitglieds Kaufmann Erle ein« gutbesuchte Milgl eder-Bersammlurg cb. in der der Derbands- sekretär Sendler vom Edeka-Derband deutscher kaufmännischer Genossenschaften Berlin ein Referat über die „Organisation des Verkaufs" hielt. Der Redner ging von der Entwicklung aus, die der Einzelhandel in seinen verschiedenen Formen durchlaufen fj*t, gab wichtige Anregungen und zeigte die erprobten neuzeitlichen Wege auf, die geeignet feien, die Leistungsfähigkeit des genossenschaftlich organisierten Kolontalwaren- und Feinkost-Einzelhandels zu erhalten und weiter zu erhöhen. Die Ausführungen wie auch die Hinweise auf die seit 3ahresfrist^bestehende und schon über 1700 Mitglieder zählende Spar- 'und Arbeitsgemeinschaft der 3ungfaufleute fanden viel 3nteresse. Oberheffen. Aufhebung -es Finanzamts Homberg. WSR. D r ü n b e r g, 16. Dez. Rach einer Mitteilung im „Deichsanzeiger" wird nach Butzbach jetzt auch das Finanzamt Homberg auf» Gehoben. Bon den au diesem Finanzamt zäh- enden Gemeinden werden Alsfeld 8 und Grünberg 20 zugeteilt. „Münchhausen im Vogelsberg.^ + Schotten, 15. Dez. Dor hundert 3ahren lebte in Schotten ein alter Haudegen, Oberförster L a e t u s, ein echter Weidmann, der durch seinen derben Humor, sein Jägerlatein und seine Aufschneiderei weithin bekannt und berüchtigt war und die ehrsamen Beamten und Bürger der Stadt öfters durch Berulkungen in Aufregung versetzte. So lockte er e n:s Abends in der Ai ter- kälte die hohe Obrigkeit und den Stammtisch in den vpießwald und ließ sie erfolglos nach einem angeblich erfrorenen Handwerks burschen suchen, der nur in der Phantasie deS Herrn LaetuS emittierte. Der verstorbene Schriftsteller Otto Müller, ein Schottener Kind, hat in einer heiteren Erzählung diele historische Persönlichkeit des Oberförsters der Rachwelt «-halten Den alten Stoff hat unser derzeitiger Lokaldichter Dr. med. Karl Koeniger (Schotten) aufgegriffen und daraus unter dem Titel .Münchhausen imDogels- berg" eine bühnenwirksame Pos'e geschallen. Am vorigen Sonntag ging das Stück in der überfüllten Turnhalle zum erstenmal über die Bretter. Die Rollen lagen in den Händen altbewährter, einheimischer Kräfte, die vorzügliche Leistungen boten. Die Bühne zeigte naturgetreue Bilder von den Schauplätzen der Handlung vor dem RathauS, im Gasthaus .Krone , auf dem Schottener Sommermarkt und vor der Wohnung deS Oberförsters. 3n der alten, schmucken Tracht, die damals herrscht«, nahmen sich die Darsteller prachtvoll auS. Guter, oft derber Humor durchweht daS Stück, das von Anfang bis Schluß das Publikum mitreißt. Eine wertvoll«, sehr gut passende Musik hat der (Siebener Komponist Paul Duchwald dazu geschrieben mit zahlreichen reizvollen Gesangseinlagen, Duetten und Tänzen, die die Zuhörer begeisterten. Schöne Stücke aus der guten alten Zeit führt der Autor vor Augen, ein .Vogelsberger Datterich" ist unS erstanden, ein echt oberhessisches Volksstück, dem man die weiteste Verbreitung wünschen kann. Landkreis Gictzen. OO Kleln-Li nden, 16.Dez. Zum Besten der Anstalten in Bethel-Bielefeld nahm der hiesige EvangelifcheFrauenvereln eine Sammlung von Kleidungsstücken vor. Es tonnten zwei Kisten mit Kleidung und Schuhen, sowie ein ansehnlicher Geldbetrag als Weihnachtsgabe den Anstalten übersandt werden. ♦ Klein-Linden, 16. Dez. Das langjährige Mitglied der hiesigen Kirchengerneindevertretung, Landwirt Johann Georg Schmidt, Veteran von 1S66 und 1870 71, kann am Freitag, 18. Dezember, seinen 8 9. Geburtstag feiern. Herr Schmidt ist der älteste männliche Einwohner unserer Gemeinde. sk. Reiskirchen, 16. Dez. In unserer Gemeinde haben die Holzhauerarbeiten be- aonnen. Es werden etwa 40 Arbeitslose und Ausge- steuerte abwechselnd beschäftigt. Don den Arbeitslöhnen sollen 40 Prozent für Gemeindegefälle einbe- hatten werden. Es wird in diesem Jahre weniger Holz geschlagen, als bisher. =.= Watzenborn - Steinberg, 16. Dez. Der 6 Bezirk des Provinzialverbandes oberhessischer Geflügelzüchter veranstaltet hier am kommenden Samstag und Sonntag in den Gasthäusern „3um grünen 'Baum" und ,Lur Krone" seine 2. Be- zirksschau. Es kamen bereits über 300 Einzel- nummern zur Anmeldung. • Watzenborn-Steinberg, 15. Dez. Auch in unsrer Gemeinde hatte sich vor einem halben Jahre eine Sanitätskolonne des Roten Kreuzes gebildet, die sich aus Mitgliedern von hier und dem benachbarten Hausen zusammensetzt. Am Sonntagnachmittag fand im hiesigen neuenJRat- Haussaal die Prüfung der Kolonne durch den Leiter des Oberhessischen Verbandes, Sanitätsrat Dr. Hahn (Vad-Nauheim), statt. Die Ausbildung der Kolonne hatte der hiesige Arzt Dr. Fabel in vor- bildlicher Weife übernommen und durchgeführt. Bei der theoretischen Prüfung, sowie bei den praktischen Hebungen sah man durchweg sehr gute Leistungen, die von großem Eifer der Kolonne Zeugnis ab- legten. Die Hebunaen ließen erkennen, daß die Mannschaften allen Anforderungen der ersten Hilfe- Iciftung gewachsen sind. Nach der Prüfung sprach Sanitätsrat Dr. Hahn über die Entstehung des Roten Kreuzes und über dessen ideelle Aufgaben auch in der heutigen Zeit. Er dankte dem Kolonnenarzt und den Kameraden für die guten Leistungen. Auch bat er den anwesenden Bürgermeister und einige zur Uebung erschienene Gemeinderatsmit» Q.Jt.-'fport Frauenturnen im Gau Hessen OT. Zu einer planmäßigen Ausbildung- - taaung unter Leitung des GausrauenturnwartS Rudolf Paul, Gießen, traten über 103 Leiter und Turnerinnen aus 45 Frauenabteilungen der Turnvereine des Gauverbandes Hessen DT- am Sonntag in der Turnhalle des Tv. 1845 au Gießen an. Abteilungsleiter Ludwig 3 o st von der Turngemeinde Friedberg konnte bei dem erfreulichen Fortschritt auf dem neuzeitlichen Gebiet der „Be- wegungLschule" mit schon schwierigeren Hebungen die Lehrarbeit beginnen, der Gaufachwart leitete vorbereitende Grundformen für die allgemeinen Freiübungen, die in einfachem Aufbau mit Rhythmen volkstümlichen Liedgutes für das Deutsche Turnfest 1933 zu Stuttgart heraus- kommen. Statt der allgemeinen Freiübungen will das Mittelrheinische Kreisturnfest zu Trier 1932 Keulenübungen bringen, deren erste Gruppe von dem Abteilungsleiter Heinrich Schneider, Wetzlar, im geöffneten Reihenkörper durchgeführt, und deren weitere drei Gruppen in Einzeldarstellungen veranschaulicht wurden. 3n ähnlicher Weise wurden für die Wettkämpfe der genannten beiden großen Berbandsfeste die Geräteübungen in ihren verschiedenen Formen und Abstufungen in Angriff genommen. Mit einigen Volkstänzen führte die Abteilungsleiterin Frl. Luise Schwarz, Friedberg, die Hebungsstunden zu Ende. 3m Mittelpunkt der anschl'.eßrnden Besprechung stand die Ausgestaltung des Gauwett- kampfes, für den die volkstümlichen Pflicht- Übungen vom Kreisfest zu Trier übernommen werden sollen in der Zusammenstellung eines 75-Meter-Laufes, eincS Weitsprunges und eines in der Wurfart freigestellten Weitwurfes mit dem Voll- bzw. Stohball im Gewicht von 800 Gramm, wozu für den Aufbau des volkstümlichen Vierkampfes noch Kugelstoßen kommt. Die Abstufung in je zwei Stufen der Turnerinnen und 3ugenötutnerinnen soll beibehalten werden, aber für letztere (12 bis 13 3ahre alt) bei gleichen Geräteübungen sich nur in entsprechenden Maßen der vollstümlichen Hebungen auswirken.^ie allgemeinen Freiübungen deS Vorjahres, die bet dem ® auf rauen turnen zu Butzbach dem Regen- Wetter Aum Opfer fallen muhten, sollen nochmals dem Schauturnen eingegliedert werden Zu An- sang nächsten IcchreS findet zu Gießen ein außerordentlicher Gaulehrgang statt, bei dem choristische Bewegungsgruppen, wie sie daS Trierer KreiS- sest statt Volkstänzen bringen wird, in den Unter- richtSplan ausgenommen werden. Handball im Gpu Hessen (O.T.) Die 1. Mannschaft des To. 1 8 4 6 G i e ß e n zeigte in dem Treffen hegen To. Heuchelheim nicht die Leistungen, die man nach den letzten Spielen erwartet hatte. Wenn sie auch schon am Samstag gespielt hatte und mit Ersatz antreten mußte, so hätte ihre technische Ucberlcgenheit, die besonder» in der 2. Halbzeit stark heroortrat, einen glatten Sieg gewährleisten müßen. So aber reichte e» nur zu einem mageren 2:2. Die Heuchelheimer zeigten einen großen Eifer und konnten überraschend bi» zur Pause 2:0 führen. Dann allerdings konnten sic das Tempo nicht mehr holten. Trotzdem die Gießener in dieser Zett das Gäftctor förmlich belagerten, erzielten sie nur ein Unentschieden, da ihr Sturm nicht die gewohnte Durchschlagskraft zeigte. Außerdem war der Heuchelheimer Torwart kaum zu schlagen. Die 2. Mannschaft verlor nach ausgeglichenem Spiel gegen To. Krofdorf 5:3. Handball im Lahn-Vünsberg'Gau. (Yauklafse: lvarbenkeich I — Londorf I 1:3 (1:1). Ein harter Punktkampsl Die Platzbes.tzcr traten nur mit 10 Mann an und begaben sich damit von vornherein etwaiger Chancen. Da» . aann äußerst lebhaft. Bereits in dir 13. Minute führten die Londorser mit 1:0. Bald darauf gliH Garbenteich aus. DaS Spiel wurde nun härter Mit 1:1 ging eS in die Pause. Rach der Paufe spielte Londorf überlegen und konnte zwei weitere Tore für fich buchen, während die Anstrengungen der Platzbesiher vergeblich blieben. (Der Vorschau zu diesem Spiel am Freitag ist berichtigend nachzutragen, daß der Sieger nicht In Garbenteich, WessenMdbinich? Roman von 3r. Lehne. (Hrh.bcrschutz durch E. Ackcrmann, Romanzentrale Stuttgart.) 31 Fortsetzung Nachdruck verboten Angela lächelte ein müdes, entsagungsvolle- Lächeln. .Das werden Sie doch müssen." Dine wilde Angst stieg in Bertha Lenz auf. „Oleinl“ rief sie, .— nein! Warum srnd Sie gekommen? Ich gebe 3hnen Ebba nicht! Riemall!" .Ich bin gefommen — nicht, um 3hnen Ebba zu nehmen, sondern Sbba zu ihrem Glück zu verhelfen." .SbbaS Glück ist hier in ihrem Slternhause." Angela schüttelte den Kopf. .Ebbas Glück heißt Hanno Reinshagen! Hnd weil ich eS weiß, will ich ihr dazu verhelfen — Frau Lenz machte große Augen. .Steht daS in Ihrer Macht?" .Ware ich sonst hier?" .Wie sollte Ihnen das möglich sein?" .ES ist mein Geheimnis! Verzeihen Sie, doch ich kann nicht darüber sprechen!" .Rach allem, waS vorgefallen ist. ist doch daS ausgeschlossen I Rie werden die gräflichen Herrschaften in eine Verbindung deS SohneS mit Ebba einwilligen — mit Ebba — dem Findellind —" .Ich werd« eS dennoch erreichen!" Frau Lenz sah mit Unruhe und Zweifel Angela an. »Mer find Sie?" fragte sie fast heftig. .Sie wissen eS! Die Tochter deS Pfarrers Sturm —" und sonst — sorfchend, fürchtend suchte Bertha Lenz in dem für sie so rätselhaften Gesicht der andern. .Angela Graf, die — ich darf eS wohl sagen — die bekannte Tragödin!" .DaS haben Sie vor? Ich muh eS willen — Sie haben etwa- vor! Aber meine Ebba gebe ich nicht her, wenn Sie sie kaufen wollen!" Ein müdeS, ergebenes Läheln flog über Angelas ausdrucksvolles Gesicht. „Sbba ist nicht zu kaufen! Sie haben eS selbst gehört — und wenn sie ein Königskind wäre — Sbba bleibt Sbba Lenz wie bisher, bis sie Sbba Reinshagen wird!" Wie ein Marmorbild, beinah« regio«, stand die Frau da-, nur die Augen lebten, diese großen Augen. Und dann sprach sie weiter. auS jedem Wort spürte man das abgrundtiefe Leid das die Seele dieser Frau beschwerte - .glauben Sie. Frau Lenz, ich will die Zuneigung und das kindliche Vertrauen, das mir Ebba entgegenbringt, leichtsinnig verscherzen? Ich dürste nach Ebbas Liebe — und fürchte ihre Verachtung! Darum muh für sie stets Geheimnis bleiben, was bis jetzt für sie Geheimnis war! Und vor allem mit Rücksicht auf Sie, Frau Lenz! Denn wenn ich jemanbem zu tiefster Dankbarkeit verpflichtet bin — so sind Sie es! Und diese Dankbarkeit verpflichtet zu strengstem Schweigen Ebba gegenüber — bis über den Tod hinaus! Und dieses Schweigen ist Strafe und Buße und Sühne! Ich will im Harzen Ebbas als ihr Schutzengel leben — als nichts anderes! — Sie soll stets nur an eine Mutter denken — an Sie —1" Angela neigte den Kops, als sie die letzten Worte mit kaum verständlicher Stimme sprach. Da streckte ihr Frau Lenz, einem plötzlichen Gefühl gehorchend, beide Hände entgegen. Hnd diese Hände wurden ergriffen, mit schmerzlichem Druck gehalten, dann wieder fallengelassen. Angela nahm aus dem Körbchen die blauseidene Decke, das Päckchen Windeln. Sie hielt das Heine Zeug in den ausgestreckten Händen und sah mit einem unbeschreiblichen Blick daraus — mit einem Blick, der Bertha Len; tief ins Herz schnitt, so voller Schmerz und Abwesenheit. Dann drückte sie das Gesicht hinein, um den Aufschrei der Qual zu ersticken, der sich auS ihrent Herzen emporrang. Tränen schossen Bertha Lenz in die Qlugen. Leise ging sie hinaus, der Frau die Wohltat deS Alleinseins zu lassen — der Frau, die jetzt vielleicht die schwerste Stunde ihres Gebend durch- kämpfte, die als Sühne für ihre Schuld sich daS unerhörte Opfer auferlegte, dem heißgellebten Kind« sich niemals als Mutter zu offenbaren. — 18. Am andern Vormittag machte Pfarrer Sturm Besuch auf den, Schlosse. Man empsing den verdienten Seelsorger und Freund sehr freundlich. Inga brannte darauf. RähereS von ihm über Ebba zu hören. Er berichtet«, daß sie Gesellschafterin bei seiner Tochter fei. Man war sehr erstaunt, zu hören, daß er eine Tochter hab« — niemals hatte er ja von einer solchen gesprochen — und noch erstaunter, als er daS Röt'.gfte von ihrem Künstler- und LebenSgang erzählte. .Ah — die berühmte Künstlerin Angela Gras, deren Bild ich erst kürzlich in einer illustrierten Zeitschrift sah, ist Ihre Tochter, Herr Pfarrer?" rief Inga eifrig, .hoffentlich werd« ich fie kennenlernen! .Wenn eS angenehm ist, wird meine Tochter sich erlauben, den Herrschaften am Rachmittag ihre Aufwartung zu machen!" Man unterhielt sich über allerlei 2llS Pfarrer Sturm fich verabschiedete, überlegte Inga einen Augenblick: dann sagte sie kürz .Ich mußte dich sehen, Sbba, Liebste! Ganz einfach hab' ich Herrn Pfarrer begleitet!" Mit einer Reuaierd«, die sie nid)t ganz verbergen konnte, sah sie der jetzt langsam näher- kommenden Angela entgegen. Sie muhte die Schönheit und Vornehmheit dieser Frau bewundern, di« vom RimbuS einer hohen Künstlerschaft umflossen war. .Die Eltern werden sich sehr freuen, gnädige Frau. Sie heute nachmittag zu sehen!" bemerfte Inga, nachdem Sbba sie vorgestellt. Frau Angela lächelle ein eigene# Lächeln. .Ich werd« mir die Ehre geben!“ ,O — Lbba, ich habe so viel Sehnsucht nach dir gehabt! Hnd so viel hab« ich dir zu erzählen! Aus jeden Fall muß ich dich länger sprechen. Jetzt möchte ich wieder gehen, um pünktlich zu Tische zu sein!" »Ich begleite dich!" Als Ebba und Inga Arm In Arm durch da» Dori gingen, fuhr fast au» jedem Fenster ein Kopf heraus. Die Reu^erd« plagte die biederen Dorfbewohner zu sehr. WaS ging im Lehrerhause vor? Leider batte man die schöne Dame, bei der Sbba in Stellung war, noch gar nicht recht zu Gesicht bekommen. ES mußte doch nicht» an dem sein, waS die Lotte Mähler geklatscht — man hatte eS gleich nicht geglaubt. Die Lotte war gerade die richtige! In Berlin war sie jetzt: die Großeltern sagten zwar, sie sei in einem Geschäft: aber da» war nicht wahr! In einem kleinen Weinrestaurant war sie Kellnerin! Sie hatte «S dem Schmied Franz ja selbst gesagt, mit dem sie immer gegangen! Die Ebba Lenz war doch eine ganz andere! Genau so fein und vornehm wie die Komtesse Inga war sie! Ausführlich mußte Sbba nun der Freundin berichten, wa» sie seit ihrer Flucht au» Dresden getan und wie sie zu Angela Gras gekommen! böse, sehr böse mühte ich dir eigentlich sein, Sbba! Wie hast du unS in Aufregung gestürzt! Die Matz hat dich schon unter Räubern und Zigeunern vermutet, und so wie Hanno an jenem Tag war, hab« ich ihn nie gesehen! Er liebt dich. Ebba —“ .SS war ein Traum. 3nga!" wehrte Tie müde lächelnd ab — .und viel zu schön, um Wirklichkeit au werden! Du kennst daS unüberwindliche Hindern'» —“ .Ach. ob so unüberwindlich? Kürzlich erst hat er zu Mama gefügt, daß er dich nie vergessen kann und er schwerlich eine andere heiraten wird! Vielleicht wirkt mein Beispiel ansteckend auf ihn! Denn ich behaupte meinen Willen I" Inga drückte Eoba» 3m ganz fest — .du — soll ich dir ein Geheimnis verraten? Mein Geheimni», da» für die Fain-lie aber kein» mehr ist — darum bin ich ja mit Mama sehr gespannt — Ich warte auf Shristel —" (Fortsetzung folgt) entschlossen: .Ihr erlaubt, dah ich Herrn Pfarrer begleite; ich möchte Ebba begrüßen." Da der Graf seine Zustimmung gab, konnte die Gräfin nicht gut widersprechen, obwohl ihr noch immer schönes Gesicht eisige Abwehr war. Inga kümmerte sich nicht darum; sie war froh, sich einmal aussprechen zu können. Zu Pfarrer Sturm hatte sie vollstes Vertrauen Sbba war doch ganz unschuldig — dah die Mama so nachtragend und ungerecht sein konnte! Rachdenklich hörte der alle Herr an, WaS der rote Mund da hervorsprudelte. »Lieb« Komtesse Inga, zu meinem Bedauern erfuhr ich, daß Ihr töchterliche« DerhältniS nicht so ist, wie eS wohl sein müßte!" warf er sanft mahnend ein Inga verstand Wohl den leifen Tadel. Erregt entgegnete sie — * trage wirklich nicht die Schuld daran ^ei^™ .rrer! Ich lasse mich nicht in eine Ehe 3tol3gCn" gegen die sich mein ganzes Ich sträubt! ist der einzige Grund, weshalb ich mit Man.^ auf -gesvanntem Fuß stehe! Hnd wenn Sie ehrrjch fein wollen. Herr Pfarrer, so müssen Sie zuu'ben, dah ich recht habe!" .Man soll nicht mit Widerwillen in eine She gehen! Doch müssen Sie bedenken, Komtesse 3nqa, daß die Frau Gräfin nur 3hr Glück will — .Ich weiß es. Herr Pfarrer: doch mein Glück sieht anders auS, als Mama eS will — und nie werden wir darum in diesem Punkt Zusammenkommen! Ihnen H«rr Pfarrer, kann ich eS ruhig gestehen: ich möchte die Pfarrirau von Reinshagen werden! Hnd da« ist der Mama zu wenig; sie wlll höher mit mir hinaus! Doch Christel Lenz und ich sind uns seit unserer Kinder- Acit gut, und nicht- wird mich von ihm abbringen! Mama kann auf bieten, was sie will!" Liebevoll schaute der Pfarrer dem jungen Mädchen in das erregte Gesicht. .Wenn Frau Gräfin sieht, dah Ihre Liebe keine törichte, romantisch« Mädchenträumerei ist. sondern die echte tiefe Frauenliebe, wird sie eines Tages sicher ein Ginsehen haben! Werben Sie um das Verstehen Ihrer Mutter in Geduld! GotteS Wege sind oft wunderbar!" Sr begleitete Inga nach dem Schulhause zu Sbbn die mit Frau Angela im Garten war. Beide suchten Schneeglöckchen Die warmen Sonnenstrahlen hatten die ersten Frühlingsboten her- vorgelockt, und Ebba hielt schon ein Sträußchen davon in Händen .Sbba -!" Die Gerufene wandte sich um. Da sah sie Inga ReinShagen» rotwangige« Gericht über dem Zaun. .Inga!" jubelte he überrascht. Sie lief ihr entgegen, und lachend und weinend gelten sie sich umfangen. Oer Reichsbanlstafus Mitte Dezember. um Hezirtsklanc zu ändern, >en vergeblich. Amsterdam über weiter ziemlich schwach. Banknoten. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Berlin wieder schwächer. Reichsbavkdiskont 7 v. h., Lombardzlnsfuh 8 v. h. Unsicherheit und Zurückhaltung iberg-Sau. in Frankfurt Kurze Sportnotizen Ski-Bekleidung Haus-Joppen freuen, flftW 21.00,19.50,14.50,10.50 Lächeln. 1000 RM 79c< A /% durch da< Lichtspielhaus • Gießen Heute letzter Tag Der Schlaf-Anzug Chicago 'LS 8695 V EISU Betten Geschäfts-Drucksachen 8671 A Salomon 8690 i bei Brühl, Schulstraße 7 Modehaus bei VoigtS-Häffner l. Wie WTB.-Handelsdienst ÄS VERLANGEN SIE VIE NEUE PREISLISTE ,AEG-RUNDFUNKMATERIAL* Waldgirmes I — Launsbach I 4:3 (2:3). Ahbach I — Dorlar 1 3:1 (1:0). sondern in Londorf vermutet wurde, da Garbenteich in letzter Zeit wesentlich an Spielstärke verloren hat.) mit Lil Dagover — Theodor Loos. tun Devisenmarkt Berlin — Aranksnrt a. M. Nordeck I — Lollar II 6:0 (1:0). d'e U S^erbem Der Engere Dorstand des Deutschen Schwimm- Verbandes hat beschlossen, die Wasserballmannschaft zur Verteidigung ihres Weltmeistertitels nach Los Angeles zu entsenden. Es sollen Mittel g.funden werden, die Expedition ohne finanzielle Belastung der Mitglieder durchführen zu können. Vorher wird die Mannschaft noch gegen Frankreich und Belgien Länderiäinpfe austragen. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 19. Dezember. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9 Uhr; abends 4.35 und 5.15 Uhr. JS waren die Llmsähe am Devisenmarkt ziemlich erheblich, besonders im französischen Franken, die dem Gulden gegenüber jetzt den oberen Goldkurs erreicht haben. Die Aorddevisen tendierten wieder etwas schwächer, die Südamerikaner lagen unverändert. ebenso 2.-G.-Farben-Donds. Dagegen zogen Deichsbahn-Borzugsaktien um etwa 1 Prozent an. Bon Industrie-Obligationen waren Klöckner angeboten. Auslandanleihen still. (Stahl u.Hobst Pob>l.. stahl- matr..Klnderb.,Chai»eU an jeden, Toiltahlg. Katal. fr. UaenmöbeUabrik SobLTh. hört, hat die Gesellschaft vorsorglich einen Tcilstill- legungsantrag bei den zuständigen Behörden gestellt, um die Möglichkeit zu haben, in der nächsten Zeit unvermeidlich gewordene Entlassungen vornehmen zu können. Unter den gegenwärtigen Verhältniss e sieht sich die Gesellschaft gezwungen, einen Teil der unproduktiven Werkstätten, wie die Werkzeugmacherei, abzubauen, wodurch die Belegschaft um etwa 60 Mann verringert werden kann. Die erste Spielhälfte stand mehr oder weniger im Zeichen der Platzbesiher, die durch ihren entschlossenen Sturm immer etwas im Vorteil waren. Daß Atzbach in dieser Zeit trotzdem nur einen Erfolg erzielen konnte, war dem vorzüglichen Dor- larer Torhüter zuzuschreiben. Dach der Pause war das Spiel ausgeglichener, die Gastgeber erzielten zwei Tore, die für den Torwart nur schwer zu halten waren. Dach einer Umstellung in der Dor- larer Mannschaft kamen die Gäste besser auf und vermochten durch ihren Halbrechten das Ehrentor zu erringen. — Das dritte Spiel der Gauklasse kam nicht zum Austrag, da Staufenberg nicht antrat. Allendorf kam so zu zwei billigen Punkten. ) dir zu er#1 länger P* um pnktlch -u fest noch verschiedentlich Geldbedarf besteht, und auch der Einzahlungstermin auf die gezeichnete Deichsanleihe nahe ist, so daß sich die Kundschaft trotz der niedrigen Kurse zu Verkäufen gezwungen sieht. Auch der Reichsbankausweis für die zweite Dezemberwoche mutz als enttäuschend bezeichnet werden. Die Kapitalverringerung um nur 80,3 Millionen, die Abnahme des Dotenumlaufes um 53,4 Millionen, die Verringerung der Gold- und Devisenbestände um 15 Millionen und die unveränderte Deckung von 23,6 vom Hundert konnten der Spekulation keine Anregung geben. So waren die Kursveränderungen gegen gestern nur gering. Selbst bei den Hauptwerten, wie Farben, Siemens, Deichsbank, AEG. usw., betrugen sie nur Bruchteile eines Prozentes. Don Spezialwerten hörte man für Schultheiß, Bergmann, Oberkoks, Hamburg-Süd, Chade usw. Kurse, die sich ebenfalls etwa auf letzter Basis, oder nur unwesentlich darunter bewegten. Auch Deichsbahnvorzüge lagen behauptet, Anleihen und Pfandbriefe waren unverändert, für letztere jedoch herrschte eine gewisse Unsicherheit. An diesem Markte störte Wohl, dah die Ausführungsbestimmungen für die in der Dotverordnung vorgesehenen Ablösungsmöglichkeiten immer noch fehlen. Jsraeliliscye Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 19. Dezember. Freitag abend 4 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 4.35; Sabbatausgang 5.15. — Wochengottesdienst: morgens 7.10; abends 4 Uhr. Herren-Schlafanzug aus gutem Perkai, Zephir oder Flanell, In moderner Ausführung ... ......... 7.90, Damen-Schlafanzug aus gutem Flanell, modern gestreift, mit einfarbigem Besatz.......... 5.50, Bei sehr schlechten Bodenverhältnissen lieferten die Mannschaften zunächst ein reichlich zerfahrenes Spiel. Waldgirmes übernahm in der 10. Minute die Führung. Launsbach glich bald aus, erzielte auch ein zweites Tor, während die Gastgeber noch zweimal erfolgreich waren. Dach dem Wechsel sah man ausgeglicheneres Spiel, das die Mannschaft von Waldgirmes glücklich zu zwei weiteren Toren und somit zum Sieg kommen lieh. Die Anstrengungen der Launsbacher, das Resultat Damen-Schlafanzug aus la Popeline, in entzückenden Farb-n, flotte Machart...................9.50, , Liebste! Ml begleitet!" nicht ganz verlangsam naher« Eie muhte ser Frau bemn- und Liquidationspfandbriefe im Rahmen von 0,5 bis 1 Prozent. Städteanleihen lagen vollkommen geschäftslos, auch Reichsaltbesitz bei unverändertem Kurs ohne Umsatz. Reichsschuldbuchforderungen gingen um 0,5 Prozent zurück, nicht vorlagen und auch die festere Tendenz Wallstreets nur wenig Eindruck machte. Etwas Beachtung fand zwar das bessere Fortschreiten der internationalen Verhandlungen in Basel und Berlin. Der Rentenmarkt lag heute autzerordent- lich ruhig; man bewahrte allgemein starke Zurückhaltung. Die Tendenz neigte infolge kleiner Abgaben des Publikums etwas zur Schwäche, doch hielten sich die Verluste für Sold- Dame, bu ve MiiWMliin ohne Anhg., etwas Berm. ?rw. SÄr. Angeb. mit Bild u. 07416 a.d.Gy.Anz. Strengste Diskret wird zugesagt. Frankfurt a.M., 16.Dez. Der heutige Ei- fektenfreiverkehr zeigte infolge des weiteren Angebots und des Abgleitens der 2. -G. - Farben-Aktie in der Grundstim- mung weiterhin eine unverkennbare Unsicherheit. Dachdem im Vormittagsverkehr auf kleine Deckungen die Stimmung eher etwas freundlicher war und die Farben-Aktie um etwa 1,5 Prozent gegenüber gestern erholt lag, setzte gegen Mittag wieder Angebot ein, das den Kurs erneut um 2 Prozent drückte. Man vermutete weiterhin Exekutionen und Auslandverkäufe, aber auch vom ängstlich gewordenen Publikum sollen kleine Verkaufsorders vorgelegen haben. Die übrigen Märkte blieben dagegen ziemlich gehalten und zeigten nur vereinzelt Kursrückgänge um Bruchteile eines Prozentes. Die Umsätze hielten sich allgemein in sehr engen Grenzen, da besondere Anregungen Der Fall etabsoberst Redl Berlin, 17. Dez. (WTD. Funkspruch.) Genau drei Monate nach Einstellung des amtlichen Verkehrs infolge der Pfundentwertung wurden heute die Dörsenräume wieder für die Besucher geöffnet. Doch durfte in ihnen zwar der Handel nicht ausgenommen werden, aber man empfand es schon als einen Fortschritt, überhaupt in den lang entbehrten Räumen weilen zu dürfen. 3m ganzen war der Besuch recht gering. Ein großer Teil der Maller, die im Telephonhandel stehen, ist lieber im Bureau geolieben und versucht die Zeit mit Geschäften auszufüllen, die in den Börsenräumen nach wie vor verboten sind. Hier darf man sich nur über die Tendenz unterhalten. Aber selbst das Rennen von Kursen ist nicht gestattet. So erfuhr man denn, dah die Stimmung im heutigen Freiverkehr nach einer Erholung in den gestrigen Abendstunden wieder schwächer war. Es lag zwar aus der Politik nichts wesentlich neues vor, der schwache Schlutz der gestrigen Deuyorker Börse und die anhaltende Unsicherheit in wirtschaftlicher Beziehung genügten aber, um die Stimmung nach unten zu beeinflussen. Hinzu kam, datz vor dem Weihnachts- 'SL :SSf** gegen 1. Hypothek und hohe Zinsen zu leih.ges. Schr. Ang. u. 8697V a.d.Gtz.A. itl: £urant war Devisen im großen und ganzen unverändert. Ton-Lustspiel, Kulturfilm Neue Ufa - Ton - Woche. »(0.1) Eießtn zeigte felheioi nicht letzten Spielen n am Samstag ■eten muhte, so , die besonders i, einen glatten r reichte es nur eDjeinw zeigten iberrafdjenb bis ings konnten sie em die Gießener ) belagerten, er- ihr Sturm nicht igle. Außerdem nun zu schlagen, i ausgeglichenem Wwer., Anfang 50, eo., Beruf Klemv» nermeister, mit eig. Anwesen u. Ladengeschäft, sucht vast. Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten GeachMftekarten M die bet Uem Degen, ollen nochmals rden. Zu2n. ;Ben ein außerdem chvristische Trierer Kreis« । in den Unter« :3(W iahbesthrr tra« iben sich Ura'.t DaL Lpieib:« bet V). Ulinuic Salb herauf jly irde nun Mr. Aach der mte zwei toeiti: ;e Anstrengungen i ,Der Vorschau berichtigend nach- in Garbenteich, Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Frankfurt a. M., 17. Dez. Auftrieb: Rinder 126 Stück; Kälber 1417, Schafe 372, Schweine 1201, darunter 270 Litauer. ES wurden notiert: Kälber, beste Mast- und Saugkälber, 42—46, mittlere Mast- und Saugkälber 38—41, geringe Kälber 32—37; Schafe, Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast, 24—26; Sta lmast 20 bis 23; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 15—19; Schweine, vollfleischige Schweine von zirka 240—300 Pfund Lebendgewicht 44—46, desgl. von zirka 200—240 Pfd. Lebendgewicht 44—46, desgl. von zirka 160—200 Pfund Lebendgewicht 43—46, fleischige Schweine von zirka 120—160 Pfd. Lebendgewicht 38—43. Marktverkauf: Kälber rege, Schafe ruhig, geräumt, Schweine mittelmäßig, später abflauend, ausverkauft. Die größte SpionageaffF.re der Weltgeschichte scheint. Am wird yten einpla. ALLGEMEINE ELEKTRICITÄTS GESELLSCHAFT 10% Preis-Senkung Im Sinne der Notverordnung auf die meisten AEG- Rundfunkgeräte Geschäftsmann mit Anwesen i. Werte v. 25000 Schulden« fr.,sucht Darlehen v. 2000 Mk. geg. Sicherheit, auf 1 .-vnv.S chr.Anfr.u. 07418 a.d.Gß.Anz. An den internationalen Devisenmärkten war das Geschäft gestern vormittag sehr ruhig. Das englische Pfund eröffnete etwas fester mit 3,46 gegen den Dollar, doch konnte es im Verlauf des Vormittags seinen anfänglichen Gewinn nicht aufrechterhalten und ging wieder auf 3,4425, also unter seinen vorgestrigen Schluhkurs, zurück. Gegen den Gulden stellte es sich auf 8,53, gegen Paris auf 87,68, gegen Zürich auf 17,6550 und gegen die Reichsmark auf 14,50. Der Dollar tendierte fester; in Amsterdam zog er auf 249,25 nach vorgestern 247,84 an. 3n Zürich stellte er sich auf 513,39, in Paris auf 25,4750. DieR eichs- mark lag ebenfalls höher, in Amsterdam zog sie auf 53,85, in Zürich auf 121,80 und in Paris auf 605 (letzter Kurs 6)1) an. Die Dorddevisen waren unverändert, ebenfalls die Südamerikaner. Der holländische Gulden lag international schwächer. Am Dachmittag war das Geschäft etwas lebhafter, doch ergaben sich im großen und ganzen kaum Veränderungen. Das Pfund behauptete sich unter kleinen Schwankungen auf 3,4439 gegen den Dollar, 8,59 gegen den Gulden, 17:6750 gegen Zürich, 87,75 gegen Paris und 14,53 gegen die Reichsmark. Der Dollar war gut gehalten. Die Reichsmark blieb unverändert, in Amsterdam stellte sie sich auf 53,10, in Zürich auf 121,70 und in Deuyork auf 23,75. Der holländische Gulden blieb den führenden Devisen gegen* Im Mittelpunkt die geheimnisvolle Gestalt des Chicagoer Bandenführers Ab Freitag bis Sonntag, d. 20. Dezember Olga Tschechowa Hans Rehmann im Herren-Schlafanzug ins la Popeline oder Flanell, in nur modernen Streifen.............12.00, 9.50, Kriminal-Tonfilm nach L-m Roman von Robert Heymann DAS GROSSE AEG-PROGRAMM AN NETZEMPFÄNGERN UND LAUTSPRECHERN BRINGT AUCH feA Das Spiel kam auf reichlich glattem Boden zur Austragung. Die Platzbesiher waren stets überlegen und siegten verdient. Während der ersten Hälfte war noch ziemlich ausgeglichenes Spiel zu s:hen und nur ein Tor fiel für Dordeck. Die 2. Halbzeit ftanö mehr im Zeichen der Gastgeber, die mit fünf weiteren Toren einen hohen Sieg sicherstellten. Sportabieilung des Turnvereins Lollar Die 1 Mannschaft (Fußball) mußte am vergangenen Sonntag nach Butzbach, um dort gegen die 2. Mannschaft des Platzbesitzers das fällige Ver- bandsrückspfel auszutragen. Man war sich dessen bewußt, daß auf dem Butzbacher Boden die Punkte schwer zu erringen sein wurden. Um so mehr überraschte aber die Tatsache, daß sich die Lollarer sehr aut behaupteten und einen sicheren Sieg errangen. Mit einem Ergebnis von 5:0 wurden die Butzbacher geschlagen. Die 2. Mannschaft (Handball) war in Nordeck Gegner der dortigen 1. Mannschaft. Die Lollarer konnten sich gegen die technisch weitaus besseren Nordecker nicht behaupten und mußten sich mit 6:0 geschlagen bekennen. Deutschlands Wasserballmannschaft nach Los Angeles. das praktische Beschenk! Kinder-Schlafanzug Ann MUS Trikot, Popeline oder gestraft Flanell, für bis 5jährige..................3.50, ■ Steinbach I — hausen I 3:8 (2:4). Steinbach trat nur mit 10 Mann an und mußte alles aufbieten, um nicht noch höher zu verlieren. Hausen gab stets den Ton an. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. Berlin, 17.Dez. (WTB. Funkspruch.) Dach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Dezember hat sich in der zweiten Dezemberwoche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 80,3 Millionen auf 4117,3 Millionen Reichsmark verringert. 2m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 112,4 Millionen auf 3769,0 Millionen Reichsmark angenommen, die Lombardbestande um 31,3 Mill, auf 222,2 Millionen Reichsmark und die Reichsschahwechsel um 0,8 Millionen auf 23,2 Millionen Reichsmark zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 53,3 Millionen Reichsmark in die Kassen der Reichsbank zurück- geslossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 53,4 Millionen auf 4538,1 Mill. Reichsmark verringert, derjenige an Rentenbankscheinen um 0,1 Millionen auf 414,2 Millionen Reichsmark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankfcheinen auf 13,2 Millionen Reichsmark vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit 434,1 Mitt. Reichsmark eine Zunahme um 18,2 Millionen Reichsmark. Die Bestände anGold unddeckungs- fähigen Devisen haben sich um 15,0 Mill, auf 1160,5 Millionen Reichsmark vermindert. 2m einzelnen haben die Goldbestände um 2,9 Millionen auf 1002,2 Millionen Reichsmark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 12,1 Mill, auf 158,4 Millionen Reichsmark abgenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 25,6 Prozent wie in der Vorwoche. Ecgene Goldwährung für Südafrika. Smithfield (Oranje-Freistaat). 16. Dez. Ministerpräsident General H e r tz o g gab heute die feierliche Erklärung ab, datz die Regierung der südafrikanischen Union denGold- standard nicht aufgeben werde und kündigte an, dah dem Parlament während seines nächsten Tagungsabschnitles eine Gesetzesvorlage zur Einführung einer eigenen südafrikanischen Währung zugehen werde, die nicht mehr zu vermeiden sei. Kinder-Schlafanzug aus einfarbigem Baumwolltrikot, mit warmem Innenfutter, für bis 5jährige ...4,50, Damen-Schlafanzug aus feinem Batist, in schönen Pastellfarben, mit buntem Besäte.................5.00, für Herren, Damen, Kinder sportgerecht — preiswert Auch in diesem Jahre wird im Rahmen 6er deutschen Ski-Meisterschaften in Schreiberhau Lie deutsche Heere's-Meisterschast zum Austrag gelangen. Die sportlichen Anlagen für die Durchführung der Olympischen Winterspiele in Lake Klacid sind völlig eingeschneit, so datz man um eine glatte Durchführung der 3. Olympischen Winterspiele kaum mehr besorgt zu fein braucht. Cilly Äußern, deren Befinden sich überraschend schnell gebessert hat, trat zusammen mit Ormgarb Rost von Buenos Aires die Lieberfahrt nach Deutschland an. HE ■ SgiiLz 18. Dezember 17.Dezember Ülmllicbt Notierung Amtliche Notierung yrlti (Selb Srle> Helsiitgsor» . 5,894 5,906 5,994 6.006 Wien 49,95 50,05 49,95 50,05 Prag . . . 12,47 12.49 12,47 12,49 Budapest . . 64,93 65,07 64,93 65.07 Sofia . . . 3,057 3,063 3.657 3.063 Holland . . 1.9,83 169,97 169,33 169.67 Oslo . . 78,52 78,68 78,17 78.33 fiopenhagei. 79,67 79,83 78,02 78.18 Gtodholm 80,67 80,83 80.42 80.58 London 14,49 14,53 14,49 14.53 Buenos Aires 1,062 1.067 1,058 1,062 Neunort 4,209 4,217 4,209 4.217 Brülle, . . 58,59 58,71 58,56 58,68 Italien. . . 21,53 21,57 21,48 21,52 Parts . . . 16.51 16,55 16,51 16,55 Sä,wetz . . 81,97 82.13 81,97 32.13 Spanien 35.71 35,79 35,86 35.94 Danzig . . 82,12 82,28 82,12 82,28 Japan . . — ■— —— — 8\h) Df Ian.. 0,244 0,246 0,249 0,25.1 Jugoslawien. 7.393 7,407 7.393 7,407 Lissabon . . 13,24 13,26 13.19 13,21 Serlln, 16. Dezember Meld Dries Äweritanuche Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 58,43 58,67 Dänische Noten ......... 79,49 79.81 Englische Noten ......... 14,45 14,51 zrän,ö|i|che Noten........ 16,45 16,51 Hollänvische Noten........ 169,26 169.94 Italienische Noten........ 21,46 21,54 Norwegische Noten........ 78,34 78,66 Deutsch.Oesterreich, 1 100 Schilling — — Rumänische Noten........ 2,48 2,51 Schwedische Noten........ 80,49 80,81 Schweizer Noten. ........ 81,79 82,11 Spanische Noten......... 35,58 35,72 Ungarische Noten ...... — 6tetd frisch gebrannt in eigener moderner Tttsterei Robioa-Beize 5% Edeka »Rabatt 5% Edeka«Rabatt * GeMrlch Dvtefch Sie Musik-Challier CelteretDrg 70 ttmmj 2461 8674 A Neuenweg 10 Gnstav Geisse Neue Preis-Senkung der Apparate und Platten um 10% 7616 D Ueber 1500 Tha-Ga-Niederlagen im Reiche fürTISCH und KÜCHE S&F-BACKARTIKEL Erbsen 7i Dose 75, 64 Karotten In worfeln.. 7, Dose 40 Zu Weihnachten elntreffend: . Pfd. 57 - 40 Margarine Spara-Margarine . ptd. 66 Der gute Tee und Festkaftee Orangen saftig 3 Pfd. 60 33 Kokosfett in Tafeln l» Mandarinen $üb .... 3 ptd. 68 3.20 2 Tafeln O I ä100g | I Eier-Abschlag S & F-Eier groß, schwer 10 St. 98 8693 A LH Magnet-Eier 10 st 1.20 Für die Weihnachtsbackerei Fit. BUteaaekl Md. 3 18 WEIN-ABSCHLAG! 60 Liter nur noch Los 25 000. und alle andern Zutaten '/, Flasche o. Gl. */, Fl. */, Fl. 1.65 S&F-Weinbrand 2.00 29er Dürkheimer Feuerberg. 90 Muskat ital.Südwein,'/,Fl.o.GI. 1.00 I N, li Wtiki. Pukug I 45 lüroiu . 0739J Weihnachtobaum-Kemn, 24 Stack, Pakete 45, 40 und 35 -S Gebäck, Süßigkeiten. — Geschenkartikel in reicher Auswahl zu niedrigem Preis. Weinbrand Verschnitt 3.80 4.40 3.10 3.75 3.16 3.06 Wilibr Tirick. ,Fl. 1.10 Beb. 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Die Aktionäre unserer Gesellschaft werden hierdurch zu der am, 30. Dezember 1931, 18 Ahr. im Ralhause ,v Großen- Llnden ftattfinbenben 8665D ocoentl. Seneiflloertflinmlanfl eingeladen. Tagesordnung: 1. Vorlegung des Geschäftsbericht» des Vorstandes, der Bilanz, sowie der Gewinn, und Derlustrechnung für das Geschäftsjahr 1930. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresrechnung. 3. Entlastung von Aussichtsrat und Vorstand. 4. Aufsichtsratswahl. 5. Verschiedenes. Diejenigen Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilnehmen wollen, haben ihre Aktien, ohne Gewinn, und Erneuerungsscheine, spätestens am 24. Dezember 1931 in Großen-Linden bei der Gesellschaftskasse oder bei einem deutschen Notar zu hinterlegen und dieselben dort bis zum Ablauf der Generalversammlung zu belassen. Großen-Linden, 10. Dezember 1931. Der Vorstand. Beaelslaee Ptd. 0.06 Erülm „ 0.30 Ftanaralaaa „ 0 00 o-uchtkovii, Mts für 3i gcthcri^t ü [nnflun yfce'onöerc ^"hal Ei1'1«* ^erfannt Sm w« N abu jjftd 7vr unb KK ’ * T • U * i birb. ’ 1 Santoa I PW. Santo« O Campinaa . „ Koaiam-BUachg. „ Parlll-Blacbnni „ Botel-Illichnng BnatemalaHarag. „ ■ara|.-Btoaenporl„ Hexlko-Hara- 0O0FPe .......... 98 S & F-Magnet-Mehl 0(] doppelt gesiebt, aufgelockert, Pfd. UU Auszugs-Mehl pfd. 28 Blütenmehl pfd. 25 Kokosnuß geraspelt Pfd. 40 Mandeln süße Pfd.1.30 Riesen-Mandeln ..pfd.1,60 Haselnußkerne pid 1.00 Sultaninen kalifornische, Pfd. 44 Sultaninen heu pfd. 1.-, 60 Rosinen Pfd.eo.48 Korinthen pfd. 60 Block-Schokolade pfd. 80 Trocken, kurzgct'chn. I ImaWz gibt laufend ab Weller, Zl»eere«tr. Leikgeatern. 6eschäftidruckiachen Rechnungen Bnefbiatter Bnefumschi&g« Postkarten Qeschaftskarten bei BrObl. Schulatrafle 1 U9W- Los nur 50 PI. DoppeUos 1.— Mark Glücksbrief: 5 Loee ■ 250,10 Lose — 5.— Zigarrenhaus E. Reuter, vorm.R.oachacker twlcßcn. Neuenbflue 11 8688V /elS"----- / twaspr. I fjör XVeih^ern I arinRon^lna chL Jahre I jenkehn £911 teann i / / I SGMDE&RÜLGRABE S^Rückvergütung xu Weihnachten, dessen Anschaltung durch kleine Monatsraten bei geringer Baranzahlung ledern Musik- freund möglich Ist ELECTROLA« —»M.l.lt» OeieOM. lade-Foodaot la areOer Aeivakl FW. O.tt bla 1 40 leka-Baa»beba., PW. 1 JO Pfetterkaebea-laaB- behaaa PW. 1.00 ■antpaa la areO. laawakl Nikolaaae, 3 Stack O.tt, Auf alle Warrn, au Brr Zucker. 5? Htlck- vrraiitan*. — Auf unarre Hpraialartlkrl anßrrdcm norh Gutuchrlne! lekearaapel . FW. 0.40 Basel«aflkerae.. „ 1.00 IMe Hacdela „ 1.30 Saltaaa, kaliteri. „ 0.44 Sultaninen, keile PW. 1.00, O tt 0.7», I M lakae, lese FW. l.tt, 1.00, 0.70 Für den Weihnachtstisch Wslaiese Beubeku