Dienstag, 17. November 1931 181. Jahrgang Kr. 269 Erstes Blatt Das Echo der Hessenwahlen Die Meinung der presse berliner VMer zum Wahlausgang Hes- 6 8 Lrlchelnl läglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-Bcjiigsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt, zernsprechanschlüffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: granffurt am Main 11686. ____x_________: nur ein Abgeordneter aus Gießen) zu bemerken. Der Gießener Abgeordnete ist der Diplomvolkswirt Dr. G u m b e l (Soz.). Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. " 2:2 (M)^" Oberhessens Vertretung im neuen Landtag. Die Landtagswahl hat für die Provinz Ober- Hessen und für die Stadt Gießen eine Verschlechterung ihrer parlamentarischen Vertretung gebracht. Während im vorigen Landtag die Provinz Oberhessen durch 20 Abgeordnete (darunter vier Gießener) vertreten war, sind Darmstadt, 16. Nov. (WSN.) Der neue . , fische Landtag setzt sich zusammen aus 21 Beamten, 12 Angehörigen der freien Berufe 11 Arbeitern, 7 Angestellten, 5 Handwerkern, 11 Landwirten und 3 Hausfrauen. Unter den s o z i a l d e m o k r a t i - schen Landtagsabgeordneten befinden sich 7 -öe- ^«getrocknet, 13 ^tviehmarff Auftrieb: Hinber 152 Dullen. 5or Ä-Knd Lebend- v.lüecschige- -»5, lungere 33 bis 38 jünaere -.voUsleischige höchsten Kev°llslei,chjg7^ A«,. lungere, vollflei. bss 27, sonstige 1124, fleischige nen, Jungnnder): voll- «Jlten bch^achtlverts o2 31, fleischige 23 bis 27 ovauglälber 40 bis U 3 ^r ^bis 39, geringe oft Mastlämmer und dcmast 24 bis 23, Stall- eine. Jollflcischiee 1 300 Pfund 44 bis 46, nd 43 bis 46, von etwa 6, von etwa 120 bis 160 bis 40 War!. Mar!,- , geräumt. Kälber unb öchweine schlrM amte 3 Angestellte 2 Angehörige der freien Berufe, | im neuen Landtag nur noch 17 Abgeordnete aus 1 Handwerker, 1 Arbeiter, 1 Hausfrau. — Zen- Oberhessen (darunter r— ■ — - ” ... • ««» - cx< , fUiofjnnX homorPpn BiffenfM rliner llnimfiläl. nioerfität zu 'Berlin Heran den 100 Todes- en Kula eine atademische en. Nach einer einbruds* )e des Mtors Pros. Dr. Reihe nach ein Philosoph ein Ltaatswissenschasi- imann) unb ein Theo- eeberg) bie Bedeutung 1 lägen Lenkers für ihn enheit, Gegenwart uni Lu-M der Prosessoren- enchvr unter Leitung be5 Plast. Die Aorträge ;n des studentischen Cho« ung von Geheimrat Pros, rdig umrahmt. burtsort des Philosoph chen Landeslheatec eine .j her der Tübinger W nq die Festrede hielt. Er Wischen SrunW- d« bialettische Methode, fer- y seiner W* uni* «x poo rmls-hl-md M. -jrchineifteitawPs^ Remis. Amt ist O-s- erhält. Berlin, 16.Rov. (TU.) Die Blätter nehmen zu den hessischen Landtaqswahlen ausführlich Stellung. Der nationalsozialistische „Angriff" rechnet aus dem nationalsozialistischen Stimmenzuwachs einen fühlbaren Einbruch in den Marxismus. Das Zentrum, das gemessen an der starken Wahlbeteiligung auch verloren habe, habe sich jetzt zu entscheiden, welchen Kurs es steuern wolle. Das Blatt glaubt, daß die hessischen Wahlen nicht ohne Einfluß auf die Reichspolitik bleiben werden, schon allein deshalb, weil die Pressestelle der Zentrumspartei betonte, daß die Partei „als solche in keiner Verbindung mit dem Reichsbanner stehe und andererseits die Breitscheidsche Erklärung in Darmstadt habe erkennen lassen, daß die schon längst zu beobachtende gemeinsame „a n t ifojfy1 B 1 = sche Front'? von SPD. und KPD. nun bald greifbare Formen annehmen roerbe. — Rach der zentrumsparteilichen „Germania ist der nationalsozialistische Erfolg um den Preis einer fast völligen Vernichtung der bürgerlichen Parteien außerhalb des Zentrums erzielt worben. Diese Vernichtung bürgerlicher Parteien sei das seltsame Ergebnis eines Kampfes, der eigentlich trum : 4 Beamte, 2 Landwirte, 1 Angestellter, 1 Arbeiter, 1 Angehöriger der freien Berufe, 1 Hausfrau. Kommuni st en: 6 Arbeiter, 1 Landwirt, 1 Beamter, 1 Handwerker, 1 Hausfrau. — K 0 m m u « niftifche Opposition: 1 Angestellter. — Deutsche Volkspartei: 1 Beamter. — Staatspartei: 1 Beamter. — Christlich - SozialerVolksdienst: 1 Beamter. — H e s - sischesLandvolk: 2 Landwirte. — Deutsch- nationaleVolkspartei: 1 Beamter. — S 0- zialistischeArbeiterpartei: 1 Angehöriger der freien Berufe. — Nationalsozialisten: Beamte, 3 Arbeiter, 6 Landwirte, 2 Angestellte, Angehörige der freien Berufe, 2 Handwekker. lung Rechnung getragen werde. Geschehe das unvermeidbar Gewordene, so bestehe noch immer die Möglichkeit, daß die Radikalisierung gerade dadurch aufgehalten werde. Hier sei die Schicftals- aufgabe des Zentrums, der einzigen ungebrochenen nichtradikalen Partei; aber auch eine Aufgabe weitblickender, Unbesonnenheiten vermeidender sozialdemokratischer Leitung. . „ Die „Deutsche Allgemeine Zeitung stellt „zum 100. Male" die Frage, wie lange die stürmische Umgestaltung der Parteiverhaltnisse noch weitergehen solle, ohne daß man ihr staats- politisch Rechnung trage. Wo sei die Hoffnung, auf die sich das Verhalten der Machthaber, insbesondere in Preußen, stützen könne, dem Vormarsch der Rechtsbewegung Einhalt zu tun? Roch sei zur Bildung einer arbeitsfähigen Re- gierung das Zentrum notwendig, und feine Schlüsselstellung sei ihm geblieben. Wer garantiere, daß das im April oder Mai bei den Preußenwahlen noch ebenso sein werde? ES liege im Interesse des Staates, d i e W e l l e des Protestesnichtmitverschränkte n A r- men weiter st eigen zu lassen, die Führer der Rechten würden zu dem Opfer bereit fein, das das Allgemeinwohl von ihnen verlangt. — Das Organ der christlichen Gewerkschaften, „Der Deutsche", sieht als die entscheidende Frage in Hessen und für die Politik der nächsten Zeit überhaupt, ob eine Zusammenarbeit zwischen Zentrum und Rationalsozialisten möglich sein wird oder nicht. — Die „Deutsche Tageszeitung (Landbund) stellt die Frage, ob es noch angängig ei, eine Bewegung von dem Ausmaß der nationalsozialistischen auch in der großen Staatspolitik krampfhaft zu ignorieren und von der Verantwortung fernzuhalten. Wenn man den radikalen Massen nicht die Entscheidung selbst überlassen wolle, so müsse man endlich auch offiziell _für eine der beiden Gruppen optieren. — Die „Börse n z e i t u n g" (konserv.) sieht den einzigen Weg, einer wirklich stabilen Regierung in Hessen nur in der Form eines Zusammenschlusses zwischendenRationalsozialisten, den bürgerlichen Rechtsparteien • und dem Zentrum. Es müsse sich jetzt zeigen, ob das Zentrum so viel staatspolitisches Verant- Wortungsbewußtsein besitzt, um auf fein ohnehin aussichtsloses Bündnis mit der Sozialdemokratie zu verzichten. — Der „L 0 k.-A n z." (Hugenb.) nennt die Wahlen das Ergebnis von anderthalb Jahren Brüning-Politik: Seine Anhänger im Volke eine immer mehr dahinschwindende kleine Minderheit; die als seine radikalste nationale Gegnerin geltende Partei im stürmischen Vormarsch; der Marxismus mit dem Gedanken des Zusammenschlusses gegen das übrige Deutschland spielend. Der sozialdemokratische „Aden d" spricht von Krisen- und Verzweiflungswahlen. Die Harzburger Front werde wieder zerfallen, ohne die Macht erobert zu haben, wenn die Kräfte des Widerstandes gegen sie stark blieben. Kern dieses Widerstandes aber könne nur die Sozialdemokratie sein. Das demokratische „Berliner Tageblatt" bezeichnet es als die verkehrteste politische Logik, den Na- tionialsozialisten jetzt freiwillig die Macht auszuliefern. Ihr Drang zur Legalität beweise, daß sie selbst sich nicht stark genug fühlten, um auf die Dauer Oppositionspartei bleiben zu können, und die Macht- kämpfe in ihren eigenen Reihen zeigten, daß sie an dem Kreuzweg angelangt feien, an dem sie entweder auf Kosten ihrer revolutionären Anhänger legal ober auf Kosten ihrer bürgerlichen Wähler illegal werben müßten. Annäherung zivischen Sozialdemokraten und Kommunisten? Ein sozialdemokratischer Schritt beim Ncichskan'.ler. mit ber Front gegen ben „Marxismus" geführt worben sei. Diesem Kampf sei ein wesentlicher Einbruch in bie marxistische Wählerschaft versagt geblieben. Der politische Umschichtungsprozeß, den wir durchleben, wird wahrhaftig nicht auf dem Gipfelpunkte des nationalsozialistischen Machtgewinnes beendet fein. Dort wird vielmehr etwas beginnen, was wichtiger unb bebeutenber ist als bie Entwickelung ber Zahl unb ber Größe: bie geistige unb politische Umformung einer Bewegung zu einem wirklichen Instrument ber Staatspolitik, bie sich aUerbings gleichfalls nicht ohne neue Erschütterungen bes bcutschen Parteigefüges vollziehen kann. Die „D 0 s s i s ch e Zeitung" (bem.) spricht von einer sozialen Protestwahl. Alle Parteien, bie sich zum sozialen Gebanken bekannten, hätten gewonnen ober sich boch behauptet. Der große nationalsozialistische Sieg sei erfochten worden auf Kosten der „nationalen" bürgerlichen Parteien. Nicht das nationalistische Moment habe den Ausschlag gegeben, sondern das soziale. — Der „B ö r [ e n t 0 u r i e r" (dem.) fordert, daß ber „Flut", bie nicht mehr zu leugnen sei, unb ber tatsächlichen Entwick - Berlin, 16. Rov. (DDZ.) Voraussichtlich am Dienstag wirb eine Besprechung ber sozialdemokratischen Führer mit dem Reichskanzler Dr. Brüning stattfinden. Man ist bei der Sozialdemokratie der Auffassung, daß durch das Auftreten der Rational s 0 z i a l i st e n, das auf der anderen Seite eine geschlossene Abwehrfront auf der Linken geschaffen habe, der Bürgerkrieg in bedrohliche Rähe gerückt sei. Die Sozialdemokratie will diese politischen Fragen zum Gegenstand einer Aussprache mit der Reichsregierung machen. Sie will von der Reichsregierung eine eindeutige Erklärung verlangen, ob sie die Vorbereitungen des Rationalsozialismus zum Bürgerkrieg weiter dulden wolle oder ob sie bereit sei, diesem Treiben mit allen Mitteln energisch entgegenzutreten. Die letzte Rede des Führers der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion des Abgeordneten Dr. D r e i t s ch e i d in Darmstadt hat in politischen Kreisen zu lebhaften Erörterungen Anlaß gegeben. Ramentlich haben die die Kommuni st e n betreffenden Ausführungen Dreitscheids Aufsehen erregt. In einem Teile der Presse ist aus dieser Stellungnahme geschlossen worden, daß schon seit längerer Zeit Verhandlungen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten geführt würden, und daß ein Zusammenschluß beider Parteien nur noch eine Frage der Zeit sei. Von maßgebender sozialdemokratischer Seite wirb dem VDZ.-Büro dazu erklärt, baß zwischen Sozialdemokraten unb Kommunisten bisher keiner» Nach Parteien georbnet sieht bie Vertretung Oberhessens im neuen Lanbtag wie folgt aus: Sozial- bemotroten: Bürgermeister Jux (Nieber-Flor- ftabt), Diplomvolkswirt Dr. Oumbel (Gießen), Stu- bienrat Maurer (Lauterbach); — Zentrum: Lanb- wirt unb Untererheber Weckler III. (Rockenberg); — Kommunistische Partei: Lanbwirt Heinrich Otto (Mittelgrünbau), Mechaniker Wilhelm Lenz (Wieseck); — DeutscheVolkspartei: Bürgermeister Dr. Niepoth (Schlitz); — Deutsche Stckatspartei: Oberamtsrichter Schreiber (Vilbel); — HessischerLanbbunb: Lanbwirt Wilhelm Fenchel (Ober-Hörgern); Deutschnationale Volkspartei: Amtsgerichtsrat August Böhm (Bab-Nauheim); — Nationalsoziali- stischeDeutscheArdeiterpartei: Stubien- rat Professor Dr. Werner (Butzbach), Lanbwirt Wilh. Seipel II. (Fauerbach v. b. H.), Lehrer Alfreb Klostermann (Vockenrob), Regierungsrat Dr. Heinrich Müller lAlsselb) Lanbwirt Otto Geiß (Vabenrob), Arbeiter Karl Wahl (Vabenrob), Schriftsteller Bernharb Graf zu Solms-Laudach (Arnsburg). ei«nht Mit aU'r jfjwa®» ** '“1 Man»** X* i“ ** a,i* - nfnaen Io * SUS bi-tet «"St*»; h, die 9 0E\ilfe erf t ilatio"?1!« und ®tü/ Molzh^" bslolcn 's h! dos foie cunnx'-t chlgemewk y I.A. inien- «. »"S nidll "!*t, * • HUM"" itf ’h ©raö-zW'rt Oie neue Lage. Kombinationen zur Frage der Negierun sbildung. D a r m ft a b t, 16. Nov. (WSN.) Heute vormittag beschäftigte sich bereits bas Kabinett mit bem Ausgang ber Lanbtagswahl, ohne inbes Beschlüsse zu fassen. In politischen Kreisen erörtert man nach wie vor die Lage, bie sich aus ber Dreifronten- bilbung (Zentrum, Sozialbemokratie unb Nationalsozialisten) ergeben hat. Beachtenswert sinb bie Aeußerungen, bie von nichtoffizieller Zentrumsseite bekannt werben, unb bie ein Zusammengehen mit ben Nationalsozialisten ober eine Tolerierung baoon abhängig machen, baß biese ihre geistige Haltung zum Zentrum revidieren. Interessant ist auch bie Kombination, baß das Zentrum ober sogar bie Sozialbemokraten eine rein nationalsoziali st ische Regierung tolerieren könnten, um so ben Nationalsozialisten Gelegenheit zu geben, burch bie aus ber Entwicklung zwangsläufig erforberlichen Notver- orbnungen, Sparmaßnahmen unb Steuereintreibungen ihre Wähler selbst von bem Stanb ber Dinge zu überzeugen. Es ist natürlich unverkennbar, baß die Lage im Reich auf bie Regierungsbilbung in Hessen von gewisser Bedeutung ist, woraus allerdings auch geschlossen werben muß, baß bie Ver- hanblungen über bie Regierungsbilbung sich über einen geraumen Zeitraum erstrecken werben. Der neue Lanbtag wirb am 3. Dezember zusammentreten. Ob bie Nationalsozialisten ben Lanbtags- präfibenten stellen werben, ist auch zur Zeit noch unentschieben. Allerbings war es bisher üblich, daß bie stärkste Partei im Lanbtag auch ben Präsibenten stellte. Was wird das Zentrum tun? Der Vorsitzende der Zenlrumsfraktion zum Wahlausgang. Darmstadt, 16. Rov. (WSR.) Der Vorsitzende der Zentrumsfraktion im Hessischen Landtag, Ministerialrat Hoffmann, gab dem Vertreter des WTB. zum Wahlausgang folgende Erklärung ab: „Erfreulich am Ausgang der Wahlen ist für mich, daß sich das Zentrum trotz aller politischen und konfessionellen Anfeindungen glänzend geschlagen hat. Wir haben eine <5tim- inenzahl erreicht, die nahe an die bei der Wahl zur Rationalversammlung heranreicht. Daß der Zusammenbruch der übrigen bürgerlichen Parteien so katastrophale Ausmaße annähme, hätte ich nicht erwartet. Die bürgerlichen Parteien sollten aber einmal prüfen, ob ihre Kampffront an der Seite der Rational so z i a l i st e n gegen das Zentrum die richtige war. Die Regierungsbildung wird infolge mangelnder Eindeutigkeit der Mehrheitsverhältnisse sehr schwierig sein. Eine Regierungsbildung aufderseitherigenGrund- l a g e ist, wie vorauszusehen war, n i ch t m e h r gegeben. Theoretische Möglichkeiten, die aber praktisch gar nicht in Frage kommen können, wären: Rationalsozialisten und Kommunisten; Rationalsozialisten und Sozialisten; Sozialdemo. traten, Kommunisten und Zentrum. — Welche von den dann noch verbleibenden Lösungen Aussicht auf Verwirklichung haben, kann von Seiten des Zentrums zunächst noch nicht gesagt werden, da die Initiative für die kommenden Verhandlungen bei den größeren Die deutschnationale „Hessische Landeszeitung" in Darmstadt schreibt: „Linksregierung ist unmöglich, Rechtsregierung ohne Zentrum ist infolge der Vernichtung der bürgerlichen Mitte und der Deutschnationalen ebenfalls nicht möglich. Bleibt also nur die Rechtsregierung mit Zentrum, wobei die Parteien außer Rationalsozialisten und Zentrum keine Bedeutung mehr haben. Ob diese Regierung zu bilden ist, kann die Zukunft allein lehren. Wrr hegen allerdings bei den starken Spannungen hüben und drüben die stärk st en Zweifel. Cs bleibe schließlich noch die etwas phantastisch anmutende Möglichkeit, daß von der äußersten Linken Duldung für das be- tehende Kabinett geübt wird, oder daß die Rationalsozialistcn ein „B e a m t e n k a b i n e t t" stützen." — Das „Darmstädter Tagblatt schreibt: „Wenn das demokratische System überhaupt einen Sinn haben soll, muß sich auch im neuen hessischen Landtag eine Mehrheit zu- sammensinden, welche die Verantwortung für das politische Geschehen übernimmt. Da eine Regierungsbildung etwa in der parteipolitischen Zusammensetzung der gegenwärtigen Reichsregierung, bei der Schwäche der in Frage kommenden Parteien unmöglich ist, wird eine Regierung in Hessen nur zu bilden sein, wenn die Kombination Brüning — Hitler zum erstenmale in Hessen greifbare Gestalt annehmen sollte. Es hieße Den Sinn der hessischen Wahlen in sein Gegenteil verkehren, wenn man etwa den Versuch unternehmen wollte, die Rationalsozialisten auch fernerhin in Hessen politisch auszuschalten." Der „Mainzer Anzeiger" schreibt u.a.: Das Ergebnis ber Abstimmung zeige, baß bie hessische Regierung ein glattes Mi ß t r auen s - votum erhalten habe. Nach ber bisherigen Koali- tionspraxis fei bie Neuwahl einer Regierung unmöglich Ob bie Kräfte ber nationalen Opposition m Hessen mitbeftimmenb zur Geltung kommen, hange in erster Linie vom Zentrum ab, benn praktisch fei eine Regierungsbilbung nur nach r e ch t s möglich, nicht ohne Zentrum unb nicht ohne Nationalsozialisten. — Das Zentrumsblatt „M a i n z e r I 0 u r n a l" sagt, baß trotz ber rein zahlenmäßigen Stärke ber Nationalsozialisten ber nati 0 nals 0 zialistische Staats- präfibent unb manch anberer Kraftspruch ber Nationalsozialisten einstweilen noch Illusionen bleiben müßten. Die parlamentarische.Ausbeutung ber Wahl läßt bas Blatt noch bahingestellt. An einer Mehrheit für bie Opposition lange es im günstigsten Falle gerabe noch vorbei. Eine anbere Mehrheit sei auch kaum zu bilben. Das Parteien liegt." lieber bie Aussichten für eine Regierungsbilbung schreibt bie in Angelegenheiten ber hessischen Zentrumspolitik stets gut unterrichtete „Mi11elrhe 1- nische Volkszeitung" in Bingen u. a.: „Wir glauben, baß bie Fragen, die an das Zentrum aehen, die falsche Adresse gesucht haben. Das Zentr.um hat bewiesen, baß es bie Leistungsfähigkeit einer Regierung über bas Ergebnis einer reiner Rechenstiftkalkulation setzt. Es entspricht zwar bem Wesen bes parlamentarischen Systems, baß Verschiebungen in ber politischen Willensbilbung auch in ber Politik zum Ausbruck kommen. Dem wirb sich bas Zentrum keineswegs wibersetzen. Es wirb bas Brauchbare unterstützen, woher es auch kommen maq Es wirb Willenskunbgebungen, bie zahlenmäßig wichtig sind, nicht nieberhalten, sofern sie nicht eine bem ganzen Volke fdjabenbe unb wichtige politische Entwicklungen ftörenbe Richtung em- chlagen; boch bürste bas Zentrum an ben Patentlösungen unb koalitionspolitischen Experimenten, bie angeboten werben, völli-- besintereffiert sein. Jeben- falls darf bie NSDAP, nicht glauben, baß sie koalitionsfähig ist, solange sie Männer vom Schlage eines Münch meyer in ihren Reihen bulbet. Politik ist Arbeit, nicht Agitation. Wer trommeln kann unb wessen Trommel Gehör finbet, ber hat noch lange keinen Befähigungsnachweis zum Regieren erbracht, unb fei es auch nur im Hesfenland." Das Gesicht des neuen Landtags. Dif berussständifche Gliederung. eilte im ncn neuenfei'h 1 wich (Äfn üroitj. rQnI'uÄtl)- 2ü. 1 §rQnlfuÄCnVfi einzige, was vorläufig gelingen könne, sei bas M i ß- trauensuotum ber vereinigten Rabi- t a l e n. Wenn rechtsstehenbe Blätter schon Fühler ausstreckten, wie sich bas Zentrum zu einer Rechtsregierung stelle, so seien solche Kombinationen ooll- ftänbig abwegig. Die sozialdemokratische „Mainzer Volkszeitung" stellt fest, daß die seit der Revolution ununterbrochen an der Regierung befindliche Weimarer Koalition erledigt worden ist. Die starke Wahlbeteiligung und die enormen Verluste der bürgerlichen Parteien hät- ten den Nationalsozialisten zu einem außerordentlichen Wahlerfolg verholfen. Dies zeige, daß das Bürgertum fast restlos bereit sei, sich dem Faschismus anzu- sch liehen, so daß die Demokratie in den breiten Massen des Bürgertums keine Heimstätte mehr habe. Zum Schluß betont das Blatt, daß die Gründung der Sozialistischen Arbeiterpartei nur eine Schwächung der Sozialdemokratie zur Folge hatte, ohne selbst zu einem Erfolg zu kommen. Die hessische Sozialdemokratie werde trotz des schweren Schlages, den sie erlitten, den Kampf für die Demokratie in Deutschland fortsehen. Da weder die Rechte noch die Linke zu einer Regierungsbildung in der Lage seien, werde wohl fürs erste die alte Regierung die Geschäfte weiterführen müssen. — Der sozialdemokratische „Hessische Volks freund" in Darmstadt schreibt: Das Wahlergebnis in Hessen bedeutet das Ende der Weimarer Koalition. Die bisherigen Parteien der Weimarer Koalition haben bei der Landtagswahl des gestrigen Sonntags zusammen nur 26 von 70 Mandaten erreicht. Auch eine mögliche Erweiterung der Weimarer Koalition durch bürgerliche Splitterparteien würde höchstens 30 Mandate ergeben, so daß eine M e h r h e i t s b i l d un g für die Weimarer Koalition in jedem Falle unmöglich ist. Damit ist eine dreizehnjährige Periode ruhiger und stetiger politischer Arbeit in Hessen abgeschlossen, die dem Lande Konflikte und Krisen ersparte und es auch durch die schwersten Zeiten des Ruhrkrieges und der Wirtschaftskrise ohne gefährliche Erschütterungen hindurchführte. An ihre Stelle tritt eine Periode nationalsozialistischer „Erneuerung", die dem Lande zunächst einmal die schwerste politische Krise seit seinem Be- stände und die Aussicht auf schwerste Erschütterungen des öffentlichen Lebens und eine ständige Bedrohung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch die „rauhen Kämpfer" Hitlers bringen wird. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen iwd Verlag: vrühl'lche Unwerfiläts-Vuch- nnd Steinöruderei R. Lange in Sietzen. Sdjriftleitung un» Geschäftsstelle: Schnlstratze 1. lei Verhandlungen ftattgefunden hatten, und daß überhaupt von Verhandlungen von Partei zu Partei weder für die Vergangenheit noch für die unmittelbare Zukunft die Rede tein könne Breit- scheide Rede gehe im wesentlichen auf die Tatsache zurück, daß überall dort, wo die Nationalsozialisten als Gegner der Linken auftreten, wie es mit Braunschweig begonnen habe und in den übrigen Ländern sich fortsetzen werde, Kommunisten und Sozialdemokraten in gemeinsamer Abwehrfront nebeneinander ständen. Durch die Antiterrorerklärungen des kommuni st ischen Zentralkomitees sei diese wichtige Tatsache noch deutlicher gemocht worden Ein solches Zusammengehen brauche keinerlei organisatorische Aenderungen zur Folge zu haben, so daß auch von parlamentarischen Arbeitsgemeinschaften nicht die Rede sein könne Ein solches Vorgehen würde auch im Widerspruch au der offiziellen kommunistischen Parteiparole, den Kampf gegen die Sozialdemokratie, stehen. Wohin allerdings in späterer Zukunft diese Entwickelung einmal führen werde, lasse sich heute noch in keiner Weise übersetzen. Das ungarische Heer ehrt Hindenburg. -Der icbSprZsident 3nbo6er des 3 unaorifchen Znfaniene-^ecnments Berlin, 16. Hob. Eine Abordnung des 3. Königlich n g a r i s ch e n Infanterieregimentes in Stuhlweihenburg ist gestern vormittag unter Führung ihres Kommandeurs, de- Obersten Otto von Koos, in Berlin eingetroffen. Der Zweck des Besuches ist, den Generalfeldmarschall von Hindenburg, der Inhaber des 69. Königlichen Ungarischen Infanterie-Regiments war, das noch dem Kriege aufgelöst wurde, die Urkunde über die Inhaberschaft des 3. Infanterie-Regiments zu überreichen. das die Tradition des aufgelösten Regimentes übernommen hat. Die ungarischen Gäste besuchten heute vormittag, nachdem sie dem General der Infanterie Hasse und dem Kommandeur des Wehrkreises III Generalleutnant von S t ü l p n a g e l einen Besuch abgestottet hatten, das Ehrenmal Unter den Linden. Sie wurden hier vom Kommandanten der Stadt Berlin, Oberst von Wihendorf, und zwei Offizieren der Marineleitung empfangen. Sie legten einen Kranz nieder mit der Inschrift „3n dankbarem Angedenken der treuen Waffenbrüderschaft die Königlich Ungarische Honved." Darauf begaben sich die Gäste zum Reichswehrminister G r o e n e r und zum Chef der Heeresleitung von Hammer st ein. 3m Anschluß hieran empfing der Herr Reichspräsident von Hindenburg die Gäste, um die Urkunde entgegenzunehmen. Der Herr Reichspräsident behielt die ungarischen Gäste Aum Frühstück, an dem u. a. auch die Mitglieder der hiesigen ungarischen Gesandtschaft sowie der Herr Reichskanzler und der Herr Reichswehrminister teilnahmen. Oie Schlacht am Nonnifluß. 1 ! W."' ii .................... W Sr“ I ✓ WÄSte Japanische Posten bewachen die Ei London, 16. Rov. (TU.) Am Sonntag führten die chinesischen Truppen unter Führung MaS einen Anartssau! diesapantschenStel» lungen bei Laschina aus. Ss kam zu einem heftigen Gefecht, dessen Ausgang noch nicht bekannt ist. Gleichzeitig hat eine chinesische Kavalleriebrigadc die japanische 'Bet- bindungslinie zwischen der Ronni- brücke und Taonan durchbrochen. Rach japanischen Meldungen war der chinesische Erfolg nur von kurzer Dauer. Die Chinesen seien bereits wieder zurückgeworfen und die Eisenbahnverbindungen auf der Strecke Taonan- Aaanschi wieder ausgenommen worden. Die Chinesen haben also einen Zweisrontenan- griff durchgcfuhrt. Der Kavallerieangriff bei Taonan nördlich der Ronnibrücke bezweckte die Maskierung de« HauptvorstoheS im Süden der Drücke durch den die für die Japaner auher- ordentlich wichtige Eisenbahnverbindung mit der Südmandschurei, aus der die Truppen und Le- benSmitteltransportc erfolgen, abgeschnitten wurde. DaS japanische Kricgsministerium hat Meldungen erhallen, wonach das Gros der Armee deS Generals Ma jetzt weniger als zehn Meilen von Tahsin entfernt ist. Ihre Kavallerie bedroht den rechten Flügel der Javaner Sie griff gestern die Japaner bei Sunghuavuan an und tötete zehn Mann auf japanischer Seite, ehe sie zurückgcschlagcn wurden. Oer Dölkerbundsrai ist erneut zufammenaetreten. Pari», 16. Nov (WTB ) Die außerordentliche Session des Bölferbunberats wurde heute nachmittag im Ehrensaa! des Außenministerium» am Quai d' Or|an durch den französischen Außenminister B r i a n d eröffnet Der amerikanische Botschafter in London General Dawes wohnte der Sitzung als Beobachter bei Briand begrüßte in der Eröffnungsansprache besonders den cnaliidxn senbahnbrücke über den Nonntfluß Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Sir John Simon und Staatssekretär o. Bülow. Er gab einen Ueberblick über die Entwicklung des chi- nesifch-japanischen Konflikts feit der letzten Rats- tagung und betonte, daß der Völkerbundsrat weiterhin nach einer unparteiischen Lösung suchen wolle. Briand erinnerte bann in vertraulicher Sitzung an die Mitteilung des chinesischen Vertre- ter» vom 24. Oktober über die Respektierung der Verträge und meinte, daß diese Erklärung der chinesischen Regierung vielleicht, wenn beide Parteien guten Willen zeigten, eine Berftän- bigungsgrunblage abgeben könnte Der chinesische Delegierte Dr. Sze wies darauf hin, daß das chinesische Volk leit zwei Monaten eine sehr harte Prüfung durchmache. Er hoffe, der Völkerbund werde das ihm unterbreitete Problem schnellstens regeln können. Dr. Sze wünschte, daß die Verhandlungen möglichst in öffentlichen Sitzungen geführt würden Wiederherstellung der Mandschu-Oynastie? Ter chemattge Kaiser von China in Mulden. Japan lenstnct jede« Untere,se Peking, 16 Rov (WTB.) Rach Blättermeldungen ist d.-r Lvberc KaiservcnLhina. Puyi. in M u t c, < n eingettoflen. Die chinesische Presse berichtet, daß die W t e derber st ellungderMandschu-Monarchie mit Puyi al« Kaiser am heutigen Montag In Mukden ausgerufen werden soll. Puyi habe den Bcrtretern der Provinzen in der Mandschurei erklärt, et werd« nach der Wiederherstellung der Monarchie dem Bürgerkrieg ein Ende machen Puvi habe weitet mUgeteilt, daß die Monarchie sich nur auf d i e Mandschurei mit Mukden als Hauptstadt begrenzen werde Die Rachrichten über seine, Puyi«. engere Beziehungen au Japan seien u n r i d) • 11 g. Er wolle aber durch Zusammenarbeit mit 3apan den Frieden im Fernen Osten herbeiführcn. Rach einer russischen amtlichen Meldung find am Sonntag in Mukden 10 000 Wann japanische Truppen aus Korea eingetroffen. Das japanische Außenministerium und das Kriegsministerium erklären einmütig, daß d i e japanischen Behörden mit der Reise de« früheren Mandschu-KaiserS. der sein bisheriges 6fil Tientsin verlassen hat und in Mukden ein- getroffen ist, von wo er angeblich nach Daiten gehen will, um dort an die Spitz« des neu zu gründenden mandschurischen Kaiserreiches zu treten, nichts zu tun haben. Es wird vielmehr der Ansicht Ausdruck gegeben, daß möglicherweise eine der zahlreichen mandschurischen 3nteressengruppen den Erkaiset vorgeschoben haben, um dadurch ihre Aussichten, in der Mandschurei zur Macht zu kommen, zu verstärken. 3apan, so wird erklärt, sei einzig und allein an der Bildung einer starken und friedensf.chernden Zivilverwaltung, welche immer es auch fei. interessiert, und daran, daß diese Berwaltung die feit jeher Unruhe stiftenden Militärs ausfchalte. GrandiS Vesuch in Washington. Neuyotk, 16 Nov. (WTB.) Der Dampfer „(E o n t e Grande", an besten Borb sich ber ita- lienische Außenminister ® ranbi befinbet, ist heute hier an ber Duarantäneftation eingetroffen. Granbi wurde von Beamten bes Staatsdepartements begrübt. Wegen bes bichten Nebels muhte ber Plan, ben Minister Im Flugzeug nach Washington zu be- förbern, aufgegeben werben. Ein Zollkutter brachte Oranbi nach Jersey City, von roo er mit ber Eisenbahn nach Washington fuhr, ©ranbi mochte bem Präsibenten Hoover eine kurze formelle Aufwartung unb bezog bann mit seiner Frau Stimfons Prioaioi11a. ©ranbi gab nach bem Besuch bei Hoover bie Erklärung ab: Hoovers Initiative im Juni war ber Auftakt zu ber Auf- forberung an bie Welt, baß man zu gemeinsamer Arbeit zusammenkommen müsse. Wir haben Lavals Washingtoner Besuch mit ehrlicher Anteilnahme verfolgt unb betrachten seine hiesigen Unterrebungen als Ermutigung z u einer allgemeinen Zusammenarbeit. In Situationen wie ber gegenwärtigen fühlt man, baß bas Heil ber einen bas Heil aller Nationen ist unb baß bas Unglück eines Lanbes nie zum Glück eines anberen aus- schlagen kann Aller Länber Interessen sinb eng mit- einanber oerbunben. Ich bin ein ©lieb in biefer Kette unb komme hierher, um Italiens Mitarbeit zum Allgemeinwohl anzubieten. Stahlhelm und Wirtschaflspolitik Gin Lchreiben an Den Zechcnverband Hagen, 16. Nov. (TU.) Der Lanbesführer bes Stahlhelm Westmark, Mahnken, richtete a n ben Zechenverbanb in Esten folgcnbes Schreiben: „Die Zechen bes Ruhrgebietes haben bie allgemeine Kündigung mit bem Zweck ber Lohnherabsetzung ausgesprochen. Dieser Weg zur Rettung ber Wirtschaft ist rettungslos. Die Herabbrückung ber allgemeinen Lebenshaltung ber Nation nur zum Zwecke ber Aufrechterhaltung eines finnroibrigen Systems ber Krebitwirtschaft unb einer Dem Arbeitnehmer nicht wirklich helfenben Sozial- volltik ist sinnlos, unb eine Politik, bie bie Befreiung nicht bringen kann, rechtfertigt nicht bie ungeheuren Opfer, bie nur für eine wirkliche Befreiung ber Nation Gewinn haben können. Die Unternehmer werben baburch gegen ihren Willen zum Zwangsvollstrecker zugunsten ber Tributwirtschaft unserer» Feinbe, zugleich aber auch zum Werkzeug bes klaffenkämpferischen Marxismus, ber sie immer mehr in ben Gegensatz zur eigenen Arbeitnehmerschaft brängt unb insbefonbere bie Kluft gegenüber Den bewußt national tämpfenben Arbeitnehmern, aber ebenso innerhalb der deutschen Arbeiterschaft vertiefen möchte. Deshalb richtet der Landesverband an die Mitglieder des Zechenoerbandes ben bringen- ben Appell, ben Weg zur Rettung nicht mehr in ber bisherigen Richtung zu suchen, sonbern in bem klaren unb einbeutigen Kampf um bie g r u n b s ä tz- liche Aenberung eines für bas gesamte Volk verberblichen Systems " Haftbefehl gegen Kahenellenbogen. Aus Antrag der Staatsanwaltschaft I Berlin ist von dem Untersuchungsrichter des Landgerichts I Berlin dieBorunterfuchunggegen Lud- wig Katzenellenbogen und die vier anderen Mitglieder des bisherigen Generaldirekto- riums der Schultheiß-PahenhoserAG. eröffnet worden Sämtliche ’ünf Personen werden angeschuldigt, fortgesetzt als Mitglieder des Borstandes wissentlicy in der AufstchtsratsUhung vom 18. Rovember 1930 und in der Generalversammlung vom 3. 3anuar 1931 den Stand der Verhältnisse der Gesellschaft unwahr darge stellt oder verschleiert zu haben. Ferner wird Ludwig Kahenellenbogen angeschuldigt, durch eine weitere selbständige Handlung als DorstandSmitglied absichtlich zum Rachteil der Schultheiß-Pahen- Hofer AG gehandelt zu haben. Der Untersuchungsrichter hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen Ludwig Kahenellenbogen Haftbefehl wegen Fluchtverdachts, erlassen. Er ist in daS Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit eingeliefert worden. Die vier anderen Mitglieder de« bisherigen General- direktoriumS sind: Kommerzienrat Dr. Walter Sobernheim, Rudolf Funke, Ernst K u h I m ay und Erich Penzlin. Die Staatsanwaltschaft gelangte zu der Ueberzeugung. daß Kahenellenbogen zwar der Hauptverantwortliche fei, die übrigen Mitglieder des bisherigen Gcne- raldirektoriums aber insofern eine Mitschuld träfe, als fie in Kenntnis der Aktienkäufe und deS unvollständigen BörfenprofpekteS geschwiegen haben. Aus öfter Welt Sühne für bas Attentat auf bas Hamburger Bürgcrfdxiftsmitgllcb Henning. Nach achttägiger Verhanblung würbe im Prozeß gegen bie Attenitäter auf bas kommunistische Bur- gerschaftsmitglieb Ernst Henning vom Hamburger Schwurgericht oerurteili wegen gemeinschast- sichen Totschlages, gemetnschasisich verübten versuchten Totschlages, gemeinschaftlicher Nötigung unb verbotenen Waffenbesitzes Hoeckmayr unb Ian kn zu sieben Jahren Zuchthaus und Bommel zu sechs Jahren Zuchthaus Der Staats- anwoit hotte für Hoeckmayr zehn, für Jansen neun unb für Bammel acht Jahre Zuchthaus beantragt In ber Begründung bes Urteils heißt es: Das Gericht nimmt als erwiesen an, bah sich kein Anhaltspunkt dafür ergeben hat. baß bie Angeklagten von ber Führung ihrer Partei in irgendeiner Weife zur Begehung ber Tat beeinflußt worden sind Fest steht, daß alle drei Angeklagten angetrunken waren bas aber hebt ihre Verantwortlichkeit nicht auf Degen ber außerordentlichen Schwere ber Tat müssen ben Angeklagten milbernbe Umstände versagt werden Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruch, für die Reichsbahn. 3m Lohnftreit bei der Deutschen Reichsbahn- gefellfchast wurde der Schiedsspruch vom 11. 2ü>» vemb.r 1931 vom RcichsarbeitSministcr für verbindlich erklärt Hauptversammlung des ReichSbundeS Deutscher Referendare. 3n Berlin fand die Hauptverfammlung deS ReichSbundeS Deutscher Reierendare statt. Der Dorfihende ConSbruck führte an Hand von Statistiken aus. daß im 3ahre 1931 an preußischen Ger.chten 8000 Referendare beschäftigt wurden, also 25 Prozent mehr all In Vorkriegszeiten. Er warnte vor dem Zustrom zum Rechtsstudium, da der Staat die Beamtenanstellung gesperrt, Industrie unb Handel die Pforten geschlossen hätten und der Anwaltsstand überfüllt lei, und richtete an daS Justizministerium die Ditte, die Unterstützungs- zuschüsse für den Vorbereitungsdienst der Referendare nicht noch weiterhin zu beschränken Dor kurzer Zeit sei eine Referendarselbst Hilfe gegründet, um die schlimmsten wirtschaftlichen Röte zu lindern. Ministerialrat Dr. Zimmer richtete einen Appell an da- Verantwortungsgefühl des jungen Juristen. Auch der Berliner Rechtsanw ft I st zr t Dr. D.. Jul uS M a g n u - warnte eindringlich vor dem Ergreifen deS juristischen Studium-. Ein internationaler Amateurphotographen-Wettbewerb. Am 16. Rovember fand in Genf die Entscheidung in dem Weltwettbewerb für Amateurphoto- graphen statt. Der Wettbewerb steht unter bem Patronat bekannter Persönlichkeiten der ganzen Welt, unter denen sich für Deutschland Dr.Eckert e r befindet. Während der einleitenden Wettbewerbe in 47 Ländern, an denen sich nur Amateurphotographen beteiligen dursten, wurden unter drei Millionen Photographie» 282 der interessantesten Aufnahmen a u S g e w ä h 11, die auf einer am 16. Rovember hier beginnendeck. Au-stellung gezeigt herbem An bie,em Tage wird ein internationale-, au- bekannten Preisrichtern von neun Län- bern zusammengesetzte- Kollegium unter ben 282 Aufnahmen bie beste auSwählen. Die M o- tive sind eingeteilt in sech » Gruppen . innerhalb beren ebenfalls ein Wettbewerb ftattfln- bet. Der Gewinner bes Großen Preises erhält eine silberne Statue sowie 10 000 Dollar. Jeder der in den sechs Klassen Preisgekrönten erhält eine goldene Radel und 1000 Dollar. In der engeren Wahl besinden sich auch sechs deutsche Bewerber. Dem Preisrichterkollegium gehört für Deutschland Hauptmann Köhl an. Die Ramen der Preisgekrönten werden am 17. Rovember bekanntgegeben werden. Kunst und Wissenschaft. Historiker Erich THarrfs 70 Jahre alt Der Historiker ber Berliner Universität, ber Altmeister ber Bismarckforschung, Pros. Dr. Erich Mar ck S , begeht am 17. Rovember seinen 7 0. Geburtstag. 1861 in Magdeburg geboren, hat er sich 1887 in Berlin habilitiert: sein akademischer Weg führte ibn vom ersten Lehrstuhl in Freiburg (1892), nach Leipzig (1894). Heidelberg (1931), an die Wissens chast.iche Stiftung in Hamburg (l(K)7), nach München (1913). Don bort ist er 1922 nach dern Berliner Ausgangspunkt zurückgekehrt. 'Die preußische, sächsische, bayerisch« Akademie ber Wissenschaften ernannten ihn au ihrem Mitglied. Er ist, wie einst Heinrich von Treitschke. Historiograph des Preußischen Staat-, ferner Dorsteher Der Münchener Historischen Kommission. Marck- Lebenswerk umspannt alle Epochen der neueren Geschichte. In gelehrten Forschungen, formvollendeten Biographien, wie im geistvollen Essay und in eindringlich historisch-politischer Rede hat er, weit über Den engeren Bezirk der Fachwissenschaft hinaus, das geschichtliche und staatliche Denken reich befruchtet. Seine Werke gehören heute zu den geistigen Schätzen der gebildeten Welt. Dieses Schaffen erstreckt sich über Den größten Teil Europas, gipfelt in ber Erforschung und Darstellung Bismarcks und feiner Welt. Hauptwerke sind u. a die Biographie Kaiser Wilhelm- I.. .Elisabeth von England und ihre 3eit" .BiSmarcks Gedanken und Erinnerungen", .Aus- und Riedergang im deutschen Schicksal" und viele Aufsätz« und Reden. Der geplante neue Stratofphärenflug Piccarbs. Zu dem neuenStratofphärenflug von Professor P i c c a r d ist die .Reue Aug-burger Zeitung" in der Lage, nähere Mitteilungen zu machen. Danach beao ichtigt Piccard im kommenden Frühjahr die Dorbereitungen zu einem neuen Stratosphärenflug zu vollenden. Er organisiert und überwacht den n.-uen Aul stieg selbst doch wird weder er noch sein Mitarbeiter Kips er die Gondel besteigen. Sr will zwei Belgiern die Möglichkeit geben, die vorgesehenen Untersuchungen vorzunehmen, seinen Höhenweltrekord zu überbieten und an Belgien zu bringen. Der Ballon, dessen Hülle noch immer in Augsburg lagert, wird diesmal nur mit 2000 Kubikmeter WasserstOlfgas gefüllt werden. Er kann dann kie Höhe von!6500Meter erreichen. Ein mit dem Spezialgebiet Piccards. der kosmischen Strahle^.solschung, vertrauter PH s ker. s in Schüler Ma, Cosyn -. hat sich bereit erklärt das Wagnis zu unternehmen. Da er nicht Ballonführer ist. wird ihm ein Pilot beigegeben. Wie das Blatt weiter erfährt, ist beabsichtigt, die Gondel, die Piccard zu seinem ersten Stratospärenslug benutzte und die z Z. noch immer aus dem Ober» gurglergletfcber liegt, herabzuschaslen und nach Brüsiel zu bringen, wie sie zum Andenken an den ersten Stratosphärenflug an geeigneter Stelle ausgestellt werden soll. „Volk ohne Raum.“ Von der wohlfeilen einbändigen Ausgabe des großen Rornanes von Hans Grimm ist die erste Auslage von 50 000 Exemplaren nad drei Doch-n bereit- "griffen Das 51 bis 100 Tausend erscheint Ende Dieser Woche Die Gesamtauflage des Werkes beläuft sich Damit bereits auf 165 000 Exemplare. Wissenschaft. di 10 3of)rt alt \\Mt UniDerfitiO ttoung, Pws. Di. Erich I.Äovmber leinen 10, Magdeburg geboren, Hal ilitiert; fein akademilcha •n Lehrstuhl in Freiburg ,). Heidelberg («« hing in Hamburg (190/), on dort ist er iW nach mmft zurucheM w-ldx Nabemie dn ibn zu ihrem ®igH^' Sil*® taatä, lewer Dvrstehtt n RommillioK . Epochen bet neueren ‘xorldjungen, lotmöoll' Ls?« 2 »il D-i-i ÖÄnt!.» WZfr K Aick-M l ' Mitteilungen J“ nähere hMier' re'tunge11 Drgant|i<1* zllenden. hochM SB™,iw ffirfteü 3w»ik •Ij' si!«"" °L«i |^°K ' ?-a er nl£BL Ä'- Vtot beigeg'b^son. -K-- Lnll«'” l||W5 ®ii "Ä'Sf en QnQetr 8-st !pg***i SSS55*m* yng ** 5tf«tenbat, SSSsi- Btfiy: rZW MW rssZ 3$ Machen n°Ä?"°°^Ss! «iS-Ä n Reifen der juiisti. lionakt «•Ddfbewtrb. M,*1!* S"t|chet. JJJ Amateurphotv« «toetb steht unter de« >nl>chteiten der ganzen Deutschland Dr.-^, »er einleitenden Deft. i denen sich nur Ama- n dursten, tourbenun» 1 Photographie, esten Äusnahmen einer am 16. Loden? Umstellung zeitigt wird ein Internate* Richtern von neun G. ollegiiun unter in 282 iMtvöhlen Ä<2Ho< echs Sri-pen, in» in Dettbevecb stallsin« Tnßen Preises erW 10000®ollat3e» m Pre.szeKdnlrn erhält 000 Mat In der en- ) auch sechs beut* hreisrichiertvllegiMge- ptmann Köhl an. Sie i werden am 1Z. Lovern- IL Aus per proviuzialhauptstadt. Gießen, den 17. November 1931. Herz und Ernährung. Don L)r. meb Hans Doitenborn. In der modernen Medizin ist man immer mehr zu der Erkenntnis gekommen, daß der Zustand des für unsere Gesundheit so ungeheuer wichtigen Herzmuskels sehr viel mit der allgemeinen Lebensweise zusammenhangt. In erster Linie kommen natürlich als schädigende Momente berufliche Anstrengung in Frage, jedoch wird heute in den meisten Fällen eine Abänderung dieser Umstände kaum zu bewerkstelligen fein. Dagegen ist es jedem möglich, wenigstens seine Ernährungsweise aus eine möglichste Schonung des Herzmuskels einzustellen. Welche Gesichtspunkte sind nun zur Erreichung dieses Zieles besonders zu beachten? In erster Linie kommt es darauf an, die Flüssigkeitszufuhr zu regulieren. Es ist ja ohne weiteres klar, daß ein großer Teil der zugeführten Flüssigkeit ins Blut übergeht und dadurch dem Blutkreislauf vermehrte Arbeit schafft. Herz und Nieren mit ihrem fein veräfteten Blutadersystem haben die Hauptlast zu tragen und werden daher bei dauernder Mehrarbeit mit der Zeit allzustark abgenutzt. Ein anderer wichtiger Punkt ist die Vermeidung allzu großer Kochsalzmengen in der Nahrung. Jede Salzmenge bewirkt nämlich eine Herausziehung des Wassers aus unseren Körpergeweben und dadurch ein vermehrtes Zuströmen des Wassers ins Blut. Hierdurch ist schließlich derselbe schädliche Endeffekt erreicht, wie bei zu starker Flüssigkeitszuluhr. Außerdem weiß ja jeder von uns, daß vermehrter Salzgehalt der Nahrungsmittel wieder erhöhten Durst erzeugt und so eine nochmalige Beanspruchung des Blutkreislaufes. In der Fleischnahrung sind besonders viel Stoffe enthalten, die auf den Herzmuskel stark einwirken. Viel zu wenig ist bekannt, daß diese sogenannten „Extraktivstoffe" besonders stark in der Fleischbrühe enthalten sind, die also gar nicht so gut bekömmlich ist, wie im allgemeinen angenommen wird. Ihr Hauptvorteil liegt lediglich in einer appetitanregenden Wirkung durch Anstachelung der Magendrüsen. Deshalb ist die Fleischbrühe natürlich in der Genesungszeit nach schweren Krankheiten trotzdem sehr oft am Platze. Gegen Obst, Gemüse und Salate ist bei der Ernährung Herzkranker im allgemeinen nichts einzuwenden, nur sind die stark blähenden Kohlarten zu vermeiden, da sie durch Hochtreiben des Zwerchfells, auf dem das Herz ruht, dieses Organ besonders stark belasten. Sehr schwer ist die Rolle des Einflusses von Kaffee und Tee auf den Herzkranken festzl'llellen. Es ist unmöglich, hierfür allgemein gültige Regeln aufzustellen, da es nicht zu verkennen ist, daß geeignete Dosen dieser Genußmittel den Blutkreislauf anzuregen vermögen. Gerade bei schweren Herzzuständen hat sich ja die Arzneibehandlung diese Erkenntnis zunutze gemacht. Im allgemeinen ist wohl lediglich oas Üebermaß schädlich. In diesem Zusammenhänge möge noch auf einige Ernährungskuren bei schweren Herzleiden hinge- wiesen werden, die daruf beruhen, durch strenge Milchtage bei Entziehung jeglicher sonstiger Nahrungsmittel eine vorübergehende weitestgehende Schonung zu erreichen. Solche Kuren dürfen aber nur bei Bettruhe und ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Die Fette wirken im allgemeinen nicht schädigend auf die Herzmuskulatur, es ist lediglich von Fall zu Fall darauf zu achten, einen übermäßigen Fettansatz zu verhindern, da naturgemäß bei besonders dicken Personen der Kreislauf vor eine erschwerte Aufgabe gestellt wird. Daten für Die isiag. 17. November. 1796: Katharina IL, Kaiserin von Rußland, gestorben. provinziakausschuß Sitzung. Der Provinzialausschuh der Provinz Oberhessen erkannte in seiner öffentlichen Sitzung am Samstag zu Recht, dem Albert Wacker zu Wieseck oen Gewerbebetrieb als Immobilien- und Darlehensvermittler, die Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten, den Betrieb einer Inkassobureaus und den Handel mit Losen, auf Grund des § 35 der Reichsgewerbeordnung zu untersagen. Ferner wurden ihm die Kosten des Verfahrens zur Last gesetzt. Die Klagen des: 1. Karl Stede 1. in Blofeld gegen den Beschluß des Kreisamts Büdingen m Sachen: Zugehörigkeit zur Schmiedezwangsinnung für den Kreis Büdingen: 2. Bezirksfürsorgever- Cettung hat der Berliner Kapellmeister und Schlager, komponist W. Roth-Harrison. Siehe heutige Anzeige. Gießener Wochenmarktpreisc. • Giehen, 17. Rov. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter Pfund von 1 Mk. an; Butter 1,20 bis 1,30; Matte 25 bis 35; Wir- fing 7 bis 8; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 7 bis 8; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 12 bis 15; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 bis 12; Rosenkohl 15 bis 20; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 40 bis 50; Zwiebeln 10 bis 12; Meerrettich 30 bis 70; Schwarzwurzeln 25 bis 35; Kürbis 5 bis 6; Kartoffeln 4; Aepfel 8 bis 10; Birnen 8 bis 10; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 80 bis 90; Suppenhühner 70 bis 90; Gänse 70 bis 80; Rüsse 35 bis 40; Käse (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben Stück 50 bis 60; Eier 13 bis 14; Blumenkohl 20 bis 60; Salat 8 bis 10; Endivien 8 bis 10; Ober- Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln Zentner 3,00 bis 3,50; Aepfel 4,00 bis 7,00; Weißkraut 2,00 bis 2,50; Wirsing 4,00 bis 5,00; Rotkraut 4,00 bis 5,00 Mk. ** Ehrenvolle Einladung nach Ame - rika. Professor Dr. Kraemer, der Direktor des Tierzuchtinstituts der Universität Gießen, Oberer Hardthof, hat eine Einladung zum 6. Internationalen Vererbungskongreß 1932 in Ithaka (Staat Neuyork) erhalten. Professor Dr. Kraemer soll auf diesem Kongreß einen Vortrag halten. Bereits vor zwei Jahren hat die amerikanische Gesellschaft für Vererbungswissenschaft Professor Dr. Kraemer zu ihrem Mitglied gewählt. ** Weitere Lebensmittelspenden für dieGießenerWinternothilfe. Inder ver. aangenen Woche sind wiederum durch die Gießener Reichswehr größere Mengen Lebensmittel, wie Kartoffeln, Gemüse, Hülsenfrüchte, Fett, für die Gießener .Winternothilfe aus den Gemeinden Birklar, Albach, Queckborn, Lich, Neuhof, Steinbach, Münster, Ober- unb Nieder-Bessingen, Allendorf (Lahn) abgeholt worden. Allein an Kartoffeln und Gemüse sind von diesen Gemeinden rund 320 Zentner eingegangen. Sämtliche Lebensmittel kommen restlos nur den Hilfsbedürftigen der Stadt Gießen zugute. Auch diesen Gemeinden dankt die Gießener Winternothilfe herzlich. ** Neuregelung der Ange st eilten- gehälterinWetzlar. Durch Vereinbarung mit den Angestelltenorganisationen vor dem Schlichtungs- ausschuß in Wetzlar hat die O r t s g r u p p e W e tz - I a r des Arbeitgeberverbandes für Lahngau und Oberhessen die Gehälter der kaufmännischen und technischen Angestellten sowie der Werkmeister für die Zeit vom 1. November bis 31. Dezember um 4 bis 5,75 v. S). gekürzt. 3630 Studierende im Wintersemester. WSR. Marburg, 16. Rov. Mit dem gestrigen Tage gingen die Reuanmeldungen zur Immatrikulation im Wintersemester 1 931/3 2 zu Ende. Insgesamt wurden 3630 Studierende, darunter 762 Studentinnen, gezählt, gegen 3632 Studierende, darunter 762 Studentinnen, im vorigen Wintersemester. Außerdem wurden 60 Studierende zum Hören von Borlesungen zugelassen. Aus die einzelnen Fächer verteilen sich die Studierenden wie folgt (Zahlen der Studentinnen in Klammern): Theologie 345 (28), Medizin 809 (127), Iura 675 (45), Philosophie 1047 (562). Großer Dynamitdiebfiahl (m Westerwald. WSR. Hachenburg (Westerwald), 16.No- vember. Donnerstag nacht wurde in das oberhalb des Ortes Büdingen am Steinbruch der L i n- 5 er Basalt AG. gelegene Spreng st off- magazin ein Einbruch verübt und von den Tätern insgesamt IV« Zentner Dynamit gestohlen. Die schwere Eisentür, mit der das Magazin gesichert war, ist aus dem Mauerwerk gebrochen worden. Unter dem Verdacht der Täterschaft wurde ein Ehepaar aus Hardt verhaftet und dem Amtsgericht Marienberg zur ersten Vernehmung vorgeführt. Der Verdacht gründet sich auf die Zeugenfeststellung, daß der Mann in der fraglichen Rächt zur Zeit des Diebstahls von Hause abwesend war und um diese Zeit auch außerhalb des Hauses gesehen worden ist. Das wird von dem Verdächtigen hartnäckig bestritten, dem es jedoch bisher nicht gelungen ist, sein Alibi nachzuweisen. Die Verhafteten sind zur weiteren Vernehmung nach Limburg übergeführt worden. bandes Wetzlar gegen den Dezirksfürsorgeverband Giehen-Stadt aus Erstattung von Unterstühungs- kosten für Pauline Klein wurden als unbegründet zurückgewiesen und den Klägern die Kosten auferlegt. Kaninchen Ausstellung. -h- Am Sonntag hielt der Kaninchenzuchtverein Gießen seine diesjährige Herbstschau im Lokale des Gastwirts Sieck ab. Die Ausstellung stand unter der Leitung des Vorsitzenden Herr Ullrich- Gie- zen. Vreisrichter war Herr Wißler - Neu-J|enburg. Die Ausstellung zeigte weit über 100 Tiere in vorzüglicher Qualität und guter Verfassung. Vertreten waren eine Anzahl größerer, mittlerer und kleinerer Rassen. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: Ehrenpreis des Bundes DKZ.: Volz auf bestes Zuchtpaar. Ehrenpreise für besondere Zuchtleistung: Törner auf Kleinchinchilla. Steif) auf Herrn.lin, Hollricher auf Weihe Riesen. Erster Gesarnt- leistungspreis: Otto Steih. Zweiter Gesamtleistungs- preis: Gg. Schellhaas. Ferner erhielten auf Belgische Riefen: Schellhaas 1. Pr., Weiße Riesen: Schellhaas zwei 1. Pr., Törner Ehrenpreis und zwei 1. Pr., Hollricher Ehren- und 1. Pr., Ockel 1. Pr., H. Rinn zwei Ehrenpreise. Deutsche Widder: Hollrich er Ehrenpreis. Groß-Chinchilla: Schellhaas 1. Pr., Kaufmann zwei Ehrenpreise. Blaue Wiener: Ph. Schäfer 1. Pr. W e i ß e W i e n e r: K. Kirchner zwei 1. Preise. Rheinische Schecken : W. Jakob 1. Pr., Ullrich zwei Ehren- und 1. Preis. Hasen: Ph. Schäfer 1. Preis. Klein-Chinchilla: H. Rinn Ehrenpreis und Fr. Törner Ehren- und 1. Pr. Silber: Otto Steih 1. Pr. E n g l. Schecken: L. Kreiling 1. Pr. Holländer : H. Becker 1. Pr. Schwarzloh : H. Becker 1. Pr. Angora: H. Rinn zwei 1. Preise. Rex: Dr. Erb Ehrenpreis, Kirchner 1. Preis. Hermelin: O. Steih Ehren- preis, fünf 1. Preise; I. Volz Ehrenpreis, drei 1. Preise. Am Vorabend fand eine kleine Feier des Vereins mit Kaninchenessen statt, bei der dem langjährigen früheren Vorsitzenden L. Kreiling-Gießen der Ehrenbrief des Bundes Deutscher Kaninchenzüchter für 25jährige Dereinstätigkeit überreicht wurde. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater Gießen: „Liebe und Film", 20 bis 22.30 Uhr. — Oberhessischer Kunstverein: Ausstellung „Drei Frauen der Gegenwart", Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr. — Institut für Leibesübungen der Universität Gießen, Skiklub Gießen im DSV.: 20 Uhr, Neue Aula Lichtbildervortrag: „Skifahrten in der blauen Silvretta". — Jungdeutsche Bewegung: 20.30 Uhr, Hotel Köhler, Staatsbürgerabend. — Lichtspicl- haus, Bahnhofstraße: .Hirsekorn greift ein!" — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Mittwoch, 18. Rovember, 15 Uhr, nochmalige und letzte Wiederholung des erfolgreichen Volksstücks .Alt Heidelberg" von Meyer-Förster unter der Spielleitung von Karl Bolck. Ende 18 Uhr. — Abends gelangt unter der Spielleitung von Peter Fasso11 die Lustspiel-Operette „Ist das nicht nett von Colette?", von Bertuch, Musik von Willy Rosen, als 7. Vorstellung im Mittwochabonnement zur Erstaufführung. Beginn: 20 Uhr; Ende 22 Uhr. Außerdem gewährt die Intendanz jedem Besucher, der beide Vorstellungen besucht, eine Sondervergünstigung von 20 Prozent in Form eines übertragbaren Gutscheines, der zu der Vorstellung am Sonntag, 22. Rovember, letzte Aufführung von Alsberg und Hesse, Schauspiel .Voruntersuchung", auf sämtliche Plätze in Zahlung genommen wird. — Oberhessischer Geschichtsverein. Am morgigen Mittwoch, 18. November, sindet der erste Vortrag dieses Winters statt. Universttäts- Professor Dr. Götze wird über den an der hessischen Grenze geborenen Edelmann Ulrich von Hutten sprechen. Dieser Mitkämpfer der Reforma- ticn, der lange Zeit in Mainz gelebt hat, darf nicht als Politiker betrachtet, sondern muß in erster Linie als hervorragender Dichter gewertet werden. Im Anschluß an den Vortrag findet die diesjährige Hauptversammlung des Vereins statt. (Vgl. die Anzeige am Montag, 16. November.) — Ein „Bunter Abend Berliner Künstler" findet am Mittwochnachmittag und -abend im Katholischen Vereinshaus statt. Mitwirkende find: Sita Leschok Spitzentänzerm; Rico Kley Vortragskünftler; Ellinore Rochow, jugendliche Tänzerin; Hans Heß, Groteskkvmiker; Sifters Gray, Tanzduett und Montmartre-Gilrs. Die musikalische Den Kassenschranl fortgeschleppt. WER. Herborn, 16. Rov. Ein schwerer Einbruch wurde in die Diensträume des Güterbahnhofs Herborn verübt. Zur Rachtzeit drangen Einbrecher in das Bureau, hoben den etwa sechs Zentner schweren Kassenschrank auf einen Sackkarren und schafften ihn in freies Gelände. Dort wurde mit einem Brecheisen der Geldschrank geknackt. Den nächtlichen „Schwerarbeitern" sind nur etwa 70 Mark in die Hände gefallen. Von den entdeckten Fußspuren machte die Polizei Gipsabdrücke. Gegen gewisse berüchtigte Personen aus Herborn häuften sich die Verdachtsmomente derart, daß am Montag zur Verhaftung geschritten wurde. ES handelt sich um die Arbeiter Oswald Hosch und Otto Wendel. Die Gipsabdrücke stimmen mit der Fußbekleidung der Verhafteten überein, so daß man die Täter erwischt haben dürfte. Oie Weiierloae. 7 dä. o ir7Öy| —fr Qierrr ^8 Montag d. 16 November . / —1 ' o Klagen! 11 Ä ® , i- g1 rPans irranKf. - ----, Ö6 VT* 3 V itoc 3 ©woiKenios. oneuer. (>naiD oenecut.9 womig. • oe<,ecxt »Regen ¥ Schnee A Graupeln, 9 NeDei K Gewitter.® windstille.x» «icnter O51 nassige' SudsuowesL ’S stürmischer norawesl Oie »lene fliegen mit dem Winde. Die oeiden Stationen stenenden Zah» «en gehen die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gietcdeG auf Meeresniveau umaerfchneire Luftdruck Wettervoraussage. Obwohl der hohe Druck feinen Bereich über Deutschland ausdehnt, scheint sich gegenwärtig sein Einfluß noch nicht durchzusetzen, denn die flache Störung über Nordostdeutschland und der Ostsee bringt an ihrer Rückseite stärkere Bewölkung und Niederschläge zum Vordringen. Der Wolkenschirm überragt bereits unser Gebiet, im nördlichen Teil des Reiches treten auch vereinzelt Niederschläge auf. Vorerst wird weiter der Störungseinfluß zur Gel- tung kommen, der außer der Bewölkung auch bet uns vereinzelt zu Niederschlägen führen dürfte. Eine wesentliche Temperaturänderung findet nicht statt, jedoch sinken bei nächtlicher Bewölkungsabnahme auch die Werte etwas unter Null. Vorhersage für Mittwoch: Zeitweise -stärker bewölkt, vereinzelt auch Niederschläge, bei Aufklaren Nachtfrost. Vorhersage für Donnerstag: Teil- wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, bei Aufklaren Nachtfrost. Lufttemperaturen am 16. November: mittags 7,5 Grad Celsius, abends 5 Grad; am 17. November: morgens 3,8 Grad. Maximum 8 Grad, Minimum 0 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. November: abends 4,4 Grad; am 17. November: morgens 4,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 53A Stunden. Gute Winterstiefel schwarz Rindbox Kragenschuhe mit Filz- u Ledersohle Riesenauswahl in Kamelhaarschuhen zu den billigsten Preisen Rein Wolle und Kamelhaar mit Filz- u. Leder- wHB^^soh 1 e je 's© . ... ' ' I ? >, II A H Wa rmeWeAe >Wodie S. Giefeen Seltersweg 87 UebeCSChuhe bestes Markenfabrik, ganz Lackgummi 590 7807 D Giefeen Seltersweg 87 ÖBil* Es stehen nach wie vor Riesenmengen Warenposten zum Verkauf 15 Proz. Rabatt auf alle im Preis nicht zurückgesetzten Waren GOETHE BUND Montag, den 0 linaker 1131, abends 1 Uhr, in der lenen Aula treten Eintritt im Alter von 74 Jahren. gegen Vorzeigen unserer Mitgliedskarte. 7H2 D Allg.DeutsdierFrauenyerein nehiubaren Preis. Stellenangebote 7832 A Stellengesuche Kein Laden. Eingang Ecke Volkabad. 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Veste Verdienstmöglichkeit bieten wir noch drei Herren ES bandelt sich uni eine zeitgemäße, keiner Saison unterliegenden Sache, SaherOauerstellung Bewerber nicht iitrtcr 25 Jahren, mit guter Garderobe, die keine Beschäftig, mehr bindet, rooll. sich vorstell. Dienstag von 15—18 und Mittwoch von 9—12UbrBleichstrabc 17 I zur Stützung der Kaufkraft aller Schichten der Bevölkerung veranlaßt uns, denselben bis einschl. Mittwoch zu verlängern 7734 A Die Beerdigung findet Mittwoch. 18. Nov„ nachm. 2 Uhr, von der KapeUe des Neuen Friedhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. Langsdorf, den 16. November 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, 18. November, nachm. 3 Uhr statt. 7820 D In tiefer Trauer: Anna Köhler und Otto Köhler mit Familie. 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Hart stießen die Meinungen aufeinander, und nicht einmal die beiden einzigen weiblichen Abgeordneten, die Sih und Stimme in der Versammlung haben, Clara Campo a m o r und Viktoria Kent, konnten sich einig werden. Während die erstere mit warmem Herzen die Gleichberechtigung der Frau forderte, und in stundenlangen Ausführungen klarzumachen versuchte, welche Vorteile die junge Republik davon haben würde, stellte sich die letztere genau auf den gegenteiligen Standpunkt, obwohl sie selbst nicht nur Deputierte, sondern außerdem noch Generaldirektor des gesamten spanischen Gefängnis- wesens ist. Ohne Furcht vor der Rache ihrer Ge- schlechtsgenossinnen erklärte sie in harten und dürren Worten, die spanische Frau sei noch in f eine t Weise reif für ihre politische Mission und müsse erst von der Republik erzogen und geschult werden. Die Parteien aber betrachteten die ganze Angelegenheit einzig und allein von dem Standpunkt aus, ob sie sich von der Gleichstellung der Frau einenStimmen- z u w a ch s erwarten könnten oder nicht. 3e nach Schätzung fiel ihre Stellungnahme aus. Blüten aus der Begründung von Ablehnungen waren genug zu hören, sie lauteten mehr oder weniger alle wie folgt: „Wir sind dagegen, weil das Frauenstimmrecht nur dazu beitragen wird, die R e a k t i o n zu stärken", oder „Solange die Frauen an den Beicht st uhl laufen, kommt ihre politische Gleichberechtigung mit dem Manne überhaupt nicht in Betracht" u. a. m. — Vergeblich aber wartete man darauf, daß wenigstens einmal jemand aufstehen würde, um vorurteilslos das Grundproblem der ganzen Frage vorzutragen, und das Für und Wider von einer höheren Warte aus zu beleuchten. So war denn auch das Ergebnis der Abstimmung eine reine Zufallssache und die spanischen Frauen haben die nunmehr gesehgewor- dene Gleichberechtigung mit dem Mann in der Hauptsache nur dem Umstand zu verdanken, daß ein Dutzend Abgeordneter sich gerade während der Abstimmung bemühte, die vom Schreien heisere Kehle im Restaurant wieder einzuölen. Tatsache ist also, das; die spanische Frau nach Vollendung des dreiundzwanzigsten Lebensjahres ebenso wie der Mann gleichen Alters aktiv und passiv wahlberechtigt ist. Dieses Novum aber bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dah die politische Zukunft Spaniens mit einem undurchsichtigen Schleier verhängt worden ist. Wer Spanien wirklich kennt, der weih, dah die spanische Frau im Innersten ihres Herzens immer radikal war und ist. Kompromisse aller Art sind ihr unsympathisch und wesensfremd, sie unterscheidet sich darin ganz wesentlich von den Frauen anderer europäischer Länder. Die Spanierin bleibt entweder unschuldig oder sie schlägt über alle Stränge, sie wahrt als Frau die eheliche Treue mehr als irgendeine andere oder sie läuft ihrem Mann über Nacht davon, um sich nie mehr sehen zu lassen. Zwischendinge kennt sie nicht. Dieser Radikalismus wird sich natürlich auch auf die Politik übertragen, und man kann heute schon prophezeien, dah die Spanierin entweder ausgesprochen rechts mit religiöser Tendenz oder extrem links wählen wird. 3n welchem Verhältnis dies aber geschieht, das läht sich nicht Voraussagen. Einen Vorgeschmack allerdings gaben schon die Ereignisse der letzten Wochen. Während in Nordspanien die Frauen jede klerikale und konservative Bestrebung mit allen Mitteln förderten, sich aktiv an Demonstrationen beteiligten und Prozessionen arrangierten, erklärten die Mädchen und Frauen verschiedener andalusischer Dörfer die freie Liebe und marschierten mit den Kommunisten in Reih und Glied. Zusammenfassend kann man sagen, dah die Nationalversammlung eine schwere Verantwortung mit dieser Entscheidung auf sich genommen hat. Zum leichteren Verständnis dieser Behauptung vergegenwärtige man sich den Werdegang der Spanierin. Jahrhundertelange Tradition, aufgebaut auf muselmanischen Sitten und Gebräuchen, hat die Spanierin von den Stürmen und Wirren des öffentlichen Lebens ferngehalten und sie ausschliehlich auf rein frauliches Wirken beschränkt. Unter der Führung des Mannes, nicht selten unter seiner Diktatur, verlief ihr Leben im Hause zum Wohle der Familie als Rückhalt und Stützpunkt der Gemeinschaft. Nun soll sie Oie Pokalspiele der Gruppe Lahn. Am vergangenen Sonntag wurden in der Gruppe Sahn Pokalspiele ausgetragen, die folgende Ergebnisse zeitigten. Die Spielvereinigung 1900 Gießen blieb gegen den Sportklub Wetzlar-Niedergirmes mit 1:0 Sieger. Der Sportverein Wetzlar entschied das Spiel gegen die 1. Mannschaft des VfR. Butzbach mit 4:1 für sich, Dillenburg gewann auf eigenem Platze gegen Hartenrod hoch mit 7:0 Toren und Wallau unterlag überraschend gegen die Bottenhorner auf deren Platz mit 3:2. Sportklub Wetzlar, Hartenrod, Butzbach und Wallau scheiden dem System entsprechend aus den Pokalspielen aus. In der zweiten Pokalspielrunde der Gruppe Lahn treffen am Sonntag, 29. November nunmehr folgende Mannschaften aufeinander: Die Spielvereinigung 1900 hat auf eigenem Platz die Dillenburger zu Gast, Bottenhorn spielt in Wetzlar gegen Wetzlar-Niedergirmes und Ehringshausen (Kreis Wetzlar) tritt gegen Wiesenbach zum Pokalspiel an. — Das einzige Punktspiel des vergangenen Sonntags, das <5piei Frohnhausen (Dillkreis) gegen Wiesenbach, endete unentschieden 2:2. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Der vergangene Sonntag brachte auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe ein interessantes Pokalspiel. Die ersten Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und des Sportelubs Wetzlar-Niedergirmes standen sich gegenüber. Das Tressen endete mit einem Sieg der 1900er, der allerdings nicht knapper ausfallen konnte, als er aussiel. Man erwartete eigentlich einen höheren Sieg der Blauweißen als jenes 1:0, das immer wieder die Vermutung zuläßt, daß der Gegner nicht viel weniger auszuweisen hatte, als der Sieger. In diesen-, Spiele war es auch tatsächlich so. Zwar reichten die Gäste nicht ganz an das technische Können der Einheimischen heran, sie waren im Spielaufbau nicht so durchgebildet als die 1900er, aber sie ersetzten dieses Manko durch erhöhten Eifer, der auch dieses für sie ehrenvolle Ergebnis zustande kommen ließ. Das Treffen konnte aber auch sehr gut unentschieden enden, denn die Wetzlarer liefen besonders in der zweiten Halbzeit zu besserer Form auf, die verschiedentlich gefährliche Situationen im Gefolge hatte. Heber den Spielverlauf ist nicht allzuviel zu sagen. Der Ball ging flott hin und her. Das Spiel behielt'stets das Tempo bei, das zu Beginn vorgelegt wurde. Die 1900er gingen zuerst in Führung. Zeiler gab in der 8. Minute sehr geschickt zu Heilmann: Heilmann gab uneigennützig an Wilhelmi weiter, der, ohne daß auch nur ein Verteidiger des Gegners den Versuch zur Behinderung machen konnte, an dem verdutzten Tormann vorbei zum ersten und einzigen Tor des Spieles einschoß. Die Wetzlarer liehen sich durch diesen Erfolg der Gastgeber nicht beeinflussen, spielten unverdrossen weiter und drängten stets aus den Ausgleich, der ihnen versagt sein sollte. Wäh- plohlich aus ihrem häuslichen Frieden herausgerissen werden und gleichbcrech.igt mit dem Mann Politik machen. Fürwahr ein gewagtes Unterfangen! Dazu kommt als weitere Erschütterung des weiblichen Seelenlebens die nunmehr auch beschlossene Einführung der Scheidung. Obwohl der ursprüngliche Entwurf des Scheidungsartikels, der sogar ein Vorrecht der Frau dem Manne gegenüber einführen wollte, in der endgültigen Fassung abgeschwächt wurde, bleibt die Tatsache der Ehescheidungsmöglichkeit auf Grund beiderseitigen Einverständnisses oder Antrags einer Partei immer noch (für Spanien) revolutionär genug. Es ist abzuwarten, welche Folgen diese Neuerung auf das spanische Familienleben haben wird und wie sich die spanische Durchschnittsfrau damit abfindet. rend auf der Seite der 1900er die Verteidigung immer wieder den Gästen den Erfolg verwehrte, (der Sturm der Gäste war nicht sehr gut besetzt), ließ der Sturm der Platzbesiher kurz hintereinander einige zwingende Torchancen aus. Der Ball gind etliche Male hoch über die Latte, auch daneben, aber nur nicht in das Tor. Der Tormann der Wetzlarer war übrigens nicht schlecht und eine Anzahl von Bällen hielt er durchaus zuverlässig. Schmidt im Tor der 1900er war seiner Mannschaft wieder ein starker Rückhalt. Eine sehr gute Figur machte der junge Schmidt auf Linksaußen. Er gab so verständnisvoll die Bälle im rechten Augenblick nach innen, so daß der gegnerische, rechte Verteidiger ziemlich kaltgestellt war. Heilmann war gut, Wilhelmi ließ etwas an Klarheit zu wünschen übrig, war auch im Torschuß unsicherer denn sonst: die übrige Mannschaft tat schlecht und recht ihre Pflicht. Etwa 600 Zuschauer folgten aufmerksam dem Kamps'oerlauf. Schiedsrichter S P u r k (Butzbach) war dem Spiel ein sicherer und gerechter Leiter. „Skifahrten in der blauen Silvretta." Das Institut für Leibesübungen an der Universität veranstaltet heute um 20 Uhr in Verbindung mit dem Skiklub Gießen in der Neuen Aula einen Lichtbildervortrag, der alle Freunde des schönen Skisports lebhaft interessieren dürste. Redner ist d r bekannte Alpinist Hauptmann a. D. Freund (Galtür/Tirol), der von seinen Skifahrten in der winterlichen Pracht der blauen Silvretta sprechen wird. Der Vortrag wird belebt durch eine Reihe von Lichtbildern, die der Redner selbst aufgenommen hat. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. Siegerehrung des Männerturnvereins Gießen. Arn Samstagabend vereinigte der Männerturnverein Gießen seine erwachsenen Mitglieder und eine Anzahl eingeladener Gäste zu einem Winterfest, mit dem gleichzeitig die Ehrung der siegreichen Turner und Turnerinnen verbunden war. Schneidige Musik leitete den Abend ein und füllte die Pausen. Das Programm brachte in der Hauptsache eine Reihe interessanter turnerischer Vorführungen, die allgemein starken Beifall fanden. Die Turnerinnen zeigten zunächst am Barren ihre Kunst und bewiesen gute Schule. Die Turner warteten am Niederreck mit sehr diszipliniert durch- geführten Hebungen auf, dann unterhielt eine luftige Tanzeinlage die Gäste. 2m weiteren Verlauf des Abends wurden von Turnern und Turnerinnen gemcinfam Stabübungen durchgeführt, die großen Anklang fanden. Sehr interessant waren sodann die Darbietungen im Volksturnen, die in der Form von Ausschnitten aus der Uebungs- stunde gegeben wurden und durch einige schön gestellte Pyramiden ihren Abschluß sanden. Turnerinnen am Pferd und Turner am Barren beschlossen den turnerischen Teil des Programms. Nach den ersten Darbietungen hielt Rektor Kling, der Vorsitzende des Männerturnvereins, eine Änsprache, begrüßte die Mitglieder und die Gäste, wies auf die Bedeutung der Tumsache für unser deutsches Volk hin und gedachte sodann in einfachen Worten der Siege, die die Turner und Turnerinnen des Mtv. in der vergangenen Saison zu erringen vermochten. Nicht weniger als insgesamt 266 Siege hefteten die Mtver an ihre Farben. Unter diesen 266 Siegen sind 90 erste Siege, 39 zweite, 35 dritte und 32 Mannschafts- Siege. Der Name des Mtv. ist auf den verschiedenen Veranstaltungen würdig vertreten worden. In weiteren Ausführungen dankte der Redner den Vorturnern und Turnwarten für ihre aufopfernde Arbeit. Zum Scy^uß ernannte Rektor Kling unter der Heberreichung der Ehrenurkunde den langjährigen 2. Gauvertreter Konr. Schneider (Butzbach) zum Ehrenmitglied des Vereins, und würdigte dessen Verdienste um die deutsche Turnersache. Gauvertreter Schneider dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung und betonte, daß er nach wie vor bestrebt fei, der deutschen Tumsache in alter Treue zu dienen. Sodann erinnerte Gauspielwart Pfeiffer (Wetzlar) an das zehnjährige Bestehen der Spielabteilung im Gau und gedachte besonders der Handballspieler des Mw. und ihres Leiters, die sich um die Förderung des Handballspieles im Gau Hessen immer eingesetzt haben. Die Veranstaltung nahm einen schönen Verlauf. Gerätewettkampf Kinzenbach — LannSbach — Rodheini. Am Sonntag kam ein Gerätewettkampf zwischen den Turnvereinen von Kinzenbach, Launsbach und Rodheim (ADT.) in Rodheim zum Austrag. Den Kampf konnte der Turnverein Launsbach mit 577 Punkten für sich entscheiden. Kinzenbach folgte an zweiter Stelle mit 538 Punkten. Rodheim errang nur 520 Punkte. Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß Rodheim den Kampf mit nur sieben Mann bestritt, da der achte Mann infolge einer Verletzung aus- scheiden mußte. Im einzelnen wurden sehr gute Leistungen gezeigt. Der Turner Bender (Rodheim) errang mit 107 Punkten die höchste Punktzahl. Im Gesamtdurchschnitt der Mannschaften führte Rodheim mit 711/? Punkten für den einzelnen Turner, Launsbach 69% und Kinzenbach 64% Punkte. Viele Zuschauer folgten dem Kampf mit großem Interesse. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Marburg I — Gießen komb. 2:2. Gießen war zu einem Freundschaftsspiel am Sonntag in Marburg zu Gast. Die Gastgeber lieferten der aus Spielern der 1. und 2. Mannschaft zusammengestellten Gästeelf ein gleichwertiges Spiel. Ganz besonders konnte das Schlußtrio der Einheimischen gefallen, das in feiner sicheren Abwehr für den Gießener Sturm ein schweres Hindernis bedeutete. So mußte sich Gießen bis Schluß mit einem Unentschieden zufrieden geben. Vorher standen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine gegenüber. Hier konnten die Gießener einen 4:2- Sieg buchen. Im Sviel der Schülermannschaften konnten die flinken Gastgeber die Gäste mit einem 4:0-Sieg abfertigen. Wetzlar I — Wißmar I 2:4. Wißmars Erste war in Wetzlar zu Gast. Die - Gäste konnten zu Halbzeit mit 2:0 Toren die Führung übernehmen. Nach dem Wechsel glich aber Wetzlar aus. Bis kurz vor Schluß sah man dann verteiltes Spiel. Wißmar gelangen dann zwei schnelle Durchbrüche, die mit zwei Toren abgeschlossen wurden. Vorher standen sich Wetzlars Schüler und Heuchelheims Schüler gegenüber. Das Spiel endete unentschieden. Launsbach I — Mendorf (Lahn) I 3:4. Mendorf war zum fälligen Serienfpiel in Launsbach au Gast. Die Gäste übernahmen die Führung, der Ausgleich ließ aber nicht lange auf sich warten. Halbzeit 2:2. Nach dem Wechsel übernahm Launsbach wieder die Führung, doch konnten Allendorf abermals den Ausgleich und kurz vor Schluß das Siegestor erzielen. Gießener Konzertverein. II. Konzert: Wendling-Quartett. Eine Programmänderung, die anstelle von Verdis ki-Moll-Quartetk, für dessen Aufführung sich die Urhebergebühren angesichts der heutigen Verhält- nif|e zu hoch stellten, Haydns f-Dur-Quar- t e 11 (Dp. 77; 2) einfügte, brachte den Konzert- besuchern um so mehr zum Bewußtsein, welche unermeßlich hohen geistigen Güter wir in der Kammermusik unserer Klassiker besitzen; noch dazu, wo es sich in allen drei Fällen um Werke aus der Periode höchster Meisterschaft handelte; Beethovens f-Moll-Quartett kann als Eingang zu den letzten Quartetten gelten, bei Haydn handelt es sich um das vorletzte feiner 83 Quartette, bei Mozart um ein Werk aus den letzten Lebensjahren. Und doch, welche individuelle Verschiedenheit; bei dem einen ein persönliches Lebensbekenntnis, beim andern ein musikalisches Erleben im Hochgefühl künstlerischer Meisterschaft, beim dritten ein Flüchten in die Welt des Ideals, ein Geborgenfein vor dem, was das Leben schuldig blieb, ein Aufblick von gehobener Warte. Beethovens f-Moll-Quartett (Dp.95) weift mit feinen ersten Skizzen in die Zeit, wo sich ein Heiratsplan mit Therese MalfaUi, der Tochter eines Arztes, der mit dem Meister befreundet war, zerschlagen hatte. Die Bezeichnung „Quartett serioso“ in der ersten Handschrjf ließ er später bei der Drucklegung fallen, vielleicht ein Zeichen dafür, daß der Ausdruck „serioso“ nur für seinen Freund Nik. Zmeskal von Domanovetz, dem das Werk gewidmet war, und dem auch die Pläne des Meisters sicherlich nicht unbekannt geblieben waren, bestimmt war. Dieses Schicksalserlebnis vermag den Weg zum Erfassen des Quartetts zu weisen; das in seinem trotzigen Zerwühltsein, seinem Kämpfen und seinem Rückerinnern (2. Thema) des ersten Satzes zum Lebensdokument wird. Eine Selbsteinkehr in stiller Stunde, ein Versinken in Resignation, ein Durchringen zu neuem Hoffen mag der zweite Satz geben wollen; jedoch wieder bricht bitterer Sarkasmus im Scherzo durch, der auch einem Ansatz von Lebensfreude (im Trio) nicht voll Raum geben will. Nach einem kurzen Rückblick voll innerem Schmerz und voll Wehmut (Larghetto-Einleitung des Finale) erwächst drängend, zuckend ein neuer Lebensmut und mit dem Lösen aus dem Moll der Coda ersteht ein neuer urkröftiger Lebenswille. Wie ganz anders Haydn! Hier ein Erwachsen des Werkes aus der beglückenden Freude am Musizieren, erfüllt mit dem heiteren Frohsinn des Lebensgefiihls: alles in innerer Gelöstheit und Besinnlichkeit. Kein titanenhaftes Ringen, wohl aber innere Erhebung voll Wärme des Gefühls (Andante): kein Sarkasmus, wohl aber befreiender Humor (Menuette); heitere Lebensbejahung im Finale. Und nun Mozarts Klarinettenquintett: eigentlich eine Gelegenheitskompo- sition für den Mozart befreundeten Klarinettisten Stadler. Hier galt es ein neues Problem: dem Streichkörper einen Bläser organisch zu vereinen. Und welch ein Wunderwerk voll apollinischer Beglücktheit erstand in der Loslösung vom Niederdrückenden des „Ewig-Gestrigen"! Welch eine Weihe, Entrücktheit, Innigkeit und erhabene Schlichtheit im Larghetto! dann welche natur- gebundene Frische im Menuett, dessen erstes Trio, nur den Streichern Vorbehalten, dunkleren Töne nachgeht, dessen zweites Trio aber urwüchsige Heiterkeit mit seinem Klarinettenthema ausstrachlt. Das Finale ein blühender Kranz von Variationen in seinem Wechsel der Farben und des Lichts; mit der eigenartigen Ausdruckskraft der Viola: noch ein klangliches Sichausbreiten im Adagio; dann aber ein Heberfchäumen in der Coda. Es kann nicht genug darauf verwiesen werden, mit welcher sachlichen Hingegebenheit das Wendling-Quartett sich der Werke annahm. Es liegt eine vornehme und geistige Art in seinem Musizieren, ohne jede Gewoltthett und Ueberspitzt- heit. Hier hat man stets das Gefühl, so und nicht anders kann und darf es fein. So, in voller Natürlichkeit ersteht alles in der ihm zukommenden Ausdrucksgeftalt. Besonders aber fällt die überaus gleichwertige Besetzung aller Stimmen ins Gewicht. Hier gibt es keinen zweiten Geiger im Nebensinne dieser Bezeichnung, hier einen sich die vier Instrumente zu einem organischen Klangkörper, in dem der einzelne aber nicht untergeht, sondern das Gepräge individueller Geistigkeit in seinem Auswirken offenbart. So wurden jedem der Meister sein volles Recht: bei Beethoven eine gänzlich andere Klanggabe als etwa bei Haydn. Hier besonders sei der Stelle im Andante gedacht, wo nach der Durchführung durch das Cello sich die Geige quasi konzertierend erhebt und der Klang zu einer orchestralen Steigerung herauswuchs, die in ihrer Größe unbegrenzt erschien. Bei Mozart das feine klangliche Gehobenfein, die überaus klare Herausarbeitung des Thematischen bei der solistischen Führung der Stimmen; dann aber auch die starke Stimmungsgebundenheit im Larghetto. Nur in Verbindung mit einem solchen hervorragenden Streichkörper konnte der eminente Eindruck möglich sein, den Pros. Dreisbach mit seinem Instrument vermittelte. Unter den Klarinettisten, die sich der Kammermusik widmen, gebührt ihm ohne Zweifel der allererste Platz. Man muß mit Recht erstaunt sein über die ungeahnten Wirkungen, die er seinem Instrument abzugewinnen vermag. Bei ihm gibt sich die Klarinette auf dem Untergründe der Streichinstrumente nicht wie ein Fremdkörper, sondern sein Ton verschmilzt mit den übrigen zu einer homogenen Klangmasse, die stellenweise wie Orgel- ton den Raum durchzog. Sein Piano vermag in ätherischer Feinheit zu schweben; im duftigsten Pia- niffimo binden sich (eine Passagen zu allerfeinftem Klangfiligran. Und noch größer als das bestrickende instrumentale Können möchte die seelenvolle Musikalität erscheinen, mit der er seine Aufgabe erfüllte. Wie er das Larghetto blies, wie er es zu einem Augenblick höchster Weihe werden ließ, das gehört zu den stärksten Eindrücken, die einem je im musikalischen Leben beschieden sind! Dr. H. Erste Hilfe für Ungeliebte. Der größte Theatererfolg der vorjährigen Londoner Saison war das Stück einer Verkäuferin Dodie Smith, die sich zum ersten Mal unter die Dramatiker wagte und mit ihrem Werk „Herbst- Krokus" Ruhm und ein Vermögen erntete. Die Heldin ist eine Schullehrerin, die sich vergebens nach Liede sehnt und die Tragik des Lebens der alten Jungfer durchkostet. Die Verfasserin hat daraufhin, wie sie in einer englischen Wochenschrift erzählt, zahllose Briefe von Frauen aus allen Teilen Englands erhalten, die das gleiche Schicksal erleiden und von der jungen Dichterin einen Rat haben wollten. Diesen erteilt nun Dodie Smith, in dem sie den Ungeliebten „erste Hilfe" bringen will. „Ich bin überzeugt", schreibt sie, „daß Hunderttausende von den .überzähligen' Frauen Groß-Britanniens ihr Schicksal nur sich selbst verdanken. Ich bin immer wieder erstaunt über die vielen Mädchen, die weder besondere äußere noch innere Vorzüge besitzen und die das Recht zu haben glauben, einen Halbgott zum Manne zu erlangen. Kein Wunder, daß sie sitzen bleiben, denn die Halbgötter laufen nicht fo zahlreich herum. Das erste, das jede Frau lernen muß, wenn sie vor dem Los des Alleinbleibens bewahrt werden will, ist schonungslose Selbsterkenntnis. Wenn sie häßlich ist oder langweilig, so darf sie sich nicht für eine Schönheit oder ein Genie halten. Anstatt darauf zu warten, daß bas Idol ihrer Träume sich ihr eines Tages liebeglühend zu Füßen werfe, muß sie unter den Männern ihrer Bekanntschaft sorgfältig Umschau halten und an sie nicht höhere Maßstäbe anlegen, als sie an sich selbst an- legen kann. Wie sie bas machen soll? Nun, ich hörte einmal eine Unterhaltung zwischen zwei Mäbchen in einem Frauenklub. Die eine, bie keineswegs verführerisch war, klagte herüber, baß sich eine Bekannte von ihr soeben glücklich verheiratet habe, und bie Freunbin riet ihr barauf hin, jebe Einlabung anzunehmen, bie sie von irgenbeinem bekannten Herrn erhalte. Die anbere folgte biefem Rat unb ging in ben nächsten Monaten mit allen möglichen Leuten aus, mit Männern in gesetztem Alter, mit unscheinbaren unb schüchternen Herren, mit solchen, die einen tödlich langweilen unb beim Tanzen auf bie Zehen treten. Aber burch biefe Beziehungen lernte sie roieber bie Bekannten ihrer Bekannten kennen unb fand schließlich den, den sie suchte unb mit dem sie glücklich würbe. Wenn eine solche .erste Hilfe' auch nicht in allen Fällen anzuraten ist, fo bietet sie boch einen wichtigen Fingerzeig. Auch heute noch stehen viel zu viele Mäbchen im Schmollwinkel, heucheln eine Verachtung ber Männer, währenb sie in ihrem Herzen nichts mehr ersehnen als einen Mann, machen zu hohe Ansprüche unb bleiben infolgedessen ledig. Solche romantischen Ideen von Liebe, wie sie noch immer in vielen Frauenköpfen spuken, sollten ausgerottet werben. Das Wichtigste ist, baß man einen Mann finbet, mit bem man eine gute Lebensgemeinschaft eingehen kann, alles anbere, auch die sogenannte Liebe, ergibt sich bann von selbst." Hochschulnachrichten. Der durch die Emeritierung des Geheimen Medizinalrats Professor A. Czerny an ber Universität Berlin erledigte Lehrstuhl der Kinderheilkunde ist dem ordentlichen Professor Dr. Georg B e s s a u in Leipzig angeboten worden. Bessau folgte 1920 einem Rufe als Extraordinarius der Kinderheilkunde nach Marburg. Dort wurde er bald darauf Ordinarius und siedelte 1922 nach Leipzig als Nachfolger von Thimich über. ^»"*6UP s^=u”" ei JE. Lbe / i*r?^ [ie sich *!■.(. 5«1“' '. ch ti gen haben mu zanz verändert wie tt es nie luf leine 5 b'.< Kinder, ei' nicht sprechen TtW«. die ii \\t war sicher, des Stnitri i Dar trat? ® Lotte zucke .jrieöa Sei Tanfcti* gesch! zeschlagen.' .Frieda, wie Der Dortout1 . 3agö. b« Gen 4-SJt Löbach Jans gS^unb _ ""en _ e4\^ Hungen, 11. Nov. Unter dem Vorsitz von g e l (Obbornhofen) fand aeftern oormlt- olmser Hof" eine Konferenz der tag im „Solmser Hof- eine Konferenz der evangeltschen Geistlichen unseres D e - Letzte Hachnchten. Die Haltung Der Gozial0emolrateu in Heften. Darmstadt, IT. Jloo. (1DIB.) Die Frage, wie man sich zu der Regierungsbildung stellen ro.ro st in kn Kreisen der hLssi,chen Sojiaioimotralie u.e- her noch nicht elnheuncy. Dereinjede Summen werden laut, rote der „Doltvfreunü- in Darmstadt erkennen loht, dafz das (Ergeuni» der wuh.en e.ne Absage an d i e lolerierungspotilit sei. Diejenigen, die auch bisher Gegner der lolrrieruag de» ftaoinett» Brüning roaren, roerben vielieicht dafür stimmen, daß die Sozialdemokratie den anderen Parteien öle Regierungsbildung überlast und sich an einer Koalitronsreg erung weder beteiligt, noch s i e toleriert. Daß diese Kreij« sich durchsetzen ist aber nicht wahrscheinlich, bei der Mehrheit besteht vielmehr die Jlelgung, s o lange w i e möglich die augenblickliche Regierung al» Geschüststüh- rendes Kabinett am Ruder zu lassen und so den bisherigen Einfluß. wenn auch in abgeschwächter Form, beizubehalten bzw. in irgendeiner anderen Form den Einsiuß aus die Regierung nicht zu verlieren. Zedenjall» denkt die Sozialdemokratie im Augenblick nicht daran, ihre Männer aus der Regierung zurückzuziehen. Die Möglichkeit, dafz eine Kombination Sozialdemokratie.Zentrum mit Duldung der Kom unisten zustande kommt, wird in sozialdemokratischen Kreisen deshalb al» nicht wahrscheinlich betrachtet, weil sie zur Dor- aussetzung hätte, dafz die Kommunisten ihre patla- mentarische Taktik vorher umstellen: immerhin wird die neue Wendung, die die Kommunisten vor einigen lagen In bezug auf Ihre Politik angekündigt haben, hierbei zu beachten sein. Lin endgültiger Be- schluh wird in einer candesausschutzsitzung der hessischen Sozlaidemokratie, die am Samstag stattf-n- det, gefaxt werden. Der neue Landtag mufz oer- fassungsgemäfz spätesten» am Z. Dezember zusammentreten. (Schluß de» redaktionellen Teil».) Mt 51.41 89 .62 15.14 16.52 165.96 21.70 17.92 51.65 2.49 59.37 11.94 34 21 4.22 M 65 59 96 15.90 16.55 169.64 21.75 15.26 56 92 2.51 89 71 12.26 36 42 Der beuWe Außenhandel im Oktober Wieder stark aktive Handelsbilanz. rungen beträgt der Ausfuhrüberschuß 396 (387) Millionen RM. Der Ausfuhrüberschuß Januar bis Oktober b. 3. beläuft sich auf 2 35 8 Millionen Mark, wovon 347 Millionen Mark auf Reparationssachlieferungen ent, allen, während von den restlichen 2 Milliarden Mark fast 350 Millionen Mark durch erhöhte Ausfuhr nach Rußland entstanden. Auswirkungen der Währungsentwertung in England und anderen Ländern auf den Außenhandel können aus der Statistik direkt nicht ersehen werden, jedoch deutet der bei einzelnen Gin- und Ausfuhrwaren festAustellende Rückgang der Durchschnittswerte auf solche Wirkungen hin. kanats statt. Pfarrer Lenz (Wohnboch) hielt einen Vortrag über „die zu schaffende Ordnung der kirchlichen Pflichten unserer Konfirmanden-. Der am Schluß des Vortrags vorgelegte Entwurf einer solchen Ordnung beschäftigte die Konferenz eingehend und wurde an das Landeskirchcnamt weitergeleitet. Nach einer Mittagspause schloß sich eine Versammlung des P f a r r v e r e i n s an. Pfarrer O. F r i t f d) (Ruppertsburg) sprach auf Grund seiner 47jährigen Amts, und Lebenserfahrung über „Amtsbruder oder Kollege". Auch dieser Vortrag loste eine rege Aus- spräche aus. den Gulden mit 9,37, gegen Zürich mit 19,33, gegen Paris mit 96,12 und gegen die Reichsmark mit 15X. Die Reichsmark behauptete sich ziemlich, sie schloß in Amsterdam mit 59,0250 und in Zürich mit 121,70. Der Dollar konnte seine Höchstkurse nicht behaupten, doch schloß er an den verschiedenen Plänen über dem Stand von Samstag. Die Norddevifen waren wieder schwach, Buenos tendierte weiter etwas leichter, auch Rio schwächte sich etwa» ab. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. * 10 v. H. Dividende bei Lahmeyer. 3n der gestrigen Aufsichtsratssihung der Elektri- xitäts-AG. Dorrn. W. Lahmeyer & Co. in Frankfurt a. M. wurde beschlossen, der Generalversammlung für das Geschäftsjahr 1930/31 die Verteilung einer Dividend« von 10 v. H. aus einem Tlebcrschuß von 2 100 776 Mark Vvrzuschlagen. Frankfurt gut behauptet. Frankfurt a. M., 16. Rav. Zum Wachen- beginn laq der telephonische Effektenfreiverkehr Aicmlid) ruhig und zunächst etwa» schwächer. Die schwache Tendenz der Auslandsbörsen rief ftär- Berlin, 16. Aov. (WTB.) 3m Oktober ist die Einfuhr wertmäßig von 413 Millionen Mark im September auf 483 Millionen Mark, also um 7,8 v. H. g e st i e q e n. Die Zunahme enlfLint aus'chl estlich auf L bensmit el und Fer ij- waren, während die Royftosfelnfuhr etwas zurück- gegangen ist. Die Ausfuhr ist toertmäjtg von 812 auf 86ö Millionen Mark, also um 6,7 v. H. gestiegen. Dazu kommen Reparationssachliese- rungen im Werte von 13 (Bormonat 23) Millionen Mark. Die Aussuhr.rhöhuna entfällt vollständig auf Fertigwaren, deren Ausfuhr um 48 Millionen Mark zugenommen hat. Die Handelsbilanz ist also im Monat Oktober mit 383 (September 364) Millionen RM. aktiv. Unter Berücksichtigung der Reparatlonssachliese- Reichsbankdiskont 8 o. H., Lombardzinsfuß 10 v. H. Frankfurter (Siermartt. Frankfurt a. M., 16. Aov. Die Tendenz des hiesigen Marktes ist als stetig zu bezeichnen, nachdem auch in der vorigen Woche keine Veränderung in den Preisen eingetreten ist. Die Anlieserungen waren Autoeilen," infolge der jetzt einsetzenden 3unghenn:nproduktion, etwa- gröber, sind aber der 3ahreszcit entsprechend normal. Frische Ware ist allerdings sehr knapp, das wenige Angebot wird sofort placiekt. Der Berkaus an den Detailhandel stagnierte fast vollkommen aus den hinreichend bekannten Gründen. 3n- teresse erhält sich nach wie vor nur für die billigsten Sorten. GS notierten in Pfennigen ver Stück ab loco Frankfurt a. M.: ‘Bulgaren 11 bis 11,50; 3ugoslawen 11 bis 11,50; Rumänen 10,50 bis 11; Russen 10 biS 10,50; Polen 10 bis 10,50; Holländer 12,50 biS 15; Dänen 12,50 bis 15. Kühlyauseler: Holländer 10,50 diS 11; Rumänen 9 bis 9,50; Bulgaren 9,50 bis 10; Polen 9 bis 9,50. Oie gestrigen Börsen 3m Vorjahre wurden auf die Stammaktien 12 v. H. Dividende auS 2 451 817 Mack älcb;rfchuß verteilt. • Kaliwerke Aschersleben. Gegenüber den Erwartungen der Belegschaft und den Hoffnungen der in Betracht kommenden Gemeinden auf Wiedereröffnung des Betriebe» der Kaliwerke Aschersleben erklärt die Verwaltung, daß der Absatzrückgang bis zum 31. Oktober in schwesel- saurem Kali (der vornehmlich vom Werk Aschersleben produzierten Salzsorte) gegenüber dem Vorjahr 34 v. H. betrage, während der Rückgang aller Sorten im Durchschnitt sich nur auf 28 v. H belaufe. Da auch für da- 3abr 1932 mit einem Aachlasfen der Absatzkrise nicht zu rechnen fei, tonne eine baldige Wiederaufnahme deS Betriebes nicht in Aussicht gestellt werden. • Dutehofsnungshütte, Aktienver - ein für Bergbau und Hüttenbetrieb. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 1930 31 nach lieber nähme des Verlustes von der Gutc- hosfnungshütte AG., Oberhausen, von 2 99 Mill. Mark einen Dewinnsaldo von 1,20 Mill. Mark. Aach Abschrcibungen von 2,63 (1,45) Mill. Mark ergibt sich unter Berücksichtigung deS Gewinnvortrages aus 1929/30 von 0,63 Mill. Mark (0.22) für 1930/31 ein Verlust von 822 667 Mark. (3m Vorjahre wurde auS einem Reingewinn von 8 629 484 Mark, in dem der von der Gute- hosfnungshütte Oberhausen AD. übernommene Gewinn von 5,08 mitenthalten ist, eine Dividende von 10 Prozent verteilt.) Den Grundsatz „Qualität über alle»" hat die Maggi-Gesellschaft auch bei Elnführunaihrer Prämien für die fleißige Verwendung von Maggis Er- {eugnissen gelten lassen. Die einzelnen Gegenstände nd durchaus praktisch und qualitativ gut. Die Hau»- rauen werden ihre Freude daran haben. Da über- die» bei der vielseitigen Verwendung von Maggi'» Erzeugnlsien im Haushalt schnell die nötige Anzahl Gutscheine beisammen ist, lohn! e» sich, diese zu sammeln. 7793A Oie Berliner Börse fordert Wieder» eröffnung des Börsenverkehrs. Nachdem durch die 7. Verordnung zur Durchfüb- rung der Verordnung des Reichspräsidenten über die Devisenbewirtschaftung die Gefahr einer Verschlechterung der deutschen Deolscnlage aus Wertpapier- verkaufen aus dem Auslande im Börsenverkehr beseitigt ist, hält der Berliner Börsenvorstand die u n - oerzügllche Wiederherstellung des amtlichen Verkehrs an Der Berliner Börse im allgemeinen wirtschaftlichen Interesse für dringend geboten. Sollten bei maßgebenden Stellen noch unüberwindliche Bedenken gcacn die unverzügliche Wiederherstellung des amtlichen Verkehrs bestehen, so ist für eine Ueberganaszeit mindestens der Fr e i o e r f e h r in den Börsensälen zuzulassen. Der Börsenvorstano beauftragte das Präsidium und die Zehnerkommission in Fühlungnahme mit den Aufsichtsbehörden mit größter Beschleunigung die erfor- ocrlichen Vorbereitungen zu treffen. Dieser Beschluß wurde nach eingehender Aussprache einstimmig gefaßt. fere Zurückhaltung hervor, während das (Ergebnis her hessischen Landtagvwahlen überwiegend verstimmte. Die Meinungen wegen des Ausgangs dieser Wahlen waren sehr verschieden, doch vertrat man vielfach die Ansicht, daß die Nationalsozialisten durch ihre starke Ausdehnung gezwungen sein dürften, praktische Mitarbeit an den Geschehnissen im Reiche zu leisten Nachdem sich die Kurse des Aktien- marUes zunächst um etwa 1 bi» 14 v. H. senkten, trat gegen Mittag wieder eine Besest.gung ein. E» wurde günstig vermerkt, daß kein größeres Angebot an die Märkte kam und die Nachfrage überwog. So konnte die' Mehrzahl der Paviere meist wieder ihre Anfangsverluste aufholen, so daß gegen den Wochen- schluß die Tendenz als gut behauptet zu bezeichnen war. Die Umsatztätigkeit hielt sich dabei iedoch in sehr engen Grenzen. Am Rentenmarkt war die Stimmung über- wiegend freundlicher. Wenn auch das Geschäft nur mäßig war, so ergaben sich doch für Gold- und CI- qulbationspfanbbrtefe durchweg Rurebefferun- gen von i bi» 1 v. H. Auch die übrigen Werte de» Anlagemarktes zeigten meist kleine (Erhebungen. Auslandsrenten lagen vollkommen gefchäftslos. Ziemlich lebhaft am Devisenmarkt. An den internationalen Devisenmärkten war da» Geschäft gestern ziemlich lebhaft. Da» englische Pfund konnte sich am Vormittag knapp behaupten und stellte sich auf 3,761 gegen den Dollar, In Amsterdam war es mit 9,38 eine Kleinigkeit fester. In Zürich zog es auf 19,37 an und in Paris auf 96,75. Der Dollar blieb international fest. Er konnte in Pari, auf 25,52, in Amsterdam auf 249 und in Zürich auf 513,50 an- ziehen. Auch die R ei ch » m a r k war weiter f e ft. Sn Zürich eröffnete sie mit 121,90, nachdem sie am Samstag mit 121,25 geschloffen hatte, doch konnte sie gegen Mittag ihren vollen Gewinn nicht aufrechterhalten und «chwachte sich leicht auf 121,70 ab. yn Amsterdam stellte sie sich auf 59,10, in London auf 15 X und in Paris auf 603. Am Nachmittag ergaben sich keine größeren Der- änberungen. Da» englische Pfund war kaum verändert und schloß gegen den Dollar mit 3,76|, gegen Äreti Wetzlar. • Dornholzhausen, 16. Aov. Vom 17. bis 22. Aovembcr wird hier eine W e l t a n - schauungvwoche. durchgeführt von der Volksmission, abgchalten. Sine Veranstaltung gleicher Art fand in der Zeit vom 1. bis 6. Ao- vember in Hochelheim statt. 3m Rahmen dieser Weltanschauungswoche, die nicht in der Kirche, sondern im Gasthaus abgehalten werden soll, werden durch den Vortragenden W. V. E ck st ä d t von der Wichernvereiniaung in Hamburg 6 Vorträge gehalten. Die Themen lauten: .Sind die heutigen Verhältnisse gottgewollt?", .Der liebe Gott und das Leid'", .Die soziale Frage und die Antwort 3esu Ehrifti", .Können wir an Wunder glauben?", .Gibt eS ein Fortleben nach dem Tode?", sowie .Du und dein Gott". Die Vorträge stellen gleichzeitig eine Anknüpfung und Fortsetzung der in Hochelheim gehaltenen Vorträge Dar. An die Vorträge soll sich jeweils eine Diskussion anschließen, in der Fragen weltanschaulicher Art behandelt werden sollen, um in gegenseitiger Aussprache zu Gewißheit und Klarheit in GlaubenSdingen zu gelangen. gerifn. 16 Ivvlmt-, AatfntanddK A iei...... ötifllidlf Rcttn ....... tänfldK Roten . ...... tfnaltldw Rol.-n ....... .ttan|6Hid)« Roten ....... Oollflnotldtf Roten ...... .Italien«(fce Roten ....... Rorroentldte Roten ...... Teutltfh Ctiteneid), 6 100 Walte, Ruate Roten ... . . €d)roe6t|*e Roten........ 6d>roenet Roten. ........ $paml»e Roten ........ Unflanltfif Rote« . . üb erbeff en. Gemeinderat Nidda. ip Didda, 14. Aov. Dieser Tage fand die Einweihung des neu h e r g e r i ch t e t e n RathauSfaaleS mit anschließender Ge- meinderatssrhung statt. Der Bürgermeister gab in einem kurzen Rückblick Kenntnis von den baulichen Aenderungen des Rathauses, und von den Geschehnissen, die zu einer Aenderung deS bisherigen Zustande- geführt haben. Wenn zur Durchführung de- Umbaues drei 3ahre notwendig waren, so seien hierfür lediglich finanzielle Gründe maßgebend aewesen, weil die Kosten auf drei 3ahre verteilt werden mußten. Die Stadtkafse ist mit der Bürgermeisterei vereinigt worden. Zur Au-fchmückung des RathauS- saale- hat die Aiddaer Bank eine Gefamtansicht von Aidda gestiftet, außerdem haben die Bilder der früheren Bürgermeister und Beigeordneten in dem Rathaussaal einen würdigen Platz erhalten. Zu Ehren der Verstorbenen erhoben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Herr S e u m gab seiner Freude darüber Au-druck, dah es dank der 3nitiative de- Bürgermeister- endlich gelungen sei, den schon vor 3ahren beschlossenen Umbau ducchzusuhren, und daß man insbesondere mit der Qluigeftaltung de- Rathau-saale- durchaus zufrieden fein könne Hierauf wurde in die DemeinderatS- f i tz u n g eingetreten. Dem Gesuch deS Sportklub- Viktoria 1912 Aidda um Erlaß der Pacht für den Sportplatz auf der GänSweid wurde mit Wirkung vom 1.3anuar 1932 statt- gegeben — Die Hundesteuer für das Kalenderjahr 1932 wurde ebenso wie für das lausende 3ahr auf 8 Mk. pro Hund festgefetzt, wobei von einer Erhöhung der Steuer für den zweiten und dritten Hund Abstand genommen wurde. Die Hundesteuer für Staat und Gemeinde beträgt also nach wie vor 20 Mk. Ohm-Lumdatal'Gängerbund. • Mücke, 14. Aov. Hier fand in diesen Tagen eine Dirigenten tagung des Ohm- Lumdatal - Sängerbundes statt. Anwesend waren die Dirigenten bzw. Vertreter von 21 Gauvereinen. Der Gauvorsihende Becker (Kesselbach) erstattete eingehend Bericht über den in Aschassenburg abgehaltenen Bundessängertag deS Hessischen Sängerbünde-. Hauptauigaoe der Dirigcntcntagung war es, über den Gaulie- der tag 1 932, dec in Merlau stattfindet, zu verhandeln. Din Termin für die Veranstaltung konnte noch nicht endgültig festgesetzt werden. Laut Beschluß de- SängcrtageS soll 1932 wieder ein WertungSsingcn unter fa I männif J;cr Kritik stattsinden. Die Wahl deS Wertungsrichters wurde noch nicht endgültig getroffen. AlsPfiickt- chor wurde der Chor ,Mein Deutschland" bestimmt. Von diesem Thor soll jeder Gauverein eine Strophe zu:n Vortrag bringen. Außerdem singt jeder Gauverein einen Cyor nach freier Wahl. Die Kritik soll in der seitherigen Form (jeder Verein erhält sie schriftlich zugestellt) gehalten werden. Eine Gaukundgebung soll wie alljährlich stattfinden, bei welcher der Gau zwei Mafscnchöre zu Gehör bringen wird. Am Schlüsse der Tagung verabschiedete sich der langjährige Mitarbeiter im Musikausschuß und beliebte Dirigent Lehrer Müller von Kölzenhain. Sein Scheiden aus dem Gau erfolgte aus Grund seiner Versetzung. Der Gauoorsitzende sagte dem Scheidenden für seine Arbeit herz ichen Dank. L'oiiDtvcte Wicftcn. 00 Klein-Linden, 16. Nov. Der Kirchei., diener Karl Rinn feierte am Sonntag das Jubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit als Kirchendiener U.r h.esigen Kirchengemeinde. Am frühen Morgen brachte ihm der Posaunen- chor ein Ständchen. Psarrer Bremmer gedachte im Hauptgottesd.enst der Verdienste deS 3ubllarS. Arn Abend brachten die evangelischen 3ugendvereinigungen ebenfalls ein Ständchen. Pfarrer Bremmer dankte dem 3ubilar für eine unermüdliche Arbeit. Der Kirchenvorstand tistete Herrn Rinn einen Ruhesessel. Der Ge- angverein „Harmonie", dem Kirchendiener R i n n Viole 3ahre angehört, ließ ein Blumengebinde überreichen. D Großen-Lindcn, 16. Nov. Auf der 17. Süddeutfchen Geflügelausstellung in Würzburg errang Heinrich QBagjicrVII. von hier auf Tauben Hessisch? Kröpfer, fahl, ohne Binde, Täuber: sehr gut 1 mit Ehrenpreis, sehr gut 2, und auf Tauben: sehr gut 1 und sehr gut 2, ferner auf Tiger-Täuber sehr gut 1 und gut 2. t Lang-Gön», 16. Nov. Auf der 17. Sübbeut. schen Geflugelausstellung au Würzburg erzielte der hiesige Züchter Karl Müller mit seiner Zucht poncUanfarblgcr, sederfüßiger Zwerge vier Auszeichnungen und zwar zwei „sehr gut , ein „gut 2" und ein „gut 3". Mit schwarzen Antwerpener Bartzwergen erzielte er zweimal „lehr gut 1“. (D G r ü n I n g e n , 16. Nov. Auch in unserem Orte wurde auf Veranlassung des Landesausschufsc» der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Hessen für die Wintcrnothilse 1 93 1/32 ein örtlicher Ausschuß unter dem Vorsitz des Bürgermeister» Euler gebildet. Auf Grund einer In- Awischen abgeschlossenen Einzeichnungsliste wurden mogesamt 28 Zentner Kartoffeln, 9 Zentner Gemüse und 5 Zentner Obst von den hiesigen Einwohnern zur Verfügung gestellt. Die Lebensmittel werden der Stabt Gießen üverwiefen. D Cid), 16. Nov. Am Samstagabend feierte der hiesige Männergesangverein „Cäcilia", In Stein» Saalbau sein 9 4. S11 f t u n g » f e ft. Die unter der Stabführung von Lehrer 3 l g e (Butzbach) oorgetragenen Chöre, zum Teil in Volkston gehalten, zeugten von guter Durcharbeitung und sanden starken Beifall. Ein Einakter und einige Vorträge wurden dankbar ausgenommen. Die Kapelle Schwarzlose - Gießen wartete mit guten musikalischen Darbietungen auf. Mvcie Büdingen △ Nl d da, 16. Nov. Die diessährige B a u t ä t i a- leit war in unserer Stadt doch noch lebhafter, al» man Im Frühjahr glaubte. Im ganzen wurden fünf neue Wohnhäuser errichtet, und zwar zwei (Ein- familien. und drei Zweisamlltcnhäufer. Von letzteren sind die beiden Wohnhäuser für vier Beamtenfamilien, die durch die Errichtung einer Abteilung des Feldbercinigungsamtes hierher übersiedeln müssen, Gut behauptet in Berlin. Berlin, 17. Nov. (WTB. Funkspruch) Bel ruhigem Geschält lag der heutige telephonische Frei- verkehr im großen und ganzen gut behauptet. Bcfürck)tungen, daß auf Grund des Schlusses der aestrigen Neuyorker Börse Material hcrauskommcn könnte, bestätigten sich nicht, im Gegenteil, die gut erholten Kurse von gestern nachmittag setzten unverändert ein, und für Svezlalwerte bestand Im Verlause sogar eher Interesse. So hatten Kaliaktien und Farben einige Nachfrage zu verzeichnen, wobei bei letzteren wahrscheinlich die mit der Interial Chemical gepflogenen Verhandlungen anregten. Von Bankaktien waren heute wieder Handelsanteile und neu auch Relchvbank etwas stärker gesucht. Politisch bleibt die Situation weiter undurchsichtig, außenpolitisch handelt e» sich im Moment meist um vorbereitende Verhandlungen, Innerpolitisch ist man auf die (Ent- scheidung des Zentrums gespannt, nach welcher Richtung es in Zukunft nach dem Wahlaussall In Hessen lavieren wird. Genügend Gesorächsstoff bot die Verhaftung Katzenellenbogens. (Eine Heber- raschung, diesmal im günstigen Sinne, brachten dagegen verschiedene Abschlüsse von Industriegesellschaf- ten. Die Nordwcstdeutsche Kraft soll wieder 7 o H. Dividende verteilen, Lahmeyer schlägt 10 nach 12 vH. Im Vorjahre vor, und auch der Abschluß der Münchner Versicherung wurde als recht befriedigend angegeben. An der freundlichen Stimmung konnte auch der heute zur Veröffentlichung gekommene Reichs- bankauswcis per Medio November nichts ändern, da man auf die Devisenverluste (72,2 Millionen) vorbereitet war Sonst ift das Aussehen diese» Ausweises ziemlich normal. Da» Geschäft in Dollarbonds lockte audi beute fast völlig, dagegen waren feftoer- Insliche Werte gut gehalten und meist etwas geragt. Auch Kommunalobligationen begegneten eint- l»m Interesse^ zumal sie den Pfandbriefen gegenüber m Kur« zurückgeblieoen sind. so weit fertiggeftettt, daß sie schon in diesem Monat bezogen werden können. (Em weiteres Wohnhaus ift in den günstigen Herbstwochen in der Beundestrahe im Rohbau für Oberjustizwachtmeifter Holland erbaut worden. Kirche und Schute. Landkreis Gießen. Iß.Xeeanbfr tlmitut* XohmiM Mt‘ erath»# Xonrm» 2*dr 1.21 8.23 8.21 8.23 58 M 59.06 58 94 59.06 12.466 12.488 12.468 12.488 tva&HX» . . 73.28 73.42 73.28 73.42 eoHo 3.CS7 3.063 3.C57 3 C63 follanl . . <69.33 169.67 169.23 169.57 CHo 88 11 83 29 87.81 87.99 »epenbajee. 19.81 89.99 88.91 89.09 etcÄolo 89 56 89.74 88 56 88 7 4 L'onbOR 15,81 15.92 15.14 15.18 WumiH fltxrt 1.118 1.122 1.098 1.102 Rfuoort 4.209 4.217 4.209 4.217 tl 58.57 58.69 58.55 58.67 ?tch«n . . 21.72 21.76 21.69 2173 Vattt . . 16.53 16.57 16.52 16.56 cd>te*ti . . 82.12 82.28 82.07 82.23 < panten 36 <6 36.57 36.44 36 52 Tonvo 82.22 82.M 82.12 82.21 Java» Rto t* 2.068 2.072 2.068 2.072 0.259 0.261 0.259 0.261 ^üfiab°Tl,e’ 7.473 7.487 7.473 7.487 14.39 14.41 14.39 14.41 ■’^f^ÄÄiln^Odol Tir 58.65 «9.58 15« 18.11 169.68 21.78 M.78. MM 2,51 89.73 82,28 36,<2 Ä 17-488 73.82 3.0ö '«.57 87.99 89.09 88.78 15,1t '-'O2 -217 58.67 21,73 16,56 82,23 36,52 «2,21 2,072 0,261 7,887 14.41 5$:ll 12.468 73-28 ,3.037 169,23 87,81 88,91 88,56 15,18 1,098 4-209 58,55 21,69 16.52 82,07 36,88 62.12 2,068 0.259 .473 14,39 L ZZ*tir~ 8:5 16.52 168,96 21.70 »7.92 58.68 2.49 89,37 »1.98 36.2» 1H», Ä l*erbam ick JO Ho»»? 59,ti ’v^Qib Don c ben Jüf* ---^3rlt mtarbjlMfufc 10 y.h. itrmarft. bk Die Tendenz des bmichm, Doche keine Deiände- rtrn ist. Die Qlnliefe- Av.ge der jetzt ein« 'uvn, eitoti zwßcr enilprechend norad >Ss sehr kM ki rt ^ocitft. ?er 3a« aznierte faß voülom- konnten Sründen. In- m nur für dir M-- o Piennigen prr LM Bulgaren 11 bii 11,50; iwr.0r.en 10,50 bii 11; IS bii 10-0; Mmder biL 15. MihaMrr: mänen 9 bi8 9-0; M« bis 9,50. hätten. lyalötmofrofen en. BIS.) Die W. w>e tbtönng Hm WO, .st n Soiialotmottatie \>fr treinjtik Summen okv euBö* in Dannfliiuf tf- leunii da 2iuy.en t.n< iernngspoitt!k/ä Gegna da ToW-'3 ren, ivada, mW >»- ldmoknitiedenandc- tghtingtbilbuW inet fioatiüoMttgitmul ,4*11» * •'*. *11Ml»**6 „j-lichd»«"!! * K'S'S -fes*.* este» *= ,ur Tor- Ä * Xi®*Ä I'*' nie am 5fl®* <,'& »a- «.< £an#X «!«•■ ^Tübtf aDt,ihrer $ra- genöunfl (LwnM jdsfttis ff ® ff *2 Wessen Kind bin ich? Vornan von Fr. Lehne. (Urheberschutz durch C. Qldcrmann, Romanzentrale Stuttgart.) 5. Fortsetzung Nachdruck verboten. ©in dumpfes Schuldgefühl erfüllte die Frieda; hatte sie der Lotte nicht das häßliche Schimpfwort zugerufen, würde die vielleicht gar nicht daran gedacht haben, es an Ebba heimzuzahlen, an Ebba, die sie alle so gern hatten. 2lber die Lotte hatte ihre Geduld auf die äußerste Probe gestellt. ..Dumme Bauerntram- pel" lieh sie sich nicht schimpfen — am allerwenigsten von einer, die gar nichts war und gar nichts hatte, nicht mal einen richtigen Vater — und sie, Frieda, würde mal den großen Hof kriegen — — Ebba riß ihre Hand aus der Friedas. „Das ist nicht wahr! Das ist nicht wahrl Das ist nicht wahr", schrie iie, auf Lotte zustürzend. „Wohl ist es wahr, du Findelkind! Brauchst wirklich nicht so eingebildet zu sein! Frage doch deinen Pflegevater! Er und der Pfarrer sind doch auch bei meinen Großeltern gewesen und haben gesagt, sie sollen nicht darüber sprechen, daß du bloß ein Findelkind bist. Die Großmutter hat es mir selber erzählt." Da brach Ebba in heißes, verzweifeltes Wernen aus. Was sie erfahren, war zu schrecklich, als daß sie es überhaupt schon richtig fassen konnte. Frieda Heitmann konnte ihren Liebling nicht weinen sehen; das große kräftige Mädchen stürzte . auf Lotte Mähler zu und gab ihr ein paar derbe Ohrfeigen. Lotte schrie laut, wehrte sich aber und schlug wieder. Durch den Lärm herbeigerufen, kam der Lehret. -der in der Küche bei seiner Frau das Frühstück eingenommen. Mit einem Blick erfaßte er, daß sich etwas Außergewöhnliches zugetragen haben mußte — seine Ebba in Tränen, ganz verändert das liebliche Kindergesichtchen, wie er es nie gesehen. Schreck erfaßte ihn. Auf seine Frage, was vorgefallen, schwiegen die Kinder, eines zum andern sehend, ob das nicht sprechen wolle. Sein Auge fiel auf Lotte Mähler, die in verbissenem Trotz dastand; ah, sie war sicher, wie gewöhnlich, die Anstifterin des Streites gewesen. Er wandte sich an sie. „Was war? Gib Antwort!" Lotte zuckte die Achseln. „Frieda Heitmann ist schuld. Sie hat mich .Bankert' geschimpft, und dann hat sie mich noch geschlagen." „Frieda, wie .kannst du — Der vorwurfsvolle und zugleich schmerzliche Ton des verehrten Lehrers beschämte Frieda, die dunkelrot wurde. „Herr Lehrer, die Lotte hat mich zuerst geschimpft. Sie hat gesagt, ,du dummer Dauerntrampel', und dann, dann habe ich sie geschlagen, weil, weil--“ Frieda konnte nicht weitersprechen; bitterlich schluchzte sie auf." — weil —? Warum vollendest du nicht, Frieda? Und warum weinst du, Ebba? Hast du gar nicht mitgestritten?" „Rein, Ebba hat nicht gestritten; sie ist ganz unschuldig", riefen die Kinder, „aber die Lotte hat zu Ebba etwas sehr Häßliches gesagt, und darum hat die Frieda sie geschlagen —" „Was hat sie zu Ebba gesagt? — Run, Ebba —? War es gar so schlimm?" Liebevoll wollte er das Töchterchen umfassen; doch mit einer zuckenden Bewegung entwand sich Ebba ihm. Da sagte Lotte Mähler trotzig, kreidebleich und mit funkelnden Augen: „Ich habe gesagt, daß die Ebba ein Findling ist — also auch gar nichts Besseres als ich —" „Mein Himmel!" stöhnte da der Lehrer. Er legte die Hand an die Stirn und war bis ins Innerste getroffen. Daran hatte er wirklich niemals gedacht, daß ein unbedachter gehässiger Kindermund das Geheimnis, das Ebba nie erfahren durfte, in so brutaler Weise enthüllte. Seine arme Frau und das noch bedauernswertere Kind, dessen mimosenhaftes Zartgefühl er ja so gut kannte! In kalter Wut hätte er sich auf die Lotte Mähler stürzen können, die ein Unglüd an- gerichtet, das ja nie wieder gutgemacht werden konnte. Ach, Kinder sind doch die grausamsten Geschöpfe. Und er konnte die Missetäterin gar nicht einmal strafen. Er ballte die Hände zu Fäusten. preßte die Zähne aufeinander, um sich zu beherrschen. Er sah die Lotte nur an, aber mit einem Blid, vor dem das ziemlich unempfindliche Geschöpf doch die Augen niederschlug. „Komm, mein liebes Kind!" wandte er sich dann an Ebba, ihre Hand fassend. Das Wasser stand ihm in den Augen, als er in das totenblasse Kindergesichtchen blidte. „Ich bin euer Kind doch nicht!" sagte sie voller Verzweiflung. „Du bist unser einzig geliebtes Kind! Der Himmel hat dich uns geschenkt, wie er uns deinen Bruder, den Christel, geschenkt hat. Frage auch die Mutterl" Er ging mit Ebba zu seiner Frau. Gemieden stand die Lotte da, gemieden von allen Kindern, die sich dicht zusammengedrängt hatten und mit feindseligen Bliden die boshafte Mitschülerin musterten. Und bitter empfand Lotte die Verachtung der anderen. Als die Schulstunde wieder begann, fehlte Ebba. Lehrer Lenz hatte sie bei seiner Frau gelassen. . Es wäre ihm unmöglich gewesen, das olasse, todtraurige Kindergesichtchen vor Augen zu haben; seine ganze Kraft hätte es ihm genommen. Er mußte sowieso schon alles aufbieten, um bei der Sache zu bleiben; denn seine Gedanken waren immer bei seiner Frau, der er das Dor- gefallene doch hatte sagen müssen." „Christian!" Schreckensbleich hatte sie ihn angestarrt, dann mit einem wehen Aufschluchzen das Kind in die Arme gerissen. „Das ist nicht wahr, was die Lotte gesagt; sie hat sich das nur ausgedacht, dich zu ärgern! Du bist unser geliebtes Kind." „Sie hat gesagt, meine Eltern seien Seiltänzer oder Zigeuner gewesen, die hätten mich ausgesetzt." Frau Lenz versuchte ein Lachen. „Kleines Dummchen! Zigeuner setzen keine Kinder aus, die stehlen welche! Du bist doch kein Zigeuner- kind, die sind doch schwarz, so wie die Lotte, die könnte eins sein! Frage doch auch den Herrn Pfarrer." Alles mögliche brachte Frau Lenz vor, um Ebba zu beruhigen; doch den Unglauben und die Verzweiflung, die sich so deutlich auf Ebbas Gesichtchen ausprägten, die konnte sie nicht zum Schwinden bringen; zu tief hatten sich die boshaften Worte Lotte Mählers in ihrem Innern festgehakt, immer mutzte sie von neuem darüber nachgrübeln. Seit diesem Tage war das unbefangene fröhliche Kind ein anderes, ernst und verschlossen, mit einem traurigen Ausdruck in den Blauaugen; selbst die verdoppelte Liebe und Zärtlichkeit der Eltern vermochte nicht, ihre Fröhlichkeit wieder zu toeden. Der Pfarrer war empört, als er erfuhr, was Lotte Mähler angerichtet. Er ftefite sie zur Rede. Ohne Erfolg. Denn sobald sie Ebba sah, höhnte sie: „Du Findelkind! Es ich wohl wahr, du bist doch eins!" Und sie kostete voll den Triumph aus, die beneidete und gehatzte Mitschülerin so ge- demütigt zu haben. , , Wie ein Peitschenhieb sah dieses böse Wort; es nagte und fratz an Ebba. Ein Findelkind, das war doch etwas Schredliches, Verächtliches; sie wagte sich kaum noch unter die anderen Kinder. Auf das Schloß tootlte sie auch nicht mehr gehen. Sie schämte sich, kam sich unehrlich vor, weil ihre Eltern sie verstoßen hatten. Inga weinte um die Spielgefährtin; sie wollte ohne Ebba nicht mehr lernen! Der Pfarrer hatte auf dem Schlosse erzählt, was sich zugetragen. ..... „Frau Lenz leidet unbeschreiblich; fte ist mit I ihren Verven beinahe wieder so weit wie damals nach dem Tode ihres Töchterchens; mir tut die Familie so leid!" sagte der Pfarrer bekümmert. „Dem wollen wir bald abhelfen I Wir holen uns einfach die Ebba, nicht wahr, Inga?" meint« die Gräfin. „O du Herzensmama!" Jubelnd fiel ihr 3nga um den Hals, und sie drängte, daß man bald 8X nächsten Rachmittag ging die Gräfin mit Inga ins Dorf. Selten, daß man die Dame dort sah, daher war heute die Reugierde groß. Ah, man hatte es sich gedacht: sie war im Schulhause verschwunden. Ebba hatte niemanden kommen sehen; sie sah ganz nerftedt im Garten und machte Handarbeiten. „Ebba--Ebba--!" Sie lauschte auf, als sie ihren Ramen hörte. Das war doch Ingas Stimme? Sie wagte sich nicht zu rühren, als das Rufen näher kam. — „Ebba —, Ebba — Und dann stand Inga vor ihr, sie vorwurfsvoll fragend: „Warum bist du nicht gekommen? Ich habe immer auf dich gewartet! Run wollen wir dich aber holen, Mama und ich! Sie ist drinn bei deiner Mutter!" „Mutter? ich kenne meine Mutter nicht! stietz Ebba schmerzerfüllt hervor, „ich bin doch bloß ein Findelkind, mit dem du gewih nicht mehr spielen darfst." Inga tippte bezeichnend mit dem Finger gegen ihre Stirn. ., , „ ,. _ „Quatsch!" sagte sie derb, „wäre ich sonst hier? Ein Findelkind bist du nicht, sagt Papa, unt> 6 er muh es doch wissen, Papa weiß alles. Die Mahler hat gelogen — — und das glaubst du Ach, es war etwas in Ebba, das der Lotte Mähler glaubte, obwohl es doch eine Unmöglichkeit war. Die Lotte war ja so boshaft und schlecht und log das Blaue Dom Himmel herunter; aber dieses hier, das hätte sie sich doch nicht ausdenken können, nein! Ein instinktives Gefühl sagte dem Kinde, daß die Lotte diesmal ausnahmsweise nicht gelogen hatte, denn sonst wäre der Vater ganz anders gegen die Lügnerin aufgetreten. Em Geheimnis muhte über ihrer Geburt walten, da mochten alle sagen, was sie wollten. Ebba muhte Ingas Drängen folgen und mit ihr ins Haus gehen. Sie grüßte in ihrer zierlichen, anmutsvollen Weise die Gräfin, die sie in den Arm nahm und ihr einen Kuh auf Stim und Wangen örüdte. t t Weißt du auch, kleine Ebba, dah du Inga sehr betrübt hast, weil du nicht mehr zum Lernen und Spielen gekommen bist?" „Mama, Ebba hat gedacht, ich darf nicht mehr mit ihr spielen!" rief Inga. Aber kleine dumme Ebba, tote kommst du nur darauf? Im Gegenteil, Ebba! Deine Freundin hat so viel Sehnsucht nach dir. dah wir dich unbedingt gleich mitnehmen." (Fortsetzung folgt.) 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