Nr. 243 Erstes Blatt Samstag, 17. Oktober 1931 181. Jahrgang Der letzte Appell des Kanzlers mit der Entthronung Verfügung. Wir kön- Bank- und Börsenfürsten zur im Ge- die nen in dieser Notzeit den Klassenkampf nicht ertragen, der von rechts proklamiert wird. Wir brauchen der Bank- und solchen Forderungen Erscheint läglich.autzei Sonntags und feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernsyrechanschliiffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re-. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 V, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Langes für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. n stöhnen gewesen? - 2? N und horchte' Eine Mehrheit für Brüning. Der Reichstag lehnt mit 295 gegen 270 Stimmen, also mit einer Mehrheit von 25 Stimmen die Mißtrauensantrage gegen das zweite Kabinett Brüning ab und vertagt sich wäre, als vor einem Jahr, als wir zu diesem Zweck unseren Minister Bredt zurückgezogen haben. Wir haben uns darum entschlossen, trotz aller Bedenken das Kabinett Brüning zu tolerieren. (Lärm rechts.) Dieser Regierung gehören heute bestimmte Persönlichkeiten nicht mehr an, gegen die wir Bedenken hatten. Das Kabinett Brüning ist berufen worden vom Reichs- prosidenten von Hindenburg, hinter dem das Gros der deutschen Bevölkerung steht und zu dem wir in unverbrüchlicher Treue stehen (Abg. Stubbendorf, deutschn.: Für 30 Millionen in unverbrüchlicher Treue!) — Präsident L 0 ebe : Das ist eine Unterstellung, die Sie im Ernst nicht aufrechterhalten werden. — Abg. Kleiner (deutschn.): „Aber der .Vorwärts' hat's doch geschrieben!" — (Große Heiterkeit.) — Präsident L 0 ebe : Was der „Vorwärts" schreibt, geht mich nichts an. Ich rufe den Abgeordneten Stubbendorf zur Ordnung. (Lachen und Klatschen rechts.) Abg. Mollath (Wirtschaftspartei) fortfahrend: Es ist eine Infamie, zu behaupten, daß in der Schicksalsstunde des deutschen Volkes eine anständige Partei sich durch Geldgeschenke in ihrer Entscheidung beeinflussen ließe. Was uns bei unserer verantwortungsvollen Entscheidung bestimmt, ist allein der Wunsch, das deutsche Volk aus dem Abgrund wieder zur Höhe zu führen. (Beifall bei der Wirtschaftspartei.) Börsenfürsten? Mit haben die Nationalsozialisten ihre Bewegung groß gemacht, und jetzt stellen sie diese Bewegung den dH wesentlich taktische Momente Unger der Rechtsopposition eine shlossenheit des Willens bewirkten, ir.d) Llebernahme der Verantwortung in Prak- sicher Zusammenarbeit einer ernsthaften Prü- jing vielleicht nicht standhalten konnte. Herr Dr. ffrii, der nationalsozialistische Fraktionsführer, Hille ja diese taktische Bedingtheit selber an» getutet, als er in Harzburg mit dem Hinweis auf das Vorbild Mussolini zeitweilige Koalitionen di unumgängliche Zwischenstadien auf dem Wege yt alleinigen Machtergreifung seinen Partei- g?offen schmackhaft zu machen suchte. Rechnung tragen sollen. Die Sozialdemokratie konnte auch durch die Absplitterung an ihrem linke« Flügel und die wachsende Propagandatätigkeit der Kommunisten im Lande nicht veranlaßt werden, von ihrer Politik der Tolerierung auch gegenüber dem zweiten Kabinett Brüning abzugehen. Das wird ihr um so mehr üebeitoinbung gekostet haben, als die Zu- fammenfcffung des Innenministeriums mit dem Wehrministerium in der Hand Groeners, die die Umbildung des Kabinetts gebracht hat, ihr gewiß nicht sympathisch war. Aber die Furcht vor dem, was nach einem Sturz Brünings zu erwarten war, bewog sie auch diesmal, ihre Bedenken zurückzustellen. Rachdem nun der Reichstag sich wieder bis zum nächsten Frühjahr vertagt hat, hat also der Kanzler noch einmal freie Bahn und es ist zu hoffen, daß er mit dem gleichen Mut und der gleichen Energie, denen er seinen Sieg im Parlament" in erster Linie zu verdanken hat, nun an die Bewältigung der großen Aufgaben geht, die ihm der nahende harte Winter stellt. Der Anfang dazu ist ja schon gemacht. Die Lücke, die die dritte Rotverordnung in der Aufstellung eines umfassenden wirtschaftlichen Reform- Pro g ramm s ließ, soll durch enge Zusammenarbeit aller Wirtschaftskreise, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, unter Führung der Regierung geschlossen werden. Dafür ist zunächst die Bildung eines Wirtschaftsbeirats aus- ersehen. Der Herr Reichspräsident selber hat sich erboten, in ihm den Vorsitz zu übernehmen, gewiß ein Zeichen, welche entscheidende Bedeutung die Regierung der Mitwirkung der beteiligten Kreise der Wirtschaft beilegt. Mit vollem Recht, denn dem drohenden wirtschaftlichen Chaos kann nur mit Aussicht auf Erfolg entgegengewirkt werden, wenn die Kräfte, die aufeinander angewiesen sind, vereint den Weg aus der Krisis suchen. Es geht nicht an, daß ein Volk, das auf schmalem Pfade an schroffen Abgründen vorbei sich den Weg ins Freie bahnen muß, neben einer beispiellosen politischen Zerrissenheit sich auch noch einen wirtschaftlichen Kampf aller gegen alle leistet. Das muß verhindert werden und es kann auch verhindert werden, wenn es gelingt, eine große Linie zu finden und Sonderinteressen dem Gesichtspunkt des Dolksganzen unterzuordnen. Der Hindenburgbrief an den Reichskanzler weist dazu den Weg und der volle Einsatz der Autorität des verehrungswürdigen Staatsoberhauptes gibt die Hoffnung, daß es in diesem Gremium von Sachverständigen, Arbeitgebern wie Arbeitnehmern, aus allen Zweigen des Wirtschaftslebens gelingen toirö, zu einheitlichen Vorschlägen zu kommen, die dem Gebot der Stunde Rechnung tragen. Wenn auch die Stimmung durch mancherlei Vorgänge gereizt und nervös 'ist, so gibt es ooch aus allerletzter Zeit Beispiele dafür, daß guter Wille auf allen Seiten der wirtschaftlichen Vernunft zum Siege verhelfen kann. Wir denken an den Mansfelder Kupferbergbau, wo es trotz des Grundsatzes der Unabdingbarkeit des Tarifrechts auf dem Wege freier Vereinbarung gelungen ist, eine Lohnsenkung zu erreichen, die es wahrscheinlich möglich machen wird, den Bergbaubetrieb aufrecht zu erhalten und damit den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch eines großen Bezirkes zu verhindern. Wenn es der Reichsregierung unter Mitwirkung des Wirtschafts- beirats gelingt, der Wirtschaft Luft zu schaffen und gleichzeitig den sozialen Frieden zu sichern, so ist schon eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein leidliches' Uebersteheu des nahenden Rotwinters erfüllt. Dazu gehört aber schnelles, energisches Handeln, denn zuviel wurde schon versäumt und immer wieder hinausgeschoben. Hoffen wir, daß der Reichskanzler Mut und Kraft genug aufbringt, auch diese drängenden Probleme anzupacken und daß er bei allen Berufenen die Einsicht und das Verantwortungsgefühl findet, die ein Gelingen des großen Werkes voraussetzt. Berlin, 16. Okt. (DDZ.) Reichstagspräsident Lobe eröffnete die Sitzung um 12 Uhr. Zunächst wird eine Entschließung des Ausschusses zugunsten der Kriegsbeschädigten debattelos angenommen. Die Aussprache über die Regierungserklärung wird dann fortgesetzt. Abg. Rippel (Chr.-G.): Es geht heute um mehr als um ein Kabinett, es geht um die Schicksalsfrage des deut- s ch e n V 0 l k e s. Schrittmacher der radikalen Flügelparteien sind die rücksichtslose Politik Frankreichs und die wirtschaftliche Not. Eine weitere Unterstützung hat die Agitation der Flügelparteien gewonnen durch die Sünden der früheren Regierungen. Die Rechtsopposition verdächtigt in ihren Versammlungen den Reichskanzler Dr. Brüning seit langer Zeit. Darum ist es erfreulich, daß Ado»f Hitler erklärt hat, er wolle Brünings Unantastbarkeit in keiner Weife anzweifeln. Die Parteigenossen Hitlers haben sich seither leider anders verhalten. (Lauter Widerspruch bei den Nationalsozialisten. Die Abgeordneten Dr. Frick und Dr. Göbbels rufen: Wir haben das auch nie getan!) Herr Dr. Göbbels, wenn Sie in Ihrem „Angriff" Dr. Hugenberg und feine Partei als einen „M i st h a u f e n" bezeichnen, dann wundert es mich, daß Sie sechs Wochen später mit diesem „Misthaufen" eine Einheitsfront bilden. Es lag kein Anlaß vor, Sturm zu laufen gegen die' Brüningfche Notverordnung in der die' Kürzung der hohen Pensionen, die Kontrolle der Großbanken und Kartelle angeordnet wird. Das sind doch Forderungen, die die Nationalsozialisten früher selbst propagiert haben. Die Ausführungen des Abgeordneten Dingeldey waren wenig unklar, aber ich habe den Eindruck, daß sie beginnen und enden mit der Forderung der Senkung der Löhne und die Auflockerung der Tarifverträge. Weder Dingeldey noch Dr. Oberfohren haben ein Einschreiten gegen die Politik der wirtschaftlichen Großkonzerne und Kartelle gefordert. Das deutsche Volk trägt harte Opfer, wenn die Not des Vaterlandes es erfordert, es wehrt sich aber mit Recht dagegen, wenn die verschwenderische Wirtschaft der Privatwirtschaft und der Kommunen auch in der jetzigen Notzeit fortgesetzt wird. Heute ist es nicht zu rechtfertigen, wenn der Intendant des Duisburger Stadttheaters ein Gehalt von 40 000 Mark bezieht, und wenn die Generaldirektoren der Großindustrie, die der Rechtsopposition sehr nahe stehen, heute noch Gehälter big 800 000 Mark erhalten. In krassem Gegensatz dazu stehen die niedrigen Gehälter der kleinen Beamten, von denen einige nach den durch die Notverordnungen verfügten Kürzungen für sich, Frau und Kind im ganzen 81 Mark als Monatseinkommen haben. Haben die Nationalsozialisten die Absicht, gemeinsam mit Hugenberg Die Sozialversicherung z u zerschlagen? Wie steht es heute bei den Nationalsozialisten *«£&*%* tOe schauen. “«! ,7 kennte fi* = ßifn. ocinc N- i^tM i.c-r hrrah» * * k» dm SuttS6?®» Finger in t - u ’c^en isunhe ineinünk Gedankengange ähnlicher Art find gestern auf die Entschließungen der kleineren Gruppen auf der gemäßigten Rechten gewiß nicht ohne Einfluß geblieben. Die Deutsche Volkspartei haben sie zwar, wenigstens in ihrer Mehrheit, nicht mehr umstimmen können. Die Partei hat an der Hauptverantwortung für die Außenpolitik des letzten Jahrzehnts schwer zu tragen gehabt. Sie mußte, um eine stetige außenpolitische Linie zu sichern, die Koalition mit der Sozialdemokratie oder zumindest einen stark von der Linken beeinflußten Kurs in Kauf nehmen, die ihr namentlich in wirtschaftspolitischen Fragen schwere Opfer und manchen Verzicht auf programmatische Grundsätze auferlegten. Es ist verständlich, daß sie ihre Handlungsfreiheit wieder zu erlangen trachtete, nachdem sie aus der Verantwortung für die Außenpolitik nach dem Ausscheiden von Dr. Curtius entlassen war. Ob hierbei allerdings ihre Taktik unanfechtbar war und sich nicht vielmehr ihre Situation durch ihre ablehnende Haltung gegenüber dem zweiten Kabinett Brüning, dem sie zwar mit Recht, aber schließlich doch ohne vollen Erfolg ein anderes Gesicht hatte geben wollen, eber verschlechtert hat, das muh die Zukunft lehren. Die Landvolkpartei, deren Vertreter im Kabinett, der Reichsernährungsminister Schiele unter dem Zwang der Finanzlage des Reichs und der entgegenstehenden Interessen anderer im Kabinett vertretener Wirtschastsgruppen die agraipoliti- schen Forderungen der Partei nicht zu hundert Prozent durchzusehen vermochte, hat ähnlich operiert, weil ihr die Mitverantwortung für einen ihr in vielen Dingen widerstrebenden Kurs nicht ’a :ger tr ebar erschi n. Dcge e i (on t nChrist - lich-Soziale und Wirtschaftspartei bewogen werden, bei der Stange zu bleiben. Beiden hat der Reichskanzler Zusicherungen gemacht, die einmal auf eine stärkere Berücksichtigung des evangelischen Volksteils, namentlich in der Schul- und Personalpolitik der Länder hinauslaufen, Aum andern den bislang arg vernachlässigten Interessen der mittelständischen Wirtschaft mehr bis zum 23. Februar 1932. eine Arbeitsgemeinschaft, in der auch die Gewerkschaften aller Richtungen vertreten sind. Abg. Mottaih(Wirtschastsp.) verliest eine Erklärung seiner Fraktion, in der es heißt: Die Folge einer vernichtenden 10jährigen Finanz- und Wirtschaftspolitik in Verbindung mit außenpolitischer Schwäche sei die Abwendung eines großen Teils des Volkes von dem jetzigen System. Die nationale deutsche Jugend ist heute der wertvollste Aktivposten unseres Volkes. Die Fraktion der Wirtschaftspartei, die durch Zustimmung zum Mißtrauensvotum den Weg frei zu machen hätte für die Bildung einer Regierung, in der diese Kräfte führend vertreten sind, ist sich der schweren Verantwortung bewußt, die sie damit für die Zukunft übernimmt. — Losgelöst von aller Parteipolitik haben wir die Folgen eines solchen Schrittes sorgfältig erwogen. Wir haben vor der Entscheidung der Fraktion dem Reichskanzler verschiedene Fragen oorlegen müssen und er hat uns zugesagt, daß er eine grundsätzliche Schwenkung in der Politik der letzten zehn Jahre vornehmen wolle unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des selbständigen Mittelst an des. Wir haben anderseits nicht die Ueberzeugung gewinnen können, daß heute die Chance für die Mehrheitsbildung einer Rechtsregierung größer diesem Manne derartige Vorwürfe zu machen, daß ist ein ganz historischer Fehler vom Standpunkt der deutschen Landwirtschaft. (Starker Beifall.) Sind wir uns doch darüber klar: Neben der ungeheuren Schulden- und Zinsenlast, die auf der Landwirtschaft ruht, neben der Ueberspannung anderer öffentlichen Lasten, leidet doch die Landwirtschaft heute schon in Deutschland wenigstens im stärksten Maße darunter, daß die Kaufkraft der Konsumenten soweit gesunken ist, daß sie ihre Produkte nicht mehr absetzen kann. Und deshalb geht es auch nicht so mit den radikalen Lösungen der Produktionskostensenkung auf einen Schlag, wie sie anscheinend einzelnen Rednern, vielleicht auch dem Abg. Dingeldey vorgeschwebt haben. Dor allem aber, das muß ich hier einmal scharf betonen, Herr Abg. Dingeldey, wenn ich in den Tagen, wo die Banken und Sparkassen geschlossen waren, Maßnahmen getroffen hätte, die das ganze Volk erregt hätten, dann wäre es nicht möglich gewesen, die deutsche Kreditwirtschaft und den deutschen Staat überhaupt zu retten. (Lebhafte Zustim- mung.) Ruhe mußte ich schaffen in diesem Augenblick. Es sind nicht die Maßnahmen des Staates gewesen, die unser Kreditsystem gerettet haben, sondern der Glaube der Bevölkerung an diese Maßnahmen. (Beifall im Zentrum.) (Eine praktische Arbeitsgemeinschaft habe ich im stillen so weit durchgeführt, daß ich stets wieder mit Mirtschaftsführern oct- Noch einmal freie Bahn. Eine Woche stärkster politischer Spannungen hat mit einem zweifellos großen Erfolg des Reichskanzlers geendet. Die Mißtrauensanträge gegen das zweite Kabinett Brüning sind vom Reichstag mit einer Mehrheit abgelehnt worden, die, so gering sie an sich auch fein mag, nach der Entwicklung der Dinge niemand mehr für möglich gehalten hätte. Wir haben bedauert, daß der Kanzler wirklich erst in letzter Stunde, als ihm das Feuer buchstäblich auf den Rägeln brannte und er keine andere Möglichkeit sah, den Angriff der Opposition im wieder zusammen- tretenden Reichstag zu parieren, sich zu einer Umbildung seines Kabinetts entschloß, und wir hätten gewünscht, daß diese Umbildung sich nicht lediglich auf das Ausbooten ein paar längst überfälliger Ministerkollegen und die Wieder- besehung des allzu lange schon vakanten Wirtschaftsministeriums beschränkt hätte, noch dazu mit einem Manne, der wie Professor W a r m • b 01 d seiner ganzen beruflichen Vergangenheit noch im Grunde der landwirtschaftlichen Interessensphäre zuzuzählen ist. Wir hätten auch gewünscht, daß in dieser Umbildung des Kabinetts der Wille des Kanzlers stärker zum Ausdruck gekommen wäre, den Kurs wieder auf die Linie ' zurückzulenken, auf der er begonnen hatte, als ihn im Frühjahr des vergangenen Jahres das Vertrauen des Herrn Reichspräsidenten zur Führung der Reichsgeschäfte berufen hatte und von der er abgedrängt worden war durch Umstände, für die er nicht allein verantwortlich gemacht to erben kann. Aber die Gelegenheit hierzu war offenbar verpaßt, es gelang ihm nicht mehr, die Persönlichkeiten für einen Eintritt in fein Kabinett zu gewinnen, auf deren Mitarbeit er Wert legte und die vermutlich feinem zweiten Kabinett den Charakter gegeben hätten, der ihm sowohl die Rückkehr zum alten Kurs wie auch laktisch den Kampf mit dem Reichstag sehr er» ‘ leichtert hätte. So mußte er diesen unter erschwerenden Umständen aufnehmen, da durch den Abmarsch der Deutschen Dolkspartei in das Lager der Opposition und die bis zum letzten Augenblick ungewisse Haltung des Landvolks und der Wirtschaftspartei sich die parlamentarische Basis «für seine Regierung bedrohlich verengert hatte 'uftd es schließlich nur von Zufälligkeiten der Abstimmungsmaschine abhängen konnte, ob er “ nicht in die Minderheit verseht werden würde. Der Reichskanzler kann die Ablehnung der ALchtrauensanträge ohne Zweifel als einen floriert Pers önlichen Erfolg für sich buchen. Die Z schneidige Art, wie er sich auch in einer fast verzweifelten Lage zum Kampf stellte, der Mut zur Unpopularität, das tiefe Bewußtsein der Verantwortung für deutsches Gesamtschicksal, das aiti jedem Wort seiner Reden sprach, die phrasenlose Sachlichkeit seines Rechenschafts- . berichts haben dem Kanzler nicht nur Achtung uxb Worte ehrender Anerkennung für seine Person aus Kreisen feiner politischen Gegner eingetragen, sondern gewiß auch im Volte das Vertrauen zu seiner Führung, das durch sein vielleicht durch die Umstände bedingtes, vielleicht lief mit seiner Ratur und seiner politischen Zc-undanschauung verwurzeltes Zögern und vor- sichtiges Tasten der letzten Monate schon bedenklich ind Wanken geraten war, erneut gefestigt. Denn auch in Kreisen, die die Arbeit des Kanzlers in letzter Zeit mit wachsender Skepsis üetfolgt haben und die manches Mal ein schnelleres Zupacken und energischeres Durchgreifen euch dann gewünscht hätten, wenn es galt, die Wirtschaft von der Starrheit von Bindungen zu freien, die ihr den Lebensatem abzudrücken )r»hen (Preiskartelle, Lohntarife), wenn auch in diesen Kreisen sich nach der gestrigen Ab- iimmung im Reichstag ein Gefühl der Erleichterung bemerkbar macht, so vermutlich deshalb, veil man dort nicht klar zu sehen meint, was Ulf einen Sturz des Kabinetts Brüning folgen foClte. Die Rechtsopposition hat sich zwar be» leit erklärt, die Verantwortung für die Reichs- leschäfte zu übernehmen. Ihr Harzburger Tref- ftrn bot auch zweifellos ein äußerlich imposantes Dild, es war gewiß eine organisatorisch hervor- Kbe Leistung, aber der Eindruck einiger Ge- enheit und einmütigen Willens konnte doch, denn wir einmal von kleinen Reibereien und persönlichen Eifersüchteleien ganz absehen, doch tur dadurch gewahrt werden, daß man in den jecneinsamen Kundgebungen es vermied, sich auf viA im Einzelnen präzis umrissenes und formu- keites Programm festzulegen. Wäre dies Der* lucht worden, hätte man vermutlich, abgesehen Io» der Außenpolitik, die sich ja von der Brü- >ngs nicht im Ziel, sondern nur in den Mitteln wterscheiden kann, bald feststellen müssen, welche rniberwindlichen Schwierig'eiten der Sammlung dkr oppositionellen Gruppen auf einer gemein« fiir.en Linie entgegenstehen. Wir denken nur an tie Wirtschafts- und Sozialpolitik, in der das wdonalsozialistische Programm mit den Ab- jplen Hugenbergs kaum konform gehen dürfte, ko konnte sich wohl das Gefühl verstärken, Reichskanzler ör. Brüning: Ich bin dankbar für die Anregungen, die in der Debatte gegeben worden sind. Die Reichsregierung widersetzt sich nicht einem Antrag, eine Reihe formulierter Vorschläge auf Aenderung der Notverordnung einem Ausschuß zur weiteren Beratung zu überweifen. Wir wollen nur, daß nicht d i e Klammern zerstört werden, die unser Wirtschafts- und Finanzgebäude Zusammenhalten. Ich danke allen Rednern, auch dem Führer der Nationalsozialisten für b i e vornehme Art, mit der sie die Polemik gegen mich in der Reichstagsdebatte geführt haben. Wenn diese Besserung der politischen Methode auch in den Parteiversammlungen der ^kleinsten Orte Platz greifen würde, dann würden manche Maßnahmen Überflüssig sein, die wir nicht zu unserer Freude in die Notverordnung aufnehmen mußten. Was mich mit einer gewissen Enttäuschung erfüllt hat, das ist die bei aller persönlichen Liebenswürdigkeit scharf ablehnende Kritik der Deutschen Landvolkpartei. (Lebhafte Zustimmung.) Ich sage das vom Standpunkt eines Freundes der Landwirtschaft aus, Denn einen Minister so angreifen, dem es das Geschick auferlegt hat, nur Abbaumaßnahmen gegen die Arbeiterschaft aus einer Zwangslage heraus oorzunehmen, einem Mann, der schon in früheren Jahren sich unter die Konsumenten gestellt hat und sich mutig zum Schutz der Landwirtschaft bekannt hat, Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vri'ck und Verlag: vrühl'sche Universltäls-Vuch' und Steindruckerel 8. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. schlebenster Berufe und mit Vertretern der Arbeitnehmer gesprochen und versucht habe, eine Linie ju finden. Ich bin überzeugt, daß es möglich ist, eine solche Linie zu finden. (Es ist meine Ausgabe, zu verhindern, baft das deutsche Volk in diesem schwersten aller Winter auseinandergerissen wird. Pflicht eines verantwortlichen Politikers ist es. zu verhindern, dah über die Rot dieser Wochen und Monate, über diesen internationalen Spannungen aller- äuherslen Grades nicht, wie es immer in der Geschichte de» deutschen Volkes war, das deutsche Volk in zwei feindliche Lager auseinandergerissen wird. Man mag mich ruhig angreifen, bas soll mich nicht stören. Ich habe mit Bewußtsein in den letzten Wochen in der Öffentlichkeit nicht mehr gesprochen, weil ich sonst in so scharfer Form gegen die Intrigen und Gehässigkeiten hätte Stellung nehmen müssen, baß ich vielleicht vieles für die Zukunft zerschlagen hätte. Ick habe Wichtigeres zu tun und ich habe einen zu tiefen Glauben an das deutsche Bolk, als baß ich es für nötig halte, auf jeden Angriff infamer Skribenten zu antworten. Bei dem Kampf der einen Seite dieses Hauses gegen die andere ist es leider nicht möglich, die Volksgemeinschaft in ihrem politischen Ausdruck herbeizuführen, die wir in die- fer historischen Stunde des deutschen Volkes haben müßten. Ich halte es für unmöglich, einen Weg zu begehen, der uns über diesen schweren Winter hinroegbringen soll, der von vornherein eine g e • scklossene Front gegen d i e Arbeiterflhaft bedeutet. Wer das glaubt, wird in kurzer Zeit versq^en. Aber hinter dem Versagen steckt diesmal etwas anderes. (Hört, hört! in der Mitte. — Sehr wahr! bei den Kommunisten.) Da es auf diesem Wege nicht möglich ist, so bin ich zu der Ueberlegung gekommen, ein Kabinett zu bilden, das an sich von jedermann in seinen Maßnahmen und in seinem Programm akzeptiert werden könnte, denn die Linie, die gegangen werden muß, wenn Deutschland gerettet werden soll, wird doch immer eine Linie des Ausgleichs und nicht der Unterdrückung nach der einen oder andern Seite sein. Ich muß daher die parteipolitische Basis dieses Kabinetts verengen und gleichzeitig dem Hrrrn Reichspräsidenten Vorschlägen, einen Wirtschaftsbeirat zu bilden. Venn man glaubt, in diesen schwierigen außenpolitischen Zeiten einen wechsel in der Regierung vornehmen zu können, bann muh ich etwas sagen, was ich aus eigenster bitterer Erfahrung habe kennengelernt: Jebes neue Kabinett mit einer anderen Etikette hat zunächst für einige Zeit mit ft ä r f ft e m Mißtrauen im tUusIanbe z u kämpfen. Wir können keine Zeit verlieren. Rehmen wir einmal den theoretischen Fall einer Rechtsregierung, wenn sie den weg, der zur Freiheit führen mutz, gehen will, so wird sie den Weg fortsehen müssen, den wir gegangen sind. (Sehr richtig.) Aber sie wird dem Auslande gegenüber erst Erklärungen abgeben müssen, die die bisherige Regierung nicht abzu- geben brauchte. (Lebhafter Beifall und Hände- klar,^en.) Damit ich nicht mihverstanden werde: ich habe kein Wort von einer Kapitulationserklärung einer solchen Rechtsregierung gesprochen und glaube, dah es überhaupt keine Partei in diesem Hause gibt, die jemals eine derartige Erklärung abgeben wird. Wie will man die Anschauungen innerhalb einer Rechtsregierung auf einen Renner bringen? Man (oll doch wenigstens einmal klar erklären, was man will. (Sehr richtig') Ich habe noch nicht die Möglichkeit gehabt, den offenen Brief Hitlers an mich selbst ganz zu durchzulesen. Das bedeutet keine Kritik. Ich werde ihn durchlesen. Aber auf ein paar angestrichene Stellen dieses Briefes möchte ich eingehen. Hitler sagt, wenn auch nur vorübergehend eine Sanierung gelungen wäre, hätte niemand an die Revision gedacht. In dieser Auffassung liegt ein grundsätzlicher Fehler. Ich habe nicht mit einer Revision des ^oungplanes angefangen, sondern es war zunächst meine Aufgabe, unter bitteren Opfern des deutschen Volkes ein finanziell wankendes Gebäude zunächst einmal zu stützen, um überhaupt darin leben zu können. Wir find die erste Regierung gewesen, die aus eigener Kraft und nicht aus Anleihen erfüllt hat. (Unruhe bei den Kommunisten.) Es zeigte sich dabei, daß es so mit den Reparationen nicht ging. Entweder gibt man uns das Geld, um es in Reparationen wieder zurückzuzahlen — und das hat auch einmal ein Ende —, oder man gibt uns die Freiheit, die Reparationen mit einem riesigen Ausfuhrüberschuß zu bezahlen, und auch das können die Völker nicht vertragen. Trotz aller Unpopularität mußten wir den Mut haben, unseren Weg zu gehen. Wenn man an das Erfüllen ohne ausländische Kredithilfe geht, so wird sich zeigen, daß es nicht möglich ist, in dieser Form und Höhe Reparationen zu bezahlen. Ich glaube, daß diese Methode, die gewählt wurde, um eine Aufklärung der Welt über d i e wirkliche Lage Deutschlands zu schaffen, wirksamer war, als manche Forderung der Parteien. Denkschriften und Reden werden die Weit nicht von der Rotlage Deutschlands überzeugen. Es überzeugt allein, wenn eine Regierung den Mut hat, ihre Karten aufzudecken und nicht zu sagen, daß sie mit allem Auferlegten mit einem Schlage brechen will. Diese unsere Methode ist nicht neu, sie ist von besiegten Völkern Immer wieder benutzt worden, um zum Erfolg zu kommen. wenn Hitler mutig genug ist. mir die nationale Gesinnung nicht abzusprechen, so frage ich: Was hindert dann vierfünftel dieses Hauses sich einmal zu entschließen, für ein paar Monate Parteipolitik beiseite zu lassen und nur darüber z u reden, wie das Vaterland gerettet werden kann, um endlich Glück und Freiheit zu schaffen. (AnhaltenderBeifallund Händeklatschen.) Die Abstimmungen. Oie Ablehnung der Mißtrauensanträge. — Auszug der Rechtsopposition. Vertagung des Reichstags bis Ende Februar. Damit ist die Aussprache beendet, und e» beginnen die Abstimmungen. Zunächst wird in namentlicher Abstimmung der von den Kommunisten. Deutschnationalen und Rationalsozialisten elnge- brachle Mihtrauensantrag gegen das Gesamtkabinett mit 295 gegen 270 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen abgelehnt. Das Abstimmungsergebnis wird von der Mitte mit Beifall, von der Rechten und den Kommunisten mit Schweigen ausgenommen. Der Reichstag wies bei den Abstimmungen eine Besetzung auf. wie sie noch nicht dagewesen ist. von den 577 Abgeordneten sind 5 71 anwesend gewesen. nur s?chs haben also gefehlt. Die Fehlenden waren bei den Sozialdemokraten der preußische Ministerpräsident Dr. Braun, bei den Kommunisten die Abg. Maddalena und Kreuhburg, bei der Deutschen Volkspartei die Abg. Dr. E u r 11 u s und Dauch und bei der Wirtschaftspartei der Parteioorsihende Dr. Bredt. 3n allen diesen Fällen lagen Krankheit oder andere unüberwindbare Hindernisse vor. Enthalten haben sich bei der Abstimmung die drei Deutsch-Hannoveraner. Bei der Deutschen Volkspartei haben fünf Abgeordnete gegen die Mihtrauensanträge gestimmt, und zwar die Abg. Dr. Kahl, Glahel. Thiel, Dr. Kallo (Hessen-Rassau) und Dr. von fi ar bot ff. Die Abg. Dr. Moldenhauer und Dr. Schneider (Dresden) haben sich an der Abstimmung nicht beteiligt. Das Landvolk hat bis auf die Abg. Schlange-Schöningen und Dorsch (Hessen) für die Mihtrauensanträge gestimmt. Der Abg. Schlange hat gegen die Mihtrauensanträge gestimmt, der Abg. Dorsch hat sich an der Abstimmung nicht beteiligt. Die Wirtschaftspartei hat geschlossen gegen die Mihtrauensanträge gestimmt. Ebenso stimmten dagegen Zentrum, Bayerische Volkspartei, Staatspartei, Konservative Volkspartei, Sozialdemokraten, Wirtschastspartei, Ehristlich-Soziate, die Volksnationalen und der Bayerische Bauernbund. Es kommt bann zur Abstimmung über bie Miß- trauensanträge gegen einzelne Minister. Der kom- munistische Mißtrauensantraa gegen Minister Grocner wirb in namentlicher Abstimmung mit 321 gegen 233 Stimmen abgelehnt bei 16 Stimm- cnthaltungcn. Mit ähnlichen Mehrheiten gegen ben Reichsernahrungsminister S ch i e l e unb ben Reichs- nrbeitsminiftcr Dr. Stege rroalb. Der Antrag auf Auflösungdes Reichstages wirb mit 320 gegen 252 -stimmen abgelehnt. — Der Antrag auf Aufhebung ber Rotverorb- n u n g e n wirb mit 336 gegen 233 Stimmen a b - gelehnt Dann ertlärt 21hg. Dr. Frick (Rats), nach biefem Verlauf ber Verhandlungen hätten die Rational- soz,allsten kein Interesse mehr an den par- lamentarifdjen Beratungen. Sie würden d e n Reichstag oerlassen und außerhalb des Par- laments daran arbeiten bie letzten Stützen dieses «ystems zu zerbrechen. Abg. G o 11 h e i n e r (Dnt.) schließt sich für die Deutschnationalen unb die drei Dissidenten aus der Landvolkpartei der Erklärung von Dr. Frick an. Die Mitglieder der Rechlsoppo- sition verlassen darauf unter großer Unruhe de» Hauses den Saal. Abg. T o r g l e r (Kom.) erklärt, es fei für die Feigheit und Heuchelei der Nationalsozialisten und ihrer Anhängsel bezeichnend, daß sie gerade in dem Augenblick flüchten, wo über ben kommunistischen Antrag auf Verweigerung weiterer Poung-Tributzahlungen ent» schieben werden solle. Der Antrag wird darauf ab- gelehnt. Ein kommunistischer Antrag, der die E i n- ftcllung der Panzerkreuzerbauten unb die Verwendung der so ersparten Mittel für Kin- derspeisung verlangt, wird mit 211 Stimmen der Sozialdemokraten beider Richtungen und Kommunisten, die wegen des Fehlens der Rechtsopposition die Mehrheit haben, gegen 118 Stimmen angenommen. Ein sozialdemokratischer Antrag, der Maßnahmen gegen überhöhte Kartellpreise verlangt, wird mit großer Mehrheit a n - genommen. Ein sozialdemokratischer Antrag, der die Reichsregierung ersucht, Pläne und Forderungen auf Beseitigung ober Aushöhlung des Tarifrechtes abzulehnen, insbesondere die Angriffe auf die Unabdingbarkeit des Tarifvertrages abzuwehren, wird mit 319 gegen 80 Stimmen bei 7 Enthaltungen angenommen. Einstimmige Annahme findet ein Landvolkantrag, wonach B e - amte und Behördenange st eilte, die in ihrer Diensteigenschaft Aufsichtsrats, oder Verwaltungsratsmitglieder sind, die ihnen dafür zustehenden Bezüge in vollerHöhe abzuliefern haben. Der Präsident unterbreitet dem Hause am Schluß der Sitzung den Vorschlaa der Reichs- regierung, mit Rücksicht auf die bevorstehenden Verhandlungen des Stillhaltekonsortiums, den Reichstag bis zum 1.Februar 1 932 zu vertagen. Aus Antrag des Abg. Ersing (Z.) wird der 23. Februar 1932 als Termin der nächsten Sitzung bestimmt. Rach 22.30 Uhr schließt die Sitzung. Oie RGOAP. zum Ausgang im Reichstag. Verlctzendc-Inwürfc gegen politi'cheGesiner München, 16. Olt. (ERB.) Die Reichsleitung der RSDAP. schreibt zum Ausgang der parlamentarischen Abstimmungsschlacht: Die Ablehnung des Mißtrauensvotums gegen das Kabinett Brüning war nach der Haltung der Wirt- fchaftSpartei zu erwarten. Roch einmal hat kleinlichster Krämergeist das System, das überreif zum Sturz ist, gerettet, noch einmal haben materielle, rein egoistische Interessen einen Phyrrussieg errungen über die Interessen der deutschen Ration. Die Regierung hat keinen Anlaß, auf diesen „Erfolg" stolz zu sein. Das deutsche Volk kennt die Qualitäten der Hilfstruppen, mit denen sie sich noch einmal gegen das erwachende Deutschland behauptet hat. Marxistische Angst vor der Abrechnung und wirtschaftlicherIntercssen- s ch a ch e r sind die Säulen, die das morsche, in allen Fugen krachende Gebälk noch ein letztes Mal notdürftig stützen und zusammcnhalten. GS Ware von Interesse, zu erfahren, wie hoch der Kaufpreis gewesen ist, der in der heutigen Abstimmungsschlacht noch einmal über da- Schicksal des deutschen Volkes entschieden hat. Amerika im Völkerbundsrat. Wird die Beilegung des Mandschurei-Konflikts gelingen? Gens, 16. Ott (XU.) Der DölkerbunvSrat trat am Freitagvormittag zu einer öffentlichen Sitzung zusammen, in der der in der geheimen Rachtsitzung gegen die Stimme von Iapan gefaßte Beschluß über die offizielle Einladung an die amerikanische Regierung be- kanntgegeben wurde. Es kam erneut zu einer ausgedehnten Aussprache, in der Driand und Lord Reading mit allen Mitteln versuchten, den japanischen Botschafter zur Aufgabe seiner ablehnendenHaltung au bewegen. Briand teilte ein Schreiben mit, in dem die japanische Regierung ihren Standpunkt der Ablehnung uneingeschränkt aufrecht erhalte und zunächst die Klärung der grundsätzlichen Rechts- frage verlangt, ob die Zuziehung eines Richtmitglieds st aatcs durch den Volker- bundsrat mit Mehrheitsbeschluß gefaßt werden könne und welche Rechte und Pflichten die amerikanische Regierung im Falle einer Teilnahme an den Verhandlungen habe. Lord Reading erklärte, daß alle rechtlichen Bedenken beiseite gelassen werden müßten, um zu einer sofortigen Regelung dieses außerordentlich ernsten Konfliktes zu gelangen. Rach längerer Aussprache teilte Driand dann mit, daß nunmehr die offizielle Einladungsnote an Amerika abgehen werde. Der Dölkerbundsrat trat dann noch am Abend zu einer neuen Sitzung zusammen, an der zum erstenmal feit der Gründung des Völkerbundes einVertreter derBereinigtenStaa- t e n teilnahm. Driand eröffnete als Dor- sitzender die Sitzung und bat den im Saal anwesenden Vertreter der Vereinigten Staaten, Prentiß Gilbert, am Ratstisch Platz ,u nehmen. Die Anweisungen, die der amerikanische Vertreter erhielt, lauten: Sie sind ermächtigt, an den Beratungen teilzunehmen, insoweit Sie sich auf die mögliche Anwendung des Kellogg-Paktes beziehen. Lieber die Ergebnisse dieser Beratungen werden Sie einen Bericht an das Staatsdepartement schicken, damit dieses eine Entscheidung über eine et- to a i g e Aktion treffe. Sollten Sie Beratungen Die RSDAP. hat aUes getan, um der Ration und insbesondere dem schaffenden Volke das ungeheure Elend zu ersparen, das mit der Fortsetzung einer Politik verbunden ist, die uns dahin geführt hat, wo wir heute stehen. Klar und eindeutig hat sie immer wieder in diesen Tagen die furchtbare, hoffnungslose Lage gekennzeichnet, der sich das deutsche Volk unter der Weiter- Herrschaft des gegenwärtigen Systems gegenüber» sieht, und unzweideutig ihren besten Willen bekundet, die Verantwortung für eine grundlegende Reugestaltung der deutschen Politik zu übernehmen, in die Die ganzen Kräfte der Ration eingesetzt und zu segensreicher Wirkung gebracht würden. Roch einmal aber hat eine Vereinigung aller volkszer störenden Mächte der Marxisten, der Unfähigen, der Unbelehrbaren und der parlamentarischen Profitjäger sich der deutschen Schicksalswende in den Weg gestellt. Auf sie fällt nunmehr die volle Verantwortung für die kommenden Ereignisse und für alles, was weiter an Rot und Elend über das deutsche Volk hereinbrechen wird. Die RSDAP. weih sich frei von jeder Schuld. Im Bewußtsein, wie immer so auch in diesen Tagen ihre Pflicht getan zu haben gegenüber der Ration, tritt sie z u neuem Kampfe mit dem unbeugsamen Willen an, ihn zu endgültigem Siege zu führen. Oie Entscheidung der Wirtschastspartei. Berlin, 16. Oft. (TU.) Ueber die Gründe, die die Wirtschastspartei veranlaßt haben, f ü r die Regierung Brüning zu stimmen, äußerte sich ein führendes Mitglied der Reichstagsfraktion wie folgt: In den Verhandlungen mit Hit - l e r - Hugenberg habe die Wirtfchaftspartei eine Einigkeit über die pofitivenZiele vermißt. Die Erklärung des Zentrums, unter keinen Umständen mit ein Rechtskabinett zu tolerieren, habe weiterhin eine Rechtsregierung gegenwärtig und selbst im Falle von Reuwahlen unmöglich gemacht. Im übrigen habe der Reichskanzler Brüning von sich aus erklärt, dah er eingesehen habe, die Individualwirtschaft, die kleinen und mittleren Betrieben seien in solchen Krisenzeiten wider- standsfähiaer als die großen, die viele Fehler begangen hätten und daß die Konzentration des Interesses der früheren Regierungen'auf die Großbetriebe nicht richtig gewesen sei. ES scheint demnach: dah gewisse Hoffnungen bestehen, dem Reichskanzler werde nach der Zustimmung der DVP. zu den Mihtrauensanträgen gegen die Regierung eine stärkere Berücksichtigung Der Mittelstandsinteressen leichter fallen. Die Behauptung, dah dreiviertel Millionen für die Genossenschaftsbanken, besonders für die Mittelstandsbank, zugesagt worden feien, bezeichnet die Partei als eine ,I n f a m i c“. Als positive Auswirkungen der Zusagen Brünings erwartet man jedoch zunächst eine Aenderung der Kreditpolitik ter RcichSreg eruna. Man denkt dabei u. a. an die schon lange in der Schwebe befindlichen Pläne der Umwandlung der Dresdner Bank in eine Z e n t r a l g e n o s- fenschaftsbank und weiter an eine Ankurbelung deS Baugewerbes. Oie Haltung ber Christlich-Sozialen. Berlin, 16. Oft. (DDZ.) Dor ihrer entscheidenden Deschluhfassung hat sich die ReichStagS- fraktion des Christlich-Sozialen DolksdiensteS in Besprechungen, an denen auch der Reichskanzler beteiligt war, bei den zuständigen Stellen Sicherheit etwa nach folgender Richtung verschafft, dah die Z e n t r u m s p a r t e i, die Politik ihrer Landtagsfraktionen mehr als bisher dem Geiste und den Rotwendigkeiten der heutigen Reichspolitik anpaffen: daß die vielfach hervorgetretene offenbare Benachteiligung deS evangeli- lifchen DolkSteileS bei der Besetzung politischer Deamtenstellen und im Schulwesen besonder- in Preußen, Hessen und Baden, nunmehr unterbleibe und einer ehrlichen Anwendung deS GerechtiakeitSgedankenS Platz mache, und einige der in letzter Zeit vorgekommenen besonder- grasten Fälle auf diesen Gebieten alsbald einer Revision unterzogen würden. beiwohnen, die irgendeine andere Seite de« chinesisch-japanischen Konflikts betreffen, fo müi- fen Sie sich auf dieRolleeines Beobach. terS und Zuhörers beschränken. In DölkerbundSkreifcn besteht nach der Zuziehung der amerikanischen Regierung die Absicht, eine endgültige Beilegung des japanisch-chinesi- schen Streitfalles in der Weise herbeizuführen, dah der Rat gemeinsam mit der japanischen Re- gicrung feste Fristen für die Räumung der besetzten Gebiete in der Mandschurei festsetzt. Zur Durchführung der Räumung soll eine internationale Kommission ernannt werden, die jedoch lediglich die Aufgabe haben soll, den Schutz des Lebens und des Eigentums der japanischen Staats- angehörigen im Räumungsgebiet au übernehmen. Eine Kontrolle über die Durchführung der japanischen Räumung selbst soll jeooch unbedingt vermieden werden. Man hofft auf dieser Grundlage zu einem Abschluß de- Streitfalles zu gelangen. Japan erwägt den Austritt aus dem Völkerbund. Tokio, 16. Olt. (TU.) Dos japanische Kabinett hielt am Freitag eine Sitzung ab. in der der Außenminister feiner Genugtuung über die Bemühungen des Völkerbundes Ausdruck gab, jedoch hervorhob, dah der Vorschlag, e i n R ich t- Mitglied des Völkerbundes (die Vereinigten Staaten) zu den Ratsverhandlungen hinzuzuziehen, ohne Beispiel dastehe. Das japanische Kabinett hat jedoch noch keinen Beschluß^ gefaßt, weil man die Hoffnung hat, dah der Völkerbundsrat doch noch den von dem japanischen Vertreter gebrachten Standpunkt Iapans anerkennen werde. Für den Fall, daß der Volker- bundsrat Beschlüsse fassen sollte, die Iapans Souveränität und Ansehen verletzen konnten, werde selbstverständlich die Frage des Austritts Iapans aus dem Völkerbund aufgeworfen werden. Preffestimmen. Berlin, 17. Oft. (ERD.) Die der Regie- rung nahestehendeNdBlätter begrüßen den gestrigen Erfolg Brünings im Reichstag mit großer Genugtuung. Die ,Germania" spricht von dem „Erfolg des gesunden Menschenverstandes". Das Ergebnis sei aber auch in hohem Maße ein per- sönlicher Erfolg hcs Kanzlers. Eine kleine Mehrheit der nüchternen uno sachlichen Arbeit fei schließlich wertvoller als eine große Mehrheit der Phrase und des parteipolitischen Klaffenkampfe». Das neue Kabinett stehe heute vor uns als eine entschlossene Willens- und Tatgemcinschaft, die nichts weiter tun wolle, als Arbeit für unser notleidendes Deutschland zu leisten. Das wichtigste Ziel dieser Arbeit werde die Lösung der großen wirtschaftlichen Fragen in Gerechtigkeit unb Ausgleich fein. — Rach Austastung der „D. A. Z." bedeutet daS Ergebnis Die kurzbefriftete Möglichkeit für die Regierung, die noch vorhandenen Mittel für die Rettung des Staates unb 1 ber Wirtschaft beschleunigt einzusetzen. Roch einmal stehe Dr. Brüning vor einer Chance, toie er sie im Frühjahr, freilich sehr viel günstiger und offener, vor sich gehabt habe, noch einmal sei der Bann einer parlamentarischen Krise von i&m_ genommen, die Bahn für notwendige Entschlüsse frei. Geschehe das Rotwendige nicht i n allerkürzeste^ Frist, so poche die Katastrophe an Die TÄr. Der »T a g" sagt, über einen Rotsteg in die Amtsstuben zurück, aus dem Reichstag zurück zur Rotverordnungspraxis. Mit wenigen Stimmen Mehrheit, die nicht aus Dertrauen sei, sondern aus Zusall, Taktik und politischer Schwäche. Bei Licht gesehen sei der gestrige Tag die historisch« Entscheidung über die Parteien und Männer gewesen, die noch immer zwischen den großen Fragen, zwischen Sein und Richtsein des Ganzen allein an ihre Interessen dächten. Die Offensiv« von rechts sei nicht zu dämmen. Die Zeit des »sowohl als auch" sei vorbei, das werde in kurzem auch daS Zentrum spüren. Der nächste politische Zusammenstoß werde zeigen, wie unaufhaltsam die Basis des BrüningkurseS zerbröckel«. — Der .Vorwärts" schreibt: Der Ansturm be» Faschismus fei abgeschlagen. DaS sei der Sinn der ReichstagSabstimmung. Die sozialdemokratische ReichStagSsraktion habe mit ihrem Eintreten für die Regierung nicht das Vertrauen für die Regierung Brüning und ihre Politik ausgesprochen, sondern das schärfste Mißtrauen gegen da», waS nach dem Sturz der Regierung Brüning gekommen wäre. Vorläufig 173,6 Mill. RM. Reichsbahnanleihe. Berlin, 16. Oft. Das bis Freitag nachmittag fkftgestellte Zeichnungsergebnis aus die neue Reichsbahnanleihe beträgt rund 173,6 Mill. Mk. Es handelt sich um Zeichnungen, die bi» zum Ablauf der Stcucramneftiefrift (15. Oktober) getätigt wurden. Die allgemeine Zeich» nungsfrift läuft bekanntlich bis zum 31. Dejember 1931. Der gesamte Erlös der neuen Reichsbahn- anleihe wird für Beschaffung zusätzlicher Aufträge der Reichsbahn an die Wirt- schäft verwandt werden, so daß dadurch eine Verminderung ber A r b e i t s 1 o s e n z if- fer zu erwarten ist. Matuschla gesteht die Attentate von Jüterbog und Bia Torbagy. Srjloeffer INaluschka hat nach einem eingehende« verhör durch Polizeirat Dr. Böhm gestanden, sowohl die beiden Attentate in A n z p a ch als auch jene In 3ü ter bog und Bia Torbagy verübt und zwar allein verübt zu haben. Seine früheren Angaben über den angeblichen Anstifter Bergmann hat er vollständig widerrufen. Deller gestand Matuschka, dah er für die nächste Zeil noch mehrere große E i s e n b a h n a 11 e n- täte und zwar auf der Strecke Amsterdam — Paris — Marseiile und b e i venli' m i g 11 a geplant und vorbereitet habe. Der Vorstand des Sicherheitsbüros der Wiener D»* lizeidirektion erklärt, daß keine Zweifel an den Aussagen Matufchkas bestehen. Heber das Motiv feinet Handlungen machte er phantaflifche Mitteilungen. Sie llm -er 5" .„.n über eine» K- lh. Selber (5 Le de- Lölkes Ä Fürsten ; rf-, rechts und ( L -artet fl<" „ Calais m 2« fcr Regierung «m ölafer (ß ben Anträge: ’ ‘Mn I:-5. Line kleine M unb sachlichen Arbeit lt 1 • eine große MehrheitK rteüwlit'.schen Alassenkamfiä stehe beule vor uns als en und Tatgemeinschast, h wollt, als Arbeit für imte jlanb zu leisten. Das wichtig Verde die Lösung der gt> -ragen in Serechtigkeit d Jach Auffassung k L's Srgebnii bic kurzbefrislü Henning, bie noch vorhao : Rettung des Staate uri. lc uni gl einzusetzen. Joch Alming vor einer Lhana strilich W viel günsü- Vd) geb ab! habe, noch eind piriamcntarischen Krise tr 'Lahn für notwendige chr das Notwendige nicht u ( Frist, so poche die M **•*« ^olkerbun-. 'SÄ 'S w *' »•ls*?lin****i i aus dem (Böb 1 wen Verden. H Owolkenlos.® neuer O mitt oeoecit »woing. ® oedecni »Reges ♦ Schnee a Graupein ■ Neoei H öewifter.@wmdstiiie.O sehr leichter Ost massiger Südsüdwest sturmischei «ordwesl Ble Piene fliegen mit dem wmde Oie oeigen Stationen stenendea Zahlen gehen die Temperatur an. Oie Linien rerhinden Orte mit gleicht* luf Meeresniveau umgerechneten Lultdruc* Wettervoraussage. Noch immer liegt Deutschland im Bereiche des kräftigen Hochdruckrückens, der sich vom Atlantischen Ozcan über die britischen Inseln in ost-südöstlicher Richtung quer über Mitteleuropa erstreckt. In dem Küstengebiet lagen heute morgen die Temperaturwerte um 10 Grad, bervorgerufen durch die ozeanische Warmluft. Dabei ist der Himmel vielfach be- wölkt. Im übrigen Teil des Reiches war heute nacht Tcmperaturrückgang bis zum Gefrierpunkt und dar- unter zu beobachten. Der hohe Druck bleibt weiter bestimmend für unsere Witterung und wird das trocken-herbstliche Wetter noch fortbestehen lassen. Nach verbreiteter Frühnebelbildung tritt tagsüber Aufheiterung ein. Bei klarer Nacht dürfte infolge der Ausstrahlung wieder leichter Bodenfrost zu erwarten sein. Aussichten für Sonntag: Morgen- dunstig und neblig, bewölkt, tagsüber aufhei- ternd, trocken, leichte Nachtfrostgefahr. A uS s ichten fürMontag: Fortdauer der herbstlichen Hochdruckwetterlage. Lufttemperaturen am 16. Oktober: mittag« 11,9 Grad Celsius, abends 8,5 Grad: am 17. Oktober: morgens 4,1 Grad. Maximum 12 Grad. Minimuw. 1,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Oktober: abends 11 Grad, am 17. Oktober: mor- gens 7,2 Grad. Niederschläge 0,3 Millimeter. Berliner Börse. Berlin, 17.Okt. (WTB. Funkspruch.) Nachdem sich in Den gestrigen Nachmittagsstunden auf Grund des Sieges Brünings und der festen Neuvorker Meldungen eine Befestigung durchsetzen konnte, war auch m dem heutigen Frühverkehr zum Wochen- schluß die Stimmung weiter freundlich, ohne daß sich jedoch bisher Geschäft entwickeln konnte. Man taxierte vorläufig unveränderte Kurse. Am Devisenmarkt nannte man Pfunde gegen Kabel mit 3,8575, Pfunde gegen Schweiz 19,70, Pfunde gegen Amsterdam 9,50, Pfunde gegen Paris zirka 78, Pfunde gegen Spanien zirka 43. Der Ladenschluß am Weihnachtsabend Der Reichsrat hat den Gesetzentwurf über den Ladenschluß am 24. Dezember angenommen. Auf Antrag Bayerns wurde beschlossen, den allgemeinen Ladenschluß auf 17 14 Uhr anzusetzen mit der Maßgabe, daß die Beschäftigung des Personals bis spätestens 18 Uhr erlaubt ift. Das Austragen von Waren ist noch bis 19 Uhr zulässig. Bon der Regelung sind allein ausgenommen der Berkaus von Weihnachtsbäumen, der Betrieb von Tankstellen und die Gastwirtschaften und Schankstätten. Die Bestimmung der Regierungsvorlage, daß die Schankstätten um 20 Uhr schließen müssen, wurde vom Reichsrat abgelehnt. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 15. Okt. Der Friedhofsaufseher eines Nachbarortes hat an einem zum Gottesdienst bestimmten Ort beschimpfenden LI n f u g verübt. Seine gegen das Urteil des örtlichen Amtsgerichts, durch das er zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt worden war, eingelegte Berufung wurde kroh feines Leugnens zurückgewiesen. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Ein noch junger und wenig bestrafter Fahrrad d i e b verfolgte Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts Herbstein, durch das er zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt worden war. Die Strafe wurde aufsechsMonate Gefängnis ermäßigt. Ein Mitangeklagter, der wegen Beihilfe drei Monate Gefängnis erhalten gleichen Unnachsichtlichkeit würden die staatlichen Machtmittel auch gegen die Kommunisten eingesetzt. In den A b st i m m u n g e n, die nahezu eine Stunde dauern, werden die zahlreichen Anträge im Sinne der Äusschußbeschlüsse erledigt. Annahme stndet der Antrag auf Wlnterbeihilfe. Mit 26 gegen 26 Stimmen wird der Ausschußantrag revidiert, der von der Regierung eine Nächst r ü f u n a der Lampertheimer Bürgermeister frage wünscht. Es bleibt also bei dem seitherigen Zustand. — Mit den Stimmen der Regierungskoalition wird der sozialdemokratische Antrag auf Einleitung von Verhandlungen mit dem ehemaligen Großhergog angenommen. — Die Regierung wird ersucht, bei der Reichsregierung auf ein allgemeines Uniformoerbot hinzuwirken. Nach einer Erklärung des Staatspräsidenten, daß in Zukunft im Reich und Hessen keine M i n i ft e r ■ &e n f i o n e n mehr gezahlt würden, verfallen alle ntrage zu dieser Frage der Ablehnung. In seinem Schlußwort gab Landtagspräsident Delp einen Abriß über die Tätigkeit des Hauses in der vierjährigen Sitzunasperiode und dankte ins- besondere den Ministern Ulrich und Raab für ihrs jahrzehntelange parlamentarische und politische Tätigkeit, sowie dem in den Ruhestand tretenden hochverdienten Direktor des Landtagsamtes Schenk. Um 21.45 Uhr, am 16. Oktober, sank dann die Fahne über dem 4. Hessischen Landtag. Die hessische Regierung gegen Baia. Darmslndl, 16.Off. (MSN.) Auf eine kleine Anfrage des Abg. Mesp (Zlr.) hat Minister korell wie folgt erwidert: von der Absicht der tschechischen Schuhfabrik Bata, eine Niederlassung In Darmstadl zu errichten, ist der Regierung zur Zeit amtlich noch nichts bekannt. Sie würde eine solche Niederlassung als ein großes Unglück für da» heimische Handwerk und den heimischen handel ansehen und deshalb alle gesetzlichen Möglichkeiten aus- schöpfen, um eine solche Niederlassung zu verhindern. • über einen Notsteg in h nr dem Aeichslag zuruckx Ml wenigen Birne t ent Vertrauen sei, soM « «Sri« Tag die Histon. . > f Arteten und Mnnttf rrr zwilchen den grobcnjP freien dächten. W • mi dämmen. oeit ■ “f schreibt: Der.?« :nmung. 2 ßinttc Ak-B 1173/6 ,-bobnaickihe. ' r°- »i-W"*! nung * frAhdrägt runi1 - -ikueraninen ( io dah T(,ni »i- i’Kv vSsKS' sgösM I ten "ach . ,am mit der inJkwi ■ e 8 Q e F>»„» 'y.ufe’«“ cn toetbeif tra™ ®i«® Die Wetterlaae Freitag den Oktober tyUAr Um eine Revision der Fürstenabfindung. .Darmstadt, 16. Okt. (WHP.) Präsident Delp te“‘ äur Beratung die von der Regierung nachgesuchte Ermächtigung, Wald, und Feldbesitz Landes zu veräußern, um die kurzfristige Verschuldung zu senken, ebenso die Anträge, mit dem ehemaligen Großh erzog in Verhand- lungen über eine SenkungderAbfindunas- summe einzutrelen. Abg. N e i b e r (Rad.-Dem.) erklärt angesichts der Notlage des Volkes muffe der alte Kampf zwischen Volk und Fürsten erneut aufgegriffen werden. Die Fürstenabfindung stelle gleichzeitig ein schlimmes Kap'tel der deutschen Justiz dar. (Lebhafte Zwischen- rufe von rechts und aus dem Zentrum.) Das hessische Volk wartet gespannt auf die Antwort aus dem Neuen Palais in Darmstadt auf die ergehende An- frage der Regierung. Abg. Glaser (Lbd.) erklärt: Der Landbund stimmt den Anträgen auf Einleitung von Verhandlungen zu und ersucht die Regierung, auch eine Re- Üuzierung der Pensionen der früheren Minister her- beizuführen. Die Frage Monarchie oder Republik stehe nicht zur Debatte, aber die überspitzten Vorwürfe gegen die früheren Fürsten verdienten schärfste Zurückweisung. Finanzminister Kirnberger erklärt, die Abfindung des ehemaligen Großherzogs sei G e g e n- siand eines rechtsgültigen Vertrages^ Ler in vorsichtiger Weise die Rechte und Pflichten teiber Teile ab wägt. Ich bedauere die maßlosen An- griffe des Abg. Reiber umsomehr, als der Vater Les Abfindungsvertrages der frühere Finanzminister Lear ich war, dem man ganz gewiß nicht das Streben nach Fürstengunst vorwerfen kann. Herr Sieiber kennt auck die Aufgabe der Justiz. Sie hat nur dem Gesetz und nicht Rücksichten auf die Volks st immung zu gehorchen. (Beifall.) Abg. Schreiber (Stp.) würde es als eine schöne Geste ansehen, wenn der Großherzog freiwillig auf einen Teil seiner Abfindung verzichtete. Abg. Kaul (Soz.) kündigt an, wenn die Fürsten allgemein auf ihren Verträgen bestünden, werde eine neue Volksabstimmung sicher eine Enteignung bringen. 2lbg. Böhm (dn.) weist die Angriffe auf das Fürstenhaus zurück, Sozialdemokraten und Radikal- bemofraten hätten ja die Abfindung selbst beschlossen. Die Deutschnationalen behielten sich ihre Stellung- wahrne vor bis zur Abstimmung über den Antrag auf Senkung der Ministerpensionen. Abg. Dr. Keller (DDP.): Im Ausschuß, wo die Sozialdemokraten immer sehr vernünftig sind, Haden wir erklärt, angesichts der großen Volksnot, ange- zcfichts der veränderten Tatsachen, angesichts der oerringerten Pensionen an die ehemaligen Hofbeam- len könne über eine Herabsetzung der Fürstenabfindung verhandelt werden. Nach den für die Wahlagitation berechneten Drohungen des Abg. Kaul iverden wir dem sozialdemokratischen Antrag jetzt nicht mehr zu stimmen. Abg. Dr. Werner (Nat.-Soz.): Für uns Natio- nolsozialisten kommt nur das deutsche Recht in Pf rage, und dieses deutsche Recht ist bestimmt, allen Deutschen zu dienen. Zu diesen Deutschen gehören auch die ehemaligen Fürsten. Wir sind keine klassenmäßige Arbeiterpartei im marxistischem Sinne. Die Sozialdemokraten und Demokraten waren in der - Äergangenheit die lautesten Kaiser-Geburtstags- fttbner. Zu dem großherzoglichen Haus haben wir feine anderen Verbindungen als auch anders Parteien. Wir stimmen dem Antrag zu, auf dem Verhandlungsweg etwas zu erreichen. 52 ö 10 d '4 3SI0 9 niwieln Vie unsere -flutob(Cder Fabriklager: Werner Gerson, Frankfurt a.5L, Hohenstaufenetrafle 5, Tel.Haingan 71075. rfäyi NorJoyi I ti .onf O & Sä8 W HoiSnl Garten Neubauwohnung Schlecht fressende Schweine trerfrtn Bkffrafre a.nehmen ^ ****** TL 23re’,cu< 1 pyvT vircn von v ■I I ____Chemische Fabrik m. b. N. 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Einsprüche gegen die Richtigkeit der Wählerliste sind innerhalb der Offen- legungsfrift bei Meldung des Ausschlusses bei dem obengenannten Wahlamt schriftlich oder mündlich zu erheben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Beweismittel beizubringen. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, so entscheidet über ihn der Kreis- ausschuß endgültig. 6905C Gießen den 16. Oktober 1931. Bürgermeisterei Gießen. J.B.: Dr. Seib. Schach Am Sonntas. 18. Oktober, tm llniversitäte>«Eaft. Plvckßraße 6949 D Städtewettkamvf Oberhessen gegen Cffcnbndt a. M. Beginn 3.15 Ubr. Schachklub Gießen. 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JRilitär i ier, youp Gieß tzofttt .,r Dor einem Iwi, Pedro ( nationale D-j geboren Wie« Leb« ^bent in e, L^«bi •’PM IV. ObtöoMaa] 8' iweihundert < "^medias“, [ o®” dalamea1 ein fönn b2*Äi , , alten g W und h von M und ix 2" bei N-erthat fei »6er »Se1 -Elchen D pb.i- k e'nen v °»6 L'diq«, Nr. 243 Zweites Blatt imsache «W1UHQ5. 6932C r 1931. !oll- j lernen „ etw^ mtbackn im Don. W, auf lagt 20, gereizt. Ich merkte aus einer Unterhaltung mit einem hohen Beamten des auswärtigen Dienstes in Tokio, daß der Regierung aus wirtschaftlichen Gründen, um die Ausfuhr nach China nicht zu gefährden, daran lag, daß keine ernste Verwicklung eintrat — aber da passierte ein Zwischenfall, der das Militär in Erregung brachte: ein japanischer Offizier, Hauptmann Nakamura, mit einem Unter- Mit solcher Abgrenzung des Eigenen gegen das Ueberkommene im Schauspiel weist Hofmannsthal über die spanische Vorlage zurück ins Mittelalter mit seinen zugleich tiefsinnigen und primitiven Mysterienspielen und Revuen, seinen Totentänzen und Weltgerichten: und deutet auch die Der- loandtschaft dieses DelttheaterS mit seinem aus Hugo von Hofmannsthal, der schon das bunte und leichtgeschü^te „Mantel- und Degenstück" von der „Dame Kobold" für unser Theater erneuert hat, kehrte mit dem Salzburger „Großen Welttheater" in die romanisch-romantischen Bezirke des spanischen Dichters zurück. Er schrieb dazu in einer Einführung: von Cal- derons Werk „ist hier die das Ganze tragende Metapher entlehnt, daß die Welt ein Schaugerüst aufbaut, worauf die Manschen in ihren von Gott ihnen zugeteilten Rollen das Spiel des Lebens aufführen, ferner der Titel dieses Spiels und die Namen der sechs Gestalten, durch welche die Menschheit vorgestellt wird — sonst nichts. Diese Bestandteile aber eignen nicht dem großen katholischen Dichter als seine Erfindung, sondern gehören zu dem Schatz von Mythen und Allegorien, die das Mittelalter ausgeformt und den späteren Llahrhunderten Übermacht hat". Gießener Gtadttheaier. Hofmannsihal nach Calderon: „Das große Wclitheater." Bor einem Bierteljahrtausend starb, am 25. Mai 1681, Pedro Calderon de la Barca, der große nationale Dichter des spanischen Barock. In Madrid geboren anno 1600, hat er ein langes und bewegtes Leben geführt, war Iesuitenschüler und Student in Salamanca, später Soldat und Dichter, Theaterdirektor und Hofkaplan König Philipps IV. Obwohl Calderon ein Liebling Goethes und der Romantiker gewesen ist, haben sich von seinen etwa zweihundert Stücken, „autos sacramentales“ und „comedias“, lange Zeit hindurch nur „Der Richter von Zalamea", „Der standhafte Prinz" und „Das Leben ein Traum" auf dem deutschen Theater behaupten können. Erst die moderne Literatur hat sich bemüht, das minder bekannte dichterische Gut des alten Spaniers der Vergessenheit zu entreißen und für die Gegenwart neu zu gestalten. L'criaE' fei ißtiudtt ticobndj* ■ mirJami'icn.I.-.J Äbmntitb 2'. Ilti Ltndraf PhilippiÄU Durch diese Methode hatte sich in der Man- dschu rei eine Masse Zündstoff zwischen Chinesen und Japanern ausgehäuft. Die Japaner sind in der Mandschurei nicht Siedler, sondern Geschäftsleute, außerdem Beamte und Angestellte der süd- mandschurischen Bahn und andrer Betriebe. Die Lhinesen Heben die Japaner nicht, und jede chinesische Behörde ließ bei Polizei-, Steuer- und Zi lachen, Lizenzen und wo sich sonst Gelegenheit ergab, die Japaner ihre Abneigung fühlen. Auf die Weise häuften sich auf der japanischen Seite Be- ichwerden über Beschwerden, die von Mulden und Nanking grundsätzlich ignoriert oder nichtochtend behandelt wurden. Als ich kürzlich in Japan war, war die Stimmung in der japanischen Presse und öffentlichen Meinung schon aufs höchste gegen China China und Japan, politische Eindrücke von einer Weltreise. Von £)r. Paul Rohrbach. Peking, den 27. September 1931. Vorgestern in Nanking bekam ich die Stellung n a 1) m e des Völkerbundsrats im chinesisch-japanischen Konflikt nur erst im Auszug zu lesen und wunderte mich schon über die Genugtuung, die die Chinesen, auch die Regierungsstellen, zur Schau trugen. Heute, hier, wo der volle Text vorliegt, wundere ich mich noch mehr. Wenn die Japaner auf das als Notaustunfsmittel verordnete sZunfmännerkollegium des Völkerbundes nicht hören zu können erklären — wer will sie dann zum Gegenteil anhalten? Außerdem ist es gar nicht unmöglich, daß mancher Ratsmacht nur mäßig daran gelegen ist, den Chinesen eine Genugtuung gegen die Japaner zu verschasfen. Wenn man hier mit politisch eingestellten Ausländern spricht inkl. Amerikaner, so kann man zu hören betommen: „Es war den Chinesen schon zu gönnen, daß die Japaner ihnen einmal ordentlich auf die Füße getreten haben, denn mit der Unhöflichkeit, Patzigkeit und Einbildung der Nanking-Leute ist ost schon nicht mehr äus- zukommen!" Dies Urteil ist so allgemein, daß es feinen Grund haben muß. Er ist aiyf) nicht Ichwer zu erkennen, sobald man sich eine Eigen- lümlichkeit des neuen China vergegenwärtigt. China hat nie eine erbliche Aristokratie gehabt, sondern das gelehrte Studium, das ein jeder mit der nötigen Ausdauer und Begabung erwerben konnte, -öffnete den Weg zu allen Staatsämtern. Die alten, im Konfuzianismus geschulten Beamten hatten auch ihren Hochmut gegenüber dem Europäer, aber sie waren höfliche Leute und ließen es nicht an der Form fehlen. Heute wird China großenteils von jungen Menschen regiert, die keine Formen kennen, weil sie gar keine wirkliche Bildung besitzen, sondern nur irgendwo, vielfach in Amerika ober auf amerikanischen Schulen in China, ein oft oberflächliches und unsystematisches Schulwissen sich ungeeignet haben. Sie gehören aber zur herrschenden Partei, der Kuomintang, haben ihr schuldiplom, das sie nach der jetzt geltenden Meinung zu allem befähigt, und bilden sich ein, daß sie damit alles Wissen der Welt beherrschen. Eine Tradition gehobener Umgangsformen gibt es bei den Nankingleuten nicht: was jetzt in Nan"ng und anderswo auf den Amtsstühlen sitzt, stammt meist aus untergeordneten Verhältnissen und kennt kein Benehmen. Damit ist nicht gesagt, daß keine tüch- tlgen Leute darunter sind; es gibt sie. Aber mit dem Parteibuch der Kuomintang ist durchweg die Einbildung verbunden, nicht nur zu jeder Stellung im Staatsdienst berufen und befähigt, sondern auch ohne weiteres im Recht zu sein, wenn man fremde Interessen formlos und rücksichtslos behandelt. b a kOH» rt°ME KL w LZM S" ttuLv^ebkl« » »|trra I#| h®.m|8che Fahrtt Kaul 6|nes Rad,0. ate‘-Bei Bedarf wen. ISlch vertrauensvoll an kanntenFachmann 1 ecke lr6cher Nummer 3996 tiftroatd rittlanfltn 'nen en Dfiektiv- luluiK etten **^~dreünöe~hi WM tonunfn vorm. 11 Uhr 1! Giebener Stadtcafe zwecks Ötünbungi, ttlftlirt Hs wfammtn. Oft li.lrtjifiji Sonntag, 18. d.K Morgen Sonntn ab 14', Ar Hnäh 1 Wirt 20,15 Uhr rff®1 sicnabcnd. Jün» von Mitglieds gönigecbrund m PrcisvettctlU Kr.v. ?vortvlad -Meirberger^ ■iVuitbaVw ‘• j 7 z-.Ntddo' 1 ?lb 15.19. Handball' Perbandsivw , 7 01 Alsielö WM Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) offizier wurden im mongolisch-mandschurischen Grenzgebiet von chinesischen Soldaten ermordet. Na- kamura und sein Begleiter waren in Zivil; natürlich sollten sie Erkundungen machen. Japan behauptete, den Beweis zu haben, daß der Mord auf Befehl eines chinesischen Generals geschehen sei, dem die beiden Japaner verhaßt waren. Die japanische Regierung verlangte Bestrafung der Schuldigen und eine hohe Entschädigung, die Chinesen antworteten nach ihrer Art unmanierlich und hochmütig und boten schließlich eine Kleinigkeit an. (Sanz Japan war wütend, aber die Regierung in Tokio veranlaßte, um auf das Militär einzuwirken, den Kriegsminister zu einem Besuch bei dem neunzigjährigen Fürsten Saionji, einem alten Staatsmann von höchstem Ansehen, und das Ergebnis dieses Besuches war zunächst eine starke Milderung der militärischen Tonart. Da plötzlich, am 19. September, als ich gerade von Kobe nach Mukden abreisen wollte, kam die Nachricht, daß chinesische Soldaten des nachts ein Stück der Eisenbahn bei Mukden gesprengt hätten, daß anschließend Kämpfe entstanden seien, und daß Mukden von den Japanern, denen sonst nur der Bahnhof mit einer starken militärischen Wache untersteht, besetzt sei. Eine größere japanische Truppenmacht steht in der Mandschurei normalerweise nicht. Erst in Port Arthur, auf der Liautunghalb- insel, dem japanischen Pachtgebiet, stellt eine Division, die aber mit der Eisenbahn rasch yerangebracht werden konnte. Was in jener Nacht vorn 18. auf den 19. September an der Eisenbahn bei Mukden wirklich passiert ist, wird schwer zu ergründen sein. Es ist durchaus nicht unmöglich, daß chinesische Soldaten, ohne an die Folgen zu denken, den Japanern einen Schabernack antun wollten. An chinesischen Truppen stehen in der Mandschurei über 200 000, etwa das Achtfache der japanischen Streit&äfte in Port Arthur und an der koreanisch-mandschurischen Grenze. China hat in Genf erklärt, es habe an- geordnet, daß die chinesischen Kräfte in der Mandschurei sich nicht in Kampf mit den Japanern ein» lassen sollten. Das klingt ganz gut so — aber man muh dazu wissen, daß die chinesischen „Generale" in der Mandschurei, kaum daß die Japaner die Zähne zeigten, ihre martialischen Uniformen, ihre schönen braunen Stiefel und ihre Säbel schleunigst verschwinden ließen und truppweise in Zivil hierher nach Peking ausgerissen sind, wo nicht geschossen wird. Ueber alle diese Dinge wird hier recht geschmunzelt, und man meint, daß auch im Völkerbund die wirkliche Stimmung nicht allzu freundlich sein wird. Der enffcheidendeSchn'ii in denWettkneg Von Or. Gustav Roloff, 0. ö. profeflor der Geschichte an der Universität Gießen. Unter diesem Titel hat Alfred v. Wegerer, der am 1. Oktober auf eine zehnjährige erfolgreiche Tätigkeit als Leiter der Zentralstelle zur Erforschung der Kriegsursachen zurückblickte, eine Schrift herausgegeben (Berlin, Quaderverlag), die einen hochwichtigen Punkt im Problem der Kriegsschuld, die Beantwortung des österreichisch - ungarischen Ultimatums an Serbien, näher beleuchtet und zugleich zu allgemeineren Betrachtungen Anlaß gibt. Daß Serbien seine Antwort im Einverständnis mit Rußland aufgestellt hat, hat man immer angenommen, aber es war nicht bekannt oder wenigstens kaum beachtet, daß die serbische Regierung, wie Wegerer jetzt überzeugend nachweist, nach der Tleberreichung des Ultimatums (23. Juli) zwischen Annahme und Ablehnung geschwankt und sich sogar am Vormittag des letzten Tages (Samstag, 25. Juli) zu dem Entschluß durchgerungen hatte, eine zustimmende Antwort zu geben. Von Rußland hatte man noch kein Hilfeversprechen erhalten und allein fühlte man sich Oesterreich-Llngarn nicht gewachsen. Gegen Mittag des 25. Juli erfolgte ein Umschwung. Zwei Telegramme des russischen Ministers des Auswärtigen Sasonow trafen ein, die die Ablehnung des Ultimatums vorschrieben und für den Fall eines Bruches mit Oesterreich militärische Hilfe, ja die Eroberung österreichischen Gebietes zusagten. Danach konnte es in Belgrad ein Schwanken nicht mehr geben: die schon aufgesetzte bejahende Antwort wurde schleunigst in die bekannte leicht verschleierte Ablehnung umredigiert. Diese beiden Depeschen sind zwar nicht im Wortlaut bekannt, sie sind aber seinerzeit in der serbischen Regierungspresse veröffentlicht worden; mehrere europäische Zeitungen haben darüber berichtet, und sie sind im Jahre 1916 in serbischen Archiven den Truppen der Verbündeten in die Hände gefallen, die sie leider nicht sogleich der Oesfentlichkeit übergeben haben. Rach der Räumung Serbiens sind sie wieder in serbischen Besitz gekommen und werden nun selbstverständlich sorgfältig verborgen. An ihrer Existenz ist aber kein Zweifel. Hieraus geht mit Deutlichkeit hervor, daß Sasonow spätestens am Morgen des 25. Juli öie Verantwortung für den Krieg mit Oesterreich-Ungarn und damit für einen europäischen übernommen hat, denn daß ein Bruch zwischen Rußland und Oesterreich auch den Krieg zwischen Deutschland, derselben Sphäre hervorgewachsenen (freilich ungleich dramatischeren) „Jedermann" an. Die Idee des Schauspiels entspricht im tiefsten Grunde dem Weltgefühl Hosmannsthals: die Relativität aller Beziehungen, die Vertauschung von Leben und Traum, von irdischer und überirdischer Wirklichkeit, das Verfließen und Verwischtwerden aller Grenzen ist ja ein immer wiederkehrendes Motiv der Oesterreicher. Das Leben wird zum Gleichnis, der einzelne Mensch zum Typus, zur „Gestalt" erhoben und zugleich vereinfacht. Im Sinne des weitgespannten, mittelalterlichen Theaters erscheinen die typischen Vertreter des irdi- dischen Geschlechtes und passieren Revue. • Die körperlosen Seelen werden auf das von der „Welt" errichtete Schaugerüst gerufen und erhalten ihre Rolle in Gestalt ihrer schicksalhaften Bestimmung. Erst in der Welt des Scheins gewinnen sie flüchtiges Dasein und spielen ihr Spiel im alten, einfältigen Stil auf der schmalen Lebens-Mitte zwischen Himmel und Hölle, verführt und angetrieben vom scharfen, hetzenden Stichwort des „Widersachers" unten — gewarnt und geleitet durch die Engelsstimmen von oben aus dem Reiche des Herrn der Erde. Die „Welt" versieht das Amt des Spielführers: die echt österreichische Arlecchino-Figur des „Vorwitzes" bringt die komischen Pointen in ihren Auftritt; der „Tod" aber, wie in den ältesten Zeiten, macht, von leisen Trommelwirbeln angekündigt, den Beschluß und weist die armen Seelen eine nach der anderen von der Bühne, die die Welt bedeutet, zurück ins Gefilde der körperlosen Schatten. Die neue deutsche Fassung des „Großen Welttheaters" entsprang einer verhältnismäßig späten, sehr reifen und abgeklärten Schaffensperiode im Gesamtwerk Hosmannsthals. Er hat, woraus in einer feinsinnigen Analyse von Hans Naumann hingewiesen wurde, dem alten Stoss durch die Herausarbeitung eines Leitmotives der jüngsten Dichtung den entscheiDenöen Akzent gegeben; an der Idee der Wandlung und Läuterung, welche sich in der Gestalt des Bettlers offenbart, erweist sich die Entwicklung des Dichters von den frühen Dramen zum geistlichen Mysterium; die Entwicklung seines Weltgefühls. Hier ist die berühmte Ungewißheit, die Relativität der ethischen Normen, das „Jenseits von Gut und Döse" überwunden in einer sittlichen Forderung und einer menschlichen Tat. Der vom Rußland und Frankreich zur Folge haben werde, hat er keinen Augenblick bezweifelt. Alle weiteren Verhandlungen, die noch eine Woche lang geführt wurden, waren nur Schein und dazu bestimmt, der russischen Regierung die notwendige Rüstungsfrist zu verschaffen. Nach Rußlands Willen konnte der Friede nur erhalten werden, wenn Oesterreich-Ungarn alle wirksamen Forderungen an Serbien preisgab, sich mit einer Scheingenugtuung begnügte und damit sein eigenes Todesurteil unterschrieb. Denn nach einem solchen kläglichen Ausgang der Wiener Aktion hätte die seit einem Jahrzehnt betriebene revolutionäre und verbrecherische Wühlarbeit auf österreichischem Boden, die ebenso von Rußland wie von Serbien betrieben wurde, in verstärktem Grade ihren Fortgang genommen. Es fragt sich, was den russischen Minister bestimmt hat, in diesem Augenblick den Würfel zu werfen, obgleich doch die russischen Rüstungen noch nicht vollendet waren, und der Krieg deshalb erst für einige Jahre später geplant war. Allerdings hatte Sasonow vor einigen Monaten dem Zaren die Ileberzeugung ausgesprochen, ein Krieg des Dreiverbandes gegen den Dreibund werde nur kurze Zeit dauern, da die englische Flotte Deutschland in wenigen Wochen aushungern werde — aber gerade über dies entscheidende Moment, die Beteiligung Englands, bestand noch keine Gewißheit. Am 24. Juli hatte der englische Botschafter Sasonows Verlangen, sich mit Rußland für einen etwa bevorstehenden Konflikt solidarisch zu erklären, hinhaltend beantwortet. Was den Minister trotzdem zu dem Versprechen an Serbien getrieben hat, war öie Rücksicht auf d i e russische öffentliche Meinung. Er wußte, daß die herrschende panslawistische Strömung den Schuh Serbiens unbedingt begehrte, und er beugte sich ihr aus Furcht vor einer Revolution. Nicht einmal einer Niederlage Montenegros, hatte ein Gutachten der höchsten Würdenträger Rußlands vor kurzem ausgesprochen, werde die öffentliche Meinung ruhig zusehen, sondern die Regierung zwingen, den slawischen Glaubensgenossen beizustehen. Es sind also populäre politische Momente, die den Weltkrieg in erster Linie verursacht haben; alles, was von der Verantwortlichkeit des „Kapitalismus" gelegentlich gesagt wird, ist hohles Gerede. Zu dieser Abhängigkeit von der Stimmung des eigenen Landes und der seit Jahren ge- Anglück geschlagene Zerlumpte nämlich, der sich anfangs erbittert gegen feine „Rolle" gesträubt, gegen fein Schicksal revoltiert und geeifert hat, überwindet sich im freiwilligen Anerkenntnis eines ewigen Weltregimentes zur Güte und Demut. „Nur daß er d i e n e n durfte, freute ihn" —: wie es in anderem Zusammenhang, im Gedicht, einmal ausgesprochen wird. An dieser Gestalt wird also am klarsten der Sinn des Schauspiels und zugleich seine Stellung im Werke Hofmannsthals zu begreifen fein. Es wurde schon angedeutet, daß das „Große Welttheater" nicht den gleichen dramatischen Impuls entfaltet wie das frühere Spiel vom Sterben des reichen Mannes, der „Jedermann". Es ist spröder, mit Idee und Gedankensracht beladen, minder bewegt, eher pantomimisch und rhetorisch .mehr Bild als Spiel. Zumal nach den rein theatralisch viel lebhafteren, äußerlich erregenden Vorläufern im Spielplan hatte der Regisseur hier einen schweren Stand. Fass 0 11 stellte seine Inszenierung (vor Löfflers schönem, gotisch strengen Bühnen rahmen) aus stilisierende Linienführung in feierlichem Largo, auf die Herausarbeitung von Bild, Gebärde und Melodie. Das schien uns gut und sicherlich im Sinne der Dichtung, doch waren der mangelnden Dramatik wenig Hilfen gegeben; auch fehlte einzelnen Partien der sprachlichen Wiedergabe die Resonanz, sich durchzusetzen — gerade hier, wo jedes, auch das leiseste Wort, verständlich werden muß. Dem Wesen des alten Epielstils entsprach es, daß die Darsteller als Kollektiv aufgeführt waren. Aus dem so betonten Ensemble hoben sich heraus: Heyser als Bettler, der um eine schwierige Rolle sehr bemüht war, jedoch die beiden Hälften seiner Rolle nicht völlig verschmelzen und also die entscheidende Entwicklung seiner Gestalt mehr ahnen lassen als überzeugend machen konnte, ferner Ianscheck und Schelcher(Engel) ; K 0 ch (Welt); Berger (Schönheit): D r u ck (Vorwitz); Hub (Reicher) und Volck (Dauer); Hauer (König) und Doering (Weisheit) waren nicht immer zu verstehen. — • Das Haus war gut beseht, doch herrschte fast während des ganzen Spiels störende Unruhe. Die Vorstellung wurde durch eine kurze Ansprache des Spielleiters F a s s 0 11 eröffnet der noch einmal an die kritische Lage deS Theaters Samstag, 17. Model 1951 hätschelten großserbischen Propaganda trat noch ein anderes, das Sasonow vorwärts trieb: die Gewißheit, daß Frankreich mindestens an Rußlands Seite stehen werde. Das war nicht nur die Konsequenz der französischen Politik seit anderthalb Menschenaltern, er hatte auch, wie wir aus den englischen Dotschafter- berichten wissen, das positive Versprechen Poin- cares. Soeben (22. Juli) hatten beide die Verabredung getroffen, daß man gemeinsam Oesterreich hindern wolle, Serbien wirksam zur Rechenschaft zu ziehen, und ausdrücklich dabei einander Erfüllung aller Bündnispflichten, d. h. also auch militärische Unterstützung zugesagt. Poincare hatte in diesem Augenblick die Möglichkeit, den russischen Kriegswillen durch den Hinweis auf die Gerechtigkeit der österreichisch-ungarischen Forderungen zu dämpfen: er hat das Gegenteil getan; nicht nur durch dieses Abkommen mit Sasonow, sondern zugleich auch durch drohende Worte, die er an den österreichischen Botschafter richtete. Mit dem Entschlüsse Sasonows und Poineares war der Friede gewiß aufs höchste gefährdet, aber das letzte Wort war noch nicht gesprochen. Noch war die Möglichkeit vorhanden, daß die englische Regierung sich für die Erhaltung des Friedens einsehte. Wenn Grey, der Leiter der englischen Außenpolitik, der ihm wohlbekannten Zwangslage Oesterreichs, sein Leben gegen die serbischen Angriffe verteidigen zu müssen, Rechnung trug und sich im Interesse des Weltfriedens kategorisch für Befriedigung der gerechten Wiener Sicherheitsforderungen — vielleicht unter formaler Schonung der serbischen Souveränität — aussprach, so hätte Sasonow vor der Wahl gestanden, entweder auf dieses Kompromiß einzugehen oder den Kampf gegen die Mittelmächte mit Frankreich allein auszunehmen. Daß in solchem Kampfe alles auf dem Spiele stand, wußte er, mochten die russischen Generale in der letzten Zeit auch in der russischen und französischen Presse mit der lleberlegenheit Rußlands über die Mittelmächte geprahlt haben. Er muhte dann entscheiden, welche Gefahr größer war, dieser Krieg oder die Auseinandersetzung mit dem Panslawismus. Aber Sasonow ist gar nicht vor diese Alternative gestellt worden. Hier setzte „der Mechanismus der Entente" ein. In denselben Stunden, da Sasonow seine kriegerischen Telegramme nach Belgrad schickte, fiel i n London die Entscheidung. Am Morgen des 25. Juli beschloß Grey nach einer Besprechung mit seinen beiden Hauptgehilfen, Nicolson und Eyre Crowe, Rußland und Frankreich auf alle Fälle z u unterstützen, wenn es zum Kriege komme. „Was wir auch von der rechtlichen Seite der österreichischen Anklagen gegen Serbien halten mögen, Frankreich und Rußland sind der Ansicht, daß sie Vorwände sind, und daß die größere Frage von Dreibund gegen Dreiverband aufgeworfen ist", sagte Crowe. Diesem Gedanken entsprechend lieh Grey in Petersburg mitteilen, England werde sich zwar um den serbisch-österreichischen Streit nicht kümmern, aber es werde bestimmt Partei ergreifen, wenn sich daraus ein Konflikt zwischen den großen Mächten des Festlandes entwickele. Es war eine deutliche Erklärung, dah Ruhland auf England rechnen dürfe, denn als Grey diese Mitteilung machte, wußte er bereits, dah Sasonow und Poincare sich auf ein Vorgehen gegen Oesterreich geeinigt hatten, dah also, wenn England nicht intervenierte und kein für Oesterreich annehmbares Kompromiß vorschlug, ein Konflikt bevorstand, an dem Deutschland und Frankreich teilhaben mußten, lind zum Heberfluß sprach er sich an demselben Tage dem russischen Botschafter gegenüber noch deutlicher aus: er hoffe, Deutschland zu einer Vermittlung zu bestimmen, die für Rußland günstig ausschlagen solle, denn sie werde Rußland Zeit zu Rüstungen gewähren, während Deutschland als vermittelnde Macht keine Vorbereitungen treffen dürfe. Mit diesen Aeußerungen des englischen Auswärtigen Amtes war jede Friedensmöglichkeit gemordet. Es hing jetzt von Ruhland ab, durch erinnerte und um tatkräftige Unterstützung des kunstsinnigen Bürgertums bat. hth. Tonfilm: „3m Geheimdienst.^ Ein hon Gustav Heidt) inszenierter, neuer Tonfilm der Ufa, der thematisch etwa in einer Linie mit Öen „Spionen" unö stellenweise auch mit öer „Affäre Dreysus" liegt Die Hanölung gibt einen Ausschnitt aus öem „Krieg im Dunkel": Das überaus gewagte unö schwierige Manöver eines Agenten öcr Deutschen Heeresleitung im Innern Ruhlanös. Der phantastisch verwegene Plan gelingt: öas Deutsche Hauptquartier gelangt rechtzeitig in Den Besitz Der geheimen Vor- bereitungspläne zur großen russischen Frühjahrsoffensive unD kann Diese Durch einen über» raschenD geführten Gegenangriff kurz vor Dem Losbruch vereiteln. Man folgt Den einzelnen Phasen Des ungemein geschickt aufgebauten, in Spiel unö Gegenspiel raffiniert gesteigerten Spionagefalles mit äuherster Spannung. Die Regie arbeitet (bei schöner, klarer Photographie) ganz konzentriert, führt Den Beschauer unmittelbar in Die sprunghafte Entwicklung Der Handlung hinein, die durch Einführung eines musikalischen Leitmotivs und einer angenehm dezent und verschleiert gegebenen Liebesgeschichte noch an sinnlichem Reiz gewinnt. Die Musik (S ch m i d t - B 0 e l ck e) ist hier ein wirklich mitspielendes Clement, organischer Bestandteil des Ganzen. Eine Reihe sehr tüchtiger Darsteller: Willy Fritsch (Higgins) und Oscar Horn 01 k a (General Lanskoi) als wichtigste Gegenspieler, dazwischen die von Theodor Loos ausgezeichnet entwickelte, zweideutig schillernde Figur des nach beiden Seiten arbeitenden Agenten Dubbin. Gut auch: Karl Ludwig Diehl, Ferdinand Hart, Winter st ein und K a y h 1 e r (der freilich allenthalben mehr Kayhler als Deth» mann-Hollweg ist). Eine gewisse Enttäuschung: Brigitte Helm, die hier merkwürdig starr unö unbewegt erscheint; man muß sich vorstellen, was die Garbo aus dieser Rolle herausgeholt hätte ... auch wenn man nicht verkennt, daß die Figur der Dera von vornherein (d. h. im Drehbuch schon) zu gewissen Bedenken Anlaß gibt Sn öer technischen WieÖergabe Dürften ein paar kleine Schwankungen ausgeglichen toerDen. Der Film als Ganzes: eine sehr interessante Neuerscheinung, Die man nicht versäumen sollte; seit gestern im neuen Programm Des Lichtspielhauses. — r — schroffes Auftreten gegen die Mittelmächte eine solche Verwicklung herbeizuführen, die Grey als Voraussetzung für eine englische Parteinahme bezeichnet hatte' England gatte sich tn seinen Entschlüssen vom Zarenreiche abhängig gemacht. Wie Sasonow die englischen Vachrichten verwertet hat, ist bekannt, durch schroffe Forderungen an Oesterreich machte er jede ernstliche Unter» Handlung unmöglich und zwang schließlich durch die Mobilisation Deutschland zur Kriegserklärung. Fragt man nach den vornehmsten objektiven Ursachen deS Weltkrieges, so sind es zwei: der eroberung-lustige PanslawiSmuS und die fran- ?ösifche Revancheidee! fragt man nach den Per- önlichkeiten, die die in diesen Strömungen liegende Offensive in den kritischen Tagen bewußt gefördert haben, so wird man immer auf das Kleeblatt geführt: Sasonow, Poincars, Grey. Aus der provinzialhauptfiavt. Gießen, den 17.Oktober 1931. Herbstliches Fest. Rachdem uns der Sommer eine Enttäuschung nach der anderen gebracht hat, und ein Regentag nach dem anderen vergessen ließ, daß Sommer war, hat sich der Her^'t bemüht, den Menschen einige- von dem zu ersehen, was der Sommer nicht gehalten hat. Wenn auch die Rächte nun kühl sind und am Morgen die Welt im Rebel liegt, so siegt doch noch oft die Sonne und läßt alles schöner und freudiger, farbiger und lebendiger erscheinen. Da greift man denn zum Wanderstab und pilgert hinaus. Der Weg süyrt durch Wiesen und Felder, an Gärten vorbei. Ucberall sind die fleistinen Kleingärtner bei der Arbeit. Roch blühen und leuchten die letzten Rosen, Dahlien und Herbstastern, die Sonnenblumen neigen ihr Haupt unter der Last der schweren Korner. Auch die letzten Tomaten haben sich noch gerötet in diesen Tagen, und hier und da sehen wir tiefdunkle Trauben. Welches Leben mag eben in den Weingegenden herrschen! Die Bäume haben zum Teil schon ihr Laub verloren, einzelne Dirnen und Aepscl hängen noch auc Freude der Kinder. Aber in diesen Tagen denken sie kaum ans „Stoppeln". Sie haben ihren Kreisel hcrvorgeholt und lassen ihn auf der Straße tanzen. Die Mädchen spielen wieder mit dem Ball. Kinder können immer am besten eine IahresAeit einschätzcn. Das sehen wir im Frühling, das sehen wir auch jetzt. Ucberall herrscht Freude und reges Leben. Drunten der Wiescngrund — zweimal hat er seine Pracht hergeben müssen — hat sich mit neuem Grün geschmückt. Darin sind, wie in einen Teppich, die violetten Herbstzeitlosen eingestickt. Zähe und ausdauernde Blumen aber finden wir noch am Wegrand. Dort stehen die letzten Schafgarben, Habichtskräuter. Flockenblumen und die nimmermüden Gänseblümchen. Unverdrossen fiie- gen auch heute die Dienen und holen sich, waS noch an Rektor da ist. 3n der milden Luft spielen die Mücken. Und da ist der Wald, der verzauberte Wald! Wir wollen noch nicht eintreten, wir wollen hier vor ihm stehen bleiben und in vollen Zügen daS frohe Dtld in uns ausnehmen, das sich hier unserm Auge darbietct. Da leuchten alle Farben in wundervollem Zusammenllang auf. Don dem Boden her, der schon mit buntem Laub bedeckt ist, wächst die Pracht. Da stehen die Düscye, umrankt von den dunklen Dromveerruten, in buntem Herbstgewand. Dahinter erheben sich die stolzen Buchen, die zum Teil schon ihr Laub verloren haben. Was noch von den Blättern hängt, glänzt in allen Farbentönen. Die schlanken Dirken haben ein goldgelbes Kleid angezogen. Zarte Sommerfädcn umwinden die bunten Blätter. Kein Lüftchen bewegt den Wald. Die Eichen sind noch grün, sie lassen nur mürrisch und langsam ihr Laub fallen. Es müssen starke Stürme kommen, um sie kahl zu zausen. Aber auch ihre Dlätter sind schon am Rande gelb gefärbt. Ganz im Hintergrund stehen stumm und aufrecht die Fichten. Durch ihre dunklen Radeln hebt sich erst die frohe Farbenpracht und wirkt desto lebhafter und frischer. Still und weich k ommt dieses Herbstwunder, nicht stürmisch wie nach einer lauen Frühlingsnacht das Erwachen des Waldes. Rur dann und wann hören wir den Schrei eines Eichelhähers, auch das leise Zirpen einiger Meisen, sonst herrscht Stille. Ab und zu knackt cs im dürren Laub. Die reifen Eicheln fallen zur Grde. Schon liegen sie wie gesät. Und dort, eben noch sahen wir den bu chigen Schwanz, klettert das Eichhörnchen hinaus hinter die schützenden Aeste. Es lann jetzt ernten und Vorräte einheimsen. Ein Ton vom Scheiden und Meiden klingt durch das herbstliche Fest. Wir fühlen in diesen Tagen mit leiser Wehmut, wie nun das Jahr sich lang- sam zu Ende neigt. Es ist ein Abschied wie bei einem guten Freund. Wenn alles gesagt ist, schauen wir uns noch einmal stumm in die Augen und drucken uns still die Hand. Das ist ein schönes Scheiden. Und wir wünschen, daß alle Feste so wundervoll auSkllngcn wie diese goldenen Herbst- tage von 1931. W. Der diesjährige Auftakt im Gießener Konzertverein. Vom Konzertoerein wird uns geschrieben: Das neue »onzertjahr das 140. des Xonzertoereins, nimmt am 24. d. M. mit einem Sonatenabend der Herren Pros. Adolf Busch und Rudolf Serkin seinen Anfang. 'Rach dem außerordentlich großen Erfolg des vorjährigen Konzerts dieser beiden, in ihrer Art wohl bedeutsamsten Künstler glaubte der Vorstand eine bessere Einleitung der Konzertver- anjtaltungen nicht bringen zu können, und er hofft, daß die besondere Anziehungskraft so namhafter Mu. fiter |lct) auch jetzt wieder erweisen wird. Dao Pro- gramm wird zudem bestimmt dazu beitragen, den hir.O,ln,4?>0?,Q^nb besonders festlich zu gestalten: auf h e h.^oU-oonate °p. l22 von Reger folgt die O-Dur.Sonate von Beethoven op. 30 Nr. 3. Den Be. Wu& bildet die Schubert.Fantasie op. 179. Es war djroicrlfl, die beiden Künstler für ein Konzert nach Wiefern wieder zu verpflichten, da Adolf B u s ch An. ang November eine Konzertreise durch Amerika an. ritt und sich nur für wenige Abende im Herbst noch frei machen konnte. Aus diesem Grunde mußte auch in der BZahl de» Termins eine Aenderung gegen fonft eintreten Da» Konzert findet ausnahmsweise am oamstag 20 Uhr. in der Unioersitatsaula statt Wahrend die Abonnementspreise im ganzen roefent- "ch herabgesetzt worden sind, konnten die Einzel- karten für diese» Konzert, das natürlich besondere Kosten verursacht, leider nicht billiger abgegeben werden als früher. E» sei. bei dieser Gelegenheit noch einmal dringend daraus hingewiesen, wie sehr von dem Besuch der Konzertveranstaltungen, und Aus her Praxis der öffentlichen Serussberatung. Don Dr. Bottenbacher, Arbeitsamt Gießen. Die Berufsberatung wird nicht immer nur von Schulabgängern ausgesucht, von Jugendlichen, die anfangen sollen zu lernen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, auch ältere, der Scfjule längst entwachsene Ratbedürftige finden den Weg zu ihr. Abiturienten, die noch kein oder kein passendes Unterkommen gefunden haben, Studenten, die wegen falsch gewähllen Studiums die Fakultät wechseln möchten, nach andern Berufsmöglichkeiten Umschau haltende Arbeitslose und auch in Arbeit Befindliche, die aus irgendeinem Grunde vor neuer Berufswahl stehen: sie alle treibt die Berufs- not in die Sprechstunden der Berufsberatung, der Sammelstelle aller Berufserfahrungen, wo man jedem mit Rat und Tat zu Helsen sucht. Von diesen älteren Ratsuchenden soll heute einmal kurz die Rede sein. Ein Oberrealschulabiturient tritt ins Sprechzimmer, keinen hoffnungsfreudigen Eindruck machend, den Händedruck etwas krampfhaft erwidernd. Das einzige Kind einer sich mühsam durchs Leben schlagenden Witwe, die heroisch auf vieles verzichtete, was allgemein zu den Lebensnotwendig- keilen gehört, nur um ihren Sohn, der es einmal besser haben soll, durch höhere Schulbildung ein leichteres Fortkommen zu ermöglichen. Er war auch kein schlechter Schüler, ihr Zunge aus den sie nicht mit Unrecht stolz sein konnte. Sie dachten beide, Mutter und Sohn, wegen Unmöglichkeit eines Hochschulstudiums an ein Unterkommen bei der Post, der Eisenbahn, der Finanzbchörde ober sonstwo als Be- amtenanroärter; aber alle dahingehenden Gesuche blieben erfolglos. Das zweite Jahr vergebenes Mühen um irgendwelche Arbeit nahmen feinen Froh- sinn und machten ihn zum Pessimisten und Fatalisten zugleich. Wie hatte sich auch die Mutter, die unter Tränen leidvoll ihren Kummer offenbarte, doch alles anders vorgestellt! Und ihn drückte es schwer, der Mutter noch länger zur Last zu fallen, sich als Nichtstuer, als Gelegenheitsaroeiter ohne bestimmten Beruf herumzutreiben. — Wir hatten Glück infolge eines Unglücks wodurch eine städtische Beamten- anwärterstelle frei wurde, in die wir ihn vermitteln konnten. Als er nach einigen Monaten unerwartet wiederkam. war er wie verwandelt, kaum mehr zu erkennen, so sehr hatte das neue Lebensziel, die Arbeit, ihn seelisch und körperlich aufgerichtet. Manche Eltern halten es sonderbar mit ihren Kinder und wissen nicht, wie sie sich dabei an ihnen versündigen. So mußte ein Ratsuchender gegen feinen Willen die Hochschulreife, die er an der Höheren Lehranstalt nicht erreichen konnte, mit langer Mühe und Not an einem Maturitätsinstitut nach- holen, trotzdem er lieber ein Handwerk gelernt hätte. Nun steht er, dem kein Studium recht gefällt, als Pseudoakademiker im achten Semester, wechselt fortwährend die Fakultät und ich mit sich selbst und seinen Estern, diese natürlich auch mü ihm, höchst unzufrieden. Dor einem abermaligen Fakustatswechsel mußte dringend abgeraten werden, da ihm für das neue in Aussicht genommene Stu- dium die erforderliche hohe mathematische Begabung völlig abgeht. Ob dieser Erziehungsfehler der Eltern wieder gutzumachen ist? Dorläufig scheint ihr Sohn, mit dem sie es sicherlich nicht schlecht gemeint haben, ein „ewiger" Student zu werden. Arbeitslose denken oft, jeder andere Verns fei besser al» der ihrige, holen sich häufig Rat und Auskunft über die verschiedensten Verufrmög- lichk eiten. Diele würden gern, um aus dem erzwungenen Nichtstun herauszukommen, eine neueLehre auf sich nehmen, wenn ihnen nur kürzere Lehrzeit und höhere Lehrlingsvergütung zum Durchhalten gewährt werden könnte. Auch kaufmännische Angestellte, die noch ein Handwerk erlernen wollten, waren schon in Beratung. Nicht selten werden Umschulungswünsche laut für Berufe, die längst überfüllt sind und selbst auf lange Zeit hinaus kaum geringste Aus- sichten auf Unterkommen bieten. Der Drang, endlich wieder in Arbeit und Brot zu kommen, laßt oer- ständlicherweise alle möglichen, von vornherein unrealisierbaren Ideen fecranreifen. Dor manchem Irrweg konnte abgeraten, vor manchem vorauszusehendem Reinfall auf schwindelhafte Reklame gewarnt werden. Im folgenden dürfte besonders veranschaulicht sein, gewisse körperliche Mängel bei der Berufswahl nicht zu vernachlässigen. Ein in ungekündigter Arbeit befindlicher Friseurgehilfe wünschte eine Lehrstelle in einem „sitzenden" Beruf. Er hatte schon als kleines Kind Plattfüße und konnte das Friseurhandwerk, für das er sich sonst sehr gut eignete, wegen starker, bei langem Stehen eintretender Fußschmerzen nicht mehr ausüben. Wir waren in der Lage, eine Lehr- stelle in einem passenden Beruf zu vermitteln. Aber selten kann falsche Berufswahl so spät wieder gulgcmacht werden; denn abgesehen davon, daß in diesem eigentlichen überhöhten Alter nicht immer leicht Lehrstellen zu inben finb, können sich bie wenigsten Eltern eine loppelte Lehrzeit ihrer Kinber leisten. Man schleppt ich bann in solchen Fällen in dem einmal verkehrt gewählten Beruf auf Kosten der Sozialversicherungen gewöhnlich so lange herum, als es eben geht. Es wird bei Eintritt ins Berufsleben noch viel zu wenig auf vorhandene Leiden und Gebrechen geachtet, wodurch neue ober sich oerfchlimmernbe Krankheiten, Invaliditäten, private und soziale Un- kosten entstehen, die meist durch frühzeitige Berufsaufklärung hätten verhütet werden können. besonders der anfänglichen Konzerte, das Schicksal des ganzen Konzertwinters abhängt: nur wenn allen Nöten der Zeit zum Trotz unsere Musikfreunde uns treu bleiben und durch ihren Besuch uns die Möglichkeit an die Hand geben, weitere Konzerte zu veranstalten, werden wir durchführen können, was wir uns vorgenommen haben. Alles Nähere über dieses und die kommenden Konzerte in den Anzeigen und in der Musikalienhandlung von E. Challier, Neuen- weg, wo auch die Abonnementskarten zum Abholcn bereitliegen. Geh. Kommerzienrat Emmelius f. Gestern ist hier der Geheime Kommerzienrat Louis Emmelius im 82. Lebensjahre verstorben. Mit ihm ist ein Bürger unserer Stadt in die Ewigkeit abberufen worden, der für das Gießener Gemeinwesen in jahrelanger ehrenamtlicher Kommunalarbeit Hervorragendes geleistet hat und dem die Stadt, in dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste, gelegentlich seines 80. Geburtstages am 7. März 1930 als ersten Gießener Bürger die Ehrenplakette der Stadt Gießen verlieh. Louis Emmelius wurde am 7. März 1850 in Aßlar (Kreis Wetzlar) geboren. Rach dem Besuch des Gymnasiums zu Gießen und seiner beruflichen Ausbildung als Kaufmann der Tabak- branche diente er als Einjährig-Freiwilliger beim Infanterie-Regiment 116 in Gießen, mit dem er den Krieg 1870 71 mitmachte und in dessen Verlauf er am 18. Januar 1871, am Tage der deutschen Kaiserproklamation, zum Offizier befördert wurde. Aus dem Felde zurückgekehrt, trat er in die väterliche Firma, Carl Emmelius, ein. bie in ihm allezeit einen trefflichen Verwalter des väterlichen Erbes und einen mit klugem Kaufmannsgeist und glücklicher Hand auf bewährtem Grund weitcrbauenden Leiter hatte. 3m Dienste der Allgemeinheit war Louis Emmelius seit 1893 tätig, wo er als Mitglied der Rationallibcralen Partei in die Gießener Stadtverordneten - Versammlung eintrat. Das Vertrauen dieser Körperschaft berief ihn im 3ahre 1911 in das Amt eines unbesoldeten ehrenamtlichen Beigeordneten, in das er im Jahre 1917 einstimmig wiedergewählt wurde. Seine kommunale Arbeit galt insbesondere der städtischen Finanzverwaltung, der er ein außerordentlich fleißiger, mit größter ®c- wissenhaftigkeit wirkender Berater und Mitarbeiter war, dessen höchstes Streben nur das Wohl der Allgemeinheit war. Reben der kommunalpolitischen Tätigkeit war er im Verein ber Tabakindustriellen von Gießen und Ilmgegend zeitweilig zweiter Vorsitzender und Schatzmeister, ferner wirkte er in den Kommissionen des Vereins lange Jahre erfolgreich mit; der Verein dankte ihm feine langjährige Mitarbeit durch die Verleihung der Ehrcnmitgliedschaft. Er war weiter tätig als Kirchenvorsteher der Evangelischen Gemeinde, im Kreistage und im Schulvorstand: der Kricgerverein Gießen ist durch ihn mit gegründet worden; auch die Gießener Hochschulgesellschaft zählte ihn zu ihren treuen und opferbereiten Freunden, daneben tat er auch auf dem Gebiete der RächslenhUfe viele gute Werke, die feinem ausgeprägten Sinn für das Gemeinwohl und für das Gebot der Rächsten- liebe entsprachen. Das Städtische Museum hatte in ihm einen eifrigen Förderer, ein Denkmal für alle Zeiten schuf er sich aber durch die Gründung unseres KriegsmuseumS. Dem Descllschaftsvercin (Klub) stand er lange 3ahre als Präsident vor: sein verdienstvolle- Wirken für den Verein wurde auch hier durch die Verleihung der Shrcnmitglicd- fchaft dankbar anerkannt. Als er das siebzigste Lebensjahr erreichte, zog et sich von seinen vielen Ehrenämtern zurück, um feinen Lebensabend in wohlverdienter Ruhe zu verbringen. Dem verdienten Manne galt die herzliche Zuneigung und dankerfüllte Wertschätzung weiter Kreise der Bürgerschaft. Daneben wurden ihm aber auch noch wohlverdiente öffentliche Ehrungen als äußere Merkmale der Anerkennung zuteil. 3m Dezember 1917 wurde er vom früheren Großhcrzog zum Geheimen Kommerzienrat ernannt, außerdem wurde er mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Hessischen Philippsordens mit der Krone ausgezeichnet. Die Stadt gab ihrer Dankbarkeit für das Wirken von Louis EmmeliuS, wie schon erwähnt, durch die Verleihung des ersten Stückes der Ehrenplakette der Stadt Gießen Ausdruck. Das Andenken an diesen edlen Menschen , und vortrefflichen Gießener Bürger wird über fein Grab hinaus bei allen, die ihn kannten, und in der Geschichte unserer Stadt in Ehren und Dankbarkeit bewahrt bleiben. General Mohr 70 Jahre alt. Am morgigen Sonntag, 18. Oktober, kann unser Mitbürger Generalmajor a. D. Rudolf Mohr in voller körperlichen und geistiger Frische die Feier seines 7 0.Geburtstages begehen. General Mohr, der am 18. Oktober 1861 in Königsee (Thüringen) geboren wurde, trat nach dem Besuch des Gymnasiums zu Rudolstadt am 1. April 1882 beim 3nf.-Regt. Rr. 95 in Gotha als Fahnenjunker ein. 3m September 1883 wurde er Leutnant, im September 1890 Oberleutnant. Dann tozr er vom Oktober 1890 bis Oktober 1893 Adjutant beim Dezirkskommando in Meiningen, hierauf vom April 1894 bis April 1897 Adjutant des 3nf.-Regt. Rr. 95 in Gotha. 3m Mai 1897 wurde er Hauptmann, und in diesem Range war er bis zum Oktober 1901 Adjutant bei der Kommandantur in Breslau. Don dort wurde er als Hauptmann und Kompaniechef zum 3nf.-Regt. 116 in Gießen verseht, wo er am 27. 3anuar 1907 zum Major beim Stabe des 3nf.-Regt. 116 befördert wurde. Vom April 1909 ab bis zum Oktober 1913 war er Dataillonskommandeur in Metz, Forbach und Straßburg i. Elsaß im 3nf.- Regt. 174. Rachdem er im 3uni 1913 zum Oberstleutnant befördert worden war, stand er als Oberstleutnant beim Stabe des 3nf.-Regt. 169 vom Oktober 1913 biS 1. August 1914 in Lahr (Baden) in Garnison. Am 1. August 1914 trat er als Kommandeur an die Spitze des Landwehr- Regiments 109, mit dem er in den Weltkrieg zog. 3m 3uni 1915 wurde er Oberst. 3n der zweiten Schlacht bei Mülhausen stürzte er mit dem Pferde und erlitt dabei so schwere innere Schäden, daß er untauglich zum Frontdienst wurde. Dom April 1916 bis zum Kriegsende diente er als Kommandeur des Landwehr-BeAirks Straßburg i. Elsaß dem Daterlande. Am 11.3anuar 1919 trat er in Bewilligung seine- Abschiedsgesuches vom 30. Oktober 1918 unter Verleihung des Charakters als Generalmajor in den Ruhestand, den er seit Kriegsende in unserer Stadt verlebt. Seit Ende Dezember 1918 steht Genera! Mohr als Vorsitzender an der Spitze der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Offizier-Bundes und ebenfalls als Vorsitzender an der Spitze des Vereins ehemaliger Offiziere 3nf.-Regt. 116 in Gießen. Reben dem aktiven Militärdienst hat sich General Mohr auch auf dem Gebiete der Kriegsgeschichte al- produktiver Schriftsteller betätigt, wobei ihm die Schlacht bei Wörth, der KriegS- beginn und das Gefecht bei Saarbrücken, die Schlacht bei Spichern aus dem Feldzug 1870 71, sowie krieg-geschichtliche Wanderungen in und um Gießen al- Stoff seiner Arbeiten dienten. Weiter hat er ein Werk über .Die Ausbildung der Unterführer W den Kriegsbedarf" geschrieben. Für seine Verdienste im Frieden und in der KrieaSzeit wurde er durch die Verleihung zahlreicher Orden und Ehrenzeichen in gebührender Weise geehrt. Als Soldat wie als Mensch vorbildlich, ein Mann, der die besten Eigenschaften eine- deutschen Oftiziers in sich verkörpert und dem lauterste Gesinnung, sowie unwandelbare Liebe zu Volk und Vaterland allezeit Richtschnur seine- Wirkens waren, darf er sich hoher Wertschätzung in weiten Kreisen der Bürgerschaft unterer Stadt und darüber hinaus erfreuen. Oie Gießener Winternothilfe. Der Derbe- und Sammelausschuß derGieße - ncr Winternothilfe 1 931 32 hielt gestern eine gemeinsame Sitzung mit den Leitern der Gießener Schulen ab, in der über die Durch- iührung einer Geldsammlung in den Schulen beraten wurde. Die Besprechung führte zu dem Ergebnis, daß ein solches Sammelwerk in den höheren Schulen durchgeführt werden soll, während man angesichts der ganzen Wirtschaftsverhältnisse von einer gleichartigen Sammlung in den Volksschulen Abstand nehmen teilt 3n der anschließenden Arbeitssitzung deS Werbe- und Sammelausschusses wurde mitgeteilt daß auS den Kreisen der Erwerbslosen und der übrigen Hilfsbedürftigen von rund 500 Bestellern 214 6 ZentnerKartofseln zur Beschaffung durch die Winternothilfe angemeldet wurden. Die Frage der Heranschaffung dieser Kartoffelmenge wurde eingehend geprüft, über gewisse Maßnahmen soll anfangs nächster Woche entschieden werden, damit dann die Kartoffelversorgung alsbald in Gang gesetzt werden kann. Vom Edeka-Grohhandel lag dem Ausschuß die Mitteilung vor. daß die Edeka-Geschäft« als gemeinsame Winternothilfe zunächst 100 Psd. Reis, 130 Pfund Bohnen. 100 Pfund Erbsen und 50 Pfund Rudeln zur Verfügung stellen, eine Spende dieser Art im Laufe deS WintcrS auch noch wiederholen wollen. Die Firma Kaisers Kaffee-Geschäft stellte zur Versorgung der Hilfsbedürftigen für Oktober 50 Pfund RciS, für Äovembcr 50 Pfund Dohnen, für Dezember 50 Pfund Erbsen bereit. Weitere Hilfsmaßnahmen sind in aller Kürze von der Däckerinnung Gießen-Stadt und von der Mehgerinnung zu erwarten, worüber gewisse Vorschläge ausgearbeitet sind. 3n diesem Zusammenhänge sei einmal öffentlich darauf hingewiesen, daß die Mitglieder der Gießener Däckerinnung schon seit etwa sechs 3ahren in anerkennenswerter und beispielgebender Weise allwöchentlich an verschämt« Arme Drot kostenlos abaeben, und zwar je nach Größe deS BäckercioetriebeS von 1 Kilogramm Drot bis au 4 Kilogramm Drot in jeder Woche. Diese Hilfe an verschämte Arme soll von der Gießener Däckerinnung in dankenswerter Weise auch fünfttg beibehalten werden, darüber hinaus ist geplant, in einem noch näher zu bestimmenden Ausmaß auf Weisung deS WohlfahrtsamteS Drot zu verbilligtem Preise abzugcben. Für das Winterhils-werk werden Geldspenden bei den hiesigen Danken entgegengenommen, ferner können Geldbeträge auch auf das Konto 3372 der Winternothilsc bei der Dezirkssparkasse Dießen eingezahlt werden. Auf Wunsch werden Geldbeträge auch aus den Wohnungen abgeholt. Wer Spenden telephonisch anmelden will, rufe da- Städtische Wohlfahrtsamt unter der Telephonnummer 2858 oder 2859 an. Sollen wir am Musikunterricht unserer Kinder sparen? Man schreibt unS: Die Rot der Zeit mit ihr n für jede Lebenshaltung schon katastrophalen Au. • Wirkungen zwingt unerbittlich zur größten Spa. - samkeit. Die Eltern sinnen darüber nach, wo v... wie bei der Erziehung der Kinder immer nc > etwas eingcspart werden könnte. Da sind es dc i in vielen Familien die Privatmusikstunben. die diesen Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. 3ft es nun auch heute durchaus berechtigt, die Musik- stunden einzustellen bei Kindern, die nur sehr geringe, ober gar feine musikalische Begabung zeigen, so gilt dies doch nicht bei musikalisch begabteren. Diesen Kindern darf die Möglichkeit zur Entfaltung ihrer künstlerischen Veranlagung durch guten Privatmusikunterricht nicht vorenthalten werden. Wenn man sich darüber klar ist. welch« unermeßlich großen seelischen Werte dem Kind« — und später dem Heranwachsenden jungen Menschen — durch richtige sachgemäße Anleitung zur Entwicklung seines Talentes erschlossen werden, welch einen Reichtum an innerer Kraft bet Mensch für fein ganzes Leben daburch gewinnt, so muy sich bie Waagschale burchauS zu Gunsten der Musikstunden neigen. Gerade die Fähigkeit zu einem guten Dilettieren ist eS, die in den Erholungsstunden den nötigen Ausgleich schafft und Der Gefahr unserer Zeit, daß bie Röte bes täglichen Lebens alles 3bcale allmählich ersticken, vorbeugt. 3ft cs boch nicht allein bas berufliche Vollbringen, unb bie äußerste Pflichterfüllung, die dem Leben den rechten Inhalt geben, sondern Tausend« und .Abertausende werden kraft Ausübung ihrer von Kindheit an gepflegten künstlerischen ^qabung sich hohe und reine Lebensfreude gerade auch für ibten Beruf zu erhalten wissen. Und diesen Weg. dies« Möglichkeit dürfen wir unfern Kindern nicht versperren. Die Erfüllung dieses Ziele- aber erfordert vor allen Dingen einen wirklich guten Unterricht. Wer feinen Kindern in ber heutigen Lotlage Musikunterricht erteilen läßt, hat Anspruch barauf daß dies nur durch zuverlässige Lehrkräfte geschieht. Bedauerlicherweise haben wir in Hessen hierfür noch keine gesetzliche Gewähr. Ein Befähigungsnachweis, wie et z. B. in Preußen in Form deS Unterrichtserlaubn.Sscheins für die Berechtigung zum Unterrichten eingeführt ist, besteht in Hessen noch nicht. Um sicher zu gehen, wähl« man nur Lehrkräfte, die ein gründliches und erfolgreiche* Musikstudium auftoeifen können. Rur fo lann eine Gewähr gegeben werden, tote sie für diesen ver- antwortungsvcl.cn Beruf durchaus zu wünschen ist. Gchneegänse. Am Donnerstag, 15. Oktober, wurden in 2 o n- borf im Lurndatal riesige Schwärme von Wild- gänfen in keilförmig fliegenden Gruppen zwischen 14 und 14.30 Uhr beobachtet. Flugrichtung von Rorden nach Süden. Rach dem Schrei waren eS Wildaänse, nicht Kraniche. Ebenso wurden am Schiffenberg, etwa- östlich über dem Wald, zwischen 14.15 und 15.05 Uhr sehr hoch fliegende enorme Schwärme alcicher Art beobachtet. die in der Richtung nach Watzenborn, also etwas südsüdwestlich, flogen. Vergleicht man die Lage von Londorf und Schiffenberg, so ergibt sich im ganzen eine südsüdwestliche Richtung. Die Schwärme müßten also über Allertshausen, Beuern, Großen-Dufcck, Annerod geflogen sein. SS fragt sich, ob sie nördlich ober südlich vom Lwppelberg. d. h. übts "Sy 1 fen in 20 n- t,vur^'AilS- 33)ärm< "wischen pt”1 «L-; m Öre' tjen i-JAFs -i W^wifä* >°KL Ä ’V'l’jW w«. *■ * ?,^i.. mit VnNt r-K Z'L'-L Ä'. UM: 8*8 ä? tos ^Ater Woche ^lelver. laal. ,Qnn- Mr anwfc tint E Dmers auch ^Em® Äaiferi ’^rlotgung btt ftj Sci8' für fut Dezember 50 i-K.E« Kürzt 'eßen.Stadt ’S 8U erwarten, eiltet sind In 11 öffentlich dar. «eder der Die. l feit etwa stchr beispielgeben. n vtrfchämtt 'bgeben, und reibetriebeS von ogramm Drvt in verschämte Amt lung in danken!« behalten werden, rinem noch näher ; Weisung de! verbilligtem >en Teldspen« ltgegengenommen, aus da! Konto ■ Dezirkssparkasse i Wunsch werden icn Dvhnun« m telephonisch an« le Dvhlsahrtsamt 58 oder 2859 an. ‘rritfff unfercr .? r Zeit mit i&re.i strvphalen Tv.- c größten Spa.« wx nach, wo ur.'D töt: immer nc j Da sind er icv.i musilstunden. die >ser fallen. 3ft es htigt, die Wusil- i, die nur sehr gehe Begabung zei« musikalisch begab« : Möglichkeit zur seranlagung durch icht vorenthalten t klar ist. welche verte dem Kinde den jungen Wen* he Anleitung zur rschlossen werde^ Kraft der Mnsch gewinnt, fo muh fünften der Mu- Lhigkeit zu einem ^denSrholulE ch 'Nf JE tote de! täglichen erftiden. vorbeugt, fließe Jollbnngen. a die dem^eben xn Lausende und "lbung ihrer von hen Begabung^ ade auch für'hren i-ImD««- Bindern nicht ver M M WZ ' bLlc man nur ÄW 5?Ä-» □ Stadtvorstandssihun germeister Walz zunächst ül meindeordnung, in der die frühere Städte- Oberheffen. Gemeinderat in Laubach ßaubarf), 16.Dh. In der jünasten Oe- meinderatsfitzung gab Bürgermeister Högy zunächst einen Ueberblick über die Bestimmungen der seit 1. Oktober in Kraft getretenen Hessischen Gemeindeordnung. — Im Einvernehmen t»a« Lahntal, oder über die Wetterau welter- gezogen sind. Um Mitteilung an die tierpshchologische Beobachtungsstelle in Gießen, Am Steg 12, wird gebeten. Daten für samstag, 17. Oktober. Sonnenaufgang 6.51 Uhr, Sonnenuntergang 17.29 Uhr. — Mondaufgang 14.37 Uhr, Monduntergang 21.10 Uhr. 1760: der französische Sozialist Graf Saint-Simon in Paris geboren; — 1815: der Dichter Emanuel Geibel in Lübeck geboren; — 1849:.der Komponist Friedrich Franz Chopin in Paris gestorben; — 1893: der Komponist Charles Gounod in St. Cloud gestorben. Daten für Tonnlag, 18. Oktober. 1777: Der Dichter Heinrich v. Kleist in Frank- furt a. O. geb. — 1813: Völkerschlacht bei Leip- zig, Rückzug Rapoleons in die Stadt. — 1831: Kaiser Friedrich HI. in Potsdam geb. Gietzcner Wochenmarktpreise. Cs kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Butter 120 bis 140 Pf. (Kochbutter von 110 Pf. an), Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10 (pro Zentner 5 Mk.), Weißkraur 6 bis 7 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk.), Rotkraut 8 bis 10 (pro Zentner 6 Mk.), gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 8 bis 10, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Kürbis 5 bis 6, Pilze 20 bis 25, Rüsse 25 bis 30, Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Ztr. 2,80 bis 3 Mk.), Aepsel 8 bis 10 (pro Zentner 4 bis 6 Mk.), Birnen 8 bis 10, Dörrobst 30 bis 35. Honig 40 bis 50, Preihelbeeren 30 bis 35, Zwetschen 8 bis 10, Brombeeren 30 bis 35, Pfirsiche 40 bis 60, Gänse 90 bis 100, Suppenhühner 80 bis 100, junge Hähne 90 bis 100 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier 12 bis 13, Salat 10 bis 15, Blumenkohl 30 bis 70, Salatgurkcn 15 bis 25, Oberkohlrabi 8 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pf. pro Stück; Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. G. D. A., 20.30 Uhr, Monats-Bersammlung, im Hopfeld. — Kriegerverein Gießen, Monatsversammlung im Schühenhaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „3m Geheimdienst". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Achtung! Zug in Gefahr!" und „Sensation im Zirkus". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater Gießen, „Alt-Heidelberg", 18.30 bis 21.30 Uhr. — Goethe-Bund, 20 Llhr, Reue Aula, „Sixt und Bettina". — Oberhessischer Kunstverein. Ausstellung „Alte und neue Graphik, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Ut)r. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tiere in Gefangenschaft" (Kulturfilm), 11.15 Uhr; ab 15 UI)t: „3m Geheimdienst". — Astoria-Lichtsprele, Seltersweg: „Achtung! Zug in Gefahr!" und „Sensation im Zirkus". — TV. von 1346, Schau- und Wetturnen, Turnhalle am Oswaldsgarten, Beginn 8.30 und 15.30 Uhr. — Reichstagsabgeordneter Dr. Ober fohren spricht in Giehen. Nächsten Samstag, 24. Oktober, 20 Uhr, spricht in der Turnhalle am Oswaldsgarten Reichstagsabgeordneter Dr. Oberfohren, der Borsihende der deutschnationalen Reichstagsfraktion, über: „Der Kampf der Dcutschnationalen". (Siehe heutige Anzeige.) — D H V. - Berbandsvorsteher Bechly in Gießen. In einer Mitgliederversammlung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen - Verbandes, Ortsgruppe Gießen, spricht am Montag, 19. Oktober, 20 Uhr im Cafs Leib der Derbandsvorsteher des DHV. Bechly- Hamburg über das Thema „Unser Stand im Kampf um Wirtschaft und Staat". Näheres in der heutigen Anzeige. — „16 Monate in chinesischer Gesa n g e n s ch a f t". Der Gießener Bevölkerung wird nächste Woche Gelegenheit gegeben sein, einen der von kommunistischen Räubern in China 16 Monate lang gefangen gehaltenen Missionare sprechen zu hören. Missionar Walter von der Basler Mission, ein Schweizer aus Schaffhausen, wird am Dienstag, 20. Oktober, in der Stadtkirche bzw. im Johannes- laal Borträge halten. Seine Darstellung der Zustände in China und der Missionsarbeit in diesem Lande dürste wohl allgemein interessieren. Der Missionar wird über all das sprechen, was er in engster Berührung mit den Trägern der kommunistischen Idee in einem nichtchristlichen Volke am eigenen Leide erfahren hat. Näheres in der heutigen Anzeige. — Kasperle-Theater. Man schreibt uns: Das beliebte Kasperle-Theater gibt am morgigen Sonntag, 15 Uhr, im Katholischen Vereinshaus wieder eine Vorstellung, mit der die Einweihung der neuen modernen Kasperlbühne verbunden sein wird. Für alt und jung dürften sich wieder zwei unterhaltsame Stunden ergeben. Näheres in der gestrigen Anzeige. mit dem seitherigen Pächter der Gemeinde- fi scher ei wurde dem Dentisten Obst dahier bis zum Ablauf der jetzigen Pachtdauer (12. Juni 1934) die Fischerei unter den gleichen Bedingungen wie früher zugefprochen. — Das hiesige Forstamt hat sich gegen eine Verlängerung der Pachtzeit des Gern e i n d e st e i n b r u ch e s im Forstort „Sträuches" bis zum Jahre 1940 wegen Unrentabilität ausgesprochen Dieser Ansicht schloß sich der Gemeinderat an, so daß der derzeitig geltende Pachtvertrag bis zum 30. September 1934 läuft. — Zum Schlüsse berichtete der Bürgermeister über die Tätiakeit des Verkehrsausschusses im Laufe dieses Iah- res. Ein schöner Prospekt der Stadt wurde ange- fertigt, wobei die Kosten für etwa 5000 Exemplare durch eine Sammlung bei den interessierten Gewerbetreibenden gedeckt wurden. Dem Vorschlag des Verkehrsausschusses, den zur alten Stadtbefestigung gehörenden Bürgerturm instandzusetzen und dem Publikum zugänglich zu machen, wurde zugestimmt. Ebenso wurde die Errichtung eines Hei« matmuseums in den oberen Räumen der Turnhalle gutaeheißen. Die Verwaltung und Einrichtung des Museums ist dem Verkehrsausschuß übertragen worden. Stadivorstand in Lauterbach. feiten graphischer Kunst von holländischen, italieni- chen und französischen Meistern zur Verfügung ge- tellt zu bekommen. Es braucht deshalb auf die Be- )eutung der Ausstellung nicht weiter hingewiesen zu werden, da sie jeden, der sie einmal gesehen hat, unbedingt veranlassen wird, zu einer ruhigen Stunde sich noch einmal in die Schätze dieser Graphik zu vertiefen. Es soll nur noch darauf hingewiesen werden, daß Besuchszeiten Sonntags von 11 bis 13 Uhr, Mittwochs von 15 bis 17 Uhr und Freitags ebenfalls von 15 bis 17 Uhr find. ** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. ,e „Alt-Heidelberg" im Gießener St adtt Heater. Bielen Wünschen, besonders aus den Kreisen auswärtiger Besucher, Rechnung tragend, hat sich die 3ntendanz entschlossen, Meyer-Försters Bolksstück „Alt-Heidelberg" nochmals auf den Spielplan zu sehen. Das meistgespielte Schauspiel der deutschen Bühnen wird am morgigen Sonntag, 18. Oktober, 18.30 Uhr (Ende 21.30 Uhr) zum letzten Male zur Aufführung gelangen. Die Spielleitung liegt in den Händen von Karl Cß o Id. Die 3ntendanz macht darauf aufmerksam, daß nunmehr die regelmäßigen Sonntags-Fremdenvorstellungen jeweils um 18.30 Uhr beginnen, damit den auswärtigen Besuchern die Möglichkeit gegeben ist, rechtzeitig die Züge zu erreichen. Die Züge kommen in Gießen zu folgenden Zeiten an: Don Frankfurt a. M. 18.09, Wetzlar 18.09, Marburg 17.06, Grünberg 16.23, Ridda 17.19, Limburg 18.09, Dillenburg 17.20 und von Bieber 17.15 Uhr. Die Kraftpostwagen treffen von Krofdorf 17.17 Uhr, von Alten-Dufed 18.21 und von Gambach um 18.10 Uhr in Giehen ein. Rach den Borstellungen können die folgenden Züge zur Rückfahrt benutzt werden: Ab'Gießen nach Frankfurt a.M. 22.42, nach Wetzlar 23.00, Marburg 22.43, Grünberg 23.00, Ridda 22.53, Limburg 22.13, Dillenburg 23.00 und nach Bieber 22.15 Uhr. Die Kraftpostwaren verlassen Gießen nach Krofdorf um 22.40, nach Alten-Buseck ebenfalls 22.40 und nach Gambach um 22.00 Uhr. **VonderReichsbahnpolizei. Nach dem Vierteljahresbericht des Fahndungs- und Streif- dienstes der Betriebsämter Frankfurt, Hanau, Friedberg, Gießen, Hersfeld, Limburg und Fulda des Reichsbahndirektionsbezirks Frankfurt a. M. sind in dem abgeschlossenen Vierteljahr insgesamt 655 Unregelmäßigkeiten im Verkehrsdienst (Schwarzfahrten usw.) sowie 280 Bahnpolizeiübertretungen im Betriebsdienst festgestellt worden. Die Zahl der versuchten Schwarzfahrten usw. ist eine recht erhebliche. Diebesgut ist im beträchtlichen Werte von annähernd 9000 Mark zurückgewonnen worden. Das Streifsystem ist stärker ausgebaut worden. Dies ergab die besten Erfolge. Dank der erhöhten Aufmerksamkeit sind in den letzten vier bis sechs Wochen z. B. im Frankfurter Bezirk keinerlei Eisenbahnoiebstähle zu verzeichnen gewesen. •’ Warnung vor einem Schwindler. Der Polizeibericht meldet: Ein Mann, der sich als Assistent D o m k e ausgibt, sucht seit einigen Wochen die in allen Teilen Deutschlands lebenden Rußlanddeutschen auf. Er gibt vor, im Auftrag des „Zentralkomitees der Deutschen aus Rußland", auch des „Fürsorgevereins für Deutsche Rückwanderer" zu handeln. Er verspricht, Beihilfen für einen Vier-Millionenfonds zu verschaffen und läßt sich für seine Beratungen Beträge von 10 bis 25 Mk. zahlen. Die von ihm ausgestellten Quittungen tragen stets eine vollständige Adresse. Domke soll im Besitz einer Liste sein, die Adressen und genaue Personalien der Rußlanddeutschen enthält. Dor Domke wird nachdrücklichst gewarnt. ** Fe st genommen. Wie der Polizeibericht mitteilt, wurde hier ein Ausländer ohne jegliche Ausweispapiere betroffen und festgenommen. Auf Ersuchen auswärtiger Behörden wurden festgenommen der Korbmacher Johann Jäger, geb. in Schillingsfürst, wegen Betrugs, und der Koch Gerhard Karl Lorenz, geb. in Delitzsch, wegen Diebstahls. ** Militärkonzert in der Heilstätte für Nervenkranke. Die hiesige Reichswehrkapelle unter der Leitung von Obermusikmeister K r auße bereitete am Mittwoch den Insassen und dem Personal der Heilstätte für Nervenkranke mit einem Konzert eine große Freude. Schneidige Märsche wechselten mit ernsten und heiteren Darbietungen in bunter Folge ab. Die aufmerksamen Zuhörer dankten der Kapelle mit herzlichem Beifall. ** Schneiderinnenkurse. Die private Fachschule für das Damenschneiderinnengewerbe der Frau M. Wick-Wunderlich macht im heutigen Anzeigenteil auf den Beginn ihres Wintersemesters aufmerksam. Neben den Semesterkursen für Damenschneiderinnen, Weißnäherinnen und Weiß- und Kunststickerinnen, die praktischen und fachtheoretischen Unterricht und die heute für die drei Berufszweige unentbehrlichen zeichnerischen und kunstgewerblichen Grundlagen vermitteln, finden auch Sonderkurse in allen einzelnen Fachzweigen statt. Außerdem sei auf die Gelegenheit, in Sonderkursen die Selbstanfertigung eigener Damen- und Kinderkleidung und Wäsche zu erlernen, hingewiesen. " Der Bund Königin Luise, Ortsgruppe Gießen, feierte wie man uns berichtet, dieser Tage bei starker Beteiligung von Mitgliedern und Gästen in sinngemäß ausgeschmückten Räumen, in deren Mittelpunkt ein schön zusammengestellter Erntetisch prangte, ein Erntedankfest. Pfarrer Lenz hielt eine eindrucksvolle Erntedankpredigt. Den Schluß des Abends bildete ein gemütliches Beisammensein. orönung und die Landgemeindeordnung zusammengefaßt sind. 3m Anschluß daran wurde der seitherige ProttkUlführer Sta'.tobers kretärDön- s e l s zum Schriftführer des Gemeinderats und als Stellvertreter Verwaltungsassistent Decker gewählt. Als Dertreter der Gemeinde bei der bevorstehenden Generalversammlung der Bezirkssparkasse wurden die Gemeinderäte Eifert, Schwarz, Höll, Stöppler, Bauer und Wacker gewählt. Für das Abholen der Konfiskate im Schlachthaus erhielt die Abdeckerei Roll in Schlitz bisher 600 Mk. jährlich. Roll will jedoch den Betrag auf 1200 Mk. erhöht sehen. Unter der Bedingung, daß der Vertrag über den zur Zeit zwischen Roll und dem Kreis Lauterbach Verhandlungen schweben, zustande kommt, wird der Betrag (d:r dann an den Kreis zu zahlen wäre) auf 800 Mk. erhöht. Die Postbehörde beabsichtigt, da der Reubau eines Postgebäudes vom Reichspostminister abgelehnt wurde, in einem zu errichtenden Anbau das Selbstanschlußamt unterzubringen. Der Bürgermeister berichtete über die Bedingungen, unter denen die Post bereit sei, das Selbstanschlußamt einzurichten. Da die eine Bürgschaft von 1 3 000 Mark von der Stadt übernommen werden soll, versagte der Ge- meinderat seine Zustimmung. Die Märkte für das 3ahr 19 3 3 wurden wie folgt festgesetzt: 13. Februar Vieh- markt, 15. März Vieh- und Krämermarkt, 19. April Viehmarkt und Bullenauktion, 7.3uni Pferde-, Rindvieh-, Schweine- und Ziegenmarkt mit Prämiierung und Verlosung, 12.3uli Viehmarkt, 9. August Vieh- und Krämermarkt, 6. September Viehmar't, UOktobrr D eh- und Krämermarkt mit Bullenauktion und am 15. Rovember Viehmarkt. Die Rechnung vom Prämienmarkt 1931. die mit einem Verlust von über 500 Mk. ab* schloß, ergab keinerlei Beanstandungen. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Bürgermeister gab dann noch von einem Gesuch der Arbeiterwohlfahrt Kenntnis, die um die Bewilligung eines Zuschusses für die Winterhilfe eingekommen war. 3n diesem Zusammenhang berichtete er über die Einrichtung £ i n e t Winternothilfe, die unter Zusammenfassung aller Korporationen gedacht ist, weil die Abgabe von Mittagessen allein nicht genüge, das durch die Wirtschaftslage hervor- gerufene Elend zu mildern. Mit der Winternothilfe soll eine Sammlung von Haus zu Haus durchgeführt werden. Aus dem Ergebnis der Sammlung soll dann der Arbeiterwohlfahrt eine Geldspende überwiesen werden. Weiter berichtete der Bürgermeister über die bereits in Angriff genommene Kartoffel- versorgung. Es wurden für 265 Mk. Kartoffeln angekauft; der dafür vorgelegte Betrag soll von den Erwerbslosen in Raten wieder aufgebracht werden. Landkreis Gietzerr. ck. H e u ch e l h e i m, 16. Okt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde u. a. beschlossen: Der Kultur- und Rechnungsplan der Forstver- roaHung für den Gemeindewald' wurde genehmigt. Außerdem wurden die Zahlungstermine für die Gemeindesteuer 1931 festgesetzt. Die Pflasterarbeiten in der Mühlstraße einschließlich der Materiallieferung wurden dem Pflastermeister Ludwig Dreiling als dem Wenigstnehmenden übertragen. Zur Beschäftigung von Wohlfahrtserwerbslosen wurde beschlossen, die Einebnung der Gemeindewiesen am Kahnplätzchen und auf dem Wolfshort vorzunehmen. Im kommenden Winterhalbjahr soll an bedürftige Schulkinder Milch kostenlos abgegeben werden. Der hierfür vorgesehene Betrag von 55 Mark wurde ge& Lauterbach, 14. Okt. In der jüngsten g berichtete Bürger die neue G e- ** Ablösungs-Anleihen der Stadt Gießen. Die öffentliche Ziehung der Auslosungsrechte zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für 1931 findet am Donnerstag, 22. Oktober, statt. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. ** Der O b e r h e f f i f.ch e Kun st verein eröffnet morgen feine zweite diesjährige Ausstellung unter dem Titel „Alte und Neue Graphik". Der in der ersten Anzeige veröffentlichte Titel: „Deutsche Sammler-Graphik" hat sich in letzter Stunde da- durch geändert, daß es gelungen ist, einige Kostbarnehmigt, wenn sich die Bezirks-Fürsorgestelle an den Kosten beteiligt. 8 Alten-Buseck, 16. Okt. Auf Grund der letzten Notverordnung wurde unsere Handarbeitslehrerin Frl. Griebel von ihrer Stelle abberufen und diese der Handarbeitslehrerin Frl. Rusak übertragen. Frl. Rusak wurde gleichzeitig mit dem Hand- arbeitsunterridjt an den Schulen in Rödgen und Trohe betraut. — Um zur Linderung der Not im kommenden Winter wirksam beizutragen, belchäs- tigen sich die Schüler einer hiesigen Klasse in ihren freien Nachmittagsstunden mit der Herstellung von Dörrobst, das dem Wohlfahrtsamt zur Verteilung an Bedürftige überwiesen werden soll. Bei dem reichen Obstsegen in diesem Jahre dürfte dieses anerkennenswerte Beispiel von Nächstenliebe zur Nachahmung zu empfehlen sein. — Kommenden Sonntag findet die Einweihung unseres Gefallenendenkmals statt. Das Denkmal ist auf dem neuen Friedhof ausgestellt worden. Die Arbeiten wurden von den hiesigen Steinhauern Ludwig Schmidt und Wilhelm Muhl ausgeführt. xf Leihgestern, 17. Oktober. Am morgigen «Sonntag veranstaltet der hiesige Obst* und Gartenbauverein im Saale der Gastwirtschaft „Zum Löwen" eine O b st a u s st e l I u n g. Obstbauinspektor Enkler vom Landwirtschaftskammerausschuß in Gießen, wird die Obstbewertung vornehmen. Heute, Samstagabend, wird Herr Enkler im alten «Schulsaal einen Vortrag mit Lichtbildern über „Obstbaumschädlinge und deren Vertilgung" halten. + Grünberg, 16. Okt. Die hiesige Freiwillige F euerwehr unternahm kürzlich eine Probefahrt mit derMotorsprihe nach Queckborn. Die Fahrt verfolgte einen doppelten Zweck; sie sollte einmal zeigen, inwieweit die Spritze die ihr gestellte Aufgabe, den Feuerschutz für etwa 30 Gemeinden des Kreises während eines Umbaues an der Kreismotorsprihe zu übernehmen, raschestens nachkommen kann, zum andern sollte aber auch ihre Desörderungsmoglichkeit über Land erprobt werden. Da die Motorspritze selbst nur auf einem zweiräderigen Gestell ruht, das für gewöhnlich mit der Hand gezogen wird, steht für Ueberlandfahrten ein Lastwagen zur Verfügung, der mit einer Anhängevorrichtung für die Spritze versehen ist, während auf dem Lastwagen die Bedienungsmannschaft befördert wird. Die Fahrt, an der außerdem noch das Kommando, die meisten Zugführer und Bürgermeister vr. Mild - not teilnahmen, ergab die Möglichkeit, in kurzer Zeit an Ort und Stelle erscheinen zu können. 3n Queckborn wurden Uebungen an einem Hydranten der Wasserleitung und an einem fließenden Wasser, dem Aeschersbach, worin ein Brandloch für den Saugkorb der Spritze hergestellt war, in zufriedenstellender Weise vorgenommen. Bürgermeister Albert von Queckborn sprach der Grünberger Wehr den Dank für die Vorführung aus, worauf Herr S e i f a r t, der Kommandant der Wehr, erwiderte und dabei dem Wunsche Ausdruck gab, daß auch in unferm Rachbarorte Queckborn bald eine Freiwillige F euerwehr erstehen möge. Kreis Büdingen. △ Nidda, 16. Okt. Am Mittwoch konnte Schrei- nermeifter Otto Bach aus Kohden auf eine 4 0 jäh. r i g e ununterbrochene Tätigkeit bei der hiesigen Möbelfabrik C. Ringshaufen zu- rückblicken. Der Inhaber der Firma, Herr Friedrich Reuning nahm nach Arbeitsschluß Gelegenheit, dem Jubilar feine volle Zufriedenheit und Anerkennung für feine 40jährigen treuen Dienste auszusprechen. Mit den besten Wünschen für sein ferneres Wohlergehen wurde ihm von feiten der Firma ein schöner Sessel als äußeres Zeichen der Wertschätzung überreicht. Kreis Alsfeld. ll. Mücke, 16.Okt. Gestern sah man hier zum erstenmale in diesem Jahre Schneegänse nach Süden ziehen. In keilförmiger Aufstellung zogen sie — es waren etwa 100 Vögel — dahin. ll. Atzenhain 16. Okt. Hier ereignete sich bei der Dreschmaschine ein U n g l ü ck s f a 11. Als ein Arbeiter des technischen Personals den Treibriemen auflegte, wurde unglücklicherweise die Maschine angelassen. Dabei kam der Arm des Bedauernswerten zwischen das Triebrad und den Riemen. Der Verunglückte riß mit aller Gewalt den Arm heraus, wobei ihm ein Teil des Daumens abgerissen wurde. (Schluß des redaktionellen Teils.) Seit mehr als 50 Jahren bewährt und immer wieder nachbegehrt sind die mineralischen Beifutter- mittel der bekannten Firma M. Brorfmann Chem. Jabr. m. b. f)., Leipzig-Eutr. Der große Vorteil bei HL Brockmanns „Zwerg-Marke" liegt darin, daß sie kein gewöhnlicher, einseitig zusammengesetzter Futter- kalk ist, sondern daß sie ein physiologisch vollkom- tnenes Futterkalk-Nährsalzgemisch darstellt, das bei tänbiger Zufütterung die Tiere gesund erhält und sie zu höchsten Leistungen befähigt. Näheres hierüber . inbet sich in ber 5. 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Die Geschäftsstelle des Amtsgerichts. Sehr wichtige Mitteilung an alle diejenigen in Stadt und Land, die noch kein Los der Preuß.-Süddeutsch. Staatslotterie besitzen und sich an der chancenreichsten aller Lotterien beteiligen möchten, daß die Ziehung der ersten Klasse bereits am 21. Oktober beginnt und es höchste Zeit ist, sich ein Los bei den Staatlichen Lotterie-Einnehmern Buchacker Flimm Legler Neuen Bäue 11 Walltorstraße 63 Südanlage 5 in Gießen zu erwerben. __________________________________________________________________________e3fl0 n MOTTO i Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden Schaff Dir'nen Häuser-Ofen her, dann wird Dlr’s wärmer werden!It sagte Onkel Mollig und schaufelte statt zwei nur eine Schippe voll In den Ofen. . Es war Ja auch ein Häuser-Ofen und der gab ohnedies gut warm. Und warum denn mehr verpulvern, als man unbedingt braucht In dieser miesen Zelt. nAfh‘! in.nS Hi ^n7C\^lVlc.uOnkel MolHg. Nur mit dem Unterschied, daß Sie hu au hab.cn- £cr Jh,ncn «paren hilft Wollen Sie vielleicht warten, Saioln.lLu srl^üuPn mnVOn Omobrlnn« hingen und Sie pfundweise Ihr Geld in den 2 ntcr ,et *■'<« do braucht man eine warme Stube. rmi?taZHmkrt*»"'*• ‘“U',n 5le ”Ch Hlu-er*O,eni de. Ihnen •101A JT. B. HAUSER, GIESSEN AM OSWAL DSC ARTEN Mittlere Preislagen (40.- bis 70.- RM.) 69« A Damenhüte 8 • Ochmerzen wu.Brennen Besuch. 06076 Reste aller Art zu Spottpreisen! sichtlich bestimmt statt. Bestrahlungs-Institutes 6950 0 OLGA-PULVER 6785D Lager. CarlSchunck Der schönste Schmuck Ihres Heimes sind zarte Gardinen und r 2 Dekorationen Anfertigung schnellstens! zu gestalten. - 6478 A 35 75 25 95 in Bein- und Hautlciden. 06038 Lebenshund Unsere große Auswahl in den entzückenden, neuzeitlichen Mustern und Geweben ist eine wahre Freude für jede Hausfrau. 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Oktober 1951 Nr. 243 Drittes Blatt Geschichten aus Italien. Don unserem römischen ^--Korrespondenten. Großpapa Mussolini. Dor Arbeitslose, der damals in Lausanne unter der Drücke nächtigte und am liebsten den feinen Leuten „an die Gurgel gefahren wäre", wie er selber an seine roten Freunde schrieb, der Vagabund hat bei seiner Verhaftung gewiß nicht davon geträumt, daß er einmal einen Grafen- sproß zum Enkel haben werde. Jetzt kommt ihm solche Mär aus dem fernen Osten. Sogar in den Zeitungen kann er es lesen, daß Donna Edda, Contessa Galeazzo Ciano di Cortellazzo Gemahlin des italienischen Geschäftsträgers in China, zu Schanghai einem gesunden Knaben das Leben geschenkt habe. Edda, seine Lieblingstochter! Dieses moderne Sportmädel, dem er selber die Rettungsmedaille anheften konnte, weil es einen Ertrinkenden ans Land brachte. Also, da hat auch ein Mussolini das Recht, zu strahlen. Es gibt immer noch wahre Geschichten wie die der Gebrüder Grimm. Unö die Arbeitslosen sollen wissen, daß nicht nur jeder den Marschallstab im Felleisen, sondern sogar die Möglichkeit hat, eines Tages noch zu blauem Dlut zu kommen. Dazu muß man, wie das Exempel zeigt, nicht einmal alt werden. Großpapa Mussolini ist erst 48 Jahre und singt noch aus Leibeskräften beim faschistischen Schwertgesang mit: Giovinezza, giovinezza, prima- vera di bellczza! Jugend, Jugend, Schönheitsfrühling ... Ehrenrettung Cadornas. Wieder ist in Pola einKriegsschiff vom Stapel gelaufen. Das wäre ja in unserer Zeit der Abrüstung nichts besonderes, aber dieses Schiff trägt einen Ramen, der einmal als unkriegerisch verschrien wurde, den man am liebsten aus der Ehrentafel der Ration ausradiert hätte, der eine Flut polemischer Schriften entfesselte; Luigi Cadorna. Wenn die letzte Kriegsgeneration an die Witzblätter der eisernen Zeit denkt, so sieht sie immer einen Feldherrn mit einem Regenschirm, denn in den italienischen Heeresberichten war immer vom schlechten Wetter die Rede. Und als dieser Regenschirm den Sturm von Karfreit nicht abhalten konnte, da mußte Cadorna in die Wüste gehen. Lange dauerte es, bis man seinen Ramen überhaupt wieder in den Mund nehmen durfte, erst mit der nationalen Erneuerung dämmerte der Gedanke auf, daß man vielleicht doch einen Mann zum Sündenbock für ein unvermeidliches Schicksal gemacht habe. Ein Schulbeispiel für die launische Siegesgöttin! Ging nicht Raffael Cadorna, der Vater des Hnglücklichen, in die Geschichte ein, weil gerade ihm das Los zufiel, am 20. September 1870 in Rom einzumarschieren und damit die Einigung Italiens zu vollenden? Infolge der. Aussöhnung mit dem Papste ist in diesem Jahre 1931 zum ersten Male der „Rationalfeiertag" des 20. September fallen gelassen worden und — ein Zufall? — der Sohn des Siegers von der Porta Pia ist rehabilitiert. Kein Makel soll mehr an der berühmten Familie der Cadorna haften, ein mächtiges Schiss vielmehr den Ramen des Feldherrn, der gewiß nicht schlecht war, dem nur der Enderfolg versagt blieb, über die Meere und, wenn es fein muß, noch einmal an den Feind herantragen. Kolonialkunst in Korn. Mussolini hat d i e erste Kolonialkun st - Ausstellung Italiens eröffnet, in gewissem Sinne ein Gegenstück zu der ethnologischen Ausstellung in Paris. Ist die französische gewissermaßen ein Triumphzug der Eroberer, so soll Deutsches Geräteturnen. . K u n st t u r n e n ist Körperbeherrschung in höchster Vollendung! Dem Kunstturner fällt der Lorbeer nicht leicht in den Schoß, sondern er braucht Jahre fleißiger Vorbereitung, um die ihm gestellten Aufgaben gut lösen zu können, ilnö doch liegt gerade in diesen Aufgaben ein besonderer Reiz. Denn hier wird Körperbeherrschung und Wagemut in ausgesprochener Prägung gezeigt, hier kann nur ein ganzer Mann bestehen und nur ein in allen Teilen gesunder Mensch. Ein Griff, der einen Bruchteil einer Sekunde zu spät zur Anwendung kommt, der nicht ganz sicher die Stelle trifft, die gefaßt werden muß, kann sofort nicht nur das Mißlingen der Hebung im Gefolge haben, sondern auch einen Sturz, ilnö damit ist die ganze Hebung mißlungen. Kunstturnen ist nicht das Ergebnis roher Kraft: es ist nut im leichten Fluß der Bewegung schön und vollendet. Ein Schwung leitet den andern ein und zum andern über. Eines ergibt sich aus dem andern, und nichts ist Teil, sondern nur ein Glied in einer kette von Bewegungen. Es ist deshalb auch falsch, wenn die Gegner des Geräteturnens manchmal behaupten, das Kunstturnen sowie das Geräteturnen überhaupt sei Verkrampfung, sei eine unnatürliche Anspannung. Davon kann gar keine Rede fein: das Kunstturnen ist im Gegenteil eine Gipfelleistung menschlicher Bewegungskunst und gleichzeitig eine Ausdrucksform menschlichen Mutes. Kunstturnen ist selbstredend nicht jedermanns Sache, denn dazu gehört auch die richtige körperliche Eignung. Ein Mensch, den die Ratur zum Springer geschaffen hat, wird nicht immer ein guter Geräteturner fein, obwohl es auch hier zahlreiche Beispiele gibt, die das Gegenteil beweisen. Ein gewisses, ja ziemlich hohes Maß von Können läßt sich bei zäher, jahrelanger Hebung und nie erlahmendem Eifer im Geräteturnen auch vom weniger Veranlagten erreichen. Das eine aber gilt immer: „Die Gerälekunsl fordert unendlich viel, ehe sie sparsam gibt.“ Daß unsere deutsche Jugend allen ausgetüftelten und ausgeklügelten hygienischen und theoretisch-physiologischen Bedenken zum Trotz zu Tausenden alljährlich immer wieder zum Geräteturnen eilt und Lust und Freude dabei empfindet, und daß ungezählte Tausende die Reigung und Lust zu dieser schönen Art der Leibesübungen bis ins späte Alter mit hinübernehmen, spricht in erfreulicher Weise für das Geräteturnen als einer unversiegbaren Quelle der Be- wegungsfreude. Diese Bewegungsfreude und der Wenn MenssOen anseßnanveWetzn Roman von 3. Schneider-Foerstl. Urheberrechtsschuh Verlag O. Meister, Werdau. 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Rach ein paar schnellen Sähen stand Horvath am Ufer und teilte das Schilf, das ihn wie ein sandfarbener Wald umrahmte. Ein Mann, dessen Gesicht in der Dämmerung nicht zu erkennen war, stak bis über die Schultern im Schlamm und suchte sich vergeblich herauszuarbeiten. Er sank nur immer tiefer. Jede Bewegung beschleunigte das Verderben. ^Rehmen Sie sich in acht, der Boden trägt nicht!" warnte ein Mund, den das Wasser bereits in der nächsten Minute erreichen mußte. „Es ist alles vom Gewitter unterspült", kam es mit einem Keuchen nach. Horvath zuckte zusammen. Die Stimme gehörte Gunnar Bosanhi. Den Lippen des Künstlers entschlüpfte fein Laut mehr. Der Mann, der hier um sein Leben kämpfte, war fein Feind. Die Hände, die da so katzenhaft zäh mit der verbissenen Wut eines Raubtieres in das hohe Schilf griffen, hatten seinen Vater erschlagen, den Vater, den er nie gekannt hatte, weil dessen Leben schon ausgelöscht war, als das seine noch kaum geflackert hatte. Ausgelöscht von diesem Menschen, der nun rettungslos verloren war, wenn er ihm nicht zu Hilfe kam. Eine Sekunde tatlosen Schauens, dann schleuderte er Rosmaries Handschuh, den er noch immer zwischen den Fingern hielt, zu Boden, riß aus der Tasche seines Rockes zwei Hälften einer Pferdeleine, knotete sie aneinander und warf sie sich über die Schuld rn. Das eine Ende warf er Bosanyi zu, während er das andere mehrmals um seine Rechte wickelte. „Fassen Sie an!“ Dem Todfeinde mußte er jetzt das Leben retten! Mußte! Auch wenn der andere ihn mit in die Tiefe riß. Dor diesem Müssen gab es keine Flucht. Horvath stemmte sich mit den Kanten der Fußsohle in den rissigen Boden. Seine Adern schwollen an. Die Brust wölbte sich unter dem ungeheuren Kraftaufwand. Schon nach Minuten lief ihm ein Rinnsal von Schweiß über den Körper. Die Muskelstränge am Hals waren zum Bersten angeschwollen. „Es geht nicht!" hörte er Basanyi keuchen. „Lassen Sie's! Mein Gewicht ist zu schwer für Sie!" . „ „Cs muß gehen." Wiederum ein Anschwellen der Muskeln. Heber Horvaths Schulter riß das feine Gewebe des Hemdes. Hnbarmherzig schnitt die römische zeigen, was „die Eingeborenen" können und wie die Künstler verschiedener Rationen und Rassen sie sehen. Maler und Plastiker haben sich erstaunlich angestrengt, und man fühlt sich versucht zu sagen, dos fei nötig gewesen angesichts dessen, was die „Wilden" können. Die nichtitalienischen Künstler sind allerdings nicht sehr zahlreich vertreten, doch wurde dem deutschen Maler Fritz Reuhaus für feine ausgezeichneten Tripolis- bilder neidlos ein eigener Saal eingeräumt. Wir erfinden das Heilmittel gegen die Schlafkrankheit für die Koloniender andern, wir malen die Kolonien der andern — denn wie meinte doch Scheidemann? „Kolonien brauchen wir nicht!" Oer Traum bringt's an den Tag. Dor einigen Wochen fand man in einer Schlucht bei Arpino, der Vaterstadt Ciceros, den scheinbar unversehrten Leichnam eines Dauern namens Ri- kolaus Greco. Zwischen den verkrampften Fingern hielt er einen Ginsterzweig, fein Strohhut lag neben ihm, offenbar war der Mann abgestürzt. Wahrscheinlich im Suff, sagten die Leute unhöflich, und Christophorus Acini klatschte beifallbrüllend auf die Schenkel. Die Herren von der Polizei tarnen zu dem gleichen Ergebnis, nachdem der Arzt als einzige Todesursache eine innere, durch den Sturz verursachte Blutung feftgeftellt und die Kriminalisten keinerlei Anzeichen für gewalttätige Einwirkung einer Drittperson, so heißt das amtlich, gesunden hatten. Damit war die Sache erledigt, der arme Rikolaus ging auf dem Friedhof zur ewigen Ruhe ein. Diese Ewigkeit kann bekanntlich manchmal ziemlich lange dauern, zwanzig oder gar dreißig Jahre, je nachdem, was die Hmbettungsregeln und der Platzmangel bestimmen. Dann heißt es das Leder der Riemen in das Fleisch des Mannernackens. Aus Bosanyis Mund kam ein Gurgeln. „Es ist umsonst! Sie schaffen es nicht. Ich stecke zu fest." Hnd wieder setzte Horvath die Füße mit verbissener Kraft in die schwarze, steinharte Kruste der Erde, daß der Eindruck seiner Stiefel sich wie der eines Hufes darin abprägte. Etwas klebrig Heißes rann ihm über den Körper. Die Kanten der Leine hatten ihm die Haut durchschnitten und bohrten sich in die Schultern, daß das Blut über Rücken und Brust herabzurieseln begann. Irgendwo im Schlamm mußte Bosanyi plötzlich Halt gefunden haben. Sein Körper vermochte sich um ein Weniges in die Höhe zu stemmen. Seine Hand griff in das Schilf, während die andere noch immer um das Ende der Leine gewickelt war. Rach fünf weiteren Minuten äußerster Kraft- anftrengung beiderseits stand der Gutsherr schlammüberkrustet seinem Retter gegenüber. „Sie hätten sich die Komödie ersparen können, Herr Horvath." „Es hätte auch eine Tragödie werden können, Herr Bosanyi! Guten Abend!" Mit einem knappen Lüften des Hutes wandte sich der Künstler zum Gehen. Bosanyi sah, wie die Rechte des andern sich in die Tasche grub und dann mit einem weißen Tuch Schulter und Brust betupfte. In dem Stiefeleindruck am Boden vor ihm stand ein kleines Rinnsal stockigen Blutes. Dlut! Er sah Horvaths Vater wieder vor sich liegen, hingestreckt durch eine Kugel, die seine Hand ab» geschossen hatte. Damals war es auch Dlut gewesen, das am Boden geronnen war. Bosanyi wischte sich den Schlamm von Gesicht und Hals. Es gab kein Zusammenkommen für einen Horvath und eine Bosanyi! Auch das Heute konnte keine Brücke bauen. Keine! Als er nach Hause kam, starrte Raja ihn aus toderschrockenen Augen an. „Vater, was ist?" „Richts." „Vater!" „Wenn du es durchaus wissen mußt: Der Hortobagy hätte mich bei einem Haar verschluckt." Tränen sickerten ihr langsam über das fahle Gesicht. „Wem hab ich es zu verdanken, Vater, daß du mir lebst?" Er zögerte einen Moment. „Gerade dem, Raja, von dem es mir am wenigsten erwünscht ist. Gerade er mußte es fein, der mir zu Hilfe kam!" „Guido?" Er nickte mit verhaltenem Grimm. „Deshalb hat sich aber nicht das geringste geändert!" stieß er heraus. heraus und ins Beinhaus, aber dann, dachte Christophorus Acini, ist längst Gras über d i e Geschichte gewachsen. Cs sollte anders kommen. Der tote Rikolaus fand wenig Gefallen an dem Ausgang der Angelegenheit, stieg schon gestern aus der Gruft und erschien seiner Frau im Traum. „Ich bin nicht verunglückt", erzählte er, „und es ist auch gar nicht wahr, daß ich zu viel getrunken habe, die Leute übertreiben immer gleich. Der Christophorus Acini hat mich umgebracht, weil ich ihm die zehntausend Lire nicht gleich zurückzahlen konnte. Erinnerst du dich nicht, wie wütend er an der Kirchweih war? Heute abend, drohte er, heißt es Schulden bezahlen — entweder mit Geld oder mit Blut! Hnd er hat Wort gehalten. Er schlug mich nieder, er hat mich wohl auch gestochen — ich sehe seine Frau — was wollen sie nur — ach Gott, sie tragen mich in die Schlucht hinunter und drücken mir einen Ginsterbusch in die Hand. „Aber du hast ja gar nicht geblutet!“ verwunderte sich die Bäuerin. „Er hat mir das Blut abgewaschen, ganz sorgfältig", gab der Tote zurück, „geh' du nur in die Schlucht und sieh' dir die Stelle näher an — das Gras konnte er nicht abwaschen ...“ Die Frau fuhr aus dem Alpdruck auf und lief zur Polizei und lief den kopsschüttelnden Gendarmen voran in die Schlucht. Da fanden sie tatsächlich Dlutspuren am Gras und die Kriminalisten fanden bei der Haussuchung im Bette des Christophorus eine blutige Axt und einen blutigen Dolch, und die Aerzte fanden bei der Exhumierung der Leiche die wahre Todesursache. Der Mörder konstruierte ein klägliches Alibi, seine Helferin verwickelte sich in tausend Widersprüche und jedermann fiel es ein, daß zum Wegschleppen des Leichnams gewiß vier Arme notwendig gewesen seien. Hnd nun erst, nachdem der Staatsanwalt das Ehepaar verhaften ließ, hat der Tote feine Ruhe. In Arpino aber behauptet keiner mehr, daß Träume bloß Schäume feien. Ohne etwas zu erwidern, ging sie aus dem Zimmer. „Zwischen einem Horvath und einer Bosanyi gibt es keine Brücke." Zwei Reiter jagten im gestreckten Galopp über die Steppe, in der Richtung nach der Station, wo in der nächsten halben Stunde der Schnellzug von Wien her erwartet wurde. „Glaubst du, daß wir's schaffen, Guido? Ich hätte mich besser beeilen sollen. Aber die Aga ist ja gar nicht mehr fertig geworden mit Aufträgen." Rosmaries Gesicht brannte unter der Gluthitze, die vom Himmel herab zur Erde strömte. „Richt nervös werden, mein Liebes! Wir haben noch zwanzig Minuten." Horvath zog seine Hhr und sah angestrengt nach dem kleinen, glitzernden Pünktchen, das weit draußen am Horizont aufblinkte. Es war der Schienenstrang, der als schmaler Silberstreifen zeitweilig sichtbar wurde. Heber dem glitzernden Pünktchen stieg nun etwas Schwarzes hoch, Rauch. „Sieh doch, Ros- marie! Das erste Zeichen." Seine Rechte war leicht ausgestreckt und zeigte nach der immer näher kommenden und immer deutlicher sichtbar werdenden Wolke. Sie streckte sich etwas im Sattel auf. „Ich freue mich wahnsinnig, Guido!" Sein Blick hing an ihrem schmalen Gesicht. Sie war ganz voll Seligkeit, er ganz voll quälenden Widerspruches im Inneren. So war das Leben! „Weshalb bist du so traurig?" Sie ließ ihr Pferd neben dem seinen hertraben, daß ihre Hände sich ohne Mühe zu fassen vermochten. „Darf ich's nicht wissen, Guido?" „Doch, Kind! Aber es ist nichts von Belang. Ich bin nur etwas wetterwendisch." Sie fragte nicht weiter. Sie wußte, daß er sehr unter den Stürmen litt, die feit Tagen über der Steppe gewütet hatten. Ihr Weg führte nun dicht am Gleis entlang. Was Horvath längst aus dem Gedächtnis entschwunden war, Szen- geryis Bitten nämlich, als er vor drei Jahren Abschied genommen hatte, fiel ihm nun ein: „Wenn ich fort bin und Rosmarie zum Weibe heranreift, vergiß nicht, daß ich dir gesagt habe, wie sehr ich sie liebe!" Mit einem raschen Blick umfaßte er die schlanke Gestalt an seiner Seite. Ob sie ahnte, mit welchen Wünschen Dela aus den Hrwäldern Afrikas zurückkehrte? Ob er sie vorbereiten sollte, fragen: Bist du ihm zugetan? Aber für das alles war es nun zu spät. Hinter sich hörten sie bereits das Zittern der Schienen, dann ein Donnern, Knirschen, Stampfen. Horvath lenkte sein Pferd auf Rosmaries rechte bunte Wechsel der reizvollen Hebungsformen begeistern stetig zu neuer Tatkraft, so daß wir im Geräteturnen eine vorzügliche Hochschule der Rerven- und Muskelzucht, der Schulung der Geistesgegenwart besitzen. Das Geräteturnen ist ein großes Hebungsfeld der Willensentschlüsse, die — wie Max Schwarze, der feine ©inner der DT, einmal sagte — in den Zusammenhängen des leiblich-seelischen Lebens jene hervorragenden menschlichen Eigenschaften sichern, die wir Ausdauer und Zähigkeit, Selbstvertrauen, Entschlossenheit, Herzhaftigkeit und Wagemut nennen. Dazu kommt noch, daß das Geräteturnen eine Schöpfung deutschen Volksgeistes ist und ein Stück deutscher Volks- kuttur, deutsch im Hrsprung, deutsch in der Empfindung und Benennung, ein Vermächtnis also, für das wir unfern Vätern dankbar sind, und das wir pflegen und hüten wollen als gleichberechtigtes Glied neben allen anderen wertvollen Zweigen deutscher Leibesübung. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) gegen Sportclub Wehlar-Riedergirmes (Liga). Nach langer Zeit gelangt auf dem Platz der Spiel- Vereinigung 1900 wieder einmal ein Verbandsspiel, nach Dillenburg das zweite, auf eigenem Platze zum Austrag. Bisher waren immer die 1900er auf der Achse und brachten die Verbandsspiele gegen die Mannschaften des Hinterlandes (Frohnhausen, Breidenbach, Wallau und Wiesenbach) hinter sich. Die 1900er haben dabei nicht allzuviel Lorbeeren geerntet. Um so mehr erwartet man morgen auf eigenem Platze einen Sieg und — wenigstens von den Blauweißen — ein schönes Spiel. Die 1. Mannschaft des Sportclubs Wetzlar-Niedergirmes ist der Gegner. Die Elf ist bekannt für ihr handfestes und körperliches Spiel, das die Mannschaft des Gegners jeweils vor harte Aufgaben stellt. Die 1900er sollten allerdings imstande sein, auf Grund ihrer technischen Ueberlegenheit in Verbindung mit dem nötigen Ehrgeiz und dem Willen zum Sieg, mit ernsthafter Bemühung um ein produktives Spiel und eine harmonische Zusammenarbeit, die Eigennützigkeiten der Spieler ausscheidet, den Sieg und die Punkte festzuhalten. Die Mannschaft tritt in folgender Aufstellung an: Schmidt; Schneider, H. Jäckel; Glitsch, Langsdorf, Henrich; Best, Heilmann, Lippert, Wil- helmi, Zeller. Die Aufstellung darf man als durchaus vertrauenswürdig ansprechen, und sie sollte imstande sein, für den wenig günstigen Tabellenplatz, den die Gießener einnehmen, etwas zu tun. Die Ligareserve ist spielfrei. Die Lehrmannschaft weilt am Sonntag in Lich und tritt gegen die dortige erste des VfR. an. Die Dlauweißen müssen sehr auf der Hut sein, wenn sie nicht eine überraschende Riederlage hinnehmen wollen. Die Elf ist diesmal wieder stärker beseht. — Die vierte Mannschaft hat Watzenborn-Steinbergs zweite zum Gegner. Der erhoffte Sieg wird 1900 nicht leicht zufallen. Die Platzverhältnisse raten außerdem zur Vorsicht. — Die Spielvereinigung 1900 hat sich auf Grund eines großen Spielerandranges entschließen müssen, eine fünfte Mannschaft zu nominieren. Die Elf wird das erstemal am Sonntagvormittag Lollars ersatzgeschwächter zweiter Mannschaft gegenübertreten. Heber den Ausgang des Treffens ist nichts vorherzusagen. Die Mitglieder der 5. Mannschaft sind allerdings keine Anfänger. Jugendspiele. In einem Gesellschaftsspiel tritt die erste Jugend der Spielvereinigung, der 1. Jugend des SC. Wetzlar-Riedergirmes gegenüber. Da die Spielstärke des Gastgebers nicht bekannt ist, darf 1900 das Spiel nicht zu leicht nehmen. — Vor Seite, so daß er dem Bahnkörper am nächsten ritt. Sie strahlte ihm dankbar für diese seine Fürsorge an und wandte das Gesicht nach den Wagen, von denen die ersten bereits an ihnen vorüberrollten. ©in Herr mit ergrautem Spihbart, der an dem Fenster eines Abteiles stand, winkte mit seinem Taschentuch. „Vater! Willkommen, Vater! Guido, sie sind da!" Der Professor schrie etwas in den Wagen zurück. Ein zweites Gesicht neigte sich weit heraus. „Bela!" rief Horvath und riß den Hut vom Kopfe. Gerade als die ersten Passagiere — es waren ihrer nicht allzu viele — dem Perron zugingen, sprangen Horvath und Rosmarie aus dem Sattel. Sie warfen dem Kutscher, der mit der offenen Chaise gekommen war, die Zügel entgegen. Rosmarie fühlte sich von zwei starken, sehnigen Armen umfaßt, an eine hastig klopfende Brust gezogen und immer wieder auf Lippen und Wangen geküßt. „Mädel, mein Mädel! — Was ist aus dir geworden, Kind! Wie konntest du dir erlauben, einen halben Kops über mich hinaus zu wachsen? — Bela, schau doch!" Der Professor gab die Tochter frei. „Ihr habt euch ja noch gar nicht begrüßt." Dr. Szengeryi löste die Hand aus der Horvaths und trat auf Rosmarie zu. Tausendmal hatte er sich in diesen drei Jahren ausgedacht, wie fein Wiedersehen mit ihr vor sich gehen würde. Er würde sie ganz einfach in die Arme nehmen und küssen — küssen, bis sie keinen Atem mehr fand, nur noch mit einem Jauchzen und Schluchzen zugleich an seinem Herzen lag. Hnd nun war alles so ganz, ganz anders. Er hob Rosmaries feste, gebräunte Hand an die Lippen, stammelte etwas Hnverständliches und suchte in ihrem Gesicht. „Du hast dich so unglaublich verändert, Rosmarie." Horvaths Schultern zuckten im Lachen. „Du mußt ihn fragen, mein Liebes, ob zu deinem Vor- oder Rachteil.“ Das Mädchenantlih war plötzlich blutüber- goffen. „Was bist du für ein böser Mensch, Guido! Du vergißt keines von all den Worten, die man zu dir sagt.“ „Jedenfalls keines von denen, die du zu mir sagst, Rosmarie." Belas Szengeryis Mund wurde schmal. Sekundenlang glitt fein Blick nach der Schnell- zugsmaschine, deren Räderpaare sich eben wieder in Bewegung setzten. Wenn er hinüberlief und in einen der Wagen sprang? Was sollte er denn hier? (Fortsetzung folgt.) dem Ligaspiel tritt die 2. Äugend zum Pflichtsviel gegen die 2. Äugend des BfD. Gießen an. Die beiden biS jetzt ausgetragenen Spiele endeten mit wechselndem Erfolg. Das Treffen ist offen. — Die l. Schüler werden in Butzbach Aum Pflichtspiel erwartet und Huben dort einc_ sehr schwere Aufgabe vor sich. — Für die 2. Schüler sind die Schüler auS Grohen-Duseck wohl körperlich au stark, um irgendwelche Aussicht auf Erfolg hegen zu dürfen. VfB.-(Sießen. Ursprünglich sollte am morgigen Sonntag ein fälliges Derbandsspiel zwischen der Ligamannsckaft des VfB. und der Ligamannschast der Äurhesien Kassel stattfinden. Das Treffen wurde abgesetzt. Die Liga des VfB. ist also spielfrei und wird sich am Sonntag darauf beschränken, am Vormittag ein offizielles Training durchzuführen. Die Ligareserve trägt ein Spiel in chermannstein gegen die dortige erste Mannschaft aus. Der Gegner stellt zwar eine eifrige Mannschaft, die indessen doch nicht imstande sein sollte, den VfBern den Sieg streitig zu machen. Allerdings wird ein hohes Ergebnis kaum zu erwarten sein. Die 3. Mannschaft ist spielfrei, die 1. Jugend ebenfalls. Die 2. Jugend hat wieder die 2. Jugend der Spieloereinigung 1900 §um Verbandsspielgegner. Den VfBern dürfte auch diesmal der Sieg kaum zu nehmen fein. Das Vorspiel wurde von ihnen mit 5:0 gewonnen. Die 1. Schülermannschaft tritt mit geringen Aussichten gegen Steinbachs 1. Schüler an. Westdeutschlands Elf für den OZB.-Potal. Die für das Dundes-Pokal-Borrundenspiel am Sonntag in Breslau gegen Südostdeutschland auf- gestellte westdeutsche Mannschaft spielt in folgender Ausstellung: Tor: Mellage (Schalke 04): Weber (Kurhessen Kassel), Lepper (Münster 08): Läuferreihe: Hoper (Reuenahr), Reichmann (Rhena- nia Köln), Ballentin (Schalke 04); Sturm: Ti- bulski, Lzepan, Äahek, Kuzorra, Röthardt (Schalke 04). Diese Mannschaft ist in der Abwehr und im Sturm mit den guten Schalker Kräften sehr gut besetzt, die Läuferreihe aber ist von jungen Talenten gebildet und der Ausgang des Spieles hängt stark davon ab, wie diese Läuferreihe einschlagen wird. Sportverein 1928 Garbenteich. Am morgigen Sonntag stehen sich in einem 23er- bandsspiel, das gleichzeitig ein Lokaltreffen darstellt, die 1. Mannschaften des Sportvereins 1928 Garbenteich und FE „Teutonia" Watzenborn-Steinberg in Garbenteich gegenüber. Die Steinberger stellen eine sehr spielstarke Elf ins Feld, allerdings sind die Gastgeber auch nicht zu unterschätzen. Nach den letzten Spielen, die die Garbenteicher oorführten, steht allerdings ein Sieg der Gäste sehr im Bereich des Möglichen. Auf den Ausgang des Kampfes ist man sehr gespannt. Die erste Juaend des Sportvereins weilt zum fälligen Derbandsspiel in Lich und wird es gegen die dortige erste Jugend des BfR. nicht leicht hoben, den Sieg zu erringen. Die neuaufge- stellte Schülermannschaft wird gegen die Schüler von Steinberg antreten und den Sieg den Gästen überlassen müssen. Sandball der Sp.-Dg. 1900. Bon 1900s Handballmannschaften stehen am kommenden Sonntag die zweite aktive und die Äugendmannschast im Kampf. Beide fahren zum Turnverein Wetzlar und haben dort einen schweren Stand. Dazu kommt, daß 1900s zweite Garnitur noch ersatzgeschwächt antreten muß. Die Äugend sollt« endlich einmal bestrebt sein, sich zu einer geschlossenen Leistung aufzuraffen. Heuchelheim-Krofdorf-Großen-Linden Gerätewettkampf in Grohen-Linden. Am Sonntag, 25. Oktober, findet in der Turnhalle zu Großen-Linden ein Gerätewettkampf zwischen den Turnvereinen Heuchelheim, Krofdorf und Großen- Linden statt. Der Wettkampf wurde erstmalig im Herst des vorigen Jahres in Heuchelheim durchgeführt und konnte nur ganz knapp von Großen- Linden vor Heuchelheim und Krofdorf gewonnen werden. Jede Mannschaft besieht aus 2 Turnerinnen, 2 Jugendturner, 2 Alters- und 4 aktiven Turnern. Die Oberleitung des Wettkampfes hat wieder Gauoberturnwort Will (Gießen) übernommen, als Kampfrichter sind Schüler (Wetzlar) und Paul und Reuter (Gießen) tätig. Schau- und Wetl-Tumen des Tv. 1846 Die Schülerinnen und Schüler des Turnvereins 1846 werden morgen, Sonntogvorrnittog, in einem Wetturnen ihre Kräfte messen. Da eine große Anzahl talentierter Schülerinnen und Schüler vereinigt sein werden, dürften sich spannende Wettkämpfe er- aeben. Auch am Nachmittag werden die Jugendlichen in großer Anzahl zu einem Schauturnen antreten Näheres in der gestrigen Anzeige. Wirtschaft der Duntesrefervebanken in O,L Meuter.) Die Erhöhung des Dlskontsahes derReuhorker Dun» rnnenc* n 1 toirt> in 9ul unterrichteten Kreisen in Wallstreet zum Teil auf den Wunsch Aurudflcfubrt dem schnellen Abfluß von tun. der seit Aufgabe des <$016(10116«^ durch Großbritannien eingesetzt * der ungeheueren Goldreserven, die noch in Amerika sind, wird zwar der Doldverlust UnA £r 1$ Nat als beunruhigend angesehen ober es wird geglaubt, daß dadurch bei der all. Otmetr. herrschenden Nervosität daS Der- u en deS amerikanischen und des auSlöndi- schen Publikum- e r s ch u t t e r t werde. Welchen Umfang die in Amerika herrschende Unruhe bat geht au» den allenthalben erfolgten Zurück - S/'dungen von Bankeinlagen hervor die schätzungsweise eine Milliarde Dollar erreicht Ä!' ^.scheint aber- daß diele Panik ux ter lebten Woche nachgelassen hat Ferner bat wie verlautet, die Diskonterhöhung den .Zweck Diskontsätze d— m—* * * Uebereinstimmung mit der Marktlage z u bringen und das Publikum zu veranlassen, die gehamstertenGelder wieder zu deponieren. Außerdem sollen die Dankenwerte erhöht werden. Cs wird nicht geglaubt, daß die Diskonterhöhung die Industrie behindern wird, da es vort.ilhafter für die Danken ist, Geld auszuleihen, wozu sie in den letzten Monaten nur bei Stellung ganz zuverlässiger Sicherheiten bereit waren. Amerikanischer Rekord: 26 Banken an einem Tage geschlossen. Reuhork, 16. Oft. (TU.) 3n den Bereinigten Staaten haben allein am Donnerstag 2 6 Danken ihre Zahlungen eingestellt und zwar 12 in Südkarolina, 4 in Reujersey, 2 in Missouri, 3 in Pennsylvania. 2 in Westvirginia und 3 in Ohio. Die Stadt Boungstown in Ohio hat insofern einen besonderen Rekord aufgestellt, als ihre sämtlichen Danken mit einem Kapital und Reserven von über 150 Millionen Reichsmark ihre Schalter an demselben Tage geschlossen haben. Der internationale Devisenmarkt. Reichsmark gebessert. An den internationalen Devisenmärkten neigte das englische Pfund gestern nachmittag unter kleinen Schwankungen eher etwas zur Schwäche, gegen den Dollar stellte es sich auf 3,85V?. gegen den Gulden 9,50, gegen den Schweizer Franken auf 19.60 und gegen den französischen Franken auf 98,25. Der Sol» I a r war ziemlich unverändert. Die Reichsmark lag gegen das Pfund mit 16,72»/, e t w <^s fester, auch in Amsterdam konnte die Reichsmark auf die Mitteilung von dem Erfolg des Kabinetts (Brüning anziehen, sie stellte sich auf 56,65 nach anfangs 56.20. es zeigte sich etwas Kaufneigung. Der franko» fische Franken lag in Amsterdam schwächer auf die Meldung, daß 1 Mill. Gulden Gold aus Paris für die Amsterdamsche Dank eingetroffen sei. * D i e Frankfurter Genossenschaftsbank gehtaufdie Dresdner Bank über. Zwischen der Frankfurter Genossenschaftsbank e. G. m. b. H., Frankfurt a. TI., und der Dresdner Bank wurde ein Abkommen getroffen, nach welchem die Dresdner Bank die volle Gewähr für die Einlagen jeder Art bei der Frankfurter Genossenschaftsbank übernimmt. Die Genossenschaftsbank verpflichtet sich dagegen, als Sicherung sämtliche Aktiven und Passiven des Instituts an die Dresdner Bank zu übertragen. Das Geschäft soll, wie bisher, unverändert durch die Genossenschaftsbank fortgeführt werden. Der Schalterverkehr der Genossenschaftsbank wird durch diese Maßnahmen in keiner Weise berührt und bleibt nach wie vor aufrechterhalten. * Zechen-Stillegung im Stinnes- Konzern. Die Stillegung der zum Stinnes-Kon- zern gehörenden Zeche „Vereinigte Welheim" in Kar- nap. die ursprünglich am 15. Oktober erfolgen sollte, wird nunmehr am 31. Oktober vorgenommen werden, nachdem der von der Verwaltung gestellte Antrag auf Abkürzung der Sperrfrist zurückgezogen worden ist Von der Stillegung werden jedoch nicht wie zuerst vorgesehen, sämtliche 1400 Mann der Belegschaft betroffen werden: vielmehr werden voraussichtlich etwa 1100 bis 1200 Bergarbeiter zur Entlassung kommen, da einige Nebenanlagen wie das Kraftwerk usw., in Betrieb bleiben sollen. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. uMerkmale an der Getreidebörse waren stärkste Zurückhaltung-und das sich daraus er- gebende sehr ruhige Geschäft. Das Angebot blieb gering. Die innerpolitische Lage war naturgemäß mcht ohne Einfluß. Die Umsätze gingen Über daS Dutd) den standia kleiner werdenden Bedarf be- ."JS* binaus Die Preisbewegung ba-t 'ich ebenfalls in weiter ruhigen Dahnen mit öfUÜS?" ^bachtenden Tendenz einer leichten Abschwächung. Rach den entschiedenen AuSfüh» Oie Lage der Reichsbank Mitte Oktober. Berlin, 17. Oft. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Oktober hat sich in der zweiten Oktoberwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank an Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 136,4 Millionen Reichsmark auf 4135,4 Millionen Reichsmark erhöht Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 138,6 Millionen auf .3826,7 Millionen Reichsmark und die Lombard- bestände um 35,3 Millionen auf 202,9 Millionen Reichsmark zugenommen, die Reichsfchatzwechfel um 37,5 Millionen auf 3,0 Millionen Reichsmark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbank- scheinen zusammen sind 4,8 Millionen Reichs- mark in den Verkehr geflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 3,8 Millionen auf 4526,7 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankfcheinen um 1,0 Million auf 415,8 Millionen Reichsmark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 11,7 Millionen Reichsmark verringert. Die fremden Gelder zeigen mit 551,4 Trillionen eine Zunahme um 51,0 Millionen Reichsmark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 66,7 Millionen auf 1294,1 Millionen Reichsmark vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 6.3,3 Millionen auf 1156,0 Millionen Reichsmark und die deckungs- fähigen Devisen um 3,4 Millionen auf 138,1 Millionen Reichsmark abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 28,6 v H. gegen .30,1 v. H. in der Vorwoche. Frankfurt in abwartender Haltung. Frankfurt a.M., 16. Ott. 3m heutigen Telephonverkehr von Dureau zu Durcau herrschte so geringe Unternehmungslust, daß es schwer fiel, eine Tendenz feststellen zu können. Alles war gespannt auf den Ausgang der heutigen Abstimmung im Reichstage. Auch die neuerliche Diskonterhöhung der Reuyorker Bundes-Reserve- bank trua dazu bei. daß man äußerste Zurückhaltung bewahrte. Die von den ausländischen Dörsen vorliegenden Meldungen waren nicht geeignet. Anregung zu bieten. Am Aktienmarkt zeigte die Kursgestaltung eine gewisse Uneinheitlichkeit. Während Ä.-G.-Farben und Reichsbank sich gegen gestern nachmittag eine Kleinigkeit bessern konnten, blieb die Mehrzahl ter Slektropapiere und Dankaktien eher ossc- r'ert In Anbetracht des stillen Geschäfts waren ledoch die Kursverändcrunaen minimal. Am Psandbnesmarkt scheint daS Interesse etwas ab- geflaut zu fein, doch konnten sich die Kurse ziem- lich behaupten. Liquidationspsai^briefe lagen vereinzelt noch um Bruchteile eine« Prozentes erhöht. Warum Jleuyork den Oidfonf erhöhte. nmgen tef Reichskanzlers, die sich gegen eine inflationistische Bewegung richteten, konnte man auffallend mehr Angebot bemerken. Am Drotgetreidemarkt hielten sich die Umsätze in den denkbar engsten Grenzen, zumal das Mehlgeschäft, insbesondere Weizenmehl, keine Belebung aufwies. Trotzdem konnte man seitens der Mühlen lebhafte Rachfrage beobachten Detter beachtet blieb dabei noch Roggen, der auch seinen Preisstand mit 220 Mark per Tonne behaupten konnte: Weizen gab um 2.50 Mark nach und stellte sich am Ende ter Derichtswoche auf 227,50 Mark per Tonne. Leicht gebessert hat sich das Geschäft in Br äuge r st e. wobei jedoch nur allererste Qualitäten Beachtung fanden Der Preis blieb mit 175 bis 180 Mark per Tonne unverändert. Auch Futter- gerste und Hafer konnten ihre Preise der Borwoche aufrechterhalten Inländischer Hafer notierte 160 bis 167,50 Mark für die Tonne. Arn Futtermittelmarkt schrumpfte der GeschäftS- umfang mehr und mehr zusammen Die Preise Weizenkleie 8,15, Roggenkleie 8,50 Mark. Bessere Rachfrage verzeichnete Treber, Rauhfuttermittel lagen geschästslos. Treber, getrocknet, erzielten 11,50 bis 12 Mark. Das Weizen- und Roggenmehlgeschäft zeigte keine Belebung, trotzdem die Preise ermäßigt worden waren Es notierte: Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, mit Austauschweizen 36 bis 36,75 Mark, Sontermcchlung 34 bis 34,75 Mark, Weizenmehl, nieterrheinisctes Spezial 0, mit Austauschweizen 36 bis 36,50 Mark, Sontermahlung 34 bis 34,50 Mark, Roggenmehl 60pro- zentige Ausmahlung 30,25 bis 31,25 Mark, alles per 100 Kilo. Wochenbericht vom frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Tendenz auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche weiter scharf nach unten gerichtet. Allgemein waren erheblichePreis- einbuhen zu verzeichnen Zur Zeit sind es besonders die Rinder- und Schweinemärkte, die von dieser Preisattacke betroffen werden Zum Teil ist dieser Rückschlag auf den stockenden Fleisch- absah zurückzuführen Der Handel vollzog sich allgemein sehr schleppend, auf einigen Märkten war er ausgesprochen schlecht, so daß zum Teil große Ueberstände verblieben Die Zufuhren zum Rindermarkt betrugen in dieser Woche 1721 gegen 1537 Stück in der Borwoche. Die Preisrückgänge beliefen sich bei Ochsen auf 2 bis 4, bei Dullen auf 2, bei Kühen und Färsen auf je 2 bis 3 Mark. Das angetriebene Dieh war von mittleret Quali- I täk Stark gedrückt lagen Schweine. Der Handel | war infolge des stark erhöhten Auftriebes (6339 plus 630 Stück) sehr schlecht. Lediglich in Fett- schweinen war das Geschäft einigermaßen befriedigend. Die Preisverluste betrugen bei den besten Qualitäten 5 bis 6 Mark, bei geringeren Schweinen bis zu 8 Mark. Relativ gehalten blieben die Preise am Kälbcrmarkt, doch ergab sich ebenfalls infolge des erhöhten Zutrieb« (1316 gegen 1255 Stück) und des schleppenden Geschäfts- ganges ein Rückschlag um 1 bis 2 Mark. Der Schafmarkt konnte sich auS den bekannten Gründen einer Abwärtsbewegung ebenfalls nicht entziehen. Er ergaben sich Preisnachlässe von 2 bis 3 Mark pro Zentner. 3m einzelnen notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 36 bis 38, a2) 32 bis 35, bl) 27 biS 31; Dullen a) 28 bis 32, b) 24 bis 27; Kühe a) 27 bis 30, b) 23 bis 26, c) 18 bis 22; Färsen a) 36 bis >39, b) 32 bis 35, c) 27 bis 31; Kälber b) 45 bi« 49, c) 40 bis 44, d) 33 bis 39; Schafe a) 28 bis 33, b) 22 bis 27, c) 18 bis 21; Schweine b) 44 bis 50, c) 44 bis 50, d) 42 bis 48, Diehmarkt in Lauterbach. & Lauterbach, 15. Okt. Zu der vom L a n b* wirtschaftskammerausschuß für Oberhef. [en abgehaltenen Bullenauktion waren 65 Tiere aufgetrieben. Davon konnten 35 verkauft werden. Die Auktion war durchweg mit gutem Material beschickt, für bas allerbings nicht bie Preise erzielt würben, die. man erwartete. Würben im vergangenen Jahre noch Spitzenpreise von 1000 Mark er» Zielt, so betrug bas Höchstgebot biesmal nur 790 Mark. Für ben nächstbesten Bullen würben 750 Mark bezahlt. Die übrigen Preise bewegten sich zwischen 300 unb 700 Mark. Der Auktion ging eine Preisbewertung voraus, die folgendes Ergebnis zeitigte: Don ben Besitzern ber Leistung», bullen erhielten: Ä. Doller (Ängersbach) unb H. f) obem er (Angersbach) je einen 1. Preis: zweite Preise erhielten I. Dietz N. (Billcnshausen), K. Döring (Willofs) unb K. Pfeiffer (Gonrers- Haufen). Einen 3. Preis erwarben I Schmelz III. (Almenrob), ber Lanbwirtscdaftskammcr-Ausschuß Oberhessen unb K Kircher (Angersbach). Bon ben übrigen Züchtern erhielten einen 1. Preis I. Gla11- haar (Appenrob), einen 2. Preis Otto Pfann - stiel (Bermutshain), E. Kreuber ('Brauer- ichwenb, K Peter III. (Wernges), einen 3. Preis S d) m i b t (Strebenborf), Ed. Waldeck (Maar), H. L e i I) m a n n (Maulbach), H. Merlau (Heimertshausen), A. S p e ch t (Maulbach), Anbr. Oben- hack (Willofs), Nik. Schad (Angersbach), H. E. Wahl (Angersbach) unb (9g. Sdjäfer (Angersbach). Die Preisbewertung hat gezeigt, daß Angersbach immer noch im weiten Umkreis über das beste Zuchtmaterial verfügt. Der Schweinemarkt war nur mit 69 Fer- kein und 19 Läufern beschickt. Es hatten sich sehr viel Kauflustige eingefunden, so daß ber Markt ausoer- kauft würbe: nach Ferkeln war sogar noch rege Nachfrage. 6 bis 8 Wochen alte Tiere wurden mit 9 bis 16 Mark, ältere für 20 bis 24 Mark gehantelt; Läufer kosteten 25 bis 50 Mark, je nach Größe unb Qualität Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. Berlin, iC.Oflobtr "AM W SpieLplan der Frankfurter Schauspielhaus. Sonntag, 0.263 7.487 14,86 1.51 57.31 12.49 73.42 3.071 171.12 92.69 92.94 97.85 16.30 0.972 4.217 59.21 21.12 14 69 82.61 38.04 Hellings c« . toten. . . . Prag . . . vubaoe- . . Sofia . . . Holland . . C4!o .... flopcnlxiflee. Stockholm London. . . Buenol Ätres Wenood . . '■BriMfeJ . . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . 2Dante« . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. ?uaoslawte». ijiadoa . . 4,2t 59.12 93.09 16.29 16.71 171,09 21,89 92.84 56,71 2.56 97,85 82.66 37.98 73,15 4.20 58.88 92,71 16,23 16.65 170,41 21,81 92.46 56.49 2.54 97,45 82.34 37,82 72,75 .imerckamiche -tote»....... Belgische Roten......... Tänilche Noten......... Englische NoUn........ lyran^ftlrfic Noten........ Holländische Noten........ Otalionische Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch-ceslerreich, 1 100 Schwing Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Ungarische Noten........ »eld 8.49 57.19 12.47 73.28 3.072 170.78 92.51 92.76 97.65 16.26 0,963 4 209 59.09 21.78 16.65 82.52 37.96 82,57 2,076 0.261 7.473 14.84 ITCMebee «mtliche Soh Theater. - - . - -- -------18. Oktober, bon 20 bis gegen 23 Uhr: „Der Kaufmann von Benedig' . Montag, 19., von 20 bis nach 23 Uhr: „Der Hauptmann von Köpenick". Dienstag, 20.. von 20 bis gegen 22 Uhr: „Bögel, die am Morgen singen Mittwoch. 21., von 20 bis nach 22 Uhr. „Dobby weint, Dobby lacht". Donnerstag. 22., von 20 bis nach 22,15 Uhr: „Pygmalion" Freitag, 23., von 20 bis gegen 23 Uhr „Der Kaufmann von Benedig". Samstag, 24 von 20 bis nach 22 Uhr: .Dobby weint, Dobby lacht". Sonntag, 25., von 20 bis nach 23 Uhr „Der Hauptmann von Köpenick". Opernhaus. Sonntag, 18. Oktober, von 15 bis 18 Uhr: ,3m weihen Rößl". Bon 20 bi« 23 Uhr. ,3m weihen Röhl". Don Montag. 19. biS einschl. Freitag, 23. Oft., täglich von 20 bis 23 Uhr: „3m weihen Röhl". Samstag. 24.. von 15.30 bis 18 Uhr. Geschlossene Borstellung für Erwerbslose: „Der Barbier von Sevilla". Bon 20 bis 23 Uhr: „3m weißen Röhl". Sonntag, 25., von 11 bis 12.30 Uhr Werbeveranstaltung deS DercinS Opernhilfe: Orchesterkonzert und Eröffnung der Theaterausstellung „AuS der Werkstatt des Theaters". Bon 15 bis 18 Uhr: „3m weihen Röhl". Don 20 bi« 23 Uhr „3m weihen Röhl". 16 Dfober Ornthdx Welt» X oherund Mr 8.44 8.46 56.69 56.81 12.47 12.49 73.28 73.42 3.072 3.078 170.78 171.12 92.66 92.84 92.91 93.09 97.65 97.85 16.27 16.31 0.963 0.967 4.209 4.217 59.04 59,16 21.78 21.82 16.65 16.69 82.52 82.68 37.96 38.04 82.42 82.58 2.078 2.082 0,250 0,252 7.473 7.487 14.84 14.86 Rundfunkprogramm. Sonntag, 18. Oktober. 7 (Bon Hamburg): Hafenkonzert. 8.30 (Frie- denSkirche Kassel): Morgenfeier, veranstaltet von ter Evangelischen Landeskirche in Hessen. 10.30: Die Walküre 3. Auszug. 12: Schallplattenkonzert. 14: Stunde des Landes. 15: Stunde der Äugend. 16.15 (Festsoal der Liederhalle Stuttgart): Festkonzert anläßlich des 90jährigen 3ubiläumS ter Sängergesellschast Frohsinn. Stuttgart. 17.15: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.30: Stunde der Bühne. 19.30: Konzert des Philhar- monischcn Orchesters Stuttgart. 20.45: RobelpreiS- träger IV. Selma Lagerlöf. 21.15. Richard Wagner: Der Ring des Ribelungen. l. Tag: Die Walküre 3. Aufzug. 22.50: Tanzmusik. Montag, 19. Oktober. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 17.05: RachmittagSkonzert. 18.40: „Ein Gang mit dem Mikrophon durch daS neue BcrbandShaus des Deutschnationalen Hand- lungsgehilfen-Derbandes in Kassel" 19.05: Eng- Uscher Sprachunterricht. 19.45: Mandvlinen-Kon- zert. 20.35: Stunde der Bühne: Zu Leos Äana. ceks Oper „Aus einem Totenhaus", SinführungS- vortraa deS 3ntendanten W. D. 3ltz. 21 ,AuS dem Kleinen Saal deS Saalbaues, Frankfurt a. M.1: Stunde der Kammermusik. 21.55 (AuS dem Stadttheater Düsseldorf): Aus einem TotenhauS 3. Akt, Oper in drei Akten. Dienstag, 20. Oktober. 7.20; Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50 (Bon Kassel) Anläßlich der Deutschen Woche: „Deutsche Frauen — Deutsche Ware", Gespräch zwischen Fites von ter MalSburg-Escheberg und Marie Stähly, Kassel. 17.05: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Warum wandern die Menschen?" Bortrag von AlsonS Goldschmid. 19.05 (Bon Freiburg): „Frankreich im Urteil der Franzosen" Bortrag von Gaston Heymann. 19.45: Unter Hal- tunaSkonzert. 20.30: Der Flieger, dramatische Studie von Hermann Roßmann. 21.15. Kompo- nistenstunde. Rudi Stefan. Mittwoch, 21. Oktober. 7.20: Frühtonzert auf Schallplatten. 10.20 biS 10.50: Schulfunk: „3akob Astor wandert nach Amerika". Hörbild von Kasimir Sdschmid. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15 biS 16: Stunde ter Äugend. 17.05: RachmittagSkonzert des Rundsunt- Orchesters. 18.40: „Ein Besuch in ter Tschechoslowakei", Plauderei von Dr. Paul Laven. 19.05: „Wesen und Bedeutung deS Laienspiels", Bor- trag von Pros. Dr. Arthur Kutscher, München 19.45: Operettenkonzert deS Philharmonischen Orchester- Stuttgart. 21. Deutsche Humoristen, Ludwig Anzengruber, gelesen von Theodor Brandt 21.30 (Don Karlsruhe): KompositionSstunde. Donnerstag, 22. Oktober. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 9 bis 9.40: (Don Hamburg): Schulfunk: „Die Regierung ter Hanseaten", mit dem Mikrophon bei einem Senator. 12.05. Schallplattenkonzert. 15.30: Stund« der Äugend. 17.05: RachmittagSkonzert deS Rundfunkorchesters. 18.40: Zeittragen. 19.05: „Die politische Situation", Bortrag von Prof. Alfred Weber, Heidelberg. 19.45: „Musikalische Grundbegriffe", Einführung in ihr Wesen und ihre Bedeutung, von Hans RoSbaud. 20.15: Altungarisch« Lieder. 20.50: Fischzug in Freilingen, Mikrophonbericht von Paul Laven. 21.10: Bunter Abend. Jreitog, 23. Oktober. 720: Frühkonzert auf Schallplatte« 12.05: Schallplattenkonzert. 17.05: Konzert. 18.40: „Haben Sie schon Stellung?", von Bruno Relissen- Haken, vorgelesen von Mass Koninst«. 19.05: „Mit .Graf Zeppelin' in der Arktis", Bortrag von Pros. Samoilowittch. 19.45: Konzert: Franz Liszt zu seinem 120. Geburtstag. 20.30: Sternstunten der Menschheit. 21.15: Reue Musik der Rationen. Samstag, 24. Oktober. 7: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: „EooperS and Deecker-GtoweS, Helden im heutigen Nordamerika", Bortrag von Margarete Stern-Heiden. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 16: Stunde ter Äugend. 17.05: RachmittagSkonzert des Rundfunkorchesters. 18 35: .14- bis 17jährige Berusstätige in Familie, Berus und Politik", 3. Gespräch mit einem Politiker, Leitung: Dr. Heinrich Buß. 19.10: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: „Die Rachrichter" DaS Münchener Akademische Brettl. 20.45 (Don Karlsruhe): Die Prinzessin auf dem Seil, Operette von Äohann Strauß. 22.35 bis 24: Tanzmusik. Preußen. Bun- hessischer Heimatschulfreunde. OFrankfurta. M., 15. Oft. Der Vorstand des Bundes hessischer Heimatschulfreunde (Heimatbund), der schon seit Jahren unermüdlich für die Sammlung aller Volksschichten auf heimischer Grundlage wirkt, hielt hier eine Sitzung ab. Der Führer des Bundes, Lehrer Eidmann (Darmstadt), betonte bei der Begrüßung, daß alle wahren Heimatfreunde gerade in der Gegenwart auf dem Plane sein müßten, um Wege aus dem Dunkel der Zeit zu zeigen die zu Heimatfrieden und Heimatglück führen. Die anschließende Aussprache stand unter dem Leitgedanken: „W ie kann der Bund Mitarbeiten an der Neubeseelung unseres Volkes?" Mit Rücksicht auf die gegenwärtige Lage wurde beschlossen. von der Veranstaltung einer mehrtägigen Tagung abzusehen. Dagegen sollen zu Beginn des neuen Jahres in den einzelnen Provinzen Wochen- enboer Sammlungen veranstaltet werden, bei denen die Führer der Heimatbewegung (E i d m a n n, Darmstadt; Roos. Viernheim; Schwarz, Rudingshain) sowie hessische Heimatdichter sprechen sollen. Die Wahl der Orte sowie die Vorbereitungen zur Ausgestaltung dieser Veranstaltungen sollen alsbald von den Vertrauensleuten des Bundes in Angriff genommen werden. Kreis Wetzlar. > Wißmar, 15. Okt. Das Finanzamt verlangt von der Gemeinde SteuernvondenEinnah- men aus dem Gemeindebullen st all und der Gemeindewaage. Beide Einrichtungen sind öffentlich-rechtlicher Natur, werfen keinen Ertrag ab, sondern bedürfen noch der Zuschüsse aus den sonstigen Einnahmen der Gemeinde. Die Vertretung erhob EinspruchgegendieVeranlagung. Der Kreisausschuß hat die von der Gemeindevertretung beschlossene Steuer vom bebauten Grundbesitz von 350 auf 400 v. H. und die Steuer vom unbebauten Grundbesitz von 300 auf 350 v. H. erhöht und außerdem Abstriche an den verschiedensten Titeln des Haushaltsplanes vorgenommen. Das Gewerbeertragssteuersoll ist um 1500 RM. gegenüber dem Vorjahre zurückgegongen. Die Deckung für den Ausfall der bei der Etatsaufstellung nicht bekannt war, muß durch weitere Einsparungen erzielt werden. Kreis Marburg. xp. N i e d e r w a l g e r n, 16. Okt. Der hiesige B a h n h o s, der in einem sehr reparaturbedürftigen Zustand war, ist innen sehr schön renoviert worden und macht jetzt auf den Reisenden einen freundlichen Eindruck. Die Arbeiten mürben von Weibbindermeister Schneider (Oden- Hausen a. d. Lahn) ausgeführt. Amtsgericht Wetzlar. Wetzlar, 16. Okt. Dor dem hiesigen Amtsgericht hatte sich ein Schmiedegeselle aus Wetzlar wegen D i e b st a h l s zu verantworten. Er hatte seinem Meister in Ebersgöns aus einem unverschlossenen Kleiderschrank die Brieftasche mit 80 Mark Inhalt entwendet und das Geld verjubelt. Die Brieftasche fand der Meister später im Bett des Gesellen vor. Der Dieb leugnete den Diebstahl nicht, behauptete aber, es seien nur 40 Mark in der Brieftasche gewesen. Er wurde anstelle einer Gefängnisstrafe zu 50 Mark Geld- ft r a f e verurteilt. Nach einem Turnfest in Launsbach kam es zwischen der Dorfjugend und mehreren Polizei- beamten zu einem Konflikt. Einer der Beamten wurde schon am Vormittag von den Burschen bedroht. Am Abend versammelten sich dann die Burschen, lärmten und beleidigten Die Beamten. Nur mit Hilfe des Gummiknüppels gelang es, die Widerspenstigen zu zerstreuen. Sieben Burschen standen nun vor Gericht, und jeder der 7 Angeklagten wollte an der Sache nicht beteiligt gewesen sein. Eidliche Aussagen widersprachen dem jedoch. Das Gericht verurteilte fünf Angeklagte zu j e 3 0 M k. Geldstrafe, die beiden anderen, die rückfällig waren, zu je einem Monat Gefängnis und 30 Mark Geldstrafe._________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uyr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. _____________ Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Theorie und Praxis. Wir leben im Zeitalter des Fortschritts. Unter diesem Decknamen werden Dinge vollbracht, die sich nicht immer mit dem Ausdruck „Fortschritt" ver- einbaren lassen. So liegt z. B. ein Fall bei der Reichspost. Die Verkraftung ist eine schöne Einrichtung, aber nur da, wo sie angebracht ist. Und das ist bei der Verkraftung von ©rünberg nach Laubach nicht der Fall. Man stelle sich vor: Die Deutsche Reichsbahn hat eine sehr gute Zugoer- binbung von Mücke nach Hungen. Seither war es üblich, baß auf biefer Strecke eine Bahnpost verkehrte. Aus Gründen, die mit dem schönen und klangvollen Wort „Ersparnis" motiviert werden, laufen jetzt neben der Bohn Autos der Reichspost einher. Jedermann wird sich fragen: Warum? Ist das die angestrebte Verwaltungsreform, wenn die Brief- und Paketbeförderung zum Teil um 24 Stunden verzögert wird? Die so benachteiligten Geschäftsleute sehen sich zurückversetzt in die seligen Zeiten von Thurn und Taxis. Und es ist kein Wunder, wenn die Pakete jetzt mit der Bahn als Expreßgut befördert werden: Sie sind viel früher am Bestim- mungsort. So arbeiten Bahn und Pott gegeneinander, und das in unserer jetzigen schlechten Zeit. Es wäre nur zu wünschen, daß die Reichspost Einsehen hätte und zu dem alten Zustande auf der genannten Strecke zurückkehren würde. Was in der Theorie schön aussieht, ist oft in der Praxis unmöglich. Man soll sparen, aber am rechten Flecke. Das gilt auch für die Reichspost. K. E. Kirchliche Aachrickten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 18. Oktober. 20. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; Beichte und hl. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 18: Pfr. Mahr. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrassistent Seemann; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johannesaemeinde; Pfarr- assistent Seemann; 18: Pfr. Bechtolsheimer; 20; Bibeldesprechung im Johannessaal; Pfr. Müller. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Kandidat Müller. — Gemeindesaal (Liebigstraße 50). 14: Taubstummen- gottesdienst; Psr. Bechtolsheimer. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Erntedankfest; Kollekte; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Daubringen und Ruttershausen; 13.30: Lollar. — Hausen-Gar- benleich. 10: Garbenteich; Feier des hl. Abendmahls; 13: Hausen. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdientt; 14: Stiftspfr. Draubt. — Alten- Vufeck. 9.30; anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahls; 14: Einweihung des Gefallenen-Denk- mals. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst; Abend» mahl für die männliche Juaend; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. Erntedankfest. 13: Hauptgottesdienst (Kirchenchor, Kollekte); 14: Kinderkirche. — Meseck. Erntedankfest. 9.30 (Frauenchor); Kollekte für Kirchenbau Weickartshain; 10.45: Kinderkirche. katholische Gemeinden. Samstag, den 17. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 18. Oktober. 21. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 20. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht. Mittwoch, den 21. Oktober. Gießen. 20: Rosenkranzandacht. — Hungen. 7.15: Messe.__________________________________.______________ LonntanSdienst b. Aerzte n.Avotbeken am 1810. U. Vr.S. Klein. vr.Neumann-Svenael. Gngelapit cke. 3ahnarAf I" Jäger. 3'16/51 b wenn Pfannen,Töpfe undTiegel in appetitlicher Reinheit glänzen — dann weiß man: hier wird mit Liebe geschafft, hier schaltet die Hand einer tüchtigen Hausfrau, hier schmeckt das EssenI Und so einfach ist es: © der unvergleichliche Küchenhelfer, übernimmt es, alle Geister der Unsauberkeit zu verjagen. Im Handumdrehen, in der halben Zeit wie sonst, ist das Geschirr blitzsauber, geruchlos, und alles blitzt wie neu! Ein Eßlöffel © auf einen Eimer heißes Wasser, eine Ausgabe von nur gut 1 Pfennig, verschafft Ihnen das. Deshalb gehört © in jede Küche! © das Mädchen für alles! © Henkel s Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittel für Haus- und Küchengerät. Hergestellt in den Persilwerken. Gießen, den 16. Oktober 1931. 6952 D 06085 Klein-Linden, den 17. Oktober 1931. 06065 Gießen (Hammstraße 13), Frankfurt a. M, Staufenberg, Bingen a. Rh., Mülheim a. Rh., 16. Okt 1931. Die Beerdigung findet am Montag, dem 19. Oktober, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. _____________________6g55l> Wir danken allen herzlich für die tröstende Anteilnahme, die während der Krankheit und anläßlich des Todes unserer lieben Frau und guten Mutten Schwägerin und Tante uns erwiesen wurde Die trauernden Hinterbliebenen: In deren Namen: Hermann Elle Für die Anteilnahme, welche uns während der Krankheit und beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen erwiesen wurde, sowie für die vielen Kranzspenden, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Bremmer sage Ich auf diesem Wege herzlichsten Dank. Für die trauernden Hinterbliebenen: Karl Lang, Reichsbahn-Zugführer Mehr Licht 6*6 mal hellere Tisch- heleneht.o.4/6S-trom- ersparnis. Paßt auf jed.Glüblamp. Weise ähnliches, fehlerhaft. Mir. Bis 40 Wall 1,80, 2.-, bis 150 Watl 2,80. Slchtb. t. Schaufenst. Georg Appel SelterSwea 56 ln»v Für die zahlreichen Bewesie herzlicher Teilnahme sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unseres lieben unvergeßlichen Entschlafenen Walter Grimm sagen wir unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 17. Oktober 1931. Heute morgen um 10.15 Uhr verschied nach langem, geduldigen Leiden mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder. Onkel und Schwager Herr Philipp Hillpärtner im vollendeten 78. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Kalbarlne milfiUrtner. ieh. Zecher und Kinder, nebst AnOehOriOen Statt besonderer Anzeige. Heute entschlief im 82. Lebensjahr mein lieber Mann, unser treusorgender Vater und Großvater Louis Emmelius Geh. Kommerzienrat Im Namen aller Hinterbliebenen: Antonie Emmelius, geb. Troost | öimöeer- Btomöeet' MMisveer-u. swoetrw. in nur bett. Sorten emvsiehlt billigst Gärtnerei Dönges, Gießen, Marburger Straße 67. 06052 Gießen, den 16. Oktober 1931. Trauerfeier vor der Einäscherung am Dienstag, dem 20. Oktober, um 11 Uhr vormittags In der Kapelle des Neuen Friedhofs. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. __6960 Winterkur für 3563 V Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte SpexiaUriranital! Hofhelm im Tiuu bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch San-Pat Dr. M. Sdinlze-Kalileyss, N'™ Kurzgeschutttenes MMz liefert 1490V Damplsäpewerk Lollar B. Nubn, A.-G. Saat- Welzen Carstens Tickkovf Nr. 5 (I. anerkannte Ab- saat) emvsiehlt 6954A Samenhaas Heinrich Hahn Bahnhofstraße Telephon 3403. Reichtrag. Garten» Himbeersträucher, gr. Früchte (Marl- buro), Stck. 10 Pf., aüzngeben. oeo93 Wilhelm MebuS, Göbelnrod. Drehbänke ßchnellbohrtnasehin. Sohlelfmaeehlnea Amboieel Feldschmieden Schraubstöcke Transmissionen Banse Einrichtungen äußerst billig Ad. Thoma« SchlHenberi. Wei k GevPele Dome gen?2leußere, verm^ a. g. Fam., sehr tücht. i. Haush., musikal., wünscht mit charakterfest. Herrn mit ges. 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Oktober 1931 bei der Firma hessische gemeinnützige wohnungsbau- gesellschaft mH beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Durch Be» schluh der Gesellschaftsversammluntz vom 1 April 1930 ist die Satzung dahin geändert, daß Gegenstand des Unternehmens nur noch der Erwerb von Aktien der gemeinnützigen Aktiengesellschaft für kleine Wohnungen in Darmstadt ist. 6933D Gießen, den 14. Oktober 1931. Hessisches Amtsgericht. Statt Starten! Ihre Vermählung geben bekannt 6949 D Prof. Adolf Rudolf Busch—Serkin (Violine! (Klavier) Gießen, 17. Oktober 1931 Kaiserallee 30 Mittelweg 24 6962 D 604? Sine polii Hierzu ladet herzlich ein: 6957 d 06010 6939 D Schlachtfest Gießen (Äahnhofstr. 33), den 18. Oktober 1931 D.H.V. 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Wäsche sowie Unterricht in allen Handarbeiten Ganz- und halbtägige sowie Abend- Kurse Zeitgemäß herabgesetzte Unterrichtspreise Oberhessischer Kunstverein Alte und neue Graphik Sonntag von 11 bis 13 Uhr Mittwoch von 15 bis 17 Uhr Freitag von 15 bis 17 Uhr beim ge' luten im im Im im Oie Verlobung unserer Tochter Anneliese mit Herrn Etubienrat (Srnfi Äruder aus Hamburg beehren wir uns anzuzeigen aflm, fer"; rklich übte, » ju zu Mk. 1.20 - Mk. 1.50 - Mk. 2.00 - Mk 3.20 - Anneliese Brücher Ernst Sruber Verlobte ®UI m ü blut in 9 ®n DOI Rechtsanwalt und Notar Dr. Karl Lrücher u. Frau Anna, geb. Appelhans Ausführliche Druckschriften durch die Schulleitung, Gießen, Goethestraüe 32 in die neubegonnenen Lehrgänge noch bis Anfang Novemb.ritöglich VoOtsche Handelsschulen Karl Heinstadt Käthe Heinstadt, geb. Eckhardt 6973 D Erscheinen eines jeden D.H.V.-Mitgliedes ist Pflicht LMMons-SovtvSge Ticnotag, 20. Oktober 1931, spricht der befreite (Lhinamissionar Walter um 31 llhr nachmitt, im >)ohannessaalüber: „Früchte nnscrer Gcfangenskbaft für unser Missionoverständnio und unsere Missionsfreudigkeit", nm 8 Uhr abends derselbe in der Stadtkirche über: „(Erlebnisse und (9laubenserfahrungen unserer Gefangenschaft". Der Oberheü. Missionsverein f. Basel. Gunmann. Ter evang. Ges.-Kirchenvorstand Giehen. Bechtolsheimer. Fritz Schrade Mathilde Schrade, geb. Holland Schneiderinnen-Fachkurs! Kleider-Weißnähen-Handarbeit Fach- und Mode-Zeichnen Fachlich-kunstgewerbliche und künstlerische Ausbildung. Lehrgegenstand! 1. Praktisch.Unterricht im Kleidernahen 2. Fachzeicbnen 3. Naturlehre (Physik und Chemie) 4. Stofikunde 5. Kunstgewerbl. praktische Betätigung, z. B. Handarbeit, Weben. Bastarbeit, Keramik, Plastik, Porzellanmalerei 6. Freihand-Modezeichnen und -Malen ENGLISCHEN SPRACHKURSE im Kaufmännischen Vereinshaui, Nordanlage. Mittwoch, den 21. Oktober 1931. Anfänger um 7.15Uhr—Fortgeschrittene um 8.45 Uhr. Honorar 6 Mark monatlich lim voraus). Weitere Anmeld, werden ent- gegengenommen. Sprachlehrer D.B.Moyl bn Brr- * ihr •Unf» Adolf Wagner Klara Wagner, geb. Lotz Vermählte Silberne Hochzeit feiern morgen Sonntag, den 18. Oktober Ober-Postsekretär Frih Wall und Frau, geb.Zulauf Marburger Sttaße 58. Dir gratulieren! Glückauf zur Goldenen! Einige Freunde. Vermählte Gießen, Hammstraße 12 Trauung: Sonntag, 18. Oktober 1931, nachm. 3 llhr, in der Stabtkirche lch-l v .Ala bas » erlöse» den 6 können Dunkel der Är plä» Verbandsvorsteher Hans Bechly, Hamburg, spricht in einer Mitghederversammlung am Montag, 19. Oktober, abends 8 Uhr im Caf6 Leib über: WMUDWWMÄ Private Fachschule für das Damenschneiderinnengewerbe M. WICK-WUNDERLICH Maschinenbau-und Gewerbeschule Gießen Maschinenbau,Elektrotechnik TO,c Automobilbau, Heizung u.Lüftung Baugewerbe, Schreinerfachschule Malerfachscbule, Scbuhmacher- fachschule.Staatl. Abgangsprüfung — Beginn 2. November— HL Klasse und Speisezimmer: Mk. 1.00 — im Abonnement Mk. 0.90 5%9 n Lichtspielhaus - Gießen ■ Mnr loantae, den II. Okt. 1831,11.18 Uhr vere. 5. Kulturfilm -Veranstaltung Tiere in Gefangenschaft £ÄT*der a,t nnd J«« Eltern!G®)ern' 6' lungimertct smtbchen Sntschc Ln nächsten € vkder vollzähli schon mit Mid dem nicht nur ziehungen, fand großen, die ga1 Meine besondere lienischc Austen seine Pariser 2 bei seinem Lei sassungen der Verden und w be-- uns ein w schen Lage zu daran zu zwei^ nach Dashingt dast es fehl i etwa» Durchgi Delfkrise, du nahm, nicht n nehmen soll. Die politif weiter noch d schaftliche Pro men werden englischen bctbtigcfübrt in England ai den Kons 6infIu6 ai fo müssen wir fand- rechnen Wirtschaft aul der Hand, nahmen der A ‘ einstellen müffi Der Dirls, beiten können, , wird Unfang dem J5. und 2: ?ro6en Silju ^eichspräsid 3lfif Beratungen •djmen, bi, die (f Herne abgesteckl fi 7ufle gebildet mften haben. Sje rin9efel)f und.wo *nö'3in$frag 'ar'fe. für dc T,