Dmtf und Verlag: vrLhl'sche Unti)erfittts«Bidh tmö Stetnörndcret H. Lange in Sietzen. Schristleitung und Sefchäftrftelle: 5chulfttatze 7. »«nähme een Injeiaei für die lagfsnnmmft bis zum Nachmittag vorher. Prtli für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, cmemlrte 10 Reichspfennig; für Re- klameanzrigen von 70 mrx Breite 35 Reichrpfennig, Platzvorschrift 20'. mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr Will». Lange. Verantwortlich für Politik» Dr 5r. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Idynot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Eriche«ni täglich,antz« Sonntags und Feiertag» Beilage«: Die Illustriert, Siebener Familienblwa Heimat im Bild Die Scholle Monat»' vezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, audj W Richter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechonfchiüße •nttr5ammtlnummrT2251. Anschrift für Vrahtnach- richten Hijetart «lefje«. p»»fcheittonto: Krantfnrtam Main 11686. Nr (90 Erste; vlatt 18s. Jahrgang Montag, 17. August 1951 GietzenerAnzeiger Reich und Gemeinden gie zu folgen. der kleineren in Thina und Schwierigkeiten folgende vier zielt werden könnten. Line andere Berauschung für die Rettung (Europa» sei da, politische B e r t r a u e n. L» sei von grundlegender vedeu- da» Bertrauen wieder herzuslellen. da» Europa so dringend benötige. Lr hoffe zuversichtlich, daß In dieser Richtung bald greifbare Ergebniffc er- nervö». Die Gründe der gegenwärtigen Europas faßte Dr. Brüning in Punkte zusammen: 1. Die Tieberindustrialisierung Staaten, 2. die Abnahme der Kaufkraft Indien, überzeugen versucht, Frankreich, dem d i e deutsche Wehrlosigkeit der beste B e w e i » dafür sein sollte, daß e» mit Deutschland in keinen Krieg verwickelt werden könne, wenn er den Europäern einen guten Rat geben dürfte, fo mühte er ihnen zurufen: „Sprecht nicht vom Kriege, denkt nicht einmal an den Krieg al» eine Möglichkeit für die Zukunft.- Lr fei überzeugt, dah solches Kriegsgeschwätz zum Weltkriege geführt habe, denn dadurch würden selbst die Regierungen empfindlich und Keine Kürzung der Beamtengehälter beabsichtigt. B e r l i n, 15. Aug. (OB.) Die von verschiedenen Blättern aufgestellte Behauptung, e» seien neue Kürzungen der Beamtengehälter geplant, werden vom Reichsfinanzmini sie- rium mit aller Entschiedenheit demen- tlert. 3m Reichssinanzministerium ist nicht da» Geringste von derartigen planen bekannt. nehmen zu können. 3n der Zwischenzeit wird die 'Berbinbung durch Autobusse aufrechterhalten. Bestürzung in Wien. Wien, 17. Aug. (TTl.) Das Eisenbahnunglück in Steiermark hat in Wien große Aufregung verursacht. 3n dem Tlnglückszug befand sich auch ein Transport von 80 Wiener Kindern, die aus einem Ferienheim zu- rückkchrten. Die Eltern hatten sich reichlich früh am Südbahnhof eingefunden, um ihre Kinder abzuholen, Als der Zug nicht kam, wurde ihnen Zninmg fordert internationale Zusammenarbeit. Oer Glaube an den Frieden ist die Voraussetzung gegenseitigen Vertrauens der Völker. - Das Wettrüsten ist das größte Hindernis für die wirtschaftliche Gesundung Europas. / Erleichterung ihrer Wohlfahrts- lasten überw.esen werden. Der durch die Kürzung der Gehälter von Beamten und Ange st ellten in den Ländern ersparte Betrag ist den Gemeinden restlos zur Deckung ihrer Wvhlfahrtslasten zur "Beifügung gestellt worden. Daneben verbleiben ihnen ihre eigenen Ersparnisse auf diesem Gebiete. Hier handelt es sich schätzungsweise um eine Summe für den Rest des Etatsjayres in Höhe von 207 Mill. Mk. Bei der in der Rowerordnung von 1. Dezember 1930 vor- ge'chriebenen Realsteuersenkung war ein Ausgleichsfonds für besonders wohlfahrtsbelastete Gemeinden vor- gesehen, dir e.wa 110 Mill. Ml. beträgt. In der gleichen Rotv.rordnung sind den Gemeinden neue Steuerquellen in Form der Ge- Was zum Ausgleich dee Kommunaleiais beeeiiö g-^ehe-> ist - OaS Neich BMnbnung,oorWägc ,d verweist die Gemeinden auf den Weg der (^ewstyiise. | begrenzt, doch fei ein Fortschritt selbst In kleinen Dingen notwendig, um Oes Kanzlers Appell an die Solidarität Europas. Der Reichskanzler hat in einer Unterredung mit dem Leiter der .Daily Mail ' noch einmal die öffentliche Meinung der angel sächsischen Länder auf die sehr ernste Lage in Deutschland aufmerffam gemacht. Mit großem Ernst hat der Reichskanzler darauf hingewiesen, daß die Zahl der Arbeitslosen im Winter sehr wahrscheinlich auf sieben Millionen steigen werde, was wieder die Auswirkung der Krise sei, unter der Deutschland besvichers stark leide. Ohne außerordentliche Anstrengungen von Staat und Dolk wird die Krise nicht zu überwinden sein. Der Reichskanzler hat hauptsächlich dieUeberindustrialisie- r u n g derkleinerenEtaatenfürdie Krise verantwortlich gemacht, wobei besonders an die llcbcrinbuftnalifierung Polens und der Tschechoslowakei zu erinnern ist. Daß die r e v o l u t i o - nären Unruhen inOstasien für die internationale Wirtschaft einen großen Ausfall an Kaufkraft bedeuten, ist immer fdjon hervorgehoben worden. Hierher gehört aber auch der Ausfall Sowjetrußlands aus der Wirtschaft Europas, denn bei normaler Entwicklung, also ohne das bolschewistische Zwischenspiel, hätte der Warenaustausch zwischen Rußland imb Europa ausgereicht, um die Arbeitslosigleit in den Industrieländern auf ein erträgliches Maß herabzudrücken. Wenn heute die Kommunisten die Arbeitslosen vor ihren Wagen zu spannen suchen, so ist es immer wieder notwendig, darauf hinzuweisen, daß die Arbeitslosigkeit von Millionen in Deutschland eine unmittelbare Folge des Bolschewismus ist. Brüning hat sich ferner sehr energisch für den Abbau der hohen Zollmauern eingesetzt. sowie für internationale Vereinbarungen über die wichtigsten Warenpreise, um den jet- 3. die hohen Zollmauern in der ganzen Welt, 4. die Richtung, in der die deutschen Reparationszahlungen flössen. Er scheue sich, es auszusprechen. Aber aus der Suche nach besseren Aussichten für Europa stoße man immer wieder auf den Vertrag von Versailles. Dr. Brüning kam dann auf die Lage des französischen Geldmarktes und auf den Kommunismus in Deutschland zu sprechen, den er für die größte innere deutsche Gefahr hält und erklärte bezüglich der Ausschaltung des Reichstages, er sei ein überzeugter Anhänger des demokratischen Prinzips und nehme sicher an, daß der Reichstag im Herbst wieder zusammen treten werde. Er sehe aber keine Rotwendigkeit für eine lange Sitzungsperiode. Das gegenwärtige System der kurzen Siyungsabfchnitte arbeite ausgezeichnet. Zum Schluß erklärte Dr. Brüning, er habe niemals viel von großen internationalen Sitzungen, wie z. D. dem Völkerbund, gehalten. Er sei aber unbedingt von dem Werte persönlicher Besprechungen zwischen den Ministerpräsidenten der einzelnen Länder überzeugt. Denn persönliche Vertrautheit flöße Bertrauen ein. Berlin. 15. Aug. (ERB.) In kommunal- politischen Kreisen taucht in der letzten Zeit immer wieder die Behauptung auf, daß das Reich die Kommunen „geopfert" und te.gende Lasten der Arbeitslosenhilfe auf die Wohlfahrtspflege abgewälzt habe, ohne sich um entsprechende Einnahmen der Gemeinden zu kümmern. Diese Vorwürfe sind, wie das Reichsfinanzmini st erium mit teilt, völlig unberechtigt. Vielmehr ist das Reich trotz seiner eiaenen Finanzschwierig- feiten aufs äußerste bemüht gewesen, neben der Sicherung seines eigenen Etats auch öie Voraussetzung für d i e Ordnuna der Gemeindeetats zu schaffen. So sind in der zweiten Ro'.verordnung u.a.folgendeMaß- nahmen geltoffen worden: Der durch den Wegfall der Lohnsteuererstat- tung im Iahte 1931 im Reichsetat ersparte Betrag von schätzungsweise 60 Millionen Mark soll den Gemeinden in voller Hohe zur Wien, 16. Aug. (IU.) Am Sonnlag um 350 Ahr vormittag» Ist zwischen den Stationen hinlerberg und Göß der Strecke Billach— Bruck der DZug 2 88 Rom — Meran — Billach —Wien bei der Einfahrt zur Station Göß, 19 Kilometer südlich der Sladt Leoben, a u f einen Güterzug aufgefahren, wobei die Lokomotive, der Dienst- und Postwagen sowie ein Personenwagen de» D-Zuges und vier Güterwagen entgleisen und beschädigt wurden. Die Lokomotive de» D-Zuges und vier Güterwagen (füllten über die Böschung. Bei dem Zusammenstoß wurden zwöls Personen getötet, sieben schwer und vier leicht verletzt. Unter den Getöteten und Berlehten befinden sich nach den einst- wciiigen Angaben nur Oesterreicher und Ungarn. Der Btrfcßr wurde umgeleitet. Die Direktoren der Bundesbahn haben sich an die Unfallflelle begeben. Wie die Katastrophe geschah. Auf cinglctfiflcr Strecke in unübersichtlichem Wclänbc. Wien, 16. Aug. (TU.) Heber daS Eisenbahnunglück sind folgende Einzelheiten zu melden: Der Gutetzug 6868. der von Goß kam, wat aus bisher noch unaufgeklärter Tlrsache vor der Station Göß auf offener Strecke stehen- geblieben. Als der Stationsvorsteher in Goß dies bemerkte, gab er ein Signal und der Zug setzte sich wieder in Bewegung. Im gleichen Augenblick kam jedoch der D-Zug heran, der ebenfalls das Signal .Freie Fahrt" hatte und fuhr m i t e t to a 40 K i l o m e t e t G e s ch w i n- digkeit in den Güterzug hinein. Das Unglück ereignete sich an einer oöllig un- übersichtlichen Kurve der eingleisigen Strecke unterhalb der Zellulosefabrik Hinterberg, wo sich vor einigen Tagen ein schwerer BetriebS- unsail ereignet hat, bei dem die Umgebung der Fabrik unter Ehlorgas gesetzt wurde. Die Strecke ist dort auf der einen Sei te von (teilen Felsen abgeschlossen, auf der anderen Seite fließt unterhalb der zehn Meter tiefen Böschung öie reißende Murr. Bei dem furchtbaren Zusammenprall der beiden Züge stürzten drei mit Südfrüchten beladene Güterwagen in den S l u ß. Der Zugbegleiter, der sich auf dem letzten Güterwagen befand, konnte sich im Augenblick des Ab- stürzens des Wagens durch einen gewagten Sprung retten. Ein weiteraM Güterwagen sowie die Lokomotive und der Ender des D-Zuges stürzten ebenfalls ab, blieben jedoch auf der Böschung liegen. Der Postwagen des O-ZugeS, der hinter dem Tender lief, stellte sich quer über die «Steife. Der Paketwagen und der ihm nachfolgende D-Zugwagen 2. und 3. Klasse schoben sich fast vollkommen ineinander. In diesem Wagen gab es nur Tote und Schwerverletzte. Außer den zwölf Toten sind zehn Personen schwer verletzt worden, die meisten haben gefährliche Beinbrüche erlitten. Einem evangelischen Piarrer aus Debreezin wurden beide Deine zerquetscht, fo daß sie ihm im Krankenhaus sofort abgenommen werden mußten. Don der ungeheuren Gewalt, mit der der Zusammenstoß erfolgte, kann man sich einen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß die zwöl Toten in einem Raum von nur zwei Meter Breite zufammengehäuft waren. Die Körper waren furchtbar entftelU und durch die Ausströmungen des Gaskefsels vollkommen geschwärzt, älnglücklicherweife waren auch drei Telegraphenmaste umgerissen worden, so daß zunächst mit der nächsten größeren öta.io.i Leoben bie Verbindung unterbrochen war. Infolgedessen kam die Llnglücksnachricht erst au dem UmtDcge über einen in der Rachbarschaft wohnenden Eisenbahnbeamten in Leoben an. Den Hilfsmannfchaften der Eisenbahn und der Feuerwehr. die auf drei Rettungswagen zur Unsall- stelle kamen, bot sich ein furchtbares Bild. Die ^Bergungsarbeiten geftaltcteten sich besonders schwierig, da die Trümmer die an dieser Stelle sehr schmale Schienenanlage vollständig bedeckten. Unter diesen Umständen mußten die Verletzten fast eine Stunde in ihrer entsetzlichen Lage zu- bringens bevor ihnen Hilfe gebracht werden konnte. Zum Glück fuhr in dem Zuge als Reisender ein Wiener Ehirurg mit. der an Ort und Stelle den Schwerverletzten erste Hilfe leistete und sie durch Rettungsabteilungen der Umgegend in die nächsten Spitäler bringen ließ. Die Frage des Verschuldens ist noch nicht geklärt. Die beiden Fahrdienstleiter der Stationen Goß und Hinterberg. zwilchen denen sich das Unglück ereignete, beschuldigen s i ch gegenseitig, das Signal auf freie Fahrt gestellt zu haben, während der Güterzug noch auf der Strecke war. Beide wurden wegen Verdunkelungsgefahr verhaftet und dem Gericht übergeben. Die Aufräumungsarbeiten an der UnfaQftelle dauern zur Stunde noch an. Der Verkehr ist unterbrochen, da die Schienenanlage in einer Ausdehnung von ungefähr 20 Meter zerstört ist. Man hofft, bis heute Mitternacht den normalen Verkehr wieder auf- storenden Wettbewerb der Wirtschaftsländer aus- Aufdjalten. Tatsächlich ist dieser Kamps um den Markt einer der gefährlichsten politischen und sozialen Krisenursachen, zumal dieser Kamps zum Teil mit außerordentlichen Preisunterbietungen gesührt wird. Endlich aber ist der Reichskanzler auf den eigentlichen ürsachenherd der internationalen Wirtschaftskrise zu sprechen gekommen, auf den Versailler Vertrag. Immer wieder muß betont werden, daß vieler Versailler Vertrag der schwerste Stoß gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem ist, denn der Versuch. Milliarden- tribute ohne Gegenleistung aus einer Wirtschaft herauszupressen, muß nach und nach die ganze internationale Wirtschaft aushöhlen. Dies ist ja tatsächlich schon eingetreten, denn aud»_ die Wirt- schaftslr.se in England ist zum größten Teil eine Folge des Trivutsystems. Wenn Europa aus der Keile herausgesührt werden soll, so müssen nach Auffassung Dr. Brünings nicht nur die Staatsmänner, sondern auch die Völker an den Frieden glauben, um so das gegenseitige Vertrauen wieder herzustellen. Es muß dem Reichskanzler als Verdienst angerechnet werden, daß er sich hierbei offen an Frankreich gewandt hat, um zu versichern, daß bei der Abrüstung Deutschlands eine Kriegsgefahr von Mitteleuropa her nicht mehr droht, so daß es Frankreichs Sache sei. das Seine dazu bei^utta- gen. um von Europa den seelischen unb politischen Druck der Kriegsgefahr zu nehmen. Vor einem harten Winter. Wirtschaftspolitische Notwendigkeiten. London, 16. Aug. (IU.) 3n einer Unterredung, die Reichskanzler Dr. Brüning einem Sonderkorrespondenten der „Daily Mail" gewährte, erklärte er, der kommende Winter werde der meindegetränkesteuer und der Dür- gersteuer erschlossen worden. Sodann sind durch die letzte große Notverordnung die Gemeinden ebenso wie die Länder verpflichtet worden, die Dien st bezöge ihrer Beamten und Ange st eilten, soweit sie höher liegen als die vergleichbarer Reichsbeamten, berabzu- __________________ fetzen. Würde von der letztgenannten Verpflichtung I " ‘ 1 LVhiL ^nrönäe an b l e E r - bei den Gemeinden in vollem Umfange Gebraut? t»ng bab ble BollTer Curo|pa«» an öle ar gemodjt, fo tonnte ein größerer Betrag er. Gattung de. Ztteden, auf lange zielt werden, der die Wohlfahrtslasten der Ge» Sich! glaubten. meinden erheblich vermindert. Bisher allerdings bjc firaflc ob cr irgendwo in Europa eine haben noch keineswegs alle (Bern ein den Sehnsucht nach Frieden verspürt habe, ant- bie ihnen erschlossenen Einnahmequellen und Em- er habe in der letzten Zeit sparungsmoglichkeiten "stlos ausgeschopfb Schließ- verschiedene Lander in Westeuropa besucht, und er l.ch ift noch zu erwähnen daß durch die Notverord- U„zeugt, daß die führenden Staatsmänner den nvng vom 5-eine 21 n p a H u n « b e r r ° Frieden wollten. Nur die Furcht und das Bestreben, munalen Lohne an bas Wloeau bei »ergta^ « auf ben äußersten Notfall vorzube- baren Bezüge ber Reichsarbeiter eingeleitet worden Kn geoen die Temperatur an. Pie Linien veroinden Orte mit gleiche* auf neereiniveau umgererhnet«» Luftdruck Wettervoraussage. Durch Abflachung wandert nunmehr die atlantische Störung in nordöstlicher Richtung weiter und lag mit ihrem Kern heute morgen über Schottland und ber Nordsee. Der damit verbundene Zustrom kühler Luft an der Rückseite hat bereits eingesetzt und wird sich auch auf das Festland ausdehnen. Es steht daher für die nächsten Tage wieder kühleres Wetter in Aussicht. Die Witterung nimmt dabei einen wechselhaften Charakter an, zumal durch die ozeanische Luft noch Regenschauer verursacht werden die allmählich an Sntcnfität abnehmen und nachlassen. Denn von Südwesten her steigt der Luftdruck kräftig an, so daß durch den Vorstoß des Azorenhochs Beruhigung eintritt. Vorhersage für Dienstag: Wechselhaftes Wetter, teils bewölkt, teils aufheiternd, kühler, noch Regenschauer, aber allmählich nachlassend, um West drehende Winde. Lufttemperaturen am 16. August: mittags 19,7 Grad Celsius, abends 15,7 Grad; am 17. August: morgens 15,9 Grad. Maximum 21,4 Grad. Minimum 12,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. August: abends 18,8 Grad; am 17. August: morgens 15,2 Grad Celsius. — Niederschläge 5,6 mm. — Sonnenscheindauer 9 Stunden. bet Aus- Nachdruck verboten Ohne Gewähr 14. August i j31 5. Ziehungstag 3n der heutigen Vormittaaszlehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 64266 379434 399770 5970 13954 18654 78009 11 6514 10732 69902 77420 77467 77699 80911 95384 178 frttoinne >u 500 W. 5237 9541 26494 52537 56447 59335 62603 67118 50075 62181 69377 73574 75381 82798 87995 103961 102226 102870 Verantwortlich für Lokales: i. D. S). g. Neuner. Gegen üblen Mnndgernch 220687 338579 389907 107159 130993 196386 247529 293941 352932 377706 126769 189161 273878 369297 88784 159833 260696 334021 JH2456 110112 138200 178051 223740 281024 303866 337114 371736 100111 123116 144072 194366 206671 261610 269210 274142 290809 329630 359297 380251 3n der 110322 140118 182846 231244 285322 314545 344632 378791 96429 118602 136236 157376 181222 201856 229344 258412 275752 306822 324571 357870 109248 124252 169233 197180 214931 251744 271247 278264 293129 334160 361233 392198 111968 144439 205389 250190 286071 318109 346746 383489 110051 126179 170040 199433 218573 253520 271584 280148 311910 345501 363789 396319 132379 237096 359287 114356 172267 234525 271561 324115 367436 380851 36177 33210 341342 134432 194079 292646 370000 119646 164567 206673 266399 287287 321968 360196 890445 110196 134829 170247 203097 220-,44 259851 271743 283918 314940 346435 864562 397146 123220 179624 238014 272439 326941 372736 383095 263174 126732 354790 141491 208616 297238 379616 135809 168996 207498 267478 289636 332891 363686 116419 134966 179771 204789 229214 264696 272670 288164 316299 361896 368290 398177 125207 192016 240717 276902 340329 373467 384166 128196 371186 163218 226986 319162 392292 13485 137357 173766 214287 269314 2923 iß 337097 369040 29285 118396 135735 193945 205317 237660 265040 273308 288697 321405 366849 376832 116163 176949 264502 345777 101054 123008 141770 162774 184958 206023 237943 267818 284611 303447 325035 359379 123953 148052 105060 187885 217665 239806 267974 290534 313467 332919 366486 126111 151005 166268 188773 217739 241043 272390 294895 314531 336112 373983 104537 128165 193442 241925 289733 343247 376134 16438 46790 68398 91683 106603 134118 151457 167771 189574 219415 246702 274749 302811 314628 343658 386938 146922 169593 205363 241248 263396 316061 364263 378020 385845 322 1140 3153 3191 112343 161518 208577 254199 311931 360236 379174 231583 348800 6 StiDlnn« |U 10000 M. 4 •*»!■■« iu 5000 M. 18 ®«t»i*ne ee 3000 HL 143828 213360 322446 58 IU 2000 M. Gewtnnauszng 5. Klasse 37. Preubisch-Süddeussche (263. Preuß.) Staats-Lotterie stand dvrlag. In einem Nachbarort stahlen die beiden Angeklagten aus einer Scheune, die zur Material- aufberoahrung diente, nachts vier Rollen Rohr- bzw. Erdleitungsdraht, sowie eine nicht unerhebliche Anzahl Rohre. Der Diebstahl erfolgte mittelst Sinsteigens durch ein Fenster. Der eine eignete sich die Gegenstände innen an und reichte sie seinem Komplizen, der außen vor dem Fenster wartete, hinaus. Beide wurden wegen schweren Diebstahls zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt, obwohl nur bei dem einen Dieb da» Tatbestandsmerkmal des Einsteigens, also des schweren Diebstahl», gegeben war. Doch hatten beide nach genauer Verabredung und in gegenseitigem Einverständnis, demnach in gemein* schallsicher Ausführung der Tat gehandelt. heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 34931 41333 42005 67216 67732 73969 76669 82294 83563 84663 86357 86452 94407 94537 2 Mrrltme m 50000 TL 223938 2 ».tomne tu 10000 M. 248490 16 •«fcinne tu 5000 M. 3253 109340 182892 227903 267689 317130 359201 383430 Rr. 22, über Rosenkrankheiten das Flugblatt 71t. 93 und über die Bekämpfung der Reblaus da» Merkblatt Rr. 6. Auskunft über Pflanzenkrankheiten und -schädlinge erteilen die zuständigen Hauptstellen für Pflanzenschutz, deren Anschriften daS Merkblatt Rr. 4 enthält- Wirksame Mittel zur SchädlingS- bekämpfung kann man sich selbst Herstellen. Genaue Vorschriften für die Zubereitung von Spriybrühen gegen Krankheiten und Schädlinge im Obst- und Gartenbau findet man in den Flugblättern Rr 46 und 74. In vielen Fällen wird man die von der chemischen Industrie hergestellten Ferttgpräparate vorziehen. Die vom Deutschen Pflanzenschutzdienst erprobten Präparate sind in den Merkblättern Rr. 7 (Mittel für Saatgutbeizung) und Rr. 8 9 (Mittel gegen Unkräuter, Pflanzenkrankheiten und -schädlinge) zusammengeslellt. Die Flug- und Merkblätter sind zum Preise von 10 Pf. pro Rümmer portofrei durch die Hessische Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen zu beziehen. Daten für Montag. 17. August. Sonnenaufgang 5.13 Uhr, Sonnenuntergang 19.48 Uhr — Mondaufgang 10.04 Uhr, Monduntergang 21 Uhr. 1786: Friedrich der Große im Schloß Sanssouci bei Potsdam gestorben. Vornotizen. — Tageskalender für Montag. Gießener Freiwillige Feuerwehr: 20 Uhr Hauptübung. — F G. F : 20.30 Uhr Hauptübung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Drei von der Tankstelle" Ich wtn nicht versäumen, Ihnen Mitteilung zu machen, daß ich fett dem Gebrauch Ihrer Zahnpaste „Thtorodorü" nicht nur reine, weifet Zähne besitze, sondern auch den bei mir sonst üb» lichen Mundgeruch verloren hab«. Ich werde Ihr Chlorodont aufs beste empfehlen." aez. E.G., Mainz. Man verlange nur die echte Chlorodonl-Zahnpaste, Tube 64 Pf. und 80 Pl, und weise jeden Ersatz dafür zurück. •* Vermißt. Der Kanzleiossistent Wilhelm Sommerlod, geboren am 20. Mai 1870 in Beuern, wohnhaft in Gießen, wird wie die Kriminalpolizei meldet, seit dem 12. August vermißt. Sommerlad ist etwa 1,70 m groß, kräftig, har blasse — Weitere Bolkstage im Lichtspielhaus, Bahnhof st raße. Heute, Montag. und morgen, Dienstag, gelangt die erfolgreiche Lustspieloperette „Die Drei von der Tankstelle", die bereits das dritte Mal in Gießen gezeigt wird, zu volkstümlichen Preisen zur Dor- sührung. Räheres in der heutigen Anzeige. — Die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen-Stadt hält am Dienstag, 25. August, 20.30 Uhr, im Vewerkschaftshause (Schanzenstrahe) eine Ausschuß» Sitzung ab. Räheres in der heutigen Anzeige 128 »«toinne tu 1000 UL . . ____ _____ 15331 23993 34213 36433 46166 61836 62869 ----- ----- ----- ----- ---------101717 Im (Serohtntabe verblieben: 2 Drömien zu it 600000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 30000Ö, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 6 zu je 50000, 26 zu je 25000, 152 zu je 10000, 402 zu je 5000, 810 zu je 8000, 2498 zu je 2000, 4852 zu je 1000, 8088 zu je 500, 24444 zu je 400 M. Oberheffen. Schadenfeuer durch Blitzschlag bei Gedern. Y Gedern, 16. Aug. Bei einem verhältnismäßig leichten Gewitter, das heute 14.30 Ahr über unserer Gegend niederging, schlug der Blitz in die Scheune des Landwirts Ludwig Becker in Schönhausen bei Gedern ein und zündete sofort. Die mit Heu und Erntevorräten gefüllte 6d)cune sowie die Stallungen sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Das Wohnhaus konnte dank dem energischen Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr Gedern und einiger auswärtiger Feuerwehrleute, die anläßlich des Dezirksfeuerwehrtages in Gedern anwesend waren, gerettet werden, doch ist der Giebel ebenfalls angebrannt. Schönhausen ist eine zu Gedern gehörige Kolonie, die etwa V» Stunde in südöstlicher Richtung liegt und aus vier Hofreiten besteht. Da die Wasserleitung 6er Gemeinde Wenings gerate dort vorbeiführt, konnte die Spritze in rege Tätigkeit treten. Regierungsrat Schwan und Kreis-Feuerwehr - inspektor Eber he in aus Schotten beteiligten sich an den Rettungsarbeiten. Interessant war es, den Verlauf des Blitzes festzustellen. Derselbe dürfte von der Scheune nach dem Wohnhaus übergesprungen sein, wo er an mindesten- 12 bis 15 Stellen Decke und Wände durchschlagen hat. um dann erst durch die Wasserleitung der Küche ins Erdreich abgeleitet zu werden. Landkreis Gießen. g. Klein - Lind en , 17. Aug. Bei der gestern durchgeführten Deigeordnetenwahl erhielt Friedrich Schimmel (Gewerbeverein) 512 S:immen, während es der Gegenkandidat Jakob Hofmann (SPD.) nur auf 432 Et.m- men trachte. Friedrich Sch immel ist damit zum Beigeordneten gewählt. Don 1350 Stimm- bcrcchtigten machten 944 (70 Prozent) von ihrem Wahlrecht Gebrauch. v. Londorf, 16. Aug. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten am Freitag, 14. August, der Bildhauer Wilhelm Schnecker und seine Ehefrau in körperlicher und geistiger Frische. Der Jubilar ist noch den ganzen Tag beruflich tätig. Kreis Schotten. # Freienseen. 15. Aug. Ein Llnglücksfall ereignete sich yier dadurch, daß der siebenjährige Sohn des Gastwirts M ö l l hinter einem beladenen Erntewagen hervorlief, gerade vor ein aus entgegengesetzter Richtung kommendes Auto. Durch den Stoßdämpfer des AutoS wurde der Knabe mit dem Kopf gegen die eine Laterne geschleudert, deren vchutzscheibe und Birne zersplitterten, während der Knabe einige Schnittwunden am Kopfe erlitt. Das Kind kam unter das Auto zu liegen, daS über ihn hinwegfuhr. Die Schnittwunden sind leichterer Ratur. — Einen lohnenden Rebenverdienst finden zur Zeit viele Arbeitslose durch das Sammeln vvnWald- beeren. Besonders ertragreich war die Erd- beerernte, während die Himbeeremte nur als gut mittelmäßig bezeichnet werden kann. Dagegen versprechen die Brombeeren wieder einen sehr guten Ertrag. — Die Getreideernte geht ihrem Ende entgegen. Der Ertrag reicht nicht ganz an den des Dorjahres heran: besonders beim Roggen enttäuschte der schlechte Halm, wogegen die Aehre um so kräftiger auSgemldet war. Der Ertrag an Weizen ist zufriedenstellend. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose glcict>cr Nummer in den beiden Abteilungen I und II 24 »ttetnne fa 3000 W. 8414 87087 102193 148996 175117 181596 184938 186005 209909 231496 319421 356481 46 Gewinn. (u 2000 W. 47730 48284 76778 86780 112985 128256 Kosten. Man rechnet damit, auf diese Weise etwa 200 WvhlfahrtSerwerbslose für einen längeren Zeitraum beschäftigen zu können. In der Hauptsache sollen auf diese Art die Straßen zweiter und dritter Ordnung, also die Gemeindestraßen, instand gesetzt werden. Der Kreisausschuß hat dem Dorschlag der Kreisverwaltung Augeftimmt. 0 Krofdorf, 16. Aug. Am Sonntagnachmittag trug sich in unserem Dorf an der Straßenkreuzung Gießener Straße—Hauptstraße an dem Konsumgebäude ein Autounfall zu. Ein von Gießen kommender, von einem ® lei berget Kaufmann gesteuerter Kraftwagen wollte einem dir Hauptstraße nach Gleiberg fahrenden Auto auS- weichen und fuhr dabei auf den linken Bürgersteig in eine Gruppe Kinder hinein. ZwÄ Knaben erlitten Fleischwunden an den Deinen: der eine, ein elfjähriger Junge, muhte in die Klinik nach Gießen überführt werden. Kreis Limburg. WSR. Limburg, 15. Aug. 3n Hahnstätten wird am Montag, dem 17. August, ein neues Selbstanschlußamt in Betrieb genommen werden. Die alte Dermittlungs stelle in Zollhaus wird zum gleichen Zeitpunkt aufgehoben werden. Gesichtsfarbe, graue Haare und graue Augen, er trägt gestutzten Schnurrbart und einen Soitzdart. Seine Zahne sind lückenhaft. Bei seinem Weggang war er bekleidet mit blauer Hose, Mauern Rock, wollener Jacke, mit einem Normalhemd, mit grauen, langen Strümpfen, grauer dicker Unterhose, mit schwarzen Schnürstiefeln und hellem Hut. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei •• Dieb ft ab le. In der Nacht zum 14. August wurden, wie der Polizeibericht meldet, im Neubau der Orthopädischen Klinik neun Fensterbretter aus Eichenholz (1,58 m lang, 21 cm breit, 27 mm stark) gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei. . •• Straßensperrung anläßlich der Herbstregatta. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Wegen der XI Herbstregatta des Lahn-Regattaverbandes wird die DvotShauSstraße zwilchen dem Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft und der Wißmarer Straße (Bahnunterführung) am Sonntag, 30. August 1931, von 14 bis 19 Uhr für den Durchgangsverkehr polizeilich gesperrt. t •• „Gras Zeppelin" über Gießen. Am Sonntagoormittag, zu früher Stunde, gegen 4 40 Uhr wurden die Bewohner des östlichen Teiles unserer Stadt durch starkes Motorenaeräusch aus dem Schlafe gerissen. „Graf Zeppelin erschien in geringer Höhe aus südlicher Richtung über unserer Gegend, überflog den Trieb und setzte in nördlicher Richtung die Fahrt fort. Das Luftschiff, dessen Gon- dein im ersten Morgendämmern noch hell erleuchtet waren, bot einen prächtigen Anblick. „Graf Zeppelin" befand sich auf einer Vergnügungsfahrt nach Amsterdam, traf dort gegen 17 Uhr ein und landete am heutigen Montagmoraen wieder in Friedrichshafen. In Kassel und Essen nahm das Luftschiff Zwischenlandungen vor. •• Heimattagung auf dem Schiffen- berg. Die von der Heimatvereinigung Schiffenberg für den kommenden Sonntag vorgesehene Heimattagung auf dem Schiffenberg verspricht einige genußreiche Stunden für jung und alt. Reben bewährten Kräften aus Stadt und Land haben sich eine größere Anzahl Dereine auS Gießen und Umgebung in den Dienst der Sache gestellt. Die Deranstaltung dient vor allem der Pflege des Heimatsinns und dem Hinweis auf die Schönheiten des Echisfenbergs und seiner Umgebung. RähereS in der heutigen Anzeige. •• Di e Zimmermeister-ZwangSin* nung Stadt und Landkreis Gießen hielt im Restaurant „Zum Andres" eine Innungsversammlung ab. Rach einleitenden Worten des Obermeisters C. R i n k e r - Ronnenroth, erstattete Geschäftsführer H. Kirchner -Gießen einen Bericht über die derzeitige Wirtschaftslage, fottr.e über die Tätigkeit der Innung im letzten Halbjahr. Die Anträge des Dorstandes auf Abänderung der Satzung erhielten nicht die erforderliche Mehrheit. Dagegen wurde ein Antrag aus der "Versammlung auf Auflösung der Innung dem Dorstand zur weiteren Bearbeitung überwiesen. Zum Schluß berichtete Geschästsführer Kirchner eingehend über die Tagung des Deutschen Zimmermeister-Bundes in München und die dort behandelten Fragen. Amtegericht Gießen. Hauseigentümer sind zur Ietztzett meist nicht auf Rosen gebettet. Diele pflegen deshalb selbst die üblichen Hausreparaturen weit hinauszu- schieben. keineswegs dürfen sie aber, namentlich insoweit die Außenwände und Dächer der Häuser in Betracht kommen, notwendige Reparaturen, deren Richtvomahme eine Gefahr für die Hausund Etraßenpassanten bilden, anstehen lassen, wollen sie nicht mit dem Hochbauamt und der Polizei in Konflikt geraten. Eine dahingehende Erfahrung machte ein Hauseigentümer in der Rähe der Stadtkirche. Der Bewurf seines Hause- war derart mangelhaft geworden, daß Derpuh- stücke herunterfielen und herunterzufallen drohten, so daß Dorübergehende gefährdet waren. Wiederholten Aufforderungen der zuständigen Behörden, die Mißstände zu heben, kam der Angeklagte nicht nach, so daß schließlich Anzeige erfolgte, die zu feiner Verurteilung zu einer namhaften Geldstrafe auf Grund des § 36713 des StGB.s und Art. 139 des Polizeistrafgesetzbuchs nach vorausgegangener Hauptverhandlung führte. Der Derpuh ist nunmehr erneuert Gegen einen anderen Hauseigentümer schwebt ein gleiches Verfahren. Durch Stoppuhren wurde festgestellt, daß ein auswärtiger Autofahrer in der Marburger Straße unter erheblicher Lieberschreitung der höchst zulässigen Stundengeschwindigkeit die Stvppstelle durchfuhr (45 statt 30 Kilometer). Er gab schließlich die Uebertretung zu und erhielt die übliche Geldstrafe, stellte aber unter Hervorhebmig eines 132 •«tohrn» m 1 ooo an. ___ . . .. ____ ____ 6966 14008 26382 44935 45316 45946 48336 Rundfunkprogramm. Freitag, 21. August. 7: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert 17: Rachmittagskonzert. 18.40: »DaS Kinderelend in Rußland" (nach bolsche- wisttschen Quellen), Vortrag von Felle Stös- finger. 19.05 (Kassel): .Das deutsche Abendschulwesen", Gespräch zwischen Dr. Fritz Kellermann, Leiter der Abendoberschule In Kassel, und Heinz Stück. 19.45: Bayrisch Blau auf Schallplatten. 20 (Don Salzburg): Mozart-Konzert 21.302 Japanische Lieder. 22.30 bi» 24: Tanzmusik. Samstag, 22. August. 7: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: Die Gemeindeschelle: Hörbild von Anton Betzner. Pfungstadt. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der Iuaend. 17: RachmittagS-Konzcrt deS Rundfunk- Orchester». 18.40: .14- bi» 17jährige Berufstätige in Familie, Beruf und Politik, drei Ge- präche mit einem Dater, einem Arbeitgeber und einem Politiker: Leitung: Dr. Heinrich Buß. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: »Reisen Sie mit dem Dichter". 20.30 (Kurhau» Bad Kreuznach): Die Firma geht in Urlaub. 22.50 bis 24: Tanzmusik. Aus der pwvinzialhauptsiadl. Gießen, den 17. August 1931. Strifen des Körpers. Don Dr. meb. Karl Hortung. 'M an hört heute überall da» Wort Kn ft». Weltkrisis, Wirtschaftskrisl». Krise der Medrz n, der Justiz. Uederall kriselt». 2l^rnicht alle wissen, daß man zuerst in Der Heilkunde von »Krisi»" gesprochen hat. HiPpokrates der Große hat ein Buch über die ?nftn ge^chneben. Knfts aus dem Altgriechischen hecht Entscheidung Was da entschieden wird, geht über und Lebern Wird er leben oder muh er sterben, der kranke ^JHe$ mobeme“ medizinische Wissenschaft spricht nur noch bei der Lungenentzündung von KnslS. Die jüngste medizinische Wissenschaft, die modernste hat den alten Begriff aber wieder auf- genommen: und sie tut recht daran. Echte Krisen sind entweder Ausscheidung», oder Schmerzkrisen. Richt immer fuhren sie, wenn der Kranke auch nicht gesund wird, zum direkten Tode. Die Krankheit kann trotz vielfacher Krisen auch fortbestehen und später zum Tode führen. Darm verlaufen die Krisen gewissermaßen im Sande wie man tagt, sind vergebliche Anstrengungen des fronten Körper«, die Krankheit zu überwinden. Aber dann erschöpfen sie die Kräfte des Kranken und sterben muh er dann doch, toerm auch nicht unmittelbar darauffolgend. Führt^ aber die Krise zur Genesung, dann tritt diese ganz plötzlich ein. ES bricht massenhafter Schweiß beim Kranken au«, di- hohe Temperatur fällt, wird wieder normal, geht sogar unter die Rorm von 37 Grad herab, und die Genesung ist da. Der Kranke liegt zwar matt, aber zufrieden lächelnd im Bett. Er fühlt, daß die Genesung, die Rekonvaleszenz, etngetreten ist. So ist der gewöhnliche 03erlauf der Krise bei der echten, t»genannten genuinen Lungenentzündung, »in anderes Mal ist eS heftiges Erbrechen, wa« die Krise herbeiführt, ein drittesmal ist e» reichlicher Urinabgang. Dann spricht die Medizin von Urtn- lrtäber die Ratur läßt sich keine Vorschriften machen. Bei ihr geschieht alleS in ilebergängen. Manchmal sind die Krisen nicht so typisch in ihrem OBetlaüf, daß jedermann sie sofort al» solche erkennt. Dann ist die Krise nur angedeutet durch eine mehr oder weniger plötzliche Aende- rung im Befinden deS Kranken, die dem unerfahrenen Laien al» Verschlimmerung erscheinen kann. Wenn man dann eingreift, etwa um Durchfall oder Erbrechen zu stopfen, einen Schweiß zu unterdrücken, macht man dem Kranken nur Schaden. , Ä Während lebhafter Krisen zeigen viel- Kranke ausgesprochenen Widerwillen gegen Arzneien, auch wenn sie sie bis zum Ausbruche der Krisis gern genommen haben. Unnütz zu sagen, daß man dann auch schadet, wenn man dem armen Kranken die Medizin einquält; denn er braucht gute Laune ustd alle Kräfte zum Ueberstehen der KrisiS. Wintergetreide-Aussaat und Schädlingsbekämpfung. Ratschläge der pslanzenschuhstelle Gießen. Zur Aussaat des Wintergetreides sollte nur gebeiztes Saatgut verwendet werden. Dorschrill-' mäßige Saatgutbeizung beugt dem Auftreten der wichtigsten Getreidekrankheiten wie Streifenkrankheit her Gerste (ogL Flugblatt der Biologischen ReichSanstalt Rr. 68). Flugbrand von Gerste und Weizen (Flugblatt Rr. 48), Schneeschimmel (Flugblatt Rr. 80) und Stinkbrand des Weizens (Flugblatt Rr. 26) vor. Die Beizgeräte sind in dem Flugblatt Rr. 82 beschrieben, die Mittel zur Saatgutbeizung in dem Merkblatt Rr. 7 aufgezählt. Im Obstgarten sind die Eigelege verschiedener Spinnerarten (Dgl. Flugblatt Rr. 6) zu vernichten und zur Bekämpfung der Obstmade (Flugblatt Rr. 40) Fanggürtel um die Bäume zu legen. In kohlhernieverscuchten Gegenden sind bei Auftreten dieser Krankheit die im Flugblatt Rr. 56 enthaltenen Angaben zu berücksichtigen. Heber zwei gefährliche Waldfeinde, Hallimasch und Wurzelschwamm, unterrichtet das Flugblatt Einzelfalls die Behauptung auf, die Anzeigen Polizei erfolgten in derartigen Fällen nach 2 Wahl. Das Gericht ging ausnahmsweise aus dies« in den einschlägigen Verhandlungen immer wiederkehrende Behauptung ein; doch bald stellte sich heraus, daß es sich in dem Einzelfall um die Auwfahrt eines Arztes handelte, der zu einem Kranken eilte, so daß ein gewisser Rot- 196 »«winn. ,u 500 M. 13037 13524 16277 21177 23330 30383 37199 39475 45855 60863 51706 55308 58558 63449 64438 75833 77769 82012 83403 85160 91635 91721 ' 107057 135944 153476 174745 194873 223386 257771 275321 303359 324513 346958 392180 • Rainrv d. 16. Aug. Am Samstagabend, bei der Revision der Feuerwehr durch den Dcrireter des KreisamrS Schotten. Regie- rungsrar Schwan, und den Feuerwehrinspek- tor Eberheim, wurde anschließend die G r ü n- öung einer freiwilligen Feuerwehr eröttert. Reg'erungsrat Schwan hielt einen au’- tlätenben Dortrag über An. Wrien und Kosten der freiwilligen Feuerwehr. Es traten daraufhin lo'vri 42 M.tglleder der neugegründeten Wehr bei. Der restliche Abend war der Unterhaltung gewidmet. Starkenburg. WSR. Darmstadt. 16. Aua. Rach einer Mitteilung der Kriminalpolizei fuhr in der Rächt zum Sonntag in der Rähe der Zuckerfabrik Frankenthal (Pfalz) ein Darmstädter Personenkraftwagen einen Arbeiter, der sein Fahrrad neben sich herfchob, an und verletzte i h n schwer. Später überfuhr derselbe Kraftwagenfahrer, ein Darmstädter Kaufmann, einen 19jährigen Meh- gcrgesellen aus Lampertheim, der tödlich verletzt wurde. Der Auwfahrer wurde von der Polizei fcftgenomlhen. Darmstadt, 16. Aug. (WSN.) In der Nacht zum Sonntag entstand im „Sportcaft" am Meßplatz zwischen einer Anzahl von Gästen ein Wortwechsel, der in eine Schlägerei außer t e t e. Ein Beteiligter versetzte dabei seinen Gegnern mehrere Messerstiche in Kopf, Brust und Beine. Zwei Personen wurden schwer verletzt ins Krankenhau» gebracht. Bemerkenswert ist dabei, daß die sämtlichen Nauf« bolde mit Ausnahme eines Verletzten arbeitslos sind. Preußen. Um das Einheitssernsprechbuch im Rhein-Main-Gebiet. WSR. Frankfurt a. M., 13. Aug. Wir Haden vor einiger Zeit über den Vorschlag interessierter Kreise berichtet, ein einheitliches Fem- sprechbuch für das gesamte rhein-mainische Wirtschaftsgebiet herauszugeben. Wie wir hierzu erfahren, hat das Reichspostministerium für die beiden Oberpostdirekttonen Frankfurt a. M. und Darmstadt die Herausgabe eines vereinigten Fernsprechbuches angeorbnet. Es handelt sich allerdings nur um einen Versuch, der sich vorerst auf das Jahr 1931 beschränkt. Dazu wird erklärt: Gegenüber der unwirtschaftlichen Aufteilung des Rhein-Main-Gebiete- in drei oder vier Oderpostdirektionsbezirke ist da- neue hessisch-preußische Femsprechduch sicherlich als Fortschritt zu begrüßen. Ader eine befriedigende Lösung bringt die Steuerung nicht, solange noch mit dem Rhein-Ma in -Gedie t eng verflochtene Städte, wie Hanau. Aschaffenburg usw.. einem anderen Oderpostdirektionsbezirk (Hanau zu Kassel, Aschaffenburg zu Würzburg) angehören. Die einzig richtige und wirtschaftliche Lösung ist da- rhein-mainische Cinheitsfemsprechbuch, daS sämtliche durch wirtschaftliche Interessen verbundenen Plätze dieses Gebiet ohne Rücksicht auf staatlichr Abgrenzungen umfaßt. Kreis Wetzlar. g. Wetzlar, 13. Aug. In der letzten Sitzung beschäftigte sich derkrei-au-fchuh u. a. auch mit einem neuen Wegeinstandsetzungs» Programm, da- die kreiSverwaltung aufgestellt hatte, um den Etat deS Kreise- zu entlasten. Es handelt sich um die Beschäftigung der kinderreichen, hvchunterstützten Wohlfahrt-erwerbslosen im Straßenbau. Da- Steinmaterial soll den Steinbrüchen de- Kreises entnommen werden. Die Wohlfahrtserwerbslosen sollen die Steine brechen, zerkleinern und beim Wal^m aufschütten. Die Anfuhr des Steinmaterials soll durch die Gemeinde erfolgen unter Inanspruchnahme der Fuhr- werkdesitzer im Wege des Hand- und Spanndienstes. Den Gemeinden entstehen dadurch keine Segen1 lÄ s<* ÄS Ä y» * A'kr die &U- l^>It Vgt^ni ^**4 jafe d,r «> ilne (Sie' „Ml Das 6t wgentenr oder acht; wbe der f .'-eben gefd jüngerer H Ianser fij ^erneuj Ortta ou ( •neatre auj Gübunitf - ffl# Ä-l S5tf Iifitn d>e KliFN u" berWmi Listig nordame panliven Je mehr da; erstarkte, de .Usurpator wurden die wir!ie tn Staatsdepo gründete 'N toe im bas rat aber t aber die daß alle ihr verpuffen, v fehlte. Ml an einem 6o feit der pojv nicht Hergeste konnte j. $■ und Pew in den. und zwi erneut Wege Teziehunger sammenstost kanischen S als das r anzurufen, amrikas b eine südarni |en, um e i gehörigk zuarbeiten. ■ Präsident M Heren Präsid Tuent^ Air lüdmiiiikonis 3m Lause dirDelttr teiaamta Unnchmm sich Ich Ml vor allem schütteru Marktes bitte finden mußten Sjur. verbrannt n> halten. Der Salpeter nanzen bete amerikanisö Santiago a finden, wie die ausläni Auch in T sachverständ Aiemeher, i das Mkomr Ottos über i um einen w nischen Der Vorrat ist V pfändet. Do len, ihre üm nun z- .,^nd was ch m«k: " ne t™ W *•«11,7, Das bißchen Erde. ZRoman von Mcharv Skowronnek. Copyright by I. Engelhorns Nachf.. Stuttgart. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Dor alte Herr brach ab und sah mit schwimmenden Augen in den lachenden Frühlingstag hinaus. Lind das junge Gräflein zu seiner Seite schwieg still, denn das eigene Schicksal wollte ihm plötzlich nicht mehr so übermächtig groß erscheinen wie noch vor wenigen Stunden. Dem weihhaarigen Manne da hatte ein grausames Geschick die Gattin g-raubt und drei blühend« Söhne. 2m Zweikampf war der eine gefallen, der andre alÄ ein Opfer seines ärztlichen Berufes, und der jüngste irgendwo in der Fremde als ein Taugenichts verdorben, gestorben. Ganz allein war der alte Herr zurückgeblieben und hatte weitergelebt. Hatte sich nach den schweren Schlägen wieder aufgerichtet, wie ein fest verwurzelter Cichenstämm, über dessen Wipfel die Windsbraut dahin gefahren war. Ein paar Aeste lagen abgebrochen am Boden, aber der Stamm selbst war unversehrt ... Dor Iustizrat Stahmer fing wieder an zu sprechen, aber alle bisher erörterten Fragen schienen für ihn abgetan. Bon einer Reise erzählte er, die er joor einigen Iahren mit dem Schiffe Meteor an den Küsten Italiens und Dalmatiens ausgesuhrt hätte. Lind wie ihm dabei das schmerzliche Bedauern gekommen wäre, dah es nun schon zu spät wäre, auch alle andern Herrlichkeiten dieser schönen Erde zu genießen. Lind weiter sprach er von der Geist und Körper erfrischenden Iagdpassion, der auch er in seinen wenigen Muhestunden huldigt«. Welch ein Hochgefühl es schon wäre, einen braven Hirsch zu strecken, wieviel köstlicher aber wohl ein Sieg sein mühte, den man über ein wehrhaftes Wild davongetragen. Lieber «inen Löwen etwa oder einen jener mächtigen Sumpfbüffel, die den Schützen annehmen, wenn die angetragene Kugel nicht tödlich gewesen war. So sprach er noch eine Weile lang fort, bis er plötzlich nach einem Blicke auf die Lihr erklärte, er mühte schleunigst ins Städtchen zurück, einen wichtigen Termin wahrzunehmen, der für den Bormittag vor dem Amtsgericht anstände. So eilig hatte er's mit dem Ausbruche, dah Graf Malte ihm kaum noch Las Versprechen abnehmen konnte, sich telegraphisch zu erkundigen, ob die Expedition ins Innere Afrikas nicht inzwischen vielleicht schon abgegangen wäre ... Das wollte der Herr Iustizrat natürlich gerne besorgen. Sein leichter Wagen rollte auf der Dammallee davon, und Malve blieb in einer seltsamen Erregung zurück. Roch vor einer Stund« hatte er an diese afrikanisch« Iagdreis« nicht gedacht, jetzt aber wäre es ihm fast als ein nicht wieder gutzumachendes LInglück erschienen, wenn er sie hätte aufgeben müssen. Prüfend trat er vor seinen Gewehrschrank, hielt strenge Musterung, welche der zahlreichen Waffen wohl den S.rapazen einer tropischen Expedition standhalten dürfte. Lind da diese Musterung nicht zu seiner Zufriedenheit ausfiel, muht« Lentz ein« telephonische Verbindung mit Berlin Herstellen, mit einem Waffengeschäft, dessen Inhaber in Ausrüstungen für afrikanische Iagdausflüge eine vielgcrühmte Erfahrung besah. Da gab es denn eine umfangreiche Bestellung, und eine zweite Verbindung sorgte für die weitere Ausrüstung in einem andern Geschäfte. Natürlich nur oe- dingungsweise, denn ganz sicher wäre di« N«ise noch nicht, eine Beruhigung war es aoer immerhin, dah bei der Leistungsfähigkeit der Geschäfte die Ausführung der Bestellung kaum drei Tage in Anspruch nehmen würde. Der späte Nachmittag bracht« endlich di« Gewihheit, «inen telephonischen Anruf des Herrn Iustizrats Stahmer, ein Platz bei der Expedition wäre noch frei, nur das Vergnügen nicht ganz billig. Zwanzigtausend Mark hätte er zu erlegen, wofür ihm allerdings später ein gewisser Anteil an der zu erwartenden Kautschukausbeute überlassen würde. Aber er mühte sich rasch entscheiden, denn in acht Tagen führe di« Gesellschaft von Genua ab. Da rief er zurück, er hätte sich schon entschieden und der Kostenpunkt könnte in diesem besonderen Falle Wohl keine Roll« spielen. Seines Wissens hätte Vellahn in den letzten Iähren reichlich« Lleberschüsse gebracht, im übrigen aber wär« das die Sache des Gutsverwalters Dergemann. Der hätte di« benötigte Summe einfach berritzustellen. Darauf meinte der Iustizrat Stahmer, dann wäre es wohl am besten, noch mit dem Nachtzuge nach Berlin zu fahren, um andern Tags mit dem Leiter der Expedition alles Nähere zu besprechen, und er wünscht« von Herzen ein« glückliche Reise und gesunde Wiederkehr. „Heihen Dank", sagte Malte und hängte den Hörer an. Schon lange nicht mehr hatte er ein solches Frohgefühl verspürt wie in diesem Augenblicke. Ein verschlossenes Tor tat sich vor ihm auf, das in bi« Freiheit führte. Weit dehnte sich die Strah« im Sonnenlicht, und in blauender Ferne lockten Abenteuer und Gefahren ... Mit fiebernder Eile betrieb er di« Vorbereitungen zur Abreise. Lim elf Llhr des nachts hielt der Berliner Schnellzug in Waren, aber zwei Stunden brauchte man zum mindesten dorthin bei den vom Frühjahrsregen aufgeweichten Landwegen, und vorher waren noch allerhand zeitraubende und wenig erquickliche Angelegenheiten zu erledigen. Zunächst einmal der Brief an den Bezirkskommandeur mit einem ausführlich motivierten Abschiedsgesuch — schon der blohe Gedanke an di« widerwärtige Schreibarbeit trieb ihm den Schweiß auf die Stirn! Lind daß er erdichtete Vorwände zusammentragen muhte, denn von den eigentlichen Beweggründen durfte doch in dem Schriftstücke keine Rede sein ... Dann aber kam das Llnangenehmste von allem, der leider nicht zu vermeidend« Abschiedsbesuch in Hohenrömnitz. Dah der Onkel Christoph als Oberhaupt der Familie gegen die geplante Reise etwas einzuwenden haben würde, war kaum anzunehmen, er kümmerte sich ja auch sonst nicht um das Tun und Treiben seines Neffen unb Erben. Immerhin aber war es boch möglich, bah er nach ben Beweggründen für diese plötzliche Reise fragte, und bann muhte man unter ben kalten grauen Augen zu berichten anfangen. Wun- ben entblühen, die schon bei der leisesten Berührung wehe taten, den Schleier von Dingen reihen, die am besten verhüllt und zugedeckt bleiben für alle Zeiten. Denn wie man's auch drehen und wenden mochte, diese so hastig beschlossene Reife war eine Flucht. Feige Flucht vor einem Schicksal, das er sich selbst bereitet hatte, als er di« tätliche Beleidigung unerwidert lieh ... Ein unbändiger Zorn fiel ihn an, dah er in dem schmachvollen Augenblicke den Schimpf nicht heimgezahlt hatte mit Zinseszinsen. An dem andern wäre es dann gewesen, sich die vorgeschrieben« Genugtuung zu holen, und sie wäre ihm nicht verweigert worden, weih Gott! Er halte ja auch schon die Hand erhoben, aber ein geller Aufschrei lieh ihn innehalten. Die Tochter hatte sich vor den Vater geworfen, umschlang ihn mit klammernden Armen, als wollte sie ihn schützen oder zurückhalten — der Teufel mochte wissen, was sie wollte! Nur man selbst^ kam wieder zur Besinnung, sah drüben nicht den Gegner stehen, sondern einen weihhaarigen, in sinnlosen Zorn geratenen Greis, unb nachher war es zu spät. Nachdenken durfte man in solchen Augenblicken nicht ... Wie Feuer brannte die Stelle, unb sie wies einen andern Weg als zu bunten Abenteuern. Aber für biesen war es jetzt zu spät. Den hätte er beschreiten müssen, als der Herr von Le- wenitz ba d rauh en auf der Freitreppe sich ohne Händedruck verabschiedete. Alles übrige, was «r hinterher unternommen hatte, war feige Ausflucht gewesen, blasse Todesfurcht hatte ihn nach Moltzcchn gejagt zu dem Dezirkskommandeur und nachher zu der Aussprache mit dem Panschen- hagener Bredow. Lleberall hatte er heimlich auf Rettung gehofft, wenn er sich ganz streng auf Herz und Nieren prüfte, und wer mochte wissen ob er gestern mit dem alten Lentz so gröblich umgesprungen wäre, wenn er nicht anderthalb Flaschen Sekt im Leibe gehabt hätte ... Heute lief ihm schon ein kalter Schauder über den Rücken bei dem blohen Ged'anken, was geschehen wäre, wenn die treue Seele, die Miken, sich gestern nacht auch nur ein paar Minuten verspätet hätte ... Das war blanke Feigheit, gewiß, aber der brutale Hang zum Leben war stärker alÄ all die ungeschriebenen Gesetz«, die den Angehörigen seiner Kaste das Todesurteil sprachen bet Verfehlungen, die andre vielleicht mit einer Beleidigungsklage vor dem Schöffengericht sühnten ... Ganz schimpflich und ehrlos kam er sich vor, dah er das bißchen Mut zu dem raschen Entschlüsse nicht mehr finden konnte, aber er vermochte sich nicht zu helfen, diesen Mut brachte er bei nüchterner Lieberlegung nicht auf. Da raunten allerhand werbende Stimmen an seinem Ohr, was hast du denn mit deinen dreiund- zw anzig Iahren schon gehabt vom Leben, dah du es fortwerfen willst? Tausend Freuden birgt bi« Zukunft im Schotze, bi« bu noch nicht gekostet hast, unb ba sollst bu bich still davon schleichen, während die andern an der reich besetzten Tafel sitzen? Nur damit ein paar in den engen Anschauungen ihrer Kaste verstrickte Herren nicht die Achseln zucken, wenn dein Name in ihrer Gegenwart genannt wird? ... Einen toten Gaul freut kein Hafer mehr, heißt es in dem alten Sprichwort, unb was hast bu bavon, wenn biese Herren nach beinern Hinscheiden mit einer gewissen Anerkennung sagen: „Der Malte Römnitz? Ah, das war ein braver Kerl! Hatte es nicht verdient, dah ihm der Ziegelstein auf den Kopf fiel, aber er wußte wenigstens, was er danach als ein echter Edelmann zu tun hatte" ... Indessen aber weiden sich an deinem blühenden Körper längst schon di« Würmer, du hörst diese schmeichelhaften Worte nicht mehr, und drüben in Alten-Krakow der räudig« alte Wolf lacht sich eins in die gelben Zähne ... Das waren ketzerische Gedanken, bei denen der letzte Sproß eines ureingesessenen mecklenburgischen Adelsgeschlechtes sich eigentlich scheu umsehen mutzte, ob ein Fremder sie ihm nicht von der Sttm las. Aber sie waren da, und Gott allein mochte wissen, woher sie kamen ... Ob es daran lag, datz er seit seinem zwölften Iahre ohne rechte Führung gewesen war nach dem allzu frühen Tode des Vaters? In den Händen von vielleicht schlecht gewählten Erziehern, bi« ihm allerhanb verschrobene Flausen in den Kopf gesetzt hatten, statt seinen Geist in die vorgeschriebenen unb zukömmlichen Dahnen zu lenken! ... Da war vor allem einer gewesen, der ihn fast fünf Iahre unterrichtete. Der rotköpfige Siewe.rs, ein ewiger Kandidat der Theologie, der alle Iahr einmal in Rostock zum letzten Examen ansetzte, immer aber vor der Tür des Prüfungszimmers wieder umdrehte. Nicht aus mangelndem Wissen, sondern weil es ihm jedesmal als eine Lumperei erschien, Gesinnungen zu heucheln, die er nicht teilte, das Bekenntnis eines Glaubens abzulegen, den er längst nicht mehr besah. Da kehrte er nach etlichen Tagen tiefen Trunkes wieder zu dem kärglichen Brote der Hauslehrerei zurück, sammelte Kräfte zu einem neuen Anlaufe ... (Fortsetzung folgt.) [Verschiedenes! Bel der Stadlkirche „Der lachende Dritte" 10 Stück 90 Pf. Wenn Sie Drala* S Bleich wachs anwenden, dann hab. Sie die Garantie, daß Ihre stmd ommer- prossen u. Hautunreinigkeiten restlos verschwinden (2.50). Nur: Engelapotheke. Dienstag, Donners- iaa Samstag treffen roieb. ein vrima neue Voll- Heringe 6 Stück 50 Pf. 13 Stück 1 Mark. Fett-Bücklinge ä Psd. 32 u. 38 Pf. Bratheringe I-Ltr.-Dose 85 Pf. Hering in Gelee 04037 1 Vir. 95 Pf. Svan. Sardellen 1-Psd.-GlnSl.25M. Marktstd. Ecke Senckenbergstr. P. B.Henze niiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiD Auf der Bühne: The 3 Rudys Ferner: Das reichhaltige Beiprogramm Sowie: Die neueste Ufa«Wochenschau Jeder maß diesen Film zweimal sehen! Jugendliche haben Zutritt die bekannten Equilibristen v. Wintergarten Berlin in ihren sensationellen Leistungen, u. a. Der Sprung Uber die Bühne. zu ganz billigen Preisen: 3.PI.0.40,2.PI.0.60,1.PI. 0.80, Rang 1.-, S.-Balkon 1.20, Mittelloge 1.50 RM. I 5382 C p Lichtspielhaus »Gießene Des sensationeUen Erfolges I wegen geben wir nochmals die B von der ganzen Fiimwelt Deutsch!, als erfolgreichste |B bezeichnete Tonfilm-Operette I des letzten Jahres: H Die Drei | I von der Tankstelle | Heute Montag und morgen Dienstag 2 große Volkstage Wir beehren uns hiermit bekanntzugeben, daß wir für den Bezirk Gießen die Vertretung der CITROEN-AUTOMOBIL A.G. BERLIN-KÖLN übernommen haben. Wir bitten um Ihren Besuch zur Beslchtung der neuesten Citroen-Modelle 1931. PETER JÄGER G. m. b. H., Gießen, Frankfurter Straße 82 Hauptsitz: Wetzlar, Braunsfelser Straße 67-69 Gießen, den 8. August 1931. n€ItROEN Wir geben hiermit bekannt, daß wir infolge Erweiterung unserer Verkaufs-Organisation in der Rheinprovinz bzw. in Hessen unsere Vertretung der Firma PETER JÄGER G.m.b.H. Gießen, Frankfurter Straße 82, Telephon 3957 Hauptsitz: Wetzlar, Braunfelser Straße 67-69, Telephon 2606 übertragen haben. Die genannte Firma wird es sich angelegen sein lassen, jedem Citroen-Kunden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Berlin, den 8. August 1931. zu freundlichst elngeladen. 5379 D Oer Vorsitzende: O Ottilie. Dienstag u.Freitag- nachm. von 5 Uhr an Jwievel- kuchen. Bäckerei Wistner, Stelnstraire 35, Telephon 4366. l^< AllgemeineOriskrankenkaffe Gießen-Gtadt. auf Dienstag, den 25. August 1931 abends5'/2Uhr,im Gewerkfchaftshaufe (Schanzenstraße) Tagesordnung: 1. Satzungsänderung,- 2. Dienstordnung» 3. Venchiedenes. Die Mitglieder des Ausschusses werden hier- Z15. Okt. X »Beginn neuer Lehrg J Vogtsche Handelsfchalen Gieren k Ooethestr. 32 y Gielen SainStag, b. 22., u. Sonntag, 23. Aug. l'/,iäg. austervtanm. Vogelsberg-Wanderung s. Wanderplan und Aushänge. Anmeld, bis sväicst. Donnerstag, den 20. Slug, bet L. Faber, Marktplatz 1J| / gehen Sie immer, wenn Sie Ihre E/iegaflll Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark äi" nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Expreh-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.: E. Kömpel, Schneider,Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Reparaturen und alle einschlägigen Arbeiten schnell und billigst _________5373A Aufzeichnen aller Handarbeiten aus neue und alte (Stoffe. Setbitange- fertigte vorgezeichn. Handarbeiten konkurrenzlos btll. (oisu Wmiabmef. Spindlers chem.Reinig. u.Färb. Eiikabetb Heß, Bahnhofstrasse 65. Biaaeßanotafwe Reißverschluß mit Inhalt Samstag nachmittag 5388 D vevloven Geg. Belohn, abzng. Friieur Joittcn, Plockstraße. StrebsamekauttonS- fähige Wirtsleute jucken Atu. Verbesserung mittlere Wirtschaft oder Gafe au pachten. Schrift!. Angebote uni. 04640 an den Gieß. Anz. Heiterkeit. Dienstag abend Stände hen. Treffpunkt 20'/, Uhr bei Kobel. Ltebigstr. mkd Der Vorstand. Familien-Drucksachon Verlobungsanzelgen Vermühlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, SchulstraBe 1 HUP Heimatvereinigung Schiffenberg 5383 D Sonntag, den 23. August 1931 silbernen Hochzeit izuzeigen Oos Fest der beehren sich anzuzeigen Eintritt frei! Eintritt frei! Grünberg abzugeben. 5378D Hessische Bürgermeisterei Grünberg. Dr. Miloner. 6330D Redner: Hermann von Westfalen Keine Kräuter-Tee-Kuren — Keine Bestrahlungen — keine Arzneien — Vollständig neue Wege. Jeder kann gesund werden! Wirtschaft an kautionsfähige Fachleute in Industriestädtchen Nähe Gießens sofort zu verpachten. Schriftliche Angebote unt. 5392D an d. Gießener Anzeiger erbeten. Heinrich Lehrmund und Frau, geb. Hamm Gießen (Kaiserallee 52), 18. August 1931 04634 Donnerstag, den 20. August 1931, abends 8 Uhr, im Caf6 Leib: OellentliclierAnlRlärnD6svortrag: Dr.med.Trautmann Facharzt für innere Medizin und Lungenkrankheiten (Tuberkulose) Moltkestraße 6 von der Reise zurück Nicht zu verwechseln mit anderen hier schon gehaltenen Vorträgen über das gleiche oder ein ähnliches Thema. MO MM mit großem Bestand hat erstklassige Berf.-Gefellschaft, die alle Verficherungs- zweige betreibt für (Sieben an gefchäfls» gewandte Persönlichkeit zu vergeben. Veute mit guten Beziehungen, die sich dem Neu» aefchäft mit Fleth widmen wollen, belieben schriftliche Angebote unter 04635 an den Giessener Anzeiger einzureichen. Arbeitsvergebung. Zum Neubau des Lommer-Lchwimm- bades der Stadt Grünberg sollen die Beton- und Lisenbetonarbeiten im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Zeichnungen und Unterlagen sind bei Architekt Jäger in Qucrfborn einzusehen. Angebotsabdrucke werden daselbst gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Die Angebote sind bis spätestens zum Samstag, dem 22. d. mittags 12 Uhr, bei der Bürgermeisterei Heimattagung auf dem Schiffenberg / Reichhaltiges Programm / Eintritt frei Nr. VJO Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefjen) Montag, 17. August (951 SJl.-tf’pori au». vom baf) der Zuveflässigkeiisflug überzeichnet. Für den Deutschen Zuverläfsigkeitsflug 1931 vom 18. bis 20. September sind bis wenige Tage vor dein Meldeschlich bereits 85 Meldungen ein- gelaufen, so daß olle bisherigen Teilnehmerzahlen weit übertroffen wurden. Der Deutsche Lustfahrt- der große Kreis unserer Sportflieger in Prüfung nicht erfaßt werden konnte. Deutschland-I^undflug 1931. Sieger Dinorf; JJofj siel wegen IHolorbefeft Südamerika im Zeichen der Krisis Gegen den Wirtschastsimperialismus der USA. — Eine lateinamerikanische Selbsthilseaktion. Don E. von llngern'Eternberg. fluges. Poß mußte wegen Mafchinendefektes aufgeben. 3n München traf als erster Dinort ein, aus den in kurzen Zeitabständen die übrigen noch im Wettbewerb liegenden Flieger folgten. Nach jeweils 30 Minuten Zwangsaufenthalt verließen die Rundflugieilnehmcr den Flugplatz Oberwie- fenfeld in Richtung Wien. In Wien traf als erster Teilnehmer wieder Dinort ein. Dreiviertelstunden nach Dinort kam Hirth an, dem kurz darauf Iunghcrnns, Liefe! Dach, Reichest und Kneip folgten. Als erster der Teilnehmer am Deutschlandfluge traf Pilot Dinort mit feinem Flugzeuae C 5 um 13.49 Uhr im Zielhafen Derlin-Tcmpelyof ein. Damit ist Oberleutnant Dirrvrt der Sieger im Deutschlandfluge. Als zweiter landete Hirth 15.06 Uhr mit feiner Maschine C 3 und als dritter Kneip 15.30 Uhr mit feiner Maschine D 2. Spielabbrüche in der Gruppe Main. Die Frankfurter Gegend wurde am Sonntagnachmittag von schweren Gewitterregen heimgesucht. Don den fünf angefetzten Dezirksliga- spielen konnten nur zwei zur Durchführung gebracht werden. Die Gintracht spielte gegen Germania 94 nach einer Spielunterbrechung ziemlich lustlos und siegte überraschenderweise nur 1:0 (1:0). Mit dem gleichen Resultat siegten die Offenbacher Kickers in Hanau über den FC. 93. Uebrigens endeten auch zwei der abgebrochenen Tressen 1:0. Beim Spiel in Bieber zwischen Germania und Fuhballsportverein führten die Frankfurter 1:0. als das Tressen zehn Minuten nach Beginn abgebrochen wurde, und auch Union Riederrad lag beim Spielabbruch in Heusen- Dereits am ersten Sage des Deutschlandfluges gab eS zwei Ausfälle. Auf dem Fluge von Münster nach Duisburg, das mittags von sieben Teilnehmern erreicht war, wurde Thomsen infolge Ber- gaserdefektes Aur Ausgabe gezwungen. Der Pilot Hagen, der al8 letzter von Lübeck startete, mußte auf dem Wege noch Münster bei Osnabrück aus noch unbekannten Gründen notlanden, befindet sich aber trotzdem noch im Wettbewerb. 3n Stuttgart machte die schlechte Wetterlage eine Neutralisation des Rennens notwendig. Am Sonntagmorgen starteten bann die deutschen Flieger um 6 Uhr zur zweiten Etappe des S trecken- schen Markte eine Linderung der Krise herbeizu- führen, wurde bei den führenden Staatsmännern der Gedanke lebendig, eine möglichst ausgedehnte füda merikanifche Zollunion ins Leben au rufen Der Präsident von Chile hat sich mit diesem Dorschlag an Argentinien gewandt, und seitdem hat der Plan, ein wirtschaftlich.'- „Imperium Ibericum“ aus der Südhälfte des Kontinentes zu schaffen, immer mehr Anhänger gesunden. Sollte dieser Plan verwirklicht werden, fo können feine wirtschaftliche und politische Bedeutung nicht genug betont werden. Inleits des Ozeans würde ein Weltreich entstehen, das Europa vielfach 5N Größe überträfe und das ungeahnte Entwick- -lungsmöglichkeiten in sich schließen würde. Cs handelt sich vorläufig Atoar nur um die Initiative bekannter Politiker und um theoretische Erwägungen. aber alles drängt zu ihrer Verwirklichung. Man will noch im Dezember d. 3. eine süd - ameri konische W'rtschaftSkonserenz einberufen, um die Möglichkeiten und Einzelheiten einer Zollunion zu besprechen. Ss ist begreiflich, daß der größte Gläubiger Südamerikas, d. h. die Vereinigten Staaten von Nordamerika, denen fast die gesamte Petroleum Industrie, die Minen usw. gehören, und denen alle Südstaaten tief verschuldet sind, bestrebt sind, die Führung in Südamerika zu behalten und die Bekämpfung der Krise in ihre Hand zu nehmen. Deshalb bietet denn auch Washington Südamerika eine Hilfsaktion. Moratorium für gewisse Zahlungen und Kredite an. auch wollen die Nord- amerikaner unter Hervorhebung der panamerika- nische^ Interessen die Leitung der südamerikani- Derband hat jedoch leider die Teilnahme auf 50 Fahrzeuge beschranken müssen, so daß nahezu die Hälfte aller Gemeldeten zurückgewiesen werden muß. Der Andrang ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß der Flug in diesem Jahre mehr nach der sportlichen Seite hin ausgebaut worden ist. Es ist nur bedauerlich, daß infolge der nur geringen Mittel von 40 000 Mark für Streckenentschädigungen. die Teilnehm erzähl Deranstalter beschränkt werden mußte, so Südamerika ist ketngeschloffenesGan- zes. Es zerfällt in Staaten, die sich durch voll- tische und geographisch- Bedingungen durch ihre kulturelle Entwicklung, durch ihre wirtschaftliche Struktur, zum Teil auch durch traditionelle, gefühlsmäßige Gegensätze von einander unterschei- den. Gemeinsam ist ihnen die spanische (in Dra- silien die portugiesische) Sprache, die katholische Religion und die Erinnerung an die Herrschaft der Dizekönige aus Madrid und Lissabon. Gemeinsam ist ihnen auch die Gegnerschaft gegen drn nordamerikanisch en rücksichtslos expansiven Geschäftsimperialismus. Je mehr das Selbstbewuhtsein der Südamerikaner erstarkte, desto größer wurde der Gegensatz zum .Usurpator" aus dem Norden, desto energischer wurden die Proteste gegen die Monroe-Doktrin, so wie sie in Washington aufgelegt wurde Das Staatsdepartement der Bereinigten Staaten be- grünbete in der Erklärung b-s Präsidenten Monroe im Jahre 1823 eine Art von Protekto - rat über daS gesamte Lateinamerika Nun Hal aber die Erfahrung die Vüdamerikaner gelehrt, daß alle ihre gefühlsmäßigen Proteste in Leeren verpuffen, weil es ihnen an Straft und Nachdruck fehlte, weil jeder der südamerikanifchen Staaten an einem Sonderstrang zog, und eine Gemeinsamkeit der politischen und wirtschaftlichen Interessen nicht hergestellt wurde. Erst in den letzten Jahren konnte z B. der schwere Konflikt zwischen Chile und Peru in der Tacna-Aricafrage bei gelegt werden, und zwischen Paraguay und Bolivien wurden erneut wegen des Chacostreites die diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Um einen blutigen Zusammenstoß zu vermeiden, konnten die südamerikanischen Staaten keinen anderen Ausweg finden, alS daS Schiedsgericht Washingtons anzurufen. Bei den einsichtigen Politikern Lateinamerika- bestand deshalb schon lange der Plan, eine südamerikanische Staatenkonferenz einzuberufen. um ein Programm der Zusammengehörigkeit und Gemeinsamkeit aus- Auarbeiten. Schon vor fast drei Jahren, als der Präsident von Paraguay. Dr. Guggiari, den trüberen Präsidenten von Argentinien. Irigoyen, in Buenos AireS besuchte, wurde die Frage eines südamerikanischen Zusammenschlusses erwogen. Im Laufe der letzten zwei Jahre nun wuchs sich die Weltwirtschaftskrise auch in den lateinamerikanischen Staaten zur Katastrophe aus. Unruhen und eine Woge von Revolutionen, die sich jetzt wieder in Peru und in Chile wiederholt, vor allem aber eine beängstigende Gr - schü tterung der Finanzen und des Marktes, waren die Folge. Die Landespro- dukte finden keinen Absatz. In Brasilien-. B. mußten Hunderttausende von Säcken mit Kaffee verbrannt werden, um die Preise einigermaßen zu halten. Der Preissturz auf dem Kupfer- und Salpetermarkt hat die chilenischen Finanzen derart in Unordnung gebracht, baß nordamerikanische und englische Finanzexperten nach Santiago abgereift find, um Mittel und Wege zu finden, wie die im August fälligen Zinsraten auf die ausländischen Anleihen bezahlt werden sollen. Auch in Brasilien mußte zwischen dem Finanzsachverständigen der Bank von England, Sir Otto Niemeyer, und der Regierung in Rio de Janeiro daS Abkommen getroffen werden, den Bericht Sir Ottos übet die Finanzlage nicht zu veröffentlichen, um einen weiteren Zusammenbruch der brasilianischen Werte zu vermeiden. Der gesamte Kaffeevorrat ist für die ausländischen Anleihen verpfändet. Bolivien und Peru haben beschlossen, ihre Zahlungen einzu stellen. Um nun zunächst auf dem inneren fübamerifani- schen WirtichaftSkvnserenA übernehmen. Es besteht die Absicht unter Beteiligung der Federal Re- serve-Banken und einiger anderer grober Finanzgruppen eine Art von BIZ. für Süd- amcrila zu gründen, die Anleihen und RediS- kontkredile nach den lateinameritani'cfrm Staaten leitet. Dieser Plan stößt auf Widerspruch in London. Man meint in britischen Fmanzkreifen, daß die Baseler D I Z.. deren Aktionsradius nicht auf Europa allein beschränkt ist, mit dieser Ausgabe betraut werden sollte, beim man ist sich herüber klar, daß eine be’onbere, in Nordamerika gegründete DIZ für Südamerika neben finanziellen auch po 1 iti fche Ziele verfolgen und die von den südamerikanischen Dölkem abgelehnte Monroe-Doktrin noch mehr alS bisher festigen würde. Aber ehe diele Frage noch entschieden worden ist, haben bereits Neuyorker Danken Chile bedeutende Dollarkredite eingeräumt. Eine Sanierung der katastrophalen Wirtschaftsverhältnisse drängt in Südamerika nicht weniger als in Europa. Ein Verzug bringt Gefahren mit sich. So haben die zur Verzweiflung getriebenen Minenarbeiter in Peru kürzlich die nord- amerikanischen Ingenieure gewaltsam vertrieben, haben einige Nordamerikaner ermordet und haben sich nur allzu willig den Kommunisten angeschlossen. Neben den politischen und wirtschaftlichen Konflikten flammen auch soziale auf. Sollte eS in letzter Stunde gelingen. Südamerika eine durchgreifende Hilfe zu gewähren und die fortschreitende Krise einzudämmen. so würde dadurch auch Europa geholfen werden. Die Kaufkraft der südamerikanischen Länder, die jetzt außeror- dentlich geschwächt ist, würde sich steigern und die europäischen Industrieprodukte würden wieder einen lohnenden Absatz finden. Ebenso wenig wie Europa helfen aber auch Südamerika lange Verhandlungen am grünen Tisch Dort muß ebenso wie hier schnell und durchgreifend gehandelt werden, soll daS SanierungSwerk von Erfolg fein und soll die Hilfe nicht zu spät kommen. Grete Schließmann (Osnabrück) und Karl August Klockmann (SjannoDer) gingen bei dem 9 Stenographentag in Breslau beim Wettschreiben als Sieger hervor. Beide schrieben 440 Silben in der Minute. Das bedeutet für Frauen einen Weltrekord. stamm 1:0 in Dorteil. Der Kampf Rot-Weiß Frankfurt gegen Griesheim mußte bereits nach fünf Minuten abgepfiffen werden, da eine Art Wolkenbruch den Platz unter Wasser setzte. Ein Treffer war bis dahin nicht gefallen. DerbandSfpiele in der Gruppe Hessen. Auch in der Gruppe Hessen beeinträchtigte daS schlechte Wetter die Spiele start. DaS Tressen Kastel gegen Wormatia mußte ganz auSsallen und die Partie Urberach — Lorsch wurde zweimal unterbrochen, ehe sie mit einem knappen 3:2-Gr- folg der Platzherren zu Ende geführt werden konnte. Alemannia WormS gewann im spannenden Spiel gegen Mainz 05 3:2, Wiesbaden bot gegen Langen trotz des 2:1-Sieges eine recht mäßige Leistung und auch im 22-Spiel zwischen Darmstadt 98 und Diktoria Walldors waren die Leistungen auf beiden Seiten nicht gerade überzeugend. Drittes Internationales Gaisberg «Rennen 1931. Unter starker PublikmnSteilnahme brachte der Salzburger Automobilllub am Sonntag zum drittenmal das Internationale Gaisberg-Rennen zur Durchführung. daS gleichzeitig auch für die Europameisterschaften der Krafträder und -wagen ausgeschrieben war. Die Strecke ist eine der schwierigsten der diesjährigen Renn-Saison. Bei 11,9 Kilometer Länge war ein Höhenunterschied von 800 Meter zu überwinden. Die Bahn war in bestem Zustanch, so daß die Fahrer höchste Geschwindigkeiten auS ihren Maschinen herausholen konnten. NSU. stellte bei den Motorrädern die Sieger. Aus dem Zweikamps der Solomaschinen zwischen den savorisierten Stallgefährten BulluS und R u n t f ch ging Bullus als Sieger hervor, indem er in der 1000-ccm-Klasse mit 92.6 Stunden- Kilvmeter seinen letztjährigen Rekord bedeutend verbesserte, und außerdem in der Klasse 750 ccm den 1. Preis erhielt. Runtsch, der in der 1000-ccm-Klasse 2. hinter Bullus wurde, konnte sich dafür in der Halbliterllalle durch feinen Sieg schadlos halten. Don den NSU.-5abrem wurden sämtliche Rekorde der Klassen 500, 750 und 1000 ccm gebrochen. Siebener Stadttheater. Gastspiel berliner Viißncnkünstler: „Meine Cousine aus Warschau". Da- Stück ist nicht mehr ganz neu und etwa folgendermaßen zustande gekommen: vor sieben oder acht Jahren erschien in der Berliner Garderobe der später auf so traurige Weise auS dein Leben geschiedenen Maria O r S k a ein eleganter jüngerer Herr nebst Blumenstrauß, stellte sich als Pariser Lustspieldichter und Theaierbesitzer Louis D e r n e u i l vor und erkundigte sich, ob Frau Orska als Schauspielerin an seinem Renaissance- Th dätre auftreten wolle. Sie wollte. Und waS würde sie spielen? Oh. alles mögliche, auch ernste Rollen. Aber Derneuil hat eine Idee zu einem neuen Stück, eine heitere Idee. (Was so in Lustspielen erheiternd ist.) @b' man sichs versieht, sind zwei Alte fertig. Die Orska hat auch eine Idee, nicht ganz so heiter, ein wenig melancholisch und ein bißchen unglaubwürdig: daS gibt den Ausklang. Also schreiben sie zusammen den dritten Akt und nennen daS Ganze .Meine Cousine ausWarscha u". Die Cousine ist natürlich die Orska; sie wird die Hauptrolle freieren. Aber noch ehe es auf- K“'rrt werden konnte, gab eS in Paris allerlei ierigkeiten politischer Art. Frau Orska fuhr ganz betrübt nach Haufe Die Hauptrolle spielte icmanö anders Aber das Stück war da. und auf einmal erschien es auf Deutsch in Berlin im Komödienhaus. und die Orska spielte doch die Cousine. und es wurde ein großer Erfolg, lEiner ihrer letzten großen Erfolge, wenn wir uns recht erinnern.) Sine ziemlich frivole, aber gut gebaute und bis zuletzt in den Scharnieren federnde G-fch^chie zu Bieren und übers Kreuz. die viel zu geschickt aufgezogen ist. als daß man sie mit einiger Aussicht auf Effekt nacherzählen könnte. Jedenfalls ist zuletzt der legitime Gatte der Dumme, und nachdem die durchreisende Cousine aus Warschau ihre kitz- liche Doppelrolle mit Talent zu Ende geführt hat. liegt zwar nicht die Ehe. — das wäre zuviel verlangt — aber doch das beliebte und berühmte Dreieck wieder im tiefsten Frieden ... wie zuvor. • Unter der Regie von F L. Franken wurde mit Laune und Tempo, wenn auch nicht otn? etliche textliche Unebenheiten gespielt. (Der erste DorHang kam zu spät.) Lottina Da art. die Cousine. sprudelte ihre exzentrische Partie mit Humor herunter. Eine Anzahl drolliger Pointen hatte Herr Franken in der bemitleidenswerten Rolle des Durel. Das illegitime Pärchen wurde von Grete Roese - Reinhardt und Kurt Unser mit viel Verständnis gegeben. — Das Publikum schien sich gut zu unterhalten. hth. Wilde Jagd auf die Eisenbahn -Attentäter. Besuch im Berliner Polizeipräsidium. Von Wolfgang Schindler. „100000 Mark Belohnung!- — Don allen Litfaßsäulen, aus allen Lautsprechern, in allen Zeitungen wird es verkündet. .100 000 Mk. Belohnung, das lohnt sich schon, seinen Grips und fein Gedächtnis ein wenig anzustrengen!", hört man im Zigarrenladen, auf der Straßenbahn und wo man sonst ein paar Menschen beisammen trifft. „100 000 Mk. Belohnung", stöhnen die Beamten im Berliner Polizei-Präsidium und wischen sich — trotz der herbstlichen Kühle — den Schweiß von der Stirne. Gerade kommt der Briefträger und bringt wieder einen Berg von Zuschriften — alle halbe Stunden kehrt er wieder. 600 Spuren werden bereits verfolgt, und Tausende, die sich später als haltlose Bezichtigungen herausftellten. mußten zumindest erst einmal auf ihre Brauchbarkeit geprüft werden. Manchen konnte man es allerdings auf den ersten Blick anfehen. daß nichts dahinter steckte. Da febreibt z. B eine angenehme Zeitgenossin: „Mein Untermieter ist wahrscheinlich der Täter. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag ist er erst gegen 4 Uhr nach Hause gekommen. Außerdem ist er mir noch 20 Mk. Miete schuldig ...“ Ein andrer hat die Täter im Traum gesehen und gibt eine phantasievolle Beschreibung ihrer Personalien. Ein dritter will es selbst gewesen sein — allerdings nur unter der Bedingung, daß man ihm zumindest 50 000 Mk. auszahlt, bevor er sich dem Gericht stellt. Drei Räume sind es. die dem Svnderdezemat am Alexanderplah zur Verfügung stehen, dicht gefüllt mit Beamten. Schreibmaschinen klappern, Telephone raffeln, alle reden durcheinander. Aber es ist nur ein scheinbarer Wirrwarr, wenn man eine Weile zusieht, beginnt sich das Tohuwabohu zu ordnen; man erkennt, daß jeder einzelne eine fest umrissene Aufgabe hat. daß dieser kleine Apparat sehr sinnvoll durchdacht und glänzend organisiert ist. Draußen auf dem Korridor steht eine Schar von Menschen, immer wieder tritt einer vor das große tote Plakat, das die Belohnung anfünbigt, seine Blicke saugen sich an den magischen „100 000“ fest, von denen et einen möglichst großen Teil zu ergattern hofft. In kurzen Abständen wird dann einer nach dem andern hereingerufen, aber die Schar ergänzt sich stets durch neuen Zuzug. Drinnen im ersten Raum werden dann die einzelnen Zeugen vernommen, jede Aussage wird protokollarisch sestgehalten, wenn sie auch nut die geringste Andeutung einer Sput ergeben könnte Im Nebenzimmer thront einsam hinter einem Berg von Papieren der Mann, in dessen Hand alle Fäden zusammenlaufen: Kriminal- rat ®ennat. Jede neue Meldung wird ihm vorgelegt, über alle wichtigeren Aussagen wird ihm Bericht erstattet. Tag und Nacht, ununterbrochen gellt das Telephon, die ausländischen Polizeibehörden wünschen Auskunft, sie machen die ersten Angaben, die Presse will über den Stand der Jagd unterrichtet sein — der Leitet der Kommission verliert keinen Augenblick seine Geduld. Mit stets gleichbleibender Höflichkeit hört er zu. gibt er Antwort, aufmerksam lieft er jedes Schriftstück durch. Diefer Mann muß ein phänomenales Gedächtnis haben — bündelweise liegen die Aktenstücke herum, aber er muh sie nicht erst zu Hilfe nehmen, er kennt jedes auswendig. er allein kann aussieben. was weiterer Derfolgung wert erscheint und was vorläufig zurückgestellt werden soll. Oft genug kommt es vor. daß eine neue Sput au staucht, die erfolg- versprechend ausfieht. Dann entfinnt er sich, daß irgendeine parallellaufende Andeutung bereits unter den Akten liegt, an die sich selbst der Beamte, der das Protokoll aufnahm, kaum mehr erinnern kann Was sich hier vollzieht, ist ein Wunder: ein Wunder, daß triefe Leute, die feit Tagen nicht aus den Kleidern gekommen find, die sich nicht mehr als drei bis vier Stunden Schlaf in fleinen Rationen gönnen können, ihre Nerven noch nicht verloren haben, daß sie mit immer gleichbleibender Aufmerksamkeit bei der Sache find. Ein Wunder aber auch, daß irgend jemand sich durch diese Tausende von Aussagen, durch diele 600 Spuren, durch diesen Wust überhaupt noch hindurchfindet. Aber nur fo kann der moderne Kriminalist arbeiten: Steinchen auf Steinchen wird zusammen- getragen, bis sich langsam der Grundriß des Deweisgebäudes herauszuschälen beginnt; langsam wachsen die Grundmauern, die Indizien häufen sich und schließlich kann — sozusagen — das Richtfest gefeiert werden: das Signalement des Täters ist vorhanden, der Steckbrief kann zur Funkstation gegeben werden. Soweit find wir in diesem Falle leider noch nicht. Aber die riesige Belohnung — eine der höchsten, die jemals ausgesetzt worden ist — hat auch eine nie erlebte fruchtbare Mitarbeit des Publikums zur Folge gehabt Nicht nur Berlin, ganz Deutschland erwartet von diesen Männern, daß sie das Derbrechen, das an Kaltblütigkeit und Niedertracht gleich beispiellos ist. aufklären werden. Da klingelt wieder das Telephon: Kloster Zinna, die Kommiffion am Tatort meldet daS Ergebnis des heutigen Vormittag-. Vielleicht ist gerade darunter der entscheidende Fingerzeig — vielleicht ... Ein altes ScheidungSgeseh. Der Londoner Zioilrichter John Roseveld hat kürzlich eine von einem Ehemann beantragte Scheidung mit einer ungewöhnlichen Begründung ausgesprochen. Er brachte nämlich ein Gesetz zur An- Wendung, das aus dem Jahre 1670 stammt und wie es mit den meisten englischen Gesetzen aus früheren Jahrhunderten der Full ist, noch nicht außer Straft gefetzt worden ist. Der in Frage kommende Pasfus dieses antiquierten Gesetzes lautet: „Alle Weiber — welches auch ihr Alter, ihr Rang, ihr Beruf sei —, die einen männlichen Untertan Seiner Majestät zur Eingehung der Ehe verführen durch den Gebrauch von Essenzen, Verkleidungen, Schönheitsmitteln, künstlichen Zähnen, falschen Haaren, engen Schnürkorsetts, Schuhen, die sie größer erscheinen lassen, als fie_ in Wirklichkeit sind, und ähnlichen Mitteln und Täuschungen, sollen die Strafbestimmungen des Gesetzes gegen die Hexerei erleiden, und ihre Ehe soll für null und nichtig erklärt werden." Diese Ent- scheidung eines neuzeitlichen Richters hat selbstverständlich bei den englischen Frauenorganisationen einen Sturm der Empörung hervorgerufen, aber sie bestehl, wie prominente Rechtskundige äußerten, juristisch durchaus zu Recht. Jedenfalls beweist dies Gesetz aus dem Jahre 1670, daß die Zeitgenossen Karls II. ebenso mit einer erstaunlich entwickelten weiblichen Verstellungs. und Täuschungskunst zu rechnen hatten. Denjenigen aber, die heute laute Klagen über die Degeneration der modernen Kulturmenschheit anzustiminen pflegen, dürften angesichts dieses über 250 Jahre alten Gesetzes einige Fell- wegjchwimmen. XI. Herbst-Regatta des Lahnregatta-Verbandes. Der Lahn-Regattaverband hat auch in diesem Jahre wieder die Herbstregatta dem Verein Rudersport Gießen 1913 und der Akademischen Ruderabteilung zur Ausrichtung übertragen. Die Regatta findet am Samstag, 29., und am Sonntag. 30. August auf der Lahn statt. Das Ziel liegt etwa 150 Meter unterhalb des Bootshauses des Vereins Rudersport, der Start ist wie immer am Felsen. Die Strecke beträgt also auch für diese Regatta etwa 1800 Meter. Die Ausschreibungen sind bereits seit einiger Zett an die Vereine, mit deren Beteiligung man rechnet, herausgegangen, der Meldeschluhtetmin ist der 19. August. Die Startverlosung wird noch am gleichen Tage stattfinden. Man hofft, dah, trotz aller Rot unserer Zeit, auch diese Regatta wieder eine starke Beteiligung finden wird und die den hiesigen Vereinen befreundeten Ruderer am Start sein werden. Das Programm sieht insgesamt 19 Rennen vor. Ausgeschrieben sind: Lahn-Jungmann-Dierer, Herbst-Vierer, Jugend- Gig-Vierer, Erster Lahn-Vierer, Jungmann- Achter, Jungmann-Einer, Damen-Anfänger-Gig- Vierer, Zweiter Vierer, Altherren-Vierer, Staatspräsidenten-Vierer, Herbst-Achter (Georg- Appel-Gedäch^nispreis), Anfänger-Vierer, Junior-Vierer, Lahn-Achter, Lahn-Einer, Jungmann-V erer (Hermavn-Happe^-Gedächtnispreis), Damen-Jugcnd-Gig-Vierer, Ermunterungs-Vierer, Droster Achter. Die Vorrennen werden, soweit sie notwendig sind, am Samstagnachmittag (29. August) und am Sonntagvormittag ausge- fahren. Wir kommen, sobald das Meldeergebnis vorliegt, auf die Regatta zurück. Kurze Sportnotizen. Beim Hamburger Abends pvrtfe st verwies im 100 - Meter - Lauf Körnig (Charlotten- burg) Jonath (Bochum) in 10,4 Sekunden mit Drustbreite auf den zweiten Platz. • Paul Duschenhagen, der bekannte Sechstagefahrer, wurde vom DDR. auf drei Wochen disqualifiziert, da er an den Deutschen Meisterschaften nicht teilnahm. ♦ Deutschlands internationale Golf- m e i st e r s ch a f t gewann in Hamburg die Engländerin Frau Garon mit 10 auf 2 zu spielen gegen ihre Landsmännin Frau Rudgard. ♦ , Im Wasserball fertigte Ungarns Ländersieben in Dudapest die österreichische Vertretung überlegen mit 10:2 (8:0) ab. Wirtschaft. Wieder 40prozeniige Rotendeckung? Wie verlautet, hat die Kapitalanlage der Reichsbank seit dem letzten Ausweis eine weitere beträchtliche Entlastung erfahren. Wie der DHD. hört, wird auf Grund der Entwicklung bis zum 13. d. M. damit zu rechnen sein, dast im Medioausweis der Reichsbank wieder eine 40prozmtige Deckung der Roten durch Gold und Devisen erreicht oder sogar leicht überschritten wird. Analog der Entlastung auf Wechsel- und Schecklonto hat sich auch der Rotenumlauf weiter vermindert, aber auch die Giroguthaben, die per 7. August die immer noch beträchtliche Höhe von 781 Millionen aufwiesen, sind stärker zurückgegangen. Die Verlautbarungen, nach benen die Schahwechsel- Verkäufe der Reichsbank in den letzten Tagen nachgelassen haben, werden bestritten. Die Möglichkeit eines Abbaues des hohen Lombardsahes besteht weiterhin, doch sind diesbezügliche Entscheidungen noch nicht gefallen. Einlagen und Auszahlungen bei den Sparkassen. Seit Juni 1931 ist zum erstenmal seit der Stabilisierung der Einlagenbestand bei den deutschen Sparkassen absolut zurückgegangen: die Spareinlagen sanken um 152,2 Millionen Wk. auf 11 073,6 Mill. Mk. Der kastenmäßige Ueberschuß der Auszahlungen über die Einzahlungen betrug sogar 166,8 Mill. Mk. Die Einleger hoben um 228,6 Mill. Mk. oder etwa die Hälfte mehr als im Juni 1930 bei den Sparkassen ab. Der Rückgang der Spareinlagen war im allgeminen in den Großstädten und in den Industriegebieten bedeutend größer als in den vorwiegend landwirtschaftlichen Gebieten. Den größten Verlust an Einlagen hatte die Sparkasse der Stadt Derlin: ihr Bestand Hot sich im Juni um 2,82 Prozent vermindert. Die Zahlungsstockung bei den Sparkassen ist, wie im Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung ausgeführt wird, allein durch die ungenügende Zahlungsmittelversorgung der Wirtschaft und durch die Illiquidität der Kreditbanken, im besonderen der Giro- Kntralen, herbeigeführt worden. Wäre die Versorgung mit baren Zahlungsmitteln nicht ins Stocken geraten und hätten die Kreditbanken nicht vorübergehend ihre Zahlungen einstellen müssen, so hätten allein der Kassenbestand und die innerhalb 7 Tagen fälligen Bankguthaben der Sparkassen ausgereicht, um rund 550 Millionen Mark Einlagen sofort zurückzuzahlen. Rach einiger Zeit hätten darüber hinaus die Sparkassen noch weitere 1260 Millionen Mk. befristeter Bankguthaben flüssig machen können, ohne dah es notwendig gewesen wäre, einen einzigen Kredit zu kündigen, Wertpapiere zu verkaufen oder zu lombardieren. Durch Rediskontierung ihres Wechsel- Portefeuilles und durch Lombardierung ihrer Effektenbestände zu nur 60 Prozent des Bilanzwertes hätten sich die Sparkassen sogar noch weitere 1,5 Milliarden'Mark bare Mittel beschaffen können. 'DieJndexziffer derGrohhandels- preise vom 12. August. Die vom Statistischen Reichsamt für den 12. August berechnete Indexziffer der Großhandelspreise hat mit 110,5 gegenüber der Vorwoche um 0,6 Prozent an- gezogen. Dies ist durch Preissteigerungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse bedingt. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 103,7 (plus 2,9) Prozent, Kolonialwaren 96,4 (minus 0,5) Prozent, industrielle Rohstoffe und Halbwaren 101,7 (minus 0,7) Prozent, industrielle Fertigwaren 135,9 (minus 0,1) Prozent. * Dom Ei se n m a rkt im Lahn-Dill- gebiet. Lieber di« Lage des Eisenmarktes im Lahn- und Dillgebiet im Monat Juli wird folgendes berichtet: Durch die weitere, wenn auch zum Teil vorübergehende Stillegung von Hochöfen an der Lahn, in Westfalen und im Siegerland ist auch der Absatz aus dem Lahn- Dillgebiet weiter gedrosselt worden. Von den wenigen noch betriebenen Gruben dürfte wohl noch die eine oder andere Einstellung kommen, da die Geldmittel fehlen, um Erze auf Halde zu legen. Die weitere Erhöhung des Zinssatzes trägt dazu bei, dah jede Vermehrung der Haldenbestände vermieden werden muß. * Besondere Herbstvergünstioun- gen des Deutschen Kalisyndikats.Das Deutsche Kalisyndikat hat der deutschen Landwirtschaft für ihre Kalibezüge zur Herbstdüngung bis auf weiteres einen zinsfreien Wechselkredit (Dreimonatswechsel) eingeräumt. Das Deutsche Kalisyndikat hat sich hierbei von dem Bestreben leiten lassen, der deutschen Landwirtschaft den Bezug der für die Herbstbestellung erforderlichen Kalidüngemittel durch vorläufige zinsfreie Kreditierung zu erleichtern und sie dadurch in den Stand zu sehen, den Verkauf von Ernteprodukten zu einem für die Landwirtschaft günstigeren Zeitpunkt wie dem gegenwärtigen Augenblick vorzunehmen. • Entlassungen b e i Heinrich Lanz AG., Mannheim? Zu der dem WTB- Handelsdienst zugegangenen Verwaltungsmitteilung über drohende Kurzarbeit soll, Mannheimer Blättermeldungcn zufolge, beim Landeskommissar Antrag auf Entlassung von 800 bis 900 Arbeitern gestellt worden sein. Davon sollen im August 150, im September 450 bis 500 Mann zur Entlassung kommen. Vorsorglich wird darauf verwiesen, daß wahrscheinlich am l.Rovember 1931 eine Stilllegung des Werkes auf zwei bis drei Monate eintreten mühte. Franksurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 17. Aug. Auftrieb 1327 Rin. der (293 Ochsen, 144 Bullen, 485 Kühe, 381 Färsen), 615 Kälber. 99 Schafe und 5852 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: oollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtswerts (jüngere) 43 bis 47 Mark, (ältere) 38 bis 42 Mark, sonstige vollfleischige 33 bis 37 Mark; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 36 bis 39 Mark, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 30 bis 35 Mark; Kühe: jüngere, oollfleischige, höchsten Schlachtwerts 34 bis 37 Mark, sonstige oollfleischige oder ausgemästete 30 bis 33 Mark, fleischige 22 bis 29 Mark: Färsen (Kalbinnen. Jungrinder): oollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 43 bis 47 Mark, oollfleischige 38 bis 42 Mark, fleischige 32 bis 37 Mark. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 55 bis 59 Mark, mittlere Mast- und Sauakälber 49 bis 54 Mark ge- ringe Kälber 43 bis 48 Mark. — Schweine: Fett- fchweine über 300 Pfund Lebendgewicht 58 bis 61 Mark: oollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 57 bis 60 Mark, von etwa 200 bis 240 Pfund 56 bis 61 Mark, von etwa 160 bis 200 Pfund 56 bis 60 Mark, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 53 bis 58 Mark. — Marktverlauf: Rinder rege, zum Schluß abflauend, ausverkauft: Kälber und Schafe ruhig geräumt; Schweine rege, später abflauend, ausoerkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. Aug. Die Frankfurter Getreidebörse eröffnete die neue Woche in fester Tendenz. Eine starke Anregung boten die andauernden Riederschläge, diie auf die zum Teil noch nicht eingebrachte Ernte, besonders für Hafer, nicht ohne Einfluß seien. Da das Deckungsbedürfnis des Handels und der Mühlen wesentlich zugenommen hat und das Angebot klein war, zogen die Preise für Brotgetreide erneut an. Auch Hafer und Gerste konnten von der Aufwärtsbewegung für Weizen und Roggen profitieren. Das Mehlgeschäft zeigte ebenfalls eine Belebung, wenn auch die neuen Preise der Mühlenkonven- tivn und die Art der Festsetzung im Mehlhandel eine gewisse Verstimmung auslösten. Die übrigen Futtermittel wie Kleie und Rachmehle lagen um 0,25 Mk. höher. Es wurden notiert: Weizen 247,50—250, Roggen (neue Ernte) 210 bis 212,50, Wintergerste (neue Ernte) 170—175, Hafer (inländischer, alte Ernte) 195—205, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 40,2b—40,75, Weizenmehl (niederrheinisches) 40,25, Roggenmehl 29—30,50, Weizenkleie 9,60—9,75, Roggenkleie 9,60 bis 9,75, Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke, 23—37, Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken, 4, Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt, 3, Weizen» und Roggenstroh, gebündelt, 2,75—3, Treber getrocknet, 10—10,75. Tendenz: fest. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bl' 12.33 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Danknoten. 15. August 17.August Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Meid Ariel Geld Aries Helsingfor» . 10.587 10,607 10,587 10,607 Wien.... 59,15 59,27 59,14 59,26 Prag . . . 12,467 12,487 12,47 12,49 Budapest . . 73,43 73,57 73,43 73,57 Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,78 170,12 169,78 170,12 Oslo.... 112,49 112,71 112,49 112,71 Kopenhagen. 112,49 112,71 112,49 112,71 Stockholm . 112,54 112,76 112,54 112,76 London. . . 20,445 20,485 20.447 20,487 Buenos Aires 1,223 1,227 1.223 1,227 Neunort . . 4,209 4.217 4.209 4,217 Brüssel. . . 58,61 58,73 58,62 58,76 Italien. . . 22.05 22.09 22,05 22,09 Parts . . . 16.495 16,535 16,495 16,535 Schweiz . . 82.00 82,16 82,00 82,16 Spanten . . 36,21 36,29 36,01 36,09 Danz,g. . . 81,52 81,68 81.67 81,83 Japan . . . 2,080 2,084 2,080 2.084 Rio de Jan.. 0,264 0,266 0,266 0.268 Jugoslawien. 7,433 7,447 7.413 7.427 Lissabon . . 18,55 18,59 18,55 18,59 Aerlin, 15 Auoust Geld Aries Amerikanische Noten....... Belgische Noten ......... Dänische Noten......... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........ 4,20 58,43 112,23 20,39 16,48 169,36 21,96 112,23 59,09 2,47 112,28 81,79 35,67 72,85 4,22 58,67 “ -«2,67 20,47 16,54 170,04 22,04 112,67 59,33 2,49 112,72 82,11 35,83 73,15 Schweizer Noten......... Spanische Noten. ........ Ungarische Noten ........ Oie ltnierschlagungen bei der GenoffenschastSkasse Wehlar. WER. Wetzlar, 14. Aug. In Bad Flinsberg wurde, wie bereits berichtet, ein Angestellter der I Genossenfchaftskasse Wetzlar von der Tanzdiele weg wegen Unterschlagung verhaftet. Cs handelt sich um den 40 Jahre alten Geschäftsführer Waldschmidt, der seit einigen Jahren die Genossenschaftliche Zentralkasse Hessen-Rassau, Zweigstelle Wetzlar, verwaltete. Er steht seit 1920 im Genossenfchastsleben und hat das seit Jahren in ihn gesetzte Vertrauen stets zu rechtfertigen gewußt. Was ihn zu den Unterschlagungen in Wetzlar veranlaßt haben kann, ist ein Rätsel. Waldschmidt lebte in geordneten Verhältnissen und hatte noch am Tage vor seiner Flucht, am 3. Juni, einen größeren Betrag an die Zentralkasse in Frankfurt überwiesen. Die Unterschlagung in Höhe von 25 000 Mark setzte sich aus den Eingängen der letzten beiden Tage zusammen. Waldschmidt hätte die Möglichkeit gehabt, das Mehrfache dieser Summe an sich zu bringen und mitzunehmen, wenn er die Flucht aus zwei Tage später verschoben hätte, denn es waren größere Geldeingänge zu erwarten. Die Tatsache, daß er diesen ihm bekannten Umstand nicht aus- genutzt hat, spricht für die Kopflosigkeit seines Handelns, für das tatsächlich kein Grund ersichtlich ist. Die Kunden der Genossenschaftlichen Zentralkasse — es find dem Wetzlarer Bezirk etwa 150 Genossenschaften und etwa die gleiche Anzahl Einzelkunden zugeteilt — sind durch die Unter- schlagung nicht geschädigt worden. Waldschmidt dürfte in Kürze nach Wetzlar gebracht werden, da das Schöffengericht in Wetzlar zuständig ist. werden behoben durch Kaiser-Natron. Milde im Geschmack, sehr bekömmlich. Nach dem Essen Teelöffel voll zu nehmen. Sie werden erstaunt sein über die gute Wirkung. Nur in grüner Original - Packung, niemals lose, in den meisten Geschäften. Rezepte gratis. _ Arnold Holste Wwe., Bielefeld._______ Statt Karten Danksagung. Statt jeder besonderen Anzeige Die trauernden Hinterbliebenen Niederkleen, den 17. August 1931. 5393 D Gießen (Seltersweg 55), 17. August 1931 5389 D I. A.: W. Höhn X a. i. Die Beerdigung findet am Dienstag, 18. August, vormittags 11 Uhr, in Mainz statt. 5385 D 5387 D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ernestine Brückmann, geb. Posse Am Freitag, dem 14. d. M, abends 9 Uhr, verschied sauft und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet Dienstag, 18. August, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofes aus statt Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unseres Heben Entschlafenen, des Verkäufe | Habe eine Anzahl billige, oute Ferkel abzugeben. 5374V GulSpäckter Faber, Gießen. Postagenten Heinrich Mack sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Unser alter, lieber Kamerad Herr Jean Brückmann ist zur großen Armee abgerufen worden. Seine vorbildliche Treue und Kameradschaft Sichern ihm dauerndes Gedenken. Artillerie-Verein Gießen. Die Kameraden treffen sich zum letzen Geleit am 18. August, um 15'/, Uhr, am Alten Friedhof. 538*0 Am 15. August verschied nach langem Krankenlager unsere liebe Mutter,Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Marie Schupp Ww. geb. Grebe im Alter von 81 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Schupp Familie Otto Schupp Familie Jakob Schupp FamilieLudwigSchupp Gießen, Oberbiel, den 17. August 1931. Die Beerdigung findet Dienstag, den 18. August, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. In tiefster Trauer geben wir davon Kenntnis, daß unser lieber A. H. Josef Maria Friedrich Studienrat In Heppenheim, aktiv 1903/04 plötzlich und unerwartet am Freitag. 14. August, verschieden ist. Die Turnerschaft »Jhasso-Nassovia“ MM angekörle und iünn^ sowie 5376O Jungsauen uni Ferkel zur Zucht gibt ab Mohr, tiofgut Rülfenrod, Kreis Alsfeld. lean Briickmoon, Masdiinennieisier LR im 86. Lebensjahr Dienstag, den 18. August 1931, nachmittags 2 Uhr, sollen im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: Büfetts, Radioanlagen, ein Pflug, ein Krupper, ein Vorderwagen, Sofas, ein Waschtisch, Handschuhe, ein Küchen- schrank, Bettwäsche, Hemden, eine Laden, einrichtung, Schreibtische, Bücherschränke, ein Rauchtisch, eine Flurgarderobe, ein Trumeau, Sportmützen, Klaviere, Frem- denzimmer, diverse Flaschen Liköre, ein Spiegelschrank, Schreibmaschinen, eine Ladentheke, Vertikos ein Pferd, eine Dampfmaschine, ein Märklin-Modell, ein Gasherd, eine Krause-Schneidmaschine, Warenschränke, ein Sekretär, ein Heimkino, Spielsachen, ein Siegelring, Herren- und Damenuhren, eine goldene Kette, Diwane, eine Kredenz, ein Kleiderschrank, eine Klebepresse, ein Motor, eine Bohnermaschine, Damenstrümpfe, Gamaschen, Ladentheken, Wolle, verschiedene Stoffe, Glasschränke, ein Gewehrschrank, ein Oelgemälde, eine Woll-Nähmaschine. 5375D Wilhelm Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Wilhelmstrahe 611 — Telephon 4030 WOWM Umstände halber fof. billig zu verkaufen. 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Si8 Vi/kung. n. in dm c-eS-E tA-r v R 5 S-® -eE t: 2 8 ® O = »Ansr ß 5 e| e= Q B ä^&=5 LtLdZ E 8 E 3 £ E 55 gÄ ? <9 s® Q) E !5 = ®_.g c -c 2? 2 a’..g u-H E 4 « 9 c sb>BB 5-8 .S.-B’b-S ,E 5 8 “ E L?°L s 1- — Z~) 3 Sä o P -- »5(9 e E u E -2t E ULZ Sz".S «? äe ? 4 s -_ :C □ 2 =«3 ä 45 g 8 o g = - Sh" 2 SA E. E §L-L 5 2 ui E^LZZ c»ff° :E ®2^S K u = 4 2(9Ofi -- ELL — 23 -o = 53 8 Z§E Q53 E — .. O = «It9 if= §? p 5E °EX0 5°SP ?€? | KgK 5 Sei wÄA <,‘2 e = 3 i k«3C «-5 to AKAA(9 = ®A<9l9y*AE F= » 5 - Ä 8 w C o p a y **Zg 83-fi^ E-S L^Z E3= i’iS‘1 B sS.E a °3- c 8 .E 3 z> = Z CXJ «> 9 CT.-° ÄA 3i 2 Z-o e = o. = '4K k u 1 ; * ^.ZLtzZ pe!i B 3 X3 >_ -- 3 7: © E ■*< ■ e-SA ” 5 2 ,a ®H E K .Ei ill ' 3= •°‘ HsSi =E3 = c 5> SE-s «2 E ?* M °L°Ä8 »E = g L^L sE . 53 Uls C -C>Z c o“IB re c . . E . Jo fl. = €^ B M = ® 00- BS 3 4ee; *— o> o e>-°® üe = , e, E &-ES chlak. kinSbera ltrr drr Mizdiele bröbtll Whrn jm dir Nassau, feil 1920 i 3oitro tigen gt« mgen in 1 ML Wlftn lucht, am Zentral- chlagung kn Gin« . Da ld- I Mehr- mb mit* ei lagt Mm che, bab id)t aui» eit ieinti ib erlicht- chen Zen- rzirk eitva X Anzahl i; Unter« ilöschrnidt werben, inbig ist. «±Ä®X> • XD C C Ä S S3 Z ° * B oS-e^ 3ritf 9? 53,21 u.8 p-57 3.«i I7O,| 1’2.71 '2.71 2-78 20.(17 227 <217 L-7i „22.09 '<515 W.K 35-09 81.83 2,084 0.261 7.427 11,59 «8Ä . c > q O“'0 3 c © E fc . n-e ^L »E'T 3 .E '€' p x> — x o a p c- 5 Z E E ~.O® 34^LZZI Hl«®« R-L^LLE t 3 A 2±s 53 4 «bL* £e C-. E <9 3Z A^® * =Eg 8 O 5Ä o es-2 -10 ~ ä $» JO O c —• 3 XP V cx — L-L»-Biff-3K^S-3e3 s3.±e D^L S.C s® 6 5*8 §«e§ Kcfi-§» c ^E^S *§(9(9,5^- x" **■ L EXs t 8©sx e^^K e®X L u EL ls’4 L e Z ujp. 2 sr 7 e O E c ’ c E 5 «2 •» 5 KE kS<9 5-3 aßS® 9 = Zo± cnfe2 -ßfc E X c o-H-e _ = -©■^^oEe«.© 5®b E5 5 -öfio Es t p _ o. c AZ- iS« 8 Zs- «eB M X'E . 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