Dienstag, 17. $ebruar (951 181. Jahrgang Nr. 40 Erstes Blatt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'fche Univerfirülr.vuch' und Stchtörudcrei B. Lange in Sietzen. Schristleitung und SefchäftrNelle: Zchullttatze L 6rid)etnt tägiid),m Bild Die Scholle monats-Bciugsorets: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfenntg für Träge» lohn, auch bei Richter» Semen emzelnerRummern folge höherer Gewalt. Sern|pred)anld)lüfle anterSammelnum mer 2251 Hn|d)nft tüi Drahtnachrichten Anzeiger kiesten. PoÜfdterftonto: 8ra«,lfnttam Main 11686. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20“ „ mehr. Chefredakteur. Dr Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THgnot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich m (Bieben. Zweifrontenkrieg! ein' Worten losfagle. Vieser Politiker war wahrend der gierung soll während der Tagung der Cortes deren Präsidenten überlassen bleiben. Falls dieser verhindert ist, soll der Vizepräsident seine Funktionen übernehmen. Bekanntlich war Sanchez Guerra früher Führer der Konservativen Partei, deren Leitung er niederlegte, als er sich seinerzeit vom König in heftigen Helsingfors, 16. Febr. (WTB.) Bei den Präsidentschaftswahleii ist Soinhufoud im dritten Wahlgang mit 15 1 oon insgesamt 300 Wahlmänner st immen zum Präsiden- t e n gewählt worden. Für S t o h l b e r g wurden 149 Stimmen abgegeben. Soinhufoud ist mit den Stimmen der Nationalen Sammlungspartei, der Schwedischen Partei sowie der Landbündler, der Rechten uird des Zentrums zum Reichspräsiden- Soinhufvud wurde mit einer Stimme Mehrheit gegen Stohlberg zum Staatspräsidenten von Finnland gewählt. Der Deichsernährungsminister hat mit zäher Energie die grundsätzliche Zustimmung deS Reichskanzlers zu weiteren umfangreichen Agrarzollmahnahmen für die sogenannte Deredlungswirtschaft erreicht. und es ist anzunehmen, daß eine entsprechende Dorlage aus dein Kabinett demnächst an die gesetzgebenden Körperschaften gelangen wird-, Wenn tqir über die neuen Pläne der Deichsregierung zutreffend unterrichtet sind, so laufen sie daraus hinaus, für Milch und Milchprodukte. für Fleisch. Dieh. Eier, kurz für die gesamte Dercdlungserzeugung der deutschen Landwirtschaft einen ähnlichen absoluten Zollring ~~ zurichlen. wie er zur Zeit für die Getreidewirtschaft bereits besteht. Der Ernährungstninister fordert dabei leine stabilen Zollsätze, sondern er will d i e Ermächtigung für sich selbst oder die Deichsregierung haben, die Zölle entsprechend der Weltmarktlage zu mani- pulicren. herauf- oder herabzusetzen, je nachdem die Preisgestaltung auf den Weltmärkten ist. Sanchez Guerra. Diklalur Prima de Rivera» in den Umsturzversuch oon Valencia verwickelt und deshalb vor ein Kriegsgericht ge st eilt worden. Man wundert sich, bah ein wann, der in so ungewöhnlicher Art die Person des Königs angegriffen hat, sich ihm nunmehr wieder zur Verfügung stellt. Die republikanischen Gruppen lassen durchblicken, dah eine derartige Regierung keine Lösung bringen könne. Sie seien deshalb entschlossen, ihr Ziel, die Errichtung der Republik mit allen witteln weiterzuversolgen und diesem Kabinett keinerlei Unter st ühung zu gewähren. Zu bemerken ist noch, dah diese ehemaligen kon- seroalioen Führer, rote Sanchez Guerra, Bergamin und Burgos wazo, die auch zu den Kreisen der neuen Regierung gerechnet roerben müssen, seit ihrem Uebertritt in die Reihen der Konsiitutiona- liflen keine Partei oder sonstige wassen hinter sich haben, sondern lediglich als Linzelperso- Hier seht auch die unseres Erachtens wichtigste politische Aufgabe Dr. Brüning s ein. Er dar sich durch den Abwehrkampf, den ihm die Opposition der Rechten mit ihrem Auszug aus dem Deichstag aufgezwungen hat, unter keinen Umständen in der Innehaltung feines Kurses beirren lassen, dessen sachliche Probleme ihn im Grunde zu einem viel schärferen Kampf gegen die Sozialdemokratie zwingen. Der Zweifrontenkrieg, den augenblicklich führen muh, ist unnatürlich, aber Sturm über Spanien. Wenn man die Depeschen, die aus Spanien einlaufen, mit einander vergleicht, dann muh man eigentlich den Eindruck haben, dah in Madrid bereits das Chaos herrscht und Spanien unmittelbar am Dorabend einer neuen chweren Devolution steht. Ganz so chlimm liegen die Dinge offenbar nicht. Wir haben uns nachgerade daran gewöhnt, dah die Berichterstatter der „sogenannten Weltpresse" nicht objektiv berichten, sondern ihre subjektive Aufsassung in die Tatsachen hineininterpretieren. Sie haben uns seitfünf Jahren erzählt, dah der Thron Alfonsos XIII. auf tönernen Füßen teht, schon damals als Primo de Divera die Diktatur an sich riß: dann später, als der unglückliche Marschall den Weg zur Duckkehr in geordnete Verhältnisse nicht fand, dann als der Karnevalsstreich des Fliegers Major Franco eine kurze Lufterschütterung herbeiführte, und jetzt bei Derengucr ist es genau das gleiche Bild. Die tiefere Ursache für diese einseitige Einstellung ist darin zu suchen, dah Spanien politisch eine Sonderstellung einnimmt und der moderne Europäer sich in die eigenartige Mentalität dieses Dolkes nicht hinein- zufinden vermag. 3m Grunde ist der Spanier stolz aus die fünfzehn Jahrhunderte, die das Königtum besteht, sein Unglück ist nur. dah unter dem absinkenden Königtum eine vernünftige Fortentwickl ung versäumt wurde und eine Erstarrung einlrat, die einen an sich gefährlichen Gegensatz zwischen der im westlichen Sinne entwickelten Intelligenz und der groben analphabetischen Masse mit ihrem trägen Be- harrungsvermögcn auszeigte. Das Derhängnis Spaniens ist, daß irgendwo in den letzten Jahrzehnten ein Bruch entstanden ift; Spanien fand überraschend schnell den Anschluh an den Welthandel, das bedeutete für die Küsten Mo- dernisicrung und Industrialisierung, im Innern aber blieb alles beim Alten, nur, dah die Auswüchse des verkalkten Systems gerade für den Gebildeten immer deutlicher in die Erscheinung traten. Primo de Divera versuchte auszugleichen. Es wäre ihm vielleicht gelungen, wenn nicht mitten in seine Bemühungen die grobe Wirtschaftskrise bineinbrach, die besonders schwer das arbeitende Spanien traf und hier nun eine Unzufriedenheit erzeugte, die sich wieder aus rein politisches Gebiet übertrug. Der König, der ein guter Diplomat ist, hat es bisher verstanden, die Fäden in der Hand zu behalten. Diesmal hat er, wie uns scheinen will, etwas übereilt aus Grund der von allen Seiten angedrohten Wahlsabotage sein Dekret über die Ausschreibung der Deuwahlcn zurückgezogen und den versuch gemacht, mit Sanchez Guerra ein Kabinett zu bilden, das den Weg zum konstitutionellen Sy - st e m finden soll. Bedauerlich für ihn, dah er immer wieder mit Menschen arbeiten muh, die schon vor der Diktatur Primos eine Rolle spielten: dah der Dachwuchs nicht nur den monarchischen Parteien, sondern auch den revolutionären Parteien fehlt. Was Spanien braucht, ist eine Generation des Ausgleichs. Und wenn der König den Weg zu ihr nicht findet, dann kann es ihm allerdings geschehen, dah die naheliegenden Parallelen, die das Madrid von 1931 mit dem Paris von 1789 miteinander vergleichen wollen, auch in der Weiterentwicklung ihr Recht behalten. SanchezGuerrasprogramm. Ter Ruck nach linls Madrid, 16. Febr. (111.) Der König Hal den ehemaligen Ministerpräsidenten Sanchez Guerra mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt. Sanchez Guerra hofft, noch im Laufe des Montags das Kabinett zusammenstellen zu können, das sich demnach in der Hauptsache aus jenen linksstehenden monarchistischen Kreisen ;u- sammensetzen wird, die die Wahlsabotage betrieben haben und versaffungsgebende Cortes anstreben. Ihr Programm ist, innerhalb dreier Monate die Gemeinde- und Provinzial- wählen durchzuführen und sofort nach Ablauf dieser Zeit allgemeine Wahlen für ein verfassunggebendes Parlament abzuhallen, dessen Beschlüssen der König sich zu unterwerfen haben wird. Solange die Cortes nicht die für notwendig erachteten Probleme gelöst habe, soll der König die Cortes nicht vertagen noch auf eigene Initiative das Ministerium umbilden können. Aber der Gang der politischen Maschine verlangt das Bestehen einer tatsächlichen obersten Macht, um gewisse Bestimmungen zu sanktionieren. Diese oberste Macht soll unter gewissen Einschränkungen dem König übertragen werden. Da die oerfasiunggebende Cortes den Ausdruck des volksrolllens verkörpert, soll der Senat, der auf Grund eines eingeschränkten Wahlrechts gewählt wird, nicht während der Tagung der Cortes einberufen werden. Line ver- lagung der Cortes oder eine Umbildung der ReEvinMud zum Präsidenten vvnFinnland gewählt Oer Sieg des Kandidaten der Lappobewegnng. ten gewählt worden. Bei der ersten Abstimmung erhielten Tanner 90, Soinhufoud 88, Sab l i o 64 und Stadlberg 58 Stimmen, beim zweiten Wahlgang Stahlberg 149, Soinhufoud 98 und Kallio 53 Stimmen. Die Wahlen gingen in voller Ruhe vor sich. Per Evind Soinhufoud wurde am 14. Dezember 1861 als Sohn eines finnischen Gutsbesitzers geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und rückte bis zum Prokurator des Senats, d. h. zum höchsten Iustizbeamten des Londes auf. Auch in der Politik stand er als Präsident des Landtages bis 1913 an erster Stelle. Schon damals trat er allen russischen Unter- drückungsversuchen scharf entgegen, weshalb er mit Kriegsausbruch nach Sibirien verbannt wurde. Nach Ausbruch der Märzrevolution kehrte er nach Finnland zurück und setzte sich f ü r einen sofortigen Friedensschluß mit Deutschland ein. Nach der Erklärung der Selbständigkeit Finnlands, Auflösung des finnischen Landtages durch Kerenski und erfolgten Neuwahlen, wobei die russisch orientierten Elemente in der Minderheit blieben, wurde S. zum Präsidenten der p r o- oisorischen Regierung Finnlands gewählt. Mit dieser entwich er bei Ausbruch des von Rußland genährten Januarausstandes der finnischen Bolschewiki 1918 nach Wasa und ging von hier weiter über Schweden, wo ihm Hilfe versagt wurde, nach Deutschland. Seine Verhandlungen in Berlin führten zur schnellen Niederwerfung des Aufstandes durch deutsche Truppen zusammen mit dem Nordfinnischen Schützenkorps unter General Mannerheim. Nach dem Schluß des Freiheitskrieges im Frühjahr 1918 wurde S. S t a a t s o e r w e s e r Finnlands, zog sich aber schon im Herbst desselben Jahres zugunsten von General Mannerheim zurück, infolge des Zusammenbruchs des Deutschen Reiches und infolge des Scheiterns feiner Bestrebungen zur Errichtung einer finnischen Monarchie. Als im Laufe der Jahre infolge Uneinigkeit der bürgerlichen Parteien die Kommunisten in Finnland wieder im ganzen Land eine aufreizende Propaganda trieben, erwachte eine scharfe Gegenbewegung, und zwar ausgehend von den am Bottnischen Meerbusen sitzenden L a p p o bauern unter Führung Vihtori Kosolas. Da die damals bestehende Regierung Kallio die Forderungen der Bauern auf gänzliche Unterdrückung des Kommunismus in Finnland im Reichstag nicht durchsetzen konnte, trat sie noch vor einem großen Zug von 12 000 Lappo- leuten nach Helfingfors zurück. Der Staatspräsident Relander berief damals Soinhufoud zur Blldung einer rein bürgerlichen Regierung, was chm bereits am 3. Juli 1930 gelang. Die Lappoführer traten dem neuen Kabinett nicht bei, versprachen aber wohl, wollende Unterstützung bei Durchführung ihrer Fov- berungen. er augenblicklich fuhren muh, ist unnatürlich, ancr solange unvermeidbar, als nicht etwa die Deutschnationalen einsehen, dah der Weg dieser Regierung ihr eigener ist und zu den gleichen Zielen führen soll. Dach den letzten Off nbarungen der deutschnationalen Fraktionsleitung ist nun freilich mit solcher Einsicht für die nächste Zeit nicht zu rechnen. Um so sorgfältiger müssen der Kanzler und die feine Politik stüheirden Parteien darauf bedacht sein, dah auch nicht der gering st e T e i l einer von groben Gesichtspunkten aus betriebenen Sanierungspolitik oder einzelne Etattitel irgendwelchen schiefen parlamentarischen ZweckmähiAeitserwägungen geopfert werden. Sanchez Guerra bildet das neue spanische Kabinett Ein Versuch der monarchistischen Linken. - Einberufung einer verfaffunggebenden Nationalversammlung. Der Zweck dieser Forderungen ist einleuchtend: Es soll damit endlich die gesamte Produktion der deutschen Landwirtschaft vor der Warenüberschwcm- mung durch leistungsfähigere und günstiger produzierende andere Länder verhindert werden, man will so auch für den letzten bäuerlichen Betrieb in Deutschland eine Mindestrente garantieren. Die Erkenntnis von der bitteren Notlage unserer Landwirtschaft besteht heute selbst in ver- niinftigen sozialdemokratischen Kreisen, und so wird sich niemand der Einsicht verschließen, daß alles Denkbare getan werden muß, um die fortschreitende Entwertung der hier investierten Kapitalien aufzuhalten, den Zusammenbruch eines wirtschaftlich wie politisch und kulturell wertvollen Berufsstandes zu verhindern. Nur sollte eines ebenso klar sein, nämlich, daß man über den selbstverständlichen Schutz- mahnahrnen für unfere agrarische Produktion nicht das Terrain wieder vxrlieren darf, das die deutsche Außenhandelspolitik während der letzten sechs Jahre in mühseligem Ringen unter schweren Opfern und mit größter Zähigkeit allmählich wieder erobert hat. Denn vergessen wir niemals, daß unsere Ausfuhr — die der ganzen Natur unserer 'Nationalwirtschaft nach saft ausschließlich industriell ist — bisher den Lebensunterhalt gerade der Bevölkerungskreise bestritten hat, die durch die furchtbare wirtschaftliche Entwicklung der Nachkriegszeit aus dem Erwerbsleben ausgefchaltet worden find. Ueberbies ist es im wesentlichen den Erfolgen der privaten Exportpolitik zu verdanken, daß die aus dem Reparationsproblem herrührenden finanziellen Spannungen bisher noch nicht schärfer in Erscheinung getreten find. Solange bie Tributfrage nichi eine Lösung gefunben hat, bie ber beutfdjen Leistungsfähigkeit wirklich entspricht — eine Gewaltlosung propagieren, heißt mit ber Zukunft bes Reiches Hazarb fpielen — finb wir auf sorgsame Pflege unserer Aus- fuhrinteresscn angewiesen, wenn wir in ber industriellen Wirtschaft nicht den gleichen Entwer- tungsprozeß hochzüchten wollen wie in der Landwirtschaft. Man hüte sich überhaupt, die politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Deutschland nur aus einem Punkte kurieren zu wollen. Infolgedessen wird sich das Reichskabinett auch sehr genau die Borlage des Ernährungsministers auf ihre wirtschaftlichen und sozialpolitischen Folgewirkungen hm ansehen müssen, und wir möchten annrhwen, baß ber Ernährungsminister einsichtig genug ist, um nicht bie Gesamtheit feiner Wünsche zum Prinzip schlechthin zu erheben. Täte er bas, so mürberer nicht nur mit bem erbitterten Widerstand ber So- zialbemokratie zu rechnen haben, er würbe auch bie im Zentrum wie bei Industrie und Handel bereits vorhandenen starken Bedenken vermehren. Der Ausgleich wird sich finden lassen, wenn Die Landwirtschaft den Nachweis erbringt, daß sie in der Lage ist, binnen einer gewissen Zeitspanne ihre Leistungsfähigkeit so zu steigern, daß sie erfolgreich mit dem Ausland konkurrieren kann. Eins ist dabei selbstverständlich: die endgültige und dauernde G e ° funbung ber deutschen Agrarwirtschaft, die wir ebenso wie Herr Schiele selbst für unerläßlich zur Sanierung der deutschen Politik und der deutschen Finanzen halten, darf nicht irgendwelchen sozialistischen Wünschen oder Forderungen geopfert werden, die angesichts der nationalsozia- listisch-deutschnationalen Sezession im Reichstag vorübergehend die politische und parlamentarische Konjunktur für sich haben. n e n handeln. Lambo, bet Führet ber republikanischen Katalanen, hat wiederholt erklärt, aus angeblich gesundheitlichen Gründen auf keinen Fall an ber Regierung teilnehmen zu können. Santiago Alba teilt aus Paris mit, daß er ebenfalls verzichte, in bie Regierung einzutreten. Die jetzige Kabinettsbildung bedeutet einen starken Ruck nach links, ein Zugeständnis an die Umstürzler, die sich aber trotzdem von ihrem Bestreben nicht abhalten lassen werden. Außerdem begibt sich die Krone ihrer Rechte, die sie wohl kaum je wieder erringen wird. Verhandlungen mit den Republikanern. Unannehmbare Bedingungen. Madrid, 16. Febr. (TU.) Im Laufe des Montagnachmittag hat der gleichfalls für das neue Kabinett In Frage kommende Mclquiades Alvarez im Auftrage von Sanchez Guerra die wegen Hochverrats gefangenen RepublikanerundSozialistensührer im Gefängnis besucht, um wegen einer Beteiligung dieser Revolutionäre an der neuen Regierung als Minister ohne Portefeuille zu verhandeln. Diese ganz ungewöhnliche Handlungsweise hat In den weitesten Kreisen größte Ueberraschung hervorgerufen. Dach mehrstündiger Verhandlung erklärten die Gefangenen, sie müßten eine Beteiligung an der Regierung ablehnen, werm nicht der König das Land sofort verlasse und im Auslande bleibe, bis zum Entscheid durch die verfassungsgebende Cortes, also etwa drei Monate. Daraufhin wurden die Berhcmdlungen abgebrochen. Sanchez Guerra hat hierauf den Republikaner imö bedeutenden Arzt Maranon ein Portefeuille angeboten, das dieser aber a b l e h n t e. Es scheint nun, daß lediglich oie altbekannten Politiker der äußersten monarchistischen Linken das Kabinett bilden werden. Sanchez Guerra befindet sich zur Zeit beim König. Man hört Gerüchte über einen angeblich für Dienstag- früh geplanten Umsturzversuch der Repu^> blikaner und Sozialisten. Die Gerüchte sind jedoch mit Borsicht aufzunehmen. Was sagt der König? Alfons unterwirft sich den Bedingungen Sanchez Guerras Paris, 17. Febr. (WTB. Funkspruch.) Dio | Stellung, die der König von Spanien in der jehi- 3 0 0 3L2 i®.« o o £ ilf 2 305<» "ZS IM §2$ - S-. 2 Jss tp' 2? 2 Ö J <5‘ 5 § 2.« s •*» ’S'/'? 2 ft ft n 2 ZZZÄß- n ,22. *53 5 SS 32t? Ili -rß öS® c 2.0* Ül -fr C- 3«? I ten es sich Herr Brüning aber einfallen lassen, angesichts der Aussichtslosigkeit seiner Lage die Diktatur der schwarzroten Koalition zu errichten, dann würde die nationale Opposition diesem Versuch nicht tatenlos zusehen. Kündigung in Ruhrbergwerken. Essen, 16. Februar. (WTB.) Infolge Absatzschwierigkeiten hat sich eine Anzahl Bergbauunternehmungen genötigt gesehen, beim Stillegungskommissar Entlassungen von Arbeitern in größeremUmfangezu beantragen. So wollen die Bergwerksgesellschaften Hibernia in Herne auf ihren Schächten „Schlägel und Eisen I und II" in Herne und „Blumenthal" in Recklinghausen i m ganzen450Arbeiter,die Vereinigten Stahlwerke AG. in Essen auf ihren Zechen „Fröhliche Morgensonne" und „Zentrum I/I1I" zusammen 590 Arbeiter und Angestellte, die Bergbaugruppe Hamborn der Vereinigten Stahlwerke auf den Schachtanlagen IV, VIII, III/VII, Wcstende und Zentralkokerei Westende 1600bis 1700Ar- b ei ter entlassen. Die Vereinigte Stahlwerke AG. in Essen nimmt an, daß über ihre Anträge hinaus in der nächsten Zeit noch weitere Kündigungen ausgesprochen werden müssen. Anläßlich der Bundesgründungsfeier des Reichsbanners am 22. Februar ist es der Leitung des Bundes gelungen, mit dem Berliner Polizeipräsidium Vereinbarungen zu treffen, nach denen das Reichsbanner in geschlosse- schlecht, aber leise und taktvoll sagt es, um nieman» den zu blamieren: „Die Birne schmeckt aber sehr nach Apfel." Wie wir erfahren, empfing der Kanzler den Führer der Deutschen Volkspariei, Abgeordneten Dingeldeh, zu einer längeren Aussprache, in der alle aktuellen Tagesfragen erörtert wurden. Dabei dürfte es sich auch um den Vertrag der preußischen Staatsregierung mit der Evangelischen Kirche gehandelt haben. Wie verlautet, hat diese Frage in den letzten Tagen eine erhebliche Zuspitzung erfahren, da Preußen bisher nicht zu einer Schuhbestimmung gegen parteipolitische Einflüsse dei der Besetzung der obersten Kirchenämter za bewegen war. aus dem Reichstag an jedem Sitzungstag rund 3000 Mk. an Diäten eingespart würden. Es heißt dann weiter: Wenn der Rumpfreichstag „fleißig" wäre und, sagen wir, in diesem Jahre nur noch 100 Sitzungen abhielte, würden 300 000 Mk. zur Verfügung stehen, die im Sinne unseres Antrages an die Bedürftigsten unter den ausgesteuerten Erwerbslosen zur Verteilung kommen konnten. Das ist ganz unstreitbar eine Summe, mit der sich sehr viel Rot und Elend in diesen Kreisen lindern liehe. In Ihrem Schreiben vom 14. d. M. geben Sie ja selbst zu, daß infolge unseres Auszuges aus dem Boungparlament gewisse Beträge „in der Reichstagskasse" v e r b l e i b e n. Ganz überflüssigerweise fügen Sie hinzu, daß über diese Beträge nicht wir zu verfügen hätten, da sie uns nicht gehörten. Wir haben nicht dergleichen behauptet, sondern lediglich beantragt, der Reichstag wolle beschließen, diese Beträge nicht in der Reichskasse zu belassen, sondern sie dem gedachten Zwecke zuzuführen. Das Recht, einen solchen Antrag zu stellen, wollten Sie uns nicht nur pflichtwidrig bestreiten, sondern Sie haben darüber hinaus den unqualifizierbaren Versuch gemacht, unsere Handlungsweise und die Motive, denen sie entsprang, in der gröblichsten Form im Interesse Ihrer Partei agitatorisch gegen uns auszubeuten. Die Fraktion der Wirtschaftspartei des Preußischen Landtages teilt ihre Z u - stirnrnungzu dem Volksbegehren des Stahlhelms mit. Eie trete für das Volksbegehren schon deshalb mit Rachdruck ein, weil sie als erste Fraktion des Preußischen Landtages mehrfach Anträge auf Auflösung des Landtages eingebracht habe. Die Partei stehe demnach restlos hinter dem Volksbegehren. Die Krise in der Wirtschaftspartei,die mit dem Austritt des Reichstagsabgeordneteni Colosser endete und ihren vorläufigen Abschluß in der Erklärung des jetzigen Parteivorsitzenden Drewitz gefunden hatte, er werde gegen Colosser die Beleidigungsklage an- strengen, zeitigte spater ein Flugblatt, in welchem nun Colosser angegriffen wurde. Jetzt hat Colosser daraufhin gegen Drewitz Beleidig ungs klage angestrengt. In dieser Klage wiederholt Colosser alle öffentlich gegen Drewitz erhobenen Angriffe. Die Vorfinanzierung des Reichs« bahnvorzugsattiengeschäfis. Berlin, 16. Febr. (WTB. Amtlich.) Die Verhandlungen über die Veräußerung der Forderungen, die das Deich an die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte aus dem Verkauf von Reichsbahnvorzugsaktien hat, sind abgeschlossen. Hiernach erhält das Reich den Gegenwert von 18 der zwischen ihm und her Reichsversicherungsanstalt für Angestellte vereinbarten Monatsraten in einem Gesamtbeträge von rund 11 9,5 Millionen Reichsmark auf der Grundlage eines Diskontes von 6,5 Prozent noch vor Abschluß des Rechnungsjahres 1930 ausgezahlt, so daß die im Haushalt für das Rechnungsjahr 1930 a ls Einnahme aus dem Verkauf von Reichsbahnvorzugsaktien veranschlagte Summe von 300 Millionen Mark damit erreicht ist. An der Transaktion sind folgende Banken beteiligt: Lee Higginson & Co., Danque de Paris et des Pays Das, Schweizerische Kreditanstalt, Schweizerischer Bankverein, R. M. Rothschild and Sons, Baring Brothers & Co. Ltd., Higginson & Co., I. H. Schroeder & Co^ Mendelssohn & Co., Amsterdam, Aederlandsche Handel-Maatschappij R. V., Skandinaßtska Kre- ditaktiebolaget. in weitausladenden Klängen, wie auch für das Abgeklärte, Entrückte in der „Sapphischen Ode", die sie ganz in der mezza voce durchführte. Wogen der Begeisterung durchzogen das leider nur schlecht besuchte Haus, die sich mit jeder Zugabe (fünf Gesänge von Brahms, Händel, Schubert, Wolf) steigerten. Am Flügel war Dr. Stefan Temesvarh, zumal bei Schubert und Brahms, wie immer, als ein Gleicher, Mitschaffender tätig; die Begleitung einigen Zugaben trug stark den Charakter des Improvisierten. Man wird Eva Liebenberg in kommenden Zeigen Krise eingenommen hat, beschäftigt die Oef- fentlichkeit in erheblichem Maße. Man geht davon aus, daß König Alfons XI11. die Forderung San- chez Guerras, seine Funktionen während der Tagung der Konstituante ruhen zu lassen, angenommen hat. Der Madrider Sonderberichterstatter des „Journal" erklärt dazu, diese Forderung Sanchez Guerras genüber dem König sei noch dadurch besonders peinlich geworden, daß der König die Verpflichtung übernommen habe, in einem zu veröffentlichenden Dokument die von ihm gebilligten Bedingungen be k a n n t z u g e be n. Sc, unwahrscheinlich es auch klänge, der König Hobe alles angenommen. Wenn die ver- verfassunggebende Versammlung das Verhalten des Königs als gerechtfertigt anerkenne, würden sich seine Gegner verpflichten, ihm alle seine Rechte zurückzugeben und sich ihm gegenüber als loyale Untertanen betrachten. Welches Risiko stelle diese Volksabstimmung für Alfons XIII. dar, der doch im Laufe seiner Regierungszeit in Hunderttaufenden von Fällen Unzufriedenheit habe Hervorrufen müssen! Welcher Triumph wäre es für ihn, wenn er diese Krise siegreich überwinde! Fünftagewoche in der Berliner Metallindustrie. Berlin, 16. Febr. (ERB. Eigene Meldung.) Wie die „D. Z. am Mittag" mitteilt, ist heute das Abkommen in Kraft gesetzt worden, das zwischen den Gewerkschaften und dem VerbandDerlinerMetallindustriel- ler abgeschlosfen wurde zu dem Zweck, einen weiteren Abbau von Angestellten und Ar- beitern zu verhindern. Die Durchführung des Abkommens bedeutet für die Arbeiter die Einführung der Fünftagewoche, für die Angestellten späteren Arbeitsbeginn und früheren Arbeitsschluh. Wie von Stahlhelmseite mitgeteilt wird, hat die Zahl der älnterschriften für das Volksbegehren des Stahlhelms bereits 20000 überschritten. Die Sammlung der Unterschriften! dauert an. Im Laufe des Dienstags wird die Unterschriftensammlung an den preußischen Innenminister weitergeleitet werden. immer wieder gern in Gießen begrüßen. Dr. H. problematisches aus der Kinderstube. Von Dorothea Hofer-Oernburg Abends im Bett gibt es eine Birne. Es ist eben schön, wenn man alle Prozeduren hinter sich Hot, wenn sie oufhören, einem mit allem möglichen in Rase und Ohren herumzubohren, mit kaltem Wasser r>ciß zu machen und zu begießen; wenn man sauber und appetitlich im Bettchen sitzt und das Haar hinter den Ohren langsam und fühlbar trocknet. Es ist schön, diesen ganzen Dust von frischer Wäsche und Erwartung anzusaugen und zu sehen, wie die Birne geschält, geteilt und entkernt wird. Man spürt ihren zarten Saft schon lange zuvor auf der Zunge und man läßt sie spitz ein wenig herauslugen, atmet tief und freut sich. „Möchtest du^ nicht einmal einen Apfel versuchen? Er schmeckt so gut, so gut. Du glaubst es gar nicht — komm, probier mal. Wenn sie einem ungefragt etwas besonders anpreisen, kann man ruhig annehmen, daß irgend etwas nicht stimmt. — „Nein, —• keinen Apfel, eine Birne, — ich mag keinen Apfel... ich mag..." Gut, also — nur keinen Skandal — es ist ja gar fein Apfel, schou? „Beiß hinein — fest! — Gelt, das ist ein gutes Birnchen?" Baby beißt hinein und wundert sich. Weniger, daß man es für so dumm halt, daran ist es ja gewohnt ... aber, daß Bettlies schwindelt, das ist peinlich. Ja, es beißt hinein und es wird ihn schließlich ja auch aufesse«, der Apfel tst wirklich nicht einmal Kleine politische Nachrichten. Sir Eric Drummond, der Generalsekretär des Völkerbundes, der den Völkerbundsrat bei der 100-Jahrfeier der Llnabhängigkcit von Uru* guay vertreten hatte und bei dieser Gelegenheit Brasilien, Argentinien, Chile, Peru, Panama und Kuba besucht hat, ist von seiner Reise zurückgekehrt. AusfuhrMgang um 128 Millionen Mark Die Handelsbilanz für Januar. Die Diäten der Nationalsozialisten Ein Briefwechsel zwischen Stöhr und Lobe. erkennbar; sie löst sich von den Lippen und verbreitet sich sammetartig weich schwebend im Raume. Diese Fähigkeit wird durch die volle Ausnutzung aller Resonanzfaktoren ermöglicht. Daß Eva Liebenbergs Ton von allen Hemmnissen frei ist, dafür zeugt ihr Desichtsausdruck beim Singen; nirgends eine Verzerrung, wie man ihr oft bei heutigen Sängern begegnet; ja bei Eva Liebenberg gewinnt das Gesicht beim Singen an schönheitlichem Reiz. Dieses hohe stimmtechnische Können wird nicht zum Selbstzweck, sondern zum Ausdrucksmittel einer starken musikalisch-künstlerischen Persönlichkeit, bei der sich Seelisches und Körperlichkeit völlig durchdringen. Man konnte beobachten, wie Eva Liebenberg sich zu jedem Liede innerlich umstellte, und wie diese innere Bereitschaft in ihrem Gesicht, in ihrer Körpergebärde sichtbar wurde; ein inneres Erleben, das über die übliche Podiumsgewohnheit hinaus geht. Ihrem unbegrenzten Gestaltungsvermögen ist nichts unmöglich; sie kann es wagen, zyklische Gesänge wie Beethovens Gellertlieder durchzuführen, weil sie jeder Ginzelregung völlig gerecht zu werden vermag; da ist feine Wendung, die nicht mit größter Sorgfalt zu ungetrübter Gestaltungs- klarheit geführt würde. Andrerseits wird man angesichts der Fülle und Klangfarbe ihres Organs nichts gegen die Aufnahme solcher Lieder in ihr Programm einwenden können, die ursprünglich einer Männerstimme zukommen, weil sie durch ihr starkes Einfühlungsvermögen dem Komponisten bis zum letzten zu folgen vermag. Beethovens Gellertlieder kann man als geistige Vorläufer der späteren großen geistlichen Chorwerke ansehen. Jedes einzelne Lied wurde zum Spiegelbild starken subjektiven Erlebens, erfüllt von jener Innerlichkeit im religiösen Erfühlen, die vom Menschlichen zum Ahnen des Göttlichen leitet. Rur einer so bedeutenden Sängerpersönlichkeit wie der Eva Liebenbergs ist es Vorbehalten, abseits von den gangbaren Schubertgaben unserer Konzertprogramme in das Reich des weniger bekannten Schubert vorzudringen. „Dann fühl ich, daß ich fingen darf" aus „Sehnsucht" wurde zum Motto für ihr weiteres Gestalten. Im „Unglücklichen" erhob sie sich zu packenden, tragischen Momenten; in der „Auflösung" inneres Aufwallen; im „Zürnenden Barden" heldische Erhabenheit. Bei Brahms fand sie Töne für das Idyllische, Schlichte, Volkslied- Hafte ebenso wie für den Strom de» Lyrischen Gießener Konzertverein. Liederabend Eva Liebenberg. Vergleicht man den Eindruck, den man vor Jahren gelegentlich eines Symphonieikonzertes von Eva Liebenberg haben konnte, mit dem, der einem am letzten Sonntag zuteil wurde, so ist dcr letztere bei weitem als der stärkere zu bezeichnen. In der Zwischenzeit hat die Künstlerin sowohl an technischer Vollkommenheit wie auch an musikalisch-geistiger Reife gewonnen. Rach dem jetzigen Stande ihres Könnens zu urteilen, liegt hier ein Fall deutscher Stimrn- bildungskunst vor, der den unwiderleglichen Beweis dafür bringt, daß die neudeutsche Stimmbildungsschule durchaus imstande ist, eine geradezu ideal zu nennende Durchbildung der Stimme zu gewährleisten, die durchaus nicht den Vergleich mit den Ergebnissen italienischer Stimm- bildungskunst zu scheuen braucht, ja, die selbst in unserer oft genug als nicht gesanglich bezeichneten deutschen Sprache die romanischen Hochstforderungen zu erfüllen vermag. Unter all den Sängerinnen, die wir im Laufe der Jahre hier in Gießen hören konnten, wird man Eva Liebenberg eine bevorzugte Stellung einräumen müssen. Die Entwicklung der Altstimme ist für den denkenden Stimmbildner ein ebenso schwieriges und brennendes Problem wie der Aufbau der Tenorstimme. Es gilt hier, die Drücke zu schlagen von der durch Raturveranlagung gegebenen Tiefe zur Höhe hin. Entweder bleibt oft der Mittellage klangliche Expansion versagt (daher die sprichwörtliche Bezeichnung von dem „Loch" in der Frauenstimme), oder die Höhe kann nicht zu vollwertigem Klanggut geprägt werden. Bei Eva Liebenberg führt eine einheitlich geformte Klang- funktion durch den ganzen Stimmumfang hindurch; jeder Ton in jeder Lage ist kreszendofähig und beherrscht den Raum; der Text ist zu klanglicher Kraft, die Koloratur zu ausgeglichener plastischer Klarheit erwachsen; kurzum, hier ist das oft angefeindete Einregister zur unableugbaren Tatsache geworden; die Lehre von der Registerlichkeit hat in diesem Fall eine glänzende Widerlegung gefunden. Ganz besonders die mezza voce besitzt hohe Vorzüge; sie erscheint nicht als ein abgedrehter Klangstrom, wie man ihn oft als vermeintliche „Kopfstimme" hört; bei ihr ist stets der Ausgang von der einheitlichen Klangstruktur Was sic, die Großen, anbelangt, so müssen sie früher einmal musterhaft brav und reizend gewesen sein.... Sie haben nie gelogen, wie sie es heute mit Borliebe tun; sie haben nie jemand übervorteilt, haben immer von allem das kleinste Stück genommen, sind geradezu hinreißend zuvorkommend zu ihren Eltern gewesen und haben vor allem nie etwas kaputt gemacht. Sie haben nichts von niemand gewollt und ihrer höchste Tugend war, daß sie sich nie, aber auch gar nie gewundert haben. Mit einem Wort, sie haben sich ziemlich zu ihrem Nachteil verändert und standen in krassem Gegensatz zu allem, was Baby als nett und angenehm empfindet. Manchmal indessen geben sie sich ein und die andere Blöße. Sie wissen es gar nicht, wie sehr sie sich verraten und einem wieder einigen Lebensmut damit machen, wenn sie es gerade am wenigsten beabsichtigen. „Siehst du, Baby", sagte der Vater und meint es gut ..., „siehst du, wenn du so bleibst, so bös und unartig, dann wird dir etwas schreckliches passieren! Du wirst nämlich — und das kannst du mir heilig glauben — dann genau so ungezogene Kinderchen bekommen, wie du jetzt eins bist. Denke mal — denke das bloß aus. Das willst du doch gewiß nicht? Oder?" „Gottegott", sagte das arme, von erblicher Belastung so schwer bedrohte Kind, ohne zunächst vorwärts in diese düstere Zukunft zu sehen, sondern mit vollkommenster Logik das Wesentlichste an diesem Bekenntnis erfassend —, „Gottegott, Vati! Mußt du aber ungezogen gewesen sein! * Oh, aber es gibt einen Gedanken, der so ist und der alles erträglicher macht, was man sich in diesen Tagen der Kleinheit gefallen lassen muß. Einmal wird es aufhören, das Tyrannentum, und die Zeit der Unterdrückung wird einmünden in die Zeit der Rache. Es wird hinreißend fein, Bettlies zu verhauen, ihr aber bestimmt auch alles zu verbieten, sie herumzukommandieren, sie ins Bett zu stecken, sie mit kaltem Wasser zu waschen und alle Abend mit Griespapp zu füttern! Hetze, Bettlies hüte dich. Treib es bei Zeiten nicht zu weit, denn: „Wenn ich erst einmal groß bin — und du klein Aber öannT Berlin, 16. Februar. ($il.) Der „Ratronal- sozialistische Parlamentsdienst" veröffentlicht einen neuen Briefwechsel zwischen dem Reichs- tagsprüsidenten L ö b e und dem nationalfozia- listischen Abgeordneten Stöhr zur Frage des Diätenverzichtes der nationalsozialisti- fchen Reichslagsabgeordneten. Re chstagspräsi- dent Löbe faßte feine Ansicht folgendermaßen zusammen: Für den Monat Februar find alle Diäten von allen Abgeordneten erhoben, und es ist davon kein Pfennig in der Reichstagskaffe vorhanden. Für den März kündigen Sie im Bries vom 12. Februar an, daß Ihre Abgeordneten auf die Aufwandsentschädigung nicht verzichten. Es könnte sich also nur um Beträge handeln, die im März weg en der Fehltage nach dem Gesetz abgezogen werden müssen. Lieber diese Beträge aber haben Sie nicht zu verfügen, da sie den fehlenden Abgeordneten nicht gehören, sondern in der Reichstagskasfe verbleiben, die ja fehlenden Abgeordneten keine Aufwandsentschädigung auszahlen darf. Mir ist also immer noch nicht klar, welche Beträge Sie im März für die Verwendung in Aussicht nehmen, falls Ihre Fraktion nicht in den Reichstag wiederkehrt. In dem Antwortschreiben des Reichstagsabge- vrdneten Stöhr wird zunächst hervorgehoben, daß nach dem Auszug der nationalen Opposition Export betreiben, der nur eine furchtbare Verschleuderung deutscher Werte bedeutet. Das Ausland sieht mit scheelen Augen auf diesen Dumping-Export und es wird nicht lange dauern, dann werden wohl neue Hochschutzzölle gegen d i e deutsche Ausfuhr errichtet werden. Wir müssen um jeden Preis exportieren, um uns notdürftig am Leben zu erhalten. Wie lange sich dieser mit ungeheueren Verlusten verbundene Dumping-Export aufrechterhalten läßt, ist nur noch eine Frage der Zeit, denn er ist nur möglich, weil b i e Inlandspreise die Verluste der Ausfuhr noch immer einigermaßen decken. Wenn nun aber der Jnlandsmarkt immer enger wird, und daher auch die Gewinne aus den inländischen Ueberpreisen, dann kann auch die deutsche Industrie nicht mehr den Export zu Verlust- preisen aufrechterhalten. Im Fahre 1930 hatte Deutschland zwar nominell einen Ausfuhrüberschuß von 1800 Millionen, aber gerade diese Zahl zeigt, wie ungesund unsere wirtschaftlichen Verhältnisse sind. Wenn sich im Januar der Rückgang der Ausfuhr besonders bemerkbar macht, dann ist das um so bedenklicher, weil gerade der Export von Fertigerzeugnissen sich erheblich vermindert hat. Reichskabineti und Agrarvorlage. Berlin, 17. Febr. (TU) Das Reichs- k ab inett wird am Dienstagnachmittag über die Agrarvorlage des Reichsernährungsministers Schiele Beschluß fassen, in der es sich, wie bekannt, um die Verlängerung der Getreidezoll- ermächtigung und Einfuhrscheinregelung, um Zollermächtigung für die landwirtschaftlichen Vcr- edelungsprodukte und für Hülsenfrüchte und um Holzzölle handelt. Die Vorlage soll voraussichtlich noch nach der Kabinettssitzung am Dienstag den parlamentarischen Körperschaften zugeführt werden. Wie die „Deutsche Tageszeitung" erfährt, wird sich das Kabinett auch mit dem Gesamtplan zur Rettung der Landwirtschaft beschäftigen, der auf Grund der Besprechungen zwischen dem Kanzler und dcr Grünen Front vom Reichsernährungs- minister fertiggestellt und dem Kabinett zugeleitet wurde. Da der Gesamtplan aber nur den Charakter einer Denkschrift trägt, so können die in ihm enthaltenen Maßnahmen erst in einer weiteren Sitzung zur Deschlußfasfung kommen. Oie Oeuifchnationalen und der Reichstag. Berlin, 16. Febr. (TU.) Gegenwärtig wird vielfach die Frage erörtert, ob und wann die Deutschnationalen in den Reichstag zurückkehren, wobei u. a. auf die bevorstehende Beratung des Wehrhaushalts und der O st h i l f e hin- gewiesen wird. Die parteiamtlichen Mitteilungen der Deutschnationalen Volkspartei nehmen hierzu wie folgt Stellung: Die Regierungsparteien haben sich mit der Sozialdemokratie gegen die deutschnationale Opposition verbündet. Run sollen sie sehen, wie sie mit diesem Bundesgenossen allein fertig werden. Sachlich ist hinzuzufügen, daß das neue Ost- Programm, nachdem fast ein Jahr nutzlos verstrichen ist, so unzulänglich ist, daß die Deutschnationalen es nicht als eine Einlösung des Wortes des Reichspräsidenten betrachten können. Sachlich ist zum Wehretat zu sagen, daß die Deutschnationalen der Reichswehrleitung — insbesondere nach dem letzten Erlaß des Generals von Hammerstein, — mit absolutem Mißtrauen gegenüberstehen. Sie soll sich also an feine jetzigen Freunde wenden, wenn sie Hilfe braucht. Vielleicht kommandiert die Sozialdemo- fratie nach bewährtem Muster 20 Mann ab. ^Gegenüber den Versuchen, ein Abbröckeln der ^Obstruktion zu konstruieren, kann nur auf die ^Rede Dr. Oberfohrens in Kiel hingewiesen wer- -iben, in der er die einstimmige Meinung der Fraktton wiedergibt, wenn er sagt: „Unsere Anhänger müssen in Zukunst auf kleinere Vorteile, die auf dem Wege des Kuhhandels erreicht werden könnten, verzichten. Jetzt geht es ums Ganze." Die Deutschnationalen halten es mit dem König von Sachsen: „Macht Euren Dreck nlleene!“ Sollte Berlin, 16. Febr. (WTB.) Die Handelsbilanz für Januar ergibt bei einer tatsächlichen Einfuhr von rund 625 Millionen RM. einen Ausfuhrüberschuß in Höhe von 100 Millionen RM.; einschließlich der Reparationssachlieferungen übersteigt im Januar der Wert der ins Ausland abgesetzten Waren die Einfuhr um 150 Millionen RM. Gegenüber dem Vormonat ist die Einfuhr um 82 Millionen RM. gesunken. An der tatsächlichen Einfuhrabnahme find zu 46 Prozent Rohstoffe und halbfcrtige Waren, zu 34 Prozent Lebensrnittel und Getränke und zu 20 Prozent Fertigwaren 'beteiligt. Die Ausfuhr einfchließlick) der Repa- rationsfachlicferungen ist gegen Dezember um 128 Millionen RM. zurückgegangen. Der Rückgang beruht fast ausschließlich auf dem um 122 Millionen RM. verminderten Absatz von Fertigwaren, der bei fast allen Jndustrieerzeug- nissen zu beobachten ist. * Das ist doch ein recht bedenkliches Zeichen für die furchtbare Wirtschaftskrise in der sich Deutschland befindet. Deutschland hatte noch immer im Januar einen Ausfuhrüberschuß von 150 Millionen, aber das ist nur möglich, weil b i e Einfuhr immer weiter sinkt und wir einen Dumping- Sök v»r - 1 yaupta' sollen-, hotten Ji fen uni lichen-t ftrfy. listen' i ouf'hle oar rech' teil aller leiiM Strotzend die einze 'Betrieb' Pforten den oerg noch 3U war. Sunt ten hiy giemdens Fremde tonnte { Hellen. 1 d°sM zlbenW zeigen > W punlt hatte d" Karnevo linier ist vor t rufen »£ stein dc deren oo hat inan fjeilberuf einem vi und Apl Ersatz l Krsorg zelnd der Un versiche' antwor Dem Profess 70. Geb sche der Ur täten 2 berg Staats re ihm ein« wissensch schasisw Ehrer veranst« Ztvische In l „Die ! Idas r Stück i kaum n die T und bei des Th empfang letzen d< durch, i lassen." einer Mantel schlagl der Frar geriss^ Mneau W eii Die die önmetoti Nalteb Kundx dem Th Pnsonc bracht. Die Schnees daß bo Züge a 3ut Fr mit Ar! fanöt, ö bei Sch «beiten U die Men ninunt, । toetben! I Arte ^kecker 'n Dv auf die Welt letzten vier r .Der ( ^nem »«Sn Stück Ul nt Genf Den bis Emre a n t m der Aus aller Welt Trüber Karneval. der Frau des Theaterdirektors aus der Han gerissen. Fräulein Esterhazy wurde aus dem Bureau gewiesen, das sie unter Drohungen verlieh. Sie zerrih vor dem Theater zwei Plakate, die die Ausführung des Stückes anzeigten. — Eamclots du Roi (rechtsradikale Royalisten) ver- onstalteten während der Rachmittagsvorstellung Kundgebungen. Elf von ihnen wurden aus dem Theater gewiesen und zur Feststellung ihrer Personalien nach dem Polizeikommissariat ge- Zechc .Minister Achenbach" in Lünen wurden zwei Bergleute von GesteinSmassen verschüttet. ttonstrankheiten. Huntemüller war ein unermüdlicher und erfolgreicher Forscher. 3n der Wissenschaft hat er sich einen dauernden, ehrenvollen Platz gesichert. Wer ihn als Mensch kannte und seine Seelcngröhe bewundern durfte, wird ihn nicht vergessen. Metzcncr Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heuttgen Wochenmarkt: Kochbutter Pfund von 1,10 Mk. an; Butter 1.20 bis 1,30; Matte 30 bis 35; Wirsing 25 bis 30; Weihkraut 12 bis 15; Rottraut 15 bis 20; gelbe Rüchen 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 30 bis 35; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 50; Feldsalat 1,00 bis 1,50; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis ’• Wechsel im Präsidium des Oberlandesgerichts. Auf Grund des Alters- grenzegesetzcs tritt am 1. April der Präsident des Oberlandesgerichts zu Darmstadt Dr. Ferdinand Stein in den Ruhestand. •• Oeffentliche Sitzung des Kreisausschusses. Am nächsten Samstag, 21. Febr., 9 Uhr, findet im Regierungsgebäude zu Giehen, Landgras-Philipp-Plah, eine öffentliche Kreisausschutzsitzung statt. Tagesordnung: 1. Einspruch gegen den Gemeinderatsbeschlutz wegen Aufwertung des Cinkaufsgeldes in Watzenborn-Steinberg. 2. Einspruch gegen den Gemeinderatsbe- schlutz wegen Aufwertung des Einkaufsgeldes in Rieder-Bessingen. •• Gastspiel des Gieh euer Stadttheaters in Grünberg. Die Intendanz des Giehener Staüttheaters teilt mit, datz am Samstag, 28. Februar, 20 Uhr in der Turnhalle zu Grünberg ein einmaliges Gastspiel -| [ aaren- vier Meter hoch. Der Tod in der Grube. Der Schlutz der vergangenen Woche hat einem Tage fünf Todesopfer o lascnL Aus der Provinzialdauptstadt Giehen, den 17. Februar 1931. Prof. Dr. Huntemülleri'. 3m besten Mannesalter, in der Bollkraft seines Lebens, schloh Professor Dr. OttoHunte- müller in Davos, wo er Heilung von einer Heist uns helfen! Städtische Noihilfe 1930 3n dem Bureau des Theaters, das das ötucr i --- -—----- ■ ■ Die Affäre Dreyfus" von Jacques Richepin dem Verlust von Bagdad vertraute man ihm im ','yas nach seiner Tendenz mit dem deutschen Mai 1917 das frühere Internationale Gesund- Jcfiü/ze Dich, nimm tögßcfi ejiriigerol- Jtetarrh-Bonbons erit -xih seplisdi wirk LumU 40; Kartoffeln 3.5 bis 4: Aepfel 30 bis,45; Dirnen 20 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 1.10; Suppenhühner 90 bis 1,10; Russe 50 bis 60; Käs« (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben S:ück 70 bis 80; Eier 11 bis 13; Blumenkohl 40 bis 70; Salat 25 bis 30; Endivien 20 bis 50; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bcs 15; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; Kartoffeln Zenter 2,50 bis 3,00; Weibkraut 8,00 bis 10,00; Wirsing 15,00 bis 20,00; Rotkraut 10,00 bis 12.00 Mk. Burgen im alten Hessen. Im OberhesfischenGeschichtsverein hielt am vorigen Donnerstag Herr Cand. hist. H. Büttner einen Dortrag über „D u r g « n im alten Hessen und ihre Dedeu- tung". Der Redner führte etwa Folgendes aus: In der Entwicklung der Territorien nimmt die Burg eine wichtige Stellung ein. Ihre Bedeutung beruht auf verschiedenen Gründen: einmal aus ihren Wert als militärisch-strategischem Punkt, dann aus dem zugehörigen Grundbesitz und zuletzt aus dem Bestreben, die Gerichtsbarkeit an sich zu ziehen. Im 10. Jahrhundert sind nur wenige Burgen in Hessen zu finden: Gleiberg, Weilburg. Fritzlar. Amöneburg, auch Fulda und Hersfeld. Eine bestimmte Linie zu Ansätzen von Territorialherrschaften ist zu dieser Zeit noch nicht anzutref en. In Verbindung mit der Politik der SaUer-Kaiser gegen die Sachsen tritt im 12. Jahrhundert decRordenHessens immer mehr hervor; besonders di« Gegend von Fritzlar, nördlich nach dem Diemelland und der Werra zu. Dann seht mit dem Zurückweichen der Reichspolitik nach Süden ein grvhangelegter Durgen- bau in der Wetterau ein: es entstehen die Or. Kleinkurt-Oarmstadt f. Darmstadt. 16. Febr. (WSN.) An einer Blutvergiftung ist der Landesgeschästsführer des Hessischen Landbundes, Dr. Hermann Kleinkurt, in der Nacht zum Montag plötzlich verschieden. Dr. Kleinkurt war mit mehreren Herren auf einer Besichtigungsfahrt auswärts. Dabei gingen die Pferde des Wagens durch und dio Insassen wurden aus dem Waaen geschleudert. Während die übrigen Insassen ohne Verletzungen daoonkamen, erlitt Dr. Kleinkurt einen mehrfachen Bruch des Unterarmes, was zu einer Blutvergiftung führte. Auch durch Amputation des Armes konnte der bedauernswerte Mann nicht mehr am Leben erhalten werden. Dr. Kleinkurt war am 24. April 1893 in Langsdorf (Kreis Giehen) geboren, studierte an der Landesuniversität, wo er 1920 zum Doktor promovierte. Seit Juli 1923 stand er als Landesgeschäftsführer im Dienst des Hessischen Landbundes, wo er insbesondere im Außendienst hervortrat. Kleinkurt hinterläßt eine Witwe mit fünf Kindern. Große Schneeverwehungen im Westerwald. ftür Kraftfahrzeuge unpassierbar. WSR.Diltenburg, 16. Febr. Di« Schneeverwehungen auf dem Westerwald haben im Laufe des heuttgen Tages einen Grad erreicht, der den Verkehr auf den Hauptstrahen fast völlig unterbunden hat. Seit heute mittag geht ununterbrochen heftiger Windschnee nieder. Die Landjägermeistfrei Driedorf «rläht heute abend eine Warnung an sämtlicheKraft- fahrer, auf ihren Fahrten den hohen Westerwald zu berühren. Auf der Strecke Roth- Driedorf—^Rennerod—Westerburg ist die Hau X>Xr verkehrSstrahe unpassierbar. Vie Wetterlage. Bergbau gefordert. So wurden auf Schachtanloge „Konstantin der Große" in Bochum zwei Bergleute durch Gesteinschlag getötet. Auf der Zeche ^Gottes Segen" in Dortmund- Lüttringshausen stürzte ein Bergmann bei Reparattonsarbeiten unter Tage aus einer 5She von vier Dieter ab und war sofort tot. Auf der Die Schneefälle in Südslawien haben zur Verkehrseinstellung auf zahlreichen Strecken geführt. Die gröhte Schneemenge ist in Montenegro gefallen. Das Land ist bis auf die Straß« von Dori von der QI u 6 eji • Welt völlig abgeschnitten. Rach letzten Rachrichtcn liegt dort der Schnee Stück von Hans Rehfisch und Wilhelm Herzog heitsamt in Jerusalem an. 2m September 1917 kaum noch etwas zu tun hat) aufführt, erschien wurde er auch beratender Hygieniker an der die Tochter des Majors Esterhazy Sinaifront. *3m Januar 1918, nach Heberstehen und verlangte, bei Richepin und dem Direktor einer Malaria und Arnobenruhr-Erkrankung trat des Theaters vorgelassen zu werden. Als sie er einen Erholungsurlaub nach Deutschland an. empfangen wurde, erklärte sie diesen: „Sie ver- Da er nicht mehr tropendtenftfcchig wurde, stellte letzen dasAndenkenmeinesVatersda- er sich dem stellvertretenden Generalkommarttw durch datz sie die Affäre Dreyfus aufführen des Garde-Korps zur VerfÜMmg und übernahm lassen" Bei diesen Worten wollte fye mit die Malaria-Abteilung im Barackenlcyarett auf einer Hundepeitsche, die sie unter ihrem dem Tempelhoferfelde. Im Dezember 1918 schied Mantel verborgen hielt, auf Ricke Pin ein- er aus dem Heeresdienste <^s ZUs Krregsaus- sch la g e n. Die Peitsch« wurde ihr jedoch von Zeichnungen erhielt er das EK.2. Klasse, den der Frau des ThcaterdirektorS aus der Hand bayerische Militärverdienstorden 4. Klasst und den türkischen Eisernen Halbmond. Rach dem Kriege war Huntemüller zunächst wieder Assistent am Hygienischen Instttut der Hessischen Landesuniversität. Im Jahre 1919 wurde er zum autzer- ordentlichen Professor ernannt und 1923 mit der Leitung der Medizinischen Abteilung des Institutes für Körperkultur betraut, um dessen Entstehung und Einrichtung er sich große Verdienste erworben hat. . Von den zahlreichen Veröffentlichungen, die in den verschiedensten Zeitschriften erschienen sind, können hier nur die wichtigsten angeführt werden. In mehreren Schriften legte er seine Forschungen über filtrierbare Dirusartcn nieder. Gemeinsam mit Len h fand er z. 2., daß cs sich beim Erreger der Kinderlähmung um ein filtrierbares Virus handelt. Zu nennen ist ferner das nach ihm benannte Verfahren zur Anaerobenzüchtung. 2m Kriege veröffentlichte er mehrere Arbeiten, vorwiegend über exotische Krankheiten, wie Cholera, Malaria, Ierichobeulen usw. In der Rachkriegszeit entstanden eine Reihe von Arbeiten über die normalen Widerstandskräfte (Alexinc) und auch eine Methode zu ihrem Rachweis. Don zusam- mengefaßten Darstellungen seien genannt: In G o t f ch l i ch s Handbuch der hygienischen Unter- suchungsmethvden das Kapitel Doden, im Kolle-Kraus-Hhlenhuth. Handbuch der pathogenen Mikroorganismen, das Kapitel Infektionen durch Trichobaktcrien; gemeinsam mit Kliewe schrieb er einen Leitfaden: Die Infek- veranstaltet wird. Zur Ausführung gelangt hei IubiläumSschwank (25. Schwank) des bekannten Schwankautvrs Franz Arnold, „Das öfsentlichv Aerzernis". Dieser Schwank wurde am Weihnachtstage 1930 in Dcr.in mit dem denkbar größten Erfolg« uraufgeführt und ist seit dieser Zeit mit demselben Erfolge weiterhin aUabend- lich (inzwischen bereits fünfzigmal!) auf dem Spielplan. '• Zur Richtigstellung. Durch ein technisches Versehen ethielt in einem Teil der gestrigen Auflage der Aufsatz unseres Sonderberichterstatters aus Monte Carlo eine falsche Heber- schrist. Sie sollte heißen: „Stone und Roulette. — Revolte in Monte Carlo." *• E i n Brief, der über a ch t Jahre unterwegs war. Ein Leser der .Essenbacher Zeitung" in Offenbach hatte am 28. Dezember 1922 einen Brief an seinen in Boston (Bereinigte Staaten von Amerika) lebenden Bruder geschrieben und damals mit 80 Mark Porto richtig frankiert abgesandt. In diesem Briefe schrieb er ihm, daß in Offenbach teure Zeiten Herrichten und das Pfund Fleisch 500 Mark koste. (Natürlich Papiermark.) Wie groß war aber das Erstaunen des Absenders, als er gestern, am 16. Februar 1931, seinen Brief als unbestellbar zurückerhielt Wo mag der Brief, der über acht Jahre unterwegs war, inzwischen gesteckt haben? mächtige Feste Münzenberg nnd das Wasserschloß Düdingen. Aber der Süden kommt durch Zersplitterung der Kräfte nie zu einer kraftvollen territorialen Entfaltung. Der Rorden hingegen wird das Gebiet, in dem der Kurfürst von Mainz und der Landgraf von Hessen kraft einer wohlüberlegten Durgenpolitik sich territoriale Machtzentren schaffen. Das Bistum Mainz baut ganz systematisch I von Amöneburg und Fritzlar aus ein Reh von I Festungen aus. Die Erzbischöfe von Adalbert I. bis auf Siegfried III. Haven in ihre weitschauende Polittk immer einzelne in sich geschlossene Gebiete einbezogen und nicht wahllos da und dort, wo sich eine Möglichkeit bot, zugegrisfen. Auf diese Weise vermochte Mainz, sich mit seinem System von Burgen einen ausreichenden Schuh seines Herrschaftsgebietes zu schaffen, der allen Angriffen der hessischen Landgrafen bis ins 15. Jahrhundert Stand hielt. Den Ziegenhainer Grafen, einem an Land- i besitz und Hilfsquellen aller Art an sich den übri- ! gen hessischen Herren überlegenen Geschlecht, gelang es infolge des Fehlens einer berechneten Durgenpolittk nicht, sich zur ersten Macht in Hessen aufzuschwingen. So kam es, daß die Landgrafen, die ebenso systemattsch wie Mainz ihre Burgen anlegten, Hessens Territorialherren werden konnten. Die Ziegenhainer konnten nur den letzten Rest von Besitz und Macht, besonders nördlich des Vogelsberges, retten, als im 14. Jahrhundert eine von Fulda aus «nttachte Durgenpolitik einsetzte, bevor die Landgrafen zugriffen. Die Burgenbauten geben uns Auskunft über die Straßen und ihre Bedeutung. So läßt sich z. B. erkennen, daß ein Rückgang des Verkehrs auf der Ridderstraße im 10. und 11. Jahrhundert gegenüber der Kinzigstraße stattgefunden haben muß, der erst nach der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts ausgeglichen wurde. Aehnlich läßt sich bei der Straße durch die ^kurzen Hessen" nachweisen, daß die Bedeutung der Straße erst mit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann. Die altbesiedelte Wetterau weist bis in diese Zeit auch keine Durgenbauten auf, woraus zu schließen ist, daß ihr« polittsche Bedeutung ebenfalls nicht groß gewesen ist; erst der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts lebhafter werdende Rord-Süd-Derkehr zieht auch sie in den großen Fernverkehr mit hinein. Im Anschluß an den beifällig aus genommenen Vortrag gaben der Vorsitzende, Bibliotheksdirektor Prof. Dr. Ebel, und Hniversitäts- professor Dr. Mayer noch einige Ergänzungen, die das lebhafte Interesse der Besucher fanden. Taten iü Mittwoch, 18. Februar 1546: Martin Luther in Eisleben gestorben. — 1564: der italienische Maler Michelangelo in Rom gestorben. — 1838: der Physiker Ernst Mach in Turas (Mähren) geboren. — 1890: bet ungarisch« Staatsmann Graf I. Andrassy gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater Gießen: „Das öffentliche Aergernis" von 20 bis 22.30 Uhr — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Weg nach Rio". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Hhr (als Vorstellung im Mittwoch-Abonnement), der diesjährige erfolgreiche FaschingS- schwank ..Das öfsentliche Aergernis" von Franz Arnold, unter der Spielleitung von Heinrich Hub. — Morgen, Mittwoch (Aschermittwoch!), 20 Hhr. unter der Spielleitung des Intendanten MarL:? Pagnols Dollsstück „Marius ahoi"; diese Vorstellung für die Dienstagabonnenten. — In Vorbereitung: Mo- lieres Komödie „Misanthrop". nen Zügen zum Lustgarten marschieren darf. Dem dort statttindenden Appell der Schuhformationen des Reichsbanners wird sich dann ein Vorbeimarsch an dem Bundespräsidenten Hörsing anschließen. Bei der Feier im Sport» palast wird Kultusminister Grimme die Festansprache halten. bracht. Schneestürrne in Südungarn. Die Donau—Save—Adria-Bahn ist durch Schneefälle vollkommen eingeschneit, so daß vom Budapester Bahnhof keine Personenzüge abfahren und auch keine dort einlaufen. Zur Freilegung der Strecken wurden Hilsszüge mit Arbeitern an die betreffenden Stellen entsandt, die aber infolge der noch immer tobenden Schneestürme mit der Arbeit nur sehr langsam vorwärtskommen. Die Freimachungs- arbeiten werden auch dadurch sehr erschwert, daß die Telephonverbindungen vielsach unterbrochen sind. Vorläufig ist es noch ganz unbestimmt. wann der Verkehr wieder aufgenommen werden kann. vier Meter Schnee in Montenegro. heimtückischen Erkrankung suchte, für immer die Augen. Die Rachricht von dem Ableben des vortrefflichen Menschen und Wissenschaftlers, hat Die Not der Zeit hat auch dem diesjährigen Kar- alle, die ihn kannten, aufs ttefste erschüttert, ncval in K ö l n, der Hochburg der Narrenzunft, den Leine edelmüttge und vornehme Gesinnung, seine Stempel aufgedrückt. Am Sonntag waren zwar viel I hohe Auffassung für alles Gute und Schöne, Festfreudige auf der Straße, aber nur wenig fein offenes und natürliches Wesen, waren die Stoftümicrte. Die großen KarneoalsgeseUschaf- hervorragendsten Lharaktcreigenschastnr dieses ten hielten ihre letzten Sitzungen ab, die üblichen selbstlosen Mannes, der nicht nur dem einzelnen Itrembenfihunaen. Es waren aber nur wenige Menschen, sondern dem Volke, ja der ganzen Fremde nach Köln gekommen und die Reichsbahn Menschheit Wertvolles gegeben hat. Das Ab- konnte nur einen mittleren Sonntagsverkehr fest- leben des Gelehrten ist um so tragischer, als (teilen Aus der Straße hatte besonders die Jugend er ein Opfer seines Berufs wurde. Als Hygiem- das Regiment in der Hand, während sich erst in den fcr und Dateriolog« suchte er immer mehr die Abendstunden die Masken der älteren Narren zu Lebensdedingungen der K.einlebewescn und Maß- ^eiaen wagten. Man hatte daher um so größere „ahmen zu ihrer Bekämpfung zu ergründen. Aoffnunaen auf den Rosenmontag, den Hohe- Aus der richttgen Erkenntnis heraus, daß nicht. punft des Festes, gesetzt. Aber die Not der Zeit allein der Erreger, sondern auch die Empfäng- hatte die Gesellschaften zur Aufgabe des eigentlichen sichkeit des Menschen eine entscheidende OMle Karnevals gezwungen und nicht einmal eine Kap- beim Zustandekommen einer ansteckenden Krank- oenfahrt war zustande gekommen. Damit war der spielt, galt sein Streben im letzten Jahr- Hauptanziehungspunkt für den Kölner Karneval ge- ^fmt, durch Pflege der Leibesübungen eine »allen. Die meisten Geschäftsunternehmen Kölns Hebung der Konstitutton und damit einen gehalten jedoch ihren Betrieb am Nachmittag geschlos- wissen Schuh gegen ansteckend« Krankheiten zu len und so war es verständlich, daß bald in sämt- erzielen. v liehen Straßen der Innenstadt außerordentlich reger Otto Huntemüller wurde am 13. Dezem- 'Berfebr herrschte. Es waren aber meistens „Zivi- | her 1878 zu Hoya als Sohn eines Kreisarztes listen" die etwas sehen wollten. Sie kamen kaum geboren. Ostern 1900 bestand er am Gymnasium auf ihre Kosten. Das Maskentreiben auf der Straße zu Bückeburg die Reifeprüfung, hierauf ftu- mar recht mäßig. Die sonst gewohnte tolle Fröhlich- friert« er in München und Freiburg i. B, legte feit aller fehlte. Eine etwas lebhaftere Note brachten 1905 das medizinische Staatsexamen in München lediglich einzelne Karneoalsgesellschaften in das ab und promovierte daselbst mit der Dissertation Straßenbild. Am Abend konzentrierte sich alles auf .Vernichtung der Bakterien im Wasser durch die einzelnen Gaststätten, wo bald recht lebhafter Protozoen." Rach seinem Staatsexamen war er Betrieb herrschte 'Nur wenige Lokale mußten ihre cttoa eineinhalb Jahre lang Schiffsarzt beim Pforten wegen ÜebcrfüUung schließen, während in -Aorddeutschen Lloyd und kam als solcher nach den vergangenen Fahren in den Abendstunden kaum Aord- und Südamerika, Indien, China, Japan nock Zugang zu Den Gaststätten zu finden gewesen usw. Seine wissenschaftliche Tättgkeit begann war. Huntemüller nach seiner Rückkehr als 2lsitttent vund der Heilberufe für soziale Erneuerung. am Instttut für ^nfekttonskrankheiten -Fobert Unter Führung des Danziger Arztes Dr L U t | auf^d^n Gebote ^Infekttonskrank- heiten wurde Huntemüller von seinem Lehrer, Geheimrat Gaffky, beauftragt, in Ost- und Westpreußen Stattonen zur Bekämpfung von Typhus und Cholera einzurichten. Im Jahre 1913 schuf er eine bakteriologische und Wutschuhstatton in Jerusalem. 1914 habilitierte er sich unter Pro- fessor P. Schmidt an der Hessischen Landes- universitat mit der Habilitationsschrift: ^Kritische Studien zur Morphologie und Züchtung ist vor einiger Zeit eine Bewegung ins Leben ge- rufen worden, die sich gegen das jetzige Sy- st em der Sozialversicherung wendet und Deren noUftänDigen Umbau forDert. Die Bewegung hat inzwischen zuv OrünDung eines Dunbes Der Heilberuse für soziale Erneuerung geführt. In einem von mehreren hundert Aerzten, Zahnärzten unb Apothekern unterzeichneten Aufruf wirb „Der Ersatz ber heutigen proletarifierenbcn staatlichen Fürsorge durch eine in d e r F ° m N i e wur - . H^rbarer Dirusarten." zelnde Vorsorge und zur Durchführung dieser 6cinc Lehrtätigkeit wurde aber bald durch den der Umbau der heutigen kollektivistischen sozial- Llusbruch des Weltkrieges unterbrochen. Am Versicherung in ein Spar sy st em mit voller Der. Mobilmachungstage rückte er als Ober- antmortlid)feit lebes Einzelkken geforbert. arzt in das Feldlazarett 9 des 3. bayerischen AK. Vrosessor von Rümelin 70 Jahre alt. ein und machte in seinem Verband« Ende 2lugust TnEinncr Hniverlitätskcrnzler Staatsrat 1914 die Lothringer Schlacht mit. Anfangs Sep° P^fesso^Dr. v 0 n R ü m e l i n wurdonzu seinem ^s^er 1914 wurdem: als berg und Vertreter der württembergischen gifäe ^ubersuchungsamt der ^?Wrmsch^wurde iÄWÄÄÄ ritoen AK?v-E°°n »»<*•« veransta.tete einen Facke z g. beratender Hygieniker der Deutschen Jrak-Gruppe Zwischenfälle in Pari« bei ber Filmvorführung in Bagdad. Hier rief er ein bakteriologisches Hn- „S>ie Affäre DreyfuS". tersuchungsamt ins Leben und wurde Leiter des dem Bureau des Theaters, das das Stück Seuchenlazaretts der deutschen Jrak-Gruppe. Rach Qwolkenlos, ©ntne». {Jnoib Dedtm 9 woixiq. • oroeckt »Rrgta w Sehnte a Crauptln. s Heoel R 0ewitier.@Winfl5tiHe.-O «hr «enter Ost £ nassifle» Südsüdwest q stürmischer «tordwesi Oie Piene fliegen mit dem wmfle. Die oeiden Stationen stenenoen lat» an den Gieß. Anz. erbet. Gröhes Preis - Schart ■ Schienen Giehen, Stadt Lich Ausgeschossen werden 20 Preise im Gesamtwerte von über 300 RH. 1. Preis ein lebendes Schwein, 2 Ztr. schwer. Geschossen wird täglich bei bester Beleuchtung. Es ladet höflichst ein ^BirlfckinFOCiß f.Herrenanzüge,Herrenmäntel,Herren- BllUlivIlllll Uw IC hosen, Knabenanzüge, Knabenhosen ]240 A Nachruf. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem plötzlichen Ableben unseres lieben Alterskameraden Peter Gaub in Kenntnis zu setzen. Dem allzufrüh verschiedenen Freund wollen wir stets ein ehrendes Andenken bewahren. Bei der am 18. Februar, nachmittags 3 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statlfindenden Beerdigung bitten wir um zahlreiche Beteiligung. Altersvereinigung 1878 — 1928. __________I2MD Todesanzeige. Heute abend 11 Uhr entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Mohr X Pflastermeister i. R. im 74. Lebensjahre. ■ Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Mohr XVII. und Familie. Annerod, den 15. Februar 1931. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 18. Februar, nachm. 2 Uhr statt. __________________0933 I. Nutzholz. 1 Kirschenstamm 2. Kl. = 0,40 fm Fichtenstämme 1b- bis 3a°Kl. 8 Stück = 8,11 fm 2,5 rm Eichennutzknüppel = 1,75 fm. II. Brennholz. Scheit: Buche - 142,5 rm; Fichte (rund) = 12 rm. Knüppel: Buche = 214,5 rm, Eiche = 12 rm, Kirsche - 1 rm, Kiefer — 3,5 rm, Fichte - 7 rm. Reisig: Buche - 187 rm. Stöcke: Buche - 2 rm. Die Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr an der Heerstraße (Einmündung des Lon- dorfer Weges). Allendorf a. d. Lda., 16. Februar 1931. Hessische Bürgermeisterei. Schneider. Bf KödO in Wolle. Seide, Kunstseide, Hl CIU CI UIUIII CD IC Flamdnga, Veloutine usw. Ställe, Geräte. C'fjj Hb- Druteier, p W OB «üdten. Beste Legerossen. Katalog u. Antel«, frei. (SefUiflel. ho! in Mergentheim K57. | Vermietungen] In gutem Hanse Ihm. Lschönmöbl.grosre »Timmer elnz. ob Auf. a. oerm. SelterSwea 64II. Zm Zentrum der Stadt versch. (Räume VON ca. 300 qm ver los. ob. spät, au neun. Zu erfr. tn b. Gechst. des GieK. AnA. [,^7 Bekanntmachung. Die Rechnung der Landjudenschaft der Provinz Oberhessen für das Rechnungsjahr 1929 und der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1931 liegen acht Tage lang auf dem Bureau des Unterzeichneten, Bahnhof- traße 76, zur Einsicht der Beteiligten offen. Nur während dieser Zeit können Einwendungen gegen die Richtigkeit erhoben Diese Woche: Pa. Schellfische das Psd......45 -3 dto. irn Autzschn.5v<- Pa. Kabeljau im Auöschn. . 50^ Pa.Goldbarsch »5») Filets von Schellfisch 55 Filets v. Goldbarsch 60 4 Leb. Karpfen 140^ Leb. Schleien 200 os>ir.30 N. | Kaufgesuclie | Etagenhaus mit 2—3 Wohnung., je 5-6 Zimmer, bet hob. Preis v.-llrivai- mann geg. Kasse au kauf. ges. Schr. Ang. u. 0923 a b. Gü. Anz. Gebrauchte toeitaschine Qrga Privat, zu kauf. flef. Schr. Ang. u 0926 a. b. Gk. Anz. Dienstag, 17. ZebruarstM (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffeit) Nr. 40 Zweites Blatt SJl.-'fpott und Nachdruck verboten 9. Fortsetzung. 1:8. Kreisen der Bo- Fuhball-Orohkampf auf dem Waldsporlplah. vfv. G'eßen (Liga) — Borussia Fulda Ich kann nicht kommen. Ich kann dein Glück nicht sehen, obwohl ich es dir von Herzen gönn'. Es — geschah alles um eine Frau. Wendsbrück!" „Wann geschah denn nicht a Unglück um eine Frau! Aber Dah es gerat)’ um die Fürstin gr- schah! Sie ist ja schön: aber ich hab' doch stets geglaubt, dein Geschmack bewegt sich in einer anderen Richtung, obgleich ich auch jetzt nicht Vagen könnt', wen du nun eigentlich richtig geliebt hast. Ich hab' alles immer für ein flüchtiges Strohfeuer gehalten bei dir. Du, was sagst denn nur zu der Verlobung Bonenbirchners mit Maria von Worthy? Hat der Mensch noch Töne? Warum nimmt sie gerat)' den? Wir waren alle erstaunt. Aber die Verlobung ist gestern öffentlich bekanntg:geben worden. Es hat in allen Leitungen gestanden." Eraf Kentner lächelte. „Ich habe die ganzen Tage noch keine Zeitung. gelesen, Wendsbrück." „Ach so — hm!' . „Nimm es mir nicht übe! und grüß deine reizende Frau." „Danke! Ich werd' was abkr.egcn, denn natürlich denkt's Annerl, das; ich meine Sach nicht gut g'rnacht hab'. Ra, i werd' sie ha.t versöhnen und nehm' mir hier das Dild von dir mit.“ Ehe Eraf Kentner e.was sagen konnte, hatte sich Varon Wendsbruck das Vild tom Schreibtisch herübergelangt. Dabei sah er die beiden Revolver. Gelassen steckte er erst einmal das Vild in feine Talche. dann besah er sich die Was.en. „Feine Sache! Und das Wappen vom Prinz Forgentheim macht sich wirklich ausgezeichnet auf dem Griff hier. Schad', er hat das Wasser! so gern gezeigt bei jeder passenden, meist nicht passenden Gelegenheit. Schick s ihm doch wieder zu, er könnt's halt vermissen." Graf Kentner antwortete nicht, aber ein bitteres Lächeln war um seinen Mund, als er den Freund ansah. Der wurde verlegen, putzte an den Waffen herum und meinte dann: „Mach' keine Dummheiten, du. Damit schaffst nichts aus der Welt. Zeig' ihnen die Zähne. Dich hat doch ein widerliches Mißgeschick in den ganzen Unfug hineingelrieöen." „Der Grund ist jetzt gleich — die Gesellschaft hat über mich den Stab gebrochen, das Regiment ist bloßgestellt, und ich hab' die Wiener von meinem Anblick zu befreien." „Sonst noch was? Verdammt noch mal. wenn ich doch hier die ganze Sach' schlichten könnt ." „Kannst du nicht und darum laß uns endlich schweigen davon. Ich werd' dir den heutigen Freundschaftsdienst jedenfalls nie vergessen." „Schön, dann wirst du ja auch keine Dummheiten machen. Ich geh' also jetzt und nehm' die , Annerl beim Wort. Die hat nämlich gesagt. wann ich den Kentner nicht mitbring', erhalt' ich Er lebte sein Leben für sich in den nächsben Tagen. Er sah feinen von den Kameraden. Er ging nicht aus. Wozu auch? Ein Mensch, den Die Welt, die Gesellschaft abgetan hat, der gehörte in den Winkel. Zudem würde man wohl von ihm allgemein erwarten, was Prinz Forgentheim von ihm erwartet hatte. ,r _ Ein schräger Vlick ging zum Schreibtisch. Dort ruhten die beiden Revolver nebeneinanber. Ganz ruhig, ganz nebensächlich erwog Graf Kentner, ob tatsächlich durch seinen Freitod etwas an der Sache gebessert würde. Geschwiegen hatte seine Durchlaucht nicht! Rittmeister Forgentheims liebevolles Geschenk war der Beweis dafür. Graf Kentner trat zum Schreibtisch, öffnete das Fach, betrachtete die beiden Revolver. Besah sic sehr genau, ließ sie auf dem Schreibtisch liegen. Auf das bißchen Leben kam es nicht an. Es kam nur darauf an, was eigentlich das Bessere war. Und am fünften Tage nach dem Auftritt im Hause des Fürsten kam Gottfried Wendel von Wendsbrück, der luftige Kamerad, der seit einem Jahre verheiratet war und unsinniges Glück gefunden hatte, wie er Graf Äentncr immer versicherte, wenn sie sich zufällig einmal in diesem letzten Jahre irgendwo getroffen hatten. Der kam! . Draußen im Flur hörte Graf Kentner ferne luftige Stimme, mit der er von vornherein der Situation zu Leibe ging. „Nichts da, Stephan, für mich ist er da. Quatsch doch nicht, ich versteh' dich ja: aber wenn er nu mal für mich da ist, so höre doch und nimm deinen Rücken von der Tür weg, sonst stech' ich mal bitfcrl mit dem Säbel ’rein. Siehst, da geht s gleich. So, mein Sohn, hier hast' was und nun hör' auf mit Zähneklappern. Schließlich frißt er erst mich." , Gemütlich schob sich Baron Wendsbrück ms Zimmer. Graf Kentner sah ihm entgegen und rührte sich nicht. r „'n Tag, Kentner. Hu, nich mal ’ne Patsche! Schön, ’ne Verbeugung tut's auch. Ich setz' mich also, selbst auf die Gefahr hin, daß ich in deinen schönen, gefährlichen Augen ein Drifter Flegel bin. Viele Grüße von meinem Annerl, und du sollst heute auf jeden Fall mit zum Abendbrot kommen. Die Kleine bewundern! Und Hummer allen Situationen gewachsen schien. Der Platzbesiher war von vornherein maßgeblich gehandicapt durch das Fehlen von Bingel. der sich aus gesundheitlichen Rücksichten darauf beschränken muhte. Zuschauer $u fein. Zwar wuchsen die VfBer in diesem Spiel über ihre sonstige Form hinaus, zeigten eine wesentlich bessere und exaktere Zusammenarbeit als man sie sonst fest stellen kann, an das Können der Gäste reichten sie indessen doch nicht ganz heran. Ganz besonders sinnfällig war die Unsicherheit in der Ballbehandlung, die es immer wieder mit sich brachte, daß der Gegner die meiste Zeit den Ball beherrschte. Die Kombinationen der Hiesigen ließen außerdem jene Klarheit vermissen, die die Gäste auszeichnete. * Balser im Tor stand vor einer schweren Auf- gäbe, für die hohe Niederlage darf man ihn aber erst zuletzt verantwortlich machen. Der Sturm und die Läuferreihe gaben sich redliche Mühe, die Verteidiger arbeiteten (bis auf einen unverzeihlichen Fehler) aufopfernd, ab'r das alles half nichts — die Boruffen waren eben auf der ganzen Linie beffer. Für den Spielverlauf bleibt deshalb nicht mehr allzuviel zu sagen übrig. Durch das erste Tor, das die Fuldaer bereits in der ersten Minute erzielten, liehen sich die Grün-Weihen noch nicht düpieren. Diesem ersten Tor folgte eine ganz große Viertel stunde am Spiel der beiden Mannschaften tonnte man seine helle Freude haben. Eine Feldüberlegenheit der Borussen war trohdenr unverkennbar, die Gießener behaupteten sich nach bestem Vermögen und lieferten einige schone Durchbrüche, versiebten aber innerhalb ganz kurzer Zeit drei glänzende Ehancen. Vorübergehend hielten die VfBer das Spiel offen, konnten aber nicht verhindern, daß in der 25. Minute; das zweite <£or für Borussia fiel. Diese Torent- scheidung des Schiedsrichters wurde allerdings vom Publikum nicht sprachlos aufgenommen. 3n der 37. Minute fiel nach lebhaftem Hm und Her der erste und einzige Treffer für Gießen. Eine schön vorgelegte Flanke von Mattern, von Haupt getreten, landete unhaltbar gibt's auch. Hab’ ich alles ausgerichtet? Ich glaub', es war alles. Wenn ich was vergessen hab', kann ich mich freuen, mein Annerl hat s mir so streng aufgetragen." Graf Kentner kam auf ihn zu. „Du kommst zu mir? Du'^" Baron Wendsbrück schluckte, bann meinte er: „Warum sollt' ich denn nicht zu dir kommen? Etwa, weil du. mir solche Augen machst? Stört mich nicht, mein Lieber, ich komm', wann ich will. Vielmehr, wann's mein Annerl will." Graf Kentner streckte ihm die Hand entgegen. „Du riskierst mit diesem Besuch, daß man dir eins auf die Rase gibt", sagte er warnend. „Ach wo! Und wenn, sie ist ja breit genug und verträgt einen Puff. Aber Späh beiseite. Gegen dich hat keiner was. Beim Regiment doch nicht.' „Beim — Regiment nicht?" . „Olein! Beim Oberst fängt'« an, und beim jüngsten Leutnant hört's auf. Was geht denn das Regiment privatim deine Rauferei mit dem Bo- nenkirchner an? Der hat seine Senge besehen — grobartig. Ich Habs ihm gegönnt" „Wendsbrück, sei ernst! Was willst du hier? „Dir meine Freundschaft beweisen, sehr einfach. Und mein Annerl läht dir sagen, du möcht'st auf alle Fälle beut’ kommen, damit du net so allein bist. Und ich, na, ich bring’ dir durch den Besuch zum Ausdruck, wie das Regiment über feinen Kentner denkt trotz allem.“ „Wendsbrück!" , „ r, ,, Graf Kentners Finger umschlossen krampfhaft Baron Wendsbrücks Hand. Au du! A Courag’ hast ja scho immer g'habt: aber jetzt, na i dank'. Blaue Flecken werd' ich ^Wendsbrück, kennt man den Grund?" „Hm! Der tut nichts zur Sache. Das mach' aus, wo es hingehört." „ „Dort liegt mein Abschiedsgesuch, Wendsbrück. „Tja, heulen könnt' man. Das ganze Regiment ist verschandelt, wenn du fehlst. Dah so eine harmlose Sach' gleich solch' alberne Folgen haben muh! Das heißt, harmlos ist's gewiß für den Bonenbirchner nicht gewesen, der liegt halt noch jetzt zu Bett. Und da wir gleich bei der G’fchichf sind: Bonenbirchner wird dir die bewußten zwei Herren schicken?" „Ich hoffe es!" „Schönchen. Dann nimm du mich und Den Göllner. Der hat mich gebeten. Dir Das zu sagen." „Ich — Dante — euch!“ Graf Kentner wandte sich ab. Und Wendel von Wendsbrück zog das Taschen- ^Mach' Doch das Fenster zu, Karl! ES fliegen einem ja Mücken in die Augen." Graf Kentner wandte sich um. „Bist ein guter Kerl, Wendsbrück. Doch — ich bitt' Deine liebe Frau vielmals um Entschuldigung. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1. Jugend — Ridda 1. Jugend 6:1 (3:0). Die Mannschaft des Gastes war nicht so stark wie man erwartet hatte. Trotzdem die 1900er mit vier Ersatzleuten antreten muhten, konnten sie das Spiel mährend der ganzen Zeit überlegen gestalten. Im Sturm zeigte sic dazu verschiedene gute Einzcl- Iciftungcn. Bis zur Paufe wurden dann drei Tore erzielt. Eine Umstellung nach Halbzeit nützte dem Gast auch nicht viel, er muhte sich jetzt ein Spiel fast ausschließlich in feiner Hälfte gefallen lassen. Beim Stande von 5:0 für 1900 konnte Nidda aus einem schnellen Durchbruch fein Ehrentor erüclen. 1900 setzte sich jetzt bis zum Schluh im Strafraum des Gegners fest und war noch einmal erfolgreich. 3. Jugend — Jlcnfungen 1. Jugend 1:2 (0:2). Das Spiel ging deshalb verloren, weil der nötige Zusammenhalt in der Mannschaft fehlte und ein- zelnc Stürmer vor dem Tore gar zu hilflos waren. Durch ein sch mes Eigentor kam der Gast in Füh- rung und erhöhte bis zur Pause auf *2:0. Nach dieser stellte 1900 um und war nun meistens überlegen. Von mehreren sehr guten Torchancen wurde jedoch | nur eine verwertet. Der 50 fiilomctcr-Dauerlauf bildete am Montag den Abschluß der internationalen Skimeisterschastcn in Oberhof Auch in dieser .Prüfung belegten Ine norweg.schcn Läufer wieder die ersten Plätze, aller- dings diesmal von den Schweden hart bebrängt Die Beteiligung an dem Rennen war nicht sehr stark, da sich von 46 gemeldeten Läufern nur 25 am «tart einfanden. Unter den Fehlenden befanden sich manche der Prominenten, u. a. auch Rudstadstuen. Sieger wurde der Norweger Ole Stencn in 3:52:09 Stunden vor seinem Landsmann Peder Vavgli und dem Schweden Lindberg. Der beste deutichc Teil nehmcr war Otto Wahl, der sich an achter Stelle placierte. Auf der schönen Strecke gab es einen harten Kampf zwischen Lindberg und dem eine halbe Minute später gestarteten Sieger Stencn, der den Schweden nach dem 40. Kilometer überholte Ergebnisse: 1. Ole Stencn (Norwegen) 3:52:09; 2. Pedcr M. Bangli (Norwegen) 3:52:35; 3. Lindberg (Schweden) 3:55:44; 4. Nils Suacrb (Schweden) 3:58.52; 5. Christian Hovde (Norwegen) 3:59:10. 6. Hugo Witzell (Schweden) 4:02:19; 7.An° ton Barton (Tschechoslowakei) 4:12:28; 8. Otto Wahl (Deutschland) 4:13:51. Die weiteren Deutschen waren Ernst Krebs (11), W Sparer und K. Richter (10. 17.), E. Mark und W. Schneider (19. und 20). DerMim der das Lachen verlernt hat. Vornan von Gert Gothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) Zugend-Ski-Tag auf dem Hohsrodskopf Veranstaltet vom Verband Mitteldeutscher Ski-Vereine. im Tor der Fuldaer. Zwei Minuten vor Halbzeit fiel durch einen viel kritisierten Fehler der Verteidigung das dritte Tor für Fulda Rach Dem Wechsel fanD Das Spiel in etwas matterer Form seine Fortsetzung. Balser hatte einige Male Gelegenheit, gut abzuwehren, der Torwart des Gegners hielt einen Ball in fabelhafter Manier, in Der 8. Minute erhöhten die Gäste auf 4:1. Damit war Der Widerstand Der BfBer gebrochen (zudem noch Kreß herausgestcllt werden muhte). In regelmäßigen Abständen fielen weitere 4 Tore, die Kampfhandlung flaute merklich ab, die Gießener mußten sich hoch geschlagen bekennen. Die Borussen siegten verdient und rücken nun an Die Stelle des ernsthaften Bewerbers um die Meisterschaft der Gruppe Süd. Das Spiel litt unter einer schlechten Schiedsrichterleistung. Das Publikum verhielt sich nur teils diszipliniert. Das Wort „Schiebung' sollte verpönt sein; es hat aus dem Fußballplatz nur selten wahrhafte Berechtigung. Wohl noch nie Hut dcr Hoherodskops so viele I tüchtige jugendliche Ski Läufer gesehen wie am > Sonntag. Hcrgezogcn tarnen sie aus Gersfeld (Rhön), aus Frankfurt, Wetzlar, Fulda, Ajchaffen- bürg, Offenbach, Gießen, Grünbcrg, Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Mainz, Staffel, Friedberg, Bad- Nauheim. Aber auch die Volksschulen von Breungeshain, Lanzcnhain, Rudingshain, stellten eine stattliche Anzahl heimischer Läufer, von denen die Breungeshaincr auch Preise, darunter einen ersten, davontrugen. Zum erstenmal zeigten sich die Vogelsberger selbst mit dem SH Lauf verwachsen, den sie seither meist nur den aus dcn Städten überlassen hatten. Annähernd 100 Meldungen lagen vor. Den Bogel schossen die Jungens aus der Rhön ab. Man merkte den Gcrsfeldern an, daß sie Jahr für Jahr dcn Schnee vor dcr Haustür und dcn Sprunghügel um die nächste Ecke liegen haben. Und doch war es erstaunlich, wie elfjährige Rhön« jungens über die große Schanze gingen, morscher Absprung, Vorlage, gestandene Sprünge von guter Weite; das verspricht eine Skiläufergeneralion zu werden. Aber auch mehrere Mitglieder aus den Jugendgruppen Frankfurter Skivereine konnten fich sehen lagen. Nur vereinzelt erscheinen unter den Siegern 3ugcnbnütglicber aus den Skiklubs Kassel, Gießen, Fulda, Alsfeld, Wetzlar, Grimberg, Weiterau (Friedberg, Bad-Nauheim), Schotten. Zu dem letzteren Skiklub („Blau weiß") gehört Rudi Bender, Hoherodskops, dem beim Langlaus leider die Bindung riß und der erst feit drei Tagen mit dem Sprunglauf begonnen hatte. Länge und Art der Laufstrecken waren Den Kräften der Jugendlichen angepaßt. Alle 9- bis 14jährigen sowie alle Mädels bis 18 Jahre hatten im Wesentlichen nur einen Ablauf zu leisten vom Tausstein die lange Schneise hinunter. Denselben Start hatten die 3-Kilometer-Läufer (14 bis 16 Jahre). Sie liefen in die Strecke der 5-Kilometer- Läufer (16 bis 18 Jahre) ein, bie sich vom Klub- Haus rings um den Taufstein bis an die Breunges» Hainer Wiesen zog. Dcr Winter meinte es gut mit dem Unternehmen. Die Schneemassen brauchten nicht höher zu liegen und der Winterwald sah in schweigender Pracht an Schmalzkuchen, au dem ich erwürg'! Lebwohl, Äentncr. Alsdann bis auf weiteres. " „Lebewohl, Freunderl. grüß mir das Rcgt- ment und sag dem Göllner, daß ich ihm danl. Psei'end schritt Baron Wendsbrück die Treppe hinunter. Was er pfiff, wußte er nicht, und dcr Hausmeister dachte: „Der hat wohl einen ^Abcr Baron Wendel von Wendsbrück pfiff auch auf der Straße, pfiff feine falschen Melodien unentwegt, weil es das einzige Mittel war, daß et nicht in ein trostloser Heulen aus brach. Am Abend ging Graf Kentner ins Hotel Sacher. Was man nicht hatte glauben wollen: er war plötzlich da. Und dann tobte er die Rächt h.ndurch in dem bekannten Lokal von Ianoff herum. _ . . _ Am anderen Tage erh.elt er einen Brief, er kam von Der Fürstin Leobstein und lautete: „Sehr geehrter Herr Graf! Warum nun eigentlich Der ganze Skandal? Mein Mann verzichtet auf eine Klage wegen Hausfriedensbruchs. Er w rd in der Öffentlichkeit behaupten, daß ihm die Rauferei zwischen Bonenbirchner und Ihnen nichts angeht, daß er zuerst einem Irrtum zum Opfer gefallen ist und dah er nichts gegen Sie hat. lind mit Bonenbirchner ist's doch auch erledigt? Vielleicht behält Wien Sie nun doch? Es wäre fo schade, wenn S e nun trotzdem noch gingen. Kentner ich hab' meinen Mann so weit gebracht! S.e sollten nicht wegen einer Sache Der Gericht, an der eigentlich ich schuld bin. Verzeihen Sie mir, Kentner. Ihre Lena Leobstein. Graf Kentner legte Den Brief beiseite. Also nicht! Irgendwie fühlte er sich doch befreit. Jetzt war alles aus der Welt geschafft! Doch dcr Skandal blieb, und genau fo eifrig, wie man jetzt gesorgt hatte, dah a.les gleich an die oberste Stelle kam, fo würde man ja auch in Zukunft nur darauf warten, ihn anzufchwärzen. Run, darüber hätte ec gelächelt. Aber er war sich klar darüber, dah feine Züchtigung an Dänen» Kirchner immerhin die Macht befaß. _ ihn als Offizier unmöglich zu machen. In günstigstem Falle wäre vielleicht noch eine Strafversetzung möglich gewesen. _ , ,. Dann also schon lieber das Abschiedsgesuch? Hm des Regiments willen war es gut, daß Fürst Leobstein die Dinge jetzt von einer anderen €>e:te aufgesaht zu sehen wünschte. An Der Hauptsache aber konnte niemand mehr etwas ändern. Maria war die Geliebte Donen- birchners gewesen! „ Das war Der Untergang, zersetzte alle-, was gut und weich in ihm gewesen war. Das drückte das Siegel unter fein bisheriges Leben. (Fortsetzung folgt.) Mit großer Spannung sah man in ter Fußball-Enthusiasten dem Auftreten ruffen in Gießen entgegen. Viele Zuschauer hatten sich auf dem Waldspielplatz cingefunuen, schätzungsweise etwa 900 bis 1000 Personen. Wenn man davon absehen will, daß die VfB- Elf ihren Anhängern eine große Enttäuschung bereitete, indem sie sich mit so hohem Tor- unterlchied schlagen lieh (das Vorspiel endete 4 2 für Borussia), fo erfüllte Der Spielverlauf doch Die gehegten Erwartungen. Die Gäste überraschten Durch ihre Spicv- weise auf das denkbar angenehmste. Selten noch sah man auf dem Waldfpielplah eine Mann- schäft die ein solches Spiel vorzuführen vermocht hätte. Die Boruffen bewiesen von' der Läuferreihe zum Sturm und von Der DerteiDi- qung zur Läuferreihe ein so ausgeprägtes gegenseitiges Derständnis. daß Die Erfolge dieser Mannschaft in erster Linie gerechtfertigt erf^i- nen läßt. Dazu verfügte jeder einzelne über eine Sicherheit Der Ballbehandlung, Die eine exakteste Kombination ermöglichte. Die Erfolge blichen nicht aus. Als letztes Bollwerk stand bei den Gästen noch ein Hüter im Tor, Der 2Ibf abrtsl auf für Mud d) e n (1,5 Kilometer): a) 12 bis 14 Jahre: Anni Muller, Frankfurt 5,2; b) 14 bis 16 Jahre. Hilde .noffmann, Wetzlar, 5,20, c) 9 bis 12 Jahre: Gertrud Kappes, Grünberg, 5,44. _ , Sprunglauf auf der großen .schanze (Hochft- mi gliche Punktzahl 160 Punkte) Jugendliche von 16 bis 18 Jahren 1. Siegfried Hofmann Gersfeld, 102,3 P; 2. Josef Eller, Gersfeld, 85,8 P/. 3. Han» Schäfer, Bad Nauheim. 79,3 P: 4. Niederhoff, Frankfurt, 76,5 P . 5 Rudi Bender, Hoherodskops, 74,8 P; 6 Ernst Müller, Frankfurt, 72 P. Jugendliche von 14 bis 16 Jahren: 1. Otto Eller, Gersfeld, 90,3 P. „ m.. Jugendliche von 9 bis 14 Jahren: 1. Gunther Karthaus, Gersfeld, 97,8 P.. 2. Hans Rcinau Gersfeld, 92,3 P. 3. Ernst Niedling, Gersfeld, 89^ 45. Dcr Abschluß in Oberhos. dem Treiben zu. — So ist denn dcr Vogelsberg | zum erstenmal Sportgebict gewesen für den gejaulten Landesverband Mitteldeutscher Skivereine. Dem Ski-Gau Vogelsberg war die Surchsührung der Läufe übertragen worden. Insbesondere halsen Mitglieder der Skillubs Gie- ßen, Alsfeld, Grünbcrg, Wetterau mit, und stellten gemeinsam mit dem Vorstand des VMS. die Kampfrichter. Die Oberleitung am Wettlaustag lag in den bewährten Händen des Jugendwartes des VMS. Kart Haus, Gersfeld (Rhön). Dieser verkündete um 16 Uhr im großen Saal des neuen Klubhauses die Sieger, denen sofort die Diplome auszzehändigt wurden. Die Ergebnisse der kennen: ßanglauf für Jungens von 16 bis 18 Jahren (5 Kilometer): 1. Preis Gottfr. Franz, Gers- seid, 23,4 Min, 2. E. Müller, Franlfurt, 23,48; 3 K. Builhard, Gersfeld, 25,31, Br. Helfrich, Gersfeld, 25,31. 4. Ehr. Hartmann, Frankfurt, 25,37; 5. R. Edelmann, Kastel, 25,41; 6 Rudi Walter, Frankfurt, 26,25; 7. Erw. Adam, Fulda, 26:45,5; 8. Rudi Bender, Hoherodskops, 26,48; 9. Arnold Henze, Frankfurt, 26,52. ßanglauf furJungcns von 14 bis 16 Iah. ren (3 Kilometer): 1. Abteilung, die die vorgesehene Strecke liefen: 1. Fritz Streck, Gersfeld, 15:53,5; 2. Reinhard Bär, Frankfurt, 16,28; 3. Karl Weigand, Gießen, 16:28,5. 2. Abteilung, die infolge eines Fehlers in der Markierung 0,75 Kilometer weiter liefen: 1. Will). Fischer, Gersfeld, 18,45; 2. Ludw. Welker, Alsfeld, 20,05. AbfahrtsIauf für Jungens von 12 bis 14 Jahren (1,5 Kilometer): 1. Albert Strauch, Breungeshain, 5,3; 2. Walter Seifert, Gersfeld, 5,5; 3. Will). Mohr, Breungeshain, 5,7; 4. Ernst Weik- färb, Gersfeld, 5,9. Abfahrtslauf für Jungens von 9 bis 12 Jahren (1,5 Kilometer): 1. Ewald Nicbling, Gers- st Id, 5,15; 2. Otto Gamilscheck, Wetzlar, 5,18, Gustav Appel, Breungeshain, 5,18; 3. Herm. Doll, Schotten, 5,19; 4. Heinr. Oestreicher, Breungeshain. 5,20; 5. Karl Jäckel, Breungeshain, 5,28. Eisfchiehmeisterfchaflen von Eronberg i. T. Der Gießener Lisvcrcin zweiter Sieger. In dem schönen Taunusstädtchen Eronberg fand am Sonntag, wie alljährlich, ein Meisterfchaftsschie- ßen statt, das mit 10 Mannschaften eine glanzende Beschickung erfahren hatte. Veranstalter de:. Treffens war der dortige Tennis- und Eislaufverem. Den Gießener Eisverein vertrat die Mannschaft Schonebobrn, Klart, Pfannkuchen, Mohr. Die Gie- ßcncr halten zu beweisen, daß ihr Abschneiden v-’i den Siidwcstdeutschcn Eislchießmcistcrschasten kein Zufall war und das taten sie vollauf. Mit geringem Punttunterschied wurden sie Zweiter, und zwar wider allgemeines Erwarten. Noch nach dem 6 spiest legen die Hiesigen einwandfrei an der Spitze. V rft die drei letzten Spiele, die knapp auegingen, brachten die Mannschaft nm den verdienten 1. Platz, den der Veranstalter glücklich errang. Ergebnisse: 1. Tennis und Eislausvercin Eronberg Note 1,761; 2. Gießener Eisve r - ein Note 1,718; 3. Sport«. Forfthausftr. Frank- furt Note 1,406. Turngau Lahn-Oünsberg. B e i dem Hallenturnen in Staufen- berg errangen die Turner des Turnvereins Wald- girmes Ludwig Leppner und Willy Schmidt gemeinsam den 5. und Georg Bernhardt den 6 Sieg der Oberstufe. Ferber, ßeppner und Schmidt werden ihren Verein bei dcn Verbandsmetsterschaften des Südwestdeutschen Turnverbandes vertreten. Oberheffen. Lanvtreis Gietzen. u. Klein-Linden, 16. Febr. Die hiesige Spar- und Darlchnskasse hielt am Samstagabend in der Wirtschaft Rinn unter starker Beteiligung der Mitglieder ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Rufsichtsrats, Kaufmann Hermann 3ung, trug der Rechner des Vereins, Julius Jung, die Bilanz des Jahres 19d0 vor. Rus dem' Jahresbericht des Direktors, Schreinermeister Wilhelm Fey, war folgendes entnommen: Die Spareinlagen der Kasse betrugen am Ende des Berichtsjahres 187 226 Mk. Trotz der schlechten Wirtschaftslage bedeutet das gegen das Vorjahr eine Zunahme von 30 000 Wk. Die durch den Kasseirboten Wilhelm Deibel umgesehten Spar- marken erreichten den stattlichen Betrag von 13 600 Mk. An Hypothekengeldern sind etwa 80 000 Mk. ausgeliehen worden, während das Gesamtguthaben bei den Mitgliedern auf laufende Rechnung 121 000 Mk. betrug. An Wechseln wurden für 53 000 Mk. diskontiert. Die Kasse verfügt zum Schluß des Iahres über ein Bankguthaben von 30 000 Mk. Der Hmsatz aller Einnahmen und Rusgaben im Qahre 1930 erreichte weit über 1 500 000 Mk. Rach einem Rus- schlag von 10 Prozent Dividende verblieb ein Reingewinn von 1700 Mk. Die hiesige Kranken- station und die Kleinkinderschule wurden mit je 25 Mk. unterstützt, ferner wurden der Volks- bibliothek 25 Mk. überwiesen. Die Mitgliederzahl betrug am Ende des Geschäftsjahres 157. Rach der Reu- bzw. Wiederwahl seht sich der Vorstand aus folgenden Herren zusammen: Direktor Wilh. Fey, Stellvertreter Phil. Klein, Rechner Iulius 3 u n g, Beisitzer August Langsdorf und Christian 3 u n g. Dem Aufsichtsrat gehören an: Hermann 3ung als Vorsitzender, ferner Wilhelm Lenz, Ludwig Viehmann II., Heinrich Fischer, Heinrich Weigel und Karl Klein. Verbands-Oberrevisor Hartmann, Gießen, vom Revisionsverband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften war anwesend und sprach über die heutige Zinspolitik und das Genossenschaftswesen. * Wieseck, 15. Febr. Der hiesige O b st ° und Gartenbauverein hielt bei Wilhelm Dorfeld seine ordentliche Iahresbauptoersamm- I u n g ab, zu der sich über 70 Mitglieder eingefunden hatten. Nach der Begrüßung erstattete der Vorsitzende Rektor Petri den Jahresbericht, dem folgendes zu entnehmen war. Von dem Angebot, mit Reichshilfe Neuanpflanzungen vorzunehmen, wurde reichlich Gebrauch gemacht. Um den Mitgliedern Einblick in einen modernen Baumschulenbetrieb zu gewähren, wurde eine Lehrfahrt nach Heuchelheim (Baumschule Engelhardt) unternommen. Auch im abgelaufenen Vereinsjahre wurde infolge der günstigen Erfahrungen Torfmull für die Mitglieder bezogen. Der Mitgliederbestand hielt sich auf der Höhe des Vorjahres. Die Rechnungsablage durch den Rechner Aug. Lotz ergab einen Reingewinn, so daß sich das Bar- vermögen auf 220 Mark erhöhen konnte. Dem Rechner wurde für die ordnungsgemäße Führung der Kasse der Dank des Vereins abgestattet, und Entlastung erteilt. Die Vorstandswahl ergab eine Aende- rung in der Führung des Vereins. An Stelle des zurückgetretenen Rektors Petri wurde Lehrer B e p p l e r einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Die übrigen Aemter verblieben in den bewährten alten Händen. Der neue Vereinsvorsitzende referierte sodann über die außerordentliche Generalversammlung des Landesverbandes der Obst- und ©arten» - bauvereine anläßlich der Landwirtschaftlichen Woche in Darmstadt und ging dabei näher auf den von Forstrat Hänel aus Bamberg gehaltenen Vortrag 'über Vogelschutz und Obstbau" ein. In der Aus- . spräche wurden Maßnahmen gegen Vogelschäden beschlossen. Den Schluß der Tagung bildete eine Gratis- 7 Verlosung von Obstbäumen, Beerensträuchern und Werkzeugen für den Obst- und Gartenbau. —:— Alten-Buseck, 15 Febr. Im Saale der Rühlschen Wirtschaft fand gestern die Generalversammlung des Krieger - und Schützenvereins statt. Der Vorsitzende, Heinrich F r eu n d , überreichte dem Kameraden Ferdinand Schwalb für 50jähriae treue Mitgliedschaft eine Ehrenurkunde und begrüßte ihn als Ehrenmitglied. Der Jubilar ^rt trotz seines hohen Alters zu den rübriaften Mitgliedern des Vereins. Sodann wurde durch den Rechner Fr. W a g e n b a ch der Rechenschaftsbericht über das verflossene Jahr verlesen und genehmigt. Der bisheriae Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Zum Schluß wurde vom Vorsitzenden mitaet-'iif, daß bis ietzt ungefähr eine Summe von 2000 Mk. für den Bau eines Kriegerehrenmals vorhanden sei. Die Versammlung beschloß möglichst bald die Errichtung des Ehrenmals in die Wege zu leiten. z. Rödgen, 16. Fe^r. Vor den Mitgliedern des Lesevcreins sprach am Samstagabend Lehrer 3 ung aus Grohen-Buscck über die „Geschichte des Buseckcr Tales". Das ehemalige „Gericht Busccker Tal", so führte der Redner u. a. aus, umfaßte die Orte Alten-Buseck, Großen- Buseck, Rödgen, Beuern, Reiskirchen, Bersrod, Oppenrod, Burkhardsfelden und Albach. Zur Zeit Karls des Großen gehörte es zum Lahngau, um später nacheinander in den Besitz der Grafen von Gleiberg, von Kleeberg und von Peilstein zu kommen. Rach 1218 wurde das Gericht „reichs- unmittelbareS Gebiet" und als solches den Herren von Duscck und den Herren von Trohe als „Ganerbschaft" übertragen. Von nun ab hatte das Gebiet seine eigene Geschichte. 3m Buseckcr Tal lagen früher weit mehr Dörfer als heute. Sie sind im Laufe der Jahrhunderte untergegangen, und die Erinnerung an sie lebt nur noch in einzelnen Flurnamen fort. Besonders interessierte es zu hören, daß Rödgen urkundlich zum ersten Male 1326 unter dem Ramen „zum Rode" erscheint. Wahrscheinlich ist aber der Ort früher, vielleicht im 9. Jahrhundert, entstanden. Die Ur hinten weisen verschiedene Ramen des Ortes auf, wie z. B. Rode, Rade, Rodde und seit der zweiten Hälfte des 14. 3ahrhunderts die Verkleinerungsform Rodichin, Rodechin, Rödchen. Lehrer 3ung wird noch in einem zweiten Vortrag auf die Zeit vor Karl dein Großen eingehen. Vorher spricht Dr. Michel. Wieseck, in zwei Vorträgen über die „Entstehung der heimischen Landschaft". Jührerkonferenz des Deutschen Bankbeamjen-Dereins. Vorn Deutschen Bankbearnten-Verein, Zweigstelle Gießen, wird uns geschrieben: Der Gau Südwestdeutschland des Deutschen Bankbearnten-Lereins hatte zu einer Führer- konferenz nach Frank,urt a. M. eingeladen. Die Tagung war stark beschickt. Alle Daickplähe Südwestdeutschlands waren vertreten. Das Thema „Wo stehen wir? Gegenwartsfragen und Zukunftsaufgaben" behandelte ter Gauvorsteher Decker in einem groß angelegten Referat. Er gab zunächst einen kurzen organisatorischen Situationsbericht. Auch in Südwestdeutschland habe der Deutsche Bankbearnten-Verein trotz weiterem starken Abbau an Mitgliedern zugenommen; über 85 Prozent aller südwestteutschen Bankangestellten gehörten dem Deutschen Bankbeamten-Ver- cin an. Sodann ging ter Redner auf die großen wirtschaftlichen und sozialpolitischen Probleme unserer Zeit ein und wies u. a. mit Rachdruick darauf bin, daß alles getan werten müsse, um den Arbeitsmarkt zu entlasten. Das Doppelver- diener-Tlnwesen müsse beseitigt, die Strafbestimmungen für Arbeitszeit-Heberttetungen verschärft und gesetzliche Maßnahmen besonders zum Schuhe der älteren Angestellten getroffen werden. Mil der weiteren Rationalisierung auch im Bankgewerbe müsse Schiuh gemacht und jede Heber- arbeit unterlassen werden! Bei der übertriebenen Maschinisierung und Technisierung habe man vollständig übersehen, an den Menschen zu denken. Diese falsche Polisik räche sich bitter. Auch mit dem „Preisabbau" beschäftigte sich ter Referent und kam zu dem Schluß, daß eine Senkung ter Mieten und ter Verbraucher-Tarife unbedingt erforderlich sei, um im Angestellten- Haushalt den unbedingt notwendigen Ausgleich herbeizuführen. Die Gehaltssenkung bei den Bankangestellten sei kein dringendes Bedürfnis gewesen; denn von einem wirtschaftlichen Rieder- gang im Bankgewerbe könne keine Rete sein. Schließlich wandte sich der Vortragende gegen die vielfach unter falscher Flagge segelnden sozial- reaktionären Tendenzen und stellte unter stürmischer Zustimmung der Anwesenden fest, daß man auf Granit beißen und auf eine große und geschlossene Abwehrfront aller Arbeitnehmer stoßen würde, wenn man versuche, der Arbeitnehmerschaft Deutschlands die sozialen Errungenschaften zu entreißen. Der Vortrag löste eine rege Aussprache aus, in ter betont wurde, daß die südwestdeutschs Bankbcamtenschaft geschlossen hinter dem Deutschen Bankbearnten-Verein und seinem Zentralvorstand stehe. Mit großem Beifall fand eine Entschließung Annahme, welche die vom Referenten gestellten Forderungen zusammenfaßt. Sprechstnnvcn vcr Redaktion. 11.30 bif 1233 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Wirtschaft. Holzversteigerungs-Termine. Mittwoch, den 18. Februar. Versteigerer: Bürgermeisterei Hainbuchen. Der- ftcigeningdort: Gemeintewald Fronhausen (Lahn). Zusammenkunft bei den Hainbuchen. 10 Uhr. Versteigerer: Bürgermeisterei Groh-Rechtenbach. Dersteigerungsort: Gastwirtschaft Bepler zu Groß-Rechtenbach. 9.30r Uhr. Versteigerer: Staatliche Försterei Krofdorf. Dersteigerungsort: Gastwirtschaft Freund zu Krofdorf. 10 Uhr. Holzsubmission ter Gemeinte Grohen-Buseck. Submissionsschluß: Donnerstag, 19. Februar. 13 Uhr. * Hm d ie Weiterführung der Hütte Ruhrort-Meiderich. Aus Duisburg wird berichtet: 3n erneuten Besprechungen des Oberbürgermeisters Dr. 3 a r r e s mit den Betriebs- ratsmitgliedern der Hütte Ruhrort-Meiderich am Montag kündigte Oberbürgermeister Dr. 3arres an, daß er angesichts der ablehnenden Haltung ter Gewerkschaften an jedes einzelne Belegschaftsmitglied der Hütte, einschließlich ter bereits in einem früheren Stadium entlassenen 3000 Arbeiter, das schriftliche Ersuchen richten werde, sich zu dem Vorschlag der Werkleitung zu äußern. Die erneuten Bemühungen d»)s Duisburger Oberbürgermeisters sind von dem Gedanken getragen, die katastrophalen Auswirkungen einer Stillegung ter Hütte für die gesamte Wirtschaft der Stadt Duisburg-Hamborn unter allen Hmständen abzuwenden. Don dem Betriebsrat wurde die Ankündigung Dr. 3arres' mit Entrüstung zurückgewiesen. * Zementwerke Dyckerboff & Söhne, Wiesbaden. Wie WTD.-Hanteldienst von der Verwaltung der Zementwerke Dyckerhoff & Söhne in Wiesbaden erfährt, werten gegentoärtig zwischen ter Gesellschaft und einigen Konzernen, u. a. auch mit der schlesisch-süddeutschen Zementgruppe und dem Wicking-Konzern, Verhandlungen geführt, die eine engere Zusammenarbeit in ter Zementindustrie zum Ziele haben, da man hofft, auf diese Weise über die derzeit recht ungünstige Situation Hinwegzukommen. Der Geschäftsgang ter Gesellschaft ist als sehr unbefriedigend zu bezeichnen. Während eine Reihe anderer Zementwerke chre Betriebe schon f*it Monaten stillgelegt haben, hat die Firma Dycker- Hoff & Söhne ihre Arbeit mit etwa 800 Mann Belegschaft wcitergeführt, obwohl für den derzeitigen Auftragseingang 100 Mann als ausreichend bezeichnet werden könnten. Hm Arbeiter- ent assungen zu vermeiden, werte schon seit einiger Zeit auf Vorrat gearbeitet. Schweine- und Schafmarkt in Lich. s) Lich, 16. Febr. Heute fand hier ter sog. Fachnachts-S chweine Schaf- und Krämermarkt statt. Zum Auftrieb gelangten 280 Ferkel, 34 Schafe und 11 Lämmer. Der Markt war gut besucht und brachte reges Geschäftstreiben. 6 Wochen alte Ferkel kosteten 14 bis 15 Mk., 8 Wochen alte 17 bis 18 Mk. und 10 Wochen alte 20 bis 25 Mk. Es verblieb geringer Heberstand. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.» 17. Febr. Tendenz: fester. 3m Anschluß an die gestrige Abendbörse war man im heutigen Dormittagsverkehr weiter freundlich gestimmt. Die offizielle Börse eröffnete dann auch in fester Haltung, zumal von der festen Reuyorker Börse eine Anregung ausging. Das Geschäft war allerdings außerordentlich still, da von außen her feine Aufträge vorgelegen haben und die Spekulation infolge ter weiterhin ungeklärten innerpolitischen Lage strengste Zurückhaltung bekundete. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich überwiegend Kurserhöhungen von 1 bis 2 Prozent, wobei man besonders bei Grotzbankfeite Deckungen beobachtete. Am Chemiemarkt eröffneten 3.°G.°Farben und Deutsche Erdöl je 2,13 Prozent fester. Der Elektromarkt verzeichnete durchweg Kursbesserungen von 1,50 bis 2,50 Prozent. Chadeaktien gewannen 4,50 Mk. Größere Kursgewinne hatten AG. für Verkehrswesen mit über 3,5 Prozent, Salzdetfurth mit plus 4,5 Prozent und Aschersleben mit plus 2,5 Prozent. Am Kunstseidemarkt erhielt sich für Aku, die 2 Prozent höher lagen, weiteres Interesse. Lebhafter wurde das Geschäft in Karstadt-Aktien, die 1,50 Prozent freundlicher tendierten. Höher setzten ein Zellstoff-Waldhof (plus 2 Prozent), Holzmann (plus 2 Prozent), Rhein stahl (plus 1,50 Prozent) und neue Reichsbankanteile, die 1,50 Prozent gewannen. Die übrigen Bankaktien blieben nur knapp gehalten. Anleihen ruhig bei kaum veränderten Kursen. Pfandbriefe still. 3m Verlaufe stagnierte das Geschäft fast vollkommen, und die Kurse bröckelten meist um zirka 1 Prozent ab. Der weiter entlastete Reichsbankausweis für die zweite Februarwoche bot keine Anregung, da der Ortermangel weiter anhielt. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,50 Prozent angeboten. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2086, gegen Pfunde 20,44, London gegen Kabel 4,8568, Paris 123,93, Mailand 92,81, Madrid 48,80, Schweiz 25,1724, Holland 12,1020. Berliner Börse. Berlin. 17. Febr. Rach ter weiteren Befestigung an ter gestrigen Frankfurter Abendbörse und im heutigen Dormittagsverkehr wurde es vorbörslich zunächst zurückhaltend. Doch zu den ersten Kursen wurde das Geschäft wieder eher lebhaf ter, da die Spekulasion, die von gestern an verschiedenen Märkten noch schuldig war, zu Deckungen schritt, die im Durchschnitt 1- biS 2prozentige Kursbesserungen hervorriefen. Eine Reihe günstiger Momente regte die Börse cm. So der Abschluß der VerharÄ- lungen über die Dorfinanzierung der Reichsbahn- vorzugsaktten, der sehr feste Schluß der Reuyorker Börse von gestern, die Mitteilung eines Mittagblattes über den Beschluß eines engeren Zusammenarbeitens der Großbanken, das Ergebnis der Derhandlungen Glanzstoff-Associated Rayon Corporation, ein Artikel in ter „Bergwerkszeitung" über die Dividentenaussichten bei ter 3.-G.- Farbenindustrie, nach dem die Beibehaltung der Dorjahrsdividente wahrscheinlich fei, vor allem aber ter Reichsbankausweis für die zweite Februarwoche. Während die Kapitalanlage sich unr 210 Millionen verringert hat, ist ter Bestand an Roten um etwa 185 Millionen zurückgegangen, und die Deckung hat sich um etwa 3 Prozent gebessert. Der Bericht über die Lage des Maschinenmarktes, ter einen weiteren Rückgang ter Beschäftigung zeigt, war ebenso tote die Meldung von neuen Dergarbeiterentlassungen im Ruhrgebiet ohne Einfluß auf die Stimmung. Hunstseitewerte konnten sich bei Pluschlus-Rotiz um etwa 4 Prozent aus dem bereits erwähnten Grunde befestigen. Chadeaktien gewannen bei Käufen des Auslandes 9 Mark. Für Leonhard Tietz zeigte sich etwas größeres 3nteresse, da man mit unveränderten Dividenden rechnet. Erwähnenswert fest toaren noch Aschersleben, Siemens, Schlesische Gas, Svenska, Po'yphon, Waldhof, Schiffahrtswerte und Schultheis, die bis 4,5 Prozent anzogen. Rhein. Braunkohlen gewannen sogar 6 Mark. Schwächer lagen nur (oarotti mit einem Verlust von 3 Proz., Hackethal und Chemische Hayden. Deutsche Anleihen tagen ebenfalls etwas fester. Ausländer waren freundlicher und kaum verändert. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig. Reichsschuldbuchforterun- gen waren bei lebhafterem Geschäft 0,5 bis 1 Prozent fester. Geld blieb unverändert angestrengt. Tagesgeld 5 bis 7 Prozent. 3m Verlaufe zogen tee Kurse besonders am Kalimarkt, Berger, Tietz und Kunstseitepapieren weiter bis 1,5 Prozent an, Berger sogar mit 4 Prozent. Später tourte es aber wieder ruhiger, und die im Verlaufe erzielten Gewinne behaupteten sich nicht immer. Briefkasten der Redaktion E. 23. in Gießen. Einstellungen bei ter Reichs» marine erfolgen Anfang April und Anfang Oktober. Anmeldungen sind entweder an die Marine-Stamm- division in Wilhelmshaven, oder an die Marine- Stammdivision in Kiel zu richten. Von dort erhalten Sie auf Anfrage alle erforderlichen Auskünfte. Wegen des Dienstes bei der Handelsmarine erkundigen Sie sich am besten bei einer Schiffahrtsgesellschaft direkr. h. St G. Politik gehört selbstverständlich nicht in die Schule. Kircksticke Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 18. Februar. Iohanneskirche. 18 Uhr: 1. Passionsandacht; Pft. Bechtolsheimer. Kurszettel -er Berliner und frankfurter Börse. Lle hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. vranirun a. . | Lenin Hrantruri a. Ul. Berlin Schluß», t-llhr- Schluß» > Anfang» (Schluß- 1-ilhr- Schluß» 1 Slnfa g- lurd 1 flurä lur4 , fiur4 lurd । Kur» tun , Kurs Datum 16.2. 17.2. 16.2. 17.2. Datum 16.2. 17.2 16.2. 17.2. 6% Deutsche Sietchsaweihe Hamvurg-Smerila ’Balet . . Hamburg-Südam. Dampfschisf 7 63.5 65 62,75 64,75 von 1927 ....... 84,75 — 84,75 — . 8 123.5 127,75 7% Seutjdw 9Mä)8anIetf)e f>ama Dampsschiss . 10 — — 104 von 1929 ......... 98,7 — 98,65 __ NorddeuNcher Lloyd .... . 8 65,25 67 65 67,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld tnli Allgemeine DeutlcheEredttanst. 10 53,1 5,25 53 52,9 5,25 53 5,3 Barmer Bankverein . . . Berliner Handelsgesellschaft . 10 JBeSfll. ohne 9uMof.«$Red>te . . 5,3 12 118,5 — 118,5 119 6% tiefi. yolllfiaat von 1929 Gommers» und Privat-Bank. 11 109 109 109 109.4 (rüdtoblb ..... 89,5 ■ 90 Darmstüdter und Rationalbank Deutsche Bank und 12 137 136,5 136,5 Cbfrhcflcn Provinz • Anleihe mi' 0U5lo)..9irditcn...... 50 — — — Disronto-Gesellschast, . . . 10 106,75 106,25 106,75 106,5 Deutsche KomM. Sammclabi. Anleihe Serks 1 ... Dresdner Bank...... 10 107.25 107 106.75 106,5 51 — 51 Reichsbant........ 12 242 8% firantf. buv.-B-mk Goldpse XIII unlüntbar bis 1934 . . . 101 — —» —— •a.s.®......... . 8 101,75 102,25 100,75 102,75 7% Aiantf. Hnp.-Aank Goldpfe Bergmann........ . 9 112,5 unlünobar bis 1932 93 — <— — lieht. Lieserungrgelellschaft. 10 119,5 121.75 120,5 122,13 4Vt% Ndeiniiche Hvv.-Bcml Licht und flralt...... 10 114,5 116 114,13 116,9 lliqu. Golvpse....... 8% Pr. San beSpfanbbrtefanflalt. 88,65 — — — ncllfn & Guilleaume . . . Geseillchasi für Elektrische 7% 78 78,25 80 Aiandbriese R. v 8% Pr Sanbeer। an; brief anflalt, 100,5 — 100,5 — Uniernebmungen ... 1>: 109 110,5 108 110,13 Hamburger Elektri,ttätt.LSerke 10 Somm.'Cbl. 8L 20. . . 7% Pr. Sanbceii'anobtiefanRaU, — — — __ iibeinijche Elektrizität . . . . 9 110 _ 112,5 — Sdileilldie Elektrizitäl. . . . 10 . — 'Blanobriefc R. 21 ..... B ö.® abg. Boruregi-Obllgatio- 96,5 - - — Lchuckeri & (io....... 11 119.65 119,75 118 120,5 Sternen» & HaUke ..... 16 176 177,75 173,75 178,5 nen, rück« ab war 1932 . . . — - — __ rraneravio . ....... . 6 ab meyer L Eo.. ..... 10 118 48 64,65 122,25 — 118,75 46,9 65 4% Oefleneldjfldje Goldrente . . 24,75 —— _ __ ffltthenn ...... . 5 43 4,20% Oesterrcichische Eiiberrente 4% celterreichische Einheitliche 2,75 — 2,7 2,55 Deutiche Erdöl ...... . 6 . 8 66,75 66,5 Rente • • —• — — . 8 76 76 71 76,25 71,5 4% UnnatW Golbrente . . . . 19,75 — 20J3 —. . 0 72 _ 4% Ungarische Staalsreute v. 1910 17 — Il7 — Hoeich Eilen....... «’Ä —— 63,25 64 4Vi% bcenl. öoq 1913 4% Ungarische Kronenrente 17 — 17,2 —— 5l>ie Bergbau ...... 10 — — 165 168.5 — — — —— ftlöckncrwerke ...... . 7 57 56,25 69 65.9 58 4% Türlische Zollanleihe von 1911 3,65 —— — 3,8 ü öln-Reneilen. . ..... . 7 4% Türkische Bagdadbahn-Anl 3.6 Mannermann-RSIiren . . . . 7 6 66,9 Eerie 1 3,6 “““ 3,75 Mansseldcr Bergbau . . . . 7 32 — 32,5 33 4% beCfjl. Eerie 11 . . . 3,6 — — 3,75 Cbcridiltl- Siienbevars . . . . 5 _ 6% Rumüntlche vereinb. Rente 9,1 CbctldileL Roftroeite.... . 7 — — 71,5 74.4 von 1903 . . iy.% SiumLnllche verein-. Rente —- —™ 9 | Pbönix Bergbau .... 6 V, 55,25 _ 55,13 56,25 14,6 7,4 14.65 1 7,4 Rheinische Braunkohlen . . Rhetnstahl ....... i Rtebrck Moni« ...... 10 155 — 154 160 14,5 7,4 — 70 71,75 69,5 77 71 4% Rumänische verein-. Rente . 7,4 7,8 ;fran.,uri a. Jh. Serlln Ech.uß»! Iure I l«Ubr* ff re Schluß»! lurd , Ansang» Kurs Dalum 16.2 17.2. 16.2. 17.2. Bereinigte Stahlwerke . ... 57 — 57,5 — Ltavi Minen .... 16'/, — —— 33,5 34 Kaliwerke Aschersleben .10 132,5 135 130 134,75 Kaliwerke Weueregeln ... 10 139,5 — 140 —— Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 -04,5 208,5 205 209 I. G. Karben-Industrie ... 12 135.13 I 137,25 133,9 137,4 Dvnamit Nobel.......6 62.5 — — — Echeideanslalt........9 122.5 — — — Goldschmidt ........ 5 37 — 37 37,25 Mütgerswerke........G 47,6 48,13 47 47,75 MetaUgeiellichaft.......8 69 69 69 — Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 75 77 74 77 73,5 — — Cementwerk Karlstadt. ... 10 —— — — — Walli- & sireytag .....8 41 42 41 — Schultbcis Paycnhofer ... 15 — 168,5 171,75 Cftroerle ........12 — — 143 Aku .........18 73,25 75,25 70,25 75 Bemberg.........14 61 9.25 63,5 Zcllllois Daldhof .... 13'/, °3.5 95 90.5 95 Zellstoss Alchasienburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 72 — 72 - - —1 — Dessauer Gas . .... 9 —— — 111.5 115,25 Daimler Motoren ..... O 22,25 — 22,75 23.75 Deutsche Linoleum ...... 104,75 105,5 103,25 106 Maschinenbau A.-G. ..... O — — — — Nat. Automobil ......C — — — —— Oren'tein L Koppel.....6 — — 46,25 47,9 Leonhard Tieg ...... 10 105 — 109,25 113,5 Svenska ....... 246 - 246 250 frankfurter Malchtnen . ... 4 11,5 _ 11.75 — Griyner ......6 30,25 — 30.75 — Heniigenitaedt .......0 — — — —— Iungbane .......6 Lechwerle. .......8 — —— — — — — — —— Mainlrastwerke HöchO a. M.. .8 — — — — Mtag ........10 -* — — — Gebr. Roeder.......1( _ — — Voigt & Haesfner......t — — — — SiiddetUsche Zucker .... 10 120 •— 121,25 Banknoten. Devisenmarkt Berlin - Arankfurl a. M. Berlin. 16. Februar Geld Aries 4,194 4,214 Belgische Noten ....... 58,35 58,59 Dänische Roten ....... 112,13 112,57 Englische Noten ....... 20,407 20,487 ?sranzi)iiiche Noten....... 16,455 16,515 Holländische Noten ....... 168,41 169.09 giaiienuche No/en........ 22,00 22,08 Norwegische Noten....... 112,08 112,52 Deutich'Oeslerreich. i 1OO Schilling 58,93 59,17 OiumäniidK’ Noten....... 2,48 2,50 Schwedische Noten ....... 112,23 112,67 ‘ Schweiler Noten........ 81,04 81,36 Spanische Noten........ 41,74 41,90 T'checho,iowakische Noten.... 12,40 12,46 Ungarische Noten 73,20 73 50 I6.§ebruai I7.$ebniai Amtliche Notierung 1 Äriel Amtliche Noiierung Geld | Brie AnM.-Rott Bu-n.-AircS Bcss. Antw 168,70 1,333 58,54 169,04 1,337 58,66 lbb,7u 1,340 58,54 169,04 1,340 58,66 (Ebriftiania 112,39 112.61 112,39 112,61 fkopenbagen 112,42 112,64 112,41 112,63 Stocklioiin . 112,50 112,72 112,52 112,74 HelnngforS. Italien. . ■ 10,578 22,005 10,598 22,045 10,576 22,065 10,599 22,045 London. . . 20,42 20,46 70,42 20,46 Neuvork . . 1,2035 4,2115 4,205 4,213 Paris.... 16,47 16,51 16,471 16,511 Schweiz »• 81,08 81,27 81,09 81.25 Sva im • . 41,81 41,87 41,89 41.94 Japan . . . 2,082 2,086 2,082 2,086 0,366 'M io de Inn. Wien in D.» 0,363 0,365 0,364 Ctft. adgcsl 59,05 59,17 59,05 59,17 Prag 12,44 12,46 12,445 12,465 Bei irad . . 7,329 7,413 7,400 7.4)4 laoaD.-it . . 75,36 75,56 73,36 73,5j Bul arten 1,044 3,051 3,046 3,052 uiffabon 18,84 18,86 18,84 18,88 Danzig 81,61 81,77 81,61 81,77 Konst nun. 1,784 1,78b 1,784 1,789 Atbcn 5,445 5,455 5,445 5,455 Lanaoa 4,203 4,211 4,203 4,211 Uru uay. 2,897 20,93 2,903 2,897 2,907 tedro . . 20,97 20,935 20,975