Nr. 294 Erstes Matt 18s. Jahrgang Mittwoch, (6. Dezember 1931 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrafte 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot,' für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Erschelni loglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. tsernsprechanschlüsse unterSammelnummer225l. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrantfurtam Main 11686. Oer deutsche Ausfuhrüberschuß finkt. Erste Auswirkungen des Pfundsturzes und der Gchuhzollmaßnahmen des Auslandes. Berlin, 15. Dez. (111.) Die Auhenhandels- ergebnissc für den November 1931 lassen bereits die schwere Beeinträchtigung erkennen, die der internationale Warenaustausch durch währungs - und handelspolitische M a ft- nahmen in der letzten Zeit erfahren hat. Der deutsche Ausfuhrüberschuß ist von 383 Millionen Reichsmark im Oktober auf 256 Millionen Mark im November gesunken. Unter Berücksichtigung der Tributsachlieferungen übersteigt der Wert der Ausfuhr den der Einfuhr nur noch um 267 Millionen Mark gegenüber 396 Millionen Mark im Oktober. Die A u s f u h r ist von 866 Millionen Mark im Oktober auf 738 M i l - lionen Mark im November zurückgegangen. Dazu kommen noch die Tributsachlieferungen im Werte von 11 Millionen Mark gegenüber 13 Millionen Mark im Vormonat. Die Einfuhr hat sich wertmäßig mit 482 Millionen Mark gegenüber 483 Millionen Mark im Oktober ungefähr gehalten. Mengenmäßig ist sie um 4 v. h. gestiegen, da die Durchschnittswerte erbeut zurückge- gangeu sind. von dem Rückgang der Ausfuhr dürfte entsprechend der Entwicklung in den Vorjahren rund ein Drittel auf jahreszeitliche Einflüsse zurückzuführen sein. Z w e i d r i t t e l der Ausfuhrabnohme sind zweifellos als die ersten Auswirkungen der Absaher schweru n- gen anzusehen, die der deutschen Ausfuhr im Auslande bereitet werden. Insbesondere läßt sich der die Ausfuhr hemmende Einfluß der zahlreichen W ä h - rungsentwerkungen bereits deutlich erkennen. Der Ausfuhrüberschuß im deutschen Außenhandel ist also, wie zu erwarten war, im Monat Aovember mengen- und wertmäßig im Verhältnis zu den Vormonaten nicht unerheblich zurückgegangen, ist aber höher als im Monatsdurchschnitt von Januar bis Juni. Die Schätzungen des Layton-Derichtes, daß der Ausfuhrüberschuß für 1931 rund zwei Milliarden Mark betragen werde, werden also noch übertroffen, und voraussichtlich wird der Gesamtüberschuß an 2,7 bis 2,8 Milliarden Mark heranreichen. Leider ist nicht damit zu rechnen, daß sich diese Entwicklung 1932 fortsetzen wird, denn der Zollkrieg aller gegen alle, der mit äußerster Rücksichtslosigkeit von England eingeleitet worden ist, der auch schon die Schweiz veranlaßt hat, ihre Handelspolitik auf eine neue Grundlage zu stellen, wird der deutschen Ausfuhr viel zu schaffen machen. Hinzu kommt, daß die reinen Ziffern des Außenhandels die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht ohne weiteres decken, denn gerade bei einem Ausfuhrüberschuß kommt es darauf an, ob er dem Ausfuhrlande tatsächlich Gewinn bringt oder nicht. Bei der deutschen Ausfuhr ist das vielfach nicht der Fall, denn sie geschieht zu Preisen, die unter den Gestehungs- k ost en liegen. Sie geschieht auch zu Bedingungen^ die sonst im normalen Zahlungsverkehr nicht üblich sind. Der deutsche Ausfuhrüberschuß von 1931 in Höhe von 2,7 Milliarden Mark wird voraussichtlich einmalig sein und bleiben, eignet sich also nicht dazu, für die Stillhalteverhandlungen oder gar für das Tributproblem zur Grundlage gemacht zu werden. Die Tatsache, daß Währungskrisen sich wie die Glieder einer Kette anein- cnderzureihen drohen, muß den internationalen Warenaustausch noch mehr erschüttern, woran nicht ändert, daß anscheinend England durch die Preisgabe des Goldstandards handelspolitisch nicht viel gewonnen hat. Wenn nun auch Japan den Goldstandard aufgibt, so braucht das international nicht solche Auswirkungen zu haben wie der englische Vorgang, denn der Ven ist nicht einmal in Ostasien ein so anerkanntes Zahlungsmittel wie das englische Pfund. Japans Wirtschaft und Märkte sind durch den immerwährenden Bürgerkrieg in China sowie vor allem durch das mandschurische Abenteuer schwer gefährdet, denn der größte Teil der japanischen Ausfuhr muh in Ostasien untergebracht werden. Wie stark das Pendel unter dem Druck der Wirren im Fernen Osten zuungunsten Europas ausschlagen kann, zeig-'n die wachsenden Schwierigkeiten Hollands. Für Holland sind die indischen Kolonien nicht nur eine Kraftquelle ersten Ranges, sie sind auch die eigentliche Stütze des holländischen Kapitalmarktes und der Wirtschaft. Als Zuckerausfuhr- lond wird Riederländisch-Jndien nur von Kuba, als Tabakausfuhrland nur von der Union übertroffen. Run hat der deutsche Außenhandel im Aovember zu dem bemerkenswerten Ergebnis geführt, daß die Ausfuhr nach den Ländern mit erschütterter Valuta durchweg erheblich z u r ü ck g e g a n g e n ist. Wenn also auch Holland den Goldstandard preisgeben sollte, so können die Folgen für Deutschland unübersehbar sein, weil Holland und seine Kolonien unter den Ausfuhrländern an er ft er Stelle stehen. Cs gibt nicht nur in Frankreich noch Leute, die Deutschland für unbedingt zahlungsfähig halten, die behaupten, es könne zmU mindesten die ungeschützte Tributrate aus eigener Kraft aufbringen. Die französische Taktik geht offenbar dahin, zunächst einmal alles zu verlangen, das heißt, den Voung-Plan in vollem Umfang aufrecht zu erhalten. Dieser Taktik entspricht die Formel, der politischen Tributlast den Vorrang einzuräumen, hinter der die Privat- schulden auf alle Fälle zurückzutreten haben. Frankreich weiß ganz genau, daß es mit dieser 'Formel nicht durchdringen kann und wird, denn schon der Versuch dazu würde das ganze internationale Kreditgebäude in sich zusammenbrechen lassen. Frankreich will aber unter allen Umständen die ungeschützte Tributrate sichern, vor allem deshalb, weil sie f a st in voller Höhe an Frankreich abgeführt werden muß. In diesem Sinne läht Frankreich in der ihm willfährigen internationalen Presse auch schon die Fühler ausstrecken, um so die Einnebelung der öffentlichen Meinung vorzubereiten, daß,' wenn Frankreich in Sachen der geschützten Tributrate irgendwelches Entgegenkommen gezeigt, dies ein Anrecht darauf gibt, die ungeschützte Tributrate ohne jeden Rachlah zu fordern. Der Haken ist nur auch hier wieder, daß Deutschland weiter politische Tribute in keiner Form auf bringen kann, daß es dies auch mit Rücksicht auf die internationale Wirtschaft nicht tun darf, weil die Tribute die eigentliche Ursache der internationalen Wirtschaftskrise sind. Wenn schon 1932 der I e: sHe Ausfuhrüberschuß infolge des Zollkrieges aller gegen alle einschrumpft, so wird es in Deutschland sogar sehr schwer sein, die für den Zinsen- dienst der privaten Schulden erforderlichen Summen aufzubringen. Dieser Zinsendienst beträgt ungefähr 1,8 Milliarden, eine Summe also, die voraussichtlich im nächsten Jahre durch die Ausfuhr nicht mehr hereinkommen kann, es sei denn, dah ein völliger Umschwung der Politik, die bisher dos internationale Vertrauen zerstört hat, den Völkern den Weg freigibt. Dieser Umschwung kann aber nur von Frankreich kommen, denn solange Frankreich hartnäckig auf deutsche Tribute pocht, wird die Wirtschaftskrise sich verschärfen, werden die Völker und Staaten gezwungen sein, sich vor zoll- und währungspolitischen Maßnahmen gegeneinander zu schützen. Damit ist aber auch die Zerreißung des Voungplans durch die wirtschaftliche Entwicklung gegeben, also nicht durch den bösen Willen Deutschlands, denn der Voungplan setzt eine internationale Wirtschaft voraus, die ununterbrochen im Aufstieg begriffen ist, die es möglich macht, durch die Kreditpolitik der DIZ. neue Märkte zu erschließen. Weil diese Entwicklung nicht möglich gemacht worden ist, deshalb ist auch der Bvungplan erledigt. Die Arbeit des Reichskommiffars für Preisüberwachung. Vor einer Verordnung über Preisschilder. — Senkung der kommunalen Werk-Tarife. Berlin, 15. Dezember. (TU.) Amtlich. Der Reichskommlsfar für Preisüberwachung wird nach Abschluß der in diesen Tagen durchgeführten Verhandlungen mit Vertretern der Bäck er-, Fleischer- und Friseurver- bände in kürze eine Verordnung über Preisschilder erlassen. Die Verhandlungen, die mit dem Fleischer- und Friseurgewerbe über die Preisgestaltung stattgefunden haben, stehen ebenfalls vor dem Abschluß. Montag hat der Reichskommissar mit den deutschen Straften- und Kleinbahnverwaltungen verhandelt und das Verfahren festgestellt, nach dem auf Grund der Bestimmungen der Notverordnung Tarif- crmäftigungen mit möglichster Beschleunigung in Kraft gesetzt werden können. Der Reichskommissar nahm am Montag an einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Städtetages teil, in der die Möglichkeiten einer Senkung der kommunalen Werk- Tarife erörtert wurden. Eine Senkung der Tarife wird ermöglicht durch den Rückgang der Gestehungskosten, Lohnsenkung, Zins- fenfung und Kohlenpreisherabsetzung. Ls wurde auch die Möglichkeit eines Eingriffes in den Bereich der indirekten Besteuerung der Kommunal- belriebe erörtert Die Reichsregierung steht jedoch auf dem Standpunkt, daft vor jeder Reichs- Hilfe alle Steuermöglid)teiten aussen u h t werden müssen und hat sogar bei der Umschuldung der kurzfristigen Kredite die Gemeinden durch die Notverordnung vom 6. Oktober genötigt, die Tarife zu erhöhen. Es ist unter diesen 21m- siänden im Augenblick noch nicht zu übersehen, in welchem Ausmaft eine Senkung der städtischen Tarife, die an sich aufter Frage steht, erfolgen wird. Am Mittwochnachmittag findet eine Sitzung des Vorstandes des Deutschen Städtetages statt, an der ebenfalls Dr. Goerdeler teilnehmen wird. Es ist zu erwarten, daft in dieser Sitzung über das Ausmaß der Tarissenkung Klarheit gewonnen wird. Gewerkschaften und Notverordnung. Eine Rücksprache mit der Reichsregierung. Berlin, 15. Dez. (TU.) Die Besprechung der gewerkschaftlichen Spitzenverbände und Deamten- bünde, die am 14. Dezember 1931 beim Reichskanzler stattfand, galt den verhängnisvollen Auswirkungen .der Rotver- verordnung auf die Lage der Arbeit- nehmerschalt und der Beamten. Die Gewerkschaftsvertreter führten insbesondere aus, daß 'die Rotverordnung di? Arbeitnehmer und Beamten vor allem deshalb schwer belaste, weil die Preissenkung der Lohn - und Ge - haltssenkung nichtvorangehe. Sie verwahrten sich ferner gegen die durch die Rot- Verordnung festgelegte Sonderbehandlung der Bergarbeiter und der Gemeinde- und Staatsarbeiter, durch die der Lohn dieser Arbeitergruppen zum Teil erheblich noch unter den Stand vom 10. Januar 1927 herabsinke. Rachdem die Reichsregierung den Weg der Deflationspolitik beschritten und Löhne und Gehälter auf den Stand vor der Rationalisierung zurückgedrückt habe, müsse die Regierung nunmehr die Preissenkung auf der ganzen Linie schnell und durchgreifend in die Wege leiten und alle Tarifverträge für allgemein-verbindlich erklären. Die Vertreter des Deutschen Gcwer.schaftsbundcs wandten s ch b.sonders gegen die empfindlichen Kürzungen der Bergarbeiterlöhne und der Löhne der Arbeiter in den öffentlichen Betriebe. Ebenso hart sei die Lage vieler Angestellten. Eine Besserung der Geschäftslage auf dem Binnenmärkte sei direkt abhängig von einem vollen Erfolg bei der Auflockerung und Senkung der Preise der Lebensmittel und Bedarfsartikel, der Tarife für Verkehr, Strom, Gas und Wasser und von einer gut durchgeführten Miet- und Zinssenkung sowie von einer Preisminderung bei den Urftoffen. Der Reichskanzler wies in feiner (Entgegnung u. a. darauf hin, daft wir in einer strukturel- len Krise stehen und Dinge machen müssen, die andere Länder einfach durch verlassen des Goldstandards einfacher machen könnten. An der Senkung der Bergarbeiterlöhne sei man wegen der notwendigen Preissenkung bei der Kohle leider nicht vorbeigckommen. Ebenso könne man auch die Löhne der öffentlichen Arbeiter nicht unberührt lassen, wenn ein Teil der Beamtengehälter noch weiter gesenkt werde. Der Vizekanzler bemerkte dazu, daft es besser sei, eine organisierte Senkung dieser Löhne zu vollziehen, als daft später durch leistungsschwache Gemeinden die Löhne willkürlich noch stär- ker gemildert würden. Der Reichsarbeitsmini- ster bemerkte zu den Bergarbeiterlöhnen, daft wir vor der Frage standen, ob weitere 80000 oder 90000 Bergarbeiter entlassen werden müftten, oder ob man durch Lohn- und Preisauflockerung die Weiterbeschäftigung derselben erreichen will. Zur Ardeilsbeschaffungs- frage führte der Kanzler aus, daft für 2 5 0 Millionen Mark durch die Reichsbahn Vergebungen erfolgen, daft die Gesellschaft für Arbeitsbeschaffung mit 400 Millionen Mk. in Betracht komme und daft schlieftlich den Ländern und Gemeinden geholfen werden müsse, aus der Hauszins st euer, insbesondere auch aus den Rückflüssen nach wie vor Mittet für den Wohnungsbau zu geben. Besonderes Gewicht wäre auf die Durchführung der Preissenkungsvorschriften gelegt 3n Sonderheit werden auch die öffentlichen Tarife alsbald eine Herabsetzung erfahren. Der Reichsarbeitsminister hob besonders hervor, daft die Regierung unbedingt die kollektiven Arbeitsverträge halten will. Der Reichskanzler betonte am Schlnft, daft vom Erfolg in der Preisfrage der wesentliche Zweck der Notverordnung, nämlich die Voraussetzungen für die Ingangsetzung der Wirtschaft z« schassen, abhängt. Oer AOGB. Berlin, 15. Dez. (ERB.) Der Bundes-Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes trat zu einer außerordentlichen Tagung zusammen, um vor allem zu der lohnpolitischen Lage, die dÄch die Rotverordnung entstanden ist, Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende L e i p a r t berichtete über die Besprechungen mit der Reichsregierung. Bei diesen Besprechungen habe er die Hinausschiebung der Lohnsenkung gefordert, bis die Preissenkung sich tatsächlich ausgewirkt haben werde. Er habe weiter kritisiert, daß die Rotverordnung nichts für die Arbeitsbeschaffung vorsehe. Auch gegen die Verschlechterung der Sozialversicherung habe er sich ausgesprochen. Die Lohnsenkung auf den Stand vom 10. Januar 1927 bedeute praktisch in den meisten Fällen die Herabsetzung auf den Stand von 1925? Die Rotverordnung sehe vor, daß die Parteien bis zum 19. Dezember die Vereinbarungen über die neuen Lohnsätze treffen sollten. Das sei schon technisch nicht möglich. Wenn man sozusagen durch einen Schiedsspruch des Reichspräsidenten neue Löhne festsehe, dann müsse auch verlangt werden, daß diese neuen Löhne allgemeinverbindlich erk lärt werden und daß nicht durch Außenseiter diese niedrigen Löhne nochmals gedrückt werden. In einer Entschließung erklärt der Dun- desausschuß: Die schwerwiegenden Bedenken gegen einen allgemeinen Lohnabbau bestünden unvermindert fort, um so mehr, als in den Maßnahmen zum Abbau der Preise keinerlei Bürgschaft für einen auch nur annähernden Ausgleich der Kaufkraftminderung zu erblicken sei. Riemand kann ein größeres Interesse am wirtschaftlichen Wiederaufstieg Deutschland, an politischer Beruhigung und an der Erhaltung eines geordneten Staatslebens haben als die Arbeiterschaft. Es sind aber st ä r k st e Zweifel berechtigt, ob die Rotverordnung das deutsche Volk diesem Ziele näherführen wird. Der Bundesausschuh fordert von der Regierung, daß nunmehr alle dem Preisabbau dienenden Maßnahmen nicht weniger rücksichtslos durchgeführt werden als die außerordentlichen Eingriffe in den Lohnstanö und in das kollektive Arbeitsrecht. Die Gewerkschaften werden von sich aus alle Anstrengungen machen, auf einen fühlbaren Preisabbau hinzuwirken. Weiter verlangt der Bundesausschuh, dah schnellstens ein großzügiges Arbeitsbeschaffungsprogramm durch geführt wird zur endlichen Entlastung des Arbeitsmarktes und zur Behebung der Arbeitslosennot. Die ühristlich-Sozialen gegen eine Einberufung des Reichstags. B e r l in, 15. Dez. (VDZ.) Die Deichstagsfraktion der Christlich-Sozialen hat nach einem Bericht ihres Vorsitzenden Simpfendorfer zu der Vierten Rotverordnung und zur politischen Lage Stellung genommen. Der Dolksdienst "betrachtet die Rotverordnung in erster Linie unter dem Gesichtspunkt ihrer Bedeutung für dieFortführungderDefreiungspoki- t i k. Um die zweifellos vorhandenen Mängel der Rotverordnung zu beseitigen, wird der Volksdienst sofort die nottoenöigen Schritte unternehmen. Für die breitesten Volksschichten sind die ihnen neu zugemuteten schweren Entbehrungen erträglich, wenn diePreissenkung mit rück-, sichtsloser Energie durchgeführt wird. Die zukünftige Haltung des Volksdienstes wird davon abhängen, ob die Regierung in den bevorstehenden außenpolitischen Kämpfen auch weiterhin den festen Willen erkennen läßt, die endgültige Befreiung von den Tributen mit zielklarer Entschlossen- h e i t und unbeugsamer Härte zu sichern. Solange das geschieht, kann die Regre- rung auf die Unterstützung des Volks- dien st es rechnen. Von einer sofortigen Einberufung des Reichstages kann sich der Volksdienst nach allen bisherigen Erfahrungen eine Förderung des Freiheitskampfes nicht versprechen. Senkung des Reichskrafiwagentarifs. Berlin, 15. Dez. (WTB.) Amtlich. Der Reichsverkehrsmini st er hat mit sofortiger Wirkung folgende Aenderung des Reichskraftmagentarifs angeordnet: Die im Abschnitt I vorgesehenen Frachten für Ladungen von bis zu 1000 kg und die im Abschnitt II vorgesehenen Frachtsätze für die Gewichtsstufen von 1001 bis 3600 kg werden um 15 v.H., die Übrigen Frachtsätze im Abschnitt II um 5 v.H. ermäßigt. Diese Tarifänderung ist als Zwischenlösung anzusehen. Die im'Tarif enthaltenen Tabellen werden deshalb auch zunächst nicht neu aufgestellt. Cs ist beabsichtigt, den in der Verordnung über den Ueberlandverkehr mit Kraftfahrzeugen vorgesehenen Tarifbeirat in der ersten Hälfte des Monats Januar einzuberufen. Seine Aufgabe wird es sein, zu den zalftreichen, seit der Neuregelung des Güterfernverkehrs mit Kraft fahrzeugen geäußerten Wünschen Stellung zu nehmen und eine Grundlage für die Entschließung des Reichsverkehrsminsters über die organische Neugestaltung des T a r i f s zu schaffen. Die Tarifarbeiten sollen so beschleunigt werden, daß der neue Tarif am 1. Februar in Kraft treten kann. Eine Aotverordmmg in Preußen. LtarteLparmaßnaßmen in der Verwaltung. Berlin, 15. De;. (£7123.) Die der Sozialdemokratische Pressedienst meldet, hat sich die preußische Staatsregierung In der Nacht vom Doulag zum Dienstag bi» 4 Uhr morgens m i t Sparmaßnahmen befaßt, die srühesteus in der nächsten Doch« aus dem Wege der Notverordnung verwirklicht werden sollep. Die Beratungen des Kabinett» über den Inhalt der Verordnung sind abgeschlossen. Die Ausarbeitung der einzelnen Maßnahmen wurde den Ressort» übertragen. Dle neue preußische Notverordnung sieht vor allem entsprechend der letzten Notverordnung der Reichsregierung eine Kürzung der Gehälter usw. vor Außerdem sind zahlreiche Maßnahmen zur Herabsetzung der Verwaltungsausgaben in Aussicht genommen. 1L a. werden oier- zig Oberförster abgebaut. Geschlossen werden sämtliche Staatstheater bis auf da» Opernhaus und da» Schauspielhaus in Berlin, sämtliche pädagogischen Akademien bi, auf sechs. Außerdem werden 3 0 b l s 4 0 kleine Amtsgerichte zusammengelegt. Die anfänglich geplante Herabsetzung der Altersgrenze der Beamten von 65 auf 62 Jahre ist fallen gelassen worden. Auch die gemeldete Aufteilung zahlreicher Landkreise hat da» Kabinett nicht beschlossen. Zunächst soll der preußische Innenminister prüfen, welche Kreise ohne wirtschaftliche Gefahren aufgelöst und mit anderen Landkreisen verschmolzen werden können. Die S ch l a ch t st e u e r hat bis jetzt ebenfalls noch nicht die Zustimmung des Kabinetts gesunden, vielmehr wurde der Zlnanz- mlnlsler beauftragt, darüber zunächst noch bestimmte Erwägungen anzustellen. Zitier antwortet aus die Äund- sunlrede des Reichskanzlers. München, 16.Dez. (CNB. Funkspruch.) Eine als Sondernummer des „Völkischen Beobachters" veröffentlichte Antwort Hitlers auf die Rundfunkrede des Reichskanzlers Dr. Brüning geht davon aus, daß die Richtigkeit oder Unrichtigkeit einer geistigen Stiftung — ankniipsend an die Bemerkung Brünings vom Gegensatz zwischen gewissenhaften Arbeiten und bloßem Reden — nur durch den wirklichen Verlauf der Ereignisse bewiesen werden. Der Rurs des heutigen Systems, so heißt es darin, habe nur den kritischen Rednern recht gegeben. Hitler erklärt dann, die Partei sei jederzeit bereit, vom Redenabzugehen unddieVerantwor- tu n g zu übernehmen. Hitler gibt dann zu, daß cs in seiner Partei einzelne Führer gegeben habe, die mit seiner Legalitätsauffas- sung nicht überein st immten, erklärt aber, daß solche Männer aus der Partei entfernt worden ^eien. Hitler richtet dann an den Reichskanzler die Frage, ob es außenpolitisch richtig und klug sei, eine Bewegung, die nationalpoli- tisch gesehen, den einzigen Aktivposten Deutschlands für eine wirkliche nationale Außenpolitik Überhaupt darstelle, planmäßig der Welt gegenüber als eine illegale und verderbliche Räuberbande vor ft eilen zu lassen, ohne aber auch nur im geringsten den Sieg dieser Bewegung verhindern zu können. Hitler richtet an den Reichskanzler die Frage, ob er glaube, daß es den Wesensgedanken der Demokratie entspreche und damit dem innersten Sinn der Weimarer Verfassung nahe komme, wenn eine Regierung bleibe, obwohl sie wisse, daß der Aus- , gangspunkt ihrer Gewalt, nämlich das Volk, sich schon längst von ihr gewendet habe. Die Ra- tionalfoAialiftcn respektierten die Verfassung in ihrem Kamps um die politische Macht und hofften, daß es ihnen möglich sein werde, dem deutschen Volke eine neue und ihres Erachtens eine gesündere Verfassung zu geben. Er verspreche aber schon jetzt, daß sie ihre jeweils gültige Verfassung auch dem Sinne nach treuer respektierten, als daS heutige System die von Weimar. Der Vorwurf träfe nicht die Rationalsozialisten, sondern zu allererst daS heutige System. Die deutsche Innen« und Außenpolitik der letzten 13 Jahre sei Illusion gewesen. Die Meinung, 2* Milliarden an jährlichen Tributen und 2'/2 Milliarden an jährlichen ZinSlcistungen aufbringen zu können, sei eine Illusion, genau so wie es eine Illusion sei, zu denken, daß man für solche Lln- möalichkeiten auf die Dauer im Innern die politische Deckung finden kann. Die neue Rotverordnung werde sich in den Hoffnungen, die man an sie knüpfen müsse, als eine Illusion erweisen. Er habe keine Veranlassung, diese seine Aussassungen einem System gegenüber zu begründen, das von sich lelbst überzeugt sei, 1)ic sachliche Vernunft $u verkörpern, während man die Opposition als m Traum» und Wunschbildern befangen hinstellt. Gr habe noch viel weniger Grund zu einer solchen eingehenden Widerlegung, als ec ja seit vielen Monaten erleben müsse, wie wenig die sogenannte sachliche Vernunft die heutige Regierung davon abhalte, von Zeit zu Zeit in Den Phantasie- und Traumgarten der Opposition ein- zubrechen, um dann bic erst als vergiftet verschrieenen Früchte in amtlicher Packung als harmlose Kostproben dem erstaunten Volke als neue Erkenntnis des sachlichen Denkens vorzusehen. Seit der Reichskanzler auf dem Rotverordnungs- weae den inneren Frieden gegen Gewalt- Maßnahmen und Terrorakte in Schutz zu nehmen begonnen habe, sei unglücklicherweise der Terror unerträglich geworden Die t£ntrooifnungsbeftim- munqen würden niemals die Unanständigen von Angriffen zurückhalten, und noch niemals habe der Unanständige die Waffen abgegeben, sondern immer nur der Anständige. Auch die Wirkung dieser Rot- Verordnung werde, obwohl niemals gedacht, mithel- fen, seiner Partei den Sieg zu verleihen. Senkung der Schiffahrtsabgaben. Berlin, lö.Dez. iWTD. Amtlich.) Die SchiffahrtSabgaben auf den Reichsbinnenwasser st raßen und in den reichSeige- nen Binnenhäfen sind mit Wirkung vom 16.Dezember 1931 um mindestens 10 v.H. gesenkt worden. Auf den mitteldeutschen ReichSwasserstraßen ist der Abgabenlay für die im Linien-Silgüterverkehr beförderten Stückgüter sogar von 14 Pfennig je Sonne auf 11 Pfennig je Tonne und HebesteNe ermäßigt, für die Schisfahrtsechgaben aus den westdeutschen Kanälen gelten wieder die A gaben- lätze aus der Zeit vor der Erhöhung von 1*28. Darüber hinaus ist auf diesen Kanälen der Erregte Moratormmsdebatte im amerikanischen Kongreß. Scharfe Angriffe gegen Hoover und die deutschen Bankiers in Aeuyorl. Man vergleicht die Rüstungsausgaben mit den Schulden der Alliierten. Washington 16. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Schulden an Amerika im Gesamtbeträge von 31 Millionen Dollar als Abzahlung auf die Schuld- betrage und 92 Millionen Dollar Zinsen sind nicht bezahlt worden. Die Regierung der Vereinigten Staaten betrachtet indessen die Schuldner deswegen nicht in Verzug befindlich. Dafür tobte eine um so heftigere Reoeich'acht hierüber im Bundeskongreß, besonders im Repräsentantenhaus, wo der Abgeordnete Mac Fadden, der gegen die Ratifizierung des Hoover-Moratoriums agitiert, sich in maßloser Weise gegen Präsident Hoover und die „prodeutschen Bankiers in Reuyork" ausließ. Mac Fadden, der leit dem Zusammentritt des neuen Kongresses als Republikaner und Mitglied der Minderheit nicht mehr Vorsitzender des Bankierausschusses ist, diesem aber noch angehört, schrie: Hoover habe feinen Amtseid verletzt, al» er mit fremden Regierungen ein Moratorium beschloß. Die Schuldenabkommen mit den Alliierten seien keine internationalen vertrage soweit Amerika in Jrage komme, sondern Zinanzgesehe Amerika», und die könne Hoover nicht an- tasten, wenn nicht die deutschen internationalen Bankiers in Reuyork, nämlich Kuhn, Loeb & Co., Seligmann und Paul Warburg, schon lange die Streichung der alliierten Schulden irn deutschen Zntcrc'fe geplant hätten, so wäre Hoover nie zum Präsidenten gewählt worden. Mac Faddens Fraktionskollege Chiperfield wies diese unerhörten Beschuldigungen zurück und ließ die Bemerkung fallen, Mac Fadden sollte der Nachwelt als abschreckendes Beispiel oorgehaltcn werden, wie tief ein Abgeordneter sinken könne. Unterschatzamtssekretär Mills erklärte, es wäre eine „ewige Schande" für Amerika, wenn der Son» areß das Moratorium ablehnte, da im Juni 27 6 Parlamentarier, darunter mehr als Zweidrittel Senatoren, dem Präsidenten Hoover auf dessen Anfrage ihre Zustimmung zu feinen Plänen erklärt hätten. Rach Ansicht der FraltwnSfühcer ist daS Moratorium deswegen in eine so feindliche Atmosphäre geraten, weil es in der Sonderbotschaft des Präsidenten mit der Frage einer weiteren Reduzierung oder Verzögerung der alliierten Zahlungen verknüpft worden sei. Die Majorität des Kongresses und der öffentlichen Meinung habe volle Sympathie für Deutschland, aber man sehe nicht ein. warum man auf Kosten der amerikanischen Steuerzahler den Alliierten helfen solle, die so gewaltige Summen für Rüstungen a umgäben. Die „Washington-Post" veröffentlicht hierüber eine Zusammenstellung deS KriegSamteS. Danach Hütten 1930 für Rüstungen ausgegeben. Großbritannien 608, Frankreich 547. Italien 322, Polen 123, Rumänien 67, Jugoslawien 47, Belgien 23, Tschechoslowakei 41 Millionen Dollar. Dieser Lumme von 1779 Millionen Dollar ständen die Schuldbeträge dieser Staaten an Amerika mit insgesamt 243 Millionen Dollar gegenüber. Man gäbe 1 779 Millionen Dollar jür Kriegsrüstung au» und wolle 2 4 3 Millionen Dollar Schulden nicht bezahlen, und Frankreich, da» 22 Prozent seines Gesamtbudgets für kriegs- rüffung ausgebe, bringe sich mit sich selbst in Widerspruch, wenn es feinen Premierminister nach Washington sandte in der Absicht, die kosten des europäischen Kriege» dem amerikanischen Steuerzahler aufzuhalsen. Oer Sonderausschuß prüft die Finanzlage der Reichsbahn. Basel. 15. Dez. (WTB.) lieber die Lage der Reichsbahn erstattete Reichsbahndirektor Dr. Hornberger in der Sitzung des Beratenden Sonderausschusses ein Referat, in dem er u. a. ausführte: Die Einnahmeergebnisse der Reichsbahn sind bis 1929 auf rund 5,4 Milliarden gestiegen, fielen dann aber erheblich in den Iahren 1933 und 1931. Für dieses Iahr beträgt die Schätzung 3,86 (1,5) Milliarden, das sind 28 Prozent weniger als 1 9 29. Trotz Anpassung des Betriebes an den gesunkenen Verkehr und trotz Einsparungen auf allen Gebieten kann die Reichsbahn diesen Einnahmerückgang durch Ausgabensenkung nicht auffangen, da es voraussichtlich nicht gelingen wird, die persönlichen und sachlichen Ausgaben um mehr als 18 Prozent gegenüber 1929 zu senken. Die Einschränkung des Verkehrsumsangs beruht in erster Linie auf der Wirtschaftskrise. ist aber auch auf den zunehmenden Wettbewerb der anderen Verkehrsmittel, insbesondere des Kraftwagens. zurückzusühren. Deutschland hat zwar als erstes Land eine gesetzliche Regelung über das Verhältnis Eisenbahn — Kra'twagen durch- gesührt; außerdem hat die Reichsbahn durch grundlegende Umgestaltung des Bahnspcditions- wesenS eine Verbilligung der Roll'uhrgebühren und Ermöglichung eines Verkehrs von Haus zu Haus erreicht. Trotzdem ist mit einem weiter zunehmenden Wettbewerb des Kraftwagens zu rechnen. Angesichts der Preissenkungsmaßnahmen der Reichsregierung rechtfertigt sich die neue Tarifsenkung im Ausmaß von 330 Millionen, die sie zum größten Teil durch Minderausgaben auf persönlichem und sachliche G.b ei ausgleichen wird. Dcs-Iahr 1931 wird mit einem erheblichen Fehlbetrag abschliehen, der voraussichtlich auch durch die volle Inanspruchnahme der Ausgleichsrücklagen und Dividendenrücklage nicht ganz abgedeckt werden kann. 3m Iahre 1932 werden zwar alle Maßnahmen der neuesten Rotverordnung der Reichsregierung auf dem Gebiet der Kostensenkung zur Auswirkung kommen: trotzdem scheinen die Aus» sichten nicht günstig. Der Beratende Sonderausschuß hat sich nach Entgegennahme des Berichts bis auf w e i - teresvertagt. Es wurde ein Unterkomi- tee für die Reichsbahnfragen unter Vorsitz von Rydbeck (Schweden) und ein anderes Hnterfomitee für die Fragen des R e i ch S e t a t - unter Vorsitz von Colijn eingesetzt. Die Vorsitzenden dieser llnterkomitees werden dem Ausschuß nach Beendigung ihrer Arbeiten Bericht erstatten. Der Vorbereitende Ausschuß, der unter dem Vorsitz von Professor Beneduce (Italien) die Vorfragen für die Ausarbeitung des Berichts zu prüfen hat, hat seine Tätigkeit ausgenommen. Professor Deneduce hatte diesbezügliche Besprechungen mit Dr. Melchior (Deutschland), Rist (Frankreich) und Layton (England). Schlepplohn für leere Kähne in den hauptsächlich in Betracht kommenden Verkehrsbeziehungen um 26.6 v. H.. für beladene Kähne um 12.9 bis 17,7 vom Hundert in den verschiedenen Güterklassen gesenkt worden. Reben der allgemeinen Senkung bleibt der bereits bestehende Lebensmittelnottarif, der eine Ermäßigung von 10 v. H. vorsieht, weiter in Kraft. Aus aller Welt. Eine Aeujahrsbotschast des Reichspräsidenten im Rundfunk. Reichspräsident v. Hindenburg wird, wie wir erfahren, zum Jahreswechsel eine Rundfunkansprache a n da» deutsche Volk richten. Der genaue Zeitpunkt wird noch sesigeseht werden. Wird Mainz Erzbistum? Unter großer öffentlicher Teilnahme, in Anwesenheit der gesamten badischen StaatSregie- rung, von Vertretern des Reiches und Preußens und zahlreicher Bischöfe und Aebte wurde der verstorbene Freiburger Erzbischof Dr. Karl Fritz vor dem Sakramentsaltar im Liebfrauenmünster b e i g e f e tz t. Die Einsegnung wurde vomM a i n- zer Bischof vorgenommen. In der Presse wird die Möglichkeit einer Verlegung der erzbischöflichen Residenz von Freiburg nach Mainz erörtert. Dazu wird von maßgebender Seite milgeteilt, daß eine solche Verlegung schon aus verwaltungsr technischen Gründen nicht in Frage komme. Es sei verschiedentlich erwogen worden, ob i m Rahmen eines oberrheinischen Konkordats. zu dem Hessen, Württemberg und Baden gehören sollten, dem Bischof v o^i Mainz die Würde eines Titularerz» difchvss gegeben werden soll, toü aber an der bisherigen Regelung nichts g.u uert hätte, sondern lediglich eine Titelfrage gewesen wäre. Dagegen wird ernstlich damit gerechnet, daß der Bischof von Mainz, Dr. Ludwig Maria Hugo, auf den Srzbtfchofstuhl von Freiburg berufen wird. Ein Freund Hindenburg» einem Schlaganfall erlegen. Generalmajor Hans Ritter von Hemmer, । her Freund des Reichspräsidenten, der feit Jahren I jeden Sommer den Au'enrhalt des Reichspräsidenten in Dietramszell mit ihm teilte, wurde in München auf offener Straße während eine» Gespräches von einem Schlaganfall getroffen. Man brachte ihn in ein nahegelegene» Haus, wo fein Tod eintrat. Ritter von Hemmer, der 62 Jahre all geworden ist, war während des Krieges Chef des Ge- neralftabes des Korps Bothmer. Er war Ritter des Miltär-Max-Joseph-Ordens, des höchsten bayerischen Kriegsordens. Entgleisung de» Schnellzuge» Warschau—Wien. In der Rähe von Rogow in Kongreh-Polen entgleiste der Schnellzug Warschau, doch gelang es dem Lokomotivführer, den Zug so schnell an- Inhalten, daß ein größeres Ünglüd verhütet werden konnte. Einige Personen wurden durch herabfallende Gepäckstücke und eingedrückte Fensterscheioen stricht verletzt. Die älntersuchung ergab, daß die Schienen an der älnglückSstelle von verbrecherischer Hand losgeschraubt worden waren. Bei Rogow sind in den letzten Iahren in wiederholten. Fällen Eisen- bahnzüge aus ungeklärter Ursache entgleist./ Schwere» Einsturzunglück bei Bordeaux. In der Rähe von Bordeaux sand in einem Kaffeehaus in einem unteren Saal eine geschlossene Hochzeitsfeierlichkeit statt, während die Gäste deS Kaffeehauses über dem Saal im ersten Stockwerk Platz genommen hatten. AIS die Hochzeitsgäste gerade dabei waren, eine Quadrille aufzusühren. stürzte plötzlich die Decke unter furchtbarem Getöse ein und begrub die Tanzenden und die Gäste der ersten Stage unter ihren Trümmern. Es wurden nicht weniger als fünfzig Verletzte geborgen. Der größte Teil von ihnen hat schwere Kn achenbrüche erlitten. Zehn von ihnen muhten sofort in ein Krankenhaus überführt werden, wo man bei einigen der Schwerverletzten jede Hoffnung aufgegeben hat. Iragifche Folgen einer Fahrlässigkeit. 3n Heilbronn hantierte ein 28 Jahre alter lediger Sattler in der Wohnung (eines Freunde» mit einem Kleinkalibergewehr in fo unvorsichtiger Weise, daß sich ein Schuß löste, der die 29 Fahre alte u r a u feines Freunde» in den Hinterkopf traf. Die Frau war auf der Stelle tot. Mit derselben Waffe hat der Sattler sich sodann durch einen Schuh in die rechte Schläfe getötet. Großangriff der Ratten. In der nordfranzc fischen Hafenstadt FL camp kam e» zu einer wahren Rattenschlacht. Taufende von Ratten überfielen in geschloffene« Reihen daS Hafenviertel und drohten die in den Lagerschuppen aufgespeicherten Wären zu vernichten. Die Bevölkerung und die Hafenbehör- den wußten kein anderes Mittel, die Ratten zu vertreiben, alS eine ganze Meute von Hunden auf sie loSzulasfen, die nach langem Kampfe die Eindringlinge in ihre Verstecke zurückjagten. Hunderte von Ratten blieben auf dem .Sch'.acht- fclbe“ zurück. Man. befürchtet, daß sich die Tiere von ihrem ersten Mißerfolg nicht abhalten lassen werden, einen zweiten Vormarsch zu versuchen. Grohfeuer auf dcrn Umbau der Bank von England. Auf dem Umbau der Dank von England entstand kurz vor Schluß der Arbeitszeit ein Droß- feuer. DaS Feuer brach in dem Maschinenhaufe eines KranS aus und ergriff sofort daS ganze Gerüst, das für den Umbau der Dank von England ausgestellt ist. DaS Gerüst stand kurz darauf lichterloh in Flammen. Taufende von Menschen stauten sich vor dem Dankgebäude. Dald waren sie in schwere Rau« »tc'm e-tec^ ♦ Sehnte ft • "CDei X X* Nkhte« Oit y •"In ge' Svoiufl*tn r-MCir -e#tvei| 6 c Men n-egt- <-> i gen w.r;« o>» k> g<* Jtr o-«e »ir-r-r«. len fleh«" 6-t in 0.< t • (i eerh-Mt« Orte e t giexh^ tut neerem . Seltersweg 17 1. Etage Bal 3941. Nur solange Vorrat reicht! 24-30 0.75 M. 31-35 0.85 M. 30-40 0.95 M. 41-46 1.10 M. .Schuh hn un ft'olll.Giefjen Wcstanlage 6. |Slellengesdcne| Alleinstehend.Fräuieio vom Lande mbdite kl. sfädt. Hauähalt führen. 2dir. Anfr. unter 07367 an den Wieftener 3lnz. erb. Meine liebe Frau, unsere gute treubesorgte Mutter, Schwester. Schwägerin und Tante Frau Johanna GriinehaumMMav ist gestern nach kurzem Leiden im Alter von 51 Jahren plötzlich verschieden. Abraham Grünebaum Milli und Eugen Grünebaum Farn. Ferd. und Salti May, S. Kösteridi, S. Grünewald. Lang Göns. Frankfurt a. M., Heldenbergen. Zürich, den 15. Dezetnber 1931 Beerdigung in Lang-Göns Donnerstag, den 17. Dez., 0.70 Vs Dose Obst Birnen................ Pflaumen mit Stein ... Preiselbeeren.......... Reincklauden. natur ... Erdbeeren Stachelbeeren .......... Kirschen, rot mit Stein Himbeeren............ Johannisbeeren........ Musikschrank: Nadioavvarat mit 2challvlattenavpa- rat voUkomm. neu, im Auftrag biU.unt. günstig Bedingung, zu verkaufen. »^>r> iOilb. fi.2rt)mibt, Goetbeftrahe 2 t SiveNWe SolötotiiD ohncKovfPfd.0.35 Seelachs ohne Kovf Pfd. 0410 zileiDSlv Pfund 0.48 H. Kalbfleisch i > i«• i»ti•»I« 8685 SchaMlltrabe Filialen in all. Stadtteilen. 8653 a ÜifdjfiletWflrfritifi von 50 Pf. an 3rf)olicn 70 Pf. Notzungen 90 Pf. Irlufobcrhtf Pfund 90 Pf. do. im 4(uofd)nitt Pfund 120 Pf. Gestern verschied nach langem Leiden unser lieber Vater. Schwiegervater. Großvater Herr Wilhelm Nather Lokomotivführer L R. Reichhaltige Mittag- und Abendkarte Donnerstag. 17 Dez. 1931: Sonderkonzert Spezialität: Hühner-Suppe mit div. Einlagen. Sdiüssel Mk. 1.—. Fr. 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NOLL. 8632D vorgesehene Kredit wird um 1000 Mk. erweitert, wozu von der Schule in der Kirchstraße 450 Mk. übertragen werden und 550 Mk. zu Lasten des Reservefonds für 1931 gehen. Bon dem im Voranschlag für 1931 für bauliche Unterhaltung des Gebäudes der Oberrealschule vorgesehenen Kredit von 5000 Mk. werden 1000 Mark abgeseht und dem Kredit für Bauunterhaltung des Realgymnasiums zugeführt. — Stadtratsmitglied Mann (Soz.) bedauert bei dieser Gelegenheit, daß die städtischen Dauarbeiten so scharf gedrosselt wurden, und er würde es begrüßen, wenn wieder Mittel für Bauarbeiten verfügbar gemäht werden könnten. Schankkonzessionsgesuche. Befürwortet werden die Schankkonzessions- gesuche von Joseph Dürrer, Plockstraße 3 (Stadt- cafe), Josef Peter Paulus, Plockstraße 5, Bäckermeister Ludwig Rühl, Marktplatz 13, für einen Kaffeewirtschaftsbetrieb im Hause Marktstraße 2, Heinrich Ruhl, Bahnhofstraße 15 und Karl Walther für das Wasserhäuschen Walltorstraße Ecke Ostanlage. Ab gelehnt wird ein Gesuch von Johann Kirzinger für Wetzsteingasse 21. Lahnkanalisation und Wegfall des Schleusenkanals in Wetzlar. Auf Antrag des Bau-Ausschusses beschließt das Haus: Gegen den Vorschlag der Stadt Wetzlar, den Schleusenkanal in Wetzlar in dem Kreuzungspunkt der Bahnhofstraße, Brücken- und Moltkestraße an Stelle der Bollerbrücke zuzufüllen und gegen die Absicht, die Dillarmmündung in die Schleuse dieses Kanals nahe der Bollerbrücke zu verlegen unter gleichzeitiger Senkung des Wasserspiegels dieser Schleuse werden Einwendungen nicht erhoben, wenn die Stadt Wetzlar folgende Bedingungen übernimmt: 1. Bei einer späteren Fortführung der Lahnkanali- fation lahnaufwärts unter Benutzung des seitherigen Schleusenkanals verpflichtet sich die Stadt Wetzlar, den heutigen Zustand wieder herzustellen, d. h. die Zufüllung zu beseitigen, damit der Kanal im gleichen Maße wie heute benutzt werden kann. Die Dillarmmündung ist in diesem Fall mit Unterdükeruyg des Schleusenkanals bis zur Lahn (in das Unterwasser des Hausertorwehres) zu leiten. 2. Wird bei der endgültigen Entscheidung der Kanalisationsfrage die Schiffbarmachung der Lahn gewählt statt der Weiterführung des seitherigen Schleusenkanals, so verpflichtet sich die Stadt Wetzlar die Ersparnisse, die durch die Belassung der Kanalauffüllung und der Nichtausführung der Dükerleitung nach der Lahn (dem Häusertorwehr) entstehen, zur Schiffbarmachung der Lahn zur Verfügung zu stellen. Sladtlhcatcr-Abschluh 1930. Der Rechnungsabschluß des Stadttheaters für das Rj. 1930 weist eine Einnahme von 278 980 Mark, eine Ausgabe von 358 935 Mark, mithin einen Fehlbetrag von 89 955 Mark auß Da im Voransd)lag bereits ein Zuschuß von 87 300 Mark bewilligt ist, verbleibt noch eine Voranschlagsüberschreitung von 2655 Mark, die genehmigt wird. Bürgermeister Dr. Hamm bemerkt, am 1. Januar d. 2. fei noch eine Ueberschreitung von 20 000 Mark vorhanden gewesen, die durch scharfe Ausgabendrosselung auf den Betrag von 2655 Mark herabgedrückt worden sei. Vausachen. Folgende Baugesuche werden entsprechend den Wünschen der Antragsteller erledigt: Edgar Dorrmann, Reustadt 11 (Anbau an das Geschäftshaus); Max Bertram Ehefrau, Land» mannstraße 8 (Um- und Erweiterungsbau); I. D. Häuser, Reustadt 42/44 (bauliche Veränderungen); Wilhelm Bernhardt, Frankfurter Straße 110 (Umbauarbeiten an dem Wohnhaus); August Mattern, Wartweg 48 (Errichtung eines Wohnhauses); Heinrich Ruhl, Bahnhofstraße 15 (Errichtung eines Aufenthaltsraumes); Ludwig Günther zur Errichtung einer Autohalle auf wem Grundstück Bahnhofstraße 65; Paul Lauer zum Einbau eines Schornsteins im Gartenhaus auf seinem Grundstück in der Schu- bertstraße, unter gewissen Bedingungen. Erneuerung eines Gasofens im Gaswerk. Zur Erneuerung eines Gasofens im Gaswerk werden 8000 Mark bewilligt. Davon entfallen auf Materiallieferungen 6495 Mark, auf Löhne 1505 Mark. Die Ausgabe geht zu Lasten des Erneuerungsfonds des Gaswerks für das Rj. 1931. Auffüllungsarbeilen in der Schottsirahe. Das Abfahren der Erde von den Ausschachtungsarbeiten für den Reubau des Krüppel- Heims nach der Schottstraße wird an die Firma M. Abermann zum Gesamtbeträge von 5077,06 Mark vergeben. Die Arbeit ist bereits ausgeführt. Daulanderschliehung jenseits der Lahn. Dem Bebauungsplan für das Gebiet Hinter den Schießgärten, nördlich der Rodheimer Straße, sowie der dazugehörigen Ortsbausahung wird zugestimmt. Gleichzeitig wird die Aufhebung des Bebauungsplans zur Anlage einer Straße nördlich der Rodheimer Straße vom 30. Oktober 1925, sowie der Rachtrag zur Ortsbausatzung vom 20. November 1925 beantragt. Durch diesen Beschluß wird die Grundlage für die Erschließung des Geländes für die Bebauung geschaffen. kein Durchgangsfahrverkehr durch das Trillcrgäßchen. Dem Entwurf einer Polizeiverordnung, in dem die Sperrung des Trillergäßchens für den Durchgangsfahrverkehr (wegen der Paketladungen der Stadtpost) angeordnet ist, wird zugestimmt. Winterhilfe-Antrage. Am Schlüsse der Tagesordnung liegen dem Hause drei Anträge auf Gewährung von Winterbeihilfen vor. Die Kommunisten beantragen die Gewährung folgender Beihilfen an Erwerbslose, Wohlfahrtsempfänger und Kriegsopfer: für Verheiratete 40 Mk., für jedes versorgungsberechtigte — Ich dulde keinen Hund an meinem Tisch, Madame, sagte scharf der Franzose. Wollen Sie, bitte, das Tier unter den Tisch setzen — ober ich werde nicht viel Federlesens machen ... Die Amerikanerin geruhte abermals nicht, sich zu einer Antwort zu bequemen. Der Hund hatte sich wieder mit den Vorderbeinen auf die Tischdecke gestellt und mit der Zunge zu schlappen angefangen. Ohne ein Wort zu sagen, griff der Franzose das Tier am Genick, trug es an die Tür, öffnete diese und jagte es hinaus. — Bravo, rief eine Stimme im Lokal. — Bravo, riefen mehrere Stimmen. Wie eine Furie rannte die Amerikanerin hinter dem Vieh her und verschwand. Der Franzose war sehr erregt ... — Verzeihen Sie, meine Herrschaften, sagte er, daß ich so unhöflich gegen eine Frau sein muß. Aber es gibt Grenzen ... Die guten Sitten Frankreichs scheinen mir wichtiger als die Rücksicht auf eine Person, die ihrem Lande keine Ehre macht — und diesem geheiligten Raum erst recht nicht. Wehren wir uns gegen diese Pest, die uns von dort drüben in sehr verschiedenen Formen kommt ... Haben wir den Mut, auch einmal unhöflich zu sein ... Leere Räume 17380 »■........„...„nin und leerte feine Kaffeetasse und sein Benödictine- glas im Stehen. Neben mir saß ein Mann von vielleicht fünfzig Jahren, der ein bekannter Rechtsanwalt sein mochte. Er war sehr gepflegt, sehr ernst, wenn nicht ein wenig traurig. Wir hatten eben angefangen, miteinand"- zu plaudern, als außen ein Wagen oorsuhr. — Is that here? hörten wir in amerikanischem Akzent eine Dame fragen — und gleich darauf wurde die Tür aufgestoßen: eine schöne, schlanke Frau betrat den Raum. Sie rauchte eine Zigarette — unverkennbar eine Kamel — und hatte einen fetten Pekineserhund irn Arm. Sie schaute sich um, fand aber keinen Platz. Die wenigen Tische waren besetzt, nur an dem unsrigen waren noch die Plätze nach dem Raum zu frei. Wenn sie essen wollte, blieb ihr nichts anderes übrig, als mit einem dieser Plätze vorlieb zu nehmen. Was sie denn auch nach langem Hin- und Herreden mit dein Wirt tat, während sie eine neue Zigarette anzündete, deren widerlich süßer Geruch uns in die Nüstern schlug. Den Hund setzte sie auf den Stuhl neben sich. Aber das Tier blieb nicht still, sondern stellte die Pfoten auf die Tischkante und schnupperte mit seinem verrotzten Maul nach unserem Essen. In den Augen des Advokaten funkelte ein Zorn auf: — Darf ich Sie bitten, gnädige Frau, sagte er, den Hund sowohl von Tisch wie Stuhl zu entfernen. Ich dulde keine Hunde an meinem Tisch, wenn ich esse. Ich glaubte nicht richtig gehört zu haben ... obwohl ich ganz der Meinung dieses Herrn war. Die Amerikanerin nahm keine Notiz von dem Gesagten. Sie wandte sich an mich und sagte: — Wollen Sie mir nicht den Platz an der Wand geben? Ich sitze nicht gern mit dem Rücken gegen das Lokal. — Ich würde Ihnen diesen Platz schon angeboten haben, wenn Sie nicht einen Hund und eine Virginia-Zigarette mit an den Tisch gebracht hätten, erwiderte ich. — In Amerika, sagte sie, während ick) ausstand, respektiert jeder Herr die Wünsche und selbst die Launen einer Dame. — Wir sind in Frankreich und in Paris, sagte der Rechtsanwalt. Es ist uns gleichgültig, was man in Amerika tut. Wir gelten hier im allgemeinen als sehr höfliche Leute. Aber wir möchten auch, daß man unsere Gewohnheiten in unserem Lande respektiert. Die Amerikanerin hatte sich auf meinen Platz gesetzt und den Hund zwischen sich und dem Advokaten auf das Polster. Sie rauchte weiter. * Giehen. 15. Dezember 1931. Nach fast fünfmonatiger Pause trat der Stadt- rot heute wieder zu einer Sitzung zusammen, die zugleich den Abschluß seiner Tätigkeit im Jahre 1931 darstellte. Die Tagesordnung enthielt nur kleinere Vorlagen, über die nichts weiter zu sagen ist. Dagegen verdienen die Winter- h i l f e a n t r ä g e, die am Schluß der Tagesordnung von kommunistischer und sozialdemo- iratischer Seite gestellt wurden, eine nähere Beleuchtung. Die Kommunisten zeigten sich in bekannter Weise nicht engherzig, sie stellten Qln- :rägc, deren finanzielle Auswirkung die Stadtverwaltung auf die immerhin nicht unbeträcht- iche Summe von rund 637 000 Mark berechnete. Zs wird keinen verständigen und menschlich mit» ühlenden Bürger geben, der sich der großen Not in weiten Kreisen der Bürgerschaft verschließen DÜrde. Als Beweis dafür, wie sehr man zur Hilfeleistung für die in der weitaus großen Mehrzahl unverschuldet in Not geratenen Mitbürger bereit ist, kann die eifrige Liebestätigkeit urgesehen werden, die in der Gießener Winter- notbilfc, die bekanntlich ein vollkommen freiwilliges Hilfswerk unserer Einwohnerschaft dar- ftellt, zum Ausdruck kommt. Daß dadurch nicht alle Not vollständig behoben werden kann, ist leider Tatsache, denn die finanzielle Leistungsmöglichkeit ist unter den heutigen Wirtschafts» derhältnissen bedauerlicherweise eng begrenzt. Dos gleiche gilt in noch verstärkterem Maße töt die öffentliche, im vorliegenden Falle also töt die städtische Finanzwirtschaft. Herr K ä ft» ner als Wortführer der Kommunisten machte •mar Deckungsvorschläge für die von ihm beantrag’ tert Ausgaben, feine Empfehlungen haben aber lei- ier den Fehler, daß sie nicht bzw. nicht sofort zu verwirklichen sind und daher für die praktische Anwendung nicht in Betracht kommen. Die von ihm empfohlene Streichung des städtischen Zuschusses zum Flughafestbetrieb im Betrage von 17 650 Mk. oirb vorerst überhaupt nicht möglich fein, da der jDilschuß auf vertraglicher Grundlage beruht, mithin also nicht einseitig aufgehoben werden kann, übrigens auch im Hinblick auf die bereits verflossenen Monate des Rechnungsjahres zum größten Teile |djon ausgegeben ist. Dis von Herrn Kästner ebenfalls vorgesehene Streichung des Zuschusses zum Ltadttheater ist auch nicht möglich, da der Betrag zum Seil schon ausgegeben ist, so daß von der Gesamt- zuschußsumtne in Höhe von 50 000 Mark überhaupt mir noch ein Teil uerfüabar wäre, wenn man sich ralschließen würde, dem Theater die Zuschußleistung äwrzuenthalten, was aber gleichbedeutend mit der Schließung und der Entlassung des Personals wäre, lie aber Herr Kästner nach seiner Antwort auf einen Zwischenruf auch nicht haben will. Uebrigens ^Di'rbe die Schließung des Theaters nur größere Wusgaben für die Stadt bedeuten, da felbstver- flärrS(irf) die bestehenden Verträge erfüllt werden Mußten, während auf der anderen Seite die Ein- rnchmen verloren gingen. Die Beseitigung des Po- ^ltzeikostenzuschusses in Höhe von 105 600 Mark ist tbenfaUs eine Unmöglichkeit, da diese Zahlung der Gtabt nicht auf einer freiwilligen Leistung beruht, Mndern landesgesetzliche Verpflichtung darstellt. Die chiche Unmöglichkeit besteht hinsichtlich der von form Kästner geforderten Beschneidung der Ge- h'ter der städtischen Beamten, da auch hierfür ge- jctliche Vorschriften maßgebend sind, die vom Gie- Vättr Stadtrat nicht durch einen einfachen Federst ich beseitigt werden können. Man muß wohl oiaehmen, daß auch Herrn Kästner diese Sachlage nicht unbekannt ist, und es bleibt dann nur der kchluß übrig, daß es ihm bei seinen Anträgen libi glich um die Wirkung nach außen hin za tun war. Mit derartigen Agitationsanträgen wird aber leider den hilfsbedürftigen Mitbürgern Klavief äui,er!ÄiSnfle‘ irtfort J11!" «in g?* u^> und cllelir ZU w K. Die Amerikanerin. Wenn ich die Arbeit des Tages hinter mir habe, ■JNun ich mit ihrem Ergebnis so zufrieden bin, daß Ls Gefühl geglückter Leistung die vielen Sorgen ikrfdjlägt, die Aengste, Ungewißheiten und Be- -firdttungen, ohne welche heute das Leben eines Liuttchen Menschen nicht mehr denkbar ist, gönne hd mir das, was ich einen „Pariser Abend" nenne. U lade mir niemanden ein, ich gehe weder in die Ebn noch in das Schauspiel, ich laufe auch nicht fjinter irgendwelchen Vergnügungen her. Sondern itf lebe irre enge Bindung, welche zwischen dieser bezauberndsten aller Städte und mir selbst besteht, anif eine ganz heimliche Weise: wie ja schließlich jede Mlliche Liebe nach der Unsichtbarkeit, Verhülltheit istes reinsten Ausdrucks verlangt. Ich gehe — eiierlei, welche Jahreszeit es gerade ist — an den 3ii«ieufern entlang, ganz langsam, sage mir bei jt)em Schritte, welches Glück es ist, an den Sd)ön= ijnt'WH btt 8r Jlirr We, "'-'Skeitst- turaerlhr Sie stellten die technisch weit bessere Mannschaft, die Gäste waren nicht durchschlagskräftig genug, um zu Erfolgen zu kommen. Das Ehrentor hatten sie verdient. Das Diplomspiel der Lokalgegner (2- Jugend des DsB. — 2. Jugend 1900) stand im Zeichen der 1900er, die sich sogleich fanden und durch rasch entschlossenes Handeln vor dem Tor zu mehreren Erfolgen kommen konnten. Dach zeit- wc.sr au.gegl chene n Spi I übrrnahm 1900 wieder das Kommando und konnte das Ergebnis ruf 0:6 stellen. Troy großen Eifers konnten die DfB.er nicht zu Erfolgen kommen, deren ein oder zwei verdient gewesen wären. Handball im Gau Hessen (O T.) Mio. Gießen gewinnt In Friedberg 3:2. 3n dem ersten Aufstiegspiel In Friedberg zeigte sich die MW.-Mannschaft in bester Form. Dach überlegen durchgesührtem Spiele wurde die Turn- gemeinde Friedberg auf eigenem Platze mit 3:2 ezwungen. Das Schuhpech der Gießener Stürmer und die gute Leistung deS Friedberger Torwarts verhinderten eine höhere Tordifferenz. In der Gießener Mannschaft war diesmal kein schwacher Punkt. Diedermayer im Tor hielt verschiedene scharfe Schüsse mit gewohnter Sicherheit. Die startschnellen Derteidiger bildeten im Derein mit den Außenläufern ein gutes Bollwerk gegen die Friedberger Angriffe. Mittelläu'er Salz war der beste Mann auf dem Platze. Der Sturm hatte Familienmitglied 10 Mk., für Ledige 30 Mk. Die Stadt soll ferner für diese Familien die Zahlung der vollen Miete übernehmen, ebenso Gwr, Elektrizität und Wasser bezahlen. Alle Psluylacbeiten sollen sofort eingestellt werden. Für alle Arbeitsleistungen sollen nur noch Tariflöhne gelten bei 40stündiger Wochenarbeitszeit mit Lohnausgleich. Die Richtsätze sollen um 75 Prozent erhöht werden. Zur Deckung dieser Anforderungen sollen die städtischen Zu- schüise zum Flughafen (rund 17 600 Mk.) und zum Stadttheater (rund 50 000 Mk ) gestrichen, der gesetzliche Polizeikostenzuschuh der S^adt (105 000 Mk.) nicht mehr bezahlt und die Gehälter der städtischen Beamten so herabgesetzt werden, daß das höchste Gehalt den Betrag von 5000 Mk. nicht übersteigt- Die Sozialdemokraten beantragen in erster ßtnie, die im Hessischen Landtag mit den Stimmen der Dationalsozialisten beschlossenen Winterhilsesätze auch für die Stadt Gießen gelten zu lassen und die Beträge vorlagswe- e am 1. Januar 1932 auSzuzahlen, In der gleichen Wese auch die Dellung der Ausgaben nach den von den Dationalsozialisten im Hessischen Landtag beschlossenen Abgaben vorzuneh- men: als E v e n t u a l - A n t r a g machen die Sozialdemokraten den Dorschlag, die Winterbeihilfe des vorigen IahreS jetzt wieder auszuzahlen. (Die von den Dationalsozialisten im Landtag beschlossene W.nterhilfe setzt fest: 1. allen Erwerbslosen, Sozialrentnern und deren unter- stüyungt,b:dürfligen Angehörigen eine besondere Zuwendung In bar sür d'.e Beschaffung von Wlnterkleioung mit einem Mindestsatz von a) sür Eheleute oh:e Kinder 80 Mark, für jede- Kind 35 Mark, b) für Alleinstehende 50 Mark zu gewähren. Diese e.nmalige Zuwendung ist am 1. Januar 1932 auszuzahlen. Außerdem als lau'ende Beihilfen 2) an Familien mindestens drei Zentner Kohlen vro Monat, b) an Alleinstehende mit eigener W hnu.ig zwei Zentner Kohlen pro Monat, c) an sämtliche Untcrstühungsberechtigtc nebst deren Angehörige je einen Zentner Kartoffeln für den Monat bereitzustellen. Die Aufbringung der Mittel soll durch ein einmaliges Dotopfer von allen lioutden Dermögen über 20 000 Mark und von allen Gehalt-- und Lohnempfängern über 8200 Mark erfolgen. D. Red.) Oberbürgermeister Dr. Keller erklärt, die Derw'.rllichung deS Anträge- der Kommunisten würde eine Auigabr von 637 130 Mk- bedeuten. Gr empfiehlt, sämtliche Anträge dem Finanz- au2schuß zu überweisen. StadtratSm.tgl. Kästner (Komm.) begründet seinen Antrag ausführlich, lehnt die vorjährigen Sähe ab, empfiehlt dringend die Durchführung seiner Dorschläge und bemerkt dabei u. a.: „W i r brauchen keine Polizei!" (Zuruf aus dem Hause: „Das würde Ihnen so passen!"). Stadtratsmitgl. Mann (Eoz.) bemexkt bei der Begründung seiner Dorschläge u. a, da bet der Hess schen Landtagswahl die Meß. heil der Gießener Bürger die Dationalsozialisten gewählt hebe, fei eS doch nur richtig, wenn deren Wille zur Bekämpfung der Winternot auch in Gießen du ch- geführt werde, natürlich auch bei der Deaung der Ausgabe, da nach dem Ergebnis der Land- tagSwahl die Meh.heit der Gießener Bürger daS ja io haben wolle. Diesem Dorschlage könne auch Herr Kästner zustimmen. Er (Redner) bezweifle jedoch, daß die jetzige Mehrheit des Hauses der von den Dationalsozialisten vorgeschlagenen 'Belüftung zu stimme, und deshalb habe et den Cventual-Antrag gestellt. Im übrigen bringt der Redner noch einige Spezial- Vorschläge vor. Hierauf werden die Anträge durch einstimmig enBeschluß deSHaus s d:m Finanzausschuß überwiesen. „Verständnis sür Thea ter spiel." Bei der Besprechung der Schanlkonzessions» gcsuche e.sucht Stadtratsmitgl- Kästner (Komm.) in einer Sache um Aeußerung vom Magistrats- lisch über die Höhe der Pachtsumme in dem besprochenen Falle. Bürgermeister Dc. Hamm erwidert darauf, daß Stadtratsmitgl. Kästner die jetzt geforderte Auskunft doch schon bei einer persönlichen Rücksprache mit dem sachbearbeitenden Beamten erhalten habe. Kästner bestreitet das und erhebt gegen Bürgermeister Dr. Hamm den Dorwurf, er habe die Unwahrheit gesagt. Am Schlüsse der ösfentl chen Sitzung stellt Bürgermeister Dr Hamm fest, nach nochmaliger Prüfung deS Sachverhalts habe er nur zu erfläcen, daß feine vorhergehende Behauptung, Herrn Kästner fei In der mündlichen Erörterung deS Falles mit dem Beamten die gewünschte Auskunft bereit- erteilt worden, den Tatsachen entspreche. Dr. Hamm bemerkt, er wolle den.Dorwurf von Herrn Kästner nicht übelnehmen, denn alS Theaterdezernent habe er DerständniS für Theaterfpiel. (Große Heiterkeit Im Hause.) Schluß der vssentlichen Sitzung. sungsrnöglichkeit mit aus Paris, die, wie fein Empfang beweist, gcflattil etwas ho fnungsvoller in die Zukunft zu blicken. Dar allem wird der den Dationalisten unbeliebte Mi.lsterpräsldent T a d j ed din auf dem Altar der fhrisch'sranzüfifchen Derständigung ge 0 pfert. Es wird das gegenwärtige Kabinett zum Wahikabinett erklärt, das ohne seinen bisherigen Präsidenten und unter gleichzeitiger Ausfchif ung des Innenministers, unter peinlicher Leitung deS Kommissär- die schon für den Januar 1932 festgesetzten Wahlen vorzubereiten hl, deren unbeeinflußte Durch üh- rung Frankre ch garantiert. Gin beratender Ausschuß anS 21 Parteiführern und Provinzialgouverneuren hat die Aufgabe, den Kommissär zu unterstützen. Im März 1932 nun soll dieses neue Par- mit Frankreich umwandelt und mithin Syrien zu einem souveränen Staat macht. Diese Lösung der syrischen Frage ist an und für sich, nicht ganz neu, aber es scheint, dah gewiss« Zugeständnisse F.ankreichS an die Opposition diese bewegten, von ihrer Kard.naliorderung abzu- stehen. Diese Hauptforderung, die Aenderung oes MandatS in einen Staatsvertrag zwi chen aleich- berechtigten Partnern vor denWahlen durchzuführen, wurde dem Wunsch F.-anrrcichS, die- Dem neuen Parlament zu überladen, entsprechend, fallen gelassen. Wenn aber andererseits auch Herr Pensot sehr freundlich empfangen wurde, kann heute über die weitere Taktik der Opposition keine Doraussage gemacht werden, da sie sich in Schweigen hüllt und Eicklärungen über ihre weitere Po- litik erst nach ihrem in Kürze zusammentretenden Parteitag abgeben wird. Es ist nicht bekannt, welche Zugeständnisse Paris den Dationalisten machte, aber es ist wahrscheinlich, daß sie irgendwie die fünf tige Regierungsform des Landes betret en. Die Frage aber, ob Syrien Republik oder Monarchie wer- den wird, ist noch immer das yrohe Geheimnis, welches allt^g ich zu den weilgehendstenG und phantas ichßen Kombinationen Anlaß gibt. Gin halb ofsiz'elles Dementi der letzten Tage, daS die Agentur HavaS verbreitet, stellt die als sicher angenommene Personalunion Syrien- mit dem Irak unter dem König Faisal wie- der sehr in Frage und läßt neuerlich die alte Kombination der Krlnung be3 anderen Haschimiden, de- Exkönig- Ali, zum Herrscher von Syrien in den Doroergrund treten. Ob die Furcht Frankreich-, durch eine Bereinigung der beiden arabischen Länder eine Einbuße an Ginlluß zu erleiden, die maßgebende llr'ache des Rückzüge- Frankreichs in dieser An gelegen he t war, was verständlich toäie wenn m n d e bedeutenden Aög ichkciien Englands in Syrien in Betracht zieht, oder ob der alte Widersacher Faisals, der Wahhabi Ibn s s a ' u d, protestiert hat, ist unbekannt. Eicher ist nur, daß dieses Königsproblem der syrischen Probleme noch immer geeignet ist, Frankreichs Weg aus Damaskus zu erschweren. Syrien steht am Dorabend eines historischen Augenblicks und Fcankre'ch hat es verstanden, sich ohne schwerwiegende Einbuße an Ansehen aus der wenig erfreulichen syrischen A färe zu z ehen, die eS mehr Geld und Blut ge k0 ste t hat als zehn anbere Kolonie labenteuer. ES ist den Weg gegangen, den England schon früher im Irak beschritten hat. und hat, wenn auch ein wenig spät, die cnbgü'tige Liquidation des großen Au standes endlich in die W?ge gebe tet. Der Mann aber, dem Syrien letzten Endes seine iln» abhängigkeit zu verdanken Hal, der große dru- sische Löwe Su'lan A t r a s ch Pascha, sitzt unversöhnt und verbittert, ein Heimatloser, mit den letzten seiner Getreuen in der Wüste und ißt daS harte Brot der Derbannten. größten Bedeutung, sowoyt lut wyrien für Frankreich ist, ein Gesetz, das geeignet lich daS seit der Besetzung des Lande- _ Dolf und Mandclörnachl bestehende ungeklärte Derhältnis zu beenden und die lang ersehnte Unabhängigkeit Syriens zu begründen. Wan wird sich erinnern, daß nach Beendigung des großen syr schen Aufstande- von den verschiedenen sranz s.schen Komm.s ären eine Formel zur endgültigen Teitiedung des Landes gesucht wurde, welche, ohne das Prestige Frankreichs zu verletzen, den Forderungen der nationalen Parteien halb- weg- entsprach. Es wurde im Februar 1923 der Scheich Tadj edd nel hu seini zu.n Minlsterpräsi- Hdenborf (Lahn) I — Saasen i 6cO. In Allendorf standen sich zwei Druppenmeister gegenüber. Allendorf war wesentlich im Dorteil und lag bei Halbzeit mit 3:0 Toren In Führung. Auch nach Seitenwechsel blieben die Platzbesitzer weiter überlegen und siegten sicher. Lollar I — Großen-Vuseck I 7J. Die Gäste lieferten den Oollatem ein gleichwertiges Spiel. Di- kurz vor Schluß führte Lollar mit 4:3 Toren, um Dann in wenigen Minute» dem Ersatzhüter der Gäste noch dreimal das Dachsehen zu geben. Dorher standen sich Lollar-Jn- gend — Großen-Duseck II gegenüber. Hier konnten die Gäste einen 2:1-Sieg mit nach Hause nehmen. Raunheim II — Watzenborn I 0:0. Obwohl die Gäste In Raunheim nur mit zeh» Mann antraten, lieferten sie den Platzbesitzera ein gleichwertiges Spiel, bei dem eS aber trotz aller Anstrengungen aus beiden Seilen zu keine» Erfolg reichte. Daubrlugen I — Sichertshausen I 1:4. Dach länaerer Pause trat Daubringen geqe» Sichertshausen zum Freundschaftsspiel an. Die Gäste erwiesen sich alS Überlegen und stellte» einen 4:1-Sieg sicher. wicseck 2. Jugend — Drohe I 0:2. Der Deuling Trohe stand auf dem Wiesecke» DlaNe der 2. Jugend deS Platzverein- im Freund» schaftSspiel gegenüber. Den körperlich Überlegenen Gästen gelang es, ihren ersten Sieg mit nach Hause zu nehmen. mit verschiedenen scharfen Schüssen ausgesprochenes Pech. Rochrrmel wurde in guter Schußstellung verschiedentlich äußerst unfair von der Fried» berget Mannschaft behindert. Die glänzende Deckungsarbeit der Hintermannschaft und Läuferreihe und das gute Zusammenspiel d.r L.ürm.r sicherten d.m Mtv. in der ersten Halbzeit eine tlare Hcberlegcnbcit Den Jüh- i rungstreffet der Gießener konnte Friedberg bei einem schnellen Dvrstoß ausgleichen. In der zehn- ■ ten Minute der zweiten Halbzeit brachte ein H unhaltbarer Wurf von Dehren den Mtv. in Führung Ein wuchtiger Straswurf des LintS- 1 außen erhöhte die Tordifferenz auf 3:1. Fried- 1 berg drängte in den letzten Minuten und tarn zum zweiten Gegentreffer. Schiedsrichter Geismar war dem Spiel ein gerechter Leiter. Handball im DfB.l — Io. wleseck I 3:4. Der Start der Handballer gestaltete sich recht ansprechend. Tv. Wieseck. eine gut eingespielte . und schnelle EI', konnte nur knapp gewinnen Die junge Sis des DfB fand sich sehr gut zurecht, konnte dem Deancr hrrl zu'ctzen und führte sogar bald 2:0. Wieseck Ion. u aber nach besserem Zuspiel auSgleichen und in Führung gehen. DfB. ließ sich nicht entmutigen und holte auf. Dach verteiltem Spiel erzielten gegen Schluß die Turner den Siegestreffer, nachdem DfB- einige tot- sichere Sachen ausgelassen halte. Arbeiter-Tui-N' unh C^porfbunö. Lrbstadl I - wieseck I 2:2. Das Spiel wurde der Platzsperre in Erbstadt wegen in Eichen a. d. Ridder abgetragen. Wieseck war trotz Ersatz von Spielbeginn an im Dor- teil und nur der glatte Boden verhindert« Erfolge. Erbstadt spielte unter Einsatz der Körver» kra't, konnte eS aber nicht verhindern, daß W.e- seck bei Halbzeit mit 0:1 führte. Dach dem Seitenwechsel konnte Erbstadt den Ausgleich et» zielen, während die Wiefecker die sichersten Torgelegenheiten auSließew Erbstadt kam durch einen Strafstoß zum Führungstor. Dann aber lag Wieseck wieder mehr im Angriss und sandte aus einem Eckball zum AuSgleichStvr ein. Heuchelheim I — Dorheim I 5:2. Don Spielbeginn an drängten die Heuchelheimer stark, kamen zum FührunaStor, dem die Gäste jedoch kurz darauf den Ausgleich entgegensetzten. Dach Seitenwechsel übernahm Heuchelheim abermals die Führung und erzielte außerdem ein dritte- Tor. Die Gäste konnten dann aus 3:2 verbessern, während die Platzbesiher zwei weiter» Tore erzielten. Raunheim 1 — TUeber-JlorflaM I 2:L Dieder-Florstadt war in Raunheim zu Gast. Trotz der schlechten Bodenverhältnisse lieferten sich beide Mannschaften ein flotte» Spiel. Bei Halbzeit führten die Gäste mit 0:1. Dach dem Seitenwechsel kam Raunheim mehr in Fahrt, schuf den Ausgleich und erzielte kurz daraus den Siegestreffer. Großen-Linden I — Conbor, I 3:2. 3m Rundenspiel um die DezirkSmeisterschaft der zweiten Bezirlsklasse standen sich die genannten Gegner in Großen-Linden gegenüber. Bei Halbzeit führte der Platzbesitzcr 1:0. Dach Seiten- ' wcch'el erzielten beide Gegner noch je zwei T.^rtzW so daß Großen-Linden mit Diel Glück Sieg :0. Nach ftitw och je Mi Lon el ®lüd Sicga Bund für christlich-eoangelifche Erziehung in Haus und Schule Freitag, den 18 Dezember, abends 8 Uhr, findet im Fohannessaal unsere diesjährige 18 RM. 27 RM. 36 RM. 54 RM. 72 RM. 90 RM. 150 RM. 225 RM. 450 RM. 900 RM. 1500 RM. ' 3000 RM. ton 500 001 RM. und mehr....... 6000 RM. Für die Ehefrau wird ein Zuschlag in Höhe der Hälfte des Ifir Jen Ehemann maßgebenden Steuersatzes erhoben. Elektro inWlgWaschmaschine ithavsw 1W Daubringen M AM wy^'^twArv iwwtv Es ist nicht möglich, in meinen Schaufenstern auch nur annähernd zu zeigen,was ich zur Auswahl zur Verfügung halte. Kommen Sie bitte zwanglos in mein Geschäft! 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Sie Jahreseinkommen bis Frische Seefische Fischfilets Räucherwaren Marinaden Fleisch- und Herinaösalat empfiehlt ««D C.G. total Bahnhofstr. 61, Tel. 3866. herzlich ein. Der Vorstand. asm \ M). d ©rwwifte lentiid) im Tortcl Loren in WM en die PIMhii icher. ufetf 17:3. item ein gleich» chluh führtet wenigen Wim: > dreimal dasD )en sich Lollar-) enüber. Hm W g mit nach W nbora 10:0. tbeim nur mit g .den MbeW dem es aber te en Seiten zu W Weihnachtsgeschenke von wlfkllchem Wertl 5 Tage zur Probe I Zahlg aufWunsch In bequemen Monatsraten! tieleTaas.AcerkennuDlen Beralünßu.KatalofiliostenL Günstige Gelegenheiten von Hk. 10.- an! RoDerl Beller Giebcn, am Bahnhof l'erkaulsnlederl.d. Firmen: Hensoldt.Zelss.leilz, Busch Oodenstock. Schütz. Die Listenpreise aller Markengläser sind ab sofort 1t. Notverordng. um IO’/q ermäbigt. Lassen Sie sich den 3-Röhren-Vollnetzfernempfänger mit eingebautem Selektivitiitsregler, Störsendersperre und voll dynamischem Lautsprecher (Tefag jun.), seither. 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Aach dM tzx, !N Ausgleich v ^sichersten >t kam durch eira nnabnlagD» ' sandte aus eim Personen, die im Kalenderjahr 1930 einkommenssteuerfrei nxi.i'ii, zahlen die Hälfte des obigen niedrigsten Satzes, wenn ifjiDtcalDermögen 10 000 RM. jährlich nicht übersteigt. Soweit die Bürgersteuer durä) besonderen Bescheid angefor- öen roird, ist sie mit je einem Drittel am 10. Dezember 1931, 14.Februar 1932 und 10. März 1932 an die Stadtkasse Gießen x» eirlrichten. Bei nicht rechtzeitiger Zahlung erfolgt auf Kosten ttes Schuldners Mahnung und erforderlichenfalls Zwangsvoll- rtrfiurg. Utit Rücksicht auf die jetzt erst erfolgende Ausgabe der Slmerbescheide wird die .Trift zur Zahlung der ersten Rate bis Arbeitslosen- oder Krise' unteistützuna empfangen; b) laufend Unterstützungen aus der öffentlichen Fürsorge erhalten; je) Renten aus der reichsgesetzlichen Sozialversicherung emp- I fangen, wenn ihr gesamtes Jahreseinkommen 900 RM. nicht übersteigt; i) Zusatzrente nach § 88 des Reichsversorgungsgesetzes Der Arbeitgeber, in dessen Dienst der Arbeitnehmer am je» toei.ig en Fälligkeitstage steht, hat bei der nächsten, auf die Fälligkeit folgenden Lohnzahlung den zu entrichtenden Teil- fcr nag ber Bürgersteuer vom Arbeitslohn einzubehalten, binnen Donnerstag,ll.Dezbr. nachmittags 2 tthr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28 dahier/ZwangSweise gegen Barzahlung: 1 Klubsessel, 4 Bertikos, 4 Nähmaschinen, 8 Chaiselongues, 3 Trumeauspicgel, 9 Diwane, 1 Kassenschrank, 3 Schreibtische, 6 Büfetts, 3 Kredenzen, 2 Plüschsessel, 1 elektrische Ständerlampe, 1 Handbohrmaschine, 1 Korbmöbelgarnitur, 1 Wanduhr, 1 Schrankgrammophon, 1 Damenfahrrad, 1 Wa|chtisch, 1 Radioapparat mit Lautsprecher, 2 Kleiderschränke, 1 Bitrine, 1 silbernen Ring, 2 gold. Ringe, 1 dünnes Armbandkettchen, 1 Klavier, 5 Stühle, 2 Regulatoren, 1 Eisschrank, 1 Gasherd, 1 Haarschneidemaschine, 1 Aktenrollenschrank, 1 Registrierkasse, 2 elektrische Kühlschränke, 2 Schreibmaschinen, 2 Rohrsessel, 1 Bank, 1 Tisch, 1 Rauchtisch, 1 Truhe, 6 Pfund gemischte Dragees, 7 Tafeln Schokolade, 3 Ausziehtische, 1 Wirtschaftsbüfett, 2 Gläser- schränte, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Wäscheschrank, 2 Bücherschränke. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe im Versteigerungslokal): 1 Druckautomat, 1 Ladentheke, 1 Zucktschwein, 5 Läuferschweine, 1 schwarzscheckige Kuh, 1 Horch-Personenwagen. voraussichtlich bestimmt: 6 Schreibmappen, 12 echte Vulkan-Koffer (Hartplatt.). Bestimmt: 1 Plüschsofa, 1 Vertiko, 1 Blumenständer, 1 Tisch mit 4 Stühlen, 1 Bild (Mein Kindlein). Gießen, den 15. Dezember 1931. Moll Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstrahe 33, Telephon 3239. DMeze __ , U7,g!grund amtsbekannt, dann erfolgt Erlaß der Steuer von Avlwb aegen. ferner sind befreit Personen, deren gesamte Jahreseinkünfte (tau ift der auf ein Jcchresergebnis umgerechnete Betrag des AMil-lohns, der bei der auf die Fälligkeit folgenden Lohn- 3clgbn g zu zahlen ist, zuzüglich des sonstigen Einkommens) im KiUnderfahr 1932 500 RM. nicht übersteigen: diese Befreiungs- vEshrist gilt nicht, wenn das landwirtschaftliche usw. Vermögen, Gowdiermögen und Betriebsvermögen 5000 RM. übersteigt. ließen, den 15. Dezember 1931. ttipfangen. Jie Befreiung tritt nur ein, wenn der Steuerpflichtige das iitk$en des Befreiungsgrundes nachweist. Ist der Befrei- ‘.'S*! an" die Stadtkasse Gießen äbzufuhren und die emailt dvn & fciljilhnen Beträge in dem schon für die Lohnsteuer zu führen- hverein» im o Lohnkonto gesondert anzuschreiben. sörperM j eoroeit die Bürgersteuer durch Einbehalten eines Lohn- ober elften 6ie9 m Gchillsteils zu entrichten ift, haftet gemäß § 25 der Reichsver- oo-Sriina zur Durchführung der Bürgersteuer vom 1. Oktober 1=131 rt| . . 6P-rnlen . . Taittig . . . 3e Noten........ Norwegilche Noien........ Seutftb-CeRenetafi, 1 100 GLlLIntz Humdnlidie Stoien........ €d)roeotid>e Seien........ Gd>rDti|et Noten......... Epaniidie Noten ........ Ungarilche Noten ...... Reichsbankdiskont 7 o. h.. 4,20 58.45 79.89 14.52 16.48 169.76 21.51 78.49 2.40 80.84 81.84 33.43 7ombardzlni 4.22 53.69 00,21 14.50 14.54 170 44 21,64 71.01 2.50 81,10 82.16 35.57 »fuß 8 0. h. Kirche und Schule. Kreis Schotten. T Sellnrod. 14. Dez. Gestern trat die Kir - chengemeindevertretung des Kirchspiel» Aufammen, um über den Voranschlag der Kirche für daS Jahr 1932 zu beraten. Der Vorsitzende, Pfarrer König (Groß-Eichen), eröffnete die Sitzung mit Schriftlesung und Gebet. AlSdann wurde Der beiden im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder Karl Kraft Ul. (Altenhain) und Konrad Funk XII. (Sellnrod), gedacht. An deren öicl.e traten Bürgermeister Rahn (Altenhain) und Heinrich Schneider (Sellnrod), die von den Vorsitzenden verpslichtet wurden. Bei der Ausstellung deS Voranschlags wurde äußerste Sparsamkeit beobachtet. Der Vorsitzende trug alsdann den Bericht über den kirchlich-fittlichen Zustand der Kirchengemeinde aus dem Vorjahre vor, an den sich eine Aussprache anschloh. Moment schloß sie die Augen: ihr schweres Atmen verriet, daß sie eine gewaltige Erregung in sich niederzwang. Frau Lenz warf einen Blick in das gänzlich veränderte Antlitz des Gastes: sie wußte genug! „Wenn es die gnädige Frau interessiert?" Aus einem kleinen Raume, der neben EbbaS Zimmerchen lag und in dem man allerlei alte Möbel aufbewahrte, brachte sie das Körbchen: die Windeln und die blaufeiöene Decke lagen säuberlich zusammengebunden darin. »Da sehen gnädige Frau den Korb, in dem eine pflichtvergessene, von allen guten Geistern verlassene Mutter ihr Kind aussehte!" wie höhnisch und triumphierend die Stimme der Frau Lenz klang! von allen guten Geistern verlassene Mutter, ja —I" hauchte Angela, die sich nur mit größter Anstrengung ausrecht erhielt. Wenn sie nicht eine gute Schauspielerin gewesen wäre, die gelernt patte, sich in jeder Lebenslage zu beherrschen — vor diesem kleinen Körbchen, Der verblaßten blau- seidenen Decke und den paar Stücken Leinen wäre fie gewiß zusammengebrochen. Mühsam ging ihr Atem. Und die andere ließ die Blicke nicht von ihr — deren Augen saugten sich förmlich fest an dem blassen, wie zu einer MaSke erstarrten Gesicht Angelas, durch das sie aber dennoch in daS todwunde Innere dieser Frau, deren Geheimnis sie hellseherisch erriet, zu bringen vermochten. .— ist es nicht unauSdenklich. daß eine Mutter so handeln konnte? Bei einem Mädchen, daS heimlich gebiert und auS Furcht vor der Schande sich in einer Stunde der Verzweiflung ihres KindeS entledigt, ist eine solche Handlungsweise schließlich begreiflich — doch bei einer verheirateten reichen Frau — man steht vor einem Rätsel! Diel Geld hatte man für deS KindeS Erziehung beigefügt; gewissenhaft haben wir eS angelegt und für EbbaS Aussteuer bestimmt! Ebba ist unsere Tochter; sie ist von unterem Einkommen mitcrzogen — wo drei satt werden, brauchte ein viertes nicht zu hungern! Jederzeit können wir Rechenschaft ablegen, sollten Ebba- Eltern einmal austauchen — alles können sie wieder bekommen — nur Ebba nicht! Die geben wir niemals her; ihre Eltern haben jeden Anspruch auf sie verwirkt —“ Wie beharrlich die Augen der LehrerSfrau auf Angelas Gesicht ruhten, ihr kein Ausruhen gönnend. Ach. wie grau’am Frauen doch sein tonn eit, besonder-, wenn es sich um eine Mitschwester handelt! Da gibt eS kein Erbarmen! Man spürt förmlich die Genugtuung, wenn eine der andern weh tun kann! Aber ob die Worte der Frau Lenz der unseligen Frau so weh taten wie EbbaS Worte, alS die mit ihrer klaren weichen Stimme sagte: »Ich will gar keine andern Eltern al- euch, Muttchen! Und wenn ich ein Königskind wäre! Meine richtigen Eltern, besonder- meine Mutter, könnte ich doch niemals lieben — ich verachte sie." War eS nicht, als ginge ein Erbleichen über Angela» Gesicht — als blickten ihre Augen mit einem beinahe verzweifelten, demütigen, bettelnden Blick auf den roten Mädchenmund, der so harte Worte sprach? Und triumphierend blickte Frau Leitz Angela an — mitleidlos, voller Genugtuung! WaS hatte die ihr bis vor kurzem noch gaiu fremde Frau getan, daß sie sie in einen Abgrund von Qual und Verzweiflung stürzte? Ach, e» war ja nur die Angst um ihr Kind — weil sie fürchtete, die andere fei gekommen, e» ihr zu nehmen, eS ihr durch allerlei listige Lockungen zu entfremden und an sich zu ziehen! »ES müssen ganz außergewöhnliche Verhältnisse gewesen fein!" Angela zwang sich, überhaupt nur etwas zu sagen; wie aus weiter Feme tönte ihr die eigene Stimme im Ohr. »haben EbbaS Eltern niemals etwa» von sich hören lassen?" »DiS heute nicht! Und ich würde e» jetzt auch um jeden Preis verhindern, daß Unruhe in meines KindeS Leben getragen wird — I“ Wie eine Löwin, die ihr Junge» verteidigt, erschien Frau Lenz. Fanatismus leuchtete au» den dunklen Augen, und ein eiserner Witte lag auf ihrem sonst so weichen, etwa» leidenden Gesicht — beide Frauen konnten ineinander wie in einem offenen Buche lesen, und jede hörte das Unausgesprochene in den Worten der anderen! Warum nur war Bertha Lenz so grausam, die doch sonst keinem etwa» zuleide tun konnte? Eifersucht war eS — Eifersucht auf die schöne vornehme Frau, die fie fürchtete! Ebba sollte ihr bleiben — ihr ganz allein! »Cbba - Ebba -!" Es war Christel, der e» von unten rief, »kannst du mal eben einen Augenblick kommen?" »Ja, Christel, sofort!" Eilig lief Ebba die Treppe hinunter. Die beiden Frauen waren allein. Zwischen ihnen stand der Korb. »RiemalS würde ich auch nur eine Annäherung von EbbaS Eltern an mein Kind gestatten!* wiederholle Frau ßenj, mir gehört Ebba — mir ganz allein! Ich habe fie aufgezogen, habe ihre ersten Schritte geleitet, ha^r nächtelang an '.forem Bett gesessen, wenn sie krank war — habe alle Mutterschmerzen um sie gelitten!" »Warum lagen Sie mir daS — T* Frau Lenz warf den Kopf zurück und sah Angela trotzig an. »Weil ich Ebba nicht verlieren will —e (Fortsetzung folgt)