Montag, 16. November 1931 Et. 268 Erstes Blatt 181. Jahrgang Yeichspsennig für Trägerin, auch bei Richter- Zernsprechanschlüffe mterSammelnummer2251. Imlchrifl für Drahlnach« vnick und Verlag: vrühl'lche Universitälr Buch- und 5teindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Das Ergebnes x.’i ;e am Wahlkampf entsprach auch die Beteiligung Partei: Demonstrationen unter Himmel in freiem 1931 noch nicht gab, Darmstadt, 16. Rov. (IBIB.) Staatspräsident Dr. Adelung gewährte am Morgen nach der Wahl dem Frankfurter Vertreter des WTB. eine Unteredung, in der er den für die Nationalsozia- listen so erfolgreichen Ausgang der hessischen Wahlen zum Teil auf die Splitterungen zurück- führt, die vor der Wahl in dem Lager der Sozialdemokratie, der Kommunisten und der demokratischen Parteien eingetrelen seien und naturgemäß die Stoßkraft dieser Parteien außerordentlich gelähmt hätten. Weiter sei zu beachten, daß die 7la- tionalsozialislen sich in der bürgerlichen Presse im allgemeinen einer wohlwollenden Beurteilung zu erfreuen gehabt hätten und daß jedenfalls von einem scharfen Kampf gegen sie nichts zu spüren gewesen sei. Als bemerkenswertes Ergebnis der Wahl bezeichnete Staatspräsident Dr. Adelung auch die schwere Riederlage, welche die beiden Parteien, die die bisherige Regierung am schärfsten bekämpft hätten, nämlich der hessische Landbund und die Deutsche Volkspartei, erlitten hätten, die in ihren Mandaten von 9 auf 2 bzw. von 7 auf 1 zurückgegangen seien. Üt/h ist, als es solche jparafe bisher waren )PH0N V/440 faches Drehen and" Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,n mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Bietzen. •inen einzelnerNummern folge höherer Gewalt. Die SdjoUe. Monats-Bezugsprets: ‘,20 Reichsmark und 30 6t|d)etnt läglich.auhei Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte öietzener Familienblätter Heimat im Bild Staatspräsident Adelung über die Rückwirkungen des Wahlergebnisses. Wohin geht die Kabinettsbildung? - Das Zentrum hält die Schlüsselstellung. KreuzP^V Kraft getreten ist. Aus dem Lande wird gleichfalls eine außerordentlich hohe Wahlbeteiligung gemeldet. In vielen Orten waren nach dem Gottesdienst bereits 60 bis 80 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne gegangen. Auch in der Provinz Rheinhessen ist der Wahltag ohne Störungen verlaufen. Das Wahlgeschäft setzte gleich in den Vormittagsstunden mit großer Lebhaftigkeit ein und flaute in der Mittagsstunde etwas ab. Da Llmzüge verboten waren, zeigte das Strahenbild kaum eine Veränderung. i4ten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: janlfurtam Main 11686. Nationalsozialisten und allen übrigen Gruppen rechts vom Zentrum über die Mehrheit im neuen Landtag verfügen wird. Die erst genannte Grup» pierung könnte 27 Abgeordnete auf sich vereinigen, eine Koalition der Rechten zählte im besten Fall unter Einschluß der Volkspartei, Christlich-Sozialen und Landbund 32 Abgeordnete. 5ehe solche Koalition würde also von der Gnade der Kommunisten abhängen, die 11 Abgeordnetenstimmen in die Waagschale zu werfen haben. Anders würde die Situation natürlich sofort, wenn das Zentrum sich entschließen könnte, sich von dem jahrzehntelangen Bündnis mit den Sozialdemokraten zu lösen und das Steuer nach rechts herum zu werfen. Dann ständen 42 Abgeordneten einer Koalition der Rechten von den Nationalsozialisten bis zum Zentrum, wozu noch vermutlich der Staatsparteiler stieße, eine sozialdemokratisch-kommunistische Opposition von 27 Abgeordneten gegenüber. Aber vorläufig deutet nichts darauf hin, daß die nächste Entwicklung in Hessen diesen Verlauf nehmen wird.- Bleibt- also vermutlich ein Geschäftsministerium oder ein B e - amtenkabinett, über das eine wie das andere kann man sich heute kaum schon ein ausreichendes Bild machen, obwohl wir als Folgen gleich unentschiedener Wahlen ähnliche Fälle schon in oer- schiedenen anderen deutschen Ländern haben, erinnert sei nur an Sachsen, wo seit Mai 1930 das Beamtenkabinett 'Schieck am Ruder ist. Daß unter diesen Umständen auch der Gedanke an baldige Neuwahlen in den Bereich der Möglichkeit rückt, wenn Hoffnung auf ein klareres Bild bestünde, muß der Vollständigkeit halber registriert werden. Vorerst wird man jedoch die Konstituierung de» neuen Landtags abwarten müssen. immer wieder unter die kritische Lupe genommen hatte, konnte sie von 50 000 Wählern, die ihr noch im vergangenen Jahre in Hessen ihre Stimmen gaben, nur noch rund 18 000 für sich retten. Die lange Verantwortlichkeit für eine Außenpolitik, die unter Curtius keine glückliche Hand hatte, und die nicht immer durchsichtige Haltung gegenüber dem Kabinett Brüning waren Belastungen, die den für die Volkspartei besonders ungünstigen Wahlausgang auch in Hessen indirekt gewiß beeinflußt haben mögen. Dazu kommt, daß die Parteileitung bei der Aufstellung der Wahlliste keinem guten Stern folgte, als sie — ein unbedingtes Prä vor den Nationalsozialisten in den Augen von vielen Tausenden von Wählern und besonders Wählerinnen — eine der wenigen Frauen-Abgeordneten des früheren Landtags, die sich für die Interessen Oberhessens, vor allem auch Gießens und seiner Universität mit besonderer Wärme und großem Geschick eingesetzt hatte, aber auch in den beiden anderen Provinzen namentlich in Frauenkreisen weit über die Grenzen der eigenen Partei hinaus große Sympathien genoß, als sie diese Abgeordnete an eine Stelle placierte, die nach dem Stand der Dinge keine Aussicht auf eine Wiederwahl bot. Wir stehen mit unserer Meinung nicht allein, daß diese Taktik der Partei ein paar tausend Stimmen, vielleicht das zweite Mandat gekostet hat. Sucht man nun mit dem Rechenstift aus dem Wahlergebnis die Folgerungen für die praktische Politik zu ziehen, so ergeben sich schon daraus außerordentliche Schwierigkeiten auch nur für eine einigermaßen zuverlässige Prognose, daß weder die alte Weimarer Koalition mit ober ohne den Staatsparteiler und den Abgeordneten der Sozialistischen Ar- beiterpartei noch eine etwa denkbare Koalition aus Der neue Hessische Landtag ist gewählt. Der außer- d-cntlich regen Anteilnahme aller Bevölkerungs- Auf die Frage, ob bas jetzige Kabinett irgenbwelche Folgerungen aus dem Ausgang der gestrigen Wahlen ziehen werbe, erklärte Staatspräsident Dr. Adelung, bah bie Entscheidung darüber dem am 3. Dezember zusammentretenden neuen Landtag zufallen werde. Auch Dr. Adelung hält die Bildung einer neuen Regierung für sehr schwierig. Eine auf der Weimarer Koalition ausgebaute Regierung, wie sie nunmehr 13 Jahre lang bestanden habe, sei nicht mehr möglich, eine reine Rechtsregierung nur unter Tolerierung durch das Zentrum, das in einem gewissen Sinne die S ch l ü s s e l st e 11 u n g in der Hand habe. Die ersten Presse-Kommentare. Die ausführlichste Würdigung des hessischen Wahlergebnisses bringt der „M o n t a g“ (Hugen- berg), der die gestrigen Landtagswahlen als für die innerpolitische Entwicklung Deutschlands von ausschlaggebender Bedeutung charakterisiert. Selbstverständlich, schreibt das Blatt, hat in Hessen die Weimarer Koalition, Zentrum, Sozialdemokraten und Staatspartei, keine Mehrheit mehr. Für den neuen Hessischen MehemrAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen hnb 38 000 Stimmen) zu verzeichnen, bemerkens- rcner ist aber noch die Tatsache, daß die Natio- ra l s o z i a l i ft e n fast 300 000 Stimmen auf ihre fift e vereinigen konnten, also seit den Reichstags- vohlen ihre Stimmen um weit mehr als v e r b o p = sein konnten. Demgegenüber finb bie Verluste d-r Sozialdemokraten, bie in Hessen von scher eine fast unangreifbare Hochburg ihrer Partei (eben, noch stärker, als man im allgemeinen an- gmemmen hatte. Ihnen bürsten neben ben 8000 Lnhängern der neuen Sozialistischen Arbeiterpartei oj£) bie 38 000 Stimmen verlorengegangen fein, k bie beiden kommunistischen Gruppen für sich als Kunachs buchen können. Schwieriger ist bie Rech- rumg bei ben Nationalsozialisten. Kommt man bei einer Zusammenfassung ber Verluste aller bürgerlichem Mittelparteien einschließlich bes Zentrums mi> ber beiben bemokratischen Gruppen aus runb 6i 0)0 Stimmen, so bleiben immer noch runb 90 000 Glimmen, bie aus bem großen Reservoir ber Nicht- Mhler geholt fein müssen) unb zieht man bie stär- tire Wahlbeteiligung in Betracht, so darf wohl oer- nuMet werden, daß den Nationalsozialisten auch ein Qirabrud) in die Wählermassen der SPD. gelungen fiim dürfte. Oie Landiagswahl in Hessen. Außerordentlich starke Wahlbeteiligung.-Keine Mehrheit mehr für die bisherige Regierungskoalition. — Oie Nationalsozialisten die weitaus stärkste Partei des neuen Landtags. — Anwachsen der Kommunisten. — Schwierigkeit der Regierungsbildung. — Keine Mehrheit der Rechten ohne Zentrum. ren Femempfängerfüt - ohne Röhren, der ijit i aeeuuw«» •— g beleuchteten Skala, . mühelos von Station n durch ganiCUW- wende Wiede,gebe- und Qua» =me .e" Jem besonders an d«n optai-**** „ dynamischen la in Luxusausstattun )PHON D7S Landtag ergeben sich verschiedene Möglichkeiten der Mehrheitsbildung. Es können die National- s o z i a l i st e n mit den Deutschnationalen, der Deutschen Dolkspartei, dem Landvolk und den Christlich-Sozialen eine Mehrheit gegen die beiden bisher maßgebenden Parteien der Weimarer Koalition, die Sozialdemokraten und das Zentrum bilden. Das Zentrum kann sich auch dieser Koalition anschliehen. Theoretisch besteht auch die Möglichkeit einer Mehrheit von Nationalsozialisten und Zentrum. Die Verhandlungen über die Bildung der neuen Regierung in Hessen werden aufzeigen, wie sich künftig in Deutschland die innerpolitische Gruppierung der Parteien vollziehen wird. Das „Darmstadter Tageblatt" kommt zu folgenden Schlußfolgerungen; es hieße den Sinn dieser hessischen Wahlen in sein Gegenteil verkehren, wenn man etwa den Versuch unternehmen sollte, die Nationalsozialisten auch fernerhin in Hessen politisch auszuschalten. Sie müssen alsbald Gelegenheit erhalten, in der praktischen Politik unseres Landes zu erweisen, ob das Vertrauen, das ihre Wähler ihnen gestern geschenkt haben, gerechtfertigt war. — Das nationalsozialistische „Frankfurter Do l k s b l-al t" äußert sich u. a. wie folgt: Nach allem dürste das Zentrum nunmehr endgültig vor die Frage gestellt werden, ob es mit der „Koalition der Gottesleugner" brech en will, oder ob es, wie es die ganzen Jahre über behauptet hat, mit aufrichtigen nationales Politikern zu- sammenarbeiten und sich jenen Vorschriften beugen will, die von diesem aus rein formalen, dann aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen heraus gemacht werden müssen. Die „Frankfurter .Zeitung" schreibt u. a.: Lieber Hessen hinaus wird die Frage der Regierungsbildung in dem kleinen Lande weniger ins Gewicht fallen als der E i n d r u ck des mächtigen Wahlsieges derNational- s o z i a l i st e n. In erster Linie verdanken sie diesen Sieg auch diesmal wohl der ländlichen Bevölkerung. Aber nicht nur ihr, kein Zweifel kann fein, daß sie den weitaus größten Teil des städtischen Bürgertums zu sich herübergerissen haben, kein Zweifel, daß sie auch in die Arbeiterschaft eingebrochen sind. Dieser letzte Tatbestand darf allerdings nicht Überschätzt werden. — In ihrem Wahlkommentar schreiben die volksparteilichen „Frankfurter Nachrichten", nachdem sie die Llnmöglichkeit einer parlamentarischen Mehrheitsbildung ohne das Zentrum festgestellt haben, u. a.: „Hier rächt sich, wie überall, die Taktik der Nationalsozialisten, die in der Hauptsache bisher bestrebt waren, die bürgerlichen Mittelparteien zu zerschlagen, anstatt ihren Elan auf die Zermürbung der sozialistischen Front zu verwenden." Das Zentrum gebe Öen Ausschlag. Es trage die Verantwortung gegenüber dem hessischen Gesamtvolk für den Ablauf der kommenden Ereignisse, und es sei zu hoffen, daß das hessische Zentrum klügere Politik als das Reichszentrum machen werde. Es werde nötig sein, die Llrsachen des Verfalls der bürgerlichen Parteien ’ rücksichtslos klarzu- legen. nicht mehr gelungen, auch nur noch einen Kandidaten in ben ßanbtag zu bringen, sie verschwinbet gänzlich aus bem Parlament, ebenso wie bie R a b i- t alb emo traten. Die scharfe Zuspitzung ber Agrarkrise war ber nationalsozialistischen Propa- ganba unter den Bauern ein starker Verbünbeter. Tiefgehende Meinungsverschiedenheiten unter derLan d- bunb führung, die sich namentlich auch in der Einstellung zur Reichsregierung und zum Ernährungs- minifter Schiele äußerten, förderten die Entwicklung. Seit dem vergangenen Herbst entglitten die Bauern mehr und mehr der alten Landbundführung, von der der Abg. Dr. v. Helmvlt Überhaupt nicht mehr kandidiert hatte. Sv kam der schwere Stimmenverlust des Landbundes nicht Überraschend. Er büßt 37 000 Stimmen ein und hat, ähnlich wie das Zentrum, besonders auch in Rheinhessen relativ stark gelitten, aber auch bei uns in Oberhessen hat er es nur auf 11000 Stimmen gegen noch 29 000 Stimmen im Jahre 1930 bringen können. Der Staats- partei, ohnehin geschwächt durch den besonders in Hessen mit Erbitterung durchgepaukten Richtungsstreit, hat ihre Distanzierung von Regierung und Weimarer Koalition durch den Abg. Schreiber in der letzten Landtagssitzung nicht mehr allzuviel nützen können, 28 000 Stimmen gingen ihr verloren, immerhin wird sie noch mit einem Abgeordneten im neuen Landtag vertreten fein. Unter dem überragenden Einfluß der Reichspolitik auf bie hessischen Wahlen hat am bittersten bieDeutsche Volkspartei zu leiben gehabt. Obwohl sie mehr als ein Jahrzehnt hindurch neben bem ßanbbunb in scharfer Opposition gegen bie Regierungen ber Weimarer Koalition geftanben hatte unb namentlich bie Finanz, unb I Personalpolitik ber Kabinette Ulrich unb Adelung ' toen Z ÄLis -LSiÄ 6t flehönJt“ 9,nuc kamen eines JQgö um fei $ gebe M um keinen Preis!" an Ebba der- 3.^ ein Kind hat jedes Ach W und Aut verloren. >nnen Sie darüber gam ^„denken sicher auch gc >ei-, Mit deutlichem & fein müsse, kamen angesprungen. >a wieder, Inga. Dw tröstete die Gräfin. ing folgt) ben Flügeln sich noch außerorbentlich verstärkt tu. Die Zahlen ber letzten ßandtagswahl vorn , November 1927 liegen so weit zurück unb ent- I lummen einer Zeit, bie ganz anberen politischen leitbengen unterlag, baß sie kaum brauchbare Ver- ' ^ichsmöglichkeiten bieten. Setzt man das gestrige La hlergeonis indessen mit den Reichstagswahlen wm 14. September vorigen Jahres in Beziehung, |c ist einmal ein weiteres Anwachsen der konimunistischen Stimmen (die beiden kommunistischen Gruppen gufammengenommen um Sozialdemokraten..... Zentrum......... Kommunisten....... Kommun. Opposition.... Deutsche Volkspartei .... Staatspartei........ Radikaldemokraten..... Christl.-Soz. Volksdienst. . . Volksrechtpartei...... Hess. Landvolk....... Deutschnationale...... Soz. Arbeiterpartei..... Nationalsozialisten..... Wahlberechtigt....... Abgegebene gültige Stimmen Wahlbeteiligung in Prozent . Ruhiger Verlauf des Wahltages. Darmstadt, 15-Nov. (WSN.) Der Wahlkampf ist in D a r m st a d t und in der Provinz Starkenburg, soweit bisher bekannt geworden, überall ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung war bis zu den Nachmittagsstunden s e h r st a r k. 3n einzelnen Wahlbezirken hatten bis zur Mittagsstunde bereits 50 Prozent der Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Der Wahlschleppdienst war in diesem Jahre nicht so laut und öffentlich wie früher, da heute das allgemeine Verbot für 1 der Wahl selber. Mit einer Beteiligungsziffer ix rund 80 0. H. aller Wahlberechtigten, die in ngelnen Städten wie z. B. Alsfeld noch erheblich ieiichritten wurde, steht die ßandtagswahl vorn > November 1931 an der Spitze aller Wahlgänge hr letzten Jahre, selbst die berühmte Reichstagswahl oim 14. September 1930 dürfte um einige Prozent fijcifjolt fein. Die schweren Erschütterungen der diuljchen Wirtschaft während des vergangenen Sommers, die außerordentlichen politischen Ereig- n|fe, deren Folgen niemanden in feinen wirtschaft- liijen Existenzbedingungen unberührt lassen, haben üjdj bie politisch ynbifferenten aufgerüttelt. Vor bin Trommelfeuer ber Parteien im Wahlkampf bücfc nur ein kleines Häuflein Wahlmüber unb Eeichgültiger, verstärkt vermutlich burch eine An- zchl Entschlußloser, bie auch unter bem wahrlich überreichen Angebot von 13 Parteien nicht bie fanden, die grabe ihnep behagte ober vielleicht auch krd) bie Vielheit ber Bewerber verwirrt, sich zu Kinern bekennen konnten. Man darf annehmen, daß (Tdrfj diesmal wieder bie Wahlbeteiligung bei ben Üntjdngern ber Flügelparteien auch prozentual be- Itnbers stark gewesen ist, währenb ßaue und Ent- sÄußlose vielleicht diesmal noch stärker als früher inb zwar unter dem psychologischen Einfluß des wxraus scharfen Wahlkampfes unter den 2liy Ungern ber Mittelparteien zu suchen fein bürsten. Ocvohl in ben hinter uns liegenben Wochen bie Mischen Gegensätze sich außerorbentlich zugespitzt litten unb heftige Auseinandersetzungen zwischen i:n Parteien an manchen Orten eine bedrohlich überhitzte Atmosphäre zurückgelassen hatten, so kann L'd) das eine erfreulicherweise festgestellt werden: j[Q) eit uns bis zur Stunde bekannt geworden ist, fr der Wahlakt selber überall im ßanbe ohne jede enftere Störung der öffentlichen Ordnung verlause ein schönes Zeugnis für bie Disziplin, bie bas stssenvolk auch in politisch erregten Zeiten wahrt. r fouie Don kJ ®<ütin di» ü ‘«Fk hi Die ßanbtagswahlen standen, wie wir es schon in unserer Vorbetrachtung am Samstag angebeutet fittcn, unter bem starken Einfluß ber Kc ichspolitik. Anbers ist bie scharfe Absage, -M große Wählermassen den bürgerlichen Parteien erteilt haben, die seit dem November 1918 während der Funkausstellung d-r Regierung der Weimarer Koalition im vordersten Schützengraben ber Opposition geftanben hatten, nicht zu erklären. Unb nimmt man bei ber 'iitrachtung bes Wahlergebnisses ben Einfluß ber uchspolitik in Ursache unb Wirkung vorweg, so it fcstzustellen, baß ber scharfe Ruck aus ber Mitte Obwohl ein außergewöhnliches Charakteristikum Leser Wahl bie starke Parteienzers plit- tcung auf ber ßinfen war — Kommu- 11 m, Sozialbemokraten unb Demokraten marschier- ; jebe in zwei getrennten Gruppen — so haben £) bie schwersten Verluste bie Parteien berMi11e b ber gemäßigten Rechten erlitten. Auch »3 e n t r u m , bas vielleicht als einzige Partei es iher stets oerftanben hatt., nicht nur in Hessen rdi Jahre hindurch seine Stimmenzahl ziemlich ijiant zu erhalten, muß jetzt drei Mandate ab- - . mtzu e>t stal n Äem Ser ,,!tUrit di« Unterftt trwadjei pJ» ^.".^ichribmbe irti * Senhlten - SanMter "“Ly biibm 4 !' £ i Staun'«"16 ‘K v»»SonJ riab SV «?'w°' tetiefli Srunlng ' l«Mrameter fltfler Ltädte, «reise, Provinzen Landtagsw. 27 Reichstagsw. 30 LandtagSw. 31 Wahlberechtigte Wahl- betei- ligung Sozialdemokraten Zentrum Kommunisten Komm. Lvvos. (Galm) Deutsche Bolls- Partei Deutsche StaatSp. (Dem.) Radikal- Demokraten Christl.- Sozialer Bolksd. Volks- recht- partei Hess. Landbund'),') Deutsch- nationale VolkSp. -ozialist. Arbeiter. Partei NSDAP. (Hitler) Sonstige») Wahlvorschlag...... % 1 2 3 4 S 6 7 8 9 10 11 12 13 Gießen (Stadt)...... 13. 11. 27 23 407 52,0 3 775 632 491 — 3 042 1 204 — — 867 116 1 830 — — — 14. 9. 30 23 332 79,1 5 040 925 1 730 — 2 637 1 500 —— 634 221 61 840 — 3 714 1 794 15. 11.31 24 740 80,0 4 240 988 1 879 60 1 038 524 81 534 111 26 924 161 9 012 — Gießen (Land)...... 13. 11. 27 42 860 51,2 9 166 84 584 — 1 027 1 123 — — 498 7 131 1 427 — — — 14. 9. 30 44 643 72,2 13 732 162 1 322 —— 1 305 1 699 —— 1 549 90 7 783 689 — 5 227 955 15. 11.31 45 559 — 12 150 163 2 304 122 463 314 123 876 44 3 250 400 415 16 398 — Alsfeld......... 13. 11. 27 24 378 40,9 1 798 622 373 — 659 669 — — 564 4 729 546 — — — 14. 9. 30 25 032 71,2 3 804 932 859 — 870 416 — 498 73 3 873 292 6 040 365 15. 11. 31 25 145 — 3 629 935 873 64 339 123 72 200 25 1 425 160 79 12809 — Büdingen........ 13. 11. 27 27 816 39,3 2 950 145 577 — 712 738 — — 130 5 047 569 — —■ —• 14. 9. 30 28 805 67,7 5 352 257 1 890 _ 1 047 1 405 — . 460 51 4 844 394 — 3 445 702 15. 11. 31 29 266 — 5 038 261 2 518 133 433 188 128 354 25 1 275 303 151 12 269 — Friedberg........ ' 13. 11. 27 57 690 61,3 13 561 3 984 2 316 — 2 283 2 644 — — 1 089 7 444 1 606 — — — 14. 9.30 61 390 82,7 83,0 18 382 5 309 4 108 — 2 771 2 499 — 1 653 188 6 869 1 223 — 7 146 2 350 15. 11.31 61 849 14 961 5 453 8 760 342 1 113 760 403 1 343 52 2 873 752 063 17 060 — Lauterbach........ 13. 11. 27 19 390 45,9 1 871 392 148 — 1 497 454 — — 221 3 687 599 — —— — 14. 9. 30 20 047 70,6 2 420 699 401 — 1 191 303 — 367 60 2 454 439 — 5 646 365 15. 11. 31 20 212 82,0 1 963 660 714 33 1 091 61 47 228 15 1 151 452 64 10 062 — Schotten........ 13. 11. 27 17 941 43,8 1 325 31 168 — 361 498 — —— 267 4 873 313 — — — 14. 9.30 18 526 66,3 ' 2 669 49 222 — 462 498 — 570 36 3 478 199 —— 3 815 424 15.11. 31 16 603 85,2 2 121 77 668 39 99 64 153 322 18 1 298 126 58 . 9 704 —— Darmstadt (Stadt) .... 13. 11. 27 14. 9. 30 15. 11. 31 65 864 64 454 67 213 63,1 83,3 85,8 13 809 15 536 12 465 2 588 3 532 3 944 1 534 3 987 6 579 236 11 904 9 089 2 789 3 440 3 602 935 849 1 681 1 607 4 702 752 270 . 184 135 66 3 124 1 405 1 377 366 13 341 25 832 1 612 Darmstadt (Land)..... 13. 11. 27 36 336 67,8 12 716 357 1 920 — 2 163 1 407 — — 1 406 3 332 885 — — — 14. 9. 30 38 936 88,9 15 817 434 4 053 — 2 225 1 Oll — 812 189 2313 255 — 6 969 412 15. 11.31 40 170 — 12 701 479 6 365 215 591 241 224 730 44 1 194 169 i 298 12 310 — Bensheim........ 13. 11. 27 45 677 46,9 5 588 6 760 1 361 — 1 985 1 026 — — 970 2 486 991 — —— 14. 9.30 48 391 77,2 7 916 7 940 5 290 — 2 106 1 008 — 1 147 193 2 502 571 — 8 407 864 15. 11. 31 — — 6044 8 988 6 740 359 645 198 170 1 437 60 1 255 453 194 12 941 — Dieburg......... 13. 11. 27 41 952 55,3 6 773 5 395 2 037 — 1 003 1 048 — — 1 006 4 877 735 — — — 14. 9.30 43 302 79,4 10 034 6 600 3 560 — 1 167 856 _ 537 164 3 748 318 — 6 852 448 15.11. 31 43 979 — 7 938 6 849 4 603 387 293 176 110 348 57 1 080 181 222 14 434 — Erbach.......... 13. 11.27 30 377 46,2 5 563 691 737 — 1016 913 — — 1 102 3 036 917 — — 14. 9.30 31 444 72,9 7 335 1 006 2 103 —— 1 070 947 — 539 205 2 081 300 _ 7 548 426 15.11. 31 — — 5 424 951 3 279 125 382 254 202 312 41 868 311 120 13 114 — Groß-Gerau....... 13. 11. 27 46 801 53,2 9 979 2 002 3 005 — 1 689 2 653' — — 794 4 114 428 — — —— 14. 9. 30 43 839 79,9 11 852 2 177 7 598 — 2011 1 724 — 541 102 3 459 261 — 4 551 694 15. 11.31 — — 8 607 2 498 9 961 318 760 488 260 512 V 22 1 331 183 644 11 349 — Heppenheim....... 13. 11. 27 33 071 42,7 3 122 6 344 1 112 — 705 772 — — 513 1 130 300 — — —— 14. 9.30 35 165 73,7 4 875 8 659 4 286 — 769 908 —— 554 96 903 — 4 532 442 15. 11. 31 — — 3 354 8 660 4 940 290 316 248 117 452 26 455 154 122 6 192 — Offenbach (Stadt)..... 13. 11. 27 55 465 67,7 10 843 4 538 11 721 — 3 841 2 190 — — 2 143 93 1 865 — —• 14. 9. 30 57 312 84,5 15 747 5 392 10 658 _ 4 099 2 203 — 905 731 39 860 — 5 792 2317 15. 11. 31 59 179 — 10 163 5 596 7 043 9 008 1 235 1 039 176 1 390 307 41 1 082 928 11 992 — Offenbach (Land)..... 13. 11. 27 63 359 63,3 15 304 10 074 6 236 — 1 491 1 931 — — 1 008 2 136 837 — — — 14. 9.30 67 429 88,3 20 014 11 869 11 972 — 1 779 1 669 — 433 285 1 669 435 — 5 585 3 074 15. 11. 31 — — 16 137 12 678 12 423 1 959 664 621 163 611 184 875 245 618 12 494 — Mainz (Stadt)...... 13. 11. 27 14. 9.30 15.11. 31 78 393 97 734 60,0 83,3 15 482 25 396 18 040 11 401 15 714 18 516 3 010 9 278 14 300 521 3 278 3 909 1 709 5 646 8 407 1 954 271 2 237 2 336 2 507 485 95 361 833 353 1 765 1 302 1 565 1 733 12 111 24 001 2633 Mainz (Land)...... 13. 11.27 28 393 61,7 4 780 7 478 1 588 — 572 1 121 —— —— 692 601 390 —— — — 14. 9.30 21 778 80,7 4 090 6 054 1 819 — 328 831 164 100 1 443 200 — 2 314 233 15. 11. 31 — — 3 107 6 366 2511 94 213 150 31 200 26 472 228 105 5 394 — Alzey.......... 13. 11. 27 27 071 46,2 2 948 3011 209 —— 1 428 2 151 —- —— 406 1 125 1 227 — — 14. 9. 30 27 988 73,1 4 592 3 781 871 — 1 162 1 702 — 424 41 2 152 157 — 6 330 179 15. 11. 31 — — 3 462 4 209 1 535 56 288 663 260 409 16 193 134 186 11 350 —- Bingen ......... 13. 11. 27 29 913 50,4 2 534 7 212 487 — 1 093 2 137 <■—- 373 796 340 — — 14. 9.30 31 240 71,6 3 696 8 720 1 343 — 1 273 1 673 — 489 51 1 907 283 — 2 2.56 1 076 15. 11.31 — — 2 866 9 044 1 489 127 532 731 140 436 27 623 362 323 6 971 Oppenheim....... 13. 11. 27 32 169 44,3 3 123 4 649 148 —— 1 648 1 807 —- —— 427 1 261 1 113 — — 14. 9. 30 33 045 73,3 5 497 5 722 427 — 1 005 1 374 — 824 73 2 195 136 — 6 934 279 ■ 15. 11. 31 — — 4 620 6 208 1 326 81 269 333 268 414 26 244 335 103 13 436 WormS (Stadt) ...... 13. 11. 27 32 178 59,6 6 076 2 355 1 326 — 5 256 1 234 — —— 1 580 50 1 105 — — - 14. 9.30 34 048 84,6 5 741 3 059 5 254 _ 5 253 1 597 — 1 114 388 69 770 — 5 498 404 15. 11. 31 35 456 — 4 895 3 216 6 312 191 2 195 452 201 931 142 15 552 218 10 580 — Worms (Land)...... 13. 11. 27 32 468 52,0 4 208 4 705 192 — 3 001 983 — — 858 1 700 1 086 — — — 14. 9. 30 33 865 75,6 6 210 5 254 1 482 — 2 401 997 — 9.54 128 2 765 352 — 4 928 271 15. 11. 31 — — 4 756 5 694 2 652 125 1 028 303 232 130 79 403 422 127 11 539 — Oberhessen........ 13. 11. 27 14. 9. 30 15. 11. 31 213 182 221 775 50,1 75,5 34 446 51 399 44 102 5 890 8 333 8 537 4 657 10 532 17 716 793 9 581 10 283 4 576 7 330 8 320 2 034 1 007 5 731 3 858 3 636 719 290 33 777 29 362 11 298 6 890 4 076 3 117 1 891 35 033 87 314 6 955 — - Starkenburg....... 13. 11. 27 418 902 57,5 83 696 38 749 29 663 — 25 797 15 380 — —— 13 644 21 438 10 082 —— 14. 9. 30 430 272 81,8 109 126 47 609 53 507 — 24 315 13 928 — 7 149 2 717 16 849 4 626 — 63 577 10 289 15. 11.31 — — 82 833 50 637 61 933 12 898 7 615 . 4 200 2 271 7 399 3611 7 165 4 155 3 516 120 658 Rheinhessen....... 13. 11.27 261 060 53,2 39 151 40 8H 6 960 — 16 276 15 079 — — 6 843 5 894 7 026 — — 14. 9.30 279 698 78,8 55 222 48 304 20 474 _ 15 331 16 581 — 6 206 1 266 11 364 3 200 — 39 371 5 409 15. 11. 31 — — 43 344 52 658 30 126 1 244 6 134 4 586 1 339 5 456 391 2 397 3 582 2 795 83 270 — SECHS Pstück OieNSOAP.überihrenSieg Oer neue tei den 3. 4. 4. i.O. 22. 23. 24. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 9. 10. 1. 2. 3. 1. 2. sei kein wahres Wort. Mollath erklärte sich nachdrücklich gegen die Schaffung einer Dinnenmark, weil deren Verwirklichung eine neue Inflation bedeuten mühte. — Der Landtags-- 1. 2. 1. 2. Hausen. 3. Schmidt. Marie, Hausfrau Egelsbach. 4. Otto, Heinrich, Landwirt, Mittelgründau. 5. Sumpf, Hermann. Polsterer, Mainz-Bretzen- erhaltung des Kapitals Abbau desZinsen- d i e n st e s , Beseitigung der Zwangstarife und der amtlich garantierten Löhne. Soers Dr., Otto. Chemiker, Eberstadt (Kreis Darmstadt). Wagner Dr., Richard Eugen Wilhelm, Landwirt. Boxheimer Hof bei Bürstadt. Buttler. Joseph, Arbeiter, Eberstadt (Kreis Darmstadt). München, 16. N-p. (WTB.) Die Presse- stelle der NSDAP, teilt zu dem Ergebnis der Landtagswahlen u. a. mit: Die Landtagswahlen in Hessen haben der NSDAP, den erwarteten großen Sie Noll, Karl. Lederarbeiter, Horchheim. Kommunistische Partei: Keil, Ludwig, Metallarbeiter. Offenbach. H a m m a n n . Wilhelm, Volksschullehrer, Wix° Fenchel, Wilhelm, Landwirt, Ober-Hörgern. Glaser, Konrad Karl, Landwirt, Nordheim. Oeutschnationale Volkspartei: Böhm, August, Amtsgerichtsrat, Bad-Nauheim. Sozialistische Arbeiterpartei: Ohlhof, Fritz, Redakteur. Mainz. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei: Lenz, Karl, Schriftsteller, Darmstadt. Werner Dr., Ferdinand, Professor Studienrat, Butzbach. Kern, Fritz, Fabrikarbeiter, Eberstadt (Kreis Darmstadt). Ritter, Heinrich, Bürgermeister, Gau-Odern» heim. 5. 6. 7. Sie Einberufung des Sonderansschnsies her W Oie Berücksichtigung der kurzfristigen Privatkredite soll der RegierungS- konferenz Vorbehalten bleiben. 9. 10. 8. Stohr Dr., Alb., ort). Theologieprofessor, Mainz. Heinstadt. Anton, Studienrat, Bensheim. Landtag. Deutsche Staatspartei: Schreiber, Johs.. Oberamtsrichter, Vilbel. Christlich-sozialer VolkSdienst: G r e b, Wilhelm, Lehrer, Mainz-Weisenau. Hessischer Landbund: 25. Wahl. Karl, Arbeiter. Vadenrod. 26. GrafSolms-Laubach. Bernhard, Schrift, steiler, Arnsburg. 27. Brückmann, Georg. Kaufmann, Auerbach. Sozialdemokratische Partei: 1. Adelung, Bernhard, Staatspräsident, Darm- 2. Leuschner. Wilhelm, Minister des Innern, Darmstadt. Zentrum: Hoffmann, Hans Ministerialrat, Darmstadt. Blank, Pankraz, Landwirt, Gaulsheim. SAül, Joseph Maria, Amtsgerichtsrat, Offen- Wesp, Johann. Gewerkschaftssekretär, Darmstadt. Winter, Kaspar, Rektor, Mainz. H a t t e m e r Else. Hausfrau. Darmstadt. ©edler III., Heinrich, Landwirt und Untererheber, Rockenberg. bringen. Man rechnet in Paris mit dem amtlichen deutschen Antrag auf Einberufung des BJZ.-Aus- fchuffes für Mitte dieser Woche. Scharfe Kritik in London. England erkennt keine Priorität der Reparationen an. London, 16. Nov. (WTB. Funkspruch.) Financial News schreibt: Es mag sein, daß die deutschfranzösischen Verhandlungen in einigen Tagen zum Abschluß kommen. Trotzdem wäre es falsch, die Aussichten besonders optimistisch zu beurteilen. Aus der Haltung der inspirierten französischen Presseorgane scheint hervorzugehen, daß sich die französische Regierung gegenüber den deutschen kurzfristigen Krediten in keiner Weise geändert hat. Unter diesen Umständen besteht wenig Hoffnung auf eine baldige Einigung über die Hauptprobleme. Eine Untersuchung der deutschen Finanzlage durch den Ausschuß der BIZ. kann natürlich nicht schaden. Aber der Ausschuß wird nicht in der Lage sein, zu irgendwelchem Schluß hinsichtlich der deutschen Zahlungsfähigkeit zu gelangen, bevor über das Prinzip der Priorität der kommerziellen Schulden Einigkeit besteht. Es ist undenkbar, daß das britische Mitglied des Ausschusses jemals die Priorität der Reparationen zugestehen wird, die dem Geiste des ^oung- planes und den primitivsten moralischen Erwägungen widersprechen würde. Wenn somit keine Vereinbarung über die Priorität erreicht wird, müssen die Baseler Verhandlungen in eine Sackgasse führen. Es wird immer deutlicher, daß die fron- zäsische Haltung in der Reparationsfrage das Haupthindernis für die wirtschaftliche Erholung bildet. Die Welt wird weiterhin unter einer noch nicht dagewesenen Krise zu leiden haben, weil Frankreich nicht bereit ist, auf die politische Waffe seiner Reparationsansprüche zu verzichten. Vom finanziellen Standpunkt aus betrachtet sind diese Ansprüche so gut wie wertlos; denn Deutschland wird niemals imstande oder bereit sein, die Zahlung wesentlicher Beträge wieder aufzunehmen. Die einzige Bedeutung der Reparationsansprüche liegt in der Tatsache, daß sie Frankreich in Stand setzen, die wirtschaftliche Erholung zu verzögern und dadurch seinen p o l i. tischen Druck auf andere Länder auszuüben. heim. 6. R o st. Karl, Mechaniker, Klein-Steinheim. 7. Zeiß, Franz Jakob, Lederarbeiter, Fürth 8. Mauer, Wilhelm. Dreher. Raunheim. Lenz, Wilhelm. Mechaniker, Wieseck. Loth, Joses, Metallarbeiter, Friedberg. Kommunistische Opposition: G a l m. Heinr., Gewerkschaftsangestellter, Offenbach. Deutsche Volkspartei: N i e p o t h Dr., Friedrich, Bürgermeister,Schlitz. x S i e g gebracht. Noch weit stärker als ... . letzten Wahlen in Hamburg, Anhalt und Necklenburg hat die Bewegung das Tempo ihres unaufhaltsamen Vormarsches gesteigert. In über- oältigender Weise hat das Volk in Hessen für den Nationalsozialismus gestimmt. Die schwarzrote Re- perungskoalition ist von der NSDAP, e n t s ch e i - lend geschlagen worden und verliert von ihren 42 Mandaten 16. Die Partei konnte ihre klimmenzahl gegenüber der letzten Reichstagswahl m 115 Prozent steigern. Unter Berück- chtiaung der weit stärkeren Wahlbeteiligung hat er Gesamtmarxismus eine schwere Niederlage er- tten, die in einem Verlust von nicht weniger als rei Mandaten ihren Ausdruck findet. Auch das Zentrum hat in Hessen die verdiente Quittung nhalten für die Unterstützung, die es dem Marxis- Uus gegen das erwachende Deutschland angedeihen bht. Der entscheidende Sieg der NSDAP, findet deinen überzeugendsten Ausdruck darin, daß sie illein mit 27 Mandaten stärker geworden ist alz ptjt die gesamte bisherige Regierungskoalition zu- pntmen. Im neuen Landtag werden die Freiheits- lömpfer im Braunhemd allein fast 40 Prozent der gsamten Mandate repräsentieren. In Hessen ist richt nur um die Landespolitik gekämpft worden, lenbern die Hessenwahl ist in ganz besonderem Naße die Antwort des Volkes an das System Brüning und ein untrügliches Stirn- nunasbarometer gegen die heutige Reichspolitik. !Jn Hessen hat das Volk in noch überzeugenderer Deise als bisher zum Ausdruck gebracht, daß es ü e H e r r s ch a ft des Nationalsozialismus will. Wie lange noch wollen die Kapitols- mad)ter der Demokratie sich weigern, ihre eigenen besetze zu vollziehen, wenn der Wille des Polkes |o überwältigend gegen sie entscheidet? 5. Daum Dr., Reinhold, Arzt, Oppenheim. 6. S ch w i n n, Wilh., Gast- und Landwirt, Ober- Kainsbach. 7. Diehl, Edmund Philipp, Landwirt, Gau-Odern, heim. 8. Seipel II., Wilh., Landwirt, Fauerbach v. d. H. 9. B e st Dr., Werner, Gerichtsassessor, Gonsenheim. 10. Klostermann. Alfred, Lehrer, Vockenrod. 11. Göckel, Heinrich, Landwirt. Langen. 12. Schilling Dr., Karl, Arzt, Gau-Obernheim. 13. Hauer, Daniel, Handlungsgehilfe Darmstadt. 14. Döring, Hans, Spediteur, Darmstadt. 15. Müller Dr., Heinrich, Regierungsrat, Alsfeld. 16. S ch ä f er Dr., Wilhelm, Syndikus, Offenbach. 17. D'A ngelo, Karl, Buchdruckereibesitzer, Osthofen. 18. Wassung, Wilhelm, Hauptmann a. D., Darmstadt. 19. Claß, Friedr., Obersteuerinspektor, Darmstadt. 20. Jung, Philipp Wilhelm, Rechtsanwalt, Worms. 21. Geiß, Otto, Landwirt, Vadenrod. Paris, 15. Nov. Nach einer Meldung der TU. haben sich Botschafter von H o e s ch und Finanzminister F l a n d i n dahin geeinigt, die Berücksichtigung der kurzfristigen Kredite bei der Beurteilung der Zahlungsfähigkeit Deutschlands der Regierungskonferenz vorzubehalten, die nach der Berichterstattung des BIZ.-Ausschusses zusammentreten wird. Die französische Regierung hält nach wie vor an dem Standpunkt fest, daß der BJZ.-Ausswuh die Zahlungs- sähigkeit Deutschlands ausschließlich vom Standpunkt der Reparationszahlungen aus zu prüfen habe und daß die Privat- sckulden bei der Aufstellung des neuen Zahlungsplanes, wenn überhaupt, dann nur nebensächliche Berücksichtigung finden dürften. Deutscherseits ist man von der Ausfassung nicht abgewichen, daß eine gerechte und der Wirklichkeit entsprechende Beurteilung der Zahlungsfähigkeit nur unter Einbeziehung sämtlicher Verpflichtungen, ganz gleich ob politischer oder privater Natur, möglich sei. Eine Aenderung der Lage ist jedoch insofern eingetreten, als die französische Regierung ihren Willen durchgesetzt hat, dem BJZ.-Ausschuß keine Befugnisse zu erteilen, dieüberdenRahmendesPoung- planes hinausgehen. Die Reichsregierung hat sich damit einverstanden erklärt, daß die Regelung der kurzfristigen Anleihen einer Bankierkonferenz übertragen wird, die aber rein privaten Charakter trägt. Voraussichtlich werden die Arbeiten dieser beiden Ausschüsse zu gleicher Zeit in Basel beginnen. Wie weit der von der Bankierkonferenz auszuarbeitende Bericht bei der Beurteilung der deutschen Zahlungsfähigkeit berücksichtigt wird, soll e r st auf der Konferenz der am Poungplan beteiligten Mächte entschieden werden. Deutscherseits wird die Auffassung vertreten, daß diese Konferenz selbstverständlich die endgültige Umgestal- tung des Poungplanes behandeln müsse, der sich der wirklichen Zahlungsfähigkeit Deutschlands anpassen müsse. Die französische Regierung wünscht dagegen die Neuregelung nur für die Zeit der „augenblicklichen Krise". Danach will sie zum Poungplan in seiner gegenwärtigen Form zurückkehren. Der bevor- steyende Pariser Besuch des Staatssekretärs von Bülow wird die Derhand- I lungen von Hoeschs zum vollständigen Abschluß 1 Oer kommunistische Volksentscheid in Braunschweig. Keine 'Auflösung des Landtags. Braunschweig, 15. Aov. (Sil.) 21m Sonnlag fand in Braunschweig der k o m m u n i st i f ch e Volksentscheid auf Auflösung des Landtages statt. Aach dem auf die Landtags- cuslösung gerichteten Volksbegehren der 2PD., das von dieser am 28. Juni d. 3. erfolgreich durchgeführt wurde, hatte das Braunschwei- 'zische Staatsministerium erklärt, daß kein Anlaß zur Auflösung bestehe, da diese nur ton einer Politischen Partei betrieben werde, bie nach der Zahl ihrer Wähler nicht in der Lage lot, die Auslösung durch eine Entschließung durchzusetzen. Auch liege ein sachlicher Grund für die vorzeitige Landtagsauflösung nicht vor. Es kam ' »aHer zum Volksentscheid. Für den Volks- mtscheid wurden im ganzen Lande abgegeben 41 289 3a-Stimmen, das sind 1 1,7 v. H. der 352 865 Stimmberechtigten. Bei der Vorabstim- auing im 3uni d. 3. wurden 36 079 3a-Stimmen, gleich 10,2 v. Sy der Stimmberechtigten abgegeben. Dei der letzten Landtagswahl am 14. September 1930 erhielten die Kommunisten 20 964 Stimmen . uni) bei den Kommunalwahlen im März 1931 insgesamt 26 231 Stimmen. Der Volksentscheid ist somit völlig ergebnislos geblieben, denn zu einem Erfolg hätte die Mehrheit aller Wahlberechtigten 3a-Stimmen abgeben müssen. . »Die zur Annahme des Volksentscheides erforder- '.liHe Mehrheit betrug 176 363 Stimmen. Sozialdemokratie und Kabinett Brüning. Breilfcheid droht mit Kündigung der Duldungspolink. Berlin, 15. Nov. (TU.) In einer Wahlversammlung der SPD. in Darmstadt erklärte der so- Wzia Idemokratische Reichstagsabgeordnete Breit- lch»e i d u. a.: Wir müssen in dieser Stunde eine ;rm(te Mahnung an die Reichsregierung und an die 2d nberregierungen richten. Wir fragen, ob sie be- ’ Sieht sind, dem Terror der NSDAP, ein nid e z u machen, da sonst die Duldungs- . ?oil i t i E der Sozialdemokraten gegenüber der Re- vmÄD tut bett. Brnn tntolee Oztelnirg iut Btebcr etr.Bd Edmuifrn etnfcrllr. prangt eine mtbriAgtge anoenbunj td Avrarare«. tte arenfbr: p be'eiheen. 9lrd> mir irif:r: er bet Sn!pndüng ter SafenkHetr-toue Hifcere Tienfte. Jäte», ge* Bet (Sri»»« mb menen. Cbne CuH kein Leben! Wenn die Atmunasorgane ihre Tätigkeit einstellen und derLunge keinen Sauerstoff zurWeitervermittlung mehr -ufübren,ist es aus mit dem Leben. 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Rechners zuführen, üt es aus mit oem veucn. iina oie r, fo können fie natürlich nicht intensiv genug c.»...... Korver leidet darunter. Nun leiden viele Menschen schon jahrelang an solchen Krankheiten, ohne es zu willen. Sie kennen wohl die Namen, wie Bronchial- katarrh, Lungenspitzenkatarrh, Luftröhrenkatarrh, Kehlkopf-, Nasen-, Nachenkatarrh, Schnupfen, Erkältungen, Asthma ufw., wissen aber nicht, woran man diese sich so furchtbar rächenden Krankheiten erkennt. Wir wollen Sie aufklären und fragen Sie deshalb: Hiuot- gewinnc Außendienst Meldungen Dienstag, vorm. 11-12 Uhr Stadt-^akl. Sucke vcr 1.12. ord., anständig., i. Hausb. erfahrenes 06748 MW mit gut. Zeugnissen. Lindenvlatz 1 in. 6 idbriflcr 1taLk»kai«rrt>. Berichlri»»«g. UileerfilltlUiitttL Nahezu ' , 3»br btn Id, im 8fh| ebiri vtribadener tecrd-.lnbolatrr«. t'AMcnb biri« Zrii bade td, oerbluffenbe Erfolge. 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Ausweis 50 PL - Müme. beltei^wfg26; ae tniv.-Buchk'Legkri uch bei Herrn Verwalt- endkasse ab 11$ Uhr. huittm ö2:= AI-Z §§ —S) E 2 8 K) => L.3 c 3 4=. C C _ Cff) rvi Cvi 5^o 5 5E^H S - - = cu (V LZ» E 22 - E €'^c"» ■€ 8. Bei p ü " 8 yz> O 3S sWt (9 3 in S o-e äS g eä o E 3'6'p ■&£C(S- 85=2? t- cu l- 43 C — c. o 3 cu *3" »■öl 3 w — in q E-.3 «.EN».-8 •€"‘5 gq“ _ . E —3) c 3 E ? S ? 2 c Ml». Em J5- ■-> Cd *“ S? 3 C 3 8 to^€'' E -G-a 3 E S’-S'iS »o5 c s S" i^^p Cd C 3 O M 3 Lk-ZSZZ Cd Cd E RDlDvQ o E S Cd ® o 1» 3 o) O €'=3 2 -o :O Cd ° C9'=-fl?i9A e pi. m 43 S? ~ Cd 3 —, fuc8g?B2 So« •G8 o) n« (9 »• — - A’»3 *c E 3 -G o/gtA Cd Cd 8 _ ciB s »u i-> m FIL G C O)«4 in 53 o — A-8-g E-bZ 3^(9 8 S) 5» E'äffi €" cu M- Cd ,E F 3 cr.GC Cd >3 O-D €^21 c = Sol9ü iE 3 cd C 0 c 3 «8*1: sssis«'-"ts.=® ^.E Es-: 8ä 2'2(9 3 ^(9 5 ZE L«.! I> E‘" ew.J^faei 8#eÄ**wM^ y,t|i|. Seuttt^^M ^^unbBri. tbta. 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(Hitler) Landtagswayt 13. 11. 1927 Reichstagswayt 14. 9. 1930 Landtagswayt 15. ir. 1931 Landtagswahl , 13. 11. 1927 Reichstagswayt 14. 9. 1930 Landtagswayt 15. 11. 1931 Landtagswahl 13. 11. 1927 Reichstagswahl 14. 9. 1930 Landtagswayt 15. 11. 1931 Landtagswayt 13. 11. 1927 Reichstagswayt 14. 9. 1930 Landtagswahl 15. 11. 1931 Landtagswahl 13. 11. 1927 Reichstagswahl 14. 9. 1930 Landtagswahl 15. 11. 1931 Reichstagswahl 14. 9. 1930 Landtagswayt 15. 11. 1931 Landtagswahl 13. 11. 1927 Reichstagswahl 14. 9. 1930 Landtagswahl 15. 11.1931 Landtagswahl 13. 11. 1927 Reichstagswahl 14. 9. 1930 Landtagswahl 15. 11. 1931 Landtagswahl 13. 11. 1927 Reichstagswahl 14. 9. 1930 Landtagswahl 15. 11. 1931 Reichstagswahl 14. 9. 1930 2 <•? c "c c G, | 15. 1L 193 Albach........ 58 72 91 _ _ _ _ 7 1 2 2 3 _ ___ _ _ _ 1 _ 88 92 46 — 1 2 5 64 Allendorf a. d. Lahn . . 125 202 138 — 1 — 11 19 39 _ 9 9 4 3 20 4 — 44 31 1 1 — 75 67 17 20 19 6 1 61 191 Allendorf a. d. Lda. . . . 117 221 210 — — — 6 9 16 1 23 19 8 20 35 2 1 71 13 11 — — 213 204 33 42 13 9 2 95 524 Allertshausen...... 58 69 72 — — 1 — — 2 — 1 3 1 — 3 1 1 1 — —— — — 51 29 4 1 1 — 1 22 112 Alten-Buseck...... 255 319 265 — 2 1 20 69 140 1 7 10 3 12 12 6 1 22 14 3 — — 129 131 17 • 17 16 6 1 68 297 Annerod ....... 89 150 153 — — — — 2 6 1 3 7 3 8 9 — — 11 9 2 — — 85 107 44 3 — — 1 27 108 Bellersheim...... 23 66 73 — 1 — 1 1 7 — 3 10 — 9 5 — 2 4 2 3 — — 115 174 58 8 7 2 1 26 176 Beltershain...... 21 34 20 — — — — — — — 2 4 7 3 2 — — 1 1 4 — — 65 69 27 1 3 7 2 32 110 Bersrod........ 74 86 65 1 5 — — 2 6 — 1 5 5 2 2 — — 11 3 3 — — 96 93 50 15 5 1 1 22 108 Bettenhausen..... 12 20 6 — — — — 1 —— — 3 —— 1 5 1 — — — — — — — 108 72 41 8 2 — — 94 177 Beuern........ 153 220 207 — — 1 6 16 45 1 2 5 4 22 16 2 6 29 20 3 5 — 152 155 46 14 6 5 3 62 203 Birklar........ 68 115 111 — 8 5 3 3 8 — 1 5 5 13 28 5 2 —— — 1 — —— 79 72 46 7 1 1 — 8 78 Burkhardsfelden .... 116 164 163 — — — 2 6 5 — — 4 2 5 5 3 — 37 33 1 — — 111 94 33 3 17 1 — 11 129 Climbach....... 17 47 58 — 1 — — — 1 — 1 1 —— 2 4 — — 2 — — — — 40 27 — 3 1 3 1 14 72 Daubringen...... 175 255 240 1 1 1 25 44 87 3 20 36 11 22 49 18 3 18 9 — — 1 23 18 9 13 16 3 — 67 160 Dorf-Gill....... 4 20 5 — — — — 1 2 — — 8 — 4 4 — — 17 — 7 — — 199 157 24 25 14 6 — 35 225 Eberstadt mit Arnsburg . 14 24 34 — — 2 1 1 — 1 4 3 1 1 11 1 — 7 5 12 — — 172 215 70 6 4 4 3 31 209 Ettingshausen..... 5 11 18 — 1 — 8 9 18 — 3 5 — 2 5 2 — 20 12 — — 1 164 172 54 14 4 8 2 66 227 Garbenteich...... 206 298 224 1 — — 7 49 48 9 5 11 1 22 67 7 2 2 33 7 — — 82 111 63 5 1 1 10 32 148 Geilshausen...... 11 42 63 — __ — 1 1 — — 5 8 n 9 6 2 1 22 9 1 — — 88 91 4 4 — — — 42 210 Gießen........ 3775 5040 4240 632 925 988 491 1730 1879 60 3043 2637 1038 1204 1500 524 81 634 535 867 221 111 116 61 26 1830 840 924 161 3714 9U1Z Göbelnrod....... 5 36 34 — — — 4 3 4 1 1 1 1 2 2 1 — — — 1 — 2 89 71 51 — — — 1 25 70 Großen-Buseck..... 278 447 379 1 3 6 7 22 62 2 7 33 20 74 70 27 4 25 45 9 1 1 194 307 90 38 39 14 5 82 430 Großcn-Linden..... 508 764 619 3 2 2 5 15 71 1 53 39 3 45 83 9 7 82 55 16 5 — 111 121 28 106 13 25 23 241 572 Grünberg....... 133 219 239 16 12 11 7 52 26 4 151 173 94 26 43 17 2 106 91 139 25 12 157 118 29 62 27 11 1 478 874 Grüningen...... 98 119 129 1 1 1 1 4 13 1 3 2 5 10 16 4 2 9 4 1 3 — 116 143 66 35 5 1 1 54 162 Harbach........ 14 46 95 — 1 — 4 1 3 — — 3 1 — 3 — — — — 3 — — 81 111 79 17 7 3 — 12 45 Hattenrod....... 39 50 28 1 — — — 1 6 3 1 1 1 3 4 2 — — — — — — 100 101 45 10 1 1 — 21 109 Hausen........ Heuchelheim...... Holzheim....... 84 731 114 173 831 181 115 785 136 2 2 3 1 37 1 17 79 24 87 3 4 8 5 63 8 3 78 4 4 29 2 6 83 9 25 105 66 1 31 2 12 4 9 26 123 2 19 50 1 22 2 1 4 1 38 157 380 20 149 297 27 104 169 7 50 97 1 66 4 2 32 22 5 22 33 119 39 83 485 336 Hungen........ Inheiden....... 137 30u 352 13 12 18 21 7 5 3 100 75 9 75 73 19 8 21 11 12 2 — 113 93 35 46 10 3 4 364 603 81 149 142 _ — — 2 2 4 1 2 2 — 7 5 1 — 1 — 1 — — 61 42 9 — 1 — — 70 130 Kesselbach....... 62 95 112 _ _ — 1 2 2 — 7 8 4 43 38 17 — 7 2 3 2 — 28 27 2 7 6 3 20 1 37 1 21 95 Klein-Linden...... Langd......... Lang-Göns...... Langsdorf....... Lauter........ 269 20 179 498 38 348 368 12 319 1 1 5 1 9 2 12 ‘4 9 21 1 7 49 16 6 41 1 15 42 1 26 8 1 30 1 21 110 2 28 9 1 2 2 1 110 3 106 103 1 61 11 1 15 4 3 1 57 184 196 62 123 174 56 17 112 50 9 106 18 2 36 6 10 171 109 234 431 304 486 21 74 57 — - 3 1 7 5 9 3 10 12 5 30 52 9 4 13 6 6 — — 215 202 103 17 8 8 2 107 280 7 29 27 1 5 3 _ 3 5 _ 6 1 3 2 4 1 — — — 1 — — 92 59 16 12 12 18 7 76 140 Leihgestern...... 251 413 179 4 7 6 11 24 38 10 7 13 3 13 59 3 4 116 19 16 — 1 155 105 78 52 14 17 113 122 340 Lich mit Hof Albach, Coln- hauscn u. Mühlsachsen . 335 565 576 13 39 46 8 24 29 8 94 112 23 103 127 14 3 83 37 34 2 2 166 130 57 95 37 18 8 275 754 Lindenstruth ...... 68 79 76 — — — 4 6 13 — 2 8 — 2 2 — — 4 4 — — — 47 52 49 — — 1 19 1 21 28 Lollar......... 588 733 620 9 17 8 30 43 51 3 161 168 48 86 87 27 13 16 9 10 3 — 76 65 47 63 50 70 128 483 4 Londorf........ 77 158 216 _ 2 — 6 4 9 — 26 60 12 34 54 9 4 44 12 5 1 3 53 74 3 22 19 6 3 46 310 Lumda........ 44 59 60 — — — 3 2 1 — 2 2 4 3 3 — — 27 3 6 — 43 71 9 4 1 — — 35 170 Mainzlar....... 97 156 121 — 6 4 1 3 19 1 6 13 1 13 40 2 5 7 8 2 1 — 117 129 41 9 4 — — 14 184 Münster........ 6 22 10 — — 1 3 14 12 2 — 1 1 2 4 1 — 27 23 2 — 40 51 17 2 7 1 1 4 81 Mnschenheim mit Hof-Gül Nieder-Bessingen . . . . 26 39 67 36 65 24 2 — — 10 1 18 7 22 3 5 3 3 3 3 1 9 3 25 3 1 2 2 19 1 9 1 1 1 1 — 160 62 163 65 61 38 14 3 9 7 8 3 2 4 29 15 191 60 Nonnenroth...... Obbornhofen...... Ober-Bessingen . . . 19 121 43 126 30 144 — 2 — 5 2 9 5 2 2 6 9 2 2 3 5 2 5 1 1 3 2 2 6 1 1 79 87 63 65 20 17 2 7 2 3 4 2 2 2 54 54 127 151 8 12 9 _ — — 2 2 1 1 4 15 15 2 4 3 22 6 — — , 91 71 48 10 3 2 2 23 72 Ober-Hörgern .... 3 5 2 — — — — — — — 4 — 2 4 9 — — 5 2 5 -- 142 172 116 29 2 2 2 6 96 Odenhausen m. Appenborn 31 74 71 — — — — 6 6 7 7 3 — — 6 —— 2 — 45 46 2 4 — —— 2 9 106 Oppenrod...... Queckborn ...... Nabertshaus. in. Ringelsh 15 45 45 — — 1 3 : 1 — — —— — —— — — 12 —— —— — — 83 77 ö9 3 2 2 —— 9 39 2< 70 4 80 3 _ — 7 9 3 2 1 1 1 4 7 6 2 2 1 4 2 2 — — 16 2 2 114 33 160 24 91 67 ; s 11 1 4 1 —• 1 20 14 128 84 Neinhardshain .... Reiskirchen...... Rodheim mit Hof Graß Rödgen....... Röthges....... Rüddingshausen . . . Ruttershausen m. Kirchb. 18 16 _ —— 4 2 — 6 2 3 3 1 — 79 24 5 2 — 2 12 65 10" 168 188 — — 11 22 34 3 13 13 •5 15 25 7 ] 3 5 4 2 — 75 111 ! 68 10 10 2 2 65 201 14 58 32 — — 3 2 1 — 2 3 3 — 2 — — — 74 42 1 1 — — 93 171 15! 3 10' 7( 234 51 194 129 207 42 194 74 I I I I I I 10 4 6 23 3 1 7 37 15 31 . 2 1 4 2 6 9 6 9 10 — 7 2 14 3 11 2 10 9 " 1 1 1 1 4 1 34 4 2 6 3 1 Illi 46 44 79 75 86 50 83 80 59 33 32 79 6 6 5 1 1 5 1 7 3 2 16 21 5 4 12 86 31 182 37 Saasen mit Bollnbach, Beitsberg u. Wirberg Stangenrod ..... Staufenberg m. Friedelh Steinbach...... Steinheim...... Stockhausen..... Trais-Horloff..... Treis a. d. Lda. . . . Trohe........ Utphe . Villingen ...... Watzenborn m. Steinberg Weickartshain .... Weitershain..... Wieseck....... 3” 4 . 24( 14. 3. 118 75 31C 18" 7l 116 66 28" 216 55 II II II II 3 1 3 11 3 2 15 1£ 2 — 6 6 14 2 30 8 3 3 12 8 4 5 4 14 5 3 I I 1 II I 1 3 9 1 2 7 1 1 1 J 52 45 54 216 69 42 51 59 209 71 6 13 24 104 3 7 11 9 4 3 1 21 11 3 1 3 2 2 4 54 42 41 44 66 123 115 171 270 222 1 14 — — — — 2 —— — — 3 — — — — — — 42 35 30 2 — — — 12 29 8( 23 131 31( 106 306 5 _ 15 3 9 39 — 4 c 10 26 14 35 35 _ 7 20 3 1 22 147 24 171 11 51 4 24 15 4 6 54 69 87 306 6 61 5( 4 2 5' 6' _ j _ —— — — 9 2 2 2 1 10 16 7 7( 88 — — — — — — 106 71 20 2 3 9 — 77 171 11 55 89 25' 57: 3 r 3 114t 22 581 2’ 76z III I I 1 1 1 E 186 95 438 36 61 886 I 1 1 ! 3£ 15 5 _ 3( 26 ) 4' 46 55 1 I — 17 77 13 10 2£ 2' 21 3 7 — — 2 127 126 65 142 86 130 94 61 154 116 74 29 22 33 7" 8 69 35 18 13 22 5 7 1 24 12 81 269 48 2c 12£ 245 579 127 246 351 1294 l|18772|1639( )| 716 i| 108' | 115 1| 107c 3055 418 1| 185 406: 1 3945 1 150 1| 232' | 319£ 83 3| 20 l| 2185 141 | 137 311 15. )| 7996 | 784^ l| 3276 3257 | 1529 | 1324 576 | 8941^25410 Oer Wahltag in Gießen Die gestrige Landtagswahl hob sich auch in Gießen sehr markant von ihrer Vorgängerin im November 1927 dadurch ab, daß sie eine außerordentliche Steigerung des Interesses der Wählerschaft nicht nur im Wahlkampf, sondern auch am Wahltage selbst zustande brachte. Beteiligten sich bei der Landtagswahl am 13. November 1927 in Gießen 51,46 Prozent der Wahlberechtigten an der Entscheidung über die politische Arbeit in Hessen, so waren es gestern in unserer Stadt 80 Prozent der Wähler und Wählerinnen, die mit dem Stimmzettel ihrem politischen Willen Ausdruck gaben. Bereits in d n Vormittagsstunden war der Betrieb in zahlreichen Wahllokalen sehr rege. Bis gegen Mittag hatten in mehreren Bezirken schon etwa 50 Prozent der Stimmberechtigten von ihrem höchsten staatsbürgerlichen Recht Ge- brauch gemacht. Das schöne Wetter, das den ganzen Tag über, besonders aber in den Rachmittagsstunden herrschte, begünstigte den Marsch der Wählermassen nach den Wahllokalen m hohem Maße. Sn vielen Straßen der Stadt war am Rachmittag so etwas wie Großbetrieb zu bemerken, der sich in den 'Wahllokalen immer stärker auswirkte, je näher der Zeitpunkt des Wahlschlusses heranrückte. Gegen 17 Uhr hatten in einigen Wahllokalen 90 Prozent und sogar darüber abgestimmt, in einigen anderen Bezirken blieb der Zuspruch der Wählermassen hinter dieser Spitzenleistung zurück, immerhin ergibt sich doch eine durchschnittliche Beteiligung von 80 Prozent der Wählerschaft. Dieser Prozentsatz übertrifft um eine Wenigkeit die Beteiligung bei der Reichstagswahl vom 14. September 1930, bei der 78,72 Prozent der Wählerschaft an der Wahlurne erschienen waren. Wohl manche unserer Mitbürger werden nach dem scharfen Wahlkampfe, der auch eine Anzahl Politiker in führender Position in Gießen als Redner vor die Wählermassen brachte, eine noch größere Wahlbeteiligung erwartet haben, zumal die Propaganda der Hauptkämpen dieser politischen Schlacht am Samstag und Sonntag sich noch besonders ins Zeug legte, wobei an den Häusern mit Farbe und Plakaten sehr zum Leidwesen vieler Hausbesitzer in freigiebiger Weise verfahren wurde, nebenbei bemerkt eine tadelnswerte Unsitte, auf die man bei künftigen Wahlen verzichten sollte, soweit die Häuser und der Bürgersteig in Betracht kommen. Dennoch wird man die Wahlbeteiligung von 80 Proz. auch nach dem scharfen Wahlkampfe als gut bezeichnen können, wenn man sich erinnert, wie noch vor einigen Sahren die Lauheit der Wählermassen geradezu unüberwindbar erschien. Als Beispiel hierfür sei nur daran erinnert, daß bei den Stadtverordneten-, Kreistags- und Provinzialtagswahlen am 15. November 1925 nur 44,70 v.H., — das Ergebnis der Landtagswahl vom 13. November 1927 wurde bereits oben vermerkt —, bei der Reichstagswahl am 20. Mai 1928 auch nur 62,88 v.H. und bei der Stadtratswahl am 17. November 1929 wiederum nur 49,67 v. H. der Wählerschaft in Gießen abstimmten. Cs ist also im Vergleich zu jenen Wahlen seit dem Wahlgang um den Reichstag am 14. September v. S. entschieden ein starker Aufschwung der politischen Kampfesbereitschaft mit dem Stimmzettel festzustellen, ein bemerkenswertes Aktivum des Interesses der Wählerschaft bei der Bildung der Plattform, von der aus über die Geschicke der Gesamtheit, wie auch über die Gestaltung der staatsbürgerlichen und wirtschaftlichen Existenzgrundlage des einzelnen entschieden wird. Die gesteigerte politische Aktivität kam gestern abend auch bei der Bekanntgabe der Wahlresul- tete in den Schaufenstern unseres Geschäftshauses eindrucksvoll zur Geltung. Schon kurz vor 18 Uhr hatte sich eine ansehnliche Menschenmenge vor unserem Geschäftshause aufgestellt, der wir gegen "8.15 Uhr bereits die ersten Wahlergebnisse aus r'cm Kreise Gießen bekanntgeben konnten. In '.hneller Folge gingen dann immer weitere Er- .-bnisse aus dem Kreise und aus der Stadt Gießen bei uns ein, ebenso war es uns dank unseres umfassenden Sondernachrichtendienstes möglich, schon zu verhältnismäßig zeitiger Stunde nach dem Wahlschluß Ergebnisse auch aus anderen oberhessischen Städten und Kreisen bekanntgeben zu können. Die Menschenmenge war im Verlause der Abendstunden so riesig angewachsen, daß sie über die ganze Straßenbreite hin und nach dem Marktplatz, sdwie nach der früheren Stadtpost zu wie eine Mauer stand, dabei eine Kopfzahl erreichte, wie sie seit langen Jahren nicht, auch nicht bei der Reichstagswahl am 14. September 1930, zu verzeichnen war. Ein Abbröckeln der riesigen Menschenansammlung trat erst ein, nachdem wir gegen 23 Uhr das vorläufige Gesamtergebnis aus ganz Hessen herausgebracht hatten. Dieser Ausklang des Wahltages war, wie der Verlauf des Wahltages selbst, eine bemerkenswerte Bekundung des gesteigerten politischen Interesses. Als erfreuliche Tatsache ist schließlich noch zu registrieren, daß die Polizei während des ganzen Wahltages und auch im Verlaufe der letzten Nacht keinen Anlaß zum Eingreifen hatte. Die Leitung des Polizeiamtes hatte natürlich angesichts der starken politischen Spannungen in umfassender Weise ihre Maßnahmen zur Sicherung der öffentlichen Ordnung getroffen. Die Polizeibeamtenschaft hatte dadurch nach all den Tagen der verstärkten Dienstleistung während des Wahlkampfes gestern noch eine weitere schwere Belastung auf sich nehmen müssen, mit dieser Mehrleistung in ihrem schweren Dienst sich aber auch begründeten Anspruch auf die dankbare Anerkennung der ordnungliebenden Bevölkerung erworben. (Die tabellarische Uebersicht über das Gießener Wahlergebnis auf der nächsten. Seite.) Stadtratswahl in Buhbach. pb. B u tz b a ch, 16. Nov. Gleichzeitig mit der Landtagswahl fand gestern hier die Stadtrats- wähl statt. Wahlberechtigt waren hierzu 3283 Personen. Bon ihrem Wahlrecht machten 2869 Personen Gebrauch, gültige Stimmen wurden 2826, ungültig 43 Stimmen abgegeben. Auf die einzelnen Listen entfielen an Stimmen (die in Klammern gefegten Zahlen sind die Ergebnisse der Stadtratswahlen vom 13. November 1927): Sozialdemokratische Liste 782 (524) 5 Sitze-, Kommunistische Liste 252 (256), 1 Sitz: Zentrum 201 (192), 1 Sitz: Mittelstandsliste 277, 2 Sitze: Ueberparteiliche Liste (Dr. Weide) 147, 1 Sitz; Neutrale Liste (Einbrodt) 182 (358), 1 Sitz: Liste der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei 584, 4 Sitze: Bürgerliste 401 (599), 3 Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 88 o. H. Die Wahl nahm einen ruhigen Verlauf. Das Wahlergebnis in Gießen. Sozialdemokratie k = Kommunisten Kommunistische 1 3 Z. Deutsche Dolkspartei Deutsche j: ZL c £ demokraten Christi. Sozialer Dolksdienst 5 Partei Hessischer qungquv.z Deutschnat. 'NnlMHarMi Sozialistische Arbeiterpartei 'S«! e- (9'0 ~ 1. Wahlbezirk...... 222 41 200 5 39 14 2 20 1 — 6 0 424 2. 258 36 139 4 61 31 6 26 7 13 5 478 3. 300 44 156 7 44 19 6 17 9 4 3 8 465 4. 241 32 112 1 47 19 5 25 5 45 16 532 5. 308 35 176 4 26 16 7 19 8 1 4 10 8 384 6. 218 53 179 4 27 5 1 17 8 1 6 8 3 476 7. 243 61 99 2 59 13 3 34 1 4 89 3 578 8. 269 137 60 2 47 19 3 36 3 1 70 6 566 9. 227 125 65 4 63 36 9 50 7 3 59 12 606 10. 173 82 38 2 106 rf) 3 30 10 3 8 8 12 689 11. 203 43 44 2 110 18 7 56 6 1 7 0 10 558 12. 127 48 26 1 97 42 8 34 6 1 52 1 471 13. 157 53 36 2 61 18 3 47 12 1 3 18 6 460 14. 422 49 67 5 30 35 2 38 5 1 L 26 493 15. 184 27 116 3 73 21 2 28 9 — E ►6 6 493 16. 210 23 132 3 43 19 2 17 5 .— 6 1 4 413 17. 220 . 37 114 2 58 15 2 18 2 — 8 5 436 18. 189 49 106 3 42 50 5 15 7 1 46 4 443 19. ■ 69 13 14 4 5 4 5 8 — 4 9 7 47 Insgesamt 4240 988 1879 60 1038 524 81 535 111 26 924 161 9012 Stimmberechtigt waren in der Stadt ließen 24740 Personen. Abgegeben wurden 19696 Stimmen, da o waren 117 ungültig, so daß 19679 gültige Stimmen verblieben. Tie Wahlbeteiligung belief sich aus 80%. (Bei der ReichStagSwahl am 14. Sept. 1930 — 78,72%, bei der Landtagswahl am 13. Nov. 1927 — 51,46%.) Sie Wahl in oberhessischen Städten. Friedberg. 1. SPD. 1530 (R. 1828, 2.518), 2. Ztr. 521 (R. 478, L. 343); 3. KPD. 694 (01.519, 2. 262); 4. Komm. Opp 33 (R 0, 2. 0); 5. DBP. 348 (R 709, 2 545); 6. DStp. 175 (R. 435, 2. 607); 7. Radikaldem. 78 (R. 0, 2 0); 8. Chr.-Soz Bolksd. 315 (R. 338, 2. 0); 9. Bolksrechtp 10 (R. 41, 2. 254); 10. Hess. Lbd. 119 (R. 143, 2. 241); 11. Dn. Dolksp. 143 (R. 155, 2. 269); 12. Soz. Arbeiters 130 (R 0, 2. 0); 13. NSDAP. 2340 (R. 903, 2 0). Bad - Nauheim. Stimmber. 6300. Abgegebene Stimmen 5050 - 80 Prozent. 1. Soz. P. 799 (N. 1378, 2. 974); 2. Zentr. 471 (N. 782, 2.246); 3. Komm. P 480 (N. 468, 2. 196); 4. Komm. Opp. 22 (N 0. 2. 0), 5. DDP. 172 (N. 706, 2. 519); 6. DStp 129 (N. 557. 2. 623); 7. Radikal- dem. 116 (N. 0, 2. 0); 8. Chr.-Soz. Dolksdienst 286 (N. 406, 2. 0); 9. Dolksrechtp 19 (N. 62, 2. 238); 10. Hess Lbd 22 (N. 70, 2. 115); 11. Dn. Dolksp. 316 (2t. 580, 2. 502); 12. Soz. Arbeiterp. 86 (R. 0. 2. 0); NSDAP. 2124 (R. 1651, 2. 0). Butzbach. Stimmber. 3116, abgegeben» Stimmen 3006 - 88 Prozent. 1. SPD. 914 (2t. 899, 2. 641); 2. Ztr. 221 (2t. 181, 2. 191); 3. KPD. 218 (2t. 189, 2. 146); 4. Komm. Opp. 24 (2t. 0. 2. 0). 5. DDP 242 (2t. 410, 2. 367); 6. DStp. 82 (2t. 407, 2. 217); 7. Nad.-Dem. 68 (2t. 0. 2. 0); 8. Chr.-Soz. Dolksd. 66 (2t. 147, 2. 0); 9. Bolls- rechtp 6 (2t. 26, 2. 82). 10. Hess. 2bd. 21 (R. 37, 2.60); 11. Dn. Bp. 52 (2t. 61, 2.311); 12. SAP. 11 (2t. 0, 2. 0); 13. NSDAP. 1019 (21 384, 2. 0). Dilbel. 1 SPD. 1527 (1774); 2. Ztr. 250 (235); 3. KPD. 654 (524); 4. Komm. Opp. 35 (0); 5. DBP. 91 (287); 6 DStp. 14? (232); 7. Nadikald. 21 (0); 8. Chr.-Soz. Dolksd. 90 (58); 9. Dolksrechtp. 2 (9). 10. Hess. 2bd. 6 (39); 11. Dn. Dp. 17 (30); 12. SAP. 73 (0); 13. NSDAP. 906 (349). Büdingen. Stimmberechtigt 2400, abgegeben 2108, ungültig 21. 1 Sozialdemokratische Partei 462 (R 472); 2 Zentrum 57 (50); 3. Kommunistische Partei 179 (218); 4. Kommunistische Opposition 21; 5. Deutsche Bolkspartei 108 (227); 6. Deutsche Staatspartei 81 (382); 7 Radikaldemokraten 6, 8. Christi.-Soz. Volksdienst 38 (20); 9. Dolksrecht- Partei 2; 10. Hessischer Landbund 8 (25); 11. Deutschnationale Volkspartei 87 (98); 12. Sozialistische Arbeiterpartei 7; 13. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei 1031 (438). Nidda. Stimmber. 1609, abgegebene Stimmen 1309, ungültig 12 Stimmen. 1. SPD. 333 (2t. 264) . 2. Ztr. 59 (53); 3. KPD. 31 (32); 4. Komm. Opp. 12 (0); 5. DLP. 55 (139); 6. DStp 31 (2C2);7. Rad - Dem. 24 (0); 8. Chr.-Soz. Dolksd. 57 (47); 9. Dolksrechtp 9 (10); 10. Hess. Lbd. 4 (27); 11. Dn. Dp. 35 (24); 12. SAP. 9 (0); 13. NSDAP. 638 (163). * Schotten. Stimmberechtigte 1681, abgegebene Stimmen 1471, ungültige 3. Sozialdemokratische Partei 289 (2t. 384, 2.230); Zentrum 40 (21.8, 2.14), Kommunistische Partei 105 (2t. 19, 2.56); Kommunistische Opposition 7 (2t. 0, 2.0); Deutsche Dolkspartei 24 (2t. 129, 2.105); Deutsche Staatspartei 9 (2t. 80, 2.190); Radikaldemokraten 31 (2t. 0, 2.0); Christl.-Soz. Dolksdienst 69 R. 41, 2.0); Dolksrechtpartei 0 (2t. 3, 2. 15); Hessischer Landbund 43 (R. 64, 2.214); Deutschnat. Dolkspartei 9 (R. 20, 2.93); Sozialistische Arbeiterpartei 18 (2t. 0, 2.0); Nationalsoz. Deutsche Arbeiterpartei 824 (2t. 508, 2. 0). e Lauboch. Stimmberechtigt 1295, abgegebene gültige Stimmen 1074, ungültig 1. Sozialdemokratische Partei 174 (R. 155, L. 60); 2. Zentrum 16 (R. 18, L. 7); 3. Kommunistische Partei 21 (L 6); 4 Kommunistische Opposition 1 (R. 23); 5. Deutsche Volkspartei 15 (R. 109, L. 95); 6. Deutsche Staatspartei 6 (R. 40, 2. 19); 7 Radikaldemokraten 14; 8 Christl.-Soz. Dolksdienst 21 (R 34); 9. Volks- recht-Partei 12 (R 15); 10. Hessischer Landbund 24 (9t 98, L 95); 11. Deutschnationale Dolkspartei 30 (R. 12, L. 52); 12. Sozialistische Arbeiterpartei 3; 13 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei 737 (9t. 335). Kuriositäten aus derGeschichte des Autos. Don Dr. Herbert Gchmidt-Lamberg Als Erfinder und Konstrukteure des wirklich ersten Kraftwagens haben sich nicht weniger als 416 Personen aus aller Welt bezeichnet, davon mehr als zwei Drittel in den Vereinigten Staaten, der Rest gut verteilt über England, Deutschland, Frankreich und Ruhland. Einige dieser Prätendenten aus den Lrfinderthron waren so energisch, dah sie gerichtliche Klagen anhängig machten, wobei eine Re he merkwürdiger Umstände zutage kamen. So konnte eine Gesellschaft russischer Ingenieure, darunter L h l o b o w und P u- t i l o w . nachweisen, dah sie in dxr Nähe des kleinen Wolgaortes Pyostrow bereits in den Jahren 1887 und 1888 regelmähige Fahrten über ziemlich weite Entfernungen ausgcführt hatten mit einem Motorfahrzeug, das stark an den ersten Kraftwagen von Benz erinnerte. Als Zeugen wurden eine Anzahl Einwohner des Oertchens herangezogen, die zuerst als Passagiere mitgenommen worden waren. Die Klage ChlobvwS und PutilowS wurde aber abgewicsen. Ein amerikanischer Erfinder. Jerome HenntS, führte sogar den Nachweis, dah er zur Besörde- rung seiner Felderträgnissc schon um 1890 einen motorisch betriebenen Traktor verwendete. Hennis Sab an, dah er niemals daran gedacht habe, sein Intall könnte einst Weltbedeutung gewinnen. Sr habe sich vielmehr ängstlich gehütet, die Art seiner Maschinerie anderen zu erklären, er habe sie möglichst verborgen gehalten. Im Moment, als die ersten Kraftfahrzeug! abriken größeren Stile- entstanden seien, habe er erst bemerkt, dah er gegen seine wirtschaftlichen Interessen gehandelt habe. Man hat aber in New Orleans, wo seine Klage anhängig gemacht wurde, wenig Wert aus seine Angaben gelegt. Sr wurde abgewiesen. Unter denjenigen, die aus dem Klagewege um die Anerkennung ihrer Priorität rangen, befan- den sich auch Atoei Chinesen. Beide hatten auf amerikanischen Universitäten. Pale und Harvard, studiert, und kamen im Jahre 1897 nach Schanghai zurück. Hier errichteten sie die ersten chinesischen Äraftfabneuge, die sich allerdings in der Hauptsache auf die Herstellung von Ersatzteilen beschränkten, im übrigen aber amerikanische Kraft- Wagen einführten. Da fic jedoch schon nach kurzer Zett gewisse amerikanische 2i»en,en verletzten, wurde gegen sie eine Klage angestrengt, bei deren Austragung sie angaben, dah sie es erst gewesen seien, die zwei bekannten nordamerikanischen Kraftfahrzeug-Konstrukteuren neue CBkge zur Vervollkommnung gewiesen hätten. Der Prozeß dauerte bis zum Jahre 1905, dann legte sich die amerikanische Regierung mit diplomatischen Machtmitteln ins Zeug und die beiden muhten erfahren, dah es schwer ist, gegen den Mächtigeren anzukämpfen. Nichts ist natürlicher, als dah die Auffichtsbe- hörden in der ersten Zeit eines zunehmenden Kraftverkehrs es gar nicht leicht fanden, sich mit den Eigenarten dieses neuen Verkehrsmittels an- zusreunden Viele Polizeigewaltige versuchten es mit dem Erlaß drakonischer Vorschriften, von denen Proben folgen follcn. In Rom wurde noch im Jahre 1907 die Zirkulation der Kraftwagen in den Hauptstraßen nach 9 Uhr abends verboten. In Gens wurde die Aufstellung von Automobilen vor Warenhäufern, Cafös. behördlichen Gebäuden und an Parks gänzlich untersagt, weil man eine Cuftocrgiftung dadurch befürchtete. Ueberhaupt sollten .menfchenreiche Gegenden" nur in schneller Fahrt durchmessen werden. Als der Schauspieler G i a m p i e t r o nach einem Gastspiel in Prag im November 1911 nach Hause fuhr, wurde sein Wagen von einer Polize,Patrouille angebalten, und der Künstler bekam ein Strafmandat, weil es verboten sei. nacht- tönende Signale zu geben. Das gleiche passierte auch Caruso in Edinburgh, wo er säst um die gleiche Zeit gastierte. Hier war es zwar nicht verboten. Signale zu geben, aber .nicht an viel befahrenen Wegkreuzungen, weil dadurch Gefahr der Unaufmerksamkeit bei anderen Fahrzeuglenkem erregt würde" In Frankreich war es bi- um 1910 verboten, nacht- im Kraftwagen sich In die Nähe von Kasernen. 25efeftigungen, Waffenlagern und Posten zu wagen. Wer gegen diese Verordnung verstieß, konnte mit Freiheitsstrafen bi- zu einem Jahre Gefängnis belegt werden. Eine besonders merkwürdige 2krorbnung wurde erst 1912 In Nischni Nowgorod ausgehoben. Es war hier den 2astwagensührern nur dann erlaubt, die großen Marktstraßen der Stadt zu durchsah- ren, wenn sie den sogenannten gelben Schein besaßen Diesen Schein bekamen aber nur solche Händler, die mehr al- 500 Rubel jährliche Um- sahgaben zahlten. Man wollte damit da- Vordringen der kleinen Geschäftsleute verhindern. Es dürfte bekannt sein, dah es den Farbigen in zahlreichen Städten in Uebersee verboten ist. Kraftwagen zu steuern oder auch nur solche zu benuhen. Weniger bekannt dürfte sein, dah eS ©emcinben und Staaten gibt, die den Frauen die Führerschaft, manchmal fogar da- Benutzen der Kraftwagen untersagen. Die nocdamerikanischen .Staaten Colorado, Wyoming, Montana und Utah Al-feld. Stimmberechtigte 3371, abgegebene Stimmen 3263 = 92 v. H.» Ungültige 22. Soz. Partei 830 (21941, 2.445); Zentrum 72 (R. 77. 2.69); Kommunistische Partei 222 (2t. 156, 2. 134); Komm. Opposition 7 (2L 0, 2.0); Deutsche Dolkspartei 120 (R. 399, 2.281); Deutsche StaatSpartei 82 (21. 153. 2. 0). Radikaldemokraten 8 (2t. 0, 2. 0). Christi. So;. Dolksdienst 29 (R 63, 2.0), DolkS- rechtpartei 4 (R. 31, 2.233); Hessischer Landb. 26 (R. 40, L. 85); Deutschnationale Volk-Partei 36 (R. 66, 2.216); Sozialistische Arbeiterpartei 10 (2t. 0, 2.0); Nationalsoz. Deutsche Arbeiterp. 1797 (21.908, 2.0). • 2auterbad). Stimmberechtigte 3434. abgegebene Stimmen 3006, Ungültige 15. Sozialdem. Partei 882 (R. 1028, 2.639), Zentrum 39 (2t. 32, 2.28); Kommunistische Partei 156 (R. 79, 2.38); Deutsche Dolkspartei 120 (R. 254. 2.315); Deutsche Staatspartei 25 (2t. 145, 2. 141); Radikaldemokraten 6 (2t. 0.2.0); Christlich-Soz. Dolksdienst 20 (2t. 0, 2.0). Dolksrechtvartei 4 (R. 23, 2. 94), Hess. Landbund 9 (2t. 17, L 48-;Deutschnationale Dolkspartei 89 (X 59, 2.219); Sozialistische Arbeiterp. 7 (2t. 0, 2.0); Nationalsoz. Deutsche Arbeiterpartei 1642 (R. 1028, 2. 0). Schlitz. Stimmberechtigte 1888, abgegebene gültige Stimmen 1678. 1. Sozialdemokratische Partei 340 (2t. 354, 2. 309), 2. Zentrum 21 (2t 24, 2. 11); 3. Kommunistische Partei 85 (2t. 61, 2. 50); 4. Komm. Opposition 6 (R 0, 2. 0); 5. Deutsche Dolksp. 620 (R. 495, 2. 641); 6. Deutsche Staatspartei 4 (R. 26, L. 47); 7. Radikaldemokraten 2 (2t. 0. 2.0), 8. Christl.-Soz. Dolksdienst 19 (2t. 59. 2. 0); 9. Volksrechtpartei 2 (2t. 0, 2. 13); 10. Hessischer 2andbund 37 (2t. 51. 2. 53); 11. Deutsch- nationale Volkspartei 35 (2t. 50, 2. 61); 12. Sv-. Arbeiterpartei 8 (R. 0, 2. 0); 13. Nationalsoz. Deutsche Arbeiterpartei 499 (R. 363, 2. 0). Aus der provlnzwlbouptstad» Gießen, den 16. November 1931. Winternot und koloniale Arbeit. Wir wissen es, ober vielmehr, wir wissen es immer noch nicht alle, bah wir in einer Zeit höchster beut- scher Not leben. Alles um uns scheint schwankend geworben zu sein, unb wir spüren, bah überall, wohin wir blicken, bringenbe Hilfe nottut. Unsere Gegenwart ist Kampf unb Not Unb biese Gegenwart hält uns so gebunben^ bah wir fast unbewuhi alles Fernerliegende zur Seite zu schieben geneigt sind Unb als etwas Fernliegendes kann uns im ersten Augenblick in bieser unserer Gegenwart bie Arbeit ber kolonialen Vereine — in unserer Stabt sinb es in erster Linie ber Frauenbund ber Deut- chen Kolonialgesellschaft unb bas Rote Kreuz für Uebersee — erscheinen Zwei Fragen tauchen auf Haben wir noch ein Recht zu kolonialer Arbeit? unb Dürfen wir heute in ben kolonialen Verbänben, über bie Heimat hinaus, in bie Ferne wirken? Diese beiben Fragen sinb so eng in bas Gewebe der deut- schen Not verflochten, bah jeber einzelne sich mit ihnen auseinanbersetzen muh Was ist überhaupt koloniale Arbeit? Ihr Ziel ist seit ben Tagen von Versailles immer dasselbe. Wie- oergewinnung ber uns entrissenen Kolonien Aufgabe ber zentralen Organe ber deutschen Kolonial- gesellschaft ist es, von ber beutschen Reichsregierung eine auf bieses Ziel gerichtete Auhenpolitik zu fordern und ihr die dafür geeigneten Wege zu zeigen, sowie alle Mittel zu ergreifen, die ihr zur Förderung einer solchen Auhenpolitik möglich sind Aufgabe der zentralen unb örtlichen Wcrbestellen ist es, bas Der- ftänbnis für bie Notwenbigkeit ber Erreichung bieses Zieles zu wecken unb ben Willen zum gemeinsamen Kampfe aller Volksgenossen für bieses Ziel zu stählen. Haben wir überhaupt eine Berechtigung zu biesem Ziel? Gerabe ber Zerfall unserer Wirtschaft, ber Millionen wertvoller Menschenkräfte brachlegt, for- bert gebieterisch eine Neuorbnung der kolonialen Fragen ba eine Entwicklung bcs auf engem Raum ' abgeschlossenen beutschen Voltes ohne überseeische Ko geben heute noch keinen Führerschein für Frauen aus. Wenn Kraftwagen aus anderen Staaten dieses Gebiet durchfahren, müssen männliche Chauffeure als Begleiter vorhanden sein. Notwendigenfalls stellt man in den einzelnen Polizeibezirken auch Lotsen die bis zu den Grenzen der Staaten als osslzieUe Begleitung mitgegeben werden. Auch in Haiti und Honduras bestehen ähnliche Vorschriften Noch ungalanter ist die Regierung von Liberia, die überhaupt den Frauen das Autosahren verbietet. Hierfür werden gesundheitliche Gründe angegeben. Man drückt natürlich ein Auge zu. wenn die Damen der englischen oder amerikanischen Kaufleute, die hier schwunghaften Handel treiben, einmal die Vorschrift übertreten. Auch in Kambodja besteht für die einheimischen Frauen ein solches Derbot, obwohl der König von Kambodja. der in Paris und Washington studiert hat. höchst moderne Reformen anstrebt. QTber vielfach hindern auch religiöse Vorfchriften die Frauen erotischer Länder an der Benutzung des Autos. Es hat einer geraumen Zeit bedurft, ehe das Automobil sich allgemeine Anerkennung errungen hatte. Die Möglichkeit einer 2krbrängung bet bisher üblichen anderen Verkchrssahrzeuge tonnte man noch um 1910 nicht ahnen, wenn man hört, daß e- beispielsweise der spanisch« KriegSmini- ster noch im Mai dieses Jahres für unangebracht hielt, sich auf einen allzugrohen Train von Kraftfahrzeugen au stützen Diese würden allzu« leicht beschädigt, schon ein einfacher Schuß mache sie verwendung-unfähig. Auch Schükri Pascha, der Im Weltkrieg hervorgetretene türkische General, sagte bei den Manövem 1909, dah man .wohl ein gefallenes Pferd schnell ersehen, aber schwerlich einen zerschossenen Kraftwagen wieder reparieren könne". In der russischen Armee wurde 1911 noch vorgefchrieden. daß die Kraftfahrabteilungen fo ausgebildet werden sollten, dah sie hauptsächlich alS Meldefahrer hinter der Front verwendet werden könnten, von einer Einsetzung im Feuerbereich müsse man gänzlich absehen. Der Polizeipräsident von Stockholm bestimmte noch 1915. dah die Kraftfahrzeuge anderen DerkehrS- mitteln den Dortritt au lassen hätten, weil diese in der überwiegenden Mehrzahl und allgemein die wichtigeren Funktionen zu erledigen hätten. Beim deutschen Roten Kreuz gab man zu Beainn des Krieges noch dem Pierdegespann für ben Abtransport der Verwundeten aus der Feuerlinie den Vorrang; erst im Stellungskrieg auf Aer- schossenem Boden muhte man erkennen, dah hier daS Kraftfahrzeug mit Gebirgsketten (Tank- anorbnung) weit bessere Dienste zu leisten in der Gchillers Ookior-Differiakion. V t T f II ( f titfacneAmg tri Mtiktxa frs VttuScn Mi f«en c- - - ■ - Cie# Ü I I < g l | । i < mbcitfirr Ckanmwr Sr. HcrW ichcn DurMiM/ »'■ HmUAta «r.ikmtsch,» yrifeeitw 3*na CfriOTtt Fntm» SMer, Lage fei. In Frankreich, Italien und Schwekvn bestand am längsten eine LuruSsteuer auf die Einfuhr ausländischer Kratt-, auch Lastwagen, weil diese .nicht unbedingt notwendige Gegenstände für die Wirtschaft des Landes seien". Die Doktordissertation Schillers stehl gegenwärtig oel dem Berliner Antiquar Paul Graupe zur Versteigerung. Das schmale Heft ist für die Bibliothek eines Büchersammlers eine fast einzigartige Rarität. Ionien nicht möglich ist. Wie lebenswichtig für unser Volk der Besitz von Kolonien ist, geht aus den Worten des französischen Kolonialministers Paul Raynaud hervor, die er anlählich der (Eröffnung der Pariser Kolonialausstellung sprach „Das europäische Frankreich ist der 23. Teil des Reiches, das wir besitzen. Durch unsere Kolonien, die mit dem Mutterlande vereinigt sind, die unsere Hauptabnehmer bilden, und deren Reichtum uns zuflieht, besitzen wir eine gewaltige Macht Ohne unsere Kolonien waren wir nicht in der Lage, der Wirtschaftskrise Herr zu werden Wir würden Millionen Arbeitsloser haben. Das sollten sich die Leute einprägen, die üoer unsere Kolonialpolitik abfällig reden " (Es ist also klar, daß wir aus den Lebensbedürfnissen des deutschen Volkes die Begründung der kolonialen Ziele herleiten müssen. Und diese Bedürfnisse sind nicht nur unb nicht erst aus der gegenwärtigen wirtschaftlichen und sozwlen Not entstanden. Das deutsche Kolonialproblem' ist ein Raumproblem, und dieses ist älter als die gegenwärtige Not, und seine Lösung greift weit in die deutsche Zukunft. Daraus ergibt sich die zwingende Notwendigkeit, Immer wieder neue Kräfte für die koloniale Idee zu gewinnen Wenn die Not in der Heimat auch noch so ß ist. wir dürfen darüber die Not der deutsch-n gewanderten nicht vergessen Denn auch sie ist ungeheuer Brechen die Deutschen In Südwest und Ostafrika wirtschaftlich zusammen, so ist nicht nur die letzte koloniale Stütze für uns verloren, sondern diese Deutschen werden auch von den Regierungen ihrer Gastländer ausgewiesen unb nach Deutschland befördert, wo sie das Heer der Arbeitslosen vermehren und dem Reiche viel mefy Geld kosten, als wir jetzt zu ihrer und ihrer Kinder Unterstützung herausfenb- den Der Vorwurf der unserer kolonialen Arbeit heute so oft gemacht wird, keine Gelder für die Deutschen In Afrika zu verwenden, solange die Deutschen in der Heimat Not litten, wird also den Tatsachen nicht gerecht Wir dürfen nie vergessen, dah jeder Ausgewanderte seinen PleN in der Heimat einem anderen Arbeitenden Überlaßen hat (Es ist also nicht nur unsere Pflicht, den Deutschen In lieber- fee, die uns ihren Raum überliehen, noch eine Weile zu helfen, bis sie über ben schwersten Anfang hinaus sinb, es ist auch unser Vorteil. Aus all biefen Erwägungen heraus hat die Ortsgruppe Giehen des Kolonialen Frauenbundes beschlossen, ihre Arbeit in diesem Sinne fortzusetzen, die Mitglieder zu immer engerer Zusammenarbeit anzuspornen und das Intereffe wachzuerhalten Zu Man frört das Gt-as wachsen. Der Direktor des Berliner Institut- sür ölet» trizitätslehre, Prof. Dr Reich, berichtete an einem Vortragsabend der Gesellschaft für technische Physik unb bes Verein- Aur Förberung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht- über bedeutsame Tiersuche zur Feststellung bes PslanzenwachstumS mit Hilfe der Elcktron- röbre. bie in biesem Falle al- Meßinstrument gilt unb sich bunt) Überaus große Empfindlichkeit auSzeichnet. Der Gelehrte nahm In feinen Ausführungen Bezug auf ben a. B. im Lautsprecher vielsach austretcnden Pfeifton. der hervorgerufen wirb, wenn zwei gegeneinander nur wenig verstimmte Schwingkreise eine Koppelung erfahren. Legt man nun zwischen die leicht be- wcglichcn Kondensatorplatten ein Im Keimen befindliches Gerstenkorn, so werden die beiden Platten bei- der Weiterentwicklung de- Korns bAw. bei besten Wachsen au6einanberqcbränqt Selbst die denkbar geringste Lageveränderung ist meßbar unter Zugrundelegung der Höhe des Pselstons. Es ist also erwiesen, daß daS Wachsen der Pslan- zen auf elektrischem Wege tatsächlich hörbar ist. 3eiffd)riften. — Zwei Künstler, die dem deutschen Volke aus Ihrem reichen Innenleben viel geschenkt haben, hat man in den letzten Tagen zu Grabe getragen den Maler Lester Ury unb den Dichter Arthur Schnitzler. Beider Andenken ehrt die neueste Nummer der 9 11 u ft r i r t e n Zeitung (I. I Weber, Leipzig) durch einen Ueberblirf über ihr künstlerisches Schaffen. Don Ury sind auherdem einige seiner Werke im Bilde oiebergegeben, die Erscheinung Schnitzlers ist in einem ganzseitigen Portrat festaehalten. — Ein Zeugnis für die moderne deutsche Architektur. Mies von der Rohes Dillenneubau In Brunn, wird In einem illustrierten Aufsatz von Prosestor Dr. Max (Eisler gewürdigt. — (Einen Umriß der Gestaltungskraft des bedeutenden deutschen Schauspielers Werner Krauß gibt der bekannte Theaterschriftsteller Julius Bad; einige Maskenaufnahmen illustrieren den Text sehr überzeugend — Zahlreiche Bilder aktuellen unb künstlerischen Charakters, Modisches, Belletristisches und Belehrendes wechseln miteinander ab. so daß jeder Leser in dieser Nummer etwas für ihn Passendes finden wird. “? 16 a i Kühlt «OG ?,w Miiii : ;!*>.**» -raSw-M , r,nftiluy für Slel- "Lcich bericht L Ä,$2 Ä’eÄtM“' i- &Ä* artjsö | den a-®n *L Hel. *• »äs* »wer er cheiniat auch noch so ■ die Not der deutschen ssen. Jenn auch sie ist tichen in Tüdwest und men, so ist nicht nm die > verioren, sondern diese den Beyierunyen ihrer b nach Deutschland be> Arbeii-iosen vermehren Jeld kosten, als mir setzt nrerschung heraussend' lerer kolonialen Arbeit keine Gelder für die iden, solange die Deut- >n. wird also den Tat« rsen nie vergessen, dah , M in der Heimat überlassen hat. Es ist den Deutschen in lieber, erttehen, noch eine Weile chwcrsten Anfang hinaus eil. ien heraus Hot die Orb- ialen Frauenbundes e- efem Sinne fort*", •nflerer ZufoniniemMk je wochzuerh-lten^-/ »uMeunaufdieSrn, mch Lafttvagen. ,ot!vendig- W* nM leien. giflife aus )?m deutlch'" ^ben, oW^'? traflen: au Srob S edjn,ß (n Mt" Kummer '/ihr tü"l"Alt' ’J de^'1 A *1 P^^ScstuitF!' '*5 WeffenKndbmich? Nachdruck verboten. *< Fortsetzung Enkelin gekom- konnte. es ein denplan einer Dorfschule nicht aufweisen Doppelt so gern lernte Inga nun, da Wetteifern mit Ebba war! In Ebbas Schulklasse war Ostern die von den Kaufmannsleuten des Dorfes Roman von Fr. Lehne. GUrheberschuh durch C. Ack.rmann, Romanzentrale Stuttgart.) men. Sie war ein uneheliches Kind von deren Tochter, die Modistin in Berlin gewesen, dort aber gestorben war. Vom Vater wußte man gar nichts, und so waren die älteren Leute gezwungen, das Mädchen zu sich zu nehmen. Lotte hieß sie, nannte sich aber Loio und trug das Stupsnäschen sehr hoch, weil sie aus Berlin kam. Ihre Kleidertasche barg immer etwas Besonderes, Bonbons oder Schokolade und sonstiges Raschwerk, das sie ja genug im Laden der Großeltern fand. Die Lotte war ein frühreifes, boshaftes, schwarzhaariges Ding, das direkt ein störendes Element unter den anderen bildete, denen sie mit ihren Erzählungen aus Berlin zu imponieren suchte. Richts war ihr gut genug: alles tadelte und verwarf sie. Ganz kokett und städtisch zog sie sich an, auch darin abweichend von den Mitschülerinnen, jeden Tag mit einer anderen lebhaften farbigen Haarschleife, um Reid zu erregen. Auf Ebba hatte sie es ganz besonders abgesehen: sie suchte Streit, wo sie nur konnte, und war erbost, wenn man ihr nicht recht gab und zu Ebba hielt, der sie nicht gönnte, dah sie auf dem Schlosse verkehrte. Wäre Ebba nicht so sehr nachgiebig und verträglich gewesen, hätte es jeden Tag Zank in der Schule gegeben. Der Arbeitsamtsreform. Zur Frage der Zusammenlegung des Arbeitsamts Wehlar mit dem Arbeitsamt Gießen. Die Entfernung zwischen den beiden Städten Wetzlar und Gießen beträgt 13 Kilometer. Die Kreisstädte in Oberhessen liegen 50 bis 70 Kilometer von Gießen entfernt, und es wird in allen Kreisen die Tätigkeit des Arbeitsamts zur Zufriedenheit der Beteiligten ausgeübt. Die größten Entfernungen für Orte des Kreises Wetzlar nach Gießen sind 30 Kilometer. Ein Teil der Orte vom Arbeitsamtsbezirk Wetzlar hat sogar nach Gießen nähere und bessere Derkehrsverbindungen, als nach Wetzlar. 3n der Presse („Wetzlarer Anzeiger". — D. Red.) wurde die Sache auch so dargestellt, als wäre Gießen wirtschaftlich ein ganz unbedeutender Platz und Wetzlar das große Zentrum. Dah dem nicht so ist, geht aus folgenden Zahlen hervor: Die Krankenkassen der Stadt Gießen weisen nach den letzten Aufstellungen einen Stand an Pflichtmitgliedern auf von 11 700, die Stadt Wetzlar einen Stand von 8250, im Kreise Giehen-Land 9000 und Wetzlar- Land rund 6900. Auch der Kreis Friedberg mit Rauheim weist einen bedeutend größeren Mitgliederstand auf, als der Kreis Wetzlar. Auch dort wurde seinerzeit im Hinblick auf die „eigenartigen" Verhältnisse ein besonderes Arbeitsamt verlangt. Es hat sich aber gezeigt, dah auch ohne ein selbständiges Arbeitsamt die Bedürfnisse von Rauheim und Friedberg ihre Berücksichtigung finden. Die geringe Zahl der Angestellten, die vom Arbeitsamt Giehen in Rauheim und Friedberg beschäftigt sind, zeigt, daß bei entsprechender Einrichtung auch in Wetzlar Personal eingespart werden kann. Von Wetzlar wurden auch Vorschläge gemacht, den Arbeits- amtsb zirk Weh . r dadurch lebensfähig zu machen, dah man Gebietsteile von anderen Arbeitsamts- bezirlen dem Arbeitsamt Wetzlar zuteilt. Derartige Vorschläge werden natürlich auch von anderen Städten gemacht. Man kann von Wetzlar oder Dillenburg, kurz von jedem Ort aus, einen Kreis ziehen und diesen Ort zum Mittelpunkt des Kreises machen: wer aber die Verkehrsverhältnisse und die Gestaltung der Landschaft berücksichtigt, der wird finden, dah das Arbeitsamt Dillenburg Gebiete umfaßt, die nur sehr schwer Wetzlar oder anderen Arbeitsämtern zugeteilt werden können. Die Dillenburger könnten dann auch mit Recht sagen: „Wenn wir schon irgendwo anders zugeteilt werden sollen, warum dann nach Wetzlar und nicht gleich nach Giehen?" Man wird keinem Anbeteiligten klar machen können, warum in einer Ent- fernung von 13 Kilometer zwei Arbeitsämter ihren Sih haben sollen. Ein Blick auf die Derkehrskarte zeigt auch, dah die Forderung, den Sih des Arbeitsamts etwa von Giehen nach Wehlar zu verlegen, unberechtigt ist und die Interessen aller oberhessischen Kreise verletzen würde. Auch dem Amt würde ein größerer Betrag an Reise- und Fahrtkosten entstehen. Die Gründe, die Wetzlar für das Weite, bestehen eines selbständigen Arbeitsamtes geltend machen kann, könnten mit dem gleichen Recht von einer großen Anzahl Städte und Kreise geltend gemacht werden: es könnten sogar in vielen Fällen noch bessere Gründe vorgebracht werden Es ist deshalb zu wünschen, daß auch in W e h l a r die s a ch l i ch e n, allgemein gültigen Belange über den Lokalpartikularis- m u s gestellt werden. Dr. Engler. Oer Landkreis Hanau am Ende. WSN. Hanau, 15. Nov. In einer Versammlung der Kreisabteilung Hanau im Verband der Preußischen Landgemeinden teilte Landrat Kai« f e r (Hanau) mit, dah infolge der großen Rück« Vom Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: der Errichtung der Reichsanstalt war das Bestreben der zentralen Verwaltungsorgane der Rcichsanstalt darauf gerichtet, die Landesarbeits- amtsbezirke und die Arbeitsamtsbezirke unter weitgehender Zurückstellung der gegebenen politischen Grenzen in erster Linie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten abzugrenzen. Die Bezirke sollten eine Größe erhalten, bei der mit möglichst niedrigen Kosten ein genügender Verwaltungsapparat geschaffen werden kann. Schon damals machten sich gegen die Zusammenlegung von Gebieten aus verschiedenen Bundesstaaten starke Widerstände geltend, so daß das von den Verwaltungsorganen gesteckte Ziel nicht ganz erreicht wurde. Die Entwicklung hat aber gezeigt, daß die kleinen A r - b e i t s a m t s b e z i r k e sich nicht bewäh« r e n. Der Spcn kommissar, die Prüfer des Deutschen Rechnungshofes und der Reichsanstalt vertreten einheitlich die Auffassung, daß die kleinen Arbeitsämter zusammengelegt werden sollen. Der Vorstand der Reichsanstalt wird sich in den nächsten Monaten darüber schlüssig werden, wo zusammengelegt werden kann und muß. In den Versammlungen der Spitzenverbände von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und anderen Körperschaften wird, weil nur auf diesem Wege eine Ersparnis an Beamtenaufwand erzielt werden kann, für alle Derwaltungszweige eine Zusammenlegungvon Verwaltungs« behörden verlangt. Wenn es aber an die Durchführung geht, dann wehren sich die lokalen Organisationen gegen die Aufhebung ihrer Behörde, und es wäre ein Wunder, wenn es in Wetzlar anders wäre. Um allen Beteiligten eine sachliche Prüfung zu ermöglichen, sollen die Gründe, die für das Landesarbeitsamt bestimmend sind, dargelegt und einige Unrichtigkeiten richtiggestellt werden. In verschiedenen Aeußerungen wurde angezweifelt, daß durch die Zusammenleguna mit Gießen eine Ersparnis erzielt wird. Erspart wird das Gehalt des 1. Vorsitzenden. Der Nebenstellenleiter wird nach einer niederen Gruppe bezahlt. Des weiteren wird sicher eingespart eine Arbeitskraft in der Kasse und eine Arbeitskraft in der übrigen Verwaltung. Nach dem von einem Fachmann aufgestellten Organisationsplan kann eine Ersparnis von 20 000 bis 25 000 Mark im Jahr erzielt werden. Es ist zu beachten, daß in einem großen Arbeitsamt die einzelnen Abteilungen der Arbeitsvermittlung, Arbeitslosenversicherung, Kasse usw., an der Spitze mit erfahrenen und gut geschulten Kräften besetzt werden können. Andere Arbeitskräfte können in einem großen Amt besser ausgenutzt werden, wie es in einem kleineren der Fall ist. Durch Einteilung kann erreicht werden, daß die untergeordneten Arbeiten auch von Angestellten der unteren Gehaltsstufe aus« geführt werden. An den verantwortlichen Stellen in der Kasse wird man in der Regel Kräfte haben, die sich bereits durch langjährige Tätigkeit bewähr- ten. Den wirtschaftlichen Bedürfnissen, die in Wetzlar etwas anders liegen wie in Gießen wird ebenso wie in anderen Arbeitsamtsbezirken durch entsprechende Vorkehrungen in der Arbeitsvermittlung Rechnung getragen. Die Nebenstelle in Wetzlar behält alle die Einrichtungen, welche von den Wirtschaft und von den Arbeitsuchenden benutzt werden, so daß Reisen nach Gießen nur in ganz seltenen Fällen notwendig werden. Im Arbeitsamt Gießen ist die zwischenörtliche Vermittlung von Arbeitskräften in die Landwirtschaft in starkem Ausmaß gelungen, was im Wetzlarer Gebiet bis jetzt nicht möglich war. Durch seine gut organisierte Vermittlung hat das Arbeitsamt Gießen für die Reichsanstalt schon große Ersparnisse erzielt. diesem Zwecke sollen allmonatlich Zusammenkünfte «veranstaltet werden. Ilse Schmidt-Wissendorff. Oas Zugenlherbergswerk in Gießen und Oberheffen. Auch das Jahr 1930 hat, wie die früheren Jahre, dem Iitgendherbergswerk im Gau Main-Rhein- Lahn-Fulda, dem das Herbecgswerk unserer Heimatprovinz untersteht, in jeder Hinsicht erfreuliche Fortschritte gebracht. Die Zahl der Mitglieder und Ortsgruppen ist gewachsen, schöne, neue Jugendherbergen sind entstanden. Allerdings ging die allgemeine wirtschaftliche Rot auch am Iugendherbergswerk nicht spurlos vorüber. Es bestehen im Gau nach dem Jahresbericht vom Jahre 1930 im ganzen 29 Ortsgruppen, davon in Oberhessen 6, nämlich in Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Giehen, Ridda und in Schlitz. Die Zahl der Mitglieder des Gaues betrug 4492 am Ende des Jahres 1930 gegen 4296 am Ende des Jahres 1929. Die Verteilung der Mitglieder auf die oberhessischen Ortsgruppen ist folgende: Alsfeld 44, Büdingen 30, Friedberg 54, Gießen 300 (Gießen wird nur von Wiesbaden mit 343 und von Frank- fairt a. W. mit 1663 Mitgliedern übertroffen), Ridda 21 und Schlitz 82. Don den Spenden zur Unterstützung des Werkes seien die Zuschüsse des hessischen Staates, der Provinz Oberhessen und der Stadt Gießen erwähnt. Mit Unterstützung der Gemeinden und Kreise konnten am 18. Mai 1930 hie Jugendherbergen in Gedern und Büdingen ihrer Bestimmung übergeben werden. Im Frühjahr wurde eine schöne Herberge in Lauterbach eingeweiht. In Friedberg dagegen harrt die Frage einer Reubeschaffung der Jugendherberge noch der Erledigung. Die Benutzung derHerbergen hat auch im Jahre 1930 eine wesentliche Zunahme erfahren. Sie stieg im Gau von 169 132 im Jahre 1929 aus 202 909 in 1930. Die Hebemachtungen in den Her- bergen der Provinz Oberhessen beliefen sich auf 13 359 (1927: 9460, 1928: 11 061, 1929: 13 161). Unter den oberhessischen Jugendherbergen steht in der Benutzung die Jugendherberge H e r ch e n - Hain mit 4063 Heber nach hingen an erster Stelle: die Hebernachtungszahlen der übrigen oberhessischen Jugendherbergen sind: Alsfeld 516, Büdingen 723, Butzbach 391, Friedberg 641, Gedern 703, Herbstein 657, Hoherodskopf 893, Laubach 153, Salzhausen 90, Schlitz 170, Schotten 545 und Gießen 2549. Gießen steht demnach an zweiter Stelle in der Frequenz. Don den Herbergsbesuchern in Gießen waren 2279 männlich und 270 tveiblich. Die Bedeutung des deutschen Jugendherberg- loerks wird nach und nach immer mehr anerkannt, der Segen, den es bringt, dars nicht unterschätzt werden. Mögen sich daher Behörden und Private bemühen, das Bestehende zum Wohle unserer Jugend zu erhalten. Bornotizen — Tageskalender für Montag: Stadt- lheater Gießen, „Voruntersuchung", 20.15 bis 22.45 ll.hr. (Geschlossene Vorstellung.) — Lichtspielhaus, Kahnhofstraße: „Hirsekorn greift ein!" — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am morgigen Dienstag findet als 7. Vorstellung im Dienstag-Abonnement die Wiederholung des Lustspiels „Liebe und Film" von J Francois de Croisiet unter der Spielleitung des Intendanten statt. — Ein kunstgewerblicher Stoffmai- kursus findet am Donnerstag, 19. November, 15.30 Uhr und 19.30 Uhr unter der Leitung des Dunstmalers Heinrich Bode- Wetzlar im Hotel „Hrinz Carl" statt. Den Teilnehmerinnen wird Gelegenheit gegeben sein, unter sachkundiger Anleitung Weihnachtsarbeiten anzufertigen. Näheres ist aus her heutigen Anzeige ersichtlich. Seine fleißigste, aufmerksamste Schülerin war das Töchterchen. Riemals hatte Lehrer Lenz, der mit Leib und Seele seinem Berufe ergeben, so gern unterrichtet wie nun, da die kleine Ebba wie ein verirrtes Prinzehchen zwischen der pausbäckig gesunden Dorfiugend sah. Unverwandt ruhten ihre großen, blauen Augen auf seinem Gesicht, lasen ihm die Worte von den Lippen ab, und jede Frage wußte sie zu beantworten. Er war sehr streng, um ja keinen Reid gegen Ebba unter den Klassengenossen aufkommen zu lassen. Ebba war sehr beliebt, und in den Pausen tollte und spielte sie mit den anderen, dah ihr lustiges Kinderlachen bis in die Küche der Frau Lenz drang, die manchmal vor das Haus trat, um die Kinder zu beobachten. Weit wurde ihr Herz, sah sie das M.ädelchen mit den wehenden Locken zwischen den anderen Kindern im Ringelreihen oder im Fangspiel. — So war Ebba neun Jahre alt geworden, sie war ein sehr begabtes Kind, dem das Lernen spielend leicht fiel. Immer noch war sie täglich auf dem Schlosse: Inga hätte sie am liebsten ganz bei sich behalten. Zu ihrer Freude hatte Ebba jetzt mit ihr zusammen bei ihrer Erzieherin allerlei Unterrichtsstunden, die der Stun- vergessen: das kleine eigene Geben nahm alles Sorgen, alles Interesse für sich in Anspruch. Mit Interesse hatte auch damals das gräfliche Paar auf dem Schlosse von dem aufregenden Fall gehört. Man hatte den Lehrer kommen und sich von ihm berichten lassen. Die Herrschaften waren ungefähr im gleichen Alter wie die Lehrersleute, ein schönes, vornehmes Paar. Dem bisher einzig geblieb.nem Kin^e, dem zehnjährigen Hanno, sollte zu dieser Zeit ein Geschwisterchen geboren werden, und zur Freude der Eltern war es ein Mädchen, das in einer Augustnacht den ersten Schrei tat. Hnb im Laufe der Jahre fand man, daß das nur wenig ältere Lehrerstöchterchen eine passende Spielgenossin für die kleine Komtesse sei. Fast jeden Tag nun trippelte Ebba an der Hand des Bruders oder der Mutter oder eines Dieners vom Schlosse nach dem Herrenhause, das kaum eine Viertelstunde vom Dorfe entfernt war. Dort wurde das bildhübsche, graziöse, freundliche Kind ebenfalls sehr verwöhnt. Mit großer Liebe hing Christel, der ein schlanker, hübscher, nun vierzehnjähriger Bub geworden, an der kleinen Pflegeschwester, er war ihr Spiel- geführte, ihr Beschützer. Don ihm konnte sie verlangen, was sie wollte: er stieg für sie auf die Bäume und holte ihr von den obersten Zweigen die schönsten Kirschen, Dirnen, Aepfel, was gerade reif war. Zum Winter sollte er nach der Stadt aufs Gymnasium kommen. Sein Vater und der Pfarrer hatten ihm Stunden gegeben, damit er die nötige Klassenreife bekam. Schwer wurde es allen, sich voneinander zu trennen; doch die Ausbildung des Knaben verlangte es. Er wollte gern studieren, was den Wünschen seiner Eltern nur entgegenkam. Auf dem Wege nach dem Schulhause muhte Frau Lenz am Pfarrhause vorbei. Der Psarrer und seine Frau saßen dort im Garten und riefen ihr ein paar freundliche Worte zu, und sie muhte für einige Minuten eintreten. Klein-Ebba war auch hier wie zu Hause, und mit ihrer kindlichen Lieblichkeit brachte sie auch in dieses stille ernste Haus Glanz und Sonne. Als Frau Lenz mit dem Kinde wieder gegangen, sahen der Pfarrer und seine Frau sich bedrückt und schweigend in stummem Verstehen an, einer las in der Seele des anderen. „Ist es dir nicht auch ausgefallen?" Leise, wie ein Hauch, fiel nach einer langen Weile diese Frage von den Lippen der Frau, die mit ihrem silbergrauen Haar, das in breitem Scheitel ihr gütiges Gesicht, das eine frühere Schönheit ahnen lieh, umrahmte, einen so ungemein sympathischen Eindruck machte. Er nickte. „Ja, Emilie, verblüffend ist sogar diese Aehn- lichkeit." Ties und schwer seufzte die Fran, da an alte, nie vernarbte Wunden gerührt wurde.--- Auf dem Heimwege plauderte Ebbas reizender Wund unaufhörlich von dem, was sie erlebt, gegessen, getrunken, gespielt. rl „Du bist wohl sehr gern auf dem Schlosse, Ebba?" fragte Frau Lenz, und beinahe wie Eifersucht klang es durch die Frage. Klein-Ebba nickte eifrig, daß die blonden Locken um das reizende Gesicht flogen. Sie hing sich im den Arm der Mutter. »Ja, Mutti, aber bei beir bin ich doch am liebsten! Du bist die allerbeste Mutti." Frau Lenz konnte nicht anders, sie muhte das Mädelchen auf den Arm nehmen, und in über- Mellender Liebe küßte sie das herzige Gesichtchen. Klein-Ebba war ihr alles, ihr ganz großes ängst- [ ch gehütetes Glück, das ihr das verlorene eigene Kind ersetzte. Mit Ebba war wieder Freude und Glück in das Lehrerhaus eingekehrt, die junge grau erblühte in neuer Gesundheit und Frische, und täglich dankte Christian Lenz dem Himmel fir seine Güte. Wie hatte die Sorge um das Seine hilflose Wesen, das vor fünf Jahren vor L?ret Tür gelegen, seine Frau in Anspruch genommen, dah sie ihrem schweren Leid nicht mehr irachhängen konnte! Prächtig gedieh die kleine Ebba in der sorgsamen Pflege, und jeder Tag liefe sie mehr in Sas Herz und in die Liebe ihrer Pflegeeltern tzineinwachsen — und nicht blofe in deren Herz — Tas ganze Dorf nahm die Kleine für sich in Anspruch, sie war aller Kind. Raturgemäfe hatte das Ereignis, dafe vor dem Lehrerhaus ein Kind ausgesetzt worden war, alle Semüter im Dors aufgewühlt. Das hatte einen Tankbaren Gesprächsstoff gegeben, und nicht müde wurde man, sich in den kühnsten, abenteuerlichsten Vermutungen zu ergehen; man sprach von ausgesetzten Prinzenkindern, und „Prinzehchen" nannte man das kleine Wunder von Mensch, das Ra so zierlich auf seinen Füfechen einher trippelte, uerhätschelt, verwöhnt von allen Seiten, bis der Lehrer bat, diesem Einhalt zu tun und vor allem nicht in des Kindes Gegenwart von seiner Herkunft zu sprechen, denn Ebba durfte doch niemals erfahren, dah die Lehrersleute nur ihre Pflege- eitern waren! Man sah es ein und versprach hoch und heilig strengstes Schweigen. Lind mit der Länge der Zeit cerlor sich allmählich auch die Erinnerung an [eneö seltsame Ereignis, man hatte es beinahe Oer Goeiheiurm bei $ranffurt V: Der neue Aussichtsturm auf der Goethehöhe im Stadtwald von Frankfurt a. M., der anläßlich des Goethejahres errichtet wurde, stellt mit 43 Meter Höhe das größte Holzbauwerk Deutschlands dar. stände, die alle Gemeinden bei dem Arbeitsamt für die Krisenunterstützungsbeiträge hätten, die Reichsanstalt die Steuerüberweisungen für den Kreis sperren ließ Es handle sich hier um Beiträge, die der Kreis unbedingt nötig hätte, um die Unterstützungsgelder aüszahlen zu können. Wenn in dieser Woche nicht Hilfe werde von oben oder außen, dann sei der Kreis am Ende. Oberheffen. Landkreis Gießen. -.- Watzenborn-Steinberg, 15. Novemb. Unser Mitbürger Joh. Häuser, Bahnhofstr 29, konnte heute seinen 9 0. Geburtstag begehen. Er erfreut sich noch körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Kreis Büdingen. WSN. Nidda, 13.Nov. Gestern gegen 18.30 Uhr entgleisten beim Rangieren im Bahnhof Ranstadt der Strecke Gelnhausen—Gießen von einem Güterzug die Lokomotive und der Packwagen. Da die Aufgleisuna längere Zeit in Anspruch nahm, mußten die Reisenden von zwei Personenzügen in Ranstadt umsteigen. Die Aufgleisung war gegen 22.30 Uhr beendet. preutzen. Großfeuer in Trebur. WSN. Groß-Gerau, 15. Nov. In Trebur bei Groß-Gerau entstand heute abend aus bisher unbekannter Ursache in einer mit Frucht gefüllten Scheune Feuer, das sich mit rasender Geschwindigkeit über m-ehrere Wohngebäude und weitere neun Scheunen erstreckte. In kurzer Zeit stand halb Trebur in Flammen. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Viel Vieh ist umaefommen, und viel Frucht fiel den Flammen zum Opfer. Die benachbarten Feuerwehren, auch die Berufsfeuerwehr von Mainz, mußten mit Rücksicht auf die große Gefahr nach Trebur eilen. Lehrer und der Pfarrer sogar sprachen mit Lottes Großeltern, dah die Lotte verträglicher sein solle. Die alten Leute sagten kleinlaut zu allem „ja", hatten aber nicht die geringste Macht über das vorlaute Enkelkind, das ihnen längst über den Kops gewachsen war. Die besten Bonbons naschte sie im Laden, die Mandeln und Rosinen, und wenn sie ihr drohten, sie müsse wieder nach Berlin, lachte sie und sagte: „Lieber heute als morgen!“ Dennoch ließ sie es sich sehr wohl sein bei den Großeltern: der kleine Kramladen mit dem vielen guten Sachen und der Garten mit dem Obst, das man gleich von den Bäumen und Sträuchern essen konnte, waren ungeahnte Herrlichkeiten für das Kind, das in einem engen, hohen Hause in durnpser Stube aufgewachsen, das bisher nie gewußt, wie wonnig ein Sommer auf dem Lande war. Gründlich kostete die Lotte das nun aus. Alle Ermahnungen der Großeltern verlachte sie: ein yanz vorlauter Fratz war sie, die nicht eine einzige Freundin unter den Kindern hatte, was sie doch wurmte. Durch allerlei Bosheiten suchte sie sich dafür zu rächen: in der Schulpause ging es daher selten ohne Streitigkeiten ab. Und dann war es einmal, daß Frieda Heitmann, die Tochter des größten Bauern im Dorfe, die Geduld verlor und ihr zurief: .,Du hast hier still zu sein und uns in Ruhe zu lassen — — du — Bankert du!" Lotte Mähler wurde leichenblaß, dann glühend- rot. Sie schlug eine grelle Lache auf. „Darum also seid ihr so frech und ärgert mich immer so? Dann dürst ihr aber auch nicht mit Ebba Lenz spielen, die ein größerer Bankert ist als ich! Ich habe wenigstens eine Mutter gehabt, die aber gestorben ist, sonst wäre ich noch bei ihr! Aber wo sind Ebba Lenz ihre Eltern? Die haben überhaupt nichts von ihr wissen wollen und sie deshalb ausgesetzt, und Lehrers haben sie blofe angenommen. Sie ist nur ein Findelkind, und das ist das Schlimmste! Wer weife, wo sie herstammt, ob ihre Eltern nicht Seiltänzer oder Kunstreiter oder gar Zigeuner sind. — Zigeuner sehen Kinder immer aus — die Ebba braucht wirklich nicht so eingebildet zu sein!" stieh sie triumphierend hervor. Betreten sahen sich die Kinder an; was hatte die Lotte da gesagt? Eine bange Stille herrschte: sie wagten kaum, nach Ebba zu blicken, die kalkweiß und zitternd dastand. Die meisten Kinder wußten gar nichts, und die größeren, die vielleicht doch einmal etwas von ihren Eltern gehört, hatten geschwiegen, es schliefe- lich auch vergessen. Frieda Heitmann faßte nach Ebbas Hand. „Sie lügt! Höre nicht auf die LügnerinI" (Fortsetzung folgt) Arei- Wetzlar. i R j :> 4 i 7 ; 15 Ros tu« Itr jün^kn S'tzunx br (B e .n t n > f > i tret'«.«] »on Aruföori '^^t. b*;y .jt ,u b.-ruDtrn Vor Onongriffnatime b»r dies- jdbngtn i) 9 I 5 t 3 • l u n g • a b t ; t # im (Br- m,ind-w,ld 10Q durch fiJo'o>tabrt9rrroero»(ü e unter -lufstch' b*e f)o^!)aufrmete Noten........ TeuridbCfflrneld), I 100 Lchllllng Rumanticke Noten........ 4,20 58.41 89,82 15.84 16.52 169.06 21.70 87,92 58,68 2.49 Cckweculcke Noten........ Eckweft" Noten. ........ Evonitcke Noten. ........ Unaadidir Noten ....... Ms 4.22 58.65 90.18 15.90 16.58 169.74 21.78 68.28 58.92 2.51 89.73 82.26 36.32 Reichsbankdiskoni S o. h., Lombardzinssuß 10 v. h. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Nov. Die Frankfurter Getreidebörse zeigte zum Wochenbeginn eine sehr tust lose und zurückhaltende Stimmung. Die schwachen Meldungen aus dem In- und Auslande hemmten das Geschäft sehr stark. Das Angebot für Brotgetreide war ausreichend, die Käufer und Verkäufer übten jedoch trotz der ermäßigten Forderungen stärkste Zurückhaltung Das Ichleppende Mehlgeschäst blieb dabei ebenfalls nicht ohne ßinfluft. DaS Interesse für Roggenmehl hat ebenfalls stark nachgelassen. Futterortikel hatten sehr ruhige Tendenz, die Preise lauteten auch hier nachgiebiger Weiter befestigt lagen dagegen Rauh- futtermittel. die erneut um 0,25 Mk. anzogen. Cs wurden notiert: Weizen 230 Mk, Roggen 225. Sommergerste für Drau zwecke 185, Hafer (in!) 160 bis 170 Mk pro Tonne: Weizenmehl lsüdd. Spezial 0, mit Austauschware) 36,50 biS 37,50, «Sondermahlungi 34,50 bis 35,50, I Niederrhein, mit Austauschware) 36,50 biS 37.25. iSondermah- lung) 34.50 bis 35.25, Roggenmehl 30,75 bis 32. Weizenkleie 9,10. Roggenkleie 9 75. Erbsen «je nach Qualität für Speisezwecke) 33 bis 38. Linien (je nach Qualität für Speisezwecke) 25 biS 56, Heu (südd, gut gesund, trocken) 5 biS 5.25. Weizen- und Roggenftroh idrahtgepreßt« 3,75 bis 4. «gebündelt) 3,25 bis 4. Treber tgetrocknet) 13 dis 13,25 Mk pro Doppelzentner. lyrnnfiurtcr Schlachtvieh markt. Frankfurt a. M.. 16. Nov. Austrieb Rinder 1368 Stück, darunter 254 Ochsen. 152 Dullen, 526 Kühe. 396 Färsen: 483 Kälber. 131 Schafe. 5607 Schweine. Es notierten pro 100 Plund Lebendgewicht: Rinder. Ochsen: vo'.lileischige, ausgemästete. höchsten Schlachtwerts jüngere 33 bis 36, ältere 29 bis 32, sonstige vollfleischige: jüngere 25 bis 28; Dullen: jüngere, vollfleifchige, höchsten SchlachtwertS 23 bis 31. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 23 biS 27; Kühe jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 27. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 21 bis 24, fleischige 15 bis 20; Färsen (Kalbinnen. 3unqrinber): voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Sch'achtwerts o2 bis 35. vollfleifchige 28 bis 31. fleischige 23 bis 27: Kälber. Doste Mast- und Saugkälber 40 bis 44, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 28 bis 34. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel: Weidemast 24 bis 28. Stallmast 18 biS 23. Schweine. Vollfleischipe Schweine von etwa 240 biS 300 Pfund 44 biS 46. von etwa 2u0 bis 240 Pfund 43 biS 46, von etwa 160 bis 200 Pfund 42 bis 46. von etwa 120 biS 160 Pfund 38 bis 43. <5aucjt 35 bis 40 Mark Marktverkauf Rinder ruhig, geräumt. Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine schleppend, Lieberstand. Kunst und Wissenschaft. Hegel-Feier der Berliner Universität. Die Friedrich-Wilhelm Universität zu Berlin ocr- anftaltete zur Erinnerung an den 1 00 Todes- tag Hegels in der neuen Aula eine akademische Feier in würdigem Rahmen. Rach einer eindrucksvollen Begrüßungsansprache des Rektors Pros Dr. Lüders entwickelten der Reihe nach ein Philosoph (Prof. Dr. S prange r), ein Staatswisscnschost- (er (Prof. Dr. Erich Kaufmann) und ein Theologe (Prof. D. Dr. R. Seeberg) die Bedeutung der Geistesarbeit des gewaltigen Denkers für ihre Wissensgebiete in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Den Einzug und Auszug der Professoren- schäft begleitete ein Posaunenchor unter Leitung des Kammervirtuosen Ludwig PI a ft. Die Vorträge selbst wurden von (Belangen des studentischen Chors der Universität unter Leitung von Geheimrat Prof. Dr. Friedländer würdig umrahmt. ♦ In Stuttgart, dem Geburtsort des Philosophen, fand im Württembergischen Landestheater eine Hegel-Gedenkseier statt, bei der der Tübinger Philosoph Professor Haering die Festrede hielt. Er bezeichnete als die drei tnpi|d)en Grundzüge der Hcgelschcn Philosophie die dialektische Meihode, ferner die praktische Tendenz seiner Philosophie und den „Geistesmonismus' Bogoljuboro Schachmeister von Deutschland 1931. The fünfte Partie des SchachmeisterkampscS in Nürnberg endete mit einem RcmiS. Damit ist der Wettkampf für Großmeister Dogol jubow gewonnen, der damit den Titel ,M elfter von Deutschland 1931“ erhält. (kingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) lln die Prooinzialstraßknoerwaltung für Vberhessen. Es ist bestimmt Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, daß die Deschassenhett der Landstraße zwischen Steinberg und ® rüningen so ist, daß das Desahren dieser Strecke, besonders bei der jetzt cintretcnben nassen Witterung, zu einer Gefahr wird. Es muß unverzüglich etwas geschehen. Die Wirtschastsnot verbietet eine teure Instandsetzung. Aber könnten dann nicht wenigstens, wie an anderen Straften auch, die gröftten Schäden mit dem vorhandenen Material, evtl, mit Hilfe einiger gern dazu bereiter Erwerbsloser möglichst bald beseitigt werden? SS fehlt hier anscheinend nur an der nötigen Organisation dieser Arbeit Die Strecke zwischen Münchholzhausen und Groß- Rechtenbach wird doch auch von Erwerbslosen in- standgesetzt. Warum gebt da- hier nicht? Hoffentlich genügt dieser wohlgemeinte Hinweis, ehe Schadenersatzklagen kommen. R. R. rScttcrvoraussaqc. Der Aufbau des skandinavischen Hochdruckgebietes macht weitere Fortschritte. Seine ausfließende Kalt- lüft hat auch über Deutschland noch Barometeranstieg verursacht. Die Wetterlage steht an den nächste« Tagen unter dem Einfluß hohen Druckes. Wohl treten in Begleitung der Nordostluft über der Ostsee und Estland noch stärkere Bewölkung und einzelne 'Niederschlage auf. die jedoch jetzt nicht mehr m unseren Bezirk gelangen dürften Haltluft und nächtliches Ausklaren führen zu Frost. Auch Dunst, und Frühnebelbildungen treten in Erscheinung Vorhersage für Dienstag: Nachtfrost, lokale Frühnebel, oder Dunstbildungen. tagsüber meist beiter, trocken. Vorhersage für Mittwoch: Zunahme des Frostes, sonst Fortdauer der Wetterlage. Lufttemperaturen am 15. November mittag#-’ 8,3 Grad Celsius, abends: 5,0 Grad. Am 16 November morgens: 1,7 Grad. Mapimum 8.6 Grad, Minimum 1.0 Grad. — Srdtempcraturen i« 10 cm Tiefe am 15. November abends: 5.0 Grad; am 16. November morgen«: 3.0 Grad Eelsius. — Sonnenscheindauer l’j Stunde. m.269 M ^Maseru r.jQu’tr'ertJ Scholle 51 ^'■n" h6btrtr 0' ärndnumme« •"1( 5 üi Ural)' Oie flombin der Re rermltabt, 1* k chäst'.zte b" i.iflang der Law yi fassen. In pohl wie cor die Lage, bilbung (Zentr icaisoziaiislen) erg -Leerungen, die bdonnt werden, i mir den Mwna rung davon at geistige -all diesen. Interes da» Zentrum ode rein nationa tolerieren kc inten Gelegenheit rc ilung J tD_a n I orbnungen, Spar gen chre Wähler ju überzeugen. Q Die Loge im Re Jieffen von gewi ding» auch gcschl Handlungen über einen geraumen neue Landtai tuten. Ob die Rai Präsidenten noch unentschieder dah die stärks! Präsidenten stellt Was win ?rr Horjitzc ZU' Tarrn Habt, st-ende der Zentr tag. Minifterialv ueter des irtlämng ab. .Erfreulich an mich, das) sich d tischen und Ions zend aeschla menzahl erreich! zur Äationalvc Jufammcnb H4>en Part^ annähme, hätte lichen Parteien chre Kampssront "alsozialist hgt Var. Die ' infolge mangeln! rElln.isse seh fwgibilbjngai läge ist, wie t gegeben. Th ^kisch gar r wwn: Nation •whonalfc-jianft "ölen, Jtommur fon bann ungen Aussi ’enn con Seiten Lu -e uraunenbtn 1 ^«leien liegt.« “fber bi, Lass, die in ör > stets glauben? Mr dem ?,.'"N5bilb ff tommer Le ’ n e s m e n s ^°uchbare Vnt, 2t 65 wird "che 9,n. doch -Lrr SKJ'Ä Arbeit „-/9er ''-en Ns . ^berus C^ftabt 12 x^^dlgg i ' G