Mittwoch, 16. September I93{ 181. Zahrqcmg Nr. 216 Erstes Blatt inS Stocken, al- kam, da- auf ein und ihn noch Gendarmerie ist angeblichen The- Die Eröffnung der zweiten Round-Table-Konferenz in London. 3m Ehrenstuhl der Vorsitzende Lord Sankey, rechts Gandhi und Pandit Malaoya, link» von Lord Sankey Lord Peel und Sir Samuel Hoare. handelt cS sich um eine alljährlich stattfindend» Zusammenkunft deutscher und russischer Vertreter, die einer Vereinigung der sich im Lause de- Jahre- ergebenden Differenzen bei der Durchführung der deutsch-russischen Verträge dienen soll. Die deutschen Geschäftsabschlüsse in Rußland haben bis jetzt eine Milliarde erreicht, wenn nicht gar überschritten. Dadurch ist auch die Grenze der von Reich und Ländern zu übernehmenden Ausfallbürgschaft in Höhe von 700 Millionen erreicht. An zuständiger Stelle wird ausdrücklich betont, das; cs nicht die Absicht der deutschen Regierung sei, diese Grenzen zu überschreiten, da bei der Verknappung des eigenen und des Weltmarktes die Russen wahrscheinlich nicht in der Lage sein werden, weitere Kreditverpflichtungen einzugehen. gen besitze. Das Gespräch kam ein Automobil angefahren Zeichen des Deutschen anhielt Budapest mttnahm. Die bemüht, diesen geheimnisvollen miker ausfindig zu machen. (Et|d)e tni täglich,außei Sonntags enb Feiertag*. Beilagen. Die Illustrierte ® le (jener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Zfionau Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. ZetUfprechanschlüffe onlerSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten Hn)eiger tieften. Postscheckkonto: granffurtam Main 11688. OaS deutsche ^ußlandgefchäst. Berlin, 15. Sept. (ERB.) Die Verhandlungen des deutsch-russischen Schlich- tungsausschusses werden am Donnerstag in Berlin beginnen. Bei diesen Besprechungen Gandhi spricht auf der Indienkonferenz. Das Mandat des Nattonaikongreffes bezeichnet als Ziel die vollständige Unabhängigkeit Indiens. —Gandhi fordert eine gleichberechtigte Partnerschaft zwischen England und Indien Das Schicksal des Europa-Ausschusses Heftige Opposition der außereuropäischen Staaten. — OaS Mandat .'lnnayme von Snjetqen für ble Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, ausmärts 10 Reichspfennig; für Re» stlameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20', mehr. Chefredakteur Dr. Fnebr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Dolüist Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Tla| Filter^ sämtlich in Bietzen. lär für Indien, Sir Samuel Hoare, begrühte die freimütigen Aeutzerungen der neuen Mitglieder und behielt sich vor, im Laufe der Verhandlungen ebenso sreimütig in verschiedenen Fragen den gegensätzlichen Standpunkt darzulegen. Im Augenblick sei es jedoch besser, die allgemeinen Grundsätze beiseite zu schieben und sich zunächst mit der Aufgabe des Ausschusses, nämlich der Ausarbeitung der Verfassung einer allindischen Föderation innerhalb des britischen Weltreichs, zu beschäftigen. Jahr verlängert werden. Ausschuß aufzulösen, komme beute überhaupt nicht in Frage. Der Europa-Ausschutz sei in der letzten Zeit aus dem ursprünglichen Rahmen herausgedrückt worden, da ihn die europäischen Völker in ihrer Rot um Hilfe angerufen hätten. Der Europa-Ausschuh habe versucht, diesem Appell zu folgen und damit eine Rolle übernommen, die eigentliich dem Völkerbund Zufällen sollte. Zweifellos sei es dem Europa- Ausschuh bisher nicht gelungen, die Leiden der Völker, die besonders litten, zu mildern. Aber der Europa-Ausschutz habe geholfen, eine Annäherung der wirtschaftlichen Interessen herbeizuführen und eine Ausdehnung der Wirt- schastsmärkte zu schaffen. Insbesondere habe der Ausschuh wesentlich die Lage der Agrarstaaten erleichtert und praktische Ergebnisse auf dem Gebiete des Landwirtschafts-Kredites erzielt. Der Vorwurf mangelnder Tätigkeit sei somit unrichtig. Dem Europa-Ausschuh könne nur der Borwurf des Hebereifers gemacht werden. Er habe aus der Rotlage der Zeit heraus Fragen in Angriff genommen, die vielleicht Weltprobleme feien, und damit eher zu der unmittelbaren Zuständigkeit des Völkerbundes gehörten. Der Europa-Ausschuh würde felbstver- skändlich auch, künftig dem universellen Charakter des Völkerbundes Rechnung tragen. In der weiteren Aussprache wurde von dem außereuropäischen Staaten, insbesondere von China und Indien, darauf hingewiesen, daß die Zuziehung der auhereuropäischen Staaten zu den Verhandlungen des Europa-Ausschusses unbedingt notwendig fei. Man sucht nunmehr eine Lösung zu finden, dah die Vollversammlung des Völkerbünde- eine Cnt- schliehuna annimmt, in der das Mandat deS Europa-Ausschusses auf ein weiteresIahr verlängert wird, wobei denauhereuropäischen Staaten zugesichert wird, dah so bald als möglich die Finanz- und Wirtschaftsorganisationen mit den im Europa-Ausschuß behandelten wirtschastS- politischen Fragen besaht werden und lediglich auhergewöhnliche Fälle rein europäischen Charakters auch weiterhin ausschliehlich im Europa-Ausschuh zur Verhand- lung kommen. Oie Indien »Konferenz. Don Dr Alphons Nobel. Die neue Konserenz der Engländer mit den Indern hat in London begonnen. Wiederum tagt daS Komitee im St. IamaS-Palast, dem alten Köntgsfchloh Londons. Macdonald hat die schwere Ausgabe, auch dieses Stück Arbeit für daS britische Imperium zu leisten und nach den vielen anderen Sorgen der englischen Politik auch noch sich um diese offene Frage zu kümmern. Die wichtigsten Beratungen wird aber nicht Macdonald, fondern Lord Sankey leiten, der auch in der vorjährigen „Round-Table-Kon- ferenz schon den Vorsitz sührte. Lord Sankey gehört der Arbeiterpartei an und ist Minister sowohl im vorigen Kabinett Macdonald gewesen, wie er es in diesem geblieben ist. Er ist Lordkanzler, hat also kein bestimmtes Ressort, so dah seine Arbeitskraft vollständig dem Problem Indien zur Verfügung steht. Der fast achtzigjährige Lord genießt sowohl unter Engländern wie unter Indem grohes Vertrauen. Besonder- glücklich trifft es sich für die Engländer, dah nun Lord Reading im neuen Kabinett Macdonald Auhenminister ist. In seine Regentschaft fallen die schwierigsten Jahre der britischen Herrschaft in Indien. England hat daS Talent, auf seine wichtigsten Posten Männer zu berufen, die etwas können. Auch mit Reading hatte England Glück; und wenn es auch richtig ist, dah der folgende, der konfervative Vizekönig von Indien, Lord Irwin, noch tüchtiger und befähigter war, die bochgehenden Wogen der indischen Erregung zu beschwichtigen, so darf doch auch die erhaltende Arbeit des Lord Reading nicht mihachtet werden. Wie weit Lord Irwin, der andere Ex-Vizelbnig von Indien, an der Round-Table-Konferenz teilnehmen wird, ist noch ungewiß. Wenn auch bisher nur Begrüßungsreden aus der Konferenz gehalten wurden, so hebt sich doch schon das wichtigste Arbeitsgebiet deutlich heraus. GS handelt sich um d i e künftige staatsrechtlich eG licderungIndiens. also sozusagen um d i e indische Reichsreform. Da eristiert ein Entwurf der indischen Fürsten, die überhaupt viel aktiver und überlegter in den anglo-indischen Debatten hervor- treten, als viele Beobachter gedacht hatten. Ausgearbeitet ist der Entwurf in der Hauptsache von dem Maharadscha von Patiala, einem der markantesten Köpfe unter den indischen Fürsten. Das Land dieses Fürsten von Patiala ist nicht sehr groß, es läßt sich nicht im entferntesten vergleichen mit dem Staat, den der Fürst von Maissur ober gar mit dem indischen Königreich, das der sogenannte Risam von Haidcrabad regiert. Patiala liegt im Pandschab, also in der großen Landschaft des Fünsströmelandes östlich des In- duS. Der Umfang dieses Fürstentums ist etwa so groß wie das Land Baden, aber es hat nur 1,5 Millionen Einwohner. Der Maharadscha heißt mit seinem vollen Ramen Bhupindar Singh Mahindar Bahadar, er ist von den Engländern nicht nur zum Sir, sondern auch zum Generalmajor ernannt worden. Der 40jährige Fürst hat ein jährliches Einkommen aus seiner Regentschaft von ungefähr 20 Millionen Mark. Dieser Maharadscha also hat folgenden Plan entworfen. Die größeren indischen Fürstentümer sollen sich zu einer Einheit verbinden und einen gemeinsamen Bundes st aat bilden. Dieser Bundesstaat soll der gleichberechtigte Partner des Organismus fein, das man gewöhnlich Britt s ch - I n d i e n nennt, also mit der Gesamtheit, der bisher unter unmittelbarer' britischer Verwaltung stehenden Provinzen (Bengalen, Bombay, Madras Assam usw.).' Beide zusammen sollen dann das neue Indien bilden: das demokratisch-parlamentarisch verwaltete Indien und das von Fürsten regierte konstitutionelle Indien. Wie es in dem demo- kralisch.parlamentarischen Indien ein Parlament gibt, soll es auch in dem monarchischen Teile eine Fürstenkammer geben. Heber allen steht, wie bisher, der vom englischen König ernannte Dizckönig. Zweck dieses Planes ist. den Fürsten Indiens den Rest ihrer Souveränität zu sichern und zu retten, den sie sich bisher unter der englischen Herrschaft bewahrt haben. Es versteht sich fast von selbst, daß die indischen Rationalisten diesem Plan sehr skeptisch gegenüberstehen, weil sie natürlich danach trachten, auch die indischen Fürstentümer in das demokratisch-parlamentarisch regierte Indien einzubegreifen. also mit einem Worte, die indischen Fürsten abzusetzen. England dagegen hat keine Lust, die loyalen Mitarbeiter. als die sich die indischen Maharadschas noch immer bewiesen haben, zu verlieren. Aul der anderen Seite geht auch den Engländern der Plan des Fürsten von Patiala etwas zu weit. Sie haben deshalb einen eigenen Plan entworfen, der den Ramen des Lordkanzlers Sankey trägt und der die Souveränität der Fürsten energisch beschneiden will, ohne damit die Fürstentümer überhaupt abzuschaffen Hm diese Dinge wird also der Kampf aus den nächsten Sitzungen der neuen Indienkonferenz gehen. Man darf gespannt sein, wie man sich entscheiden wird, beziehungsweise ob man überhaupt zu einer einmütigen Beschlußfassung gelangt London, 15. Sept. (WTB.) Die heutige Sitzung des Ausschusses für den bundesstaatlichen Ausbau Indiens war insofern bemerkenswert, als in ihr Gandhi zum ersten Male das Wort ergriff. Er erklärte in feiner Rede, er fei nach London gekommen, um im Geiste des friedlichen Zusammenwirkens alle seine Kräfte dafür einzusetzen, daß die Voraussetzungen für eine Vereinbarung gefunden würden. Er wünsche nicht, die Behörden in Schwierigkeiten zu bringen oder eine Obstruktion gegen sie zu entfesseln. Allerdings werde er sich ohne Zögern zurückziehen, wenn er zu der Auffassung kommen sollte, daß es nicht möglich sei, nutzbringend zu arbeiten. Nachdem er betont hatte, daß er lebig I i cb im Auftrage des indischen Rationalkongresses handele, las er das ihn bindende schriftliche Mandat des Kongresses vor, in dem es heißt, der Kongreß wünsche, es möge bei den Verhandlungen am runden Tisch das Ziel der vollständigen Hnab- hängigkeit Indiens nicht aus dem Auge gelassen werden. Die Delegation des Kongresses sei verpflichtet, alle ihre Arbeiten auf die Erreichung dieses Zieles einzustellen. 3m einzelnen bedeutet dies, daß der indischen Ration das Recht eingeräumt werden müsse, das Heer, die auswärtigen Angelegenheiten, die Finanzen und die Wirtschaftsund Steuerpolitik unter ihre Kontrolle zu nehmen. Die finanziellen Maßnahmen der britischen Regierung in Indien wären durch eine unparteiische Schiedsinstanz zu untersuchen. die auch die Aufgabe hätte, die von Indien und England in Zukunft zu übernehmenden gegenseitigen Verpflichtungen festzusehen, wobei beiden Parteien das Recht vorbehalten bleiben soll, jederzeit ihrer Verbindung aus freiem Willen ein Ende zu machen. Allerdings ermächtigt das Mandat die Kongreßdelegation auch, solche Vereinbarungen zu treffen, von denen sie annimmt, sie seien im Interesse Indiens gelegen. Nach der Verlesung des sogenannten..Karachi"- Mandates erläuterte Gandhi Oie von ihm vorgetragenen einzelnen Punkte, wobei er insbesondere erklärte, daß Oer Kongreh einePartner- schäft Indiens mit England wünsche, möglicherweise eine unauflösliche Partnerschaft, toie er sagte, aber keinesfalls eine solche, die von einer Ration der anderen auferlegt ist. Es liege auch im Interesse Englands, ein Indien an seiner Seite zu haben, das nicht versklavt und rebellisch ist. sondern die Sorgen Großbritanniens mitträgt. Gandhi deutete dabei an, daß ein solcher wertvoller Partner England auch wirkliche Hilfe bei den Bemühungen um die Regelung seiner Finanzen zu bringen vermöchte. Er schloß, es wäre fein Wunsch, er könnte mit der Heberzeugung London verlassen daß sich eine ehrenvolle undgleichberechtigtePartner- schäft zwischen Großbritannien und Indien anbahne. Irn Laufe der weiteren Beratungen erklärte nach der Rede Gandhis der Pandit M a 1 a v i y a. der gleichfalls finanzielle Kontrolle für das indische Volk verlangte, daß oie Kosten der gegenwärtigen Regierung außerordentlich hoch seien insbesondere für das Heer. Es handele sich nicht darum, daß die Inder die britischen Offiziere los fein wollten, aber die britischen Truppen sollten sofort zurückgezogen werden Die Frage der Minderheiten dürfe einem erfolgreichen Abschluß der Konferenz nicht im Wege stehen Der Etaatssekre- deS Ausschusses soll um ein G e n f 15. Sept. (WTB.) 3n der Politischen Kommission oer Dölkerbundsversammlung, die unter dem Vorsitz des schweizerischen Bundesrates Motta steht und in der heute Dr. Curtius. Briand und Grandi erschienen waren, kam es zu einer interessanten Debatte über die Arbeiten des Europäischen Studienkomitees. Das Komitee ist bekanntlich von der vorjährigen Völkerbundsversammlung eingesetzt worden, und besonders die heutige Dölkerbundsversammlung steht vor der Frage, ob dasMandat dieser Kommission verlängert werden soll.Der japanische Regierungsvertreter brachte das auch bei anderer Gelegenheit neuerdings beobachtete Mißvergnügen der a u tz e r e u r o p ä i - schenStaaten über das Arbeiten dieses Ausschusses in einer formulierten Erklärung zum Ausdruck. OerdeuischeAußenmmisterOr. Curiius wandte sich gegen die Versuche, an die grundsätzliche Frage der Organisation derEuro- päischen Union schon jetzt heranzugehen, und bezeichnete den diesbezüglichen Antrag Estlands als verfrüht. Die Wirtschaftsnot erfordere allergrößte Anstrengung der europäischen Staaten und infolgedessen müsse sich die Arbeit des Europakomitees auf wirtschaftliche Fragen beschränken. Bei den gemeinsamen Anstrengungen zur Heberwindung der europäischen Wirtschaftsnot könne man vorläufig auf den Europaausschutz noch nicht verzichten Die Arbeit des Europaausschusses müsse jedoch aufs strengste rationalisiert werden. Die Zahl der Komitees und Hnterausschüsse müsse sich auf das notwendigste Maß beschränken. Die öffentliche Meinung fei ängstlich besorgt, was aus den vielen Beratungen praktisch heraus- komme. Den außereuropäischen Staaten sei sahungsgemäß Gelegenheit gegeben, in dem Europäischen Ausschuß chre Auffassung zur Geltung zu bringen. Von dieser Möglichkeit hätten diese Staaten allerdings im vergangenen Jahre keinen Gebrauch gemacht. Briand sagte il a.: Der Europaausschutz habe im Sinne des Völkerbundes gearbeitet. Ein Gedanke, denEurvpa- Auf der Spur der Attentäter von Bia Torbagy. Der tommunistuchc Äquator Leipnik in Verdacht Budapest, 15. Sept. (GRD.) Rach den Abendblättern richtet sich der Verdacht der Mittäterschaft an der Eisenbahnkatastrophe in Dia Torbagy gegen den kommunistischen Agitator Martin Leipnik, der von Beruf Elektrotechniker und Sisendreher ist. Leipnik. der schon einmal in Budapest verhaftet war, hielt sich nach seiner Freilassung in verschiedenen europäischen Ländern auf und war auch Mitglied einer kommunistischen Agitatorenschule In Paris. Er unterhielt ständige Beziehungen zu den ausländischen Kommunistenkreisen. Im vorigen Herbst kehrte er nach Budapest zurück, wo er sich einige Zeit unter salschem Ramen aushielt. Die Polizei kennt ihn als e i n e n der gesährlichsten und verwegensten Kommunisten Er kam auf Grund deS bet der HnglückSstelle hinterlassenen Briefes, dessen Schrift von Graphologen alS mit der Handschrift LeipnikS identisch bezeichnet wurde, in Verdacht. Weiter wurde unweit der Fundstelle der Reste der HöNenmaschine ein Briefumschlag gefunden auf dem verwischte stenographische Aufzeichnungen zu sehen waren. Diese Aufzeichnungen konnten im Stenographischen Bureau des Abgeordnetenhauses nicht entziffert werden so dah man glaubt, daß es sich um eine chiffrierte Schrift handelt. Ein Alteifenhändler teilte ferner mit, daß ihm am 7. September auf der Landstraße ein deutschsprechender junger Mann angehalten und ersucht habe, ihn auf seinem Wagen eine Strecke mitzunehmen Er erklärte bann, daß er überzeugter Kommunist sei und in Deutschland feste Verbindun- ®iefjener2liijeiger Generalanzeiger für Gberhessen Dnid und Verlag: vrLhl'fche Universtlüir-Vuch- und Steinörudcrci R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulltrahe 7. Das Mchskabmeit berät hie SankenaWchl Oie Ministerpräsidenten der süddeutschen Länder beim Reichskanzler. I möchte der mecklenburgischen Regierung raten, | daß sie dieses Experiment einmal durchexerzierte, um den Kommunisten zu beweisen, wie weit sie mit ihren Versprechungen kommen. Es würde nur wenige Wochen dauern, bis die Stadt mitten im Konkurs stände und die Einwohner von einer Hungersnot bedroht würden, womit dann erwiesen wäre, daß der Kommunismus in der Theorie vielleicht sehr schön ist, aber in der Praxis das Elend nur vergrößern helfe. London, 16. Sept. (ERD. Funkspruch.) In Ergänzung seines gestrigen Berichts über das Eintreten amerikanischer Bankiers für eine Verlängerung des Hoover-Moratoriums meldet der Washingtoner Korrespondent der „Times" noch, das De.langen der Bankiers, dah das Kriegsschuldenmoratorium um mindestens drei Jahre verlängert wird, würde, wie zuverlässig verlaute, auch von Schahamtssekretär Mellon befürwortet. Zur Beurteilung der Lage sei es bedeutungsvoll, dah nur bei einer merklichen Besserung der Geschäftslage Präsident Hoo- der nächstes Jahr die Aussicht aus eine Wiederwahl hätte. Der Präsident habe den Bankiers anscheinend zu einer liberaleren Kreditpolitik geraten, aber hierauf hätten die Bankiers erwidert, dah ihnen dieHände gebunden seien. Einer von ihnen habe ganz unumwunden erklärt: unsere Ahr haben die Deutschen in der Tasche, womit er die 600 Millionen kurzfristigen Kredite meinte, die in Deutschland stillgehalten sind. Die Bankiers bezeichnen als Vorbedingung einer Hilssaktion erstens eine Verlängerung des internationalen Moratoriums und zweitens eine Aenderung der Politik des Direktoriums der Bundesreservebanken in Richtung auf eine „regulierte Inflation", solange es poch Zeit fei, einen solchen Vorgang zu regulieren. Die Lohnbewegung auf der britischen Mlantikflotte. Protestkundgebungen der Besatzung gegen die Soldkürzungen. Oie Manöver werden abgebrochen. klamation an sein Volk, die im wesentlichen alle kommunistischen Forderungen zusammenschreibt und wenn sie sich durchführen liehen, das Ideal auf Erden schaffen würden. Selbstverständlich sollen die Steuern wenigstens für die werktägigen Proletarier herabgesetzt werden. Aber auch die Diersteuer soll fallen, selbst für das Vier, das nicht von werktätigen Proletariern getrunken wird. Selbstverständlich werden die Notverordnungen aufgehoben: die Dürgersteuer wird eingespart, die Vierzigstundenwoche eingeführt und schließlich die unangenehme Polizei aufgelöst und durch eine „rote Arbeitermiliz" ersetzt. Auf dem geduldigen Papier müßte also die Doizenburg Berlin, 15. Sept. (CNB. Eigene Meldung.) In der Reichskanzlei fand die angekündigte Besprechung des Reichskanzlers und des Reichsfinanzministers mit den Ländervertretern statt. Es nahmen daran teil der bayerische Ministerpräsident Held, der sächsische Ministerpräsident Schi eck, der württembergische Mini- nisterpräsident Bolz, der hessische Ministerpräsident Adelung und für Baden Innenminister Meier und Finanzminister Matthes. Aus der Tatsache, daß nicht Vie Finanzminister, sondern die Ministerpräsidenten selbst zu dieser Besprechung nach Berlin gekommen sind, ergibt sich schon, dah es sich um eine möglichst enge Angleichung der Maßnahmen der Länder an die des Reiches und nicht nur um finanzielle Probleme gehandelt hat, obgleich sie natürlich in allen Erörterungen gegenwärtig die Hauptrolle spielen. Die Beratungen des Reichskabinetts über die kommende große Notverordnung werden am Mittwoch fortgesetzt werden Es ist damit zu rechnen, dah sie in Dauersitzungen jetzt so gefördert werden, dah die Veröffentlichung der beabsichtigten Maßnahmen etwa am nächsten Dienstag erfolgen kann. In der letzten Kabinettssitzung ist bereits der Anfang gemacht worden, und zwar mit der Beratung der B a n k e n f r a g e. Wie wir erfahren, haben diese Beratungen das Ergebnis gehabt, daß ein Kuratorium gebildet werden soll, an dessen Spitze der Bankkommissar Randnoien. Mit Recht ist davon Abstand genommen worden, die diesjährige Winterhilfe zu zentralisieren. Herausge'ommen wäre dabei gewiß nicht allzuviel Erfreuliches, bestimmt aber die Schaffung eines un- übersichtlichen und kostspieligen Sammel, und Verteilungsapparates. Es bleibt also dabei, daß die Wohlfahrtsorganisationen, die es in jeder Provinz und in jeder Stadt gibt, aus Grund ihrer früher gesammelten Erfahrungen weiter aufbauen und sich nur auf dem Umweg über eine Dachorganisation gegenseitig mit Rat und Tat unterstützen. Erreicht wird damit auf jeden Fall, daß die lokalen Fürsorgestellen in eng st er Fühlung mit den Unter st ützungsbedürftigen bleiben, deren be- sondere Wünsche erfüllen und vor allem verhindern können, ->aß die Gaben nicht an die falsche Adresse, also dorthin gelangen, wo Zuwendungen aus den Winterspenden nicht am Platze sind. Zu erstreben wäre, daß sich der einzelne persönlich um die Not seines Nachbarn kümmert und im Rahmen des Möglichen Unterstützungen, mögen sie noch so klein sein, gewährt, bei denen der Empfänger weih, aus wessen Hand sie kommen. Der Winterhilfe wird auf diese Weise der Charakter einer öffentlichen Spende genommen, für den Unterstützten bildet sich dagegen das Gefühl heraus, daß es Mitbürger gibt, die den ehrlichen Willen haben, ihm zu helfen. Das System dieser Unterstützung ist leider bei uns in der Nachkriegszeit fast ganz zu Bruch gegangen well man sich ganz allgemein und damit auf Kosten der Volksverbundenheit auf die öffentliche Unterstützungumgestellt hat. Es würde in unserem politischen Leben manches besser aussehen, wenn wir frühzeitig zur privaten Hilfe zurück- gekehrt wären. Erkennt der Bedürftige, dah ihn die besser situierten Volkskreise nicht kurzerhand fallen lassen oder an die öffentliche Fürsorge ver- «weisen dann schöpft er allmählich wieder Mut und wird reicht aus Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit abrutschen. Aber nur, wenn Fäden von Person zu Person geknüpft wenn der eine direkt dem andern unter die Arme greift, lassen sich die politischen Gift- keime abtöten, die durch die wirtschaftliche Not allent. halben hochgetrieben werden. * In Berlin hat eine großeöffentlicheAus- e i n a n d e r s e tz u n g zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten stattgefunden, in Form eines Wortturniers, zu dem beide Teile einen ihrer besten Redner zur Verfügung gestellt hatten. Die Versammlung hat eine große Vorgeschichte. Erst luden die Kommunisten ein, dann die Sozialdemokraten, der Gegner kam nicht, man warf sich gegenseitig Kneiferei vor, schließlich waren diese Präliminarien erledigt, und die große Disputation konnte stattfinden. Als Ergebnis ist zu buchen, daß es zu schweren Krawallen dabei gekommen ist und dreißig, mehr oder minder Schwerverletzte am Platze blieben, die zum Teil ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Die Versammlung flog vorzeitig auf, ein Kampf aller gegen alle war der Ausgang. Der Gummiknüppel regierte: schließlich wurde die Polizei eingesetzt und räumte den Saal. Alles also höchst unerfreulich. Aber das war bei den gespannten Beziehungen zwischen den beiden Parteien, die sich gegenseitig Arbeiterverrat vorwer- fen, von vornherein nicht anders zu erwarten, und das obrigkeitliche Regiment, das ja sonst weitgehen, der, als es dem Bürger lieb ist, für Ruhe und Ordnung sorgt, hätte vielleicht klüger daran getan, diesen unvermeidlichen Zusammenstoß vorher zu verhin- dem. Wenn vielleicht auch dazu gesagt werden kann, daß es nicht Aufgabe der Polizei ist, zu verhüten, daß politische Gegner, wenn sie Lust dazu haben, sich gegenseitig auf den Schädel schlagen. Die For- ,men aber, in denen sich diese ganze Auseinander- 'setzung abspielte, waren doch so, daß es sich nicht » mehr um eine Privatangelegenheit der Parteien gehandelt hat. 7 Kommunisten und Sozialdemokraten machten den Versuch, sich gegenseitig den Rang abzulau- • fen und als erste am Platz zu sein. Infolgedessen begann der Aufmarsch schon mehrereStun- den vor der Versammlung: Zehntausend« von beiden Parteien kamen und zwangen die Polizei dazu, das ganze Strahenviertel, in dem der Sportpalast liegt, abzuriegeln, also mitten aus dem Zentrum des abenolichen Verkehrs heraus ein Stück herauszuschälen, wodurch den Werktätigen, soweit sie von der Arbeit kamen, große Amwege zugemutet wurden. Aber das nicht allein, der Polizeipräsident hatte, um die Ordnung sicherzustellen, etwa tausend Polizisten mobil gemacht, die etappenweise eingesetzt werden mußten und von den Kommunisten mit Wort und Tat angegriffen wurden. Schreckschüsse. Sperrketten, berittene Beamte mit Karabinern, gewaltsame Räumung der Straßen: ein Bild fast schon wie mitten im Bürgerkrieg, und das alles nur, damit zwei politische Parteien einen von vornherein aussichtslosen Propagandafeldzug gegeneinander führen können. Ist da nicht die Frage gestattet, ob die Machtmittel, die vom Staat eingesetzt wurden, in einem scharfen Mißverhältnis zu dem Zweck stehen? Wäre dieses riesige Polizeiaufgebot nicht besser für andere Möglichkeiten zurückgestellt worden? Die Polizei hat es gewiß nicht leicht, sie hat es so schwer, daß sie sich nicht verzetteln darf: und wir könnten uns vorstellen, daß ein Berliner Polizeipräsident einer solchen nutzlosen Verpulverung Der Kräfte rechtzeitig vorgebeugt hätte. * Die kleine mecklenburgische Stadt B o i z e n - bürg mit ihren 4000 Einwohnern hat den Ehrgeiz, sich etwas mehr in den Brennpunkt des politischen Interesses zu rücken. Sie hat sich den Luxus geleistet, bei der letzten Bürgermeisterwahl sich einen kommuni st i sch en Bürgermeister zu erwählen, der seinen nationalsozialistischen Konkurrenten um die bekannte Nasenlänge schlug und jetzt mit großem Tamtam alle Vorbereitungen trifft, sein neues Amt zu übernehmen. Alexander heißt der Mann und stammt natürlich aus Berlin. Wenn Boizenburg in Preußen läge, dann würde es sich ja lediglich um eine belanglose Demonstration handeln, denn in Preußen hat die Regierung das Recht der Bestätigung der Bürgermeister, und Herr Severing ist doch heute nicht mehr so restlos von der Harmlosigkeit der Kommunisten — die er früher ja einmal politische Kinder nannte — überzeugt. Er pflegt in solchen Fällen von seinem Destätigungsrecht einen negativen Gebrauch zu machen. Herr Alexander würde also nicht Bürgermeister werden, und die Wahl müßte noch einmal vorgenommen werden. Aber Mecklenburg kennt solche Aufsichtsbesugnisse der Regierung nicht. Die Wahl durch die Burger ist entscheiderw. Herr Alexander kann also sein Amt antreten und die Stadt nun nach seiner Art beglücken. Der Lenin von Boizenburg hat dazu weitgehende Anstrengungen gemacht mit einer Pro- London. 15. Sept. (Reuter.) Die Admiralität teilt mit: Rad) Meldung des Kommandanten der Atlantikflotte hat die Bekanntgabe der Soldherabsehungen für die Marine bei einem Teil der Besatzungen (Erregung ausgelöst. Infolgedessen hat man es für wünschenswert gehalten, die Durchführung des Manöverprogramms einzu st eilen und die Schiffe wieder in die Hafen zurückzu- chicken. In der Zwischenzeit sollen die Beschwerden über die durch die neue Soldregelung hervor- gerusenen Härten geprüft und der Admiralität zu weiterer Beschlußfassung zugeleitet werden. (Ein weiteres Kommunique der Admiralität be- agt, dah die Lords der Admiralität mit der zeitweiligen Unterbrechung der Flottenübungen im Atlantischen Ozean einverstanden sind, während gewisse Vorstellungen wegen der Entbehrungen, die sich aus der Anwendung der neuen Lohnordnung ergeben, geprüft werden. Das Ergebnis dieser Untersuchung werde dann von den Lords der Admiralität überprüft werden. lieber die unter den Mannschaften der atlantischen Flotte entstandenen Bewegung berichtet „Daily Telegraph" aus dem schottischen Hasen 3 n- vergordon, wo die Hauptmacht der Flotte liegt: Dah grafte (Erbitterung über die Herabsetzung der Löhnung herrschte, war schon bekannt, aber sie fand erst am Sonntag in der Seemannskantine der Stadt alarmierenden Ausdruck. An diesem Tage befanden sich ungefähr 700 Urlauber an Land, von verschiedenen Schiffen wurden daher Dachtabteilungen gelandet, was die erwünschte Oie Banken fordern Verlängerung Churchill fordert eine internationale des Hoovermor atoriums. ä? Besprechungen im Weißen Hause. - Der Präsident hüllt sich noch in Schweigen W^di- Bankiers und Industriellen verlangten ferner vor Er gab der Hoffnung Ausdruck daß eine eine Abänbernnci besAlkobolverbots wiche Konferenz in der einen oder anderen Form ? L?O £?nJnt ornnw SU einer Annullierung der Krieasschul- und Zulassung von Bier mit 3 Prozent Alkohol. &en und der Reparationen führen werde Eie erklärten, dah auf diese Weise der Land- und fügte hinzu: Von mehr als 2000 Millionen wirtschaftgeholfen, die Steuern reichlicher Pfund Sterling Gold besitzen Frankreich fließen und die Arbeitslosigkeit vermindert wer- und die Vereinigten Staaten gegenwär- den Würde. Der Korrespondent schließt, alles tig 1350 Millionen oder zwei Drittel des deutet darauf hin, daß der Präsident nicht Goldes d e r W e l t, von denen wahrscheinlich wünsch-, einem Druck ausgesetzt zu sein. Es sei -in g-wnltiger Betrag, der sich möglicherweise aüs noch nicht das mindeste darüber belannt, ob er ®olbe8 5er ®'B 6e' in einer dieser Fragen nachgeben werde. Iau,t' »»«•»“** Die Vorschläge sollen im Lause einer langen (Er- örterung gemacht worden sein, die nach dem Essen L)tNgei0ey VeiM .MCtd)0h)ngier. im weiften Hause folgte, zu dem Präsident Hoover B e r l i n, 15. Sept. (ERB.) Der Reichskanzler den Beirat des Federal Reserve Boards eingeladen empfing heute abend den Führer der Deut- Halle. Ls scheint aber, daft die amerikanischen amt- ! chen Volkspartei, Abg. D ing eld ey. zu iichen Steile keinesfalls eine oorzeitige -m°r längeren Aussprache. Drngeldeh wollte e. „ (T. den Kanzler in erster Linie über die Auffassun- Veroffenllichung wünschen (Ein Beamter im g(m unterrichten, die in der Potsdamer Tagung Bureau des Präsidenten erklärte. „Das f i n b seiner Fraktion zum Ausdruck gekommen sind, reine Kombinationen. Der Beamte fugte namentlich, soweit sie sich auf die Außen- hinzu, daft die Frage einer Verlängerung des Mo- Politik beziehen. Von unterrichteter Seite wird raloriums nicht Gegenstand irgendeiner aber Nachdruck darauf gelegt, daß die De- Konferenz gewesen sei und daft das weifte sprechung einen viel weiteren Rahmen Hans in dieser Hinsicht keinen Schrill ins batte und sich namentlich auch auf die wirt- 2luge gefaftt habe. Man glaubt zu wissen, daft f ch a s t l i ch e n P r o b l e m e bezog, die mit den c.AA„n, „ J ( ° Planen der Reichsregierung zusammenhangen, hoooer gestern abend aus einem Diner seine Gaste 6k Besprechung damit -inen ähnlichen über die Möglichkeit befragte, den ungeheueren Charakter hat wie z. B. vor einiger Zeit die Zu- Goldvorral der vereinigten Staaten nuftbrin- sammenkunft mit Geheimrat Hugenberg, geht gend zu verwenden, ohne eine Inflation hervorzu- auch daraus hervor, daß auch der Führer der rufen. Zentrumspartei, Prälat Kaas, an ihr teilnahm- Oraczynski und die Aufständischen. Berlin, 15. Sept. (ERB.) Der Woiwode von Ostoberschlefien Graczynski hatte bei einer Aufständischenfeier erneut seine engen De - ziehungenzudem Aufständischenver- st-h-n wird. Das Kuratorium wird nutzer dem Kam. I f ° n d b- t°°u^ und sich ausdEich °>s Bewirtschaft» und "ÄtaÄÜÄ LlunaWw d^W°i°^°d?f°st"da^-r^Üs Kei&«nten un^ einJ weiteren Bertre. KS’ ÄÄXÄ ter ber Reichsbank bestehen. Die Losung des Pro- Aufständischen und auf die herzlichen blems des B a n k e n a u f s i ch t s a m te s zu> der ^ande nach wie vor stolz fei, die ihn mit man letzt gekommen .st hegt Dor allem m der Rich- Aufständischen-Berbänden verknüpften und hing einer Gi"sicht in die Devisen- und er Ideologie derselben nie untreu ge- K r ed. t pol it i k der Banken. Der Re .ch s k om- ^gxden sei. — In politischen Kreisen Berlins missar soll dem Reichswlrtschaftsmlnister unter- verweist man auf die Entschließung des Volkes stehen und vom Reichspräsidenten auf Vor chlag des ^ndsrates vom Januar d. I., die ausdrücklich Kurator,ums ernannt werden Der Reichskommissar bie $altung des polnischen Aufständischenverban- soll befugt em Auskünfte von den Banken des m i ß b i l l i g t und die Lösung der Be- uber alle geschäftlichen Vorgänge zu verlangen und ^Hungen der polnischen Behörden zu btefem Qkr* Einsicht d'e Bucher und Schriften zu fordern, ^nde verlangt. Wenn Graczhnsk jetzt erneut »Der sozialdemokratische „Vorwärts . st der Beziehungen zu dem Aufständigenver- Auffassung, daß eine der volkswirtschaftlichen Not- betont und ihm sogar ein Treuege- wendigkeiten entsprechende Banken- und Kredit- r^bnis ableat so steht diese Haltung in kontrolle nicht mehr zu erwarten sei, wenn schärfstem Widerspruch zu den Forde- die Regierung sich den Vorschlägen des Reichswirt- j-unaen des Völkerbundsrates, schaftsministeriums anschlösse. Von der unbedingt a __________ erforderlichen Betriebskontrolle bei den großen Bankschuldnern, von der Kontrolle SUCHIC p0lMftye JldCpnCPteiL L°r KredMenkung zur Verhinderung non Reichspräsident Hindenburg -mp. ,°n"n be,,^n ÄU[?"S- sinn den franzä ifchen B°t|chg|ter de Margerie lichen Vollmachten des Kommissars keine Rede ferm I™? °e" ' ,-jn-s Abb-rufungsfchretbens. Zudem wurden die Richtlinien ur die Tätigkeit S"- s«. Smoknna ichlotz sich ein ^rüdstück n kleinem des Kommisfars oon einem Kuratorium in dem die ß" den Emp^-Mg Ichwtz sichln Frühstück mMm-m R e ich sb a n k b estimme n de nE i n slu ß habe und des Auswärtigen Amtes u. a. Reichs, deren Politik selbst wieder Gegen! and der Kritik ^^^Dr. B rü n i na. Reichstagspräsident L ° b-. d°s notwendigen Bankenamts hatte |°m müssen. ^^g,manzminist°r Dietrich und Ob-rbürg-r. '....... — meister Dr. Sahm teilnahmen. Wirkung Halle. Als aber die Urlauber sich am Pier -------- versammelt hallen, um auf ihr Schiff zurückzukeh- (FV«» S'tAnihrttintl ren, gab es eine weitere lärmende Kundgebung. Am Montag dauerten die Proteste an. (Eine versamm- ÖCÖ IMrfteflICt’sDilffföCd lung in der Kantine wurde aufgelöst und 600 \ l ♦ Seeleute begaben sich darauf zum städtischen Sport- Der Führer nach Lüdslawien entflohen, platz, wo die Frage erörtert wurde, in welcher Wien, 15. Sept. (TU.) Ein amtliches Belgra- Weise gegen die Lohnverminderung der Telegramm bestätigt, daß Dr. P f r i e m e r Wider st and geleistet werden könne. Am mit seinem Sohn und einigen Begleitern in Mar- Dienstag erhielt niemand Urlaub, aber Gesang und ^'nge troff en iP. Ein gelegentliche Beifallskundgebungen waren an der österreichischer Seite fiüffe lange hörbar, ro°raus ^lofj™ ma^nfdS run0 toegen Hochverrats^alUö wegen" Mannschaften. | unter &em @tn5rucf her steierischen Vorfälle be- ■ ■ ■ ........ — --- fohlen. eine Art Paradies in Deutschland werden. Aber * Herr Alexander, der seines Zeichens Rechts- Die Kommunisten haben einen Antrag auf so- anwalt ist, besitzt sicher nicht genug Naivität, um fertige Aufhebung der preußischen Not- zu wissen, daß sich dieses Rezept nicht durch- Verordnung eingebracht. Gleichzeitig wird die sühren läßt, weil er bei dem ersten Schritt schon sofortige Einberufung des Landtags Derrn tt den Gesehen in Konflikt käme. langt. Die Deutschnationalen werden den kommu- Der Zweck der Aebung ist zweifellos der, daß nistischen Antrag auf Landtagseinberufung unterer die mecklenburgische Regierung provozieren stützen. Die deutschnationale Fraktion wird weiter und zum Eingreifen zwingen will, damit er in einer Klage vor dem Staatsgerichtshof die das schöne Berlin nicht zu verlassen braucht und R e ch t s g ü 11 i g k e i t der preußischen Notoerord- vor allem nicht gezwungen ist, einmal an einem I nung anfechten. schlagenden Beispiel zu zeigen, daß auch die Kom- I * munisten nur mit Wasser kochen. Wenn es nicht An Stelle des verstorbenen Reichstaasabgeordne- um die Einwohner Doizenburgs schade wäre, man * ten Peter Gemeinder tritt Schriftleiter Theo Habicht (Wiesbaden) In den Reichstag ein. Habicht befindet sich (eil Monaten in Oe (lerreich, wo er eine führende Stellung in der nationalsozialistischen Bewegung einnimmt, lieber seine Rückkehr nach Deutschland ist noch nichts bekannt. • Huf der Hauptversammlung de» Deutschen Buchdruckeroereins e. 33 in Swinemünde wurde eine an die Reichsreaierung gerichtete Entschließung angenommen, in der der beschleunigte Abbau der Betriebe der öffentlichen Hand, der Nachweis ihrer Rentabilität und die Auferlegung der gleichen Lasten wie bei der Privatwirtschaft verlangt wird. In Braunschweig wurde der von den Nationalsozialisten oorgeschlagene Regierungsrat K logge s mit 20 gegen 19 Stimmen zum zweiten Minister gewählt. Für Klagge» stimmten mit den Nationalsozialisten die bürgerlichen Abaeordne- len und der fraktionslose Aog. Groh Dagegen stimmten die Sozialdemokraten, Kommunisten und der oolksnationale Abgeordnete. • Der Theologieprofessor Schrnidlin auS Münster, der vor einigen Tagen im E l s a h aus Grund eine» Urteil- im Kolmarer Autonornistenprozeh verhaftet wurde, ist provisorisch in Freiheit gesetzt worden und hat daS Gefängnis in Dolmar verlassen. Die Frist, bi» zu der nach einem Beschluß des Dölkerbundsrat» die zur Adruftungskonserenz eingc- ladeneg Staaten die Angaben über ihren Rüstungsstand einreichen sollten, ist heute ab- gelaufen. Bon den mehr als 50 eingeladenen Staaten haben dis fetzt lediglich 1 5 d i e erbetenen Angaben geliefert. 3m Kloster von Poggio Caiano starb der K a r- dinal Francesco Ragonefi, Präfekt deS Obersten Apostolischen GerichtshoseS der Signatur lPäpstlicher Kassationshof). Ragonesi war 1913 Nuntius in Madrid und wurde 1921 zum Kardinal kreiert. 1926 erhielt er von Pius XI. eine der höchsten Stellungen in der Kurie, die er biS zu seinem Tode innegehabt hat. Gr war Protektor zahlreicher Kongregationen und religiöser Orden. Mit seinem Tode ist die Zahl der Kardinäle auf 56 gesunken. Somit sind zur Zeit 15 rote Hüte vakant. e • In Leningrad wurde im Gcnossenschaftsge- bäudc eine Universität der Gottlosen eröffnet. Sie soll Werber für die Gottlosenbewegung im Dorfe ausbilden. Die Universität ist für 30Ö Hörer berechnet. Die Kurse dauern zwei Monate. Aus alter Welt. Die Reichstagung de» Gustao-Adolf-Vercin». Die OSnabrücker Tagung des Dustav-Adols- Verein- brachte eine Feier in der Marienkirche. LandeSbischos D. MaraherenS (Hannover) überbrachte die Grüße der Hannoverschen Landeskirche. Die Festrede hielt dann der Greifswalder Historiker Pros. Dr. Paul über den Frieden von Osnabrück und Münster. Gr knüpfte daran die Mahnung, den konfessionellen Frieden als Kraft für daS deutsche Volk und den christlichen Glauben gegenüber den Gesahren der Zeit zu erhalten. Der schwedische Pfarrer Fore l l (Berlin) widmete dem verstorbenen Grz- bischof Söderblom warme Worte deS Gedenkens. Zum erstenmal nach dem Kriege überbrachte auch die holländische Kirche demDustav- Adolf-Verein ihre Grüße. Redner aus der Schweiz und dem Elsaß, aus Ungarn und der Slowakei dankten für die Anterstützung ihrer notleidenden Gemeinden. Die sachlichen Beratungen der Abgeordnetenversammlung gaben einen Einblick in das umfangreiche Anterstühungs- werk des Vereins, der im vergangenen Jahre trotz der schwierigen Verhältnisse die den Diaspo- ragerncinden gewahrte Unterstützung um 100 000 Mark erhöhen konnte. Die Versammlung ermächtigte den Präsidenten, das Hilsswerk für Siebenbürgen mit besonderem Rachdruck fortzusehen. Die Gustav-Adols-Vereine von Osnabrück, Hannover, Oldenburg und Ost^ricsland über- relchten eine Festgabe von inSges. 75 000 Mk. au- kleinen und kleinsten Gaben. Aeberraschend war auch die Höhe der sogenannten Bremer Kindergabe, die in ganz Deutschland gesammelt wurde. Diese Spende in Höhe von 41 000 Mark kommt einer Kindercrholungskolonie in Salzerbad in Riederösterreich zugute. Die Frauen- vercine überreichten eine Gabe von 15700Mk. und übernahmen zugleich tye Patenschaft für eine evangelische Gemeinde in Siebenbürgen. Die Hauptgabe aus dem gemeinsamen LiebeSwerk erhielt diesmal die Gemeinde Amöneburg bei Mainz. Schloß hohenbuchao verkauft. Jetzt muhte sich entscheiden, ob Schloß Hohen- buchau in WieSbaden-Georgenborn wegen der hohen Steuerlasten abgebrochen wird, oder ob es den Besitzer wechselt. Gin holländisches Bankhaus hat das Schloß nun endgültig für einen katholischen Orden, bet dort ein Sanatorium einrichten will, erworben. Ein Teil der Kaufsumme ist bereit- hinterlegt. Eine Mutter mit zwei Söhnen ermordet aufgefunden. Eine furchtbare Bluttat ist in der letzten Rächt in dem kleinen Ort Brünen bei Wesel am Riederrhein begangen worden. 3n einem Wäldchen fand man dort das Fahrrad deS Schmiedemeisters Behling. Als der Besitzer benachrichtigt werden sollte, machte man die schauerliche Entdeckung, daß Frau Behling sowie die beiden Söhne im Alter von 18 und 15 Jahren ermordet in Ihren Betten lagen. Die Mutter und ehret der beiden Söhne wiesen außerdem noch Spuren eines Erdrosselungsocr- sucheS und der zweite Sohn noch eine Schußwunde auf. 3n der Wohnung wurde auf dem Tisch ein Zettel gesunden, der die wenigen Worte enthielt: .ES ist 3 ilfrr, mein Mann ift noch nicht zurück." Die Polizei ist eifrig bemüht, den Verbleib deS Schmiedemcisters, der sich eines guten Rufe- erfreute und mit seiner Familie in bestem Einvernehmen lebte, feftzustellen. Behling hatte abends seine Wohnung verlassen, um einen Nachbarn zu besuchen. Von diesem Besuch ist er nicht wieder zurückgekehrt. Reue Tornadogesahr für vritisch-Honduras. Die Hauptstadt von Britisch-HonduraS, Belize. die erst in der vergangenen Woche von einer ungeheuren UntrcttcrlataflrDr’bc beim- gesucht wurde, ist von zwei neuen Gefahren bedroht 3n einer der Vorstädte ist ein Großfeuer au-gebrochen, da- bisher nicht eingedämmt werden konnte. 64 nähert sich den dort liegenden Alkohol-Vorratshäusern, so daß man schwere Explosionen befürchtet. Weiter hat die meteorologische Station in TacubayS gemeldet, daß sich e i n n e u e r s ch w e- rcr Tornado Honduras nähert, der noch heftiger als Derjenige vom vergangenen Donnerstag sein soll und bereits die Stadt Quintana Poo in Mexiko passiert hat. Die Eingeborenen fliehen mit den ihnen noch verbliebenen Habseligkeiten ins Innere des Landes. Der Orkan hat auch bis zu 100 Kilometer tief inS Innere deS Landes hinein gewütet. Leichen treiben den Fluh herunter, der durch Belize fließt. Das deutsche Krankenhaus in Konstantinopel. In Konstantinopel wurde ohne alle Feierlichkeit, dem Ernste der Zeiten entsprechend, im Beisein des deutschen Botschafter- N a d o l n y und des Leiter- der Kaiserswerther Diakonissenanstalt, des früheren Botschaft-Predigers Grafen Lüttichau, daS deutsche Krankenhaus eröffnet. Die Leitung deS Krankenhauses hat Chefarzt Dr. Naab, dem der Chefchirurg O r ch a n Dey zur Seite steht. Aus der Prvvinzialhauptstadt. Gießen, den 16. September 1931. Oie Beisetzung von Landgerichtsdirektor Bücking. Gestern nachmittag fand auf dem Alten Friedhof unter Anteilnahme einer sehr großen Trauergemeinde die feierliche Beisetzung der sterblichen Hülle des Landgerichtsdirektors i. R. W i l- helm Bücking statt. Bei der Trauerfeier in der Friedhofskapelle stellte Pfarrer DechtolSheimer feine Gedenkrede unter das Bibelwort von Saat und Ernte. (Galather Kap. 6, V. 8 u. 9.) Er bezeichnete den Entschlafenen als einen Mann, der fest verwurzelt war in treuer Liebe zu seinen Vorfahren. zu seiner Familie und zu seiner Heimaterde, insbesondere zu seiner engeren oberhessischen Heimat: der als Mensch und im Berus mit edelsten Charaktereigenschaften ausgezeichnet seinen Weg ging in strengster Pflichterfüllung, reicher Liebe und stets hilfsbereiter Güte für alle Schwachen und Bedrängten: der sein deutsches Vaterland liebte über alles, nicht nur in den guten Tagen, sondern auch in der Zeit des Anglücks. Der Verewigte sei stets ein frommer, evangelischer Christ gewesen, ein Mann von vornehmer Gesinnung, dessen Vornehmheit bestand in der Gerechtigkeit und der Güte, der auch für die Kunst In begeisterter Arbeit sich eingesetzt und allezeit ein warmes Herz für die Künstler und ihre Nöte gehabt habe. Auf den verschiedensten Gebieten seines Wirkens habe der Entschlafene ein reichgesegnetes Leben geführt, das gute Sämannstat im Sinne deS Bibelwortes gewesen sei und als dessen Lohn er eine Ernte bergen konnte, die ihn innerlich glücklich gemacht habe. Am Grabe wurde nach den letzten Amtshandlungen des Geistlichen des Heimgegangenen und seines vorbildlichen Seins und Wirkens in zahlreichen herzlichen Ansprachen gedacht. Es sprachen Oberkriegsgerichtsrat a. D. Koch als Vorsitzender des Alte-Herren-Verbandes des Korps Hassia, dem der Verstorbene 114 Semester angehörte, stuck. Köhler-Kaeß als Vertreter der AktivitaS des Korps Hassia, der dem verdienstvollen Alten Herrn als äußere Zeichen der untrennbaren Verbundenheit über das Grab hinaus Mütze und Band mit in die Gruft gab, Landgerichtspräsident Neuenhagen namenS der Gießener Richter und Staatsanwälte, Bürgermeister Dr. Hamm als Vorsitzender des Verbandes alter Kösener Korpsstudenten in Gießen. General a. D Mohr für den Deutschen Offizierbund und die Vereinigung der Offiziere dealten Gießener Kaiser-Regiments, Landgerichtsrat T r ü m p e r t als Vorsitzender des Kriegervereins Gießen, Schreinermeister Beil namenS der Vereinigung ehemaliger 116er in Gießen, Stadtbaurat Gravert als Vorsitzender des Obe hessischen Kunstvereins, Landgerichtsdirektor C r a m c r ür ö e Ce ion Cb erb fi.n des Deut'ch- Oes.erreichisch^n Aip.nvereins und Rentner Reiber namens .er Fünf- ger-Vereinigung 1905. 3n alten Ansprachen kam ein außerordentlich hohes Maß von Liebe, Verehrung und Dankbarkeit gegenüber dem Heimgegangenen zum Ausdruck. Kostbare Kranzspenden und letzte Dlumengrüße wurden in großer Zahl als letzter Gruß am Grabe niedergelegt. Die Trauermusik stellte eine Abteilung unterer Militärkapelle. Taten für M trwoch, 16 September Sonnenaufgang 6.00 Uhr. Sonnenuntergang 18.39 Uhr. — Mondaufgang 12.09 Uhr. Mondunlcrgang 19 59 Uhr. 1927: der Hygieniker Max von Gruber in Berchtesgaden gestorben. Gießener Okioberiage. Der Gießener DerkehrSverein und die Geschäftswelt unserer Stadt organisieren al- Gießener Oktobertage eine Reche von Veranstaltungen. die sich in der Zeit vom 3 0. September bis 6. Oktober abwickeln sollen. Den Auftakt bildet die Herbst-Schaumefse auf OSwaldSgarten, die am 27. September beginnt und bis zum 4. Oktober andauert. Dann folgt der Gießener Herbft-Pferde- markt am 30. September, dem (ich die P f e r d e- markt-Lotterie am 1. Oktober anschließen wird. Vom 30. September bis 6. Oktober finden Werbetage der Gießener Geschäftswelt statt, mit denen ein Schaufenster- Wettbewerb verbunden fein wird, bei dem das Publikum selbst Preisrichter sein soll. Vom 3. bi- 6. Oktober wird in den Sälen der ..Lie- bigshöhe" eine Ob ft-, Gartenbau« und Jagd -,A u s st e l l u n g der breitesten Deffent- lichkeit zur Besichtigung offenstehen Hier wird sich ein umfassendes Bild von den Spitzenleistungen deS heimischen Obst- und Gartenbaues, sowie der hervorragendsten Stücke der Jägerei, deS Wild- und Vogelschutzes, der Wildschaden- und der Schädlingsbekämpfung barbieten. Außerdem wird am 4. Oktober in der Volkshalle ein großer Kunst turn-Wettkamvs der besten Turner der drei hessischen Gaue der Deutschen Tumerschast stattfinden, am gleichen Tage wird im Cafe Leib die Landesversammlung der hessischen Obst- und Gartenbauvereine, sowie im Echützenhaus die Feier deS zehnjährigen Bestehens deS Hu - vertuS-Giehen abgehalten. Während der ganzen Dauer der Gießener Oktobertage werden das Stadttheater. daS Lichtspielhaus Gießen und die Gaststätten mit vielfältigen AnterhaltungS- Darbietungen aufwarten. (Nähere- in der Anzeige am nächsten Samstag.) Vornotizen. — TageSkalender für Mittwoch: Gießener Cisverein, 20 bis 22 Ahr, in der DolkS- halle Rollschuhabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. 16 Ahr .Große Kinder- und gamilien- Dorftellung“, zu den gewöhnlichen Zeiten: .Dalockende Ziel". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Sonntag, 20. September, findet die letzte Vorstellung der Sommerspielzeit statt. Des großen Erfolges wegen und da viele Besucher bei der Aufführung am 6. September keine Karten mehr erhallen konnten, findet eine nochmalig» Wiederholung des Dolksktückes „All-Heidelberg" von Meyer-Forster statt. Die Intendanz teilt mit, daß dieses Werk nicht in den Winterspielplan aufgenommen und die Ausführung daher die letzte fein wird. Spielleitung hat Karl Bold; die Besetzung ist die der Erstausführung. Beginn der Vorstellung 19 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. — Der Bezlrksoerein Nord - Ost lädt zu einer wichtigen Besprechung auf Donnerstag, den 17. September 20.30 Uhr, in die Restauration ,Lurn Aquarium", Walltorstraße, ein, worauf alle Interessenten, besonders die Geschäftsleute dieses Stadtteils, aufmerksam gemacht seien. (Siehe gestrige Anzeige.) — DerDolksbundDeutscherKriegs- gräberfürsorge, Bezirksgruppe Gießen, veranstaltet am Donnerstag, 17. September, 20.15 Ahr, im Großen Hörsaal der Aniversität, einen Lichtbildervortrag. Herr Franz Bauer jun. spricht auf Grund eigener Erfahrungen und an Hand eigener Aufnahmen von Kriegerfriedhöfen über deutsche Kriegergräber in Feindesland. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. (Nähere- in der gestrigen Anzeige.) — Der Bund Haus und Schule veranstaltet am Freitag, 18. September, 20 Ahr. im Iohannessaal, einen Familienabend, in dessen Rahmen ein Lichtbildervortrag über die „Entwicklung des modernen Verkehrs" gehalten werden wird. Musikalische Darbietungen sind ebenfalls vorgesehen. Nähere- in der heutigen Anzeige. — Vereinigung ehem. Schüler des Pädagogiums. Am Sonntag, 20. September, 14 Ahr, veranstaltet die Vereinigung ehemaliger Schüler 7>es Gießener Pädagogium- auf der „Karlsruhe" eine Zusammenkunft, zu der alle ehemaligen Schüler aus Gießen und Umgebung eingeladen sind. Näheres in der heutigen Anzeige. e •* 25. Dienstjubiläum. Am 15. September waren es 25 Iahte, daß Herr Alois Hofmann, Gießen, Kaiserallee 28, in die Dienste der Dank für Handel und Industrie, Gießen, der jetzigen Darmstädter und Nationalbank, Zweigniederlassung Gießen, eingetreten ist. Dem Jubilar, der sich allgemeiner Wertschätzung erfreut, wurden auS diesem Anlaß sowohl von Der Geschäftsleitung, als auch der Beamtenschaft ehrende Anerkennungen und Aufmerksamkeiten zuteil. •’ Deutsche Lebensrettungsgesellschaft. Die diesjährige Badezeit ist nun endgültig beendet und damit auch die Tätigkeit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft draußen auf der freien Lahn, sowie in den Badeanstalten. Ihre Hilfsbereitschaft brauchte dieses Jahr erfreulicherweise nicht allzu oft in Anspruch genommen zu werden. Am so mehr wurde an der Ausbildung von Rettungsschwimmern gearbeitet. Eine große Anzahl Schwimmer konnte sich auch erfolgreich der Prüfung für den Grund- bzw. Prüfungsschein untergeben. Den Grundschein der Deutschen Lebensrettungsgeselischaft erhielten auf Grund bestandener Prüfungen: Karl Prinz, Walter Brüning, Karl Reitz, Konrad Sänger, Kurt Becker (sämtlich von Gießen): Leni Welker, Erna Bender, Hedwig Riebel, Gretel Cgner, Erika Holler, Lotte Kraft, Elfriede Daun, Ernftwalter Scheerer und Willi Port (sämtlich von AlSfeld); Friedrich Bittmann, Heinrich Beier und Paul Hannefen (sämtlich von Lauterbach): sowie Wilhelm Rullmann. Gießen. Der Prüfung zur Erlangung de- Prüfungsscheine- unterzogen sich erfolgreich Helmut Brüning, Gießen. Artur von Muller, Al-seld, und Gretel CeDffert, Al-feld. Die höchste Prüfung der D. L. R. G. konnte Ing. Peter Hoppcnau, Butzbach, erfolgreich ableae» und bekam hierfür die goldene Radel und bit Lehrscheinurkunde verliehen. •• Seinen Verletzungen erlegen. Da- zehnjährige Söhnchen eine- Anwohner-der Reuen Baue, da-, tote wir aeftern berichteten, von einem Kastanienbaum auf Die Straße stürzte und dabei bedauerlicherweise einen Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung erlitt, ist heute morgen feinen schweren Verletzungen erlegen •• VHE. Gießen. Zu der am vorigen Sonntag vorn VHC. Gießen In den nördlichen Teil de» Dogelsderges veranstalteten Vereinswanderung wurde aus praktischen Gründen als Zugangsweg das Beförderungsmittel, das sonst den Wanderern aus der Landstraße am meisten Unbehagen bereitet, das Auto, benutzt. Die Fahrt ging durch das Lumdatal, an den Hangen i und weiter über das hochgelegene Homberg mit unterwegs hübschen Blicken auf Amöneburg und da» Ohmtal hinab zum lieblichen Feldatal bis Schellnhausen, von wo die eigentliche Wanderung begann, lieber einen Höhenrücken mit schonen Ruck- und Ausblicken führte der Weg zur Frühstücksrast nach Groh-Felda, wo man das weihrote Band, eine Schöpfung des verstorbenen Prof. Bender (Frankfurt). traf Diesem Zeichen nach ging es durch eine reizvolle Landschaft an zwei Fischweihern vorüber nach Romrod, wo eine angemessene Mittagspause staltsand. Ein großer Teil der Wanderer nahm Gelegenheit, das dortige Schloß zu besichtigen. Da während der Rast ein kräftiger Regenschauer die Feldwege aufgeweicht hatte, zog man cs vor, von Rom- rod die Landstraße zum Endziel Alsfeld zu benutzen, die wiederum prachtvolle Ausblicke nach den Bergen der Rhön und des Knüll bot. In liebenswürdiger Weise halte es In Alsfeld Der Dorti Weitz unternommen, die Teilnehmer mit Den mancherlei mittelalterlichen Schönheiten des Städtchen» vertraut zu machen; so wurde u. a. auch das Innere des prächtigen Rathauses, sowie der Walpurgiskirche einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Der Vorsitzende sprach namens der hochbefriediaten Wanderer dem vortrefflichen Führer Dank aus. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde wieder das Auto bestiegen, das die Teilnehmer wohlbehalten in die Heimat zurückbrachte. Oie Ißefferlage. 4911, 4gUh \ Tiwsnavi Aberdcei Vai. Wien Tours .14 r18 QVonttniokO nenn ® n«te etdtm ® worwig ® ordern «Rtor% ♦ Schnee c. 6r«upein ■ neoa K Oewitter @Win0j(iiie.O jeh» ttlchttr Ost y m*$S‘OCr Sudiuowesi q >iwrmi$e 3uteiluno5p[Qnt nehmen hatte sehr Aerhälinissen u Schwierigkeiten halt ? emer freimil. ,'°>, h'nw^ W «nlfallenben Losten. "Sebou und an den nen. Lei denvbstoer. wnbt und der Aon. l'S hohe Preise erzielt, reise; über sehr ge> lu6 man die hiesigen rtschastrloge und der hnlich hoch bezeichnen, i aber für Äepsel und als Marktpreise oe< entncr bis auf 8 bis is 10 Mark. pt Am vergangenen ndfest gefeiert. Tin । durch die Ttrosien fast die gesamte Tin igesunden. Nach 2». z Lehrer Philipp- !iedervvrträge, Della- d Spiele der Schulst sanden ein Mörchen- incn und Schulern der ilkchen, die die fikintn midt darstellien. Da, l/er Müller. Jedem tuf ben Heimweg ge- ■pt. Die hiesige W- tnbötmämp't nabtnyuppe: 1. W Reis, 51 P.l 3. «half >s 45 P; 5. Wilhelm ■ i Dito Weisel, 55 P. 3. chch. Alles. 50 P: l Beeter, 46 P.: ?• ®- -ept. Unsen Tcmeinde der ganzen Wclterau. mit an der Spifiejm । den edlen Apfellorten n in großen Mengen, heim, 'Baumanns .* • fjleult \W" *" J ieindeobstcs auf me r bei den Landwir ten. "ililan|*!,1QbrtlMe. &&& irch eine *n‘e «^nal les vorhaa^ ,eiarung ner e" K Legerer n.2r.«chrn M' ernall&Dl'run9ine ^ behänd L ^r, beiiw'1 ibenfo große Mengen Obst vorhanden find, kann man sich einen Begriff von der Fülle des Obstes machen, das dieses Jahr zu ernten ist. Ärcie Alsfeld. U Mücke, 15. Sept. Gegenwärtig erhält die V-S trotze Grünberg — Mück e — 2 l S- selb in unserer Gegend eine beträchtliche Erweiterung. Cfikgen der Glätte war die Straße besonder- an Stetgungen für Zugtiere eine stete Gefahr. Verschiedene Stürze kamen vor und die FuhrwerkSbesiher entschlossen sich diese« Mißstände« wegen oft zu grotzen Umwegen. Olun werden, wenigsten« an den Steigungen, zu beiden Seiten der Strotze Rauhbahnen für den Fuhrwerlsverkehr angelegt. 6 ine ursprünglich vorgesehene Uebertccrung der Strotze mutz wegen zu geringer Geldmittel unterbleiben. greis Schotten. O Laubach, 15. Sept Am Samttag fand hier im Gasthaus .Zur Traube" ein Werbeabend für die Deutsche Dau- und Siedln n g «g e me i n s ch a f t Darmstadt statt. Lan- de«geschäft«führer Lang (Butzbach) gab eine Uebersicht über die Daufparbeweoung im allgemeinen und über die Entwicklung der D. B. S. im besonderen. Die hiesige Ortsgruppe der DBS zählt augenblicklich 20 Baufparer. von denen bereit« 3 ein eigene« Heim erhalten haben. — Da- die«jähriae Wettkegeln de« .Kegelvereins 1896“ und de« Kegelklub« .Gut Holz" endete, im Gegensatz zum Vorjahre, mit dem Siege de« Kegelklubs .Gut Holz". Der Sieger errang 2241, der Gegner 2147 Holz. Entdeckung eines Erzlagers an der Eder WER. Kassel, 15. Sept. 3n der Nähe von Allendorf a. d. Eder find in einer Tiefe von etwa sechs Meter Erzlager entdeckt worden, die Schwefel Silber und Gold enthalten feilen. Der Gehalt dieser Metalle soll ziemlich beträchtllich sein. Oie Herbsttagung der OLG. Fortsetzung der Ausschußarbeit. Darmstadt, 14. Sept. (WSR.) 3n 2 7 Sonderausschüssen wurden heute die Arbeiten der Deutschen Landwirtschafts-Gesell I ch a fl aus der Darmstädter Herbsttagung fortgesetzt. Sine Reihe von Ausschüssen, so die Sonderausschüsse sür Fleisch-Schafzucht, für Merino-Zucht, Landschaf-Zucht. Fleisch-Woll-Schas- zucht, für die Zucht des Landschweines, des veredelten Landschweines. deS Edelfchweine« und deS Derks hi re-Schweine«. berieten u. a. die De» ftimmungen der Schauordnung für die Mannheimer Wanderausstellung (31. Mai bi- 5. Juni 1932) und nahmen eine Reihe abänbernber Anträge an. Der Sonderausschutz für Rin- der-Lelstungsprüfungen besprach die nifünftigc Gestaltung deS deutschen Rinder-Lei- ftungSbuchS und nahm den Dericht über den Stand des Kontrollvereinswesens in Deutschland entgegen. Darin wurde gesagt, datz im Jahre 1930 eine weitere erfreuliche Zunahme der Kon- trollvereine auf über 3000 sestzustellen ist. Der JahreS-Milchertraa der Kontrollkuh stieg im Mittel auf 3795 Kilo (gegenüber einem Durch- IchnittS-Milchertrog von 2220 Liter in Deutschland). 3m Sonderausschutz für Ziegenzucht wurden die Erfahrungen erörtert, die mit dem ersten Zieoen-Leistungspreiswettbewerb auf der Wanderausstellung in Hannover gemacht wurden. Die Einrichtung einer Ziegenmilch-Kosthalle wurde für Mannheim wieder in Aussicht genommen. 3m Sonderausschutz für den Tabakbau wurde über daS Ergebnis der vorjährigen Tabak-Düngungs- und Sortenversuche, sowie über den Stand der 1931 eingeleiteten versuche Dericht erstattet. 3m Sonderausschutz für Futterpflanzenzüchtung berichtete Dr. Wick über die Ergebnisse der Rotklee- und Luzerne-Versuche der lachten Versuch-Periode. Die Ergebnisse der Maissortenversuche wurden im Sonderausschutz für MaiS mitgeteilt. 3m Anschluh daran erörterte Güterdirektor Dutz (Rastatt) die Matznahmen, die für den besseren Absatz inländkschen MaiSsaatguteS zu treffen sind. Sine Reihe bemerkenswerter Fragen wurde auch im Sonderausschutz für Landarbeit behandelt. Die Wirtschaftlichkeit der Kuh-Anspannung und im Anschluh daran die Frage der Diel-Anspannung wurden aus der Grundlage der vorliegenden Erfahrungen ausführlich erörtert und die Pläne für die Landarbeitsausstellung auf der Mannheimer Wanderschau eingehend beraten. Auch daS bauswirtschaftliche Beratungs- wesen und die mancherlei mit der Hauswirtschaft verbundenen Bestrebungen fanden in den Sonderausschüssen für Hauswirtschaft eingehende Besprechung. Beginn veröffentlichen Versammlungen Darmstadt, 15. Sept. (WSR.) Die diesjährige Herbst tagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft brachte heute den Beginn der öffentlichen Versammlungen mit den Beratungen der Düngerabteilung unter dem Vorsitz von Rittergutsbesitzer S ch u - r i a (Zeestow). Der Vorsitzende erinnert zunächst an die Verdienste deS grotzen Agrikultur- chennkers 3ustus von Liebig. Dann sprach Rittergutsbesitzer Honig (Karnitz) über .Erfahrungen mit eigenen Düngungsversuche n". 3n einjährigen Mangelversuchen, die seit zwölf 3ahren durchgeführt wurden, war die Stickstoffwirkung immer gut, die Phosphor- fäure- und Kaliwirkung unbedeutend, auch Patentkali gab keine Mehrerträge. 3n einem seit acht 3ahren durchgeführten Dauerversuch zum System Aereboe zeigte sich-eine wesentliche Phosphorsäurewirkung besonder- darin, datz auf den phosphorsäuregeoüngten Stücken der Stickstoff viel besser zur Wirkung kam. Einen zweiten Vortrag über den .Stallmist und seine Pflege" hielt Professor Dr. Hans Wi eh mann (Harleshausen). Gr ging davon auS, dah die Erträge schon nach kurzer Zeit wegen unzureichender Dodengare zuruckgehen, wenn die Stallmistdüngung vernachlässigt wird. Anscheinend widersprechende dänische Versuche dürfe man nicht ohne weitere- auf deutsche Verhältnisse übertragen. Auf guten Böden würde in Ausnahmefällen auch bet uns eine Mineraldüngung ohne Stallmist Erfolge bringen. Da das aber Ausnahmen seien, müsse für zweckmäßige Behandlung deS Stallmistes durch Schuh vor Sonne. Wind und Regen gesorgt und in der Art der Aufstapelung eine Mistvorratswirtschaft betrieben werden. Am besten und billigsten werden diese Forderungen durch daS Kastlverfahren von Kommissar Henkel erfüllt. Bei den groben Vorzügen der lotrechten Aufstapelung des Mistes gegenüber der waagerechten empfehle es sich, bei der Reuanlage einer Düngerstätte daraus Rücksicht zu nehmen. 3n der unter dem Vorsitz von Frau B u r g - Dörg stattfindenden Versammlung zur Förderung der Hauswirtschaft wurde über „Umstellung der ländlichen Haushaltung ohne Geldkosten" gesprochen. Frl. Koch von der Landwirtschaftskammer Das bißchen Erde. Vornan von Richard Glowronnel. Copyright by I. Engelhorns Rachf., Stuttgart 33 Fortsetzung Nachdruck verboten .Ah nein", sagte Malte und legte die schwere Faust auf den Tisch, ,ich sehe es so klar und deutlich vor mir, wie hier die Schrift auf dem Aktendeckel!" Und er erhob seine Stimme: .Wenn das Wort in der Urkunde fehlt, dann ist diese Urkunde gefälscht!" Der hagere Heine Mann auf der andern Seite des Schreibtisches sprang auf und sah ihn schier entsetzt an. .Um GotteS willen, Herr Graf, daS ist eine Behauptung... Sie sprechen von Seiner Exzellenz dein Herrn Erblandmarschall Grasen Römnitz!! Dem ersten und angesehensten Edelmanne nicht nur hier unsers Kreises, sondern weit darüber hinaus.. .3awdhl". sagte Malte nachdrücklich, .von meinem Onkel Ehristoph auf Hohenrömnitz! Der mir mein Erbe nicht gegönnt hat Dom ersten Zage, wo ich auf der Welt war. weil er mich Hatzte, wie ... nun wie meinen verstorbenen Vater nur noch! 'ne Stunde lang mühte ich 3hnen erzählen, alte Geschichten ausbubbeln, woher das alle« gekommen ist — mir selbst sind erst vor kurzer Zeit die Augen aufgegangen. Aber jetzt begreifen Sie wohl, wesbalb die beiden Abschriften haben verschwinden müssen, die eine aus meinem Schranke in Vellahn, die andre au« den Akten? ..." .Höchst seltsam in der Tat! Und wenn man dazuhält, dah der Herr Erblandmarschall aus seiner zweiten Ehe wirklich auf Rachkommenschaft zu rechnen hat.. .Ra dann kommen Sie", drängte Malte, »wir nehmen sofort einen Wagen und fahren nach Hohenrömnitz hinaus. Mein Onkel hat mir ja zugesichert, ich dürfte das Dokument jederzeit entlegen .. Der Rechtsanwalt war in der Stube auf und ab gegangen, die Hände auf den Rücken geschlagen. Jetzt blieb er stehen und schüttelte den Kops mit den an der Schläfe schon grau geerbten Haaren. .Mein lieber Herr Graf, das dürste uns wenig helfen. Gesetzt den Fall, Sie hätten recht: die Technik ist heutzutage auch auf diesem Gebiete o weit vorgeschritten, dah uns der Herr Erb- andmarschall die Urkunde getrost zur Ansicht Erlegen dürfte! Wir würden nichts herausfinden. Falls wir aber, was ich nebenbei auch noch bezweifle, einen Gerichtsbeschluß durchsetzen, sie zur Prüfung durch Sachverständige für einige Zeit in die Hand au bekommen... ja dann, fürchte ich, wird sie ebenso verschwinden wie ihre beiden Abschriften. Der Zufälle gibt es viele auf der Welt. Weshalb sollte in Hohenrömnitz zum Beispiel nicht plötzlich mal ein Brand ausbrechen? .. .3a dann aber“, sagte Malte eifrig, .wäre doch für jeden vernünftigen Menschen die Beweiskette geschlossen. Dann läge es doch Har auf der Hand, dah mein Onkel in seinem blinden Hatz auch vor diesem letzten Mittel nicht.. .Einen Augenblick, Herr Graf", unterbrach ihn der andre, .haben Sie vorhin bemerkt, wie entsetzt ich auffuhr, al« Sie hier 3hren Verdacht äußerten?“ .Allerdings.. .Run sehen Sie, genau so wird eS dem Herrn Staatsanwalt gehen, wenn er unsre Anzeige in die Hand bekommt, ,11m GotteS willen", wird er sagen. ,daS ist ja eine ganz unerhörte Verleumdung gegen unfern allverehrten Herrn Erblandmarschall! Und aus so wenig substantiierte, man könnte fast sagen, frivole Behauptungen hin leite ich ein Verfahren selbstverständlich nicht ein!' ... Also wir bekommen einen abschlägigen Bescheid. beschweren uns beim Landgericht inWaren. Dort dieselbe Geschichte, allgemeines Entsetzen, die Beschwerde wird glatt abgewiesen... Und da möchte ich doch sagen, die ganze Sache sieht mir sehr nach einem anständigen Vergleiche aus. Wenn ich Eie vorhin recht verstanden habe, ist 3hnen von feiten Ihres Herrn Onkels für den Verzicht auf die Erbfolge das Lehnsgut Vellahn geboten worden, zu ewigem Besitz für sich und Ihre Rachkommen ...“ Malte schnitt mit der flachen Hand durch die Luft. »Diesen Vergleich habe ich schon abgelehnt. Eher verrecke ich wie ein Hund an der Straße, ehe ich aus der Hand meines Onkels ein Almosen annehme!" .Run“, wandte der andre ein, »Almosen ist wohl kaum der richtige Ausdruck. Vellahn umfaßt meines Wissens etwa viertausend Morgen guten Acker, Wald und Wiesen... Außerdem wäre da vielleicht auch noch manches andre zu überlegen. Die Frage zum Beispiel, ob das Kind, das der Herr Erblandmarschall erwartet, auch am Leben bleibt. 3n diesem Falle würde doch wieder 3 h r Erbrecht in Kraft treten?!... Und ich gehe wohl nicht fehl, dah die Gegenpartei in Anbetracht der besonderen Umstände auch zu weiteren Zugeständnissen bereit sein würde... Wenn Sie also die Unterhandlungen mit anver- traucn wollten, würde ich mich wohl anheischig machen.. Walte unterbrach ihn rauh. .Heihen Dank, Herr Rechtsanwalt, mit meinem Herrn Onkel unterhandle ich nicht mehr. 3ch will Kiel behandelte die zweckmäßige Ernährung auS wirttzchaftsetgenen Mitteln. Die Hausfrau müsse sich darauf umstellen, mit dem geringsten Aufwand an Bargeld und unter bestmöglichster Verwendung wirllchastseigener Erzeugnisse die Ernährung ihrer Familie auf eine gesunde Grundlage zu stellen, ohne das Arbeitsmatz der Landfrau zu erhöhen. Hier hätten bie ländlichen Hausfrauenvereine und Hauswirtschaftsschulen eine bevorzugte Ausgabe. ..Die zeitgemäße Umstellung in der Haushaltsführung" ergänzte Frau Dr. von Strantz au« Pommritz an Hand de« FilmS „Wie sich die Bauersfrau die Arbeit erleichtern kann“. 3n der Versammlung der Schweinezuchtabteilung beschäftigte man sich unter dem Vorsitz von Oekonomierat Hoffman n-Hof Güll (Kr.Gietzen) insbesondere • mit der Schauordnung und dem Preisausschreiben für die Wanderausstellung Mannheim 1932. Landwirtschaftsrat Dr. Stock- kl a u S n e r - Grub sprach über die Schweinestallhygiene. um vor allem Seuchen abzuwehren. Die hygienischen Maßnahmen mühten insbesondere durch vernünftige Zucht unterstützt werden. 3n der Versammlung der Geraleabteilung stand die Beratung der Mannheimer Wanderausstellung im Vordergrund. Die Vorträge von Dr. Köhler (Greifenhagen) über Mechanisierungsfragen im bäuerlichen 'Betrieb und von Oekonomierat D e b I i n g e r (Weilerhos) waren auf die besonderen technischen 3ntercffcn der kleineren Betriebe abgestellt. Unter den heutigen Verhältnissen werde man eine Verbilligung des Arbeitsvorganges zunächst eher durch landarbeitstechnische Maßnahmen, als durch Maschinenverwendung erreichen können. Anschließend sprach Diplomlandwirt Steinmetz (Durlach) über die Bedeutung landwirtschaftlicher Handarbeit-geräte. 3n der Versammlung zur Förderung der Landarbeit sprach Gutsbesitzer Wolf (Albig) über arbeit* wirtschaftliche Fingerzeige für die füd» und west» deutschen Bauern und Winzer unter besonderer Berücksichtigung der Flurbereinigung. G« wurde insbesondere hervorgehoben, daß e« gelingen müsse, die Arbeitsspitzen sowohl im Weinbau, wie im Ackerbau durch entsprechende Arbeitsverteilung und Arbeitsverfahren zu beseitigen. Die Ausführungen wurden ergänzt durch Diplom- landwirt Sonin au« Ludwig-burg, der daraus hinwies, dah der bei unS zerstückelte Betrieb besonder- grobe Ansorderungen an den Betriebsleiter und an die mit arbeitenden Familienmitglieder (teilen. Durch einen den Derh c.nge- pahten Feldbau könne der große wirtschaftliche Leerlauf und der grobe Wegeanteil verringert, die Durchführung der Arbeiten erleichtert und gesichert werden. Eine KolonialrKundgebung. Den Abendvvrtrag bildete ein Referat von Dr. Arthur D i y (Berlin) über »D i e R o t w e n d i g- leit von Kolonialbesitz für bie beut- s ch e Wirtschaft, InSbesonbere b le Landwirtschas t". Der Redner erklärte, daß die hohe Bedeutung kolonialer Absatzmärkte zwar in erster Linie für die 3nbuftrie gelte, doch interessiere sich auch bie Landwirtschaft an kolonialem Besitz au« drei Gesichtspunkten heraus: an der Gewinnung überseeischen Siedlungsbodens für überschüssige ländliche "Bvlkskrast. an der Versorgung mit Rohstossen, deren Erzeugnisse auch von der Landwirtschaft benötigt werden, und in gewissem Umfang auch an kolonialen Absatzmärkten. Die Landwirtschaft benötige Baumwolle und Sisalhanf. sowie koloniale Pflanzenfette, bereit inbuftrielle Rückstände als Futtermittel für bie Lanbwirtschaft von hohem Wert finb. Was ben Absatz auf ben kolonialen Märkten anbetref’e, so komme für bie Landwirtschaft vor allen Dingen der Absatz von Zuchttieren aller Art und von Sämereien in Betracht. ÖJ.-fporl Handball der Sp.-Vg. 1900. 1900 l — BfC. Wetzlar I 4:4 (1:1). Das DerbandSsplel der beiden DSB.-Vereine fiestaltete sich zu einem schnellen, in jeder Phase bannendem Kamps. Da beide Mannschaften in starker Aufstellung erschienen waren, stand das Tressen auch spielkulturell auf beachtlicher Stufe. Der VfL. ging in der Mitte der ersten Halbzeit durch einen Strafwurf in Führung. 1900 glich jedoch bald aus. Rach Seitenwechsel hielt das scharfe Tempo weiter an. Die Wetzlarer rissen erneut die Führung an sich. Durch einen unmittelbar an ben Wiederanwurf geschickt vorgetragenen Angriff holten die Epielvereinigungsleute durch schönen Wurf von Betz den Vorsprung auf. Als dann die Gäste erneut zwei Tore vorlegten, schien das Spiel für die Einheimischen verloren. 3n- dessen schwangen sich die 1900er noch einmal zu einer Energieleistung auf. Zunächst buchte Kaiser für sie den dritten Treffer, und in der letzten Minute war es Wolf vergönnt, den Ausgleich zu erzielen. Das Unentschieden wird dem Spielverlauf gerecht. Das jederzeit faire Spiel hatte in Weber (Pol. Butzbach) einen ausgezeichneten Leiter. Iugendklubkampf SV. Wehlar gegen Sp.-Vg. 1900 Gießen 3:5. Die 3ugenb* und Schülermannschaften waren von SD. Wetzlar zu einem Fuhball-Klubkampf eingeladen. Die 1- unb, 2.3ugenb sowie bie 1. unb 2. Schüler beteiligten sich baran unb kehrten mit einem schönen Erfolg heim, inbem sie den Kamps mit 5:3 Gesamtpunkten zu ihren Gunsten entschieben. Den Kamps eröffneten die 2. Schüler. ES war ein verteiltes Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften und endete 0:0. — Au« dem darauffolgenden Spiel der 1. Schüler wurde Wetzlar bestimmt als Sieger erwartet. 1900 schlug sich aber überraschend gut und zeigte groben Widerstand. Das Spiel endete unentschieden 1:1. Dann mähen die 1.3ugendmannschasten ihre Kräfte. Wetzlar stellte die wuchtigere, kräftigere Elf, dafür war 1900 technisch besser und schneller am Ball, namentlich der Sturm zeigte sich von einer sehr guten Seite. Gießen ging bald nach schöner Kombination in Führung, doch Wetzlar kann durch Handelsmeter auSgleichen. BiS zur Halbzeit zeigten die Mannschaften gute Leistungen im Feldspiel. Rach einem hartnäckigen Kampf erzielte beim Stand von 3:3 der Mittelstürmer der 1900er durch einen Kopfball das Siegestor. — Zum Schluß trafen bie 2. 3ugendmannschaften aufeinanber, die daS dritte unentschiedene Ergebnis, unb zwar 1:1 erkämpften Beide Mannschaften zeigten nicht viel. DaS Spiel gefiel nicht. Radsport. ®RD. v. 1885 — RC. v. 1895 Jranffurt-Oberrab 0:3 (0:2). Am Sonntag weilte die 1. Rasenradballmannschaft des Gießener Radfahr-Vereins von 1885 bei dem Deutschen unb Weltmeister.Radklub von 1895 Frank, furt a. M.-Oberrad zu Gast. Die Gießener Mannschaft nichts weiter als mein Recht. Und deshalb bin ich zu 3hnen gekommen. Cs muh doch noch irgendeinen andern Weg geben, ihm ans Leder zu gehen? Richt nur durch diesen Herrn Staatsanwalt, der vor Respekt gleich zusammenklappen würde wie ein Taschenmesser!...“ »O ja. gewih. bie Zivilklage. Wer bas ist eine ©ebulb- unb Geldsache mit höchst zweifelhaftem Ausgange. Ehe sie entschieden wird in letzter 3nstanz, kann 3hr ganzes Geschlecht ausgestorben sein, unb für bie Gerichtskosten würbe wohl bas Lehnsgut Vellahn nicht ausreichen in Ansehung bes riesigen Objektes. Das ist natürlich ein wenig übertrieben“, fügte ber Rechtsanwalt hinzu, »aber eins bleibt jebcnfall« bestehen: ein gehörige« Stück Gelb ist zu bem Prozesse nötig!“ »O weh“, sagte Malte mit einem verlegenen Lächeln, »damit sieht's freilich nicht sehr festlich aus. Unter uns, ich bin ein ziemlich armes Luder. Auf dem Speicher ein paar Wispel Weizen und Roggen. Auherdem noch etwa achttausend Mark bares Geld in Gestalt eine« Guthabens bei der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Waren. 3ch fürchte, das wird für ben Prozeß nicht ganz reichen? .. »Bei der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Waren?“ Heber das blasse Stubenhockergesicht deS Rechtsanwalts glitt ein mitleidiger Schimmer. Er reichte seinem Klienten ein Zeitungsblatt vom Tische: »Da, bitte, lesen Sie, Herr Gras!" Malte streckte die Hand aus. Die Buchstaben tanzten ihm vor den Augen. Gerade nur die Überschrift hatte er gelesen, »Fallissement der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Waren", bann knüllte er das Blatt in der Faust, lieh sich schwer in den Stuhl zurücksinken. »Mein Herr Onkel scheint wirklich mit dem lieben Gott in einem ganz befonbern Verhältnis zu stehen", sagte er heiser »Kaum vor vier Stunden gab er mir ben Rat, mein bihchen Geld nicht in einem Prozeh zu verplempern, und jetzt ist's schon fort..." Der andre trat zu ihm, legte leise bie Hand auf seine Schulter. »Es ist ein harter Schlag. Herr Gras. Wer vielleicht ist's auch ein Fingerzeig. 3ch an 3hrer Stelle würde es mir jetzt noch einmal überlegen, ob der gebotene Vergleich unter diesen Umständen einem aussichtslosen Prozesse nicht vorzuziehen wäre.. Malte sah ihn feindselig an. »Sind Sie mein Rechtsanwalt ober ber meines Onkels?...“ Unb nicht ganz so schroff fügte er hinzu: »Sie können sich vielleicht in die Gedankengänge von unfereinem nicht ganz hin- einversetzen! Da wächst man auf als Erbe des gröhten Besitzes im ganzen Lande, wird vom Schicksal hin und her geschmissen, kehrt glücklich heim mit tausend guten Vorsätzen in der Brust, und mit einem Male wankt das alle«. Heimtückisch hat 3hnen einer den Boden unter den Fühen weggezogen. Da sucht der bedächtige Bürgersmann wohl nach einer rettenden Planke, unsereins aber greift nach der Gurgel des Gegners: du oder ich, und Wenn s nicht anders geht, wir alle beide...' Er sah einen Augenblick starr geradeaus mit zusammengebissenen Zähnen... »Ra, ist gut! Was bin ich 3hnen für die Konsultation schuldig?“ »Herr Graf', sagte der andre, »ich hätte 3hnen gerne geholfen, aber Sie haben meinen Rat ja nicht annehmen wollen. Was nun das Honorar angeht... Einer 3hrer Taglöhner, der Heinrich Fiedler, prozessiert gegen Die Vellahner GutS- Dertoaltung wegen ungerechtfertigter Lohnabzüge. Er ist unzweifelhaft im Recht, aber 3hr Verwalter Dergemann macht allerhand Einwendungen, die nur schwer zu widerlegen sind.. .3d) habe verstanden", erwiderte Malte, wollte ihm die Hand schütteln. Ad-r der kleine Rechtsanwalt stand schon in der Tür zum Wartezimmer, aus dem der bittere Armeleutegeruch gleich einer Wolke drang... .Empfehle mich bestens, Herr Graf, und der Rächste, wenn ich bitten darf---“ Unten im Flur muhte Malte sich ein paar Augenblicke lang gegen die Wand lehnen, ehe er wieder ins Helle binaustrat. Ein Gefühl ber Verlaffenheil und Ohnmacht war übet ihn gekommen, lähmte feine Knie. Drauhen, durch bie halbgeöffnete Tür beutlich erkennbar, hob sich am schmalen Ende bcs Marktplätze« bie alte Etadtkirche Ein verwitterter Ziegelbau. der nach ber Uebctlieferung aus bem vierzehnten 3ahr- hunbert stammte. Daneben ber runde Glockenturm. ein truhiges und hochragendes Bauwerk aus unbehauenen Findlingssteinen wie ber'Burg- fried der Hohenrömnitz. Die 3ahrhunderte hatten ihm nichts anhaben können, fest und ausrecht stand et da. Ein kleiner Dackel sprang kläffend an feinem Fuhe herum... da muhte Malte fast auflachen: das wat das rechte Bild! Der feste Turm da drüben bet Herr ber Hohenrömnitz, das kleine Hündchen aber er. Et konnte soviel kläffen, als er wollte, ber Turm blieb stehen... Und da beschlich ihn wieder der alte Kleinmut: ob e« doch nicht besser wäre, demütig mit dem yorlieb- zunehmen. was er vorhin verächtlich ein Almosen genannt hatte?... Ein Grauen kroch ihm den Rücken entlang, wenn er an die Zukunft dachte..» Alles ringsum trieb ihn wieder auf ben dunkeln Weg, den er damals gemieden hatte... (Fortsetzung folgt.) (Hauck; Deibel, O. Von Eiff; Keppler, W. Von-Eiff, Wißner) lieferte dem Meister ein ziemlich ausgeglichenes Spiel. Die Meistermannschaft war im Grunde nur durch die bessere Placiertheit der Schüsse auf das Tor überlegen, woran es bei den 85ern etwas mangelte. Das Spiel wurde sehr schnell und fair ausgetragen. Das Rückspiel findet voraussichtlich am 11. Oktober in Gießen statt. Ski-Berbandstag in Stuttgart. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung des 26. Verbandstages des Deutschen Ski-Verbandes war die Beschlußfassung über die Teilnahme an den 4. Olympischen Winterspielen 1932 in Lake Placid. Mit Rücksicht auf die schweren wirtschaftlichen Verhältnisse wurde die Vichtteilnahme beschlossen. Vach den Sitzungen der einzelnen Ausschüsse und einem Begrüßungsabend des Gaues Stuttgart wurde am Sonntag der Verbandstag durch den Vorsitzenden Dinkelacker eröffnet. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß dem DSV. jetzt rund 125 000 Mitglieder angehören, lieber die sportliche Seite referierte Karl G u t (Chemnitz). Die Deutschen Meisterschaften werden vom 12. bis 14. Februar in Schreiber- Hau durchgeführt. Veu ausgenommen wird ein Damen-Abfahrtslauf. Den Abfahrts- und Slalomverlauf veranstaltet der Bayerische Ski-Ver- band. Der Hauptausschuh wurde ermächtigt, beim Internationalen Verband einen Antrag auf Klärung der Amateurfrage zu stellen, ferner dahin zu wirken, daß das in Deutschland bereits erlassene Verbot gegen das Stockreiten von allen Qänbern übernommen wird, lieber die Frage der Einheitskleidung wurde keine Einigung erzielt und die Angelegenheit dem Sportausschuß zur Weiterbcratung übergeben. Beschlossen wurde Die Verpflichtung eines Trainers für die Landesverbände, die sich auch an den entstehenden Kosten zur Hälfte beteiligen. Sparmaßnahmen wurden vorgesehen bei den Veisen des Hauptvorstandes und der Geschäftsführung. Der Mitgliederbeitrag bleibt in der alten Höhe bestehen. Bei den Wahlen wurden die Führer in der Mehrheit auf ihren Posten belassen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen I — Schwalheim I 1:1. Gießen hatte zum. fälligen Kreisklassenspiel Schwalheim auf dem Trieb zum Gegner. Beide Mannschaften in kompletter Aufstellung lieferten sich ein flottes, dabei überaus hartes Spiel. Schon nach wenigen Minuten lag Gießen in Führung und hielt das 1:0 bis zur Halbzeit. Nach dem Wechsel pflegten die Gäste produktives Spiel und konnten auch den Ausgleich erzielen. Zu weiteren Erfolgen reichte es trog aller Anstrengungen auf beiden Seiten nicht mehr. Wieseck I — Dorheim I 4:6. Wieseck trat wieder mit viel Ersatz an und bereits nach wenigen Minuten hatte Dorheim den Ersatzhüter der Einheimischen zweimal überwunden. Ein Elfmeter brachte dann für Wieseck das erste Tor. Bis zur Halbzeit konnten die Gäste mit 1:6 führen. Vach dem Seitenwechsel waren die Wiesecker wesentlich im Vorteil und holten denn auch noch drei Tore auf. Zum verdienten Ausgleich reichte es jedoch nicht mehr. Naunheim 1 — Heuchelheim I 7:0. Ein überraschendes Ergebnis brachte dieses Treffen in Naunheim. Naunheim führte zur Halbzeit bereits mit 3:0 und hatte zu diesem Zeitpunkt die Widerstandskraft der Gäste schon gebrochen. Naunheim erzielte bis Schluß noch vier Tore. Dem Gegner blieb selbst das Ehrentor versagt. Wehlar I — Lollar I 1:3. Lollar war in Wetzlar zu Gast. In wesentlich verjüngter Aufstellung lieferten die Gäste den mit nur 10 Mann antretenden Platzbesitzern ein flottes Spiel. Bis Halbzeit kam Lollar zu zwei Erfolgen, dem Wetzlar durch Elfmeter ein Tor entgegensetzte. Nach dem Seitenwechsel fielen die Weßlarer mehr und mehr ab und die Lollarer verließen als Sieger den Platz. Grohen-Vuseck I — Wieseck II 2:5. Wiesecks II. war in Grvßen-Buseck zu Gast. Kurz nach Spielbeginn führten die Plaßbefitzer bereits mit 1:0. Wieseck stellte aber bald den Ausgleich her und übernahm seinerseits die Führung. Bis Schluß konnten die Gäste noch dreimal, Gro- Hen-Duseck aber nur noch einmal erfolgreich sein. — Grohen-Bufeck II — Heuchelheim II 2:3. Gro- Hen-Buseck Schüler — Wieseck Schüler 0:2. Hachborn I — Gießen II 2:8. Gießens II. weilte in Hachborn, um das fällige Serienspiel auszutragen. Nach flottem, harten Spiele konnte Gießen mit 2:8 Toren Sieger bleiben. — Gießen Jugend — Wißmar Jugend 3:2. Nieder-Ohmen I •— Gießen III 3:0. Beide Mannschaften traten unvollständig an. Die Einheimischen waren stets schneller am Ball und konnten das Spiel für sich entscheiden. — Nieder-Ohmen Jugend — Wiesecks 1. Jugend 1:6. Wirtschaft. Letzte Nachrichten. Oie Suche nach den Tätern * Ermittelungsverfahren inSachen DarmstädterVolksbank. Don der Staatsanwaltschaft ist in Sachen Darmstädter Volksbank wegen der Schalterschliehung und den Vorgängen, die dazu geführt haben, ein Ermittelungsverfahren eingeleitet worden. Es soll durch das Ermittelungsverfahren, das sich gegen die Vorstandsmitglieder richtet, festgestellt wdrden, ob außer Verstößen gegen die Satzungen auch noch andere gesetzliche, oder genossenschaftliche Vorschriften verletzt worden sind. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 16.Sept. (WTB.) Tendenz befestigt. Nachdem vorbörslich allgemein schwächere Kurse genannt wurden, eröffnete der offizielle Verkehr überraschenderweise in befestigter Stimmung. Als Hauptursache für die Kursbefestigung sind einige Jnterventionskäufe der interessierten Stellen anzuführen, denen sich kleinere Käufe und Spekulationsabfchlüsse anschloffen. Ferner glaubte man ein Nachlassen des Exekutionsdruckes beobachten zu können. Trotz allem war eine gewisse Unsicherheit nicht zu verkennen, die vor allem durch die erneut schwachen Meldungen der gestrigen Auslandbörse hervorgerufen wurde. Verstimmend wirkte besonders der weitere Kursfall deutscher Werte an den ausländischen Plätzen. Obwohl am Rentenmarkt weiterhin noch unverwendbares Material herauskam, fetzten sich nach den ersten Kursen weitere Befestigungen durch, wobei besonders aus Bankkreisen Käufe erfolgten. Die Kursgestaltung wies gegenüber der Abendbörse zwar keine Uneinheitlichkeit auf, jedoch ergaben sich überwiegend Kursbesserungen. Eine auffallende Steigerung hatten Salzdetfurth mit plus 6,50 Prozent zu verzeichnen, auch Reichsbank konnten ihren Kursstand um 2 Prozent erhöhen. Im übrigen hielten sich die Gewinne im Rahmen von 0,50 bis 1,50 Prozent. Besonders unregelmäßig war die Tendenzgestaltung im Umsatzgebiet der Montanwerte, wo Gelsenkirchen, Harpener und Rheinstahl bis zu 1,25 Prozent nachgaben, Phönix, Mannesmann und Buderus dagegen um Bruchteile eines Prozentes höher bewertet wurden. IG.-Farben setzten 1 Prozent fester ein, auch am Elektromarkt waren durchweg Kursbesserungen zu beobachten. Schwächer veranlagt waren noch Zellstoff Waldhof minus 2,50 und Holzmann minus 1 Prozent. Von Rentenwerten waren deutsche Papiere behauptet. Am Pfandbriefmarkt gaben die Kurse auf Angebot durchweg nach. Reichsfchuldbuchforderungen konnten sich etwa behaupten. Im Verlaufe der Börse blieb die Unsicherheit bestehen, und das Geschäft, das von Anfang an nicht groß zu nennen war, erfuhr keine Ausweitung. Am Geldmarkt war Tagesgeld leichter, doch blieb der Satz unverändert 7 Prozent. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Neuyork 4,8603, Paris 123,97, Mailand 92,90, Madrid 53,90, Schweiz 24,9050 und Holland 12,0425. Berliner Börse. Berlin, 16. Sept. Die heutige Dörseneröff- nung war im Gegensatz zu den schwächeren Taxen des Vormittags relativ widerstandsfähig. Das Angebot hatte, mit Ausnahme des Pfandbriefmarltes. an dem allerdings weitere Verkäufe — anscheinend des Auslandes — Vorlagen. wesentlich nachgelassen, so daß Deckungsneigung der Kulisse und kleine limitierte Kauforders des Publikums eine eher freundliche Stimmung erzeugten. Die Kursgestaltung war zwar nicht einheitlich und die Grundstimmung immer noch ziemlich unsicher, im allgemeinen waren die ersten Votierungen aber gut gehalten gegen gestern, und verschiedene Werte erzielten auch schon kleinere Gewinne. Auffallend waren hierbei Reichsbankanteile mit plus 3,5 Prozent, Salzdetfurth mit plus 5,4 Prozent. Auch Kunstseideaktien profitierten auf feste Courtauldskurse. Anderseits litten Feldmühle (minus 6.5 Prozent) und Vordsee (zunächst minus-minus). Thüringer Gas und Reinhard Tietz noch unter Abgaben (anscheinend Exekutionsware). Die heutige Aufwär t s b e w e g u n g, die im Dörsenverlauf eher noch Fortschritte machte, scheint hauptsächlich technischer Vatur zu sein. Die Vachricht über eine Verlängerung des Hoovermora- t o r i u m s wurde heute von der Börse trotz des Dementis des Weihen Hauses weiter günstig beurteilt. Auch das Danatbankabkommen mit der Industrie, das heute voraussichtlich perfekt wird, befriedigte. Auch daß am Montag eine Erhöhung der Courtagen eintritt, löste bei der Maklerschaft Befriedigung und gute Stimmung aus. Anscheinend berücksichtigt man hierbei jedoch nicht, daß, nachdem jetzt schon eine Erhöhung der Provisionen stattgefunden hat, das Publikum leicht durch eine weitere Liquidierung der Spesen verärgert werden könnte. Wie schon geäußert, war dagegen am P f a n d b r i e f m a r k t überwiegend Angebot. Das Geschäft war nicht sehr einheitlich. Der Geldmarkt war unverändert steif. Tagesgeld von etwa 9 bis 10 Proz.. Monatsgeld wurde mit 9 bis 10 Proz. und Warenwechsel mit etwa 8,5 Prozent genannt. Die Aktienmärkte konnten sich im Verlaufe der Börse weiter erholen, es traten überwiegend 1- b i s 2prozentige Besserungen ein, da die freundlichen Angaben auch vom Auslande her, das ebenfalls festere Kurse meldete, eine Fortsetzung erfuhren. Besonders Holland soll sich hierbei hervorgetan haben. Von den gestern festgesetzten Prolongationskursen konnte natürlich keine besondere Anregung ausgehen, da diese Kurse ja nur als festgesetzte Kurse zu werten sind und mit der freien Marktlage nicht das geringste zu tun haben. Am Clektromarkt gaben Ältbesitzanleihe weiter etwas nach; von Ausländem waren Bosnier abgeschwächt. Mexikaner erscheinen mit Minus-Minus- Zeichen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Sept. Tendenz ruhig. Die Haltung an der Getreidebörse war heute wieder ruhiger. Das Angebot an Roggen ist weiterhin gering, während Weizen stärker offeriert wurde, besonders in den geringen Qualitäten, die jedoch zu Futterzwecken Unterkunft fanden. Die Preise gaben für Weizen um 2,50 Mark nach, für Roggen blieben sie gut behauptet. Der Futtermittelmarkt zeigte schwache Veranlagung, Hafer und Kleie gingen weiter zurück. Das Mehlgeschäft war sehr still, lediglich in Roggenmehl fanden einige Umsätze statt. — Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 235 Mark, Roggen 215 Mark, Sommergerste für Brauzwecke 180 Mark, Hafer, inländischer 167,50 bis 172,50 Mark je Tonne; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 37,25 bis 38 Mark, Roggenmehl 29,75 bis 31 Mark, Weizenkleie 9,25 Rlark, Roggenkleie 9 Mark je Doppelzentner. von Bia Torbagy. Budapest, 16. Sept. (WTB. Funkspruch.) 3n den polizeilichen Ermittlungen zum via Torbagyer Attentat ist spät abends eine Wendung eingetreten. Es wurde feflgeftellt. daß der der Mittäterschaft verdächtige Martin Leipnik Komplicen gehabt hat. Die Polizei hat Anhaltspunkte dafür gefunden, daß ein ihr bekannter Kommunist aus Bia Torbagy. der sich einige Zeit von dieser Gemeinde ferngehalten hatte, dieser Tage in Bia Torbagy gesehen worden war. Lin Lhausseur gab an, daß ein Mann am Tage des Attentats in der Garage, in der er angestellt ist, ein Auto für eine Fahrt nach der Tschechoslowakei mieten wollte. Bevor er die Auskunft erhielt, daß man ihm nicht zur Verfügung stehen könnte, erklärte er, ein Auto für diesen Zweck in bar Geld sofort kaufen zu wollen. Diefcr Wunsch konnte jedoch ebenfalls nicht erfüllt werden. Die Polizei Hal auch festgestellt, daß das L k r a s i t und die Kapsel der Hölle iTnrtt schine ausländischer, die übrigen Bestandteile der Bombe ungarischer Herkunft sind und in Vudapest gekauft wurden. Leipnik muß also direkt nach Budapest gekommen sein, um die Maschine hier herzustellen, und zwar bei seinen Freunden. Ls werden auch in dieser Richtung Recherchen angestellt, die zu einem überraschenden Ergebnis geführt haben sollen. Mehrere Personen wurden noch im Laufe der Nacht ausgehoben, darunter elf verdächtige Ausländer. Ls soll festgestellt worden sein, daß die beiden Fremden, die am 13. September Budapest in einem Flugzeug verlassen haben, zwei Spanier gewesen seien. Zwei deutsche Staatsangehörige, die die ungarische Grenze passieren wollten, sich aber nicht einwandfrei legitimieren konnten, wurden zur Polizei gebracht, wo sie noch im Laufe der Nacht verhört wurden. Oer Abstieg auf -em Arbeiismarkt. Bericht des Arbeitsamts Gießen für August 4931. Die Beschäftigungskurve des oberhessischen Arbeitsmarktes ist weiter im Ab- sinken begriffen. Die Beendigung der saisonmäßigen Entlastung des Arbeitsmarktes trägt nicht allein zum Ansteigen der Arbeitslosenziffer bei, sondern es spielen auch konjunkturelle Einflüsse neben der Finanzkrise eine gewisse Rolle. Brtriebsstillegungen und Betriebsabbrüche, sowie Kurzarbeit herrschen z. B. in unserem Bezirk, sowie in den angrenzenden Bezirken vor. Durch diese Maßnahme ist mit einer toeiterenCßer- schlechterung der Arbeitsmarktlage im kommenden Monat zu rechnen. Vergleicht man die Zahl der Arbeitsuchenden im Berichtsmonat mit denjenigen des vorigen Jahres, so muß man feststellen, daß die Ziffer in diesem Zähre um rund 3700 höher liegt bzw. des Stand des 15. Dezember v. I. entspricht. Verfügbar waren Ende Ql u g u ft 1 0 7 9 7 Arbeitsuchende gegenüber 9895 des Vormonats und 7071 des Vorjahres. Aus den Mitteln der Arbeitslosenversicherung wurden 4531 Personen unterstützt, gegenüber 3694 des Vormonats und 5158 des Vorjahres. KrisenNebenstelle Einwohnerz, im Nebenstellenbezirk Zahl d. Arb.- suchen- den am 31.8. 31 Auf 1000 Einw. entf. Arbeit- such. Alsfeld 14 747 390 26,4 Altenschlirf 7 002 58 8,2 Altenstadt 12 014 764 63,5 Bad-Nauheim 18 701 532 28,4 Büdingen 10 926 391 35,7 Butzbach 19 805 606 30,5 Eulersdorf 2 383 33 13,8 Friedberg 24 560 1040 42,3 Gedern 10 642 354 33,3 , Gießen 60 089 3 236 53,8 Grünberg 19 616 609 31,0 ^Homberg 9 235 202 21,8 Köddingen 10 191 48 4,7 Lauterbach 11717 280 23,8 Lich 16 339 587 35,9 Londorf 7 570 371 49,0 Nidda 22 487 476 21,1 Okarben 10 955 568 51,8 Ruhlkirchen 2 435 41 19,7 Salz 3125 4 1,2 Schotten 9 310 216 23,2 AA. Bez. Gießen 303 849 10 797 35,2 unterstützung erhielten 3667 Personen gegenüber 3315 des Vormonats und 923 des Vorjahres. 3n Arbeit konnten wir im August 775 Personen vermitteln, gegenüber 603 des Vormonats und 709 des Vorjahres. 236 Personen wurden von ihrem früheren Arbeitgeber zurückgerufen. An sonstigen Abgängen waren 1592 zu verzeichnen. In der folgenden Aufstellung bringen wir die Belastung des oberhessischen QI r - beitsmarktes zur Veranschaulichung. Es ist sehr auffallend daß gerade die südlichen Bezirke unseres Amtes am stärksten belastet sind. Es sind dies die Bezirke Altenstadt, Friedberg und Okarben. Hier macht sich besonders der Einfluß des Frankfurter Wirtschaftsgebiets bemerkbar. Ein großer Teil der Frankfurter Firmen arbeitet z. Z. auch verkürzt bzw. hat Entlassungen vorgenommen, wodurch unser Arbeitsmarkt eine starke Belastung erfahren hat. Der Bezirk Gießen hat feine starke Belastung durch die schlechte Wirtschaftslage der heimischen Industrie erfahren. Die hohe Zahl für den Lon- dorser Bezirk ist von der Lage der Lollarer Me- tallindustrie abhängig. Zahl Auf 1000 Zahl Auf 1000 d. Alu- Einw. d. Kru-Hue Einw. Hue am entf. am entf. 31.8. Alu-Hue 31.8.31 Kru-Hue 138 9,3 180 12,2 25 3,5 6 0,8 318 26,4 407 33,8 275 14,7 160 8,5 189 17,3 147 13,4 247 12,4 293 13,4 7 2,9 1 0,4 325 13,2 383 15,5 276 25,9 68 6,3 1113 18,5 1037 17,2 277 14,1 135 6,8 85 9,2 39 4,2 10 0,9 12 1,1 89 7,5 82 6,9 338 20,6 173 10,5 76 10,0 156 20,6 353 15,6 76 3,3 257 23,4 272 24,8 25 10,2 8 3,2 1 0,3 —— — 97 10,4 53 5,6 4 531 14,9 3 667 12,0 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dte hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. - Reichsdankdiskont 8 v.H., Lombardzinsfuß 10 vH- (r = repartiert) ‘.frronHun a.JDL Lierini Schluß« kurs Anfangs kurs Schluß-Anfangs kurs | kurs Datum 15.9. 16.9. 15.9. 16.9. 6% Deuliche Reichsanlethe v. 192'< 71 — 71 — 7% Deuliche Reichsanleihe v. 1929 88,5 — 88,5 — 671% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mll — — — — Ausloi.-Rechten....... — — 45 44,9 Deägl. ohne Auslos.-Rechte . . 8% Hess. Bolksstaat von 1929 ■— 3,325 3,5 3,4 trückzahlb. 102%)...... Überbeifen Provinz-Anleihe mit 72,5 — 72,5 *— Auslos.-Rechten...... Deutsche Komm, (santmelabl. 41 — — — Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 38,65 — 39 —- 15 unkündbar bis 1935 ... . 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 88,5 — — — unkündbar bis 1936 Serie 16 . <>/,% Franks. Hyp^Bank Stau.- 80 — — — Psandbriese.........