Nr. 138 Erstes Blatt 181 Zahrgang jiensiag, 16. Juni 1931 Erich, in i laglich.avtzer Sonntags und Feierlag» Beilagen Die Illustriert, Etetzene, FamilienblLNer ßeimal im Bild Di» Scholle Monat».Bezugspreis. 2.20 Reichsmarb und 30 Reichsptenntg für Trägev lohn, auch bei Nichter- scheinen einzeinerNummern infolge höherer (BttoaH .^ernsprechanfchlüsse anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen, povscheckkonlo: Kra^ffurt om Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ümd und Verlag: Vrühl'iche Unwersitäl5-Vuch- unO Stemörudcret L Lange in Stehen. Schnstiettung und Seschästrstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Neichspfennig: für Ne» klamcanzeigen von 70 mne Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20“ n mehr. Chefredakteur Dr Frtedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biegen. Keine frühere Einberufung des Reichstagsplenums. Wird nun der Haushaltsausschuß einberufen? Oer Reichskanzler lehnt auch diese Forderung ab. Brünings erster Sieg. (Lehle Nachricht.) Berlin, 16. Juni. (DIB. Eigene Drahtmeldung.) Der Aeltestenrak des Reichstages hat heute mittag die vorzeitige Einberufung des Reichstags Plenums gegen die Stimmen der Rationalsozialisten, Deutschnationalen. Dirkschaflspartei, Londoolk- partei und Kommunisten a b g e l e h n t, da die Dandatszahl dieser Parteien nicht die Hälfte der Reichstagssihe, nämlich 289, erreichte. Die Entscheidung über die Einberufung des h a u s- h a l t s a u s f ch u f f e s ist auf 18 Uhr vertagt worden. Die Sozialdemokraten treten zu einer letzten Beschlußfassung um 15 Uhr nochmals zusammen. Inzwischen wird Dr. B r e i t s ch e i d über Mittag noch einmal mit dem Reichskanzler verhandeln. ©er Stand von heute früh. Berlin, 16. Juni. (ERB. Funkspruch. Eigene Meldung.) 3m Reichstag herrschte schon zu früher Morgenstunde reges Leben, da die Landoolkpartei bereits um 8 Uhr, die DBP. und die Sozialdemokraten schon um 9 Uhr zusammengetreten waren, um die Haltung zu bestimmen, die sie heute mittag im Melteftenrat einnehmen wollen, wie die Abstimmung im Belteftenrat ausfällf, ist heute früh noch unsicher. Sehr viel Wahrscheinlichkeit spricht dafür, baß die Einberufung des Reichstages selbst nicht mehr in Frage kommt, da es jetzt vielmehr darum gehl, ob sich im Aellestenrak eine Mehrheit für den Zusammentritt des haus- haltsausfchusfes findet. Die Sozialdemokraten haben den Kanzler wissen lassen, dah sie auf diese Forderungen nicht verzichten könnten. Dr. Brüning hat ihnen keine Zweifel darüber gelassen, dah nach seiner Ueberzeugung auch eine Tagung des h a u s h a l t s a u s s ch u s- fes dazu angetan sein würde, die notwendige Beruhigung auf dem Devisenmarkt zu verhindern und er deshalb aus der Einberufung dieses Ausschusses dieselben Konsequenzen ziehen werde, die er für den Fall der Reichstagseinberufung angedroht hat. Rach Auffassung gut unterrichteter Kreise ist es noch keineswegs sicher, dah alle Fraktionen, die für die Einberufung des Reichstags find, nun auch für den Haushaltsausschuh eintreten. Das ist offenbar die Chance, auf d i e man jetzt rechnet. ©er Verlauf des gestrigen Tages. Beriin, 15. 3uni. (WTB.) Reichskanzler Dr. Brüning empfing am heutigen Nachmittag und Abend in der Reichskanzlei im Beifein der Reichsminister teils in gemeinsamen, teils in getrennten Besprechungen die Fraktionsoor stände der Zentrumspartei, der Deutschen Bolfsparlei, der Wirtschaftspartei, des Christlich-Sozialen Bolks- dienstes und der Konservativen Bolkspartei, des Landvolkes, der Bayrischen Bolkspartei, der Staatspartei, der Sozialdemokratischen Partei, der Deutsch- nationalen Bolkspartei und der NSDAP. An samt- lichen Besprechungen nahmen auch Reichsbankpräsident Dr. Luther und, mit Ausnahme der Empfänge der beiden letztgenannten Borstande, auch Reichstagspräsident Löbe mit den Bizepräfidenten <5f f er und von ft ar borff und der preuhifche Ministerpräsident Dr. Braun mit Innenminister S e o e r i n g teil. In sämtlichen Besprechungen betonte Reichskanz- ler Dr. Brüning mit Nachdruck, dah die Rsichs- rcgierung an alle geladenen politischen Gruppen des Reichstags den vaterländischen Appell richten müsse, in der morgigen Dienstagssihung den Antrag auf vorzeitige Einberufung des Reichstages abzulehnen. In eingehender vertraulicher Aussprache wurden alle Gründe, die für die Reichsregierung und Reichsbankpräfident Dr. Luther entscheidend sind, bargelegt unb erörtert. Beschlüsse mürben naturgemäß nicht gefafjt; bie Fraktionsvorstänbe übernahmen es, bie amtlichen Darlegungen zur Kenntnis ihrer Fraktionen zu bringen. Was tut die SP©? Berlin, 15.Sunt (END.) Der Kampf zwischen dem Kanzler unb be,i Parteien um die Einberufung ober Nichteinberufung des Reichstages scheint in den späten Abendstunden seinen Höhepunkt gefunden zu haben. Das Bild hat den Tag über unb selbst im Laufe des Abends noch mehrfach gewechselt, und selbst eine Stunde vor Mitternacht läßt sich noch nicht sagen, wie die Entscheidung fallen wird. Der Kernpunkt der Situation liegt jetzt darin, dah ftch bei den Sozialdemokraten eine außerordent- l i ch st arke Mißstimmung bemerkbar macht, die damit begründet wird, dah der Kanzler ihren Bertretcrn nicht d i e erwünschten Zugeständnisse gemacht hat. Der sozialdemokratische Fraktionsvorstand hat bis in die späten Abendstunden hinein getagt, unb ist nun zu bem Ergebnis gekommen, bah der Fraktion, bie morgen früh zusammentritt, nur Bericht erstattet wird unb ihr die Entscheidung überlassen werden soll. Das bedeutet nach der Auffassung parlamentarischer Kreise eine weitere Verschärfung der Situation. Bon führender sozialdemokratischer Seite wird erklärt, dah es vollkommen ungewih fei, welchen Beschluß die Fraktion fassen wird. Man neigt in sozialdemokratischen Kreisen aber mehr der Auffassung zu, daß die Fraktion sich für die Einberufung des Reichstags entscheidet. Angesichts dieser Situation hat der Kanzler dann in später Abendstunde einen neuen Be r - s u ch unternommen, doch noch mit der Sozialdemokratie zu einer Verständigung zu gelangen, und es scheint, baß er auch bie Führer des rechten Flügels der hinter ihm stehenden Parteien zugezogen hat. Gegen 11 ilfj.r ist der sozialdemokratische Fraktionssührer Breit scheid noch zu ihm gekommen. Die Sozialdemokraten legen den allergrößten Wert darauf, namentlich die Herausnahme derjugendlichen Arbeitslosen aus der Fürsorge zu verhindern. Wie weit sich dazu Möglichkeiten bieten, ob etwa auf die Weise, daß ein Teil der Krisensteuer für derartige Zwecke abgezweigt wird, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen. In Kreisen der Reicbsregierung wird jedenfalls aur Kennzeichnung der Lage Wert auf bie Feststellung gelegt, daß die Verhandlungen weitergehen und damit durchaus noch Möglichkeiten zu einer Verständigung vorhanden sind. Ob diese Auffassung sich verwirklicht, indem die Parteien ihrerseits die Hand zu einer Verständigung bieten, das wird sich schließlich erst am Dienstag zeigen. Die Landvolkpartei, deren Führer heute abend spät noch beim Kanzler gewesen ist, tritt bereits um 8 Tlhr zu einer Sitzung zusammen, die De u t- sche Dolkspartei um 8.30 ilfjr — sie hat heute abend noch eine Zusammenkunft in gesellschaftlichem Nahmen — und um 9 Ußr folgt dann die Sitzung der Sozialdemokraten, von der die wichttgste Entschließung abhängt. In parlamentarischen Kreisen konnte man heute abend noch die Vermutung hören, daß bie Enkscheibung im Aelkeskenral unter 21m- ffänben noch einmal um acht Tage verschoben wirb. Maßgebende Kreise wünschen jedoch schon mit Rücksicht auf die Situation unserer Wirtschaft, toenn irgendmöglich bereits am Dienstag zu einem Ende der hin- unb herschwankenden Verhandlungen zu kommen. einfiommentar des „Vorwärts" Berlin. 16. Juni. (ERB.) Der „Vorwärts" schreibt zu den gestrigen Parteiführerbesprechungen mit dem Reichskan ler. Alle Parteien sind darin einig, bie Notverordnung in verschieben en Tellen und im garv/m unerträglich zu finden. Aber leider — die Bildung einer Mehrheit, die bie Notverordnung durch etwas besseres ersetzt, ist einstwellen nicht sichtbar. Für die Bildung einer solchen Mehrheit — die wirklich gegen die Notverordnung etwas ausrichten kann kommen Nationalsozialisten, Kommunisten und Deutschnationale nicht in Betracht. Rechtsradikale und Kommunisten wollen, baß die Sozialdemokraten mit ihnen die Aushebung der Notverordnung beschließen, sie wollen aber nicht den normalen Gang der Gesehgebungs- maschine, sondern sie wollen selb.-r diktatorisch mit Notverordnungen regieren. Die Sozialbemokrakie kann — wenn alle Wege versperrt werben — schließlich baju kommen, mit ben Rechtsrabikalen unb ben Kommunisten für bie Aufhebung ber Notverorbnung zu stimmen. Sie muß aber jetzt schon sagen, baß sie nicht ben Staatsbankerott unb nicht den Bürgerkrieg will, fonbern baß sie geeignete Maßnahmen sucht, um eine solche Katastrophe bem arbeitenben Bolte fernzuhalten. ©ie Schiffskaiastrophe bei Si. Nazaire. S t. N a 3 a i r e, 15. Juni. (WTB.) lieber bas gestrig^ Schiffsunglück berichtete der Leuchtturmwächter von St. Gildas noch folgende Einzelheiten: Das Schiff suchte mühsam in die Loire- Mündung zu kommen und hatte beinahe schon den Felsvorsprung von St. Gildas passiert, wo das Meer um diese Zeit etwa zehn Meter tief ist, als .....DAMPFERROUTE des.St PHILIBERT ' X UN GL ÜCKSSTEL LE ßeauvoir Fo. $t Nazaire a JPointed&^TTe Karte der Unglücksstätte und der Route des Unglücksdampfers. 60 Passagiere des „St. Philibert" hatten es vorgezogen, den Rückweg von Noirmoutier über den oben eingezeichneten „Uebergang bei Ebbe" zu Fuß anzutreten. plötzlich besonders hohe Sturzwellen ein« setzten und das Schiff hin und her warfen. Die seekrank gewordenen Passagiere hatten sich auf bie winbgeschühte Seite begeben, wodurch bas Gleichgewicht gestört würbe. Die erste Sturzwelle hatte bas Schiff nur erschüttert, aber bann würbe ber Dampfer in bie Tiefe gerissen. Die Rettungsboote der beiden nächstliegenden Damp- fer konnten infolge des hohen Seegangs nicht auslaufen, und man mußte die Ankunft der Schlepper von St. Nazaire abwarten, die die wenigen Personen, die noch gerettet werden konnten, an Bord nahmen. Die Besatzung des „St. Philibert" bestand aus sieben Mann, vier für die Maschinen und drei für die Navigation, einschließlich des Kapitäns. Der Kapitän ist ein alter Mittelamerika-Fahrer, der vor zwei Jahren in den Ruhestand getreten war unb von der Küstenschiffahrt-Gesellfchaft für das Korn- mando des Ausflugsdampfers angeworben worden war. Das Schiff war breit und seetüchtig. Die Zahl der Passagiere betrug bei der Ausfahrt 476, jedoch steht die Zahl der Personen, die die Rückfahrt mitmachten, noch nicht fest, da einige die Rückfahrt nicht mit dem Schiff angetreten hatten. Ein (Bereiteter erzählte, das Schiff sei plötzlich umgeschlagen. Er habe an die Oberfläche gelangen können und das Schiff noch kurze Zell kieloben treibend gesehen. Zahlreiche Passagiere hätten sich sestgeklammerk, plötzlich sei jedoch bas Schiff untergegangen. Als guter Schwimmer habe er sich halten können, bis er sich an eines der Rettungsboote habe anklam- mern können, jedoch habe er erst nach Aufhören des Sturmes an Bord genommen werden können. Esn anderer berichtete, wie er in bem stundenlangen Kamps mit den Wellen seine Frau über Wasser gehalten habe: dann hätten seine Kräfte versagt, und er habe seine Frau den Fluten überlassen müssen. An der Llnglücksstätte. Paris, 15. Juni. das Beileid der Reichsregierung zur Schiffskatastrophe von St. Nazaire zum Ausdruck gebracht. ■. ....... 'i Hk XV Oben: Die felsige Küste am Kap St. Gildas, in dessen unmittelbarer Nähe sich die Katastrophe abspielte — Unten: Partie auf der Insel Noirmoutier. Für die Sozialdemokratie muh es darauf cmlom- inen, die Notverordnung oder wenigstens ihre schlimmsten Bestimmungen wegzubringen, ohne etwas noch Schlimmeres an ihre Stelle treten zu lassen. Ob dieses Ziel in Plenarberatungen des Reichstages oder in Ausschuhb:ratungen oder in indirekten Verhandlungen mit der Regierung erreicht wird, ist verhältnismäßig gleichgültig. Eine Erörterung im Ausschuß wäre eine Wiederannäherung an die demokratische Methode. Die Notverordnung kann nicht bleiben, wie sie ist. sie muh geändert werden! Sie darf aber auch nicht einge^auscht werden, weder gegen den Staatsbankerott, noch den Bürgerkrieg, noch — wie die Dolkspartei möchte — gegen die Zertrümmerung des Tarifwesens und die Senkung des deutschen Arbeiterhaushalts unter dem Stand des polnischen. Oie Gewerkschaftsvertreter • beim Reichskanzler. Brüning für ein Kompromiß im Herbst. Berlin, 15.3uni. (DDZ.) Heute nachmittag fand eine dreistündige Besprechung zwischen den Gewerkschaften und der Reichsregie- r u n g statt. Die Reichsregierung war vertreten durch Reichskanzler Dr. B r ü n i n g.ReichSfinanz- minister Dietrich und Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald. Von den Gewerkschaften waren u. a. T e g e n e r vom Verband Rationaler Gewerkschaften, Otto von den Christlich-Rationalen Gewerkschaften und L e i p a r t von den Freien Gewerkschaften als Wortführer anwesend. Die Gewerkschaftsvertreter wiesen auf die sozialen Ungerechtigkeiten der Rotverordnung im allgemeinen und auf die besonders ungerechte Lastenverteilung bei der Kris en steuer hin. Sie wandten sich ferner gegen die untragbaren Rachteile, die den an sich schwer leidenden Erwerbslosen erwüchsen, nicht zuletzt auch den Jugendlichen, die bis zum 21. Lebensjahre überhaupt nicht von ihren Rechten aus der Versicherung Gebrauch machen dürfen. Auch die Ausnahmebelastung der Dehördenangestellten und der sogenannte Larifeinbruch durch die Rotverordnung waren Gegenstand lebhafter Aussprache. Ferner fand die Streichung der Lohnsteuerrückerstattungen und die Erstattungspflicht für ge- währte Krisenunterstühung Ablehnung. Hier wurde betont, daß dies besonders die Aermsten der Armen treffe. Reichskanzler Dr. Brüning erkannte, wie der „Gewerkschaftliche Pressedienst" mitteilt, die schwere Belastung der durch die Gewerkschaften vertretenen Arbeitnehmer cm, hob aber hervor, daß der Erlah der Notverordnung wichtigen Slaats- nolwendigkeiten entspreche. Die Notverordnung müsse am 1. Juli unbedingt in Kraft treten. Er sei aber zu Unterhandlungen bereit, und hoffe, bis zum Diederzusammentritt des Reichstages am 13. Oktober zu einer Verständigung bzw. zu einem Gesamtkompromiß zu kommen. D e g e n e r vorn Freiheitlich-Rationalen Gewerkschaftsring richtete an den Reichskanzler u. a. die Forderung, daß die Reichsregierung dahin wirken müsse, daß der erzwungenen radikalen Gehalts- und Lohnsenkung eine ebenso radikale Preisangleichung folge. Der Reichskanzler sagte die entsprechend schärfere Anwendung der Kartellver- v r d n u n g zu. Auf eine weitere Frage Degeners brachten die Mitglieder der Reichsregierung zum Ausdruck, daß weitere Rotverordnungen nicht beabsichtigt seien. Um die jugendlichen Arbeitslosen Berlin, 16.Juni. In den späten Nachtstunden des Montags haben in der Reichskanzlei er- neuteBespre ch u n g e n stattgesunden, an denen neben beteiligten Ressortministern der volksparteiliche Abgeordnete D i n g e l d e y und der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Breitscheid teilnab- men. lieber die Besprechungen wurde kein Bericht herausgegeben. Wie die „D A Z." erfährt, war Hauptgegenstand dieser Besprechung der Versuch, in der Frage der Arbeitslosenjugendlichen unter 21 Jahren ein Kompromiß herbeizuführen. Das soll nur teilweise gelungen sein. Andere Fragen seien zwar berührt, aber ebenfalls nicht gelöst worden. Die „V o s s i s ch e Zeitung" hält es nicht für ausgeschlossen, daß unter den veränderten Verhält- Nissen die Möglichkeit an Bedeutung gewinnt, daß auch in der heutigen Sitzung des Aelte- st e n r a t e s eine endgültige Entscheidung über die Einberufung des Reichstages nicht fallen werde. Zwar würde eine solche Vertagung die Unsicherheit verlängern, sie würde aber der Regierung Zeit geben, alle Möglichkeiten in weiteren Verhandlungen mit den Parteien auszu- nutzen. Oie Stellungnahme der Oeutschnationalen. Berlin, 15. Juni. (TUJ Die deutschnationale Pressestelle teilt mit: Die Fraktionen des Reichstages und des Landtages und die Vorsitzenden der Landesverbände der Deutschnationalen V o l k s p a r t e i traten heute zu einer Besprechung über die politische Lage zusammen. Das Ergebnis der Besprechung fand in folgenden Beschlüssen Ausdruck: „Die Deutschnationale Volkspartei verlangt die Einberufung des Reichstages. Die Ablehnung dieses Antrages ist ein ausdrückliches Be- kenntnis zur Mitschuld an der gegenwärtigen schweren deutschen Krise. Die Reichstagsfraktion verlangt die Aufhebung der beiden Notverordnungen vom 28. März und 5. Juni 1931. Die eine Notverordnung soll die Eintreibung der unmöglichen Tributlast sichern, die andere wird zur Unter- drückung der berechtigten nationalen Erregung mißbraucht, wie die empörende Verurteilung des deutschnationalen Abgeordneten Dr. Kleiner zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe zeigt. Der vom Relchsfinanzmlnifter angekündigle Plan des Kabinetts, von dem Mittel des Poungmoratoriums Gebrauch zu machen, wäre der verkehrteste Weg zur Lösung der alles überschattenden Tributsrage. Das wahrscheinliche Ergebnis wäre eine neue auswärtige Anleihe und damit eine neue Fessel und ein neues Gift für unsere Wirtschaft. Das Kabinett Macdonald in Gefahr? Neuwahlen in Gicht? London, 15. Juni. (WTD.) Bei der Abstimmung über einen Abänderungsantrag der Konservativen zum Haushalt im Unterhaus geriet die Regierung durch Zu,- fall in die M i n d e r h e i t. Der Antrag i!st mit 232 gegen 208 Stimmen angenommen worden. Der durch Zusallsabstimmung angenommene Abänderungsantrag der Konservativen bezieht sich auf die Bewertung der Grundstücke. Macdonald erklärte, daß dieser Antrag keine wesentliche Aenderung bringe und daß die Debatte über den Haushalt fortgesetzt werde. Die Abstimmung wird infolgedessen kerne politischen Folgen haben. Ein zweiter Antrag der Konservativen, der den Schluß der Haushaltsdebatte verlangt, wurde mit 246 gegen 232 Stimmen abgelehnt. Oie Lage sehr gespannt. London, 16. Juni. (WTD. Funkspruch.) 3n der gestrigen Kabinettssitzung. die sich bis nach Mitternacht hjnzog, wurde der Versuch fortgesetzt, eine Einigung über den liberalen Antrag zur Einengung der Grund st euer zu erzielen. Ein Beschluß ist noch nicht gefaßt worden. Heute vormittag werde indessen eine neue Sitzung stattsinden. Den Blättern zufolge soll im Kabinett bei seiner gestrigen Sitzung um Mitternacht ein neuer liberaler A b ä n d e r u n g s a n - trag Vorgelegen haben, der der Regierung wesentliche Zugeständnisse macht. Wie „Daily Telegraph" meldet, seien auch einige Regierungsmitglieder für die Annahme des neuen liberalen Vorschlages gewesen, Schatzkanzler Snowden habe sich jedoch dagegen ausge-* sprachen. In liberalen Kreisen, so betont das Blatt, frage man sich, ob nicht zur Vermeidung einer Krise der Schahkanzler ausgeschifst werden solle. Rach einer Meldung der „Daily Mail" hat die Regierung die drei Minister, die gegenwärtig in Genf weilen, ersucht, sich bereitzuhalten, um gegebenenfalls zu r A b st i m - mung im Flugzeug nach London zu- rückzukehren. Man ist in hiesigen Kreisen der Ansicht, daß. wenn die Versuche, die Kluft zu überbrücken, fehlschlagen und die Regierung heute eine Riederlage erleidet, unverzüglich Reuwahlen ausgeschrieben werden. Der liberale „Rews Chronicle" schreibt: Die politische Lage habe gestern eine ernste Wendung genommen. Wenn nicht eine Entspannung in letzter Minute erfolgt, scheine eine Regierungsniederlage im Unterhaus anläßlich des liberalenAbänderungsantrages für die Grund st euervorschläge unvermeidlich zu sein. Cs verlautet, daß das Kabinett dies als ein Mißtrauensvotum ansehen und an das Land appellieren werde. Eine Anzahl von Ministern, schreibt das Blatt weiter, vertrete die Ansicht, daß die liberalen Forderungen voll gerechtfertigt seien. Snowden allein st ehe einer Verein- barungimWege. Heute früh sei das Gerücht aufgetaucht, daß der Schatzkanzler dem Druck seiner Kollegen nachgeben, oder zurücktreten würde. Hoover über Amerikas Wirtschaftskrise. R e u h o r k. 15. 3uni. (TU.) 3m Rahmen einer Vortragsreise durch die Staaten des mittleren Westens hielt Präsident Hoover in 3ndiano- polis vor dem Republikanischen Verlegerverband des Staates 3ndiana eine bedeutsame Rede, die nach Ansicht seiner politischen Freunde und Gegner als frühzeitiger programmatischer Auftakt der Wahlkampagne im nächsten 3ahr zu werten ist. Hoover erklärte einleitend, die augenblickliche Wirtschaltslrise werde, wie alle bisherigen Krisen, von einer Zeit bisher unbekannten wirtschaftlichen Aufschwunges abgelöst werden. Die Hauptursachen der Krise seien nicht innerhalb Amerikas, sondern in den unseligen Folgen des Weltkrieges — schwere Steuerlasten, steigende Rüstungen, soziale und politische Unsicherheit, Erschütterung des Wirtschaftslebens durch neue Grenzfestsehungen — zu suchen. Hoover erklärte weiter, er wolle die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit der Völker nicht gering schätzen. Amerika aber sei wirtschaftlich selbständiger. als irgendein Land. Diese Unabhängig- keit sei im großen Maße als Gewähr dafür an- «usehen. daß Amerika ohneRücksicht auf den Re st der Welt wiedergesunden! werde. Präsident Hoover gab dann in langer Auszählung einen Ueberblick über die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Krise. Er verteidigte den Zolltarif, der den amerikanische Arbeiter vor der Konkurrenz des Auslandes schütze, versprach den Farmern auch weitere Hilfe und trat ein für die Beibehaltung des augenblicklichen Lohnstandes. Er lehnte es weiter ab, die Wirtschaft durch Steuererhöhungen zu belasten, und befürwortete eine Linwanderungssperre, bis jeder Amerikaner Arbeit gefunden hat. Dann wandte sich der Redner scharf gegen den Gedanken einer staatlichen Arbeitslosenfürsorge, die die Lebenshaltung auf ein Existenzminimum herabdrücken würde und seiner Ansicht nach eine Prämie für Trägheit sei. Der amerikanische Plan, den er vorlegen werde, bestehe darin, in den nächsten 20 3ahren neue Heimstätten, Schulen Ei'e?bahnen, Wasserwege und Fabri'en für e nert Bevölkerungszuwachs um 25 Millionen Menschen zu bauen. Man müsse, so erklärte Hoover zum Schluß, mit Optimismus an dem Vertrauen in die Stärke der Traditionen des Landes festhalten. Amerika veröffentlicht den Stand seiner Rüstungen. Genf, 15. 3uni. (WTD.) Die Regierung der Vereinigten Staaten hat dem Generalsekretär des Völkerbundes für die Ab - r ü st un g s ko nf er enz genaue Mitteilungen über den heutigen Stand der Rüstun- g e n zu Wasser, zu Lande und in der Luft übermittelt. Das 18 Folioseiten starke Dokument ist heute vormittag gleichzeitig in Washington und in Genf veröffentlicht worden. Die amerikanische Regierung benützt für ihre Angaben das in den Verhandlungen der Abrüstungskommission feftgesellte Modell Es verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß Amerika als erste Großmacht tatsächlich materielle Angaben über seine Rüstungen mitteilt, und daß es in dem Schreiben an den Generalsekretär diesen auffordert, die Angaben nicht nur als für die Abrüstungskonferenz bestimmt anzusehen, sondern sie auch bereits jetzt der Weltöffentlichkeit mitzuteilen. Bis jetzt hat nur die russische Regierung materielle Angaben über ihre Rüstungen eingereicht, allerdings mit dem üblichen Vorbehalt, daß diese ausschließlich für die Abrüstungskon- ferenz und nicht zur Veröffentlichung bestimmt sind. 3m Völkerbundssekretariat sieht man in dem Schritt der amerikanischen Regierung einen neuen Beweis dafür, daß Washington bereit ist, aktiv an der Abrüstungskonferenz I teilzunehmen. Es ist hier bekannt geworden, daß beim Staatsdepartement ein eigenes Ressort für die Abrüstungskonserenz gebildet worden ist. Daß die bisherige Außen- und Wirtschaftspolitik den Ruin der Wirtschaft und eine Gefährdung der Währung herbeiführen müsse, hat der Ablauf der letzten Ereignisse jedenfalls vor Augen geführt. Die letzte Diskonterhöhung durch die Reichsbank wird das furchtbare Elend der Arbeitslosigkeit noch vermehren. Alle Vorschläge und Vorstöße der Deutsch- nationalen Volkspartei wollen demgegenüber dieses Elend mildern und dem deutschen Volke Freiheit und Lebensraum zurückerkämpfen. Es wäre ein Mißbrauch des Wortes „Burgfrieden", wenn jetzt die Vertreter eines gescheiterten Systems das Wort als Grundlage für den Versuch einer Abwendung des politischen Gerichtes benutzen wollten, das ihnen bevorfteht. Der Ernst des deutschen Willens zur Aufgabe der Erfüllungspolitik kann dem Ausland nur dann zum Bewußtsein gebracht werden, wenn die am Houngplan Schuldigen vor der Inangriffnahme der Revisionspolitik von der Verantwortung ausgeschaltet sind und der Einfluß des Marxismus im Reich und in Preußen gebrochen ist. (Eine einfache Abwechslung von Persönlichkeiten kanp nicht als Kurswechsel angesehen werden. Nur der Rücktritt der jetzigen Reichsregierung, Neuwahlen in Preußen und die Uebernahme der Verantwortung durch die Rechte kann Deutschland retten." Oer Vertreter der NSOAp. beim Reichskanzler. Berlin, 16.3uni. (TU.) Ueber seinen Empfang durch den Reichskanzler teilt der Abgeordnete Göring (RSDAP.) folgendes mit: Um 21 Uhr hat der Reichskanzler den Vertreter der Rationalsozialisten, Hauptmann a. D. Göring, M. d. R., empfangen. Der Reichskanzler orientierte den Abgeordneten Über die Loge. Darauf schloß sich der R e i ch s b a n f - Präsident den Ausführungen des Reichskanzlers an. Rach Ansicht der Reichsregierung bedeute die Einberufung des Reichstages eine Verschlimmerung der gegenwärtigen Lage. Abgeordneter Göring nahm die 3nformationen entgegen und antwortete lediglich kurz, daß nach Auffassung der Rativnalsozialisten nicht die Einberufung des Reichstages, sondern die derzeitige Politik die Lage herbeigeführt habe, daß zweitens das Vertrauen des Auslandes weniger von der Frage der Einberufung des Reichstages abhänge, als davon, daß in Deutschland geordnete Zustände herrschten, d. h.. Leib und Leben nationaler Deutscher nicht in dem bisherigen Maße bedroht sei. Die kommunistischen Ueberfälle und Unruhen und das Versagen der Regierung seien nach Ansicht der Rationalsozialisten weit mehr der Grund des Mißtrauens des Auslandes, als die Einberufung des Reichstages. Frankreichs goldene Kugeln. Hilfe für Oesterreich „unter gewissen Garantien". P a r i s, 16. 3uni. (ERB. Funkspruch.) Gestern nachmittag fand eine Besprechung zwischen Ministerpräsident Laval, Finanzminister F l a n - d i n und dem Gouverneur der Dank von Frankreich, M o r e t, statt, in der die Finanzlage Oesterreichs erörtert wurde. Wie der „Ma- tin" berichtet, soll im Verlaufe des heute vormittag staltfindenden Ministerrats die Möglichkeit geprüft werden, daß Frankreich und der französische Flnanzmarkl Oesterreich unter gewissen Garantien Anleihen und Vorschüsse gewähren. Die Dank für internationale Zahlungen habe kürzlich Oesterreich einen ersten Kredit von 100 Millionen Schilling gewährt. 3nzwischen habe die österreichische Regierung dringlich einen neuen Kredit von 100 Millionen Schilling angefordert. Als die Internationale Zahlungsbank nun in Paris nachfragte, habe sie erfahren, daß auch in Paris Schritte zur Auflegung von 150 Millionen Schilling österreichischer Schatzanweisungen unternommen worden seien. Falls in Paris eine günstige Regelung zustande käme, würden sich die Oesterreich zu gewährenden Vorschüsse und Anleihen auf insgesamt 350 Millionen Schilling belaufen. An den Verhandlungen nähmen natürlich Reuyork und London aktiv teil. Das Volksbegehren des Stahlhelm. Berlin, 15. 3unL (WTD.) Die Bundesführer des Stahlhelms Seldte und Düsterberg ließen heute durch den Leiter der Abteilung Volksbegehren des Bundesamtes die nach Regierungsbezirken geordneten Einzeichnungs- listen mit Rachtragslisten zum Volksbegehren „Landtagsauflösung" mit einer besonderen Uebersicht über das Gesamtergebnis des Eintragungsverfahrens dem preußischen Landeswahlleiter übergehen. Rach den von den Beauftragten des Stahlhelms eingesammelten und von den Gemeindebehörden bestätigten Ziffern beträgt die Gesamtzahl der Eintragungen 6 0 313 10. Aus aller Welt. Schweres Brandunglück an der Mosel. Bei einem gestern in Treis bei Cochem an der Mosel ausgebrochenen Brande wurden drei Wohn- Häuser eingeäschert. Während der Löscharbeiten der Feuerwehr stürzte die Giebelwand eines Hauses ein und begrub drei Feuerwehrleute unter den Trümmern. Dabei wurde ein Feuerwehrmann getötet und zwei schwer verletzt. 25 Grad Wärme auf dem Feldberg (Schwarzwald). Aus dem 1500 Meter hohen Feldberg im Schwarzwald wurden gestern 25 Grad Wärme gemessen, was eine Höchsttemperatur feit vielen Jahren darstellt. Wirbelsturmverwüstungen in Birmingham. Durch einen Wirbelsturm am Sonntag, von dem die Stadt Birmingham heimgesucht wurde, sind rund 1000 Häuser mehr oder minder schwer beschädigt worden. Die gesamte Polizei der Stadt machte heron- gezogen werden, um Gebäude zu bewachen, die wegen einstürzender Mauern und zertrümmerter Fensterscheiben eine Gefahr für die Bevölkerung bilden. U-Boot „Nautilus" im Schlepptau. Das Marineamt in Washington erhielt gestern um 22.45 Uhr (MEZ.) einen Funkspruch vom Schlachtschiff „Wyming", daß es sich mit dem U-Boot „Rautilus" im Schlepptau noch 900 Meilen von Queenstown entfernt befinde. Einstellung der Arbeiten zur Hebung des „Poseidon". Die Arbeiten, um das englische Unterseeboot „Poseidon" zu heben, sind nach einer Meldung aus Tschifu eingestellt worden, da das Boot zwölf Fuß tief im Schlamm liegt. Die Bergungsschiffe sind in ihre Häfen zurückgekehrt. Oie Wetterlage. ei igc o w- WI ’M. zt .2 jenf 2^ FrenKf. Oslo 760 Pans ^Vrourng 1211l witr> ’ &■ Ml *18 JE: la Comrrr/ ' _____tf___——252-^, \ 12 —t—Zf- Vtroetn- Gwolkenlos. © neuer. Q n,i» otdecti 9 worxio. • oeoeckk eftegen * Schnee Graupein ■ MeOei K 6ewitter.@Wind$tiiie.«O' sehr leichter Ost massifler Suosoowesi 0 stürmischer «ordwesl 6le Pfeile fliegen mit dem winde Oie oei aen Stationen stenenden Zeh* len geben die Temperatur an. Oie Linien eerOindeo Orte mit gleichem «u< neeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Sehr rasch hat sich das südwestlich« Hoch nach Zentraleuropa ausgebreitet und dabei seinen Kern nach Mitteldeutschland verlagert. 3nsolgedessen hat die kühle Lust der Rdrdseestorung, welche mittlerweile nach Finnland abgewandert ist, keinen Einfluß mehr auf unsere Wetterlage gewonnen und rasche Besserung ist eingetreten. 3m Bereich zusammensinkender Luftmassen dauert das vielfach heitere und trockene Wetter fort und die Erwärmung nimmt weiter zu. 3m Rordwesten nähert sich bereits eine neue Störung, deren Vorderseite über England und dem Kanal Luft aus südlichen Breiten vorschiebt und in deren Begleitung Bewölkung und auch Niederschläge auf treten. Sehr wahrscheinlich werden die Randstörungen später auch bei uns Anlaß zu Gewitterbildungen oder einzelnen gewitterartigen Riederschlägen geben. Aussichten für Mittwoch: Vorerst meist heiter, kräftige Erwärmung und trockene, später gewitterdrohende Bewölkung aufkommend. Aussichten für Donnerstag: Schwüles Wetter, Anhalten der Gewitterneigung oder vereinzelte gewitterartige Riederschläge. Lufttemperaturen am 15. Juni: mittags 22,5 Grad Celsius, abends,14,9 Grad; am 16. Juni: morgens 13,6 Grad. Maximum 25,3 Grad, Minimum 8,4 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Juni: abends 24,4 Grad; am 16. Juni: morgens 16,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9 Stunden. Reifewetterdienst Bo rtum: 14 Grad, gestern der Jahreszeit angemessene Temperaturen, heute morgen Südwest', wind, heiter bis halb bedeckt, gestern teils heiter, teils wolkig. Westerland auf Sylt: 14 Grad, gestern der Jahreszeit angemessene Temperaturen, Südwestwind, heute morgen heiter bis halb bedeckt, gestern teils heiter, teils wolkig. Berchtesgaden: 16 Grad, gestern warmer Tag, heute morgen Windstille, halb bis aanz bedeckt, Witterungsverlauf seit gestern veränderllch. Konstanz: 17 Grad, kühle Nacht, heut« morgen Westwind, heiter, gestern meist heiter. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Ahr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzei^enauflräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Für unverlangt elngesandie Manuskripte ohne beigefügles Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Aus Oer provinzialhauptfioOt. Gießen, den 16.3 uni 1931. Schnupfen! Don Dr. Karl dichter, Geh. Med. Dai, preuß. Kreis« und Gerichtsarzt L D. Zum Ausbruch eines akuten Schnupfen-, der den chronischen von Zeit zu Zeit ablöst, gehört eine Erkältung. Kalte Füße und Erkältungen des Rückens vermachen den Schnupfen. Dann schwillt die Rasenschleimhaut durch entzündliche Anschoppung der Blutgefäß« der inneren Rase und schafft so den geeigneten Rahrboden für die Bakterien verschiedener Art. Sine besondere, sehr lästige Art des Schnupfen« ist daS Heufieber, das durch den Dlüten- staub, namentlich der Gräser, entsteht. Rasenenge läßt sich durch Massage der engen Stellen mit der Lahmannschen Sonde sicher beseitigen. Sonst ist aber gegen chronischen Schnup- fen schon darum nicht viel anzufangen, weil man aus der schädlichen Lust nicht heraus kann. Beim Ausbruch des akuten Schnupfens macht man sofort ein heißes, verlängertes Fußbad. Später ein warmes Dollbad und heißen Tee zum Rachschwihen im Bett. Heuschnupfen vergeht in staub- und bakterientreier Luft an der Küste, auf See und im Gebirge, wo kein Gras mehr wächst. Muß man zu Hause bleiben, so lasse man seine, Wohnung und namentlich sein Schlafzimmer gründlich entstauben. Man schneuze niemals beide Rasengänge gleichzeitig, sondern halte die eine Oesfnung stets zu, um die andere zu schneuzen, damit keine Luft in die Rebenhöhlen dringt, die Paukenhöhle ganz besonders. Auch manipuliere man nicht mit Fingern oder gar Instrumenten bei akutem Schnupfen. Zur Derflüssigung des Schleimes Einatmung von Amoniakdämpfen, oder Säuredämpfen (Essigsäure). Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Privatsekretärin". — Aus dem S t a d t t h e ate r bu re au wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr. als 4. Dorstellung im Sommerabonnement einmaliges Ensemble-Gastspiel Lottina Daart, G. L. Franken, Kurt Unser mit Ossip Dymows Tragödie „R j u". Beginn der Dorstellung 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Ermäßigte Sommerpreise. — Gartenkonzert im Flughafen. Am morgigen Mittwoch, 20.30 bis 23 Uhr, findet bet gutem Wetter im Flughafen ein Gartenkonzert statt. Näheres in der heutigen Anzeige. e •• Ausstellung der Freiwilligen Sanitätskolvnne. Aus Anlaß des Rot- kreuztagcs veranstaltete die hiesige Freiwillige Samtätskolonne am Samstag, Sonntag und Montag im Laden an der Ecke Schulstrahe und Son- nenstraße ein« Ausstellung, die sehr viel Beachtung von seilen des Publikums fand. Die Ausstellung war ein Spiegel der mannigfachen Tätigkeit der Sanitätskolonnen und gab einen Einblick in die verschiedenen Formen der Hilfeleistungen, zu denen Sanitäter heute in Anspruch genommen werden. Reben einer Reih« von Zeichnungen, die erste Hilfsmaßnahmen im Bilde zeigten, waren viele Geräte ausgestellt. Gasmaske und Tragbahre, Atmungsapparat und Sauerstoffapparat, ein sehr praktischer Verbandskasten und Instrumentenbehälter, Scheinwerfer und eine Reih« von Hilfsmitteln für Unfälle an der Starkstromleitung, sowie einige sauber gearbeitet« Modelle lenkten die Aufmerksamkeit der Dorübergehenden auf sich. Die kleine Ausstellung dürfte ihren Zweck — das Bewußtsein der Bedeutung der Freiwilligen Sanitätskolonn« in den Kreisen des Publikums lebendiger werden zu lassen — sicherlich erfüllt haben. ** Goldene Hochzeit. Der Rentner Wilhelm W a g n s r, wohnhaft Steinstraße 45, und dessen Ehefrau Maria, geb. Hahn, feiern am morgigen Mittwoch das Fest der goldenen Hochzeit in aller geistigen und körperlichen Frische. *• Verkehrs - Unfall. Am Samstaqnach- mittag wurd« in d«r Frankfurter Straße ein Mann von einem Motorrad angefahren und zu Boden geworfen. Der Verunglückte wurde nach der Chirurgischen Klinik gebracht, da sich seine Derletzun- gen nur als leichter Ratur erwiesen, konnte er bald wieder entlassen werden. ** Diebstähle. Aus der Flurgarderobe eines Hörsaales der Universität wurde ein dunkelblauer Gummimantel mit kleinen weißen Tupfen gestohlen. — Don einem Fahrrad, das in der Fahrradhalle der gewerblichen Fortbildungsschule untcrgestellt war, wurde ein Licht-Dynamo, Marke „Radsonne", abmontiert und entwendet. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei. •* Der Verband derHessGeschichts- und Altertumsverein« hält am 20. und 21. Juni 1931 seine diesjährige Tagung in D e n s - heim a. d. B. ab. Am Samstagabend hält Dr. Behn (Mainz) einen Licht bi ldervortrag über „Die erste germanische Besiedlung Hessens'': am Sonntag findet die Geschäftssihung statt. Studienrat Dr. Glöckner wird außerdem über Abtei Lorsch und das Reich" sprechen. (Siehe heutige Anzeige.) •• Oeffentliche Bausparkasse. Am Freitagabend fand im ,Postkeller" eine Versammlung statt, zu der von der Oeffentlichen Bausparkasse für den Dolksstaat Hessen (Abteilung der Hessischen Girozentrale) in Darmstadt eingeladen war. Als Vortragender führte der Hauptvertreter der Oeffentlichen Bausparkassen in Hessen, Herr H ä g c r t, ungesähr aus: Der Weg, auf einfachste Art und Weise durch die Bildung von Kapital zu einem Eigenheim zu kommen, sei heute durch das kollektive Bausparen geebnet. Das System des kollektiven Bausparens habe in den englisch sprechenden Ländern schon sehr lange weite Verbreitung gefunden. Reben zahlreichen privaten Dau- spargescllschaften führten nun in Deutschland auch die öffentlichen Sparkassen das Bausparen ein, und zwar länder- und Provinzweise in Angliederung an bestehende öffentliche Bankanstalten, damit die Schaffung eines neuen Derwaltungsappa- rates vermieden und dem Dausparer durch die Mithaftung der öffentlichen Anstalten und ihrer Gewährsverbände eine große Sicherheit geboten werde. Allein im Dolksstaat Hessen stünden 35 öffentliche Sparkassen, 11 hessische Kreise und eine Provinz, umfassend 95 Prozent der Bevölkerung Hessens, den Bausparkassen als Sicherheit zur Seite. Den Unterbau der Organisation bilden alle öffentlichen Sparlassen, die die Interessenten beraten, und den Zahlungsverkehr erledigen. Der Vortragende gab außerdem noch einen Ueberblick über di« Art der Zuteilung der Kapitalien, über den Zahlungsmodus und behandelte die Vorteile auS dem mit dem Bausparen bei der Oeffentlichen Bausparkasse, verbundenen Lebensversicherunas- schutz. Direktor Seipp (Darmstadt) ergänzte den Dortrag durch die Behandlung einiger spezieller Fragen, und beantwortete auch die aus dem Zu- Hörerkreise gestellten Anfragen. ' Der Bienenzüchterverein Gießen und Umgegend hielt seine diesmalige Tagung im Krofdorfer Forst ab, um die dort neu errichtete Königinbelegstation ihrer Bestimmung zu übergeben. Rahezu 100 Mitglieder hatten sich mit ihren Angehörigen eingefunden. Außerdem war eine »große Anzahl Imker des Wehlcrcer Vereins erschienen. Rach der Begrüßung gedachte der VereinSobmann des in der vergangenen Woche verstorbenen Altmeisters Hensel von Hirzenhain, hob dessen Verdienste um die deutsche Bienenzucht hinsichtlich der Erforschung des DienenstaateS, wie auch der praktischen Auswertung dieser Ergebnisse hervor und bezeichnete seinen Tod als einen unersetzlichen Verlust für die Organisation. Sodann wies er auf den Wert der Ä^chtstativn hin, die durch Auslese der Stvckmutter in Verbindung mit Wahlzucht der Drohnen die Erträgnisse der deutschen Bienenzucht heben solle, um die Einfuhr ausländischen Honigs überflüssig zu machen. Mit herzlichen Worten des Dankes an die Preußische Staatsforstverwaltung, die den Platz unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat, und an Herrn Haibach von Krofdorf, der dem Verein den Dröhne- rig umsonst überließ, weihte der Vorsitzende die Einrichtung und forderte die Mitglieder zur reichlichen Inanspruchnahme aus. Der Vorsitzende des Oberhessischen Bienenzüchtervereins, Lehrer R u n k von Ridda, beglückwünschte den Bezirksverein Dießen zu dieser mustergültigen Anlage und gab noch nähere Hinweise auf Grund seiner fast 50jährigen Erfahrungen auf dem Gebiete der Zuchtwahl von Königinnen. Ein gemütliches Beisammensein in dem nahen Waldhaus bildete den Beschluß der schön verlaufenen Tagung. ** Deutschnationale Volkspartei. Man schreibt uns: In der vor einigen Tagen abgehaltenen Mitgliederversammlung der hiesigen OrÄgrupp« erstattete zunächst Provinzgeschäftsführer Kühn (Wetterfeld) einen Bericht über die OrganisationSarbeit auf dem Lande. Er wies dabei auf die Schwierigkeiten hin, die der Agitation vielfach entgegen stehen, und hofft, diese nach stnd nach durch stete Arbeit zu überwinden. Sodann sprach Rechtsanwalt Zimmer (Gießen) in längeren Ausführungen über die bevorstehende hessisch« Landtagswahl. Der gegenwärtig« Landtag sei auf drei Jahre gewählt worden, habe aber seine Lebensdauer selbstherrlich um ein Jahr verlängert. Das werde jetzt nicht mehr möglich sein, da die Mehrheit des hessischen Volkes nicht hinter den Koalitionsparteien stehe. Es gelte im Herbst, den rechten Flügel stark zu machen. Der Kampf gegen links und gegen die Mitte müsse auch in Hc'sen durchgeführt werden. Vor allem sei das Partcibuchbeamtentum auch in Hessen zu beseitigen. Es müsse oben und nicht unten gespart werden, besonders auch beim LandeStheater, für das der hessisch« Staat einen jährlichen Zuschuß von 700 000 Mark aufbringe. Der Redner besprach sodann die Aufgabe der nationalen Opposition und streifte den Voungplan, von dessen Llndurchführbarteit sich fast alle Parteien überzeugt hätten. Wenn die Reichsregierung glaube, mit der Rotverordnung die Reichsfinanzen zu sanieren, so sei das ein Irrtum: jede neue Steuer zerstör« eine größere Zahl selbständiger Existenzen. Die Deutschnationalen verlangen die Aufhebung der Rotverordnunz. Man müsse die Tributzahlungen senken, dann sinke auch die Zinsenlast, dann könne wieder gebaut werden, und die Zahl der Arbeitslosen werde sich verringern. Leute, die 12 Jahre lang Erfüllungspolitik getrieben und damit nur Mißerfolge erzielt hätten, seien nicht geeignet, eine wirklich nationale Politik zu führen. Die Deutschnationalen ständen geschlossen hinter ihrem Führer Dr. Hugenberg. Sie wollten die Macht im Staate erringen. Das gehe aber nur auf dem Wege über den Stimmzettel. Bei den hessischen Landtagswahlen werde die Entscheidungsschlacht zwischen rechts und links geschlagen. •• DHC. Gießen. Die Iuniwanderung des VHC. Gießen führte am Sonntag bei einer Beteiligung von über 60 Personen in einen reizvollen Teil des Taunus. Don Butzbach ging dr« Wanderschar über beit Schrenzer, um die schöne Fernsicht, die allerdings ziemlich verschleiert war, zu genießen, und am Forsthaus vorüber zur Frühstücksrast nach Hausen. Der Weitermarsch ging über einen Höhenrücken an der Pilgramseiche vorbei auf schönen Waldpfaden bis zu dem 420 Meter hoch gelegenen Taunusdörfchen Bode n r v d. Eine frisch« Brise gestaltete die herrschende Hundstaghihe einigermaßen erträglich. Auf mancherlei Kreuz- und Querwegen in den ausgedehnten Waldungen gelangte man in die sog. Maibacher Schweiz, der sich daS wildromantische Michelbachtal mit mächtigen Felspartien anschloß. Bei Wernborn wurde die Landstraße erreicht, und auf dieser ging eS. mit unterwegs hübschen Blicken nach dem HochtaunuS, zum Endziel Ziegenberg, dellen hochragende» Schloß schon von weitem sichtbar war. Don hier ging es nach der Rast mit PvstautoS zur Bahnstation Butzbach zurück. *• Metzgermei st er-Versammlung. Die Metzgermeisler des Landkreises Gießen hielten am Sonntagnachmittag im Saale des Restaurants Faulstich eine Versammlung ab. Syndikus Röhr von der Handwerkskammer-Nebenstelle sprach über die derzeitige wirtschaftliche Lag« des Meggcrgewerbe» in unserer engeren Heimat, wobei er auf die Schädigungen durch Schwarz, und Hausschlachtunaen hinwies. Er forderte dabei weitgehende steuerlich« Heranziehung aller über den Eigenbedarf hinaus- gehenden Hausschlachtunaen, sowie die Erhebung von Schlachtgebühren. Weiter vertrat der Redner die Auffassung, daß die Prüfung der Frage, ob und inwieweit cs sich um über den Eigenverbrauch hinausgehende Hausschlachtungen handele, nicht den Polizeiorganen überlassen werden dürfe. Eine grundlegende Aenderuna dieser Verhältnisse sei nur durch eine in sich geschlossene Organisation zu erreichen. Das zweite Referat hielt Geschäftsführer Kirchner von der Beratungsstelle des Bezirksverbonde» der Gcwerbevereine, der besonders auf die Bedeutung der Organisation hinwies, um dann in einem ausführlichen Bericht über die Aufgaben und die Tätigkeit der Beratungsstelle des Bezirksoerband» der Gewerbevereine zu sprechen. 5n der Aussprache- wurden zunächst die bezüglich der Schwarz, und Hausschlachtungen in Aussicht genommenen Maßnahmen besprochen, die zusammen mit den maßgebenden Handwerkerorganisationen durchgeführt werden sollen. Weiter wurde die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses de» M e tz g« r g e w e r b e s im Landkreis Gießen anerkannt. Bezüglich der Form der geplanten Organisation entschied sich die Mehrheit für eine Freie Innung. Zur weiteren Bearbeitung der gesamten Angelegenheit, insbesondere guch zur Vorbereitung der Satzungen, wurde «ine Kommission gebildet, die aus den Herren V o l k m a n n • Lollar, Hofmann- Grünberg, L. Heller- Lich, D o p f« Lang-Göns, G u n tr u m - Reiskirchen, W. H a a»« Wieseck und Gg. Philipp II. • Watzenborn-Stefn« berg besteht. Verantwortlich für Politik: i. D. Ernst Dlumschein, Ati kam-Cigaretten Tatsachen sind die beste Empfehlung! Atikah ist in Ihrer Preislage Deutschland* melwt gerauchte ■ undstücklose Cigarette. Die großen Schlffahrtgesell* ■chatten führen eie auf ihren Schiffen! Die Mitropa führt eie als einslge Cigarette ohne Mundstück in allen Speisewagen. Überall hat Atikah sich durch gesetzt — überall gewinnt sie noch stündig an Boden! Es gibt tatsächlich nur eine Cigarette, die eine derartig anhaltende Erfolgssteigerung aufznweisen vermag: Atikah! Solche Tatsachen beweisen kure und sachlich, daß man jetzt auch In Deutschland gute Cigaretten nur ohne Mundstück bevorzugt. PACKUNGEN RH. 0.60,1.80 UND 3.00 ATIKAH AUSLESE CIGAJRETTEN SELBSTVERSTÄNDLICH OHNE MUNDSTÜCK? Ui V I I I l >vx M 19SB5 19586 1927 19588 1929 * 1930 Graphische Darstellung des beispiellosen Aufschwungs der Atikah ohne Mundstück Gießen, den 16. Juni 1931. 03506 Die Hinterbliebenen. Heuchelheim, den 15. Juni 1931. 4049 D Ludwig Hebstreit und Angehörige Minna Hofmann Wwe. und Angehörige Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden unsrer lieben Entschlafenen sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. Juni, am l.Jahrestag der goldenen Hochzeitdea Verstorbenen, nachmittags3V2 Uhr, vom Trauerhaus, Taunusstr. 9, aus statt. ____________________404Q Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie die zahlreichen Blumenspenden bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Elisabethe Hofmann sagen wir Verwandten und Bekannten herzlichen Dank. (Volkskonzert) 3962 D 03510 4045 D Hessische Vereinigung für Volkskunde. Autobus ab 20 Uhr Ludwigsplatl ab Flugplatz 23 Uhr 4055D Nachmittags Rundflüge 4050 4038D gezahlt wird. Kilo 1.10 garantiert rein eventuell 4003 A III baulich. Schrot. 4043 D Eintrittskarten z. Konzert des Or- chettervercinS, für unsere Mitglieder z. ermäßigten Preise, sind b,S spätestens Freitag, bet C. A. Faber, Marktplatz, et« Familien-Drucksachen Veriobungsanzelgen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. SchulstraBe 1 Möbliertes Zimmer zu mieten gesucht. Schr. Angeb. u. 03511 a. d. Gieß. Anzeiger. Bule Kapitalanlage HochHerrschastliches Etagendaus in. Garten, in der Anlage, sehr bill. zu verkauf. Schr. Angeb. u. 03519 an den Gieß. Anzeig. Neuzeitliche Wohnung 4Zimm^ Bad, tnrub. fübl. Stadtlage, fof. vermielbar.Keln Zuschuß. Schr.Ang.unt. 03514 a. d. Gieß. Anz. «”flD laden wir unsere Mitglieder ein. Oberhessischer Geschichtsverein Jflietgesuche. 1 ob. 2 möbl. Zimmer sonnig, ruhig, sauber, evtl, mit Pension, ab sofort lobabLJulU v. Dame gesucht. Schr. 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Jin. ali'litsware Spaltung rn, Kirfchen, I, Zitronen, RoDiiolot rtoiftl« itbel« M Gtrnfpr.» terOi* «dcl,r: «u° •s# 'n DVD10* MS Iüt =amilien-Drucl«aclwfl ÄÄSSS. ^Vereine | Nr. 158 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 16. Juni 1931 Notverordnung und Der 'Reichsfinanzminister hat die neue Rot - vero rdnung zum Teil damit zu rechtfertigen versucht, datz er erklärte, daS Reich ßrlbst habe die ganze Sanierungsarbeit im Grunde gar nicht nötig gehabt. Sie sei in erster Linie auf die finanzielle Rotlage der Länder und namentlich der Gemeinden zugeschnitten. Das Bemühen Dr. Dietrichs, die Empörung über die verordneten Maßnahmen auf die Länder und Gemeinden abzuladen, dürfte vergeblich sein. Denn die moralische und politische Hauptverantwortung für die gesamte öffentliche Haushaltswirtschaft in Reich, Ländern und Gemeinden liegt seit der Steuergesetzgebung Erz- bergcrs unzweifelhaft beim Reich, das heute die Verpflichtung hat, Länder und Kommunen mit zu alimentieren, wie umgekehrt früher die Länder den finanziellen Bedarf des Reiches zum großen Teile zu decken hatten. Ueberdies muh Dr. Dietrich selbst zugeben, daß sich die Steueraus- sälle bei seinem eigenen Ressort auf 500 Millionen Mark beziffern, während er sie für Länder und Gemeinden nur auf 440 Millionen Mark errechnet. Und endlich steht fest, daß der Posten des Haupt- fehlbetrages in allen Gemeinden, nämlich die kommunalen Wohlfahrts-Aufwendungen für d i e Erwerbslosen, im wesentlichen von der Reichsgesehgebung her beeinflußt worden ifti- Mit Fug und Recht weisen seit 2ahr und Tag die kommunalen Epihenverbände darauf hin. daß bei der Schaffung des Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung der Leitgedanke der war, die Gemeinden von ihrer Fürsorgepflicht den Arbeitslosen gegenüber zuentlasten, während die Praxis seit geraumer Zeit auf eine immer mehr zunehmende Belastung durch die langfristige Erwerbslosigkeit hinausläuft. Die Rotverordnung gibt denn auch die katastrophale Finanzlage der Kommunen durchaus zu, und sie erkennt an, daß diese Situation in erster Linie aus den unheimlich gesteigerten Wohl- sahrtsausgaben resultiert. Wenn man sich nun ansieht, welchen Gesamtbetrag das Reich zur Erleichterung der kommunalen Wohlsahrtsetats mit Hilfe der Rotverordnung zur Verfügung stellt, so erscheint die Situation auf den ersten Blick nicht unwesentlich entspannt. Rach den Aufstellungen des Reichssinanzministeriums würden nämlich den Kommunen insgesamt 3 0 2 M i l- lionen Mark für Wohlfahrtszwecke zur Verfügung gestellt werden können. Unb das müßte nach der Meinung Dr. Dietrichs vollkommen ausreichen, um einen geschätzten Gesamtbedarf für die Wohlfahrtserwerbslosigkeit in Höhe von 700 Millionen Marl abzudecken, da er annimmt, daß etwa die Hälfte dieses Gesamtbedarss in den Gemcindehaushaltungen selbst bereits Deckung findet. Wir fürchten, daß das ein Trugschluß ist. Denn es durfte heute schon feststehen, daß d i e Etatansätzc der Gemeinden auf der Ciunahmeseite durch d i e bisherige Entwicklung der Verhältnisse läng ft überholt sind und daß das tatsächliche kommunale Steueraufkommen nicht unerheblich hinter den Voranschlägen zurückbleiben wird. Sehen wir uns zunächst aber einmal an, aus weichen Quellen das Reichsfinanzministerium den Gemeinden Zuwendungen machen will und unter welchen Voraussetzungen sie gewährt werden sollen. Von der Einstellung der Lohnsteuer- r ii d c r ft a 11 u n g erwartet die Rotverordnung sür das laufende Iahr einen Betrag von 60 Millionen, der den Gemeinden für den genannten Zweck zufließen soll. Den Ertrag der Gehaltskürzung für Länder und Kommunen errechnet der Finanzminister auf 207 Millionen, und endlich sollen die Länder aus dem QUeljrauf- kommen der Umsatz st euer, das durch eine andere Erhcbungsart hereinkommen soll. 35 Millionen Mark mehr überwiesen • erhalten. Das Reichsfinanzministerrum gibt sich nun der Er- Gemeindefinanzen. Wartung hin, daß der Gesamtbetrag dieser drei Posten den notleidenden Gemeindeetats zuge- wandt wird, obwohl es hierüber reichsgesetzliche Bestimmungen nur in sehr begrenztem Umfange erlassen kann. Unterstellen wir einmal, daß die Finanzminister der Länder nicht nur in der Lage, sondern auch ohne weiteres bereit wären, kwn not leidenden Gemeinden unter die Arme zu greifen — was sicher nicht überall der Fall sein dürfte —, so ist immer noch die Ausschüttung der eingesparten Lohnsteuerbeträge von feiten des Reichs an die Kommunen und Bezirksfürsorgeverbände an gewisse Voraussetzungen geknüpft, die außerordentlich tief in das Selbstverwaltungsrecht ein- greifen und schon deshalb- sehr erhebliche Bedenken erregen müssen. Wenn endlich der Reichsfinanzminister noch den zusammen mit der am 1. Dezember vorigen Jahres verordneten Real- steuersenkung zu bildenden A u s g l e i ch s f o n d s als Deckungsreserve für besonders notleidende Gemeinden erwähnt, so^gibt er sich hier zweifellos einem übertriebenen Optimismus hin. Denn zur Zeit ist von diesen 110 Millionen praktisch gar nichts verfügbar. Erscheint so die unmittelbare Reichshilfe zugunsten der Gemeindefinanzen schon als reichlich problematisch, so sind die indirekten Rückwirkungen der jüngsten Rotverordnung auf die kommunalen Steuereinnahmen geradezu verheerend. Es unterliegt keinem ZweifÄ, daß die Krisen st euer und die 2 esol - dungskürzung für die Beamten einen sehr beträch t lichen Konsumrückgang auf allen Gebieten zur Folge haben werden, gleichgültig, ob es sich um lebensnotwendigen Bedarf, oder um den bescheidenen Luxus des Theater- und Kinobesuchs handelt. Die unmittelbare Folge der Derbrauchseinschränkung wird nicht nur ein sehr beträchtlicherRück- gang der ilmfatjfteuercrträgc sein, die als Lieberweisungssteuer in den Länder- und Gemeindefinanzen eine wesentliche Rolle spielen: der Konsumschwund wird nicht minder stark auch b e i anderen Länder- und Kommunalste u e r n zu spüren fein. Wir erwähnen nux die Gewerbesteuer, die gemeindliche Biersteuer, die städtische Vergnügungssteuer u. a. m. Wie unter diesen Umständen das Reichsfinanz- ministerium seine These aufrechterhalten will, daß wenigstens die Hälfte der gemeindlichen Wohl- fahrtslasten durch die kommunalen Etats selbst gedeckt sei, ist uns nicht erklärlich. Wir müssen die begründete Befürchtung hegen, daß die Hot* Verordnung genau das Gegenteil dessen bewirkt, was s i e anstrebt, nämlich statt einer grundlegenden Sanierung der kommunalen Finanzgebarung deren weitere starke Verschlechterung. S.J.-fpor/ BfB.-Gießen. BfB. Gießen (Liga) — Germania Lieber 1:2. Die Äätte aus dem Mainkrcis wußten bei ihrem ersten Austreten in Gießen gut zu gefallen. Die Elf mar in allen Teilen außerordentlich schnell und verlangte vom Gegner die Hergabe alles Könnens. Daß es trotzdem nicht möglich war, die VfBer höher zu schlagen, ist darauf zurückzuführen, daß Vöckler im Tor eine glanzende Partie lieferte; wenn er diese Form beibehalten würde, wäre er seiner Mannschaft die stärkste Waffe. Er hielt scharfe flache Bälle mit überraschender Sicherheit. Zu diesem Spiel trat der BfB. mit ch blühen die langstieligen Darwin- und andere Tulpen, aber auch ihre Stunde schlägt. Dort wo sich eben noch ein Teppich ausbreitete, so schön tote nur die Ratur ihn wirken kann, herrscht nun t>a8 fahle Grün der welkenden Blätter vor. Sind sie ganz vertrocknet, dann gehen wieder die Männer durch das Land, die die Zwiebeln aus ber Erde bergen und sie nach großen Aufbewahrungshäusern bringen. Ein Teil der Zwiebeln bient zur Vermehrung, die außer durch Saat bei ben Hyazinthen durch künstlichen Eingriff, bei ben Tulpen auf natürlichem Wege erfolgt und drei bis fünf, bei der Zucht aus Saat sieben 3abre in Anspruch nimmt. Ein großer Teil der Zwiebeln findet auch für den Versand nach aller Herren Ländern Verwendung. Der Versand der Zwiebeln und nicht, wie so Diele annehmen, der Verkauf der Blumen, ist Hauptzweck der ganzen Zucht. Don ben Zwiebeln ftnb es besonbers bie ber Tulpen, bie sich überall einer großen Beliebtheit erfreuen. Rirgenbs aber bat biefe Beliebtheit einen solchen Grad erreicht, wie in Hollanb in bet ersten Hälfte bes 17. Iahr- hunberts. Die unsinnigsten Preise wurden damals für die Zwiebeln gegeben, ja bis zu 13000 Gulden standen besonders seltene Zwiebeln im Preis. Es war die Zeit, in ber die Tulpen als Spekulationsobjekt bienten unb als Zahlungsmittel verwandt wurden. Dies kündet z. B. der Giebelstein eines Hauses in Haarlem mht ben Worten: „Für eine Tulpenzwiebel kauf te ich dies Haus". Solche Preise wie ebebem werden beute für Blumenzwiebeln zwar sucht mehr angelegt, trotzdem spielen sie aber m der holländischen Wirtschaft eine erhebliche atolle. Richt weniger als 34 Millionen Kiko* gramm Blumenzwiebeln im Werte von 40 Millionen Gulden wurden 1929 aus Holland aus- gesührt, was 2 Prozent ber gesamten holländischen Ausfuhr bedeutet. Der größte Abnehmer Hollands nach dem Kriege sind trotz verschiedener Einfuhrbeschränkungen die Vereinigten Staaten, es folgen Großbritannien und Irland, Deutschland und Oesterreich, die skandinavischen Länder unb Dänemark, Rußland, Frankreich So gibt die Zucht ber Blumenzwiebel, die allein an der Bollenstreek in mehr als 50 Gemeinden getrieben wird, zahlreichen Menschen Arbeit und Brot. wohl im Vierer ohne Steuer als auch im Großen Vierer konnte sich die Mainz-Kasteler RG. nicht durchsetzen. 3m Großen Einer hatte der frankfurter Paul (RG. Oberrad) großes Pech, er versteuerte sich von Start 3 auf Start 1 und mußt» daher ausgeschlossen teerten, so daß der Italiener Giavcornini zu einem leichten Siege kam. Em sachverständiges internationales Publikum wohnte den vorzüglich organisierten Rennen mit lebhaftem Interesse bei. Sporiplahweihe in Launsbach. Der Gemeindespvr tplatz, der von der Freien Turnerschaft instand gesetzt wurde, konnte am Sonntag seiner Bestimmung übergeben werden. Die Freie Turnerschaft wartete bei der Einweihung mit einem sportlichen Programm auf, das als sehr gut bezeichnet werden konnte. Ein Handballspiel eröffnete den Reigen der Darbietungen, Freiübungen der Kinder, Singspiele der Mädchen, Darren-, Reck- und Pferdturnen der Aktiven folgte in buntem Wechsel. Die Olympia-Freiübungen der Turner bildeten den 216- schluh des turnerischen Programms. Der Begrüßungsansprache des Vereinsvertreters folgte die Ansprache von Bürgermeister D r o ck m e i e r, Krofdorf, und die 2lnsprache des Kreisjugend- leiters des Kreises Wetzlar, Lehrer 2l m b r e ch t, Kinzenbach. Ein Fußballspiel bildete den Llbschluß der Veranstaltung. Regatta des Wassersportverbandes Der Gau Süddeutschland hatte mit der 2lus- I richtung der Derbandsregatta des Gaues den | Wassersportverein Gießen beauftragt. Die Regatta war gut vorbereitet und wurde am Sonntag unter der 2lnteilnahme vieler Zuschauer ausgetragen. 21m Vormittag gelangten die Vorrennen zur Durchführung, die geraume Zeit in Anspruch nahmen und bis über die Mittagsstunde dauerten. Manche schöne Leistung wurde schon in den Vorkämpfen gezeigt und ansprechende, be- achtenswerie Zeiten erzielt. Die Entscheidungsrennen am Rachmittag nahmen spannenden Verlauf. Es wurden einige hartnäckige Rennen geliefert. 2118 Teilnehmer an der Regatta hatten die Vereine „Borussia" und „Amicitia" Frankfurt, „Undine" Rüsselsheim, „Vorwärts" und „Germania" Offenbach, Wassersportverein Bürgel, „Fortuna" Mainz, Rudergesellschaft Fechenheim, „Freiheit" Mühlheim, Wassersportverein Schierstein, Rudergesellschaft Ried, „Vorwärts" Mannheim und schließlich „Hellas" Gießen gemeldet. Musik der Kapelle Weller unterhielt während der einzelnen Rennen die Gäste. Die Veranstaltung, deren 2lbwicklung etwas zu wünschen übrig ließ, nahm einen befriedigenden Verlauf. Die Ergebnisse: Begrützungsvierer: 1. RG. Fechenheim 6:5,0. 2. „Freiheit" Mühlheim 6:103/5. Bei 1000 Meter lagen die Fechenheimer bereits eine Länge vor und gingen schließlich mit l1/? Bootslänge durchs Ziel. „Vorwärts" Mannheim, der Sieger vom Vorjahre, gab auf. Anfänger-Einer: 1. Ianz, „Vorwärts" Offenbach, 7:10; 2. Büchler, „Borussia" Frankfurt, 7:25,4. Der Offenbacher Ianz führte bereits bei 1000 Meter mit P/2 Längen, lag aber seinem Gegner im Ziel um 5 Längen vor. Anfänger-Vierer: 1. „Vorwärts" Offenbach 6:26. 2. „Borussia" Frankfurt 6:27. Die Boote hielten sich den größten Teil der Strecke auf gleicher Höhe und erst im Endspurt vermochten die Offenbacher das Rennen mit l1/2 Meter Vorsprung für sich zu entscheiden. . Iungmann-Einer: 1. Lang, „Vorwärts" Offenbach, 7:20* 5. 2. Büchler, „Borussia" Frank-' furt, 7;33. Der Offenbacher Lang führt zur halben Strecke mit 3 Längen und ging als Sieger durchs Ziel. Zweiter 3 u ngmann-Vierer: 1. „Germania" Offenbach 6:23. 2. Wassersportverein Bürgel 6:31 Vs- 3. „Vorwärts" Offenbach 7:8'/-- „Germania" Offenbach und Wassersportverein Bürgel lagen bei 1000 Meter Bord an Bord. „Vorwärts" Offenbach 4 Längen zurück. Germania Offenbach siegte mit 2 Bootslängen Vorsprung. Senior-Einer: 1. Kimwel, „Vorwärts Offenbach. 2. Schmitt. „Fortuna" Mainz. Bei 1000 Meter lag der Offenbacher Kimmel 2 Längen vor. Beide gaben sodann auf. Starteten aber noch einmal und Kimmel siegte mit 3 Längen Vorsprung. Erster 3ungmann-Viercr: l. Wassersportverein Schierstein 6:20. 2. Amicitia Frankfurt 6:25. 3. Undine Rüsselsheim 6:33Vö- Bei 1000 Meter lagen die Boore fast gleich. Schierstein lieferte einen eindrucksvollen Spurt und siegte. Schüler-Vierer (1000 Meter): 1. Andine Rüsselsheim 3SS1/». 2. Hellas Gießen 3:48*/5. 3. Germania Offenbach 4:43/5. Der Sieg war den Rüsselsheimern nicht zu nehmen. Erster Senior-Vierer: 1. Ruder-Gesellschaft Fechenheim 6:8Vz. 2. Freiheit Mühlheim 6:15. Mit V/i Längen Vorsprung ging Fechenheim durchs Ziel. Jung mann-Achter: 1. Germania Offenbach 5:453/-,. 2. ilnöinc Rüsselsheim 5:46V.-,- Beide Boote lagen n-ch bei 1000 Meter Bord an Bord. Erst auf den letzten 200 Meter schob sich Germania Offenbach in den Vordergrund und siegte mit V» Länge Vorsprung. Ein hartnäckiges, schweres Rennen. Zweiter Senior - V.ierer: 1. Freiheit Mühlheim 6:20Vs- 2. Vorwärts Offenbach 6:263A- Freiheit Mühlheim lag bei 1000 Meter l1/* Längen vor und siegte im gleichen Abstand vor Offenbach. Junior-Vierer: 1. Vorwärts Mannheim 6:17Vs- 2. Fortuna Mainz 6:18. 3. Wassersportverein Schierstein aufgegeben. Die führenden Boote lagen gleich. Schierstein lag zwei Bootslängen bereits bei 1000 Meter zurück. Mannheim entschied das Rennen mit ys Meter Vorsprung vor Fortuna Mainz für sich. Schüler-Achter (1000 Meter): 1. Llndine Rüsselsheim. 2. Germania Offenbach. Die Rüsselsheimer zeigten eine glänzende Leistung und siegten mit zwei Längen Vorsprung. Ermunterungs-Vierer: 1. Wassersportverein Bürgel 6:33,1. 2. Borussia Frankfurt gibt kurz vor dem Ziel auf. Großer Achter: 1. Freiheit Mühlheim 5:42V-,- 2. Vorwärts Mannheim 6:11. Freiheit Mühlheim führte bei 1000 Meter mit einer Länge. Der Mannheimer Achter, der bisher immer den Ton angab, wurde vernichtend geschlagen. 3m Anschluß an die Rennen fand die Siegerehrung statt. Den Siegern wurden Diplome übermittelt. Rechtsanwälte unterliegen der Gewerbesteuerpflicht. Aus L e i p h i g wird folgende wichtige Entscheidung gemeldet: In der verfassungsrechtlichen Streitsache der Spihenverbände der Anwaltschaft gegen die Heranziehung der Rechtsanwälte und Rotare zur Gewerbe st euer hat der Etaatsgerichtshof für das Deutsche Reich die Anträge der klagenden Verbände zurückgewiesen, die auf Feststellung der Derfassungswidrigkeit des preußischen Gewerbesteuergesetzes vom 17. April 1930, sowie auf Feststellung der Verfassungs- Widrigkeit des Art. 14 des badischen Finanzge- sehes für 1930/31 gingen. In der Begründung zu der Entscheidung führte der Vorsitzende, Reichsgerichts-Präsident Dr. B u m k e , nachdem er den Antragstellern die Klagebefugnis abgesprochen hat, u. a. aus: Dem Abschnitt „Rechtspflege" in der Reichsverfassung ist nicht zu entnehmen, daß den Rechtsanwälten eine Form zugesichert sei, mit der die Gleichstellung mit einem Gewerbetreibenden unvereinbar sein würde. Dieser Abschnitt stellt klar für die ordentliche Gerichtsbarkeit, die Derwaltungs- gerichtsbarkeit und die Unabhängigkeit der Richter eine Reihe von Grundsätzen auf, unterläßt aber die weitere Regelung, insbesondere hinsichtlich der Stellung der berufsmäßigen Parteivertreter und Verteidiger der einfachen Gesetzgebung. Auch der Begriff des Gewerbes ist in der Reichsverfassung nicht festgelegt. Die Vorschrift des Art. 7 Rr. 16RV., nach der das Reich die Gesetzgebung für das Gewerbe hat, bezieht sich nur aus das polizeiliche Gewcrberecht, und sie läßt nicht den Schluß zu, daß die auf dem Gebiet der Gewerbepolizer in Reichsgesetzen getroffene Abgrenzung des Gewerbebegriffes für das Steuerrecht maßgebend sein soll. Auch in den übrigen herangezogenen Vorschriften der Reichsverfassung (Art. 142 S.2, Art. 158, Art. 165 Abs. 3 S. 2, Art. 151 Abs. 1 S. 1) ist keinerlei Bestimmung zu finden, die einer Heranziehung der Rechtsanwälte zur Gewerbesteuer «ntgegenstehen würden. Wirtschaft. AeueZinssähe der Stempelvereinigung Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, hat die Etempelvereinigung aus Anlaß der Erhöhung des Reichsbantdiskontsatzes auf 7 Prozent p. a. beschlossen, mit Wirkung vom 15. Juni d. I. die Haben-Zinssätze für täglich fällige Gelder in provisionssreier Rechnung auf 4 Prozent p. a. (bisher 2.5 Prozent), in provisionspflichtiger Rechnung auf 4,5 Prozent p. a. (bisher 3 Prozent) festzusehen. Der Zinssatz für Sparkonten bleibt mit 4 Prozent p. a. vorläufig unverändert. Entsprechend der Festlegung des S o l l z i n s - sah es auf 1 Prozent über Reichsbankdiskontsatz betragen die Kreditbedingungen mit Wirkung vom 13. Juni d. I. 8 Prozent p.a. Sollzinsen zuzüglich der üblichen Kreditprovision. Abwartende Haltung der Sparkassen. Die Sparkassen, nehmen nach Informationen des WTB.-Handelsdienst bezüglich einer Erhöhung des Sparkassenzinses, der durchschnittlich 5 Prozent beträgt, eine durchaus ab- wartende Haltung ein. Sie betrachten die Diskonterhöhung als eine lediglich auf äußere Momente zurückzuführende Maßnahme, die in keiner Weise in der innerwirtschaftlichen Lage begründet ist, die gerade das Gegenteil verlange. Es müsse zunächst abgewartet werden, ob diese Momente von Dauer sind. Jedenfalls liege vorerst kein wirtschaftlicher Anlaß zu einer Erhöhung des Spareinlagenzinssatzes vor. Hindermarkt in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-Rtchviehmarkt in Gießen standen 1256 Stück Großvieh und 275 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe: (1. Qualität) 450 bis 550 Mk., (2. Qualität) 300 bis 400, (3. Qualität) 175 bis 250. — Sch lacht kühe: 80 bis 300. — Rinder: (halb- bis dreivierteljährig) 100 bis 175, (dreiviertel- bis zweijährig) 150 bis 250, (tragend) 280 bis 400. — Kälber: das? Pfund Lebendgewicht 0,35 bis 0,40 Mk. Ausgesuchte Tiere erbrachten Preise über Rotiz. — Markt- Verlauf: sehr schleppend, geringer Lieberstand. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.» 16. Juni. Tendenz: abgeschwächt, im Verlaufe fester. Die heutige Börse stand vollkommen unt^r dem Eindruck der erneut verschärften innerpolitischen Lage. Die Ungewißheit, ob der Reichstag einberufen wird oder nicht, drückte sich in einer starken Lustlosigkeit und äußer st en Zurückhaltung der Spekulation aus. Die Ten- ie.rz neigte infolge des toi der schwachcn Reuyorier Schlusses von gestern und der Zuspitzung der Situation in Oesterreich leicht zur Schwäche. Da jedoch das Angebot relativ klein war, hielten sich die Kursrückgänge gegen die befestigte Abrndbörse in mäßigen Grenzen. Bei nicht ganz einheitlicher Kursentwicklung überwogen jedoch meist Abschwächungen bis zu ein Prozent. Einige Spezialwerle waren etwas mehr geZfrüdt, so vor allem Siemens mit minus 3, Gesfürel mit minus 2,5 und IG.-Farben mit minus 1,25 Proz. Schwächer eröffneten außerdem noch Montanwerte, die bis 1,5 Proz. verloren. AEG. minus 1 Proz., Zellstoffaktien minus 0,75 Prozent. Dis zu 1 Proz. höher setzten dagegen ein Scheideanstalt, Rütgerswerke, Südd. Zucker, und Bauunternehmungsaktien. Dau-, Schiffahrts- und Kunstseidewerte blieben gut behauptet. Für Oesterreichische Kredit hat sich die Taxe auf 3,5 Prozent erniedrigt. Am Anleihemarkt neigten | deutsche Anleihen zur Schwäche. Von fremden Türken etwas fester, Rumänen nachgebend. Am Pfandbriefmarkt ist die Abwärtsbewegung zum Stillstand gekommen. Reichsschuldbuchforderungen waren stark gesucht und 2,5 Proz. fester. Im Verlaufe war die Haltung je nach Deurtei- lung der politischen Lage starken Schwankungen unterworfen, doch wurde die Stimmung später ausgesprochen fest, da die Mitteilung, wonach der Aeltestenrat gegen eine Einberufung des Reichstages sei, stark an regte. Das Geschäft nahm etwas lebhaftere Formen an. Im Vordergründe standen IG.-Farben, die gegen den Anfangskurs um 3 Proz. anzogen. Im übrigen betrugen die Desserungen 1 bis 2,5 Proz. Am Geldmarkt war Tagesgeld zum Sah von 6 Proz. stark gesucht. Am Devisenmarkt lagen das Pfund und der französische Franc international fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2130, gegen Pfund 20,4375, London gegen Reuyork 4,8647, gegen Paris 124,1750, gegen Mailand 92,92, gegen Madrid 48,10, gegen Schweiz 25,0525, gegen Holland 12,0825. Berliner Börse. Derlin, 16. Juni. Rachdem schon im heutigen Dormittagsverkehr auf Grund der ungeklärten innerpolitischen Situation und der Zuspitzung der Lage bei den letzten Verhandlungen der Regierung Brüning mit den Parteien; stärkere Zurückhaltung geherrscht hatte, lag auch die Eröffnung der heutiger! Börse sehr ruhig und abwartend. Etwas festere vorbörsliche Taxen konnten sich nicht behaupten, die Tendenz neigte eher zur Schwache, und gegen die gestrigen Schlußnotierungen ergaben sich meist kleine Kursabbröckelungen. Auch das wieder schwache Reuyork von gestern fand kaum Beachtung, zumal die heutige Londoner Eröffnung wesentlich beeinflußt war. Dir ersten Kurse lagen unregelmäßig. Bemerkensteert fest eröffneten Deutsche Linoleum mit plus 3 Prozent, Süddeutsche Zucker mit plus 2,25 Prozent. I.-G.-Farben mit plus 2,25 Prozent, während die sog. Auslandwerte, wie Cyade, minus 3??5 Mk., und Svenska minus 6,50 Mk., und Schubert & Salzer minus 2,75 Mk., Laurahütte und Oberbedarf mit je minus 2 Prozent besonders schwach lagen. Anleihen neigten zur Schwäche, auch Ausländer überwiegend abbröckelnd, besonders Mexikaner rückgängig. Die Tendenz des P f a n d° briefmarktes war noch undurchsichtig. Rach den gestrigen Briefrepartierungen bei verschiedenen Werten rechnet man aber noch mit weiterem Angebot. Reichsschuldbuchforde- rungen waren kursmäßig nicht verändert. Am Devisenmarkt scheint die Beruhigung Fortschritte zu machen. Der Dollar ging ebenfalls im Freiverkehr auf 4,2195 zurück. Jin Verlaufe war die Tendenz stärkeren Schwankungen ausgesetzt, je nachdem die politische Lage beurteilt wurde und je nachdem die Entschließungen der einzelnen Parteien bekannt wurden. Vom Farbenmarkt ausgehend, erhielt die Börse noch immer eine gute Stühe. Der Geldmarkt lag unverändert. Tagesgeld 7 bis 9 v. H., Monatsgetd 7,5 bis 8,75 v. H., Warenwechsel etwa 71/* bis 7,25 v. H. Gegen 12.15 Llhr wurde es dann ausgesprochen fest, da die Börse wissen wollte, daß Ser Aeltestenrat die Einberufung sowohl des Reichstages, als auch des Haushaltsausschusses abgelehnt habe. IG.-Farben zogen um 2,25 v. H., Salzdetfurth um 3,5 v. H., Schultheiß um 2 v. H. und Siemens um 1,75 v. H. an. Gießener Wochenmarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 150, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 15 bis 20, Spinat 15 bis 20; Römisch- kohi. 10 bis 15, ausländische Dohnen 40 bis 45, Spargel 30 bis 60, Erbsen 20 bis 25, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 15 bis 20, Rhabarber 10 bis 15, alte Kartoffeln 5 bis 6, neue Kartoffeln 15 bis 20, ausländische Aepfel 50 bis 60, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 25 bis 45, unreife Stachelbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 40 bis 50, Aprikosen 70 bis 80. Pfirsiche 90 bis 100, Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 90 bis 100; das Stück: Eier 8 bis 9, Tauben 50 bis 70, Blumenkohl 40 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 50, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Rettich 10 bis 15, Lauch 5 bis 10; das Bund: gelbe Rüben 15 bis 20, Radieschen 10 bis 15; Walderdbeeren das Pfund 45 bs 50 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 4 bis 5 Mark. Rundfunkprogramm. Samsfag, 20. Juni. 7.30: Dad-Rauheim: Frühkonzert des Kurorchesters. 10.20: An English College. Don einem englischen Schüler. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Stadtpark Anläßlich der Gutenberg-Feier: Konzert des Mainzer ' Derufsmusiker-Orchesters. Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Ein Dreigespräch zwischen Gymnasiasten und Direktor Majer-Leonhardt. 18.45: „Der Frankfurter Kunstverein, seine Ziele und Aufgaben", Vortrag von Dr. Kurt Gravenkamp. 19.15: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Anekdoten, gelesen von Theodor Brandt. 20: Rationaltheater Mannheim: Cosi fan tutte. (So machen's alle.) Komische Oper in 2 Akten, von W. A. Mozart. 22.50: Tanzmusik. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 v. H. Iranksuri a. 3)1. Berlin Schluß- furt 1-Uhr- Kurs Schluß- furt Anfang- Kurt Datum 15.6. 16.6. 15.6. 16.6. e% Deutsche RetchrmUethe eon 1927 .......... 7% Deutsche RetchSanlelhe von 1929 .......... teutjehe Anl-Ablöl.-Schuld mit Aullof.-Rechten....... DeSgl. ohne Au«lo|..Rechte . . B% He«. BoUrilaal von 1929 trOckzohlb. 102%)...... Dbetbellen Provinz - Anleihe nrit Ausiol.-Rechten....... Deutsche Komm. S'immelabL Anleihe Gerte 1...... B% fitanlf. Hhp.-Bank Goldpfe XIII untünbbar bir 1934 . . . 7% SVantf. Hyp.-Bank «oldpfe unfünbbar bl» 1932 ..... ty.% Rheinische Hyp.-Bank 2lqu. Goibpfe......... 8% Pr. Sanbcdpfanbbttefonttolt, $[anbbricfe $H. 1t...... B% Pr. LanbeSpiandbrtefaoNaU, Komm.-Lbl. 31. 20...... 7% Pr. eanbteplanbbitefanftalt, P|anbbrie|e R. »1...... K.6.®. abfl. Pornnegb-Obltgatio- nen. rückzahlbar 1932 ..... 4% Ceficnctd)t1 — —- — —— Obertchlel. Kotswerke . . . . . 7 — — 56,25 56,25 Phönix Bergbau...... e-A 38,75 —— 38.9 38.75 Rheinische Braunkohl« . . 10 136 — 136 136,25 Rheinstahl...... . . ( 62 60,75 61,25 61 Rtebeck Montan ...... 7.8 - Jranflurt — HehligenNaedt . . . . Kungban«....... • . . 0 . . 6 _ — — Lechwerke....... . . 8 — _ — Mntnfraftwerke Höchst a. M.. . 51 — — — Miag......... . 10 — — -w— Gebt. Roeder..... . 10 — — — Boigl & Haefsner . . . Süddeutsche Zucker . . • . . 9 10 92,75 93 — Lankvoten. Berlin, 15.3uni Geld Brief amerikantiche Roten...... 4,23 4,25 Beiglfche Roten. ....... 58,54 58,78 Däniiche Roten ....... 112,58 113,02 Englifche Roten . ....... 20,51 20,59 siranzöfilche Roten....... 16,52 16,58 HoUänbtfche Roten....... 169.66 170,34 Itaiieniiche Roten........ 22,08 22,16 Rorwegtiche Roten....... 112,58 113,02 Deutsch-Oesterreich, 1 100 Schilling 59,07 59,31 Rumaniiche Roten....... 2,495 2,515 Schwediiche Roten....... 112,98 113,42 Schweizer Roten....... 81,99 82,31 Evanifche Roten........ 41,92 42,08 Tichechoilowakilche Roten..... 12,47 12,53 Ungartiche Roten ...... 73,71 73.61 Devisenmarkt Berlin — Arankjurt a. M. 15-Zuni 16-Juni Amtliche Rotierung Amtliche Dotierung Gelb Brief Geld Bnc' Amst.-Rott. 169,41 169.75 169,41 169,75 Buen.-AireS 1,285 1,289 1,285 1,289 Bril-Antw- 58,60 58,72 58.60 58,72 Ebriftiania. 112,69 112,91 112,68 112,90 Kopendagen 112,69 112,71 112,69 112,91 113,01 Stockholm - 112,79 113,01 113.79 fcelfinuforS. 10,593 10,613 10.593 10,613 ytalien . . . 22,05 22,09 22.045 22,085 London. . . 20,473 20,513 20,473 20,513 'JicuDort .. 4,209 4.217 4.209 4,217 Paris . . . 16,475 16,515 16.475 16.505 Schwei» .. 81,76 81,92 81,74 81.90 Spaniea . . 42,41 42,42 42,36 42,44 Japan .. . 'N io de 96 ,2 4 Diwinn« in 6000 M. 207921 256281 8 D.winn« in 2000 M. 124963 295295 337924 381794 30 •etnlnn« zn 1000 M. 46234 74444 91083 180204 186897 194083 195009 250562 252777 275058 290943 300316 339442 370144 398551 48 »ctoinne |o 800 HL 18436 19367 24438 32444 40842 60912 77934 78780 81844 121637 162864 207566 219383 242460 277815 280804 291359 294782 326614 335937 345576 364802 376346 380064 48 Ottolnne in 500 «m. 11402 13097 27132 73137 161207 189884 194234 237530 261244 273558 368907 369153 380930 Zl % NH 8: !Z $ 59,16 1 ,165 T1,M ' 18,6< gl ,82 181 158 ,19 J.188 1,00 3n der heutigen Nachmlttagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 »etotnne »u 50000 TL 117106 2 «ttninnt en 10000 M. 231870 4 ®roinnt eu 6000 M. 329344 346397 6 »enrtnne in 3000 M. 65081 314423 360332 4 »etpinne zn 2000 M. 35035 262366 24 Inn» zu 1000 M. 13175 14508 39865 64856 36889 91991 164826 173600 182953 239532 294325 314278 30 Ceteinne Zn 800 M. 8020 13191 36530 60403 127845 159117 176669 182634 199056 199809 205205 216391 263586 326481 342098 60 Gewinn, zn 500 M. 30823 37489 50794 61457 52866 68043 87970 93128 94964 96021 99126 121083 125640 136526 185099 206727 207813 224388 236909 242341 266009 279611 325241 360358 360856 L____ ~T23 58, U 112,5 20,51 16,5! 169,« 22,08 112,5$ 59.07 2.19’ 112.98 81.99 11- 12,17 73,71 gerettet werden könne, wenn es Elisabeths Deist der Wohltätigkeit und Nächstenliebe in sich auf» nehme. ®oau möge die Tagung in der Stadt der Heiligen beitragen. In seiner Festrede ..Die Hl. Elisabeth und unsere Zeit" gab der hessische Gesandte. Dr. Nuh, ein kurzes Lebensbild der Heiligen, die uns trotz ihres nur 24jährigen Erdenwallens ein Beispiel für die in der gegenwärtigen Zeit so notwendige Nächstenliebe gegeben habe. Der Redner wies im Verlauf seiner Ausführungen auf einen kürzlichen Ausspruch des Reichspräsidenten v. Hindenburg hin, der gesagt habe, daß er nach Ablauf seiner Reichspräsidenten- xeit wieder nach dem Osten gehe, denn wo die deutsche Not am größten sei, da gehöre er hin. Dieses Wort möge sich jeder Deutsche einprägen, und zum Vorbild nehmen. Die katholische Kirche proklamiere das System der verständigen Liebe nach innen und außen. Nach weiteren Darbietungen der Reichswehrkapelle und deS Eli^abethchores gab Bischof Dr. Josef Damian Schmitt in kurzen Worten seiner Freude über den eindrucksvollen Verlauf des diesmaligen Katholikentages Ausdruck und ermahnte die Teilnehmer, den in Marburg empfangenen Geist der Hl. Elisabeth auch in die Seelen ihrer Mitmenschen zu pflanzen. Mit dem gemeinsam gesungenen SchLußlied „Großer Gott, wir loben dich..." erreichte die Festversammlung und damit die Tagung ihr Ende. Oberheffen. Gängerfest in Homberg. • Homburg, 15. Juni. 3n den Tagen deS 4.. 5. und 6. Suli feiert der La h n t a l s ä n g e r- b u n d sein 3 7. Bundesfest mit Wertungssingen in den Mauern Hombergs. Der Gesangverein „Frauenlob" verbindet damit sein 7 5. Stiftungsfest. Bis jetzt haben sich schon 21 Bundesvereine mit 1100 Sängern und 12 Ga'tvereine mit 400 bis 500 Sängern angemeldet. Um bei diesem Massenbesuch einen reibungslosen Verkehr zu ermöglichen, vor allem aber, um die Sänger rechtzeitig an den Festort zu bringen, wurde auf Veranlassung des Bundesvorstandes ein Extrazug eingelegt, der um 8.04 Uhr in Gießen abfährt und um 9.11 Uhr in Homberg einläuft. Dieser Extrazug verbleibt in Homberg und geht um 20.56 Uhr wieder zurück, trifft um 22.03 Uhr in Gießen ein und erreicht somit Anschluß in der Richtung Koblenz und Frankfurt. Da der eigentliche Festakt schon am Damstaggbend auf dem Festplah in der Festhalle, nicht in der Stadthalle, stattfindet, ist an diesem Tage bereits mit einer größeren Anzahl von Gästen zu rechnen, für die der Wohnungsausschuh 150 bis 200 Quartiere beschaffen wird. Die vorstehenden Steuerermäßigungen treten nur dann ein, wenn nicht nach anderen Vorschriften des Gesetzes eine weitergehend? Steuerermäßigung zulässig ist. 9. Nach Ärt. 9 Abs. 2 SGG.: Ermäßigung der Steuer in Höhe der MehrausWendung für Zinsen für eine mehr als 25prozentige Aufwertung einer am 31. Dezember 1918 bestandenen Hypothek (Restkaufgeldsorderung ufto.) gegenüber der Zinsaufwendung für eine 25prozrntige Aufwertung. 10. „21 rt. 9 21613": Ermäßigung der auf gewerblich genutzte Räume entfallent^n Steuer, wenn der Eigentümer diese Räume in Wohnungen umgewandelt hat. Die Ermäßigung erfolgt in dem Verhältnis, in welchem die Friedensmiete dieser Räume durch die Umwandlung gesunken ist. 11. „21 r t. 9 21 6 f. 4 a“: Ermi ß gung der S cve:, insoweit Mieträume ohne Verscyulden des Eigentümers länger als einen Monat leer stehen. 12. „21 r t. 9 21 b f. 4 b“: Ermäßigung der Steuer, insoweit die Einziehung der Miete dem Eigentümer nach Lage der Sache nicht möglich ist und die Unmöglich^it glaubhaft gemacht wird. 13. „21 r t. 9 Abs. 4 c": Ermäßigung der Steuer, insoweit gewerblich genutzte Räume durch De- triebSeinschränkungen oder ungünstigen Geschäftsgang nicht nur vorübergehend erheblich geringer ausgcnuht werden als in der Vorkriegszeit. 14. Nach Art. 10 A b s. 1 S G G.: Bei teilweise gewerblichen Zwecken dienenden Gebäuden: Berechnung der Steuer nach einem Steuersatz von 127,5 Rpf. (anstatt 180,75 Rps.), falls der Ge- samtfriedenswert 12 000 Mk. nicht übersteigt und der Wert der nicht gewerblichen Zwecken dienenden Teilen nicht mehr als 7000 Mk. beträgt. 15. „21 rt. 10 Abs.2": Bei nicht vermieteten Eigenhäusern (Einfamilienhäusern» im Friedens- Wert von über 7000 Mk., aber nicht mehr als 10000 Mk.: Berechnung der Steuer nach einem Steuersatz von 127,5 Rpf. (anstatt 160,65 Rps ), falls der Steuerpflichtige für 1929 nicht mehr als 100 RM. Einkommensteuer zu zahlen hatte und der Grundsteuerwert (Vorkriegswert) seines sonstigen Grundvermögens am 1. April 1931 nicht mehr als 10 000 Mk. betragen hat. 16. Auf Grund des Artikels 12 SG D.: Ermäßigung der staatlichen Sondergebäudesteuer IO 1,2« 5i.« 112-* !Ä Ä -S o,# gramm, M Unzeit des Kurorchc« :ollege. Don einem Schallplattenkonzert. 16.30: Stadtpark ' iberg-Feier: Konzert ^-Orchesters. Aach« . Orchesters. 1810: Jin afiaften unD W er Frankfurter Kunst« • gaben“, Vortrag von 5: Spanischer Spr°^ , gelesen von Theos »ata alle.) Komische 2t" tojart. 22.50: W tzesreiungs- und Ermäßigungsniöglichkeiten bei der hessischen sondergebäudesteuer für das Rechnungsjahr 1931. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Landkreis Gictzcn. <£ Langd, 15. Juni. Zur vorgesehenen Beigeordnetenwahl wurde nur ein Wahlvorschlag eingereicht, durch den der bisherige Beigeordnete Hugo R o n t h a l e r wiedergewählt wurde. Unserer Gemeinde blieb diesmal sowohl bei der Bürgermeister-, als auch bei der Beigeordnetenwahl der Wahlkampf erspart. 0 Holzheim, 15. Juni. Die auf den 21. Juni festgesetzte Wahl eines Beigeordneten kann unterbleiben, da bis zur gegebenen Frist nur Hilfen aus öffentlichen Mitteln nicht gewährt worhen find oder falls über das gewährte Daudarlchen erst nach dem 13. Februar 1924 verfügt werden konnte. 4. ..21 r t. 6 216 f. 1 a": Steuerbefreiung für Ein- somilienhäuser mit einer Wohnfläche von nicht mehr als 70 Quadratmeter, die bis zum 1. 3uli 1918 einschließlich bezugsfertig hergestellt, zu diesem Zeitpunkt nicht oder mit nicht mehr als 20 v. H. des Friedenswertes belastet waren und d-ie ausschließlich vom Eigentümer und seiner Familie bewohnt werden. Die Bedingung wegen b:s Flächeninhalts gilt als erfüllt, wenn der FriedenSwert den Wert von 4000 Mk. nicht übersteigt. 5. „Art. 6 21M. 1b“: Herabsetzung der staatlichen und kommunalen Steuer um 1 , ihres Nor- inalbetrags, sofern die Belastung eines Ein- sLinilienhauses am 1. Juli 1918 mehr als 20 v. H. d-os Friedenswertes betragen hat und die übrigen unter 4 genannten Voraussetzungen erfüllt sind. 6 Nach A r t. 7 A b s. 1 S G G.: Bei vor dem 14. Februar 1924 eingetragenen privatrechtlichen wertbeständigen Lasten gemäß der Verordnung über die Eintragung von Hypotheken in ausländischer Währung vom 13. Februar 1920 oder dem Trseh über wertbeständige Hypotheken vom 23. C3uni 1923: Auf Antrag Erstattung der Steuer im Höhe des Geldbetrags, der dem Wert der aus leer Last sich ergebenden laufenden Geldverpflich- tzrng entspricht. Das Gleiche gilt für die aus der Llmwandlung einer schweizerischen Goldhypothek rntftanbencn Frankengrundschulden. 7. „A r t.' 7 A b s. 3": Herabsetzung der staat- liichen und kommunalen Steuer, wenn das Grund- fiiicf am 31. Dezember 1918 entweder unbelastet »ber mit nicht mehr als 30 v. H. des Friedens- ticried dinglich privatrechtlich belastet war. Die Fähe der Steuerermäßigung ist von dem Grad ter Belastung (unbelastet, Belastung bis zu 10 w H., bis zu 20 v. H., bis zu 30 v. H.) abhängig. 3n Ansehung der Belastungsgrenze werden die» j mig-m Goldmarkbeträge auf Antrag berücksich- trgt, die nach dem 31. Dezember 1918 auf den Soldmarkbetrag der an diesem Tage bestandenen privatrechtlich-dinglichen Last abgetragen worden s nd. soweit die Abtragung mehr als 25 v. H. des Soldmarkletrags der Last am 31. Dezember 1918 beträgt. 8. „ 21 r t. 9 21 6 f. 1“: Ermäßigung der Steuer, soweit sie auf die Wohnzwecken dienenden Grund- siiücksteile entfällt, a) um 40 v. H. wenn der ungekürzte Friedenswert (vergl. Ziffer 1) für alle von dem Steuerpflichtigen zu versteuernden Gebäude zusammen höchstens 4000 Mark beträgt, ; b) um 20 v. H., wenn der gesamte ungekürzte Friedenswert wie bei a mehr als 4000 Mark, aber höchstens 6000 Mark beträgt. Bei Ermittelung dieser Wertgrenzen sind die i xewerblichen Zwecken dienenden Grundstücksteile richt zu berücksichtigen, falls der ungekürzte Desamtfriedenswert isiehe Nr. 1) den Betrag von i 02 000 Mark nicht übersteigt. -'M S*«s le. Sä "und Obetbebnrf L ^lvache, auch Asti! r verändert. 21m ?^higung ging l/195 zuruck. 3m . ^.vchwmkm. hübsche Laar fc. Ensichli^anM SÄ11 « bj® Dörse wch Geldmarkt lag un- d-Ä, Monacheld M etwa (i, bis urdr es bann ausbissen wallte, bah lsung sowohl des M-Haltsausschulses ogm um 2,25 v. tz , stultheih um 2 v. tz. a. arktpreise. i Dlxhmmarkt bas Matte 30 bis 35, Dirsing 15 bis 20, 15 bis 20; Damisch- Dohnen 40 bis 45, bis 25, Mschgcmüse Zwiebeln 15 bis 20, Kartoffeln 5 bis 6, ausländische Aeplrl , Kirschen 25 bis 45, ! 25, Erdbeeren 40 Mich? 90 bis 100, e 90 big 100, Siip* itüd: Eier 8 big 9, 140 big 70, Salat 50, Ober-Kohlrabi i, Lauch 5 bis 10; bis 20, Dadieschen as Mnd 45 bs 53 »ffeln 4 bis 5 Mark. Hühneraugen ä’"-™ _ Händen und Füßen, überhaupt alle harten Hautwucherungen werden gründlich auf sauberste und bequemste Art beseitigt durch „Leolin". Packung für mehrmaligen Gebrauch mit genauer Georauchsanweisung 60 Pf- 3n allen Chlorodont- Verkaufsstellen zu haben. auf Antrag um zwei Drittel des Betrags, den der Steuerpflichtige nachweisbar als jährliche Qkrxinfuug und Tilgung solcher Hypotheken auf- wendet, die für notwendig gewordene laufende oder große Instandsetzungen ausgenommen sind lReparaturhypotheken). Der Antrag ist bis zum Ablauf der Einspruchsfrist gegen den endgültigen Steuerbescheid zu stellen. 17. AufGrunddesArtikelsl2SGD: Falls Reparaturkosten nicht schon nach Ziffer 16 zu berücksichtigen sind (Reparatur h y p o t he kl); Ermäßigung der staatlichen Sondergebäudesteuer, wenn in der Zeit vom 1. April 1929 bis 31. März 1932 nachweisbar für lausende oder große Instandsetzungen mehr als 75 v. H. der einjährigen Friekensmiete aufgewendet werden. Die Ermäßigung beträgt zwei Drittel der Mehraufwendung, jedoch nicht mehr, als die Erhöhung der staatlichen Sondergebäudesteuer nach Artikel 13 a des Gesetzes en Wald gehen 68 600 Mark ein. Die Kosten für Waldwirtschaft und Wegbau usw. betragen 50 077 Mark. Die Verpachtung der Jagd bringt 2581 Mark ein. Das Verkehrswesen erfordert 4094 Mark. Aus der Licht- und Kraftversorgung fließen bei 326 Mk. Ausgabe 10 000 Mark Einnahme in die Stadtkasie. Die Wasserleitung erfordert 10 412 Mark Ausgabe und bringt an Wasserbezugsgeld 34 000 Mark ein. Die Verwaltung der Stadt erfordert 44 500 Mark Ausgabe, die Einnahmen dieses Kapitels betragen 3725,60 Mark. Ein fühlbares Zufchußkapitel ist das Schulwesen; die Stadt gibt hierfür rund 42 000 Mk. aus, die Einnahmen betragen 1442,40 Mark. 49 725 Mark werden für Ruhegehälter, Witwengelder und soziale Fürsorge ausgegeben. An Steuern und Brandversicherungsbeiträgen bezahlt die Stadt 11395 Mark. Aus der Sondersteuer gehen 21678 Mark ein. Die Bürgersteuer wurde um 50 v. H. über die Landessätze erhöht. Die Anteile an Reichssteuern betragen 31300 Mark. Der Zinsendienst ersordert 46 473 Mark. Im Kapitel Schuldentilgung sind in Einnahme 15 653 Mark und in Ausgabe 30 622 Mk. eingesetzt. Aus dem Gemeindevoranschlag ergibt sich insgesamt eine Ausgabe für Betrieb und Vermögen in Höhe von 465 357,94 Mark. Als Umlagen werden 115 000 Mark erhoben. . . Nidda, 15. Juni. 3n der Angelegenheit der Beschaffung von Wohnungen für Beamte der hierher zu verlegenden Abteilung des Fsldbrre-.nigungsamts Friedberg wurde jetzt vom Stadtvorstand beschlossen, die erforderlichen Bauplätze zur Errichtung von zwei Wohnhäusern mit je zwei Famllienwohnungen von dem der Sladt gehörigen ehemaligen Slasfelschen Garten in der Bismarckstraße lostenlos Mir Verfügung zu stellen. Die Häuser wollen die hiesigen Bauunternehmer Hermann Drott und Adolf L u p p auf eigene Rechnung erbauen. Sie verlangen eine entsprechende Miete auf 15 Jlahre garan.ie.t, deren Höhe nach den jeweiligen Verhältnissen zu bestimmen ist. Diesem Wunsche hat der Staat auf die Dauer der nächsten zehn Jahre entsprochen und weiter sein Entgegenkommen durch Bewilligung eines Dauzuschusses von 6300 Mark für jede Familienwohnung zu mäßigem Zinsfuß den Bauunternehmern erllärt. Preußen. Kreis Wetzlar. Z K i n z e n b a ch , 15. Juni. Der ledige 44jährige Wilhelm Kloos von hier ist heute morgen in dem landwirtschaftlichen Betriebe seiner Schwester, in deren Haushalt er lebte tödlich verunglückt. Kloos wollte in der Scheune Viehfutter holen und ist dabei von der Gerüstleiter oder vorn Gerüst selbst heruntergestürzt. Seine Schwester sand ihn nach einiger Zeit schwerverletzt in der Scheune liegen. Der bedauernswerte Verunglückte erlag bald darauf den erlittenen Verletzungen. Katholikentag in Marburg. ][ Marburg, 15. 3uni. Den Höhepunkt der Gedächtnisseiern aus Anlaß dos 700iähngen Todestages der Heiligen Elisabeth bildete der Ober- und Niederhessische Katkolikentag für die Dekanate Kassel, Fritzlar und Amöneburg sowie die angrenzenden Diözesen Mainz, Trier und Limburg, der heute in Marburg, der Stadt der Hl. Elisabeth, abgehal'en wurde. Schon in den frühen Morgenstunden sahen Marburgs fahnengeschmückte enge Gassen einen Massenverlel^r; Son- derzüge, Au'os usw. brach'en die Te'lnehmer, teilweise geschlossene Vereine mit Musikchören und Fahnen, heran, unter denen sich die farbenfreudigen Frau entrechten der katholischen Dörfer des Ebsdorser Grundes besonders abhoben. Es mögen wohl 6000 bis 7000 Menschen gewesen sein, welch? sich um 9.30 Uhr im Schloßpark zusammenfanden. Das Schloßvarkih-apr, auf de.sen Bühne zu beiden Seiten eines dort aufgebauten Altars etwa 50 Fahnen und Banner — darunter auch die Vertretungen der katholischen studentischen Verbindungen aus Marburg und Gießen — Aufstellung genommen hatten, konnte bei weitem nicht alle Teilnehmer fa'sen, so daß viele mit Plätzen aus den angrenzenden Parkwcgen vorlieb nehmen mußten. Unter Glockengeläute hielt dann der Bischof von Fulda, Dr. 3ofef Damian Schmitt, mit dem gesamten Domkapitel seinen Einzug und zelebrierte ein feierliches Hochamt. Die Festpredigt hielt der bekannte Kölner Domprediger P. Dionysius Ortsie» f e r, der den Gedächinlstag ter Hl. Elisabeth als einen Tag sieser ernster Besinnung in der gegenwärtigen schweren Notzeit kennzeichnete. Vorträge des katholischen Elisabethchores und gemeinsame Gesänge umrahmten die eindrucksvolle F:ier inmitten der grünenden Gottesnatur. Die Sanitätskolonne hatte während der Fe'er schwere Arbeit, da infolge des starken Sonnenbrandes viele Ohnmachtsfälle unter den Teilnehmern e hx traten. Um 14.30 Uhr fand im Garten des Katholischen Desellenhauses am Rotergrabrn eine Festkund - gebung der Männer und Jünglinge statt, in welcher Pater Lins aus Schlüchtern über das Thema „Wir Katholiken und die neue Zeit" sprach Der Redner hob u. a. hervor, daß sich jetzt in allen Lagern das je nach der Weltanschauung verschiedene Streben geltend mache, eine neue Zeit aufzubauen. Bei diesen Destrebimgen dürfe die katholische Kirche nicht zurückstehen. Nur durch Aulbau einer christlichen Zeit, einer Zeit der Nächstenliebe, unter dem Patronat der Hl. Elisabech, seien die schweren Gegenwartsverhältni.se zu meistern. Nach dieser Kundgebung, die ebenfalls von Gesängen und Musikvorträgen umrahmt war, zogen die TeUnehmer in geschlossenem Zuge zur Fest- versammlung in Stadtsaab und -garten, die ebenfalls bis auf den letzten Platz besetzt waren. Bischof Dr. Josef Damian Schmitt nahm im Stadtsaal Platz, von wo aus die Feier durch Lautsprecher in den Stadtaarten übertragen wurde. I Nach einleitenden Musikstücken der Kapelle des hiesigen Ausbildungsbataillons begrüßte Pfarrer H ü n s e l e r namens der Marburger katholischen Gemeinde die Anwesenden, insbesondere den Bischof mit dem Domkapitel und die Vertreter der verschiedenen Dekanate, der Universi ät, Behörden I usw. Er betonte dabei, daß das deutsche Volk nur „yrafljlti-- -- KB, — 1,281 58,6 112.» 112-63 116,78 0583 22,0« ,873 I 4,2« 16,4 ; 8i,4 ■ 42,36 ! 2 082 > 0,331 ZrandungdesLebens Vornan von Käte Lindner. (Copyright 1931 by Verlag Alfred Bechthold in Braunschweig.) 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Renate sah in ein Gesicht voll südlicher Schönheit. Ahnte halb unbewußt einen Zusammenhang zwischen dieser Frau und ihres Mannes -Unfall. So nahm Wohl eine ganz Fremde nicht Anteil... Hatte sie nicht auch dem Mädchen eingeschärft, niemanden im Hotel einzuweihen in den Vorgang dieser Rächt? Woher kam einer einfachen Frau aus dem Volke der Gedanke, eine solch heikle Angelegenheit mit so viel Delikatesse zu behandeln? Irgendwie Wohl muhte sie mit diesem allen verknüpft sein, Herzensangst stand in den großen, schwarzen Augen der Signora, und wie ein Schrei hatte es vorhin geklungen, der aus tiefstem Herzen kam: „Er lebt!" Aber jetzt kam Renate erst voll zu dem Bewußtsein dieser Votschaft. Was stand sie hier und sann dunklen Zusammenhängen nach, anstatt an seiner Seite jetzt zu stehen. „Führen Sie mich zu ihm", sagte sie rauh und entzog sich Colombos fürsorglichen Händen. 3n wunderlichem Kauderwelsch von deutsch und italienisch flüsterte nun die Signora ihr zu, daß zwei Burschen den Vewußtlosen draußen, nicht weit von ihrer Tür, gefunden und zu ihr ins Haus getragen hätten. 3n ihre eigenen Zimmer habe sie den Signore legen lassen, fügte sie voll Stolz hinzu. Ein Gast sei er des öfteren in ihrer Osteria gewesen, so hatte sie alles getan, was mitten in der Rächt hätte geschehen können. Der Arzt sei sogleich erschienen, was doch ein Wunder sei bei Signore Lobelli, er liehe sich sonst nie gern seines Schlafes berauben. Aber... was sie nicht habe hindern können... die Guardia (Polizei) sei ebenfalls erschienen und habe sofort Anzeige erstattet bei der Behörde. Gewiß sei dies per deutschen Signora nicht nach Willen aber... Mit einem bedauernden Achselzucken schloß Colombo ihre Rede und senkte scheu die schweren Augenlider. Soviel Delikatesse bei einer Gastwirtin... Renate konnte sich eines bitteren Lächelns nicht erwehren. Sie hatte Wohl ganz richtig kombi- niert... Jetzt war man am Ende des langen Korridors angekommen, und Colomba öffnete leise die letzte Tür. Ein junges Mädchen huschte an ihnen vorüber und verschwand. Drinnen herrschte Halbdunkel, nur eine kleine Rachttischlampe beleuchtete schaff ein Ruhebett, darauf Hansheinrich Liskow mit geschlossenen Augen, bleich wie ein Toter, lag. Der Arzt machte sich an einem Seitentisch zu schaffen. Er ging jetzt auf Renate zu, radebrechte in kurzen, abgerissenen Sähen, deren Sinn Renate nur so viel entnehmen konnte, daß ihr Gatte schwer, sehr schwer, aber nicht ganz hoffnungslos verletzt sei. Ihr Blick flog hinüber zu ihm, der bewußtlos lag und sie nicht hören würde. „Wird eine baldige Liebersiedlung in ein Krankenhaus nicht möglich sein, Signore? Ich danke Ihnen herzlichst für alle Bemühungen, der schwere Fall verlangt aber Wohl baldigste klinische Behandlung." r Er hatte Wohl nicht verstanden, nur bei dem Wort klinische Behandlung machte er eine heftige Geste der Verneinung. „Später", sagte er, „später... Jetzt hierbleiben. Tod... Verblutung sonst." Sie senkte ergeben das Haupt und trat an ihres Mannes Lager. Im Schein der Lampe sah sein Gesicht ge- spensterhaft aus, tiefe schwarze Ringe lagen unter den Augen, Schatten malte der Tod Wohl schon, die wachsbleichen Hände zuckten unruhig auf der Decke hin und her. Ein schluchzender Laut rang sich aus ihrer Kehle: sie sank neben dem Lager in die Knie, und ihre Augen bohrten sich angstvoll in sein schattenhaftes Gesicht. „Richt sterben, Hvnsheinrich, nicht sterben. Gutmachen alles, was wir beide gefehlt haben, auch ich trage Schuld", flüsterte sie leise an seinem Ohr. Der Arzt bedeutete ihr, daß er nun für diese Rächt hier nichts weiter tun könne. Diese Bewußtlosigkeit würde anhalten, in der Frühe werde er wieder hier sein. Er verneigte sich kurz, leise klappte die Tür hinter ihm. „Arme deutsche Signora... Arme", klang es da leise an Renates Ohr. Colomba hatte einen Schemel an das Fußende des Bettes gezogen, hielt einen Rosenkranz in den rundlichen Händen und sah mitleidig auf die Knieende. „Wird leben Ihr Mann und mit deutsche Signora heimkehren in Heimat", sagte sie in dem wunderlichen Deutsch, das sie im ilmgang mit den deutschen Gästen schon zu Philippes Zeiten gelernt hatte. Und sie schaute so treuherzig und teilnehmend in Renales Gesicht, daß deren Mißtrauen sich löste in leise Reugier. „Colomba wird beten jetzt, wird beten zur Madonna, daß sie gibt Heilung feinem Tedesco." Ihre rundlichen Finger faßten die Perlen des Rosenkranzes, und die schwarzen Augen senkten sich andachtsvoll. Ihr schöner, weltlicher Mund aber war nicht beteiligt, er sprach die Regungen ihres andachtsvollen Herzens nicht aus, sondern lächelte, unbewußt und sinnbetörend auch hier, wo doch der Tod bereit stand, seine Hand aus- zu st recken nach dem Opfer. Wie reizend ist diese Frau, aber sonderbar, dieses Monalisalächeln verläßt sie nicht einmal, wenn ihr Herz in Andacht versinkt. Wenn sie die Llrscnhc von Hansheinrichs Begehren war, dann tonnte man dies beinahe verstehen, er hat unstreitig viel Schönheitssinn, dachte Renate, zum Verzeihen geneigt. Colomba drüben tat soeben einen tiefen, inbrünstigen tAtemzug. Da stand Renate leise auf, rückte sich een anderen Schemel an ihre Seite und flüsterte: „Können Sie mir vielleicht sagen, wie dies alles geschehen konnte?" Colomba ging wie eine Maus in die auf gestellte Falle Flüsternd erzählte sie alles der aufmerksam lauschenden Gattin. Wie der feine Signore oft, sehr oft gekommen sei in die Osteria „Zu den tausend Freuden", der ihr Gatte, der gute Philippe selig, im Lieberschwang seines Glückes einst und als Erinnerung an seinen Aufenthalt in China (ein weltgereister Mann sei ihr Philippe getoefen, dies könne die feine Signora wohl glauben) den Ramen gegeben. Also ein Stammgast sei er gewesen hier, dies habe Massimo geärgert und Mario, diesen wilden Mario, dem das Messer so lose säße in der Tasche. Lind nicht vorsichtig sei der Deutsche gewesen, oft habe sie ihn gewarnt vor Mario. Heiraten wolle der sie und eifersüchtig sei er gewesen auf jeden, der in ihrem Hause Einkehr gehalten. Lind sie sei doch eine anständige Frau, dies forme die Signora wohl glauben, und wer ein Albergo habe und eine Osteria, der müsse mit jedem wohl freundlich fein. Aber sie wisse freilich, was sich schicke, und den guten Ruf ihres Hauses habe sie gewahrt bis auf den heutigen Tag, dies könne die Signora wohl glauben. Lind den Schlingel, den Mario, habe die Guardia (Polizei) noch in dieser Rächt fcstgenommen und abgeführt, der Maleotti habe ihr dies gesagt. Eine schwere Strafe würde ihn erwarten, und wenn der Tedesco, was Gott verhüten möge, nicht davonkommen würde mit dem Leben... dann könne er sich gratulieren, der Mario. Ihre Finger griffen wieder nach dem Rosenkranz, und jetzt war auch das Lächeln verschwunden. Jetzt bewegte sie die Lippen und flüsterte, und Renates Augen waren wieder groß und voller Angst auf das bleiche Gesicht da drüben gerichtet, auf dem die Todesschatten lagen. „Vater im Himmel, laß ihn nicht sterben", schrie auch ihr Herz inbrünstig im Gebet. „Meine Liebe zu ihm ist nicht tot, nur lag sie wie eine Flamme unter der Asche, die Liebe ist langmütig und von Herzen demütig, steht in der Schrift. Richt langmütig genug war die meine, Gottvater. Strafe ihn und mich nicht dafür." * „Was ist das jetzt mit dem Russen", sagte der Direktor zu Miß Macdonald, der englischen Gesellschaftsdame des Savoyhotels und fuhr sich verzweiflungsvoll in die Haare. „Er läuft hier herum wie ein Irrer, ist oft stundenlang nicht aufzufinden und kommt sehr widerwillig seinen Verpflichtungen nach. Die Damen beschweren sich über Petrowitsch. Was zum Teufel mag in ihn gefahren sein, Miß Macdonald? Wean wir uns alle hier so gehcnlassen würden, was sollte dann aus unserem Ruf werden? Wenn er sich nicht zu- lammennimmt, muh er gehen. Aber wo nehmen wir gleich einen anderen her, der seine Pflichten übernimmt? Da liegt der Hase im Pfeffer. Lind unsere Dauergäste würden ihren Liebling schwer vermissen. Ich meine natürlich die Damen. Miß Galvestone zum Beispiel." Die Engländerin zuckte die Achseln. „Er wird es nicht darauf anfommen lassen", sagte sie. „Er wird doch seine Stellung hier nicht verlieren wollen, es muß ihm eben gesagt werden. Sein verstörtes Wesen ist auch mir schon aufgefallen. Wer weih, was ihm das Leben beschwert. Sie sollten der Sache auf den Grund gehen, sollten ihn direkt fragen, was ihn bedrückt. Er ist eine sehr annehmbare Aquisition, wo fänden wir gleich einen Eintänzer mit derartigen Qualitäten? Er darf nicht fortgeschickt werden." „Er darf nicht fortgeschickt werden", äffte der andere ihr ärgerlich nach. „Sie haben gut reden, meine Liebe. Stecken Sie einmal in meiner Haut, dann würden Sie ebenfalls in Verzweiflung geraten. Alles kommt zu mir mit seinen Klagen, mit Vorschlägen, wie ich alles bessermachen könnte. Herr Direktor hier, Herr Direktor da. Wenn sich meine fünf Sinne eines Tages'verwirren sollten, wie es mir bei diesem Petrowitsch der Fall zu sein scheint, es wäre fein Wunder, Mist Macdonald. Zu all' diesen widerwärtigen Kleinigkeiten kommen die anderen Ereignisse. Dieser rätselhafte Verlust von Lord Balymores Brieftasche, er behauptet nach wie vor, sie nicht verloren, sondern im Schreibtisch verschlossen zu haben, was ich nicht glaube. Diese Herrschaften sind reichlich vergeßlich, auch sorglos. Kann sie ihm nicht ebensogut brau* hen auf dem Quai ein Taschendieb aus der Tasche gezogen haben? Aber nein, aus dem Hotel behauptet er, auch noch mit einer ziemlich hohen Summe. Lind dabei zeigte das Schloß nicht die leiseste Veränderung. Linser Detektiv ist ratlos, nicht die leiseste Spur zeigt sich, der er nachgehen könnte. Lind dazu nun dieser Fall mit Herrn Liskow. Peinlich, äußerst peinlich, wenn der Lieberfall auch nicht im Hotel Itaftfanb. Aber es geschah doch einem Gast des Savoyhotels und schädigt unfern Ruf. Es war durchaus kein -Unfall, wie die Gnädige uns durchaus weihmachen wollte. Er ist regelrecht auf der Straße überfallen worden. Eine dunkle Geschichte übrigens, die noch der Aufklärung bedarf... Wenn das so weitergeht, bekommt man das Leben satt." „Eine neue Hiobsbotschaft wollte ich Ihnen gerade überbringen, Herr Direktor, die aber ebenfalls noch der Bestätigung bedarf. Mademoiselle Gallieur vermißt seit gestern ein sehr wertvolles Drillantarmband und behauptet ebenfalls, daß sie es nicht getragen, also nicht verloren haben kann. Sondern dah es in einer Schmuckschale aus dem Toilettentisch gelegen habe und aus dem Zimmer heraus verschwunden sei. Sie wollte erst noch einmal mit der Jungfer sämtliche Schubfächer und Kasten durchsuchen, ehe sie diesen neuen Fall der Direktion zur Anzeige bringt." Er starrte ihr mit entgeisterten Augen ins Gesicht. Dann schüttelte er die überschlanke Miß derb an den Schultern, alle Würde außer acht lassend und schrie: „Lind das sagen Sie mir erst jetzt? Auch wenn es noch der Bestätigung bedarf? Schon die Vermutung eines erneuten Diebstahls genügt, um sämtliche Gemüter hier in Helle Aufregung zu versehen. Ich werde mich sofort hinaufbegeben zu Mademoiselle Gallieur und sie um eine Unter* rebung bitten lassen. Fehlt bas Armband wirklich, so werde ich die Dame bitten, vorläufig tiefstes Stillschweigen über diesen neuen Fall zu bewahren, wir werden ihr das Armband ersehen und ein anderer Detektiv wird beordert. Unser Signore Patchelli wird eben alt, und fein Spürsinn läßt nach. Hat Mademoiselle Gallieur einen Verdacht ausgesprochen?" (Fortsetzung folgt.) Schonend dringt ihr seidenweicher Schaum in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde und kräftige Hautatmung. Und was das bedeutet, merken wir Erwachsenen an uns selbst: Wohlbefinden und Gesundheit hängen von ihr ab. VÄden ersten zehn Jahren nur ^.die milde, reine, nach ärztlicher Vor- schrift für die zarte, empfindliche Haut der Kleinen besonders hergestellte NIVEA KINDERSEIFE ’ d. k, reiben Sie sich vor dem Sonnenbade kräftig mit NIVEA-CREME NIVEA-ÖLIu. Massage-Öl] ein. Beide enthalten das hautpflegende Euzerit Beide vermindern die Gefahr schmerzhaften Sonnenbrandes, beide bräunen Ihre Haut, auch bei bedecktem Himmel Nivea-Creme wirkt bei Hitze angenehm kühlend. Nivea-01 schützt Sie bei unfreundlicher Witterung vorm „Frösteln" und damit vor Erkältungen. Nie mit nassem Körper sonnenbaden! 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