Nr. 113 Erstes Matt 181. Zahrgang Samstag. 16. Mai 1931 Lrlcheivr täglich,autz« Sonntags und fttiertag* Beilagen: Ote Illustriertr Vießener Famllienblättv Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugsvrels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern mfolge höherer Gewalt. 8ernsprechanfchlüsie anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Bnjelaer (Sieben. postschecktonlo: granffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger sm Oberhessen Vrvck und Verlag: vrLhl'sche Untverfitätt-Vuch- und Stehtöruderei L Lange in Sietzen. Schriftieitung und Seschästsftelle: Zchulsttatze 1. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" 0 mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Absage an Briand. Der 13. Mai, an dem die französische Nationalversammlung zu Dersailles im Lustschloß des Sonnenkönigs das neue Staatsoberhaupt der dritten Republik kürte, war ein Tag der Überraschungen, wie sie die wechselvolle, von persönlichen Stimmungen und politischen 3n- triguen x beeinflußte Geschichte des modernen Frankreich zahlreiche kennt. Briand, der vielgewandte. listenreiche Odysseus, der „gute Europäer", dessen Friedenspolitik die Deputierten eines siegreichen, saturierten und um die Sicherstellung seiner Hegemonie besorgten Frankreich erst vor wenigen Tagen einhellig Beifall klatschten, erlitt eine Niederlage, wie sie auch in seinem an peinlichen Zwischenfällen reichen politischen Leben beispiellos sein dürste. War es eine Falle, die d.r Gegner seiner Außenpolitik dem alten Fuchs gestellt hatten, um ihn, der eben noch ein glänzendes Bertrauensvotum der Kammer erhalten hatte, dadurch von der Leitung des Quai d'Orsay zu entfernen, daß sie ihn die Treppe hinausfallen ließen? Oder war es die Stimmung des Boltes, der sich sv zahlreiche Abgeordnete nicht zu entziehen vermochten? Nahmen Bürger und Bauern, deren Einfluß auch bei der geheimen Präsidentschaftswahl nicht unterschätzt werden darf, an Driands europäischem Mäntelchen, an dem genialen Zug des glänzenden Redners und verschlagenen Politikers Anstoß und zogen ihm den nüchternen, biederen, korrekten D o u m e r vor, den Prototyp ihrer selbst, der seinen Patriotismus mit der Hingabe von vier für Frankreichs Ehre gefallenen Söhnen unter Beweis gestellt hatte? Was bei dem Ergebnis des 13. Mai schließlich den Ausschlag gegeben haben wird, ein geschickt angelegter Feldzug ge° ?en Driand oder stimmungsmäßige Impondera- ilien, wird stets verborgen bleiben. Vielleicht mußte aber beides zusammenkommen, um Briand zu Fall zu bringen. Driands Kandidatur wurde von der Linken, die anscheinend um einen zugkräftigen Kandidaten verlegen war, schon lange erörtert, aber der Außenminister selbst hatte stets jeden Gedanken an eine Bewerbung um die Präsidentschaft mit der Begründung abgelehnt, daß er so bald nicht von der Leitung des Außenministeriums zu scheiden gedenke, noch dazu in einem Augenblick, wo die Organisierung einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit Europas und die große Abrüstungskonferenz vor der Tür stehen. Die Linke erhielt Zuzug aus den Kreisen um Tardieu, dem man wohl, ohne seiner Redlichkeit zu nahe zu treten, nachsagen darf, daß er bei seiner Stimmungsmache für Driand den Hintergedanken hatte, dann sich selber oder wenigstens einen ihm genehmeren Mann in den Quai d'Orsay zu lancieren. Als Driand auch dann noch nicht zog, ja jetzt vielleicht mißtrauisch wurde, als ihn Leute bestürmten, die vor noch nicht langer Zeit stets bereit gewesen wären, ihm ein Dein zu stellen, schoben seine falschen Freunde sachliche Gründe vor. Driand, so sagten sie, dürfe sich ihrem Rufe schon deswegen nicht entziehen, weil seine Wahl zum Präsidenten der Republik die einmütige Solidarität Frankreichs mit Driands Friedenspolitik vor aller Welt dokumentieren solle. Das Dekenntnis der Nationalversammlung, durch deren Mund das französische Volk selber spreche, werde die wertvollste Stühe sein im Kampf um Frankreichs europäische Stellung, die jetzt von allen Seiten berannt werde. Jetzt war für Driand ein Ausweichen schwer geworden, wo man seine Person mit seiner Außenpolitik gleichsehte und seine Kandidatur gleichsam als neuen Prüfstein dafür forderte, wie weit die Nation mit ihm ginge. Driand hätte auf das erst wenige Tage zurückliegende Votum der Kammer verweisen können, aber vielleicht hat ihn gerade di« Erinnerung an diese Vertrauenskundgebung der Deputterten bewogen, seinen Widerstand aufzugeben und sich als Kandidat für die Präsidentschaft zur Verfügung zu stellen. Er mag sich gesagt haben, daß seine Außenpolitik im Grunde genommen auf einen toten Punkt gekommen ist und daß es klug sei, rechtzeitig für einen guten Abgang Sorge zu tragen. Aber er wird sich auch von den politischen Gruppen, die seine Nominierung wünschten, Garantien haben geben lassen, die ihm seine Wahl als gesichert erscheinen ließ. Um so größer wird seine Enttäuschung gewesen sein, als nun doch der Senatspräsident Doumer das Rennen machte. Driand hat selber das Gefühl gehabt, daß das Votum der Nationalversammlung nicht nur seiner Person als Dewerber um die Präsidentschaft galt, sondern auch seinem außenpolitischen Kurse, daß zumindest die Vorgeschichte seiner Präsident» schaftskandidatur diesen Schluß offen läßt. Er hat deshalb um seine Entlassung nachgesucht und erst die gemeinsamen Vorstellungen des Präsidenten Doumergue, des designierten Präsidenten Doumer und des Ministerrats haben es vermocht, ihn zu bewegen wenigstens auf der soeben begonnenen Genfer Tagung des Europa-Ausschusses und des Völkerbundsrats Frankreich noch einmal zu vertreten. Man scheint sich jedoch darüber einig zu sein, daß es das letztemal sein wird und daß Driand spätestens die traditionelle Demission des Gesamtkabinetts beim Präsidentenwechsel am 13.3uni zum Anlaß nehmen wird, endgültig seinen Rücktritt in das Privatleben zu bewerkstelligen. Damit hätten die Kreise um Tardieu und Genossen durch ihre 3ntriguen mehr erreicht, als sie erwartet hatten. Driand wird vermutlich zumindest für längere Zeit gänzlich von der Bildfläche verschwinden und der Weg zum Quai d'Orsay ist für einen der ihrigen frei. Francois Der Europaausschuß tagt in Genf. Oer britische Außenminister inszeniert eine Vertrauenskundgebung für Briand. Briands Abschied von Paris. Die letzte Fahrt nach Genf. Paris. 15. Mai. (TU.) Driand hat Pa- ris am Donnarstag kurz vor 22 Uhr verlassen und sich in Begleitung des Unterstaatssekretärs im Landwirtschaftsministerium, Francois Poncet, und seines Kabinettschefs Leger, sowie einiger anderer höherer Beamter aus dem Quai d Orsay n a ch G e n f begeben. Eine große Anzahl Parlamentarier und ehemaliger Minister hatte sich am Bahnhof eingesunden, um von ihm Abschied zu nehmen. Auch Ministerpräsident Laval hatte sich vertreten lassen. Man überreichte dem Außenminister, der sich bei bester Laune befand, einen großen Blumenstrauß und versuchte noch in letzter Minute eine Erklärung über seine zukünftige Haltung zu erlangen. Briand fügte seinen bisherigen Aeußerungen nichts hinzu, so daß man lediglich weiß, daß er voraussichtlich bereits in derlaufendenWochenach Pariszurückkehren wird, um sodann seinen endgültigen Abschied zu nehmen. Ministerpräsident Laval würde in diesem Fall die Führung seiner Geschäfte bis zum Rücktritt der Gesamtregierung am 13.3uni übernehmen. Man rechnet damit, daß der Nachfolger des „Locarno-Ministers", wie man ihn hier nennt, der jetzige Unterstaatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und im Ministerpräsi- dium, Francois Poncet, sein wird. Am Freitagvormittag ist B r i a n d in Genf ein- getroffen. Wie von maßgebender französischer Seite mitgeteilt wird, wird Briand nach den bisherigen Dispositionen im Hinblick auf seine Demission als Außenminister lediglich der Tagung der Europakommission in seiner Eigenschaft als Präsident beiwohnen, jedoch an denDerhandlungendesRates über das deutsch-österreichische Zollabkommen nicht mehr teilnehmen. Frankreich wird im Rat vielmehr durch Poncet vertreten sein, dessen enge Beziehungen zu der französischen Schwerindustrie bekannt sind. Poncet hat auch an dce Ausarbeitung der neuen französischen Pläne, besonders an der Agrarkreditfrage, entscheidend mitgewirkt. Briands Bericht. Das'Arbeitsprogramm des Europa« ausfchujfes. Genf, 15. Mai. (WTB.) Unter starkem Andrang von Delegierten, Pressevertretern und Publikum wurde heute vormittag nach einer ganz kurzen vertraulichen Beratung die dritte Tagung des Europaausschusses mit einer öffentlichen Sitzung auf der Glasveranda des Völkerbundshauses durch Briand als Vorsitzenden des Ausschusses eröffnet. 3n einer schriftlich ausgearbeiteten Ansprache, die in 3nhalt und Vortrag auch bei Erwähnung des deutschen Antrages völlig leidenschaftslos klang, gab Briand einen Ueberblick über die bisherigen Arbeiten des Europaausschusses, insbesondere auf dem Gebiet der Getreidewirtschaft und des internationalen Kreditwesens. Er betonte, daß die Wirtschaftsfragen nicht der einzige De- ratungsgegenstand des Ausschusses seien, daß sie aber gegenwärtig einen Grund zur Zwietracht darstellten, den zu beseitigen eine wichtige Aufgabe sei. Briand stellte fest, daß die Arbeiten des Ausschusses bisher einen normalen Verlauf genommen hätten, und daß die festgesetzten Fristen eingehalten werden konnten. Es ergebe sich eine positive Bilanz, die, wenn nicht zur Befriedigung so doch zur Zuversicht berechtige. Der Ausschuß habe jetzt eine neue schwierige Etappe zurückzulegen. Er habe sich auf Antrag von Dr. Curtius mit der Frage der Zollbeziehungen in Europa zu beschäftigen. Dabei werde jede Regierung ihren Standpunkt freimütig darlegen, aber die Gesamtinteressen zu berücksichtigen haben, so daß ein Werk der Solidarität und der allgemeinen Wohlfahrt zustandekomme. Driand charakterisierte schließlich -die Deziehungen des Europaausschusses zum Völkerbundsrat dahin, daß der Völkerbundsrat für die Achtung des Rechtes zu sorgen habe, während es die Aufgabe des Europaausschusses sei, auf dem Wege der Erfüllung der wirtschaftlichen Dedürfnisse rüstig vorwärtszuschreiten. Henderson gab bann im Namen der Ausschußmitglieder der Hoffnung Ausdruck, daß Driand auch weiterhin Leiter der französischen Außenpolitik bleiben möge. Driand sei nicht nur ein großer französischer, sondern darüber hinaus ein großer internationaler Staatsmann, der sich die größten Verdienste um den Frieden und die Zusammenarbeit der Völker erworben habe. Henderson betonte, es liege ihm fern, sich in die innenpolitischen Verhältnisse Frankreichs einzumischen. 3edoch besitze Driand heute ohne Zweifel das allergrößte Vertrauen, wenn auch seine Stellung heute nicht die gleiche sei wie vor wenigen Tagen. 3m 3n- teresse des Völkerbundes und der Europakommission sei dringend zu wünschen, daß Driand weiter auf dem entscheidenden Posten des Leiters der französischen Außenpolitik bleiben werde. Driand dankte mit dem ihm eigenen Pathos für das Vertrauensvotum, das vielleicht nicht von allen Mitgliedern der Kommission in gleicher Weise geteilt würde. Er habe sein ganzes Leben lang versucht, für den Frieden zu wirken und beglückwünsche sich, daß er in der Genfer Atmosphäre und in der friedlichen Zusammenarbeit der Völker eine leitende Stellung habe einnehmen können. Unabhängig von allen Schwankungen und Zwischenfällen des öffentlichen Lebens werde er weiter im Sinne des Friedens wirken. Er würde, ob er nun Leiter der französischen Außenpolitik bleibe oder als alternder Pilger mit dem Stab« in der Hand sein Leben weiterwandeln werde, sich immer mit allen Kräften für den Gedanken des Friedens einsehen. — Diese scheinbar völlig unvorbereitete Vertrauenskundgebung für Driand wird allgemein dahin gewertet, daß Henderson damit die durch die letzte Präsidentschaftswahl in Frankreich stark | geschwächte Stellung Driands festigen und I die Aussichten für die Wiedereinnahme des Auhenministerpostens durch Driand habe stärken I wollen. Das Zollabkommen auf her Tagesordnung des Montag. Oie Deutschen werden unter Druck genommen. — Erste Verhandlungen der Außenminister. Genf. 15.Mai. (TU.) Die erste Zusammenkunft zwischen Dr. Curtius. Briand, hender- s o n und Grandi dauerte zweieinhalb Stunden. Schober Hal an den Verhandlungen nicht teilgenommen. Unmittelbar nach der Unter- rcdung-fand eine interne Zusammenkunft zwischen Curtius und Schober statt. Ueber das Ergebnis der Aussprache zwischen den vier Außenministern wird von allen Seifen strengstes Stillschweigen bewahrt, von deutscher Seite wird lediglich mitgeteilt, daß eine Aussprache über die taktische Behandlung der wirtschaftspolitischen Fragen und des deutsch-österreichischen Iollprolo- kolls in den Verhandlungen des Curopaausfchufses und im Völkerbundsrat statlgefunden hat und daß Henderson, Grandi und Briand eine Verständigung über das weitere Arbeitsprogramm mit Curtius als dem amtierenden Ratspräfidenlen versucht haben. Cs ist vereinbart worden, daß am Samstagvormit- lag die Generalaussprache im (Europa- Ausschuß über die allgemeinen wirtschaftspolitischen Fragen beginnt. Die grundsätzliche Aussprache über das Zollabkommen wird dagegen er st für Montag erwartet, da offenbar die Absicht besieht, zunächst noch die offiziellen Verhandlungen hierüber hinauszuzögern, um in der Zwischenzeit die Verhandlungen hinter den Kulissen sortführen zu können. Cs bestehl in unterrichteten Kreisen übereinstimmend die Auffassung, daß sich, wie seit langem erwartet, die Gegensätze verschärft haben. Von englischer und französischer Seite wird ein ungewöhnlich starker Druck auf die deutsche und die österreichische Regierung aus- geübf, um sie zu einer Aufgabe des Zollabkommens zu bewegen. Auf deutscher Seite wird aber ausdrücklich gellend gemacht, daß sich an der Haltung der deutschen und der östereichischen Regierung zu den Zollplänen nicht das gering sie geändert habe-und diese Tatsache in den vertraulichen Verhandlungen der Außenminister auch in aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht worden sei. Der Kanzlerbefuch in Chequers. Das vorläufige Programm. ßonbon, 15. Mai. (END.) Das Programm für den D e s uch des deutschen Reichskanzlers und des ReichsauhenMinisters in Chequers ist jetzt so gut wie fertiggestellt, wenn auch vielleicht noch einige lÄnzel- Poncet, ein Mann, dem man gute Kenntnis der großen wirtschaftspolitischen Zusammenhänge und einen kühlen. Haren Kopf nach rühmt, ist anscheinend ausersehen, Driands Nachfolger im Außenministerium zu werden. Wenn seine Politik hält, was sein Ruf verspricht, wird Deutschland Herrn Driand gewiß keine Träne nachweinen. Dessen Friedensschalmeien klangen für deutsche Ohren recht verstimmt und seine letzte Kammerrede gegen die Zollunion war schon eher eine Kriegsdrommete. dessen schmetternde Fanfaren sich nicht einmal mit innerpvlitischen Rücksichten entschuldigen ließen. Driands Politik litt stets an einem Mangel an Aufrichtigkeit. Wenn Driand den Frieden predigte, so meinte die Kammermehrheit, die ihn stützte, den „Frieden" des Versailler Diktats. gesichert durch französische Kanonen und Tanks, Schlachtschiffe und U-Doote. Sagte der Außenminister „Paneuropa" so meinte das Parlament, das ihm Beifall klatschte, ein unter der französischen Hegemonie zusammengefahtes Europa, durch Militärbündnisse umllammert und französischem Wirtschaftsimperialismus dienend. Diese schillernde Zweideutigkeit der Briand^chen Außenpolitik mochte Naturen wie Poincare lästig und schädlich erscheinen, obwohl hinter ihrem Mantel Frankreichs Machtstellung, militärisch wie wirtschaftlich, bis zur letzten Position ausgebaut werden konnte. Auch manchen Senatoren und Deputierten, die in offener Kammersihung den mit rhetorischem Schwung vorgetragenen Thesen Driands nicht zu widersprechen wagten, mögen seine Gedankengänge zu kompliziert, seine Politik als ein zu gewagtes Spiel erschienen fein und sie haben sich nicht gescheut, in der geheimen Abstimmung der Nationalversammlung ihre Stimme gegen Driand in die Waagschale zu werfen. Nun protestieren dieselben Parteigruppen, die Briands Wahl zum Präsidenten der Republik als eine Bestätigung seiner „Friedenspolitik" forcierten, mit großer Entschiedenheit dagegen, daß man draußen in der Welt und besonders bei uns in Deutschland den Ausfall der Wahl nicht nur als Niederlage Briands, sondern auch als eine Absage an seine „Friedenspolitik" auffaßt. Man spricht von rein innerpolitischen Borgängen, die für den Kurs der Außenpolitik keinerlei Bedeutung haben roür* den, kann aber doch nicht umhin, zuzugeben, daß alle offenen und geheimen Gegner Briands sich in Versailles züsammengefunden haben, um dem Außenminister den Hals umzudrehen. Gewiß mag man mit einiger Berechtigung einwenden, daß die Nationalversammlung sich in ihrer Mehrheit weigerte, durch die Wahl des Deputierten Briand gegen eine geheiligte Tradition zu verstoßen, die bislang fast immer ein Mitglied des Senats mit der höchsten Würde des Staates bekleidete. Auch mögen viele Wähler es für traditionswidria gehalten haben, einen Mann, der sich politisch so exponiert hatte, wie Briand, zu dem mehr repräsentativen Amt des Präsidenten der Republik zu küren. Bei allem bleibt doch der fatale Beigeschmack, daß die Nationalversammlung mit der Absage an Briand einer .schärferen Tonart, einem eindeutigeren Kurse in der Außenpolitik das Wort reden wollte. Wir werden jedenfalls gut tun, uns an dieses Votum zu halten und uns keinen Täuschungen hinzugeben, und vielleicht werden wir dabei nicht einmal schlechter fahren. Denn die Politik einer deutsch-französischen Verständigung hat, wenn sie Erfolge von Dauer haben soll, nach den schweren Rückschlägen des letzten Jahrzehnts nur dann überhaupt einen Sinn, wenn sie die Gleichberechtigung beider Parteien als Grundlage anerkennt und ohne Hintergedanken eine Reorganisation Europas zum Ziel hat, die auch Deutschland leben läßt. Mit paneuropäischen Gedanken, die lediglich dazu dienen, die Verewigung der französischen Hegemonie zu verschleiern, und im gleichen Augenblick verleugnet werden, wenn andere Nationen sich unterfangen, die ersten Schritte von der Theorie in die Praxis einer europäischen Solidarität zu tun, kommen wir nicht weiter. Ob nun allerdings der neue Präsident der Re- publik, Paul Doumer, der Mann ist, einen außenpolitischen Kurswechsel in diesem Sinne einer klaren und aufrechten Auseinandersetzung zwischen beiden Völkern zu fördern, erscheint seiner ganzen politischen Vergangenheit nach doch recht fraglich. Dabei darf nicht unterschätzt werden, welchen Einfluß der Präsident auch im Rahmen seiner verfassungsmäßig begrenzten Befugnisse auf die politische Entwicklung seines Landes auszuüben vermag. Schon allein feine Aufgabe der Kabinettsbildung räumt ihm durch die Auswahl der mit der Leitung der Staatsgeschäfte betrauten Persönlichkeiten außerordentliche Möglichkeiten ein. Der Vorsitz im Ministerrat und die genaue Kenntnis aller außenpolitischen Verhandlungen und Abmachungen geben einem Präsidenten von politischem Format, dessen persönliches Interesse über das rein repräsentative seines Amtes hinausgeht, ebenfalls die Möglichkeit starker und nachhaltiger Einflußnahme. Man braucht sich nur an Poincares Präsidentschaft erinnern, um zu wissen, daß es für den künftigen außenpolitischen Kurs Frankreichs keineswegs belanglos zu sein braucht, welche Einstellung der neue Herr im Elysee zu den großen Problemen hat oder, wenn er selber keine ausgesprochene Persönlichkeit ist, welche politischen Gruppen den neuen Staatspräsidenten unter ihre Fittiche nehmen werden. Die Leute, die Paul Doumer nach vorne schoben und damit endlich den Ehrgeiz eines 74jährigen Greises befriedigten, der schon vor einem Diertel- jahrhundert nach der gleichen Würde strebte, diese Leute, an ihrer Spitze Franklin-Bouillon, werden sich gewiß redlich Mühe geben, ihn in der Hand zu behalten. Gelingt ihnen das, dann werden wir von dem neuen Herrn nicht viel Gutes erwarten dürfen. heilen einer Abänderung unterworfen sein werden. Die beiden deutschen (Staatsmänner werden am 5.Juni in London eintreffen. Noch am Abend desselben Tages findet ihnen zu Ehren ein D a n* kett im Foreign Office statt, und am folgenden Tage, Samstag, den 6. Juni, begeben sie sich in Kraftwagen nach Chequers, wo sie zum Frühstück eintreffen werden. Der Reichskanzler und der Reichsauhenminister verlassen Chequers wieder am Sonntagnachmittag. Am Montag gibt die englisch - deutsche Vereinigung den deutschen Staatsmännern ein Frühstück. Am Rachmittag findet ein Tee und Empfang im Institut für auswärtige Angelegenheiten statt, und am Abend gibt der deutsche Botschafter ein offizielles Bankett auf der deutschen Botschaft, zu dem die Mitglieder der britischen Regierung, die Führer der Oppositionsparteien und die höchsten Beamten des Foreign Office mit ihren Damen geladen sind. An das Bankett schließt sich ein großer Empfang an. Am Dienstag, den 9. Juni, fahren der Reichskanzler und der Reichsauhenminister über Southampton nach Deutschland zurück. Bei ihrem Besuch werden, wie Reuter zu berichten weiß, Reichskanzler Brüning und Reichsauhenminister Dr. Curtius auch vom König im Buckingham-Palast empfangen werden. Deutscher Sieg vor dem Haager Gerichtshof. Die deutschen Minderheitenschulen in Ostoberschlesien. Haag, 15. Mai. (WTB. ) 2n einer öffentlichen Sitzung hat der Ständige Internationale Gerichtshof seine gutachtliche Entscheidung im deutsch-polnischen Streitfall wegen des Besuches der deutschen Minderheitenschulen in Polnisch-Oberschlesien bekanntgegeben. Der Gerichtshof hat sich in dieser Entscheidung völlig auf den deutschen Standpunkt gestellt und die Frage, ob denjenigen Kindern, die auf Grund der im Jahre 1927 in Polnisch-Oberschlesien abgehaltenen Sprachprüfungen von den deutschen Minderheitsschulen ausgeschlossen worden sind, auch jetzt noch im Hinblick auf diese Tatsache der Zugang zu den Minderheitenschulen verweigert werden könne, gemäß dem deutschen Antrag in negativem Sinne beantwortet. Diese Entscheidung wurde mit elf Stimmen gegen die eine Stimme des polnischen Beisitzers des Gerichtshofes abgegeben. Die französische Rechte. Die Fraktion Marin fordert Aufrechterhaltung der Verträge. Paris, 15.Mai. (WTB.) Die Republikanische Vereinigung, der rechte Flügel der bürgerlichen Fraktionen Frankreichs, hält unter dem Vorsitz von Louis Marin in Lyon ihren Iahreskongreß ab. Der von dem elsässischen Abgeordneten Oberkirch vorgelegte Bericht über die auswärtige Politik verurteilt die deutschösterreichische Zollunion als Verstoß gegen die Verträge und fordert schnelle und wirksame wirtschaftliche und finanzielle Hilfe für Frankreichs „treue Alliierte" Tschechoslowakei, Südslawien, Rumänien und Polen, ferner die uneingeschränkte Anwendung des Bvungplans ohne Schmälerung des Gläubigeranspruchs Frankreichs. Mit der Behauptung, daß Frankreich bereits große ^Konzessionen in der Sicherheitsfrage ge- änacht habe, wird verlangt, daß bei der Ab- zrüstungskonferenz FrankreichsDerteidigungsmittel solange unangetastet bleiben, als die Friedens- -organisation nicht auf solider juristischer Grundlage und einer wirksamen internationalen Streitmacht beruhe. Zum Schluß wird die Aufrecht- erhaltung der Verträge gefordert, die allein eine wirtschaftliche und finanzielle Zusammenarbeit der Völker begünstigen könnte. Der Fliederbusch des Kätchens von Heilbronn. Von Anton Schnack. Er, der uralt ist, geneigt von der Last vieler Jahre, vieler stürmischer Winter, herzlicher Frühlinge, glühender und von Gewittern befegter Sommer, der das Geheimnis einer tiefen uitö rätselhaften Liebe überschattete, wächst an der Lende eines Bergstrahenhügels, der so feurig ist, daß Wein und Edelkastanien auf ihm gedeihen. Im Schatten einer verwahrlosten und dunklen Mauer hat er seine Wurzeln in den Boden eines Ruinenhofes gesenkt, um hier, müde und fast schon legendenhaft, zu sterben. Vielleicht wölben sich iwch die Rächte eines Jahrzehnts über chn. Vogel werden sich, vorüberziehend, auf ihn setzen, Madchenherzen werden Glanz und Erschütterung aus der Hypnose seines Daseins und seiner Vergangenheit mit sich in die Städte und die Fluß- dorfer nehmen. Er wird sterben. Er wird sterben und doch ewig lebendig bleiben, denn die Liebe hat btefen Dusch begnadet und zum Heiligtum gemacht. ^eJ*er tem Dorfe Schriesheim wächst er im morschen und von Efeu überzogenen Gemäuer der Strahlenburg. Das Dorf, das an den Burg- bügel stoßt, ist alt und von kühler Enge. Die Burg ist zerfallen. Lieber einer einzigen Giebel- Wand steigt ein hoher schlanker Turm. .unten ist das Land weit gebreitet. Fern und verwren wachst die Ebene. Lieber Daumwäldern fließt der Sommertag, steht das Sieb der Sterne oder stürzen die Gewittergüsse. Der Stamm ist knorrig und dick, die Rinde vernarbt, zerrissen und geschwärzt. Der Saft .^L-'ist Nicht mehr stark. Eine Stutze halt seine Jahrhunderte. Ich trete zu ihm ,clne öerf$mufct€, graue, verwaschene Tafel kse: „Unter diesem Fliederbusch ruhte das Katchen von Heilbronn." Dieser Busch beschattet das lieblichste Antlitz und das reinste Herz. Unter diesem Busch lag der keuscheste und einfältigste Leib, dem ein weißes und unverstocktes Blut das unerschütterliche und erhabene Gesetz gab War sie zierlich, war sie klein und behend, oder war sie von tolanter, aufgeschossener Schönheit? OSar sie blondgesträhnt, oder wand sich schwarzes Wirtschastsdebatte im Hessischen Landtag. Darmstadt, 13. Mai. (WHP.) Präsident Delp eröffnet die Sitzung zur Einzelberatung des Wirtschaftsetats. Abg. Schott (VP.) spricht über die große Rot der Landwirtschaft. Trotz einer auf manchen Gebieten befriedigenden Ernte hätten die ins Bodenlose gesunkenen Preise, namentlich für Wein, Kartoffeln und Vieh, die saure Arbeit der Landwirte ohne Erfolg gelassen. Die DVP. halte die Angliederung des Wirtschaftsministeriums an das Innenministerium als selbsttätige Abteilung für durchaus möglich. Wir Landwirte aus dem Westen unterstützen vorbehaltlos die Tätigkeit des Landwirtschaftsministers Schiele. In der Frage der Sonntagsheiligung möge die Regierung in der Erntezeit auf die Landwirtschaft Rücksicht nehmen. Abg. Dr. Müller (Lbd.) fordert Verbilligung des Feldbereinigungsverfahrens und Rachprüfung der Richtlinien zur landwirtschaftlichen Umstellung auf den wirtschaftlichen Erfolg. Die Tributzahlungen wirken mörderisch auf die Landwirtschaft, während gleichzeitig die Lasten der öffentlichen Hand ins Ungeheure stiegen. Ein Abbau der Sozialleistungen lasse sich nicht mehr hinausschieben. Der Hauptpunkt der Agrarkrise liegt neben der Produttions- und Absahkrise in der bevölkerungspolitischen Richtung. Der Mensch müsse nicht Objett, sondern Subjekt der Wirtschaft sein. Der Sozialdemokrat Hilferding hatte seinerzeit Richtpreise für Getteide festgesetzt, die wir heute noch nicht erreicht haben, und trotzdem wagten die Sozialdemokraten einen ungehemmten Feldzug gegen die Zollpolitik der Reichsregierung. Der Agrarindex ist vielmehr vom 1. April 1930 zum 1. April 1931 von 112 Prozent auf 105 Prozent gesunken. Die Landwirtschaft erhalte für ihre Produktion zusammen 12 Milliarden, während die Verbraucherschaft dafür 25 Milliarden zahlen müsse. Es müsse Sache der Verbraucherschaft fein, diese Zwische ns Panne herabzudrücken. Der Schutz der Viehwirtschaft, die Chemie- und Kohlenproduttion übersteigt, bringe volkswirtschaftlich und nationalpolitisch den größten Ruhen. Die hessische Regierung müsse unter allen Umständen für Zölle zugunsten der landwirtschaftlichen Veredelungsproduktion eintreten. Abg. Mann (S.) rechnet es der Privatwirtschaft an, Schuld an der heutigen Wirtschaftskrise zu sein. Milliarden seien zu einer sinnlosen Rationalisierung verpulvert worden. Die Reichsbahn vergebe chre Aufttäge mit einer Zahlungsfrist bis zu 1933 bei 7prozentiger Verzinsung. Leider sei kaum mit einer Belebung am Dau- marft zu rechnen. Gegen Versuche, die soziale Gesetzgebung jetzt zu zerbrechen, werde sich die Sozialdemokratie mit aller Macht entgegenstellen. Abg. Wesp (Z.) erklärt: Die Arbeiterschaft verzeichne im Vergleich zu den Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft nur Lohnabbau, Abbau am Urlaub, an den Familien- und Ueberstunden- zulagen. Die deutsche Arbeiterschaft werde den leeren Phrasen der Kommunisten nicht folgen, denn die wahren Zustände der Sowjetunion würden mehr und mehr bekannt. Abg. Blank (Z.) sieht einen Grund für die Verschuldung der Glashausbesitzer in dem langen Winter des Vorjahres und der Schleuderkonkurrenz aus Holland und dem übrigen Ausland. Es sei notwendig, daß die Regierung die Lust der Bauern zur Feldbereinigung nicht tötet Abg. Dr. We rner (Rtsoz.) kritisiert, daß bei Tagungen der Landwirtschaftskammer von dem Präsidenten Hensel politische Töne angeschlagen würden. Trvh der Rotmaßnahmen der Regierung pfeife dieses System auf dem letzten Loch. Deutschland werde immer wehr zu einer Kolonie der fremden Finanzmächte, die auch die deutsche Landwirtschaft zum Erliegen bringen wollten. Anerkannt werden müsse, daß wenigstens das Wirtschaftsministerium sich des Mittelstandes angenommen habe. Abg. Dr. Müller (Ldb.) weist die Vorwürfe des Vorredners gegen die Landwirtschaftskammer zurück. Der Auszug der Rationalsvzialisten habe die Landwirtschaft geschädigt und die Reichsregierung nach links gedrückt. Auch in der Politik rächten sich Unterlassungssünden. Rach polemischen Erwiderungen der Abg. Dr. Werner und Lux gegen Dr. Müller kündigt Minister Korell ein Enquete über den Verdienst des Bauern an. Eine Gegenüberstellung zwischm Dauer und Industriearbeiter sei undiskutabel, denn der Landwirt verfüge noch über „Besitz". — Einzelberatung Dienstag der kommenden Woche. Das Arbeiislosenproblem. Die Brauns-Kommiffion berät weiter. Berlin, 16. Mai. (BDZ.) Am Freitag ist die vom früheren Reichsarbeitsminister Brauns geführte Sachverständigenkommission für die Ausarbeitung von Maßnahmen gegen die Erwerbslosigkeit zusammengetreten. Das Arbeitsprogramm umfaßt weitere Teilfragen aus dem Arbeitslosenproblem. Im besonderen will man sich mit der Zusammenlegung der Wohlfahrtserwerb s- losen- und Krisenfürsorge beschäftigen, ferner die Eingliederung oder Ausschaltung der Saisonarbeiter aus der generellen Regelung erörtern und die (Stellung der verheirateten erwerbstätigen Frauen in der Arbeitslosenversicherung regeln. Rach Informationen aus unterrichteten Kreisen ist es der Kommission bisher unmöglich, einen Termin für den Abschluß ihrer Arbeiten bekanntzugeben. Dies ist deshalb von Bedeu- tung, weil die Reichsregierung den Wunsch hat, eventuell erforderlich werdende neue Rotoer - orbnungen noch vor der geplanten Englandreise des Reichskanzlers zu erlassen. Arbeitsdisziplin im Gojwetparadies. Moskau, 16. Mai. (TU.) Der Mangel an Äualitätsarbeitern und die anhaltende Arbeiterflucht Haben die Sowjet- behörden zu neuen außerordentlichen Maßnahmen gegen diejenigen Arbeiter veranlaßt, die Ebenholzhaar um die Stirn? Keiner beschrieb sie, und wer sie beschrieb, sah nur das Ideal seiner eigenen Sehnsucht. Ihre Liebe wurde zum Symbol der Liebe. Sie zu finden in den Schwestern und Mädchen ihrer Zeit, war Sehnsucht der Dichter, der Abenteurer, der aufgerissenen Herzen, der Feurigen, der Glühenden, der Tragischen, der Besessenen und der Weisen. Welche somnambule Seele brannte dieses Kind, trieb dieses Ding aus Duft, Unberührtheit und siebzehn Jahren weit den Reckar herunter wie unter dem Ruf eines großen und unwiderstehlichen Befehls, aufgewühlt von einem wilden und unbezähmbaren Blut, das Mysterium einer wunderbaren Liebe zu erfüllen. Einer Liebe, die aufbricht, die heimatliche Süße der Kemenate verläßt, den bitteren Gang der Verachtung, der Preisgabe und der Qual geht, die der Eltern, der Gespielen und Geschwister nicht achtet und in das Dunkel wandert, nur vom unverlöschbaren Licht des eigenen Herzens geführt. Einer Liebe, die über Bergrücken schreitet, Bäche und Wässer durchwatet, sich von Beeren nährt, den Hunger mit Brot der Dörfler und Dauern stillt, die getrieben wird durch Gewitternächte und Regenabende, die chm nachschreitet, dem Gott, dem Großen, dem Erwählten, dem Funkelnden, dem Fürstlichen, unablässig, ungehemmt, unaufhaltsam, unhaltbar, immer im Atem der Geliebten, von dem Saum seines Gewandes und dem Glanz seiner Rüstung gestärkt, angetrieben und beglicht, und Kraft, Hoffnung und Stärke ziehend aus den Spuren seines Schrittes, aus dem Schatten seiner Rähe und dem Hufschlag seines Rosses. rief in dieses Herz? Wer lockte dieses Dlut? Wer erfüllte dieses Kind, schamhaft und demütig, und zwang es, die elterlichen Gewölbe und Stuben zu verlassen, das reine und helle Himmelbett mit dem Gras und Moos der Wälder und Wildnisse zu vertauschen, wer betörte diese taubenhafte junge Seele mit der leiden- schaftttchsten und brausendsten Musik, wer befahl diesem wandelnden Engel und Mädchen nur nach dem zu schauen, der ihr voranritt, der sie verachtete und der sie nicht sah, der nicht erkannte, welche Gnade diese Kinderstirne feurig erfüllte welche Größe dieses Herz adelte und welche Demut diesen Leib betaute? Dieser Busch, wild und einsam, müßte heilig ftin. Glanz von hundert Gedichten ist um ihn. ©ufje und schöne Musiken klingen in seinen Arsten Denn unter ihm lag sie, das Mädchen, das durch ihr Verhalten „das Tempo des sv- zialistischen Aufbaues" hemmen. Das Präsidium des Obersten Gerichtshofs hat beschlossen, alle die Arbeiter und Angestellten zur Verantwortung au ziehen, die sich eines Bruchs des Arbeiter- oder Angestelltenverttags schuldig machen. In der offiziellen Mitteilung wird her- vorgehoben, daß die mangelnde Arbeitsdisziplin schwere Schädigungen für die ganze Sowjetwirtschaft Hervorrufe und daß deshalb mit allen Maß- nahmen vorgegangen werden müsse, um den so - zialistischen Aufbau zu sichern. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß unter die neue Verordnung auch leitende Beamte und Angestellte sowohl der Sowjetverwaltung wie der Fabriken und Werke fallen. Wegeners Heldentod in -er Arktis. Die letzten Spuren des Forschers im Grönland-Eis gefunden. Ein ausführliches Radiotelegramm der Hilfsexpedition, die im Grönland-Eis nach dem vermißten deutschen Forscher suchte, gibt jetzt Einzelheiten über die Tragödie, die sich im letzten Winter dort abgespielt hat. Rach einem 40-Ta ges- marsch voll unendlichen Strapazen hat Wegener am 30. Oktober die sog. Station Eis mitte, die 400 Kilometer westlich und 500 Kilometer von der Ostküste Grönlands entfernt liegt, erreicht. Er mußte nach und nach alle Schlitt en lasten zurücklassen, und seinem Begleiter Dr. Löwe erfroren sämtliche Zehen. Trotz der schweren Stra- Kätchen, die aus Schickfalszwang Auf gebrochene, von den Sommerfliegen umschwirrt, über ihr zitternde Mittagsstille und sommerliche heiße Himmelsbläue, voll Erwartung im gläubigen und begnadeten Herzen, während der Geliebte oben saß in den Türmen oder Gemächern, lachend pokulierte oder im Minnedienst der Blumensprache Pflag. • Kätchen von Heilbronn: dich trieb kein böses Wort, dich trieb kein Schlag, dich trieb keine Verachtung von dem hinweg, was du einmal als den Glanz, als die Süße, als den Atem und das Glück deines Daseins erfühlt hast. Dein Rame ist ein silberner feuriger Hymnus der Liebe. Dein Rame ist die Lobpreisung der Einfalt. Dein Rame ist das Symbol des lebendigen und einzigen Gesetzes. Selig der Mann, den du liebtest. Selig die Liebe, die du lebtest. Selig dein Leben, in dem Liebe das Einzige war. Selig die Gewalt, die dich auftrieb zu Gefolgschaft und Schicksal. Glück überregnete dich. In deinem Herzen blühte die köstliche Weisheit. Deine Liebe ward deine Un- sterblichkeit. Wir besteigen den Turm. Fürstlich liegt das Land nach Süden, Osten, Rorden, Westen. Dunst verschleiert alle Horizonte. Silberstreifen brechen auf aus Flüssen, Wassern, Bächen. Aufgewölbt ist der Frühlingstag. Aufgewölbt wie der Himmel war dein Herz, Kätchen von Heilbronn, ausgebreitet in unerschöpflichem Reichtum, bezaubernder Schönheit unb Adligkeit, wie die zu Füßen liegende Landschaft war dein Gefühl. Erde nehme ich mit von dieser Stelle, ein Blatt von deinem Sttauch. Ich will es einer schenken, daß sie es als Talisman über dem Herzen trage ... Oer Mann, dem nichts passieren kann. in Natal (Südafrika, ist der englische Flieger Kidstvn mit seinem Begleiter abgesturzt. Beide waren sofort tot. Das ist Fliegerlos. Ein Fliegerschickfal unter vielen. Ein Schicksal, mit dem sie zu rechnen pflegen ... daß es fte irgendmal, irgendwo ereilt. Sie wollen ja gar nicht im Bett sterben ... Oiber biefer Äibfton fällt aus der Reihe, denn er wollte im Bette sterben, er lächelte über das Fliegerlos. Ihm konnte nichts passieren. Gr war pazen gönnte sich Wegener nur eineinhalb Tage Ruhe unb brach dann mit seinem grönländischen Begleiter wieder nach Westen auf. Wegen?» wollte anscheinend auf alle Fälle d i e Haupt- gruppe der Expedition im Westen schnellstens wieder erreichen, um dort die wissenschaftlichen Arbeiten zu überwachen. Bei ihrer Suche nach Wegeners Spuren fand die Hilfsexpedition 15 0 Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt W e g e n eT s Schlitten und nach weiteren 60 Kilometer auch feine Skier, die er wie ein Wegezeichen im Schnee auf gestellt hatte. Das sind die letzten Ueberrefte, die man von Wegener gefunden hat. Es ist nun wohl nicht mehr zweifelhaft, daß der geniale Forscher, dessen Verlust für die deutsche Wissenschaft unersetzlich ist, den Heldentod im Eise gefunden hat. — Der Polar- forfdjer Peter Freuchen schreibt im „Politiken": Daß man Wegeners Schneeschuhe im Schnee auf- geftecft gefunden habe, zeige, daß er sie zu einer • 1 ®’Ucn zurückgelassen ljabe, als er sie niajt langer gebrauchen konnte. Dies war bei dem 184. Kilometer. Dort beginnt der festere Schnee, der sich in der Randzone befindet, wo Ski unverwendbar ober beschwerlich sind: aber auch dort befinden sich die aefährlichen Gletscherspalten, und es sei wahrscheinlich, daß der berühmte Forscher in einer solches ^Spalte umgetommen ist. Aus aller Welt. Schwerer Verkehrsunfall bei fiaffcl 3n dem dicht bei Kussel gelegenen Dorf Ober- kuufungen ereignete sich am Abend des Himmelfahrtstages ein schwerer Verkehrsunfall. In der Rähe der Gastwirtschaft Bah fuhr ein Kasseler Personenauto in eine Gruppe Ausflügler, die auf dem Wege nach Hause begriffen war. Ein Bauarbeiter erlitt eine Gehirnerschütterung und llaffende Kopfwunden, während sein fünfjähriger Sohn neben schweren inneren Verletzungen ebenfalls eine Gehirnerschütterung babontrug. Eine dreizehnjährige Schülerin erlitt einen Armbruch, während eine zu der Ausflüglergruppe gehörende Ehefrau einen Rervenschok bekam. Rach Anlegung von Rot- Verbänden wurden die drei Schwerverletzten dem Krankenhaus zugeführt. Wie Augenzeugen berichten, ist der -Unfall darauf zurückzuführen, daß das Unglücksautv einem entgegenkommenden Motorradfahrer ausweichen wollte, wobei es zu weit rechts an die abfallende Straßenseite kam. Anscheinend hat nun der Fahrer angesichts der Menschengruppe die Geistesgegenwart verloren, denn das Fahrzeug steuerte direkt auf die Fußgänger zu und warf sie zu Boden. Es rannte dann gegen eine Haustür, die vollkommen zertrümmert wurde. Der Wagen mußte abgeschleppt werden. Faschistische Ohrfeigen für Toscanlni. Sn Do l o gn a sollte Toscanini, der gefeierte Dirigent der Mailänder Scala und der Dayreuther Festspiele ein Konzert geben. Man forderte ihn auf, die musikalischen Darbietungen mit dem Königsmarsch und der faschistischen H Y m n e zu eröffnen. Als er sich weigerte, wurde er gevhrfeigt. Die Faschisten veranstalteten danach große Demonsttattonen in den Straßen der Stadt. Ein polnischer Spion verhaslek. Der vor einigen Tagen in Danzig unter Spionageverbacht verhaftete Student an der Technischen Hochschule, Falkenbacher aus Ingolstadt, Hat ein Geständnis abgelegt, daß er für den pv Inis ch en Rachrichtendien st gegen Bezahlung gearbeitet unb seit Monaten für ihn in den deutschen Grenzgebieten Spionage getrieben habe. Fallenbacher ist über 20 Jahre alt unb bayerischer (Staats* ungehöriger. Er stand kurz vor dem Examen. In der vergangenen Woche hat er einer anderen in Danzig vertretenen ausländischen Macht angeboten, ihr Material, namentlich aus Königsberg unb auch aus ben pommerschen Grenzgebieten zu verschaffen. Interessant ist ferner, daß ihm ber polnische Agent, mit dem er in Verbindung stand, geraten hatte, der Rational- sozialistischen Partei Deutschlands beizutreten, um unantastbar. Er meisterte nicht nur die Maschine, er meisterte sogar ben Zufall und das Unglüct Kidston — in England ein Begriff, der Mann, dem nichts passieren kann. 1899 geboren. Anno 14 Seekadett auf dem Kreuzer „Hogue", dem Wed- bigen von „U9“ den Torpedo in ben Bauch jagt. Kibston schwimmt zweieinhalb Stunden lang. Da trifft er auf ben Kreuzer „Aboukir", der ihn aufnimmt. Wenige Minuten später hat Webdigen auch ben „Aboukir" torpediert. Hunderte ertrinken. Kibston schwimmt weitere anderthalb Stunden und wird gerettet. Das geht so in dieser Art weiter. Er ist bei Kriegsende 19 Jahre alt und ist hundert Lebensgefahren entronnen. Mit dem Geld beS steinreichen Vaters unternimmt er Reifen nach Afrika, aber abseits von der großen Straße. Löwen, Elefanten begegnen ihm in aussichtslosen (Situationen. Kidston behält fein Leben. Kibston wirb Motorrennfahrer. Bei einem Rekordversuch bricht die Maschine entzwei, Kidston wird ins Wasser geschleudert und gerettet. Er wird Flieger. 1928 fliegt er durch Afrika. Sem Flugzeug stürzt ab — in ben reißenden Weihen Ril. Kibston rettet sich. Ein Jahr später verunglückt er als Motorrennfahrer im 150-Kilo- meter-Tempo. Hautabschürfungen — das ist alles. 1930 sitzt er in einem Flugzeug mit anberem bekannten Persönlichkeiten ber britischen Luftfahrt. Das Flugzeug stürzt brennenb ab. Acht Personen kommen ums Leben. Kibston schüttelt sich, zündet eine Zigarette an, bestellt ein Ersatzflugzeug unb fliegt weiter. 1931, im März, fliegt er von London nach Capstadt, in sechseinhalb Tagen. Rekord! Lind ohne Llnfall. Kreuz unb quer geht es durch Südafrika. Unb bei Dan Reenen ereilt ihn das Schicksal. Ein Schicksal, bas nach menschlichem Ermessen vorauSzusehen ist. Richt — nach bem Ermessen des Betroffenen. Wenn man so unb so oft gesiegt hat, glaubt man an ben Endsieg. Richthofen erfocht achtzig Luftsiege unb glaubte nicht mehr an bie Möglichkeit eines unglücklichen Ausgangs. Er schien unverwunbbar — für Feind unb Freund. (Begrabe, der Rekordfahrer, lachte über ben Aberglauben, ber ba sagte, jebe Glücksserie habe ein Enbe. Er verunglückte mit dem Motorboot, baS er so nebenbei fuhr. Das Glück läßt sich nicht zwingen. Erfolgreich ist ber Spieler, ber beizeiten aushort. Aber bie meisten können nicht aufhören. Unb das Schicksal ist zynisch genug, ihnen so lange recht zu geben — bis es zu spät ist. über diese Material einzuholen. Sin entsprechendes Aufnahmegesuch FalkenbacherS ist aber von der RSDAP. Anfang April ob» gelehnt worden. Schwere Slreikunruhen in Rordfchweden. In Avalen (Rordschweden) ist es zu blutigen Zusammenstößen -wischen ft retten- den Arbeitern und einer Militärabtetlung gekommen, wobei 6 Personen geto t e t und ebenso viele verletzt wurden. Noch niemals ist m Sch weder ein derartiger Zusammenstoß vor gekommen. Die Leitung der Zellstofft^rke von Avalen hatte versucht, den Betrieb, der durch emen plötzlichen Streit lahmgelegt war, mit Hilfe von Arbeitswilligen Wetterzufuhren. Unter dem Einfluh kommunistischer Agitatoren wurden einige Arbeitswillige von einem großen Demon- stationSzuge streikender Arbeiter schwer mrtz- handelt. Die Ortspoltzer war machtlos, so daß aus der nächsten Garnison Tolles teo Militär angefordert wurde, das in einem Extrazuge in Avalen eintraf. Dort wurden die Truppen m i t Steinen beworfen, wodurch mehrere Soldaten verletzt wurden. Als die Mass« gegen das Militär vorging, versuchte man die Anwendung von Rauchgaskwmben. Eine berittene Abteilung muhte mit gezogenem Säbel vorgehen. Als die Demonstranten anfingen, auf das Militär zu schiehen, gab der befehlshabende Offizier das Kommando zu einigen Schreckschüssen. Als auch dies nicht half und die Gefahr bestand .daß die Truppen von der Volksmenge überwältigt werden konnten, wurde scharf geschossen. Das Rkilitär hat sich in Notwehr befunden. Die Zahl der Streikenden in dem nord schweb tscheir Sägewerksgebiet wird mit 20 000 beziffert. Freitagabend wurde der Generalstreik Prokla- nitert von dem noch weitere 12 000 Arbeiter betroffen werden. Auf ein« Interpellation der Kommunisten im Reichstag, in der die Demis- sion der Regierung gefordert wird, versprach der Ministerpräsident ein« streng« und unparteiische Untersuchung der Zwischenfälle. Trauerfeier für den Tsinglau-Jlieger. ImHamburgerHafen fand an Bord des Dampfers, der die Ascheurnen des tn Südamerika abgestürzten Fliegers Günther Plüschow und seines Begleiters Ernst D r e b l o w nach Deutsch- land brachte, eine Trauerfeier in Anwesenheit von Angehörigen und Vertretern des Hamburger Senats und mehrerer Verein« statt. Am Anschluß fand die Ueberführung der Urnen nach Berlin statt. (Eine 100 000-Mork-Stiflung für die Universität Göttingen. Konsul Fritz Groenewold, Genf, ein gebürtiger Ostpreuße, hat dem Institut für Leibesübungen an der Universität Göttingen eine Stiftung in Höh« von 100 000 Mk. gemacht, die dazu dienen soll, dem Institut grgtze zentrale Sportanlagen zu schaffen. 1 Unter einer einstürzenden Mauer begraben. In E s ch w e g e ereignete sich in einer Gartenwirtschaft ein schwerer Unglücksfall. Der städtische Techniker Sttcckhardt hatte mit seiner Frau und dem Malermeister Maurer an einem Tisch Platz genommen, als ein Teil der in unmittelbarer Rähe befindlichen Stützmauer, die den Garten gegen den ansteigenden Abhang schützen sollte, plötzlich e i n st ü r z t e. Durch das Steingeröll und die nachfolgenden Erdmassen wurden die drei Personen verschüttet. Während Streck- bardt nur noch als Leiche geborgen werden tonnte, erlitten seine Ehefrau und der Malermeister so schwere innere und äußere Verletzungen, dah ihr Zustand besorgniserregend ist. Aus Oer provinzialbauptfiadi. Gießen, den 16.Mai 1931. Zrühsommer. Run spannt sich wieder sommerlicher Himmel über uns, auf dem di« schneeigen Segel der Wolken ziehen. Und glitzernde Sonne liegt in den Straßen, spiegelt in den Fenstern, malt zitternde Kringel durch das leuchtende Grün der Kastanien, küßt bunte Blumen in den Vorgärten und wirft eine goldene Decke über meinen Schreibttsch. Durch das weitvffene Fenster streicht der Atem eines durchsichtigen, berauschend schönen Rachmittags. eines Sommernachmittags — erster Sommer, der viel verspricht, Ahnung ist von heißer, zitternder Luft über goldgelben Weizenfeldern und flammenden Mohn. Erster Sommer: das ist schönste Freude, Vorfreude auf Feiertage, auf warme, samtblaue Rächte unter geheimnisvoll rauschenden Bäumen, Vorfreude auf lustige Dadr- tage in Fluß und See... Schon sind die Abende zärtlich und weich wie das Lächeln einer wunderbaren Frau, und warmer Wind geht über das weite Land, wenn die Sonne ihre blutroten Schleier über den blassen Himmel webt. Herrlich ist der strahlende Morgen, tausend Vögel singen und jubeln schon in den Büschen, wenn man erwacht und der junge Tag schon längst angebrochen ist. Sommer ist das Gebot der Stund«. Uebereifrige Iünglinge, schon in Sporthemd und ohne Hut, und die jungen Mädchen haben ihre Strümpfe im Schrank gelassen und die kleinen weißen Söckchen des Vorjahres zu neuem Leben geweckt. Die Iugend wie stets voran, auch unter dem Risiko eines ausgewachsenen Schnupfens. Für das kleinste Iungvolk sind Wadenstrümpfe sowieso schon längst Ehrensache. Die Mottenkugelfabriken haben Hochkonjunktur. Ucberall öffnen sich knarrend« Schränke und empfangen dicke Mäntel und wollene Sweater, die nun dort im kamplerduften- den Dunkel ihren Sommerschlaf zu halten haben, bis — aber nein, wir sind ja froh, dah wir den Winter gerade hinter uns haben und wollen vorerst nichts mehr von ihm wissen. Auf den Tennisplätze surren wieder die weißen Bälle über das Reh, und auf dem Wasser treiben schaukelnde Boote, di« Parkbänke haben Hochbetrieb, auch oder besonders abends, buddelnde Iun- gens finden Maikäfer und gn den Ecken stehen di« weihen Kästen der Eisverkäufer — man muß schon glauben, dah es Sommer ist, erster, schönster Sommer, auf den wir so schmerzlich gewartet haben, nicht bloß wegen der Kohlenrechnung... Lind noch eins: durch die leuchtende Weite des Himmels schwingen sich Schwalben, schwingen und jagen um Türme und Dächer, stoßen jauchzend vor in blaue Unendlichkeit. Ich liebe dies« schlanken Segler des Sommerwinds, diese schwerelosen Himmelsstürmer, deren schriller Ruf die Semen» sehnsucht weckt und die uns'den Sommer bringen, ersten Sommer und Sonne... $rau Lina Goll-Eichrodt t. Die langjährige Ballettmeisterin unseres Stadttheaters, Frau Lina Goll-Eichrodt, di« unter dein Künstlernamen Lina Oldini viel« Iahre dem Ensemble unseres Theaters angehörte, ist nach schwerem Leiden gestern verstorben. Frau Goll hat durch die interessante Art ihrer Dallettgestaltung zahlreichen Stücken in tanzkünstlerischer Hinsicht eine besonder« Rote gegeben und sich dadurch die Wertschätzung unseres Gießener Theaterpublikums erworben. Das Andenken an die Künstlerin wird hier in bester Erinnerung fortleben. , Oie landwirtschaftliche Einheitssteuer. Vom Finanzamt Gießen wird uns mitgeteilt: Der Reichsminister der Finanzen hat di« landwirtschaftlich« Einheitssteuer bereits für das Rechnungsjahr 1931 in Kraft gesetzt. Infolgedessen sind Pflichtige, die zuletzt mit Rein- einkünften aus landwirtschaftlichem, ^forstwirtschaftlichem und gärtnerischem Vermögen von nicht mehr als 6000 Mark veranlagt sind, und die Einkünfte anderer Art nicht oder im Betrage von weniger als 1000 Mark bezogen haben, von den Einkommen st euervorauszah- lungen erstrnals am 15. Mai 1931 befreit. Steuerpflichtigen, bei denen di« landwirtschaftlichen Reineinkünfte mehr als 6000 Mark, oder bei denen die Einkünfte anderer Art 1000 Mark oder mehr betragen haben, wird der auf di« ersten 6000 Mark des landwirtschaftlichen Einkommens entfallende Teilbetrag der Vorauszahlungen nach näherer Mitteilung des Finanzamts gestundet. Pflichtige, denen «ine Mitteilung bis zum 8. Iuni 1931 nicht zugegangen ist, haben die Vorauszahlungen in der bisherigen! Höhe spätestens bis zum 15. Iuni 1931 zu leisten. Gewitter. Gestern abend entluden sich über Gießen und Umgegend kräftig« Gewitter, die zum Teil noch gegen Mitternacht kurz bemerkbar wurden. In der Zeit zwischen 19 und 20 Uhr zogen mehrere Gewitter gleichzeitig vorüber, die reichliche Regenfälle brachten. Bei den elektrischen Entladungen entstand nach den bis jetzt vorliegenden! Meldungen in Gießen selbst kein Unheil. Dagegen schlug der Blitz gegen 19.30 Uhr in Hochelheim in die Scheune des Landwirts und Käsehändlers Iohannes Schmidt ein und zündete. Im Ru stand die Scheune an allen Ecken in Flammen. Rur mit großer Mühe gelang es, das Vieh zu retten. In kurzer Zeit brannte die Scheune bis auf di« Umfassungsmauern völlig nieder. Die Flammen fanden an einer größeren -Menge Heu, die in der Scheune aufgestapelt war, reichlich Rahrung. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. In Dornholzhausen schlug der Blitz in die Scheune des Gastwirts K. S ch i e - ferstein und im Wohnhaus des Bauemschrift- stellers Wilhelm R e u t e r in die Lichtleitung ein, in beiden Fällen ohne zu zünden. Wolkenbruch- artiger Regen ging über diese beiden Orte des Kleebachtales nieder und setzte teilweise die Dvrf- straßen vorübergehend unter Wasser. In Heuchelheim schlug der Blitz in den Heizungskamin der Turnhalle ein, zum Glück auch ohne Zündung. Iedoch wurde der Kamin in seiner oberen Hälfte etwa zwei Meter lang aufgerissen. Die herabfallenden Steinmassen zertrümmerten einen Teil des Daches und richteten erheblichen Schaden an. In der Rähe von Lang-Göns nahm ein Flieger, der mit einem Leichtflugzeug der Fliegergruppe der Technischen Hochschule Berlin unterwegs nach Gießen war, eine Außenlandung vor, da der Gießener Flughafen bereits im Bereich des Gewitters war. Die Landung ging glatt vonstatten. Heute früh setzte der Flieger seinen Flug zum Gießener Flughafen fort, wo er in den ersten Morgenstunden landete. Kommunistischer Lteberfatt. In der letzten Nacht gegen 23 Uhr entriß ein Kommunist einem im Seltersweg stehenden Nationalsozialisten ohne jede Beranlassung dessen Parteiabzeichen und trat den Mann gleichzeitig gegen den Leib. Auf diesen Angriff hin stürmten noch andere Kommunisten hinzu, so daß der überfallene National. sozialist seine Rettung in der Flucht nach der Gastwirtschaft von Soldan suchte. Eine Anzahl Leute stürmte daraufhin in das Lokal von Soldan hinein, wobei sie laute „Rotsront!".Rufe erschallen ließen, und forderte von dem Gastwirt Soldan den Ausschank von Bier. Als ihnen wegen ihrer schweren Betrunkenheit das Bier verweigert wurde, schlugen sie die Möbel und alle Einrichtungsgegenstande in dem Lokal in Trümmer: gleichzeitig warfen sie mit Biergläsern umher, so daß schließlich das Lokal einer einzigen Trümmerstätte glich. Als die zu Hilfe gerufene Polizei eintraf, hatten die Ruhestörer mittler- weile die Flucht ergriffen, sie konnten aber in der Frankfurter Straße noch eingeholt und zum Teil verhaftet werden. Bier Inhaftierte befinden sich zur Zeit noch in polizeilichem Gewahrsam, zwei von ihnen gehören nach den Erklärungen der anderen Verhafteten der Kommunistischen Partei an. Samt« liche Verhafteten — ein Handlungsgehilfe, ein Schuhmacher, ein Schlosser und ein Arbeiter — sind aus Bad-Nauheim bzw. aus Schwalheim. Sie weilten gestern hier am Gericht als Zeugen und hatten im Anschluß daran mehrere Gastwirtschaften ausgesucht. Ein Anlaß zu ihrem brutalen Vorgehen gegen den Nationalsozialisten und in der Gastwirtschaft von Soldan hat nach dem Ergebnis der bisherigen (Ermittlungen nicht vorgelegen. Die Ruhestörer werden nunmehr mit dem Schnellrichter Bekanntschaft machen. Bornotizen. — Tageskalender fürSamstag. DHV.: Vortrag im Heim über „Arbeitslosigkeit, Luxuseinfuhr und Wirtschaftsnot". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mörder Dimitri Karamasoff". — Astoria-Lichlspiele: „Die Wüstenpatrouille". — Tageskalender für Sonntag. Stadt- theater Gießen: „Haus Rothschild", 18.30 bis 20.30 Uhr. — Sportliche Wettkämpfe und militärsportliche Vorführungen des 1. Bataillons 15. Inf.-Regts.: 15 Uhr auf dem Universitäts-Sportplatz. — Volks- Hochschule: Pflanzenkundlicher Ausflug in den Stadtwald, Treffen 8 Uhr an der „Stadt Lich". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mörder Dimitri Ka- ramafoff". — Astoria-Lichtfpiele: „Die Wüsten- Patrouille". — Aus dem S tadtlheaterbur eau wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag. 17. Mai, 18.30 Uhr, vorletztes Gastspiel der Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Frau Gudula in dem historischen Schauspiel „Haus Rothschild" von Harms Satzmann unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch. Die Fremdenvorstellung findet zu ermäßigten Preisen stakt. — Dienstag, 19. Mai, letzte Vorstellung des Dienstag-Abonnements und zugleich Erstaufführung von SuppsS komischer Oper „Die schöne Galathee" und Leo Falls Altwiener Singspiel „Drüderlein fein". Beide Werke kommen in neuen Inszenierungen unter der Spielleitung von Heinrich Hub und der musikalischen Leitung Fritz Cujös heraus. Als Gäste für die beiden Aufführungen wurden gewonnen Meta Liebermann vom Stadttheater Mainz, Käthe May vom Operettentheater Duisburg und Opernsänger Kurt Richter. Operettengutscheine haben zu dieser Vorstellung Gülttgkett. Mittwoch, 20. Mai, vorletzte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement und letztes Gastspiel von Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Frau Gudula in dem historischen Schauspiel „Haus Rothschild" von Hanns Sahmann, Spielleitung Intendant Dr. Prasch. Beginn 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr. — Donnerstag, 21. Mai, 15.45 Uhr, letzte Schüler- vorstellung und zugleich Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen von Schillers romantischer Tragödie „Die Iungfrau von Orleans“, Spielleitung Intendant Dr. Prasch. Die Titelrolle spielt Beatrice Doering. — Freitag, 22. Mai, 20 Uhr, letzte Vorstellung im Freitag-Abonnement „Die schöne Galathee" komische Oper von Franz Suppe und „Drüderlein fein“, Altwiener Singspiel, Musik von Leo Fall. Spielleitung Heinrich Hub, musikalische Leitung Fritz Cuje. — U e b e r „Kirche und Staat" spricht @e- neralfuperintenbent v. Zöllner am Montagabend im Iohannessaal. (Siehe heutige Anzeige.) ** Gin Siebzigjähriger. Professor Dr. K o o b feiert heute in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Viele unserer Mitbürger haben von ihm auf der Realschule ihren französischen Unterricht erhalten. Er war den Schülern nicht nur ein Lehrer, der strengsten Sinn für Gerechtigkeit besaßt sondern ein wirklich treuer Freund und Berater. Mit vielen ehemaligen Schülern ist er in freundschaftlichen Beziehungen verbunden. Seine vielseitige Begabung und Interessen, insbesondere auf dem Gebiete der Botanik und Astronomie sind allzugut bekannt. Möge ihm ein weiterer sonniger Lebensabend beschieden fein. ** Arbeitsjubiläum. Der Installateur Wilhelm Dörr feiert heute fein 25. Arbeitsjubiläum beim Gas, und Wasserwerk. Der Jubilar wurde von seinen Arbeitskollegen mit einem Geschenk ausgezeichnet. ** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. ** Rindermarkt in Gießen. Am nächsten Dienstag findet in Gießen Rindvieh. (Nutzvieh.) Markt statt. ** Eine Warnung des Gas - und Was- s e r w e r k s vor Reisenden mit Gassparern und gas. sparenden Brennern enthält der Anzeigenteil unseres gestrigen Blattes. Auf diese Anzeige sei besonders yingewiesen. ** Der Derkehrsunsall in Marburg, von dem der Autoomnibus des Herrn Walldorf von hier betroffen wurde, ist — wie Herr Wall« d o r f uns mitteilt — nicht auf einen Umfchaltungs- ehler bei der Bergfahrt zurückzuführen, sondern hat eine Ursache in einem Bruch der Haupt. (Kardan-) Antriebswelle. Don Sachverständigen und Polizei- beamten sei die Ursache des Unfalles an Ort und Stelle sofort festgestellt worden. •• Altersvereinigung 1881/19 3 L In der jüngsten Versammlung der Altersvereinigung 1881/1931 wurde — wie man uns berichtet — die von der Altersvereinigung 1879 gestiftete und der Altersvereinigung 1880 überlieferte Fahne an die Fünfziger 1881/1931 übergeben. In Ansprachen der Vorsitzenden der drei Altersvereinigungen wurde der Sinn dieser Tradition hervorgehoben. Bei dieser Gelegenheit war es das erste- mal. daß mehrere Fünfzigervereinigungen in echter Kameradschaft geschlossen beisammen weilten. Der Abend verlief bei Liedervorträgen, humoristischen und gesanglichen Darbietungen usw. in bester Weise. •• Vortrag von Prof. Willi Reh- b e r g. Im Rahmen einer Vorttagsveranstal- tung des Reichsverbandes deutscher Tvnkünstler und Musiklehrer, Ortsgruppe Gießen, sprach Professor Willi Rehder g, Mannheim, über moderne Klavierliteratur für den Unterricht. In kurzen einleitenden Worten wies er auf den großen musikerzieherischen und pädagogischen Wert moderner Unterrichtsliteratur hin, die den Schüler in di« Musik, die est heute hört oder hören kann, einführt, und ihm eine starke Hilfe bei dem Versuch einer geistigen! Erfassung moderner Klangbilder ist. Prof. Rehberg betonte ausdrücklich, daß mit der Verwen- Äneuerer Unterrichtsliteratur die bisher berste keineswegs völlig auszuschalten ist, jedoch bedarf manches der Ergänzung bzw. Weiterentwicklung. Ganzbes anders wertvoll waren die den einleitenden Worten des Vortragenden folgenden Demonstrationen am Klavier, bei denen eine reiche Fülle verschiedener Werke und Komponisten geboten wurde. Aus der fesselnden Art des Vorttags ging mit aller Deutlichkeit hervor, welchen großen, leider oft gerade im Elternhaus« unterschätzten Wert die neuere Klavier-Unterrichtsliteratur besitzt. Der Vortragende erntete reichen Beifall. Oie Wetterlage. IngO- ZßOst' lydlsfjorfl?- lordoyi Snavn1 -------Veil 20 Paris Wien -10 (irmortt Koruna- —Jan Mayen, Owottenioa. O«ene».<>nan> oedeen ®wölfcig. ♦ aedeexi, • RWW ♦ Schnee ä Graupeln wMeDel K Gewitter.© Windstille. «Qi SdV «eichte» Ost eassifle» Südsüdwest q stormtscho «ordwesl Oie Piene Wegen mit dem winde Die vv den Stationen stehenden Za^ leo oeDen die femperatur an. Ole Linien verDinden Orte mltmleKhcil eotneczesniveau umoereennete» lufldtucx Wettervoraussage. Unter dem Vorschub ozeanischer Lust kam eS in den gestrigen Abendstunden und während der Rächt zu verbreiteten Gewitterstörungen und Gewitterregen. Obwohl die Rordmeerstörung nach Skandinavien hin abzieht, so gelangt durch ihren südlichen Teil weitere maritime Luft nach dem Festlande, welche in den heutigen Morgenstunden über dem Kanal und England ein weiteres Riederschlagsgebiet mit sich fuhrt. Auf dem Fesllande dürften namentlich bei der erneuten Erwärmung auch außer Riederschlägen sich Gewitterstörungen bilden. Die Gewittertätigkeit hat ferner Abkühlung zur Folge. Aussichten für Sonntag: Teils aufheiternd, teils bewölkt, Gewitterstörungen unb Regen mit nachfolgender Abkühlung. Lufttemperaturen am 15. Mai: mittags 22,8 Grad Celsius, abends 15,2 Grad: am 16. Mai: morgens 15,1 Grad. Maximum 22,8 Grad, Minimum 12 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Mai: abends 21,6 Grad; am 16. Mai: morgens 16 Grad. — Sonnenfcheindauer 10 Stunden. — Niederschläge 16,4 mm. 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Zuschriften unter 3410V an den Gie- stener Anzeiger. Vereine Bund „Brno, tolle“ Wir bitten unsere Mitglieder, den Vorfrag von Generalsuver- tniendent D. Zöllner über 3421D „Kirche 11. Staat" am Montag, d. 18. Mai, abends 8 Uhr, im Johannessaal, recht zahlretch zu besuchen. Der Vorstand. M.lreiw. Feuerwehr Montag, den 18. Mai 1931, abends 8 Uhr 3403V Hauptübung Bollzähl. Erscheinen erforderlich. Untf.; Dienstanzug, Helm. Das Kommando. Am Sonntag, dem 17. Mai, findet auf dem Waldschiehstand von 9 Uhr vorm. bis zur Dunkelheit das Eierschiefoen statt. Nachmittags gusammenkunft mit amilie. ,.,.O Der Vorstand. F.G.F. Montag, 18. Mai, abends tz'/, Uhr ""v HauDtübun^ Antret.: 8'/. Uhr. Das Kommando. 224er Samstag, IK.Mai, 20.30. Uhr 3457D Zusammenkunft „Zum^Bndres" Sonnenstraste. Stadttheater Sonntag, 17. Mai, v. 180, bis n. 20l/,Ubr Auster Abonnement Fremdenvorstellung Ermästigle Preise. Zehncrkarten und Gutscheine haben Gültigkeit. 9005 MW Etnhistor.Schauspiel tn 6 Bildern v. 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Altroiener Singspiel in einem Akt von Julius Wilhelm Niusik von Leo Fall. Sonntag, 24. Mai, von 18'/, viS 20'/, Uhr Fremdenvorstellung Auster Abonnement. Ermästigle Operettenpreife. Zehnerkarten unb Gutscheine haben Gültigkeit. 5iefd)öne<5nlotö6e Kom.-inythologische Over tn ein. Aufzug von Franz v. Supps Vorher: Btflöerieio fein! Allwtener Singspiel tn einem Akt von Julius Wilhelm Diu fit von Leo Fall. Mittwoch, 27. Mai von 20 bis 22 Uhr Zum letzten Male! Zr.MiklM0llFAV.-vls!. Overellenpreise. Zehnerkarten unb Gutscheine haben Gültigkeit. 5iefd]öne@aigtnee Korn.-myihologische Over In ein. Auszug von Franz v. SuppS Vorher: Brüöetlein fein! Altwiener Singspiel tn einem Akt von Julius Wilhelm Musik von Leo Fall. Scklust der Winter-Spielzeit! Nr. U5 Zweit« Blatt Stehen« Anzeiger (Seneral-Aazetger für Gberhcsscn)-anirtag, |(i. Mai 195t Mittelstand in Front. Von Or. Gart Gustav Bittner. Kürzlich hat Reichsfinanzminister Dietrich im Berliner „Kartell dos selbständigen Mittel- stanbeS" eine bemerkenswerte Rede gehalten. Er betonte darin, daß der westeuropäisch« Kapitalismus sich gegendenBolsche- wismus nicht dadurch halten könne, daß er ständig größere Kapitalkonzentrativnen schafft, sondern nur dadurch, daß neben dem Troß- kapital eine breite Mitte mittlerer und kleinerer Existenzen erhalten und neu geschaffen wird. Dieser Mittelstand, gestützt auf ein mehr oder weniger beträchtliches Vermögen, sei ein ausschlaggebender Faktor im Kampf gegen die Dolschewisierung. Es berührt etwas eigenartig, wenn jetzt auf einmal der „westeuropäische Kapitalismus" den Mittelstand zum Kampf gegen den Bolschewismus aufrust. Bisher sah es doch so aus, als wären Kapitalismus und Bolschewismus b i e beiden Mühlsteine, zwischen denen der Mittelstand zerrieben würde! Denn auch dem Hochkapitalismus ist der Mittelstand ein Dorn im Auge. Jenem internationalen Kapitalismus, der zu Anrecht „westeuropäisch" genannt wird, denn^er hat seinen Sitz in der Wallstreet in Reuhork. Das internationale Kapital liebt es nicht, mit großen Investitionen kleine Geschäfte zu machen. And sein Hauptgeschäft be> steht darin, alle Kapitalquevlen der Erde mit dem großen Reuyorker Sammelbecken zu verbinden. Dies gelingt naturgemäß leichter in einem Land, dessen Wirtschaftsform soweit „fortgeschritten" ist, daß die Kapitalien in wenigen großen Zentren aufgespeichert sind. In nationalen Wirtschaftsformen, die auf der Basis eines breiten Mittelstandes organisiert sind, kostet die „Kontrolle", wie man die Verbindung mit dem großen Sammelbecken nennt, unverhältnismäßig viel Investitionskapital, Arbeit und Zeit. Darum muh der internationalen Hochfinanz notwendig daran gelegen sein, mittelständisch fundierte Wirtschaftsorganisationen durch kapitalistische zu ersetzen. Hier aber trifft das kapitalistische Interesse mit dertz bolschewistischen zusammen. Denn auch derDolschewismus, gestützt auf die Krisentheorie von Karl Marx, ist an der Konzentration des Kapitals in wenigen Händen interessiert. Dis zur Vernichtung des Mittelstandes müssen also Kapitalismus und Bolschewismus notwendig Hand in Hand arbeiten. Danin aber scheiden sich die Wege. Der Kapitalismus wird in diesem Augenblitd«i.pfir „ARUCAS" » 11 . Vw RM. 250,- w «UM» e A.il.nft eed Preiptkt, da<4 uni«r« Vertret.«,e« In Gießen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 InWetzlar: Dornbusch & Binder,Lahnstr.12/14 Hausbesitzer-Verein e.V„ Kietzen Montag, 18.Mai, abds.8’/t Uhr, findet im Saale des Cafe Leib Steuer - Prote shers ammlun^ statt — Hauptredner: Herr Professor Dr. Horneffer, Hieben Wir laden unsere Mitglieder, sowie alle wirtschaftlichen Verbände und sonstigen interessierten Kreise hierzu ein und erwarten einen Massenbesuch. Der Vorstand. Zur Deckung der Unkosten werden 20 Pf. erhoben. 33550 Fahnen heraus! Fahnen heraus! Derehrllche Anwohnerschaft wirb hiermit, anläßlich der Wiedersehensfeier der ehem. hessischen Leib-Dragoner (Rr. 24) verbunden mit 10 jährigem Stiftungsfest des Kretsvereins Gießen, zu nachstehenden Veranstaltungen eingelaben: l.pfingstfeiertag: Rachm. 3 Llhr: FußbaNblihturnier auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 e. D., um den Pokal der ehemaligen hessischen Leib-Dragoner (5 Sportvereine) Abends 7 Llhr: Äegrüßungskonzert in der Turnhalle a. A. lleberreichung des Pokals an den siegenden Verein 2-Pfingstfeiertag: Dorm. 11 Llhr: FestgotteSbienst auf dem Oswaldsgarten Dorm. 11.30Llhr: historische Festquabrille daselbst Rachm. 3 Llhr: Feier in der Turnhalle unter Mitwirkung des Turnvereins 1846, der Spielverelnigung 1900 und des Quartettvereins Gießen. Oie Musik wird ausgeführt von dem Trompeterkorps des Reiter-Regiments 16, Langensalza (Thüringen). 342, d Der Festausschuß. 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Juni 1931, vormittags 10^ Uhr, in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshühe" in Gießen versteigert Wunder wirken kann kein Schlankheitsmittel, aber im Korsett-Spezial-Geschäft Geschw.Aron Seltersweg 59 Gießen Fernspr.2566 finden Sie Spezialmodelle, die auch der stärksten Frau die elegante, ausgeglichene Linie der modernen Figur verleihen. Silkrep die ideale Sommer-Wäsche 4,24 fm 3 St. Eschenlangholz, A und N 2. Kl., 0,62 fm 3,3 rm Eichennutzscheiter 2. Klasse (1 m und 1,25 m lang) 6,4 rm Lärchennutzknüppel 2. Kl. (2,20 m lang) Damplsägewerk Lollar B. Nubn, A. G. Kurzgeschntllenes Moli Kiefernlangholz, N, 1b, 7,54 fm 118 St. Kiefernlangholz, N, 2a, 48,52 fm 79 St. Kiefernlangholz, N, 2b, 60,96 fm Die zuverlässige Kasse für Baudarlehen u. Hypothekenablösungen mit bes. Sicherheiten für die Spareinlagen! Günstige < Tarife und WartezeitenI Lebensversicherung elngeschlossen! A Gardine - Kunstseid. Dekorations- j a — Stoffe, für neuzeitl. 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Juni 1931 statt. Gießen, den 16. Mai 1931. Der Oberbürgermeister. ______I. V.: Dr. Rosenberg.______ Grasversteigerung. Am Freitag, dem 22. Rial 1931, 11 Uhr. wird in der Wirtschaft „Zum Treppchen" in Heuchelheim die Grasnuhung der staatlichen Wiesen an der Lahn in den Ge- markungen Gießen und Heuchelheim für das Jahr 1931 öffentlich losweise ver- steigert. 3407D Mainz, den 27. April 1931. hessisches Wasserbauamt Mainz. ____________gez.: Häusel. __________ Bekanntmachung. Betr.: Trichinenschau; hier: Aufhebung der Polizeioerordnung für die Stadt Gießen, betreffend Einführung der Trichinenschau vom 30. Juni 1905. Durch Beschluß des Stadtrats vom 17. März 1931 und mit Genehmiguna des Herrn Ministers des Jnern vom 20. April 1931 zu Nr.M.d.1.11 3568 wird die Polizeioerordnung betreffend Einführung der Trichinenschau in der Stadt Gießen vom 30. Juni 1905 nebst Aenderung vom 15. März 1906 vom 30. Dezember 1930 ab aufgehoben; an deren Stelle treten das hessische Gesetz die Trichinenschau betreffend vom 1. August 1930 und die hessische Trichinenschauordnung vom 20. November 1930, jedoch mit der Abweichung, daß die seitherigen Trichinenschaugebührensätze des Schlachthofs Gießen (für ein Schwein 50 Rpf., für ein Ferkel oder Spanferkel 30 Rpf., für ein Stück Fleisch 20 Rpf.) fortbestehen bleiben. 3438C Gießen, den 16. Mai 1931. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. S e i b. Zweite Verordnung zur Ucberleilung der Verwaltung der Grund- erwerbsleuer auf die Finanzämter im Bezirke des Landessinanzamts Darmstadt vom 6. Rlai 1931. Auf Grund der §§2, 3 der Verordnung zur Einführung der Reichsabgabenordnung wird folgendes bestimmt: 3432D § 1. Die gemäß der Verordnung vom 8. Juni 1926 — Reichssteuerblatt <5.222 — den hessischen Amtsgerichten und Notaren als Hilfsstellen der Finanzämter obliegenden Geschäfte bei der Verwaltung der Grunderwerbsteuer werden aus die Finanzämter übertragen. § 2. Diese Verordnung tritt am l.Juli 1931 in Kraft. Darmstadt, den 6. Mai 1931. Der Präsident des Landesfinanzamts. In Vertretung: ________gez. Dr. Hellwig._________ Eberversteigerung. Dienstag, 19. Wai, nachmittags 1 Uhr, soll auf dem Hofe des Halters ein abgängiger Eber öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Bedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. 3440D Bersrod, den 14. Mai 1931. e hessische Bürgermeisterei Bersrod. ____________Becker.____________ Der Voranschlag der Gemeinde Allertshausen für Rj. 1931 liegt ab 18. !Nai d. 3. eine Woche lang auf unserem Bureau zur Einsicht offen. Zur beschlossenen Umlageerhebung haben die Ausmärker beizutragen. 3414D Allertshausen, den 15. Mai 1931. Bürgermeisterei Allertshausen. _________Reinhardt._________ in größter Auswahl zu hervorragend billigen Preisen nur im Spezialhaus 3436 D Wilh.Wirsig Seltersweg 10 Seltersweg 10 GIESSEN 3426 D Samstag, 16. Mai 1931 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Kr. 113 Drittes Blatt Wandern und weisen • Bäder und Sommerfrischen. Pfingsten in Heidelberg. Don Dr. Karl Wihel. „Die Stadt hat in ihrer Lage und mit ihrer ganzen Umgebung", so lätzt fich Goethe vernehmen, „man darf sagen, etwas 2dea.es, das man sich erst recht deutlich machen kann wenn man mit der Landschaftsmalerin bekannt ist, und wenn man weih, was denkende Künstler aus der Natur genommen und in die Natur hineingelegt haben." Gerade jetzt zur Psingstzeit, da die Natur ihre Vlütensträuße in üppiger Fülle herausgesteckt hat, ist es angebracht, Alt-Heidelberg zu schauen. So rüsten sich viele, um an dem .üleb- liehen Feste" nach Heidelberg zu fahren. Man muh den überwältigenden Eindruck des Schlosses auf sich einwirken haben lassen, um es zu verstehen, dah allezeit unsere Drohen sich immer wieder hierher gesehnt haben. Wo hrr Neckar, nachdem er seinem Ursprungsland Schwaben Lebewohl gesagt hat. seine gebirgige Umgebung verläßt, um im mäßigen Lauf der fruchtgesegneten oberrheinischen Tiefebene zuzustreben, da ist die" Stadt der Nomantiker emporgewachsen. Alljährlich sieht es viele Fremde, besonders die Amerikaner und Engländer wissen es zu schätzen. 2st doch auch sein Klima eines der mildcten. Besonders die Altstadt entfaltet tausend Reize. Sie ist erst am Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden, weil der größte Teil der Stadt ehedem fremden Mordbrennerscharen zum Opfer gefallen ist. Krumme Gassen, winkelige Ecken, holpriges Pflaster. Hier ist die Romantik zu Hause. 1806 trafen sich hier Achim von Arnim und Clemens Brentano, denen sich Eichendorff und Görres anschlossen. ..Des Knaben Wunderhorn" und „Tröst-Einsamleit" sind als die Frucht des Heidelberger Aufenthaltes zu bezeichnen. Mit Marianne von Willemer und ihrem Gatten, dem Geheimrat von Willemer, bestärkte hier Goethe die Freundschaft 1815, nachdem er vorher auf der Gerbermühle bei Frankfurt a. M. deren Gast gewesen. Carl Maria von Weber verbrachte in Heidelberg einen Teil seiner Studienzeit, hielt oft Einkehr wie alle die Großen auf dem andern Neckarufer im Stift Neuburg, wo er die Anregung zu seinem „Freischütz" empfing. Nicht zuletzt sei Scheffel genannt, der fröhlich Zecher, der sich nur schwer von der „Stadt fröhlicher Gesellen" trennen konnte, der „Heidelberg, du Feine" in beredten Worten preist. Den Malern hat die Stadt immer wieder als Borwurf dienen müssen, und was ihre tiefste Seele ihnen hier eingab, das versuchten sie mit Pinsel und Stift festzuhalten. Aus der großen Reihe seien nur Rottmann, Fries, Fohr. Turner. Fouquiöre und Graf von Graimberg erwähnt. Pfingsten webt in den Lüften. Azurblauer Himmel ist der Landschaft beschert. Lustiges Wandervolk mit offenen Augen belebt die Stadt und Umgebung. 2st es doch die rechte Zeit zum Wandern. Und gerade wir Deutschen sind ein rechtes Wandervolk geworden, das, wenn die Witterung einigermaßen günstig, hinaus ins Freie strömt, die Schönheiten der verjüngten Natur in sich aufzuneymen. Hier geben sich denn viele an diesem Feste ein Stelldichein, schauen sich nicht müde an der Herrlichkeit des Schlosses, das die unbegrenzt^ Prunkliebe der kunstsinnigen Pfälzer Kurfürsten geschaffen hat. Einer suchte den andern zu übertrumpfen. So entstanden im 15. Jahrhundert der Ruprechtsbau, im 16. der Ludwigs- bau, der gläserne (Aialbau Friedrichs II., der Otto-Heinrichsbau. der Friedrichsbau. Ihr Kunst- Wille ließ dieses Werl, das in Deutschland seinesgleichen sucht, erstehen, das Matthison ..ein betürm- tes Schloß voll Majestät" hieß. Was das Bauwerk besonders anziehend macht, ist vor allem neben seiner künstlerischen Schönheit die Erinnerung an sein herbes Schicksal. Zweimal fiel es der Brandschatzung der Eroberer anheim. Später wollte man es wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzen. Doch ist es als ein Glück und Wunder zu bezeichnen, daß man von diesem Borhaben abgekommen ist. So steht die Ruine in ihrer monumentalen Gcsamtwirkung erhebend vor unserem Auge. Die mächtigen Steinkaskaden, die spitz gen Himmel aufstreben, die Trümmer, die alter Efeu überranlt, die freien Plätze und Höfe, der srühlingsheitere Himmel, drunten der gemütlich vorbeirauschende Neckar, der Zeuge dieser wüsten Zerstörung gewesen ist, alles schließt sich zu einem Panorama von überwältigender Kraft zusammen, wenn man das Gesamtbild ins Auge faßt, sei es vom Königsstuhl aus, vom Stift Neuburg, vom Philvsophenweg oder vom linken Neckarrand von der alten Brücke aus, die nach dem Urteil Goethes eines der schönsten Bauwerke der Welt sein soll. Feuernacht in Heidelberg! Aus allen möglichen Anlässen wird das alte Gemäuer in blendende Helle getaucht, die sich entzückend gegetz den schwarzen Nachthimmel abhebt. Alle Fenster, Nischen. Spalten, Risse sprühen von Licht. Auf dem Strom Kähne voll singender Studenten. Ein letztes Aufzischen, dann ist die Schönheit erstorben. Scheffel hat Heidelbergs Ruhm weithin verkündet. Auf der großen Terrasse etwas östlich vom Schloß hat ihm Heer ein Dronzestandbild geschaffen, von wo man noch einmal das ganze Wunder des Bauwerkes in sich aufnehmen kann. „Alt-Heidelberg, du Feine, Du Stadt an Ehren reich. Am Neckar und am Rheine Keine andre kommt dir gleich!" — Eine zweitägige psingstwandernng. 1. Tag: Laurenburg — Vrunnenburg—Jammertal- Singhofen — 2Nühlbachtal — Nassau. Mit der Lahnbahn fahren wir nach Laurenburg, um von hier dem Lahnhöhenwege „L" nachzugehen. An der Lahn entlang wandernd, an einem Mineralbrunnen sowie am Häuserhof vorbei, ^reichen wir nach Ersteigen einer Schlucht in einer Stunde die stimmungsvolle Klosterruine Brunnenburg und kommen, dem Zeichen folgend, nach 20 Minuten zum Biersceblick 250 in. Außer einem umfassenden Rundblick sehen wir zu unseren Füßen hier die Lahn durch vorgeschobene Felsen als vier Seen. In 30 Minuten wird der Kodier Hof, in weiteren 20 Minuten der Ort Kördorf erreicht. Der Weitermarsch bringt uns in zehn Minuten an die Winkellei, wo wir einen prächtigen Blick in einen großen Kessel des Jammertals haben. Wir steigen nun in das reizvolle Tal und kommen an einigen Mühlen vorüber bis zur Neubäcker Mühle, verlassen das Tal und steigen nach dem hochgelegenen Singhofen empor. (Gute Gasthäuser.) Das Zeichen fuhrt uns von hier in einer halben Stunde auf'die Dr.-Haupts- Ruhe wo sich uns ein überaus herrlicher Blick in das Äkühlbachtal erschließt. Ein schmaler Pfad führt uns hinab in das schönste und eigenartigste Tal des Winke für die Nach Finnland und den Atlantischen Inseln mit dem Norddeutschen Lloyd. * Im Rahmen seiner beliebten Fahrten nach Finnland oder den Atlantischen Inseln hat der Norddeutsche Lloyd in Bremen für den Sommer dieses Jahres zwei begrüßenswerte Neuerungen geschaffen. Seit Jahren schon führen die Frachtdampfer des regelmäßigen Finnlanddienstes des Norddeutschen Lloyd Fahrten in das „Land der tausend Seen" aus. In den Monaten Juli bis September d.J. wird nun der Dampfer „Arucas" für sechs Gesellschaftsreisen in die Finnlandfahrt eingestellt werden. Nach den Atlantischen Inseln führen drei Fahrten des modern pusgestatteten Motorschiffes „Rio Panuco", deren Programm durch das Anlaufen von Lissabon und der marokkanischen Hafenstadt Casablanca über den Rahmen der Frachtdampferfahrten hinaus nicht unwesentlich erweitert worden ist. Nordsccbad Juist. Diese Nordseeinsel mit dem herrlichen, 17 Kilometer langen, buhnenfreien Strand, hat viele Gäste, die Jahr für 9ah£bort Erholung finden. Waren Sie noch nicht dort?GGehen Sie in dieser Saison hin! Juist ist das idealste billige Nordseeinselbad. Die rührige Badeoerwaltung hat auch in diesem Jahre wieder für neue Bequemlichkeiten gesorgt. In dem neuen Prospekt finden Sie alles Nähere. Nordfecbad Borkum. Die Bewohner des Nordsee-Jnsel-Bades Borkum tragen der allgemeinen Wirtschaftslage in rkchtiger Erkenntnis der Verhältnisse in der kommenden Saison Rechnung. Es ist ihnen bekannt, daß die wirtschaftliche Kraft der meisten Erholungsbedürftigen bzw. Reisenden ein ausschlaggebender Faktor für die Reise in ein Bad ist. Grundsätzlich und allgemein ist man der Ansicht, mit den fo$£ „Wochen- Taunus. Nach zweistündiger, genußreicher Wände- rung durch das liebliche Mühlbachtal erscheint uns der Burgberg, von der StammburgNassau bekrönt, und nach insgesamt sechsstündigem Marsche erreichen wir das anmutig gelegene Lahnstädtchen Nassau, wo sich gute Unterkunftsmöglichkeiten bieten. 2. Tag: Nassau — Dausenau — Bad Lws. Am folgenden Morgen besichtigen wir das Denkmal des Freiherrn vom Stein, die Burgruine Stein und die Ruine der Stammburg Nassau. Von der letzteren bieten sich herrliche Blicke auf Nassau, die Hohe Ley, Kloster Arnstein und das Lahntal. Wir folgen nun wieder dem „L" und gelangen über Misselberg und Hof Mauch aufwärts zur 350 Meter hohen Kuxley. Hier fällt der Berg steil ab, und wir erblicken tief unten die Lahn. Nach kurzer Zeit erreichen wir auf der anderen Seite der Lahn das altertümliche Städtchen Dausenau, gehen ein Stück flußabwärts und ersteigen den 263 Meter hoch gelegenen Konkordiaturm mit entzückenden Blicken auf Ems. Bald darauf sind wir am Endziel Bad Ems angelangt. Da die Wanderzeit am zweiten Tage nur 3/ Stunden beträgt, bleibt uns genügend Zeit zur Besichtigung des reizvollen Badeortes. Sommerreise. kuren-Pauschalkuren" dem reisenden Publikum entgegenzukommen und ihm die Reisemöglichkeit weitgehend zu erleichtern in der Erwartung, daß dieses Entgegenkommen den Besuch des Bades heben wird. Mit diesen „Pauschalkuren" für eine bzw. mehrere Wochen und den errechneten Preisen ist bestimmt vielen Reisenden, die sich vor Antritt ihres Aufenthaltes auf Borkum ein klares Bild über ihren Reife- etat machen wollen, bestens gedient und damit die Möglichkeit der Reife nach der „schönen grünen Insel" gegeben. Zur Orientierung wird empfohlen, sich von der Badeverwaltung Borkums den Prospekt für 1931 kommen zu lassen. Neue Ltadthalle in Bad Blankenburg. Das thüringische Bethlehem Bad Blankenburg am Eingänge des wegen seiner Lieblichkeit bekannten Schwarzatales, das schon seit langem zu den noch unberührten Naturschutzgebieten Deutschlands zählt, hat sich im Vorjahre zum Bau einer eigenen Stadthalle entschlossen, der nunmehr vollendet ist: eine Riesenhalle entstand, die über 2000 Personen Platz bietet und außerdem efne große Turnhalle enthält. Die Erbauung der Halle war für den Kurort Bad Blankenburg trotz schwierigster Wirtschaftslage dringlich geworden, da die Zqhl der in den letzten Jahren dort abgehaltenen Kongresse, Sportfeste und Ausstellungen ständig wuchs, und es häufig an geeigneten Räumen zur Abhaltung dieser Veranstaltungen mangelte. Auch die alljährlichen großen Sportfeste des Verbandes der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen verlangten gebieterisch einen Raum, in dem die zu diesen Festen nach Bad Blankenburg strömenden Besucher von allen Hochschulen Deutschlands und Deutsch Oesterreichs vereint werden konnten. Die Halle hat ihren Platz am Ufer der Schwarza, zu Füßen der sagenumwobenen Burgruine Greifenstein gefunden. / Reiseliteratur. — Der neue Führer durch die deutschen Ostseebädcr für 1931', hcrausgegeben vom Verband Deutscher Ostseebäder (E.V.), mit Karte der Küste, ist erschienen. Der Führer enthält die neuesten Nachrichten über die Bäder und Städte von «chles- wig-Holstein bis zum Memelland, ihre Beschreibung, ihre Unterkunftsmöglichkeiten und ihren Reisewcg. Nach dem das Bad beschreibenden Text befinden sich die Anzeigen der Hotels und Pensionen: die Fahrpläne der einzelnen Reedereien besinden sich im Anhang. Der Preis des Führers, der, 216 Seiten stark, in diesem Jahre in einer ganz neuen und modernen Aufmachung erschienen ist, beträgt 1 RM. — „Kur und Erholung im Hgrz und Kyffhäuser" heißt eine Schrift des Harzer Ver- kehrsverbandes E. V., in der u. a. alle bekannteren Luftkurorte, Heilbäder und louriftcnpläüc beschrieben und Preise für Uebernachlung und Pension genannt sind. Mehr als 100 Abbildungen und ein breifarbiger Umschlag mit einer Uebcrsichtskarte ergänzen den Text. — Ein neuartiges Preisausschreiben findet sich im Unterkunftsoerzeichnis 1931 des Gommerf ri- schenführersvomSauerlande, Sieger- lande und Wittgenstein, gemeinsam her- ausgegeben vom Sauerländischen Gebirgsverein zu Iserlohn und vom Westfälischen Verkehrsverband zu Dortmund. Das grüne Beiheft enthält außer einer zweifarbigen Verkehrskarte die Bedingungen für das Preisausschreiben und die aussührliche Beschreibung von ungefähr 200 Sommerfrischenorten und alle wissenswerten Angaben von rund 1000 Hotels, Gasthöfen und Prioatpenfionen, so daß jedermann sich schnell eine passende Sommerfrische danach aussuchen kann. Das Sauerland trägt jedem Geschmack Rechnung. Man kann von 3 bis 8,50 RM. volle Pension einschließlich Zimmer erhalten. ' • Ein Protest bet Knappschasts Angestellten. 'Wetzlar. 13. Mai. Die An ge st e l l t en - ältesten der Gießener Knappschaft hielten hier eine Tagung ab, in der man sich mit der bedrohlichen finanziellen Lage der Reichsknappschaft eingehend beschäftigte. Rach längerer Verhandlung wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Die in Wetzlar tagende Angestellten- ältestenversammlung der Gießener Knappschaft protestiert gegen weitere Kürzungen der Leistungen aus der Angestelltenpensionskasse. sowie gegen sonstige Schmälerung der von den versicherten Angestellten erworbenen Rechte. Auch kann eine Beitragserhöhung unter keinen Umständen stattfinden, da die Beiträge bereits eine erschreckende Höhe erreicht haben. Der allgemeinen Wirtschaftslage Rechnung tragend, haben sich die versicherten Angestellten mit den Kürzungen des Jahres 1928 und den in der Hauptversammlung 1931 vorgenommenen Kürzungen abgefunden, trotzdem diese die Grenzen des Möglichen schon fast überstiegen. Desto energischer werden sie sich zur Wehr sehen, falls noch weitere Kürzungen beabsichtigt fein sollten. Unter Hinweis darauf, dah die schlechte Finanzlage der Angestelltenpensionskasse nicht durch die Schuld der Mitglieder, oder der Selbstverwaltung, sondern aus den bekannten Gründen, wie Krieg, Inflation, Rationalisierung usw., entstanden ist, erwarten die Mitglieder und die Leistungsempfän- ger der Angestelltenpensionskasse der Gießener Knappschaft, dah, nachdem die Reichsknappschaft Kürzungen bis zum äuhersten durchgeführt hat, die Reichsregierung der Knappschaft laufend Mittel zur Verfügung ftefit, oder eine Förderabgabe vom Produkt einführt, um den Bestand der Reichstnappfchaft zu gewährleisten. Sie erwarten vom Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald, dah er sich für die Belange der Reichslnoppschaft ebenso entschlossen einseht, wie es der Reichsernährungsminister Schiele für die Landwirtschaft getan hat. Eine Sanierung, wie sie sich das Reichsarbeitsministe- rium denkt auf Kosten der Angestellten Versicherung, lehnt die Versammlung einstimmig ab.“ Vollbäder, Teilbäder • Städtische Kuranstalt • Heilung in schwierigsten Fällen • Keine Kurtaxe • Näheres Werbeschrift • Badeverwaltung Nordseebad Wilhelmshaven Schlick, Y6Y6N. W/uaZ ^Reiuna^cht, (ygauetbeiden ^ItrfMcurorf LICHTENBERG *'bds Prospekte durch Hotel-Pension,.Schloss Lichtenberg' . TeL Niedernhausen, Odwfd. 15. i Bewährte Heilquellen / Schöner alter Park Preiswerte Pauschalkuren Auskunft: Hessische Badedirektion f! — Jodbad Tölz — 70(7 m ü.d.M., Im Zentrum der bayerischen Alpen, In landschaftlich und klimatisch bevorzugter Lage, gegen Bluthochdruck, Aderverkalkung und Frauenleiden. Auskunft u. Prospekte durch den Kurverein. 2391 V Das vornehme Famllionbad der Nordsee 17 km langer, sehr breiter,reiner feinsandlcer Katar- etrand, ohne Buhnen u. Bauten, der innerhalb von 1—3 Minuten von allen Häusern erreichbar ist. 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Empfehlungen von Bädern und Sommer- frienhon linden durch den Gießener Anzeiger beste IlldUIIÜII Verbreitung. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Die schwache Stimmung der letzten Wochen hielt in dieser Berichtswoche vorwiegend an. Angesichts des scharfen Sinkens der Kurse hat das Vertrauen der Bankenkundschaft zur Stabilität der Dörsenlage einen Stoß erfahren. Daneben lassen die schwierige Lage des Reichsetats und die ganz« Kompliziertheit der innen- und außenpolitischen Situation in den Tagen der politischen Vorkampfe von Genf der Daissepartei freien Spielraum. Immer von neuem zeigten sich größere Abgaben. Hinzu kamen die Reden führender Staatsmänner, die die Lage des Reiches nach wie vor ernst beurteilten Besonders verstimmt haben die Ausführungen Dr. Brünings wegen der neuen Sparmaßnahmen. auch solchen unpopulären Charakters. Zu all den Belastungen und Depressionen kam eine weitere: die völlig überraschende Sanierung der Oesterreichischen Creditanstalt. die mit ihren kaum übersehbaren Zusammenhängen und Folgen die Börse arg verstimmte. Die Spekulation schritt zu wahren Angstverkäufen, so daß das Kursniveau einen starken Stoß erlitt. Gegen Ende des Derichtsabschnittes machte sich bei der Spekulation Rückdeckungsbedürfnis, geltend. was wohl nur aus börsen- und positionstechnischen Gründen geschehen sein dürfte. Daß die Abgaben aus dem Publikum und dem Auslande aufgehört haben, wurde zwar ebenfalls günstig ausgenommen, konnte aber den Ernst der allgemeinen Lage nicht verwischen. So ergaben^ sich gegenüber der Borwoche wieder recht beträchtliche Kurseinbußen. Am stärksten gedrückt lagen Holzmann, die unter Berücksichtigung des Dividendenabzuges 12 Prozent verloren. Bankaktien lagen durchweg 3 Prozent niedriger, aber Danat- bank minus 5 Prozent. Kursrückgänge von 5 bis 10 Prozent hatten ferner: Aku. Karstadt. Tietz, Kaliwerte, AG. für Verkehrswesen. Contigummi und Chadeaktien, letztere auf die neuen Llnruhrn in Spanien. Elektro-, Montan-, Schiffahrts- und Zellstoffaktien verzeichneten Kursrückgänge bis zu 5 Prozent. Auch die meisten Rebenwerte lagen bis zu 3 Prc^ent schwächer. Deutsche Fonds lagen bis zu 0,75 Prozent. Pfandbriefe. Städteanleihrn und Industrieobligationen bis zu 1 Proz. und Reichsschuldbuchforderungen bis 2 Prozent abgeschwächt. Der Geldmarkt war während der ganzen Woche flüssig, erst später trat im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Medio etwas Rachfrage hervor. Am Devisenmarkt konnten sich die Reichsmark der Dollar und Franc gegen London stärker erholen, während Madrid wieder recht schwach lag. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. Die Unsicherheit, die di?rch die verschiedenen Regierungstransaktionen in den Produktenmarkt getragen worden ist, hat zu einer fast völligen Stagnation des Geschäftes geführt. Käufer und Verkäufer nahmen allgemein eine sehr abwartende Haltung «in, um so mehr, als auch am Mehlmarkt noch keine Klarheit herrschte. Bei äußerst geringem Umsatz blieben die Preise für Weizen und Roggen unverändert. Da Inlandweizen jedoch sehr wenig angeboten wird, weil auch hierin keine großen Vorräte mehr vorhanden sind, bleibt zu befürchten, daß bei Eintritt größerer Mehlnachfrage die Preise für Weizen wieder stärker steigen werden, und schließlich der deutsche Weizen teurer bezahlt werden muß, als Auslandweizen zu verbilligtem Zollsatz -kostet. Auslandweizen erfuhr, von kleinen Schwankungen abgesehen, kein größeres Geschäft. Die ^Tonne Weizen kostete 305 Mark Roggen ebenfalls unverändert 217,50 Mark. Die Abgaben von Roggen aus Regierungsbeständen an die Mühlen haben also nicht preisdrückend gewirkt, obwohl man von einem Abgabepreis von 200 Mark je Tonne sprach. Braugerste lag auch im freien Markt vollkommen ohne Interesse. Sommerger st e für Futterzwecke war dagegen gesucht und wurde mit 23 bis 24 Mark frei Frankfurt a. M. bezahlt. Hafer aus hiesiger Gegend war kaum noch vorhanden: der Markt wurde infolgedessen hauptsächlich mit pommerscher und schlesischer Ware versorgt. Die Preise erfuhren gegen die Vorwoche mit 215 bis 217,50 einen Rachlaß um 2,50 Mark, zumal auch das Geschäft stark nachgelassen hatte. Mais wurde nur in ganz geringem Umfang« umgesetzt. Die Lage am Mehlmarkt ist nach wie vor sehr unsicher. Die Preise haben verschcedentlrche Ermäßigungen erfahren, doch trat eine Belebung des Geschäftes nicht ein. Die Amsähe beschränkten sich nur auf den notwendigsten Bedarf. Es notierten Weizenmehl südd. Spez. 0 42,25 bis 44,50 Mark Niederrhein. 42 bis 43,50 Mark. Roggen- mehl erfuhr mit 30 bis 32 Mark ebenfalls eine Ermäßigung um 0,50 Mark je 100 Kilo. Futtermittel zeigten erstmals in dieser Woche kleine Preisrückgänge, obwohl das Angebot in sofort greifbarer Ware weiterhin recht knapp ist. Da aber schon einiges Grünfutter zu haben ist, war die Rachfrage nicht mehr so stark, so daß die Preise um 0,25 Mark herabgesetzt wurden. Es notierte Weizenkleie 13,50 bis 13,65; Roggenkleie 14 Mark je 100 Kilo. Rauhfutter- und Kraftfuttermittel waren nur wenig gefragt und in den Preisen unverändert. Recht fest lagen wieder Kartoffeln; der Zentner wurde mit 4,25 Mark bezahlt. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150 Pf.. Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Spinat 25 bis 30, Wirsing 20 bis 40 (per Zentner 20 bis 30 Mk.), Weißkraut 15 bis 25 (per Zentner 10 bis 15 Mk ), Rotkraut 25 bis 40 (per Zentner 20 bis 30 Mk.), Kartoffeln 5 bis 6 (per Zentner 4 bis 5 Mk.), gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20, Spargel 35 bis 70, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Rhabarber 15 bis 20, Aepfel 40 bis 50, Rüsse 60 bis 70, Honig 40 bis 50, Dörrobst 30 bis 35, Suppenhühner 90 bis 110, junge Hähne 90 bis 110 Pfennig per Pfund; Tauben 70 bis 80. Eier 9, Blumenkohl 40 bis 50, Salat 20 bis 25, Salatgurken 40 bis 70, Lauch 5 bis 15, Rettich 20 bis 25, Sellerie 10 bis 50, Oberkohlrabi 20 bis 25 Pfennig per Stück; Radieschen 10 bis 15 Pfennig per Bund. Frankfurter Börse. Eigene Drahlmeldung des ..Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 16. Mai. Tendenz: ruhig. — Die Wochenschlußbörse eröffnete in ruhiger, aber überwiegend eher freundlicherer Haltung, trotzdem die Auslandbörsen meist schwächer geschlossen hatten. Eine leichte Anregung erhielt die Börse durch die weiter günstigen Ziffern der Außenhandelsbilanz im Monat April. Da jedoch der Ordermangel stärker in Erscheinung trat, erhöhte sich die Umsatztätigkeit nur innerhalb der Kulisse, da diese eher kleine Kaufneigung bekundete, wobei man auf einen weniger reibungslosen Verlauf der Genfer Verhandlungen hofft. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich zu Beginn meist kleinere Besserungen. So gewannen Elektrowerte, Kunstseide- aktien und die Banken durchweg bis zu 1,5 v. H. Am Ehemremarkt eröffneten JG.-Farben sehr knapp gehalten. Am Montanmarkt besserten sich Harpener um 2,5 d. $)., während Mannesmann etwa 1 o. H. ein- büßten. Schiffahrtsaktien lagen im Verlaufe bis zu 0,5 v. H. freundlicher, an den übrigen Märkten herrschte Geschäftsstille. Deutsche Anleihen blieben gut behauptet. Von Auslandanleihen gaben Türken- werte um Bruchteile eines Prozentes nach. Von österreichischen Renten erschienen Schatzrente von 1914 mit Plus-Plus-Zeichen, die Taxe lautete etwa 1,25 v. fr), höher. Pfandbriefe sehr still, Reichsschuldbuchforderungen 0,5 v. H. fester. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an, doch lagen die Kurse auf dem Anfangsniveau behauptet. Am Geldmarkt blieb der Satz für Tagesgeld mit 4,5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt lag das Pfund international fester, während Amsterdam auf die Ermäßigung des Dis- kontfatzes schwächer notierte. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1994, gegen Pfund 20,4225, London gegen Reuyork 4,8638, gegen Paris 124,30, gegen Mailand 92,90, gegen Madrid 48,30, gegen Schweiz 25,2325, gegen Holland 12,1140. Berliner Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 16. Mai. Die heutige Vormittagsbörse stand im Zeichen mangelnder Antern« h- m u n g s l u st. Die vorliegenden Rachrichten waren eher ungünstiger Ratur. Eine teilweise Stillegung bei den Vereinigten Stahlwerken, die Kündigung des Lohnabkommens im Ruhrbergbau und das schlechte Blankogeschäft mußten natürlich verstimmen. Auch die Unterredung in Genf scheint sich ziemlich schwierig zu gestalten, da auf Dr. C u r t i u s und Schober ein ziemlicher Druck ausgeübt wird. Man sieht jedenfalls in Börsenkreisen der heutigen Rede des deutschen Außenministers Dr. Curtius mit Spannung entgegen. Die Diskontsenkung in Holland auf 2 v. H.» der Zeichnungserfolg auf die Berliner Kraft- und Lichtaktien, dem allerdings der unverminderte Zeichnungseingang auf die Post- schätze gegenüberstand, und einige sonstige Abschlüsse in der Erdölindustrie boten der Tendenz eine gewisse Stütze. Aus Kreisen der Kundschaft lag geringfügiges Angebot vor, das je- 6t>d> gut Unterfunft fand, so daß die Kurse gegen gestern etwas erholt, gegen den gestrigen Börsen- schluh bis zu 1 v. H. schwächer lagen. Kunstseideaktien lagen auf den Fortschritt der Syndikats- Verhandlungen freundlicher, besonders Aku mit plus 2 v. H. vermochten hieraus Ruhen zu ziehen. Die Börse rechnet für heute mit der Veröffentlichung nicht ungünstiger Außenhandelsziffern. Etwas stärker angeboten waren zu Beginn Sa- rotti und Kali Aschersleben, die bis zu 2,5 v. H. verloren, außerdem setzten Hamburg-Süd ihre Abwärtsbewegung um weitere 3,5 v. H. fort. Deutsche Erdöl, Rheinisch« Braunkohlen und Berliner Maschinen waren bis zu 1,5 v. H. gebessert. Anleihen völlig unverändert. Ausländer geschäftslos und nicht ganz einheitlich. Pfandbriefe noch unentwickelt, Reichsschuldbuchforderungen ruhig. Tagesgeld 4,75 bis 6,75, vereinzelt 4,5 v. H., Monatsgeld 5,5 bis 6,75 v. H. Warenwechsel etwa 5 bis 5,25 v. H. Im Verlaufe wurde es bei sehr kleinem Geschäft auf Deckungen teilweise etwas freundlicher. Beachtung fand die Meldung eines Mittagsblattes, derzufolge der Berliner Börsenvorstand eine bessere Kurspflege für alle Staatspapiere gefordert hat. SJl.-tfport Gchwimmeriagung der OT. Die Schwimmabteilungen der Turnvereine des Gaues Hessen hielten in Gießen unter Leitung des Gauschwimmwartes Franz Sauer, Gießen, ihre Iahresversammlung ab. Vormittags fand in der Schwimmhalle des Volksbades ein mehrstündiger älebungsbetrieb statt, der die Gauwettkämpfe in Lauterbach zum Gegenstand hatte. Zu Beginn der Verhandlungen am Rachmittag trug der Gauschwimmwart den Iahresbericht vor. Danach ist auch im Gau Hessen die Schwimmsache in erfreulichem Aufstieg begriffen, an dem wesentlichen Anteil haben der Männerturnverein Gießen sowie die Turnvereine 1846 Gießen, Wetzlar, Friedberg, Lauterbach, Lich, Bad-Rauheim, Marburg, Dutenhofen, Hungen, Laubach, Alsfeld, Heuchelheim, Butzbach, Rheinfranken Gießen. An neuen älebungsstätten sind ein Sommerbad in Laubach und ein Hallenbad in Marburg (mit Gießen, Wetzlar und Friedberg nunmehr vier Hallenbäder im Gau) erstanden. Reben den Spitzenleistungen alter, bewährter Schwimmabteilungen soll die Breitenarbeit mehr entwickelt werden, einmal durch volkstümliche Ausgestaltung des Llebungsbetriebes, zum andern durch Angliederung von neuen Abteilungen bei wassernahen Landvereinen, denen durch Bezirks- schwimmwarte und größere Schwimmersahrten Anregung in Aussicht gestellt wird. Zum Gau-Schwimmausschuß wurden 'Vie bewährten Abteilungsleiter August Balzer, Tgde. Friedberg, als Vertreter der Vereine mit Winterbad, und Friedrich Eifert, Tv. Lauterbach, für Vereine ohne Winterbad, wiedergewählt. Als Obmann für das Kanufahren bei den Lahnvereinen und ihrer näheren Umgebung wirkt Turner Hermann S a l z m a n n vom Tv. 1846 Gießen. lieber das Turn- und Sportabzeichen gab der Gauschwimmwart eingehende Erläuterungen, über das Wasserballspiel machte der zuständige Gauobmann Christian Weeg, Tv. 1846 Gießen, nähere Mitteilungen. Einen breiteren Raum nahmen die Besprechungen über das Gauschwimmfest zu Lauterbach am 26. Iuli in Anspruch. Die Teilnehmer werden nach Lebensalter, den Leistungsgrenzen und den älebungsgelegenheiten (Vereine mit und ohne Winterbad) in neun Stufen eingeteilt und nach der neuen Schwimmordnung der DT. 1931 gewertet. Mit der Mahnung, das Schwimmen als eine Brauchkunst zum Rettungsschwimmen auszugestalten und andererseits den Turnboden als Ausbildungsgrundlage stets beizubehalten, schloß der Gauwart die Schwimmertagung der Hessenturner. Heeressportfest in Gießen. Sportfest des I. J....... 94,5 94,65 _ Oberhesscn Provinz. Anleihe mit Aurlos^Rechtcn....... 53 _ _ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 53 _ 53,25 8% firanlf. Hyp.-Bank Goldpse XIII unlünbbar 61$ 1934 . . . 101,4 _ _ 7% stranks. Hyp.-Banl Boldpse unlünbbar 616 1932..... 95,5 __ 4*4% Rheinische Hyp^Bank LIqu. Goldpse......... 90,5 8% Br. LandeSpsandbriesanstalt, PsandbrieseR.l»...... 100,5 _ 100,5 8% Pr Landespiandbriesanstalt, Komm^Ldl. R. 20...... 7% Pr. Landespiandbriesanstalt, Psandhricse R N...... — 96,5 _ 96,5 N.E.G. abg. Bortrteg«. Obligationen, rückzahlbar 1933 ..... - — 4% Cefteneid)t1d)e ©olbrente . . 4,20% Ocsierreichische Sllberreute 4% Oelterreichtiche Einheitliche Rente........... 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4K% delgl. von 1913 .... 1% Ungarische Kronenrente . . . 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türlische Vagdadbahn-Anl Serie I........... 4% desgl. Serie U....... 6% Rumänische veretnh. Rente von 1903 .......... Rumänische veretnh. Rente von 1918 .......... 1% Rumänische veretnh. Rente 21,8 — 22,1 22 3 — 2,2 .— — — __ — — 18,9 —* — —— — 15,4 —• — 15,8 — —— - 3,725 3,65 3,8 3,75 — _ 3,7 3,65 3,8 3,75 7,5 — 7,65 7,5 14,5 — 14,5 14,5 6,3 — 6,4 — Frankfurt a. 2)7.1 3crlin Schluß« i lurs | 1-ilhr- | Kurs Schluß« kurs Anfang« Kurs Datum 15.5. 16.5. 15.5. 16.5. Hamburg-Amerika 'Batet ... 7 52,5 — 52,9 52,65 Hamburg-Südam.Dampsschill. 8 — 95 91,5 Hansa Dampsschiss.....10 — — 70,5 70,75 Norddeutscher Lloyd.....8 — 53,5 53,75 53,65 Allgemeine Deutsche Ereditanst. 10 — Barmer Bankverein .... 10 — — — —— Berliner Handelsgesellschaft . 12 114,5 —— 114,75 115 Commerz- und Prival»Bank. 11 103,5 104 104 104 Darmstädter und Nation albank 12 Deutsche Bank und 126 126 125,5 Disconto-Gesellschaft, ... 10 102,5 — 102,5 102,5 Dresdner Bank......10 102,5 102,25 102,25 102.25 Reichsbank........18 140,5 141,75 140,5 140,5 ül.E.G............8 92,25 92,13 92,75 67 92 Bergmann ......... 9 Elektr. LieserungLgesellschaft. 10 105,5 — 105,75 — Licht und Kraft......10 106 107 106,75 106,25 gellen & Guilleaume . . . 7JJ Gesellschaft sür Elektrische 75 — 76 76,13 Unternehmungen .... io Hamburger ElektrijitätS-Werke 10 101,75 — 101,75 102 —— Rheinische Elektrizität .... 9 — — 106 — Schlesische Elektrizität. ... 10 — — — Sckiucken L Co.......11 129,25 — 128,5 127,75 Siemens L Halske ..... 16 — — 152,5 151,65 Transrabio ......... 8 — — 118 41,5 118,5 41 Buderus ........ b _ Deutsche ............« — — 63 64 Essener Steinkohle ...... 8 —— — — Gelsenkirchener ....... 8 71 — 70,5 70 Harpcner. . .••••••0 56 58,5 57 57 Hoesch Eilen.......... — — 53,75 54 gilt Bergbau ....... 10 —— 169,5 169 Kiöcknerwerke . ....... 7 V — 51 51 Köln-Ncuessen ...... 7 Mannesmann-Röhre» .... 7 — —. 59.13 67,5 66,75 67,75 67,5 Mansselber Bergbau . .... 7 Oberschles. Eilenbedars .... 8 —— —— 32,25 32 — — Oberschles. Kolüwerke..... —— — 69 69,25 Phönix Bergbau ...... 6% Rheinische Braunkohle» . . IC 48,75 — 49 | 49 15? — 152 153,5 Rheinsiahl.........6 66,5 — 67 66,4 I Riebeck Montan ...... 7.2 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« turs 1-Uhr« Kurs Schluß«! lurs | Anfang« Kurs Datum 15.5. 16.5. 15.5. 16.5. Bereinigte Stahlwerke ...... Otavt Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaltwerke Salzdetfurth ... 15 I. ®. Farben-Invutirtt ... 12 Dynamit Nobel.......6 Schetdeanstalt...... .,9 Goldschmidt ...... ..5 Rülgcrswerke ........ 6 Metallgelelllchaft.......8 Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cementwerk Karlstadt. ... 10 Wavß & Nreytaa......8 Schultheis Patzenhofer ... 15 Oliwerke.........T2 Aku...........18 Bemberg........., " Zellstoff Waldboi .... 18'/, Zellstoft Aschassenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas . . . ..... 9 Daimler Motoren . ..... 0 Deutsche Linoleum...... Maschinenbau ..........( Rat. automobil . ...... 0 vrenstein & Koppel ..... 6 Leonhard Tietz • • • • • 10 Svenska ....... Frankfurter Maschinen .... 4 Britzner....... . . . 6 Heyliaenstaedt ....... 0 Lechwerke..........8 Mainkrastwerkr Höchst O.8R.. . 8 Mtag...........10 Gebr. Roeder.......io «olgt & Haeffner......9 Süddeutsche Zucker .... 10 46,5 127 131 194,5 — 123,25 40,5 48 65,5 74,5 88,5 25 69,5 87 70,5 25,5 72,75 94 31 63 115,5 । | | | | | | | | | | | | 1 1 1 1 1 1 1 1 1 - 1 1 Illi 1 I 1 £ 1 5! §1111 47 26,4 127,5 131,5 196,5 137,4 40 48,4 66 74,5 24,5 138 69,5 86,4 81,75 72 120,5 25,65 73 42,5 95,13 230 116 25,5 125 196,5 136,5 48,5 75 137 71,5 87,25 81 119,5 25,5 72,5 94 228,75 Banknoten. Berlin, 15. Mal Geld Dries Amerikanische Noten...... 4,18 4,20 58,13 58,37 Dänische Noten ........ 112,05 112,49 Englische Noten ........ 20,37 20,45 Französische Noten ....... 16,393 16,453 Holländische Noten ....... 168,21 168,89 Italienische Noten........ 21,96 22,04 Norwegische Noten....... 112,00 112,44 Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling 58,91 59,15 Rumänische Noten....... 2,482 2,502 Schwedische Noten....... 112,13 112,57 Schweizer Roten ........ 80,64 80,96 Spanische Noten ........ 41,82 41,98 Tichechoslowaltsche Noten..... 12,42 12,48 Ungarische Noten ..... 72,95 73,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. 15.Mal 16.Mai Amtliche Geld Notierung Dries Amtliche Geld Notierung Dries Amst.- Rott. 168,48 168,82 168,37 168,71 Bnen.-AireS 1,303 1,307 1,304 1,308 Brff.«Antw. 58,335 5Y.455 58,34 58,46 Christiania. 112,26 112,48 112,29 112,51 StoDtnbagen 112,26 112,48 112,27 112,49 Stockholm . 112,42 112,64 112,43 112,65 HelstngforS. 10,555 10,575 10,554 . 21,96 f 10,574 Italien. . . London. . . 21,96 22,09 22,09 20,395 20,435 20,404 20,464 Vlcuhorf •» 4,1945 4,2025 4,195 4,203 Paris. . ♦ . 16,413 16,453 16,413 16,453 Schweiz ». 80,85 81,01 80,85 81,01 Spanien. . 42,18 42,26 42,36 42,44 Japan . . . 2,075 2,079 2,075 2,079 Rio de Jan. 0,271 0,273 0,274 0,276 Wien in Oest. abgeft 58,93 59,05 58,95 59,07 12,426 12,446 12,435 12,445 7,381 7,395 7,382 7,396 Budapest. . 73,14 73,28 73,13 73,27 Bulgarien . 3,038 3,044 3,038 3,044 Lissabon 18,86 18,90 18,87 18,91 Tanzt«. . 81,52 81,68 81,45 81,71 flonftuuaa. 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen. . 5,437 5,447 5,439 5,449 Lanava . 4,191 4,199 4,191 4,199 Uruguay. 2,567 2,573 20,955 2,537 2,549 Tatro . . 20,915 20,92 20,96 ,i ud)r icbte nftafette mit Fernsprech- Blinktrupps, Meldehunderotten, Radfahrern und Läufern ist dem heute militärisch so wichtigen Nachrichtendienst entnommen und stellt hohe SInforberun- Sen an die sorgfältige und schnelle Auswertung und Übermittlung von Befehlen. Tischspringen und Bodenübunaen einer Musterriege bieten Schneid und Straffheit des Militärsportes, eine Laufschule von 250 Mann und Gymn ast i k mit Gerät von 50 Soldaten zeigen die Masse losgelöst vom engen Kragen und den Exerzierformen des Kasernenhofes und doch diszipliniert durch den Rhythmus und die Intensität der Hebung. Die Städtemannschaft Stehen lieferte ihr Rückspiel gegen die 1. Bataillons- Mannschaft im Handball, dessen erstes Spiel bei dem vorjährigen Bataillons-Sportfest von den Soldaten knapp gewonnen wurde. Die athletischen Wettkämpfe werden zum Schluß von einem leichten und mittleren Jagdspringen mit etwa 20 Pferden der MGK. abge» lost, wobei auch die für dos Rhein-Relt- und Fahr- turnier in Koblenz gemeldete Equipe vertreten ist. Die Siegeroerkündung und Preisverteilung wird den Sporttag des Bataillons beschließen, das nach den vorliegenden Anmeldungen nicht nur ein sportliches, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis zu werden verspricht, dem nach den Erfahrungen des vorigen Jahres die Gießener Bevölkerung mit In- teresse entgegensieht. Tennis in Gießen. Der Gießener Tennis-Klub 1922 empfängt am morgigen (Sonntag den Darmstädter Tennis- und Eisklub zu dem ersten diesjährigen Klubwettkampf auf den Tennisplätzen hinter dem Schützenhaus. Da Darmstadt eine starke Mannschaft entsendet, an der Spitze Claß und Werner, ist mit spannenden Kämpfen zu rechnen. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligamannschaft hat sich für morgen noch Dillenburg der dortigen Sportvereinigung 1911 zum Freundschaftstreffen verpflichtet. Die Gießener dürfen diese Begegnung nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Dillenburg muß auf Grund seiner hervorragenden Resultate zur Zeit in bester Verfassung spielen. Die Spielvereinigung entsendet folgende Vertretung: Schmitt: Zeiler, Jäckel: Henrich, Katz, Glitsch: Wilhelmi, Schäfer, Langsdorf, Heilmann, Best: Ersatz Schlarb. Im Angriff fehlt also our der verhinderte Adelberger Gepaart mit Schnelligkeit und unermüdlichem Eifer dürfte mit ziemlicher Sicherheit ein Sieg der 1900er zu erwarten sein. Die Ligareserve bestreitet ein Rückspiel in Niederwalgern gegen die dortige 1. Mannschaft und dürfte um eine Niederlage nicht herum- kommen. 19006 3. Mannschaft hat Hassenhausens 1. hier zum Rückspiel und dürste ihren Dorspielsieg wiederholen. Die 4. Elf empfängt Großen-Busecks 2. Ein heißer Streit um den Sieg wird sich bei diesen gleichwertigen Mannschaften entfalten. Der Ausgang ist vollständig offen. Handball im Gau Hessen (O.T.) Spiele Im Td. Heuchelheim. Für Sonntag hat Heuchelheims Erste die erste Mannschaft des Tv. Nieder - Walgern nach Der neugewählte Präsident der Republik, Paul D o u m e r (X), verläßt nach seiner Wahl das Versailler Schloß. — Rechts: Ministerpräsident Laval. — Links: Senats-Vizepräsident Rabier. Heuchelheim verpflichtet. Da über die Spielstärke der Gäste nichts bekannt ist, muß der Ausgang des Treffens offen gelassen werden. Die erste und zweite Iugendmannschaft spielen auswärts gegen die entsprechenden Mannschaften von Krofdorf und Dutenhofen. Tv. Klein-Linden. Am morgigen Sonntag steht die erste Mannschaft Klein-Lindens der zweiten Mannschaft des Turnvereins Grohen-Buseck gegenüber, während Klein-Lindens zweite Mannschaft die erste Jugendmannschaft des Mtv. Gießen als Gegner hat. Der Ausgang beider Spiele ist nicht vvrauszu- sehen. TV. Grohen-Buseck I — Polizei Butzbach 1 3:4 (0:3). Am Himmelfahrtstage trug Grohen-Buseck mit reichlichem Ersatz das Rückspiel in Butzbach aus. Was die Polizisten mit Körpereinsatz versuchten, glichen die Busecker durch großen Eifer aus. So Barn es, daß während der ganzen Spielzeit Grohen-Buseck Herr der Lage war und dem Spielverlauf nach sogar das Spiel hätte gewinnen können. Der vorzügliche Butzbacher Tormann sowie die Hintermannschaft waren jedoch die Mannschaftsteile, die einen Sieg der Busecker verhinderten. Sandball der Sp.-Dg. 1900. Kommenden Sonntag weilt 1900s 1. Handball- monnschaft auswärts. Sie tritt in Butzbach erstmalig der gleichen Elf des dortigen Turnvereins gegenüber. Die Spieloereinigungsleute werden das Treffen wahrscheinlich in ähnlicher Aufstellung wie gegen Postsportverein Frankfurt bestreiten. Der Ausgang ist vollkommen offen. Scmriff rheinhessischer Reiter. Rheinhessische Reiter vom Provinzialverbond Rheinhessen der hessischen Reitervereine passier- ten in den letzten Tagen auf einem Fernri11 die Provinz Oberhessen, der in der Hauptsache der rheinhessische Reiterbefuch galt. Bon Londorf kommend, trafen die Reiter am Mittwoch in Homberg ein, von wo nach herzlicher Begrüßung und kurzer Rast der Ritt über Ruppertenrod und ällrichstein bis Schotten fortgesetzt wurde. In Schotten, wo die Reitergäste am Himmelfahrt tage eine Ruhepause einlegten, wie auch in allen anderen Orten unserer Provinz, wo die Reiter für kurze Zeit rasteten, bereitete man ihnen einen freundlichen Empfang. Die Führer der oberhessischen Reitervereine und die Bürgermeister der Städte begrüßten die Gäste aus Rheinhessen mit herzlichen Ansprachen. Am gestrigen Freitag setzten die rheinhessischen Reiter ihren Fernritt über (Bübingen, Hanau nach Guntersblum fort, wo der Zug sich auf» lösen soll. Arbeiter-TurN' und Sportbunb. Auf dem Wiesecker Sportplatz stehen sich am kommenden Sonntag Wieseck I. — Heuchelheim I. im Serienspiel gegenüber. Die Gäste werden den Einheimischen einen nicht zu unterschätzenden Gegner abgeben, der sich nur sehr schwer schlagen lassen wird. Der Ausgang des Spieles ist offen. 3n Watzenborn treffen sich Wahenbornl.— Lvllar 1. Auch hier stehen sich zwei gleichstarke Mannschaften gegenüber, von denen bie Glücklichere Sieger bleiben wird. Daubringen l. — Wieseck II. stehen sich in Daubringen gegenüber. Rach ben bisherigen Leistungen der Gäste dürften diese Sieger bleiben. Burkhardsfelden 1. ist in Grohen- Buseck zu Gast und wird der dortigen ersten Mannschaft Sieg und Punkte lassen müssen. Rvdheim 1. und Raunheim II. werden sich in Rodheim ein spannendes Spiel liefern, in dem der Glücklichere Sieger bleiben wird. Rüddingshausen ist in Odenhausen zu Gast. Waldgirmes I. — Gleiberg I. treffen sich in Waldgirmes. Klein-Linden I. hat Allendvrs I. zu Gast. Hier dürften bie Gäste die besseren fein. Watzenborn II. wirb in Rieder- Oh» m en der dortigen Mannschaft ben Sieg überlassen müssen. L i ch I. hat Hausen I. zu Gast unb wird wohl den Sieg für sich»behalten. Annerod 1. unb Saasen I. treffen sich m Annerob. In der Jugendklasse hat Heuchelheim Jugend — Wißmar Jugend unb Rieber-Ohmen Jugend Gießen — Jugenb zum Gegner. Handball. Die Handballelf von Wieseck muh als Bezirksmeister des 3. Bezirkes am kommenden Sonntag in Frankfurt ein Aufstiegspiel zur Kreisklasse gegen die erste Mannschaft von Rüsselsheim austragen. Dabei wird Wieseck wohl den kürzeren ziehen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 17. Mai. Exaudi. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- qcmeinbe; 9.30: Pfr. Becker: 11: Kinderkirche für dis Markusgemeinde: Pfr. Becker. — Zohanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgcmeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld: 11: Kinderkirche für die Johannesgcmeinhss; Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Johannes- faal; Pfr. Bechtolsheimer. — Hapcik des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde: Pfr. Lenz. — Eli- sabelh-üleinkinderschule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde: 9.45: Pfr. Lic. Waas. — Konfirmandensaal (Liebigstraße 56). 14: Toubstummen-Gottesdienst, Pfr. Bechtolsheimer. Neue Aula der Universität. 11.15: Universitätsgottes, dienst: Professor Dr. Cordier. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst. — wieseck. 9.30: Beichte: 10: im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — 2stien-Vuseck. 10. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Ruttershausen: 13.30: Mainzlar. — Hausen-Garbenteich. 9.30: Hausen; 10.45: Gar- benteich: Christenlehre. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Hauptgottesdienst. — Lich. 8: Stiftspfarrer Draudt; 9.30: Stiftsdechant Kahn: 13: Kindergottes> dienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 16. Mai. Gießen. 16.30 bis 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 17. Mai. 6. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: Kommunion der Jünglinge: 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht.—- Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Sonntaadbicnftb. Herzte u. Avotbekenam 17.5.3L S'R.Or Schlievhake. Dr.Neumann-Svengel. Engel» avoibeke Sabnarat: Dr Haubach. *D Diese Erfahrung hat doch sicher schon jede Hausfrau gemacht. Das Beste ist noch immer das Billigste. w» | Gr6Be ? RM \JÄ B G-66e S RM 145 SetoigG Hemelien IMÖttPSOM-Wil« G-e. to.lt. OUSSilDORF Der alte Grundsatz kluger Hausfrauen bestätigt sich auch bei der modernen Bodencreme "PerWachs • PerWachs erzeugt frappierenden Hochglanz, aber keine Glätte. PerWachs verbreitet angenehmen, erfrischenden Duft. 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Die Beerdigung findet am Montag, dem 18. Mai, statt Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Wagner Familie Heinrich Wagner. Heute morgen 5 Uhr verschied nach langem schweren Leiden unser lieber unvergeßlicher Vater, Schwiegervater und Großvater günstigen Bedingungen laufend zu uergeben.1667V F. Heidemana & Co. G.m.b.H. Frankfurt a. DI., Weserstrafie 22. Siädi. Schlachihof Gießen. IIIIIIIIIIVIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIWIIIIIIIIIIIIII Gießen (Kaplansgasse 14), Essen-Ruhr, den 15. Mai 1931. Die Beisetzung findet am Dienstag, dem 19. Mai, um 2/z Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. können Sie sich vonJhrenbochver- zinsltchen Htzv. iu Bankschulden. Frei wohnen Die Beerdigung findet am Montag, dem 18. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Kontroll- Kassen sind deutsch. Mit Betragseinstellung bis RM 99,99 von RM 350,- ab Gunst. Zahlungsweise. Vertreter Albert Wendel Gießen Landgrafenstr.6 Fernsprech. 4278 Am 11. Mai verschied in Amerika nach langem, schweren Leiden,unser geliebterVater,Großvater,Bruder,Sch wager und Onkel Herr Liebmann Katz im 72. Lebensjahre. Bis zuletzt hat er stets gern seiner Heimat die er vor einigen fahren verlassen hatte, in alter Treue und Anhänglichkeit gedacht In tiefer Trauer: Frau R. Stanelle, geb. Krauskopf, u. Kinder Familie Karl Krauskopf. In tiefstem Leid: Rudolf Goll-Eichrodt Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie die reichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Koob. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verlust unseres lieben Entschlafenen, der uns so schwer betroffen, für die so zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, für die Teilnahme der Vereine, der Krankenschwester für die liebevolle Pflege sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schultheiß am Grabe sagen wir allen unseren innigsten Dank. In tiefer Trauer: Familie Ludwig Menges XII. und alle Angehörigen. Großen-Linden, den 16. Mai 1931 Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. __3452 D Wei-Mer Nollen-Lager für alle Autos und Maschinen liefert 1268 v Fr. Weinern Aukozubebör Licher Strane 15, Heute früh entschlief nach längerem Kranksein meine liebe Frau, unsere liebe treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Christine Koob geb. Burk. _ Gesellschaftsfahrten, Reisetouren und Hochzeitsfahrten bei billigster Berechnung und prompter Bedienung 3404d Ehrti deutsche Arbeit! KRUPP nach kürzlich vollendetem 73. Lebensjahre. . In tiefer Trauer: Familien Reusch und Fehl IMItelel Maschinenfabrik Fulda GA Die Beerdigung unseres lieben Kameraden Konrad Reusch Todes-Anzeige. Plötzlich und unerwartet verschied gestern abend unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Konrad Reusch Zugrevisor i R. 50% Platz- o. Kraft- Ersparnis erzielen Sie mit unseren Elektro- riemenlosen Holzbearbeitungs- Maschinen können Sie in einem Eigenheim, wenn Sie einen Bau- oder Hyvolbeken-AbiöiungS- Berirag einschl. vrämienfreier Ntüko-^eb - Bers. mit uns abschttetzeu. Lieb. 800000 Mk. teilten wir unteren Bausparern innerhalb 3 Monat, zu und zwar nach durchschnittl. 6 monntl. Wartezeit. — Kosten!. AuSk. u. Prosp. erhalten Sie von der alt. rnitteld. Bausparkasse Thuringia Akt.- Ges.. Bezirks - Dir. Gießen« Rod- heimer Str. 42. Tel. 4331. 3441 V Nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, verschied sanft am Donnerstag, dem 14. Mai, meine Hebe Frau Lina Goll-Eichrodt früheres lang jähr. Mitglied des Gießener Stadt-Theaters im Alter von 55 Jahren. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Krauskonl Wwe. geb. Unsöld im Alter von 78 Jahren, nach langem, schwerem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. KUNSTPREIS wird in jeder Menge abgegeben werktäglich von 2—17 Uhr an private und Gewerde« treibende in Gießen und Umgegend in Blöcken zu je % Zentner. Zentner 1.3<5 KLN. Äei Monatsabnahme folgende Nachlässe: bei 60 - 300 3fr. = 5 Proz. bei 301 - 750 Ztr. —10 Proz. bei 751-1200 Ztr. = 15 Proz. bei 1201 Zentner --- 20 Proz. Oie Eiskarten werden von der 'Schlachthof- Autovermietung Georg Hammel,Wieseck,Tel.4008 In tiefer Trauer: Claire Lamm, geb. Katz Berlin-Schöneberg, Münchener Straße 25 Reading, Berlin, Newyork, Gießen, den 16. Mai 1931. ______ _______________________________3425 I Heute nachm. gegen 5*/4 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden im 71. Lebensjahre meine liebe Frau, unsere gute Mutter Frau Minaa Pflai, Seh. ßraflsdras Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Pflug Familie Ernst Pflug Familie Rudolf Haibach Gießen, Bleichstraße 20, den 15. Mai 193L Die Beerdigung findet Montag, den 18.Mai, nachmittags 3V,Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Trauer“"" w Auswahl bereitwillig Telephon 3048 Ich verkaufe meine auf Lager befindlichen Original, Horte-lÄWKikt UM zu räumen, tornplett mit prima Bereif., Herrnräder je 105.—2)11, Damenräder je 112.— Mk. ph. Volkmann, Heuchelheim Wilhelmsirabe 34. 02921 Herr Ludwig Wagner II. Ortsgerichtsvorsteher und Gemeindevorsteher a. D. im vollendeten 70. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen^ Familie Richard Wagner Familie Heinrich Wagner Familie Benno Lichtner Eisenbahn - Fahrbeamten - Verein, Gießen Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Kollegen Herrn Konrad Keusch Zugrevisor i. R. in Kenntnis zu setzen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Montag, dem 18. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Der Vorstand. ________________________________3448 D