Nr 88 Erste; Blatt 181 Jahrgang Donnerstag, 16. April |93| GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drvd nnö Dtriog: Vrühl'fche Untversitülr-Viich. nnö Steinöruderd R. tanqe in Gietzen. Schrijtleitung und lSefchäftrstelle: Schuftra^e I. Annahm» pon Anzeige» für die lagfsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm HSHe für Anzeigen von 27 mnj Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichsplennig. für Ne» klomeanzeigen von 70 rx Brette 35 Neichspfenntg, Plahoorschrist 20“ mehr. Chefredakteur Dr Friede Wilh Lange. 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Lr habe sich dabei ausdrücklich das Recht Vorbehalten, wieder noch Spanien z u r ü ck z u k e h r e n , falls die Nationalversammlung sich nicht für die Republik entfcheiden sollte. An der franzLsisch-sponischen Grenze ist das M a n i s e st eingetroffen. das König Alfons, als er Madrid verlassen hat, hinterließ Dieses Manifest lautet: Vie Wahlen, die am Sonntag ftattfanöen, zeigen mir klar, dah ich heute die Liebe meines Volkes verloren habe. Mein Gewissen sagt mir, doh diese Abneigung keine endgültige sein wird, weil ich stets bemüht war, Spanien zu dienen, war doch mein einziges Ziel dos öffentliche Interesse selbst unter den kritischsten Umständen. Ein König kann sich täuschen, und zweifellos habe ich selbst bisweilen geirrt. Aber ich weih wohl, doh unser Vaterland sich stets gegenüber Fehlern, denen keine Böswilligkeit zugrunde liegt, grohmütig gezeigt hat. Ich bin der König aller Spanier und ich bin selbst Spanier Ich hätte verschiedene Mittel anwenden können, um die königlichen Vorrechte ausrechtzuerhalten und meine Gegner wirksam zu bekämpfen. Aber ich will alles beiseitelassen, was meine Landsleute in einen mörderischen Bruderkrieg stürzen könnte. I ch verzichte aus keines meiner Rechte, weil sie über meine Ansprüche hinaus ein von der Geschichte angehäuftes Gut sind und weil ich eines Tages frei Rechenschaft über die Verwaltung dieses Schatzes zu legen haben werde. I ch warte den wahren Ausdruck der öffentlichen Meinung des Volkes ab, und bis die Nation sich geäuhert hat, sehe ich freiwillig die Ausübung der königlichen Gewalt aus und entferne m i ch aus Spanien, hiermit erkenne ich an, doh Spanien allein Herr feines Geschickes ist. Auch heute glaube ich, die mir durch die Liebe zu meinem Vaterland diktierte Pflicht zu erfüllen. Ich flehe Gott an, doh die übrigen Spanier sich ihrer pflicht ebenso lief bemüht fein mögen wie ich König Alfons in Marseille eingetroffen. Die lebten'Muflcnblidc asts zpaniichcmBoden Madrid, 15. April. (WTB.) Bei der Abfahrt des Königs aus dem Madrider Palast bökvahrte der Äonig die ihm immer eigene Ruhe. Als die Palastgarde zum letzten Mole präsentierte und ,Es lebe der König!" rief, sprach er wenige Worte: _3d) habe zu beweisen. Daß ich demokratischer bin als jene Leute, die sich dafür halten. Als ich den Ausgang der Wahlen erfuhr, war es mir klar, dah ich nur das Land verlassen oder eine Gewaltaktion provozieren konnte. Dos letztere konnte ich nicht tun, weil ich Spanien zu sehr liebe. Es lebe Spanien 1" Lieber die letzten Augenblicke des Königs auf spanischem Boden wird aus Cartagena berichtet. Der König begab sich ins Arsenal, wo der Befehlshaber General M a g o z / der Mi- litäraouvemeur, die Stabsoffiziere des Heeres und der Marine sowie die übrigen dort in Garnison stehenden Offiziere ihn in grober Uniform erwarteten. Der König war ruhig. Er arüftte die Anwesenden. Als er jedoch sprechen wollte, konnte er vor Rührung nur einige Worte hervorbringen. ®r sagte Ich bleibe in der Ueberliefenmg. Der König begab sich darauf in einer Barkasse auf den Kreuzer _Prineive Alfons o" der Donnerstag um 6 Uhr auf der Reede von Marseille angekommen ist. König Al- sons ist von Bord des Kreuzers an Land gegangen und in einem Hotel in Marseille abgestiegen. Er wird um 12 Uhr nach Paris Weiterreisen. Die Königin verläßt das Land. Ankunft in Frankreich Madrid, 15. April. (WTB.) Der D-Zug nach Hendaye ( ranzösische Grenze), der fahr- planmähig um 10.15 Uhr Irüh aus Madrid abgeht, luhr heute früh erst um 10.45 Uhr ab. Es waren z w e > Salonwagenangehängt. Die Lokomotive wurde von dem Herzog von Saragossa, der gewöhnlich den Zug des Königs überwacht, geführt. Zahlreiche Persönlichkeiten des spanischen Hofes batten in dem O-Zug Platz genommen. Die Königin hat in Begleitung ihrer Kinder und ihres Gefolges heute mittag a u f dem Bahnhof Escorial den Zug nach Hendaye bestiegen. Auf dem Dahnhol hatten sich eingefunDen der zurückge- tretene Ministerpräsident Admiral Aznar Gras Romanones, Garcia P r i e t o. General Sanjurjo und zahlreiche Vertreter der spanischen Aristokratie. Rach bewegter Verabschiedung im Wartesaal nahm die königliche Familie mit Gefolge in ztre Sonderwagen Platz Bi^ zur Grenze geben ihr mehrere Persönlichkeiten, darunter General Sanjurjo, das Geleit. Als der Zug die Station verlieh, wurden von einigen Anwesenden Hochrufe auf den König ausgebracht, die von der Ortsbevölkerung mit Hochruien auf die Republik beantwortet wurden. Der Zug lief um 13.22 Uhr in Bordeaux ein Ein Korrespondent des .Matin" konnte einige Worte mit der Königin wechsel n. Sie erklärte, der letzte Tag Im königlichen Palais sei schrecklich gewesen. Die Menge habe, von der jungen Freiheit berauscht, die ganze Rächt über laute Kundgebungen veranstaltet Es fei nicht möglich, dah das spanische Bolk das Kömgspaar verjage. Das spanische Dock sei sich nicht darüber klar, dah es ein Spiel- ball in den Hän-den der Kommunisten fei. Dicsc hätten gllc Schuld Der König habe nicht abgedankt, er habe nicht einmal feine Befugnisse übertragen, er ei einfach a b g c r e i fL - Einem Vertreter des .Journal-" erklärte die Königin, eine kommunistische Woge habe alle- hinweggefegt, die Leute seien wie losgelaffen gewesen Wenn das Königspaar in Madrid geblieben wäre, wisse lie nicht, was geschehen toän Selbst ihr Leben wäre in Gefahr gekommen. Der König habe nicht an die Armee appelliert und auch nicht an die 10 000 Zivilgardisten sich wenden wollen, die ihm stets die Treu gehalten hätten Geht Die Kön grfamiste nach Eng a ii>? London, 15. Apr.l (WTB.) Im Kensington Palace, dem Wohnsitz der Mutter der Königin von Spanien, der Prinzess.n Beatrice von Battenoerg. ist über eine beabsich tigte Uebersiedlung der spanischen Königsfamilie nichts bekannt. D.r S.ar bringt ein Interview mit einer Persönlichkeit der Londoner City, die mit den Mitgliedern des spanischen Königshauses in enger Fühlungnahme steht und die zu berichten weih. König Alfons habe ichon vor längerer Zeit der jetzt eingetretenen Entwicklung durch entsprechende Finanztransaktionen vorgebeugt. Als er vor einigen Wochen nach England gekommen sei, habe et den Crnst seiner Lage gut gekannt. Lt ya^e schon vor einigen Jahren gemuht, dah fein Thron in Gefahr fei. Jetzt habe er zwar seinen Thron Derlo.cn, aber nicht sein Vermögen. In Citylreisen wird allgemein angenommen, dah Alfons und mit ihm die Mitglieder seines Hofes ihre Gelder aus Spanien herausgezogen und in England angelegt haben. W.e es dazu in gutunterrichteten Londoner Kreisen heiht. beträgt das Vermögen de» ehemaligen Königs von Spanien nicht weniger als 70 Millionen Mark Die SegierunwunWe des neuen Regimes. Die provisonsche Regierung bis zum Zusammentritt der verfassungsgebenden Nationalversammlung. Madrid, 15. April. (WTB.) Die „Gazeta De Madrid" veröffentlicht das provisorische Statut der republikanischen Regierung. Es lautet: Die provisorische Regierung, die ihre Besugnisfe durch den Willen der Ration erhielt, erachtet es für eine gebieterische politische Pflicht, zu betonen, dah die durch die Regierung vertretene Koalition nicht nur auf 211 c a l a Zamora einer Liebereinstimmung Der Ansichten über Die Befreiung unseres Vaterlandes von der alten Struktur des monarchistischen Regimes beruyt, sondern ebensosehr auf der Rotwendigkeit, a 1 s Grundlage für die Staatsorgani- fation d i e Grundsätze der Gerechtigkeit aufzustellen, die das Land ersehnt. Die provisorische Regierung hat nicht Die Bürgerrechte aufzuzählen. Deren grundsätzliche Festlegung und Regelung der verfasfungsgebendenDer- lammlung Vorbehalten bleibt. Da jedoch die Lage keine willkürliche Handhabung der Regierungsgeschäfte zur Folge haben darf, erklärt die Regierung feierlich, dah sie sich bei ihrer Tätigkeit von Rechtsgrundsätzen leiten lassen wird, die eine Begrenzung der Regierungstätigkeit bedeuten. Demzufolge erklärt die Regierung: Artikel 1: Angesichts des demokratischen Ursprungs ihrer Regierungsgewalt werden die Regierung als Ganzes und die einzelnen Regierungsmitglieder einen Rechenschaftsbericht über ihre Tätigkeit denverfafsunggebendenCortes erstatten, sobald Der Augenblick gekommen ist, die Macht an diese abzugeben. Artikel 2: Um Den berechtigten und nicht befriedigten Wünschen des Volkes nachzukommen, beschloß die Regierung die näheren Umstände bei der Auflösung des Parlaments im Jahre 1 92 3 einer Prüfung zu unterziehen, damit die willkürlichen Handlungen, wie sie dem jetzt zu Ende gegangenen Regime eigen waren, offiziell festgestellt werden. Artikel 3: Die provisorische Regierung erklärt öfsentlich, die Gewissensfreiheit, die Glaubensfreiheit und die kulturelle Freiheit respektieren zu wollen. Sie verzichtet auf die dem Staate gegebene Möglichkeit, von Den Bürgern eine Erklärung über ihre religiöseUeber- zeugung zu fordern. Artikel 4: Die provisorische Regierung wird die persönliche Freiheit nickt nur respektieren, sondern sie durch die Gewährung von Garantien zu erweitern und zu unterstützen sich bemühen. Artikel 5: Tie provisorische Regierung erkennt das Privateigentum als durch die Gesetze garantiert an. Infolgedessen wird niemand enteignet werden können, soweit dies nicht im öffentlichen Interesse gebo- t e n erscheint, doch wird in diesem Falle vorher der zu Enteignende entschädigt werden. Uebcrdies stellt die provisorische Regierung, von der Erwägung ausgehend, dah bisher die gewaltige Masse der spanischen Bevölkerung und die Landwirtschaft des Landes vernachlässigt worden sind, den Grundsatz auf, dah die Landwirtschaft wegen der sozialen Bedeutung des Bodens eine besondere Bea chtung verdient. Artikel 6 Tie provisorische Regierung erklärt, dah sie sich eines wahren Vergehens schuldig machen würde, wenn sie die in Der Entwicklung begriffene Republik den Manövern ihrer Gegner, die die Festigung des Regimes hintertreiben könnten, aus.'iefern wollte. Infolgedessen behalte sie sich das Recht vor, zeitweise die in Artikels anerkannte persönliche Freiheit einem richterlichen Vorgehen der Regierung zu unterwerfen. Zn Madrid. Vievolmionseifer der Bevölkerung. M a D r i b, 15. Apr L (WTB.) An der Fassade des Schlosses wurden von der Feuerwehr grohe Plakate mit der Inschrift angebracht. „V o l kl Achte dieses Gebäude, das Dir gehört!" Junge Leute der Dürgerwehr patrouillieren in Der Umgebung des Schlosses, nachdem die Gendarmerie unter dem Beilall des Volkes von den Straften zurückgezogen worden ist. An mehreren Stellen der Stadt war die Gendarmerie, die ja bisher allgemein als die zuverlässigste Schutztruppe der Monarchie galt, von der Menge mit feindlichen dutufen empfangen worden. Daraus risien die Führer Der Gendarmerie Die Krone von der Üniiorm ab Ihre Untergebenen folgten ihrem Beispiel Die Menge nahm diese Geste beifällig aus Die Kapellen der Madrider Truppenteile veranstalteten heute nachmittag mit Zustimmung her Regierung zur Feier des Rationalfestes Konzerte aui Den Straften. Eine Abteilung von Feuerwehrleuten hat heute vormittag die über *>em Haupttor Des Königlichen Palais angebrachte Königskrone mit einer Fahne verhängt. Eine zah.reiche Menge brach bei liefern Anblick in Iubelgefchrci aus. Sämtliche Eingänge zum Königlichen Palais sind gcschlofien. Die bisherige Äönig^ftreftc ist umgetauft worden in Strafte D es 1 4. April und Die AveniDa Eduardo Date heiftt jetzt Avenida Alcal« Zamora. Der Gesandte von Uruguay hat dem Auften- minifter Lerour die Glückwünsche Der Regierung vckn Uruguay überbracht und erklärt, Uruguay chätze sich glücklich, als erstes Land Dem neuen Regime feine Freundschaft bekunden zu können. Der Oberkommandierende des in Cartagena liegenden spanischen Geschwaders teilte telegraphisch mit, daft auf sämtlichen spanischen Kriegsschiffen die Republik ausgerufen fei. Die katalanische Republik. Blutige Zusammenstöße in Barcelona Barcelona, 15 April. (WTB.) Oberfl M a • c i a. der provisorische Präsident der katalanisä>en Republik, hat einem Vertreter der spanischen Nachrichtenagentur, in Barcelona erllärt: „W i r ffa b e n d i e katalanische Republik ausgerufen. was jedoch keineswegs einen Zwiespalt mit Oberst Macia. den spanischen Republikanern bedeutet Die Die spanische Republik proklamierten. Zwischen ihnen und uns herrscht engstes Einvernehmen, Doch Durften wir Die öffentliche Meinung Kataloniens, die jetzt faft restlos für Die autonom! st ifche katalanische Idee gewonnen ist, nicht außer Acht lassen Der republikanische Stadttat hat Den Mitarbeiter Des Obersten Maria Aiguade, zum Oberbürgermeister ernannt Aus allen öffentlichen Gebäuden weht neben der spanischen republikanischen Flagge die katalanische Flagge. Abends demonstrierten mehrere tausend Personen vor dem Gefängnis und verlangten die Freilassung der Gefangenen Die Menge wußte nicht, daß Oberst Macia inzwischen Die Freilassung verfügt hatte Da die Tore des Gefängnisses geschlossen blieben, versuchte die Menge das Gefängnis zu stürmen und in Brand au setzen. Der Gefängnisdirektor war, um blutige Zwischen- fälle zu vermeiden, gezwungen, sämtliche Gefangenen. auch die wegen unpolitischer Delikte verurteilten Strafgefangenen, freizulasfen. Das gleiche ereignete sich im Frauengefängnis von Barcelona, wo die Volksmenge die Kartothek des Gefängnisies vernichtete Gegen 23 Uhr versuchten Demonstranten, unter denen sich offenbar lichtscheue Elemente befanden, ein Pollzeikommissa- riat zu stürmen. Die Garde war gezwungen, eine Salve abzugeben. Ein Demonstrant wurde getötet, mehrere andere verletzt In der Ancha-Straße kam es ebenfalls z> blutigen Zusammenstößen, bei denen eine Person getötet und mehrere andere verletzt wurden. Die Kabinettskrise in Rumänien. Ter König verlangt die Bildung eines Konzentrationskabmeits Bukarest, 15.April. Der König hielt an die Parteiführer eine Ansprache, in der er ausführte, feit feiner Thronbesteigung habe er das Ziel verfolgt, die lebendigen Kräfte Der Nation zusammen- zufasien. Fetzt sei Der Zeitpunkt dazu gekommen und er habe deshalb litulefcu mit der Bildung Des Kabinetts Der nationalen Einigung betreut brauche doch heute das Land in feiner sehr schwierigen Lage, die wahrscheinlich sich noch schwieriger geftaltcn Oie Zeugenvernehmung im Kürten-Prozeß Neuer Konflikt zwischen Danzig und Polen. Rücktriitsge uch des Polnischen diplomatischen Vertreters in Danzig. Danzig, 15. April. (WTB.) QEv i'tcr Strasburger, der Leiter der diplomatischen D:r- . tretung der Republik Polen in Danzig, hat heute sein Rücktrittsgefuch eingereicht mit r. der Begründung, daß nach den Dorgangen der letzten Zeit die Sicherheit der polni- f schen Bevölkerung in Danzig nicht mehr gewährleistet sei. Strasburger soll in seinem offenbar demonstrativen Rücktrittsgesuch unter anderem erklärt haben, er sehe keinerlei Möglichkeiten mehr, die polnische Bevölkerung auf dem Gebiet der Freien Stadt Danzig vor der Willkür nationalsozialistischen Mutwilsens zu schützen. Der Rücktritt Strasburgers stehe, wie einige Regierungsblätter wissen wollen, vor allen Dingen damit in Zusammenhang, dah die Berusungsver- Handlung gegen den Mörder des polnischen Eisenbahnbeamten C z e r b i ck i trotz gegenteiliger Versprechungen des Senatspräsidenten Dr. Ziehm von der Staatsanwattschaft unmöglich gemacht worden sei. Ferner würden auch Heber- fälle äus Polen, trotzdem man von polnischer Seite die Sternen der Täter den Danziger Behörden bekannt gegeben hätte nicht geahndet. Der Fall Strasburger gibt der halbamtlichen Agentur „Preß" die willkommene Gelegenheit zu der Feststellung, daß Danzig Sitz der Anarchie sei, die durch die Umtriebe der nationalistischen Kampfverbände und unter Einwilligung des Senats hervorgerufen werde. Danzig sei die Hochburg des Rationalsozialisinus Düsseldorf, 15. April. (WTB.) In der heittigen Verhandlung gegen den Mörder Kürten wurde die O e f f en tl i ch ke i t wiederhergestellt. Der Vorsitzende richtete an den Angeklagten die Frage, ob er Reue über seine Taten empfinde. Kürten erklärte: „Ich kann versichern, baß ich das tiefste Bedauern mirt: den armen unglücklichen Opfern, besonders den Kindern, habe und daß ich meine Taten aufs tiefste verabscheue. Ich möchte bemerken, dah ich heute vollkommen ernüchtert bin von dem Zustande, in dem ich mich damals befand. .„ Als erster Zeuge wurde Kriminalkommissar Opladen vernommen, der die ersten Feststellungen in der Mordsache traf. Der Kriminalkommissar sagt aus, er habe auf dem Boden ein blutiges Taschentuch gefunden, das P. K. gezeichnet war. Dieser Llmstand lieh den Verdacht auftauchen, dah der Vater der Christine Klein der Täter sei. Sodann wurde Kriminalrat Momberg darüber vernommen, wie Kürtens Spur durch, einen Brief seines letzten Opfers, Maria Butlick, an eine Frau Brückner gefunden wurde. In dem Briese schilderte die Butlick den LleberfaN Kürtens, und aus dieser Schilderung erkannte die Polizei, dah der Täter der lang gesuchte Mörder sein muhte. Unter dem Beistände der Butlick wurde der Rame und die Wohnung des Täters sestgestellt und dieser verhaftet. Momberg erklärte weiter, Kürten sei eine Stunde nach der Festnahme an die Tatorte geführt worden, habe dort die Art der Ausführung seiner Taten geschildert und auch angegeben, wie er zu den Tatorten gelangt sei und sich wieder entfernt habe. Auf eine Frage des Verteidigers erklärte der Hochschulnachnchten. Professor Dr. Fritz Schulz in Bonn hat den an ihn ergangenen Auf auf den Lehrstuhl des römischen und bürgerlichen Rechts an der Uni* versität Berlin als Nachfolger des Geheimen Iustizrats Th. Kipp angenommen. Ernannt wurde der nichtbeamtete außerordentliche Professor Dr. Alfred Seiffert von der Unioerfität Berlin zum ordentlichen Professor für Ohren-, Rasen- und Halskrankyeiten an der Universität Kiel als Rachfolger von Professor QL Zimmermann. WHP. Darmstadt, 15. April. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10,15 Uhr zur Fortsetzung der Generaldebatte zum Etat 1931. Abg. Neibsr (©em.) spricht der Regierung die Anerkennung für den ausgeglichenen Etat aus. Diese Anerkennung wird nicht geschmälert durch die Methoden, tote man das Defizit beseitigte, die wir vielfach nur schwer mitmachen konnten. Die Zeit für Steuererhöhungen muh jetzt vorbei sein. Die Zeit ist reif für eine Ueberprüfung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden. Die bisherigen teilweisen V e r - schiebungen in Hessen zu ungunsten der Kommunen dürfen nicht fortgesetzt werden. Die Beamtenschaft hat für den sechsprozentigen Gehaltsabzug Verständnis aufgebracht, weitere Einbrüche in die Rechtssphäre ter Beamtenschaft machen wir nicht mit. Für Beamte, die den heutigen Staat und seine Verfassung ablehnen oder gewaltsam ändern wollen, ist kein Platz in der I । ■ ■■■ ■■ ■■ Fortsetzung der Eiatsdebatte im Hessischen Landtag. und die Inschrift besagt, dah Senat und Volk der Stadt Alkmaar (nach langen Jahren der Abhängigkeit) das Recht zum Wiegen wieder hergestellt hätten — das Recht nämlich, Käse zu wiegen. Die jungen Amerikanerinnen kommen und zerstören alle Feierlichkeit mit ihren Kameras, sie knipsen die Käschausen, die Waagschalen und das Haus mit den Kanonenkugeln des Herzogs Alba, sie knipsen die Zugbrücken, die Grachten und die langen hölzernen Rinnen, auf denen, ähnlich einer Kegelbahn, die Käsekugeln Stück für Stück ins Innere der Lastkähne rollen, — sie knipsen sämtliche Spätgotik, die Dauern, die Mauern und die Paraffinfässer, in denen die ursprünglich gelben Käsekugeln für die Ausfuhr nach Deutschland rot gefärbt werden. Und sie knipsen die Markthelfer. Die sind von Kopf bis Fuß in schneeweißes Leinen gehüllt. Schatten spenden ihre mächtigen Kalabreser, breitkrempige Strohhüte in grün, rot, blau und gelb. In solchen Farben sind auch die Darren lackiert, auf denen sie Käse tragen, und die Waagschalen, in denen sie ihn wiegen. Man würde sie aber schwer beleidigen, glaubte man, daß diese Farbenskala auf Zufall beruhe. Der Klub der Käseträger unterliegt vielmehr strengen Gesetzen, er ist in farbentragende Körperschaften eingeteilt und die Farben dienen der Organisation: Gruppe rot trägt nur auf roten Barren und wiegt nur in roten Schalen — Gruppe grün nur in grünen usw. Auf jede Farbe entfallen sechs Mann. Der Klub darf niemals mehr als 24 Mitglieder zählen, und wenn ein Mitglied stirbt, tritt automatisch der männliche Erbe an seine Stelle. So entstand ein Geschlecht von Käseträgern, das nicht weniger traditionellen Stolz besitzt als eine alte Adelsfamilie. Es ist der Adel von Alkmaar. Harte Fäuste umspannen die Griffe des Käsebarrens. Auf den Schultern aber lastet gewaltig die Derantwortung. Es gibt — unter 24 Mitgliedern — einen Präsidenten und vier Großmeister, deren Würde durch ein silbernes Ordenszeichen weithin erkennbar ist, — es gibt Marktmeister, Waagmeister und Präsidenten-Waag- meister, deren Abzeichen eine kleine goldene Waage darstellt, — und schließlich gibt es den Profoß mit seinem Gehilfen. Der muß die niederen Dienste verrichten — den Käsekugeln nachlaufen, die auf dem leicht abschüssigen Marktplatz eine private Spritztour unternehmen und bergabwärts rollen. So ist er ständig auf den Deinen. Die Alkmaarer Markthelfer leben zusammen in besonderen Häusern, wo sie mit ihren Familien Oie Käseträger von Alkmaar. Ein holländischer Exzentric-Klub. Don Georg Biesenthal. S?zentric-Klubs sind kern Patent der Briten. Die stellen zwar, was Seltsamkeit und^Splee- nigfeit“ betrifft, einen gewissen Höhepunkt dar, und sie sind unermüdlich und unübertrefflich im Erfinden neuer ausgefallener Klub-Parolen. Merkwürdige Klubs aber gibt es auch anderswo, und bei näherem Zusehen entdeckt man sie sogar in jenem Land, das für Scherz, Satire, Ironie sonst wenig Sinn besitzt: in Holland. In Amsterdam tagt ein „Klub zu den 16 Facetten", der die Elite ter Diamantenschleifer umfaßt; der alte Fischhafen QJmuiben kennt einen Klub der „Islandfischer", die Island freilich noch niemals gesehen haben; und die Blumenzüchter von Haarlem gehen jeden Freitag in die „Schwarze Tulpe". Hier gewährt eine schwierige Züchtung das Recht zur Mitgliedschaft — diese Blumenzüchtung muß etwas unbedingt Reues dar stellen, eine eigene Erfindung, und da der Klub mit solcher Opfergabe, die er auf eigene Kosten aus der Zwiebel weiter fortzüchtet und sich vermehren läßt, einen hohen Gewinn erzielt, bleiben die Mitglieder lebenslänglich von jeder Beitragszahlung befreit. Alle diese Gruppen sind keine Derbände oder Genossenschaften mit irgendwelchen wirtschaftlichen Zielen. Es sind Klubs im echten Sinne te8 Wortes, und sie dienen der Aufgabe, Männer ungewöhnlicher Berufe freundschaftlich zu binden, — den trüben Alltag nach bestimmten Satzungen bestmöglich zu vergolden. Ein schont Dorbild zu solcher Gestaltung bieten Helfer und Lastträger auf dem Markte zu Alkmaar. Allmaar ist nicht berühmt in der Welt, und doch ist es ein einziger Handelsplatz für Hollands beliebtesten Exportartikel: für Edamer Käse. 300 000 Kilogramm Käse werden an einem einzigen Markttag hier umgesetzt, den Klub der Alkmaarer Markthelfer aber wird man nur dann verstehen, wenn man Alkmaars Geist versteht. Denn dieser Klub erklärt sich aus seinem Milieu, das eine Mischung von politischer Tradition, alter Kaufmannswürde und Fremdenverkehr ist In einem Bürgerhaus am Markt stecken noch die Kanonenkugeln des Herzogs Alba, der einstmals diese Stadt mit Fehde überzog, und der uralte Turm, der die Waagschalen beherbergt, trägt eine Tafel aus den Zeiten der Vorväter, um dem Dämon, den man als Veranlassung annahm, Gelegenheit zu geben, aus dem Innern deS Schädels zu entweichen. Wenn der Patient nach Vornahme dieser Operation am Leben blieb und geheilt wurde, dann verehrte man ihn als einen Helden. Starb er aber daran, dann wurden Teile seines Schädels dazu verwendet, um sie als Amulette gegen die Krankheit zu tragen. Die vorgeschichtlichen Werkzeuge, die zur Trepanation verwendet wurden, waren verschiedenartig; sie bestanden aus Feuersteinmcllieln, Obsid'.anbohrcrn und aus zugespitzten Haifischzähnen. Dr. Parry hat solche vorgeschichtlichen Instrumente nachgebildet und für seine Operationen an modernen Schädeln benutzt. Er hat vier verschiedene Methoden festgestellt. Die erste bestand darin, daß mit Hilfe eines spitzen Steins ein Loch in den Schädel gebohrt wurde; zur Ausführung dieser Operation brauchte er etwa 30 Minuten. Das zweite Verfahren bestand darin, einen Kreis von kleinen Löchern mit Hilfe von Feuerstein- bohrem zu schaffen, und die Knochenteils zwischen den Löchern wurden dann mit Feuersteinsägen zerteilt. Bei der dritten Methode wurde zunächst mit einem spitzen Instrument eine Rille an dem Schädel angebracht und diese dann mit Sägen vertieft und erweitert. Diese Behandlung findet sich hauptsächlich an den Schädeln der Steinzeit, die in Frankreich gefunden wurden. Die vierte Methode ist soweit bekannt, nur bei den vorgeschichtlichen Völkern Südamerikas und den Inkas zur Anwendung gekommen, sie bestand in der Entfernung eines viereckigen Knochenstückes, das aus der Schädelseite herausgcsägt wurde, und mußte unbedingt tödlich verlaufen. Am längsten dauerte die Operation bei der Verwendung eines spitzen Haifischzahnes, nämlich l3/4 Stunden. Solche Operationen werden noch heute bei den Naturvölkern der Inseln des (Stillen Ozeans vorgenommen. die große Familie der Käseträger Hilden. Sie haben ihre eigenen Verordnungen und Gesetze, in die keine Polizei etwas dreinzureden hat, — sie tagen in ihrem wundervoll alten Klubhaus, sie trinken ein eigens für sie gebrautes Bier - sie bilden die Spitze der Gesellschaft. Die strenge Wahrung dec Tradition wird aber dann erst recht erklärlich, wenn man weiß, dah sie gleichzeitig ein gutes Geschäft bedeutet. Vom Umsatz des Käses, der doch von ihnen getragen und gewogen wird, muß ein bestimmter Prozentsatz an die Klubmitglieder zur Verteilung kommen. Martttag ist nur einmal in der Woche — jener Prozentsatz aber ist so hoch, daß der Verdienst des einen Tages genügt, um die übrigen Tage auf der Bärenhaut liegen zu können. Wenn am Freitagmittag um 2 Uhr der letzte Käse, von kräftiger Männerhand geschleudert, an seinen Platz gekugelt ist, das Geschrei der Händler verklingt und die Waagschalen endlich stille stehen, bann schwenkt ber Klub der Käseträger seine Hüte. Die Arbeit ist beendet, die Mttglleder zählen ihr Geld, bann treten sie geschlossen ab. Ein Cvokscher Autobus entführt bie Amerikanerinnen — wer. sollte sie auch sonst entführen —, bas Verkehrsbureau schließt seine Pforten, und die echt holländischen Frühstücksstuben müssen mit ihren Einnahmen haushalten bis zum nächsten Freitag. Alkmaar versinkt in den Dornröschenschlaf. Du aber greifst zum Käsebrötchen. Die roten Kugeln, deren Scheiben du verzehrst, zeugen vom Wirken jenes Klubs. Da wäre keine, bie er nicht getragen ... und keine wäre, die er nicht gewogen hätte. und die Folge davon seien dauernde Herausforderungen und Gewalttaten gegen Polen, bie das ganze Gebiet der Freien Stadt Danzig in einen Zu st and höchster Gefahr versetzten. Vom Danziger Senat wird mitgeteilt: Die Behauptung, baß die polnischen Staatsangehörigen in Danzig ohne ausreichenden Rechtsschutz seien, entbehrt jeder Begründung. Jeder polnische Staatsangehörige in Danzig genießt genau denselben Rechtsschutz wie die Danziger Staatsangehörigen und wie jeder Fremde. Der Hohe Kommissar des Völkerbundes in Danzig, Graf Gravina, der über alle hier in Detrwcht kommenden Vorgänge vom Senat eingehend unterrichtet worden ist, hat sich heute abend nach Warschau begeben. Zeuge, daß der Täter affe Morde, auch die an den kleinen Mädchen, zugegeben habe. Der Zeuge Kriminalkommissar R e i b e I schilderte das erste Geständnis Kürtens; es habe mit den Brandstiftungen begonnen und sei dann auf bie einzelnen Mordtaten über gegangen, wobei der Angeklagte auch den Vorkriegsmord an Christine Klein geschildert habe. Der Zeuge, Kriminalkommissar Wehrmeister berichtete darauf über den Tat- befund im Falle Klein. Danach sei objektiv und einwandfrei festgestellt worden, dah Kürten der langgesuchte Massenmörder sei. Als weiterer Zeuge bestätigte der Sohn des Zeugen Schwarz bie Angaben seines Vaters. Fräulein Weber, bie den ermordeten Scheer zuerst entbedt hat, berichtete über bie Auffindung ber Leiche. Als Sachverständiger gab bann Dr. Regen st einer eine Schilderung ber Verletzungen ber Frau Kühn. 2m Falle O h I i g e r wurde ber 24jährige Bruber Albert vernommen. Der Kriminalbeamte Irr gart berichtete eingehend über bie Auffindung ber Leiche ber kleinen Ohliger. Zum Schluß würbe Stau Schuhmacher vernommen, bie an gab, mit Kürten gesprochen zu Haden. Auf ihre Bemerkung, daß bie ganze Sache doch zu grauenhaft wäre, hätte Kürten wörtlich gesagt: „Es wird noch grauenhafter. Sie werden noch staunen, bie ganze Welt wirb staunen." Beim Fortgehen hätte er geäußert: „Sie werden noch an mich denken." Kürten beftritt mit Bestimmtheit, mit dieser Frau gesprochen zu haben. Frau Schuhmacher blieb bei ihrer Aeußerung. Darauf wurde die Verhandlung geschlossen. Fortsetzung Donnerstag vormittag. Veits- und Kulttrr-FaschiSmuS der Regierung Brüning mitmache. Bei den Heinen Beamten baut bie hessische Regierung ab, tastet jedoch bie hohe Bureaukratie nicht an. Hier sitzen auch bie Doppelverdiener mit Rebeneinkommen, bie höher sind als das gesamte Gehatt vieler unteren Beamten. An allen Sozial- und Kulturposten sind ungeheure Abstriche erfolgt. Wir lehnen diesen Etat ber Reaktion ab und rufen bas Volk auf zur kommunistischen Revolution. Abg. Böhm (©oft.): Die heutige Koalition ist in voller Auflösung begriffen. Die gestrigen Aeußerungen des Abg. Hoffmann (Z.) haben in evangelischen Kreisen Erregung hervorgerufen. Gerade im Augenblick dürfen wir uns den Luxus konfessioneller Kämpfe nicht gestatten, um bie Grundlagen des deutschen Volkes: christliche Kirche, christliche Schule und christliche Ehe nicht zu unterhöhlen. Wir bedauern jede Aeußerung, die den konfessionellen Frieden stören könnte. Der uns vorgelegte Voranschlag ist ein Etat der Illusion. Wir blicken mit Genugtuung auf die Leistungen der Hochschule -unb der Universität. Einsparungen bei ihnen müssen daher sorgfältig geprüft werden^Der Staat soll die Erlaubnis zur Rebenbeschäftigung widerrufen, um Staatsdienstanwärter oder Assessown zu beschäftigen. Seit Jahren lehnt die Koalition unsere Ersparungs- und Resormanträge ab, um sie später als eigene Anträge hervvr- zuholen und anzunehmen. Wir fordern Zweikammersystem, Heraufsetzung des WahlalterS, Entschuldung ber Landwirtschaft und Zurückweisung der Kriegsschuldlüge. Abg. Sterner (Nai.-Soz): Wir unterhalten uns über den Etat in einem Parlament, das zu Unrecht besteht, um ber Weimarer Koalition bie Macht zu erhalten. Durch Zeitungsartikel bes Abg- Kaul (Soz- ist erwiesen, daß über die Besetzung der Prvfesforen- stühle ein Hin- und Herverhandeln zwischen ben Regierungsparteien erfolgt ift Bürgermeister von Mainz unb Staatspräsident haben wieberholt mit tiefem Bedauern festgestellt, baß d a s R e i ch seinen Versprechungen für bas durch die Besetzung schwer geschädigte Rheinhessen nicht Nachkomme. Sie Tatsache, baß von Zentrumsseite Anträge eingegangen sind, energisch bei der Reichsregierung auf besser« Beteiligung Hessens an den Reichsau f träge n vorstellig zu werden, beweist, daß etwas faul an der Gesandtschaft in Berlin ist. Die heutige Gliederung Deutschlands entspricht nicht den Wünschen eines Volksdeutschen Menschen. Meine Anfrage nach ben gezahlten Ministerpensionen ist noch immer nicht beantwortet. Auf bas Wölfersheimer Problem müssen wir beim Etat beS Finanzministers eingehen, beim das jetzige Schweigen zu ben Stillegungsplänen der Preußen-Elektra ist bezeichnend. Sie Einführung der Schnell- r i ch t e r habe ich schon vor 20 Jahren gefordert. Es wäre besser gewesen, wenn ber Kultusminister an dem jetzigen Zustand der Pädagogischen Institute nichts geändert hätte. Abg. Wolf (fraktionslos) fordert Einsparungen unb Reform bei allen Verwaltungszweigen unb kritisiert bie Infla- tionsgesehgebung. Damit ist die erste Rednergavnttur beendet unb das HauS vertagt sich auf Donnerstag zur Fortsetzung der Generalaussprache. Oie Eintragungen zum Volksbegehren Berlin, 15.April. (CNB. Gig.Meldg.) Wie bas Bundesamt des Stahlhelms mitteilt, ist eine genaue Angabe der Gesamtziffer ber Eintragungen zum Volksbegehren bei ' der ungeheuren Anzahl von etwa 70 000 Gemeindebehörden vor Abschluß der Eintragungszeit nicht möglich doch könne bereits so viel gesagt werden, daß die Gesamtzahl in Preußen von ü b e r d r e i Milli o n e n beim vorigen Volksbegehren bereits in der er ft en Woche ber Eintragungsfrist dieses Volksbegehrens üb erf chr itten worden fei. Loslöfungsbeflrebungen in Island. Auflösung des isländischen Allings. K o p e n h a g e n, 15. April. (TU.) Das isländische A l t i n g in Reykjawik ist am Dienstag auf Grund einer telegraphischen Botschaft bes dänischen Königs vom Ministerpräsidenten für aufgelöst erklärt worden. Die isländische Setbständig- teitspartei hatte einen Mißtrauensantrag gegen bie Regierung eingebracht, der am Dienstagnachmittag verhandelt werden sollte. Da die sozialdemokratische Partei die Aufgabe der ^Neutralität gegenüber der Regierung erklärt hat, mußte mit dem Sturz der Regierung gerechnet werden. Die Meldung von bef Auflösung des isländischen Parlaments hat hier völlig überrascht und wie eine Bombe gewirkt. Der Ausfall ber in zwei Monaten stattfindenden Neuwahl dürfte, wie „Nationaltibende" schreibt, für bas Perhältnis Islands zu Dänemark entscheidende Bedeutung erhalten. Natürlich würde das Bündnisgesetz eine Hauptfrage des W ah lkampfes werden, zumal die isländische Selbständigkeitspartei eine völlige Iren nung Islands von Dänemark unter Aufheb una der Personalunion vor Ablauf der gesetzlichen vorgeschriebenen Frist zu einem Hauptprogrammpunkt mache. Diese Forderung hätten nunmehr auch die Sozialdemokraten zu ber ihrigen gemacht, die sogar noch einen Schritt weiter gehe, da sie die sofortige Aufhebung des Bündnisgesetzes und die Einführung ber Republik verlangten. Das Blatt schließt: „Bekommen diese beiden Oppositionsparteien bei bpr Wahl die Mehrheit, so dürfte die Frage einer endgültigen und vollständigen Trennung Islands von Dänemark akut werden." Beamtenschaft. (Widerspruch.) Das Spargut- a ch t e n hat ein Mann aufgestellt, der Dorkriegs- mäßstäbe an unsere heutige Zeit legt, am vielen Stellen Politik treiben will, kurz Reaktion macht. (Hört, hört!) Die Haltung meiner Freunde zum Pädagogischen Institut enthält keine Spitze gegen die Stadt Mainz und Rheinhessen. Tins leiten andere Motive. Dem befreiten Gebiet muß vom Reich geholfen werden durch Reichs- aufträge usw., und bie Regierung muß hier auf bas energischste bas Reich an seine Pflichten und Versprechen erinnern. Oie Kommunisten: Abg. Galm (Komin. Opp.): Die Bilanzierung bes hesiischen Etats unb des Reichsetats ist allein auf Kosten bes Proletariats -erfolgt. Reichskanzler Brüning ist der Totengräber ber teut- schen Sozialgesetzgebung, wobei ihn bie Sozialdemokratie noch unterstützt. Wir lehnen den Etat ab. ba er mit den Lebensinteressen bes Volkes Schindluber treibt. Abg. von ber Schmitt (Komin.) polemisiert gegen bie Sozialdemokratie, die den Ar- werde, mehr denn je eine Regierung, die sich auf möglichst breite Volksschichten stützen könne. Es erfülle ihn mit Befriedigung, daß zwischen den Parteiführern Einigkeit über das Regierungsprogramm bestehe. Er bitte sie daher, das Einvernehmen zwischen ben Parteien bis morgen abend herzustellen, damit noch am gleichen Tage bie Bildung der Regierung vollzogen werden könne. Sollte aber unglücklicherweise, so schloß ber König, diese von mir so heiß ersehnte nationale Einigung nicht zustande kommen, so wird die Verantwortung dafür nicht mich treffe«, da man gewiß mir nachsagen muß, daß ich alle Anstrengungen gemacht habe, die ein Herrscher unter solchen Umständen machen kann. Die Parteiführer sollen das Schloß in gedrückter Stimmung verlassen haben. Der Vorstand ber liberalen Partei beschloß, unter gewissen Bedingungen dem Rufe Titulescus Folge zu leisten. Das Regierungsprogramm Titulescus enthält u. a. eine Reihe von Sparmaßnahmen, wie Vereinfachung der Verwaltungsreform durch Aufhebung der regionalen Direktorate und die Abschaffung ber autonomen staatlichen Wirtschaftsbetriebe, mit Ausnahme derjenigen, deren Einkünfte für die Amortisierung ber ausländischen Anleihen verpfändet sind. Vorgeschichtliche Chirurgie. lieber bie ältesten chirurgischen Operattonen ber Menschheitsgeschichte, über bie Oessnung ber Schäbelhöhle, bie sog. Trepanation, die sich schon bei ben Raturvölkern findet, hat ein englischer Arzt in ISjühriger Tätigk:it eine Sammlung zusammengebracht, bie sich jetzt in bem Wellcome-Museum für Geschichte ber Medizin in London befindet. Dieser Sammler, Dr. Wilson Parry, hat bie wichtigsten Beispiele vorgeschichtlicher Trepanationen untersucht und ähnliche Operationen an modernen Schädeln durchgeführt, um bie Technik der Vorzeit von Grund auf kennen zu lernen. Die Schädelöffnung ist bei den Raturvöllern mit dem Zauberglauben verknüpft. Sie wurde bei Menschen, die an Epilepsie oder schweren Schmerzen im Kopf litten, vorgenommen. d?L,V mJ® ^nen foil.); ebQn9en!*a- WMiEI r.b ÄrZZ ?tS5 rrKr SäS ’Ä's ai--Soz.): ben Stst Sesamtzisfer btt lolksbegehren m — Hcrnemdt- etwa 70 OVO — Einttagungszeil nicht viel gesagt werben, °° Donüberbrei®il- Einttagungsstist W itt^^orbeMj^ •ät- n petwubet, Mt&flS TSSfyt *ÄsS » L 30 b batin, c «.y^^ein* M von AAil- und öle .. L'uer- -ssK xS-'S sSte WH Zr°ti°«5 3-f-l” ** innen- tSchri^ ^ben Ä<.^' tz-s- Roiverordnung und Volksbegehren. Levering verteidigt die Handhabung in Preußen Berlin. 15. April. (TU.) Ueber die Praxis des preußischen Innenministeriums gegenüber dem Volksbegehren wird von zuständiger preußischer Stelle u.a. folgendes mitgeteilt: „Der preußische Innenminister habe aus Grund der Notverordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen den nathgeorb- ntlen Behörden sofort klare Richtlinien über die Durchführung des Volksbegehrens gegeben. Alle diejenigen Fälle, wo Polizeibehörden geaen diese Ricktlinien ver- st o ß e n hätten, seien vom preußischen Innenminister nicht gebilligt worden. Bei allen, oom Stahl- Helm eingebrachu-n Beschwerden über Behm- berung des Volksbegehrens habe der preußische Innenminister persönlich sofort für Abhilfe gesorgt, wenn sich yerausgestellt habe, daß die Beschwerden gerechtfertigt waren. Wenn man an die große Zahl der in Preußen zu oersargenden Gemeinden denke, und wenn man ferner berücksichtige, daß insgesamt nur etwa 10 bis 15 Beschwerden oorgebracht worden seien, so könne man getrost sagen, daß die preußische Polizei vorbildlich f: c q r b e i t e t habe. Ferner wird darauf hingewie- en, daß es keinen Zweck habe. Beschwerden an den Reichskanzler ober ben Reichspräsidenten zu richten, da sie von bork aus mangels Zustänbigkeit doch a n bas Preußische Innenmini st erium weitergeleitet werben müßten. Unnötige Verzögerungen seien die einzige Folge eines solchen Vorgehens. Was bas Verbot der Stahlhelm-Zeitung angeht, so wird erklärt, daß der Wortlaut des beanstandeten Artikels ungewöhnlich unfreundlich fei. Der Artikel enthalte so schimpfliche Herabsetzung der preußischen Regierung, daß schon aus diesem Grunde gegen dieses Schreibwerk hätte eingeschritten werden muffen. Sollte jedoch der Stahlhelm nachträglich eine Erklärung abgeben, daß die zitierten Aeuherungen als Unrecht empfunden würden, so sei vielleicht damit au rechnen, daß die Angelegenheit auch preußischerfeits nicht rein formal beurteilt werde. Protest der Deutschen Dolksportei Berlin 15. April. (ERB.) Der Parteiführer der Deutschen Dolkspartei, Dingeldey, hat alsbald noch feiner Rückkehr nach Berlin ein Telegramm an den Reichskanzler D r. Brüning gerichtet, in dem er nachdrücklichst Einspruch gegen b i e Polizeimaßnahmen erhebt, die sich gegen ben Wortlaut und Sinn ber Rotoerorb- nung richten Wenn die Praxis ber preußischen Behörden sich nicht ändern sollten, würden p o l i - tische Komplikationen unausbleiblich sein. Kleine politische Nachrichten. Der LandeSvorst and derD e u t s che nS t a a t s- Partei in Hessen, erweitert durch die Kreisvereins- und OrtSgruppenvorsihenden. stimmte den Reform anträgen zu. die der staatsparteiliche Vertreter im Landtag einzubringen beabsichtigt. Vach Srörtming der zur finanziellen Vorbereitung deS Landtagswahlkampfes erforderlichen Maßnahmen wurde für den ordentlichen Parteitag der Deutschen Staatspcn-tei in Hessen der Monat Juni vorgesehen. • Vor dem Vezirksschöfsengricht Darmstadt wurde gegen den Herausgeber der satyrischen Wochenschrift ..Datterich", Rudolf, wegen mehrfacher Deleidigung des Ministers K o r c l l verhandelt. Das Blatt warf dem Minister Korell in drei verschiedenen Artikeln Prassen und Der- schwendung e nerseits und Knickerigkeit anderseits vor. Der Staatsanwalt beantragte, da der Angeklagte bereits dreimal wegen Deleidigung vorbestraft fei. wegen öffent- lieber Beleidigung in zwei Fällen insgesamt sechs MonateGcfängniS. Das Gericht vertagte die Urteilsfällung auf Freitag. Der Herr Reichspräsident hat dem früheren Danziger Präsidenten Dr. Sahm anläßlich feiner Wahl zum Oberbürgermeister der Stabt Berlin telegraphisch seine herzlichsten Glückwünsche zur Wahl und den Wunsch für eine erfolgreiche Amtstätigkeit ausgesprochen Auch Reichskanzler Dr. Brüning hat dem neugewählten Oberbürgermeister von Berlin feine Glückwünsche übermittelt. Reichspräsident von Hindenburg empfing heute ben neuernannten japanischen Botschafter, B u k i ch t O b a t a , zur Entgegennahme seines Teglaubigurgsschreibens. An de n Empfang nahm in Dertretung des zur Zeit beurlaubten Reichsministers des Auswärtigen Staatssekretär von Bülow teil. Aus ver prvvmzialhaupistadt. Gießen, den 16. April 1931. Der erste Gchultag. Eine Erinnerung an die gute alte Zeit. Die Schule befand sich im Rathaufe emcS naben Städtchens an der Strecke Gießen—Gelnhausen, dem alten Rathaufe, zu dem eine große Freitreppe hinausführte Und noch heute gehen, wie vor einem halben Jahrhundert, Lehrer und Schulkinder dort treppauf-treppab und lehren und lernen dort die AnsangSgründe jeglichen Wissens: Haarstrich und Grundstrich und andere Dinge. Ist S nicht so? An der Mutter Hand kam ich ins Arnts- städtchen. Dor dem großen Rathause standen einige Dutzend Buben und Mädels. Etliche hatten schon ein Ränzel auf dem Rücken. daS ihnen das Christkind gebracht hatte. Sie glaubten wohl, nun könnten sie als Abc-Schützen schon am ersten Tage sich auf die harte Dank fetzen und gehörig losbuchstabieren oder dem Lehrer sagen, wieviel 1+1 gibt Aber es kam ganz anders. Oben auf dem Katheder saß der Allgewaltige. Auf der Rase trug er eine goldene Brille. Damals hatte er noch rote Wangen und hinter den Brillengläsern saßen zwei freundliche Augen im Kopfe. Ich wüßte nicht, daß dieser Herr, dessen Rome nur drei Buchstaben lang war und wie der des Wonnemonats lautete, mich mit seinen getreuen Augen jemals böse angesehen hätte. Und deshalb bin ich ihm all mein Lebtag wohlgesinnt geblieben. Er kannte die vielen Däter und Mütter aus dem Städtchen alle persönlich, und wenn sie ihre Buben oder Mädels in die lange Liste hatten eintragen lassen, fo griff er neben sich in einen großen Korb, holte aus ihm eine wunderbare,Brezel heraus und drückte sie den jungen Menschlein in die Hände, die glückselig von bannen zogen. Lange schon hatte ich die Kinder beobachtet, die also bedacht worden waren. Als aber ich an bie Reihe kam, wackelte ber herzensgute Mann mit dem Kopfe. Meine Mutter schaute verdutzt drein, denn sie wußte nicht, daß alle anderen Mütter schon etliche Tage vorher dem Herrn Lehrer den Drezelfünfer gebracht halten, wofür dann ihre Sprößlinge nachher das köstliche Backwerk bekamen — auf Bestellung. Da war denn der Herr Lehrer für bie Kinder so eine Art Christkind oder Osterhase. Meine Mutter aber, die wir doch draußen auf dem Lande wohnten, kannte ben Ortsbrauch nicht. Und so gab es natürlich bei mir Tränen. Ich hätte ein Stocker sein müssen, ber ich niemals im Leben und erst recht nicht am ersten Schultage war, wenn ich bamals an meinem ersten Schultage nicht geheult hätte, als alle anberen Kinber am Katheder von Lehrers Gnaben eine Brezel erhielten — nur ich nicht. - Dafür bekam ich bald darauf boch eine Tröstung. An der Mutter Hand xog ich mit ihr zur nahen — Hofapotheke. Dort kaufte sie mir eine Apfelsine: vielleicht auch deren zwei. Ich glaube im ganzen Städtchen gab es damals in keinem Kaufladen eine Apfelsine. Aber ganz gewiß in der Hofapotheke. Das weiß ich bestimmt. Und wenn ich mich recht erinnere, verstechte alsbald der Tränenftrom in meinen Augen, und ich war gew:ß mit meinen Orangen damals glücklicher und fröhlicher als der Fürst, ber im nahen Schlosse refibierte und von meiner Dubenfreude keine Ahnung hatte. Ich war auch n:cht undankbar und habe dem Lehrer bie verweigerte Brezel niemals nach- getragen. Denn als zu Winters Anfang daheim auf dem Hofe das erste Schlachtlest Haitfanb. habe ich mir mit der Mutter Erlaubnis vorn Hofmetzger Konrad D. eine eitragrobe Leber- .wurst machen lassen und anderen TaaeS lag auf dem Katheder in der düsteren Schulstube im großen alten RathauS em besonders seines Wurst- packet, über das der liebe Lehrer geschmunzelt und das ihm und den Seinen hoffentlich recht gut gemundet hat. DaS war noch die selige Zeit, in der die Martinsganse lebendig zum Lehrer in bie Schulklasse laufen bürsten. Es ist alles anders geworden. Heute darf kein Lehrer mehr sich an einer zugelausenen KapitolSretterin erfreuen. Das ist nicht statthaft. Apfelsinen aber find an jedeh Straßenecke zu haben. Hätte meine Mutter uoch dem Lehrer den Drezelfünfer zukommen laffen. So denke ich noch oft. Dann wäre ich an meinem ersten Schultage vtelleicht doch noch glücklicher gewesen. Aber um eine Erinnerung wäre ich heute ärmer. F. D. Oderheffen und die Hefrag. Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen beschäftigte sich gestern in einer Sitzung mit der Frage der Stillegung des Betriebes der He frag in Wölfersheim und den damit in Zusammenhang gebrachten Vorschlägen über eine Regelung der oberhessIschen Elektrizität s w i r t s ch o ft. Der Provinzialausschuß faßte den Beschluß, darüber mit der Preußen-Elektra in Verhandlungen einzutreten. Vornotizcn — Tageskalegder für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Drei Tage Mittel- arreft“. — Astoria Lichtspiele: „Der Leutnant Ihrer Majestät". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns aeschrieben: Morgen, Freitag 17. April, 20 Uhr, jum lebten Male Oskar Wildes „Lady Windermeres Fächer . Als Gast in der Rolle der Herzogin Frau Auguste Prasch-Greoenbera, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters. Spielleitung Walter Bäuerle. — Sonntag, 19. April, 11.30 Uhr, vierter (und letzter) Tag des Kammerwklus in Verbindung mit dem Goethebund. Zur Aufführung gelangen drei Hans- SachsSviele („Die junge Witfrau Franziska", „Das heiße Eisen", „St. Peter auf Erden"), die Dr. Ritter zu einer einheitlichen Veranstaltung zusammengezo- gen hat. Spielleitung und kurzer (iinleitungsoortrag Dr. Ritter. 15 und 19 Uhr zweimaliges Testspiel der bekannten Jazzkapelle „Weintraubs-Syncopa- tors". Die Abendveranstaltung hat ein größeres Programm. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß der Kartenverkauf zur Abendvorstellung bereits sehr rege eingesetzt hat. Zur Vorstellung am Rach« mittag sind jedoch für alle Platzggttungen noch sehr gute Plätze erhälllich. — B wn d f ü r christliche Erziehung. Arn morgigen Freitag, 20 Uhr, veranstaltet der Bund für christliche Erziehung in Haus und Schule einen Lichtbilderoortrag über Italien. Der Vortrag findet im Iohannessaol statt. Gesangliche Darbietungen werden den Vortrag umrahmen. (Siehe Anzeige.) — Zwecksparoerband für Eigenheime. Der Zwecksparoerband für Eigenheime Aachen oeranstaltet am morgigen Freitag, 20 Uhr, im .Hotel Hindenburg" einen Vortrag, ßanbtagsabg. Dr. Klamt (Berlin) wird über das Thema „Bausparen" sprechen. (Siehe Anzeige.) - ,.Wit Byrd zuin Sudpol". 3m Lichtspielhaus Bahnhofstraße gelangt am Sonntag, 11.15 Uhr, ein Film von außerordentlicher Prägung zur Vorführung. Die Bhrdsche Expedition per Schiff und Flugzeug zum Südpol ist in lebendigen Bildern festgehalten worden. Der Film schildert die Strapazen der kühnen Männer, die in die Arttis vordrangen, vermittelt die Schönheit und die Eigenart der polaren Landschaft und gibt die v e fachen Erich i fe der E:p:d..ions- teilncbmer wieder. Der Bildstreifen ist zugleich ein Dokument einer großen Tat und dürste geeignet fein, einen Ueberblid über daS Wesen, bie Gefahren und über die Bedeutung einer Pol- fohrt zu geben. (Siehe heutige Anzeige.) — „Die Eh e." Nach dem Manuskript des Arztes Th. H. o a n d e Velde wurde ein Film geschaffen, der das Deien der Ehe und dos Verhältnis der Geschlechter zueinander aufzuzeigen bemüht ist. Der Film gebt in einer Vorstellung am Samstag um 22.45 Uhr im Lichtspielhaus Bahnhofstraße, über die Leinwand (Eiehe heutige Anzeige.) •• Kirchengemeindetaa in Bad- Ra u h e i m. Am Sonntag. 26. April, findet in Bad-Rauheim im Evangelischen Gein.indefmuS ein Kirchengemeindetag statt 3m Rahmen der Tagung werden zwei Vorträge gehalten, und zwar wird Obcrsirchenrat Dr. Hör re über .Kirchengemeinde und bürgerliche Gemeinde" sprechen. und der Direktor M Landesvereins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht wird da« Thema .DegenwartSgesähren und -aufgaben der evangelischen Kirchengemeinden" behandeln. Die Tagung wird durch einen Festgottesdienst eingeleitet Die Festpredigt hält Pfarrer Mahr (Gießen). ee Schnelloerwarnungen an Kraft- fahrer. In Frankfurt werden zur Zeit Versuche mit einem Verwarnungssormular gemacht, das sofort an jene Kraftwagen angeheftet wird, deren Besitzer an unzulässigen Stellen oder unter nicht ausreichender Lichtquelle parken, oder deren DcWen- kennzeichen nicht den Dorschri ten entsprechen Diese Neuerung, dkk den langwierigen Weg der Ermittlung des Besitzers abkürzen all, wurde bereits in ganz Preußen eingeführt. Für Hessen besteh' eine gleiche Verordnung bisher noch nicht. ir-vO, -w O o Uaocnt. ■—Jfinlrf. O ---- ©woticntoi O»»net. q njib DMtc«t G womg. G ofutett eitcge^ » Schnre ä Oriupfin , urdri K Grw>lifr ©winastiiie-O w» «Knie» On n«i$igei Sud'.uowtst % Murmtjcnei •’ordwcjl oit fritut niegtn m.t atm wmat Oie otiotn suuonen iicncodcn z«N •tn geotn dit Temperatur an. Oie Linien «trOinnto Orte mit gleiche* Ulf m«re>niveau nmgertrluirlre Luftdruck Wettervoraussage. Don den brittschen Inseln bringt kühlere, maritime Luft vor. welche daS Festland erreicht hat und unter zunehmender Lufkoewegung veränderliches Wetter mit Niederschlägen verursacht. Auch sie wird bie gegenwärtig noch über unserem Gebiet lagernde maritime Luft wegräumen und bi« Vorherrschaft gewinnen. 3nfolgebefsen kommt eS zu unbeständigem Wetter, wobei mehr schauerartige 2iiederschläge auftreten. Aussichten für Freitag: llnbeftänbigei, ivechselnd wolkiges Wetter mit zeitweisen Riederschlägen, etwaS auffrischend, westliche, barm nordwestliche Winde. Lufttemperaturen am 15. April: mittags 11,9 Grad Celsius abends 6 Grad: am 16. April: morgens 5,8 Grad. Maximum 12,4 Grad, Minimum 4,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15 April: abends 11,4 Grad: am 16 April: morgens 7 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 mm. : >;>< ;.'"v y ■..;. .. J""- . H WDMU zu gelangen, an d. GH. Anz. Sauberes, ordentl. Mädchen iür kl. besser. HauSH. gesucht. Borzust. omss Sonuemtrahe «, t. Schuhb. Meirovol. mit gutem Schulzeugnis gesucht. ie,cD Richter Neuen Bttae 3. hat keiner Seifix bleicht schnell -und reineri Seifix wird hergestelli in den Fabriken von Dr. Thompson’^ Seifenpulver G. m. b. H., Düsseldorf, Herstellerin der guten Schwan-Fabrikate. 2633 C Dramatische Romanze, 7 Akte Ferner: Das lustige Beiprogramm 1 Astoria-Lichtspiele Heute bis Sonntag Iwan Petrovich Agnes Esterhazy — Mary Kid Georg Alexander - Lilian Ellis ' in: Der Leutnant Ihrer Majestät tellengesuche Polsterer und 2682D Dekorateur 20 I. alt, sucht, gestützt auf beste Zeugnisse, Stellung, wo er sich, wenn mögNch noch etwas in der Sattlerei ausvilden kann. Aus Wunsch 14 Tage zur Probe. Schrift!. Ai'geb an Arthur Schlesinger, Polsterer und Dekorateur Brandoberndort Kr.Üslngen i.Tannus. Beamtentocht^ 18 I. qli, welche 1 Jahr an einem Kindergarten tat. war, s. Stelle als Kinderfräulein oder Haustochter. Schrtstl. 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Diese kalasli lasten ist ei finanziellen schleunigst Die1 Dora Dessen Dr. S gen b“ 'Der -iir das (finno^ i'". ft ?ri0 ort in ly,dU SrHHiN besonders len -je gewaltig die schärfste das erstmal zehlbelro In dem Di war ftr die ■ von 869 629 zufolge der i schaslslage " beilslostglell holt und bet /d)lag f-irdas Ausgabe gegenüber de Ls^nützt gar hcit von Ne eine Eelbstlä Finanzen sa chen, währen den Wohlsah von Tag zu wachsenden 5 fdje Stäbieta rrgicrung vor fahrtrerwerbs. Länder und 6 hiervon öas ) den je ein B kürzlich mit dk Wohlsahrlserv stimmig beschl unverzüglich 1 tere Belastun dringend, erw meinden hilf Träger der öi die Aufgabe, i mtlungen ein '.maien Wirts, ine Schullern ijrgge seslgesü frieg s ja b r Wohlsahrlspsle heute-auf: Mchst der sahrlslasten fe . anschlag die schärfst Dabei ist ntxf den vorhergeh gabelürzunget Verwaltung t bei beta bewcht geive Voranschlag- bemExist oen Hegen, gen über di vertretbaren Wendiges nie 0et8 bemerk berm Stadt 50 0°° Ao ^ese starke § s» W ZW D-- 1^2- w}* 5%bSL6t*fcü: Nr. 88 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Donnerstag, (6. April (Y51 itspiele n den Fabriken Seifenpulver 4 Herstellerin Drikate. Petrovich nhazy - Mary Kid ander - Lilian Ellis kl Majestät he Romanze, 7 Akte ]e Beiprogramm'. vnschleimung nVuhrSöitnhitarrbSrnrt)' lialkatmrh, Aiibma eic. be* rifelbifinüeralieientTflUcn 'Hb? 3nifl'U.Iunflenf« 25.3u buben m ben «voll: Pelikanavotbcke «2.___Ä IbadTölz-. tsssfiS SilSSÄä? (u rverei n' , — m ülfllO' ; ? itinmii Cpel ^.Ztnvdach le K O.B.S. ISCOCn vt'v ,a0cbcniiii8lt™ ^otnbhniM^__ icbe ilie Zran- ililere I. Zu- i§nno- i)«‘ inafml- ircnoer liebet' $ SS triiil [02'227 tr.bv, 2539. r Vereine__j In unser® r; des H 9 8% Pf tanMranzbrtflanalt, 93 — — — fiomm.-s.bl. :’>i. 20 . . . 100,5 — 100,5 — 7% tr. Canbe»vfan DbrielanOali, ülonbbricle 3i tl . . . . S.S.Ä abfl. oMttfltCbUgati» 96,5 — 96,5 — neu. rüdiablbar 1932 ... — — — — 4% Ceftenrtdrticbf «olbrente . . 4,20% Ocstereelchllche GUbemelt 23 23,75 _ 2,45 4% OeNerreickllLe EindeUltche Rrnie . . _ _ 4% UnoarW wolvrrnle .... / — __ 18,7' 18,9 4% UngaNlche Staa iS ernte v. 1910 16,25 — e eeretal). Rente 4,4 — 4,45 —— • von 1903 ... . 4H% Rumtalidx verrinh. Rente 8,6 — 8,6 — von 1913 .......... 15,13 7 15.25 7,05 15,25 7,05 4% RumönHAe vereinb. Rente — .tranrrun a. ..•. | Serlin (Schluß- iur« ; 1-tfbr- flur# Schluß- fur4 Bnfanq- flurt Datum 154. 164 15.4. 16 4 t>ambura-iHmerita Pake« . . . 7 72.25 72 72.25 71.9 Cambura-Gübam. $ampf|d)lf| . 8 — — 121.25 — Hama Tampfidilfi . - - 10 — — 90,5 88 Rorbbeuncber Llovb .... . 8 73,75 — 74,13 73.9 flliflemetne leuridsedrebitand 10 — — — 69.9 Barmer Banlvereln . 10 - Berliner Hanbelogelelllchasi 12 129 —— 128,75 127,5 Commerz, unb Pnvar-Bant . 11 119,75 119.75 120.5 119.75 Tarmfläbt-r unb Rarienalbanl 12 148.5 — 148 147.5 teuridie Boni unb Lisconlo.SeleUlchaft, . . . 10 115 — 114.9 114,4 Dresbner Bant...... 10 114.75 108 75 114.75 108.75 •Hetoebanl........ 12 — 170.5 170,25 3LG.......... . 8 114 112.5 114,13 112,75 Bergmann........ . V — 98,5 97.13 »eltr SleframgeaefeUicfiaft. 10 — — 137.5 137.5 Lichi unb Stall...... 10 129 126.5 129 127.4 gellen & ©utUcaume . . ■ 90,5 — 90,5 90.5 »Aelelilchatl für (BeltrtJdje Unternehmungen .... lu 129.5 126,75 129.4 128,13 Hamburger EleklrtzliLt».Serie 10 — — — — 9.b. milche Ciehrijiiät . . . . 9 123,5 —— 124,25 — Schleiiiche Siettrijiiäi. . . . 10 — — — — crfiuden S 6o. ...... 11 142.25 141 142.65 140 eie men« & Hals le ..... 16 183 180,75 183 181,5 Iraneraoio ....... . 8 — —— /abmeoer S C»....... 10 133.5 132 133 — Cuberut ........ . 6 57 — 56,25 — Teutfdie 6rt5:...... . 6 78.5 77,5 79,13 77,75 diener StHnfrbte..... . 8 — —— — — Geilenkirchener ...... . 8 83.5 — 83 82 Horvenet ...... . 0 74 — 73.5 — Hoeich Eilen........ — _ 69.25 67,5 I,le Bergbau ....... 10 191 — 191.5 189.5 jtlödnerroerfe..... • . 7 72 71,5 71.75 70,25 Jbbln.üicueilen ....... . v — — 76 74 6o fQanncimann»R6bTee • • • . 7 79 78,25 79,13 77,25 JNanelelber Bergbau .... . 7 38 —— 38.4 — Cberidilcl. Giicnbebarf . 4 . . 6 — —— — — 1 Cberidilcl. fioliroerie.... . 7 — — 79,5 79,25 1 Pbönir Bergbau .... 6S 61 — 61.65 60.4 Rdeinilche örannt)bla . . 10 184.5 — 185,25 184.25 1 Rbeinftabi ....... . 6 84,25 83 84.65 83.25 1 Riebed Konto...... 15 — — — — ■ . .'tranrtun a. M Serlin r Motoren . . . . . . 0 32.5 32,5 33.75 32.75 Teuriche Linoleum .... 99 96 98,5 97,5 Mchchmenbau L-G..... . 0 — — — — Rai. Automobil ..... . 0 — — —- — Crenflebi & fioppel .... . 6 — — 54,25 53,5 Leonharb Tietz...... 10 121 —— 121,5 120.4 EvenSko ...... 260 - 256.5 254 frankfurter SRaidjmea ... . 4 — 17,75 — «riijner ........ . k 42 — 41,5 — HerliaenOaebt ...... . 0 _ — _ — Lechwerie......... . 8 _ — — — Mainkraltwerie f-cd/fi a. 2R.. . 8 70 — — — i).tag ..... IC — — Sedr. Roeder ..... 10 — — _ _ Voigt & Haeffner..... . 9 — _ — — eotteuridK Zu der .... 10 129 - 127,5 — Banknoten. Deoifenmarfl Berlin — Frankfurt a. M. Serlin. 15 April (Selb Srilf Amenkanliche Roten..... 4 179 4.199 8elpl‘d>e Roten ....... 58,13 53,37 Lani'die Roten ....... 111.88 112,32 (tnn'ildw Roten ........ 20.337 20.417 pronju lidie Roten....... 16.382 16.442 fcollanbiltbe Rjten....... 168.01 163.69 ätaltenndie Roten........ 22,04 22,12 Rorroegilche Roten....... 111,88 112,32 Leunch-Lesterretch, i 100 Cdiflllng 53,00 59.00 Rumaniidte Noten....... 2.482 2.502 Lchwebildte Roten....... 111.98 112.42 €din>ruer Roten........ 80.61 80.93 Lpaniiche Roten........ 43.51 43.69 T'chechoilowaltiche Roten..... 12.382 12.442 Ungariute Roten 72.95 73.25 15 April 16 April Amtliche Dotierung Amtliche Dotierung <*elO 23nei Gelb »del «mH.» Non. 168.30 163.64 168.38 168.72 Bu'n.-AtreS 1.442 1.446 1,4-9 1,459 t*rfi. Sntro 58,31 58.43 58.315 58.335 Gbrifttanxi - 112,17 112.39 112.17 112,39 .»DBenbag.’n 112,18 112,40 112,16 112,38 eio.lDDlm 112,26 112.48 112,27 112.49 ßebingford. 10,556 10.576 10.55 10.57 tjtalten . . . 21,96 22,00 21,965 22.005 London. . . 20,381 20,421 20.382 20.422 Rennort . . 4,195 4,203 4.0955 4,2035 Parts. . 16.396 16,436 16,40 16,44 ecb roeti •. 80,80 80,96 80.82 80,98 6öa trn . . 43.51 43.59 43.11 43,15 Japan . . . 2.073 2,077 2.073 2,077 ’Hio de CTm. 0.307 0,309 0,303 0,305 Wien in D-» Ceft. abgert 58.985 59.105 59,99 59,11 Prag . - . 12.424 12.444 12,425 12,445 Beltrad . . 7,378 7,389 7.378 7,392 9>uoap:ft . . 73.125 73.265 73,12 73,26 ibui orten 3,042 3.048 3,042 3.048 yifiabon . 18,85 18,89 18,85 18,89 Tanvg . . 81.51 81,77 81,51 81,67 Konst nnn. 1.784 1.789 1.784 1.799 Ätben 5,44 5,49 5,44 . 5,45 ftcnaoa 4,192 4,200 4.192 4.200 Uru uan . 2.717 2,723 2.697 2.703 iatro 20.91 20,95 20,905 20,945 Um die deutsche Kußball - Meisterschaft. Beginn der Vorrunde 10. Mai. Die Deutsche Fußballmeisterschaft beginnt am 10. Mai mit den Spielen der Dorrunde. Für den höchsten Titel im deutschen Fußballsport, den die Berliner Mannschaft Herth a/D S C. zu verteidigen hat, stehen als sichere Teilnehmer erst der mitteldeutsche Meister Dresdner Sport-Club und der Pokalsieger Spielvereinigung Leipzig fest. Südostdeutsch- land kann als ersten Vertreter seinen Meister Beuthen 09 melden, die zweite Stelle kann der Breslauer FB. 06 eistnehmen, wenn es ihm gelingt, den Sieger aus dem Kreis II, VfB. Lieg- nitz oder Gelb-Weiß Görlitz, zu schlagen. Berlin wird voraussichtlich Hertha/BSC. und Tennis Borussia stellen und in Borddeutschland dürften sich der Hamburger Sportverein und Holstein Kiel ihren Mitbewerbern überlegen zeigen. Ebenso sind im Baltenverband Prussia Samland und VsB. Königsberg in Front zu erwarten. 3n Süddeutschland stehen die Entscheidungen noch bevor. Spielvereinigung Fürth, Eintracht Frankfurt und Bayern München behaupten in dieser Reihenfolge, nur durch je einen Verlustpunkt getrennt, die hart umstrittenen ersten drei Plätze. 3n der Trostrunde Südost ist München 1860 siegreich geblieben und wird sich mit dem VfL. Reu-Isenburg, dem fast sicheren Ersten der Abteilung Vordwest, zu messen haben. Der Sieger dieses Spiels kämpft um die dritte süddeutsche Vertreterstelle mit dem Tabellendritten die Meisterrunde. Angeklärt ist auch die Lage in We st - deut sch land, wo in der WeistertVinde Fortuna Düsseldorf als Favorit gilt. VfB. Bielefeld und Alemannia Aachen haben noch nicht eingegrisfen, während der Mciderichcr SV. sein erstes Spiel, gegen Fortuna Düsseldorf, verloren hat. Als Endspielteilnehmer der Trostrunde sind Schwarz-Weiß Barmen und der Rheydter Spielverein festgestellt, der Sieger aus diesem Kampfe erhält nach süddeutschem Muster die Berechtigung, gegen den Tabellendritten der Meisterrunde anzu treten. Großes Interesse für Oeutschland-Hottcnd. Obwohl für das am 26. April im Amsterdamer Stadion stattfindende Länderspiel zwischen Deutschland und Holland nur 33 003 Plätze zur Verfügung stehen, sind beim Holländischen Verband als Veranstalter bereits über 103 030 Kar- tenanforderungen eingegangen. Allein aus Deutschland liegen 18 000 Anforderungen vor, die aber ebemfalls nur zu einem Drittel befriedigt werden können. Die deutsche Mannschaft wird erst nach dem Bundespokalendspiel am kommenden Sonntag nominiert. Wer wird OSB.-Handballmeister. Die Cndkämpfe der DDD.-Handballmeister- schaft setzten am Sonntag mit sieben Vorrundenspielen ein. Alle 14 Vertreter der Landesverbände sind beschäftigt, doch nur die Sieger der Vorrunde erhalten sich ihre weitere Anwartschaft auf den Titel, die in zwei Zwischenrunden am 3. und 17. Mai weiter ausgesiebt werden. Das Endspiel steigt am 31. Mai und dann folgen erstmalig in zwei Vorspielen am 14. 3uni und einem Endspiel am 28. 3uni die Kämpfe um die wirkliche ..Deutsche Meisterschaft" zwischen den beiden Endspielteilnehmern der Turner und Sportler. — Die Sonntagsspiele der Männer sind wie folgt angesetzt: Halle 96— Polizei Dcr.in, 1. Spandauer PHC.—St. Georg Hamburg, Tura Barmen—Spielvgg. Fürth, VfB. Aachen—Hannover 96 Borussia Ca lowih—PSV. Gotha, DD. 98 Darmfiadt—Sportfreunde Siegen, PSD. Weißenfels—Polizei Königsberg. Bei den Frauen stellt, mit Ausnahme von Westdeutschland, jeder Verband nur einen Vertreter. Die beiden vorjährigen Endspielteilnehmer, Viktoria Hamburg und SC. Charloitenburg, sind spielfrei. 3n Breslau trifft Preußen Glogau auf Asco Königsberg, und Fortuna Leipzig empfängt Eintracht Frankfurt. Deutsche Waldkausmeisterschast. Die ersten Meldungen. Für die am 26. April in Hannover erstmalig von Turnern und Sportlern aemeinsam ausgetragene Deutsche Waldlaufmeisterschaft liegen bereits jetzt die ersten Meldungen vor. Brandenburg dürfte neben dem veranstaltenden Norddeutschen Verband wohl das stärkste Aufgebot stellen. Den Einzellauf bestreitet mit besten Aussichten der DBAV.-Meister Kohn (Teutonia), ferner seine Klubkameraden, Buhk, Wolff und Riegel. Engert (BSE.), Mietzner, Kreß (Allianz) und Kloß (AEG.) Der Militär-SV. Wüns- dorf entsendet 13 Läufer, darunter den zweimaligen Heeresmeister Schönfelder, sowie Böhmert, Ohrt, Würker, v. Strohta, Behm, Gabriel, Mai, Franke, Rattke, Scheler, Kützner und Theilen. Den Mannschaftswettbewerb bestreiten für Berlin der neue Meister Berliner SCL, Polizei, Teutonia und drei Mannschaften des Militär-SV. Wünsdorf. Auffallenderweise ist der SC. Charlottenburg In beiden Konkurrenzen noch nicht vertreten. Eine schwache Beteiligung meldete der Westdeutsche Spiel-Verband. Im Einzellauf starten nur der Meister Kilp (Düsseldorf 99) und und V erbet (Schwarzweiß Essen), während lediglich der Düsseldorfer ÄC. 1899 mit Eilp, Linden, Koch, und Kollmann die westdeutschen Interessen im Mannschaftslauf wahrnimmt. Geräie-Mannschaftskampf im Lahn-DünSberg-Gau. Kinzenbach — Launsbach — Rodheim (Bieber). Am Sonntag trafen sich in Kinzenbach die Mannschaften der Turnvereine vcm Kinzenbach, Launsbach und Rodheim (Bieber) zu einem Gerätemannschaftskampf. Der 1. Vorsitzende des Tv. Kinzenbach hielt eine kurze Ansprache; die Turner -traten unter der Leitung von Gau-Frauen- turnwart Karber (Odenhausen) zu den Wettkämpfen an. Geturnt wurde je eine Kürübung an Pferd, Barren, Reck und Mannschaftsfreiübungen von je zwei Turnern der teilnehmenden Vereine. Am ersten Gerät, dem Pferd, zeigten die Turner sämtlich gute Leistungen. Am Pferd übernahm Launsbach die Führung. Am Barren konnte sich Rodheim vor Launsbach an die Spitze setzen. Am Reck entwickelte sich ein ausgeglichener Kampf, in dem aber Rodheim weiter die Führung behaupten konnte. Kinzenbach geriet durch den Sturz eines Turners etwas ins Hintertreffen. Bei den,folgenden Mannschafts-Frriübungen vermochte Launsbach durch schöne Leistungen den von Rodheim errungenen Borsprung aufzuholen und sich zugleich an die Spitze der GesamtwertiHng zu sehen. Bei den zum Schluß geturnten Kürfreiübungen gefiel besonders der Turner Beppler (Kinzenbach), der für eine Aebumg eine Werbung von 30 Punkten erhielt. Die Ergebnisse der einzelnen Hebungen: Pferd: 1. Launsbach 166 P., 2. Rodheim 162 P., 3. Kinzenbach 156 P. Barren: 1. Rodheim 184 P., 2. Launsbach 175 P., 3. Kinzenbach 171 P. Reck: 1. Rodheim 160 P., 2. Launsbach 158 P., 3. Kinzenbach 156 P. Mannschaf-tsfreiüb"ngen: 1. Launsbach 27 P., 2. Kinzenbach 24 P., 3. Rodheim 20 P. Kürfreiübungen (je zwei Turner einer Mannschaft): 1. Kinzenbach 58 P., 2. Launsbach 55 P., 3. Rodheim 52 P. Das Gesamtergebnis: 1. Tv. Launsbach 581 P., 2. Turn- und Sportgemeinde Rodheim 578 P., 3. Turnverein „Gut Heil" Kinzenbach 565 P. — Als beste Einzelturner im Vierkampf (einschl. Kürfreiübung) erwiesen sich Otto Dender, Rodheim, 106 P.; W. Müller, Launsbach, 102 P.: K. Failing, Rodheim, 100 P.: W. Beppler, Kinzenbach, 91 P; R. Schiefer st ein, Launsbach. 91 P. Itacf) einer Ansprache des Kreisjugendpflegers, Hauptlehrer Armbrecht, Kinzenbach, nahm der 1. Vorsitzende des Turnvereins Kinzenbach die Preisverteilung vor. Or. peltzer trainiert mit Ladoumögne. Obwohl nach seiner Heirat der französische Weltrekordläufer 3ules LadvumLgue nicht mehr starten wollte, befindet er sich bereits wieder in vollem Training. Der zufällig in Paris weilende Stettiner Dr. Otto Peltzer ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, zusammen mit seinem Rekordnachfolger im Jean Douin-Stadion einige Trainingsrund^n zu laufen. • Kurze Sportnotizen. D ie deutsche Re i te r m an n s ch af t für die Mai-Turniere in Rom und anschließend in Florenz wird sich voraussichtlich aus den Oberleutnants Hasse, M o m m, B r a n d t und L i p- pert zusammensehen. Die Expedition wird, wie schon in den letzten 3ahren bei Auslandstarts, unter der Leitung von Freiherrn v. Waldenfels stehen. Alm den 3taHenem eine wenigstens gleichwertige Partie zu liefern, sollen 17 unserer besten Springpferde die Reise nach dem Süden antreten. • Die deutsche Davispokalmannschaft absolviert am 19. April in Düsseldorf ihr erstes Training. Eingeladen wurden Dr. Landmann, Dr. Buß, Dr. Dessart, Kuhlmann und Rourney. Der beruflich überlastete Dr. Landmann hat jedoch bisher noch keine feste Zusage gegeben, so daß das deutsche Team vielleicht nach Prenn noch eine weitere Einbuße erleidet. Der Profi-Tennisweltmeister Richards hat jetzt einen Vertrag für eine Tournee mit William Tilden abgeschlossen und wird den nicht mehr zugkräftigen Tschechen Karl Kozeluh ersetzen. Der erste Kampf zwischen Tilden und Richards kommt am 9. Mai im Neuyorker Madison Square Garden zum Austrag. Oberheffen. Doranschlagsberatung in Alsfeld. M AlSfeld. 15. April. 3n der am Dienstag abgehaltenen Stadtvorstandssihungge- langte der Voranschlag der Stadt-, Hosvital- und Armenkasse für das Rj. 1931 zur Vorlage. Dieser schließt in Einnahnre und Ausgabe mit 574 986 Mark, gegenüber 573 285 Mark des Vorjahres, ab. 3n der Vermögensrechnung sind für das Rj. 1931 keine Vorsehungen getrosten, da im Hinblick aus die allgemeinen ungünstigen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse im Rj. 1931 keine Kapitalaufnahmen erfolgen sollen. Sofern die projektierte Kläranlage für die allgemeine Kanalisation noch im Rj. 1931 zur Ausführung kommen sollte, muß der hierfür erforderliche Betrag von etwa 40 000 bis 45 000 Mark nachbewilligt werden. Das Gesamtergebnis des Voranschlages für 1931 kann, wie der Vorsitzende ausführte, dahin zusammengefaßt werden, daß gegenüber den ganz erheblichen Einnahmeausfällen bei den Rubriken „Waldungen" und „Anteile aus Reichssteuern" die Ausgleichung nur möglich war durch die Einführung der Bürger st euer, durch die Erhöhung der Sa« nalbenuhungsgebühr von 50 v. H. und durch Senkung der Ausgaben, insbesondere durch die Auswirkungen der Kürzung der Deamtengehälter. Der Voranschlag wurde nach dein Ergebnis der Beratung unverändert angenommen. Hinsichtlich der Steuersätze für das Rj. 1930 wurde beschlossen, daß die seitherigen vorläufigen Steuersähe als endgültige zu gelten haben, da die zugrunde gelegten Besteuerungsgrundlagen sich um nicht mehr als 10 v. H. geändert haben. Der Vorsitzende stellte dabei fest, daß auf Grund der ermittelten endgültigen Steuerkapitalien die Stadt Alsfeld sich im abgelaufenen Jahre unter Berücksichtigung der allgemeinen Verhältnisse hinsichtlich ihrer Steuerkraft in befriedigenderWeise gehalten habe. Die Gemeindeumlagen für das Rj. 1931 wurden, tote im Vorjahre, auf 130 000 Mark und die Realsteuersätze in Höhe der Ausgangssätze unter Abzug der vorgeschriebenen Sen- kungssähe festgesetzt. Der Ertrag aus der Bürgersteuer wurde auf 12 000 Mark angenommen. Die Anteile aus den Reichssteuerüberweisungen wurden gegenüber dem Vorjahre um 15 Prozent geringer in Ansatz gebracht. Die Ausgangssteuersätze betragen für je 100 Mark Steuerwert: 25 Pfennig für Gebäude und Bauplätze: 50 Pf. für land- und forstwirtschaftlich benutzte Grundstücke: 43 Pf. vom Gewerbekapital und 180 Pf. vom Gewerbeertrag. Außer der Voranschla^sberatung wurde noch ein Antrag der Bürgermeisterei auf Erhöhung der Wanderlager st euer angenommen. Darnach wird aus Grund des Gesetzes vom 25. Alärz 1931 zu Besteuerung des Gewerbebetriebes im älmherziohen ein Zuschlag von 100 Prozent zu der im Tarif vorgesehenen Wanderlagersteuer erhoben. Der Vorsitzende bezeichnete diese Maßnahme als notwendig im Interesse des Schutzes des einheimischen Gewerbes. Landkreis Gießen. # Garbenteich, 14. April. Von einem schweren Unglücksfall wurde die Familie des Schäfers Hummel betroffen. In einem unbewachten Augenblick stürzte das jüngste Kind, ein DLjckhriges Mädchen, kopfüber in einen mit wenig Wasser gefüllten W a s ch k e s s e l. Obwohl Hilfe bald zur Stelle war, konnte leider nur noch der Tod des Kindes festgestellt werden. * Beltershain, 15. April. Der 80jährige Landwirt Max Münch von hier wurde in der Nacht vom 13. zum 14. April von seinen Angehörigen vermißt. Am Morgen des 14. April wurde der Greis im Reinhardshainer Teich ertrunken aufgefunden. Man nimmt an, daß der Mann am Vorabend nach seinem in der Nähe des Reinhardshainer Teiches liegenden Holz sehen wollte, daß er aber dabei in den Teich geraten ist und sich nicht mehr an das Ufer retten konnte. * Weitershatn, 15. April. Zu dem Bericht in Nr. 83 des „Gießener Anzeigers" über die A b - fchiedsfeier für Lehrer Conrad ist ergänzend bzw. berichtigend zu melden, daß die Begrüßungsworte Lehrer Seipp sprach und die außerdem in jenem Bericht genannten Namen nicht Thom, sondern Thorn, sowie nicht Schnörbel, sondern S ch w ö b e l heißen mußten. Weiter ist nachzutragen, daß mit dieser Feier eine Ausstel - luna von Handarbeiten und Zeichnungen her Schüler verbunden war. Die Ausstellung war sehr gut besucht. Die Arbeiten der Mädchen, die unter der sorgfältigen Leitung der Handarbeitslehrerin angefertigt waren, fanden alle Anerkennung. Die Zeichnungen der Schüler der Oberstufe, sowie das „Malende Zeichnen" der Unterstufe wurden viel beachtet. Kreis Schotten. O Dodenhausen II, 14. April. Ein Mädchen, das zu Ostern konfirmiert wurde, mußte noch am gleichen Tage den Tod des Großvaters erleben. Einen Tag nach dessen Beerdigung folgte die Ehefrau dem Verschiedenen im Tode nach. Ein Schlaganfall setzte ihrem Leben ein Ende. Roch in der gleichen Woche ereignete sich ein dritter Todesfall: der älteste Einwohner unseres Ortes, Herr Karl Rahn, starb im Alter von 88 3ahren. / Glashütten, 15. April. Am Sonntag fand im Gußmannschen Saale eine Versammlung des Kriegervereins statt, in der Schriftsteller Reuter von Dornholzhausen einen Vortrag über seine „Reisen in das Gebiet der Schlachtfelder Rordfrankreichs" hielt. Der Redner, der besonders die Kriegergräber aufgesucht hatte, sand eine aufmerksame Zuhörerschaft und erntetete herzlichen Beifall für seine interessanten Ausführungen. Preußen. Kreis Wetzlar. I Groß-Rechtenbach, 14.April. Die Ehe- frau des Bauunternehmers Karl Ludwig verlor im Jahre 1909, zwei Monate nach ihrer Verheiratung, bei der Getreidernte auf dem Felde ihren Trauring. Das Grundstück, auf dem der Ring Der- loren wurde, ging während der Durchführung des Zusammenlegungsverfahrens in den Besitz eines anderen Landwirts über. Bei der Ausführung von Frühjahrsbestellungsarbeiten entdeckte der neue Besitzer plötzlich den Trauring. Die Verliereri» war sehr überrascht, als man ihr den vor 22 Jahren verlorenen Ring wieder zurückgeben konnte. Ein gangbarer Weg zu praktischem Vogelschutz. Man schreibt uns: 3n dankenswerter Weise hat der „Gießener Anzeiger" in Rr. 83 vom 10. April seine Spalten einem Vorkämpfer für den Vogelschutz in Hessen geöffnet. Es wurde darin der außerordentliche Wert der Vogelschuhgehöl z e betont, dem leider in der Praxis zu wenig Rechnung getragen wird. So sind auch z. B. in einer ganzen Reihe von Gemeinden bei der Feldbereinigung Geländestücke mit der Absicht ihrer Bepflanzung als Vogelschuhgehölze ausgeschieden worden, so fehlt es doch meistens an der tatsächlichen Anlage. Der Hauptgrund dürfte darin zu suchen sein, daß man in der heutigen Zeit dem Gemeindesäckel jede vermeidbare Ausgabe zu ersparen sucht. Wo einer allein die gar nicht zu großen Unkosten nicht tragm zu können glaubt, muß er nach Mitinteressenten suchen, und diese sind hier leicht zu finbtm. Das Bogelschutzgehölz ist ja nicht nur eine Schuh- und Brutstätte für unsere Singvögel, sondern in gleicher Weise für Fasanen und Rebhühner, eine Wochenstube für Hasen und bietet all diesen Wildarten zugleich auch Schuh und Futterstelle, wenn der Winter alles in Schnee hüllt. Vogelschuhgehölze, die richtig angelegt, sich mit der Zeit in ein Dorn- röschenschloh verwandeln, sind bei möglichst großer Verbreitung über eine Gemarkung von außerordentlichem Wert. So wird mit gemeinsamen Kräften zur Zeit in der Gemarkung Wieseck ein Schutzgeholz geschaffen, an dessen Kosten sich Gemeinde, Obst- und Gartenbauverein und 3agdpächter beteiligen und dessen Anlage in dankenswerter Weise das zuständige Forstamt Gießen übernommen hat. Da der Weg, der hier gegangen wird, im volkswirtschaftlichen 3ntereffe der Hebung der 3agd und der Erhaltung der Singvogelwelt sicherlich auch in manchen anderen Landgemeinden gegangen werden könnte, fei besonders darauf aufmerksam gemacht. Vielleicht findet man sich auch anderwärts zu gemeinsamem Tun zusammen. H. Sie Reichsversicherungsanffalt für Angestellte im Jahre 1930. Am 31. Dezember 1930 liefen 125 576 (98 621) Ruhegelder mit 19 932 (15 858) Kinderzuschüssen, 63 557 (55 036) Witwen- und Witwerrenten und 37 233 (34 238) Waisenrenten. 3nsgesamt waren im Berichtsjahre 98 965 (96 542) Leistungsanträge zu bearbeiten. (Die eingeklammerten Zahlen sind die des 3ahres 1929.) - Der GesamtaufwandfürdieRenten- leistungen, Abfindungen und Beitragserstattungen betrug im Jahre 1930 183,6 (145,3) Millionen Mark. Gegenüber dem Jahre 1928 ist die Zahl der im Jahre 1930 eingegangenen Ruhegeldanträge um 82,6 Prozent gestiegen. Diese starke Steigerung beruht zum Teil äuf der Herabsetzung der Wartezeit durch das Gesetz vvm-7. März 1929, zum Teil ist sie aber auch eine Folge der ungünstigen Wirtschaftslage, die die Versicherten mehr als in günstigen Zeiten veranlaßt, das Ruhegeld in Anspruch zu nehmen. Die Zahl der Anträge von Versicherten auf Heilverfahren stieg auf 132862 (117 131). Hiervon entfallen auf ständige Heilverfahren 79 546 (71 919), auf nichtständige Heilverfahren (Zahnersatz ufto.) 53 -16 (45 212). Es wurden 49 047 (45 221) ständige Heilverfahren durchgeführt. Die durchschnittliche Dauer der Kuren betrug in den Lungenheilstätten 105 (102) Tage, in den Sanatorien 30 (30) Tage und in den Bädern 29 (28) Tage. Die Zahl der Anträge auf Gewährung von Zuschüssen zu Heilverfahren für tuberkulöse, tuberkulosgefährdete und rachitische Kinder von Versicherten und für Waisenrentner betrug 7182 (7366). Zuschüsse wurden in 5143 (5164) Fallen bewilligt. Für die Gesundheitsfürsorge wurden insgesamt 27,1 (23,4) Millionen Mark aufgewendet. Die Gesamtbeitragseinnahme belief sich auf rund 385 (372) Millionen Mark. Die Beiträge machen etwa 5 Prozent des durchschnittlichen Monatsverdienstes aus gegen 7 Prozent in der Vorkriegszeit. Die Zahl der Versicherten wird für das Jahr 1930 auf 3,5 Millionen geschäht. Das Vermögen wurde nach den bisherigen bewährten Grundsätzen auch weiter wertbeständig auf Goldmarkgrundlage angelegt, und zwar in der Hauptsache in langfristigen, zum großen Teil hypothekarisch erststellig gesicherten Tilgungsdarlehen, deren Kündbarkeit im Regelfälle für beide Teile auf 3,5 bis 5 Jahre ausgeschlossen wurde. Der Förderung des Wohnungsbaues wurde wiederum ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet. An Mitteln hierfür wurden rund 184 (154) Millionen Mark langfristig zur Verfügung gestellt. An versicherte Angestellte wurden 1458 hypothekarische Darlehen für neuerstellte Eigenheime mit 9 623,531 Mk. ausgezahlt. Der Verwaltungskostenauf- toanö betrug tote im Vorjahre 2.5 Prozent der Gesamteinnahme. Cs verbleiben also 97,5 Prozent dieser Einnahme für die Zwecke der Versicherung. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt da- Pfund: Kochbutter von 1,10 Mark an; Butter 130; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 35; Weißkraut 15 bis 20; Rotkraut 25 bis 30; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 30 bis 35; Unter- Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 35 bis 40; Feldsalat 120 bis 150; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Kartoffeln 5 bis 6; Aepfel 40 bis 50; Birnen 30 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hahne 90 bis 110; Suppenhühner 90 bis 110; Rüsse 60 bis 70; das Stück: Tauben 70 bis 83; Eier 8; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 25 bis 35; Salatgurken 60 bis 100; Endivien 15 bis 35; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Sellerie 10 bis 50; das Bund: neue Rettich 30 bis 35; Radieschen 20 bis 25 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 4 bis 5; Weißkraut 10 bis 12; Rotkraut 20 bis 25; Wirsing 20 bis 25 Mark. Taten für Freitag, 17. April. Sonnenaufgang 5.28 Uhr, Sonnenuntergang 19.22 Uhr. — Mondaufgang 5.19 Uhr, Monduntergang 18.54 Uhr. 1774: der Erfinder der Buchdruckschnellpresie Friedrich König in Eisleben geboren; — 1790: Benjamin Franklin gestorben. Briefkasten ver Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. L. h. In Ihrem Falle ist § 912 des Bürgerlichen Gesetzbuchs maßgebend. Hat der Eigentümer eines Gebäudes über die Grenze gebaut, ohne daß ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt (Ihr Vater hatte sogar die Erlaubnis zum Grenzüberbau erhalten!), so hat der Nachbar den lieber- bau zu dulden, es sei denn, daß er vor oder sofort nach der Grenzüberschreitung Widerspruch erhebt. Der Nachbar ist durch eine Geldrente nach Maß- gäbe der Paragraphen 913 ff. BGB. zu entschädigen. Für die Höhe der Rente ist die Zeit der Grenzüberschreitung maßgebend. Sie wird sich nach dem damaligen gemeinen Wert (Verkaufswert) der überbauten Fläche zu richten haben und darf über den ortsüblichen Wert nicht verlangt werden. Die Ab- schätzung hätte durch die bei Ihnen zuständige Stelle zu erfolgen; Jrn Falle eines Erwerbes durch Kauf ist gleichfalls der gemeine Wert zugrunde zu legen. Die Vermessungskosten fallen Ihnen zur Last. Dazu kommt die Entschädigung für die seitherige Benutzung der Fläche. Kirchliche Jlacbridrten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 18. April 1931. Freitag abend 7 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.15. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 6.30 Uhr. llr^1 zS-rileM * nfiattc Zante Hattern E, -Ltz C nicht auch e Str. „ Ursula (Rüttelt M?" verm uj(b!" ^nb eif A M selb- 31t steigernde" m war ja fre" Wschiä dliiibte, m ,ber -M> ihn m e 'n Mann von u, gerate hier r/ihr ein, wie v ' (. MC et heut« ! Mas alles Y Mas Stirn Ä zu gehen, f fciai Lichte vv' Mn hin Wc Bitterkeit wo! schüttete er sein «inst nahe gestc Mmung rief s davon zu ihr f. gemessener Auch empfangen chatte Olun fiel Urfu schwer aufä Herz üuschl ter Hein tin so frostiges l trilnehmentea H dekann KW Nachdruck verboten. 28. Fortsetzung rcmbe, in ernste Gefahren — vielleicht in Wi- . die hervor die feine WIE KEINE SCHUHHAUS { das>£Pfund baft daß Zum Schulanfang sie ihm machen molltc, daß er sich dadurch abbringen ließ von dem Gedanken, die Heimat zu verlassen. Entschlossen richtete sich Ursula aus. .Du weißt doch, Tante, daß Beate" — Deate von Rommertz war die Freundin, an die sie gedacht-hatte, eine Kameradin au« dem Lehrkur» im Schweßernhau«, zu der sie in freundschaftliche Beziehungen getreten war — .schon längst den Plan hat, sich eine Privatklinik einzurichten. S« fehlt ihr nur an den Mitteln. Ta yabr ich nun ragende Marga rine: „Sanella die Feine“ preiswert wie keine. sfen» da- Gedenken an diesen Ädschied «rleich- I daß Wigand an dem Vorschlag Gefallen fand, den lern können Bun hatte fie zu aller Unbill noch " " rigen Leden, ^ah er jetzt hinauSgeht in dir freudlose Zrc ' den Toi Bausparen In Gießen, den 17. April, abend« 8 Ihr Hotel Hindenburg, Selterwweg veranstaltet vom Zwecksparverband für Eigenheime Aachen Referent: Landtagsabgeordneter Dr.Klamt, Berlin .......- Eintritt frei! Wir helfen Ihnen ein Eigenheim bauen, ein Haus kaufen, oder drückende Hypotheken ablöeen. 60 Eigenheime monatlich haben wir in den letzten Iß Monat, finanziert, 20 MU.Ionen Reichsmark ZweckvermÖK. u. Reserv. besitzt unaVerband. 18 000 Mitglieder aus allen Bemfen zählt unser Verband. Fordern Sie kostenl.ausfübrL Druckschriften. Bezirksleitung: Dipl.• Inr. L. f. Bchmlti Dauerhafter Sportrind- x Oft Schnlwtlelei. reine Leder- ailsf., helle Ösen u. 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Aber alSbald kam ein wirklicher Schreck über sie: Herrgott sein« Adresse! Danach hatte fie ja natürlich nicht gefragt. Etwa- kleinlaut gcflanb eS die alt« Dame der Nichte ein. Nein, diese Dummheit auch! Wie sollte man ihn denn nun in der Millionenstadt ausfindig machen? llnb tief bekümmert fiel Tante Marie in ihren Seffet zurück: W«rnn nun deswegen alle Hoffnungen wieder zunichte werden sollten? Einen Augenblick stieg auch in Ursula- Herz die Angst aus, daß an einem plumpen Zufall ihr Vorhaben scheitern sollte! Aber schnell drangt« fie die- Empfinden wieder zurück, lind wenn man auf die afghanische Gesandtschaft gehen mußt«, zu erfahren würde Wigands Adresse ja fein — nur Eite tat not, höchste Eile allerdings: denn in einigen Tagen konnte er ja schon fort sein. Mit sich zu Rate gehend, stand Ursula einen Augenblick: da fiel ihr Auge auf ein weiße- Blättchen Papier drüben auf dem Salontisch. Schnell griff fie danach — wie lächerlich, nicht gleich daran zu denken: Wigands Bilifenkarfe! Richtig, da stand ja alle-: Kolonie Birkenkamp bei Berlin, Platanen-Allee 3. .Run, die Sorge wären wir loS!" Hnb Urfula hielt der Tante die Karte hin. .Gott sei Dank! Aber was nun?" Mik größter Spannung blickte die alte Dame di« Richte an. Di« stand schweigend vor ihr, den Plan durchdenkend, der ihr eben durch den Kopf geschossen war. Würde er durchführbar fein? — Aber warum nicht? Es kam nur darauf an, daß die Freundin, deren Mithilfe sie dabei brauchte, völlig verschwiegen blieb, und Daß man nicht dazu genommen Was der Kost, wie man s.ehebt, Erst die reckte Feinheit gM eine Ide«, dir ihr und Wigand helfen kann: Ich gebe da- Geld zur Einrichtung und Unterhaltung der Klinik, bi- daS Unternehmen fich selbst erhalt. Deale übernimmt dir Leitung. Bei De- atcs ausgedehnten Deziehungrn wird sie sich bald ein volle- HauS verschossen, und Wigand- Tüchtigkeit wird da- ihre tun. Run sag', ist daS nicht eine glückliche Idee?" Mit sreudegerötethn Wangen, die Ursula» Antlitz einen Hauch der Iugendlichkeit gaben, stand sie vor der Tante und sah diese erwartungsvoll an. Beate aus eigenen Mitteln das Unternehmen betreibt." .Da- ist etwa- anderes, Kind. waS für eine glückliche Idee von dir!" Ünd sich erst jetzt ihrer Freude hingebcnd — sie sah ja nun in der Zukunst noch andere, geheime Hoffnungen bereitverwirklicht — sprang die alle Dame auf und drückte frohbewegt die Richte an fich. .Aber wie willst du Wigand das brlbringen?" .Dazu wird es natürlich einer Unterteilung bedürfen. Ich bin gefaßt darauf, daß «s auch nicht fo glatt gehen wird. Aber ich traue mit doch zu, daß ich eS zustande bringe!" Und entschlossen ging sie jum Schreibtisch. .Ich will sofort an ihn telegraphieren." Eilend- flog ihre Feder übst den Briefbogen. So! Roch einmal Überla» sie und mit ihr die Tante, die hinter sie getreten war, die Eilbotschast für Wigand: „Titte dringlichst um nochmaligen Besuch. Habe Ihnen Mitteilung von größter Wichtigkeit zu machen. Ursula Drenck." Das Mädchen wurde herbetgerufen und beauftragt, die Depesche sofort zum Postamt zu bringen. Wenn alles glatt ging, konnte Wigand noch heute nachmittag erscheinen. Ursula machte sich daher sofort zum AuSgehen fertig, um mit ihrer Freundin Beat« schon immer alles Rötige zu besprechen. 20. Kapitel. Mit schnelleren Schritten als am Vormittag stieg Wigand in der sechsten RachmittagSstunde die Treppen zur Drenckschen Wohnung hinauf. Kaum heimgckommen, hatte er Ursula- Efepesch« erhalten. Er war betroffen. Was hatte da- au bedeuten? Eine Mitteilung von größter Wichtig- Kreuzweg der liebe Vornan von Paul Srabein UrheberrechtSfchutz: Romandienst .D.go", Berlin W 30 tb Xa. - fcmtin. " H. ySSS LZS-L Mütbi.i)», n Und HK (45212). e Sauer der th^T Tage und in & Zahl der LtKLa, N'en.Su Heilverfahren sgesahrdete und rochj. M SIS Eifert. A , ZuschM wurden «N 5üt dir (Wunb- Wort 21,1 (23,4) M. i^riunahme belief । Wwntn Hart vi» Prozent des duchschM. 3 3,5 Millionen at- ■n_ wurde nach den blÄ- 3sähen auch weiter wert« irundlage eingelegt, und ! in langfristigen, zum ich erstfteüig gesicherten Kündbarkeit im Leget- 1 35 diS 5 Jahre aus- Förderung des Dvh- Diebetum ganz besondere t 2n Mitteln hierfür Millionen Marl lang» ielli. An derstchrrte An- hyhvihelarische Darlehen «ime mit 9 623,531 Ml. oaltungskvstenaus- Dorjahrr 25 Prozent der rbleiben also 92- Prozent Zwecke -er Versicherung. enmartt-reisc. niiM DochmmarV da» 10 Utart an; Auster 130; s (10 Stück) 63 bi< 143; eihkraut 15 bi- 20; Aot« Mben 12 bi- 15; rote inat 30 bis 35; Unter* M 20 bi- 25: Losen- it 120 bis 150; Tomaten i bis 15; Meerrettich 30 35 bis 40; KartKln 5 50; Aknen 30 bis 43, xonig 40 bi- 50; W Hvenhühm bi- 11 . bis 10; Salat V X); 5 bj». y Lauch 5 bi-15: neue^dtipM«. . PfenmS' g *** dWraut 10 W u> S6ü25B«d eil*1’.* ... ihr Sonnenuntergang IS» Uhr, Mondunicrgang ien geboren. * SS*w hie Erlaubnis^ ufber. US" >dl Und immer wieder sah fie ihn vor sich stehen, da vorhin an der Tür. ihr abgewandt, die Hand an der Klink«, auf ein letzte- freunb- diefe letzt«, ihm vielleicht schmerzlichste, gefügt. Unruhig fprang Ursula auf und ging an» Äenfter; fie wollte der fie g.'spannt beobachtenden Tante ihre Mienen nicht »eigen. So stand fie eine Weil« stumm, ihr abgekehrt, aber ihr« Gedanken arbeiteten um fo erregter. Immer wieder tönte ihr der unabwei-liche Borwurf au- ihrem Innern entgegen: Du bist schuld an feinem trau- Tante Marie zerbrach sich vergeblich ihren .Jopf. .Olein, nein", ein Seuszer entfuhr ihr unbewußt, und mit ihm halblaut die Worte: .e- ist chm doch nicht mehr zu helfen!" Ovem ist nicht zu helfen?" Bon ihren Oloten- : Blättern aussehend, blickte Ursula erstaunt auf die alte Dame, die ihr minutenlange- Schweigen so ! nierkwürdig unterbrach. Olun Wigand natürlich! verwunderte sich ihrerseits die Tante. An wen sollte sie sonst eben gedacht haben? Aber di« Richte war heut« sonderbar schwer von Begriff. .Wieso denn?" fragte fie weiter. .Wie sollte i|m denn zu Helsen fein?" Die Tante blickte sie nun wirklich erstaunt an. La. das liegt doch auf der Hand. Hat er dir Benn nicht auch erzählt, wie traurig «S ihm hier gegangen ist?" Ursula schüttelte den Kops. .Olein?" verwunderte sich die Tante. „3a, dann sittlich!" Und eifrig berichtete sie der Richte, wa» 'ie von ihm "feitet erfahren hatte. Mit steigerndem Interesse hörte ihr Ursula Au 5a» war ja freilich traurig! Wenn e- nur dies Mißgeschick war, daS leidige Geld, da- ihm nicht erlaubte, in der Heimat fein Glück au sinden, fendern ihn in ein abenteuerliche- Leven in der Fremde hinaustriebl Wie bitter mußte das für einen Mann von ernstem Wollen und Können fein, gerade hieran zu fdbeitem! Und plötzlich fiel ihr ein, wie vielversprechend sich damals seine eiste Brari» ai- Bräutigam angelassen hätte: wenn da- Unglück mit Fred nicht gekommen wäre, s? hätte er heut« sicher eine glänzend« Esislenz. Uno daS alle» hatte er verloren mit durch ihr« Lchuld! Ursula» Stirn furchte fich. Wigand- Entschluß, fett zu gehen, stand plötzlich in einem ganz anderen Lichte vor ihr. Aber warum hatte er ihr vorhin kein Wort davon gesagt? Bitterkeit wollte in Ihr auf steigen Der Tante schüttete er fein Herz au», und ihr, di« ihm doch rin ft nahe gestanden — aber, halt! Boller Beschämung rief fie es sich selbst zu. Wie hätte er Nimm zu ihr sprechen sollen, wo sie ihn mit so gemessener Ruh«, mit so abwehrender Kühle empfangen hatteI Olun fiel Ursula ihr Benehmen vorhin plötzlich schwer auf» Herz: Daß fie ihm, der so schwer enttäuscht der Heimat den Rücken toenben mußte, ein so frostige» Lebewohl gesagt! Mit herzlichen, teilnehmenden Worten hätte sie ihm doch Wenigkeit wollte sie ihm machen? Wa» konnte dal fein? In Wigands Brust begann es zu wogen — wie sehr er auch grübelte, es ergab sich für ihn au» ihren Worten nur immer der eine Sinn. Aber daran wollte er nicht denken; nur nicht wieder daran rühren! Older waS wollte fie dann von ihm? Bielleicht feinen ärztlichen Rar oder feine Hilfe al» Mensch — doch da- Io plötzlich, nach ihrem mehr al» kühlen Sichgcbcn heut am Bormittag? Olun, sei «S was sei — sie sollte nicht vergeben» nach ihm verlangt haben. Er wollte hören, wa» sie ihm zu sagen hatte. So fuhr er denn am Rachmittag wieder hinein. Beim Eintreten sand er im Salon Ursula allein vor. Freundschastlich bot sie ihm die Hand. „Ich danke Ihnen, daß Sie gekommen sind, und so schnell!" Ihr Ton war warm, und frei blickte ihn ihr Auge an. Sie lud ihn dann zum Sitzenein. Mit einem wohlig durchwärmenden Gefühl nahm Wigand ihr veränderte», anmutende» Ove- sen wahr. Wie fie sich so gab. erinnerte sie ihn lebhaft an ihre Mädchenzeit. Dazu der alttxr- trautc Raum, fie beide darin wieder allein - - e» war doch gut, daß ihn ihr Trauergewand daran mahnten, daß es nicht mehr die Ursel von Cm mal» war, der er hier gegenübersaß. Und nun antwortete er ihr: .Sie wünschten mich dringend zu sprechen: es war also selbstverständlich, daß ich sofort kam. Und womit kann ich Ihnen nun dienen?" .Ein sonderbarer Zufall hat c» gefügt, daß unmittelbar nackdem Sie fort waren, ein« Freundin mich aufsuchte mit einer großen Reuigfeit. SS ist ein Fräulein von Rornrnertz, mit der ich zwei Iahre zusammen im Sch weste mhaufe ausgebildet worden bin." Wigand sah sie überrascht an: .Wie — Sie al« Krankenschwester au-gebildet?" Doch Ursula fuhr fort: .Fräulein von Rornrnertz trägt sich seit langem mit dem Plan, eine Privatklinik einzurichten. Sie ist sehr vermögend und hat beste Beziehungen, darunter solche zu ersten ärztlichen Olutoritäten. Olun ist meine Freundin durch da» Okrfügbar- werden ihres bisher anderweitig angelegten Kapital- in die Lage versetzt, den lang gehegten Gedanken endlich auSzusühren: der Plan ist von ihr schon in allen Einzelheiten erwogen worden. Pattenten sind ihr von befreundeten Aerzfen in Aussicht gestellt worden, da- Pslegerinnen- personal würde in bester Auswahl zur Stelle sein, die geeigneten Räumlichkeiten wären auch da. kurz: es sehlt nur eins noch: der behandelnd« Arzt. Fräulein von Rornrnertz hat in dieser Beziehung ganz besonder« Wünsche. Sie möchte nur mit einem schon geteilteren, erfahrenen Arzte zusammenarbeiten, einem Herrn von ernstem, sym- vathischem ODesen, der außerdem bereit- eine langjährig« Praxi- al» leitender Arzt einer Klinik oder eine» Sanatorium» mit sich bringt. 1 Fortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Das neue Schuljahr beginnt für die hiesige Fortbildungsschule am TNontag, dem 20. «pril 1931. 2545C Die Anmeldung der in die Fortbildungsschule neu eintretenden Schüler und Schill le rinnen hat an diesem Xage,^oormiltage 9 Uhr, zu erfolgen, und zwar: a) für die gewerbliche Abteilung I und Die gewerbliche Abteilung II und die Mädchenabteilung in dem Schulhaus in der Kirchstraße, 1) für die kaufmännische Abteilung In - der Alten Klinik Liebigstraße. Fortbildungsschulpslichtig werden mit fttginn des neuen Schuljahres alle Schüler mb Schülerinnen, die an Ostern 1931 aus ber Volksschule entlassen worden sowie die- Irrigen, die aus höheren Schulen nach e4t|äbrigcm und mehr als achtjährigem kchulbesuch, aber vor vollendetem zehnten kchuljahr ausgetreten sind. wird besonders daraus aufmerksam gemacht, daß alle h Gießen in der Lehre oder in Beschäfti- |nng stehenden Fortbildungsichulpflichti- len ohne Rücksicht auf ihren Wohnort ;um vesuche der Schule in Gießen verpflichtet pnb. Für Schulpflichtige, die in ein Lehr- Verhältnis treten, besteht die Schulpflicht unabhängig davon ob sie zunächst eine yrobcAcit durchlaufen ober nicht ßieffcn, den 14. April 1931. Stadtschulamt. F. V.: Fischer. Wissensenaftiiche Werke tionaergeoiet ue- Brühl'scnen Druckerei Auslieferungslager oerb. mit (Mencraloertrleb unserer selbst» langen 5Bnft6mafdnne D.R.P., welche jeb. Duant. Wüiche in allen vorh. Wafchkcsfeln von 40- 20U L^Inhnlt ohne elektr.Strom wäscht, hu oera Erfindung ersten Ranne», vcrkauseoreis 8li)L 29.60. Elch«'bett not- wendm. Anaeb unt.H.E.617 a. d.Änn.(tro. T. grbürniann, Düsseldorf.______2691V Bekanntmachung. Der ab 1. Juli d. I. anfallende Dung in Städtischen Schlacht Hof Gießen ist meistbietend zu veraeben. 2675D Schriftliche Angebote sind bis Montag, den 27. April d. 3., vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Besichtigung nach Ein- sicht in die Bedingungen kann vorher während der Dienststunden geschehen. Gießen, den 14. April 1931. Die Städtische Schlachthofverwaltung. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene und genehmigte Voranschlag der Gemeinde Trde an der Lumda für Rj. 1931 liegt vom 17. ö. in. ab ächt läge lang auf der unterzeichneten Bürgermeisterei offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Einwendungen dagegen können innerhalb der Frist schriftlich ober mündlich vor- gebracht werden. 2687V Treis an der Lumda, den 15. April 1931. Hessische Bürgermeisterei. Michel. & Bauschule Sfdu k» praktische» PW -Oosa bi praktischer Pfd.-Dose Bleichsodd sowie sämtliche andere Putz- und Waschartikel Fiberbürsten spitzrund Putztücher dauerhaft Deuta» Seifenflocken wJaSSTÄ* Kade-Seife in Ceflophanpackung Seifensand • Stahlspäne • Parkettwachs M,m-o™ Kernseife weif) 250 Gramm Frhch gewicht 2 Sick. 35 Kernseife gelb 300 Gramm Frischgewichl 2stck. 35 StHAOE.RiLlGRABE M v" 6 I r ; 1 " -t' U-. ■ I । ■ v" c/1 [ni (5 (I □ kam es i munilt -es 9.3 großer 5 -en Aufe LepubliT ZMarA Nirden ! 5^ fH» Mena W! D' Aonal L20 $e' )letd)SP> lohn, ° (c*. einen« mlolg«, itrnl anter^ pfifft DieMe Mak Nodrj von Modri nungsöerfrf eBt her Z tölQni[d «ntgegen. £ N°lanische Erdrück b, ft hr c Men. £ Serein> ^ozeichnur pt9eber '"hren , ff Nischen tarnen al Revolver auf die 1 nist touri bald toi wurde ai der Ze/a Sine @ru versucht, Dieder Es gelani Fabrik z bewegen. Villa sind tommui getroffen. Sowjet Einfahrt < flefang< ®efängn'.f tarn es y die Mrt ge-angei 3nD föngniffe genen. einer A ©ouberr. in Freih« Zwischen, wnservati k-?a-r ftd di? le Abeli KÄ n KA tt^y< Rechnungen liefert Brühl, OleOen Piano- Stimmungen und Reparaturen durch eigene, bewährte Fachkräfte gut und preiswert. 67eiA Pianohaus Schönau Tel. 3269. Seltersw.91 KONKURS- Verhütung durch Fachmann. Vergleiche gerichtliche u. außergerichtliche Aufhebung v. Pfändungen. Evtl. Kapital. Vorbesprechung kostenlos. Hauptpostschließfäch 87 Das ist nodi nidit dagewesen Ul Ein Einkauf von 5000 Meter Wasdistoffresten ermöglicht uns folgen» des aufsehenerregend billiges Sonder»Angebot, bestehend aus Kunstseidendrude, Waschkunstseide, Kunst» •eidenbeiderwand, Mousseline und vielen anderen Waschstoffarten in unzähligen entzückenden Mustern Als ganz besonders heben wir hervor: Einen Riesenposten Künstlerdruck, Indanthren in 115 cm Breite, mit kleinen Fehlern, zum Spottpreis von Zel* Per Mtr. 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(letzter) Tag im Kammerspielzyklus: hMM Eintrittskarten: Die Bundesmitglieder erhalten bis zu zwei Plätze gegen Einlösung des Gutscheines A (gelbe Mitgliedskarte) an der Tageskasse des Stadttheaters numerierte Platz- karten zum Preise von 90, 70 und 50 Pf._____________2673 D | Lichtspielhaus! Gießen SonunerfproffenJ aus 2677 D Gießen, Kreuzplatz 10. 2187A Heyligenstaedt L Comp. Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei, Aktiengesellschaft, Gießen. Wenn alles verjagt, dann hilft [2270A Trainers Augen wasser das sich seit 120 Jahr. atS Straf’ ngimaSmttte! s.schwacheAuaen alanzd. bewährt bnt. Allernverk. für ©tefcen: Drogerie Winterhoff ffreuaviati 10. das garantiert wirksame Mittel Ist u.bleibt Fruchl's Schwanenweift S Scftönfteiiswaller Apbrodile beseitigt Mitesser, Pickel, Hautröte und alle Hautunreinheiten. Mk. 1.76 und 8.50. 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