^einj ^kannj t W193! 0U5 « se v 3röBte Eilahiung .19, Sei. 30» Hlölt MW. Schülerinnen) nreite. isschüler(innen) Obertertiareife ndelslehranstalt igschule befreit idlich Mittwochs r im Schullokal tl. Obergeschoß hsid 20. April 1931. """ (k: Ausrede bedingte lhmmi'8 ial eine ft. kann ein Or. II wird, be Bier rd bald feines Md)tä. rbenm ichen «, icubt. - ipr- 3883. w ifunkendienst W »K rrlepbl"' &**' tx* vO-'10' /Z ">" PASTILLEN) MX t- rtiiÄ..... 6et,e' .nn ßabnbc1' B0J.eS•O»o«c,ieK 8traten Führer der Demokraten. Marquis A l- h u z e m a s. M a u r a erklärte beim verlassen des Schlosses, er habe sich dem König gegenüber für d i e Bildung eines nationalen Kabinettes ausgesprochen. Maura glaubt daß der König auch die sog. Konstitutionalisten, d.-h. die Politiker. die die (Einberufung eine tonstituierenden Versammlung fordern, zu Rate ziehen werde. Außerdem werde der Führer der katalanischen Regionalsten, Lambo, morgen vorn König empfangen werden. Alhuzernas erklärte, er habe den König auf die Notwendigkeit der Bildung eines Kabinetts der „Konzentration- hingewiesen. Außerdem habe er die sofortige Ausschreibung der Gemeindewahlen empfohlen, auf deren Grundlage dann die Provinzialwahten und später die (Einberufung einer konstituieren- benRalionaloerfammlung erfolgen müsse, die jedoch ein die vorzunehmenden Verfassungsänderungen im voraus präzisierendes Programm verfolgen müffc. Gras Romanones erklärte, daß der König alle ehemaligen Präsidenten der Kammer und des Senates und die ehemaligen Ministerpräsidenten, soweit sie erreichbar seien, empfangen werde. Man Graf Romanones, der Führer der Liberalen. werde die Lösung suchen, die am raschesten zum Ziele führe. Das hänge aber nicht nut von dem willen des Königs ab, sondern von dem vieler anderer Personen. Aber man brauche nicht pessimistisch zu (ein. Die künftige Regierung werde entweder eine Konzentrationsregierung oder eine Koalitionsregierung oder eine Regierung der Eintracht fein. Der Leiter der Reformistischen Partei, Atvare ;, erklärte nach seiner Audienz beim König. Man kann seht nicht mit allerlei kleinen Aushilfsmitleln opc- licren. Das einzige, was in Betracht kommt. Ist die Einberufung konstituierender Lories mit souveränen Machtbefugnissen, die sogar denen des Königs übergeordnet sein müssen. Ich habe dem König keinen Zweifel darüber gelafsen, daß mit der (Einberufung dieser Lories eine Beschränkung der königlichen Befugnisse eintreten wird. (Er werde nicht die Möglichkeit haben, ihren Beschlüfsen ein Veto entgegensetzen oder zu ihrer Auslösung zu schreiten. Ich habe ferner ausgesührt, daß dies nicht der Augenblick ist, um eine sog. Konzentrationsregierung zu schaffen. Die Regierung muffe sich fehl aus Persönlichkeiten zusammensehen, die von jeher s ü r d i e Konstituante eingelreten seien und sich deshalb des vertrauens des Landes erfreuten, sonst werde niemand imstande sein, sich der Welle des Protestes enlgegenzuslellen, die dann in ganz Spanien losbrechen würde. • König Alfons hat sich nun doch zu dem Versuch entschlossen, der ihm vor einigen Tagen von liberalen Kreisen als vermittelnde Lösung empfohlen worden ist: zur Bildung eines Kabinetts aus Mitgliedern der alten politischen Parteien. Die Annahme des Rücktritts des bisherigen Ministerpräsidenten, General Berenguer, und die Befragung der durch Primo de Rivera vollkommen aus dem politischen Leben verdrängten Parteiführer bedeutet einen völligen Bruch mit dem Regime, das seit September 1923 in Spanien bestanden hat. General Berenguer hatte die baldige Liquidierung der Diktatur und die Rückkehr zum normalen Verfassungsleben versprochen. Die Form, in der die Wiederherstel- I Aufforderung Folge leistet, würde ihm die B i l- • düng der neuen Regierung übertragen werden. Der in Paris ansässige Santiago Alba hat einem Vertreter der Agentur Havas mitgeteilt, er werde Montagvotmittag eine Unter- redung mit dem spanischen Botschafter in Paris, Quinones de Leon, haben und dann der Presse Erklärungen übermitteln. Santiago Alba betonte, es sei dringend notwendig, den König auf die Aenderungen aufmerksam zu machen, die in der traditionellen Politik der spanischen Monarchie vorgenommen werden müßten. Forderungen der Gewerkschaften. Paris, 15. Febr. (WTB.) 3n Barcelona fand eine Gewerkschaftsversammlung statt, an der 6000 Personen teilnahmen. 3n dieser Versammlung wurden folgende Forderungen beschlossen: 1. Freilassung aller p oliti- schen Gefangenen, 2. Anerkennung des Ge- werlschaftsrechtes durch die Regierung, 3. Wiederherstellung aller verfassungsmäßigen Garantien, 4. Aufhebung des während der Diktatur eingeführten Strafgesetzes, 5. Aushebung des Gesetzes über die Arbeiterkorporationen. — Die Redner, die während der Sitzung zu Worte kamen, betonten zwar Den unpolitischen Charakter der Arbeitergewerk- schäften, erklärten aber, daß diese auf der Straße sein würden, sobald die Gefahr einer neuen Diktatur auftauchen würde. Aus Vorschlag der Bauarbeitergewerkschaft wurde schließlich eine Resolution angenommen, die den Gouverneup König Alfons XIII. und die Königin Viktoria Eugenia. r lung verfassungsmäßiger Zustände erfolgen sollte, stand seitdem im Mittelpunkt des politischen Kampfes, wobei alle Gegner der Monarchie durch den Ruf nach einer verfassunggebenden Rationalversammlung ihrem Ziele näherzukommen hofften. Berenguer setzte endlich einen Zeitpunkt für die Wahlen einfacher, nicht verfassunggebender Cortes fest, stieß aber sofort auf den Boykott fast aller links von den Konservativen und dem monarchistischen Flügel der Liberalen stehenden Politiker und Gruppen. Der König hat jetzt diesen ausweglosen Komplikationen dadurch ein Ende gemacht, daß er die Wahlen absetzte und gleichzeitig den Versuch unternimmt, eine Regierung zu bilden, die mit größerem Erfolg und Prestige als das „unpolitische" Kabinett Derenguers an das Land appellieren kann. Der Streit um den Charakter, Den ein neu zu wählendes Parlament haben soll, mit anderen Worten die Frage Monarchie oder Republik, ist, wie schon die ersten Erklärungen der befragten Politiker zeigen, durch diesen Schachzug nicht aus der Weltgeschafft und die politischen Schwierigkeiten sind auch sonst, ganz abgesehen von Dem traditionellen Einfluß Der Armee auf die Politik, noch sehr groß. SantiagoAlba zurBildungder neuen Regierung aufgefordert Madrid, 15. Febr. (Agentur Fabra.) 3n Verfolg einer heute früh zwischen dem König und dem zurückgetretenen Ministerpräsidenten Berenguer erfolgten Unterredung, in der der König dem Ministerpräsidenten das bisherige Ergebnis seiner Beratungen darlegte, wurde beschossen, an Santiago Alba die telegraphische Aufforderung zu richten, sich morgen abend in Madrid einiufin&en. Falls er der und die Gerichtsbehörden aufsvrdert, innerhalb 72 Stunden die Verordnung über die Schließung der Gewerkschaften au f - zuheben. Falls dieser 2lufsorderung nicht Folge geleistet werden sollte, würden die Gewertschaften die sich daraus ergebenden Schritte unternehmen. Diese Drohung wird dahin ausgelegt, daß d i e Gewerkschaften einen Streik beginnen wollen, der mit dem Antritt Der neuen Regierung zusammenfallen toürDe. Kundgebungen in Madrid. Paris, 15. Febr. (WTB.) Wie Havas aus Madrid meldet, hatten sich heute zahlreiche Personen, die das Verbot der Abhaltung politischer Versammlungen nicht kannten, in den Theatern eingefunden, wo die Versammlungen stattfinden follten. Als das Publikum von dem Verbot Kenntnis erhielt, verließ es unter dem Ruf ,.E s lebe die Republik!" und ähnlichen Rufen die Theater. An mehreren Stellen mußte die Polizei eingreifen. Es wurden verschiedene Verhaftungen vorgenommen. Mehrere Manifestanten versuchten außerdem eine Kundgebung vor einem Madrider Gefängnis abzuhalten. In den angrenzenden Straßen wurden sie aber von der Polizei zurückgewiesen. Mehrere Personen wurden verhaftet. Zu einer lebhaften Kundgebung links eingestellter Elemente ist cs gekommen, als ein Automobil durch die Straßen fuhr, in Dem die Witwe des wegen Beteiligung an dem Aufstandsverfuch in Jaca erschossenen Hauptmanns Garcia Hernandez saß. Bei dieser Gelegenheit rief die Menge: „Rie.der mit Der Monarchie, Tod Dem König! Es lebe die Republik!" Ein mit Polizei besetzter Autobus wurde von der Menge mit Steißen beworfen. Ein Rundschreiben des Ehefs der Heeresleitung. An die aktiven und auogcschicdcncn Generale. Berlin, 14. Febr. (TU.) Wie die „Deutsche Zeitung" meldet, hat der Chef der Heeresleitung, General Freiherr von Hammerstein, Ende Januar an die aktiven und ausgeschiedenen Generale und an die in Generalstellungen befindlichen Offiziere des Reichsheeres folgendes Rundschreiben gerichtet: „Aus dem Reichsheer ausgeschiedene höhere Offiziere haben in Zeitungen und anderen öffentlichen Schriften a b • sprechende Urteile gegen Die obersten Stellen des Reich s'heeres gerichtet, ohne vorher ausreichende Erkundigungen eingezogen zu haben, die jederzeit zu erhalten waren. Ihre Ans legungen beruhten ganz offensichtlich auf tendenziös gefärbten Zeitungsberichten oder unkontrollierten Gerüchten und entsprachen nicht den wirklichen Zusammenhängen. Auch haben ausgeschiedene höhere Offiziere bei Ansprachen neben schroffer Kritik über getroffene amtliche Maßnahmen das Reichsheer im Zusammenhang mit Zielen von Verbänden gebracht, die seiner Einstellung zum verfassungsmäßigen Staat scharf zuwiderlaufen. Ich setze keinerlei Zweifel in das lautere Wollen der in Frage stehenden Herren. Sie übersahen aber, daß ihre Äußerungen geeignet waren, den Vorwurf der Illoyalität gegen sie zu erheben. Sie schädigten in erheblichem Maße die Belange des Reichsheeres und beeinflußten die Grundfesten des Werkes, dem ihr Lebensberuf galt, in ungünstiger Weise. Im Interesse des Reichsheeres und des Zusammenhangs zwischen ihm und seinen alten Offizieren liegt es, wenn letztere b i e gebotene Z u ° rückhaltung auch nach ihrem Ausscheiden bewahren. Sie drücken sonst den Gegnern die Waffe in die Hand, die behaupten, daß die Offiziere, solange sie im aktiven Dienst sind, ihre wahre Gesinnung verstecken und dem Staate nur materieller Vorteile wegen dienen. Ich scheue mich nicht, klar und deutlich auszusprechen, daß es für das Reichsheer wei ter hin nicht tragbar ist, daß ausgeschiedene Offiziere, die die Uniform des Reichsheeres tragen, öffentlich in vorher geschilderter Weise gegen das Reichsbeer und seine Führung Stellung nehmen. Ich wurde es auf das tiefste bedauern, wenn ich mich gezwungen sähe, unter Umständen einen Trennungsstrich ziehen zu müssen, in dem ich die Aberkennung des Rechtes zum Tragen der Uniform des Reichsheeres beantrage. Die Herren Generale bitte ich, wo immer es möglich ist, ihren ganzen Einfluß in aufklärendem und besserndem Sinne einzusetzen. Das Stahlhelm-Volksbegehren. Berlin. 14. Febr. (TU) Für Das vorn Stahlhelm eingebrachte Volksbegehren „ßanb- tagsauslösung" haben bisher außer Den in unmittelbare Verbindung mit Dem Stahlhelm ste- henDen Frauenverbänden, und zwar Dem BunD Königin Luise, Den Stahlhelm-Frauenbünden und Dem Deutschen FrauenDienst, ihre Mitwirkung erklärt: Vereinigte Vaterländische Ver- bänDe Deutschlands und Deutschvölkische Freiheitsbewegung, DRDP., Deutsches Landvolk, Wirtschaftspartei, Deutsche Dollspartei, All- Deuts.chcr Verband, ADO. Vereinigte Vaterländische Verbände Bayerns und Sachsens, Rationaler Deutscher Offiziersverband Rordmark, Deutscher Ostmarlenverein, Arbeite gemein schalt für vaterländische Aufklärung, Preuhenbuno, Hauptverein der Konservativen und Der Deutschen (Rotgemeinfchaft Der schassenden Stände), BunD für Deutsche Lebensemeuerung. Rationalverein Deutfchcr Frauen. Deutscher Frauen- Kanrpfbund. Reichsvcreinigung Deutfchcr Hausfrauen, Reichslandarbeiterbund. Arbeitsausschuß Deutschnationalcr 3ndustrieller, Aeichsbund Deutscher Angestellten-Bcrufsverbände, Lund für nationale Wirtschaft und Werkgemcintchcllt. Verband nationaler Arbeitnehmer Deutschlands. Ar- beitnehmcrlxreinigung im mitte dmischen Bergbau. Rcichsbund deutschnationalcr Rcchtsanwälie und Rotare. Kyffhäuserve^band. der Verein deul- schcr Studenten. Englands Finanznöte. LnowdcnS Pläne zum Ausgleich des Haushalts. L o n Do n , 15. Febr. (Sil.) Die Pläne Des englischen Schatzkanzlers Snowden zum Ausgleich des englischen Haushalts erstrecken sich auf folgende Punkte: 1. Herabsetzung Der 2315,4 Millionen Mk. betragenden Ausgaben f ü r _ Militär, Marine und Luftstreitkräfte um 204 Millionen Mark. • 2. Konvertierungsmaßnahrnen. um den Zinssatz Der Kriegsanleihen herabzusehen. Hierdurch sollen 408 Millionen Mark gespart werden. 3. Abstreichungen im Haushalt in Höhe von 120 Millionen Mark. 4. Maßnahmen gegen den mißbräuchlichen Bezug der Arbeitslosenunterstützung. 5. Herabsetzung der Prämienzuschüsse für die Dea m te n und freiwillige Herabsetzung der M i n i st e r g e h ä l t e r um 20 v. H. und der Einnahmen der Abgeordneten um 10 v. H. 6. Herabsetzung der Zuweisungen an den Dchul- denabdecktmgsfonds. 7. Erhöhte Besteuerung des Grubenbesitzes. Ferner erwägt Snowden eine Erhöhung der Erbschaftssteuer, die in England schon als sehr drückend empfunden wird und eine Erhöhung der Besteuerung groherEin- kommen, die bereits je 11 Schilling je Pfund abgeben müssen. Ferner soll eine zur Zeit in, Amerika liegende Reserve von 673 Millionen Mark für Zwecke des Haushalts mobil gemacht werden. Snowden versichert jedoch, daß er nicht die Absicht habe, die Höhe der Arbeitslosengelder herabzusehen und auch nicht den von den Fabrikanten gemachten Vorschlägen zur Herabsetzung der Löhne seine Unterstützung leihen wolle. MinunMeil um Schieles A«rarprosramm. Gefahren für unsere Gxporiin-ustrie und Stegerwalds Arbeiisbeschaffungspotttik Berlin. 14. Febr. (ERB.) 3n unterrichteten Kreisen erörterte man gewisse Schwierigkeiten, die im Reichskabinett durch die neuen' Agrar- vorlagen des Reichsernährungsministers aufgetreten sind, die bei einem Teil der Regierungsparteien als auch im Kabinett selbst auf scharfen Widerstand stoßen. Der Reichsernährungs- Minister hat eine Reihe von Vorlagen ausgearbeitet, zu der }. B. die Ermächtigung gehört, die Zölle für Vieh, Fleisch, Butler, Hülsenfrüchte, Holz und andere land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse zu erhöhen. Weiter verlangt der Reichsernährungs- minister die Genehmigung zur Durchführung seiner Pläne auf dem Gebiete der agrarischen Veredelungswirtschaft. Andere Kreise sehen in den Plänen Schieles die Gefahr, daß die in buff r i e U e n Ausführmöglichkeiten durch sie behindert werden könnten, da das Ausland schon in früheren Fällen aus die deutschen Agrarmahnahmen mit Boykoklbewegungen geantwortet hat. Dec Reichsoerband der Deutschen I n d u st r i e und die Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände haben schon seit längerer Zeit eine Reihe von Schritten unternommen, um auf diese Gefahren aufmerksam zu machen. Namentlich Reichsarbeitsminister vr. S lege r w a l d hält diese Agrarpolitik für untragbar im Hinblick auf die Rotwendigkeit, die ungeheuere Arbeitslosenzahl zu vermindern. Er dürfte weiter der Anffassung sein, dah eine Verteuerung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die die Folge weiterer Zollerhöhungen sein würde, m i t seiner Politik der Lohn - und Gehalts- senkungcn unvereinbar ist. Dr. Steger- wald hat kein hehl daraus gemacht, dah er die Konsequenzen ziehen würde, wenn die Forderungen der Grünen Front in der gekennzeichneten Form durchgeführt werden. Zunächst werden diese Dinge voraussichtlich am kommenden Dienstag im Kabinett zur Sprache kommen. Der Reichskanzler wird zweifellos das seine tun, um eine Bersiändi- gung herbeizuführen. Sie liegt vielleicht auf der Linie, dah die Bewilligung weiterer hilfsmahnah- mcn für die Landwirtschaft von gewissen Voraussetzungen abhängig gemacht wird, nämlich davon, dah die Landwirtschaft selbst zunächst eine Reihe von Reformen durchführt, die geeignet sind, ihre Lage zu bessern und dah ferner etwaige Ermächtigungen an bestimmte Fristen gebunden werden. Wenn übrigens auch davon gesprochen wird, dah die Sozialdemokraten die zollfreie Einfuhr eines weile ven Gefrierfleischkontingentes beantragen wollen, so ist das wahrscheinlich richtig, in Kreisen der Reichsregierung nimmt man aber an, dah sich hierüber eine Verständigung herbeiführen lasse. IWerTreviranusWerdenVmning-KmS Eine konservative Reichsiagung. Berlin, 15. Febr. (CNB.) Die Konservative Volks Partei veranstaltete im Rahmen ihrer ersten Reichstagung eine stark besuchte Kundgebung, auf der Reichsminister Treviranus eine Rede über das Thema „Wohin geht unser Weg?" hielt. Er betonte, daß er allein die Verantwortung trage für die Beteiligung an einer Regierung, die den Mut habe, aufzuräumen und die Anerkennung der Fehler der Vergangenheit zu erzwingen. Die entschiedene Rechte, die früher das Führerprinzip als das entscheidende Prinzip fonferuatiotr Arbeit herausgestellt habe, ziehe sich jetzt plötzlich auf parlamentarisch- demokratische Grundprinzipien zurück. Wenn man die Konservative Volkspartei frage, ob sie nicht abhängig sei von der Mehrheitssozialdemokratie und vom jetzigen Preußen, so müsse man die Gegenfrage stellen, was die sogenannte nationale Opposition ihrerseits getan habe, um Line unabhängige Regierungsführung abseits den parlamentarischen Mehrheitsmethoden zu gewähr- ioisten. Der Vorwurf, daß die Regierung zwangsläufig nach links abgedrängt werde, sei unberechtigt. ; Für die Regierung gebe es nur den Zwang, m i t beiden Füßen auf der Erde zu bleiben und nach vorwärts zu schauen. Wenn die Regierung die Finanzen bereinige und Subventionen ablehne, so steigere das nicht gerade ihre Popularität. Aber er müsse, da die Propaganda der Regierung sehr mangelhaft sei, betonen, daß im letzten Jahre entbehrliche Lebensmittel aus dem Auslande fast für eine Milliarde weniger eingeführt worden seien. Bei der O st h i l f e sei die Regierung davon geleitet, den Osten wieder aufzubauen und ihn wieder zu einem lebendig durchfluteten Glied unseres Volkskörpers zu machen. Die Umschuldung bedeute den Anfang eines Werks, um aus dem übervölkerten Westen den entvölkerten Osten zu ergänzen. Man muß dabei vor allen Dingen den Leuten Mut machen, an . die Grenze zu gehen, die das deutsche Vaterland niemals preisgeben werde. Die Helfferich- Mark, die von den Deutschnationalen wieder gefordert werde, bezeichn^ Treviranus als ein Wunder, das sich nicht wiederholen könne. Zu der Außenpolitik stellte der Minister die bekannte Forderung der Rüstungsfreiheit auf, die durch den Bruch der Zusagen der Vertragspartner berechtigt sei. Die Regierung werde die Plattform des Völkerbundes benutzen, um die Unwahrhaftigkeit des bisherigen Zustandes vor aller Welt aufzuzeigen. Der Abbau der Tributlasten sei deshalb schon eine Ehrenfrage, weil sie auf der Lüge von der Schuld Deutschlands am Kriege aufgebaut sei. Zu der Situation in Preußen erwähnte der Minister, daß die Notwendigkeit einer Reform des Reiches an Haupt und Gliedern gerade in den letzten Jahren mit aller Deutlichkeit in Erscheinung getreten sei. Aber ein Volksbegehren müsse nach seiner Meinung weitergehen, als daß man einen Versorgungsstaat besonderer Färbung durch einen anderen anderer Färbung ersetzen wolle. Es gelte den Kampf aufzunchmen gegen Fiktionen und Illusionen, gegen vorgefaßte Meinungen und Schlagworte, für Wahrheit und Nüchternheit, Ritterlichkeit und Gläubigkeit. Die Vertretertagung hatte einstimmig ein Manifest angenommen. 3n ihm wird die konservative Zielsetzung als Bemühung um Gestaltung der Wirklichkeit nach dem ihrinnewohnendenLebensgeseh, nicht nach einem lebensfremden Fortschrittsglauben zum Ausdruck gebracht. Außerdem wird zu den Fragen der Wirtschasts- und Außenpolitik Stellung genommen. Das Ziel der deutschen Außenpolitik ist gegeben durch den Kampf gegen die widernatüruche Ordnung von Versailles, für die Volksdeutsche Freiheit und den natürlichen Reu- aufbau Europas. Zum Schluß der Kundgebung tourbe folgende Entschließung gefaßt: „Die Reichstagung der Konservativen beschließt einstimmig, das vom Stahlhelm in Preußen eingebrachte Volksbegehren zu unterstützen. Sie geht dabei davon aus, daß damit nicht der Ersatz einer herrschenden Parteienkoalition durch eine andere, sondern der Umbau von Preußen und Reich in eine Reform cm Haupt und Gliedern eingeleitet werden soll." Kleine politische Nachrichten. Das R e i ch s k a b i n e t t hat am Samstag die drei Gesetzentwürfe über die Osthilse verabschiedet. An der Kabinettssitzung nahmen auch Vertreter der zuständigen preußischen Stellen teil. Es ist gelungen, eine vollständige Ueberein st immun g herbeizuführen, und zwar auf der Grundlage, die wir Samstag mitgeteilt haben. * In Darmstadt starb der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Ludwig O u e s s e l im Alter von 59 Jahren. Quessel war ursprünglich Uhrmacher, studierte dann in Zürich Nationalökonomie und promovierte 1903. Er war Hauptschriftleiter des „Hessischen Volksfreundes" und Mitglied des Reichstags in den Jahren 1912 bis 1918 und. 1920 bis 1930.' Die Parteivorstände der Wirtschaftspartei aus den Wahlkreisen Freistaat Hessen und Hessen-Äassau haben nach einem Referat des Parteivorsitzenden Drewitz mit Genugtuung festgestellt, daß der Fall Drewih-Colosser durch die öffentlichen Gerichte geklärt werden soll. Professor Horneffer wurde in den Zentralparteivvrstand gewählt. Der Reichsverband deutscher Rundfunkteilnehmer weist in einem Schreiben an die Reichsrundfunkgesellschast darauf hin, daß Reichsinnenministsr Dr. Wirth am Donnerstag in einem auf alle deutschen Sender übertragenen Rundfunkvortrag gegen die Rechtsparteien schärfste Angriffe gerichtet habe und daß es oberste Pflicht des Rundfunks sei, keiner einseitigen Parte i p o l i t i k Raum zu geben.' Da aber einseitige Polemik nun bereits im Rundfunk eine Stätte gefunden habe, sei dafür Sorge zu tragen, daß einem Mitglied der nationalen Opposition am Mikrophon die Gelegenheit zu sachlicher Widerlegung gegeben werde. * Der Kriegsminister im letzten englischen konservativen Kabinett Worthington Evans ist gestorben. Kunst und Wissenschaft. Der Lessing-Preis für Professor Leisegang, Jena. Mit einer schlichten Feier int Braunschweiger Landestheater erfolgte am 150. Todestage Lessings, der in Braunschweig feine letzte Ruhestätte fand, die Äeberreichung des vom Reichspräsidenten v.Hindenburg gestifteten Lessing-Preises von 5000 Mk. für die beste Arbeit über das Thema „Lessings Weltanschauung". Oberbürgermeister Böhme gab als Preisträger den Universitätspro- f e s s o r Dr. Hans Leisegang, Jena bekannt und sagte weiter, daß im ganzen 21 Arbeiten eingelaufen seien. Aus den eingegangenen Arbeiten seien vier besonders hervorgehoben worden. Verfasser der einen sei Privatdozent Dr. B e n n o v. Wiese in Bonn, Verfasser der zweiten Chefredakteur Dr. Albert Malte Wagner in Berlin, die dritte Arbeit von Dr. Müller in Danzig-Langfuhr habe in schärfster Konkurrenz zur Preisarbeit gestanden. Diesen drei Arbeiten solle eine lobende, vom Der Mchsjustizeiat vor dem Reichstag. Berlin, 14. Febr. (VDZ.) Im Reichstag kam der Haushalt des Reichsjustizministeriums zur zweiten Beratung. Verbunden damit wird die dritte Lesung der Vorlage zur Aenderung des Pressegesetzes, wonach Abgeordnete nicht mehr verantwortliche Redakteure sein dürfen, sowie ein von den Kommunisten eingebrachter Gesetzentwurf, der die Abschasfung des Schnellverfahrens fordert. Abg. Dr. Ma rum (S.): Bei den Hvch- verratsverfahren zeigt sich noch immer eine ganz verschiedenartige Behcnrdlung zugunsten der Rationalsvzialisten. Wie steht es mit dem nun schon seit langer Zeit schwebenden Hochverratsverfahren gegen Dr. Goebbels? Der Redner tritt ein für einen von den Sozialdemokraten eingebrachten Gesetzentwurf zur Entschädigung der im Wiederaufnahmeverfahren Freigesprochenen. Abg. M u n t a u (Chr.-Soz. Volksd.), der dann das Wort erhält, wird vom Abg. Tor gier (K.) mit dem Ruf empfangen: „Sie können uns doch etwas erzählen von der Rolle, die Sie bei der Weihnachtsfeier in der Stra anstalk Zelle gespielt haben!" Präsident Löbe: Das ist eine Verwechslung, Herr Torgler, Sie haben nicht das Wort, sondern Herr Muntau. (Heiterkeit.) Abg. Muntau beschäftigt sich mit dem Strafvollzug. Bei aller notwendigen Humanität müsse doch der Eindruck vermieden werden, dah die Gefangenen ein besseres Leben führen als Die Freien. (Lärm bei den Kommunisten.) Glauben Sie, daß jeder Arbeitslose in derselben Weise wie die ©efangenen abends Kakao mit belegten Broten hat? Der Redner beantragt in personeller Beziehung eine größere Würdigung des Strafvollzuges in der Justizverwaltung. Wir Christlichsozialen lehnen eine politische Beeinflussung des Richter st andes ab. Darum sind wir auch gegen die Gutachter- und Schiedsrichtertätigkeit dec Richter. Das System der Einzelrichter halten wir für bedenklich. Die grüße Masse der Rechtsanwälte ist in großer Rot, die noch gesteigert wird durch die Lleberfüllung des Rechtsanwältsberufes. Staatssekretär Joel erklärt, das Ministerium werde mit dem Reichsfinanzministerium über die Einstellung einer neuen Planstelle für einen Strafvollzuasbeamten in den nächsten Etat verhandeln. Die Schiedsrichtertätigkeit kann nach dem Deamtengesetz nicht eingeschränkt werden. Ich betrachte mit der Mehrheit des Rechtsausschusses diese Schiedsrichtertätigkeit als unerwünscht und halte an dieser Auffassung auch fest, trotz der entgegengesetzten Meinungsäußerung des Reichsrichter-Vereins. Diese Fragen werden wir bei der Reuordnung des Beamtenrechtes regeln müssen. Der Staatssekretär bezeichnet weiter den Vorwurf als mrbegründet, daß das Reichsgericht in Hochverratslachen die Rationalsozialisten besser behandele als die Kommunisten. Der sozialdemokratische Gesetzentwurf verlangt die Entschädigung auch dann, wenn der in einem Wiederaufnahmeverfahren Freigesprochene keinen Tag seiner Strafe verbüßt hat. Wir haben die Länder nach der voraussichtlichen finanziellen Wirkung eines solchen Gesetzes befragt und die von Preußen vorliegende Antwort besagt, daß in diesem Lande die Aufwendungen hoch in die Millionen gehen würden. Es ist auch nicht richtig, dah jeder im WiederaufnahmeverfshrLp Freigesprochene als vollständig unschuldig zu betrachten ist. Abg. Landsberg (Soz.) wendet sich gegen die Gutachtertätigkeit der Reichsrichter. Ein Reichsrichter habe ein Gutachten in derselben Sache abgegeben, an der er selbst als Richter mitgewirkt hatte. Wir würden gern dem Reichsgericht Hochachtung bekunden, wenn wir zu seiner Unparteilichkeit Vertrauen haben könnten. Richt einmal der Ausdruck „Judenrepublik" wird geahndet, wenn er von rechts gebraucht wird. Der Justizetat wird in zweiter Beratung angenommen. Kommunistische Anträge auf Abschaffung des Schnellverfahrens und Aenderung der Strafprozehordnung, der sozialdemokratische Antrag auf Entschädigung der im Wiederaufnahmeverfahren Freigesprochenen und ein Antrag der Staatspartei zur Rechtsanwaltsordnung werden dem Rechtsausschuh überwiesen. Donnerstag: Verkehrsetat. Reichspräsidenten unterzeichnete Anerkennung zuteil werden. Anschließend machte Oberbürgermeister Böhme die Mitteilung, daß der Rat der Stadt Braunschweig sich entschlossen habe, 77 Exemplare von Lessings Gesammelten Werken an die besten Schüler braunschweigischer Schulen als Prämie zu verteilen. Ferner wurden an den Vertreter des Vereins für das Deutschtum im Auslairde, Stüdienrat Rumpf, 100 Exemplare der Werke Lessings zur Weiterleitung an deutsche Auslandschulen überreicht. Am Grabe Lessings, der auf dem Magnc-Friedhof beerdigt ist, wurden drei Lorbeerkränze niedergelegt: ein Kranz seiner Vaterstadt Kamenz, ein Kranz des Freist a a t e s S a ch s e n, der durch Schleife die Widmung trägt: „Das Land Sachsen seinem großen Sohn", sowie ein Kranz der Stadt Braunschweig mit den Worten: „Dein Haupt ist wert, daß es der Lorbeer kröne, Du kämpftest für das Gute, Wahre, Schöne!" Aus aller Welt. Rettung aus Seenot durch einen deutschen Dampfer. Der deutsche Dampfer „Seefalke" ist mit dem in Cardiff beheimateten Dampfer „Swift- way" im Schlepptau in Queenstown eingetroffen. Die „Swiftway" hatte Las Palmas am 31. Januar verlassen, um nach Limerick zu gehen. Am Donnerstag wurde bei grober See das Steuergetriebe des Dampfers beschädigt, so daß er hilflos auf den Wellen um her trieb und Rotruse aussandte. Er wurde von dem deutschen Dampfer »Seefalke" in Schlepptau genommen. Der Sturm wurde jedoch so stark, daß das Tau zweimal ritz und zweimal ausgebessert werden muhte. Als die beiden Dampfer in Queenstown ein trafen, waren die Lebensmittel auf der „Swiftway" zu Ende gegangen. Caroinenunglütf bei Garmisch. Am Steppberg bei Garmisch verschüttete eine Lawine fünf Skifahrer. Es begab sich ein Trupp von zehn Bergführern an die ilnfall- stelle. Sie konnten den Malermeister H. Becker aus Garmisch nur als Leiche bergen, während die vier anderen heil davonkamen. Bcandkakaslrophe in London. Ein großes Feuer im Londoner Stadtteil Maryle- bone wird als eines der tragischsten Ereignisse bezeichnet, das London seit langem erlebt hat. Der Brand war in dem Wohnhause des Richters R u s k i l l im ersten Stockwerke ausgebrochen, so daß sämtliche Einwohner des Hauses, die in den oberen Stockwerken schliefen, ro i e i n e i n c r Falle gefangen waren und nicht entweichen konnten. 21(5 erste bemerkte die Köchin im oberen Stockwerk den Rauch und weckte sofort die übrigen vier Dienstboten und dann auch die Herrschaft. Kurz darauf schlugen die Flammen hoch auf und ergriffen die oberen Stockwerke. Die Feuerwehr legte Leitern an und rettete zunächst den erkrankten Sohn. Sie fanden dann die Frau des Hauses, die der älteren Krankenpflegerin zu Hilfe eilen wollte, bereits verkohlt vor; die Pflegerin lag in den letz - ten Zügen. Der zweite Sohn des Hauses sprang aus dem Fenster, verfehlte jedoch das Sprungtuch und fiel auf das Pflaster. Er mußte in schwerverletztem Zustande in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Dienstmädchen wurden über Leitern gerettet; eines von ihnen war bereits schwer verletzt. Das Haus brannte vollständig aus. Furchtbarer 2Horb in Brandenburg. Eine furchtbare Mordtat ist am Samstagabend in Brandenburg in der Altstadt an dem 64jährigen Schuhmachermeister Paul Eckert verübt worden. Vorläufig noch unbekannte Täter sind vermutlich kurz vor Ladenschluß in die Werkstatt Eckerts, die dieser allein bewohnte, eingedrungen und haben den Schuhmacher mit einem Beil niedergeschlagen. Dann haben sie ihr Opfer auch noch mit einem Messer bearbeitet und ihm die Kehle durchgeschnit- t e n. Eckert wurde kurz nach 21 Uhr von Nachbarn in einer großen Blutlache liegend tot a u s g e f u n- d e n. Spuren eines Kampfes zwischen dem Opfer und dem Mörder konnten nicht festgestellt werden. Offenbar ist der Schlag mit dem Beil, der dem Schuhmacher die Besinnung raubte, überraschend geführt worden. Es ist auch noch völlig rätselhaft. aus welchen Beweggründen die Tat erfolgte. In Verbindung mit dem Mord Eckert in Brandenburg Ht in der vergangenen Nacht das Ehepaar Krüger verhaftet worderz. Die Ermittlungen haben ergeben, daß zwei Täter in Frage kommen. Raubüberfälle bei Bukarest. In der Nacht zum Sonntag hielten fünf maskierte Räuber sechs Autos, darunter zwei vollbesetzte Omnibusse, auf der Landstraße von Bukarest nach Ploesti in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt an und zwangen die Passagiere mit Revolvern, Geld und Wertsachen ab zu liefern. Sie griffen zwei sich widersetzende Passagiere tätlich an, montierten Bestandteile der Autos ab, um eine Verfolgung zu verhindern, und fuhren sodann im eigenen Auto in Richtung Bukarest davon. Die Opfer des Angriffs erreichten erst in den späten Nacht st unden die Hauptstadt. Nach ihren Aussagen waren die Räuber gut gekleidet und sprachen russisch. Die Untersuchungen der Behörden sind bisher ergebnislos geblieben. Di- Veiierlaae Inge ,510' vai. :5eil h lagent/S -1 °'10 wa Hartba. £6 ,b io / !r-o sei O wolkenlos 0 neuer. 0 nalb DtdeckL ® wolkig, • oeuteki • Reg?» ¥ Schnee 6 Orauptln. = MeDtl K Grwittfr.(§)wino$tiiie.K>' sehr «eicnter Osi massige« Südsüdwest. stürmischer » DrückerrdeS. Lind er verlangt für sich das Recht, vor Beginn der Fastenzeit noch einmal ausgelassen leben und genießen zu können. DaS ist eine Forderung, die zu allen Zeiten durch" geseht wurde: auch die eifrigsten Gegner »derartiger heidnischer Fröhlichkeit" konnten die den Fasten vorausgehende Karnevalstage nicht beseitigen. Lind ein Kirchenvater bedauerte leb» Ädah die Menschheit in der ersten Fasten- nur damit zu tun habe, alles das zu verdauen, was sie in der Zeit der Vorbereitung genossen habe. , Wir wollen darüber nicht richten: der Brauch scheint stärker zu sein als jedes 7wch so harte Verbot und die Strafandrohung. Don jeher waren die beiden letzten Tage vor der Fastenzeit, vor allem aber Fastnacht, der Anlaß, noch einmal recht ausgiebig zu feiern und zu schwelgen. A>« zur Zeit Ludwigs XIV. das Ho fleben zur Lächerlichkeit ausartete, zugleich aber als Muster für alle anderen europäischen Höfe diente, da bemächtigte sich der stets reae VolkSwitz auch dieses Umstandes. .Seine närrische Hoheit Prinz Karneval" ward mit einem närrischen Hofstaat umgeben um damit daS Hofleben der Fürsten zu verspotten und oft geistreich nachzuahmen. In Deutschland wurde Köln die Hochburg deS närrischen Prinzen und ist auch trotz aller Rach- ahmuntzSversuche und trotz schlechtester Zeiten geblieben. ... , In allen Gegenden Deutschlands aber erhielt sich lange Zeit eine besondere Sitte, ein Brauch, eine Gestalt, die für Fastnacht bestimmt ist: hielt sich oft biS in unsere Taye. Da ist das Ssel- reiten am Rhein, das Ringrerten und Gisbosseln bei den Westfalen und Friesen, die Kälberweil in der Oberpfalz, das Hudlerlaufen in Schwaben und Tirol, das Schönbartlaufen int Rurnbergi- schen, das Scheibenschlagen im Elsaß, der Metzgersprung in München. Da sehen wir den Schwarzwälder Hqnseli, der, wie der elsässische Hans Trapp zu Weihnachten, die jungen Mädchen neckt, den »Gretel in der Dutten", von dem die Münchener so viel zu erzählen wissen, ja, selbst der Doktor Eisenbart steht wieder auf, um in der Fastnacht seine Kuren zu machen. Es läßt sich von der Herrenfastnacht erzählen, die drei Tage später beginnt, von der Daucrn- fastnacht, die auf den folgenden Sonntag fällt, von der Weiberfastnacht, die lange Zeit im Württembergischen im Schwange war. Äeberall bekannt und gemeinsam ist jedoch der Fastnachtskuchen, der sich nur in Art und Gestalt unterscheidet. 2m Rorddeutschen ist es der Pfannkuchen, anderwärts kennt man Brezel, Krapfen, Oehrle, Heißweck, Bohnenkuchen — und alle diese guten Sachen sind dazu bestimmt, den Liebergang zur eigentlichen Fastenzeit leicht zu machen. Nationalsozialistische Versammlung. 2n der bis auf den letzten Platz besetzten Turnhalle am Oswaldsgarten fand am Freitagabend eine nationalsoziaiistische Kundgebung statt. Studienrat Dr. Blank wies in wenigen Worten auf die Llrsachen hin, die die nationalsozialistischen Abgeordneten veranlaßt hätten,, den Reichstag zu verlassen. Dann sprach derReichS- tagSabgevronete G e m e i n d er (Frankfurt).^ Er streifte zunächst ebensalls die letzten Vorgänge im Reichstag und wies darauf hin, daß sich,die nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten jetzt die Ausgabe gestellt hätten, nicht im Parlament, sondern im Volke weiter zu arbeiten und dem Volke die Wahrheit zu sagen über die deutsche Innen- und Außenpolitik, die Arbeitsweise des Parlamentes und der Regierung. In seinen weiteren Ausführungen gab der Redner einen Rückblick auf die Geschichte der Rationalsozialistischen Arbeiterpartei, schilderte Hitlers Kamps um seine Bewegung und betonte, daß Hitler der Mann gewesen sei, der schon im Jahre 1919 das Schicksal unseres Volkes crfaimt habe. Der Redner streifte die Vorgänge während des Kapp-Put- schcs in München und die Entwicklung der Partei, die sich innerhalb von zehn Iahren zu ihrer heutigen Stärke emporringen konnte. Die weiteren Ausführungen des Redners galten den verschiedenen Phasen der Erfüllungspolitik: er ging auf den Dawcsvakt ein, sprach über die Auswirkungen des Poung-Planes, der, wenn er erfüllt werde, zu einem Ausverkauf des deutschen Landes fuhren mühte: er sprach von der Anleihepolitik der Länder und der Gemeinden, und zitierte als drastisches Beispiel die Vermögensverhältnisse der Stadt Frankfurt. Schließlich wandte er sich der Politik der Regierung zu, der die Erfüllung des Voung-Paktes wichtiger sei, als die Rot von Millionen deutscher Volksgenossen zu lindern. Die Arbeit der Parteien im Reichstag bezeichnete er als »demokratisch-parlamentarischen Firlesanz". Weiter karikierte er die geistige Haltung der Regierung»- Parteien und stellte das Verhältnis der Ra- tronalsozialisten zu den Kommunisten — es sei wie das Verhältnis des Feuers zum Wasser — klar. Den Kampf um die Geschäftsordnung. die Aushebung der Immunität einzelner Abgeordneter, die Aenderung des Pressegesetzes, die Anklagen gegen nationalsozialistische Abgeordnete, den Diätenverzicht und noch manche andere brachte der Redner hierauf zur Sprache. Er gab sodann die Erklärung ab, daß die Rationalsozialisten nicht daran dächten, ein .Rumpfparlament" kn Weimar zu schaffen, daß sie auch nicht daran dächten, auf illegalem Wege ihr gestecktes Ziel zu erreichen, sondern nur mit allen zu Gebote stehenden Mitteln arbeiten würden, um Wandel zu schaffen im deutschen Daterlande. Zum Schlüsse seiner Ausführungen wies der Redner darauf hin, daß die Beschlüsse der Marxisten im Reichstag, die nun auf keinerlei wesentlichen Widerstand stoßen dürften, dazu beitragen würden, die Freiheitsbewegung um so eher zu entflammen und dem neuen Staat die Entwicklung vorzubereiten. Die Rationalsozialisten würden alles tun, diese Entwicklung zu beschleunigen und daS überfällige Parlament abzulösen. Die Rationalsozialisten glaubten an ihren Sieg, der aus dem Idealismus der Partei heraus erwachsen müsse zum Besten unseres Volkes. Starker Beifall dankte dem Redner für seine Ausführungen. In einem kurzen Schlußwort ermahnte er alle Teilnehmer an dieser Kundgebung, sich auf der Straße ebenso diszipliniert zu verhalten, wie während der Versammlung. Die Kundgebung verlief sehr ruhig, Zwischenrufe wurden kaum laut. Taten für Dienstag, 17. Februar Sonnenaufgang 7.12 Uhr, Sonnenuntergang 17.17 Uhr. — Mondaufgang 7.40 Uhr, Monduntergang 17.08 Uhr. 1854: der Großindustrielle Fr. A. Krupp in Essen geboren; — 1856: der Dichter Heinrich Heine in Paris gestorben. Bornotizen. — Tagestalender fürMontag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Der Weg nach Rio". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, 20 Uhr (als Vorstellung in Mittwoch Abonnement) unser diesjähriger Fa> schingsschwank „Das öffentliche Aergernis" von Franz Arnold unter der Spielleitung von Heinrich Hub. — Mittwoch, 18. Februar (Aschermittwoch), 20 Uhr: „Marius ahoi!", Komödie von Marcel Pagnol, Spielleitung Intendant Dr. P r a s ch. Diese Vorstellung ist für das Dienstag-Abonnement. — Frauenbund der Deutschen Ko - lonialgesellschaf t. Man schreibt im8: Am Montag, 23. Februar, wird im Reuen Studentenhaus auf Einladung des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, Abteilung Gießen, Ministerialrat Dr. Mickel (Berlin) einen Vortrag über die jetzigen deutschen Siedlungen in Oft» afrifa halten. Der Vortragende ist Referent im Preußischen Landwirtschastsministerium und war bis zum Krieg landwirtschaftlicher Sachverständiger in unserem Schutzgebiet Ostafrika. Auf Grund seiner damals erworbenen Kenntnisse hatte man Herrn Dr. Mickel im Herbst 1929 beauftragt, an Ort und Stelle nach dem Ergehen der deutschen Siedler Llmschau zu halten, die sich nach dem Kriege in Ostafrika wieder niedergelassen haben. Seine Reise ging zunächst nach Dar-es- salam, von wo ihn die Fahrt mit einem Auto nach Süden über Morogoro und Kolossa bis an den Rjassa-See führte. Hier suchte Dr. Mickel die Siedler im Hochland von Iringa auf und fuhr dann nach Rorden über Moschi bis in das Kilonnndjaro-Gebiet. Sein Bericht, der sehr Interessantes über die Aussichten und das Leben der Deutschen dort bietet, wird besonders anregend durch die zahlreichen vorzüglichen Aufnahmen sein, die Dr. Mickel aufzunehmen Gelegenheit hatte. Der Besuch des Vortrages ist jedem zu empfehlen, der nicht nur Interesse an dem Leben unserer Landsleute draußen hat, sondern auch allen, die sich darüber orientieren wollen, welche Aussichten für uns Deutsche in Ostafrika bestehen, dort wieder Heim- und Wirkungsstätte zu finden. (Siehe heutige Anzeige.) ■ * "Fahrplanänderung aufderKraft- pvstlinie Gießen—Krof d orf. Auf der Krastpostlinie Gießen-Krofdorf sind die mitgeteilten Fahrteinschränkungen in bezug auf eine Frühfahrt Werktags wieder aufgehoben worden. Es geht jetzt werktags neben dem Wagen ab Krofdorf 6.50 ilfjr über Wißmar ein zweiter Wagen ab Krofdorf 7.05 direkt nach Gießen. Sonn- und Feiertags bleibt es bei dem ersten Wagen 9.05 ab Krofdorf in direkter Fahrt nach Gießen. •• Tragischer Tod auf der Jagd. Am Samstagnachmittag verunglückte, wie uns aus Ruppertsburg berichtet wird, der Hotelbesitzer Peter Gaub, Gießen, „Bayerischer Hos" in seinem Ruppertsburger Jagdrevier durch einen tragischen Llnglücksfall tödlich. Herr Gaub schritt in Begleitung mehrerer junger Jagd- freunde durch den tief verschneiten Wald und hatte feine geladene, aber gesicherte Büchs« einem feiner jungen Iagdsreunde übergeben. Dieser stürzte beim Marschieren in ein bei der hohen Schneedecke nicht sichtbares Erdloch, fiel dabei offensichtlich gegen die Sicherung des Gewehrs, die sich löste, so daß bei dem Aufschlagen aus den Boden ein Schuß los krachte. Der nur wenige Schritte von dem gefallenen Iagdsreund gehende Herr Gaub wurde durch den Schuß in den Rücken getroffen, das Geschoß drang bis in die Brust ein und verletzte den betauemstoerten Mann so schwer, daß schon nach wenigen QRi- nuten der Tod eintrat. Der auf so tragische Weife aus dem Leben abberufene Mann genoß in weiten Kreisen unserer Bürgerschaft hohe Wertschätzung, ebenso wurde chm in Ruppertsburg. dessen Jagd er schon seit mehreren Jahren gepachtet hatte, überall warme Sympathie entgegengebracht. In Ruppertsburg ist di« Anteilnahme an dem tragischen Schicksal des beliebten Mannes und seiner bedauernswerten Familie allgemein. •• Deutsch-Oe st erreichischer Alpenverein. Die Sektion Oberbtffcn des Deutsch- Oester reichischen Aipenvcreins vereinigte am Mittwochabend ihre Mitglieder im Singsaal des Realgymnasiums. Landgcrichtsdirektor Cramer begrüßte die Zuhörer und gab einen kurzen Rückblick auf die Dorträge in der diesjährigen Menll oer pnngetnöen Ml! Saison. Sodann führte Etudienrat Dr. Seiler (Darmstadt), der Referent des Abends, die Zuhörer im Geiste nach Italien, nach Reapel und seiner schönen Umgebung. Er schilderte zunächst die geographische Lage der Stadt, sprach von den bevorzugten klimatischen Derhältnissen, von der Fruchtbarkeit des Landes, di« es mit sich bringe, daß der Italiener, der dort zu Hause ist, seine Heimat trotz aller Gefahren, die chn durch die Rähe des Vesuv ständig bedrohen, ungern verläßt, oder daß er immer wieder zurückkehrt. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen schilderte der Redner, unterstützt durch Lichtbilder, das Leben in Reapel, das sich in so unbekümmerter Form auf der Straße abspielt. Originelle und für das Volksleben des Reapoli- tancrs typische Szenen waren im Bilde festgehalten. Sodann führte der Redner seine Zuhörer in die Umgebung der Stadt, verweilte mit einigen Bildern bei jenem berühmten Aquarium, das sein Entstehen und seine Fortführung einem Deutschen verdankt, und zeigte weiter einige prächtige Landschaftsbilder von einem Kloster unweit Neapels, die die ganze Schönheit des Landes offenbar und die Heimatliebe der dortigen Beiwohner verständlich werden ließen. Mit starkem Interesse verfolgten die Zuhörer weiter die Ausführungen des Redners über den Vesuv und über die mannigfachen Schönheiten der Insel Capri. In Wort und Bild erstand vor dem geistigen Auge außerdem die tote Pracht und die Tragik dcr Städte Herkulanum und Pompeji. Bilder von einzigartigen Plastiken, Mosaiken und Wandgemälden, von großartigen Amphitheatern und Palästen, von ausgestvroenen Straßen und ehemaligen Säulengaterien ließen erkennen, welche Pracht jenen Städten zu eigen gewesen fein muh. Zum Schluß lieh der Vortragende in einigen weiteren Bildern noch einmal die Schönheit Reapels erstehen, betonte aber, daß es in unserem deutschen Vaterlande auch viele landschaftliche Schönheit gebe, die sich in ihrer Eigenart wohl mit der jenes bevorzugten Landstriches Italiens messen könne. Dem Redner wurde lebhafter Beifall zuteil. ** Deutsche Volkspartei. Man berichtet uns: In der monatlichen Versammlung des Frauenausschusses der DDP. gab die 1. Vorsitzende, Frl. Clara Birnbaum, einen kurzen Ueberblitf über den Nauheimer Parteitag und referierte über die Rede des neuen Führers der DVP., Dr. Dingel- bey, M. d. R., und über den Vortrag von Dr. Mattern, Mitglied der Reichsgemeinschaft junger Volksparteiler. Frau Stadtverordnete S ch u d t berichtete einiges aus der Sitzung des Kommunal- politischen La'ndesausschusses. Im Anschluß daran machte Frau A. Kindt die Zuhörerinnen mit den .Lebenserinnerungen der Kronprinzessin Cäcilie" bekannt. Der Reinertrag des Buches ist von der Verfasserin für das Augustahospital in 'Breslau bestimmt. Mit großer Aufmerksamkeit wurden die Proben, die Frau Kindt aus einzelnen Kapiteln vorlas, verfolgt. Der Eindruck, den die Vorlesung hervorrief, war mehr noch als dem Stofflichen dem Geist zu verdanken, der daraus sprach. Eine vornehm denkende Frau, voll warmer Heimat- und Vaterlandsliebe, und von schweren Schicksalsschlägen zu tiefer Jmrerlichkeit gereift, sprach aus dem Buche. ** Technischer Verein, Gießen. Der Technische Verein Gießen hielt' seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der langjährige 1. Vorsitzende des Vereins, Architekt B r e i t h e r, lehnte eine Wiederwahl ab und wurde zum EhrenvorMERCEDES-BENZ Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das AmtsVerkündigungsblatt Nr. 11 vom 13. Februar enthält: Aufhebung des Umzugsverbots vor der Universität in Gießen. — Die Erhebung einer Vergnügungssteuer in der Gemeinde Staufenberg. — Dienstnachrichten. sitzenden ernannt. Sein Stellvertreter, Architekt gerb. Noll, wurde einstimmig zum 1. Vorsitzenden und Architekt und Fürstl. Baurat Schuhmacher zum 2. Vorsitzenden gewählt. Der langjährige Rechner, Bauoberinspektor Roß, wurde zum Ehren- Mitglied ernannt, die übrigen satzungsgemäß aus- geschiedenen Vorstandsmitglieder wicdergcwählt. Mit Rücksicht auf die ungünstige Wirtschaftslage wurde von festlichen Veranstaltungen in diesem Jahre abgesehen: es sollen jedoch, wie in den Vorjahren, Besichtigungen und Vorträge ftattfinben. die die Mitglieder mit wissenswerten technischen Neuerungen vertraut machen. Kunst und Wissenschaft. Schnihler-Llrauffuhrung in Wien. Die dramatische Dichtung „Der Gang zum Wciher" von Arthur Schnitzler gelangte im Wiener Burgtheater zur Uraufführung. Die romantische, in der Mitte des 18. Jahrhunder.s spielende Handlung fand beim Publikum freundliche Aufnahme. Der '2hLor wurde wiederholt vor den Vorhang gerufen und am Schluß der Vorstellung lebhaft gefeiert. Die Propyläen-Weltgeschichte. Am 11. März erlischt mit dem Erscheinen de« nächsten Bandes der „Propyläen-Weltgeschichte" die Subskription auf das Werk. WüSleMMW ttn neuen MWM! Nur eigenhändiger und vollständiger Eintrag in die Haus- und Firmenlisten schützt vor den peinlichen Nachteilen mangelhafter Ausnahme in dem wichtigen Nachschlagewerk oder vor gänzlicher Ausschaltung. Die Sicherheit richtiger (Einträge in die Listen kann von den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern wesentlich gefördert werden durch die Überwachung ordnungsmäßigen Umlaufs der Listen, Überprüfung der Einträge, sowie rechtzeitige Bereitstellung zur Abholung. Wem die Hausliste nicht vorgelegt wurde oder wer die Firmenliste nicht erhalten hat, wolle seine Rechte wahren durch Meldung beim Adreßbuchverlag, Schulstraße Nr. 7, oder durch Anruf mit Fernsprecher Nr. 2251 Briefkasten der Redaktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der / Schriftleitung.) 0. k. M. Für die Zulassung zum hessischen Förster- dienst ist maßgebend die Verordnung vom ö. Oktober 1925, die Sie auf Ihrer Bürgermeisterei ein sehen können. Die Zulassung erfolgt nach Vollendung des 17. Lebensjahres auf Grund einer Prüfung, in der die Sicnntniffe — mit Ausnahme der Fremdsprache — nachzuweisen sind, welche die zehnklajsige Volksschule vermittelt. Gesuche (Eingabestempel!) sind an aas Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst und Kameralverwaltung (obere Forstbehörde) zu richten, und zwar in der ersten Hälfte des Januar jedes Jahres. F.V.G. Der Vertrag gewährt Ihnen, nach unferm Dafürhalten, keine genügende Sicherheit, wenn etwa die betr. Gegenstände von dritter Seite gepfändet werden. Da Ihr Vertragsgegner sich nicht an den Vertrag gehalten hat, kann Ihre Forderung gefährdet sein. Zur Erlangung eines rechtswirksamen Schuld- titele bedürfen Sie gerichtlicher Hilfe. Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt oder an die Geschäftsstelle des Amtsgerichts. h. R. in B. Sie können, da dem Pachtgrundstück eine zugesicherte Eigenschaft fehlt, entweder Rückersatz des nach der Fläche zu berechnenden, zuviel bezahlten Pachtpreises verlangen, falls feine Einigung zustande kommt im Wege der gerichtlichen Silage, oder Sie können den in Frage kommenden Betrag auf den etwa noch geschuldeten Pachtpreis aufrechnen. 100 L. Der Lagerhalter hastet der Genossenschaft zunächst nach Maßgabe des zwischen ihnen abgeschlossenen Dienstvertrags. Ueberschreitet er seine Befugnisse, gibt er insbesondere Nichtmitgliedern überhaupt oder in grob fahrlässiger Weise Kredit, so kann ihn die Genossenschaft für etwaige Verluste haftbar machen. Tlx. 1, Höckersdorf. Die Einreichung eines neuen Antrages in Ihrer Sache wird uns von sachverständiger Seite als aussichtslos bezeichnet. Besuchen Sie unsere Stände bei der Berliner Automobilausstellung! Halle I Stand 1, Halle II Stand 203 an der Spitze des Fortschritts! Unser Fabrikationsprogramm für 1931 enthält folgende Neuerungen 8 Bedeutende Fortschritte im Getriebebau durch Original- Neues, sehr preiswertes Selbstfahrer - Cabriolet für Spar- und Schnellgang mit Vacuumschaltung unsere Typen Stuttgart und Mannheim Namhafte Preisermäßigungen bei unseren Typen Stuft- Neueszweisitz.Modell Typ Mannheim in Sportausführung gart 260 und Mannheim mit kurzem, sehr niedrigem Fahrgestell u. 3,7-Ltr.-Motor „Großer Mercedes" Achtzylinder mit und ohne Kompressor 150/200 PS Mit Jeder unserer Typen bieten wir höchsten Wert zum günstigsten Preis. Es kosten z. B. Typ Stuttgart 200 Innenlenker ... RM. 5980, Cabriolet RM. 7250 I Typ Stuttgart 260 Innenlenker ... RM. 7180, Cabriolet RM. 8400 Typ Mannheim Pullman-Limousine, sechssitzig, RM. 10800, Cabriolet, kurz, RM. 11500, Cabriolet, lang, RM. 13600 Preise ab Werk Im Lastwagen-und Omnibusbau Ist unsere Marke weltbekannt, im Bau von Fahrzeugen mit Dieselmotoren stehen wir an erster Stelle! Daimler-Benz A.-6. 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Seit iu die sich qi neue Kul und Oelp Engländer Japaner: krozentua, der Deutsc disch-Jndic nicht diese kommen a Tüchtigkeit hat Schreit die er im n tätig getve 8aschingi ^tuttatuten todijtlt in Aaltons ü und rechen '^en, in ; tuenden, du im tue baü Dassen,ü lrrte 2?icfl hohem uni> leifen von sich g Mentone. Men, La. t,®ln aiti dtauer ?*- Sä* ^en und ZK O Anders ^uumende .. "tvei m, ?.Ä Todesanzeige 0910 fall» aus. Gießen, den 16. Februar 1931. In tiefer Trauer: Gießen, den 14. Februar 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 18. Febr., nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 1238 D 1220 D schrillt. Angeb. unier I schwank tn 3 Akten 123IV a. d.Gieß.Anz. I von Franz Arnold. 1239V werden. Heuchelheim. Frankfurt a.M., Gießen, den 15. Februar 1931. Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. Februar, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehaus in Heuchelheim, Sandweg 11, aus statt. 1237 V |Verschiedenes| Nadel 3. 1223V tAfC DD ET DRUCKSACHEN vv Km IX EaBrühl’sche Druckerei zu 1.20 Mk nur im Vorverkauf bei Challier. 0911 Sachen. 0021 Gießen, Schulstraße Aber alle kaufen ihre Trikotagen bei Salomon Buchen-Wellen. 1222V Ferner kommen 992 A 2050 3000 HO 100 80 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Mann, meinen treusorgenden guten Vater, Schwager und Onkel Haustochter Geb., flinkes, junges Mädchen, das sich jed. bauSl.Arbeir unter»., tn klem Pillenh. ohne aegensett.Pergüt. bet Fam.-Anschl. sof. ges. Martba Müller, Jabrtkdirekt. - Wwe., Neckargemünd, SchüvenhauSsir.24. Samstagmittag 1.15 Uhr, durch einen Unglücksfall im 53. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen. Anna Gaub, geb. Ohlenschläger Frieda Gaub. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Dönges Familie Ludwig Rinn. In den Losholzschlägen wird das 23er- steigerungsholz mit „23g." geschlagen. hessisches Forstamt Grünberg. Drennholzversieigerung Donnerstag, den 19. Februar, findet im Gemeindewald Lileeberg in den Distrikten Altenwald 29, Kühunner 28 und Niederlag 27 folgende Holzoersteigerung statt: MW) lvktzsleikgüsselZ wird bill.abgegeben. Altes Brennholz, sowie flut erhalt. Fenner,Türen.Trevpen, Flegeln und sonitige Saditgut von 25—40 Dtorgen gesucht, lebendes «. toieö Inventar wird käiisl. übernommen. Schr. Ang. unt. 0922 an den Gieß. Anzeig Auf Wunsdi der Entschlafenen fand die Beisetzung in der Stille statt. _________________________________________ 1218 D rm Eichen-Scheit und -Knüppel rm Buchen-Scheit und -Knüppel, rm Kiefern-, Fichten-Scheit und -Knüppel Eichen-Durchforstungswellen Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchgesprochene Voranschlag der Gemeinde Steinheim für das Rechnungsjahr 1931 liegt vom Dienstag, dem 17. Februar 1.3., an eine Woche lang auf dem Bureau der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Während dieser Frist können Einwendungen schriftlich oder mündlich zu Protokoll erklärt Es wurde eine Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Steinheim, den 16. Februar 1931. Hessische Bürgermeisterei Steinhcim. Schmidt. Holzverkaüf aus Revier Saasen. Samstag, den 21. Februar, 9'A Uhr, im „Gasthaus „Zur Traube", Saasen, aus den Forstorten Bauschet, Buchen, Burgwald, Hainheege, Kälberstall, Neuerheegwald, Neuhof, Schafbusch und Zeileichen: 710 Stück Fichte- und Lärche Derbstangen; 988 Stück Fichte-Reisstangen. 13 rm Nadel- Ruhknüppelhoiz und 20 rm Fichte-Ruh- reiser (8 m lang). Ferner Brennholz rm: Scheitholz: Buche 450, Eiche 10, Kiefer 11, Fichte 12. Knüppelholz: Buche 77, Eiche 26, Kiefer 39, Fichte 43. Reiserholz: Laub 119, Nadel 42. Stockholz: Buche 22, Eiche 2, Dienstag, den 17. Februar 1931, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im p£öroenu, Neuenweg Nr. 28, dahier, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung: 1221V sechs Büfetts, ein Sofa, zwei Ausziehtische, zwei Kleiderschränke, drei Chaiselongues, drei Schreibmaschinen, eine Rechenmaschine, fünf Bücherschränke, zwei Kredenzen, eine Registrierkasse, fünf Schreibtische, zwei Schreibladenkassen, einen Warenschrank, drei Standuhren, zwei Regulatoren, eine Nähmaschine, eine Tischdecke, eine Diwandecke, einen Tisch, vier Teppiche, eine Küchenühr, zwei vollständige Fremdenzimmer, einen Spiegelschrank, einen Kassenschrank, 34 Flaschen diverse Liköre, einen Spiegel, zwei Klaviere, einen Diwan, einen Gasherd, eine Ladeneinrichtung, eine Ladentheke, eine Bohnermaschine. Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 I — Telefon 4039 /te.enSie?\ 'Winterhoffs extraftark 1 Eucalypt-Menthol- Bonbons befreien Sie davon I . V Drofi. Winterboü/ 10 < 50 rm Eichen-N.ii^holz, 2,40 u. 2,50 m lang zum Ausgebot. Zusammenkunft 10 Uhr vormittags auf dem Schorn. Kleeberg, den 13. Februar 1931. Der Bürgermeister: Höhn. Die Landsmannschaft Darmstadtia I. A. d. C: Werner X a. i. Letzte Holzverstergerung i:t der Harb. Freitag, den 20. Februar 1931, werden von 10 Uhr ab in der Raabschen Gastwirtschaft in Borsdorf aus verschiedenen Distrikten versteigert: 1224D Stämme: Lärche la 1 St. Derbstangen: Eiche 3. Kl. (Deichsel) 1 St.; Fichte 1. Kl. 43 St., 2.Kl. 64 St., 3.Kl. 9 St.; Lärche 2. Kl. 1 St. Fichte-Schichlhaufen 127 rm. Scheit: Buche 1. Kl. 148 rm, 2. Kl. 83 rm; Hainbuche 27 rm; Eiche 1. Kl. 47 rm, 2. Kl. 60 rm; Birke, Ahorn, Aspe, Linde 10 rm; Lärche 2 rm; Kiefer 25 rm; Fichte 2. Kl. 18 rm. knüvpel: Buche 1. Kl. 187 rm, 2. Kh 18 rm; Eiche 1. Kl. 21 rm, 2. Kl. 127 rm; Hainbuche 1. Kl. 21 rm, 2. Kl. 25 rm; Birke, Esche, Linde, Ahorn 7 rm; Lärche 5 rm; Kiefer 23 rm; Fichte 17 rm. Knüppelreisig: Buche 12 rm; Hainbuche 5 rm; Eiche 33 rm; Wcichholz 11 rm. Stammreisig: Buche 175 rm; Hainbuche 19 rm. Astreisig: Buche 77 rm. Stöcke: Buche l.Kl. 88 rm, 2. Kl. 12 rm; Hainbuche 15 rm; Eiche 22 rm; Kiefer 2 rm. Das zur Versteigerung kommende Holz ist blau unterstrichen, dasselbe ist vorher anzusehen. Nachträgliche Reklamationen werden nicht berücksichtigt. Nähere Auskunft durch die Herren Förster und dem unterzeichneten Hessischen Forstamt Nidda. Wir betrauern das Ableben unseres lieben A. H. Otto Sartorius 85/86-88/89 (XX, X, F. M.) Forstmeister a. D. in Achenmühle bei Rosenheim i.Ob. Heirat 80jäbrtger Landwirt und Stautmnnn, selbständig, schöne Erscheinung, tadell.Rus und Vergangenheit, wünscht auf dieiem Wege Bekanntschaft eines arbellsfreudig. Mädchens zweck* Heirat. Vermögen erwünscht. Vertrau! Herrn Peter Gaub Hotelier Mrteil Fastnachts-Dienstag, abends 8l,2 Uhr, mit Familie im Vereinslokal. [1235D Der Vorstand. Todesanzeige. Nach längerem, mit grober Geduld ertragenem Leiden wurde meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Emilie Schneider, geh. SeiDO im 60. Lebensjahre in die Ewigkeit abgerufen. Ihr Leben war nur Fürsorge für die Ihrigen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Oberforstmeister i. R. Gustav Schneider und Kinder. Abteilung Gießen Montag. 23. Februar 1931, abends 8% Uhr, im großen Saale des neuen Studentenhauses, Leihgesterncr Weg: Vortrag mit Lichtbildern Herr Ministerialrat Dr. Mi ekel, Berlin: Deutsche Siedehngsarbeit im heutigen Ostafrika Eintrittskarten 1 Mk. — für Studenten. Militär und Schüler 30 PL bei Challier u. an der Abendkasse. Numerierte Karten Sdiwane Mäntel I Kleider/Steile Auswahlbereitwilliön Telephon 3048 1 Es hat Gott gefallen, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Elisabethe Kröck geb. Hofmann im Alter von 86 Jahren aus dem Leben abzurufen. Braver Junge kann au Ostern als Lehrling eintrelcn. [1'226 D Möbelhaus Nudols Leisler, Polster- u. Tapeaier- meister,Neuenweg23 Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, SchulstraBe 7 Berkause3-4Wagen erstklassiges Wiesenheu sowie 100 Zentner Dickwurz einen sprungsähigen, 8 Monate allen, erstklassigen, veredelten £8nöWneliet Wilhelm Hab» II. yluncrod l>3,D Tel.: (Sieben 2167 iten-teilte verleiht dauernd, tn schöner Auel. 0901 F. (Scrstcnlrauer Wilhelmitrabe 8 p. Mädchen tüchtig u.zuverlässig, nm gut. Zeugnis,', iür Haus und Küche ges. Frau Rudolf Holz, Hotel Mainlnit i«4d Rüsselobeim a. M. |Stellengesuche| Ein älteres Hellen sucht S tellg. am liebst, bei alter. Herrn ober Ehepaar. Schrtstl. Angebote unter 0912 an d. Gn. Anz. erbet. | Verkäufe [Vermietungen Mödl.Srmmer nahe Bahnhof billig zu vermieten. ,0914 Credncritr. 181. Schön möbl. Zimmer mit elektr. Siebt und Aentralhei^. in Ein- famtlienhansz.verm. Schrtstl. Angev. unt. 0924 an d. Gien. Anz. [ Stellenangebote [ MMW Für m. 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Februar 1931. Beerdigung: Mittwoch, den 18. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. _________________________________12^6 D Wo- GeleWlMW! Mehrere -- u. 4sitzige CvcL «ghr- maichi- nell einwandfr .gauz billig abzugeb. \IW2U Qvel Auto.f^icßcn Franksurt. Str. »2 Brautleute? Gelegenheit. 1 Posten neue Beltwäsche, 6 Paradebeznge, GPnradeklsseii,sechs gL Kissen, 6 Bettuch, zum SpouvietS von 'Mk. 90 su verkaufen. Schrisil. Angeb. unt. 1067 V ad. Gieß. Anz. Die für Dienstag ge» planteVeranstatiung fällt aus. (1234D Ter Vorstand. Stadttheater Dicnötag, 17. Febr. von 20 bis 22'/, Uhr 18.MiNM0lD-M.VM. Gewöhnliche Preise Das öüentliche Aergemis. Nr. 39 Zweites Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Montag, 16. Hebruar |93| Deutsche inAiederlandlsch-Zndien Don C Stalmann Flachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Die trüben Erfahrungen, die der Ausländsdeutsche überall in der Welt dank der allgemeinen Verfemung und der fast völligen Schutzlosigkeit alles Deutschen gemacht hat, verleiten nur zu häufig auch da zu einem peisimistischen Urteil, wo dies durchaus unangebracht ist' So wurde in letzter Zeit auch über die angebliche Rechtlosigkeit des in Niederländisch-Jndien lebenden Deutschtums geklagt, das, wie es heißt, bei der Kolonisierung dieses großen Jnselreiches nichts als Kulturdünger gewesen sei. Die Wahrheit ist ganz anders. Auch in der schlimmsten Zeit, als der Kolonialdeutsche in fast allen Gebieten der Erde um Ruf, Stellung und Ehre gebracht wurde, selbst damals war das Deutschtum in Niederländisch-Jndien ein mindestens von der Regierung sehr geschätzter Teil der Bevölkerung dieses Gebietes. Gewiß ist während des Weltkrieges ein großer Teil der holländischen Bevölkerung Riederländisch-Zndicns auch der Arbeit der eng- lisch-amerikanisch-französischen Heypresse cjrlegen. Aber die holländische Regierung und das holländische Militär verhielten sich durchaus wohlwollend neutral. Als Beispiel hierfür möge dienen, daß auf englischen Druck und aus dip Drohung mit der schwarzen Liste hin wohl eine Reihe von Deutschen von den großen Gesellschaften entlassen wurden, daß aber sehr viele deutsche Pflanzer und Kaufleute sofort von der holländischen Regierung a n gelt e 111 wurden. Tatsächlich war während des Krieges die Arbeitslosigkeit unter den Holländern größer als bei den Deutschen. Es leben in Riederländisch-Jndien f a st 4000 Deutsche. Das Deutschtum hat einen wesentlichen Anteil an der Erschließung des holländischen Jnselreiches, und man kann deutsche Einflüsse in Holländisch-Jndien Jahrhunderte zurückverfolgen. Schon in der zweiten Hälfte das vorigen Jahrhunderts gab es auch eine Reihe von deutschen Vereinen in Riederländisch-Jndien. Den stärksten Anteil aber hat das Deutschtum ander Erschließung der Ostküste von Sumatra, deren Kultivierung mit der Anlage von Tabakplantagen begann. Ein sehr großer Teil der leitenden Stellungen bei holländischen Plantagengesellschaften wurde in dieser Pionierzeit von Deutschen und Deutschschweizern eingenommen. Erst später, als mit den neuen Kulturen, wie z. B. Gummi, Tee und Oelpalmen, sehr viel englisches, amerikanisches und belgisches Kapital ins Land kam, folgten auch Bürger die er Staaten als Beamte uad Kaufleute, so daß heute der Prozentsatz des Deutschtums dort nicht mehr so günstig ist gegenüber den Holländern, wie in der Pionierzeit. Aber hierbei spielen natürliche wirtschaftliche Gesetze und keine Vorurteile eine Rolle. Ucbrigend sind auch die englischen Gesellschaften bald nach dem Kriege wieder dazu übergegangen, deutsche Pflanzer anzustellen, und mir ist sogar ein Fall bekannt, in welchem die größte englische Gummipflanzungs- gchellschaft auf Sumatra einen Deutschen als Hauptleiter über ihre mehr als 20 großen Plantagen gestellt hat. Auch im gesamten Gebiet Niederländisch - Indiens ist es heute nicht mehr so, wie es bis etwa zum Jahre 1900 war. daß nämlich, abgesehen von den Holländern, unter den Europäern die Deutschen am zahlreichsten vertreten waren. Seit au den ursprünglichen Plantagenbetrieben, die sich auf Tabak, Zucker und Kaffee beschränkten, neue Kulteren, wie Faserpflanzen, Gummi, Tee und Oelpalmen getreten sind, strömten zahlreiche Engländer, Amerikaner. 'Belgier, Franzosen und Japaner nach Riederländisch-Jndien. Aber dieser prozentuale, keineswegs zahlenmäßige Rückgang der Deutschen unter den Fremden in Niederlän- disch-Jndien hat nichts daran geändert, daß dort nicht diese oder jene Rationalität für das Fortkommen ausschlaggebend ist, sondern nur die Tüchtigkeit und die Leistungen des einzelnen. Das hat Schreiber dieser Zeilen in 37 Jahren erfahren, die er im niederländisch-indischenPlantagenbetrieb tätig gewesen ist. Fasching. Don Dalerian Tornius Fasching! — Ein großer mit altmodischen Stukkaturen prohenhaft überladener Saal verwandelt in einen phantastischen Osiristempel, auf Balkons. Estraden und in Rischen schmausende und zechende, schwatzende und lärmende Menschen, in der Mitte ein buntes Gewimmel von tanzenden, promenierenden, sich jagenden Masken, die im wechselnden Spiel des Scheinwerfers bald grün, bald violett aufleuchten, ständig über die Massen sich ergießende Konfettifontänen, wie verirrte Riesenfalter hcrumflattecnde Gummiballons, auf hohem Podium ein tollwütig sich gebärdendes und keifende, schmetternde, näselnde Jazzweisen von sich gebendes Orchester, schrille Kindertrompetentöne, Pritschengclnall, Sektböllerschüsse, und Lachen, Lachen und Flirt. Ein anderes Bild: wolkenrein strahlender blauer Frühlingshimmel, mit Teppichen. Fahnen und Girlanden geschmückte Balkons ehrwürdiger Paläste, auf dem langgestreckten Korso ein langsames Hin- und Herfahren geputzter Karossen mit apart und geschmackvoll maskierten männlichen und weiblichen Insassen, denen man die Zugehörigkeit zur vornehmen Welt auf den ersten Blick anfieht, und zwischen den Wagen das auf- und abwogende Gedränge von fjo/enben, singenden, johlenden Pulcinellen, Harlekinen. Kolombinen, redelustigcn Advokaten, grotesken Quacksalbern, gehörnten Teufeln, täppischen Bauern, reizenden Landmädchen, Griechen, Türken. Wöhren, kurzum, allen Typen, die Volksleben, Geschichte und Phantasie liefern, und alle miteinander verbunden durch das Glücksgefühl über- schäumender Dasoinsfreude. Zwei Gegensätze und doch entsprungen aus einer Grundstimmung der Seele: los vom Alltag, fort mit den Sorgen um Geschäft und Geldeswert! Aber wie verschieden tritt diese Karnevalslust in Erscheinung! Gm kalten Norden verkriecht sie sich in die großen 'Festsäle der Städte und tobt hier ihren Uebcrfdjtoang aus, oft entartend zu allzuderber Ausgelassenheit. Oder sie begnügt sich mit der bescheidenen Form eines Familienballs und Kostümfestes, und kommt vor Äon» Ein anderer Irrtum, der aufgeklärt werden muß, betrifft die holländische Kolonialarmee, die oft zu Anrecht mit der französischen Fremdenlegion verglichen wird. Seit 1920 werden in der holländischen Kolonialarmee überhaupt keine Ausländer mehr ausgenommen, da sich genügend Holländer zum kolonialen Militärdienst bereitfinden. Aber auch in der früheren Zeit, als noch Ausländer angenommen wurden, sah's in der holländischen Kolonialarmee ganz anders aus als in der französischen Fremdenlegion. Die holländischen Kolonialsoldaten verpflichteten sich — das gilt auch heute noch für die nunmehr reniholländische Kolonialtruppe —gegen ein ansehnliches Handgeld zu sechsjähriger Dienstzeit, die sie später beliebig verlängern können. Rach zwölfjähriger Dienstzeit empfangen die Entlassenen eine Pension im Werte von etwa 100 Mark, wenn sie es. wie es meistens der Fall ist, bis zum Adjutant-Änterossizier gebracht haben. Außerdem ist ihnen freie Heimreise zweiter Klasse zugelichert. Mir sind viele Fälle bekannt, daß aus dem Dienst geschiedene Kolonialsvldaten Stellung als Pflanzer oder Kaufleute bekamen und selbst leitende Stellungen in ihrem neuen Beruf einnahmen. Die Behandlung in der holländischen Kolonialarmee ist menschenwürdig, die Verpflegung gut und der Dienst nicht allzu schwer. Bedauerlich ist, daß die Anstellungsmöglichkeit von deutschen De amten in Riederländisch-Jndien nur noch in Ausnahmefällen besteht. Höchstens im Berg- und Forsts ach werden noch vereinzelte Deutsche als Staatsbeamte angestellt. In freien Berufen aber gab es und gibt es keinerlei Schranken. Es muß der holländischen Regierung hoch angerechnet werden, daß sie fast als einzige in ihrer wohlwollenden Sympathie für das Deutschtum in ihren Gebieten auch durch die Entente-Hetze der Kriegs- und Rachkriegszeit nicht schwankend gemacht wurde. Krone und MM. - Molle in Monte Larlo. - Don unserem A. ä.-Sonderberichterstatter. Äachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Monte Carlo, Januar 1931. In der Nachkriegszeit, als die große Krise der Riviera einsetzte, die in den letzten Jahren infolge der katastrophalen Vorgänge auf dem Weltmärkte noch ungleich verschärft wurde, erlebte auch das in paradiesischer Ruhe befurdliche Fürstentum Monako seltsame politische Stürme. Schon im April des Jahres 1928 war es in der Hauptstadt des Fürstentums zu einer „Revolution" gekommen, indem eines Sonntagnachmittags die Monegassen vor das Palais des Für st en zogen, den Widerstand der buntbetreßten Polizisten überwanden, die heilige Stille durch regelrechte scharfe Schüsse — nur in die Luft natürlich! - überwanden, um — einen ehrenvollen Rückzug anzutreten, bald darauf vom Fürsten in Audienz empfangen zu werden und mit wichtigen Zugeständen in der Tasche nach Hause zurückzukehren. Zugeständnisse in Monako, Zugeständnisse an die Bevölkerung, das bedeutet jedesmal Anstellungsmöglichkeiten im Spielkasino von Monte Carlo, das genau so wie vor dem Kriege das getarnte Fürstentum unterhält, für die Beschäftigung seiner Bewohner sorgt, für Beleuchtung der Straßen, für Bewässerung und Kanalisierung und obendrein in die Staatskasse nicht weniger als 1250 000 Goldfranken nebst einem prozentualen Anteil von dem Aeberschuß aus Spielbetrieb und Sportklub zahlt. Dicht am Felsen von Monako, der gleich einem truhigen, natürlichen Burgwall in das kitschig azurblaue Mittelmeer hinausragt, befindet sich zwar eine kleine Fabrik, auf der gegenüberliegenden Seite, ebenfalls dicht an der Küste, sogar eine Bierbrauerei, aber von dieser „Industrie" vermag das Fürstentum nicht zu (eben. And nun hat es wieder einmal eine kleine R c v o i t e in Monako gegeben, indem bei der Rückkehr des Thronfolgers einige Wundert Monegassen sich an der Landungsstelle versammelten und Hochrufe auf die Republik ausstiehen. Der Grund für den Aufruhr war derselbe wje im Jahre 1928: das Kasino sollte der allgemeinen Arbeitslosigkeit, die nun auch, im Zeitalter der Rationalisierung, auf Monako übergegriffen hat, Rechnung tragen und die, die monegassischer Staatsmrgehörigleit sind und dennoch in keinem Dertragsverhältnis zur „Socicte des Bams de mer" stehen, ebenfalls anstellen. Dafür soll der Fürst Sorge tragen und solange er dies nicht tut, wird es in Monako Republikaner geben... Die Ratur hat es wirklich gut gemeint mit diesem Stück Erde, das durch einige geschichtliche Zufälle mit dem Rainen Monako belegt worden ist. Jetzt, wo die Saison, die bis Ende März dauert, voll eingesetzt hat, sieht man erst wieder, wie schön die Welt sein kann. Ein strahlerrder warmer Sonnenschein am Tage, eine unbeschreiblich romantisch-schöne, meist sternenhelle Rächt, in der es sich lohnt, in den weiten Park auf der Rückseite des Kasinos hinauszutreten und auf das nun tief dunkle Meer hinauszublicken, dessen venienz und Steifheit überhaupt nicht zur Entfaltung. Wie anders im Süden, in Rom, Venedig, Nizza und auch in den rheinischeir Städten und München, wo die Menschen leichter das Leben nehmen und die Klassenunterschiede weniger scharf geprägt find! Hier wird die Straße zur Arena des Faschiengstreibens. And das muß auch so sein. Denn der Karneval ist, um mit Goethe zu reden, ein Fest, „das dem Volke eigentlich nicht gegeben wird, sondern das sich das Volk selbst gibt“. Das Volk schreibt sich in diesen Freudentagen selbst seine Gesetze vor. Es gibt keinen Unterschied zwischen Hoch — und Riedrig, alles kommt sich nahe, jeder kann so töricht und toll sein, als er will, jeder darf seiner Laune die Zügel schießen laffen, und bis auf Schläge und Messerstiche ist alles erlaubt. Zum Karneval gehört das Temperament des Südens: etwas Leichtsinn, Begeisterungsfähigkeit, naive Sinnenfreude. Nüchterne Tatsachenmenschen und Muckernaturen werden sich in die liebenswürdigen Faschingstorheiten nie hineinfinden. And doch sind sie nur Auswirkungen des Kindlichen, das in jedem Erwachsener» steckt und das zuweilen nach Betätigung verlangt. Sind nicht schon die Vorbereitungen zu einem Maskenball ein reizendes, kindliches Vergirügen? Wieviel harmlose Belange, wieviel hübsche Situationen enthüllen sich da vor unseren Augen! Aber auch die Finessen der Eitelkeit kommen zu Wort. Am schwierigsten ist die Wahl der Kostüme für das anspruchsvollere weibliche Geschlecht, zumeist eine aufregendere Aufgabe als für die Herren der Schöpfung, die das Bizarre und Groteske oft bevorzugen. Frauen dagegen wollen immer gefallen, auch wenn sie Masken wählen, die nicht den Schönheitsgesetzen entsprechen. Wochenlang vorher wird schon mit Freunden und Freundinnen Darüber Debattiert: was ziehe ich an? Wie wird das Kostüm mir stehen? And ist Dann endlich nach vielem Hin und Her Die Wahl getroffen, so ergeben sich noch hunderterlei Schwierigkeiten. Da müssen ein paar Fältchen fortgenommen werden, da hat Der Turban nicht die richtige Fasson, Da fehlen einige Ornamente am Kleide, kurzum. Die Frau bastelt an ihrem Kostüm fortwährend herum und ist nie zufrieden. Dann tritt Der Schminkstift in Aktion unb vollzieht die letzte Rauschen durch die Pinien, Palmen und Riesen- kaktcen deutlich herüberschallt. Aber wir leben in einer Epoche, wo es nun einmal nirgends Ruhe gibt. Hie'r leben an Die Zehntausend Italiener, nahezu ebensoviel Franzosen, zweitauseird Engländer, ein paar Hundert Schweizer, Amerikaner, Deutsche SjolIänDcr und Russen, ein paar Dutzend Tschechoslowaken, Madjaren, Türken, Dänen, Griechen, Südslawen, Perser und — knapp zweitausend „wirkliche" Monegassen. Von all diesen Leuten sind immer die, die gerade nicht vom Kasino ernährt werden, „Republikaner". Sie wissen zwar nicht recht, was das mit der Republik eigentlich auf sich hat, und aus gewissen Andeutungen kann man entnehmen, daß sie glauben, cs würde auch in Der Republik einen Fürsten von Monako geben. Aber das macht ja nichts. — Es gibt hier auch einen Nationalrat, in dem Darüber debattiert wird, ob man sich nicht gegen Zusicherung Der bisherigen Privilegien a n Frankreich anschliehen soll, und Die hier lebenden Italiener machen wiederum fein Hehl daraus, daß sie durchaus nicht böse wären, wenn man Monako und die gairze übrige Azurküste, mindestens bis zum Kap Antibes an Italien anschlössc. Aber das find Phantasien, die vom monegassischen Nationalrat sicherlich nicht in die Wirklichkeit umgesetzt werden dürsten. Hier gibt es nur eins: das Spiel! Noch immer hat >das Kasino von Monte Carlo das Monopol, als einziges an der ganzen Riviera den Roulette-Betrieb aufrechtzuerhalten. Jenseits Der italienischen Grenze, über die man nur nach Erfüllung vieler peinlichster Formalitäten gelangen kann, in San Remo und in den übrigen großen Badeorten, ist das Spiel von Mussolini verboten worden. Diesseits, auf frairzösischem Territorium, wird zwar gespielt, so besonders im „Palm Beach" von Cannes und in den Groß- Unternehmungen Mediterreannöe, Jetee und Mu- nicipal von Nizza. Aber Dort gibt es zwar Trentc et Quarantc, Bac und Boule, aber Jein Roulette. And überhaupt liegt dort das Schwergewicht mehr beim Tennis, beim Golf, beim Tanz, bei Den Gala-Abenden und bei der Operette sowie beim Schauspiel. Die ungeschminkte Fortuna regiert allein in Monte Carlo, wo sich Die Fremden, sofern sie im Hotel de Paris Wohnung nehmen, Damit begnügen, Durch den neuer» Dings bengalisch erleuchteten Park auf der Vorderseite des Kasinos, der nicht mit dem sich zur Küste hinab erstreckenden herrlichen Park auf der Rückseite verwechselt werden Darf, Die wenigen Schritte zum Eingang in das Paradies Der Spieler zu tun. Die Nacht gehört Dem Spiel, Der Tag Dem Schlaf. Die azurblaue Küste sieht man höchstens bei Ankunft und Abfahrt. Natürlich, auch von Nizza, von Cannes und den übrigen Riviera-Städten, kommen Die Fremden des Abends herüber, mit Auto, Eisenbahn und Omnibus, ost Die Herren im Frack, ohne ileber- mantel, ja sogar ohne Hut, Die Damen in großer Abend-Toilette, was sich besonders in der Eisenbahn recht seltsam ausnimmt. Wirklicher Retusche. Erst jetzt sind die Vorbereitungen zu Ende, und mit lächelndem Stolz fängt die an- geputzte Schöne den bewundernden Blick ihres Begleiters auf, während er ihr den Abendmantel umhängt. Wv Der Karneval, wie im Nordeir, kein Volksvergnügen, sondern eine gesellschaftliche Angelegenheit ist, erhält er eine erzwungene theatralische Rote. Das lähmt die natürliche Heiterkeit. 3m Süden kennt man solche Hemmungen nicht. Der vcnetianische Karneval vor zweihundert Jahren war gewiß nicht viel anders wie heute. Die ganze Stadt vom vornehmen Senator bis zum einfachen Gondoliere, von Der stolzen Dogaressa bis zur simplen Kurtisane stand unter seinem Bann. Kein Künder, daß selbst ein so formeller und nüchterner Mensch wie Goethes Vater von dem Faschingsfieber in Venedig ergriffen wurde, ein Maskengewand anzog und sich in dieser ungewohnten Kleidung so wohl fühlte, „als fei er unter Masken geboren“. Das, was eine solche Wandlung vollbringt, ist nicht bloß das Fluidum dieser geheimnisvollen Stadl mit ihrem herrlichen, offen liegenden Festfaal, dem Markusplatz, und ihrer dekorativen Architektur, sondern vor allem die köstlich unbefangene Art, mit Der sich die gesamte Bevölkerung Der Festesfreude überläßt. Etwas Faschingsgeist regt sich auch im nordischen Menschen. Wenn Die rauhe Jahreszeit ihren Zenit erreicht hat, scheint die Seele „des kalten Winters Mißvergnügen" im Festestaumel vergessen zu wollen. Run ist man lebhafter aufgelegt zu Lustbarkeiten und allerhand Schabernack. And zu gern möchte man etwas anderes vorstellcn, als man es sonst im Leben ist. Man entäußert sich feiner Persönlichkeit und verschwindet unter der Anonymität der Maske. Man verkriecht sich gewissermaßen in ein anderes Ich, und fei es auch nur äußerlich. Allein diese äußerliche Vermummung bleibt nicht ohne Einfluß auf den inneren Menschen. Er verliert wie Vater Goethe sein konventionelles Air und kehrt seinen wahren Adam hervor. Er legt die ständige Maske des Jahres ab, um unter Der Zufallsmaske einige Tage ober eine Rächt frei von allem gewollten und ungewollten Zwang zu fein. Das ist vielleicht der tiefste Sinn des Karnevals Reichtum ist aber auch hier selten. Da- Publikum der Riviera ist, wie man weiß, seit Dem Kriege nicht besser geworden. Vor allen Dingen fehlen Die reichen Russerr, Die frühe« das Hauptkontingent Der großen Spieler stellten. Cs sind heute kleine Leute, Die entweder noch Den letzten Rest ihrer einstigen Habe im Spiel vertun, oder Die sich mit einem täglichen Gewinn von hundert Franken begnügen, ein Gewinn, Den man hier, wie cs heißt, haben kann, sofern man „Nerven behält". In den großen Roulette-Sälen Des Kasinos von Monte Carlo wird nicht mehr allzu hoch gespielt. Wer wirklich etwas wagen will. Der muß in Die sogenannten Privatztrkel geben, für Die ein besonderes Eintrittsgeld erhoben wird. Dort sieht man Dann Sätze bis zu tausend Franks und darüber. Aber in Den großen Roulette-Sälen ist man bescheiden geworden. Diel Reugierige, viele, die ein- oder zweimal je zehn Franks setzen, um einmal in Monte Carlo gespielt zu haben . Wie gesagt, hier, wo das Spiel das A und das O ist, tritt die Politik an Die zweite und Damit an die letzte Stelle. llruufrieDenc wird es hier immer gebest, so wie es lic immer gegeben hat. Das Kasino ist in der Nachkriegszeit mehrmals bankerott gegangen, aber es haben sich immer wieder neue Unternehmer gefunden. Denn tret fein Geschäft versteht, Der kommt hier auf feine Kosten, Da Die Welt Der Spieler groß ist, und da diele Spieler nun einmal dazu Da zu sein scheinen. Daß Die Leute mit Den stärksten Nerven. Die immer in den Spielunternehmern zu suchen sind, ihnen das Geld abnehmen. Von diesem Geld wandert wieder ein beträchtlicher Teil in die fürstliche Staatskasse von Monako und von dort wiederunl in die Taschen der Monegassen. And so Dürfte Der Spruch auf Wahrheit beruhen, Den man hier öfters zu hören bekommt. und der da in etwas freier Aebersetzung lautet: ..Solange das Roulette den Felsen von Monaka front, solange wird die monegassische Krone nicht rouliercn.. Oberheffen. Oie Unterschlagungen beim Ortenberger Postamt. * Ortenberg, 16. Februar. Rach dem bisherigen Ergebnis der Antersuchung belaufen sich die Unterschlagungen des bisherigen P o st m e i st e r s G. vom hiesigen Postamt auf rund 1 2 000 Mark. G. hat feine Veruntreuungen durch Vornahme falscher Buchungen zuwege gebracht. Die Antersuchung ist gegenwärtig noch im Gange, eine ganze RciA von Kassenbüchern wird zur Zeit nock- genau geprüft. Gerüchte übet eine w e i t h 5 - Here Summe als Die oben genannte sind nach dem bisherigen Ergebnis der Antersuchung unzutreffend. G. befindet sich, wie früher schon berichtet, infolge seiner schweren Kopfverletzung nach seinem vergeblichen Selbstmordversuch zur Zeit noch im Büdinger Krankenhaus. Er steht Dort unter Haftbefehl. Als Arsache der Verfehlungen werden Spekulationen vermutet. Gemeinderat in Laubach. □ Laubach, 15. Febr. In der jüngsten Gern ein der atssihung wurde der Firma I. H i m m e l s b a ch in Ridda das vorhandene Eichen st ammholz zugeschlagen. Für ungefähr 50 Festmeter Duchenstammhvlz Der geringsten Klasse war Das Angebot einer Firma nach Ansicht des Gemeinderats zu niedrig. Man beschloß. Da noch große Rachfrage nach Brennholz vorhanden ist, dieses Holz zu Brennholz aufzuarbeiten. Der Bürgermeister berichtete sodann übet Den Rückerwerb des vor sieben Jahren ani Diplom-Ingenieur Schmidt in Potsdam verkauften Gemeindegeländes an Der „Alten Ziegelhütte", lieber die Annahme des Vetgleichs- vorfchlages, der auf Zahlung von 1100 Mark (durch die Stadt) geht, soll in Der nächsten Sitzung toei ter beraten werden. Die Ausgabe von Holzabfuhr scheinen darf an die mit Gemeindegefällen Rückständigen nur gegen sichere Bürgschaftsleistung erfolgen. Zeitschriften. — „Soffen lanD“, Monatsschrift für Landes^ und Volkskunde, Kunst und Literatur Hessens. Verlag: R. G. Elwert, Marburg. DaS erste Heft des 42. Jahrgangs bringt u. a. einen Artikel von Regierungspräsident Dr. Friedens- bürg über „Hessen-Kassel und das Rhein-Main- Gebiet", in Dem die aktuelle Frage einet Reichstes orm behandelt wird. Dr. Walter Fraeb (Hanau) berichtet über „Das erste Auftauchen des Kurhelsischen DersassungsgeDankens vor 100 Jahren." Mit Vergnügen wird man die Erinnerungen von Johann Lewaltet (Kassel) übet Den früh verstorbenen Kunstmaler Wilhelm Thirl- mann und Max Reger lesen, Die eine innige Freundschaft verband. Dr. jur. et phil. Apel (Marburg) beginnt einen Aufsatz übet Die hessischen „Freiheiten", D. h. er geht dieser Bezeichnung nach, tote sie 'hessische Städte und Ortschaften führen oder geführt haben. Dochschulnackrichten. Der ao. Professor an Der Göttinger Universität Dr. Eduard Fraenkel ist vom 1. April 1931 an zum ordentlichen Professor für klassische Philologie an der Universität Freiburg i. B. und zum Mitdirektor des dortigen Seminars für klassische Philologie ernannt worden. — Der ao. Professor an der Göttinger Universität Dr. Hans Mortensen ist vom 1. April 1931 an zum ordentlichen Professor dcr'Geographie in F r e i b u r g i. B. als Nachfolger des nach Wien berufenen Professors Dr. j). Hassinger ernannt worden. — Der durch die Emeritierung des Geh. Hofrats Prof. Dr. Oltmanns an der Universität Freiburg i. B. frei gewordene Lehrstuhl der Botanik ist dem ordentlichen Professor Dr. Otto R c n • n e r an der Universität Jena angeboten worden. Der Pfarrer an Der Resormationskirche in Berlin-Moabit, D. Günther Dehn, hat Den Ruf auf Den Lehrstuhl Der praktischen Theologie' an der Universitär Halle zum 1. April 1931 angenommen. — Professor Dr. Harrs Krollet in M ü n st e r hat den Ruf nach Tübingen als Nachfolger von Staatsrat Pro*. Dr. Max v. Rümelin für römisches und bürgerliches Recht angenommen. Milcherzeugerverband im Frankfurter Wirtschaftsgebiet. WSN. Friedberg, 14. Febr. Im hiesigen Kasino fand gestern nachmittag die stark besuchte Generalversammlung des Milch- erzeugerverbandes im Frankfurter Wirtschaftsgebiet unter Leitung von Landtagsabgeordneten Fenchel (Ober-Hörgern) statt. Es wurde vor allem zu der Lage auf dem Frankfurter Milchmarkt Stellung genommen. Ein längeres Referat von Dr.Sauer (Friedberg) vom Refornrbund der Gutshöfe befaßte sich eingehend mit dem Thema „Rationalisierung der Milcherfassung und des Milchabsahes im Frankfurter Wirtschaftsgebiet im Rahmen des Reichs- milchgesetzes". Der Redner forderte im Ramen der Milcherzeuger die Durchführung eines Generalplanes zur Schaffung einer Äbsaygenossen- chaft. Dieser Auffassung wurde in einer Ent- chlicßung an die Reichsregierung und an mah- ;ebliche Reichstagsabgeordnete Ausdruck ver- iefjen. Landkreis Gietzerr. OO Klein-Linden, 13. Febr. Die Milch- s p e i s u n g an der hiesigen Volksschule ist nun so weit geregelt, daß an 21 Kinder bedürftiger Eltern die Milch kostenlos abgegeben werden kann. Die Kosten für die Speisung werden zur Hälfte von der Zentralstelle für Kinderspeisung in Darmstadt getragen, in die übrige Hälfte der Kosten teilen sich der 5trcis Gießen und die Gemeinde Klein-Linden. — Der hiesigen Volksbücherei wurden in letzter Zeit zur Anschaffung neuer Bücher namhafte Beiträge zugefteuert, so von der Spar- und Darlehns- kasse Klein-Linden G. m. b. H. 20 Mark und von der Bezirkssparkasse Gießen 20 Mark. An Erwerbslose werden die Bücher ohne Leihgebühr abgegeben. r. La n g - G ö n s , 15. Febr. Der älteste Einwohner unseres Dorfes, Landwirt Konrad Müller XXIII., ist gestorben. Er hat ein Alter von 91 Jahren und vier Tagen erreicht und war während seines ganzen Lebens niemals ernstlich krank. Sein Bruder der vor sieben Jahren starb, war 94 Jahre alt. Manner über 90 Jahre sind nun nicht mehr in unserer Gemeinde. Die älteste Einwohnerin ist nun Frau Anna Elisabeth B r ü ck e 1. Sie wird im März das 91. Lebensjahr vollenden. Ein Jahr jünger ist Frau Barbara M a U s , die im 90. Lebensjahre steht. 0 Holzheim, 15. Febr. Der Kriegerver - e i n hielt seine 5 7. Jahreshauptversamm- lung ab. Der 1. Vorsitzende, Landwirt Wilhelm Laux I., gedachte zunächst der verstorbenen Kame- raden. Die'Mitgliederzahl des Vereins beträgt etwa 100. Den Kameraden Gg. Heinrich Grieb (Ehrenvorsitzender) und Jakob Zwiß IV. (Vorstandsmitglied) wurde das Hassia-Ehrenkreuz und neun anderen für 40jährige und längere Vereinstätigkeit ein Diplom zuteil, zwei Veteranen erhielten vom Reichspräsidenten dessen Bild mit eigenhändiger Unterschrift Der Kassenbericht ergab in Einnahme 580 Mark, in Ausgaben 540 Mark, der Ueberschuß beläuft sich auf 40 Mark. An Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Bäckermeister Hch. Müller I. wurde Landwirt Hch W e tz III gewählt. ch Garbenteich, 15. Febr Auf Einladung des Kirchenvorstandes und der Gemeindevertretung fand hier eine Versammlung statt zwecks Gründung eines evangelisch-kirchlichen Frauenvereins. Pfarrer Steiner (Haufen) besprach den Zweck der Frauenvereine, besonders wie sie in Notzeiten sozial wirken wollen zum Segen der Gemeinde und so eine soziale Notgemeinschaft dar- stellen. Anschließend wurde die Vereinsgründung vollzogen. Es meldeten sich sogleich 110 Mitglieder In den Vorstand wurden gewählt als 1. Vorsitzende Frau Dr. Rupp, als stellvertretende Vorsitzende Frau Katharina S ch ö ck. als Rechnerin und Schriftführerin Frl. Anna Jammer; dem erweiterten Vorstand gehören an- Pfarrer Steiner (Hausen), die Frauen Helene Stein, Sophie Lotz, Marie Hk, a s und Margarete W e h r u m Wwe. Im roei= te^.n Verlaufe der Versammlung wurde der Beitritt Der Mann der das Lachen verlernt Hal. Vornan von Gert Höchberg. Copyright by Martin Feuchtwanger. Halle (Saalei 8 Fortsetzung. Nachdruck verboten Maria! Sie durfte nicht mit einem Makel behaftet werden! Richt durch ihn! Riemals durch ihn! Die Verlobung zwischen ihr und Vonenbirchner, von einer Intrigantin geschickt im passenden Augenblick in Szene gesetzt, mutzte nun bestehen bleiben! Es war das einzig Richtige, diese Verlobung! Doch die Fürstin sollte sich verrechnen! Niemals würde sie den Judaslohn in Gestalt seiner Liebe von ihm erhalten. Drautzen entstand ein kurzer Wortwechsel. Stephans Stimme: „Herr Oberleutnant Graf Kentner ist nicht zu sprechen. Ich darf ihn jetzt auf keinen Fall stören." „Sie werden mich zu ihm führen." „Rein! Mein Herr braucht seine Ruhe." Graf Kentner gtng zur Tür, öffnete sie weit: „Ah, Durchlaucht bemühen sich selbst? Dars ich bitten?" Die Fürstin kam hereingerauscht. Mit undurchdringlichem Gesicht schloß Stephan hinter ihr die Flügel der hohen, weihen Tür. Drinnen standen sich zwei Menschen gegenüber, von denen jeder wußte, dah eine schnelle Aussprache das beste sei. Wenn auch jeder sich den Ausgang dieser Aussprache ganz anders vorstellte. „Darf ich Ihnen diesen bequemen Sessel anbieten, Durchlaucht? Es sitzt sich sehr gut darin." Ihre blauen Augen blitzten in tiefster Erregung. „Kentner, lassen Sie diesen Ton fallen. Wir wissen beide, was jetzt fein mutz." „Ich leider nicht. Ich bin in letzter Zeit sehr begriffsstutzig, wie Ihnen ja nun bekannt sein dürfte, Durchlaucht." „Kentner!" In leicht vorgcbeugter Haltung stand Graf Kentner da, blickte mit einem grausamen Lächeln auf die schöne Frau. „Ah, ich verstehe, Durchlaucht wollen den Lohn für die heutige gute Tat. Bitte, nennen Sie mir doch den Preis." Die Fürstin blickte entsetzt in dieses eiserne Gesicht; sie sah das grausame Lächeln um den schön geschnittenen Mund, und sie ächzte: ■ I M A> ■ ■ -vXS ■A Ä 4 z f .■ In Zusammenarbeit mit Behörden und Wohlfahrtsstellen speist die Reichswehr regelmäßig die Aermsten der Berliner Bevölkerung aus der Gulaschkanone. zum Landesverband der evangelischen Frauenvereine Hessens beschlossen. Die wöchentlichen Zusammenkünfte sollen zunächst jeden Mittwochabend stattfinden. gck. G r o ß e n - B u s e ck, 15. Febr. In der hiesigen V o l k s h o ch s ch u le hielt Dr. M a l e ch aus Gießen einen medizinischen Vortrag für Frauen. Die Zuhörerinnen folgten den Ausführungen des Redners, der rein wissenschaftliche Fragen durch glücklich gewählte Beispiele aus dem täglichen Leben nahe zu bringen wußte, mit großer Aufmerksamkeit. An den in etwa Aroei Wochen folgenden zweiten Vortrag soll sich eine Aussprache anschließen. Z ^Allendorf a. d. Lda., 12. Febr. Der hiesige Männergesangverein hielt im Vereins- lokal seine Jahreshauptversammlung ab Den Rechenschaftsbericht erstattete der Vorsitzende Döll. Aus dem Bericht ging hervor, dah dem Verein zur Zeit 70 aktive und 39 passive Mitglieder angehören. Die Rechnungsablage ergab eine Einnahme von 1539,53 Mark, eine Ausgabe von 1264,49 Mark, so dah ein Lieber- schuh von 275,04 Mark verblieb. Die Vorstandswahl brachte mit geringfügigen Aenderungen die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Es gehören demselben zur Zeit an: Sparkassenrechner Döll, 1.Vors.; Maurermeister Phil. Keil, 2. Vors.; Sch rein ermerster Ludw. Krieb, Rechner; Schuhmachermeister Heinr. Wiehner, Kontrolleur: Kaufmann Max Rosengarten 1. und Weihbindermeister Iohs. Benner V. 2. Schriftführer: Fuhrunternehmer Ludw. Hoos, Landwirt Ludw. Becker und Schmiedemeister Hch. Schmidt als Beisitzer. Der seitherige Dücherwart, Stadtkassengehilfe Karl F r i tz g e s blieb in seinem Amt. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, die Feier des 25jährigen Bestehens wegen der wirtschaftlichen Verhältnisse im engsten Rahmen zu begehen. — Der Kriegerverein hielt ebenfalls seine Jahreshauptversammlung ab. Zu dieser Versammlung erschien auch Professor Dr. Kraemcr als Vertreter der „Hassia", Redakteur Albin Klein für die Bezirksschießabteilung und Leutnant a. D. D o n h a r d t für die Kriegsbeschädigtenabteilung. Der 1. Vorsitzende, Lehrer Strack, gab einen kurzen Rechenschaftsbericht. Der alte Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Es gehören demselben zur Zeit an: Lehrer Strack 1., Wagnermeister Karl Wallenfels I. als 2. Vorsitzender; Landwirt Christian Wallenfels als Schriftführer; Weitzbinder- und Malermeister Chr. Ranft als Rechner, Schuhmachermeister Ludw. Krieb, Maurermeister Hch. Käs II. und Rechner Form hals als Beisitzer. Die Rechnungsablage ergab an Einnahmen 487,22 Mark, an Ausgaben 441,18 Mark, der Kassenbestand beträgt 46,04 Mark. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Sodann hielt der Dezirksvorsitzende Prof. Dr. Krae- mer eine Ansprache und überreichte den drei anwesenden Kriegsveteranen aus 1870/71, Iohs. Damm III., Heinr. Krieb III. und L. Nvll I. das Hassia-Ehrenkreuz. Kamerad Albin Klein hielt einen kurzen Vortrag über Schießsport im Kriegerverein. Zum Schlüsse sprach noch Kamerad D o n h a r d t über die Iugendgruppen. Kamerad Nachtigall wurde mit der Bildung einer Iugendgruppe beauftragt und zu deren Führer bestimmt. Kreis Büdingen. -w Stockheim, 12. Febr. Der hiesige Musikverein hält am 28. Juni ein Musikfest ab. Die Veranstaltung verspricht sehr bedeutend zu werden, denn schon 16 Musikvereine der näheren und weiteren Umgebung gaben ihre Zusage zur Teilnahme. Den Höhepunkt des Festes wird ein Massenchor von etwa 250 Bläsern bilden, den Obermusikmeister Helfrich, Stockheim, dirigieren wird. Kreis Schotten. V Schotten, 15. Febr. Unter Vorsitz von Kreisdirektov Dr. Sann fand hier die Hauptversammlung des Kreis-Ob st- und Gartenbauvereins statt. Aus dem Tätigkeitsbericht war zu ersehen, daß eine Reihe von Vorträgen, Gemarkungsrundgängen, Obstbaumschnitt-, Pfropf- und Pflegekursen sowie Sprech« tagen abgehalten wurden. Die Rechnung für 1930 schloß mit einer Einnahme von 1591,73 Mk. und einer Ausgabe von 1521,22 Mk ab, so daß ein Kassenvorrat von 70,56 Mk. verblieb. Der Der« mögensstand beträgt 1966,14 Mk. Dem Rechner, Verwaltungs-Oberinspektor Müller, wurde Entlastung erteilt. Der Voranschlag für 1931 wurde genehmigt. Nach der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten sprach Dr. Becker von der Pflanzenschutzstelle in Gießen in fesselnder Weise über „Schädlingsbekämpfung im Obstbau". V © c ö e r n, 15. Febr. Die GedernerBank hielt ihre Generalversammlung ab. Die vorgelegte Iahresrechnung wurde einstimmig genehmigt und die Entlastung erteilt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde mit 6 051,19 Mk. Reingewinn genehmigt. Hiervon werden 3000 Mark dem Reservefonds zugeschrieben und 2666,65 Mark als achtprozentige Dividende ausgeschüttet. Der Gesamtumsatz betrug 5188 000 Mk., die Außenstände in Höhe von 470 003,42 Mk. verteilen sich auf 437 Schuldner. Die Spareinlagen der Bevölkerung betrugen Ende 1930 443114,58 Mk. Kreis Alsfeld. -er. Homberg. 15. Febr. Am Donnerstagabend fand im hiesigen Rathiuse die wohlverdiente Ehrungeines Feuerwechr^-Iubi- lars statt. Der 78 Jahre alte Feuerwehrmann Georg Wilhelm konnte auf feine 5 0jäh - rige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr Homberg zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde ihm das Chrenkreuz für Feuerwehrverdienste überreicht. Kreisfeuerwehrinspektor Knierim (Alsfeld) und Bürgermeister Schweiler (Homberg) feierten den verdienstvollen Jubilar in trefflichen Worten. — Im hiesigen Gewerb everein hielt Zivilingenieur Fuhrmann einen interessanten Lichtbildervvr- trag über „Die Leipziger Messe und ihre volkswirtschaftliche Bedeutung". Der Vortragende gab den aufmerksamen Zuhörern einen eindrucksvollen Begriff von der Größe dieser Messe und guten Aufschluß über ihren Aufbau und ihre Organisation. Preußen. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 13. Febr. In der „Alten Postk* fand eine Bezirkstagung des ländlichen Genossenschaftsverbandes statt. Zum erstenmal hatten sich die Vertreter der beiden großen Organisationen (Wiesbaden — Raiffeisen) in dem neuen Einheitsverband, der in den Bezirken Nassau, Oberhessen und dem Kreis Wetzlar über 1000 Genossenschaften zählt, zu gemeinsamen Deratun- gen zusammengefunden. Der Verbandsvorsihends Dr. Nölten eröffnete die Tagung und wies auf das endlich gelungene Werk der Einigung hin. Als erster Redner der Tagung sprach Verbandssekretär Deck (Frankfurt a. M.) über die Organisation des neuen Einheitsverbandes und gab einen Ueberblick über dessen einzelne Einrichtungen und deren Schaffen. Als zweiter Redner sprach Dr. Strub von der Genossenschaftlichen Zentralkasse über den Geldverkehr innerhalb der Genossenschaft und forderte auf, dazu beizutragen, den Verband zu stärken, um ihn finanziell von der Preußenkasse unabhängig zu machen. Schließlich hielt noch Direktor Kuhn ein Referat über den Warenverkehr. Er beschäfriqte sich mit der Getreidewirtschaft und befaßte sich mit dem Vorgehen einzelner Syndikate bei der Festsetzung der Düngemittelpreise. Aufsichtsratsmitglied Gaß (Dutenhofen) forderte zum Schluß zu energischer Arbeit im Sinne der Genossenschaft und zum Wohle der Landwirtschaft auf. 3 Krofdorf, 12. Febr. Unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Brockmeier fand hier je eine Sitzung der Amtsvertretungen von Atzbach und Launsbach statt. Der Vorsitzende begrüßte in beiden Sitzungen die Anwesenden und gedachte „Mein Ruf, meine Frauenehre, meine ganze gesicherte Zu Hins t stehen auf dem Spiel. Sie müssen wissen, was Ihre Pflicht ist, Kentner!" „Verzeihung! Aber was habe ich mit Pflicht in diesem Falle zu tun? Daß Sie den Ruf Ihrer Kusine mit Ihrem eigenen schützten, war gewiß bewunderungswürdig! Doch mit mir hat das doch nichts zu tun!“ „Kentner, mein Mann jagt mich aus dem Hause. Ich habe das alles nicht um Marias willen getan, sondern weil ich Sie liebe, Kentner." „Das verstehe ich nicht, Frau Fürstin. Wie konnten Sie um eines Phantoms willen soviel aufs Spiel setzen?" „Ein Phantom? ■ Kentner, haben Sie denn kein Herz mehr im Leibe?" „Endlich treffen Sie das Richtige! Ich habe kein Herz mehr, Durchlaucht: es ist wahr!" „Graf Kentner! Wissen Sie jetzt endlich, was Sie einer Dame, noch dazu der Fürstin Leob- stein, schuldig sind?" „Ich bin Ihnen nichts schuldig, Durchlaucht. Ich habe mit allem abgeschlossen, was das Leben mir bis zum heutigen Tage brachte." „Kentner, ich komme zu Ihnen und Eie sagen mir das?" „Ich kann nichts anderes sagen, Frau Fürstin. Das bisherige Leben ist tot für mich." „Sie verschmähen mich also! Glauben Sie nicht, daß ich Sie diese Abweisung fühlen lassen kann?" „Es würde mich nicht berühren, Durchlaucht." Ihre Augen wurden groß, starr. Von ihren Lippen zitterte es: „Graf Kentner, Sie - Sie wollen aus dem Leben scheiden?" „Kaum! Weil es keinen Zweck hätte! Weil damit nichts ungeschehen gemacht werden könnte." „So wollen Sie mit vor das Gericht kommen?" „Ah, Verzeihung, jetzt erst verstehe ich Sie, Durchlaucht. Sie wollten mir nahelegen, welches der einzig richtige Weg für mich fei?" „Das — nein! Das nicht! Ich nahm es nur an." Die Stimme der Fürstin klang ganz tonlos. „Nicht? Aber ich hätte es Ihnen nicht mal übelgenommen. Für mich wäre es halt doch wohl das beste?" „Nein' Nicht! Tun Sie es nicht, Kentner. Dann hat sie, die Maria, doch noch den Triumph, daß Sie um ihretwillen gestorben sind. Soll sie sich an Bonenbirchners Seite darüber freuen?" Er antwortete nicht, hing dem Klang ihrer Worte nach, gab ihr recht und doch auch wieder nicht und fragte nach einer Weile: „Meinen Sie nicht, daß Maria an der Seite dieses Mannes kaum jemals zu einer Freude kommen wird?" „Sie wird sich damit abfinden müssen, Kentner! Ich muß es ja auch." „Ich bitte um Verzeihung, Durchlaucht. Vielleicht bin ich ein Idiot, daß ich Ihre Liebe nicht zu schätzen weih, doch ich kann nicht gegen meine Natur." „Sie lieben Maria noch immer?" „Das weih ich nicht einmal genau; ich weiß nur, daß ich mit den Frauen fertig bin für alle Zeiten." k Die schöne Frau wußte, daß es ihm bitterer Ernst war und daß nichts,, gar nichts seine Gesinnung mehr ändern würde. Sie strich mit der Hand über sein Haar. „Soll ich schweigen? Soll Maria auch weiterhin geschont toerben? Wollen Sie wirklich alles allein auf sich nehmen? Ich will Sie nicht belügen, Kentner, in dieser Stunde nicht! Ich wäre nicht zu Ihnen gekommen, wenn Sie arm wären. Armut ertrüge ich heute nicht mehr. Trotzdem habe ich Sie geliebt, wie ich noch nie einen Mann geliebt habe. Ich will noch wahrer sein. Mein Mann machte mir vorhin den Vorschlag einer Versöhnung. Er will in diesenr Falle nur den Hausfriedensbruch geltend machen vor Gericht. Vor dem Militärgeriht! Was sagen Sie dazu?" „Sehr schön das alles. Nun kann ich wenigstens über Ihr Schicksal beruhigt sein, Durchlaucht." Beschämt fah sie vor sich nieder — beschämt und erschüttert. Dann sagte sie: „Aber Sie sind schuldlos, und gerade Sie sollen der einzige sein, der büßen soll!" „Wieso schuldlos? Ich fühle mich durchaus nicht schuldlos, Durchlaucht. Ich habe mich eines regelrechten Hausfriedensbruchs mit tätlichem Angriff auf einen Gast das Hauses schuldig gemacht. Warum soll man mir denn solche Roheiten nachsehen? Wäre direkt ungerecht, Durchlaucht. Ihr Herr Gemahl ist mehr wie im Recht, wenn er sich da so hilft, wie er es für gut befindet." Die Lippen der schönen Frau zuckten. „Der Feigling", sagte sie verächtlich. „Ich bleibe nur bei ihm, weil Sie mich zurückgewiesen haben. Sonst bliebe ich nicht! Ich verachte ihn jetzt mehr beim je." „Weshalb? Seine Durchlaucht haben sich boch immer sehr korrekt benommen. Es wäre ungerecht, ihm an bem heutigen Geschehen eine Schulb bei- messen zu wollen." Ratlos sah sie ihn an. Was sollte sie nur noch sagen? Warum verwirrten sich ihre Gebanken? War es, weil Graf Kentner mit seinen großen bunkelgrauen Augen sie so schweigenb musterte? Sie streckte die Hanb aus. „Sagen Sie boch ein Wort, Kentner! Soll ich bie Wahrheit sagen? Mag bie Schulbige es boch mit büßen, unb bas Gericht würbe sich boch sicher auch sehr für Bonenbirchners Erpressungsverfuche interessieren? Seit langem erpreßt bieser Mensch Gelb, hohe Summen von Maria." „Es würbe nur ein Mensch mehr mit hinuntergezogen, Durchlaucht. Ich benke auch an bie Eltern Marias. Was liegt an mir?! Meine Mutter ist tot, der ich Herzeleid hätte ersparen müssen, mein Vater hat sich längst getröstet. Wozu also unnütz Staub aufwirbeln? Es bleibt alles, wie es ist. Graf Kentner springt über bic Klinge, unb aus der ganzen Tragöbie geht ein glückliches Brautpaar hervor." Die Fürstin weinte plötzlich laut auf. „Kentner, was werben Sie tun?“ „Ich bin mir noch nicht ganz klar, die Zeit war zu kurz.“ Die Fürstin beugte sich plötzlich vor, küßte bie schöne braune Männerhanb, und bann lief sie schnell zur Tür. „Leben Sie wohl, Kentner." Ehe er etwas sagen konnte, war sie ver- schwunben. In Gebanken verloren, setzte sich Gras Kentner auf bie Ecke bes großen Tisches, der in der Mitte bes Zimmers stand. Er starrte auf bas Muster des Teppichs, er zählte die dunklen Rosen, bie bort eingewebt waren. Er sah Marias schönes, blasses Gesicht, er sah ben Feinb, wie er sich am Boden wand, gezüchtigt von seiner, Kentners, Hand. Mit der eigenen Reitpeitsche. Unb plötzlich lachte Gras Kentner, lachte, lachte. Stephan stanb mit ber kleinen Wirtin, zu Tobe erschrocken, im Flur, unb sie hörten auf biefeS wahnsinnige Lachen. Dann war es brinnen still, ganz still. „Ich gehe hinein, unb wenn es mein Tob ist! Ich muß wissen, was er macht", sagte Stephan entschlossen unb rannte vor zur Tür. Gerabe, als er sie öffnen wollte, tat sie sich auf: Gras Kentner in ber offenen Jacke stanb auf ber Schwelle. „Cs ist schon gut Ich bitte um den Kaffee. Frau "Mali." Die kleine Frau rannte in bie Küche, Stephan aber blickte verdonnert auf seinen Gebieter. „Räum' auf.“ Gras Kentner ging langsam ins Zimmer zurück, und der treue Stephan folgte ihm. — Der Skandal war da! Gras Kentner bekam bis auf weiteres Stubenarrest, den man aber nach vier Tagen wieder aufhob; warum, blieb unerfindlich. Rittmeister Prinz Forgentheim war bei Graf Kentner gewesen, hatte sich sehr freundlich mit ihm über die letzten Manöver unterhalten, hatte mit keinem Wort die auf der Tagesordnung stehende Affäre gestreift unb war bann mit einem freunblichen Händedruck und einem ebenso freundlichen Lächeln gegangen. Aber bort, wo ber Rittmeister gesessen hatte — bort lag dann neben dem Glase ein Revolver. Heimtückisch blinkend, mit Silber beschlagen, lag er da. Und Graf Kentner nahm ihn, betrachtete ihn sehr eingehend, sehr genau unb legte ihn bann in bas Schubfach zu seinem eigenen Revolver. (Fortsetzung folgt.) höchsten Schlachtwerts 47 bis 49. sonstige voll- fleischige oder ausgcmästcte 43 dis 46; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlochtwcrls 33 bis 41, sonstige vollflcischige oder ausgcmästete 34 bis 37. fleischige 29 bis 33. gering genährte 25 bis 28. Färsen lnnr |u 4 •en>lune tu 10000 M. 195433 14 Gewinne »u 5000 M. 13134 123403 189167 207219 257604 --- ----- 98236 106 Gewinn» ,» 1000 M. ----- - - 20101 33225 34306 40396 45488 47472 18425 62766 71354 76486 84840 90166 ------ ----- ------ ------ 124514 5128 5202 8313 26667 26784 32056 33619 36050 44925 48054 53477 53527 57768 64043 64048 73016 78172 82481 90967 96180 97682 ---- ----- ------ ------ 112150 Im Gewinnrabe verblieben: 2 Prämien zu je 600 000, 2 Genrn ne zu je 500000 2 zu je 300000, 2 zu je 100 000 6 zu je 75 000, 6 zu je 50000. 4 zu je 25 000, 162 zu je 10 000 414 zu je 5000, 818 zu je 3000. 2470 zu je 2000. 4962 zu je 1000, 8082 zu je 600. 24452 zu je 400 M. 6. Ziehungstag 14. Februar 1931 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne 44428 107254 153188 182252 212905 245884 275302 314018 346927 123373 155766 184300 214649 250139 297635 319034 347469 139695 164938 187448 225131 252507 301556 332140 358798 147351 169039 187597 229059 264494 304276 336025 365191 152022 171435 192673 237035 266347 308081 336709 365207 180287 200652 241144 270286 311289 376599 388027 389409 120 Gewinn, tu 1000 M. 7263 30622 41391 44290 45604 66347 74818 76213 86469 890°8 ----- ------ ------ ----— 152938 über 400 M. gezogen 8 «.Winne tu 10000 M. 63491 89870 379709 389553 18 Gewinn, tu 5000 M. 32086 76796 78609 85631 169075 215383 216314 253528 327555 22 »etnlnne zu 3000 M. 23811 83857 110801 122348 137195 199899 270495 274054 331085 367927 393683 50 «rtnlnn. tu 2000 M. 14416 18240 38612 48184 54426 81630 112189 112247 194408 199262 208907 236411 238305 260234 266928 276691 288879 294530 313790 315791 329768 349342 353307 379894 132731 166122 184419 199984 211228 259817 285349 299451 312168 343785 369717 144915 172678 194935 205988 230600 266650 288027 30216a 320652 356195 370349 173755 196123 206266 235195 275248 290227 302771 332414 361507 375790 177024 196946 206859 255190 282171 295017 305507 342448 367684 376545 159461 182050 197-585 206866 257675 283869 299072 307145 342681 369716 386598 133320 171743 187179 200763 218067 264954 286393 300760 314608 346716 369885 27353 ..— ----- — 92005 92233 102434 110340 118670 118978 ----- ------ ------ 149490 155985 168 G.vlnn. zu 500 W. 14418 18879 22127 24318 40462 41749 44492 50674 65586 81828 ------------------—— “"—q 122642 Banknoten. Jranliuri a Ml. Serlm ediluB» Sln'ong- flurd' für« Datum 14.2. 16.2. 16.2. 14.2. 63 63,75 130,75 131 109 45,65 45,75 a. M. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 107 8 73,5 | 98,5 08.9 101 . 8 tf.tt.®. Uichi und Kraft 1" 7 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlofsenen Dividende an. io io u 107.25 107,5 101 111.5 119.75 107.5 107.5 61.5 122.5 106,5 106,5 12 9 , 5 132 64 118,5 109 137 6Yi io . 5 . 7 6K 10 . e 6 6 F B . 9 10 11 10 . 8 10 10 1( 37.5 46 69,25 «bt-inlldif Giettritlmi Sdileiildie Elektrizität, «cbudert&l'o. . . < Siemens & Halske . . Iranrravio . . . . -abnvoer & (So.. . . 75 1 73,5 Bergmann 0 chleltr LielerungrgeleUIchast. 10 Ddilivv Holzmann . . Zementwerk Heidelberg Cem entwert Karlsiadt. (Schluß-! 1-Uhr- tur« I Kur« I. G. ssarben-InvusMe . . Tvnamli Nobel..... Echeideanliall...... («oldlchmidt ...... RütgerSwerke...... Melallgeselllchost 64,65 96.5 101 119.5 110.25 138,5 Allgemeine TeuftcheCreditank. Barmer Bankverein . . . Berliner Handelsgesellschaft . Commerz- und Prioar-Bank. Darmstadter und Nanonalbank Deutsche Banl und Diseonto-Gesellschoft, . . . Dresdner Bank...... Reich« banl........ 62,25 126.5 106 64.5 56,75 101 120,5 109.65 138 132 । 122 I 38,5 46 69.5 . «eiten S Guilleaume . . . '<\'t Gesellschaft für Glektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektrizitätS-Decke 10 Buderu? Deutsche Erdöl ... diener Steinkohle . . Gelsenkirchener . . Horpcner ... Hoesch Eisen Ilse Bergbau .... Klöcknerwerke .... Ri'ln-9icucilcn. . . . ManneSmann-Röbren Manolelder Bergbau Cbcrldilci. Eiienbedars cberschlel. kolswerle • Pbönir Bergbau Rheinische Braunkohlen Rbeinsladi ... Ricbeck Montan . . . Berlin, 14.$ebruor_______ Smenkani'che Roten yelfllidie Roten ...... Sanudir Roten ....... Eng'ische Roten granzmtsche Roten ...... Holländische Roten....... Italienische Roten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 100 £d)Hllng Rumänische Noten....... Schwedische Noten Schweizer Roten Spanische Noten Dchechotlowotische Noten Ungarische Noten vamvurg-Amerika Balci ... 7 Hamburg-Südam Tampsschisl. 6 Houia Tamplichift .... 10 Norddeutscher Lloyd.....8 --------- 10 10 12 11 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. rranliuri a. . | Berlin Schluß-1 1-ilhr« 1 Schiuß- iur4 i Kurs | luri Bnsana- fiurd Datum 14.2. 16.2. >4.2. 16.2. Bereinigte Ctablwerke . - Ctaot UMnen ... 16*/. Kaliwerke Alcherlieben . K Kaliwerke Westeregeln . . >0 Kaliwerke Salzdetfurth . . 15 58 33,5 131.5 138 203,5 20*5 57,65 33.65 131,25 140 04,5 56,75 33,25 201,5 .Vanltun a. Ul Berlin Schluß-1 lur# | 1-Uhr» flurrf Schluß-^ Anfang« Iure i Rur# Datum 14.2. 16.2. 14.2. 16.2. 6% Deutsche Reicheanieihe 84,75 84,8 von 1927 ....... — — 7% Deutsche RelchSanleihe 98,5 98,6 von 1929 . ....... —— —— Deutsche «nI.-Nblös..SchuId mit eiuSlol. 91rdilcn ..... 53,05 53 53,1 52.9 Deogl. ohne Slurlos^Rcchle . . 8% Hess. Boll-slaat von 1929 5,2 5,13 5,2 5,13 89,5 89,5 irbtftahlb. 102%) .... —— — Cbrrbellcn Provinz • Anleihe mb Aueloi.-Rechten • 50 — — Deutsche Kamm. Sammeiabl. 50,8 Anleihe Serie 1 • • • 8% fitanll. HnP.-Dank Goldvke — — — 100,5 XIII unlünDbar bi» 1931 — —- 7% grants Hvv-Bank QJoIbple 92,7 unkündbar bi» 1933 — ■■ —• I Briet Amtliche Notierung Gelb Dries 114 112.5 113.5 112.75 Davb & Krevtag .....8 41,3 | 40,3 — 1 — 'Hott- 168,70 169,09 168.70 169,04 80 — 80 76,9 165 1,327 1,331 1.333 1,337 108,13 106.5 Schultheis Pa-enhoser . . . 15 — — 167,5 Bris--Alltw 58,54 58,66 58.54 58,66 107,5 — Litwerle........ 12 — — 143 — ffbrffHania. 112,41 112,63 112,33 112,61 — — 108.5 — SUu..........1° 69 69,75 69,65 67,5 .ftulxudagin 112,42 112,64 112,42 112,64 111,5 — 109 — Bemberg.........] 1 60 —— 59,4 58.25 Eioclbolm . 112,51 112,73 112.50 112,72 — 108.5 —— Zellltoss Waldbel .... 12'/, 93 91 91,65 89 fcelünQforS. 10,579 10,599 10,578 10,598 118 115,75 117,75 116,5 Zellitoss Aschaskenburg ... 1? 71 -— 71,25 — Italien . . 22,00 22,04 22.005 22,045 173 172 173.65 172 Charlottenburger Waiser ... 8 — — 87.5 —— London. - . 20,421 20,461 20,42 20,46 —— — 125 —— Dessauer ..... — — 111,5 110,25 Reonork . . 4,205 4,213 4,2035 4,2115 118 — — — Daimler Motoren......ü 23 23 22.5 22,5 VonS.... 16.474 16,514 16,47 16,51 47,5 Deutsche Linoleum ...... '03,5 —— 102.5 101,5 Schwei; .. 81,08 81,24 81,08 81,27 41.87 — 47 — 32 — Eva ien . . 41 .06 41 .14 41.81 — — 53,75 63,25 Rat. Automobil ...... fl •— — IapMi . .. 2,079 2,083 2.082 2.086 — --- — crenstein & Äoppel.....e — — 46 45 Aio de (ton. 1,362 0,364 0,363 0,365 76 111 76.25 72 63 75,5 70 62.13 Leonhard Tietz ...... 1° SvenSka ....... 104 251 — 106 251 105.25 246 Wien in D-- Ccft abgest- Prag . . . 59,08 12.443 59,20 12,463 59,05 12.44 59,17 12,46 56 64,5 31 56 157 70 64,5 - 165 56,5 69 65,13 33 36,75 70,75 55,5 156,25 68 78,75 55,25 68 65,13 69.5 55 66,75 frankfurter Maschinell .... 4 (9rinn er ...... 6 Hevltgensiaedt ....... 0 Aungban»....... . 0 Lechwerke........ • 8 Mainkraftwerke Höchv a. M.. . 6 Miag 10 «ebr. Roeder.......10 Böig, & Haesfner......9 tzüddeutiche findet .... 10 •Q | | Illi 1111111111 62 I I 1 1 1 1 1 1 1 1 Belgrad .. Baoapeft. . ItiuL onen Viffabon Tanug. - Konst Jinn. Stben Lanaoa Uru uav Tatro • - 7,399 73,36 3,042 18,85 81.61 1,784 5,445 4,203 2,887 20,935 7,413 73,5. 3.048 18.89 81,77 1,739 5,455 4,211 2,893 ! 20.975 7.329 75.36 3.044 18,84 81.61 1.784 5,445 4,203 2.897 20,93 7.413 75.50 3,050 18.88 81.77 1.789 5,455 4,211 2.903 20,97 9JL-$pott Die internationalen Skimeisterschaften in Oberhof t, Start und Zielplatz in Oberhof mit den Flaggen der teilnehmenden Nationen. H c 18-Klm. -Langlauf: Hauptklasse: c' Morgen Dienstag Statt Karten! Metzelsuppe ■A 3 ab 9 Uhr Wellfleisch mit Kraut . z Es ladet ein 0916 £ 91' Heinrich Bönsel £ Wie jeden Fasching-Dienstag im Dienstag, den 17. Februar Cafe Krämer Heuchelheim! Metzelsuppe bei 1227 D Gustav Müller,Vahnhosstr.34 KONZERT L Fafdiiogslreihen btlltg. Der Weg lohnt' 0913 Samstag und Sonntag zur einwandfreien Wicklung seiner diesjährigen Meisterschaft, mit Rote 410 an Schmitt (Winterberg) Hellas Magdeburg schlug in Kassel im Wasserball seinen alten Rivalen Wasserfreunds Hannover hoch mit 8:2 (4:1). Cilly Äußern kam im Gemischten Doppel der südfranzösischen Tennismeisterschaften in Nizza mit Boussus zu einem Doppelerfolg. Außem-Boussus schlugen erst Grioni-Hefty 6:2, 6:1 und anschließend Korotoickova-Garcia 6:3, 6:4. Qlb* die fiel. < Der beste Wetter- prophet ist ein genau anzeigendes, zuverlässiges I H £ £ e c Momme Dienstag nicht dafür bestimmt am Donnerstag aui den Wochenmarkt. Alles staunend SS K«S Ssg§ Der DFB hat klärten westdeutschen zwar zum Teil mit Im Darmstädter Wasserball-Derby siegte Jungdeutschland über Rot-Weiß mit 10:4 (5:1) Treffern. volle Plakette wuroe Deiannmct) vergangenes Jahr erstmalig vom Gau Hessen gewonnen. Der Gau Hessen wird seine Gauriege für den mit Spannung erwarteten H e s s e n t u r n k a m p f gelegentlich einer Hebung, ilunve für die geübteren Turner am 22. Februar in Gießen endgültig zusammenstellen. Es besteht, wie wir hören, die Möglichkeit, daß die dritte Austragung des Hessenturnkampfes in Gießen schon im Herbst dieses Jahres erfolgen kann. preuß-^esiger siegen in Stuttgart. Das Stuttgarter Sechstagerennen ging am Donnerstagabend zu Ende und brachte den erwarteten Sieg der jungen Breslauer Preuß-Resiger, die damit nach zahlreichen Siegen in kürzeren Mannschaftsrennen ihren ersten Sechstagesieg errangen. Am Nachmittag lagen die Schlesier zwar noch mit den Berliner Paaren Krüger-Funda, Chmer-Tietz und Manthey-Mac- zinskt) in einer Runde zusammen. Die Entscheidung fiel zwei Stunden vor Schluß im Anschluß-an einen Prämienspurt. Prcuh riß hier dem Felde aus, und gewann, von seinem Partner gut abgelöst, zusammen mit diesem wieder eine Runde, die die Mannschaft bis zum Schluß des Rennens verteidigte. jnlo&GWiaöt, Wort o. Main Berkaussplav vor der Neuhaüe. die seinerzeit zu Profis er» Spieler begnadigt und 19 _ Z14. AprilX 'Beginn d. n. Schulj.’ Vogtsche Handelsschule Gießen V Goethestr. 32 J 2 8 5 o Lungenverschleimung harmäck. Husten. Luftröhrenkatarrh, Keuchhusten, Bronchialkatarrh, Asthma etc. behebt und linder, selbst in veralteten Fällen der schleimlösende Oellheim's Brust- u. Lungentee Preis Mk. 1,25. Zu haben in den Apo« theken. bestimmt: Pelikanapotbeke vric» Ren, Kreuzplatz 2. 7426 Ü mit zwei gleichmäßigen Sprüngen von 5b und 55 Meter. Der Thüringer Erich Recknagel beleg e mit 54 und 57 Mlr. den zweiten Platz. Dom dritten bis sechsten Platz placierten sich die Rorweger G. und L. Anderson, Siegmund Ruud und der Schwede Erikson. Die drei nächsten Plätze (siebter bis neunter) fielen an deutsche Teilnehmer, und zwar an Alois Kratzer, Heinz Ermel und Gustl Müller. 3m Gesamtergebnis (Langlauf und Sprunglauf) placierten sich auch hinter Meister Gröt- tumsbraten zunächst einige Rorweger und zwar: 2. Kolterud, 3. Rudstadstuen und Hovde. Der beste Mitteleuropäer war der Schlesier Heinz Ermel, der sich an fünfter Stelle placierte und damit in dem Konzert der „großen Rorweger" eine durchaus achtbare Rolle spielte. Am Sonntag wurden die akademischen Welt- Winterspiele in Gstaad mit dem Sprunglaus abgeschlossen, der auf der Mattenschanze zur Durchführung kam. Die beste Leistung erzielte der Rorweger Kiel and, der mit drei gestandenen Sprüngen von 38, 43 und 50 Mtr. den Sieg vor dem Innsbrucker H. Reinel errang. Bei den Deutschen schnitt der Freiburger S i - finger am besten ab, der den 10. Platz besetzte. Sieger der Kombination wurde der Grazer Paumgarten vor H. Reinel (Innsbruck). Die Ergebnisse: Sprunglauf: 1. Kic- land (Norwegen) 336,5 (38, 43, 50 Mtr.), 2. H. Reinel (Innsbruck) 321,1. 3. G. Lantschner (Innsbruck) 316,9. Kombination: 1. Paumgarten (Graz) 653,2. 2. H. Reinel (Innsbruck) 579,6. Schmitt-Winterberg Skimeister von Sauerland. Gute Schnee- und Wettcrverhältnisse in Bit- lingen verhalfen dem Ski-Klub Sauerland am Faftnachts - Dienstag ab 20.11 Uhr Heinrich Dippel Galt- undSpeifewirtfchaft 1228 0 i sofortiger Wirkung, den Rest abgestuft bis zum 1. Juni 1931. DicnStaa, den 17. Februar lo87O Akademische Wettwinterspiele in Gstaad. Der zweite Tag der internationalen akademischen Winterspiele in Gstaad brachte die Entscheidungen im 18-Kilometer-Langlauf und Slalom-Lauf. In beiden Wettbewerben waren die Innsbrucker Dertreter erfolgreich, sie belegten jeweils die ersten drei Plätze. — Ergebnisse: Ein schwarzer Tag der Gießener Ligamannschasten. Die Gießener Ligamannscyasten mußten sich gestern mit überraschend hohen Torziffern von ihren Gegnern geschlagen bekennen. Der DfB. hatte im Derbandsspiel die Borussen von Fulda zu Gast. Rach einem überaus interessanten und hochwertigen Spiel verloren die Hiesigen mit 8:1, nachdem die Gäste in der ersten Halbzeit bereits mit 3:1 führten. — Die 1900er weilten in Fechenheim. Rachdem das Borspiel mit einem Llnent- schieden von 3:3 endete, kommt die Riederlage von 7:0, die sich die Hiesigen gefallen lassen mußten, doch etwas sehr überraschend. Rach den in den letzten Spielen gezeigten Leistungen hätte man dieses Ergebnis bestimmt nicht erwartet. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als hätten die 1900er dieses Gesellschaftsrückspiel nicht ernst genommen. Die Ligareserve der Spielvereinigung gewann gegen die erste Mannschaft von Hermannstein mit 5:3. Fußball in Hessen-Hannover. Der gestrige Sonntag brachte in Hessen-Hannover im Fußball die erste Entscheidung: in der Rordgruppe sicherte sich der SD.03 Kassel mit einem 3: l°Sicg über Göttingen 05 den Meistertitel dieser Gruppe. Die 03er haben nunmehr einen Vorsprung von vier Punkten vor den ' Kurhessen, so daß das noch ausstehende Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften ohne Bedeutung ist. Allerdings schwebt noch ein Protest der Kurhessen wegen der Wertung des in Einbeck verlorenen Spieles, der bei günstigem Ausfall natürlich eine wesentliche Aenderung bringen kann. Die Kurhessen fertigten auf eigenem Platze die Göttinger Spielvereinigung mit 9:0 hoch ab. In der Südgruppe tonnte Sport Kassel einen 3: 2-Sieg erringen. Er kann nur noch von Borussia Fulda, das noch zwei Spiele gegen Ockershausen und Hermannia Kassel auszutragen hat, eingeholt werden. Durch den Sieg Sports wurde Kurhessen Marburg als Bewerber um die Gruppenmeisterschaft ausgeschaltet, dagegen können die Fuldaer Borussen die führenden Kasseler wohl noch sehr gut einholen, denn sie siegten mit 8: 1 über den DfB. Gießen. Spielverein Kassel schlug Germania Fulda mit 3:1 und Hessen Hersfeld setzte sich überraschend mit 3: 2 in Ockershausen durch. Gießener Studenten bei den südwestdeutschen Hochschulmeisterschasten. Wie alljährlich, so nahm auch dieses Jahr die Uniüerfität Gießen an den südwestdeutschen Hochschulmeisterschaften (wir hatten über diese Veranstaltung bereits in großen Zügen berichtet) mit einer starken Mannschaft teil. Konnte sie im Vorjahre noch in Heidelberg mit Darmstadt zusammen den ersten Sieg im Hochschulmehrkampf erringen, so mußte sie sich in diesem Jahre mit dem dritten Platz begnügen. Doch auch dieser Erfolg ist noch sehr beachtenswert, da Gießen die kleinste teilnehmende Universität war und sich noch vor so großen Universitäten wie Frankfurt, Heidelberg und Tübingen placieren konnte. Weiterhin ist in Betracht zu ziehen, daß Gießen durch das Fehlen seiner ersten Waldlaufmannschaft und die Erkrankung mehrerer guter Turner stark benachteiligt war. Immerhin darf die Placierung der Gießener Vertretung im einzelnen als gut bezeichnet werden. Es ergab sich folgendes Bild: Turnen: Studenten: Zehnkampf, 2. Sieg Köhne, Barren, 1. Sieg Köhne, 3. Sieg Rhein- furth, Pferd, 1. Sieg Köhne, 3. Sieg Storck. Musterriegenturnen 4. Sieg. Studentinnen: Siebenkampf, 5. Sieg Frl. Heid *uni> Frl. Lichtenfels, Pferd, 2. Sieg Frl. Heid. - Schwimmen: Studenten: Mehrkampf. 1. 'Sieg Reinhard: 2. Sieg Lotz. Tauchen, 1. Sieg Reinhard, Rückenschwimmen, 1. Sieg Schaum, Wasserspringen, 3. Sieg Hagen, Lagenstasfcl, 4x2 Bahnen, 2. Sieg (distanciert wegen Frühstart) Studentinnen. Bruststaffel, 3 .2 Bahnen, 2. S Waldlauf (5 Kilometer), 4. Mannschaftssieg Kleinkalibersch ießen: 3. Mannschafts sieg. Mehrkampf, 1. Sieg Iancke, Liegend freihändig, 3. Sieg Iancke, Stehend freihändig, 3. Sieg Iancke. HochschulmLhrkampf 3. S., (21 P.). Westdeutsche Hochschulmeisterschast. Universität Köln handballmeister. Dor etwa 1000 Zuschauern kam am Mittwoch in Münster zwischen den Mannschaften der Universitäten von Münster und Köln das Entscheidungsspiel um die westdeutsche Hochschulmeisterschaft im Handball zum Austrag. Die Kölner führten schon zur Pause mit 1:0 und lagen beim Schlußpfiff mit 4:1 in Front Metzelsuppe Ab 9 Ubr Wellfleisch mit Kraut. Gleichzeitig mache ich daraus aufmerksam, daß am Sonntag. 22. Februar, uachm. 3 Ubr, ein Preisskat staufindet, wobei wertvolle Preise zur Verteilung kommen. Karl Volkmann VII., Gastwirt. Kunstturnen im Mittelrheinkreis (OT). Der III. hessenturnkampf in Gießen. Die dieswauerache „outiun“ im ^vunstturnen der besten Geräteturner bringt zum Abschluß noch einige bedeutsame Treffen leistungsfähiger Dereine und Gaue. Am 8. März werden sich im Schumanntheater in Frankfurt a. M. drei führende Dereine im Geräteturnen in einem großen Kunstturn-Wettkampf gegenüberstehen: Tv. 1846 Nürnberg, Tgm. 1848 Würzburg und Tgm. 1860 Bornheim-Frankfurt a. M. Am gleichen Tage sieht auch Worms einen größeren Kunstturnwettkampf dreier mittelrheinischer Dereine: Tv. 1817 Mainz, Tbd. Wiesbaden und Tgm. 1846 Worms Das beachtlichste der noch bevorstehenden Ereignisse im Kunstturnen ist aber die erste Wiederholung des hessischen Provinzialkampfes, bei dem am 29. März in Mainz die hessischen Turngaue Rheinhessen, Rhein-Main und Hessen um den Wanderpreis des hessischen Staatspräsidenten kämpfen. Die wert» In Oberhof wurde am Samßtag der zur Kombination gehörende Sprunglauf zu den Europameisterschaften im Skilauf ausgetragen. Den Titel in der Gesamtwertung holte sich der Rorweger Gröttumsbraten, der am Dortage den Langlauf gewonnen hatte und im Sprunglauf mit Weiten von 48 und 49 Metern den 11. Platz belegte. Der Sprunglauf wurde bei besten Wetterverhältnissen ausgetragen und war von 10 000 Zuschauern besucht. Den weitesten Sprung erreichte Birger Ruud (Norwegen) mit gestandenen 61 Metern. Insgesamt wurden 113 Sprünge ausgeführt, bei denen es aber nur 9 Stürze gab. Besonders die Rorweger wollten ihre im Langlauf erzielte Führung nicht durch ein Dersagen in den Sprüngen aufs Spiel setzen und benahmen sich demzufolge sehr vorsichtig. — Sieger des Sprunglaufes wurde dennoch der Rorweger Kolterud aroher Faitnaclitsniimnel Verllärkie Kapelle - Sektbüfeii <3 ' Za = X *• ** c u t 2^” . T - c Barometer v. Optiker Magnus Größte Auswahl in besten Präz.- . Barometern. Thermometer i \ für Drinnen und Draußen / \ Marktplatz 19 / I 6h L- | der als einziger im Sprunglauf zwei gestandene Sprünge zeigte. Die Ergebnisse: 16-Kilometer-Langlauf: 1. Engelbrecht (Dillingen) 1:26:21. 2. Sied« (Dil- lingen) 1:27:30. 3. Schmitt (Winterberg) 1:27:33. — Geländelauf, 3 Kilometer: 1. Baumgarten (Darmstadt) 12:10. 2. Kramer (Dillingen) 12:21. 3. Doudrahm (Darmstadt) 12:23. — Sprunglauf: Klasse I: 1. Baumgarten (Darmstadt) 281/.. und 39 Meter (beide gestürzt). 2. Fischer (Meinerzhagen) 33 und 28,5 Meter (beide gestürzt). Giaffelläufe des Ski-Clubs Schwarzwald. Bei guten Schneeverhältnissen sührte der Skiklub Schwarzwald am Sonntag in dem Gebiet Triberg- Schönwald-Furtwangen seine Staffelläuse durch, an denen sich zwei Gau- und sieben Ortsgruppenstaffeln beteiligten. Sieger bei den Gaustaffeln wurde der Titelverteidiger Gau Hochfirst mit 3:06,14 Stunden, während bei den Ortsgruppenstaffeln Saig den ersten Platz mit 3:08,10 Stunden vor St. Peter und St. Georgen belegte. Kurze Sporinottzen. Damen-Handballmeiste^. des Bezirks Main/Hessen wurde wieder die Sporkg?meinde Eintracht Frankfurt. Befuchen Sie unbedingt das populäre ßierreltanrant „Zum Löwen“ Neuenweg 28 Dienstag, den 17. Februar 1. Leubner (Innsbruck) 1:27,51, 2. Traut (Innsbruck) 1:31,46, 3. Luymes (Zürich) 1:32,31, 4. M. Reinel (Innsbruck), 5. Sikinger (Freiburg). Altersklasse: 1. H Paumgarten (Wien) 1:20,49 (beste Zeit), 2. Hedberg (England). 61 a Io ml a uf: Klasse I: 1. O. Lantschner (Innsbruck) 1:24,6 Min., 2. G. Lantschner (Inns- oruck) 1:25 Min., 3. H. Reinel (Innsbruck), 4. M. Pahl (Deutschland). Altersklasse: 1. Paumgarten (Wien) 1:46,8, 2. Meisingcr (Basel) 2:27,2. «.r u Z Für die anläßlich unserer Verlobung erwiesenen Aufmerksamkeiten und Geschenke danken wir recht herzlich Annemarie Malkomeflus / Willi Schmidt Gießen, den 16. Februar 1931 Auch gegen alte Leiden sind Heilkräuter gewachsen und die Erfolge, die mit giftfreien Heilkräutern und Kräutermitteln bei Arterienverkalkung, Asthma und Husten, Blasen- und Nierenleiden, Lungen-, Darm- und Magenleiden, Gicht, Rheuma, Nervenleiden, Fettleibigkeit u. a. erzielt werden, sind 09, ? groß Kostenlose, fachm. Beratung Kräuterhaus Jung Heil-und Kurmittel der Natur Schulstraße 5. 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Baumbach: „Die Justiz ist zur Dirne der Politik geworden", steht in großen Lettern über diesem Buche, das eine Reihe von Skandalaffären der letzten Jahre, wie man annehmen muh auf Grund guter Kenntnisse der Verhältnisse, behandelt, Sklarez, Dar- mut, der Fall der Magdeburger Richter Hoffmann und Kölling im Prozeß Schröder-Haas, Böß, die Femejustiz und der Leipziger Rcichs- wchr-Hochverratsprozeh werden zur Charakteristik des Verhältnisses von Politik und Justiz im preußischen Staate von heute eingehend dar- gestellt. Zur Kritik des politischen Systems ist dieses Buch ein wichttger Beitrag. — Edgar v. S ch m i d t - P a u l i: „F ü r st Bülows D enk un w ü r d i g k eit e n". Ein Protest. Schließ en-Verlag, Berlin W 35 (4). — Don den Memoiren des Fürsten Bülow sind bisher zwei umfangreiche Bände erschienen, die sowohl von Polittkern und Historikern, wie auch von einer Anzahl von Mitarbeitern des vierten Reichskanzlers bereits im einzelnen scharf kritisiert worden sind. Die Schrift Edgar v. Schmidt- Paulis erscheint zu schnell, um gründlich sein zu können. Sie greift nur einzelne, besonders augenfällige Dinge heraus, ohne aber auch sie irgendwie erschöpfend zu behandeln. Es sind lediglich Randbemerkungen, die auch keinen anderen Zweck haben, als die „Bülow-Legenden" schon im Entstehen zu bekämpfen und den Boden für eine gründlichere Kritik vorzubereiten. — Moskau in Deutschland. Don Dr. Paul Fleischer. Derlag von Georg Sttlke, Berlin NW 7. Geheftet 4 Mk. (617.) - Ein Werk, das die tiefste Ursache der finanziellen und wirtschaftlichen Rotlage in der beispiellosen Zerstörung des Privateigentums bloßlegt, wie sich diese vor allem im Wirtschaftskrieg während des Weltkrieges, im Gewaltfrieden von Versailles, in einer erpresserischen Sanktionspolitik, der Inflation, dem Dawes- und Voungplan. der wirtschaftlichen Betätigung der öffentlichen Hand, einer vcrmögensfeindlichen Gesetzgebung, dem Bolschewismus, sowie in einem von schrankenloser Erwerbsgier entfesselten Konkurrenzkampf auswirkt 0 ~ z-z 2W ’S £ c:01 3 D «■ :»O-N Gute Existenz: Bergstraße in guter Lage, hessischer Kreisstadt, mit freiwerdender Wohnung zu verk Preis Mk. 30000. Anzahlung Mk. 10000 Wollt, Moos 4 Co.. Innnobillen, Bensheim ö.d.B. 1225 V 'M ~<4 A ! Wh»** ; * iu.$™,ii ,„ gd"°d,gt ^kung, den Rest ^rboll.Leeby e*B mit 10:4 (51) ,u9 in Staffel jm en Nftrfttunbe ^vald. DZr tzK srLS ijeti. ^LrL mtäten Doppel der aften in Nizza mit 9- Außem-Bouffus :1 und anflhließend Ulmeister La -A. 1860 vor 8000 1:0). te Justiz".^ ^gentoatt, Ber'.ag 2). - Das emfte a. 9. Daumbach: Politik geworden", bleiern Buche, das n der fehlen Jahre, Itunb guter Rennt» leit, Sklarez, Bar» eget Richter Hoss'« eh Schröder-Haas, Leipziger Reichs« >en zur Ehdralte- Politik und Justiz ite eingehend dar- ischcn Systems ist ' ag. tzauli". „'Surft I gleiten". Ein :tlin W35 (4). - : nften Bülow find infce erschienen, die iflotüein, wie auch Leitern des vierten feinen fcharf Inti» t Edgar v. Schmidt- n gründlich fein zu Meine, besonders >hne aber auch sie handeln. Ss sind e auch keinen an« , Bülow-Legenden en und den Boden beispiellosen > S blohlegt. toie M Hastskrieg wahres [tfrieben von Der cn Sanktwnspolidr. , und BoungPlan, der öffentliN $cn GefeygcbM, einem von schranken n Konknnenztampf rwicl^n*^' ! 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