eu*e ab afe :n kann ten fsierein s'8'«Ühr.imHöb s der Universität: Uc ®ornkamm «ber ' toharf Mv = idf irii das tragen fdicn Körper- rang tragenden perfomet. den BediifniHen lldi dordidodilen Edelgurl, Edel- Edelformer M ndnnoertlndllfi prtije wie bei &322D Berger epl?on 4174 hn rett Linie olatzjl f,euti??S6y sKZ ^ictiengeratk' ^7p 1, bei. fische Beschenk! ausWolL^1 Klasse^..... aK-sd^J5 SSt«' nr. 295 Erstes Blatt 181 Jahrgang Dienstag, 15. Dezember 1931 Lrlchein» täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe anter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: granlfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche UntverfitS1§-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: SchulNratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 °,n mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot,- für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Deutschland am Vorabend der Abrüstungskonferenz. Eine Unterredung mit Reichswehrminister Groener. — Die Wehrverbände keine militärischen Reserven. — Die Handelsflugzeuge für den Kampf untauglich. — Deutschlands Sicherheit inmitten waffenstarrender Nachbarn aufs äußerste bedroht. Berlin. 14. Dez. (WTB.) Reichswehrminister Dr. Groener gewährte dem Vertreter eines amerikanischen Korrespondenzbureaus ein Interview, in dein er sich mit den Fragen der Abrüstung befaßte. Auf die Frage, ob man den sog. W c h r - verbänden — Stahlhelm. Reichsbanner, SA. — als personellen Faktor des deutschen potentiel de guerre einen militärischen Wert als Reserve der Reichswehr beimessen könne, erwiderte der Minister, die Behauptung von einem militärischen Wert der Verbände sei eine Legende. Der militärische Wert kann nur auf sorgfältiger militärischer Schulung und Waffenübung beruhen» Beide Voraussetzungen fehlen bei den deutschen Wehrverbänden, sind dagegen z. B- bei den polnischen Wehrverbänden vorhanden. Deutschland kennt keine militärische I u g e n d a u s b ild u n g wie die Nachbarstaaten. Die sportliche Betätigung der deutschen Wchrverbände hat mit militärischer Ausbildung nichts zu tun, sonst müßte auch jeder Turnverein und jeder Ausflug der Schuljugend ins Gelände zum potentiel de guerre jedes betreffenden Landes zu rechnen fein. Den deutschen Wehrverbänden fehlt es außerdem an Waffen jeder Art. Die alten Kriegswaffen muhten vernichtet werden, neue dürfen nur für die Zwecke der Reichswehr von wenigen genau bestimmten Fabriken und nur für die Reichswehr angefertigt werden. Auch die Reichswehr selbst verfügt nur über eine Garnitur von Waffen, so daß also eine Bewaffnung der verbände aus Reichswehrbeständen unmöglich ist. Ebenso unmöglich ist die Mobilisierung der privaten Organisationen zu innerpolitischen Zwecken, um sie etwa als Reserve der Polizei und Wehrmacht einzusetzen. Mein rücksichtsloser Kampf gegen jede parteipolitische Beeinflussung derReichswehr ergibt sich gerade daraus, daß jede Vermischung der Wehrmacht mit den parteipolitisch und weltanschaulich untereinander in scharfem Gegensatz stehenden Wehroerbänden auch die staatlichen Machtmittel innerlich schwächen und zersetzen werde. Daher unterhält die Reichswehr keineBeziehungenzuirgend- einem Wehroerband. Auf die Frage nach dem militärischen WertderdeutschenZioilflugzeugeund der französischen Forderung auf Schaffung einer Völkerbundsflotte erwiderte der Reichswehrminister unter anderem: Der Präsident der französischen Luftfahrtkommission, Oberst B r o c a r d, der im Kriege selbst ein bekannter Jagdstaffelführer war, hat vor einiger Zeit in der französischen Kammer über die Frage eines Umbaues von Handelsflugzeugen in Kriegsflugzeuge erklärt: „Aber vergessen Sie nicht, um dies zu tun, muß man die Geschwindigkeit des Flugzeuges vermindern, seinen Rumpf nach allen Seiten verändern, seine Steigfähigkeit vermindern und damit das ganze Flugzeug viel verletzbarer gehalten. Wenn ich die Ehre hätte, Piloten zu kommandieren, die gegen eine derartige umgewan- delle Handelsluftfahrt zu kämpfen hätten, so wäre dies eine prachtvolle Sache." — Der Kampf eines fo umgebauten Flugzeuges würde fein wie ein Kämpf zwischen einem bewaffnetsn Handelsdampfer und einem modernen Kreuzer. Aber selbst, wenn ein solcher Umbau theoretisch möglich wäre, was bedeutet die geringe Anzahl derartiger umgebauter deutscher Flugzeuge gegen die französische Militärluftflotte, die nach den Worten des französischen Luftfahrtministers über 2800 Flugzeuge ohne Reservebestände umfaßt. Die von Deutschland beantragte gänzlicheAbschaffung der 2Hi- litärluftfahrt und das verbot des Bombenabwurfs aus Flugzeugen aller Art für alle Mächte wären die wirksamsten Mittel, um die Offensiokraft der neuzeitlichen Kriegswaffe zu brechen und die Bevölkerung vor den Gefahren de- Luftkrieges zu schützen, wer die Kriegsgefahr mindern will, muh für die Abschaffung der wirksamsten Offensivwaffe eintreten. Bezüglich der Aufstellung einer eigenen militärischen Exekutivmacht des Völkerbundes brauche ich nur auf die jehr- gen Vorgänge in der M an dschurei hinzuweisen, um die Schwierigkeiten dieses Problems aufzuzeigen. Eine Exekutivmacht des Völkerbundes seht Preisgabe eines Teiles der staatlichen Souveränität der Dölkerbundsmitglieder voraus. Aber auch Briand hat in seinem Paneuropamemorandum als die Grundlage des Völkerbundes die Souveränität der Staaten und die Gleichheit ihrer Rechte genannt. Eine Völkerbundsstreitmacht, die lediglich ein Vollzugsorgan der militärisch stärksten Staaten darstellt, würde dem Grundsatz der Gleichberechtigung ins Gesicht schlagen und die kleinen Staaten wehrlos der Machtpolitik der hoch gerüsteten Staaten ausliefern. Das Gebot der Stunde heißt Abrüstung und nicht Sa - botagederAbrüstung durch Aufwerfen von Problemen, deren Lösung entweder undurchführbar oder erst in ferner Zukunft möglich ist. Lieber die Frage der Sicherheit Deutschlands und seine grundsätzliche Stellungnahme zum Abrüstungsproblem erklärte der Minister weiter: Deutschlands LInsicherheit ergibt sich aus dem gewaltigen Llnterschied zwischen den Rüstungen der Rachbarstaaten und der eigenen Entwaffnung. IenseitsberGrenzen sieht der Deutsche: Mililärtustflotten, gewaltige Geschwader an Kampfwagen, Massen von schwerer Artillerie und andere Kriegswerkzeuge, die Deutschland alle verboten sind. Jenseits der deutschen Grenzen stehen die Heere, die auf dem Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht auf- gebaut sind. Die Deutschland aufgezwungene heerorganisalion der kleinen Berufswehrmacht erlaubt weder das Ansammeln militärischer Reserven, noch die Bereitstellung von Reserve- material. während die Nachbarstaaten ihre Grenzen durch neuzeitliche Befestigungen sperren, darf Deutschland an der Off- und Südgrenze keine Befestigung anlegen und muhte an der Westgrenze beiderseits des Rheins eine entmilitarisierte Zone einrichten. Dasselbe Mißverhältnis der militärischen Stärke besteht auch in der Seerüstung. Während das deutsche Deplacement für die jetzt viel genannten Ersahbauten unserer veralteten Linienschiffe auf 10 000 Tonnen beschränkt wurde, gelten für die Capital ships anderer Seemächte 35 000 Tonnen als Höchstdeplacement. 0 - B o o t e, Flugzeugträger und Marineflugzeuge sind Deutschland verboten. Die deutsche Gcsamttonnage beträgt nur 125 000 Tonnen gegenüber der Tonnage Englands von mehr als einer Million Tonnen, Japans von 800 000 Tonnen. Frankreichs von etwa 650 000 Tonnen. Frankreich baut in jedem Jahre 50000 Tonnen neue Kriegsschiffe, in drei Jahren also mehr, als das gesamte Deplacement der deutschen Flotte beträgt. Aus diesem dln» terschied an Recht und Macht und aus den feierlichen Verpflichtungen der Siegermächte, dem deutschen Beispiel in der Abrüstung zu folgen, ergeben sich d I e Grundsätze der deutschen Ab- rüslungspolllik: Gleichberechtigung, Gleichheit in den Methoden der Abrüstung und gleiche Sicherheit für alle Völkerbundsmitglieder. „Sicherheit und Abrüstung" und nicht „erst Sicherheit, dann Abrüstung" heiht die Parole für die Abrüstungskonferenz von 1932 und für die Gesundung der Welt in wirtschaftlicher, polilifcher und moralischer Hinsicht. Die Sozialdemokraten gegen eine Einberufung des Reichstags. Berlin, 14. Dez. (121.) 3n der Sitzung der sozialdemokratischen Reichslagsfraktion am Montagnachmittag wurde eine Entschließung gefaßt, in der es heiht: „Die Notverordnung vom 8. Dezember ist von einer Regierung erlassen, der kein Sozialdemokrat angehört. Die sozialdemokratische Reichslagsfrak- tion lehnljede Verantwortung für jene Teile der Notverordnung ab, die eine neue Belastung der Arbeiter, Angestellten und Beamten mit sich bringen. Sie erhebt gegen die Eingriffe in das Tarif- recht, gegen die Senkung der Löhne, Gehälter und Sozialrenten schärfsten Protest. In ihrem Bestreben, die schädlichen Bestimmungen der Notverordnung durch erträgliche zu ersetzen, findet die sozialdemokratische Reichstagsfraktion bei den Parteien der verantwortungslosen Opposition keine Unterstützung. Sie ist nicht in der Lage, mit ihnen eine Regierung bilden zu können, die die Verordnung vom 8. Dezember durch eine bessere erseht. Ein A u f - hebungsbeschluh des Reichstages kann deshalb eine praktische Wirkung nicht haben. Eine politische Krise im gegenwärtigen Augenblick würde aber nur d i e Verwirrung st e i g e r n, die Verhandlungen mit dem Ausland ins Stocken bringen, die Wirtschaftskrise und mit ifjr das Massenelend verschärfen. Notwendig ist es, die besonderen Härten, die die Notverordnung für einige Arbeiterkategorien mit sich bringt, zu beseitigen. Durch stärksten Massendruck muh dahin gewirkt werden, eine Verbilligung der gesamten Lebenskosten zu erreichen, die zu den Lohnkürzungen den notwendigen Ausgleich schasfl. Unter Hinweis auf die Erklärung der Reichsregierung, dah es vornehmste Pflicht der Regierung fei, darauf zu achten, dah der jetzige Stand von Löhnen und Gehältern nur bei einem entsprechend tief gehallenenStande aller Preise aufrecht erhalten bleiben könne, erklärt die sozialdemokratische Reichstagsfraktion, dah auch für sie eine neue Lage entstanden sein werde, wenn sich herausstellt, dah die Senkung der Preise mit jener der Löhne nicht Schritt hält. Sie behält sich für diesen Fall ihre weiteren Beschlüsse vor. Eine der Ursachen für die ungeheure Verwirrung der Weltwirtschaft bestehe in der Kriegs- verschuldung der Staaten untereinander und ganz besonders in dem System der deutschen R c - parationszahlungen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion fordere die Befreiung des deutschen Volkes von unerträglichen Lasten. Die Schweiz fönbigl den Handelsvertrag. Deutschlands Zwang zum Warenexport von Bern nicht anerkannt. Bern, 14. Dez. (WTB.) Nach Kenntnisnahme des negativen Ergebnisses der wirtschaftsverhand- lungen mit Deutschland hat der Bundesrat beschlossen, den Handelsvertrag mit Deutschland am 18. Dezember 1930 zum 4. Februar 1932 z u kündigen. In der Note, in der er die Kündigung mitfeilt, wird der Bundesrat der hosnung Ausdruck geben, durch durch neuerer- handlungen eine neue Gestaltung der gegenseitigen Handelsbeziehungen möglich fein wird. Es ist übrigens zu betonen, dah durch diese Kündigung nicht ohne weite re s ein Zollkrieg ein- geleitet wird. An zuständiger Berliner Stelle hat die Kündigung des Handelsvertrages durch die Schwei; nicht überrascht, und auch in Berlin steht man auf dem Standpunkt, daß der nun elngetrelene vertragslofe Zustand mit der Bezeichnung „Zollkrieg" nicht getroffen wird. Die Schwierigkeiten der Schwei; werden auch durchaus anerkannt. Man erwartet jedoch von der schwei;erischen Regierung das Verständnis dafür, daß die Lage Deutschlands noch viel schwieriger ist. Wenn Deutschland in feiner bekannten Finanzlage ohnehin nur die Möglichkeit hat, feine Schulden durch Warenlieferungen ab;ufragen, eine Tatsache, die in den schwebenden internationalen Finanzverhandlungen in Basel und in Berlin die Grundfrage bildet, kann sich auch keine deutsche Regierung finden, die ihre Ausfuhrmöglichkeifen freiwillig beschneiden würde, indem sie die von der Schweiz zugemufefen Kontingentierungen anerkennt. 3m übrigen werden in den nächsten Tagen Handelsvertragsverhandlungen auch mit Frankreich im Rahmen der deutsch-französischen wirfschasfsbesprechungen ausgenommen werden, für die ein deutsches Eingehen auf die schweizerischen Kontingenfierungswünsche e l n gefährliches Präjudiz darstellen würde. Berliner Echo. Erhebliche Verschärfung der Lage. Berlin, 14. Dez. (ENB.) Zu der Kündigung des deutsch-schweizerischen Handelsvertrages schreibt die „V o s s i s ch e Zeitung": Die H'osftmng ist gering, daß die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz keine wesentliche Verschärfung erfahren. Die führenden Schweizer Kreise find da leider entschlossen, die Augen vor der Tatsache zuzu machen, daß Deutschland feine Schulden nurmitWarenbe- zahlen kann und daß die Schweiz entweder Geld und Ware von Deutschland annehmen muß oder keines von beiden. Von dem vertraglosen Zustand, der voraussichtlich zwischen Deutschland und der Schweiz eintreten wird, werden natürlich beide Länder schwer betroffen, welches schwerer, das muß die Zukunft erweisen, — Der „Angriff" sagt: Man scheint sich im Lande der Eidgenossenschaft in keiner Weise darüber klar geworden zu fein, daß die Zahlungsbilanz zwischen Bern und Berlin nicht nur durch In- und Export, sondern in ganz beson- ders hohem Maße d u r ch d i e A n l e g u n g d e u t- scher Kapitalien in derSchweiz und durch den deutschen Reiseverkehr beeinflußt wird. Man sollte weiter bedenken, daß allein in einer einzigen deutschen M i 11 e l ft a b t schon heute mehr Arbeitslose vorhanden sind, als im gesamten Schwei z e r Gebiet. Diese Arbeitslosenzahl würde nach den Schweizer Wünschen noch erheblich vermehrt werden. Wenn die Schweiz den handelspolitischen Krieg will, schön, dann soll sie sich aber nicht wundern, wenn von deutscher Seite sehr fühlbare Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die Einfuhrbeschränkung der Schweiz. Bern, 14. Dez. (WTB.) Der Bundesrat unterbreitet der Bundesversammlung einen Gesetzentwurf über die Beschränkungen der Wareneinfuhr. Danach sei der Bundesrat zu ermächtigen, zum Schutze dkr nationalen Produktion vorübergehend d i e Einfuhr bestimmter von ihm zu bezeichnender Waren zu beschränken oder von Bewilligungen abhängig zu erklären, deren Bedingungen er festsetzt. Bankenkonzeniration und Bankbeamte. Berlin, 14. Dez. (WTB.) Reichsfinanz- minister Dietrich empfing am Samstag den Vorsitzenden des deutschen Bankbeamtenvereins Für st en berg und den Generalsekretär des Gewerkschaftsringes L e m m e r zu einer Aussprache über die Absicht, eine Großbanken- fusion herbeizuführen. Hierbei trug Fürstenberg die schweren volkswirtschaftlichen und sozialen Bedenken vor, die gegen eine weitere Bonkenkonzentrotion erhoben werden müssen. Es drohe eine neuerliche Existenzgefährdung für Tausende von Bankangestellten und eine weitere Verschlechterung deS Arbeitsmarltes. Der Reichsfinanzminister anerkannte durchaus die Berechtigung der Bedenken und betonte auch seinerseits, daß eine übersteigerte Konzentration des Bankwesens sowohl in staatspolitischer als auch in sozialer Beziehung nicht ohne Gefahren sei. Eine endgültige Entscheidung der Reichsregierung über den Umfang und die Form der zum Teil zwangsläufig notwendig werdenden Aktion im Bankwesen sei noch nicht erfolgt. Auf alle Fälle aber werde er sich dafür einsehen, dah die für die Bankbeamten etwa ein- tretenden wirtschaftlichen Schäden soweit wie irgend möglich gemildert würden. Empfang der Gewerkschaften beim Reichskanzler. Berlin, 14. Dez. (ENB.) Wie wir erfahren, hat Reichskanzler Dr. Brüning die Vertreter der drei Gewerkschaft srichtun gen zu einer Besprechung empfangen, die sich auf die Vermeidung außergewöhnlicher Härten bei der Durchführung der Lohnsenkung und Probleme der Preissenkung erstreckte. An der Besprechung haben auch die Vertreter der Beamtenorganisationen teilgenommen. 25 kommunistische Funktionäre in Frankfurt verhaftet. Die Polizei verhaftete heute früh etwa 25 kommunistische Funktionäre in ihren Wohnungen und nahm sie in polizeilichen Gewahrsam. — Die Kommunisten beabsichtigten heute trotz der Notverordnung Demonstrationen zu veranstalten, weit heute nachmittag in der Stadtverordnetenversammlung über die Gewährung einer win - terbeihilfe an die Erwerbslosen verhandelt werden soll. Tfchiangkaischek Wückgelreten. Erfolg des radikalen Flügels der Kuomingtang. Schanghai, 14. Tez. (WTB.) Der Präsident der chinesischen Republik Tschiangkai- s ch e k ist z u r ü ck g e t r e t e n. Der Rücktritt wurde angenommen. Man erwartet auch den Rücktritt des Finanzministers und zahlreiche andere Personalveränderungen. Wie verlautet, wird Tschiangkaischck das Amt eines Generalissimus mit dem Oberbefehl über 500 000 Mann beibehalten. Das Amt des Prüft- benten der Rationalregierung, von dem Tschiang- kaischek zurückgetreten ist, dürfte vorläufig, d. h. bis zur Umbildung der Regierung, von dem Mitglied des äleberwachungsausschusses der Kuo» mintang, Linshan, übernommen werden. Wahrscheinlich wird in der neuen Regierung das kantonische Element überwiegen. Die Rachricht vom Rücktritt Tschiangkaischeks hat ungeheures Aufsehen erregt. Der Rücktritt scheint von der Kantoner Gruppe, an deren Spitze Sunfo und der Parteiveteran W a n g t s ch i n g- w e i stehen, erzwungen worden zu sein. Diese» Gruppe nutzt die Enttäuschung infolge der Entschließung des Völkerbundes dazu aus, die Mißstimmung gegen Tschiangkaischek zu schüren. Sie wurden unterstützt von chauvinistischen Studenten und Mitgliedern des linken Flügels der Kuomingtang, die von jeher dio Politik Tschiangkaischeks bekämpft haben. Jm amerikanischen Kongreß wird eine Einladung an Hindenburg gefordert. Washington, 14. Dez. (fflIB.) 3m Repräsentantenhaus appellierte der Demokrat Collins von Mississippi an Präsident Hoover, der Einladung Macdonalds, Lavals und Grandis baldigst eine Einladung Hindenburgs folgen zu lassen. Deutschland sei an den von Hoover mit den obigen Staatsmännern erörterten Problemen mehr interessiert als irgend ein anderes Land. Sei doch Deutschland der Drehpunkt der europäischen Politik und Hindenburg das letzte starke Bollwerk gegen radikale Exzesse. Europas Stabilität sei zur Zeit so fadenscheinig und schwach, daß es den Schreck eines faschistischen Staatsstreiches nicht aushalten tonne. Eine Einladung an Hindenburg wäre der Auftakt zu besserem Verständnis der deuts che n Rot und der Notwendigkeit amerikanischer Mit- arbeit. Der Republikaner Beck von Pennsyloanien richtete einen warmen Appell an die demokratische Seite des Hauses in Fragen der auswärtigen Poll- tik, Parteidifferenzen zu vergessen und durch Unterstützung der Regierung eine einheitliche, konsequente, vernünftige amerika- niscyeAußenpolitikzu gewährleisten. Genau wie Wilson es ablehnte, von Deutschland einen Cent Reparationen oder einen Zoll Boden zu fordern, sollten die Demokraten jetzt großzügig sein und von Den fremden Regierungen fein Geld eintreiben, solange diese zur Zahlung ihrer Schulden nicht fähig seien. Es sei soviel Geld amerikanischer Bürger in Deutschland investiert, daß auch Amerika sich einer Katastrophe nähere, wenn es jetzt nicht Deutschland helfe. Als Beck geendet hatte, erhoben sich geschlossen alle republikanischen Abgeordneten und klatschten Beifall. Don demokratischer Teste wurde erwidert, der Prä- sident dürfe zwar Außenpolitik machen, aber bei internationalen Verträgen, die die Finanzen Amerikas berührten, dürse sich der Kongreß das Recht der Mitbeurteilung nicht rauben lasten. Borah verweist auf Frankreich. Cftnc Kursänderung in Paris keine Aussicht auf Besserung. London, 14. Dez. (WTB) ..Daily Herald" berichtet: Senator Borah sei der Ansicht, eine Besserung der europäischen Lage könne nur durch eine Annäherung Frankreich- und Deutschlands auf der Basis eines solchen Programms erfolgen, das Deutschland wieder Lebensmöglichkeiten gäbe. Was bezüglich der Reparationen getan werden könne, liege fast ausschließlich bei Frankreich. Allerdings sehe die Durchführung eines solchen Programms, auf das die ganze Welt warte, eine Kursänderung der jetzigen französischen Politik voraus. Borah schloß, er wolle noch die Abrüstungskonferenz abwarten, die seiner Meinung nach in Wirklichkeit eine Wirtschaftskonserenz sei. Ohne eine Ber- minderung der Rüstungen sei eine Wirtschafts- kon'e.enz zwecklos. Indessen bestehe begründete Aussicht auf Besserung der Lage, wenn die Reparationen und die Kriegsschulden gestrichen und die Rüstungen herabgesetzt würden. Die Regierungen müßten ihre Politik darauf umstellen, weil es sonst keinen Zweck hätte, überhaupt Delegationen zur Konferenz zu entsenden. Oie Gestaltung der Wohnungswirtschast unter der vierten Notverordnung. Oer Abbau der Hauszinssteuer. — Oie Lockerung der ZwangSbewirtschastung. Oer Mieterschutz. — Oie Mietsenkung. Berlin. 14. Dez. (ERB.) 3n einem Rundfunkvortrag über die Regelung der Wohnungswirtschaft durch die neue Notverordnung führte Oberregierungsrat Surft vom ReichSarbeitsministe- rium u. a. folgendes aus: Mit der Regelung der Hauszins st euer, wie sie allgemein genannt wird, setzt die Rotverordnung den Schlußstein unter eine Entwickelung, die im Frühjahr 1924 im Zusammenhang mit der Auswcrtungsgeseh- gebung begann. Die Steuer selbst war seit ihrem Bestehen politisch und wirtschaftlich stark umstritten. Bereits die Oktobernotverordnung sah eine Senkung der Steuer ab 1.April 1 932 grundsätzlich um 20 vom Hundert vor. In dieser Höhe wird nunmehr die Steuer in den nächsten drei Jahren, also vom 1. April 1932 bis zum 31. März 1935, erhoben. Dann wird sie stufenweise abgebaut, und -war in den Jahren 1935 und 1936 um 25 v. H. und in den darauf folgenden drei Jahren um 50 v.H., vom 1. April 1940 ab wird eine Hauszinssteuer nicht mehr erhoben. Daneben bringt die Reuregelung für den Hausbesitzer die Mögltchkeit, die Steuer zu sehr günstigen Bedingungen vorzeitig abzulösen. Der Ablösungsbetrag ist verschieden nach dem Zeitpunkt, in dem die Ablösung erfolgt. Die Verordnung regelt ferner eingehend den Verwendungszweck sowohl des noch lausenden Steueraufkommens wie der Ablösungsbeträge. Fürdie Zwecke derWohnungs- wirtschaft, also für den Kleinstwohnungsbau, die Erhaltung des Altwohnraumes und die Teilung von Großwohnungen, für Miet- und Zinszuschüsse, für die Abdeckung von Vorgriffen auf Die Hauszmssteuer können die Länder noch Mittel bis zur Höhe von ein Fünftel des Aufkommens verwenden. Daneben bleibt das Gesetz über die Rückflüsse aus den sogenannten Hauszinssteuerhypotheken bestehen. Oie Wohnungszwangswirtschast ist insoweit überflüssig und abzubauen, als sich auf dem Wohnungsmarlt Angebot und Rachfrage ausgleichen. Das WohnungSmangelae- se h tritt am 1. April 1933 endgültig außer Kraft, d. h., von diesem Zeitpunkt an dürfen Wohnungen oder sonstige Räume von den Wohnungsämtern n ich t mehr beschlagnahmt und sonst in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus wird das Wohnungsmangelgeseh schon ab 1. Januar 1 93 2 wesentlich eingeschränkt. Danach werden künftig von tfcr Beschlagnahme und den übrigen Vorschriften des Wohnungsmangelgesehes sämtliche Wohnungen ausgenommen, deren Iahressriedensmiete einen je nach der Ortsklasse verschiedenen Betrag übersteigt. Diese Beträge liegen zwischen 300 Mk. in der niedrigsten Ortsllasse und 800 Mk. in der höchsten. Werkswohnungen und Wohnungen gemeinnütziger Wohnungsunternehmen dürfen ebenfalls nicht mehr beschlagnahmt werden. Oer Mieterschutz wird für die Zukunft in folgender Weise neu geregelt: Die Vorschriften des Reichsmietengesehes und des Mieterschuhgesetzes sind vom 1. April 1932 an nicht mehr anwendbar auf teuere Wohnungen, das sind Wohnungen mit einer Jahres friedensmiete von 1600 Mk. und mehr in Berlin, 1400 Mk. und mehr in den Orten der Sonderklassen bis zu 450 Mk. und mehr in Ortsklasse D. Außerdem werden befreit alle Reubauten, alle durch Um* oder Einbauten neu geschaffenen Räume ohne Rücksicht darauf, ob sie mit Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln errichtet wurden oder nicht. Das Gleiche güt für alle durch Teilung einer Wohnung oder Umw andlung von Geschäftsräumen neu geschaffenen Räume und für sämtliche Untermietverhältnisse. Oie Grundlage für die Mietfenkung ist geschaffen durch die Herabsetzung deS Zinsfußes für Aufwertung-- und sonstige Hypotheken in Verbindung mit der Reuregelung der HauszinS st euer. Die Ursache für bie u n t e t - schiedliche Behandlung der Alt- und Reubauten liegt darin, daß die Hauszinssteuer nur bei Altbauten erhoben wrrd. Die Hauszinssteuer ist abgestimmt auf die Höhe deS Zinsfußes der AufwerlungShypotheken. Rachdem der Zinsfuß der AufwertungShhpo- t h e k e n statt auf 7,5 v H. auf 6 v. H vom 1. Januar 1932 an festgesetzt wurde, kann die Entlastung. die der Hausbesitzer auf diese Weise erfährt, zu einer gleichmäßigen Mietsenkung herangezogen werden. Beim Altwohnraum wurde eine gleichmäßige Senkung der Miete um 10 v. H der FriedenSmiete vorgeschrie- ben. Grundsätzlich anders hingegen liegen die Dinge beim ReuhauSbesitz. Sine HauS- zinssteuer wurde beim ReuhauSbesitz nie erhoben. Hier stehen daher für eine Mietfenkung nur die Beträge zur Verfügung, die der ReuhauSbesitz durch die Zinsfentung erspart. Hier mußte eine individuelle Lösung gefunden werden. Eolijn spricht in Basel über den wirt« schastlichen Unsinn politischer Zahlungen. Lebhafte Diskussion im Beratenden Sonderausschuß. Basel, 14. Dez. Der Beratende Sonderausschuß hat die Aussprache über die Einwirkungen der Reparationszahlungen auf die Weltwirtschaftslage abgeschlossen. Der Bericht deS holländischen Ausschuhmitgliedes Eolijn über die funktionsstörenden Wirkungen der politischen Zahlungen war außerordentlich klar und eindrucksvoll. Er betonte u. a., daß verschiedene Staaten in steigendem Maße durch die infolge der Reparationszahlungen notwendig gewordene Steigerung des deutschen Export- zu Ab - wehrmaßnahmen gezwungen worden seien. Das ganze System habe zu einer empfindlichen Störung de-Güteraustausches zwischen den Ländern und damit des gesamten Weltwirtschaft-Handels geführt. Eolijn behandelte das Problem ebenso freimütig und objektiv wie seinerzeit im Wirtschaftsausschuß der Döller- bundsversammlung im September d. M., wo feine Ausführungen übet dasselbe Thema ebenfalls sehr stark beachtet worden sind. Er erklärte damals, die Transferierungen hätten sich als absolute Unmöglichkeit herausgestellt, einmal weil die Reparationen nicht auf wirtschaftlichen Gründen beruhen, ferner weil die Gläubiger sich weigerten, den für die Bezahlung notwendigen Export auszunehmen. Eolijn wie- weiter auf den zeitlich hegten 8 te n Charakter deS Hpover-Mo- ratoriumS hin und betonte, daß im Hinblick darauf schleunigst Maßnahmen getroffen werden müßten, um der Situation nach Ablauf des Moratoriums rechtzeitig zu begegnen. Seine heutigen Darlegungen bewegten sich auf derselben Linie wie damals. Die Entwicklung der letzten Monate hat die Richtigkeit feiner damaligen Ausführungen und Warnungen hiermit bestätigt. Die Diskussion, an der sämtliche MitgNe- der des Ausschusses teilnahmen, bewegte sich auf sehr beachtlicher Höhe. DaS Problem wurde eingehend nach den verschiedensten Richtungen erörtert. Auch der französische Vertreter konnte sich den von Eolijn vorgebrachten Argumenten nicht ganz entziehen. Er meinte lediglich, daß der Einfluß ter Polite chen Zahlungen auf das Wirtschaftsleben nicht so beträchtlich sei, wie es von anderen Sachverständigen angenommen würde. Die Tatsache einer Funktionsstörung durch die Reparationen bat aber auch der französische Vertreter nicht mehr bestritten. Morgen wird die Lage der R e i ch S b a h n zur Sprache kommen. Von der ReichSbahngesellschast ist Direktor Hornberger mit einigen Sachreserenten in Basel eingetroffen. Diese arbeiten heute ein Memorandum aus. da- morgen dem Ausschuß vorgelegt werden wird. Rach Behandlung dieser Frage ist dann der Tatbestand über die deutsche Wirtschafts- und Finanzlage aufgenommen und der Weg zu den Schlußfolgerungen frei. Am Dienstagnachmittag ober am Mittwoch dürfte die Frage der Ernennung eine- Komitees vonDerichterftat- t c t n akut werden. Ob es möglich fein wird, zu einheitlichen Schlußfolgerungen zu kommen, mutz abgewartet werden. Aus aller Well. Untergang eines italienischen Hochsee- schlepperS mit 36 Mann Besatzung. Der italienische Hochseeschlepper „lese o* Ist auf der Fahrt von £a Maddolena nach Liolta Vecchio untergegangen. Dabei sind 36 Mann der Besatzung um» Leben gekommen. Da» Schiff hatte Hilferufe gefunkt, au» denen hervor- gegangen war, daß b I e Masten gebrochen, bas Steuer beschäbigt unb bie Maschinen Infolge Einbringen» von wasser unbrauchbar geworben waren. Der beutsch« Dampfer „Trapani-, ber Hilfe zu bringen versuchte, vermochte infolge ber hochgehcnben See nicht an bas wrack heranzukomiyen. Puch ein versuch des Kreuzers „Triest-, ben „Tesco" in» Schlepptau zu nehmen, mißlang. Rur ein leit bet Besatzung konnte von ben zur Hilfe herbeigeeilfen Schiffen an Botb genommen werben. Oer Sklarek Prozeß triff in den driften Verhandlungsmonat. Berlin, 14. Dez. (ERB.) Mit der heutigen Sitzung des Sklarekprozesses hat der dritte Verhandlungsmonat dieses Monstreprozesses begonnen. In den vergangenen zwei Monaten ift, ob- wohl über 60 Zeuaen vernommen wurden, ber e r ft e I e U ber Anklage, der von den Liefe- rungeoerträgen der Firma Sklarek mit der Stadt Berlin und von ben Zuwendungen an bie Angeklagten handelt, noch nicht zu Ende gebracht worden. Bi» zur Inangriss- nähme des zweiten Teiles der Anklage, ber ben Stadtbankkomplex behandelt, werden vielmehr noch einige Derhanblungstage vergehen. Stadtrat Hermann vom Bezirksamt Mitte gab zu, sich für die Firma Sklarek eingesetzt zu haben, denn er Hobe Verfügung bekommen, wonach sämtliche Bezirksämter bei der Firma Sklarek hätten einkausen müssen. Ihm seien von Gäbel sogar Vorhaltungen gemacht worden, daß er gegen die Lie- ferunaen durch die Sklareks Schwierigkeiten mache. Der Zeuge will zahlreiche günftiaere 81 n• geböte als die der Sklareks an den Angeklagten Gäbel gesandt haben, der ihm erwidert habe: „Das hilft alles nichts, wir müssen bei den Sklareks kaufen.- — Hierauf habe der Angeklagte damals die Aeußerung getan: „Die Sache stinkt zum Himmel, es gibt noch einen größeren krach " — Bürgermeister Schneider habe sich bei einer Weihnachtsbescherung dafür eingesetzt, daß ein Gießener Konzeriverein. IV. Konzert: Klavierabend Lubka Kolessa. 'Die Wiederkehr Lubka KolessaS regte zu interessanten Vergleichen an über die Entwicklung der Künstlerin im Lause der vergangenen Jahre. Damals lag über ihrem Spiel etwas Unbewußtes, fast Raives, ein Zwang, so zu wollen, wie man cs tat und auch konnte. Jetzt ist das Können einem starken Willen untertan geworden, die Persönlichkeit setzt sich ausgeprägt durch. Das läßt ihr Musizieren in einem gänzlich veränderten Lichte erscheinen. Das. waS man gemeinhin .Schule" nennt, war damals ein wesentlicher, wenn auch nicht allein bestimmender Faktor in dem Eindruck, den man von ihr gewinnen konnte. Obwohl sie auch bei ihrem früheren Auftreten Großes. Starke- gab, so ist doch jetzt eine Veränderung unverkennbar: Da- einstige musikalische und technische Rüstzeug Ist jetzt da- Fundament geworden für einen Ausbau, bei dem alle mehr oder minder objektiven Werte zu individuellen Werten umge- formt, umgewandelt wurden. Jetzt hat man da- Gefühl, daß ein ganzer Mensch vollbewuht mit seiner Persönlichkeit hinter dem Spiel steht. Allem Anschein nach besindet sich die Künstlerin augenblicklich in einer großen Entwicklungsphase, die in dem Ausmaß endgültiger Auswirkung noch nicht völlig zu übersehen ist, die aber Allerletztes erhoffen läßt. Zur Zeit gärt es noch: aber gerade dieses innere Drängen wirkt sich um so ursprünglicher, elementarer auS, wenn schon nicht immer im Sinne eine- harmonischen, egalisierten Ausgleich-. Sie ist jetzt von einem überaus starken Impuls des Aufwallen- beherrscht, der die ihrem Wesen al- Frau komplementäre Seite zur Ent- saltung bringt. Ihr Spiel Ist energievoller, herber 5eworoen. so ist sie auf dem Wege, zu einem kUtünftlcr heranzureifen. Doch dies nicht etwa in dem Sinne, daß sie Vorzüge weiblicher Individualität aufgegeben hätte: im Gegenteil, ihr Gefühl strömt breiter denn je zuvor. Wie immer ist ihr Auftreten von jenem ihr persönlich eigenen Reiz, von Charme erfüllt; wie immer übt fie eine faszinierende Wirkung auf das Publikum auS. Mit ti.f;r für te.s mu ckalische Erleben der Künst- lerin so doch bedeutenden inneren Entwicklung bat das technische Können vollauf Schritt gehalten ES hat an innerem Ausgleich. Beberrfchtdeit und dynamischer Ärafl gewonnen. Diese Gleichzeitigkeit der Weiterbildung lieh sie über da- Klavierphänomen hinauswachsen zu organisch fundierter Persönlichkeit: damit eröffnen sich hier hoffnungsvollste Perspektiven für die Zukunft. Diesmal begann Lubka Kolessa ihre Darbietungen mit Vivaldis für Klavier bearbeiteten Orgelkonzert in O-Moll. Die Intcodu:tion baute sie großzügig auf mit hämmernder Anschlagskraft in organischer Gewachsenheit, sie als eine augenblickliche Improvisation erstehen lassend. Wenngleich sie die Fülle des Orgelllanges mit seiner glänzenden Pracht realisieren wollte, so wäre doch angesichts der Passagen ein vorsichtigerer Gebrauch des Pedals am Platze gewesen. Im Largo gab sie der tantablen Linie Plastik. Die klargefaßte Fuge ließ sie in der Krast der Coda gipfeln. Chopins ö-Moll-Sonatc ist ein überaus leidenschaftliches Werk, voll dämonischer Tragck. Die Sonatenform hat hier eine Umbildung erfahren, die mehr Gewicht auf die individuelle Durchgestaltung ber einzelnen Sätze legt als auf die einheitliche Geschlossenheit des Ganzen. Daß Lubla Kolessa in einem ganz besonderen inneren Verhältnis zu Chopin steht, lieft sich schon bei ihrem ersten hiesigen Austreten scststellen. Die Entwicklung der legten Jahre befähigte sie, dieser Sonate eine ganz besondere Macht der Auswirkung zu verleihen: so wird man darum in musikalischer Hinsicht dieses Werk als den Höhepunkt des Abends bezeichnen können. Der erste Satz war getragen von dramatischer Krast und individueller Durchgeftaltung der gegensätzlichen Themen. Den Seitensatz deS Scherzo- mit seiner lyrischen Ausbreitung stellte fie in wirksamen Kontrast zum Hauptlhema. Den Trauermarsch lieft sie in schicksalsgebundener unerbittlicher Gemessenheit dahinschreiten; das Trio war erfüllt von dem Gefühl des Ucberwundcnhabcns. Unheimlich düster, voll Erregtheit war das Presto. Durch das Austreten des Geigenvirtuosen Pa- fianini hatte seinerzeit die mustkalische Gntwick- ung Franz Liszts einen neuen fördernden An- ft oft erhalten. Der Klavierspieler wollte eS dem Geiger gleichtun, ja. ihn noch zu übertreffen versuchen. Um sich die letzten technischen Möglichkeiten zu eigen zu machen, übertrug er Paganinis 24 Sapricci für das Klavier, indem er den erweiterten Klangsähigkeiten des Klaviers die Bearbeitung anpaßte. An einer dieser Etüden, der in E-Dur, erwies Lubka Kolessa die virtuofe Beherrschung des Instruments, indem sie aber auch gleichzeitig die musikalitchen Reize dieser Studie in volle- Licht setzte. Eine besondere persönlich« Rote verlieh sie LiSztsBValsc irapromptu". Der Meister des musikalischen französischen Impressionismus Claude Debussy kam mit einer „Suite pour le piano“ zu Worte, die zwar mit den Ueberschriften der einzelnen Sätze der überbrachten Form folgt, im Grunde aber im Aufbau wie in der klanglichen Sublimiertheit, dem aufgelösten Rhythmus und in der altericrtcn, von den herkömmlichen Funktionen entspannten Harmonik ein typisches Beispiel impressionistischen Schaffens gibt. Hier erschöpfte Lubka Kolessa die vielfachen klanglichen Möglichkeiten, die sie in feinster Differenziertheit und in feinnerviger Durchgeistigung dem Hörer vorführte. Unserem deutschen Musikcmpsinden mochte ber zweite Satz, die Sarabanbe, wohl am nächsten kommen. Angesichts der hohen musikalischen Fähigkeiten der Künstlerin wäre es für zukünftige Konzerte doch zu erwägen, rein virtuose Vortrag-stücke möglichst auszuschalten und auch Werke deutscher Meister (da- Programm wies keinen deutschen Ramen auf!) zu berücksichtigen. Dr. H. Isolde Kurz liest aus eigenen Werken. Auf Einladung des Allgemeinen Deutschen Frauenoereins las die Stuttgarter Dichterin Dr. phil. h. c. Isolde Kurz, die in früheren Jahren bereits in Gießen zu Wort kam, im Hör. faal des Kunstwissenschaftlichen Instituts aus eigenen Werken. Sie begann mit einem Kapitel aus dem vor kurzem erschienenen umfänglichen Roman- wcrk „Vanadis", das den Schicksalsweg einer ungewöhnlichen Frau erzählt. Der vorgetragene Aus- schnitt aus der Iugendgeschichte der Heldin, in raschem Fluß, dem Bau des weitschichtig angelegten Buches entsprechend, und mit ganz leichter mundartlicher Färbung gelesen, umreißt — nach allgemein gehaltener Einführung — Thema und Um- weit des Romans in einigen markanten Szenen; hier wird berichtet von einer mißglückten Braut- Werbung und von der kleinlichen Rache des oer- schmähten Liebhabers; vom Schicksal der Familie i'oltroang; von Unordnung unb frühem Leid im ‘eben der jungen Vanadis; von der strengen Tante Fanny und der jung gebliebenen Groß- mutter; vom Verkauf de» Pferdchens mit dem Mär- chennamcn „Fallada": und als Höhepunkt und Ausklang des Kapitels vernahm man den Bericht vom schmerzlichen Abschied, vom Amazonenritt im Mondschein und vom traurigen Ende des geliebten Tieres im nächtlichen Park. Nach kurzer Pause horte man die Novelle „Der alte Schrank", eine „Geschichte, die vielleicht keine ist": Isolde Kurz erzählt hier — im Sinne Paul Hevses — das nächtliche Erlebnis auf einer Italien- reife, in einem alten, weitläufigen Palazzo in Ferrara: das beginnt wie eine Spukgeschichte von E T. A. Hoffmann und endet mit einer breit aus- gesponnenen Renaissance-Fabel, die ein Boccaccio- Motiv ins Grausige steigert, indes mancher Hörer vielleicht noch, in (Erinnerung an den „Deca- merone", eine glückliche Wendung de» Abenteuer» erhofft hatte. Isolde Kurz schloß ihre Vorlesung, auf besonderen Wunsch, m.t.einem größeren, episch fabulieren- den Gedicht „Wanderung", in freien Rhythmen, dessen ins Kosmische schweifende Phantasien dem Abend einen harmonischen Ausklang gaben. — Die überwiegend weibliche Hörerschaft dankte mit herzlichem Beifall. —y— Zeitschriften. — Mutter und Kind, Zeitschrift für Ernährung, pflege und Erziehung de» Kinde». Verlag El- roin Staude, Osterwieck am Harz. Vierteljährlich (drei Hefte) 1,65 RM. einschl. Porto — Da» De- zemberhcft bringt dieser Zeit angepaßt eine Reibe interessanter Beiträge, die zum Teil durch zahlreiche Bilder eingehend erläutert werden. Ueber alle die schönen Dinge, die der Weihnachtsmann in seinem Rucksack hat, lesen wir in dem das Heft einleitenden Artikel „Beim Weihnachtsmann". Manche gute Anregung dürfte eine junge Mutter diesem Artikel entnehmen. Dr. Konrad Hahm erzählt „Vom deutschen Volksspielzeug- Dr. Margot Melchior „Dom gulrn Kinderbuch" Unter „Bunte» Allerlei, Spiel unb Zauberei finden wir eine Reihe unterhaltender Beschäftigungsspiele und Zauberkunststücke. — Unter dem Titel „Weihnacht für unsere Jüngsten- finden wir ferner eine kleine Abhandlung über da» Schenken. Richtig schenken ift eine J;unft, wer sie versteht, wird sich durch die Freude, die er zu bereiten vermag, selbst am meisten beglücken. Lochschulnachfichten. Der Lehrstuhl ber Morallheologie in der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bree- l a u (an stelle von Professor Dr. Friedrich Wagner) ist dem Professor Dr. theol. Theoder Künder an ber Philosophisch-Theologischen Hochschule in Passau angeboten worben. i wirt. Zungen auf derselben I der letzten I seiner damalige!! I ien hiermit be. |* Lfc9,'Wau| L** erör, j 'He'Lertreter i xMeleL '^rachtllch \a Wenangenoinim I ^-NollSstcrung 6utd 'i der ston-ösisch, I nchsbahngesellWt i "gen Sachrcferenten I agilen heute ein M dem AuSschuh I Behandlung dieser L "andüber die '[ ' und Finanz. ' d der Deg zu den < ÄenstagnachMag | ! Frage der tzrnen. :? lDerichlerftat. i- öglich sein wird, zu [ :n zu kommen, ms ;> Ä der Ä^durde '»•bö ÄS Hier mM. besitz !h*M^ne “,As zr>" Monstreprozcsfe; be- wei Ronaten ist, ob- -nommen wurden, der von den Liefe- rnifl Eklarek mit dec rwendungenan t, notf) nicht zu Bis jur Snangriff- flntlage, her ben irbtn vielmehr noch ,en. Stobttat S)et• gab zu, sch sür die ,aben. denn er habe i) sämtliche Bezirks- et hatten einten el sogar Borhal- dah er gegen die Lit- Schwierigkeiten matz!. । günstigere Sn- i an den Angellagl» envidert habe: en bei Den 61*«' habe der AngeklG Tie Sache ftintt^jutn arößeren Krach., - habe sch bei em« agefetzt, d°b^ i^Thie Novelle,M die vielleicht g r - im Sinne W nis auf einer 3tolien; .[gütigen Palvzzo in ♦ mit einer breit aus f bie ein S°cc°ccr°. * «* L 2Ä!» 5« SÄ )L $°rVeine H i anß PjL Ulrei^ Derben. ( w» i das M . gUie än* „er diesem 6eU||jen Ä-i j3°m &'r. "spiel U" 'ZL-kS! die er du ulken» großer Poften von Weihnachtsstollen bei dem Bäckereibetrieb seiner Schwiegermutter bestellt worden sei. Als eine Saltenburg-Bühne dem Bürgermeister Schneider P r e m i e r e n k a r t e n für die irste Reihe o e r w e i g ert hatte, soll Schneider beim Svezialdenernat für Steuern angeordnet haben, die Theaterkasse wegen der Steuerrückstände zu p f ä n • den. — Schneider best reitet, daß Theater- freikarten ihn veranlaßt hätten, die Bühnen im Hinblick auf die Steuer nicht objektiv zu behandeln. Als der Angeklagte exwähnt, daß er noch Rechnun- gen aus dieser Zeit habe, ruft der Vorsitzende: „Komisch, aber die Anzugrechnungen der S k l a r e k s h a ben Sie nicht!" Unwetter in Italien. Von der ganzen Mittelmeerküste werden schwere Stürme gemeldet. 3n Spezia wurden verschiedene Häuser beschädigt und die Verbindungen fast völlig unterbrochen. Mehrere Personen erlitten schwere Verletzungen. Eine Reihe kleinerer Schiffe ist auf offener See vom Sturme überrascht worden und kenterte oder konnte nur mit Mühe Rettung suchen. 3n Sarno bei Reapel sind 20 Personen durch heruntergewehte Ziegel schwer verletzt worden. Auch hier ist die Telephon- und Telegraphenverbindung unterbrochen. 3n Massa wurden das Krankenhaus und das Regierungsgebäude beschädigt. Auch aus dem 3nnern des Landes kommen Meldungen über schwere Sturmschäden. 3n der berühmten Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz hat der Sturm mehrere Fenster der Kuppel zerbrochen. Ebenfalls in Florenz wurden zwei 40 Meter hohe Radio- türme umgerissen. 3n einer Ortschaft in Toscana wurde der Glockenturm einer Kirche umgeworfen. Der Sachschaden auf den Feldern ist beträchtlich. 300 Todesopfer einer Schlsssexplosion. 3m Vangtse-Delta ereignete sich auf dem Dampfer „T a t e". der mehrere hundert chinesische Passagiere an Dord hatte, eine Explosion, die einen Brand zur Folge hatte. 300 Personen sollen ertrunken oder in den Flammen umgekommen sein. Die äleberlebenden der Katastrophe berichten über die Schreckcnsszenen, die sich auf dem brennenden Schiff abspielten. Zahlreiche japanische und chinesische Schiffe eilten dem brennenden Dampfer zu Hilfe, so daß von dessen 600 Passagieren immerhin etwa die Hälfte gerettet werden konnte. Ein Zentner gestohlener Sprengstoff explodiert. 3n Helmstedt wurde in spät:': Abendstunde eine starke Explosion wahrgenommen. Roch in der Rächt wurde festgestellt, dah auS dem Munitionshause der Lehrmannschen Ziegelei in Emmerstedt 22 Pakete mit je 2,5 Kilo Sprengstoff — also über einen Zentner — und annähernd 100 Sprengkapseln gestohlen worden waren. Anscheinend ist dieser Sprengstoff dann durch Unvorsichtigkeit explodiert. Der durch die Exploston entstandene Trichter im Erdboden ist 70 bis 80 Zentimeter tief und hat einen Durchmesser von etwa 2 Meter. Wie die Feststellungen ergeben haben, kommt eine absichtliche Sprengung nicht in Frage. Weitere Einzelheiten, insbesondere über den Verbleib der Täter, liegen noch nicht vor. Das Todesurteil gegen den Mörder des Prenzlauer Gefangenaussehers bestätigt. Der wegen des Mordes an dem Justiz- Wachtmeister Neubauer vom Gerichtsge- sängnis in Prenzlau zum Tode verurteille Schnitter Patocki hat gegen das Todesurteil Revision angemeldet, die vom Reichsgericht verwor- f e n wurde. Neubauer war von den Strafgefangenen Patocki und Pilgram am 16. April d.J. nachts unter einem Vorwand in ihre gemeinsame Zelle gelockt und von Patocki erwürgt worden. Die gegen den Schlächter Pilgram wegen Totschlags und schwerer Meuterei verhängte Strafe von 10% Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehr- Verlust ist bereits rechtskräftig geworden, da Pilgram auf Revision verzichtet hatte. Schweres Linsturzunglück in Thorn. In Thorn wurden beim Einsturz einer neu erbauten Mauer des Städtischen Schlachthauses sechs Arbeiter verschüttet. Obwohl es gelang, sämtliche Verschütteten noch lebend aus den Trümmern \u bergen, erlagen zwei von ihnen später ihren Verletzungen. Als Ursache des Einsturzes wird nichtoorschriftsmäßige Ausführung der Fundamente angenommen. Der Stadtbaumeister, ein Eisenbahnbeamter und der Bauunternehmer wurden sestge- n o mm e n. 3m Streit erschossen. In Vaihingen a. d. Enz erschoß der Schuhmacher Messerschmid den Gipser Müller im Verlaufe eines Streites mit einer Schrotflinte. Die beiden, die gemeinsame Eigentümer eines Hauses sind, leben seit langem in Streit. Wegen des Huschlagens der Haustüre kam es zu neuen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf Messerschmld sein Jagdgewehr holte und Müller die K Schrotladung in die Brust schoß. Der ffene war sofort tot, der Täter wurde verhaftet. Die erste Hinrichtung einer Jcau in der Türkei. Zum erstenmal in der Geschichte der Türkei ist eine Frau wegen Mordes öffentlich hingerichtet worden. Fatma Hanum, eine Eingeborene aus Sparta, einer Stadt in der Räye von Smyrna, im Alter von 40 3ahren, ist schuldig befunden worden, eine andere Frau mit einer Axt getötet zu haben, um deren Gatten zu heiraten. 3n Weiß gekleidet, wie alle zum Tode Verurteilten in der Türkei, bestieg sie den Galgen und legte sich selbst die Schlinge um den Hals. Tausende von Menschen aus der Umgebung waren herbeigeeilt, um dec Hinrichtung zuzusehen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15. Dezember 1931. Wandern und Volksgesundheit. Don Or. med. A Steinhardt. Das Wandern ist heute bei dem mehr im Vordergrund stehenden Sport etwas zurückgetreten. Aber sicherlich mit Unrecht, denn es ist, ohne daß man es überhaupt zum Sport rechnen sollte, eines oer schönsten und wertvollsten Mittel zur Erhaltung der körperlichen und geistigen Gesundheit. Warum? Einmal hat es den großen Vorteil der Billigkeit, oaß es für alle, den Städter wie den Landbewohner gleich gut zu ermöglichen ist. Eine kurze Fahrt mit der Bahn, für die Jugend und für Gesellschaften noch zu ermäßigten Preisen, bringt leben oald hinaus in irgendeine schone Umgebung, die wohl alle Orte mehr oder weniger haben. Ob jung und alt geübt oder nicht geübt, ob Arbeiter, Angestellter, Beamter oder frei Berufstätiger, jedem steht dieses Wandern zur Verfügung. Neben dem Kennen- und dadurch Liebenlernen der näheren und weiteren Umgebung mit Bergen, Flüssen, Burgen und Seen, der ernsten Heide und den fröhlichen Wiesen, zusammen mit heiteren Menschen, für die Jugend ein bedeutsames Erziehungsmittel zum Gemeinschaftssinn unter einem frei gewählten Führer — oder für den, der das Alleingehen liebt, eine beschauliche Erholung: neben all diesen seelischen Ein- stützen bietet das Wandern auch große gesundheit- liche Vorteile, sofern es nicht zu einer Kilomeier- frefferel ausartet. Herz und Lunge werden durch die ausdauernde Hebung in der frischen Lust gekräftigt und die Muskeln gestärkt. Bei vernünftiger Kleidung ist bas Wanbern ein gutes Abhärtungsmittel, namentlich wenn auch in ber kalten Jahreszeit gewan- bert wirb. Man hat bei Kindern nach mehrtägiger Wanderung unter guter Führung starke Gewichtszunahmen festgestellt, die auch späterhin blieben, ober sich noch vergrößerten; bie Lungenfaßkraft ver- mehrte sich, was auf eine sehr günstige Beeinflussung ber Lungen hindeutet. Beides sehr wertvolle Ergebnisse, die das Wandern gerade für die erholungsbedürftige Jugend im größten Umfange empfehlen. Auch über die Technik des Wanderns fei einiges gesagt. Die Gruppen seien nicht zu groß; wohin zu gehen ist entscheiden die Lust und ber Geldbeutel; bei richtiger Einteilung, bei Benutzung der heute überall befindlichen guten Jugendherbergen ist bas Wanbern wirklich bas billigste Vergnügen. Wertvoll finb besonders außer den Sonntagswanberungen mehrtägige Ferienwanderungen. Die Kleidung sei derb, nicht ?u schwer, doch sollte man stets, namentlich bei längeren Wanderungen etwas Warmes ober eine Winbjacke und Reservestrümpfe miknehmen. Am wichtigsten find gutsitzende, feste Schuhe, die Raum für zwei Paar Strümpfe lassen, besonders im Winter. Warnen möchte ich, namentlich für Jugendliche, vor allzu schwerem Rucksack. Dieser erhöht die Anstrengung ganz gewaltig, trübt bie Wanberfreudcn und läßt bie oben angeführten gesunbheitlichen Vorteile nicht aufkommen. Ferner trage man keine engen Gürtel. Die Kilometerzahl möge man nach der Kraft und Uebung der Wanderer bemessen; lieber wenig mit reichlich Ruhepausen, die durch Spiel, Gesang und Tanz ausgefüllt werden, als Ueber- anftrengungen durch allzu große Wanderungen. Die Verpflegung fei einfach und kräftig, eine warme Mahlzeit, am besten abends, iß dringend anzuraten. Wenn'all dies beachtet wird, so kann bas Wandern, wie kein anderer Sport, zu einer wahren Quelle ber Freude und Gesundheit werden für jung und alt, für arm und reich. Bornotizen. — lagestalenberfür Dienstag. Stadttheater Gießen: „Ist das nicht nett von Colette?", 20 bis 22.15 Uhr. — Oberheffischer Kunstverein: Künstlerhilfe, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Fall des (Seneralftabsoberft Redl". — Aus de m Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Mittwoch, als 11. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement die Komödie Fritz Schwieferts: „Marguerite : 3“ unter der Spielleitung von Karl Heyser. Beginn 19.30, Ende 22 älhr. ** Veränderung im Stadtrat. Das kommunistische Stadtratsmitglied Wichelm ß e p p e r bat sein Stadtratsmandat niedergelegt. An seine Stelle ist der Maurer Ludwig Stork als kommunistischer Vertreter in den Stadtrat eingetreten. ** Die Steuerkarten für 1932 betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigenteil, auf die an dieser Stelle besonders hingewiesen sei. **DasKulturgeschenkzuWeihnach- t e n! Aus dem Stadttheater wird uns geschrieben: Sim immer wiederkehrenden Bitten weitester Kreise des Theaterpublikums Rechnung zu tragen, hat die Theaterdeputation auf Veranlassung der Intendanz die Wiedereinführung der „Zehnerkarten" beschlossen. Die allgemeinen Vorteile dürften noch von früher her bekannt sein. Dazu kommt dieses Mal eine weitere Herabsetzung der Preise, die der erschwerten Rotzeit bis zur tragbaren Grenze Rechnung trägt, so daß nun keiner mehr um ein ebenso erfreuendes, wie kulturförderndes Weihnachtsgeschenk verlegen zu sein braucht. Ferner wurden als Reuerung zwei Abschnitte für die Operette bestimmt, so dah jetzt die Forderung erfüllt ist: weitester Kulturquerschnitt — billigste Preise — und größte Bequemlichkeit. Denken Sie auch daran, dah Sie den Bestand des einzigen bodenständigen Theaters zwischen Koblenz und Fulda, zwischen Frankfurt am Main und Kassel sichern helfen. Der Verkauf hat unter erfreulichster Beteiligung des Publikums bereits seit einigen Tagen begonnen und dauert — dies sei hervorgehoben — nur bis zum 15. 3a- nuar. Eilen Sie, die große* Vergünstigung wahrzunehmen! ** Feuer im Neustädter Fe l d. Gestern gegen 22 Uhr entstand in der im Neustädter Feld nahe ber Landstraße nach Wißmar gelegenen großen Feldscheune Feuer, bas in kurzer Zeit das Gebäube in allen Teilen ergriff. Die Scheune, die der Landwirtin Trapp, Zu den Mühlen, gehört und ebenso wie deren Gehöft von dem Landwirt Drücket gepachtet ist, war mit Heu und Stroh gefüllt, außerdem waren sämtliche landwirtschaftliche Maschinen des Betriebs und mehrere Wagen in dem Gebäude untergebracht. Ditz Feuerwache wurde um 22.25 Uhr alarmiert und kam wenige Minuten später an ber Brandstelle an, sie fand aber die große Scheune bereits lichterloh orennend vor, so daß an eine Rettung des Gebäudes und seines Inhalts nicht mehr zu denken war; die Feuerwehrmannfchaft mußte sich darauf beschränken, durch verschiedene Abbruchs- arbeiten den Brand zu isolieren. Die Scheune samt dem Inhalt an Heu und Stroh, allen Maschinen und Wagen wurde von den Flammen vollkommen vernichtet. Wodurch der Brand entstanden ist, steht bis zur Stunde noch nicht fest. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange. ** Fahrplanänderung auf der Strecke Burg - Nieder - Gemünden — Nieder- Ofleiden. Der Güterzug mit Personenbeförderung ber bisher auf der Strecke Burg-Nieder-Ge- münoen — Nieder-Ofleiden als Anschlußzug an den Personenzug Gießen—Fulda (Gießen ab 8.35 Uhr) um 11.26 Uhr Burg Nieder-Gemünden verließ (an Nieder-Ofleiden 13.16 Uhr), verläßt ab morgen. Mittwoch, Burg-Nieder-Gemünden erst um 13.38 Uhr und trifft um 14.38 Uhr in Nieder-Ofleiden ein. Dieser um zwei Stunden und 12 Minuten später verlegte Zug hat Anschlußmöglichkeit an den Zug, der 12.35 Uhr Gießen verläßt und 13.34 Uhr in Burg-Nieder-Gemünden eintrifft. Der Gegenzug Nieder-Ofleiden—Burg-Nieder-Gemünden, der bisher um 14.21 Uhr von Nieder-Ofleiden abfuhr (an Burg-Nieder-Gemünden 15.58 Uhr), verläßt in der Folge Nieder-Ofleiden erst um 15 Uhr, trifft aber trotzdem in Burg-Nieder-Gemünden um 15.58 Uhr ein, da verschiedene längere Aufenthalte in Wegfall kommen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Rebaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) An den Frankfurter Rundfunk. Im Verlaufe des letzten Sommers konnte man im Frankfurter Rundfunk wiederholt Konzerte ber Gießener Militärkapelle hören, die von den Rundfunkteilnehmern gern entgegengenommen wurden. Seit einiger Zeit muß man diese Darbietungen des Frankfurter Senders leider vermissen, dafür wird man aber in steigendem Maße mit Schallplattenmusik, Schallplattencouplets (mitunter auch solche von zweifelhafter Art) usw. bedacht. Welche Gründe hat die Leitung des Frankfurter Rundfunks, daß sie den Hörern bie anerkannt guten Darbietungen ber Gießener Militärkapelle nicht mehr bringt? Ich glaube gut unterrichtet zu fein, wenn ich öffentlich feftfteüe, baß die Schuld an diesem Mangel im Programm des Frankfurter Senders nicht bei der Militärmusik in Gießen zu suchen ist, sondern daß hier ein Versagen der Frankfurter Rundfunkleitung vorliegt. Es wäre dringend zu wünschen, daß die maßgebliche Stelle des Frankfurter Senders eine Programmänderung nach der hier gekennzeichneten Richtung hin baldmöglichst vornimmt und dafür einige Schallplattenstunden streicht, bei denen bie Hörer vielfach boch keine unge» trübte Freude erleben. Prof. Dr. E. Oie IRefferloae wt. 11 ThorstiavnWf Vai. .Still' tlerrril Montag den /p.&z*», er tgM Tours Men 6 Paris® ' v G. O womenios O neuer (j nalD Bedeckt ® wolkig. • Deoecxi • nege^ * Schnee c. Graupeln ■ Nebel K Grwit'rr.(g)Wind5tille. «O> sehe leichte- Osi £ nassige- Südsüdwest q stürmische- Nordwest Ole Piene fliegen mit dem winde Die beiden Stationen stenenoen Zahlen geben die Temperatui an. Die Limen verbinden Orte mit gidctte* tuf neeresmveau urn«rechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die im Norden vorüberziehende Störung hat unter wesentlicher Vertiefung ihren Weg nach ber Ostsee genommen. An der Rückseite bringt Kaltluft vor, die sich auch über Deutschland ausbreiten wird. Dabei gehen unter nordwestlichen Winden die Temperaturen zurück, fdjauerartige Niederschläge treten auf, und der Witterungscharakter bleibt unbeständig, lieber dem Nordatlantik ist bereits eine neue sich nähernde Störung zu erkennen. Ihr Einfluß dürfte, nachdem der zwischen den beiden Fallgebieten lagernde Hochdruck vorübergehend zur Geltung gekommen ist, wieder wetterwirksam werden. Aussichten für Mittwoch: Kälter, wechselnd wolkig mit Aufklaren, Schauer, auf den Bergen als Schnee, westliche bis nordwestliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Bei Auf- klaren Nachtfrostgefahr, bewölkt und aufheiternd, dann Milderung und erneute Anzeichen für Wetterverschlechterung. Lufttemperaturen am 24. Dezember: mittags 4,1 Grad Celsius, abends 3,9 Grad; am 15. Dezember: morgens 4,6 Grad. Maximum 5 Grad, Minimum 3,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Dezember: abends 1,2 Grad Celsius; am 15. Dezember: morgens 2,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. (Schluß des redaktionellen Teils.) Wußten Sie das schon? Nämlich, daß 10 Gramm Kalk in 100 Liter Wasser fast ein Viertelpfund gute Seife vernichtet? Denkende Frauen beugen dem vor. Sie wissen, daß sie mit der bewährten alten Henko-Bleich-Soda, die sie auch zum Einweichen der Wäsche gebrauchen, jedes harte Leitungs- und Brunnenwasser im Augenblick weich und glatt machen können. 6609V MMM fV Größte Ausstellung : ■Reparaturen,kofnpleHe Anlagen 3114 D p518 A In allen Preislagen MxKoMfn - fraf/w) -fihWvxcMfeiiMf Emmerither Seltersweg 49 «Afci ÜlGlN VON $GjNygH$! ohne ■ SABA Für den Liebhaber einer Zigarette ohne Mundstück Für den Freund der Goldmundstück- „ Zigaretten auf Eisen kurz waren, Werkzeuge, Haushaltungs- und verwandte Artikel bei Barverkauf K29D Die trauernden Hinterbliebenen. Heuchelheim, Atzbach, den 15. Dezember 1931. 8630 D [Stellenangebote 07349 Achtung! Beuern, Gießen, Großen-Buseck, den 15 Dezember 1931. 1-7358 AHersmmimß 1875-1925 u 86210 werden. 8626 n 8624 A Verkäufe buw. für M 390 490 590 SCHUHHAUS < Nicderschrisl erhoben werden. 1 Bettsielle mit Drahtmatratze,1 Nachtschränkchen m. Glasplatte u. Seidenstoff-Unterlage f. 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Die Ausstellung und Aushändigung der Steuerforten für 1932 ist beendet, und zwar sind die Steuerkorten, insoweit sie nicht durch die öffentlichen Soffen (für Beamte oder Pensionäre) oder durch die Arbeitgeber bereits abgeholt morden waren, den Lohnsteuerpslichtigen in die Wohnung zugcstellt worden. Soweit nun Arbeitnehmer noch nicht im Besitze einer Steuerkarte für 1932 sein sollten, wolle deren Ausstellung im Stadthaus, verg- slraß.' 20 — Zimmer Ur. 13 — beantragt Zücht, gut cinncf. Vertreter welche regelmäßig Schubinstanbsel.'., 2rf)ubm. u. Schuh' Geschäfte mit eigen. rllevar.-Werküättc besuch., z.Älitn. ein. neuen Erfindung (Schnürschulwer- fdiluh) D. N.P. gcf. £ff. in. Angabe des gew. Bezirks unter F. M. 4600 an ALA Haasensteln & Voglax Frankl, a. 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Die Ausstellung von Ersatzkarten für verlorene, unbrauchbar gewordene oder zerstörte Steuerkartcn kann bei der obengenannten Stelle nur gegen Entrichtung einer Gebühr von 1,— RM. erfolgen. Lehrlinge, Lehrmädchen und weibliche Hausangestellte, die nach dem 10. Oktober 1911 geboren sind, sind nicht bürgersteuer, pflichtig; sie erholten Steuerkarten für 1932 nur auf Antrag. Auf Seite 4 der Steuerkarte sind die Bestimmungen über die Bürgerftcucr, deren Höhe und Erhebung zu ersehen. Mit der Aushändigung der Steuerkarte gilt die Anforderung der Bürgersteuer als bewirkt. Es ließ sich nicht vermeiden, daß auch Personen eine Anforderung der Bür. I oersteuer erhielten, die einen gesetzlichen Anspruch auf Befreiung von der Burger- stcuer Huben. Ein solcher Anspruch besteht für Empfänger von Arbeitslosen, oder xrisenunterstutzung, für Kleinrentner, So- Nalrentner, Schwerkriegsbeschädigte und solche, die in laufender öffentlicher Fürsorge stehen. Für Sozialrentenempfänger gilt die Befreiung nur, wenn ihr gesamtes j Jahreseinkommen 900 RM. nicht über-! steigt. Sämtliche Voraussetzungen zur Befreiung oon der Bürgersteuer müßen an den Fälligkeitstagen (10. Januar, 10. Fe* bruar, 10. März, 10. April, 10. Mai und l«>. Juni 1932) Vorgelegen haben. Es wird noch darauf aufmerksam gc- macht, daß Einsprüche aus den oorerwähn. ten Besreiungsgrunden im Stadthaus, Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 29, — vor- gebracht werden können. Gießen, den 15. Dezember 1931. Bürgermeisterei Gießen. B: Dr Seid. Bekanntmachung. Betr.: Stadtratswahlcn. Die Stadtwahlkommissian hat sestgestellt, daß an Stelle des von seinem Amt zu rück - getretenen Herrn Wilhelm ßcvper, Kraft, fnhrer, Herr Ludwig Stork, Maurer, nach dein Wahlvorschlag, Kennwort „Kommu- uislische Partei Deutschlands (Sektion der 111. Internationale) Ortsgruppe Gießen" in den Stadlrat eintritt. Die Derhand- lungsniederschrifl nebst den zugehörigen Schriftstücken des Wahloersahrens liegen vom 16. Dezember 1931 an, drei Tage lang wahrend der Dienststunden aus dem Stadthause, Bergstraße 20 — Zimmer Rr. 12 — zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Feststellung der Stadtwahl- kommission können innerhalb dieser Frist, =zrBetten-Bär- Glefleiu. Wg.WWn zu nllemücb. Dame niitkleincin'Mcsdiäft f. Icidite Hausarbeit neu. nute Bervfleg. und Kleidung sowie etwas Bernutung in die Rahe Bab-Nan- Heims sosortgekudtt. 2dir. Ang. n»it ent- svrccb. (Vorö., evtl, ni. Bild. waS zurück- gegeben wird, unter SGI50 a.d.Gicß. A. Alniges 'Mädchen 16 A.. sucht Stell, f. tagsüber, evtl, cuicb ganz fof. ob. 1.1.32. S ebrif tl.9tiincb.imt. 07345 a.b.Gfe. An,. Mehrere 100 Ztr. reinen WM auch in kl. Meng. n. abzug. Sckr.Ang. u. 07344 a^d.(Mß. Anz. | Kaufgesuche | &ür sofort noch gut brauchbare» Klavier für 50—80 Mk. zu kaufen gesucht. Zchriftl.Anaeb.unt. 07364 a.d.(Ms, Anz. ^Vermietungen 2iibvicrlcl! Sch. 5-Zimm.-Wohng. mit Babcz. u. 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Das Gesetz Moskaus ist lebendlg geb.ieben. Pil - s u d s k i und Stalin stellen nur zwei Grenzpsähle der gleichen politischen Gemütslage vor, der eine den westlichen, der andere den astatischen. Trotzdem läßt stch nicht alles geheimhalten. Polen ist unter dem Vorzeichen der westlichen Demokratien gegründet worden. Dieser Schein muh aufrecht- erhalten werden. Er kostet aber ein gut Stück Reputation. Falsch angewendete Dt.mok.atie rächt sich selbst — un. puix.ii hat sich dahcc selbst vor Gericht gestellt, nämlich im Drest-Litowsk- Prozeß, der seit Tagen und Tagen in Warschau verhandelt wird. Es ist völlig ausgeschlossen, diese Gerichtsverhandlung auch nur annähernd wiederzugeben und zu beleuchten. Das wird jeder einsehen, der hört, daß bisherübervierhundert Zeugen vernommen wurden, und noch ist kein Ende abzusehen. Aber der Deutsche wird sich noch daran erinnern, wie der polnische Regierungssieg bei den letzten Wahlen zum Sejm zustande kam. Polizei und Justiz, Staatsverwaltung und Militär waren mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln eingesetzt worden, um einen .Wahlsieg" zu erzwingen — und das war eben nur durch Anwendung rohester Gewalt möglich. 2m Zentrum der Handlung stand der Wanzen- turmvon Brest-Litowsk. Heute macht man nun den hier und anderswo festgesetzten politischen Gegnern in Warschau den Prozeh. Und sein Verlauf bestätigt, dah die letzten Wahlen einen mit Gewalt d u r ch g e f ü h r t e n ungeheuren Betrug der öffentlichen Meinung der Welt darstellten. Ebensogut hätte Pilsudski v sein Parlament ernennen können. Das hätte weniger Uebelkeit erzeugt und wäre wenigstens ehrlich gewesen. Aber dieser Prozeh gewinnt um so tiefere Bedeutung, je länger er währt. Man flüstert in Warschau, dah der Marschall Pilsudski schwer erkrankt wäre: Arterienverkalkung, Alterserscheinungen, böse Dinge. Zwar haben wir das schon öfters gehört. Aber diesmal scheint etwas mehr daran zu sein als früher. Da wird denn .dieser Prozeß, so merkwürdig es klingen mag, zum Sammelbecken der Opposition. Er wird zur Grenze der Staatsmacht. Weiter kann man die Dinge auch in Polen nicht treiben als das geschehen ist. In diesem Prozeh wird das letzte polnische Wunder: das Pilsudski- Wahlwwider — endgültig zerstört. Freilich — zunächst ist das ein recht dürftiger Trost. Denn noch steht das Regime auf Militärgewalt und Polizeibureaukratie. Der Staat macht, was er will, und die polnische Staatsleitung ist höchst lebendig. Es tut nichts zur Sache, dah dies Leben von auhen stammt, dah es sich bei näherer Besichtigung immer wieder als eine französische Emanation herausstellt. Der polnische Außenminister Zaleski soll nächster Tage in London eintreffen. Was will er da? Erst Flandin, nun gar Zaleski? Ratür- lich wird die Reise als völlig harmloser, gleichsam zufälliger Besuch bezeichnet. Vielleicht will Zaleski in London einen Bock schiehen. Er fährt gewih nicht zum Vergnügen hin, wenn auch die polnischen Blätter jede Andeutung vermeiden. Warum also fährt er? Es gibt in der polnischen Frage, von Warschau aus gesehen, seit Jahren keinen einzigen neuen Gesichtspunkt. Der alte Gesichtspunkt ist aber der französische. England soll auf irgendwelche Unterstützung von Plänen verzichten, die auf eine Grenzrevision, ja auch nur auf irgendeine Revision des Versailler Vertrages abzielen. Wir wollen es dahingestellt sein lassen, ob England das tun wird. Aber es ist gar kein Zweifel, dah England in diesem Sinne bearbeitet wird. Und darum kann es sich bei dem Besuche Zaleskis in London nur darum handeln, der französischen Politik in dieser Hinsicht Hilfsstellung zu geben. Auch der polnische Vorlchlag, Ostpreuhen zu entmilitarisieren, der freilich inoffiziell gemacht worden ist, läuft in der gleichen Linie. Man wird überhaupt gut daran tun, abgesehen von Kleinigkeiten, die französisch-vol- nische Auhenpropaganda als einheitlich geleitet anzusehen. Jede andere Auffassung unterschätzt ihre Zielklarheit. Man muh die „Action Franca i s e" lesen, die in Deutschland nicht immer ganz verstanden wird, um diese Richtung der polnischen Politik zu verstehen. Sie sieht ihr Heil nur einzig in der Zertrümmerung des Deutschen Reiches. Die „Action Fran- caise" schrieb vor kurzem: Eine einzige Hoffnung bleibt uns für die Tage, die uns von dem pazifistischen Kriege trennen: der vollständige Ruin Deutschlands. Auch wir sollten, so hieh es dann weiter, „nur einen Gedanken haben, Aus dem Kreise der Giehener Geschäftsreisenden erhalten wir die nachstehende Zuschrift, die wir der Aufmerksamkeit der Reichsbahndirektion Frankfurt empfehlen. Die Red. Die Reiseerleichterung, die die Reichsbahn ab 1. Januar 1932 den Reisenden und Handelsvertretern schaffen will, wirkt sich leider nur bei den reisenden Kaufleuten aus, die ihren Wohnsitz an dem Verwaltungsplatze einer Reichsbahndirektion haben. Wenn es auch nicht angebracht ist, alles sofort zu kritisieren, was eine Behörde tut. so ist es doch untragbar, dah eine Reichsbehörde, dem öffentlichen Verkehr und jeder Person dienend, Erleichterungen schafft, die sich nach dem Wohnbezirk der Personen richten. Die neugeschafsenen Retz- und Bezirks- karten werden jeweils von dem Sitze einer Reichsbahndirektion aus ausgegeben, und die Ausnuhungsmöglichkeit ist auch nur einem Reisenden gegeben, der am Sitze einer Direktion, oder in deren allernächster Umgebung wohnt. Für die in G i e h e n wohnenden Reisenden und Handelsvertreter ist m. E. die geschaffene „Erleichterung" eine Benachteiligung. Während es den in Frankfurt oder in nächster Umgebung wohnenden Herren möglich ist für billiges Geld größere Gebiete zu bereisen, ist der Bezirk, sie (die Deutschen) nicht bloß zu sieden, sondern in der Sauce ihres Hasses verrecken zu lasse n". Das Gleiche könnte ebensogut in manchem polnischen Blatte stehen. Jedenfalls entspricht es dem Seelenzustande so mancher Polen. Dies Polen ist grenzenlos. Es will alles haben. Wenn es wahr sein sollte, dah es mit dem Marschall Pilsudski zu Ende geht, so wird dies französische Polen die Erbschaft antreten. Pilsudski war und ist immer noch ein mähigendes Clement. Er hat zwar nicht das gehalten, was er versprochen hat. aber er ist nicht das gewesen, was seine Rachfolger sein werden, wobei noch zu fragen wäre, wer denn diese Erbschaft antreten könnte, die nicht so einfach zu verwalten ist, wie sich das die Herren im ßager Roman Dmowskis vorzustellen scheinen. Polen wird nämlich für alle Zukunft e i n territoriales Problem bleiben, solange es nicht auf feinen ethnographischen Bestand reduziert worden ist. Das Polen von heute ist — grenzenlos, und zwar deshalb, weil es über seine natürlichen Grenzen hinaus gegründet wurde. Es ist wie ein Mensch, der sich selbst übersteigert und der nun immer wieder gezwungen ist, sich zu übersteigern, um den Zustand des fehlenden Gleichgewichts nicht erkennen zu lassen. Es befindet sich im gleichen Zustande wie Frankreich unter Rapoleon dem Ersten. Das überflutete ganz Europa und brach schliehlich an seiner Grenzenlosigkeit zusammen. Polen ist natürlich nicht Frankreich. Das Frankreich der Revolution wurde immer von einer Idee getragen, Polen hat keine Ideen. Es dient nur einer Funktion innerhalb des französischen Systems, deswegen sind die inneren Gefahren für Polen gröher als für Frankreich, die Gefahren, die von ihm ausgehen, aber bleiben sich gleich, und sie betreffen das entwaffnete Deutsche Reich. Das grenzenlose Polen ist eine Drohung. Es muh Grenzen erhalten. Eher wird Europa keinen Frieden haben. der die Stadt Giehen einschlieht, so außerordentlich ungünstig zusammengestellt, daß die Richt- benuhung einer Dezirksmonats- ober einer Dezirksteilmonatskarte billiger kommt, als die Benutzung einer solchen. Der Bezirk Oberhessen umfaßt als Grenzplähe Gießen, Marburg, Kirchhain, Treysa, Hünfeld, Tann, Gersfeld, Gemünden, Aschaffenburg. Welcher in Gießen wohnende reisende Kaufmann kann einen solchen Bezirk ausnutzen? In der Stadt Gießen, bzw. von der Stadt Gießen aus gehen sechs Eisenbahnhauptlinien aus, so daß man von einem großen Knotenpunkt, als der ja Gießen auch bekannt ist, ruhig sprechen darf. Wenn die Reichsbahn schon eine Erleichterung schaffen will, dann muß sie auch — wenn sie den Wünschen der Reisenden nicht ganz entgegenkommen will und das Kilometerheft einfuhrt — bedeutende Eisenbahnknotenpunkte, an denen sich zwangsläufig eine große Zahl von reisenden Kaufleuten angesiedelt haben, unter allen Umständen berücksichtigen. Die reisenden Kaufleute erwarten daher, dah die Reichsbahn noch bis zum 1. Januar 1932 einen Bezirk Gießen einrichtet, der im Verhältnis ein gleiches Kilometerneh enthält, wie die anderen geschaffenen Bezirke. Dieses Retz muß ungefähr eingekreist sein von folgenden Städten. Im R o r d e n: Guntershausen. im Rordosten: Reichsbahn und Geschäfts-Reiseverkehr. Warum kein Bezirk Gießen für Netz- und Bezirkskarten? Enrico R-a stellt, der weltberühmte italienische Artist, dessen Jongleurkünste bei allen europäischen und amerikanischen Varietebühnen einen fiaupt» schlager darstellten, ist plötzlich im Alter von 35 Jahren an Gehirnblutung verstorben. Hersfeld, im O st e n: Tann, im Südosten: Gemünden a. Main, im Süden: Darmstadt, im Südwesten: Wiesbaden, im Westen: Koblenz, im Rordwesten: Siegen. Diese Begrenzung entspricht ungefähr derjenigen, die die Dezirkskarte Oberhessen enthält, nur mit dem Unterschied, auf den ich eingangs aufmerksam gemacht habe, daß bei der jetzigen Bezirks- karte Oberhessen Frankfurter Gesichtspunkte zugrunde gelegt worden sind und daß man vergessen hat, daß Gießen ein wichtiger Eisenbahn- und Verkehrs- Punkt war, ist und auch bleiben wird. Neue Darmstädter Ehrendoktoren. WER. Darmstadt, 14. Dez. Rektor und Senat der Technis che n Hochschule in Darmstadt haben auf einstimmigen Antrag der Abteilung für Maschinenbau dem Generaldirektor der Papier- und Zellst off werke-AG. Feldmüh'e, Hans G o 11 st e i n in Stettin, in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen in der Papierindustrie, insbesondere auf dem Gebiete der Großfabrikation, und dem Generaldirektor der Firma Krause & Baumann, Karl Schmeil in Heidenau bei Dresden, in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Papierfabrikation, insbesondere auf dem Gebiete der Herstellung von Streichpapieren die Würde eines Dr.-Jng. h. c. verliehen. Daten für Dienstag, 15 Dezember. 1775: der Komponist Francois Adrien Boiekdieu in Rouen geboren;— 1784: der Schauspieler Ludwig Devrient in Berlin geboren; — 1832: der französische Ingenieur Alexandre Gustave Eiffel in Dijon geboren. Wessen Knd bin ich? Roman von $r. Lehne. (Urheberschutz durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.) 29. Fortsetzung Nachdruck verboten „Wir haben nichts abgekartet! Ich bin dem Christel gut seit unserer Kinderzeiti Und nur mit ihm kann ich glücklich werden! Ich bin jung und kann warten! Und wenn ihr mir alles vor- enthaltet, was mir zukommt, so bin ich Christel Lenz willkommener als so! So braucht er in seiner zartfühlenden Ratur nicht das Bewußtsein zu haben, daß er von meinem Besitz mitlebt! Er kann selbst für eine — seine Frau sorgen!" „Ihr habt euch das alles ja sehr reiflich und klug überlegt!“ „Gewiß haben wir uns ausgesprochen, Mama, und jeder weiß nun, daß er auf den andern bauen kann, und wenn noch mehrere Jahre darüber hingehen werden. Ich habe den Mut und den Willen zu meinem Glück, und mein Glück ist eben Christel Lenz!" Ruhig und überlegen sprach Inga, und aus ihrem anmutigen Gesicht lag ein bestimmter energischer Ausdruck, der es älter und gereifter erscheinen ließ. „Solange i ch lebe, darfst du den jungen Lenz nicht heiraten, Inga, oder wir sind geschiedene Leute! Sieh Hanno an — er ist vernünftig geworden zur rechten Zeit!" erklärte die Gräfin. „Meinst du, Mama? Dann weißt du mehr als ich!" sagte Hanno. „Ebba hat mir den Gedanken an jede andere Frau genommen, ich kann sie nicht vergessen! Und oft habe ich mich schon gefragt, ob sich mein Fpfer für unseren Ramen lohnt! Gesetzt den Fair: Vaters Bruder, Onkel Alexander, tauchte doch wieder auf oder Rachkommen von ihm —“ „Das ist ja ausgeschlossen, HannoI Kommst du wieder mit diesen alten Geschichten! Mein Bruder mit seiner schwachen Gesundheit ist längst tot!“ bemerkte der Graf, der immer sehr nervös wurde, wenn der Sohn dieses Thema berührte. „Das kann möglich fein! Ich nehme aber an, er hätte trotz seiner betonten Abneigung gegen eine Che dennoch eine s olche geschlossen — und seine Frau oder seine Kinder machten nun Anspruch auf das ihnen zustehende Erbe? Wir müßten glatt von Reinshagen abziehen, wie es den Her^chaften belieben würde I" „Rufe doch keine Gespenster herbei, Hanno —!“ „Es ist nicht meine Absicht! Dennoch aber habe ich viel darüber nachgedacht. Schon aus Klugheit. Man darf sich von möglichen Ereignissen nicht zu sehr überraschen lassen!“ Die Gräfin konnte sich nicht damit abfinden, daß die Tochter, die durch Erscheinung und Geburt dazu bestimmt war, eine Rolle in der Gesellschaft zu spielen, sich mit dem bescheidenen Los einer Pfarrersfrau begnügen wollte. Doch keine Bitten, keine Vorstellungen, weder Drohungen noch Güte, machten Inga wankend in ihrer Liebe. „Gib dir doch keine Mühe, Mama! D. n Ehristel lasse ich nicht! Ach, ist denn Geld oder Stand mehr wert als eine innige Herzensgüte? Ewig dankbar will ich dir fein, Mama, wenn du dich mit meiner Wahl abfinden würdest!" Das Gesicht der Gräfin erstarrte förmlich in eisigem Hochmut. „Ricmals, Inga! Das wäre viel zu viel verlangt und spricht den Traditionen unseres Hauses Hohn!" „Lind der Tradition zuliebe siehst du lieber deine Kinder einsam und unglücklich! Ich verstehe das nicht!" — Der Mamsell Auguste war der Konflikt in der Familie nicht entgangen, und gegen ihre „Matz" sprach Inga sich auch öfter aus; einen Menschen mußte sie doch haben! And Augustens schlichter Zuspruch tröstete sie auch, wenn doch mal Verzagtheit über ihr junges Herz kommen wollte! Und bann brachte eines Morgens die Mamsell ganz heimlich und ganz aufgeregt ihrem geliebten Komteßchen die Rachricht, daß Ebba Lenz da fei. „Was, Matz, Ebba ist hier — ?“ In ihrer Aufregung faßte Inga die alte Vertraute an beiden Schultern. „Ja, Komteßchen, gestern nachmittag ist sie gekommen! Aber nicht allein. Pfarrer Sturm und eine Dame in Trauer find mit ihr! Der Gärtner, der heute morgen im Dorfe war, hat es mir eben erzählt!" Ebba hier —1 Inga wäre am liebsten sofort ins Dorf geeilt, um die Freundin zu sehen. Doch sie nahm sich zusammen; denn sie wollte nicht das Geringste tun, das den Unwillen und die Mißbilligung der Eltern Hervorrufen konnte. Sie sann eine»Augen° blick nach. „Matz, richten Sie es ein, daß der junge Herr es erfährt! Mamas wegen möchte ich offiziell davon noch nichts wissen! Daß ich Ebba auf jeöen Fall spreche, muß unbedingt ermöglicht werden!" Begierig erwartete sie das Mittagessen. Sicher wußte es Hanno bis dahin! Als man sich zu Tische setzte, sah sie seinem sonst immer sehr gleichmütigen Gesicht an, daß ihn irgend etwas mächtig bewegte — und was das war, konnte sie sich denken! Als der Diener den Rachtisch gereicht und man unter sich war, sagte Hanno: „Psarrer Sturm ist zu Besuch im Pfarrhause. Er hat Ebba Lenz mitgebracht. Außerdem ist eine Dame mitgekommen, wahrscheinlich Ebbas Herrin." „Seit wann kümmert sich mein Sohn um Dorfneuigkeiten?“ bemerkte die Gräfin kalt, „uns interessiert das nicht!“ „Doch, Mama, mich interessiert es sehr!“ meinte Inga, „ich mochte Ebba sehen!“ „Aus keinen Fall! Ich verbiete es dir —" „Rein, Mama, das lasse ich mir nicht verbieten! Sieh, ich konnte Ebba ja heimlich aufsuchen; doch ich tue es nicht ohne dein Vorwissen! Sagt es dir dein Gefühl nicht, was wir ihr schuldig sind?“ „Meinen Standpunkt kennst du! Ich wünsche nicht, daß der Raine jener Person auch nur genannt wird!" versetzte die Gräfin in scharfem Tone. Vielleicht ließ nur das Gefühl begangenen, nur sich selbst eingestandenen Unrechts die Gräfin so schroff fein; dazu kam der Groll auf den jungen Pfarrer! Inga sah mit beredtem Blick zum Bruder hinüber. Durfte die Mama in einem solchen wegwerfenden Tone von Ebba sprechen? Es hatte auch Hanno empört. Sein frisches luftgebräuntes Gesicht war dunkelrot, als er in einem gleich scharfen Ton wie die Mutter sprach: „Ich muß sehr bitten, MamaI Ebba Lenz ist keine „Person" — sie ist das Mädchen, das ich liebe und dem ich unbedingt, von meinem Standpunkt aus, meinen Ramen gegeben hätte, wenn mich nicht die Rücksicht auf euch davon zurück- gehalten hätte! Ich sehe wohl ein, daß ein Findelkind als Gräfin Reinshagen nicht gut möglich ist! Obgleich ich mir manchmal sage, daß es vernünftiger und naturgemäßer wäre, ohne viel zu klügeln, das geliebte Mädel zu nehmen und den Teufel nach ihrer Herkunft zu fragen! Das denkt der Ketzer in mir, Mama, — und der Mensch! Dein Sohn darf es allerdings nicht! Der bittet dich nur, Ebba Lenz die Achtung zu geben, die ihr zukommt, und sie, die Unschuldige, nicht für meine Schuld büßen zu lassen! Denn durch mich ist Ebba ins Gerede gekommen! Das Mädchen ist rein wie Inga) Du weißt, wie hoch ich meine Schwester stelle — es ist also viel, wenn ich das behaupte I" Inga warf dem Bruder, der so tapfer für Ebba eintrat, einen dankbaren Blick zu. „Papa — und deine Ansicht —? Dars ich Ebba sehen?" wandte sich Inga an den Vater, der unschlüssig auf seinen Teller blickte. Ihm sagte sein Gerechtigkeitsgefühl, daß das Verbot feiner Frau ungerecht war — doch er wollte ihr in Ingas Gegenwart nicht direkt widersprechen. „Lasse uns abwarten, Inga! Voraussichtlich wird urfä Pfarrer Sturm besuchen, und dann wird sich irgendein Weg finden! Ich bin der Meinung, daß wir schon mit Rücksicht auf die sehr ehrenwerte Familie Lenz Ebbas Anwesenheit nicht einfach unbeachtet lassen können — Cin kleiner Trost war es für Inga, den Vater auf ihrer Seite zu wissen; er würde ihr bestimmt ein Widersehen mit Ebba ermöglichen, damit sie nicht nötig hatte, ungehorsam zu werden! Mies in ihr fieberte nach der geliebten, so schwer entbehrten Freundin! — Das ganze Dorf war erfüllt davon, daß Ebba Lenz wiedergekommen war — sogar mit Pfarrer Sturm! «Cs war also nichts an dem, was man sich heimlich zugeraunt: daß sie sich nicht getraut hatte, sich im Dorfe sehen zu lassen! Und nun war sie wieder da, von Christel und seinem Vater abgeholt! Ein schöner, klarer Tag war es. Die warmen Strahlen der Sonne leckten den letzten Winterschnee vom Voden weg, und schwer und schwarzbraun lagen die Ackerschollen, künftigen Segen zu empfangen. Wie eine durchsichtige Glocke spannte sich der Himmel über der Erde — herb, voll Frühlingsverheißungen ging die Luft. Mit leuchtenden Augen, an deren Wimpern noch die Tränen hingen, die Brust geweitet von tiefen Atemzügen, blickte Ebba um sich — ach, wie war die Heimat, schön! Von weitem grüßte das Schloß. Das langgestreckte weiße Haus schimmerte im goldenen Sonnenlicht. Ebba bemühte sich, unbefangen den Begegnenden zuzunicken, obwohl es einige Selbstbeherrschung kostete. Froh war sie, als man ans Schulhaus kam. Ihre Augen suchten die Mutter. Sie sah sie nicht — ah, drinnen würde sie warten. Sie eilte voraus, stürzte ins Haus. —■ „Mutter, liebe Mutter —1“ „Ebba, mein Kind!" Unter Lachen und Weinen hielten sich beide umfangen. Sie standen noch in inniger Umarmung, als die anderen dazukamen. ^Angela sah es mit einem unbeschreiblichen Ach, sprach in Ebba denn nicht die Stimme des Blutes, daß sie all ihre Liebe an die Fremde verschwendete und die rechte Mutter nicht erkannte? In eifersüchtigem Schmerz zog sich Angelas Herz zusammen. Sie glaubte, sie müsse die Frau hassen, die ihr Kind herzte und küßte und von ihm wieder geherzt und gefußt wurde — und sie — die rechte Mutter, mußte beiseitestehen! Wie Ebba jubelte, daß sie wieder daheim war! Wie der rote Mund plauderte und nach allem fragte! Und das dritte Wort war immer — „Mütterchen, liebes Mütterchen!" Und so viel Zärtlichkeit, so viel versteckte Abbitte lag darin. Man hatte abgelegt. 3m sonnendurcysluteten Wohnzimmer war es behaglich warm, und einladend war der Kaffeetisch gedeckt. Pfarrer Sturm stellte Angela als feine Tochter vor Er hatte bereits das Rotigste geschrieben, da es ja in diesem Falle leichter war als ein mündliches Erklären. (Fortsetzung folgt.) fir SrMbLy Schveslrmstati S5U. Lim man. bah auf Birttt an kn btr api ®t (intt b« wrja (Brabbentir greorfen, gnjtR. Dah f dubtn muh. gi irr Irnfmälrr Hinnt nichl I fjri/bbof bietet Tie ?iachsorschi tddlTtrt, dah liegt Ä °l-e' Sä> - ;v? . Ott 5 ft? K 4 y °°o 6. «.! St; y südtJ rin jung« -*u ,-chnen W? TtosrA f:i S?E sSK Jflibelt e$ 0Lrumb Warm bo4-5«m!w ALHt von Dri nehmen. Man- DLhitnö leine M-'u ÄtS’1 SÄS cb«i»d S* ü«J £ Mriltu» Kleine ( * -iehen mann Hal g fantmlimg vc gehen gegen : rräfibniten z lirutungen bi -nicht hatte exntutll 4 Ta IH Urteil kg L'.rafnhühung lammet erhöh Sin foafoDii ten ®tfänanii worden. 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Goll man in dieser Zeit Festlichkeiten veranstalten? Angesichts der allgemeinen Rotlage unseres DolleS ist die Frage verständlich, ob die Der- anHaltung von Festlichkeiten überhaupt noch angebracht erscheint. Wie alles, so hat auch diese Angelegenheit zwei Seiten, wovon die wirtschaftliche gerade in diesen Zeiten sehr stark interessieren dürste. Die Mehrzahl der Festlichkeiten wird in den (Betrieben deS DaststättengewerbeS abgehalten. Man kann der Auffassung sein, dah ausschließlich dieses Gewerbe wirtschaftliche Vorteile von der Abhaltung von Festlichkeiten habe. Dem ist aber nicht so. DaS Vaststättengewerbe ist zu einem groben Teil BedarfSgewerbe, daS bei einigermaßen gutem Geschäftsgang vielen ©e- Werve- und Industriezweigen, somit also auch den in ihnen beschäftigten Arbeitnehmern, manche Arbeitsmöglichkeiten gibt. Schon die Ankündigung von Festlichkeiten durch Plakate, Anzeigen und sonstige Drucksachen beschäftigt daS Berviel- faltigungSgewerbe. Grob ist die Zahl der Lieferanten des GastwirtSgewerbeS für Rahrungs- und ®cn,ibmittel, wie Bäcker, Metzger, Brauereien, Weinhandel. Zigarrenhändler u. a. Tapezierer und Dekorateure, die den Bäumen das notwendige oder gewünschte Gepräge geben, werden beschäftigt. Der leider so groben Rotlage vieler Künstler und Musiker, deren Mitwirkung bei den Festlichkeiten unentbehrlich ist, kann in erheblichem Mabe gesteuert werden. Auch der Fremdenverkehr, dessen Bedeutung nicht verkannt werden darf, erfährt durch die Abhaltung von Festlichkeiten in manchen Fällen die notwendige Förderung. Die nicht unerhebliche wirtschaftliche Bedeutung deS Gaststättengewerbes erg bt sich beispielsweise schon daraus, dah sein steuerpflich» tigk'r Umsatz im Jahre 1927 sich auf weit über 5 Milliarden Mark belief, womit gleichzeitig die Stellung deS GastfättengewerbeS als Bedarfsgewerbe besonders charakterisiert toitb: denn der Umsatz besteht in diesem Gewerbe doch in der Hauptsache aus den von anderen Dewerbezweigen gelieferten Waren, da eine Eigenproduktion des Gaststättengewerbes so gut wie nicht in Frage kommt DaS Gaststättengewerbe b'schä'tiat in normalen Zeiten rund 331 000 Arbeitnehmer, von denen Ende Oktober 1931 fast 85 000 erwerbslos a"m"ld't w r n Aucb d'"sem Telle der Arbeitnehmerschaft kann durch die Abhaltung von Festlichkeiten De'chälliaung gegeben werden Es soll hier nicht rauschenden und überschwänglichen Festlichkeiten. b:« mit der allgemeinen Bot weiter BolkSkreise nicht in Einklang zu bringen sind, das Wort geredet werben. Sicherlich ist aber die Abhaltung von Festlichkeiten in einem der Zeit entsvrech"n^en Böhmen für viele Gewerbezweige und gleichzeitig auch für die darin beschäftigten Arb"it"ebmer. sowie ‘flr manche Angehörige freier Berufe von nicht zu unterschätzender Wirt- schafl'cher Bedeutu"g Daher sollte man auch in dieser Zeit auf die Abhaltung von netonfdiaft- lichen Veranstaltungen und für manche Vereine geradezu traditionell g^word"ne Festlichkeiten nicht verzichten, um so mehr nicht, da Stu"den der CM«niqtott aera*»« in dielen wenig llchfv^lton Tagen ebenfalls Ihre besondere Bedeutung b"ben. QI. Sch. (Widener wochenmorktp eisc. 'Diesten. 15 Dez. S« kosteten auf dem Heu- kigen ^bochenmarkt Kochbutter daS Pfund von 1,10 Mk an. Butler 120-130 Matte 25 35 Pf daS Pfund. Eier 14-15 Pf daS Stück. Käse 10 Stück 60 -140 Ps„ Wirsing 7 -8. Weistkraut 5 b'S 6 Bofkraut 8. Gelbe Büben7 8 10 Bote Büben 8- 10 Spinat 15 20. Unter-Kohlrabi 5 bis 6. Grünkohl 10 12. Rosenkohl 15 20. Feldsalat 80 100 Tomaten 50 60. Zwiebeln 10—12. Meerrettich 15 70 Schwarzwurzeln 25 "5 Kartoffeln 4. Aepfei 8 10. Birnen 8 -10. Dörrobst 30 35 frnniq ^0 R0. Hüffe 35—40. Enten 80 biS 100. Junge Hähne 80 90. Suvvenhübner 70 bis 80. Gänse 70 80 Ps das Pfund. Tauben 50 -60. Blumenkohl 20- 60. Erd'vien 8—10« Ober- Kohlrabi 8—10. Lauch 5 10. Bettich 10—15. Sellerie 10 40 Ps das Stück. Kartoffeln 3.00-3 50, Weistkraut 3.00-3.50. Wirsing 4.00-5,00. Rotkraut 4.00—5,00 Mk per Zentner. Von der Purpurschnecke zur Koschenille-Farm. Wenn wir auch durch die Erfolge bei der Herstellung künstlicher Farben von den Farbstoffen der Tiere und Pflanzen nicht mehr abhängig sind, so bietet sich in diesem Bereich des Raturhaus- haltes doch ein sehr interessantes Schauspiel dar. Die älteste tierische Farbe, die benutzt wurde, war das berühmte Purpur von Tyrus, das einst dem Schmuck der gekrönten Häupter Vorbehalten war und erst später allgemeinere Verwendung fand. Es sind drei Arten von Seeschnecken. die diesen kostbaren Stoss lieferten: Murex trunculus, Mu- rex grandaris und Purpura patula. Die antike Sage erzählt, dast Herkules, als er eines Tages mit der von ihm verehrten Bymphe von Tyrus an der Küste spazieren ging, einen Hund yerankommen sah, dessen Schnauze mit einem leuchtenden Violett befleckt war. Die Dame, entzückt von dieser Farbe, befahl dem schmachtenden Helden, ihr ein Gewand von dieser Färbung zu bringen, wenn er ihre Gunst erringen wolle, und die grobe Menge von leeren Muscheln, die man noch heute an den Küsten des Mittelländischen Meeres findet, lästt daraus schliesten, dah der starke Mann des Altertums auch diese Arbeit glücklich zustande gebracht hat. Die Gewinnung von Purpur aus Schnecken war auch in der Reuen Welt bekannt, denn Columbus fand, dast die Indianer das Geheimnis besahen, Farbstoffe Mollusken zu entziehen, die den Schnecken des Mittelmeeres nahe verwandt waren. Die Purpurfarbe, die von den Schnecken gewonnen wurde bestand in zwei Arten, die billigere wurde durch das Pressen von Tieren und Muscheln» in Mörsern gewonnen, während die bessere und teurere Art durch sorgfältiges Ausschneiden der Farbdrüsen erzielt wurde. Ein sehr ähnlicher Farbstoff wird von einer groben Seeschnecke, Aplysia mit Barnen, abgesondert, die damit das Wasser mehrere Meter im Umkreis färbt und sich so einen „Schuhschirm" gegen Fllnde schafft. Während das Pupurrot stets eine gewisse Seltenheit bewahrte, war früher ein weit verbreiteter Farbstoff derjenige, der aus einer groben Anzahl kleiner, au der Familie Coccus gehöriger Insekten hergestellt wurde. Diese Farbe ist unter dem Barnen Koschenille bekannt. Die getrockneten Schildläuse. die nach Europa geschickt wurden, galten dort zunächst für pflanz'iche Produkte, und erst das Mikroslop enthüllte ihre tierische Ratur. Wenngleich die früher allgemein zur Bereitung des Karminrots verwendete Kofchen lle seit E n üh- rung der Teerfarben bei uns ihre Bedeutung verloren hat. so gibt es doch noch in vielen tropischen und subtropischen Ländern ausgedehnte Far- dcs Eremiten" wurde mit viel Temperament I wiedergegeben. M.t besonderer Sorg'alt brachte | die Kapelle Szenen aus der Wagnerschen Oper „Siegfried" zur Aufführung und erntete dafür vcrdientermahcn lebhaften Beifall Eine „eia- vische Bhasodie" fand hierauf eine sehr lebendige Interpretation. Im weiteren Verlauf des Programms gefielen besonders Debet und Tempelmarsch aus Olaf Ttygvason" (Drieg). AuS- sch Itte aus Duccinis „Madame Butterfly", Straußsche Walzermu i! mit viel innerer Beschwingtheit, eine Komposition unter dem Titel Friederiziana", der idyllische „Aufmarsch der Wach:Parade" und a m. Ein Lchlagervotpourri, in dem die Kapelle bewies, dast sie auch in moderner Musik taktfest ist. beschloß das gediegene Programm Das Konzert erbrachte erneut den Beweis, dast die Kapelle unter der Leitung ihreS Obermu'ikm'-ist rs zu durchaus künst'etlichen Leistungen befäh'gt und hohen Anforderungen gewachsen ist. die aber nur deshalb er'üllt werden tonnen, weil sich jeder einzelne Musiker der Kapelle eng verbunden fühlt Richt zuletzt sind die vorzüglichen Leistungen ein Verdienst deS Dirigenten Das MusikkorvS bereitete den dankbaren Zuhörern genustreiche Eiunden. " Stahlhelm-Filmvorführung In einer geschlcssmen Vo führung zeigte am Sonnten ormttag die hiesige Ortsgruppe deS Stahlhelms im Lichtspielhaus Bahnhofstraste drei Filme, die bei den Besuchern groben Anklang fanden. Unter dem Titel „Und Du?" sah man zunächst e nen Bildstreifen, der auS Anlab deS 12 Be chSfrontfoldatentageS in BreSlau ausgenommen worden war Man erlebte den Aufmarsch der Stahlhelmer auf der BreSlauer Brückenaue, die Gefallenenehrung und den Borbeimarfch der Frrmationen vor den Führern. Lustige Bilde.- aus dem Lagerleben, von der Verpflegung, vom An- und Abmarsch nach und von Breslau, Bi der von den Au-flügen der Stahlhelmer in da' Biefengebirge und h rvcrragende Landschcf S- bilder gaben dem Film weiteren 'Wert Din zweiter Filin führte im Geiste nach Bad Harzourg. Die Tagung der Harzburger Opposition, dte Füh c-, die sich dort zusammengesunden hatten de Stah h Im und die SA -Abteilungen der Ra- tionalsoz, al st sch n Deutschen Arbeiterpartei mit >h em Füh e: H tler an der Spitze, waren im Bilde feftg h llen Der Sinzua in Harzburg, der Feldgottesd.enst, der Aufmarsch und Umzug durch die Straften aaben ein Bild von dem Leben und Tre'ben, oaS an jenen Tagen in Harzburg herrschte Der dritte Film von der Stahlhelm- Ro dlandfahrt 1931 war da- Spiegelbild einer unterbaltiamen Reife, daS neben den landschast- Znfolge der gespannten englischen Wirtschaftslag. soll der Bau des 73 000-Tonnen.Dampfers, der -m Auftrage der Cunard-Linie vor einigen Monaten auf einer schottischen Werft begonnen worden war, vorläufig eingestellt werden Das Schiff das in seinen Ausmahen alle bisherigen Wasterfahrzeuoe der Welt übertreffen sollte war als Rivale für die „Bremen" gedacht und sollte das Blaue Band des Ozean» nach England zurückbringen. Unser Bild zeigt eine Modellzeichnung des Riesendampfers. licften Schönheiten deS RordlandeS, der Fjorde. dec Berge und der Gletscher auch das lustige Leben und Treiben an Bord des Dampfers „Monte Oliva" toiebergab Der Te?t in Beim- form und musikal.sche Darbietungen unterstützten daS Filmbild. " Sparerbund und Volksrecht- Partei, Ortsgruppe Giehen In der jüngsten Mitgliederversammlung referierte — wie man uns berichtet — der Vorsitzende, Rentner Ehr. Reiber, über Zweck und Bedeutung der Schutz-Sparkassen, von denen in den letzten Jahren eine ganze Anzahl durch den Sparerbund ins Leben gerufen worden sind Zum Unterschied von anderen Geldinstituten würden die Spareinlagen als Goldmark garantiert und ausschließlich in erststelligen Feingoldhypotheken angelegt Namentlich in den letzten Monaten hätten Die Spareinlagen sehr stark zugenommen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde die Kommunal-, Landes- und Reichspolitik behandelt und folgende Entschllestung einstimmig ange- no nme „Dl gulle uchte M tjl ed.rvcrs-mmlung des Sparerbundes und der Dolksrecht - Partei. Ortsgruppe Diesten, erblickt in dem Ergebnis der he s schen Landtagswahl für die Volksrechlbewe- gung keine entmutigende Wahlniederlage, sondern einen Ansporn zur Aufbauarbeit in der Organisation Die zahlreich anwesenden Mitglieder geloben ihrem Reichsparteisührer, LandtagSabge- ordneten B a u s e r, auch weiterhin unverbrüchliche Treue und Gesclg chaft im Kampf für deutsches Recht und nationale Freiheit." Oberbeffen hessischer Braugerstentag L 2 u.g b a ch . 14. Dez Der erst« D r a u • gerftentag. verbunden mit einer Braugersten- schau der neu errichteten Hessischen Landesgersten, stelle der Landwirtschaftskammer für Hessen, war •ein beachtlicher Erfolg Tagung und Ausstellung fanden viel Interesse. Oekonom.erat Breidenbach. Dorheim, begrüßte die zahlreichen Gäste winfchaftliche Bedeutung für di« hefflfche Landwirtschaft. Der Redner ging weiter auf die Aufstellung selbst ein, die von 79 Ausstellern beschickt war. 74 Bewerber wurden mit Preisen ve» dacht Ausgezeichnet wurden 49 Aussteller aus Oberhessen und 25 auS Starkenburg. In einem zweiten Vortrag behandelte Land- wirtlchaftsrat Dr. Schneider vom Landwirtschaftsamt in Lich eingehend di« landwirtschaftlich» technifch.-n Mastnahmen im Braugerstenbau. Unter Berücksichtigung von prakti'chen E^ahrun» gcr. deS Brauereibes.hers Melchior, Butzbach. sprachen in der Diskussion Prof. Dr. S e 1 • s ous Giehen. sowie dessen Assistent. Von oberhesfischen Ausstellern wurden folgende mit Preisen bedacht: 1 Preise: Hch Grieb Dor'-Gill: H Reufel. BellerShe'm: W Eifer Muschenheim: Hch. Brückmann. Reuhof: R. W.'ifel. Sberstadt: Aug. Dörlach. Eberstadt . K Weber. Bellersheim 2 P r e i s e: H rm. Hahn.BellerSheim: I Schwarz Dvr*-G'N Rinn. Utphe: W Reuhl. Ober-Hörgern: K. Müller 111, Bellersheim Hch S'fer.Eberstadt: E. Pein III., Rieder-Bessingen, W Eifer Bellersh-im. 3. Preise: Rinn, Utphe. K Löb«r°ch Eb-rsta^t; Ad Döbel. Bellersheim: W Matthe« fr _ III. und Karl Block. Bettenhaufen: Herm Mü'ler, Weid-MooS: I Imbefcheid. Fauerbach v d H.; Fr. Fauerbach. Sberstadt. Anerkennungen: Ernst v Ziemar. Ferd. Weisel. Herm. Eich au« Eberstadt: E Zimmer. R^eder-B-ffingen. Wl'd» Jung IX., H^lzh-im: I. Imbescheid. Fauerbach v d. H. und W Schepp. Ober-Hörgern. Landkreis Wicken. 00 Klein-Linden, 14 Dez Der in diesem Frühjahr gegründete Geflügel zuchtverein Klein-Linden trat am SomStag und Sonntag mit einer Werbegeflügelschau im Saale der Wirtschaft .Zur Dura" zum erstenmal an die Oeffentlichkeit. Die Ausstellung war gut beschickt und stark besucht. Die Bewertung der ausgestellten Tiere hatte Preisrichter Otto Watz (Lang-GönS) übernommen. Bon den Ergebnissen seien nur die erwähnt, die mit Shrenvreisen und mit „sehr gut" bewertet wurden. ES erhielten E^-enpreis«: August Schmitt auS Rhodeländer, Lu wig Hildebrand auf Rebbuhnfarbige Italiener. August Lenz auf Gelbe Italiener. Georg Lutz zweimal auf Sftwarz« Zw'rgwyandvtten, Ot o L i p p e r t auf H mburger Silberzw« g' und Wilhelm Lenz auf Deutsche Zwerg« DaS Ergebnis .sehr gut“ erreichten: Otto Etzel auf Bronzevuten und auf Kakienten. Aug Schm i t t auf Rhodeländer, Theodor Leib auf Winvrka, August Lenz zweimal auf G-^lbe Italiener, Hermcnn WülleraufW ih A edtanlfde et- born, Georg Lutz zweimal auf Schwarz« Zwerg- wyandoten und Theodor Leib auf Schwarz» Zwergwyandotten und auf Porzellanfarbig« Zwerge In der Abteilung Tauben erzielten Ehrenpreise: August Lenz mit roten Steiger Kröpsern. Ernst Schaum mit weiften Hessischen Kröpfern. Wilhelm Len z mit fahlen Hessischen Kröpsern. Karl Hinterlang mit schwarzen und mit getigerten Hessischen Kröpfern, Auiust Lenz mit Fränkischen Samtschildern und Wilhelm L u h mit weihen Psautauben. Da« Ergebnis .sehr gut" erhielten: August Lenz mit roten Steigerkröpfern. Wilhelm Lenz zweimal mit fahlen Hessischen Krövsern, Walter Müller mit blauen Hessischen Kröpsern. Karl Hinter- lang mit schwarten und mit getig r'en Hessischen Kröpsern. Otto Weller mit Rürnberger •• Keine Haftung für ©teuerrüd- stände des früheren Pächter- wenn ein Betrieb vom Verpächter gekauft wird Wir toten in den von dem beeidigten Wirtschaftsprü'er H'rmann W i l I zu Gi hm her- au-gegebenen .Aktuellen Steuertoagen" (Rund- schreiben Rr 24) folgendes: Paragraph 96 der Reich-abgabenordnung a'te Fa's'ing (9 116 neue Fassung! sieht bekanntlich eine Haftung des Er- Werber- eine- Untern--hmens Tür rückständige Steuern vor Der Reichs inonzhof hat in den letzten Monaten In einer Anzahl von Urteilen diese Haftung de« Erwerbers eines Betriebe- eingeschränkt. In die Reihe dieser Einschränkungen gehört ein Urteil vom 30. Juli 1931. in dem folgender Satz aufgestellt ist Wer einen verpachteten Betri--b vom Verpächter kauft ba'tet nicht für Sieuerrückstände de« früheren P.'chter- ee 3uderfpenöe für dieWinkernot- b i U e Wie der Verein der Deutschen Zucker- Industrie M't'eilt hat die deutsche Zuckerindustrie trotz der schweren Krise, die auf der rübenbauenden Londwirtfcha't und der gesamten Zuckerwirtschaft loste, eine gemeinsame Aktion durchge'ührt. um die Lage der notleidenden Bevölkerung durch Versorgung mit Zucker zu belfern. Die Durch'ührung diefer Eefamtakt'on ist erfo’gt. obgleich schon zahl- reiche Spenden von Zucker von einzelnen Fabriken für örtlich« Wohl'ahrtsorganisattonen gemacht worden find. Durch die grobe gemeinsame Sammlung der Zuckerindustrie konnten der Deutschen Liga der Freien Woblfahrt-pflege bi- jetzt etwa 8'00 Zentner Verbrouchszucker al- ^schenk zur Verfügung gestellt werden Der Liga geboren Wrbllahrisvereinigungen aller Art Ion cffionc’Ier und interfon'e’firneltor an fo dah die Spende wei- testen Kreisen der bedürftigen Bevölkerung zugute kommen wird Die Verteilung erfolgt nach einem bestimmten Schlüssel an die angekb’offenen Organisationen noch vor Weihnachten " Militärkonzert Am Sonntagabend sand im groften Saale der Lieb.gShöhe wieder ein Mill äckonzert statt D S B'.ufikkorr« untere« 2a- taillonS. unter der Stabühruna von Obermufil- meister Krauste, wartete wieder mit erstklafsi- gen musikalischen Darbietungen au di« von den aufmcrflamcn Zclhörern mit starkem und anhaltenden Beifall ausgenommen wurden Eine schneidige Husarenvendette leitete den Abend ein, die nachfolgend« Ouvertüre zu „DaS Dlöcklein r. Lang-Döns. 14. Dez Am Sam-tag und Sonntag fand in der Turnhalle eine Lokal- Ausstellung des hiesigen VE f I ü g e l • u d Kaninchenzuchtvereins statt Trotz d:r ungünstigen Witterung und der wirtschastli n Lage war die Ausstellung verhältniSmShig gut beschickt und auch gut besucht Als Preisrichter waren die Herren M o g k (Echzell) für Geflügel und Gerhard iKirch-GönS) für Kaninchen tätig Die ausgestellten Tiere verteilten sich aus 172 Rummern. Die Prämiierung ergab folgende- (E — Ehrenpreis. 1 — 1.PreiS)' V Enten : Dajuga. Otto Hest S und drei 1. 6 Hühner: Stämme, rebhuhnfarb. Italiener W'll Frey E Einzelne. Langfhan: Alb. 6/ miV J. Wyandotten. weih: Rorbert Drüneboum E und zwei 1. Silber-Wyandotten: Wll> Beppler (X Süsser, bunt: O. Heeb S. O 1. Suftoß, hell: O Eckhardt E u. I. Welsumer: Wilh. Henrich E u. 1 Dominikaner. Willi Dechert E u. 1. Willi Dopf 1. Rdvdeland, rot: Karl Stoll zwe E und drei 1. Georg Dörlach S. Minorka: 0. May Qu. I. Rebh Italiener: Willi Frey E u L Italiener schwarz: O Müller Qu. 1. Ludwig Schäler zwei 1. Italiener, gelb: Karl Müller 1. Sachsenhuhner. schwarz: Richard Beppler E. Altsteirer: O Eckhardt zwei 1. Perlhühner: Rich» Beppler zwei 1. C. Zwerge: Langshan, blau: Rich. Bops S u. 1 Langshan. schwarz: Karl Müller II 1. Wyandotten. rebh: 0. Boller L Wyandotten, weih. O Heh zwei E und 1. Antw» Bartzwcrge. Karl Müller II. 2 u. 1. Porzellan- farbige Zwerge m. Bart: Karl Müller E u. vier 1. Sebright. goto: Willi Frey S u. l O. Taube n : Hess Kröpser. weist Rich. Kaiser, bret E und zwei 1. Äoburgcr Lerchen: Rich. Kaiser E u. 1. — Bon Kaninchen waren nur einig« Tier« ausgestellt. Alten - Bus eck. 14. Dez Der hiesig« Spar - und Dorschuftverein Helt gestern Rachmittag in der Wirtschaft Rau seine diesjährige Generalversammlung ab. Direktor Schwalb gedachte zunächst der Im verflossenen Geschäftsjahr verstorbenen Mitglieder und brachte dann den Geschäftsbericht zur Kenntnis. AuS diesem ging hervor, dah die Desamtlage oet Kasse al« durchaus gesund angesehen werden kann. Der Zusluh bet Spargelder sowohl selten« der Einvohnerlchalt. aU auch der Schuls-arkasse sei durchaus befriedigend. AuS dem anschliehcnden RevifionSbericht ergab sich die einwandfreie Ge- schäfts'ührung der Kasse Dann gab Direktor Schwalb der Versammlung Aufklärung ü' er di« Bestimmungen de« AufwertungSgese-eS und et» luchte die Aufwertungsschuldner dringend, zur Vermeidung von späteren, bestimmt unausbleiblichen ZwangSmastnahmen schon jetzt alle- auf- zubieten, ihren Verpflichtungen dem Verein gegenüber nachzukommen. Rur dann sei der Verein in der Lage, den berechtigten Wünschen der meist in bedrängten Verhältnissen lebenben Aufwertung-gläubiger entsprechen zu tonnen. Wer di« Angelegenheit auf die leichte Schulter nehme und sich auf die Zukunft verlasse, werd« b«stimmt ein« bittere Enttäuschung erleben. Mrcie Büdingen △ Bleichönbach. 14. De> Seit einigen Wochen finden hier nacht« Einbrüche statt, bei denen besonder« Lebensrnittel gestohlen werden. Ein gröberer Einbruch geschah End« der men, auf denen diese Insekten gezüchtet werden. Sine solche Koschenille-Farm ist nichts andere« als ein riesiger Kaktusaarten, in dem nicht selten über 100 000 dieser Pflanzen beifammenstehen. Die .Ernte" wird von den Kakteen mit Bürsten heruntergestrichen. und die Schildläuse werden in Körben gesammelt. — Rur ein Wirbeltier ist als Lieferant eines verwertbaren Farb':o ses bekannt, wenngleich daraus kein grober Rutzen gezogen werden kann. Das ist der Turaku oder Pifang- Frefser, ein schöner Vogel, der sich in großen Mengen in Aethiozien findet. Seine Hauptsär- bunq besteht in einem leuchtenden metallischen Grün. Purpur und Rot. Die roten Federn geben einen schönen Farbstoff, der in Wasser löslich ist und zum Färben von Papieren und andern Dingen verwendet werden kann. Der gepfändete Säugling. Den Dauern in Bessarabien geht es samt und sonders herzlich schlecht. Die Steuereinnehmer haben ihre liebe Rot, bei den völlig verarmten Dauern auch nur einen Teil der rückständigen Steuern einzutreiben. Meist kommen sie unverrichteter Dinge zurück. Da hat sich nun in Patrulea bei Kischineff etwas Sonderbares zugetragen, als der Steuereinnehmer des Dorfes in die Wohnung eines gewissen Savila kam und dort nichts vor- fand, was er hätte pfänden können, rih ihm die Geduld. Seit Wochen hatte er keinen Leu mehr hereinkriegen können, und die Folge war, dah er auch fein Gehalt das er sich von den Steuereinnahmen abzicyen konnte, nicht bekam und habet hungern muhte. So nahm er in seiner Wut im Rainen des Königs Savilas Söhnchen im Alter von zehn Monaten aus der Wiege und erklärte, es vis zur Degleichung der Steuerschuld für beschlagnahmt. Ohne sich von der Derzweis- lung der Eltern rühren zu lassen, brachte er den Säugling zu einer ihm bekannten Frau, die das Kind in ihre Obhut übernahm. AIS die Dorfbewohner sich zusammenrotteten, um mit Gewalt den gepfändeten Säugling seiner Mutter zurück- zuaeben. nahmen die Gendarmen zahlreiche Verhaftungen vor. Schllehlich blieb dem atmen Sa- Dtla nichts anderes übrig, als das Saatgut für das nächste Jahr zu verkaufen, um fein Söhnchen auszulösen Merkwürdig an der ganzen Geschichte bleibt nur der Umstand, dah bisber keine der zuständigen Dehörden an der seltsamen Pfän- oungsptaxiS des Steuereinnehmers Anstoß genommen hat. Jedenfalls eröffnet dieser Präze- denzsall allerlei Möglichkeiten, die schon stark an die Zustände in China erinnern, wo bekanntlich der Kinderhandel in Zeiten der Rot gang und gäbe ist. be. Men de. W Qu< . 2Qnbtoirf. S"W "Wenban • ®Ntun. °r- H '• Dr. tzef. i Preis». s®. %»: Eber. W 'Sinn Win’ ?■ Pein III Wm. z' des it. in Düler. rch D. b H.I 1 n u n g«n: n- bich aug ’flen, Di'h. ^Fauerbach in diesem ^ivere^n lgundLmn. ulchon «ti lum ersteninnl ung Wut gut etoertung btt tr Otto Mat) n Ergebnissen euvreisen unb ks erhielten ÄhobelLnba, farbige 3ta# dienet, Georg tgtohanbottm, berMg'unb tgt L> o Etzel auj Äg Tchmitd aus TÖmotta, bt Italiener, •ritamlde ey toaty Zwerg« auf Schwarz, irzellansarbige ben erzielten roten Steiger fien Hessischen )len Hessischen mit schwären Hsem. 3uiu8 icrn unb Wil« DaS Ergebni- nz mit roten zweimal mit ter füllet ’tl tyinter* g.'tten Hcsfl« t Nürnberger holet mit i Samstag unb eine Lvtal« slügel- H statt. Trotz t wirtschastli ä lltnismähig lls Prcisnchtn ll) für SeslüB ■ Kaninchen tä< teilten sich aul । ergab iolgen« W: a. 6;; rei 1. B. Huh- Italiener Hb. SömO 5. incfcum E ur» M Deppler »> M 1. Süsser. Mr: Dilh- §«n.‘ Dechert E u. arl Stolls linorka: 0. 'TU.*- ■“ft 4* J einige T'U« Der hiesig» ft R-"» «l'«""Sitrii k°nM°r e» Bünlg lebei^" ^er bit lönAthine un° ftt etniaj Äe A vorigen Woche in das Warenlager der Kolonialwarenhandlung David Leopold I. Kreis Schotten. V Gedern, 14.Dez. Die hiesige Freiwil- willige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz hielt in diesen Tagen ihre Generalversammlung ab. Der Torsitzende, Dekan Widmann, erstattete zunächst den Bericht über daS Ergebnis des Rotkreuztages 1931, dankte dann dem Kolonnenarzt Dr. Dach für seine Tätigkeit und widmete dem verstorbenen Kolonnenführer Friedrich Hof III. einen Rachruf. Es wurde beschlossen, nach Reujahr mit den Winter-äln- t e r r i ch t s st u n d en zu beginnen. Bei drn Wahlen wurden einstimmig gewählt: zum Kolonnenführer der bisherige Schriftführer und Rechner Heinrich Birx II., zum Kolonnen'ührer-Stellver- treter Oberbahnhofsvorsteher Schrön an Stelle des von hier verzogenen Hch. Deckenbach II., zum Schriftführer und Rechner O. Hoffmann. Kreis 2l»s?elv. II Mücke, 14. Dez. Dor einiger Zeit besuchte ein junger Mann Einwohner von hier und in der nächsten Umgebung. Er gab an, von einer Firma zu kommen, die Dilder vergröbere, und er sei beauftragt, Dilder einzusammeln, die den Leuten nach der Dergröherung wieder zugestellt würden. Er lieh sich jeweils einen D o r s ch u h von2MarkproDild geben. Dis jetzt hat er aber nichts wieder von sich hören lassen. Dermut- lich handelt es sich um einen Schwindler. preutzen Kreis Biedenkopf. cP Crumbach, 14. Dez. 3n diesen Tagen ist Pfarrer Schulz, der seit 1923 die Pfarrei Crum- bach-Zrankenbach versah, verzogen, um in der Rähe von Dremen eine größere Pfarrei zu übernehmen. Manche vorteilhaften Veränderungen sind während seines Wirkens getroffen worden, wie z. D. Kirchenrenovie.ung, An'chaffung einer neuen Orgel, Errichtung eines Gemeindesaales usw. Großes Verdienst hat er sich um die Erhaltung der für Crumbach und Franlenbach gemeinsamen Schwesternstation in dieser Rotzeit erworben. Kreis Limburg. MSN. Limburg. 14. Dez. Erst jetzt entdeckte man. daß auf dem sog. Alten F r i e d h o f. der direkt an den Dom grenat. Friedhofsschän- der am^Werke gewesen find. Sie haben in einer der vergangenen Nächte annähernd vierzig Grabdenkmäler mit roher Gewalt um. geworden, so daß sie fast alle in Trümmer gingen. Daß es sich um mehrere Täter gehandelt haben muß, geht schon daraus hervor, daß einige der Denkmäler ihrer Schwere wegen von einem Manne nicht umacworfen werden konnten. Der Friedhof bietet em wüstes Trümmerfeld. Die Nachforschungen der Polizei werden dadurch erschwert, daß die Tat schon einige Tage zurückliegt. Kleine Strafkammer Gießen. • Gießen, 11. Dez. Ein auswärtiger Berg- mann hat gelegentlich einer Grwerbslosenver- sammlung verbotene Flugblätter verteilt (Vergehen gegen § 11 der Verordnung des Reichspräsidenten zur Tekämpfung politischer Ausschreitungen vom 2d. März 1931). Das Amtsgericht hatte auf eine Geldstrafe von 20 Mk. eventuell 4 Tage Gefängnis erkannt. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft zwecks Straferhöhung Berufung ein. Die Berufungskammer erhöhte die Strafe auf 5 0 M k. Ein Gastwirt war vom Amtsgericht zu 6 Monaten Gefängnis und 50 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Seine Ehefrau wollte nach der Scheidung bei ihm ihre Möbel abholen. Der Angeklagte geriet in große Aufregung, er holte seinen geladenen Revolver aus der Tasche und bedrohte seine frühere Ehefrau. Dadurch hatte er sich nach dem Gesetz über Schußwaffen und Munition und die bereits erwähnte Verordnung des Reichspräsidenten strafbar gemacht. Gegen das amtsgerichtliche Urteil legte der Angeklagte Berufung ein: er bat um Strafermäßigung. Das Berufungsgericht konnte unter die gesetzliche Mindeststrafe von 6 Monaten Gefängnis nicht heruntergehen, lieh aber, da Tateinheit vorliege, die Geldstrafe von 50 Mk. in Wegfall kommen. Außerdem bewilligte es bedingten Strafaufschub und setzte die Bewährungsfrist auf 4 3afjre fest. Zwei Handwerker aus der Rähe von Frankfurt waren in erster 3nstanz wegen Wilderns zu fünf Monaten bzw.. zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft sowie der erste Angeklagte legten Berufung ein. Der zu 5 Monaten verurteilte Angeklagte war mehrfach wegen des glichen Delikts vorbestraft, zuletzt im 3ahre 1330 wegen vier Fällen zu brei„ Monaten Gefängnis, die ihm aber mit Bewährungsfrist bedingt erlassen wurden. Schon im Frühjahr laufenden Jahres beging der Angeklagte die neue Tat. Der Staatsanwalt hielt gewerbsmäßige Wilderei für vorliegend und beantragte deshalb Erhöhung der Strafe auf 1 3ahr Gefängnis. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen an und erhöhte die Strafe von 5 auf 9 Monate Gefängnis: bei dem anderen Angeklagten blieb es bei den 2 Wochen Gefängnis. r^2 Jahre Gefängnis für Unterschlagung städtischer Gelder. WSR. Mainz, 14. Dez. Gelegentlich der Revision des städtischen Rechnungsprüfungsamts bei der hiesigen S t a d t k a s s e im Dezember 1928 verschwand plötzlich- der verheiratete, damals 38 3ahre alte Derwaltungsinspeckor Karl Klotz von hier, der als Kassierer bei der Stadtkasse tätig war. Die sofortige Revision ergab das Fehlen der Tageseinnahme und des Wechselgeldes in Höhe von 11 dOO Mark. Bei der wei- teren Prüfung wurde eine Veruntreuung von 43000 Mark festgestellt. Die polizeilichen Nachforschungen nach dem Verbleib des Klah verliefen ergebnislos. Anfang 3unl d. 3. stellte sich Klotz, der sich zwei 3ahre in K a n a d a aufgehalten hatte und dorthin seine Familie Nachkommen ließ, freiwillig der hiesigen Polizei. Er hatte sich nun vor dem Erweiterten Dezirks- Ichöfsengericht wegen Untreue und Unter« chlagung zu verantworten. Aus seiner Vernehmung ging hervor, daß er, nachdem sein Vermögen dem W e 11 e u f e l zum Opfer gefallen Dar, sich an städtischen Geldern vergriff. Er will nur 30 000 bis 32 000 Mark veruntreut haben und bestreitet, Fälschungen der Bücher vorgenommen zu haben. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Unterschlagung im Amt zu zwei Fahren sechs Monaten Gefäng- m i s abzüglich Untersuchungshaft. Wirtschaft. Keine Devisenkurse am 24. Dezember. Berlin, 14. Dez. (WTB.) Wie die Reichsbank mitteilt, findet am Donnerstag, 24. Dezember (Weihnachtsheiligabend), eine Kotierung von Devisenkursen nicht statt. Japan verbietet die Goldaussuhr. Tokio, 14. Dez. (WTB.) Die Aussuhrvvn Gold wird vom 14. Dezember ab verboten. Berlin freundlicher. Berlin, 15. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der heutige telephonische Freiverkehr lag tursmäßig gegen gestern abend nur wenig verändert, stimmungs- maßig aber wieder freundlicher. Die einzelnen Marktgebiete hatten ruhiges Geschäft. In Baniaktien tarnen einige Umsätze auf gestriger Basis zustande, Elektrowerte konnten meist um zirka 1 v. S). an» ziehen, von Spezialwerten nannte man Aku unb Schultheis 1 bis 2 o. Sv daher, während Dessauer Gas und Gesfürel im gleichen Ausmaße niedriger lagen. Auch der Pfandbriefmarkt lag wenig verändert, Deutsche Anleihen behauptet, Goldpfandbriefe widerstandsfähig, Reichsbahnoorzugsaktien leicht erholt auch Reichsschuldbuchforderungen eher gefragt. Die Erklärung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ist, wie erwartet, in der Form einer Tolerierung der Regierung Brüning ausgefallen, so daß innerpolitisch für die nächste Zeit keine Beunruhigung zu erwarten sei. Auch die außenpolitischen Besprechungen nehmen einen normalen Verlauf. Bei den Abgaben in letzter Zeit soll es sich neben den Auslandoerkäufen übrigens zum Teil auch um Exekutionsware der Liquidationskasse gehandelt haben von solchen Firmen, die glattstellen mußten oder eeftellt werden wollten, um einen Teil der ntiefumme herausbekommen zu können. Selbstverständlich verfolgte man heute mit besonderer Spannung die wirtschaftlichen Ereignisse in den übrigen europäischen Ländern, nachdem die No- Nooemberziffern der Außenhandelsbilanz die elften Auswirkungen d er Pfundentwertung zeigen. Der Ausfuhrüberschuß ist von 383 Millionen auf 2 5 6 Millionen Mark gesunken, wobei sich diese Differenz beinahe ganz aus der um 130 Millionen (zirka 15 o.S). des Exportes) vermin« betten Ausfuhr ergibt. Es ist zu berücksichtigen, baß in einzelnen valutaschwachen Länbern inzwischen noch Schutzzollmaßnahmen burchgeführt worben sinb, ! bie zwangsläufig bas Bilb für Dezember weiter verschlechtern müssen. Auch bie Zahlungseinstellung ber beiben norwegischen Banken in Bergen unb Oslo unb bie baburch wahrscheinlich notwenbig roerbenbe 1 vorübergchenbe Schließung ber Börsen biefer beiben । Stäbte waren Unsicherheitsfaktoren. Anberseils I machte ber Beschluß ber Jnbustrie- unb Hanbels- fammer, ab Donnerstag, 17. b. M., breimal wöchentlich in ber Zeit von 12.30 unb 13.30 Uhr eine Sprcchbörse in ben Börsenräumen abzuhalten, einen guten Einbruck. ba man in ihm ben ersten Schritt zur Wieberaufnahme eines regelmäßigen Börsen- Verkehrs erblicken -will. Abschwächung in Frankfurt. Frankfurt a. M., 14. Dez. Die bereits am Wochenschluh eng tret ne Abschwächung am Aktienmarkt setzte sich auch zu Beginn des neuen Ber.chtsabfchnittes fort. 3m heutigen Effeltenfreiverkchr von Bureau zu Bureau trat e ne we t:re, ziemlich ausgeprägte Abschwächung ein ger führender Papiere ein. Eine plausible Er- tlä'.ung h erfür war nicht zu erhalten. Man vermutete weitere Exekutionen, anderseits sprach man auch von Auslandverkäufen, die sich hier und da einzuschle'.chen scheinen. Eine gewisse Verstimmung bereiteten die Schwierigkeiten bei den St l.halteverhandlungcn, ferner das unbefriedigende Resultat der deutsch-schweizerischen Handelsvertragsverhandlungen und die ablehnende Haltung des amerikanischen Kongresses gegenüber dem Hoover-Moratorium. Gegen die schwachen Kurse vom Samstag gaben heute 3G -Farben erneut um etwa 4 Prozent nach. Auch Siemens und Reichsbank verloren je 3 Prozent, Montanwerte bis zu 1 Prozent und die übrigen Elektroaktien von 1 bis 2 Prozent. Von Bankaktien lagen DD-Bank schwach. Am Kunstseidemarkt büßten AKckl. auf angebliche holländische Verkäufe etwa 2,5 Prozent ein. Das Geschäft war sehr klein, ba die Unsicherheit, woher das herausiommende Material herstammt, die Unternehmungslust unb auch die Aufnahmeneigung erschwerte. Devifenmarkt Berlin — Frankfurt Q m Banknoten. 14. Dezember 15.Dezember Slmilicke Notierung Amtliche Notierung (Selb | Vrie' »eh' Srie' Oelfingfotl . 5,744 5.756 5.894 5,906 Wien 50.95 51 05 49,95 50,05 Prag 12,47 12 49 12,47 12,49 BudaoeN 68 93 69.07 66,93 67,07 Sofia 3.05/ 3.063 3,057 3.063 Holland 170.23 170,57 170,13 170,47 Oslo 78.79 79 08 71,67 71,83 Sovendagen. 80 02 80,18 80,07 80,23 Stodholm 80 67 80 83 81,02 81,18 London 14 58 14.62 14,56 14,60 Buenos '2Ilre< I 058 1.062 1,063 1,067 Neunori 4.209 4.217 4,209 4,217 Brufjel 58.62 58.74 58,61 58,73 Italien Paris 21.68 21.72 21,63 21,67 1652 16.56 16,52 16,56 Schweiz 82,02 82.18 82,02 82.18 Spanien 35,36 35 44 35,56 35,64 Danzig 81,97 82.12 82,07 82,23 Jovan 2 058 2.062 —- —— Rio de Jan. Iugofiawieo. tiüiaboD 0.244 0.246 0,244 0,246 7 393 13 29 7.407 13-31 7,393 13,29 7,407 13,31 Reichsbankdiskont 7 v. h., Lomdarbzinsfutz 8 o. h. Die gestrigen Devisenmärkte. Äerlin. 14. Dezember (Selb Dries -Amerilamiche Noten ...... 4,20 4,22 Belgische Noten ........ 58,46 58,70 Dänische Noten ........ 79,84 80,16 Englische Noten ....... 14,54 14,60 Hran.zosische Noten ....... 16,48 16,54 Holländische Noten ....... 169,86 170.54 Italienische Noten ...... 21,64 21,72 Norwegische Noten .... 78,74 79,06 Deutsch-Oesterreich, • lOO Schilling — Rumänische Noten .....; 2,48 2,50 Schwedische Noten ....... 80,49 80,81 Schweizer Noten. ...... . 81,84 82,16 Spanische 9iolen . ....... 35,23 35,37 Ungarische Noten ..... — An den internationalen Devisenmärkten hat gestern vormittag das Pfund weiter kräftig anziehen können, obwohl das Geschäft nicht besonders lebhaft war. Man konnte an den verschiedenen Plätzen wieder Käufe für Londoner Rechnung feststellen. Gegen den Dollar zog das Pfund auf 3,4575 nach anfangs 3,40 an, gegen ben Gulben auf 8,53, gegen Paris auf 88,13, gegen Zürich auf 17,7750 unb gegen bie Re ch, mark auf 14,5450. Die Reichsmark war gut behauptet, in Amsterbam notierte sie 58, 750, in Zürich 122. Der Dollar lag unver- änbert, bie Rorbbevisen tenbierten fest. Gestern nachmittag konnte bas Pfund Löcher unter dem Weihnachlsbamn. — Frauen von heute. Frauengebanken zur Sexualethik unb Bevölkerungspolitik. Bon Luise Scheffen-Döring. Gedb. 4,80 Mark. Verlag Quelle & Meyer in Leipzig. — (505) — Eine Frau, bie mitten im Leden steht, zeigt hier ben Frauen ben Weg zu positiver Aufbauarbeit. In ber Erhaltung bes Familienlebens, bas mit einem neuen, tieferen Sinn erfüllt werben muß, in einer Erneuerung ber Geschlechtsmoral unb einer verantwortungsbewußten Fürsorge für bie fommenbe Generation sieht bie Verfasserin bie Voraussetzung für eine sittliche Ertüchtigung, bie von ben Besten unseres Volkes aus- gehen muß. Ihr Buch gibt eine Einführung in bie großen Aufgaben, vor bie sich bie Frau von heute gestellt sieht. Was an Rcformgebanken in mißoer- stänblichen Schlagworten seinen Nieberschlag gesun- ben hat, wirb in systematischer Grünblichkeit auf seinen ethischen Gehalt untersucht unb aller sozial- revolutionären Bemäntelung entkleibet. Das Buch setzt bie verschiebenen Lorsch äge ber geistigen Führer in Deutschlanb, Amerika, Rußlanb unb bem übrigen Europa zu ben einzelnen Problemen ber Ehercform, bes Frauenschutzes, ber Mäbchen- erziehung auseinanber unb zeigt, welchen Weg wir einzuschlagen haben, um zu einer Gesunbung unseres Volkes zu gelangen. — Spannung — Wiber st anb — Strom. Eine Einführung in bie Elektrotechnik. Herausgeber: Deutscher Ausschuß für Technisches Schulwesen E. V., 128 Seiten mit 320 Abbilbungen. Halbleinen 3 Mark, karton. 2,20 Mark. Zu beziehen beim Datsch-Lehrmittelbienst, Berlin W 35, Potsbamer Straße 119b. — (538) — Die heutige Generation hat ein Anrecht barauf, in bestmöglicher Weise mit technischen Zusammenhängen vertraut gemacht zu werben. In ber vorliegenden Schrift werben neue Wege beschritten, um bie Gesetzmäßigkeit bes physikalischen Geschehens auf bem Gebiete ber Elektrotechnik zum Verstänbnis zu bringen. Originell ist bie graphische Darstellung, durch bie bas Ohmsche Gesetz unb bas Leitungsgesetz oeisinnbilblichi werben. Es wirb hier ber Versuch gemacht, bie elektrotechnischen Erscheinungen, deren völlige Begrünbung sonst nur auf mathematischem Wege möglich war, fast ohne bieses Hilssmittel allein buich logische Aufeinanberfolge von Erlebnissen unb Versuchen unb besonbers burch eine große Zahl völlig neuer Abbilbungen, Zeichnungen unb Skizzen zu erklären. Ein weiterer Vorteil ist, baß bie pflegliche Behanblung ber Geräte unb ber Schutz vor Gefahren für Gut unb Leben eingehenb erörtert werben. Dem Lehrer, bem Elektrotechniker unb Installateur, wie überhaupt jebem, ber mit elek- irischen Dingen umzugehen hat, wirb bas Buch ein willkommener Ratgeber sein. — Karl Menninger: Rechenkniffe. Lustiges und vorteilhaftes Rechnen. 66 Seiten 8°. Preis 1,50 Mk. Verlagsbuchhandlung Karl^ oths, Frankfurt a. M., Eiserne Hand 12. 1932. (522.) — Die kleine Schrift wird für den Fachmathematiker wie für den Laien von 3nteresse fein, weil sie den Stoff in leichter und geschickter Form vorträgt und dem mitrechnenden Leser manche Anregung für die Praxis vermittelt. — Deutscher Reichsbahn-Kalender 19 3 2. 6. Jahrgang. Herausgeber Dr.-Jng. Dr. rer. pol. Hans Baumann. Konkordia-Verlag Leipzig, Goethestraße 6. Preis 4 RM. — (530) — „Die Reichsbahn in ber Zusammenarbeit ber Verkehrsmittel" ist bas Motto für ben biesjcihrigen Kalenber. Durch bie Behanblung bes Mottos wirb ber biesjährige Reichs- bahn-Kalenber zu einer aktuellen Veröffentlichung über bie zur Zeit wichtigste Frage ber beutschen Verkehrswirtschaft. Jeber ber 28 Reichsbahnbezirke wirb in feiner Zusammenarbeit mit anberen Verkehrsmitteln geschilbert. Die Verbinbung ber Reichsbahn mit ben beutschen Privatbahnen finbet ausgiebige Würbigung. Wie stark ber Umschlag zwischen Reichsbahn unb ber beutschen Binnenschiffahrt ist, baoon geben viele Darstellungen Zeugnis. Auch Kraftwagen, Reichspost unb Flugzeug stehen in engster Verbinbung mit ber Reichsbahn. Neben ber Durcharbeitung bes Leitgebankens gibt ber Kalenber Darstellungen aus Arbeitsgebieten ber Reichsbahn. Aus Betrieb unb Verkehr werben bie wichtigsten Neuerungen gebracht, in bie technischen Neuerungen erfolgt eine kurze Einführung, bie Finanzen erfahren bei ber überaus schweren Lage ganz besonbere Würbigung, unb bas Personal finbet sich bei seiner aufopfernden Arbeit in ben einbrucksvollen Silbern roieber. Wie bie Reichsbahn beutsche Lanbe erschließt, zeigen roieber schöne Silber aus allen Teilen unseres i Vaterlandes. Die Ausgestaltung bes Werkes ist trefflich gelungen. Der Silbschmuck ist schön unb ein- brucksvoll. Auch ber Druck verbient volle Anerkennung. — Garten st auben-Staubengärten. Son Karl Heybenreich. Preis kartoniert 3,75 RM. Gartenbau-Verlag Trowitzsch & Sohn, Frankfurt (Ober). — (513) — Das Äuch gibt bie Erfahrungen eines langjährigen Spezialisten auf biefem Gebiet in anregenber unb verftänblicher Form roieber. Alle Fragen, bie sich ber Liebhaber vorlegt, sinb beantwortet. Sei es bie Anlage einer Rabatte ober eines Sonbergartens ober Seifpiele für Farbenzusammenstellungen, für bie Pflanzung von Einzelstauben, von Zwiebel- unb Knollenblumen unb Sobenbeckstauben ober für bie Anlage eines Wasserbeckens. Verschie- bene P'.cine für bie richtige Sepflanzung unb sehr übersichtliche Aufstellungen in Tabellenform ergänzen bie Anregungen. — Seercnobft im kleinen Garten. Von Hermann Rosenthal. Preis kartoniert 2,50 Mark. Gartenbau-Verlag Trowitzsch & Sohn, Frankfurt (Ober). — (512) — Das Seerenobft ist ber richtige Fruchtbinger für ben kleinen Garten, benn bie Anschaffungskosten sinb niebrig, bie Pflege ist leicht unb ber vom Seerenobft beanspruchte Raum ist, im Gegensatz zu anberen Säumen, gering. Ferner besteht eine reiche Verwenbungsmöglichkeit ber geernteten Früchte. Wie kann nun ber kleine Garten am besten mit Seerenobft ausgenutzt werben? Vielerlei Fragen gibt es, bie ber Verfasser geschickt unb erschöpfen b beantwortet. Das Such ist mit anschau- sichern Silbmaterial versehen unb wirb vielen Gartenfreunden hochwillkommen sein. Alles schon einmal dagewesen. Ein preußisches 4-Pfennig-Stück aus bem Jahre 1867. Damals waren allerdings 90 solcher Stücke einen Taler wert, während jetzt nur 75 4-Pfennig- Stücke den Wert von 3 Mark ausmachen würden. seinen höchsten Tageskurs nicht be«* haupten und ging wieder auf 3,4313 gegen den Dollar zurück, doch ist zu berücksichtigen, daß der Dollar am Nachmittag wieder fester lag. Das Geschäft in engl.schen Pfunden war ziemlich lebhaft, in Amsterdam ging gleich nach Börsen- eröfsnung ein Posten von 75 000 Pfund um. Mellons Aeußerungen über die Schuldenfrage haben auch in Amsterdam einen guten Eindruck hinterlassen. Gegen den Gulden stellte sich das Pfund auf 8,52, gegen Paris auf 87,31, gegen Zürich auf 17,65, gegen die Reichsmark auf 14,4950 und gegen Brüssel auf 24,71. Die Reichsmark not erte gegen Amsterdam 53,7850, in Zürich 121,90 und in Reuyork 23 80, später 23,75. Die Rorddev.sen zogen kräftig an, Madrid tmd.ertr cbn.falls fester, 3apan lag Wecker außerordentlich schwach. Schmückung der deutschen Kriegergräber im Auslande. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat es sich u. a. zur Aufgabe gemacht, im, Auftrage der Angehörigen der Gefallenen die Gräber fern der Heimat mit Kränzen $u schmücken. Zu den Tagen, an denen vornehmlich seit einer Anzahl von Fahren die Gräber, auf diese Weise betreut werden, gehört auch der Volkstrauertag „Reminiszere" (im 3ahre 1932 der 21. Februar). Wohl fällt es heute den meisten schwerer denn je, den für eine Grabschmückung im Auslande verhältnismäßig hohen Betrag aufzubringen: aber ebenso wie der Menschenstrom in diesem 3ahre am Totensonntage sich nach den Heimatfriedhöfen bewegte, um die teuren Gräber zu pflegen, werden es viele trotz der Rot der Zeit sich nicht nehmen lassen, für das ferne Grab des Verwandten ober Kameraden im Ausland zum Volkstrauertag zu sorgen. Anträge auf Schmückung von Gräbern müssen mindestens vier Wochen vorher, für ben Volkstrauertag also spätestens am 24. Januar, in Hänben bes Volksbunbes fein. Da aber — vor allem in Frankreich, Selgien, Galizien, Jugoslawien unb Rumänien — viele ber früheren Anlagen aufgehoben und bie Toten auf anbere Friebhäse überführt sind, empfehlen wir den Angehörigen, die noch keine Auskunft über bie jetzige Lage eines Kriegsfalles eingeholt haben, sich möglichst halb mit bem Solls« bunb ins Benehmen zu Hetzen. Sei Bestellung eines Grabschmuckes sind folgende Angaben erforderlich: Bor- und Zuname, Dienst- grab und Truppenteil des Gefallenen, ferner Friedhof (Land und Provinz) und die Grabnummer ober ber Sermerf Sammelgrab. Die Minbestpreise für Kränze betragen in Frankreich 10 Mark, in Belgien 7 Marl (nur für wenige Friebhöfe 10 Marl), in Polen unb Galizien, Lett« lanb, Rumänien unb Jugoslawien 12 Mark, in Rußlanb 15 bis 20 Marl (für wenige Friebhöfe 25 bis 30 Marl), in ben übrigen Länbern 9 bis 15 Marl. Die Höhe ber Kranzpreise ertlärt sich baburch, baß bie meisten Friebhöfe abseits von größeren Orten liegen unb baher bie Serbinbungsleute für ben Transport unb ihren Zeitaufwand besonders entschädigt werden müssen. Kunst unö Wissenschaft. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin hält ihre 44. Tagung vom 11. bis 14. April 1932 in Wiesbaden unter dem Vorsitz von Professor Dr. M o r a w i tz (Leipzig) ab. Da am 20. April 1882 die Gründung des Kongresses für Innere Medizin erfolgte, soll am Abend des 10. April eine einfache Feier zur Erinnerung an das 50jährige Bestehen der Gesellschaft ftattfinben. Das wissenschaftliche Programm des Kongresses sieht bisher folgende Referate und Vorträge vor: „Kreislaufwirlungen tör« pereigener Stoffe". Referenten: Dale (London), V o l h a r d (Franlfurt a. M.). Brauer (Hamburg) über „Störungen Der ßungenfunltion", Lieber- meister (Düren) über „Doppelseitigen Pneumothorax" Jacobäus (Stockholm) über „Lungenkollaps". „Erkrankungen der steinfreien Gallenwege." Referenten: Aschoff (FreiburgV Umber (Berlin), Schmieden (Frankfurt a. M.). Zum Vortrag hierzu aufgefordert Westphal (Hannover). Vor- tragsanmelbungen sind mit Manuskripten bis 5. Februar 1932 an ben beseitigen Vorsitzenben Professor Dr. M o r a w i tz (Leipzig), Iohannisallee 32^ einzuschicken. Die freie Diskussion soll eng an bie Referate unb Vorträge anknüpfen. Soranmelbungen zur Diskussion werben nicht angenommen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sinb ohne Derbinblichkeit der Schriftteitung.) „Rotverordnung." Nach Kapitel III § 3 ber Not- oerorbnung vom 8. Dezember 1931, ber die Zins- fenfung behandelt, beträgt der künftig zu zahlende Aufwertungszinszuschlag für Aufwertungshypo- thelen 1 v. H. über 5 v. H.. also 6 v. H. Dieser Zinsfuß ist ab 1. Januar 1932 zu zahlen. Anderweite Parteivereinbarungen sind hiermit außer Kraft gesetzt. ü. B. in A. Die Unkosten bei einem Besitzwechsel, bei dem der Wert des Objekts (Haus- und sonstiger Grundbesitz, Aecker, Wiesen usw.) fünftausend Reichsmark beträgt, belaufen sich auf ungefähr 330 RM. Dieser Betrag ermäßigt sich um 250 RM., auf 80 RM., wenn ber Verlauf an einen Mbtönunling erfolgt. Für 60-(in Apotheken u.Drogerien fermem SJl.-tfpOTt Spielvereinigung 1900 Gießen 1900 (Ligo) — Breidenbach (Liga) 0:1 (0:1). Es ist zur Tatsache geworden, daß die Ligamann- ichaft der Spieioerciniguna 1900 zur allgemeinen Uebcrraschung von der Mannschaft aus Breidenbach geschlagen worden ist. Bon einer .Landmann- jchast" aus dem Hinterland, die sich als gar nicht Io sehr ländlich erwies, sondern Fußball spielte, wie sich dessen auch eine Stadlmannschaft noch lange nicht zu schämen brauchte. Anderseits ist es aber auch wieder so, daß dieses Spiel nicht verloren werden mußte, wenn nicht Torchancen ausgelassen worden waren, die man in jebejn Falle ausgewertet sehen will. Immerhin lieferten die Breidenbacher den Blauweißen eine durchaus gleichwertige Partie. Die Gäste waren technisch sehr gut durchgcbildet, spielten sauber zu und ab, verstanden sich gegenseitig sehr gut und spielten rationell aus das Tor des Gegners Die Mannschaft war mit einem riesigen Eifer bei der Sache und hielten das Spiel mit wenigen Ausnahmen offen Die Blauweißen ließen in ihrer Zusammenarbeit sehr zu wünschen übrig. Dor allem war der Sturm nicht so recht auf der Hohe und er war es, der einige schöne Angriffe nicht energisch genug durch den Torschuß beschloß, sondern der schlagkräftigen gegnerischen Verteidigung immer wieder Zeit ließ, zu klären. So versandeten die meisten Dorstoße im Strafraum der Breidenbacher, oder aber es wurde ungenau geschossen und der Ball ging daneben. Einige andere Bälle wurden die Beute des Torwarts. Die Läuferreihe der 1900er konnte gestern auch nicht recht gefallen, sie ließ den Drang zum Tor vermissen und erging sich in allerlei überflüs- sigen Kombinationen. Die Verteidigung hatte keinen leichten Stand, war aber immer noch der beste Mannschaftsteil: Brambach im Tor war etwas nervös, hauptsächlich nachdem das erste Tor (ein Eigentor der 1900er) gefallen war. Das Spiel nahm einen flotten und auch stets spannenden Verlauf. Angriffe wechselten auf beiden Seiten (nachdem zuerst die Gegner tastend die Schwächen des anderen herauszufühlen versuchten), aber die Erfolge blieben aus. Erst in der 31. Minute kamen die Gäste durch ein Selbsttor der Blauweißcn zum billigen einzigen Erfolg des Tages. Nun gingen die 1900er etwas mehr aus sich heraus, spielten auch gegen das Ende der ersten Halbzeit überlegen, vermochten ober auch jetzt nichts vor sich zu bringen. Nach der Paule hielten die Gaste das Spiel stets offen, konnten aber trotz allen Eifers die Verteidigung nicht überwinden und muß- ten sich mit dem knappen Ergebnis zufrieden geben. 1900 versuchte sich in einigen Umstellungen, ohne daß sich die Situation grundsätzlich änderte. Die Blauweißen legten jetzt zwar verschiedene schöne Angriffe vor, versagten aber vor dem Tor und gingen leer aus. Gegen Ende der Spielzeit fielen beide Mannschaften etwas auseinander. Der Schiedsrichter Weber (Marburg) war sehr zuverlässig und mußte nur selten eingreifen. Die Mannschaften spielten überaus fair. DfB.-Gießen. VfB. (Liga) — VfR. Limburg (Liga) 1:4 (0:3). Die Liga des DfB. bestritt das Freundschaftsspiel in Limburg nur mit zehn Mann, da Wage- ner in letzter Minute dienstlich verhindert ward. Unvollständig und mit Ersatz, halte sich die Mannschaft schon von vornherein der Chance des Siegs begeben. Trotz allem hätte es zu einem Sieg reichen müssen, wenn der Sturm die sich immer wieder bietenden Torgelegenheiten ausgenutzt hätte. Es kam oft vor, daß selbst freistehend kurz vorm Tor noch verschossen wurde. In der ersten Spielhälfte zeigte VfB. das bessere Spiel, insbesondere die Läuserreihe erwies sich als sehr gut, aber es kam nicht zu Erfolgen. Zeitweise spielte DfB. nur mit neun Mann, da der rechte Verteidiger zweimal verletzt wurde. DfR. Limburg konnte insbesondere deshalb zu drei billigen Erfolgen kommen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit erzielte Wlodareck den Ehrentreffer, aber trotz größter Aufmerksamkeit der DsD.-Verteidi- gung kam auch der Gastgeber, der übrigens einen harten, ganz auf Erfolg gestellten Fußball spielte, noch zu einem Tore. BfA. Limburg hatte im Mittelläufer und im Sturm seine besten Kräfte, während die Verteidigung schwach war. VfV. spielte in folgender Besetzung: Balser; Bingel, Hetzel; Lchrmund, Köhler, Lcutheuser; Fehling, Wlodareck. Kreß l., Mattern. — Die Mannschaft spielte schlecht und recht. Am besten konnte der Mittelläufer gefallen. Die 2. und 3. Mannschaften waren spielfrei. Die punfffämpfe in Hessen. Die beiden Tabellenführer der Gruppe Hessen, Main; 05 und Wormatia Worms haben auch ihre vorletzten Ep.ele gewonnen. Die Mainzer fertigten ihren Lokalrivalen Kastel 06 glatt mit 3:0 (3:0) ab und noch überlegener gewann Wormatia das Spiel in Urberach mit 5: 0. Ss steht jetzt allo nur noch das Spiel Mainz gegen Wormatia in Worms aus Gewinnt Wormatia vieles Spiel, dann ist ein Entscheidungsspiel um den Titel notwendig, holen sich aber die Mainzeer. die mit zwei Punkten Borsprung in Front liegen, in Worms auch nur einen Punkt, dann find Ne Meister. — Die übrigen Spiele des Sonntags waren ziemlich belanglos, da in Walldorf und Darmstadt 89 die beiden Absteigenden ja bereits feftstehen. Alemannia Worms schlag Walldorf nur knapp 2:1 (1:1), Wiesbaden schlug Lorsch 3:1 (1:1) und Langen besiegte den Tabellenletzten, Darmstadt 98, hoch mit 8:2 (3:0). Hellas zum 7. Male Wafferballmeister. Die deutsche Wasserballmeisterschaft wurde am Sonntag im Berliner Wellenbad zwischen dem Verteidiger Hellas Magdeburg und dem brandenburgischen Meister Weißensee 96 im Vor - und R ü ck k a m p s entschieden und von den Magdeburger Hellenen mit einem Gclamttorergebnis von 9:7 gewonnen. Hellas holte sich damit den Titel zum siebenten Male überhaupt und zum vierten Male in ununterbrochener Reihenfolge. 3n der ersten Begegnung hatten die Hellenen Sen Gegner anscheinend unterschätzt und konnten nur ein 4:4-^Inentschicden erreichen. Lleberraschend lagen die Weißenseer schon nach acht Minuten durch Pol II. (2) und Schirrmeister mit 3:0 in Führung. Die Magdeburger wurden sich nun des Ernstes der Lage bewußt und holten bis zur Pause den Vorsprung des Gegner auf. Weißensee ging dann abermals in Führung, .Hellas" vermochte jedoch kurz vor Schluß abermals auszugleichen. 3m entscheidenden Gang hatte Hellas Atoar immer noch den energischen Widerstand der Weißenseer niederzukämpfen, blieb aber dank der größeren Erfahrung mit 5:3 (3:2) siegreich. Diesmal eröffnete Hellas den Torreigen. Die Berliner ließen sich dadurch keineswegs entmutigen und wgen gleich. Ein 4-Meter-Wurf führte schließlich zur 3: 2-Pausenführung für Hellas. Wie schon im ersten Spiel, so nahm auch jetzt wieder nach der Pause der Kamps unnötig harte Formen an. Zeitweise mußten drei und vier Spieler daS Wasser Detlaflen. 3n dieser Zeitspanne bekamen die Hellenen die Oberhand und legten zwei weitere Tore vor. Deihenlee vermochte lediglich in der 12. Minute auf 5:3 zu verkürzen, so daß die Meisterschaft den Hellenen überladen bleiben mußte. Weihnachtsfeiern bei 1900 und BfS. Die beiden hiesigen Sportvereine feierten am Samstag Weihnacht. Die Spielvereinigung 1900 oer- sammelte ihre Mitglieder und zahlreiche Gaste im (Taft Leib, und der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Musik leitete den Abend ein, der Dorspruch eines Jugendlichen ging einer kurzen An- spräche des Vorsitzenden voraus, ein gemeinsam gesungenes Weihnachtslied und ein Weihnachtsgcdicht. von einem Mädchen aufgesagt, füllten den ersten Teil des Programms Em Theaterstwk, das von einigen Mitgliedern geschickt ausgefuhrt wurde, hatte die Lacher für sich und fand starken Beifall. Im weiteren Verlauf des Abends wurden einige Jugendliche des Vereins, durch Anerkennungen für vorbildliches Verhalten geehrt. Kunstradfahrer des Radfahroereins 1885 bewiesen auf ihren Fahrrädern eine überraschende Gejchicklichkeit. Eine Verlosung fand viele Interessenten. Der Abend war dem Tanze gewidmet. Der Verein für Bewegungsspiele hielt im engeren Kreise seiner Mitglieder leine Weihnachtsfeier im „Schützenhaus' ab. Musik füllte auch hier einen Teil des Abends, der 1. Vorsitzende hielt eine Ansprache, und im Anschluß daran wurden einige Mitglieder für ihre wertvolle treue Mitarbeit durch Ehrennadeln, ausgezeichnet, wahrend der L Iungmannschaft, die in diesem Jahre die Meist-r- schäft ihrer Klasse zu erringen vermochte, besondere Anerkennung zuteil wurde Die übliche Verlosung durfte nicht fehlen. Tanz beschloß die Veranstaltung. Die Veranstaltungen nahmen einen in jeder Hin- sicht harmonischen Verlauf. Sprechstunden der Redaktion. 11-30 bl. 12.30 Uur. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen Anzei c n a (träge sind lediglich an die Geschäftsstelle ;u richten. Ski-Bekleidung für Herren, Damen, Kinder sportgerecht — preiswert Fugenlofe Trauringe in jedem Feingehalt, matt, gehämmert und ziseliert, 10 Prozent Ersparnis. Kurt Gümblein, Gieben Kein Laden Bruchstraße 19II. * Bruchleidende 4 Eine Erlösung von dauernder Qual ist das berühmte 8609 v Spranzbandfesch. KeinGiiMiniband,ohneFeder.ohn. 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