Hr. 165 Erster Blatt 181. Jahrgang Mittwoch, 15. Zuli <951 «titelet täglich,außer bowwiags and 5tiertogs. BclUott: Die 3Ilu|tnertt Gietzener FamiliendlLUei Heimat tm Bild Vie Scholle Dlonat$'Being$Drels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen etnj einer 9hunmeni infolge höherer Gewalt. $ere|pret«iltlil« anter5ammelrauianer2251. Anschrift für Vrahtnach« richten Heida er »letze». poiles Zirnmerr. in Spuren zu sehen, i Dege hinaus. Fuhabdrurk be» 'emde ÄratMtte, jungen an der -ine unbeirrdars dielen sorgfältig Lizien. Dai für - und doch ist Hand zu weisen, finanziellen, noch iuhersi wachsame, ige vorher ver« ählie bei Haus« 'erschien worden, Wen. Damit Var m bie Annahme i)i täfelte ge- asHrMnäSchch die Derechnunz flehen vor eurem Aber sie vollen Obwohl - falls festhält - diese durchdachte Dor« in der Kriminal« tig wäre. ). Schindler. ge. u 10' IggSfi ftÖti sch enh^ MlocSt- »oMjT wird M öj At ÜbCT' Sw* hä »«• V>el^ mot' £ Mn VZ &&» -fei* ruftzuW Nur echt im I Original-Pake LUX SEIFENFLOCKEN Paket SUSUCHT GESELLSCHAFT A.G. MANNHEIMSE R LI N mit zwei Gutscheinen mit einem Gutschein mit einem Gutschein 50 Pfg. das Doppelpaket 30 Pfg. das Paket .... 20 Pfg. die Reisepackung Lux Seifenflocken für alle gute Wäsche! Sommerkleider, Seidenstrümpfe, Handschuhe, Unterwäsche, Pullover, Kinderkleidchen, Babysachen; alles wird in Glanz und Farbe wie neu. Lux Seifenflocken jetzt viel billiger und noch Gutscheine dazu! Sesreimigs- und SmiWgimgsinvMleileli bei der staatlichen Grundsteuer für das Rechnungsjahr 1931. Die Hessische amtliche Pressestelle in Darmstadt teilt mit: A. Steuerbefreiung. 1. Für Grundstücke und Gebäude, die im Eigentum des Reiche-, Staates, der hessischen Provinzen, Kreise. Gemeinden, der evangelischen und katholischen Kirche, der rechtsfähigen Retigionsgesellschosten sowie der überwiegend sur hessische Staatsangehörige bestimmten gemcinnützi- gen Anstalten und Stiftungen steten und die unmittelbar dem öffentlichen Dienst, dem ösientsichen Gottesdienst, der ölsentlichen Lo enbestaltuno dem öffentlichen Unterricht und der sonstigen geistigen Fortbildung, der Armen-, Kranken- und Waisen- pslege, der Strafrechtspflege und der Fürsorge für Besierungsbedürfttge dienen. 2. Für Grund st ücke und Gebäude, falls der Gesamtwert deS in Hessen gelegenen Grundvermögens deS Steuerpflich'igen den "Betrog von 3000 Mark nicht erreicht. 3. Für Gebäude, die zur Unterbringung des lebenden oder toten Inventars, oder der rohen Erzeugnisse einem landwirtschaftlichen Betrieb (einschließlich der Biehzucht, deS Wein-, Obst- und Gartenbaues) dienen. Dient ein Grundstück oder Gebäude nur teilweise den unter 1 und 3 angegebenen Zwecken, so bleibt es nur für diesen Teil von ter Steuer befreit. 4. FürRvdfelder (Leuanlagen von Weinbergen) in Gröhe von mindesten- 3 Ar für die ersten drei Jahre nach der Anpflanzung. 5. Für Reubauten (oder Teile von t hnen), die Wohnzwecken dienen und nach dem 31. März 1924 bezugsfertig wurden, für acht Rech- nungSjayre nach der Fertigstellung. Für daS 9. und 10. Rechnungsjahr nach der Fertigstellung wird nur die Hälfte der Steuer erhoben. Die Freistellung bzw. die Erhebung der halben Steuer endet jedoch in allen Fällen spätestens mit Ablauf des Lj. 1938 (31. März 1939). Der Hofreitegrund (Bauplatz) ist in allen Fallen voll steuerpflichtig. Für Wohngebäude, die nach dem 31. März 1931 bezugsfertig werden, gelten die reichsrechtlichen Aus der provinzialhaupistadi. Gießen, den 15.3uli 1931. Gniiebetrachtung. Don Wilhelm Seemann. Lun neigen sich wieder die Halme unter der Last der Lehren. Und die Sonne saugt da» Grün, das uns im Frühiahr auf den Feldern grünte, aus Aehre und Halm. Lur wenige Lachte lang wird Himmclstau die Felter feuchten und sie glitzern lassen im Morgenlicht, dann kommen kxe Messer und schneiden und enden ötc eommerlult te« Wachsens und all da- Reisen. Es hat etwas unbeschreiblich Rührendes wie so langsam die Aehre sich neigt, weil die Korner allmahltch schwerer werden. Die Aehre weigert sich nicht. GS ift ihr lieber, sie darf sich neigen und Frucht bringen, alS dah sie stolz ausrecht stehenbletbt und leer ist. Wenn ich solche sich beugende Aehre sehe, muß ich an die Braut denken, die ihrem Bräutigam sich zuneigt. an ihn gelehnt durch den Abends rieten geht und von kommender Zeit gemeinsamem Glückes und gemeinsamer Arbeit träumt, und dankbar ist, daß sie ihrem Geliebten dienen darf und ein schwere- Leben ihm leichten machen. . - . . o Reisende Lehren erinnern daran, daß des xe- benS schönster Sinn dienen heihL Uno wie vielen Menschen dienen doch die Mehren! Dem Landmann bringen sie Geld. Auch dem Muller, der sie zu Mehl vermahlt. Und wenn em Kind mit lachendem Munde in eine Scheibe Brot 6m- einbetßt. dann freuen sie sich, die Achrem daß (te mitbauen dürsen an einem lebendigen Menßven- leib, dem wundersamen Tempel einer ewigen Seele Sin Teil der Körner wird im Herbst sorgsam gereinigt, gepflegt und aufbewahrt. DaS sind Die Körner, die bestimmt sind,,noch emmal den Acker zu grüßen im neuen Frühling. Doch auch sie müssen sterben, damit ter Halm wachsen und die Aehre sich bilden kann. Das Leben ter Aehre heißt dienen — nur dienen. Jetzt neigen sich die Halme, und wetm du emen Weg zu einem Aehrenseld weißt, dann geh noch einmal hinaus — allein — eh die Halme fallen. Ein heiliges Schweigen umgibt dich, daS Schweigen derer, die zum Dienst bereit sind bi- in den Tod. Und wenn dann die 2lbendsonne hinter dem Wald finkt, dann bist du ganz einsam, und du erkennst in den leise wiegenden Lehren die Menschen wieder, die mit dir heute noch die Sonne sehen, jeder an seinem Platz. Auch sie wachsen und reifen und dienen der Menschenwelt entweder zum Segen, oder -um Fluch. Deine Oebanfcn kehren sich nach innen und die Stimme in dir beginnt zu grübeln und fragt, ob auch du gereift bist und Frucht gebracht hast, und ein Frieren überkommt dich, wenn du den Lehren dich vergleichen mußt, die so stolz und leer vereinzelt vor dir stehen. Einen neuen Tag wird Gott uns schenken, vorerst wird nur unser Feld geerntet. Loch haben wir Frist, unS von Gott erfüllen zu lassen mit Liebe zu den Unseren und mit Mitleid zu den Brütern, Die ärmer und unglücklicher sind, als wir. Einst kommt ter Tag, daß auch wir werten geerntet werden. Jener SchicksalStag, an dem uns Golt mit ter Lebensfrage aller Lebensfragen begegnen wird, mit jener großen Erntefraae: "Weh wird es sein, das du bereitet hast? Willst du dann als Spreu von ihm verworfen werden? — Geh' also noch einmal hinaus aufS Feld, eh' die Halme fallen, laß die sich neigenden Halme zu dir reden. Sieh', wie sie sich beugen. Beugt sich auch dein Haupt? Horchst du auf deine Seele, gibst du den innersten "Werten In dir Raum? O, neige dich tiefer, knie nieder — niemand sieht dich hier In der Seite infam (eit, — nur Gott — aber er spricht zu dir durch das leise Harfen der Halme von Glauben, von Hoffen und Dienen. Vornotizcn. — Ta'geSkalender für Mittwoch: Bortrag für Bienenzüchter. 20.30 Uhr im Forstinstitut. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wenn die Soldaten." — Sparerbund. Rentnerbunb und Bolksrechlpartei halten am morgigen Donnerstag. 17.15 Uhr. im -katholischen Bereins- haus eine gemeinsame Mitgliederversammlung ab. in der der Landtagsabgeordnete Pwfessor Axt- Darmstadt einen Bortrag über ..Bolks- not und Bvlksrecht" halten wird. LähereS in ter heutigen Anzeige. •• Bis auf weiteres keine Postanweisungen ins Ausland. Das Reichspostministerium teilt mit: Da zur Zeit Börsenkursnotierungen nicht ftattfinten, ist es der Post bis auf weiteres nicht möglich, Einzahlungen auf Postanweisungen nach dem Ausland anzunehmen. Die Pvstanstatten lind entsprechend angewiesen worden. Außerdem sind die Postscheckämter ebenfalls wegen der Unterbrechung in Kursnotierungen an ten deutschen Börsen angewiesen worden, die bei ihnen eingehenden Ucbertoeifungen nach dem Auslände bis auf weiteres nicht auszuführen. •• Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oeberhesstschcn Automobil-Club E D. (A. v. D.), (Sie: hcn: Die Provinzialstraßc Butzbach — H o ch - Bestimmungen sLotverordnung des Reich-Präsidenten vom 1. Dez. 1930, 3. Teil, Kap. II, §20). B. Steuerermäßigung. 1. Für Gebäude: Berechnung ter Steuer von einem Wert, ter dem zwanzigfachen Betrage der Friedensmiele entspricht, falls diese weniger als 5 v. H. des FrietenSwerteS deS Hauses beträgt und deshalb eine entsprechende Ermäßigung der Sondergebäudesteuer stattzufinden hat. 2. Für a l S Bauland bewerte te Grundstücke, die landwirt'chaf llich. forstwirtschaftlich oder gärtnerisch benutzt werden: Berechnung der Steuer von einem Wert, ter für diese Grundstücke im Zahre 1914 sestzusetzen gewesen Ware, wenn sie damals lediglich diesen Zwecken gedient hätten. 3. Für Bauplätze: Lich'erhebung des Grundsteuerzuschlags nach dem Gesetz vom 5. Dezember 1930, falls der Steuerwert des Bauplatzes relativ hoch und das Grundstück dabei ertraglos ift 4. Für Gebäude, die im Eigentum inländischer Personenvereinigungen und Bermögens- massen stehen, svsern diese unmittelbar und ausschließlich gemeinnützigen, mildtätigen, ethischen oder religiösen Zwecken dienen, vorausgesetzt, daß der Grundbesitz für diese Zwecke benutzt wird. Der Grundsteuerzuschlag nach dem Gesetz vom 5. Dezember 1930 bleibt unerhvben. 5. Für a ls Eichenschälwald bewertete Grundstücke, die feit 1923 In Hochwaldkulturen umgewandelt töteten sind, oder in Zutuns t umgewandelt werden. Die Steuer ist insoweit zu ermäßigen, als sie von einem Steuerwert berechnet worden ist, ter 200 Mark. je Hektar übersteigt. Die Ermäßigung tritt nicht ein, wenn der gesamte Waldbesitz des Steuerpflichtigen einen Flächenlichalt von mehr als 25 Hektar hat. Die Steuerermäßigungen nach B, Ziffer 1, 3 und 4 werten nach pflichtmäßigem Ermessen ter entscheidenden Stelle nur dann gewährt, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Steuerpflichttgen ein Entgegenkommen dringend erforderlich machen. nur mit Hilfe des Mutterlandes, m-belonder* mit Hilfe des Gustav-Advls-Frauenverein- zu leisten möglich war. Man dürfe nie vergeben, dah die Deutschen im fremden Lande mit heißer Liebe mit dem Batet'.ante verbunden feien: böf« Feinde könnten harte Grenzen ziehen, unnütz« Zollschranken gewaltsam aufrechterhallen, sie könnten aber niemals die Liebe des Deutschen zum Baterlante aus seinem Herzen reißen. 2n Glaube, in Liebe und in Hoffnung feien die Deutschen im fremden Lande stets mit ter Heimat verbunden, die Liebe fei aber unter allen Eigenschaften die größte, im besonderen dann, wenn die Lieb« Aitr Tat werte. 3n seinem Schlußwort dankte Pfarrer Becker ter Bor tragenden. Er Wies auf die Arbeit des Guftav-Advlf-Berein- bin und machte auf das 100jährige Jubiläum bei Vereins und em damit verbundene- großes Hilfswerk aufmerksam. •e BHE. Dießen. Eine genußreich« Wanderfahrt nach einem der lieblichsten Teil« deS Vvgelsberges unternahm am Sonntag ter BHE. Gießen bei herrlichstem Wettes in ter Stärke von rund 50 Personen. Der Frühzug brachte die 'Wanderschar nach Lidda, daS durchschritten wurde, um bei strahlendem Sonnenschein die Straße nach Michelnau einzuschlagen, hinter dem alsbald ter Wald begann» Durch schön gepflegten Mischwald — ein großes Kompler war sogar mit Zypressen bepflanzt —. reizende Lichtungen mit hübschen Ausblicken und liebliche, parkarttge Wiesentäler ging ter Weg unter kundiger Führung über ten Breitenstein. Auch ter abseits gelegenen, vielhuntertjübrigens „TrautweinSeiche" wurde ein Besuch abgestattet» Lach geraumer Zeit erreichte man das tieflm Tale gelegene Gichelfachsen, wo auSgiebige Mittagsrast gehalten wurde. Einem Fußweg folgend ging eS von hier wieder aufwärts, am Dörfchett Wingershausen vorüber, -um Haselberg otes Schönen Stein, einem ter schönsten Aussichtspunkte des ganzen BogelsbergeS. Weit schweift« ter Blick bis zu den Höhen des Taunus und deS WesterwaldeS, auch Burg Münzenberg und ter Dünsberg waren deutlich sichtbar, während norte östlich der HohervdSkops mit ten Clubhäusern, der Bilstein, die Herchenhainer Höhe mit dem Bater-Benterbcim, sowie ter hochgelegene Hof Zwiefalten herübergrüßten. äleberau- reizvoll war auch ter Blick auf die zu Füßen liegenden Dörfer Eichelfachsen und Wingershausen. Der Abstieg erfolgte auf stillen Waldpfaten, später an dem stimmungsvollen Försterdenkmal und ten teilten Felspartlen des AitenburgkopsS vorbei zum Endziel Schotten, teo man im Garten des „Hess. HauS" mit dem dortigen Bruderverein bei Ansprachen und Liedern einige gemütliche Stunden zubrachte. •• Zeppelin-Briesmarken zur Pol- fahrt. Die Polarfahrt deS Luftschiffes .Graf Zeppelin" wird Sammlern eine betontere Gelegenheit geben, seltene Marken zu erhalten. Dia Deutsche Reichspvst wird drei besondere Marlen mit Aufdruck Polarfahrt ausgeben, welche speziell zur Frankierung dieser Post bestimmt sind und bei jedem größeren Postamt in den nächsten Tagen erhältlich fein werden. Mit diesen Marken frankierte Postkarten oder Briefe — die an jede Adresse, auch diejenige des Absenders, gerichtet fein können — find bis spätesten- 22.3ull in einem Umschlag an daS Postamt Friedrichshafen (Zeppelinpost) zu senden, welche- die Sendungen zur Weiterbeförderung dem Luftschiff .Gras Zeppelin" übergibt Das Porto für Sendungen, welche bis Ceningrab mit dem Luftschiff befördert werten sollen, ist 1 Mark für eine Postkarte und 2 Mark für einen Brief, Sendungen welche bis zum Polargebiet (Franz-ZofephS-Land otev Eisbrecher Maligin) befördert werten fallen, kosten 2 Mark für eine Postkarte und 4 Mark für einen Brief Porto. Auf den Sendungen ist noch an^ugeben, ob die Post bis Leningrad, Franz* Josephsland oder Maligin mit dem Luftschiff befördert werten soll. Sollten die Sondermarken beim Postamt nicht erhältlich fein, so können di« Sendungen auch unfrankiert unter gleichzeitiger Kleber Weisung des PortobetrageS an das Postamt Friedrichshafen gesandt werden. Die Sendungen erhalten außerdem noch besondere Stempel Luftschiff .Graf Zeppelin" Polarfahrt. ** Rundfunk st örun gen sind feine BefUft örungenl Ein Rundfunkhörer hatte einen Schmiede meister verklagt, weil dessen drei Elektromotore feinen Empfang störten. 3n einem rechtskräftigen Urteil entschied nun daS Landgericht Schwerin als Berufungsinstanz, daß auf Rundfunkstörungen nicht die Borschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches über Besitz und Eigentum anzuwenden feien, sondern nur die Spezial* beftimmungen des Gesetzes über Fernmeldeanlagen. Bei diesen kommt es in erster Linie darauf an, ob das störende Gerät oder die Rund* sunkcmpfangSanlage zuerst in Betrieb genommen tourte. Ist die elektrische Einlage älter, so kann ter Rundfunkhörer nicht verlangen, daß der Besitzer ter störenden Anlage Schutzvorrichtungen anbringt. Da die Motoren des Schmietemeisters bereits bereit- vor ter Empfangsanlage im Be* , triebe waren, tourte die Klage kostenpflichtig ab* | gewiesen. I BeranttoortL f. d. Feuilleton: LB. Dr. Sange. den Bvlksschulen (mit E-Älaffen, d. h Klassen mit erweiterten Lehrzielen) in Darmstadt, Mainz, Offenbach, Worms. Gießen, Michelstadt und Erbach zuerkannt. Fachschulen, die nach ter Lan- tervereinbarung die mittlere Reise erteilen dürfen, find: Höhere Landesbaufchule Darmstadt, Höhere Bauschule Bingen, Höhere Bauschule Offenbach, Höhere Maschinenbauschckle Darmstadt, Ma- schinenbauschule Offenbach, Maschlnenbau- schule Gießen, Kunstgewerteschule Mainz und Kunstgewerbefchule Offenbach. ** 14. Deutscher Studententag verschoben. Der Vorstand der Deutschen Studentenschaft (D.St.) hat den für den morgigen Donnerstag nach Graz einberufenen 14. Deutschen Stuten» tentag mit Rücksicht auf die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Lage bis auf weiteres verschoben. Der Hauptausschuß wurde zur Stellungnahme zur derzeitigen Lage auf Donnerstag, 16. 3uli, nach Berlin berufen. •• D ie Beschädigung deS Wetterhäuschens in der Südanlage. Der Polizeibericht meldet: Die Täter, die in ter Lacht vorn 5. zum 6. Juli das Wetterhäuschen in der Südanlage beschädigten, konnten nunmehr ermittelt werden. Es handelt sich um die Studenten Hermann Rinne und Werner Seltner, die beide dem Korps „Silvania" angehören. ES steht einwandfrei fest, daß weitere Personen an ter Zerstörung nicht teilgenommen haben. •• Heimat und Diaspora. Der Gustav- Adolf-Frauenverein, Ortsgruppe Gießen, veranstaltete am Freitag einen gut besuchten Bor* tragsabend im Gemeindehaus in ter Kirchstraße, den Pfarrer Becker mit einer kurzen Ansprache einleitete. Frau Cic Claußen sprach über das Thema „Heimat und Diaspora". Aus reichem Wissen und vielen Erfahrungen gab sie einen Einblick in das Wesen und in den Kampf, den die eva/igel'schen Diaspora-Gemeinden in anderen Ländern zu führen haben. Die Rednerin wandte sich zunächst den evangelischen Gemeinden in Steiermark zu, denen sie lange Zeit gedient hat, gab einen Rückblick auf die Geschichte ter protestantischen Bewegung inmitten der großen katholischen Religionsgemeinschaften Oesterreichs und schilderte die Widerstände, die dem Glaubensbekenntnis der Evangelischen entgegengesetzt wurden. Dann erzählte sie von ihrer langjährigen Tätigkeit (sie hat insgesamt 16 Jahre in ter Diaspora gewirkt) im Dienste der evangelischen Deutschen in der Tschechen Sie sprach von der Entwicklungsgeschichte des deutschen Diaspora- Diakonisfenhauses in Szöptau (Tschechv-Slowakei) und von der mannigfachen Arbeit und Hilfeleistung dieses Hauses. Richt allein evangelische Arbeit fei e-, die das Mutterhaus zu leisten habe, es fei auch DeutschtumSarbeit, die aber weife! ist vom Abzweig nach Hausen vom 16.Juli ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Nieterweisel—Vstheim und umgekehrt. — Die Orts- durchfahrt Schlitz im Zuge der Straße Schlitz- Lauterbach ist vom 20. Juli ab für jeglichen Ver« kehr gesperrt. Umleitung über Salzschlirf—Angers« bad). — Die Provinzialstraße Alsfeld—Lauterbach (2Ibtlg. Vrauerschwend — Neumaar) ist vom 25. Juli ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Hergersdorf—Wallenrod. — Die Pro- vinzialstraße Großen-Linden — Leihge « ft em ist in der Nacht vom 18. auf 19.Juli für ]eg- lichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Gießen ober Lang-Göns. , "DieGesellfchaftLiebig-Museum in Gießen hält am 19.3uli, 10.30 Uhr, in ten Räumen des Liebig-Museums eine Bcrfamm- lung ab, zu ter die noch lebenden Rach kommen und Bertoanbten von 3.0.2 lebig als Gäste gelaten sind. Zugefagt haben bereits Familie Thiersch aus Dresden (darunter Exzellenz Frau Geheimrat A. von Hamack, geb. Thiersch), C. Liebig auS Balparalso, Geschwister Knapp aus Basel und ter 83jährige Georg Liebig aus Lauenstein, ein Reffe tes großen Chemiker-. Bcrbunten mit ter Berfammlung ist die Einweihung des pharmazeutischen Laboratoriums, das nach mühevoller Arbeit wieder in seiner ursprünglichen Form her- gestellt ist. Prof. Dr. B r a n d in Marburg wird die Einweihungsrede halten über .Der Einfluß 3. v. Liebigs auf die Entwicklung ter pharmazeutischen Chemie". Anschließend spricht der erste Borfitzente ter Gesellschaft, Geheimrat Sommer. über »Die Nachkommenschaft von I. von Liebig und von feinen Geschwistern". Berbunten mit ter Berfammlung ist eine Ausstellung über die Beziehung von 5. von Liebig zu dem Professor ter Chemie und Pharmazie Würger in Marburg: die Ausstellung ist eine Leihgabe von Herrn und Frau Dr. Kortüm in Gießen. •• Bortrag des Prälaten D. Dr. Diehl in Gießen. Der Oberhessische Geschichtsverein veranstaltet in Gemeinschaft mit ter historischen Fachschaft ter Universität am Freitag, 17. 3uli. 20.15 Ähr im Hörsaal 44 des Borlesungsgebäudes einen ^Vortragsabend. Prälat D. Dr. Diehl wird über „Kulturgeschichtliche Bilder aus dem Leben tes Hessen-Darm» städtischen Pscrrrstandes" sprechen. Räheres im Anzeigenteil. •• Zeugnisse der mittleren Reife an hessischen Anstalten. Das hesiische Mini- fterium für Kultus und Bildungstoesen gibt in einem Rundschreiben die Bereinbarung der deutschen Länder über die sog. mittlere Reise bekannt. Unter Berücksichtigung ter derzeitigen Schulverhaltnisse in Hessen wird daS Recht der Ausstellung von Zeugnissen der mittleren Reife Nehmen Sie jetzt Lux Seifenflocken auch zur großen Wäsche. Eine HanavoU in den WaachkesseL, gibt Ihnen den Schaum, den Sie brauchen. Das Waschen wird leichter, die Wäsche weicher und weißer. Lichtspielhaus Selterswen aus der 4690 A andarbeit • Seltersweg 73 ““ Handarbeits-Ausstellung Geöffnet von 11-1, nachmittags von 4-7. Zwanglose Besichtigung erbeten Frau Margareta Raa, geb. Betet märker beizutragen haben. 4704V 04069 Die historische Fachschaft an der Laodesuniversität Kaufgesuche~| Vortrag von Herrn Prälat D.Dr.Diebl über; Kauigeirrch! Hessen-Darmstädtisdien Pfarrstandes 4684 D Unk osten beitrag 30 Pf. Für Mitglieder der Fach- 4258 V schäft und des Oberhessischen GeschiehtsVereins frei Denken Sie an STOFFE Nur noch heute und morgen findet mein denken Sie an L*Bernard Saison-Ausverkauf statt [Vermietungen | Fr. levennann / Gießen / Seilersweg 71 4709 D Anmachbolz Steinstraße 13 Telephon 4101. liefert 1490D BAREINKAUF erstklassiger MÖBEL Moderne 4703 A Fräulein Sommerstoffe in nur ausprobiert guten Qualitäten ganz besonders billig! [Stellengesuche 0.78 0.95 1.50 1.90 2.50 ebewohl 2.90 ACHTUNG! 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Spolrr, Bad Nauheim, Hauvtstrafre. 4689D im Alter von 36 Jahren nach einem kurzen Leiden, im Katholischen Schwesternhaus zu Gießen, durch einen sanften Tod erlöst. Am Dienstagnachmittag wurde meine liebe herzensgute Frau, die treusorgende Mutter ihrer beiden Kinder K'seid.- Marocain-Druck, ca. 100 cm br., entzück, kleine Muster auf Pastellfarben ... Unser Haus zählt zu den bedeutendsten Möbel-Spezial-öeschäften Deutschlands. Unsere Ausstellungsräume in 7 Stockwerken sind sehenswert Neo hergeriebt. Zimm. Nähe Universum als Büro, Laden od.auch möbl.QblS. 7. zu vrm. Anzus. v. 11—3 Uhr. 0399t Ludwiattr.L7p. Werkst a.Lagerrräume im Hinterh. Franks. Str. 34, sofort zu verrmeten. Näh. »>„v A. Becker, Keplerstraße 9 Telephon 3804. Auto-Belegenheitskauf I 4 PS Ovel-Lieferwagen fabrlkneu,weil unter Katalogvreis zu verkaufen. [4354D Opclauto Gießen, Frankfurt. Str. 52 56 Telephon 2847'48. Professor Axt MdL., a. Darmstadt, sprichtDonncrstag, 16. 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Holzwurm Wer beseitigt Holz- wurm aus Möbeln? Schriftl. Angeb. unt. 47101) an d.Gst.Anz. Konkursverfahren. Der Antrag der Therese Kuhl in Gießen, Wolkengasse 21, über ihr Vermögen das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses zu eröffnen, wird abgelehnt, weil sie die nach § 16 Abs. 1 Ziffer 4 erforderlichen Zustimmungserklärungen binnen der gesetzten Frist nicht be -bracht hat. Zugleich wird gemäß § 24 der Vergleichs- ordnung heute am 14. Juli 1931, 11% Uhr, das Konkursverfahren über das Vermögen der Antragstellerin eröffnet. Der Geschäftsführer Hermann Kirchner in Gießen, Am Nahrungsbsrg 16, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 2. August 1931 bei dem Gericht anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die im § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Fr-o derungen auf Donnerstag, den 13. August 1931, neun Uhr, vor dem oben bezeichneten Gericht, Zimmer 101, Termin anberaumt. Allen Personen, die eine zur Konkurs- mässe gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für die sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 2. August 1931 Anzeige zu Machen. 4705D Gießen, den 14. Juli 1931. Hessisches Amtsgericht. Oern Gerichtsvollzieher in Gießen. K’seid.-Georgette-Druck, ca. 100 cm br., H QH weiche Ware, wunderv. 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H er gibt eS nun zwar feine Riviera, nur die nüchternen Wände der Tvn- silmhalle starren auf dieses Gebäude nieder, auch ist der Himmel nicht blau, sondern weih, denn er besteht aus einem weih angestrichenen Stück Leinwand, das mit einen, waagerechten Strich durchzogen ist: dem Horizont. Man tann gewiß sein, dah dieser Strich echt wirken wird, und wenn man so will. waS ist auch der wirr- liche Horizont anders als eine waagerechte Lime? MeereSrauschen? Wellengeplätscher? Nichts davon. W»r befinden unS ja — man kann s für Augenblicke immerhin vergessen — in einem Tonfilmatelicr. Aber ganz gcwm wird dieser Film aus Meeresrauschen nicht verzichten wollen, und es scheint, alS entdecke man dort unten neben der Kamera einige rauschende Dinge. Da steh: nämlich ein Bottich mit Wasser und darin befinden sich ... aber man soll keine 31 lu- ftonen mutwillig zerstören. Sie sind immer noch die kleinen Trösterinnen im Leben uni, im Film. Filmische Manuskripte. Bon Friedrich Ege. Ts wird der Filmindustrie so oft der Vorwurf gemacht, sie arbeite nicht genügend nach künstlerischen Gesichtspunkten. Aber wir dürfen doch nicht die kaufmännische und die künstlerische Seite ,gegen"-einander ausspielen. Schon weil sie von Statur aus Gegensätze sind, die auf Grund von Tatsachen bestehen müssen, aber nicht schädlich zu sein brauchen, wenn das richtige Verhältnis zwischen Kaufmann und Künstler gefunden ist. Denn der Kaufmann wünscht den großen künstlerischen Erfolg -- der kaufmännische ist als Selbstzweck Doraussetzung — der Künstler wünscht den großen materiellen Erfolg: dieser erst bringt ihm den wahren und nachhaltigen Erfolg — dos künstlerische Moment versteht sich bei ihm von selbst. Die Nachfrage nach Filmmanuskripten und Filmideen ist sehr groß. Das Angebot zwar noch stärker in der Quantität, um so mehr schwächer in der Qualität. Menn man sich überlegt, dah jedes Iahr cme stattliche Anzahl von Filmen produziert wird, produziert werden muß, — die Notwendigkeit der Quantität steht hier nicht zur Diskussion — so muß man sich schon sagen, alle können gar nicht gut sein: also muh von vornherein mit Kompromißmanu» skripten gerechnet werden, mit Manuskripten, die im dramaturgischen Bureau der Filmgesellschaft durch Kollektivarbeit oder auf ähnliche Weise ^verwandtschaftlicher" Bindungen zusammengestellt werden. Auf olle Fälle gilt für diese Art von Manuskripten: sie werden, wohl von den Fachleuten des Films gemacht, aber meist ohne dichterische. künstlerische Diktion. Dazu gehören u. a. viele Filme, die nach berühmten Nomanen oder Bühnenstücken filmgerecht auffrislert werden. Don einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, sind diese srisierten Filme trotz aller fachmännischen Erfahrung schwach, weil sie nur gutes Handwerk darstellen, nur das bewährte Alte in unendlichen Daria ionen wiederkehren la sen. Sie sind nicht aus der schöpferischen Intuition des filmischen Erlebnisses heraus entstanden. Dazu bedarf es des filmischen Dichter«, der beides in sich vereint. Der Film verlangt ebenso wie das dramatische Kunstwerk des Theaters stets innere Spannung, dramatische Atmosphäre, einen unbedingt überzeugenden Aufbau und eine klare Durchführung Der einzelnen Charaktere. Und daneben das spezifisch Filmgemäße: das filmische Sehen: den Aufbau der Szenen dergestalt, daß das Auge die Handlung begreift, indem die Szenen sich gegenseitig vorbereiten, erklären und steigern. Das ist .filmisch", wenn zum Beispiel Pudow - kins.Sturm über Asien" aus der Landschaft heraus die lebendige und von ihr abhängige Atmospäre ihrer Menschen dramatisch entwickelt. Die Landschaft und die Derhältnisse bilden die lebendigen Titel. Mit einer geradezu dämonischen Konsequenz entrollt sich hier das Schicksal eines Dolkes. Dieser Film lvächst aus dem Filmischen in seiner ganzen Anlage und Durchführung heraus: er lehrt nicht eine Idee — wie Fritz Langs .Metropolis^ —. sondern ist Idee. Hier wird nicht geredet, nichts Pbaniasti- schcs, innerlich Unwahre- dargestellt, sondern gehandelt, Schicksal gestaltet. Das wird nicht, wie es beim Bühnenstück nötig wäre, und wie es auch in so vielen Filmen der Fall ist, in Gefühls- oder Gedankendialoge aufgelöst, sondern wird optisch-dramatisch mit zwingender No Wendigkeit gestaltet. Schon wiederholt haben die Filmproduktionen selbst zu dem Thema .Film und Manuskript" Stellung genommen und Anregungen gegeben. Doch handelt es sich weniger um Anregungen als um die grundlegende Frage nach der Doraussetzung deS filmischen Manuskripte-. Das ist wie auf allen künstlerischen Gebieten in erster Linie eine Frage der technischen Seite. Sv wenig der Bildhauer einen Marmorblock wie einen Holzblock oder umgekehrt behandelt, so muß auch der Film-Dichter erkennen, welche besonderen filmischen Erfordernisse im Gegensatz zum Bühnen dichter an ihn gestellt werden. Diese spezifisch filmische Technik, das .filmische Denken" und vor allem das .filmische Sehen" kann der Filmdichter sich aber nur in der Atmosphäre der Filmproduktivn erwerben. Er darf aber nicht bloßer Zuschauer sein, sondern muß aktiv Mitarbeiten, mitsehen, und wenn es an noch so geringer Stelle ist. Nur so bekommt er lebendigen Kontakt zum Filin, nur so kann dem Filmdich'er das besondere filmische Element aut geben und in ihm Belitz ergreifen — oder er ist ein Genie. Doch dieses steht außerhalb solcher Betrachtungen. WaS den Film-.entwurf" anlangt, so scheiden sich h,er die Anschauungen und Wertungen. Der amerikanische Regisseur Grifsith z. B steht auf dem Standpunkt, wenn der Film'christsteller sein Werk in Form des ersten korrekten Entwurfs dem Regisseur in die Hand drückt, so soll eS diesem überlassen bleiben, seine .eigenen Blumen am Wege zu pflücken oder zu pflanzen", während der deutsche Regisseur Oswald vom Filmdichter nicht nur einen Entwurf, sondern das gesamte ausge- führte Filmwerk in der ihm eigenen Kunstform verlangt. Die meisten Gesellschaften wünschen nur Entwürfe, allerdings aus der Erkenntnis heraus, daß wir keine Film dichter haben, die filmisch gesehene Manuskripte schreiben können. Nachdem der Film heute eine gewisse technische Hohe erreicht hat, wird er ganz von selbst der künstlerischen Seite mehr Rechnung tragen und seine Produktion mehr als bisher in den Ablauf der künstlerischen Kultur hineinstellen und damit auch dem Film-,dichter" den Weg bereiten. Neues aus der Werkstatt des Tonfilms. Von Karl Ammon Ich steh' alla — hi — hin. Ich steh' alla — hi — hin Auf weiter Siu—a—ur — so singt der Sänger. Wenn das wirklich wahr ist. so schadet es weiter nichts. Liber heutzutage ist es meistens geschwindelt, denn wenn er angeblich allein aus weiter Flur steht ober irgendwo im Hochgebirge und seine Stimmbänder in Schwingungen versetzt, dann will er natürlich die Schallwellen nicht einfach verklingen lassen, nein, er will selbstverständlich dabei geton- filmt fein. Erstens ist er aber dann nicht allein, und zweitens gehört dazu ein ganzer Kraft- Wagen voll Sachen: denn so einfach der Kurbelkasten zum Aufnehmen der Bilder ist, so umfangreich und verwickelt sind die Einrichtungen zum Ausnehmen der Töne. Sie dahin zu bringen, wo die Aufnahmen gemacht werden, ist oft kaum möglich, jedenfalls aber verteuert es die Tonfilmaufnahmen ganz ungeheuerlich im Vergleich zu den stummen Filmen. Außerdem: Wenn der Sänger wirklich allein auf weiter Flur stehen soll, wo bringt man bann das Mikrophon an? In seiner Nähe muß es schon stehen, sonst kommt der Gesang beim Mikrophon zu stark geschwächt an und die Feinheiten gehen verloren, aber trotzdem darf es natürlich auf dem Bild nicht erscheinen. Macht man die Aufnahme in der Ton- filmtocrfftatt — Verzeihung: im Atelier — so kann man das Mikrophon schräg aufwärts vor dem Sänger so an der Decke aufhängen, daß eS nicht mit auf das Bild kommt. Aber auf weiter Flur geht dies natürlich nicht. Wie Hilst man sich nun? Da ist nun Herr Carl Robert Blum auf den Gedanken gekommen, den Film, wie bisher, einfach als stummen Film aufzunehmen, das heißt doch nicht ganz so wie bisher: der Sänger singt tatsächlich, aber der Gesang wird nicht mit ausgenommen. Cs kommt nur daraus an, wenigstens bei Nahaufnahmen, daß der Sänger ober auch der Sprecher bie richtigen Mundbewegungen macht. Im übrigen hat er bie Freiheit, so falsch zu singen wie er Lust hat, wenn es nur nicht sv schlimm wird, daß etwaige Mitspieler vor Schmerz bie Gesichter verziehen ober sich vor Lachen den Bauch halten, denn dieser kommt ja mit auf das Bild. Nun läßt man den Film in der Werkstatt abrollen, und gleichzeitig läßt man ein mit ihm gekuppeltes Papierband ablaufen. Auch diesem Band trägt man mit einem besonderen elektrischen Fernschreiber, dem sogenannten Rhythmo- graphen. unter Beobachtung deS abrollenden Films den Rhythmus der Sprache ein. Darunter schreibt man bann die Worte, die der Sänger ober der Schauspieler bei der Ausnahme gesprochen hat, ober die Noten der Musik. Nachdem dieser Streifen fo vorbereitet ist — bei mehreren handelnden Personen ist e» eine entsprechende Anzahl von Streifen —. läßt man sich bie Darsteller in die Werkstatt kommen. Ieden von ihnen stellt man vor ein RhytSmonom, In dem der Streifen mit feiner Nolle abrollt, während gleichzeitig daS Filmbild an der Wand beobachtet werden kann, dessen Bildwerfer mit den ablaufenden Nhythmvnomen gekuppelt ist. Slun spricht ober singt jeher Darsteller die Worte, die er am Rhythmonom durch ein Fenster sieht, in ein unmittelbar vor ihm stehendes Mikrophon, wobei die Töne bann auf einem Film, einem Stahlbanb ober einer Schallplatte je st gehalten werben. Im Lichtspielhaus werden sie dann zugleich mit den Bildern toiebergegeben. Ds kann natürlich auch ein ganj anbercr Sänger ober Schauspieler baS Mikrophon besingen ober besprechen, als ber, nach dem daS Lichtbild gemacht ist. Man kann also auf diese Weise einem guten Schauspieler, der schlecht fingen tann, die Stimme eineS Sängers verleihen, dellen schauspielerische Fähigkeiten mangelhaft sind. Man kommt so zu einer Art Arbeitsteilung im Tonfilm, durch die man vorzügliche Ergebnisse erzielen tann. wenn dadurch auch der Zuschauer biS zu einem gewissen Grade bemogelt wird. Diese Arbeitsteilung ist z. B. wichtig, wenn man einen Tonfilm auch in anderen Sprachen aufführen teilt. Soweit die Darsteller dabei auf den Bildern so klein erscheinen, daß man ihre SHunbbetoegungen nicht genau verfolgen tann, genügt eS. wenn zu der ursprünglichen Ausnahme Die fremdsprachlichen Worte am Rhythmonom aufgenommen und bann mit dem ursprünglichen Bild wiedergegeben werden. Bei Großaufnahmen aber, wo man die Mundbewegungen sieht, muß ber Schauspieler ober Sänger noch einmal ausgenommen werben, während er in ber fremden Sprache spricht ober singt. Es tomml dabei nicht daraus an, daß er bie fremde Sprache beherrscht und sie gut ausspricht, wenn er nur die richtigen Mundbeteegungen macht. Am Rhythmonom tann man dann durch andere deren Muttersprache die gewünschte Sprache ist, den Ton in einwandfreier Aussprache hinzufügen lassen. Der Nachteil des Tonfilms, daß er im Gegensatz zum stummen Film nur in einem bestimmten Sprachgebiet verwendbar ist, wird dadurch zum Teil wettgemacht. Dies ist natürlich bei den ungeheueren Kosten ber Filme und insbesondere ber Tonfilme von gewaltiger wirtschaftlicher Be- beutung. Darüber hinaus aber ist es doch sehr interessant, zu sehen, wieviel Scharfsinn auf dieses neue Gebiet verwendet wird, und welche gc- toaltigen Fortschritte man darin in kurzer Zett gemacht hat. Die ganze Wett in einem SauS... Newa-Brücke mit Schneesturm. - dafino von Monte Sarlo. - Jacht zwischen Dover und EalaiS. Auch in der Filmstadt NeubabelS- b e r a wird in den Nächten im allgemeinen geschlafen, und die Niesensteinkästen Der Ateliers ruhen schwarz, schwer und massig unter den heißen Sternen dieser hochsommerlichen Früh- lingSnächle. Nur aus einem HauS dröhnt, surrt und fegt es: hier sind auch, entgegen jeder lon- filmaewvhnheu. bie Tore weit geöffnet, die Halle lärmt ins Dunkel und stört den heiligen akustischen Frieden Wer aus der Nacht frier ein tritt, ist bei aller Beschlagenheit in diesen filmischen Dingen doch zunächst betroffen: er befindet sich plötzlich im winterlichen Rußland, er gebt übet Eis an eingefrorenen Kähnen vorüber, steht unter fünf Meter hohen Brückenbögen vor einer gequaberten Flußböschung und hat den instinktiven Eindruck: das sei hier Newa-Gebiet und gehöke irgendwie in den Film „Geheim- dienst". AuS der Nacht tritt man plötzlich unter das verzehrende Licht der Scheinwerfer, die an der Decke hängen, aber ihr Licht scheint ermatt« eS hat mit dem Filmstaub zu kämpfen, der dicht in der Lust hängt. Das ist der Filmschnee. Gebt acht, jetzt erhebt sich ein S ch n e e st u r m. Zwei flügellose Flugzeugkörper, bie hinter einem Boot unb unter einem Brückenbogen versteckt Und. beginnen zu surren, Arbeiter schütten Zentnersäcke eine- weißen Pulvers vor ihnen auS und schon ist die Halle biS zur Decke mit bufrtem Schneetreiben erfüllt. Da kommt auf ber Bnicke ein Mensch gerannt, im Mantel unb hochgeschlagenem Kragen, ben Hut tief in bie Stirn gedrückt, schwingt sich über das Geländer, sturtt aus ber Böschungstreppe hinab, überschlägt sich kugelt sich aut bem Elle, erhebt sich alSbalb unb stürmt weiter . - unb dann stürzt sich mitten ins Unwetter eine phantastische Gestalt, einer Fledermaus nicht unähnlich, mit langem Automantel. Autobrille und Shawl. dicht verhüllt, unb breitet die Arme gewaltig aus: das heißt — er könnte sich t»ei bem Sausen ber Propeller nicht anbers verständlich machen — daß die Aufnahme vorbei ist. Diese Fledermaus entpuppt sich als der Re- ailleur Ucicky. unb der Mann, der stürzte, schlägt ben Kragen herunter, und Willi Fritsch lacht unb freut sich, bah er seinen russischen Verfolgern entkommen ist. Da» ist bie Sache mit bem Schneesturm. Die andere ist aber nicht minder verblüssenb. Wir gehen einige Gänge hinab unb stehen plötzlich mitten i m Casino von Monte Carlo. ES werben jetzt keine Aufnahmen gemacht, eS ist ja Nacht, aber um so verblüffenber wirkt diese totenstille weite Leere: die Wände und Decken mit dem romantischen Stuck und den allegorischen Malereien ber achtziger Iahre. die altmodischen 'Beleuchtungskörper. Die grünen Tische mit ben Rouletteapparaten, bie hohen Fensterscheiben unb dahinter ber ferne Ausblick auf die Riviera. Unwillkürlich beginnen aDle Laien daS Gleiche: sie treten an die Wände und befühlen ben .Stofs", ber Marmor, mit bem in Monte so üppig umgegangen wirb, ist natürlich nicht echt, bas ganze Casino besteht natürlich nur aus verdeckten Sperrholzwänben. aber eS kommt immer barauf an, wie und womit bedeckt wurde, damit diele Verkleidungen ..echt" wirken. Und so wirken sie schon. Man könnte hier etwas von den Wundern unb Täuschungen ber Perspektive auffangen, wenn man beobachtet, wie sich bas ..wirkliche" Parkett, aus dem wir gehen, auf einer Leinwanb fortsetzt, die nichts als ein flacher Prospekt ist. ohne baß man eigentlich recht unterscheiden könnte, wo die Echtheit aufhör t und die Malerei beginnt; man könnte erzählen. wie bie weiten Riviera-Perspektiven hervor gezaubert werden ... . . aber indessen hat sich schon wieder eine neue Welt aus getan, unb wir stehen an Bord einer Lustjacht. eines Hellen, freundlichen Schilles. wie es wohl die Millionäre zu üppigen Fahrten benutzen. Auch dieses Verdeck mit seinen Ausbauten. Schornsteinen, Rettungsringen unb Oberlichts ist eine Angelegenheit des Sperrholzes. nämlich eine Atrappe. Aber sie ist immerhin genau einem wirklichen Schiss nachgebildet. Asta Nielsen. Sine Genie wird totgeschwiegen. Von Rraud. Was bie Slimmcrblonbinen betrifft, Lee unb Liane, Lya unb Cillian und Lien — kein Zweifel, daß man ihre populären Vornamen kaum aus- cinanberfralten kann. Sie sehen einander genau so ähnlich, wie bie Preziosen Namen Hingen, und eine halbe Stunde nach Schluß ber Vorstellung weih man schon nicht mehr, welche es gewesen ist. Was also diese Flimmerblondinen betrifft, muß man schon sagen, es gibt nur eine Asta Nielsen I Die ist schwarz und fchattenbleich und ein Genie. Einsam auf ragender Höh' thront sie in einer Atelierwohnung im Berliner Westen. Sie ist den Sternen ein bißchen näher als alle Stars zusammen, deren Namen in Flammenschrift auf Den Kinopalästen aufleuchten. Ihr Name freilich, ber leuchtet nur in unserer Erinnerung. Keiner unter unS. der nicht ihr lächelndes Leid in Erinnerung hätte, bie Schmerzensseligkeit ihrer Mundwinkel, bie schwarze Magie ihrer lodernden Augen. War's nicht gestern erst, daß wir alle und alle unfcrc Freunde und überhaupt der übergroße Teil der Menschheit, der in die Anonymität be» Publikums getaucht ist, in den Erlebnissen der Asta Nielsen, belanglose Filmspiele, die uns selbst Erlebnis wurden, das rätfelooHe Mysterium ahnten, das Frauenschicksal heißt? Gestern? Ach es sind sechs Iahre her! Seit sechs Iahren geht die Nielsen spazieren. Der kleine Unterschied ist nur der, dah das Bild dieser Frau in unserer Vorstellung lebt, als hätten wir sie gestern erlebt und erlitten. Indes, ich sagte es eben, die My unb die Lee und die Lou schon im Augenblick, ba der Straßenlärm uns wieder umfängt, versunken sind, als wären sie nie, Achtung Großaufnahme! — neckisch gewesen unb betörend. Seit sechs Iahren also hat die Filmindustrie beider Kontinente keinen Platz mehr für daS Genie. Die Moden wechseln, so ist das einmal in der Branche. Einmal ist die Unschuld der kostbaren Gish gefragt und einmal die brennheiße Kälte der foftfbieiigen Greta. Man hat Bedarf an Vamps und blonden Engeln, an Chansonetten und an knalliger Dämonie. Nur das Mysterium, das ist eben auf dem Kurszettel nicht verzeichnet. Sein Marktwert läßt sich in keinem Kaffeehaus ermitteln, und so zieht es der Markt vorsichtshalber vor, sich völlig abzuschliehen. Stumm unb geräuschlos. Ohne Aussehen, ohne Zeitungsnotizen. Frau über Bord — wer spricht davon? Skandal, das muß nicht unbedingt eine lärmende Explosion fein. ES gibt auch einen Skandal des Schweigens. Des Totschweigens. Oh. der Rellameapparat arbeitet. Lilian ist für drei Rollen von der Para- mount nach Paris engagiert oder von Pathe nach dem Paradies von Los Angeles, oder vielleicht ist s auch umgekehrt, oder vielleicht ist's auch gar nicht die Lilian, sondern Liane. Ich weiß nicht. Es soll Leute geben, die sich für solche weltbewegende Neuigkeiten gar nicht interessieren. Leute, auf die der Nielsen Silhouette, wenn ihre schmale stumme Majestät der entthronten Königin in einer Premierenloge aus taucht, tieferen Eindruck macht als das bappv-enck-Lächeln der Diva, die sich nach der erfolgreich inszenierten Uraufführung auf der in den bekannten Dlumenhain verwandelten Bühne verbeugt. O ja. es gibt solche Leute. Asta Nielsen hat in den letzten Iahren ein paar tausend Briefe bekommen. aus allen Teilen der Welt, in denen Anhänglichkeit und Naivität, Verehrung, Enthusiasmus unb sehr geschäftsfremder Glauben sie fragen, wann sie denn wieder au sehen sein wird. Ob sie vielleicht gar krank sei? Eine ältere Dame schickt ihr auf alle Fälle ein paar Rezepte feit Generationen bewährter Hausmittel mit. Oder ob es gar an Betriebskapital fehlt? Praktische junge Leute, Kinder einet Zeit, die sich in aller Hilflosigkeit zu helfen weiß, schlagen die Gründung einer Publikumsorganisation vor, deren Mitglieder sich zum Besuch aller Nielsen- Films verpflichten müssen. Andere wieder, Schil- lersche Iünglinge auf der Schulbank und hinter dem Ladenpult, schließen sich zunächst einmal zu einem „Bund Asta Nielsen" zusammen, sehr bereit, Gut und Blut und Taschengeld auf dem Altar einer ersten Liebe zu opfern, die eben doch ein den Mann formendes Erlebnis bleibt, früher einmal, heute, immer. Es ist ix» Geben häßlich eingerichtet, daß man mit Taschengeld fein Atelier mieten und nicht ein paar taufenb Bildstreifen drehen kann. Die In- buftrie aber —? Asta Nielsen ist nicht verbittert. Sie hat nur ein spöttisches kleines Lächeln um die Mundwinkel, wenn sie — dem Sinne nachsagt: „Ein bißchen Talent genügt eben nicht. Man muh noch die Gottesgabe haben, Finanziers zu finden. Mir hat das Schicksal gerade diese Gabe versagt." Es fehlt ja nicht an Vorschlägen und Angeboten. Immer wieder besinnt sich irgendeiner der Mission des Films unb seiner Millionäre. Aber zum Klappen kommt's doch nicht. AuS taufenb Gründen: Cs kann geschehen, daß man ihr die Gage einer kleinen Episodistin anbietet Während Asta Nielsen den komischen Ehrgeiz hat, zumindest ein Drittel vom Honorar zu befommen, das man jeder .prominenten" Hennablondine anbietet. Oder — der Fall hat sich erst in der vorigen Woche ereignet — eine Firma will sie für einen Film verpflichten, der in genau vierzehn Tagen gedreht sein muß. Mit einem Respekt, den nur die wirkliche Größe aufbringt meint sie: „Man will sich ja nicht mit Charlie Chaplin vergleichen, der zwei Iahre braucht für jeden Film. Aber in zwei Wochen?. .Sie hat das Geheimnis des konfektionierten Kunstbetriebs, serienweise Herstellung am laufenden Band, noch nicht heraus. Sie ist wirklich vorgestrig. Das meint wohl auch der Filmverleih. Die Nielsen — wen wundert solche Pathologie? — lebt in der Vorstellung, als hätte der allmächtige Verleih eine Art Boykott über sie verhängt. Und sie zerquält sich den marmorblassen, unvergeßlichen Kopf: Warum? Warum nur? Vielleicht, weil sie sich die Typisierung nicht mehr gefallen lassen will, der der Bettieb sie wie alle anderen einorbnen möchte? Sie hat die ewigen Dimen- tragobien satt. Will Neues schassen. Oh, sie hat tausend Pläne unb Gestalten im Kopf! Kommt aber einmal ein Vorschlag, so ist eS ber, bie „Dimentragöbie", die sie schon einmal vor Iahren in stummer Fassung gespielt hat, jetzt als Sprech- film neu herauszubringen. Abgestandenes Zeug, meint sie, das durch einen plumpen Dialog — literarischen Dialog kann die Industrie leider nicht riskierenl — galvanisiert werden fnll1 Aber nein, sie ist kein lebender Leichnam! Sie ist — na, immerhin die Nielsen. Ihre Schauspielkunst ist gereift So reif, daß sie an den AuS- druckssormen der eigenen Gestalt schon kaum mehr Genüge findet. Beinahe lieber noch als selbst spielen, teilt sie Regie führen! Aber eine Frau alS Filmregisseur? DaS hat es noch nie gegeben, unb was es noch nie gab, wird es auch weiter nicht geben in der Branche! Asta Nielsen schweigt. Sie hat schweigen gelernt in diesen sechs Iahren. Allein die Phantasie tobt und hämmert unb dröhnt. Sie wird wieder Theater fpielen. Mit einem neuen Stück von Pirandello wird sie in der nächsten Saison durch ganz Deuttchland reifen. Berlin? Da ist sie als Kameliendame aufge» treten und seitdem nicht mehr. Mar Reinhardt hat ifrt inzwischen ein paar Rollen angeboten. Aber es war niemals das Richttge. Sie muß wirllich vorgesttig sein, die Nielsen! Ist sie auch. Sie ist vorgestrig, wie sie von heute ist und von morgen. Sie ist zeitlos, weil Kunst unb Menschlichkeit zeitlos sind. Feuerwehrfest also sollte statt leben. tausend Soldaten vom Reiche trennt, die innere Deutschland eng und fest ge- Verbindung mit blieben ist. Ein fröhliches Cofunt Mach richiM die L dortige rend 1 östlich Zuleid Do d! die QIi sah, to sich in der Ar- sogar in Zu Reich in erf fentlili finaiyt wird r Scdurt durch J ..Der Belgier hat ein mächttg Heer, doch fürchtet er die Feuerwehri" sollten. Alter Tradition gemäß waren die Feuerwehren aus den benachbarten Gebieten eingeladen, aus den altbelgischcn so gut wie aus den reichsdeutschen, nur daß aus Altbelgien eine einzige -Zusage gekommen war, wäh- rend vierundvierzig Feuerwehren aus dem reichs- nehmer stände nichts entgegen, es sei lediglich notwendig, zwei Teilnehmerlisten für die Gendarmerie und den Zoll einzureichen, und auch das belgische Konsulat in Aachen brauche nicht bemüht zu werden, wurden gleichzeitig die Gendarmen und Zollbeamten angewiesen, niemand über die Grenze zu lassen, der keinen Sichtvermerk des belgischen Konsulats habe, und das belgische Konsulat aufgefordert höchstens dreihundert Personen den Sichtvermerk zu geben. Angesichts dieser offensichtlichen Sabotage wurde in letzter Stunde in finden, ein Fest, bei dem wahrhaftig niemand an Politik dachte. Selbstverständlich war fürsorglich und rechtzeitig mit der dafür zuständigen belgischen Instanz — und das ist im freien demokratischen Belgien die — politische Polizei — wegen der Einreise der reichsdeutschen Feuerwehrvertreter Verbindung ausgenommen worden und diese erteilte für die eingeladenen deutschen Feuerwehren die Einreiseerlaubnis. Doch halt, die „suretc publique“ machte eine Einwendung: Trommler- und Pfeiferkorps dürften nicht erscheinen und ebenso dürften die reichsdeutschen Teilnehmer keine — Helmspitzen tragen. Diese Einwendung war zwar unverständlich; denn es ist nicht einzusehen, warum Pfeifen, Trommeln und Helmspihen den belgischen Staat gefährden können. Aber die Festleitung respektierte natürlich den Willen der hohen Brüsseler Behörde und nahm die Bedingung an. Einem schönen Festverlauf stand nichts mehr im Wege. Nachtwächter ist — wirklich I — der einzige Mensch, dein wir auf dem Heimweg begegnen! Es ist, als ob die Zeit viele Jahre an dieser zauberhaften, kleinen Stadt voriibergegangen wäre! „Der auferstandene Christus", eine Schöpfung des Münchener Bildhauers Prof. Hans Schwegerle, soll in der Nicolai-Kirche in Stralsund als Kriegsehrenmal austftstvilt werden Alljährlich verlassen mehrere die Reichswehr, die wenn Ml & %' Mleb> sodann Versorgungsscheines eine Geldabfindung, dke bet zwölfjähriger Dienstzeit je nach dem Dienstgrad 8000 bis 9000 Mk. beträgt, wodurch ihni Gelegenheit gegeben ist, sich eine eigene Existenz zu gründen. Allerdings wählt die Mehrzahl der ausscheidenden Soldaten, zur Zeit etwa fünf Sechstel, den Beamtenberuf. Er liegt ihnen nach Ausbildung und Erziehung näher als das freie Erwerbsleben, was ja bei der augenblicklich so angespannten Wirtschaftslage gar nicht verwunderlich ist. Da interessiert natürlich die Vorbereitung des dienenden Soldaten auf seinen zukünfttgen Beruf. Zu diesem Zweck sind bei der Reichswehr die Heeres- und Marinefachschulen eingerichtet. Dies sind Schulen, die in straffem Aufbau ihre Schüler für die verschiedensten Berufe ausbilöen und dabei noch dem militärischen Dienst Rechnung zu tragen haben. Vier Arten von Heeresfachschulen stehen dem Soldaten zur Verfügung: Schulen für Verwaltung und Wirtschaft, für Gewerbe und Technik, für die Landwirtschaft und für die Forstwirtschaft. Bei der Marine gibt es allerdings nur die beiden ersten Fachschulen; dafür besitzt aber die Abteilung für Gewerbe und Technik besondere Unterhirfe für Seemaschinisten und für die Seefahrt. In der Fachschule für Verwaltung und Wirtschaft erhalten in der Hauptsache die werdenden fand. Htädte Reiche betonet mit bei nung v Mag den D ben6 gäbe '+ Dem berat tun: rung. KreSi Jetzt aber kommt das Rachspiel — und in ihm offenbart sich nicht nur eine für einen Staat höchst unwürdige Methode, sondern auch die klare Tatsache, daß unser von Belgien annektiertes deutsches Grenzgebiet ein Land minderen Rechts ist. Während die Brüsseler Behörde den Eupener Veranstaltern mitteilte, einer freien Einreise der reichsdeutschen Teil- " behandelte ein Vortrag der Präsidenten Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und__ beitslosenversicherung Dr. Shrup. Der Redner führte u. a. aus: Mehr als 20 Millionen Arbei- so singen die Eupener Jungens. Was hat begeben? Das Kreisfeuerwehrfest ... Eupen stand vor der Tür. Schon prangten die Straßen unserer Stadt in Festschmuck, und wir freuten uns der Gäste, die von draußen kommen Beamten ihre Ausbildung. Rach einer Ab- schlußprüfung sind sie berechttgt, in die gehobene mittlere Deamtenlaufbahn ausgenommen zu werden. Abteilung Gewerbe und Technik bildet Handwerker und Techniker aus, die von fachkundigen Handwerksmeistern unterrichtet werden, wobei im achten Dienstjahr die Gesellenprüfung, nach weiterer drei- bis vierjähriger Ausbildung die Meisterprüfung abgelegt werden kann, die denen der Handwerkskammer als gleichgestellt anerkannt werden. Reben der Ausbildung als Handwerker besteht in geringem Umfang auch eine einfache Techniker-Ausbildung, die Arbeitslosigkeit und Kommunalfinanzen deutschen Rheinland ihr Kommen angemeldet hatten, etwas Ratürliches, da in Eupen-Malmedh Deutsche wohnen und trotz der Zwangsgrenze, die uns politisch Brüssel der Versuch unternommen, eine Aufhebung der sich widersprechenden Maßnahmen, welche das ganze Fest in Frage stellten, zu erwirken. Und auch das wieder ist für belgische Verhältnisse charakteristisch: der Vertreter des Ministerpräsidenten sagte die Aufhebung zu, aber die hohe politische Polizei beharrte auf ihrem Standpunkt. Die Festleitung zog daraufhin die selbstverständliche Konsequenz, sagte das Fest a b. Seitdem aber singen die Eupener Jungens das obige Versehen, und die Eupener, für die der Ausfall des Festes natürlich auch eine schwere wirtschaftliche Schädigung bedeutet, haben wieder einmal erfahren, daß sie im freien Belgien Staatsbürger zweiter Klasse sind und unter Ausnahmezustand Die sind!« E menQ1 tcrung' nttfri gäbe geg* der la men o HauÄ steuer' tvirluu DcnS rosen < Jotver Steuer' Des'? bleiben derA Ujcilete Rus; ben.® blem < reiche' eine Gerne Trift 2lM 2In kuM MM „ . . . . nicht die Heeresverwaltung weise vorgesorgt hätte, nicht wüßten, was sie nunmehr beginnen sollen. Sie haben zwölf Jahre hindurch dem Vaterland gedient und verlassen Heer und Marine meist im besten Mannesalter von 30 bis 35 Jahren. Aber eben, weil für sie noch während ihrer Dienstzeit vorgesorgt Wird, ist es ihnen verhältnismäßig leicht, sich im Zivilleben zurechtzuftnden. Zwei Wege gibt es für den scheidenk^n Soldaten: die Beamtenlaufbahn und den Uebertritt in das freie Erwerbsleben. Will der Soldat d i e Beamtenkarriere ergreifen, dann wird er während seiner Dienstzeit bei der Reichswehr genügend ausgebildet und bekommt außerdem einen Zivilversorgungsschein, durch den er die Berechtigung erhält, bei freiwerdenden Beamtenstellen bevorzugt behandelt zu werden. Wählt er dagegen einen freien Beruf, dann erhält er statt des Randnoten In der öffentlichen Meinung wird durch einen einzigen Fall wie den der Rorddeutschen Wollkämmerei mehr Schaden angerichtet, als ein Dutzend verantwortlich und erfolgreich geleiteter Großunternehmen an Sympathien für die Privatwirtschaft in jahrelanger Arbeit schaffen können. Die sozialistischen und kommunistischen Blätter schlachten selbstverständlich solche Dinge nach allen Kräften aus und suchen damit den Beweis dafür zu erbringen, daß das herrschende Wirtschaftssystem verfault und lebensunfähig geworden ist. Ein Blick auf die übrige kapitalistische Welt zeigt, daß durch Leichtsinn, Verschwendung und Un- sähigkeit hervorgerufene Zusammenbrüche großer Unternehmungen überall vorkommen und als Ausfluß menschlicher Unzulänglichkeit mit in den Kauf genommen werden tnüssen. Das Studium der Sowjetpresse, die in solchen Angelegenheiten von geradezu brutaler Offenheit ist, beweist aber, daß unter dem sozialistischen und kommuni st ischen Regime ein Skandalfall dem andern folgt, obwohl ein geradezu groteskes Ueberwachungs- und De- spihelungssystem den fehlenden Antrieb des eigenen wirtschaftlichen Interesses zu ersetzen versucht. Ein Vergleich mit dem kapitalistischen Ausland ergibt aber für uns Deutsche eine ernste Lehre. In England hat der Bankrotteur H a t r h fünfzehn Jahre Zuchthaus erhalten, Lord K h l s o n t und der in den Fall Royal- Mail verwickelte Teilhaber M a r l a n d der führenden Treuhandfirma Price, Waterhouse & Co., stehen zur Zeit wegen Vergehens gegen die Handelsgesetze vor dem Strafrichter. Selbst in Frankreich, wo die politisch-wirtschaftliche „cameraderie“ die Bestrafung des verbrecherischen Bankrotts sehr erschwert, sind die Schuldigen an den Hanau- und Oustricskandalen zur Rechenschaft gezogen worden. In Italien hat Mussolini mit der Allmacht des Diktators den betrügerischen Bankrotteur G u a l i n o in lebenslängliche Verbannung geschickt, mit der Begründung, daß für die „ökonomischen Cagliostros die schwersten Strafen nicht ausreichend seien". Man hat also im Ausland ein volles Verständnis dafür, daß der Ehrenschild des privatkapitalistischen Systems rein gehalten werden muß. Es darf auch bei uns nicht dahin kommen, daß Verfehlungen einzelner von den zahlreichen Feinden der heutigen Wirtschaftsordnung dazu benutzt werden, um die verantwortungsbewußte Arbeit des deutschen Unternehmers und Arbeitgebers schlechthin zu diskredi- tteren. Wenn Rücksichten auf hineinverflochtene andere Unternehmungen, auf die Belegschaften, auf den Kredit ganzer Wirtschaftszweige oder der gesamten Wirtschaft genommen werden müssen, dann dürfen sie nicht dazu führen, daß die schuldigen Personen von dieser Rotwen- digkeit einer stillen Abwicklung irgendwie profi- tieren. Die Privatwirtschaft beruht auf dem Grundsatz, daß der einzelne für den Erfolg wie für den Mißerfolg seines Tun und Lassens einsteht. Um der Ehre des deutschen Kaufmannswillen muh gerade das Unternehmertum verlangen, daß solche Fälle wie der der Rorddeutschen Wolllämmerei, sobald die oben erwähnten allgemeinen Interessen gewahrt sind, bei dem geringsten Verdacht einer Verfehlung der beteiligten Personen der genauen Untersuchung durch den Strafrichter zu geführt werden. Diese Strenge liegt im ausschließlichen Interesse der deutschen Wirtschaft selber, die soeben durch die große Anstrengung, wie sie das Garan- tteshndikat bei der Golddiskontbank darstellt, aufs neue bewiesen hat, zu welchen Opfern sie in dieser unendlich schwierigen und -ernsten Rotzeit bereit ist. ter und Angestellte sind in der Welt aus dem Wirtschaftsprozeh ausgeschaltet, in Deutschland allein vier Millionen. Die Krise wirkt sich in allen Ländern mehr oder weniger stark aus. Selbst Amerika rechnet in seinem diesjährigen Staatshaushalt mi.t einem Fehlbetrag. Alle anderen Länder können aber auf vorhandene Reserven zurückgreifen; Deutschland, das die Hälfte seines Rationalvermögens verloren hat, sind diese Möglichkeiten verschlossen. Es steht im Gegenteil unter dem ungeheuren Druck der Reparationsleistungen. Die Reichsbank kann und muh bei der Vertrauenskrise auf dem Kre- ditmark jeder Gefährdung der Mark entgegenwirken. Aber die nötigen Eingriffe der Reichs- bank gehen letzten Endes zu Lasten des Arbeitsmarktes. Die Arbeitslosennot in Deutschland ist g r o h. Der Staat muh seinen Pflichten gegenüber den unverschuldet notleidenden Volks- genosjen nachkommen, sonst würde er sich selbst aufgeben. Es mag dahingestellt' bleiben, ob die Belastungen der Rotverordnung genau ausbalan- ziert sind. Jeder betroffene Kreis sieht bekanntlich in erster Linie seine Opfer, die Belastung anderer Kreise würdigt er weniger. Wer die Finanzlage in Deutschland klar erkennt, wird nicht bestreiten, dah das finanzielle Gesamtergebnis der Rotverordnung nicht Zaungast bei Toscanini. Der DAZ. wird von Dr. Waldemar Rosen aus Bayreuth geschrieben: Ein grauer Regenschleier liegt über dem „lieblichen Hügel bei Bayreuth", als die Orchestermit- glieder zu ihrer ersten diesjährigen Probe mit Toscanini zum Festspielhaus hinaufpilgern. Sein grüner Lancia-Wagen steht schon oben, und Emilio, der baumlange Chauffeur, unterhält sich mit dem winzigen Seidenpinscher, der den Meister auch diesmal begleitet hat. In der unteren Halle des Festspiel-Restaurants, das nun sehr schön und geschmackvoll ausgebaut ist, hat sich das Orchester hinter einem Wall aus Harfen- und Violincello-Futteralen, aufgestapelten Tischen und Stühlen eingebaut und stimmt schon eifrig. Oben im langen Speisesaal sitzt von den Mitwirkenden alles, was Rang und Ramen hat, Fremde aber werden nicht zugelassen, „auf keinen Fall, ganz ausgeschlossen"! Ich mag Frau Wagner, auf die jetzt tausend Dinge einstürmen, nicht auch noch belästigen und geselle mich so zu der Gruppe von Musikenthusiasten, die an einem offenen Fenster der Probe lauschen wollen. Da kommt die junge Herrin von Bayreuth auch schon selbst, dankt freundlich für jeden Gruß und nimmt mit „Fräu- tetn Schmidt", ihrer kleinen, energischen Sekretärin, an einem der weihgedeckten Tische Platz. Schon naht auch Furtwängler und setzt sich vorn an die Brüstung, ganz nahe dem kleinen Podium, das gerade Toscanini, vom Orchester laut und freudig begrüht, ersteigt. r bebt den Stab und das „Par- ifal -Vorspiel beginnt. Wie von aller Materie losgelöst und doch mit einer Intensität des Klanges, die unerhört ist, schwebt das Unisono Lmangs durch den Raum, - in überirdischer klingen die Flöten in ihren gehaltenen Akkorden aus. Jetzt beim zweiten Einsatz singt er mit. „Molto, molto — piü molto, — sforzato“ — einen jtorten, dramatischen Akzent wünscht er aus dem H da, wo die Melodie sich nach ll-Moll "Ah, — no“, schüttelt er den Kopf. Aber nrn ■hxiter' ganzes Stück in den ersten Akt hinein, um zunächst Konnex mit dem Orchester zu gewinnen. Dann klopft er ab und beginnt ganz von vorn, wieder mit dem Vorspiel und nun kommt die Kleinarbeit. ' Dieser zweite Einsatz des Themas will ihm Oer Soda-See. Der Reisende, der von Nairobi in der englischen Kenja-Kolonie etwa 150 km nach Westen wandert, sieht sich plötzlich einem seltsamen und einzigartigen Naturschauspiel gegenüber. Er befindet sich vor einer weiten Fläche, die wie ein gefrorener See aussieht. Ueberall ist das ganze Gelände wie von einer dünnen Eisschicht überdeckt, und man fühlt sich versucht, sich den winterlichen Freuden des Schlittschuhlaufens oder Schlitterns hinzugeben, und das mitten im tropischen Afrika nahe am Aequator unter einem glühend heißen Himmel. Aber wer diesem trügerischen Eindruck nachgeben wollte, würde finden, daß diese scheinbare Eisfläche durchaus nicht glatt ist, denn es ist kein Eis, das diesen riesigen „See" bedeckt, sondern es ist der feine glitzernde Staub der mächtigen Sodablöck«, die seit vielen Jahren von den Weißen aus der Masse dieses Sees herausgegraben werden. Der Magadi-See — so heißt dieses Naturwunder — ist nur wenige Zoll tief, und diese flache Wasseroberfläche täuscht das Aeußere eines Sees vor, während es sich tatsächlich um einen Ungeheuern Block Soda handelt, der sich viele Kilometer ausdehnt. Die Bohrungen, die in dieser einzigartigen chemikalischen Ablagerung vorgenommen werden, sind trotz jahrelanger Ausbeutung nicht imstande gewesen, den Spiegel des Sees zu senken, denn alle die großen Löcher, die in der Sodamasse gemacht werden, werden sofort wieder ausgefüllt. Der Magadi-See liegt in einer Senkung, die von rötlichen Hügeln umrahmt ist. Auf den Abhängen, auf denen nur wenige grüne Flecke zu sehen sind, verbrennt die Hitze alle Vegetation, so daß sie in kahler Nacktheit emporragen, und das ganze Gebiet ist erfüllt von einem scharfen Sodageruch. Eine unheimliche Schwere und Schwüle lastet über dem See, und der Eindruck einer irdischen Hölle wird noch dadurch verstärkt, daß an jedem Nachmittag sich ein furchtbarer Wind erhebt, der eine halbe Stunde lang Erde und Himmel mit blendenden Wolken dieses weißlich glitzernden Staubes erfüllt. Wenn dieser Orkan, der mit ebenso rasender Schnelligkeit, wie er sich entfaltet, auch wieder verschwindet, ausgetobt hat, bann liegt der Sodasee wieder im düsteren Schweigen da, brütend unter einer furchtbaren Hitze und unheimlich glitzernd. F v r st Wirtschaftsinstitute, die nur den Iägerbataillonen angegliedert sind. Angesichts der riesigen Erwerbslosigkeit ist es natürlich für den ehemaligen Reichswehrangehörigen ebenfalls sehr schwer, ein Unterkommen zu finden. Die Behörden können nicht mehr alle • frei werdenden Stellen besetzen, Industrie und Handwerk nehmen zwar den Reichswehrsoldaten gern, sind aber ebenfalls durch die Ungunst der Zeit nicht in der Lage, dem Soldaten einen Arbeitsplatz zu, verschaffen. Eine Besserung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse, die hoffentlich nicht mehr allzulange ausbleibt, wird aber auch die zur Entlassung kommenden Soldaten von einer schweren Sorge befreien, weil es chnen dann leichter sein wird, auf Grund ihrer Fähigkeiten eine Beschäfttgungsmöglichkeit zu finden. gar nicht gefallen, wieder singt er die Stelle vor! Mit einer kleinen Violoncello-Kantilene geht es ebenso, dann mit einem Oboe-Solo. Wiekter und .wieder, bis es gelingt. Da passiert dem Oboer ein kleiner Irrtum, er bringt eine Vorausnahme ein wenig zu zeittg. Der Maestro ruft entrüstet: «Ah nonono, — nonono, — nononono!“ Und bekümmert geht er zurück. „Rit-te vierr Tak-te vohbrr...“ Rur wenn er unterbrochen hat und eine solche Derständigungszahl (die in seiner und in allen Instrumentalstimmen jeweils an der gleichen Stelle eingetragen ist) aufsucht, schaut er in die Partitur, sonst dirigiert er alles auswendig und singt — übrigens mit einer netten italienisch-lockeren Stimme — die jetzt in der Orchesterprobe fehlenden Gesangspartien mit: eine fast märchenhafte Gedächtnisleistung. Jede kleine Rebenstimme schließt er in seine Geste ein und holt sie zur letzten Präzision heraus. Schon ihm nur zuzusehen ist ein ästhetischer Genuß, wie er den kleinen Finger der rechten Hand delikat hebt, wie er in gewaltigem Schwung des Armes einen Akzent vorbereitet oder wie er mit der flachen Linken, gleichsam die Wogen glätten?-; abdämpft. Deutsch spricht er noch wenig, oft gebraucht er einen der allgemein geläufigen italienischen Fachausdrücke, eventuell ein paar Worte Englisch, meist aber singt er vor, wie er es haben will.' Das Orchester, in dem man übrigens viele neue Gesichter sieht, klingt herrlich, die Bläser waren wohl selten so hervorragend. In der Pause wandelt er Arm in Arm mit Frau Winifred, scherzt und lacht. Ich aber unternehme eine Entdeckungsreise, habe Glück und gewinne einen Blick in die neuangebaute Hinterbühne, die als Probebühne ^nuht wird. Dort — ein hinreißend groteskes Blld — stehen acht Walküren auf dem Felsen, teils mit Probemänteln angetan, alle mit Speer unö Schild bewaffnet und — mit einem weißen Plakat auf der Brust mit den sonderbaren Aufschriften: Ort, Helm, Roß, Ger, Wal — die zweckmäßig abgekürzten Ramen der Wotanstöchter also —, und das zu dem Zweck, daß der Regisseur, ^r unten sitzt, die Darstellerinnen auch aus der Entfernung leicht erkennen kann. — Am Bühneneingang steht eine Art Schirmständer, in dem aber sechzig Schwerter sauber aufgestellt sind. An der Mittagstafel im Restaurant werde ich neben eine liebenswürdige Rheintochter plaziert mn Rebentisch aber sitzt Meister Toscanini mit Gemahlin und seinem Freunde, Mr. Smith, einem zuvorkommenden Amerikaner mit ungemein feinen. ö Fori .Du N> id »U ganze auch, tming dir fi, Leu. stellte _ .Ein ledigtl tna[ ft reise k Wer blieben unö in . Die to Leu noch Üb vsfenba D ab und „.9u kleine .35) »Du i Mischt, Die ’ .gbt tochiig d'e 6q verbot f» schti nun be fertig 3m, ftirch j Ä Är '"Nur Ä Der Gesamtvorstand und Hauptausschuh des Reichs st ädtebundes beschäftigte sich kürzlich auf einer Tagung in Mainz mit den für die Kommunen außerordentlich wichtigen Fragen der Arbeitslosigkeit und der kommunalen Finanzlage. Die Probleme der Arbeitslosigkeit j den Aufstieg des Soldaten in mittlere technische I Beamtenstellen ermöglicht. Die Fachschule für Landwirtschaft soll den vom Lande stammenden Soldaten die Fähigkeiten verschaffen, nach ihrem Ausscheiden eine Dauern st eile selbständig zu bewirtschaften. Die kleinsten Schulen sind die entbehrt werden kann. Ungewöhnlich schwer sind die Arbeitslosen selbst von der Rotverordnung betroffen worden. Allein in der Ar- beitslosenversicherung sind die Ausgaben von 1800 Millionen um 400 Millionen gedrosselt worden. Aber nicht nur die Reichsanstall mit den von ihr in der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge zu betreuenden 3 Millionen Arbeitslosen steht in den nächsten Wochen und Monaten vor den schwersten Aufgaben, auch den Gemeinden fallen kaum tragbare Lasten in ihrer Wohlfahrtspflege zu. Die geldliche Unterstützung der Arbeitslosen ist und bleibteinRotbehelf. Alle Vorschläge zur Milderung der Arbeitslosigkeit — wie die Ausschaltung der ausländischen Arbeiter und der „Doppelverdiener", die Verlängerung der Volks- schulpflicht, die Streckung der Arbeit durch Verkürzung der Arbeitszeit, die Schaffung zusätzlicher Arbeit und der Antrieb der privaten Wirtschaft durch öffentliche Aufträge und Arbeiten — müssen nicht nur auf ihre arbeitsmarkt-politische Wirkung. sondern auch auf ihre wirtschaftliche, finanzielle und allgemeinpolitische Bedeutung geprüft werden. Alle ernsthaften Vorschläge zur Milderung der Arbeitslosigkeit enthalten sicherlich beachtliche Gesichtspunkte, sie bringen aber keine Lösung des schweren Problems. Eine befriedigende und auf die Dauer haltbare Lösung hat einerseits im Innern eine Gesundung unserer Wirtschaft, unserer Finanzen und eine politische Entspannung, anderseits von außen eine starke Erleichterung unserer Kriegsla st en zur Voraussetzung. Wir dürfen nicht ohne neue, auf Tatsachen fundierten Hoffnungen in den kommenden Herbst gehen. Hoffen wir, dah uns die nächste Zeit auf dem Reparationsgebiet nicht nur verständnisvolle Versicherungen, sondern Taten bringt. Der hochgesinnte Entschluß des Präsiden- güttgen Zügen, den man bald in Deutsch, bald englisch, italienisch oder französisch mit größtem, aufrichtigen Bedauern versichern hört, dah der Maestro leider gar nicht zu sprechen sei. Der aber lebt noch gart£ in Parsifal, leise singt er eine Stelle vor sich hin. An Frau Wagners Tisch, den ein schlichter, schöner Rosenstrauß ziert, unterhält man sich lebhaft. Das Präsidium hat Furtwängler, neben ihm Frau Winifred und einige Bühnenvorstände, auf der anderen Seite Spring, der Oberregisseur und Kapellmeister Elmendorfs, der gerade mit noch gesträubtem Haar von einer Klavierprobe kommt. Frau Wagner zieht, ver- sichttg und witzig, zunächst einmal bei uns, die wir schon essen, Erkundigungen nach der Qualität des Schnitzels ein, dann bestellen auch sie alle das schlichte Gedeck, das mit einer Kraftbrühe nach italienischer Art eröffnet wird, eine Reverenz des Küchenchefs vor Toscanini. Als ich am Rachmittag durch die Stadt fahre, um Furtwängler in seinem entzückenden Bayreuther Heim, der Villa Feustel in Friedrichstal, aufzusuchen, muß ich an einer Ecke scharf vor einem schlanken Reiter bremsen: Er selbst ist es, — erholt sich gerade von der anstrengenden Probearbeit des Vormittags auf einem kleinen Spazierritt. Am Abend aber sitze ich in einer Musikantenrunde mit Herrn Pieperhoff — der dieses Jahr oum 25. Male die Festspielphoto- graphie besorgt und zu diesem Jubiläum, wie einige Orchestermitglieder auch, von der Stadt Bayreuth mit einem Zinnkrug geehrt werden wird — in der „Eule" und labe mich am Festspielbier, das nur zu gut und viel zu billig ist! Ueber mir hängen die Statuten des Künstler Vereins „Derer, die nicht alle werden", die verheißungsvoll so beginnen: § 1. Zweck des Vereins ist Sonnabend. § 2. Wenn sich mehr als zwei Mitglieder versammelt haben, ist auch an anderen Wochentagen Sonnabend. Wenn sich nur einer versammelt, ist fein Sonnabend. Obwohl Donnerstag, ist auch bei uns Sonnabend, aber trotzdem geht man allgemein um zwölf Ubr heim, denn der nächste Morgen bringt allen Mitwirkenden wieder schwere Proben, und die nimmt man hier, vom Dirigenten bis zum letzten Statisten, sehr, sehr ernst. — Und das ist wohl auch ein kleiner Teil jenes Geheimnisses, das der Schöpfer dieses erhabenen Werkes im Grundstein des Hauses eingeschlossen hat. Rur die Brunnen rauschen und ein einsamer ten bet ^Bereinigten Staaten berechtigt zu biefet Hoffnung. Der geschäft-führende Präsrdent d«S RecchS- städtebund«-. Dr. Haeckel. Berlin, berichtet« sodann über die kommunale« $iaan$e*. Dre SrwerbSlosenlasten der deutschen Gemeinden sind für 1931 auf 875 Millionen für die Wohl- sahrtSerwerbs^o'en und auf 165 Millionen für die Krisenfürsorge -u veranschlagen, also zusammen auf mehr alS eine Milliarde. Die Erleichterungen der Notverordnung reichen nicht einmal au-, um die Mehrausgaben der Gemeinden auf diesen Gebieten gegenüber 1 930 zu decken. Dazu kommt der katastrophale Rückgang der Gemeindeeinnah- men au- Einkommen-. Körperschaft--, Gewerbe-, Hau-ziT,--. Grunderwerb-- und Verbrauchssteuern. der sich unter der wirtschaftlichen Auswirkung der Notverordnung noch verstärken wird. Den Gemeinden wirb daher auch bei einer rigorosen Streichung von RuSgaben trotz der neuen Notverordnung und trotz der Ausnutzung der Steuern der früheren Notverordnung noch ein Defizit von etwa 500 Millionen für 1931 verbleiben, neben dem Defizit de- Vorjahres von 450 Millionen. Auch au- der Sanierung der Arbeitslosenversicherung sei eine weitere Gefahr für die Verlagerung von Au-gab«n auf die Gemeinden entstanden. Die letzte Notverordnung lös« also das Problem der Gemeindefinanznot nicht. Mangel-ausreichender Hilfsmittel de- Reiche- kann daher nur ein« Verminderung der Reparation-lasten den Gemeinden Rettung brinaen. Eine grundlegende Tributrevision bleibt daher die vordringlichste Aufgtche. , An bi« Referat« schloß sich ein« lebhafte Diskussion an, die ihren Niederschlag in einer einstimmig angenommenen Entschließung fand. Darin wird erklärt, dah die deutschen Städte sich ihrer Schicksaisverbundenheit mit dem Reiche bewußt sind und erneut die Notwendigkeit betonen, ihre Finanzpolitik in Uebereinstimmung mit der de- Reiche- zu süh-en. Die Notverordnung vom 5. 6 1931 beseitige noch nicht die große Notlage der Gemeinden, da die zu erwartenden Mehreinnahmen durch die «intreten- den SteuerauSfäll« und die MehrauS- ?aben für di« WohlfahrtSerwerbS- osen- und Krisenfürsorge für 1931 sogar übertroffen werden. Daher mühten, falls in Zukunft finanzielle Erleichterungen für daS Reich eintreten, di« dadurch freiwerdenden Mittel in erster Linie die Sanierung der gesamten öffentlichen Finanzen, also auch der Gemeinde» finanzen, sicherstellen. Mit besonderem Nachdruck wird noch daraus aufmerksam gemacht, dah eine Deckung von Fehlbeträgen bei den Gemeinden durch Kredite nicht mehr angängig ist. Oberbeffen. Gemeinderat in Grünberg. 4- Grünberg, 14. Juli. 3n der jüngsten DemeinderatSsitzung stand als Haupt- beratungSgegenstand die Frage der Errichtung eine- Schwimmbades zur Grörte- rung. Schon in einer früheren Sitzung war ein Kredit für Vorarbeiten, insbesondere für die Lösung der Wassersrage, bewilligt worden. Ein Gutachten deS KulturbauamteS schlug die Errichtung des BadeS im Brunnental vor, da hier die Wasserfrage durch freien Zulauf aus den dortigen Quellen ohne Kosten zu lösen sei, während di« Anlage im „Hildmann", 800 Meter östlich der Stadt, Ausgaben für den Bau einer Zuleitung nebst täglichen Betriebskosten erfordere. Da die Mehrheit der Schwimmbadkommission die Anlage im „Hildmann" als die bessere an» sah. wurde ein weitere- Gutachten von Stadt- Die Vorbereitung der Wagner-Festsoiel« in Bayreuth auf der Veranda der Villa Wahnfried. Fitzend von links nach rechts: Generalmusikdirektor Furtwängler, Frau Winnifrcd Wagner und loscanini. Stehend von links nach rechts: Oberregisseur Dr. Sorina, Generalintendant Dr. Tietjen und Chordirigent Professor Kittel. baubirettor Braubach, Gießen, eingeholt, der 1894 95 bei den Plänen zu unserer Wasserleitung schon mitgearbeitet hatte. Dieser Gutachter kam zu dem Schluß, daß die im Jahre 1910 in der ehemaligen Stadtmühle aufgestellte Pumpanlag«, die das Wasser der damals gefaßten Quelle 3 der städtischen Wasserleitung zuführt, durch Der- gröherung der Kolben in der Lage sei, eine be- oeutenbe Mehrförderung zu leisten, ohne daß weitere Betriebskosten entständen. Wasser sei genügenb vorhanden, da der tägliche llebcrlauf der Quelle 3 noch 85 Kubikmeter betrage, woraus die für die Erneuerung des Schwimmbeckenwassers benötigte tägliche Weng« von etwa 40 Kubikmeter unbedenklich entnommen werden könne. Die Herstellung einer Rohrleitung im Anschluß an da- jetzige Wasserleitungsnetz in den „Hildmann" in Länge von etwa 800 Meter erfordere ungefähr 4400 Mk. Kosten, wozu noch 450 Mk. für die Vergrößerung der Pumpe kämen. Stadtbaudirektor Braubach war in der Sitzung zugegen und erläutert« eingehend sein Gutachten. Ebenso berichtete der Bürgermeister nochmals über die Finanzierung. Da die Anlage des Schwimmbades Notstandsarbeit sein soll, gewährt der Staat für die aufzunehmenden 23 000 Mk. eine Zinsverbilligung, so daß seitens der Stadt nur 3 Prozent Zinsen zu leisten sind. Zu dem vorgenannten Betrage stehen noch einige kleinere Zuschüsse in Aussicht. Der Gelände - erwerb macht keine Schwierigkeit, da zwei Besitzer sich bereit erklärt haben, Gelände im Tausch herzugeben. Nach längerer Aussprache wurde gegen 2 Stimmen bei einet Stimmenthaltung beschlossen, das Schwimmbad im „Hildmann" zu errichten. Die Kosten dafür sollen den vorgesehenen Betrag von 26 000 Mk. nicht wesentlich überschreiten, die Wasserversorgung des Bades soll in der von Direktor Braubach vorgeschlagenen Weise durchgeführt werden. 3n geheimer Wstimmung wurde mit Stimmenmehrheit Architekt 3ä ger, Queckborn, zum Bauleiter bestimmt. Die W a s s e r m e s s e r, die in den letzten Tagen des Juni eingebaut wurden, kosten einschl. Einbau 13 890 Mt. Der Bürgermeister schlug vor. demnächst 10 000 Mk. in folgender Weise zu decken: Entnahme von 5000 Mk. aus dem Reservefonds des Wasserwerks, Entleihung von 5000 Mark vom Grunderwerbsfonds, der restliche Betrag ist später aufzubringen. Der Gemeinderat ist damit einverstanden. Dem Gesuch der Dutzbach-Licher Eisenbahn um Erlaß von Gemeindesteuern und Obligationszinsen wurde in folgender Weise entsprochen ,*2hi8 Billigkeitsgründen werden rückständige Gemeindesteuern in Höhe von 136,41 Mk. erlassen, die jährlichen Obligationszinsen in Höhe von 300 Mk. werden vorläufig zinslos gestundet. Landkreis Gießen. D L i ch. 14. 3uli Unter starker Anteilnahme der Einwohnerschaft wurde am vergangenen Sonntag in unserer Stadt das 3ugendfest gefeiert. Am frühen Morgen ertönte der Weckruf der Feuerwehrkapelle, vormittag- fand Feft- gottesdienst, sodann eine klein« Feier der K le in ki nder schu le in der Turnhalle statt. Am Nachmittag trafen sich die Schulkinder zum Festzug vor dem Rathaus«. Unter dem Dorantritt des Radfahrervereins und der Feuerwehrkapelle, fetner begleitet von den Ortsvereinen, bewegte sich der bunte Zug der Kinder durch die Stadt zum Festplah auf dem Hardtberg. Nach einem Chor der Schulkinder und einem gemeinsamen Lied hielt Stiftsdechant Kahn die Festrede, in der er die Person und das Wirken des Freiherrn vom Stein würdigte und mit einem Hoch auf da- deutsche Vaterland fchloß, in das alle Teilnehmer freudig einstimmten. DaS Deutschlandslied wurde sodann gemeinsam gelungen. 3m Anschluß daran entwickelte sich auf dem Festplah ein lebhaftes Treiben. Die Kinder beschäftigten sich mit Wettspielen, Reigen und allerlei Kurzweil. Den Siegern aus den Wettspielen wurden schöne Preise zuteil. Gesangliche Darbietungen der drei hiesigen Gesangvereine, turnerische Vorführungen des Turnvereins und Musikvorträge der Feuerwehrkapelle unterhielten die Erwachseiten auf das beste. Gegen Abend bewegte sich der Festzug wieder nach der Stadt zurück, und vor dem Rathaus hielt Bürgermeister Geil eine kurze Ansprache, mit der das Fest seinen Abschluß fanb. # Aus der nö rdlichen Wetterau, 14. 3uli. Der Ertrag der Frühkartoffelernte in unserer Gegend wird durchweg als gut bezeichnet. Vom Nvrmalmvrgen werden etwa 70—80 Zenter geerntet. Während der Preis pro Zentner anfangs auf 5 Mark stand, ist er bi- zum Schluß der vergangenen Doch« auf 4 Mark zurückgegangen. — Der Schnitt der Wintergerste hat in unserer Gegend begonnen. Di« gut entwickelten Aehren versprechen einen sehr guten .Körnerertrag. 3n den nächsteit Tagen wird mit dem Mähen derSommer- ge r st e begonnen werden. Kreis Kriedberg. 'Butzbach, 15. 3ufi. 3n her Nacht zu gestern wurde in einem hiesigen Einfamilienhaus, dessen Bewohner zur Zeit verreist sind, ein- gebrochen. Die Täter erbrachen gewaltsam die Räume und daS Mobiliar, so 'daß erheblicher Sachschaden angerichtet wurde. WaS die Eindringlinge an Beute fortgeschleppt Haden, steht noch nicht fest, da die Hausbewohner noch nicht von der Reise zurückgekehrt sind. 5He Unter - suchung durch das Landeskrimmalpolizeiamt Gießen ist im Dange. Kreis Büdingen h. Bad Salzhausen, 14. 3uli Wit Beginn der Frankfurter Schulferien ist hier die Hochsaison eingetreten und die Zahl der Stu rf rem- ben bedeutend gestiegen Die Pensionen haben mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse die Preise ermäßigt. Der herrliche Kurpark bietet auch bei heißer Witterung angenehmen Aufenthalt im Freien. Don seinen vielen ausländischen Ziersträuchern in ihvein Blütenschmuck fällt den Parkbesuchern besonder- ein Trompetenbaum auf mit seinem vollen Dlütenslor der in Rispen stehenden gelbweihen Lippenblüten. Obergärtner Decker hat diesen Sttauch au- Samen gezogen und 30 3ahre lang sorgfältig gepflegt. Nun tragt er die ersten Blüten, die jeden Blumenfreund entzücken. S. Berstadt, 13. 3uli. Gin schwerer Unfall ereignete sich am Sonntagmittag hier anläßlich eines Turnfeste-. Eine der Festdamen, di« siebzehnjährige Helene Schöjsler, hatte sich von einer bei Nachbar-leuten zu Besuch weilenden Friseuse das Haar ondulieren lassen. Diese hatte die Schere über einem Spirituskocher erhitzt Als der Spiritus ausgebrannt war. ließ sie weiteren auf den heißen Apparat zugießen. Es entstand eine Stichflamme, die eine Gardine ergriff. Die brennende Gardine fiel auf da- junge Mädchen, so daß HaarundKleider Feuer fingen. Auf ihr Schreien eilten Turner hinzu und konnten mit Decken die Flammen ersticken. Das bedauernswerte Mädchen liegt mit schweren Brandwunden darnieder. Kreis Schotten. -+- R ainrvd, 14. 3uti. 3n diesem Sommer ist im Wiesental zwischen Schotten und Rainrod ein Fischreiherpaar zu sehen, das jedenfalls in dem Wald zwischen Nidda und LaunSbach seinen Stand hat. Während der Wintermonate sind diese selten gewordenen Vögel wohl öfter- in unserem Tal« anzutreffen. Aber sie verschwanden wieder im Frühiahr, um anderSwo zu nisten. Hoffen wir, daß es keinen 3äger gelüftet, diesen Vogel, der als Naturdenkmal geduldet werden sollte, abzuschießen. Preußen. Oeffentliche Versammlungen verboten. Koblenz, 14. 3uIL (WTD.) Wegen verschiedener Vorgänge der letzten Tag« und Wochen, die geigten, daß Versammlungen unter freiem Himmel unter den bestehenden Verhältnissen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit bedeuten, sind auf Grund des Artikels 123 Absatz 2 der RekchS- versassung alle Aufzüge und Versammlungen unter freiem Himmel für den Regierun'gsbezi rkKoblenzbiS auf weiteres verboten worden. Don dem Verbot werden solche Umzüge nicht betroffen, die keinerlei demonstrativen Eharatter tragen. Eva am Strand Vornan von Hermann Seid. 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. .Du sprichst wie ein Buch! Wer sagt beim, daß ich den Kopf hängen lasse?" .Man brauijt dich nur anzusehen, 3örg! Dein ganze- Verhalten in den letzten Tagen spricht auch nicht dcllür, dah du in besonders guter Stimmung bifti 3ch fürchte fast, die Geschichte ist bei dir tiefer gegangen .. Leupvld sprang auf. 3n drohender Haltung stellte er sich vor Bertram hin. .Ein für allemal: die Sache ist für mich erledigt! Wenn du in meiner Gegenwart noch einmal von dieser Dame zu sprechen ansängst, reise ich ab! Es wäre überhaupt vernünftiger gewesen, wenn ich daheim in Mittenwald geblieben wäre, statt deinen Ratschlägen zu folgen und in diese- verdammte Seebad zu reifen!" Die grenzenlose Verbitterung, die seit Tagen in Leopold fraß, hatte ihn zum Schlüsse doch noch übermannt Schmerz, den er um keinen Preis offenbar werden lassen wollte, war in seinen letzten Worten aufgerauscht Nun wandte er sich ab und trat zum Fenster. -Du gehst also nicht mit?“ fragte Bertram kleinlaut. ,3ch komme vielleicht später nach.. .Du triffst uns im Strandcafö." 3n der Hotelhalle, wo angenehme Kühle herrschte, wartete Bertram bann auf Eva Willer. Die Unterredung mit Leupold ging ihm nicht au- dem Sinn. Den armen Kerl schien es ja tüchtig gepackt zu haben! Die Art, wie 3örg die Sache als Bagatelle abtun wollte, war sehr verdächtig und bewies gerade das Gegenteil. Ein so schwerblütiger, grüblerischer Mensch wie Leupold wurde mit einer Enttäuschung, wie er sie nun bei Hanna Moest erlebt hatte, nicht so rasch fertig. 3m Grunde genommen konnte man froh sein, wenn man mit etwas leichterer Veranlagung durch diese- Dasein gondelte und Gefühle und ähnlichen Zauber nicht allzu schwer nahm. Er, Derttam, Hätte ja auch reichlich Ursache zu Verstimmungen gehabt, denn Eva Wlllers Verhalten chm gegenüber war wirklich nicht fo. wie er es wünschte. 3hr launisches Wesen, ihre unbekümmerte rücksichtslose Art. trotz seinem Protest sich immer wieder mit anderen Herren abzugeben, hatten ihn, glücklicherweise, schon erheblich ab- gekühlt. Ob e- zwischen ihnen auch zum Bruch kommen würde? Fast sah es so aus. Hab wenn auch! Eva war zwar eine begehrenswerte junge Dame, aber an solchen war schließlich in Norderney auch sonst kein Mangel. Wegen Eva Willer würde er sich jedenfalls nicht, umbringen! .Hallo!" rief es in feiner Nähe. Bertram sprang auf, Eva stand vor ihm. Bei ihrem Anblick verwarf er alle vorherigen! Erwägungen, und der Gedanke, diese schöne, elegante Geliebte zu verlieren, erschien ihm unausdenkbar. 3n wortloser Bewunderung betrachtete er sie. .Warum starrst du mich so an?" fragte Eva Witter. .Du bist so schön, Eva .. Sie lachte. ..Das hast du mir schon so oft gesagt, dah es bald langweilig wird! Fällt dir nichts Neues mehr ein?“ „O doch! Wir sind aber zu selten allein, und vor den anderen kann ich dir doch keine Zärtlichkeiten sagen!" Eva zog die Augenbrauen hoch. .Soll das schon wieder ein Vorwurf fein?“ fragte sie mit leiser Ungeduld. .Keineswegs!" .3ch hätte mich auch dafür bedankt! Mein Bedarf an Vorwürfen ist auf lange Zeit gedeckt!" .Wie kannst du fo sprechen. Eva! Du legst jedes meiner Worte anders aus, als es gemeint ist!" 3mmer war feit Tagen diese gereizt« Stimmung zwischen ihnen. Auch während sie sich nun auf dem Wege zum Strandcafe befanden, fehlte es nicht an mehr ober minder ernstem Geplänkel Es schien, als hab« Eva Willer es darauf angelegt, Bertram die Freude am Zusammensein mit ihr zu nehmen, damit er sich freiwillig von ihr zurück» ziche. Als sie dann auf der Terrasse des Eafös saßen, war Eva sogleich wieder in glänzender Laune Die Näh« hübscher, gut angezogener Menschen schuf ihr Freude: wv Leben und 'Betrieb herrschten. war sie in ihrem Element. Eie war nun auch zu Bertram wieder von bezaubernder Freundlichkeit. Plötzlich sagte sie: .Dort kommt Frau Moest mit ihrem neuen Kavalier!" Hanna Moest und Stefan Helbing betraten die Terrasse: sie grüßten, als fic an Dertrams Tisch vorüberkamen, und nahmen ganz in der Nähe Platz. .Dein Freund Leupold scheint bei Frau Moest endgültig abgemeldet zu fein", meinte Eva Willer. »So etwas kann Vorkommen", erwiderte Bertram vielsagend: Eva Witter achtete aber nicht auf feine Worte, sondern sah zu den anderen hinüber. Das Lächeln, das sie meist zur Schau trug, wich aus ihrem Gesicht und machte einem gespannten Ausdruck Platz. .Wer ist eigentlich dieser Herr Helbing?" fragte sie nach einer Weile obenhin. „Do viel ich hörte, ist er 3ngenieur. Er sott mehrere 3ahre in Südamerika gewesen sein." »Er sieht gut aus...“ . Findest du?" sagte Bertram, der e- nicht gerne hörte, toeim andere Männer in seiner Gegenwart gelobt wurden, darauf pikiert. Eva Willer ging zu einem anderen Gesprächsthema über. Aber immer wieder irrten ihre Blicke zu dem tief gebräunten Männer gesicht hinüber, das sie mit feltfamcr Kraft anzog. X. Stefan Helbing las den Anstellungsvertrag der Brüsseler Companie des chcmins de fer et d’en- treprises durch, den er an diesem Morgen zugesandt erhalten hatte. Unter außergewöhnlichen günstigen Bedingungen wurde er von der Gesellschaft al- leitender Ingenieur für den projektierten Dahnbau in Uranba, dem noch wenig er» schlofsenen afrikanischen Gebiet am Tanganjikasee, für die Dauer von drei 3ahren verpflichtet. Schon vor längerer Zeit hatte die belgische Gesellschaft, auf Grund der hervorragenden Leistungen Helbings bet den brasilianischen Dahn- bauten, ihm das Angebot gemacht, nach Ablauf seiner südamcrikanifchen Verpflichtungen in ihre Dienste zu treten. Die Verhandlungen mit den führenden Persönlichkeiten der Gesellschaft, deretwegen Helbing kürzlich in Brüssel gewesen war, hatten zu einer Einigung geführt: nun brauchte er nur den Vertrag, der ihm vorlag. zu unterschreiten, und für die nächsten drei Fahre hatte er wieder ein großes, interessantes Wirkungsfeld. ES wäre ihm ja ein Leichtes gewesen, auch m Deutschland ein Feld der Betätigung für seine Fähigkeiten zu finden: aber er konnte sich jetzt noch nicht entschließen, für dauernd in der Heimat zu bleiben. Zu stark war das leidenschaftliche Verlangen in ihm, neue Länder, neue Menschen kennenzulernen, unter oft schwierigen, lebensgefährlichen Verhältnissen seine Kräfte zu proben und zu stählen. Er brauchte die Weite der Welt: daheim war es ihm fürs erste noch zu eng. Nach den Fahren des freien, ungebundenen Schaffens in Brasilien würde er sich in den streng abgegrenzten, oft kleinlichen Verhältnissen in der Heimat nicht zurechtfinden. Ende Dezember ging fein Schiff. Ob er wohl die Reise nach Afrika allein machen, ober... ob Hanna ihn begleiten würde? Aus einer unflaren Hemmung heraus hatte er bisher mit Hanna darüber nicht gesprochen: gelegentlich würde er die Rede darauf bringen. So eilig war diese Frage, da er nun fünf Monate in Deutschland blieb, ja nicht. Nachdenklich schritt Stefan Helbing im Zimmer hin und her. Wie schon oft in den letztest Tagen grübelte et über sein Verhältnis zu Hanna nach. ES war anders, als er es sich vorgestettt hatte. Anders von seiner Seite. Warum fühlte er in HannaS Nähe nicht mehr jenes heiße, ungestüme Empfinden, das vor Fahren. als er Hanna kennen und lieben lernte, ihn entflammt und in der ganzen Zeit der Trennung ihn erfüllt hatte? Warum drängte sich ihm nun manchmal, wenn er Bei Hanna weilte, der Gedanke auf, einer fremden Frau gegenüber gu- sihen? Was hatte diese- Fremdsein in ihm bewirkt? Hatte Hanna sich inzwischen verändert? Oder war er selbst ein anderer geworden? Etwas wie Bedauern darüber, im Schönsten, was er sich von der Heimat versprochen hatte, betrogen worden zu sein, stieg in Stefan Helbing auf. Vielleicht ist es nur die erste Zeit des Wiedersehens, die uns einander fremd macht, tröstete er sich: wenn wir länger beisammen sind, wird auch in mir das Gefühl für Hanna wieder fo werden, wie es gewesen ist. Er machte eine knappe Handbewegung, al- schiebe er diese Fragen und Zweifel weit von sich. Wozu grübeln, gerade heute, wo die Sonne ins Zimmer lachte, als wolle sie alle Menschen froh machen! Helbing öffnete das Fenster und lehnte sich hinaus. Auf dem Sttandweg promenierten zahlreiche Kurgäste: ein Segelboot fuhr vom Land ab, kam aber bei der herrschenden Windstill« kaum von der Stelle. Helbing entfann sich seiner letzten Uebersahrt, als auf Aequatvrhvhe ein Sturm den Dampfer wie ein Spielzeug au’- und niedergeworfen hatte: etwas von jenem Wind könntet ihr brauchen! dachte er und lächelte übet die verzweifelten Bemühungen der Segler, ihr Doot einigermaßen in Gang zu bringen. Plötzlich stutzte Helbing. Den Balkon zu seiner Linken hatte soeben eine junge Dame betreten. Sie lehnte sich an die Brüstung und sah zur Sttahe hinab. Helbing hatte sie schon einige Male im Hotel gesehen: auch im Strandcafö war er ihr gestern begegnet. Eie war eine Erscheinung, die auffiel. 3n jäh erwachtem Fnleresse betrachtete Helbing die jung« Dame. Er hätte nicht sagen können, WaS ihn bei ihrem Anblick mehr erfreute: da- schöne, feingezeichnete Geficht mit den tiefschwarzen, glatt anliegenden Haaren, oder die schlanke, ebenmäßige Gestalt, deren edle Linien sich durch daS dünne Kleid abhoben. Wie unter einem seltsamen Banne blickte Helbing zu der Dame hinüber. Nun wandte sie sich unvermittelt ihm zu. (Sortierung folgt.) In diesen Tagen wurde an der Küste von Warnemünde das zweite deutsch-dänische Fernsprechkabel aus» gelegt, das sich zur Bewältigung des immer stärker werdenden Fernsprechverkehrs zwischen Deutschland und den ftandinavischen Ländern als nötig erwiesen hatte. Das im Jahre 1888 gelegte alte Kabel ist durch das Seewasser so zerstört worden, daß es von einem Kabeldampfer ausgenommen worden ist. Kreis Wetzlar. ch Wehlar, 14. Tie Kreisbauernschaft hat jetzt die Richtlinien über die diesjährigen Druschpreise herausgegeben. Die Druschlohne sollen eine Senkung von 15 Prozent erfahren. Für eine bvzöllige Maschine mit Strohpresse und Binder sollen bei Gestellung von drei Arbeitern 6 Mark pro Stunde gezahlt werden. Bindegarn und Betriebsstoff sind von dem Landwirt zu stellen. — Der O b st- u n d G a r- tenbauverein für den Kreis Wetzlar hat für seine Mitglieder eine Bücherei eingerichtet. Es sind 18 Werke aus allen Gebieten des Obst- und Gartenbaues in 35 Exemplaren vorhanden. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 14. Juli. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer jüngsten Sitzung, den Preis für Licht ström von 45 auf 50 Pfennig zu erhöhen. Der Mindestsatz von 12 Mark fällt fort. Die Erhöhung wird damit begründet, daß die Gemeinde genötigt ist. das vor 19 Jahren in Aluminium angelegte Ortsnetz in Kupfer umzubauen. SJ.-fporl Aamhaste Leichtathleten in Gießen. Die nationalen Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900 Eine glänzende Besetzung der Kurzstrecken ist durch Meldung der Frankfurter Sportgemeinde Eintracht und des Sportclubs 1880 Frankfurt am Main gegeben. Die Erstgenannte entsendet ihre vollständige 4 X 100°Meter--Meisterschafts- staffel mit Eidracher, Mehner, Mährlein und Nie rin ann. Für SC. 1880 starten wieder die altbekannten Sprinter Frantz, Schmalz und Blum. Ebenfalls aus Frankfurt, und zwar von dem stark in Bordergrund ge-- tretencn J.-G^-Sportverein kommen die talentierten 400- und 200-Meter-Leute Jonas, Maerten und Husch. Erfolge -er Heffenturner. Aegimentssportsest im Sennelager. Beim Regiments sportfest im Sennelager, wo sich zur -Zeit auch das Gießener Bataillon aufhält, konnten verschiedene Hessenturner im Rahmen der Wettbewerbe der Soldaten erfolgreich sein. Die Wettkämpfe bestanden in einem Gerätesieben- lampf. 1. Sieger (Regimentsmeister) Titelverteidiger von 1930 wurde Unteroffizier Burkart, Mitglied des Tv. von 1846 mit 105 Punkten: 2. Sieger Unteroffizier Götsch (Marburg) mit 104 P.; 3. Sieger Oberschütze Becker (Tv. 1846) mit 100 P.; 4. Sieger Grenadier Mager (Mtv.) mit 95 Punkten. Königsschießen derSchühengesellschastil9r6 in Gießen Am Sonntag hielt die Schühengesellschast 1926 Gießen e.G. chr diesjähriges Königsschie- ßen ab. Die Königswürde für das Jahr 1931/32 errang Schühenbruder Hans Schmitz, während Theo Schneider 1.Ritter und Heinrich Blum 2. Ritter wurden. Llniversiiäi Köln Fußballmeister. Im Wiederholungsspiel um die Deutsche Hochschul-Fußball-Mei st erschaft siegte in Braunschweig die Universität Köln über die Universität Berlin mit 3:1 (2:0) Toren. Die erste Begegnung endete unentschieden 1:1. Max Gchmeling außer Gefecht. Mit ein Grund für die schnelle Heimkehr des Weltmeisters Max Schmeling war der Wunsch, einen deutschen Spezialisten wegen der im Kampf gegen Stribbling erlittenen Augenverlehung aufzusuchen. Max Schmeling begab sich in Berlin zu dem Universitäts-Professor Dr. Adam, der innere Verletzungen des Augapfels feststellte, die durch einen Stoß mit dem Daumen von Stribb- lings rechter Hand verursacht worden sind. Dr. Adam hat dem Weltmeister bis auf weiteres jegliche boxerische Tätigkeit, auch das Training, untersagt, da sonst die Sehkraft des Auges gefährdet wird. Handball im Gau Hessen (O. T.) Tb. Großen-Linden l — Tv. Klein-Linden I 7:2 (1:1). Mit obigem Resultat muhten sich die Klein- Lindener in Grohen-Linden geschlagen bekennen. Bis zur Pause konnten sie den Kanrpf noch offenhalten. In der 2. Spielhälfte waren die Gäste dem Tempo nicht mehr gewachsen und nach zehn Minuten lautet die Partie bereits 7:1 für die Einheimischen. Kurz vor Schluß kam Klein-Linden durch einen Strafwurf zum 2. Erfolg. Klein-Linden I — Krofdorf l 15:2. Am Sonntag spielte die erste Handballmannschaft des Tv. Klein-Linden gegen die gleiche des Tv. Krofdorf auf dem hiesigen Sportplatz^ Obwohl die Klein-Lindener mit vier Mann Ersah antreten mußten, konnten sie Krofdorf mit 15:2 (Halbzeit 3:1) besiegen. Rur in der ersten Halbzeit konnte Krofdorf den technisch überlegenen Klein-Linden fühlbaren Widerstand entgegensetzen. Das Ergebnis des nicht gerade schönen Spieles hätte nicht so hoch ausfallen müssen, wenn sich nicht Krofdorfs Tormann in der zweiten Halbzeit zeitweise völlig passiv verhalten hätte. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen I — Heuchelheim I 1:1. Das Spiel fand am Sonntag auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 statt. Beide Mannschaften komplett, lieferten sich ein sehr schönes Spiel. Heuchelheim war in der ersten Spielhälfte etwas besser, die Gießener wußten sich aber der wuchtigen Angriffe zu erwehren. Allmählich kam Gießen mehr in Fahrt, konnte jedoch bei der sehr guten Abwehr des Gästehüters nichts zählbares mehr erreichen. Mit einem Unentschieden 1:1 trennte man sich. Gießen kvmb. — Großen-Duseck I 3: 4. Am Samstagabend standen sich die beiden Mannschaften auf dem Trieb im Freundschaftsspiel gegenüber. Gießen, mit sieben Spielern seiner ersten und vier Spieler seiner zweiten Mannschaft, lieferte den Gästen ein schönes Spiel. Abwechselnd kamen beide Tore in gefährlich? Bedrängnis. Großen Duseck konnte durch seine forschen Angriffe immer wieder aufholen und bei Schluß' als Sieger den Platz verlassen. Wieseck I — Naunheim! 3:5. Naunheim, stark verjüngt, lieferte ein sehr gutes Spiel. Bei den Einheimischen versagte der Torhüter, und außerdem zeigte die Mannschaft einige bedenkliche Schwächen. Wieseck ging bald in Führung. Naunheim glich jedoch schnell aus, übernahm seinerseits die Führung, um schließlich bis Halbzeit das Resultat auf 1:3 zu stellen. Auch nach Seitenwechsel sah man weiter ein flottes Spiel und Wieseck lag nun mehr im Angriff. Durch einen Fehler des Torhüters kam Naunheim zum vierten Tor. Dann setzten aber die Einheimischen dem Schlußtrio der Gäste schwer zu. Dis Schluß konnte Wieseck zwei Tore aufholen, während Naunheim einen fünften Treffer zu erzielen vermochte. Allendorf I — Staufenberg I 6:2. Am Sonntag trafen sich diese beiden Mannschaften in einem Gesellschaftsspiel. Nach dem Anpfiff entwickelte sich ein flotter Kampf. Aus dem Gedränge heraus fiel für Allendorf das Führungstor, der Ausgleichstreffer ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Bei Halbzeit stand das Spiel 3:2 für Allendorf. Trotz eifrigster Gegenwehr der Staufenberger vermochten die Allendorfer während der zweiten Halbzeit noch dreimal erfolgreich zu sein. Handball. Wieseck! — Gießen! 2:2. Am Samstagabend lieferten sich diese Gegner auf dem Wiesecker Platze ein sehr schönes Spiel. Gießen ging bald in Führung. Der Ausgleich lieh aber nicht lange auf sich warten. In schönem ausgeglichenem Spiele konnten beide Parteien noch je einmal erfolgreich fein und trennten sich mit einem gerechten Unentschieden. Tennisplatz-Einweihung. Am vergangenen Sonntag konnte die Freie Tennisvereinigung Gießen ihren neu errichteten Platz seiner Bestimmung übergeben. Am Sonntagnachmittag fand die feierliche Einweihung der Anlage im Beisein von Vertretern der Behörden, des Kreisamtes, der Stadt Gießen, der Gemeinde Wieseck und des Bezirkes, sowie der Vereine von Gießen und Wieseck statt. Der Vorsitzende der Vereinigung, Herr Kunzemüller, begrüßte die Gäste und dankte allen Förderern des Werkes. Oberregierungsrat Ritzel, der als Vertreter des Kreisamtes Gießen, sowie auch für den Vertreter der Stadt Gießen, Bürgermeister Dr. Seid, sprach, beglückwünschte die Vereinigung zur Vollendung der schönen Anlage. Bürgermeister S ch o m b e r beglückwünschte die Vereinigung im Namen der Gemeinde Wieseck. Es sprachen dann noch ein Vertreter des dritten Bezirkes, der Freien Turnerschaft Gießen, der Tennisvereinigung Offenbach a. M. und die Tennisvereinigung Frankfurt am Main. Im Anschluß daran wurde ein Serienkampf zwischen Frankfurt a. M. und Gießen ausgetragen, den die Gäste mit 10:2 Punkte bei 73:52 Spielen für sich entscheiden konnten. Die Einzel-Resultate sind: Gemischtes Doppel 6:1, 4:6, 6:4; Sportlerinnen-Einzel 6:4, 6:2; Sportler-Einzel 6:4, 6:4; Sportler-Doppel 7:5, 7:5; Sportlerinnen-Doppel 4:6, 8:7, 6:3. Eine stattliche Zuschauermenge folgte mit großem Interesse den Kämpfen. Kurze Sporinoiizen. Das Handballspiel Stadtmannschaft gegen Universität fand nicht am gestrigen Dienstag, sondern findet vielmehr heute, Mittwochabend auf dem Universitätssportplah statt. 2 6. Ruderregatta. Wir werden gebeten, berichtigend darauf hinzuweisen, daß es sich bei der Mannschaft des Ruderclubs „Hassia", die den Anfängervierer gegen den Verein Rudersport 1913 Gießen gewinnen konnte, nicht um eine Senior- mannschaft handelte. Wirtschaft. Z.-G.-Farben im zweiten Vierteljahr 1931. Der in der Generalversammlung der IG. - Fa r be nin du st r i e - AG. erstattete Bericht über die ersten Monate des neuen Geschäftsjahres kennzeichnet auch das zweite Vierteljahr 1931. Farbstoffe und Färbereihilfsprodukte erwiesen sich weiterhin gegenüber den Krisenauswirkungen als widerstandsfähig und konnten sich auch im Sreiten Vierteljahr im ganzen gut behaupten. erbesserter Absatz im überseeischen Geschäft konnte den Ausfällen auf anderen Märkten begegnen. Bei Chemikalien hat sich gegenüber den Vormonaten nichts geändert. Düngemittel und technischer Stickstoff zeigen für das gesamte Düngejahr geringeren Umsatz, obgleich das Geschäft im zweiten Quartal etwas stärker anzog. Die 'Verhandlungen über eine Fortsetzung der im Vorjahre getroffenen internationalen Verständigung haben bisher noch nicht zu einem Ergebnis geführt. Phvtographika weist im Amateurgeschäft die erwartete saisonmäßige Belebung auf. Pharmazeutika hegt weiterhin günstig. Die manche Ueberfeemärfte beeinträchtigende Gestaltung der Valutaverhälltnisse konnte durch Fortschritte auf anderen Märkten voll ausgeglichen werden. Auch die Entwicklung des Pflanzenschutzgeschäftes nahm den gewünschten Verlauf. In Kunstseide zeigte sich lebhafte Nachfrage. Die wichtigsten deutschen, holländischen, schweizerischen und italienischen Viskoseseidenerzeuger haben für den deutschen Markt ein Verkaufssyndikat gebildet. Der Verkauf für Deutschland geht ab 1. August 1931 auf die Kunstseide-Verkaufsbureau-GmbH., Berlin, über. Gleichzeitig wurde zwischen der JG.-Farbenindustrie°AG. und den Firmen I. P. Demberg-AG. und Fr. Küttner-AG. ein Kupferseide - Syndikat gebildet, dessen Geltungsbereich über den deutschen Markt hinausgeht. Bei der mit der IG.-Farbenindustrie durch Interessengemeinschaft verbundenen Sprengstoffgruppe wurden inzwischen von den Generalversammlungen der beteiligten Firmen die Fusionsverträge genehmigt, so dah durch das Aufgehen einer Reihe von Gesellschaften in der Dynamit- AG. vormals Alfred Nobel & Co., Hamburg, Köln, eine Vereinfachung der Geschäftsführung erreichbar ist. Die sinanzielle Lage ist nach wie vor günstig, um so mehr, als keinerlei Bankverpflichtungen! bestehen. Verbot des handelsrechtlichen Lieferungsgeschästes in Getreide. Berlin, 14.Juli. (WTB.) Der Börsenvorstand zu Berlin, Abt. Produktenbörse, hat angeordnet, daß handelsrechtliche Lieferungsgeschäfte in Getreide in dieser Woche nicht abgeschlossen werden dürfen und verboten sind. Die Prompt- und Lokonotierungen der Produktenbörse finden wie üblich statt. Der Börsenvorstand hat die auswärtigen Börsen von diesem Beschlüsse in Kenntnis gesetzt. * Ermäßigter Weizenzoll bis 3 1. Juli in Kraft. Im „Reichsanz." Nr. 161 vom 14. Juli wird eine Verordnung veröffentlicht, nach welcher die Weizenzollermäßigung auf 20 Mark je Doppelzentner bis zum 31. Juli d. I. verlängert wird. Das für diese Zeit zur Einfuhr zugelassene Kontingent beträgt 5 Prozent derjenigen in- und ausländischen Weizenmenge, die in dem Vierteljahr April/Juni 1930 von den Mühlen vermahlen wurde, die überhaupt Auslandweizen für ihre Produktion verwendet haben, während für die Zeit vom 16. Juni bis 15. Juli W Prozent eingeführt werden können. - * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 - 100) stellt sich für die Woche vom 6. bis 11. Juli auf 75,7, gegenüber 78,7 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 69,8 (73,9), Gruppe verarbeitende Industrie auf 65,9 (68,6) und Gruppe Handel und Verkehr auf 98,1 (100,6). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.^ 15. Juli. Es wurden notiert: Weizen 290 (nominell); Roggen 240 (nominell); Wintergerste, neue Ernte 185 bis 190; Hafer, inländischer 200; Weizenmehl, südd., 40,50 bis 41,25; Roggenmehl 32 bis 33, Weizenkleie 10,60 bis 10,75; Roggenkleie 11,25 Mark. Tendenz: lustlos. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 14. Juli. Der Auftrieb des gestrigen Pferdemarktes war gering; es standen nur zirka 300 Pferde zum Verkauf. Der Handel war schleppend, die erzielten Preise ttachgebend. Infolge der Erntearbeiten fehlten die Käufer aus landwirtschaftlichen Kreisen fast vollkommen. Gegen Schluß konnte man auch Käufe unter Handelsleuten beobachten. Es verblieb geringer lleberftand. Eewinnauszug 4. Klasie 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr________________Nachdruck verölen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 14. Juli 1931 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 Gewinne ju 5000 W. 195814 373685 4 Gewinns ju 3000 M. 171348 349663 8 Gewinne,u 2000 M. 17714 88481 329113 379327 24 Gewinne ju 1000 M. 49896 59235 73890 108134 130762 187151 205638 225971 230290 268777 311834 330644 30 Gewinne,u 800 M. 61375 62568 93136 106270 133356 164854 166292 200715 219855 284681 299758 313389 855819 360979 390859 56 Gewinne,u 500 M. 33161 38824 50560 52261 53667 77418 136943 142727 151156 184574 210194 211795 212006 229991 234058 238043 239949 246914 263098 316245 317910 320072 333804 341795 354972 372446 374343 383020 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 50000 M. 133280 4 Gewinne zu 10000 M. 69925 196860 2 Gewinn« zu 5000 M. 376174 4 Gewinne zu 3000 M. 122815 260641 6 Gewinne zu 2000 M. 186257 189007 213452 24 Gewinne zu 1000 M. 76566 98516 136999 145787 164144 169800 170272 202760 287109 288949 325388 336224 46 Gewinne zu 800 Ai. 14795 35179 39636 49663 67399 79182 94013 95702 97559 109164 129044 134578 149900 165752 212669 215343 241677 336239 356734 361020 362136 371302 371885 36 Gewinne zu 500 M. 20926 73668 82520 88193 106046 113437 120087 126284 130029 139241 148435 168911 267404 307081 353382 357291 370271 392284 In den letzten Tagen wurde unser Strahenbild durch einen Trupp Soldaten belebt, der zur Armee der Flitsoldaten gehört, um daran zu erinnern, wie wichtig es ist. die schädlichen und lästigen Insekten zu vernichten. Diese Umzüge stehen im Zeichen einer ernsten Aufgabe, die von größter Bedeutung für die Volksgesundheit ist. Wissenschaftliche Forschungen in der neueren Zeit haben ergeben, daß viele Infektions-Krankheiten bei Mensch und Tier durch Fliegen, Mücken und anderes Ungeziefer übertragen und verbreitet werden. Deshalb wird in der letzten Zeit von Behörden und Privaten so viel Wert auf die Vernichtung des Ungeziefers gelegt. Mit Flit steht ein Hilfsmittel zur Verfügung, das eine radikale Vernichtung von Fliegen, Stechmücken, Ameisen und sonstigen Schädlinge aus dem Jnsektenreich gewährleistet. 4667V T Zusei neue Sorten, die auch Ihnen gut schmecken uuerden 11Dürfet nur 1Q Pfg. 2Telier MAOGllyMn JflUJU! MAGGI5 Rheinische Suppe(mit Karotten ) hs», MAGGI5 Gegierte Suppe 7Gemü$e MeSllW 6. G. Meluhenn SBabnbofitr.61 f4702Dl Tclevbon3«66 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rödgen für Rechnungsjahr 1931 liegt vom 16. bis einschließlich 22. Juli l. I. auf unserem Büro zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, 3u der auch die Ausmärker beizutragen haben. 4694V Rödgen, den 14. Juli 1931. Bürgermeisterei Rödgen. Wagner. Bullenverkauf. Jreifag, den 17. Juli 1931, nachmittags %2 Ahr, soll ein junger Bulle auf dem Submissionsweg verkauft werden. Bedin- gungen werden vorher bekanntgegeben. Angebote mit der Aufschrift Bullenoerkauf müssen bis längstens am 17. Juli 1931, nachmittags Uhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei eingereicht werden. Göbelnrod, den 15. Juli 1931. 4697V Hessische Bürgermeisterei. UIIIIIIIIIIIIIIIIIlllllllllllllllllllllllllIlllllllllllHlllllllllllllllll Atbtungr Achtung! Gr.Sendung Einmachgnrken, Stck. v.L) an, Salatgnrken, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Sauerkirschen eingettoifen. 04065 Berkaus Donnerstag früh auf dem Markt, am Eingang vom Botanischen Garten und im Laden Seltersweg 3 Televbon 2674 rrvmev-Svosch iiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiH