Nr. 112 Erstes Blatt 181. Jahrgang 8rettag. 15. Mai 1931 Lrlch etm täglich,anher Sonntags und Feiertag» Beilagen: vte IllustrieN» vtehener Familienblällei Heimat im Bild Dir Scholle Olonats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfennig für Träge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern Infolge höherer (Bemalt $ern|pred)an| geschmückten Lorbeerkranz vor dem schlichten und formenschönen Denkmal nieder. Die Garnison Warschau stiftete einen reich mit Blumen geschmückten Kranz, der von vier polnischen zur Feier erschienenen Offizieren niedergelegt wurde. Zeugnisverweigerung aus Angst vor der Berliner Unterwelt. Einer der bekanntesten und berüchtigtsten Koka i n s ch i e b e r Berlins, der Kaufmann S p u d i g, wurde eines Tages von der Kriminalpolizei im Friedrichskeller in der Friedrichstraße, einem bekannten Kokainlokal, fest genommen weil er verdächtig war, wieder lebhaft mit Kokain'gehandelt haben. Unter der Anklage des Vergehens gegen das Opiumgesetz stand nun Spudig vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte. Die Zeugen, alles Leute, die von Spudig nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Kokain gekauft hatten, wollten, als ihnen von der Kriminalpolizei die Photographie Spudigs vorgelegt wurde, diesen als denjenigen wieder erkennen, der mit Kokain gehandelt hatte. In der Verhandlung wollten mehrere Zeugen keinerlei Angaben machen, weil sie fürchteten, von den Unterwelt- und Ringvereinen bedroht zu werden, wenn sie Spudig belasteten und wahrscheinlich außerdem kein Kokpin mehr erhielten. Da sich die Zeugen an nichts mehr erinnerten, wurde Spudig mangels Beweises freigesprochen. Selbstmordversuch im Gerichtsfaal. Der Monteur Kaczmareck, der die 3frau deS Hegemeisters Winzler aus Dreieichen bet Buckow überfallen, niedergeschlagen und beraubt hatte, war vonl Schöffengericht in Fürstenwalde wegen schweren Raubes zufünfIahrenzweiMo- naten Zuchthaus verurteilt worden. Die Berufungsverhandlung vor der Großen Strafkammer in Frankfurt p. O. nahm einen unerwarteten Verlauf. Kaczmareck bekam schon während der Verhandlungen verschiedentlich Tobsuchtsanfälle. Rach dem Antrag des Staatsanwal- tes, der eine Erhöhung der Strafe auf acht Iahre zwei Monate Zuchthaus beantragt hatte, zog er plötzlich ein Messer hervor, xiß sich die Kleider auseinander und brachte sich, ehe man ihn daran hindern konnte, mehrer« tiefe Stiche in die Brust bei. Da nach Ansicht des Arztes die Verletzungen lebensgefährlich sind, wurden die Verhandlungen abgebrochen und Kaczmareck ins Krankenhaus eingeliefert. Lin Raubmörder zum Tode verurteilt. In Leitmeritz wurde der 27jährige Militärbeamte Warschilek, der mit seiner 21jährigen Frau des meuchlerischen Raubmordes a n g e f I a g t war, zum Tode, seine Frau zu neun Iahren schweren Kerkers verurteilt. Das Ehepaar hatte im Oktober 1930 die Verabredung getroffen, einen reichen Viehhändler zu ermorden und zu berauben. Am 10. Oktober gelang es der Frau, den 35jährigen Viehhändler Kreysa, dessen Bekanntschaft sie gesucht hatte, in die Wohnung zu locken. Warschilek tötete den Viehhändler durch Axthiebe, raubte seine Barschaft von 6000 Kronen, zerstückelte die Leiche mit Hilfe seiner Frau und warf die einzelnen Teile in die Elbe. Fälschungen von Voslwertzeichen In Polen. Die polnischen Sicherheitsbehörden sind in Lodz einer ungewöhnlichen Fälscheraffäre auf dis Spur gekommen. Seit einiger Zeit wurde nämlich in den Postämtern bemerkt, daß Briefe mit gefälschten Briefmarken versehen waren. Rach längeren Rachforschungen wurden in vier Papierläden gefälschte Briefmarken gefunden, die dort verkauft wurden. Im Zusammenhang damit wurden in Lodz vier Ladenbesitzer und 27 Personen, die sich mit dem Verkauf unö| Vertrieb gefälschter Briefmarken befaßten, verhaftet. Es wurde festgestellt, daß bis jetzt füe über eine Million Zloty gefälschter Driesmarkeltz in Umlauf gesetzt wurden. grod Todesopfer eines schrankenlosen Eisenbahn- Übergang». Ein Personenzug der Strecke Braunsberg — Mehlsa^ck (Ostpreußen) überfuhr bei einem Uebergang ohne Schranken den mit drei Personen besetzten Kraftwagen des Gutsbesitzers Schmidt. Der Kraftwagen wurde m i t g e s ch l e i f t und zertrümmert. Die Insassen des Wagens, Gutsbesitzer Schmidt und seine Ehefrau, wurden getötet, das Kind sehr s ch w e r v e r l e tz t. Der Wagenführer hat wahrscheinlich die Warnungssignale der Lokomotive überhört. Vier Kinder bei einer Fuchsjagd verunglückt. Bei einer Fuchsjagd verunglückten in Hamm i.W. vier Kinder so schtoer, daß zwei von ihnen das Augenlicht verloren. Die Kinder hatten in einem Fuchsbau mehrere mit Wasser und Karbid gefüllte Flaschen gelegt und als diese nicht explodieren sollten. Streichhölzer angezündet, um die Ursache des "versagens festzustellen. Dabei explodierten die Flaschen, und di« Kinder wurden durch den Luftdruck die Böschung hinuntergeschleudert, wo sie schwer verletzt liegen blieben. Explosion eine» Blindgänger«. In der Nähe von S o i s s o n s war am Montag eine Reihe südslawischer Arbeiter damit beschäftigt, ein seit dem Kriege brachliegendes Gelände, von Steinen zu befreien, um es für die Landwirtschaft wieder nutzbar zu machen. Bei der Arbeit stießen sie auf einen Blindgänger größeren Kalibers, der plötzlich explodierte. Drei Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, während vier andere zum Teil lebensgefährliche Verletzungen davontrugen. Aus der provinzialbaupistadt Dießen, den 15. Mai 1931. Vom Nasenbluten. Don Dr. med. Albrecht Ohlendorf. Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht in seinem Leben, besonders in der Jugend, Olafen- bluten gehabt hätte. Die häufigste Ursache ist ein Fall, ein Schlag auf die Olafe oder auch eine "Verletzung des Olafeninnem durch Kratzen mit dem Fingernagel. Und gerade bei Kindern kommt auch häufig Olafenbluten ohne erkennbar« inner« oder äußere Ursache vor. Das einfachste Verfahren zur Stillung des Olafenbluten« ist das Andrücken des Nasenflü- gels an die Olasenfcheidewand. Denn in weitaus der Mehrzahl der Fäll« stammt die Blutung aus einem kleinen Gefäß, das sich am Olafeneingang an der Olasenfcheidewand befindet. Durch das Oln- pressen des Nasenflügels wird es komprimiert, und die Blutung steht meist nach kurzer Zeit. Man kann auch etwas reine weiße Watte in das Nasenloch stopfen und dann gleichfalls den Ola- senflüget dagegen pressen. Hier besteht aber die Gefahr, daß später bei der Entfernung der Watte aus der Olafe das kaum geschloffene Gefäß wieder aufgerisfen wird und die Blutung von neuem beginnt. Oloch weniger empfehlenswert ist die Blutstillung mittels gelber Eifenchloridwatte. Denn hierbei wird die Schleimhaut geätzt und ^s können recht unangenehme Entzündungen entstehen. Zudem haftet diese Watte sehr fest, und Leim Loslosen wird die kaum verharschte Wunde häufig wieder geöffnet, um von neuem zu bluten. Danz verfehlt ist es, den Kops nach hinten zu legen; denn dann flieht das Blut in den Aachen und löst fast stets Würgen oder gar Erbrechen aus, wodurch die Blutung nur verstärkt wird. Selbstverständlich soll man den Kopf auch nicht allzu tief nach vorn über die Waschschüssel beugen Am besten ist es, den Hals frei zu machen, beengende Kleidung zu entfernen, den Kopf em wenig nach vorne zu neigen und eine Schale unter die Olafe zu halten. 3n fast 90 Prozent der Fälle wird man in kurzer Zeit der Blutung durch Anpresfen des Olasenflügels an di« Scheidewand Herr werden. Jedoch nicht immer ist das Olafenbluten eine harmlose Erscheinung; kann es doch ein Zeichen einer ernst hasten inneren Erkrankung sein. So gibt eS eine "Reihe von Infektionskrankheiten tote Typhus, Scharlach, Masern, Diphtherie, Lungenentzündung usw., als deren erstes Anzeichen nicht selten eine heftige Olafenblutung auftritt. Weiterhin ist es bekannt, daß bei Erkrankungen, die mit hohem Blutdruck einhergehen, häufig Blutungen aus der Olafe zu beobachten find; hierher gehören chronische Nierenentzündungen, Arterienverkalkung und sonstige Herz- und Gefäßleiden. Auch bei Blutkrankheiten stellen sich oftmals recht unangenehme Blutungen aus der Olaf« ein. Direkt bedrohlich« Formen können Olafenblu- tungen bei den sogenannten „Blutern" annehmen. Ferner kommen bei Gicht und Skorbut, bei Lebererlrankungen, bei "Vergiftungen mit Phosphor und Brom Blutungen aus der Olafe als Ausdruck einer schweren Erkrankung in Betracht. Weniger ernst zu nehmen ist das Auftreten von Olafenbluten bei Hochgebirgstouren und Flügen in verdünnter Lust. Hier ist das Olafenbluten eine Begleiterscheinung der bekannten „Höhenkrankheit", die mit Ohnmachtsanwandlungen und Atemnot einhergeht, wohl aber niemals lebensbedrohlich wird. Ebenso wie bei Menschen mit hohem Blutdruck das Olafenbluten als Ersah für einen notwendigen Aderlaß anzufehen ist, bringt bei vollblütigen, sonst ganz gesunden Menschen das Olafenbluten oftmals Linderung heftiger Kopfschmerzen. "Wenn es nicht gelingt, mit einfachen Mitteln die Blutung aus der Olafe zum Stehen zu bringen, so muß der Arzt gerufen werden. Änd gleichfalls soll man ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn Olafenbluten ohne erkennbare äußere Ursache auftritt. Denn hier kann eine Grundkrankheit vorliegen, die sofort ärztlicher Behandlung bedarf. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Historische Fachschaft der Landesuniversität: Vortrag von Professor Dr. Fr. T a e g e r über „Rom in der Revolutionsperiode", 20 Uhr, Hörsaal 44 des Dorlesungsgebäudes der Universität. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Bektelstudent"., — Astoria- Lichtspiele: „Die Wüstenpatrouille". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute bleibt das Theater geschlossen. — Sonntag, 17. Mai, 18.30 Uhr zu ermäßigten Preisen als Fremdenvorstellung das historische Schauspiel „Haus Rothschild" von Hans Sahmann, Spielleitung Intendant Dr. Prafch. Diese Ausführung ist zugleich das vorletzte Gastspiel von Auguste Prafch-Drevenberg. — In Vorbereitung die Operette „Die schone Galathee" von Suppe und „Brüderlein fein", ein Alt-Wiener Singspiel von Leo Fall. Die Spielleitung dieser beiden Operetten hat Heinrich Hub. musikalische Leitung Kapellmeister Cujö. Die Operetten werden mit eigenem Ensemble und Gästen gegeben. — Volkshochschule. Der zweite pflanzen- kundliche Ausflug findet am Sonntag, 17. Mai, in den Stadtwald statt. Näheres siehe heutige Anzeige. * " Der Ausflugsverkehr am Himmelfahrtstage war bei dem schonen Mai- Wetter sehr stark. Wenn auch am zeitigen vormittag «ine starke Regenwolke ein kurzes Gastspiel gab, so war doch die Wetterlage im weiteren verlause des Tages sehr günstig und brachte namentlich am Rachmittag ausgesprochenes Schönwetter. Auf der Reichsbahn und den Kraftpostlinien herrschte reger Betrieb, ferner pilgerten zu Fuß, oder mit dey» Fahrrad Tausende hinaus in die herrliche maigrüne Natur. Nach den bisher vorliegenden Mitteilungen ist "der Verkehr allenthalben glatt und ohne Unfall verlausen. Den Ausslugsgastwirten dürfte der gestrige Geschäftstag sehr willkommen gewesen fein. Universitäts-Gottesdienst. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mit.geteilt: Am Sonntag, 17. Mai, 11,15 Uhr findet in der Neuen Aula ein Universitäts- Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor Dr. Cordier. •* Anerkennung der Ersatzreifeprüfung für das landwirtschaftliche Studium in Hessen. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Gemäß einer Verfügung des Hessischen Kultusministeriums berechtigt die in Preußen und anderen Ländern eingesührte Ersahreiseprüfung auch in Hessen zur Ablegung der landwirtschaftlichen Divlomprüfung. ♦* Stein-Gedenkfeiern in den Schulen. Das hessische Ministerium für Kultus and Bildungswesen hat folgende Okrfügung an die Schulleitungen gerichtet: Am 29. Juni 1931 sind seit dem Tode des Freiherrn vom Stein 100 Jahre vergangen. In allen Schulen soll an diesem Tage eine Schulfeier stattfinden, in der die Persönlichkeit des hervorragenden Mannes gewürdigt und seine geschichtliche und Gegenwartsbedeutung im Sinne der Erziehung zum Staat hervorgehoben wird. Der Unterricht fällt . an diesem Tage aus. *• Das Maienblasen erfolgte am Mittwochabend zum ersten Ollale vom Turme der Stadtkirche aus. Damit wurde den Bewohnern der inneren Stadt eine dankbar begrüßte Freude bereitet, wie man aus den zahlreichen mit Zuhörern besetzten Wvhnungssenstern der anliegenden Strahenzüge entnehmen konnte. In unmittelbarer Nähe der Stadtkirche hatte sich ferner die übliche große Zuhörerschaft eingefunden. Es dürfte sicherlich begrüßt werden, wenn auch weiterhin der Turm der Stadtkirche als Stätte dieser Olbenb- konzerte mit vorgesehen wird. Das Maieriblasen am morgigen Samstag um 19 Uhr findet wieder vom Turme der Iohanneskirch« aus statt. Es werden dort zu Gehör gebracht: 1. O Gott, du frommer Gott; 2. Abschied vom Walde (O Täler weit, o Höhen), von Mendelssohn - Bartholdy; 3. Am Brunnen vor dem Tore, von F. Schubert 1797 bis 1828. ** Das Fest der goldenen Hochzeit^ gehen morgen in geistiger und körperlicher Frische der Werkmeister i. R. Friedrich S ch n i e r I < unb Ehefrau Friederike geb. Steitz, Liebigstraße 41 wohnhaft. Das Jubelpaar wohnt auch bereits über 40 Jahre in der vorgenannten Wohnung. Der Jubilar, der aus Offenbach a. M stammt, war früher lange Jahre als Werkmeister bei der Firma Hey- ligenftaebt & Co. tätig. Oie Wetterlage. mgo- 5Z löst: ydlSffortf •tc<. s d«fr "U ___Kinl 5= — oursrfi tu* >*b O , jTV 44 O tfu <5 _ i Jl o w (3 Uten ' QwoiKtnios. Q neuer. önart> ptdcctt ® womg. O oevtewi »teefltifc V Schnee A Graupeln, s MePel K 0cwitftr.(g)WindStiHe.«O^ seh» «itnter O$i jS nissiger Südsüdwest s * M» Gersten Ak in M Stic SMufmn _tu ^idter7nu 6t di h&"k6il «"k »ol ff» w tonn Sommer ■■ KOMPLETS KLEIDER MÄNTEL BLUSEN Für die Bowle empfehle ich preiswerte Weine Ibslschaomweine prima Apfelwein per Liter 62 Pf. Heinrich Driesch Seltersweg 70. I. Bataillon, 15. Infanterie-Rgt, 3380 D 3387 A Seltersweg 52 ZuPfingsten neue Schuhe in großer Auswahl sehrpreiswert Gießen, den 13. Mal 1931. Schmücker 3398 A RASSOL 3^00 D Gießen, den 14. Mal 1931. 3402 D Giadi. Gas- u. 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Entscheidungskämpfe am15.u.16.Mai1931,14.30 Uhr SportlicheWettkämpfe u. militärsportliche Vorführungen verbunden mit den Dlvisions - Ausscheidungskampfen für die Heeresmeisterschaften 1931 Heute morgen gegen 6 Uhr entschlief sanft im 88. Lebensjahre meine liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Elise Hofmann, geb.Wä^ner Pfarrerswitwe. Patentierte Neuheit für dieLandwirischast wird für hiesigen Bezirk sertösen oerkaussgewandlen Herren z. Alleinverkauf übergeben. Kavual für Auslieferungslager erforderlich. Ernstliche Interessenten belieben zu schreiben an [3382U Postfach 189 Aschaffenburg a. M. Auskünfte inRechlv-, Straf',Faintl.-Ange- legenbetten, Gesuche, Verträge, Beobachtungen. Ueberwachg. und Ermittlungen preiSw., streng dtskr. u. an all. Orten ert. ii. erledigt Detektiv- Bnrean-n. 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Der Voranschlag der Gemeinde Steinbach Rj. 1931 liegt vom lö.TNai 1.3. ab eine Woche lang auf hiesiger Bürger- meisterei zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Frist vorgebracht werden. 3395D Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch Ausmärker beizutragen haben. Steinbach, am 15. Mai 1931. Hessische Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. Kaafgewuche Suche Haus in der Nähe der Universität mit be- ziehvarers-Zimmer- Wohnuna gegen Barzahlung zu kauf. Besitzcrofferten u. 02881 an d. Gss. Anz. Gut erhaltener 0onMen zu kaufen gesucht. Schristl. Angeb. unt. 3388V a.d.Giess.Anz. Vertreter aus der Genussmitielbranche bei Cafss, Restaurants, Hotels, Pensionen. Kantinen, Ausflugslokal., Sportklubs ulw. bestens eingesübrt, zur Mtinahme eines bereits anderenorts gut einge- sührien, geschützten Markenarttkels für den Bezirk Oberhessen geg. Provision gesucht. Nur bewährte Streite buten sich oorzustellen Hotel Schütz, zwrsch. 10—1 Uhr, Montag, 18. 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Schwanenweiß, die Gute, Reine, kindlich und herzlich Liebende, wird von der bösen Stiefmutter bis aufs Blut gequält: ihre Verbindung mit dem sanften Freierprinzen immer wieder vereitelt und zerstört. Diese Stiefmutter hat aber nichts von der Dämonie einer unholden Fee oder eines märchenhaften Elementargeistes, sondern die peinliche Realität einer keifenden Megäre: und nachdem sie mit dürren Worten die Geschichte ihrer ..Schwanenweiß" ist für die Schauspielerin Harriet Bosse geschrteben worden, Strindbergs dritte Gemahlin, von der er ebenfalls später geschieden wurde. Den Eindruck dieses Märchenspieles hat ein Kritiker mit den Worten zusammengefaht: „Ein erwachsener Mann im Kinderkleidchen: so wirkt das Ganze." » Bedeutsamer scheint uns der grundlegende Lin- terschied zwischen dem, was wir uns unter einem Märchen vorzustellen pllegen, und dem, was sich hier vor unseren Augen auf der Bühne begibt. Auch bei uns ist das Märchen grausam, wird die Llnschuld und Reinheit von bösen Geistern verfolgt und gequält: aber immer löst sich doch am Ende der Alpdruck in der beglückenden Gewißheit: es ist ja alles nicht wahr. Bei Strindberg bleibt die Llnwirklichkeit des Märchens bis in die letzte Szene hinein fragwürdig, weil in alle Illusion immer wieder die kleine und schäbige Alltagsmisere seines eigenen Lebens hineinspukt. Was aber im „Inferno" oder im „Scheiterhaufen" erschütternd und aufwühlend wirkt, erscheint hier nur trüb, peinlich und ernüchternd. Die //Vereinigten Staaten von Aordeuwpa" Zusammenarbeit der skandinavischen Reiche. Don unserem ständigen Dr. ?.-Q.-Berichterstatter. von Dr. Karl Böhm hatte Earl-Maria Z w i h l e r die musikalische Leitung übernommen: nach anfänglichen Schwankungen im ersten Akt erfüllte er Me Partitur mit starkem Temperament bei differenzierender Beherrschtheit. Besonders verdienen die Tänze (Hans Macke) im letzten Akt hervorgehoben zu werden. Das war kein Ballett alter Schule, es war ein Durchgestalten des Musikalischen im modernen tänzerischen Sinne durch plastische Körpergebärde und Gießener Stadttheater. Lpcrngastlpicl: „Carmen". — August Ltrindberg: „Schwanenweitz". I. Als die Oper „Carmen" acht Iahre nach der Uraufführung (1875) in Paris toieber Fuß fassen wollte, versuchte man sie den Parisern dadurch schmackhaft zu machen, daß man dem Zigeunermilieu einen Zug ins Sn^mhaste, Elegante verlieh. Zwar vermochte sich das Wer! so in Paris durchzusetzen (was ihm bet der Uraufführung nicht gelungen war): aber dre folgende Zeit löste sich doch wieder von dieser „Verfeinerung" und stellte die Umwelt des Zigeuner» mms in voller Farbigkeit und Raturnahe wieder her und gab der Musik D i z e t s den Urgrund wieder, aus dem sie entwachsen tour. Die Inszenierung durch die Darmstädter (Earl Ebert) verlegt die Handlung in das heutige Spanien und versucht so durch die Bindung mit der Jetztzeit die Auswirkung des Werkes zu verstärken, oder doch mindestens eine vic.gespielte Repertoireoper in neuem Lichte erscheinen zu lassen. Das Libretto knüpft an die „Carmen - Rovelle von Prosper Merimee an und behält deren farbenprächtige Umwelt bei. Ein Verlegen der Handlung in die Gegenwart setzt sich über die historische Treue hinweg: denn die nwderne Zeit hat die Rativnaltrachten zum großen Teil aufgegeben. Die Trachten stehen aber m engster Beziehung zum Rationalcharakter: ihr Verlassen bedeutet ein Verlieren von persönlichen individuellen Werten und kmne einer gleichmäßigen Uniformierung der Menschheit durch die Mode gleich. Verlangt nicht aber gerade die Oper die alte Farbenprächtigkeit: liegt darin nicht gerade ihr besonderer Reiz, daß sie mit ihrer Handlung und ihrer Musik an das historisch gegebene Milieu gebunden ist? Die Reuinszenierung führt aber mit dem Wechsel des äußeren Gewandes zugleich eine Annäherung an die geistige Haltung der Gegenwart durch. Die einzelnen Typen erscheinen stark vvn den Idealen des Massenbewußtseins beeinflußt. Das ließen die Volksszenen namentlich im ersten Akt erkennen. Das zeigte sich auch in der Auffassung einzelner Rollen. Wenn Friedrich Riehsche in der Carmen „die in die Ratur zurückversetzte Liebe" bewundert, die sich als „Fatum, als Fatalität, zynisch, unschuldig, grausam — und eben darin als Ratur" gibt, so erblickt er in ihr den Inbegriff der Liebesgewalt, den Weibsteufel, der sich eben nur auf dem Raturgrunde entfalten kann. Jede Versetzung in eine andere Sphäre wird auch dem Carmencharak» ter eine andere Wendung geben. Anita M i t r o - vic betonte die Kokette. Berechnende, Raffinierte: sie konnte voller Hohn, Ironie. Zynismus im Bewußtsein ihrer persönlichen Ueberlegenheit fein; aber eins konnte sie nicht glaubhaft machen, das (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Stockholm, Mai 1931. 3n regelmäßigen Zwischenräumen veranstaltet die große Organisation „Horben in einer der skandinaschen Hauptstädte Tagungen, auf denen Fragen der nordischen Zusammenarbeit erörtert werden. Hervorragende Staatsleute und Kulturpersönlichkeiten aus den Rordländern halten zündende Ansprachen und der Zuhörer muß den Eindruck erhalten, daß alle Unstimmigkeiten zwischen den skandinavischen Ländern beseitigt und eine neue Epoche des Skandina- v i s m u s angebrochen ist. Ueber das Ausmaß der erstrebten Zusammenarbeit gehen die Ansichten auseinander. Geistige Annäherung, kultureller Austausch und Ueber» Windung der Sprachgrenzen bilden das erste Darüber hinaus sehen sich einige Gruppen für wirtschaftliche Zusammenarbeit, für Erneuerung der Münzunion und Errichtungeiner skandinavischen Zollunion ein. Von dem eigentlichen Ziel des Skandinavismus. einer politischen Verschmelzung der Rorblander. wird im Ernst kaum mehr gesprochen und im allgemeinen deshalb auch das Wort Skandina- visrnus vermieden und durch „nordische Zusammenarbeit" erseht. Gerade in diesen Tagen ist die Frage der nordischen Einheit ober wenigstens Einigkeit wieder einmal aktuell. Diesmal jedoch nicht am Konferenztisch, sondern in der rauhen Wirklichkeit. Der Gegensatz zwischen Dänemark und der mit ihm durch Personalunion verbundenen Insel Island hat sich von Jahr zu Jahr verschärft und es kann nur noch eine Frage der nächsten Zeit sein, wann di? letzten Bande endgültig zerreißen. Auch die Inselgruppe der Färöer drängt nach Selbständigkeit, und im besonderen die Frage der eigenen Rationalflagge hat mehrmals zu Zusammenstößen mit den dänischen De- Hörden geführt. _ Aber auch im Verhältnis der großen skandinavischen Länder zueinander — zu denen neuerdings. seitdem es sich vom russischen Ioch befreite, auch Finnland gerechnet wird — fehlt cs keineswegs an Reibungsflächen. Das Schu^ beispiel ist die G r ö n l a n d f r a g e . die sich immer wieder als trennender Keil zwischen Dänemark und Rorwegen schiebt. Ror- wegen hält daran fest, baß Grönland norwegischer Besitz war und bei der Auflösung der dänisch-norwegischen Union widerrechtlich von Dänemark behalten wurde, ebenso wie Island und die Färöer. Auch die letzten Versuche, eine Einigung zu erzielen, sind gestrandet, und allem Anschein nach wird der Streitfall einem internationalen Schiedsgericht vorgelegt werden. Das dänisch-norwegische Verhältnis wird außerdem mittelbar getrübt durch den norwegi- s ch e n Sp r a ch k a m p f. Die norwegische Schriftsprache ist bis vor wenigen Iahrzehnten das Riksmal" gewesen, das sich eigentlich nur durch die Aussprache und Schreibweise vom Dä- nischen unterscheidet. In der fast ein halbes Jahrtausend langen dänisch-nor w e g r s ch e n Union war die Sprache der dänischen Beamten, der Pfarrer und der Lehrer allmählich für den Hauptteil der Bevölkerung zur Muttersprache geworden, deren fremder Kern den meisteii gar nicht mehr zum Bewußtsein kam. Daneben hatten sich jedoch auf dem flachen Lande die alten nationalnorwegischen Dialekte erhalten, aus denen in der Mitte des vorigen Iahrhunderts Ivar Aasen das „L a n d s m a l" schuf, die norwegi» sche Sprache. Das Riksmal und Landsmai sind jetzt gleichberechtigt: die Gesetze und Verordnungen werden in beiden Sprachen erlassen und in den Schulen beide Sprachen gelehrt. Die llm- taufe norwegischer Städtenamen — Kristiania zu Oslo und Trondhjem zu Ridaros — sowie viele andere Vorgänge der letzten Zeit beweisen, daß die nationalnorwegische Sprache immer mehr an Boden gewinnt und das aus Dänemark importierte Riksmal verdrängt. Wenn es sich auch um eine innernorwegische Frage handelt, ist sie naturgemäß nicht dazu angetan, in Dänemark Freude zu erwecken und im Sinne der nordischen Zusammenarbeit zu wirken. Obwohl noch kein Menschenalter darüber vergangen ist. seitdem Rorwegen die schwedischnorwegische Union auflöste und den schwedischen König „außer Funktion" setzte, hat sich das Verhältnis der beiden eigentlichen skandinavischen Länder in den letzten Iahren doch sehr gut entwickelt. Im besonderen hat die dynastische Verbindung der beiden Königshäuser — durch die Ehe des norwegischen Kronprinzen mit einer Richte des schwedischen Königs — dazu beigetragen, daß das Kriegsbeil begraben wurde. Hatte doch 1905 eigentlich nur die Besonnenheit des schwedischen Königs Oskar einen Bruderkrieg verhindert. Zwischen Schweden und Finnland liegen die Alanbsinseln. die 1918 bei der Aufnahme des neuen Vetters in die skandinavische Familie nicht nur die schwedische Begeisterung erheblich dämpften, sondern zu offenen Gegensätzen führten. Obschon die schwedischsprachige Bevölkerung der Alandsinseln nicht Schweden zugesprochen wurde, sondern als kulturell autonomer Bestandteil im finnischen Staatsverband verblieb, hat die Schicksalsverbundenheit der beiden Ostseeländer die Unstimmigkeiten überwunden. Für Schweden ist Finnland der wertvolle und notwendige Puffer st aat gegenüber Sowjetrußland. wie umgekehrt das Tausendseenland im Bedarfsfälle auf d i e Hilfe Schwedens angewiesen ist. Aus diesem Grunde gilt die Alandsfrage jetzt als inaktuell, unb. nach Möglichkeit wird auch in Presse und Öffentlichkeit die schwedische Minoritätsfrage im eigentlichen Finnland rücksichtsvoll umgangen. Da jedoch die — etwa 11 Prozent der Bevölkerung umfassende — schwedische Minorität früher die führende Oberschicht des Landes darstellte und sich seit dem Verlust dieser Stellung ungerecht zurückgesetzt fühlt, verhindert das Minderheitsproblem, das naturgemäß auch auf das schwedische Mutterland herüberstrahlt, doch die Anbahnung echter Herzlichkeit zwischen den beiden Ostseestaaten. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet ist die nordische Einheit noch nicht allzu weit gediehen. Vor einigen Monaten haben zwar Schweden, Rorwegen und Dänemark zusammen mit Holland und Belgien in Oslo einen Vertrag unterzeichnet, der zuweilen als Zollunion bezeichnet worden ist. In Wirklichkeit besagt er Dämonische im Weibe, dem die Männer verfallen. Vielleicht mag das im Klang ihrer Stimme mit begründet sein, dem das von innerer Glut Zeugende, das Dämonisch-Verführerische, Faszinierende fehlt. Iene Wandlung vom koketten Spiel mit dem Manne bis zur echten wahren Liebe zu Escamillo wußte sie packend zu gestalten: aber noch viel stärker hätte sie jenen Fatalismus unterstreichen können, mit dem sie dem Tode entgegen» geht. (Darin benifjt die Tragik ihrer Gestalt, daß sie, geadelt durch die Menschlichkeit und Wärme, die ihr Iose entgegenbringt, zu echter Liebe ent» flammt^kurz vor ihrem sicher bevorstehenden Lln» tergang; unb baß sie ba einem Menschen verfällt, der sicher dem Don Iose an inneren Werten nicht gleich kommt.) Gesanglich lieh sie ihre Verlockungs- tonfte in allen Stabien unb mit allen Mitteln spielen, jedoch blieb ihr das heldische Ausmaß versagt. In Don Iose (Johannes Schocke) trat ihr ein Partner entgegen, erfüllt mit wahrem Gefühl unb menschlicher Wärme, der jenen schicksals- haften Kampf zwischen Pflicht und Reigung stark erleben lieh. 3m ersten Akt erklang sein Organ spröde unb vermochte nicht bie melodische Linie in voller Weite zu spannen: im zweiten Akt dagegen wuchs er in der „Blumenarie" zu beachtlichem Format: einen erschütternden Höhepunkt gab er in der Schlußszene. — Micaela (Anny v. Stvsch) erscheint als Vertreter der Mutter Don Ioses und wird so zur Trägerin und Hüterin sittlicher Rormen im Gegensatz zu ©armen. Sie soll ein schlichtes Raturkind vom Lande sein; um so sonderbarer mochte es erscheinen, als sie hier im städtischen Straßenklied Don Iose nicht nur in der Stadt, sondern auch in demselben Kostüm in der Schlucht heimsuchte. Ihre Stimme klang stellenweise matt und erwies nicht jene Tragkraft, die in der Kantilene erforderlich ist; beachtlich aber war sie in der Wiedersehensszene mit Iose in der Schlucht. — Dem Escamillo (Albert Lohmann) waren gewisse Züge zu eigen, die stark auf den heutigen Typus des Athleten quasi Boxer hinwiesen. Zwar soll Escamillo großsprecherisch fein; es darf ihm aber ein gewisser Zug von Ritterlichkeit, Grandezza nicht fehlen. Das Auftrittslieb zeigt ihn in seinem Element mit der massigen Fülle seiner Stimme: im Duett mit Carmen (vierter Akt) vermißte man die lyrische Wärme. Das Schmuggler-Quintett im zweiten Akt (Hans R e y. Eugen Vogt, Maria Kienzl, Martha Liebel) war trefflich charakterisiert. Dem Zuniga verlieh Theo Herrmann charakteristische Züge: den Sergeanten Morales verkörperte Bernhard Heyer. Dem Chor ist in der Oper breiter Raum gewährt; man hatte nicht gespart, und sv wirkten sich die starken Tonakzente mit besonderer Klangfülle und Klangschönheit aus. Das Orchester ließ die Musik in charakteristischer Farbe unb akzentuierter Rhythmik erklingen; bie Bläser fielen auch diesmal wieder hervorragend auf zumal der Holz» körper im Vorspiel des dritten Aktes. An Stelle jedoch nur, dah bie Llnterzeichner keine Zoll- erhöhungen vornehmen dürfen, ohne sich zuvor gegenteilig darüber zu verständigen. Zwecks Wiedererrichtung der skandinavischen Münz- union sind eine ganze Reche von Konferenzen abgehalten worden, die jedoch keinen Schritt weitergeführt haben. Schweden, das sich in den Kriegs- und Rachkriegsjcchren zu einer wirtschaftlichen Großmacht entwickelt hat, lehnt finanzielle Bindungen mit den beiden Nachbarländern. bie weniger gut über bie Krisenjahre weggekommen sind, höflich, aber entschieden ab; auf jeden Fall wollen sich bie führenben Dank« unb Wirtschaftskreise auf keinerlei Experimente einlassen. Die Rordländer bilben das benfbar beste Beispiel für bie Realität bes Paneuropagebilbes. In Rasse. Sprache unb Wesen, in Kultur. Le- bensstanbard unb beinahe jeber Beziehung stehen sich Schweben. Rorwegen unb Dänemark so nahe, wie es überhaupt möglich ist — wenn man von bem Verhältnis Oesterreichs zum Reich absieht, bas jeboch auch in Skanbinavien eigentlich stets als Teil bes beutschen Volkskörpers angesehen worden ist. Trohbem erscheint eine Aufgabe der politischen Selbstänbigkeit in jebem der Länber, bie zusammen kaum 12 Millionen Einwohner zählen, vollkommen unmöglich. Im Laufe ber Geschichte sind aus bem Einheitsstaat der Kalmarer Union vom Iahre 1397 nach unb nach immer mehr selbstänbige Reiche entftanben unb aller Wahrscheinlichkeit nach wird sich bie Zahl • schon in Kürze toieber vergrößern. Geistig werden sich, je mehr bie Völker burch bie Vervollkommnung der Verkehrsmittel aneinander heranrücken, neue Brücken schlagen lassen. Bis zu ben „Vereinigten Staaten von Rvrbeuropa" jedoch ist der Weg ebenso weit und unauffinbbar wie bis nach Paneuropa ober nach Atlantis. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15.Mai 1931. Äeisehung von Exz Klingelhöffer. Am Mittwochnachmittag fand auf bem Alten Friedhof in schlichter Weise die feierliche Beisetzung ber sterblichen Hülle bes ®e- neralleutnants a. D. Exzellenz Klingelhöffer statt. In ber Kapelle wohnte eine stattliche Trauergemeinbe, barunter auch ber Kommandeur unb eine Anzahl Offiziere sowie bie 2. Kompanie unseres Bataillons als Trabitionskompanie bes früheren Inf.-Regts. 116, ber Trauerfeier bei. Nach Choralmusik ber Pataillonskapelle schilberte Pfarrer A u s f e 1 d in seiner Trauerrede die vortrefflichen Eigenschaften des Entschlafenen, wobei er besonders dessen treue Pflichterfüllung, seine unverbrüchliche Treue zu Kaiser und Reich, sein vorbildliches Soldatentum und seinen glühenden Patriotismus hervorhob. Bei der Lieberführung der Leiche von der Kapelle zur letzten Ruhestätte geleiteten auch die Bataillons!apelle und die 2. Kompanie als Traditionskompanie den Sarg zur Gruft. Rach der kirchlichen Handlung bes Geistlichen am Grabe widmete General a. D. Mohr namens der Offiziere des früheren Regiments 116 und der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Offizier-Dunbes dem verewigten Kameraden unter warmer Würdigung seines Wirkens und Strebens einen herzlichen Rachruf. Für den Gießener Verein ehemaliger 116er und für den 116er Verband sprach Herr Beil herzliche Abschiedsworte. Hierauf legten Oberstleutnant Klepke als Kommandeur unseres Bataillons namens des Offizierkorps und Hauptmann Scheuerpflug als II. Wir haben hier schon sehr lange keinen Strindberg mehr gehabt. Ieht gibt man einen — in einer einzigen Aufführung! —, der höchst unbedeutend und stark überaltert ist und den immerhin beträchtlichen Aufwand der Inszenierung kaum rechtferttgt. Es erhebt sich die Frage, ob kein anderes, wertvolleres, erfreulicheres, für den Dichter entschiedener und minder zweideutig zeugendes Werk gefunden werden konnte; man hat bei Strindberg doch wahrhafttg die Auswahl. (Zu empfehlen für spätere Fälle: „Rausch", „Totentanz" — bei entsprechender Besetzung —, „Die Kronbraut', „Erich XIV.", „Karl XU“, „Abu Casems Pantoffeln".) oieuag, 15. Mai I95( Chef der 2. Kompanie (Traditionskompanie der 116er) Kränze nieder, während die Kapelle den ersten Vers des Liedes vom guten Kameraden spielte. Im Ramen der ehemaligen 17er Infanteristen — der Verstorbene war bekanntlich Major und Oberstleutnant im Inf.-Regt. 17 — brachte Herr Schäfer von hier dem Heimgegangenen den letzten Gruß bar. Sodann sprach ein Mitglied der Familie Klingelhöffer herzliche Worte des Abschieds von bem Familienmitglied. An bet letzten Ruhestätte des verdienten alten Soldaten wurden eine Anzahl Kränze niedergelegt. Sanitätskolonnen - Hebung. Die Freiwilligen Sanitätskolvnnen vom Roten Kreuz in Gießen und in Leihgestern unternahmen am Sonntagvorrnittag einen gemeinsamen äebungsmarsch, der mit einer Alarm- Übung beider Kolonnen in ber Rähe bes Schiffenbergs öerbunben war. Iede Kolonne marschierte von ihrem Stanbort aus in ber Richtung Schisfenberg nach Hausen. Der Llebung lag bie Annahme zugrunbe, bah die Kolonnen unterwegs auf ihrem Marsche bie Meldung von einem größeren Verkehrsunfall erhalten hätten, nach der bie Kolonne Gießen vom Forsthaus aus, bie Kolonne Leihgestern von Watzenborn aus zur schnellen Hilfe an die Llnfalllstplle eilen sollten. Als Unfall war angenommen, daß an ber Straßenkreuzung Gießen—Hausen—Schiffenberg und Watzenborn ein nach Hausen fahrender vollbesetzter Postautobus von dem Autobus Schiffenberg—Gipsten infolge Versagens der Bremse seitlich gerammt und umgeworfen wurde, wobei mehrere Personen leichte und schwere Verletzungen davontrugen. Der Führer ber Kolonne Gießen sollte sofort vom Forstgarten aus bie beiden Sanitätsautos an bie Llnfallstelle rufen lassen, bie beiben Kolonnen hatten bie Aufgabe, bis zum Eintreffen ber Sanitätsautos bie Ver- wunbeten zu versorgen unb bis zum Abtransport zu pflegen. Als bie Melbung nach biefem unseligen Iugendliebr erzählt hat, kann man sich des Gefühls nicht erwehren, daß sie an einer Affektwunde leidet und am besten in einem nach Freudschen Methoden neuzeitlich geleiteten Sanatorium unter gebracht würde. Damr hätte die Quälerei schnell ein Ende. * Lind ber ganze, groteske Spuk im Iugendstil wäre verflogen. Dieser überdeutliche, längst unerträglich gewordene Symbolismus mit Blumen und Vögeln, Zauberspiegel und Zaubermuschel, wechselndes Licht, wechselnde Farben und Geräusche —: diese umständlich und raffiniert in Betrieb gesetzte Apparatur der Gespenstersonaten- bühne würde weseirlos. Sehr spät, zu spät, fast überraschend im letzten Akt das christlich-fromme Bekenntnis zur Macht der alles überwindenden Liebe und des bergeversetzenden Glaubens, welcher der jungen Schwanenweih den- toten Geliebten wieder zum Leben erweckt. Ein schwaches Stück also, von Bäuerle mit sichtlichem Bemühen in Szene gesetzt, vor Ausbauten in einem gemäßigt konstruktivistischen Stil, in einer darstellerischen Gesamthaltung, die stellenweise wie ein Rachklang des fernen Expressionismus anmutete. Die De.orationen hatte Löffler entworfen; Keim sorgte für den komplizierten Deleuchtungswechsel; Kapellmeister Cuje dirigierte die Begleitung. (Cs gibt zwei schwedische Bühnenmusiken zu „Schwanenweiß : von Sibelius, Suite in sieben Sähen, und vvn Peterson-Berger.) Schwanenweiß wurde von Elisabeth W i e 1 a n - der gespielt: eine Rolle, bie ihren darstellerischen Gaben sehr entgegenzukommen scheint, und die sie in allen Ausbrucksnuancen und ilebergän* gen durch brei Akte hindurch überzeugend beherrscht: eine liebliche Prinzessin mit schönem langen Blondhaar, Dornröschen und Aschenputtel zugleich mit skandinavischen Akzenten. . Bruck war der Freier: ein sanfter, ein wenig melancholischer Märchenprinz aus Hamlets Bezirken, ganz in Schwarz. Maria Koch hatte die wenig bankbare Aufgabe, mit schneidender Schärfe die von Haß geladenen Tiraden der (Stiefmutter zu sprechen; ihr ist es zu bauten, dah sie die oben gekennzeichnete Figur immerhin vor dem Absinken in eine unfreiwillige Parodistik glücklich bewahrte. Auguste Prasch-Grevenberg und Luise Schubert-Iüngling hatten sich mit Hingabe für die mehr pantomimisch als sprachlich ausdrucksfähigen Mutterrollen eingesetzt. Bäuerle (der Herzog): Agathe Walther- Lederer (sehr bemüht um die kleine Rolle ber Signe); Schelcher (der König); Hub (ber Gärtner). — Das Publikum schien auffallend unruhig. Ein matter unb wenig befriedigender Ausklang bep Schauspiel-Saison. hth. Oer neue Intendant der Städtischen Oper in Berlin. Professor Carl Ebert, ber bisherige General» intenbant bes Hessischen Lanbestheaters in Darm- ft a b t, würbe wie bereits gcmelbet, vom Aufsichtsrat ber Stäbtifchen Oper in Berlin zum Inten- bauten gewählt. Seine Amtszeit beginnt im Herbst biefes Jahres unb läuft auf brei Iahre. LIebungsplan auf der Sanitätswache in Gießen eintraf, befand sich ein Sanitätsauto gerade auf einS? Fahrt nach auswärts. Das zweite Auto wurde sofort mit dem nötigsten Material für Vroß-älnfälle versehen und fuhr kurze Zeit nach dem Alarm mit dem Kolvnnenarzt Dr. Gros, dem Kolonnenführer Kratz und dem Zugführer Kraushaar nach der Unfall ft die ab. Bei dem Eintreffen des Wagens mit den Führern befanden sich beide Kolonnen bereits in voller Tätigkeit zur Versorgung der angenommenen Verletzten. Fast zu gleicher Zeit traf auch der Kolonnenarzt der Kolonne Leihgestern, Dr. med. Speck aus Großen-Linden, ein. Beide Kolonnenärzte besichtig en die von den Sanitätsleuten angelegten Verbände und sprachen ihre vollste Zufriedenheit über die Leistungen der Führer und Mannschaften aus. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Notwendigkeit der Veranstaltung derartiger! Hebungen zur Erhaltung der Schlagfertigkeit der Kolonnen für Ernstfälle. Die älebung wurde von dem Kolonnenführer-Stellvertreter Luch aus Gießen geleitet. Säten für Freitag, 15 Mai. Sonnenaufgang 4.37 Uhr, Sonnenuntergang 20.07 Uhr. — Mondaufgang 3.37 Uhr, Monduntergang 17.53 Uhr. 1773: der österreichische Staatsmann Fürst von Metternich in Koblenz geboren; — 1859: der Entdecker des Radiums, der Physiker Pierre Curie in Paris geboren; — 1862: der Dramatiker Artur Schnitzler in Wien geboren. Taten für Samstag, 16. Mai. Sonnenaufgang 4.35 Uhr, Sonnenuntergang 20.08 Uhr. — Mondaufgang 3.50 Uhr, Monduntergang 19.09 Uhr. 1788: der Dichter Friedrich Rückert in Schweinfurt geboren. •• Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Samstag, den 16. d. M., 8.30 Llhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Pro- vinzialausschusses der Provinz Ob:rhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Dezirks- fürsorgeverbandes der Stadt Offenbach a. M. gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg wegen Durchführung der Fürsorge für Paul August Karl K l e n f aus Dortmund. 2. Antrag der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. auf Enteignung von Gelände zur Erweiterung des Bahnhofs Wölfersheim-Södel. 3. Klage des De- zirksfürsorgeverbandes der Stadt Gießen gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreises Gießen auf Erstattung von Pflegekosten für Margarethe Brück aus Daubringen. 4. Verkündung des Urteils in Sachen: Dienststrafverfahrens gegen den Stadtbaumeister Scherrer zu Butzbach. ** Zeitweilige Sperre der Straße „Am Kugelberg". Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Am nächsten Sonntag in der Zeit von 15 bis 17 älhr wird die Straße „Am Kugelberg" aus Anlaß des Sportfestes des I.Datl. Inf.-Regt. 15 für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art polizeilich gesperrt. Den Anweisungen der Pvlizeibearnten ist unbedingt Folge zu leisten. •* EinführungvonErkennungsrnar- k en für die Hess ische K r i m in al pv l i - zei. Die Hessisch^ Amtliche Preffestelle teilt mit: Nachdem die Verstaatlichung der Ortspolizei von Mainz und Worms durchgesührt ist, werden sämtliche staatliche Kriminalpolizeibeamte sowie die Leiter und Vorsteher der Kriminalabteilungen neben ihren Personalausweisen mit einheitlichen Erkennungsmarken ausgerüstet. Die Erkennungs- marfen, die innerhalb jedes Polizeiamts fortlaufend numeriert sind, tragen auf der Vorderseite unter dem hessischen Hoheitszeichen die Ortsbezeichnung des- staatlichen Polizeiamts, auf der Rückseite die Rümmer des betreffenden Beamtem Sie werden an einer Kutte befestigt in der Tasche getragen. Als Ausweis bei exekuttvischen Amts- handlungen gilt zukünftig die Erkennungsmarke. Der Personalausweis dient dem Kriminalbeamten nur in Sonderfällen, insbesondere Behörden gegenüber, mit denen er außerhalb seines Dienstortes in Verbindung tritt, als Ausweis. ** Freie Schul st eile. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Alten-Buseck (Kreis Gießen). Wohnung wird in Kürze frei (Dreizimmerwohnung). ** VHC. Gießen. Man berichtet uns: Alljährlich wenigstens einmal stattet der VHC. Gießen dem Beherrscher unserer Gegend, dem Dünsberg, einen Besuch ab. Während im Vorjahre die Ersteigung des Berges von der nördlichen Seite erfolgte, wurde diesmal die westliche Ecke benutzt. An der Heuchelheimer Mühle vorüber ging die stattliche Wanderschar (rund 80 Teilnehmer) über Kinzenbach, wo eine kurze Frühstücksrast ftattfanb, hinauf zum Atz- bacher Wald, an dessen Rand sich bei klarer Sicht eine prachtvolle Fernsicht bietet. Durch den maienfrischen Wald, der jetzt sein schönstes Frühlingskleid angezogen hat, führte der Weg an den Schwedenschanzen vorbei über den Himberg und dessen höchste Erhebung, den Königsstuhl, wieder hinab in das Tal, das in der Röhe der Grube Morgenstern erreicht wurde. Besonders reizvoll war die weitere Wanderung durch das liebliche Schwalbenbachtal, stets am luftig plätschernden Bach entlang, vorbei an zahlreichen blühenden Schlehdornhecken hinauf zum Großen Rothenberg, wo man sich an einer besonders schönen Stelle mit prächtigem Blick auf den Dünsberg einer längeren Ruhepause hingab. Der Weitermarsch führte bei strahlendem Sonnenschein mit unterwegs hübschen Blicken auf das malerisch gelegene Königsberg zum Biebertal und am Forst- Haus Bieber vorüber in bequemen Windungen zum Hauptziel des Tages, dem Dünsberg, um dort wie- berum eine angemessene Rast zu machen. Wenn auch ber Sonnennebel eine weite Fernsicht vom Turm nicht zuließ, so konnte sich boch bas Auge an ber näheren Umgebung bes Berges, namentlich an bem ausgedehnten Krofborfer Forst unb ben inmitten blühenber Obstbäume liegenden Dörfern erfreuen. Um ben steilen Weg über die Ringwälle zu umgehen, wählte man zum Abstieg bie vor zwei Jahren angelegte weiße Strichmarkierung nach Bieber, von wo nach ber Schlußraft bie Heimfahrt erfolgte. Einweihung -er Altmünsterkirche in Mainz. WSN. Mainz, 12. Mai. Das evangelische Mainz hat am 10. Mai einen Freudentag erlebt. (Heben der Christuskirche mit ihrem mächtigen Kuppelbau und der uralten Johannis- kirche mit ihrer mehr als tausendjährigen Geschichte hat das evangelische Mainz in der Alt- münsterkirche eine dritte evangelische Gemeindekirche erhalten. Die Kirche gehörte dem früheren Altmünsterlloster an, wurde 1805 in die französischen Fortifikationen einbezogen. 1814 wurde hier ein Hospital errichtet. Seit 1895 war die Altmünstersirche evangelische Garnisonkirche. Während der Franzosenzeit diente sie dem katholischen Gottesdienst der französischen Besatzung. Im Jahre 1929 geht die Kirche durch Kauf in den Besitz der evängelischen Gemeinde Mainz über. Nachdem am Pfingstmontag 1930 die französische Besatzung den letzten Gottesdienst in der Altmünsterttrche gehalten hatte und die evangelische Gemeinde nunmehr in den Besitz der Kirche eingetreten ist, fand am Sonntag, 10. Mai, die feierliche Weihe der Kirche statt. 3n Gegenwart des Prälaten der Landeskirche D. Dr. Dr. Diehl, des Vizepräsidenten D.Dahlem, des Präsidenten des Landeskirchentages D. Herrmann, des Dekans des Dekanats Mainz Jacob, des Provinzialdirektors Dr. * Wehner, des Oberbürgermeisters Dr. Ehrhardt und einer Reihe weiterer Vertreter kirchlicher und weltlicher Behörden wurde von dem Superintendenten für Rheinhessen, Oberkirchen- rat Zentgraf, die Weihe der Kirche borge- nommen. Darauf erfolgte die Einführung des neuen Pfarrers der Altmünstergemeinde Karl Job, zuletzt Pfarrer in Rodheim v. d. H., vorher in Burkhards (Kr. Schotten). Der neuernannte Pfarrer hielt darauf die Festpredigt. In der neu eingeweihten Kirche fand am Abend eine kirchenmusikalische Abendfeier unter großer Beteiligung statt. 1/8 Millionen Fehlbetrag im Wormser Haushalt für 1931. Die gesamten Steuereinnahmen reichen nicht aus zur Reckung der wohlfahrtslasten. WEN. Worms, 13.Mai. Im Stadtrat fqnb gestern die Etatsberatung statt. Der Haushaltsplan weist einen Fehlbetrag von 1,8 Millionen Mark auf. Schuld an diesem Defizit tragen in erster Linie die ungeheueren Wohlfahrtslasten, die auf 4226000 Mark angestiegen sind. Die gesamten Steuereinnahmen von rund 4 190000 Mk. reichen nicht aus, nur die Wohlfahrtslasten zu decken. Von der Verwaltung wurde die Wiedereinführung der Getränkesteuer, sowie Verdoppelung der Diersteuer und der Bürgersteuer vorgeschlagen. Dadurch verspricht man sich eine Mehreinnahme von nahezu 200 000 Mark, so daß dann immer noch ein Defizit von 1,6 Millionen Mark vorhanden wäre. Sämtliche Parteien lehnten diese neueSteuern ab. Oberbürgermeister Rahn stellte nach Schluß der Abstimmungen fest, daß durch die Ablehnung der Steuervorlagen der Verwaltung eine ernste Lage entstanden sei, wodurch unangenehme Folgen erwachsen formten. As der Mitte der Versammlung heraus wurde alsdann folgende Entschließung eingebracht und einstimmig angenommen: „Trotz aller Anstrengungen ist es auch für das Jahr 1931 nicht möglich, den Voranschlag der Stadt Worms auszugleichen. Der ungedeckte Fehlbetrag im Rechnungsjahr 1930 betrug 1,3 Millionen, der Fehlbetrag für 1931 1,8 Millionen Mark, für die Deckung nicht beschafft werden kann. Anträge des Oberbürgermeisters auf Verdoppelung der Biersteuer unb der Bürgersteuer, sowie Einführung der Gemeindegetränkesteuer mußte der Stadtrat ablehnen, weil er es für unmöglich halt, der Einwohnerschaft noch weitere Opfer zuzumuten. Der Stadtrat ersucht den Oberbürgermeister, auch weiterhin bei allen in Betracht kommenden Stellen dahin zu wirken, daß die durch die älnterstützungs- l ast en verursachte Not zahlreicher Gemeinden durch entsprechende Maßnahmen des Reiches und des Landes behoben wird." Offenbacher Haushaltsplan mit 5 Millionen Defizit. 307. Offenbach, 12. Mai. In der gestrigen Städtratssitzung wurde der Haushaltsplan für 19 31 gegen die Stimmen der beiden kommunistischen Fraktionen und der freien bürgerlichen Mitte verabschiedet. Die Sozialoemv- kraten, Zentrum und bürgerliche Arbeitsgemeinschaft erklärten sich für die Annahme bes Haushaltsplanes. Mit der Verabschiedung des Voranschlags wurden auch verschiedene Steurrvor- lagen angenommen, wie die Grund- und die Gewerbesteuer, die in der vorjährigen Höhe erhoben wird mit dem Abzug von 6 bzw. 12 Prozent, und die städtische Sondergebäudesteuer mit dem Ausschlagssatz des Vorjahres. An Gemeinde-, Bier- und Bürgersteuer werden 50 Prozent von dem in der Notverordnung des Reichspräsidenten verzeichneten Satz erhoben werden. Der ungedeckte Fehlbetrag beträgt nahezu 5 Millionen Mark. Erweitertes Sezirksschöffengericht Gießen. * Gießen, 13. Mai. Ein wegen Sittlichkeitsverbrechen mehrfach, zuletzt mit Zuchthaus vorbestrafter Kaufmann stand erneut unter der Anklage eines Sittlichkeitsverbrechens vor Gericht. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt; die Llrteilsverkün- bung war öffentlich. Der Angeklagte wurde trotz seines Leugnens durch die eingehende Beweisaufnahme überführt, sich an einem kleinen Jungen vergangen zu haben, und zwar unter genau denselben bezeichnenden Begleitumständen, wie in einem früheren Fall. Die Strafe lautete auf zwei Jahre Zuchthaus. Zwei weitere Fälle wurden ohne Zuziehung eines zweiten Richters verhandelt. Ein bereits in vorgerücktem Alter stehender unbeftrafter Dienst knecht erhielt wegen eines Sittlichkeitsverbrechens, das er zugestand, die gesetzliche Mindeststrafe von sech-Z-M ona ten Gefängnis, ein ebenfalls unbestrafter Wagner 'toegeix eines Einbruchs vier Monate Gefängnis. Briefkasten -er Re-aktion. (Rechtsgutachten find ohne Berbindlichkeit ber Schriftleitung.) ß. Gr. Eine solche Vereinigung ist uns nicht bekannt. Aus -em Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt. Nr. 34 vom 12. Mai enthält: Bekämpfung der Tuberkulose. — Vertilgung der Raupennester. — Belehrung der Pilzsammler. — Turnunterricht. — Feldbereinigung Großen-Buseck. — Dienstnachrichten. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi? 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinben. Israelitische Religionsgemeinbe. Gottesbienst in der Synagoge (Sübanlage). Samstag, 16. Mai. Vor- abenb 7.45 Uhr; morgens 8.30; abenbs 8.20 unb 9 Uhr. Israelitische Religionsgefellschaft. Sabbatfeier ben 16. Mai. Freitag obenb 7.30 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9. — Wochengottesbienst: morgens 6.30; abenbs 7 Uhr. Nordseebad Borkum Das schöne, grüne Eiland Ozonreiches 3,05 v Hodi see ff Klima Tageskursteuer Kinder bis 12 Jahre frei. Pausdialkuren Prospekte durch die Badeverwaltung Mclle milde, re H schritt für die U der Kleinen W5 5 W r i ersten zehn Jahren nur nach ärztlicher Vorzarte, empfindliche Haut besonders hergestellte NIVEA KINDERSEIFE Schonend dringt ihr seidenweicher Schaum in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde und kräftige Hautatmung. Und was das bedeutet, merken wir Erwachsenen an uns selbst: Wohlbefinden und Gesundheit hängen von ihr ab. a d. tz, reiben Sie sich vor dem Sonnenbade kräftig mft NIVEA-CREME NIVEA-ÖL!u. Massage-Öl] ^in. 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"ZsSr -Ä®* Das GchLtksal spricht das letzte Wort Roman von 3.Schneider-Foerstl. Hrheber-Rechtschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau t Sa. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Hm ihren Beinen etwas Bewegung zu verschaffen, schritt sie ein Stück zurück und dann nach dem Wagen hin. 3eht, da der Bruder nicht mehr einzig und allein ihre Gedanken ausfüllte, brach das Erinnern mit aller Macht über sie herein. „Warum bin ich nicht vor Viktor gestorben, warum habe ich^nicht einen letzten Versuch gemacht ihn noch einmal zu sehen. Was nützt es, noch zu leben? Für wen? Wozu7' 3ede Träne, die über ihre Wange rann, wurde sofort erschrocken wegaewischt. Lutz durfte nicht ahnen, wie verzweifelt sie war. So verzweifelt war sie, dah sie wünschte, es mochten die Häscher kommen und der Bruder das letzte tun, das ihnen dann noch zu tun übrig blieb: Zusammen sterben. Als sie ihn mit raschen Füßen daher kommen sah, machte sie sich an dem Steuer zu schaffen» Aufsehend, gewahrte sie die Totenblässe, die sein Gesicht scharf und kantig machte. Er hielt eine Zeitung in der Rechten und überlieh sie ihr wortlos, als sie danach griff: »Wir müssen sofort weiter, Eve!" Sie überhorte es, denn ihre Augen hasteten über die Zeilen hin, die ihr fettgedruckt entgegen- schrien: »Mord! Ein schreckliches Verbrechen ist in den Rachmittagsstunden des 16. 3uli in Wien verübt worden. 3m Hause Prinz-Eugen-Strahe 86.“ Das Blatt raschelte zu Boden. »Lutz!“ 3hre Augen sahen Erde und Himmel verdoppelt. 3n den Wagen tackmelnd, sank sie willenlos in die Ecke. Er folgte ihr, klappte den Schlag zu unb setzte den Motor in Gang. Mit nervösen Fingern rih er an den Hebeln. Sie flog gegen die Scheibe, so ruckartig zog die Maschine an. Mit hundert Kilometer Geschwindigkeit raste der Wagen der blauschimmernden Kette entgegen, die die bewaldeten Berge um den Talkessel zogen. Hedwig Bloem hatte eine entsetzliche Rächt hinter sich Sie war auf einer Gesellschaft bei Freunden gewesen und gegen ein halb ein Hhr nach Hause gekommen. Leise schritt sie an der Tür vorüber, die Evelins Räume abschloh. Als sie Mmt, schon entkleidet, vor dem Spiegel stand und die Spitzen ihres Rächtkleides übeveinander- zog, befiel sie eine gewisse Hnruhe. Vielleicht hätte sie sich nicht zwei GlaS des schweren Hngarweines aufdrängen lassen sollen. Das löste bei ihr immer derartige Beklemmungen aus. Möglich, dah es sich gab, wenn sie nun flach zu liegen kam. Aber der Druck wurde nicht geringer. Er pflanzte sich vorn Magen nach dem Herzen fort und stieg nach den Schläfert. die hörbar dröhnten. Das war nicht mehr krperliches Unbehagen. Das war Angst, die ihr die Zähne aufeinanderklingen lieh, und für die sie keine Deutung hatte. Sie dachte an Thom! Aber der hatte ja Thorn» fon um sich, und Thornson würde bei der geringsten Hnrcgclmäßigkeit depeschieren, hatte Lutz • gesagt. Vielleicht, wenn sie ein, Pulver nahm. Der Kopf hämmerte, und als sie aus dem Bett stieg, versagten ihr fast die Füße. Die Uhr auf dem Spiegeltisch zeigte zehn Minuten nach zwei. An ihrer Tür vorüber ging ein Schritt, verhielt, tastete weiter und kam 7wch einmal zurück. 3emand schien vor ihrem Zimmer zu horchen. Sie hielt den Atem an und lauschte. Es blieb alles ruhig. Möglich daß sie sich getäuscht hatte. Der Eilberlöffel, auf den sie aus der Karaffe Wasser goß, um das Pulver aufzulösen, schwankte so sehr, daß sie einen Teil davon auf den Teppich vertropfte. Mit einem Schluck nahm 32,5 — 32,5 — Qberschles. Eisenbcdarf . . . . b — — — — Lberschlej. Rotiroede.... 7 — — 69,5 69 Phünir Bergbau...... ey, 49,5 48,25 49,75 49,13 Rheinische Braunkohle» • . 10 155 — 156 153 . 6 68 67 69 67,5 1 Riebeck Stautet ...... 7,2 ■— — —* — Zrantturi a. 2)1. Berlin Schluß« tun# l«Uhr« Koro Schluß« turi Anfang« Rurs Datum 13.5. 15-5. 13.5. 15.5. Bereinigte Stahlwerke . ■ 47,5 — 47,5 46.4 Otavi Minen . . . . 16'/. —— — 27,5 26.65 Raliwerke Aschersleben . 10 132 — 133 127,5 Raliwerie Westeregeln . 10 137 — 137.9 133 Raliwerte Salzdetfurth . • • 15 205 196 205 198 I. ®. ssarben-Jndustri«. Dvnamit Nobel .... - ■ 12 138,75 136,75 139,65 137,4 . 6 — — — Echeideanslalt..... . 9 125 — _ _ Goldschmidt..... . 6 40,25 — 40,5 40 Rütgerswerte..... . 6 47,13 48,25 48,5 49 Metallgeielllchaft. . . . • - . 8 66,5 66 67 66 Philipp Hol, mann . . . . 7 74 75 75 74,5 Zementwerk Heidelberg 10 74 Cemenlwerk Rarllladt. . - 10 88,5 — Wavb & Rreotaa . . . . 8 — 25 25. Schulibel« Patzenhofer . 15 _ — 143,25 139,5 Cftroerte....... 12 — — — _ atu......... 18 72 69,5 72,25 70 Bömberg ....... • 14 —— — 89,75 88 Zellstoss Waldhof . . . 13'/, 81 84 82.5 Zellstoss Aichassenburg . ■ 12 74 — 73,25 — Charlottenburger Wasser • • . 8 — — Dessauer @a$..... . 9 — — 123,25 122 Daimler Motoren . . . . 0 26,5 — 26,25 25,75 Deutsche Linoleum . . 77 73,5 76,5 73,25 Maschinenbau A.-G. . . . O — — giat Automobil .... . 0 — — — — Crenilein & Koppel . . . 6 — — 43 — Leonhard Tietz .... 10 98 — 99,75 97,13 SvenSka....... 238,5 — 238,5 232,5 Frankfurter Maschinen . . 4 — 13,5 — ©rinnet....... . 6 33 33,9 —— Hevligenstaedk . . . . KunghanS....... Lechwerte....... ■ . 0 — — . 6 — — — . E — — Mainkraftwerle Höchst a. M.. . 8 63 — — — iiitag......... IC — ■ - —— — Gebt. Roeder..... IC — — — —- Balgt & Haeffner . . . . 9 — — — — Lüü deutsche Zucker . . e e 10 116 — 114 1 — Danknoten. »erlin, 13.Mai Geld Brief Ameritantiche Noten...... 4.181 4.201 Belgische Noten. ....... 58.13 58,37 Dänische Noten ....... 112.08 112,52 Englische Noten ....... 20,36 20.44 Französische Noten....... 16.387 16,447 Holländische Noten ....... 168,16 168,84 Italienische Noten........ 22,02 22,10 Norwegische Noten....... 112,05 112,49 Deutich-Oesterreich, i 100 Schilling 58,91 59,15 Rumänische Noten....... 2,482 2.502 Schwedische Noten....... 112,20 112.64 Schweizer Noten........ 80.64 80,96 Spanische Noten........ 41,67 41,83 Tschechoslowakische Roten..... 12,41 12,47 Ungarische Noten ..... 72,98 73,28 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 13.Mai 15.Mai Amtliche Noiiemng Amtliche Notierung (»elD Brief Geld »rief flmft.« Rott. 168,43 168.77 168,48 168.82 Bucn-AireS 1.309 1,313 1,303 1,307 Brss.-Anttv- 58,33 58,45 58,335 58,455 Gbriftiania. 112,26 112,48 112,26 112.48 Kopenbag.'n 112,24 112,46 112,26 112.48 Stockholm - 112,43 112,65 112,42 112.64 Helsingsors- 10,553 10,573 10,555 10,575 Italien. . . 21,96 22.00 21,96 22,09 London. . . 20,391 20,431 20,395 20,435 Wemjort .. 4,194 4,202 4,1945 4,2025 Baris.... 16,407 16,447 16,413 16,453 Schwei, • . 80,83 80,99 80.85 81,01 Spanien . . 41,81 41,89 42,18 42,26 yavcm . . . 2,075 2,079 2,075 2,079 Nio de Jan. 0,269 0,271 0,271 0,273 Wien in D-- Ceft abgeft. 58,95 59,07 58.93 59,05 Prag . . . . Belgrad . . 12,423 12,443 12,426 12,446 7,383 7,397 7,381 7,395 Dadapeft. . 73,10 73.24 73,14 73,28 Bulgarien. 3,035 3,041 3,038 3,044 Lissabon 18,86 18,90 18,86 18,90 Danzig - - - 81,52 81.68 81,52 81,68 Ronftuntin. 1,784 1,789 1.784 1,789 Athen. . 5,436 5,446 5,437 5,447 Canaöa . . 4,191 4,199 4,191 4,199 Uruguay - 2,597 2,603 2,567 2,573 Latrv - . 20,91 20,95 20,915 20,955 an tn Llm die DKB.-Meisterschafi letzt ge- Komitee Austra- Foriuna Düsseldorf—Eintracht Frankfurt 2 : 3 (2 : 2) n. Verl. Dieser Erfolg des vorjährigen süddeutschen Meisters wiegt um so mehr, da er einmal in der Stadt des Gegners errungen wurde und da die Frankfurter Elf den Kampf mit der von früheren Verletzungen her noch invaliden Verteidigung Schuh-Stubb bestreiten muhte. Eintrachts Sieg verdient. Sie lieferte das taktisch klügere und ?uch technisch reifere Spiel, wenn auch die Entscheidung erst nach Verlängerung fiel. Oberheffen. 60 Jahre Alice-Frauenverein in Schotten. Barany schwimmt Europarekord. Bei den Olympia-Prüfungsschwimmen des ungarischen Schwimmverbandes in Budapest am Dienstag gelang es Dr. Stefan V a r a n h , deii von ihm gehaltenen Curvparekord über p, 100 Meter Kraulstrecke um 2/io Sekunden auf 58,4 Sekunden zu verbessern. Sn diesem Rennen 7 wurde Andreas Rannie in 1:01,6 vor Doros in 1.02 Zweiter. — Einen ungarischen Rekord stellte über 300 Meter Kraul für Damen Slonka Toth mit 4:50 auf, womit sie erheblich unter der alten Destleistung von Margarete Sipos mit 4:57,8 blieb. Oer Achter der Mamz-Kasteler Ruder-Gesellschaft. Der erste Achter der Mainz-Kasteler Rudergesellschaft, die im Vorjahre der schärfste Gegner der Mannheimer Amicita war, hat jetzt seine endgültige Zusammensetzung gefunden, und zwar rudert die Mannschaft in folgender Desehung: Harthrath, Leber, Bock. Pape, Schandua, Callwood, Schollmayer, Soft. Sie ist etwas stärker als im letzten Sahr, hat aber die flüssige Form nicht wieder erreicht. Vorläufig Nach einem Ruhetage hatten die Teilnehmer der Deutschland-Rundfahrt am Donnerstag mit der 9. Etappe, die von L i e g n i tz nach Berlin über 337 Kilometer führte, die längste Strecke zu bewältigen. Obwohl es unterwegs zahlreiche Reifenschaden gab, kam eine Spitzengruppe von 25 Fahrern in Berlin an. Im Endspurt konnte sich dann Metze (Dortmund) einen knappen Sieg vor seinem Lands- mann S t ö p e l sichern. Die Zeit des Etappensiegers betrug 11:46:46 Stunden. Der 15. Mai ist wieder Ruhetag. Die Entscheidung über den Austragungsort der 11. Olympischen Spiele 1936 ist fallen. Das Internationale Olympische wählte mit großer Mehrheit Berlin als gungsort der Olympischen Spiele 1936. Körnig läuft Weltrekord. Bei einem Sportfest in Regensburg durchlief gestern der deutsche Rekordmann Helmuth Körnig (Charlottenburg) die 100Meter in 10,3 S e - künden. Die Zeit liegt unter Weltrekord, es herrschte aber ein leichter Rückenwind. Die Deutschland-Rundfahrt. Metze gewinnt die 9. Etappe. .®intracht Frankfurt, die nach ihrem schw^en Spiel gegen Fortuna Düsseldorf bereits nm Sonntag wieder in Altona gegen den Ham- burger Sport-Verein spielen sollte, hat dem SS 'S? schon allein wegen ihrer vielen Verletzten das Spiel an diesem Tage nicht austragen kann Der DFD. hat darauf erklärt daß dann Hamburg kampflos in die zweite Zwi- schenrunde kommen werde. München 60 süddeutscher Dritter. Sv. München 60 — Phönix Ludwigshafen 2:1 (2:0) zu erwarten war, machten beide Mannschaften einen müden Eindruck es war ihnen auch in den letzten Wochen mehr als Sportfest unseres Bataillons. Vorschau auf die Wettkämpfe am Freitag. Am Freitag, 15. Mai, 14.30 Uhr, eröffnet das 1. Bataillon 15. Infanterie-Regiments fein Sport- f e ft mit den internen Wettbewerben. Die meisten Kämpfe werden bis zur Entscheidung aus- getragen, während in den interessantesten Disziplinen der Sonntag die Entscheidung bringt. In den Läufen trifft man die von hiesigen Sportfesten bekannten Namen, wie Heise, Salz, Nehren, Günther, Reitz ufm., die für ihre Kompanien In Kurz-, Mittel- oder Langstrecken star- ten. Während die kurzen Strecken und die 4 X 100 - Meter-Staffel der 1./15 kaum zu nehmen sein werden, sollten über 1500 Meter die 3. und 4. Kompanie, im 5000-Meter.Mannschaftslauf 2., 3. und 4. Kompanie bei taktisch richtigem Lauf die gleichen Aussichten haben. Im Wurf beherrschen M o h l und Gugel mit Kugelstoßen um die 13-Meter-Marke das Feld, zu denen im Wurf mit halbscharfen Handgranaten junge gute Sportsleute der übrigen Kompanien treten. Der Hochsprung ist Jakob (2./15) nicht zu nehmen. Der feldmarschmäßige Weitsprung ist offen für Fähnrich Boden st ein (1./15), Gefreiter Berghöfer (4./15) und Obergefreiter ©ruber (2./15). Die Wettkämpfe schließen mit einem Handballspiel 1. gegen 2. Mannschaft des Grenadierbataillons, die sich in ihrer Güte nicht viel nachstehen. Mit dem Schluß der Wettkämpfe ist um 16.30 Uhr zu rechnen. Handball der Gießener Siadtniannschast. Anläßlich des Bataillonssportfestes trägt die Gießener S t a d t e l f ein Spiel gegen die Bataillvnsmannschaft aus. Bei der Ausgeglichenheit der beiderseitigen Spielstärke ist ein spannender Kampf zu erwarten, der seinen Werbe- zweck sicher nicht verfehlen wird. Olympische Spiele 1936 in Berlin. v Schotten, 13.Mai. Der Zweigverein Schotten des Alice-Frauenvereins blickte auf sein 60jähriges Bestehen zurück. Sm Krieasjahr 1870/71 erfolgte seine Gründung Aus Anlaß des Subiläums hielt der Verein am Sonntag in der Turnhalle, die geschmackvoll geschmückt und von Besuchern überfüllt war, eine stimmungsvolle Feier ab. Das Philharmonische Orchester unter Leitung von Dr. S e u l i n g brachte wertvolle musikalische Stücke zu Gehör. Darauf begrüßte die Vorsitzende des Vereins, Frau Direktor Hertsch, die Gäste, unter denen sich auch die Protektorin des Alice-Frauenvereins, Großherzogin Eleonore, befand. Das Drohherzogspaar hatte schon Tags zuvor dem hiesigen Krankenhaus einen längeren Besuch abgestattet und das Haus und das neue, vom Verein und der Stadt eingerichtete S ch w e - sternerholungsheim besichtigt. Die Herrschaften sprachen sich sehr lobend über das Gesehene aus. Zur Feier in der Turnhalle war die Großherzogin wieder gekommen. Vom Hauptverein in Darmstadt waren die Vorsitzende Frau Staatsminister Excellenz Ewald, Frau Dr. Merck und Frau Oberin v. Pflugk erschienen. Vürgermeister M e n g e l sprach herzliche Begrußungsworte namens der Stadt und überbrachte den Dank und die Glückwünsche der Stadtverwaltung. Kreisdirektor Dr. Sann übermittelte Glückwünsche namens der Kveisfürsorge- stelle und des Sugendamtes. Der von der Kindergärtnerin Frl. M. W e b e r gut geleitete Kinder- garten führte allerliebste Kinderreigen auf. Sn verschiedenen lebenden Bildern wurde die Arbeit und Tätigkeit des Roten Kreuzes und des Alice- Frauenvereins gezeigt. Ein flott gespieltes Marchenstück „Hänsel und Gretel" mit Den Humperdingkschen Melodien bildete den Schluß des schönen Programms. Dank der vorzüglichen Leitung des Vereins genießt der Verein " unserer Stadt große Sympathie. ' man einem Berufsspieler zumutet ausgebürdet worden. München fand sich mit diesen widrigen Umständen, zu denen sich auch noch ein starker Wind gesellte, besser ab und dominierte in der ersten Haltzeit. Sn diesem Spielabschnitt fielen auch die beiden Münchener Torerfolge. Kurz nach Wiederbeginn wurde zwar ein Schuß von Hörnle, der ans Retz gegangen war, vom Unparteiischen als Tor gewertet, doch widerrief dieser die Entscheidung auf Reklamation von München hin. Erst Derk konnte barni in der 29. Minute den verdienten Chrentreffer erzielen. Sn den Schluh- minuten war wieder München überlegen, ohne aber die gute Verteidigung von Phönix nochmals schlagen zu können. Der Epielplan für den 17. Mai. Bevor die Weigerung der Frankfurter Eintracht bekannt wurde, hatte der DFD. für die weiteren Spiele um die DFD.-Meisterschaft folgende Termine angesetzt: S o nn t a g, 1 7. M a i: Vorrunde: in München: München 1860 — Meidericher Spielverein. 1. Zwischenrunde: in Dresden: Dresdener SC. — Holstein Kiel; in Berlin: Hertha BSC. — Sp. Dg. Fürth; in Altona: Hamburger SV. — Eintracht Frankfurt. M o n t a g. 2 5. M a i: in Duisburg: Tennis Borussia Berlin gegen den Sieger des Spieles München 60 gegen Weiderich. Oer mutmaßliche Räuber von Bad-Rauheim. WSR. Bad-Rauheim, 14. Mai. Zu dem Raubüberfall, der Sonntag früh gegen 4 11 hr hier verübt wurde, teilt das hiesige Polizeiamt mit, daß der Schuhmacher Franz Bohn von hier, geboren am 8. April 1901 in Rodalben (Pfalz), der Tat dringend verdacht i g ist. Bohn, der mehrfach vorbestraft ist. ist seit Sonntag verschwunden, wurde aber noch morgens um 4.30 Uhr gesehen, und zwar auf dem Wege nach Friedberg. Landkreis Gießen. * -Rödgen. 13. Mai. Unser Bürgermeister Philipp Horn konnte dieser Tage in geisttger und körperlicher Frische die Feier seines 7 0. Ge - E> u r t S t o g e $ begehen. Aus einer führenden Anneröder Familie stammend, wurde er durch das Vertrauen der Gemeinde wiederholt und einstimmig zum Bürgermeister gewählt. Er bekleidet das verantwortungsvolle Amt nun schon 37 Sahre und hat es in dieser langen Zeit verstanden, die Gemeinde durch alle Stürme und Klippen hindurch zu lenken. Während seiner Amtszeit erhielt die Gemeinde eine Anzahl wichtiger Reuerungen: Wasserleitung und elektrisches »Licht, ein imposantes neues Schulhaus, zuletzt Feldbereinigung. Dazu wurden für die Kirche, deren Vorstand Herr Horn ebenfalls seit vielen Sahren angehört, neue Glocken beschafft, sowie die Kirche kürzlich wieder neu hergestellt. Bürgermeister Horn vertritt dazu als weltlicher Abgeordneter die Pfarrei Rödgen-Annerod im Dekanatstag. außerdem bekleidet er noch einige andre Ehrenämter. Preußen. Kreis Biedenkopf. WSN. Biedenkoof. 14. Mai. In dem ausgedehnten Jagdrevier der Gemeinde Dautphe, das von dem Jagdoerein Biedenkopf gepachtet ist, wurde ' it einiger Zeit arg gewildert. Jetzt gelang es einem der Jagdpächter, zwei junge LeuteausSilbergbeirnWildernzuer- wischen. Die beiden „Knapper" gaben ihre Gewehre und die Munition ab, nannten aber falsche Namen und rissen obendrein.noch aus Trotzdem gelang es, sie ausfindig zu machen und nach Marburg ins Genchtsgefängnis einzuliefern. gegen holte sich Adolf Schepers überzeugend den Gaumeistertitel im Schwergewicht. Auch in den Sugend- und Altersklassen gab es für Gießen einige Siege. Rachstehend die Ergebnisse: Ringen: Sugendleichtgewicht: Hermann Ruß 2. Preis. Sugendschwergewicht: Heinrich Emmerich 1. Pr. Altersklasse, Mittelgewicht, Karl Hartmann, 1. Preis. Aktiv, Federgewicht, Hans Kraft 3. Preis; Ak- ttv, Leichtgewicht, Alois Funk 2. Preis; Aktiv Mittelgewicht, Willi Belloff, 3. Preis; Aktiv Schwergewicht, Adolf Schepers 1. Preis. Gewichtheben: Altersklasse, Federgewicht, Heinrich Hartmann 1. Preis■ Altersklasse, Schwergewicht, Heinrich Staubach 1. Preis. Aktiv, Leichtgewicht, Heinrich Fink, 680 Pfd., 2. Preis. Fünf kamps : x Aktiv, Mittelgewicht, Albert Forbach, 710 Pfd., 1. Preis; Aktiv, Halbschwergewicht, WM Belloff, 735 Pfund, 1. Preis. Rasenkraftsport. Steinstoßen, Federgewicht, Hans Kraft, 1. Pr.; Steinstoßen, Leichtgewicht, Heinrich Fink, 2. Pr.; Steinstoßen, Mittelgewicht, Albert Forbach, 1. Pr. Boxen. Leichtgewicht, Karl Mellhöfer 1. Preis; Mittelgewicht, Kurt Beyer, 1. Preis. Fußball her höheren Schulen. (Bnmnpfium — Realgymnasium 2:5. Beide Mannschaften zeigten ein recht beachtliches Können. Die Realgymnasiasten gewannen infolge besseren Zusammenspiels verdient mit obigem Resultat. wird in dem ruhigen Rheinarm zwischen Peters- aue und Biebrich trainiert, später, zur Prüfung der Schnelligkeit, werden die Hebungen auf den Main verlegt. Fechten im Turngau Hessen (OT.). Sn Gießen sand am Sonntag das erste Oberstufe-Fechten für die Fechterinnen des Gaues Hessen unter Leitung von Gausechttvart Kuhn (Friedberg) statt, dem erfahrene Kampfrichter zur Seite standen. Bon den 18 Angehörigen der Oberstufe beteiligten sich 13 an dem Kampf, der durchweg gute Leistungen in recht spannenden Gefechten aufwies. Rach zwei Bor- und zwei Zwischenrunden kamen acht der Teilnehmerinnen in die Endrunde, in der es folgende Placierung gab: 1. Lotte Mohr, Tv. 1846 Gießen, 5 Siege; 2. Marie Eckhardt, Tv. 1846 Gießen, 4 Siege; 3. Else Wirth, Tv. 1846 Gießen, 4 Siege; 4. Luise Kühn, Tgm. Friedberg, 4 Siege; 5. Marie Krehschmar, Mtv. Gießen, 4 Siege; 6. Erna Kutscher, Tv. 1860 Dad-Rauheim, 3 Siege; 7. Hilde Panse, Tv. Wetzlar, 2 Siege; 8. Erika Fehn, Tv. 1846 Gießen. Die sechs ersten Siegerinnen erwarben sich die Berechtigung, an den Meisterschaftskämpfen des Mittelrheinkreises teilzunehmen, die am 4. und 5. Suli in Bad Kreuznach stattfinden. Handball im Gau Hessen (O. T.) Tv. Heuchelheim I — Tv. von 1846 I 4:6 (1:2). Die 1846er waren, obwohl sie nicht in stärkster Aufstellung antraten, den Gästen während des ganzen Spiels überlegen. Die Heuchelheimer wurden stark in die Defensive gedrängt und verdanken es lediglich dem Scyußpech des Gießener Sturmes, daß nicht mehr als sechs Bälle den Weg ins Netz fanden. Anzuerkennen ist der Eifer, mit dem die Gaste während des ganzen Spieles kämpften. Am kommenden Sonntag fährt die 2. Mannschaft nach Steinbach zum dortigen Turnverein. Das Vorspiel mußte beim Stande r0 für Gießen infolge Unwetters abgebrochen werden. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Entscheidungsspiel um den Meister der Jugendgruppe II TD. Londorf 1. Sugend — TD. Lollar 1. Sugend 5:3 (3:3), nach Verlängerung 2:2. Sofort nach Beginn setzte flottes Spiel ein, das Lollar in der 12. Minute in Führung gehen sah. Rach kurzer Zeit erhöhte dasselbe auf 2:0. Londorf wurde nun merklich besser und konnte troß Schußpech bis zur Pause noch gleichziehen. Sofort nach dem Wechsel stand das Spiel wieder 3:2 für Lollar. Das Spiel nahm an Härte zu, ohne jedoch unfair zu werden, und lieh Londorf kurz vor Schluß der regulären Spielzeit wieder zum Ausgleich kommen. Sn der folgenden Verlängerung vermochte die besser durchstehendern Londoner Mannschaft durch zwei weitere Erfolge den Sieg zur Meisterschaft sicherzustellen. Burkhardsfelden I — Steinbach I 6:1 (3:0). Es war ein sehr flottes Spiel. Burkhardsfelden spielte in der ersten Halbzeit überlegen und konnte so innerhalb kurzer Zeit drei Tore für sich buchen. Sn der zweiten Halbzeit kam der Platzbesitzer noch zu drei Erfolgen, denen Steinbach nur das verdiente Ehrentor entgegensetzen konnte. Schiedsrichter Wallenfels (Mendorf) leitete das Spiel einwandfrei. Schwerathletik. Bei günstigem Wetter wurden am vergangenen Sonntag die Meisterschaften des Gaues l. im 7. Kreis des Deutschen Athletiksportverbandes 1891 im Marburger Stadion ausgetragen. Es wurdep durchweg gute Leistungen geboten. Der Gießener Kraft - und Sportklub von 1 893 schnitt hierbei gut ab. Er konnte insgesamt 11 erste, 4 zweite und einige 3. Preise erringen. Schon bei den Wettkämpfen im Gewichtheben und Rasenkraftsport konnten sich die Gießener Vertreter gut durchsetzen. Am Rachmittag traten die Ringer in Aktion. Sn den aktiven Klassen gab es einige Tleberraschungen; so muhte sich im Federgewicht der mehrmalige Kreismeister Hans Kraft, Gießen, mit dem 3. Platz begnügen; auch der Leichtgewichtler Funk verlor im Endkampf gegen den zähen Techniker Schember, Alsfeld; im Mittelgewicht konnten sich Belloff und Forbach nicht ganz durchsetzen, Belloff landete auf dem 3., Forbach auf dem 4. Platz; da- • Fellingshausen, 15. Mai. Gestern vormittag ereignete sich am Eingang zu unserem Dorfe von Krofdorf her ein schwerer 11 n - glücksfall. Das etwa 21 Sahre alte Dienstmädchen Katharine Bernhard von hier, das in Gießen in Stellüng war, befand sich auf dem Fahrrad unterwegs nach hier, um die Eltern zu besuchen. An dem steilen Abhang der Chaussee vor dem Dorfeingang verlor das Mädchen die Herrschaft über das Fahrrad und rannte gegen ein Haus am Dorf ende, wobei es einen schweren Schädelbruch erlitt. Die Freiwillige Sa- nitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte die Bedauernswerte alsbald nach Gießen in die Chirurgische Klinik, wo sie gestern abend ihren schweren Verletzungen erlag. Hessischer Landes-Lehrerverein und pädagogische Institute. ^SR Darmstadt, 13. Mai. Der Hauptvorstand des Hessischen Landes-Lehrer- vereins nahm zu der nunmehr beschlossenen 3u|(immen[ e g u ng der Pädagvgis chen iv n einstimmig nachfolgende 7," e&u n 9 Hessische Landtag bat durch seine Beschlüsse vom 23. April 1931 Die hessische Lehrerbildung auf eine^Bahn gedrängt, bve verglichen mit den Forderungen, die der Deutsche Lehrerverein seit Sahrzehnten erhebt, einen unzweifelbaren Rückschritt darstellt. Die Landtagsmehrheit hat der Regierung den Weg freigemacht, die bereits vor der Abstimmung begonnene Auflösung des Darmstädter Pädagogischen Snstituts zu vollenden, indem sie die überaus bedeutungsvolle Frage der Lehrerbildung zu einer Angelegenheit der Verwaltung degradierte. Regierung und Landtag ließen die von den verschiedensten Seiten vorgebrachten schwerwiegenden Gegengründe völlig unbeachtet, obwohl sie niemals widerlegt wurden und zu keiner Zeit stichhalttge Gründe für die Aufhebung des Snstituts am Orte der Hochschule angeführt werden konnten. Der Hessische Landes- lehrewerem sieht sich deshalb veranlaßt, ;egen- uber der Haltung der Regierung und der Landtagsmehrheit schärfsten Protest einzulegen und sein tiefstes Bedauern und Be - ! rem d en auszusprechen. Er erwartet, daß die in Aussicht gestellte Errichtung eines Pädagogischen Snstituts an der Landes- un i ve r f itä t Gießen in kürzester Frist erfolgt. Buntes Allerlei. Die durchleuchtete Mumie. Eine Mumie der 20. Pharaonendynastie, die luh in einem besonders guten Zustande der Erhaltung im Museum der englischen Stadt Leeds befindet, ist jetzt von Dr. A. S. Cave, Der bereits zahlreiche Studien an Mumien vor genommen hat, mit Röntgenstrahlen untersucht worden. Die Mumien aus dieser Epoche Altägyptens zeigen die Technik der Einbalsamierung auf Der Höhe, Denn es ist hier gelungen, den Mumien die runde Fülle des lebenden Körpers zu erhalten. Wenn freilich Der Gelehrte hoffte, mit Hilfe der Durchleuchtung diesen Geheimnissen der Mumifizierung auf Die Spur zu kommen, so mußte er eine Enttäuschung erleben, denn auch Die Röntgenstrahlen vermochten an der aus ihrem Glaskasten genommene Mumie Einzelheiten der Behandlung nicht aufzuweisen. Wohl aber ist es Cave gelungen, mit Hilfe der Röntgenstrahlen das Geschlecht festzustellen und verschiedenes über den Gesundheitszustand herau^ubekommen. in Dem sich dieser unbekannte Untertan Der Pharaonen bei Lebzeiten befand. Die Mumie erwies sich als ein stattlicher Mann von 183 Zentimeter Körperlänge, Der im Alter zwischen 40 und 50 Zähren gestorben war. „Sch konnte an den Knochen nicht Die geringsten Krankheitsspuren erkennen," erklärt Dr. Cave, „und es besteht kein Zweifel, daß es sich hier um eine besonDers ge- funDe Person hanDelte. Es waren nicht Die leisesten Andeutungen rheumatischer Erkrankungen zu bemerken; alle Gelenke waren in vortrefflichem Zustand und ebenso die Zähne. Solche B«>b- achtungen sind aber für die Feststellung der Todesursache von geringem Wert, da sie sich nur auf die Knochen beziehen, während die Organe des Körpers, wie Herz, Leber und Rieren, so mumifiziert sind, daß man über ihren Just and nichts mehr erkennen koimte." Die Traumgeige. Ein neues Saiteninstrument, das von Fedor v. Perbandt erfunden wurde und eine erstaunliche Reinheit und Schönheit des Tones darbietet, verdient den Ramen „Traumgeige" in zweifacher Bedeutung. Einmal ist es, wie Dr. Alfred Gradenwih in „Reclams Universum" ausführt, Die Erfüllung eines alten Traumes, Der Die Sehnsucht nach einer besonders schön klingenden Geige enthält und schon manchen Erfinder verlockt hat. Dann aber wurde die Erfindung tatsächlich durch einen Traum ermöglicht. Als sich Perbandt mit dem Problem eingehend zu beschäftigen anfing, hatte er eines Rachts im Schlaf eine seltsame Erscheinung: ein Unbekannter legte ihm etwa 20 verschiedene Modelle vor, die alle voneinander und auch von der herkömmlichen Geigensorm abwichen. Schließlich aber holte der Fremdling unter besonderen Zeremonien ein Geigenmodell hervor, das eine große Ähnlichkeit mit einem menschlichen Ohr aufwies, und sagte, er wolle ihm nun noch „etwas ganz Besonderes" zeigen. Als Der Träumer erwachte, hatte er Die einzelnen Konstruktionen vergessen, nur Die Ohrform war ihm im GeDächtnis hasten geblieben. Durch anDere Arbeiten abgelenkt, ließ er zunächst Den im Träum angeDeuteten Gedanken unausgeführt, aber jetzt ist er wieder auf Den Geigenbau zurückgekommen und hat ein erstes Modell hergestellt, Dessen Ton so überraschend schön, rein und edel ist, Daß Diese Geige mit Den teuersten Snftrumenten Den Kampf aufnehmen kann. Diese äleberlegenheit Der neuen Geige be- rubt z. T. Darauf, Daß Die Resonanzflächen zur Dogensübrung senkrecht liegen. Das Snstrument also hochkanttg gestellt ist. Da Die Saiten über Der Zarge angeorbnet sind, kann der Bogen ungehindert darüber hinstreichen, so daß Die bisherige seitliche Einschnürung der Klangflächen sich erübrigt. Sodann wird Die Resonanz durch die der Ratur nachgebildete Ohrfvrm verbessert. OdoV Odo\- to s w o e <5 >-» Ä* r> Q E E 3 O B lÄ r-» o « » o ö> »•* c fs r- o « c-* O WM» »w Ä I» - C El*) C E ”®\ e' o D o «n c *e~ e «■ e E fi E a 55 S E 1» 19 (9 «?£ ® :O e e 3 S « e c? es E «ft .3 «ft l=2 e C?3 'S B® (9 2ES a e B e 2 B o c e = ff? o «ft o e.o ■C c e. Bart bis in alle N o E «ft B N c B «ft o «3 tf,-6" El*) 19 19 K LZ o e m .öä B « W E! GR E 3 CS a = «’S- o e O= - c JE® Vff e^ e a> a B «ft. I >=H _>r> E «-- = £:O Ä «ft' 19 g ■5fi 19 = -ZN ff E*E" 3 _H ° o £ Er C o E o TL S iO *£* o E J? C. 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