Nr. 87 Erster Blatt 181. Jahrgang Mittwoch, 15. April 1951 trimmt tügliL.mrtzu Sonntag* anb Feiertag» Beilagen Ott DDuftnertt Gtetzenu Jamilienblättcj HeimcU im Silb Die Scholle monats-Bejugspreli: 2.20 Reichsmark and 30 Vetd)»pfenntg für Träger» lohn, auch bei Nicht»» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt, zernfprechanfchlüffe enter Sa irimelmimmer 2251. «nfchnst für Drahtnachrichten Anzeiger »letze». poÜlchecttonlo: gra-Murt am Main 11688 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck tm6 Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vuch. mid Stetnönidercl H. Lange in Sletzen. Schrittlettung und Seschastrstelle: Schnlltta^e 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummu Dis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeiaen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mir Breite 35 Reichspfennig, Playvorfchrist 20*, mehr. Chefredakteur. Dr. Friede Will). Gange, verantwonlich für Politik Dr Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Waj Filter, lämtlich in Gießen. Sturz der Monarchie in Spanien. König Alfons Xni. verlaßt das Land. — Ein republikanisches Kabinett Zamora-Prieto-Maura übernimmt die Regierungsgewalt. — Maria ruft die Republik in Katalonien aus. König Alfons verzichtet auf den Thron. Zamora übernimmt die Rcgierungsgcwalt. Madrid, 15. April. (IDIB.) König Alfons XUL hat am Dienstag um 21 Ahr In Begleitung des Infanten Alfonso und des früheren Marine- minift»» Herzog von Miranda die Stadl verlassen. Vie übrigen Mitglieder der könig. lichen jamilie werden Madrid morgen verlassen. Der König hat faktisch auf die Regierungs- gemalt verzichtet. Der König hat seine Machtbefugnisse an die Regierung Aznar übertragen. Der Außenminister, Graf Romanones. begab sich sofort zu Alcala Zamora, um i h m die R e g ie r u n g s g e w a l t für die proolso- rifche republikanische Regierung zu übergeben. Die provisorische republikanische Regierung Ira! sofort bei Miguel Maura zusammen. Atcala Zamora hat den Lhcs der Zioilgarde General San Zurgo beauftragt, dafür zu sorgen, daß die öffentliche Ruhe und Ordnung nicht gestört werde. König Alfons traf in Begleitung seines Vetters, des Jnfanlen Alfonso, und des Herzogs von Miranda, Mittwoch früh um 4 Ahr in Cartagena ein und begab sich sofort an Bord des Kreuzer» „Principe Alfonso". Oie Ausrufung der Republik. Ruhe in der Hauptstadt. Madrid, 14. April. (WTD.) 3m Rathaus von Madrid ist die Republik ausgerufen worden. Die provisorisch? Regierung wird eine Proklamation v r.fent ichcn, die außer einem Manifest an die Ration auch die provisorische Verfassung m großen Linien enthalten soll, die Geltung Haden wird, biS die verfassunggebenden Cortes über die endgültige Verfassung beschlossen haben. Die erste Handlung der neuen Regierung wird die Verkündung der Amnestie sein. Es ist telephonische und telegraphische Anweisung gegeben worden, sämtliche politisch en Gefangenen f o - fort in Freiheit -u sehen. Die Lieber- tragung der Befugnisse der bisherigen Regierung auf die neue provüorische Regierung ist durchgeführt worden. Li? definitive und offizielle Verkündung der Republik soll erst nach endgültigem Liebergang der Regierungsbefugnisse erfolgen. Die Truppen verbleiben weisungsgemäß in ihren Kasernen, um jede Berührung mit den politischen Ereignissen zu vermeiden. Ganz Madrid ist mit republikanischen Fahnen und Abzeichen beflaggt. Die Umzüge und Kundgebungen für die Republik dauern an. 3n einer Rede, die der neue Madrider Bür- germeister, der Sozialist S a b o r i t, vom Daikon des Rathauses an die Menge richtete, erklärte er, die Devise der spanischen Republik werde sein: Ordnung, Freiheit, Große und Gerechtigkeit. Manifestanten stürzten heute das Standbild Isabellas II., das auf dem Platz gleichen Romens errichtet war, vom Sockel und führten es mit einem Strick um den Hals auf einem Lastauto durch die Stadt. Die Freudenkundgebungen in den Straßen der Hauptstadt, an denen zahlreiche Frauen teilnehmen, verlaufen ohne Störung der Ordnung. Der Polizeidienst wird an mehreren Stellen von Angehörigen der Organisationen des Volkshauses und der Studentenverbünde versehen, die rote Armbinden tragen. Auch einige Polizeibeamte tragen rote Armbinden. Der Platz vor dem königlichen Schloß ist mit Seilen abgesperrt. Die Solda- t e n, die auf Befehl der letzten Regierung in den Kasernen bleiben mußten, haben diese nunmehr verlassen und gesellen sich zu den Manifestanten. Sie haben die königliche Mofarbe von ihren Mützen ab- gerissen. An der Tür des Innenministeriums wurde ein Plakat angeschlagen, worauf ein Totenkopf mit königlicher Krone zu sehen ist. In improvisierten Liedern wird die Abreise des Königs gefeiert. Die r e p ublikanische Fahne wurde auf dem Königsschloß gehißt. Nach den letzten Mel- düngen sind derKönigunddieKönigin ge» meinsam abgereist, die Infanten hatten schon am Morgen Madrid verlassen. Um 1 Uhr hielt Alcala Zamora mit Lautsprechern eine A n - spräche an die vor dem Innenministerium versammelte Menge und kündigte für heute wichtige Verordnungen an. Oer Sturz der Peseta. Rückwirkungen an der Ncuyorker Börse. London, 14. April. (CRB.) 3n London mußten heute für ein Pfund Sterling 48.35 Peseten gegen gestern 47.30 Peseten bezahlt werden. An der R e u y o r k e r Börse ist der Kurs für eine Peseta von gestern zu heute um etwa 0,4 Cents gefallen. 3n Reuhork schließen die Finanzkreise aus dem Pesetarückgang, der der Abdankung des Königs folgte, daß der jüngste spanische Stabilifierungskredit nicht zur Stabilisierung benutzt wurde. Die Morgangesellschaft, die an dem Kredit beteiligt ist, lehnte eine Erklärung zu dieser Angelegenheit ab, doch wird allgemein bemerkt, daß dieser neueste politische Zwischenfall in Europa schwerlich geeignet sei, dieStim - mung für Käufe von A u s la n d p a p i e- ren bei dem infolge der lehtjährigen Ereignisse immer noch sehr vorsichtigen Publikum zu bessern. Solange der Obligationenmarkt keine Bellerung aufweise, müßte auch die Gewährung neuer Auslandanleihen verschoben werden. Oie erste republikanische Regierung. Tas Kabinett Zamora. Madrid. 14. April (TU.) wie verlaulel, wird das erste republikanische Ministerium folgendermaßen aussehen: Ministerpräsidenl: Alcala Zamora. Aeußcres: Rechtsanwalt L e r r o u x (Radikalrepublikaner). Justiz: Prof. D e los Rios (Sozialdemokrat). Inneres: Rechtsanwalt Maura (demokratischer Republikaner). Arbeit: Caballero (Sozialdemokrat). Finanz: Prielro (Sozialdemokrat). Oesfenlliche Arbeiten: Rechtsanwalt A l b o r n e z (Sozialdemokrat). Anterricht: Lehrer Domingo (republikanischer Sozialdemokrat). Verkehr: Rechtsanwalt Bartlos. Krieg: Rechtsanwalt A; ano (Republikaner). Der Präsident der provisorischen Regierung Alcala Z a m o r a Hal folgende durch Radio oerbreilele Rede an das spanische Volk gehalten: Ich begrüße die Ration. Ich fordere Luch alle auf, trotz der Begeisterung eine würdige Haltung zu bewahren. Spanien muß seine Größe beweisen. Bleibt weiter vorsichtig. Die provisorische Regierung wird in dem von Luch gewünschten Sinne arbeiten. Ihr habt das Recht, Verantwortung zu fordern. Die Madrider Arbeiter haben ihre Arbeitsstätten verlassen und marschieren in langen Demonstration»- zügen durch die Straßen der Stadt, in denen man neben der republikanischen häufig die rote Fahne sieht. Gerüchte über die bevorstehende Aufteilung des Großgrundbesitzes werden eifrig kommentiert. Aus Börfenkreisen hört man, daß Kapitalverfchiebungen ins Ausland in großem Stile im Gange sind. Fremdes Geld ist kaum zu haben. Die Autolaxen fahren mit roten Fahnen. Den städtischen Polizisten werden die Kronen von den Helmen gerissen. Auf dem Gebäude des Innenministeriums weht die rol- g e l b - v i o l e t t e Fahne der Republik, ebenso auf dem Rathaus, wo die Republikaner die Leitung der Geschäfte übernommen haben. Der neue Innenminister Miguel Maura hat den Sozialisten S a b or i t zum Bürgermeister von Madrid ernannt. Bei dieser Zeremonie wurden zwei Minuten Stillschweigen zu Lhren des anläßlich der Anruhen von Jaca Hingerichteten Hauptmannes Galan bewahrt, besten Bild an Stelle des Gemäldes des Königs im Sitzungssaal angebracht wurde. — In den ersten Abendstunden sind die Straßen außerordentlich stark belebt. Automobile durchrasen die Hauptadern der Stadt. Sie haben rote Fahnen und republikanische Flaggen gehißt. Eine Republik Kaialonien. Cbcrft Macia fordert in Barcelona einen iberischen Ltaatenbund. Barcelona, 14. April. (WTD.) Auf dem Bürgermeisteramt und auf dem Gebäude des Prvvi: z allandtaoes ist die republikanische Flagge gehißt worden. Bride Behörden sind in die Hand der Anhänger des Obersten Maria übergegangen. Die Polizei leistete keinen Widerstand und wagte gegen die republikanischen Demonstranten, an deren Spitze sich Maria gestellt halte, in keinem Augenblick einzuschreiten. Oberst Macia betrat das Gebäude des Provinziallandtages und forderte, daß es ihm übergeben werde. Dies geschah nach einem gewissen Widerstand. Oberst Maria veröffentlichte hierauf folgende Erklärung: 3m Romen des katalanischen Volkes rufe ich den katalanischen Staat unter republikanischem Regime aus, besten Einführung ich gleichfalls für die übrigen iberischen Völker zwecks Befreiung von der Monarchie der Bourbonen wünsche, mit denen wir eine Konföderation der iberischen Völker bilden werden, wir wünschen, daß diese Stimme zu allen freien Staaten im Ramen der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Frieden» unter den Völkern bringt Gez.: Frances Macia. Präsident der katalo- nifchen Republit Der Aufruf bedeutet die Proklamierung der Republik Katalonien als Staat innerhalb der iberischen Staatenföderation. 3m Einvernehmen mit dem Präsidenten der spanischen Bundesrepublik übernehme Oberst Macia, so erklärt er weiter, provisorisch die Befugnisse deS Regierungspräsidenten von Katalonien, bis das spanische und das katalonische Volk ihren Willen geäußert haben. Jeder, der die öffentliche Ordnung zu stören versuche, werde als Verräter am Vaterland angesehen Die Katalanen müssen sich der Freiheit, die sie erhalten haben, würdig zeigen Samora gegen einen katatonischen Separatismus. Madrid, 14. April. (WTB.) Alcala Zamora erklärte: „3ch habe telephonisch mit Oberst Macia und dem Dichter Ventura Casol gesprochen, die sich in Barcelona aufhalten Man tonnte bic 3ubelrufe der Bevölkerung auf den Straßen und die Rufe „Es lebe Katalonien I", „Es lebe die Republik!", „Es lebe Spanien!" durchs Telephon vernehmen. Oberst Macia hat bestätigt, daß die Republik in Barcelona proklamiert worden ist. Allerdings ist zu dementieren, daß es sich um eine separatistische katalonische Republik handelt. Oberst Macia hat weiter gesagt, daß die auf dem Marsche befindliche Bewegung den Wünschen Kataloniens Genugtuung geben muß dadurch, daß sie ein größeres und geeinteres Spanien schafft." Zamora erklärte weiter, baß er Oberst Macia gegenüber betont habe, daß jnan Zeit gewinnen müsse, um jede Störung der Ordnung und jedes Blutvergießen zu vermeiden. Alles müste abgeschlossen sein, bevor die Arbeiter sich etwa veranlaßt sähen, die Fabriken zu verlassen Außenpolitische Folgen. Der Umsturz, ein Erfolg der franzöfifchcn Politik. Berlin. 15. April. (LU.) Don den Berliner ‘Blättern wird darauf hingewiesen, daß dem spanischen König von deutscher Seite aus nicht vergesten werden dürfe, daß er im Weltkrieg strikte Neutralität gehalten habe. Die „Germania" glaubt nicht, daß Spanien mit dieser Wendung der Dinge am E-irde seiner politischen Kämpfe angekommen sei, fonbern daß im Lande trotz der Abdankung des Königs die Kämpfe um die Gestaltung weitergehen würden. DaS Ende des monarchistifchen Regimes bedeute eine Entwicklung, die auch eine starke kulturelle Seite habe. Die „D AZ." schreibt, nach dem Sturz Primo de RiveraS habe eS Spanien an einem entschlossenen eindeutigen politischen Willen gefehlt. Erst durch diese unsichere Politik sei daS monarchische Prinzip in eine Maße unpopulär geworden, tote es unter Primo de Rivera unmöglich gewesen wäre. Die „"Berliner Dörsenzeitung" weist darauf hin, daß die Bedeutung der Ereigniste klar werde, wenn man den Umsturz nicht nur als einen Erfolg dcr republikanischen Bewegung in Spanien, sondern als daS verstehe, was er in erster Linie sei, als einen Erfolg Frankreichs und als eine Folgeerscheinung des französisch-spanischen Gegensatzes. Die „Deutsche Tageszeitung" hebt hervor, daß sich durch den Umsturz außenpolitische Perspektiven eröffneten, die für Deutschland nicht gerade günstig seien, da die republikanische Bewegung in Spanien mit französischem Gelde unterstützt worden fei 9er letzte Vourbone auf Spaniens Thron. ,König werden ist nicht schwer: König sein dagegen sehr" — diese Abwandlung eines populären Zitates könnte als Motto über dem Leben Alfons XIII. stehen. Er »ist König fein 2eben lang gewesen. Kurz nach dem Tode seines Vaters, Alfons XII., geboren, hat Alfons Leon Ferdinand Maria 3okob 3sidor PaSqual Anton schon in der Wiege die stolzen, wenn auch nicht mehr ganz zutreffenden Titel eines Königs von Spanien, Kastilien, ßeon, Aragon, beider Sizilien, von 3erufalem, Ravarra, Granada, Toledo, Valencia, Galicien, Mallorca, Sevilla, Cerdena, Cordoba, Corcega, Murcia, 3aen, Algarbien, Algeciras, Gibraltar, der Kanarischen 3nseln, Oft- und Westindien, 3ndien und dem ozeanischen Festland, Erzherzogs von Oesterreich, Herzogs von Burgund. Brabant und Mailand, Grafen von Habsburg, Flandern, Tirol und Barcelona, Herrn von Vizcaha und Molina usw. getragen. Seit seinem 17. Geburtstag hat er die Regierung auch de facto geführt. Er ist also der älteste Monarch Europas. 3n diesen 45 3ahren ist ihm 3übel entgegengebraust, aufrichtige Verehrung zuteil geworden. Aber auch zahllose Anschläge auf Leib und Leben haben ihn die Kehrseite der Medaille sehen lassen, und mehr noch hat ihm, wenn er sich in der Oefsentlichkeit zeigte, eisiges Schweigen offenbart, daß es mit feiner Popularität, die er früher keineswegs nur bei unbedingten Monarchisten genoß, immer mehr bergab ging. Alfons XIII. zählt zweifellos nicht zu den Monarchen, die, weltentrückt und fern ihrem Volk, in der Atmosphäre der Schmeichelei nicht einmal ahnen, was die Untertanen von ihnen denken. Die Haltung, die der König in den letzten 3ahren, besonders seit dem Abgang Primo de Riveras in der Leitung der Staalsgeschäfte eingenommen hat, scheint fast den Anschein zu erwecken, als ob der Träger der Krone blind und taub gewesen sei für das, was sich im Volk an Erbitterung, Unzufriedenheit unb Widerstand aufgespeichert hatte und mm zur Entladung drängte. 3n Wirklichkeit hat der König sehr wohl gewußt, wie die Dinge um ihn standen, wie wenig Verlaß auf die Stützen des Thrones war, und wenn man ihm vorgeworfen hat, daß er seine Ratgeber und Minister gegeneinander ausgespielt und je nach Bedarf fallen gelassen habe, so ist dies nicht ganz berechtigt, weil er von sich selbst überzeugt war, auf Grund seiner Erfahrung und der Eigenschaften, die ihm ursprünglich seine große Popularität gesichert hatten, alle Schwierigkeiten schließlich doch meistern zu tonnen. Es war, wie man gesehen hat, eine Selbsttäuschung, wenn auch eine sehr begreifliche, eine Täuschung, der besonders der Skeptiker gern unterliegt Unb Alfons XIII. ist ein solcher Skeptiker, er hat nie daraus ein Hehl gemacht Die stolze Würde, die ihn umkleidete, das Zeremoniell seines Hofes, die ehrwürdige Tradition des Königshauses, die stolze Geschichte seines Laiches, alle die Zeugen unb Denkmäler bet Vergangenheit, die er, ob mit ober gegen ben Willen der Ration, nun doch einmal repräsentierte. haben ihn nicht blinb gemacht für die Zeit, in die er gestellt war, vielleicht hat es nie einen moderneren Monarchen gegeben als Alfons XIII. Wohl liebte er die Repräsentation, schon weil die Spanier daraus Wert legen, wohl war er König vom Scheitel bis zur Sohle, aber doch auf der anderen ©eite wieder zu sehr Sportsmann, Gesellschaftsmensch, Kavalier und umgänglich im Verkehr mit allen Schichten, um den Kontakt mit der Wirklichkeit zu verlieren. So wurde er auch Skeptiker. Als solche lassen ihn viele Anekdoten erkennen, die. wäre er nicht ein wirklicher König gewesen, auf Zynismus schließen lassen könnten. Als in seiner Umgebung einmal von den Attentatsgefahren die Rede war, denen der König ausgesetzt sei, und man beriet, wie man ihnen Vorbeugen könne, sagte der König entschiedenen Tones: „Was wollen Sie? Das ist nun einmal das Risiko, das mit meinem Metier verbunden ist." Daß er sich damit nicht in Szene setzen wollte, hat er mehrfach bewiesen, als er wahrhaft königliche Proben eines ungewöhnlichen Mutes an den Tag legte. Ein andermal, als er nach feiner Gewohnheit die Gräber feiner Vorfahren bei den Augustinern Im Schloß Escorial besuchte, äußerte er mit Bezug auf die eine Grabniscye, die dort noch frei ist: .Hier ruhen alle meine Ahnen — mehr Könige scheinen in der spanischen Geschichte nicht vorgesehen". Alfons XIII. war, wie schon erwähnt, ein ungewöhnlich mutiger Mann. Als er an feinem Hochzeitstag im prunkvollen Zug von der Kirche nach dem Schloß fuhr, wurde eine Bombe noch dem königlichen Wagen geschleudert. Zahlreiche Opfer blieben am Platz. Ein Attentat an einem solchen Tag — wer wäre da nicht außer Fassung geraten! Ringsum bemächtigte sich eine Panik der harrenden Volksmenge, nur Alfons verlor nicht einen Augenblick feine Kaltblütigkeit und sagte zu feiner jungen Frau: „Bewahren Sie die Ruhe, wir müssen aussteigen". Ein andermal steuerte er fein Auto selbst durch das Land und kam auch durch ein Dorf, das, wie bekannt war, fast ausschließlich anarchistische Bewohner hatte. Mitten auf der Straße erlitt fein Wagen eine Panne, und der König mußte mit feinem Chauffeur daran gehen, sie zu beheben. Natürlich wurde er sofort erkannt. Bald hatten sich einige hundert Menschen um ihn versammelt, die ihn nicht gerade mit den freundlichsten Blicken maßen. Der König aber beherrschte die Situation; er nahm eine Zigarette aus seinem Etui, trat auf einen besonders finster dreinblicken- den Anarchisten zu, bot ihm eine Zigarette an und bat um Feuer. Bei dem Attentat, das Sanchez Allegre im April 1913 auf offener Straße auf den König verübte entging dieser dem Tode nur da- durch, daß er seinem Pferde die Sporen in die Weichen drückte und den Attentäter in rasender Karriere über den Haufen ritt. Solcher Beweise feiner Furcht- losigkeit gibt es unzählige. Wie formte ein solcher Monarch, der nicht nur peinlich tadfer und sportliebend ist, was ifyn gas denkbarge« alen,müssen, denn ^Präsentation die Schaffung rtoaltung ist, die führen bcaWtigr. die für mich einen :et, auch für Berlin euen Aeta sein i Sertin. ilaitz am Parier sgebrannt. 8. Fiinkspruch.) heule >ren Slud^rpalaif om 6er ameritani• iu\t warben \\t, ta ihr ta\ä) um M M iiie man vielfach D e • achcn noch nicht lest' Feuemehr wurde aus und das Feuer, das f Übergriffen Halle, 1 mechanischen Leitern zieht sich "ach der nch und war mchl en hinterräumen des ine Wohnung, wegen r die anliegenden Treuer Bug^Parüer n Dachstuhl durch, der zog sich bis zum Dach- t-Tttaße hm, wo dre' annt sind, ctarer und trieb es noch dem t-Straße 21, der res am men wurde. Die ein, um zu verhindern, msgL i Übergriff. Der Leundstück in der 1L durch den gr°. briet und man Heu «i° aeit «i«e,lrit r^B bsggfe US »«Snunb man imen ou,Dfrliie- 6QrmluStiv efanben. U k>e das loeu . zas r=n ®S",* GUS' nnien. «'d«ch-»"? g^Sn**’ Wechselnd ÄdNt 66®rflb ?SÄ;S UTL Aus 6er Pn>»inxidf6aupHlaöf Sieben, den 15. April 1931. Apnlwetier! Die Sonne hatte in den letzten Tagen Wunder getan, und überall trank man den Frühling in vollen Zügen. Die ersten Schmetterlinge kamen zögernd geflattert, di« Mücken summten Im Sonnenlicht, die Tulpen folgten den Schneeglöckchen, unter Zäunen und Hecken dufteten Veilchen, und an Abhängen leuchteten die kleinen Vänseblüm- chen. Der Landmann zog Furchen. Welch köstliche Erdgeruch entquoll dem braunen Boden! Lind erst im Wald! Da fühlte man überall das erwachende Leben. «S stteg nach langem Winterschlaf hervor auS Laub und Moder. Die nlmmcrfatten Wandervögel hattrn schon -um Stab gegriffen und zogen über Land. Sie tonnten den Bildern und Lockungen de- Frühling- nicht widerstehen. Die Bächlein riefelten munterer, und die Brunnen plätscherten lustiger. Die /knospen der Bäume schwollen von Tag au Tag. bald muhten sie au'sbrechen, und reiche Blütenpracht sollte uns erfreuen. 3n der blauen Lust trillerten die Lerchen, von den Baumspitzen lockten die Amseln. Es waren Tage voll Sonnenschein, Frühltngs- zauber und jedes Herz atmete auf. Unsere Nachbarin hatte schon die Blumen vor das Fenster gestellt. Der Ofen in der Ecke ruhte aus von feiner Dinterarbeit. Nun ist er aber doch noch gekommen, der rich- Hge Aptill Drau hängt der Himmel Über uns, der Regen rieselt herab. Kalt weht die Lust. Der Ösen muh von neuem Wärme spenden, und die Blumen vor dem Fenster sind verschwunden. .April, April, der weist nicht, waS er Willi" Graue Wolken verhüllen den Tag. Die Landschaft ist überschattet. SS ist wie ein neu beginnender Winterschlaf. Am Abend aber kommt die leuchtende Sonne noch einmal hinter den Wolken hervor und lächelt über die von Regentropfen glänzende Erde. Es ist wie eine Verbüßung für Den kommenden Tag: Rur nicht zagen! April I Klingt das Wort April nicht schon wie Spott? Lästt der er ft e deS Monats nicht schon alle Register von Schadenfreude und Ausgelassenheit fühlen? Und so begann nach der ersten schönen Hälfte diese- wunderlichen MonatS die zweite mit Regen und Kälte. Aber wir wissen, eS ist nur eine Laune deS Wettergottes, es sind nur einige kurze Tage, dann wird mit erneuter Kraft dre Sonne scheinen, und alles wird vergessen fein! M. E. Die (Siebener höheren Lehranstalten. Die Jahresberichte der Siebener höheren Lehranstalten — deS Dymna- siumS, des Realgymnasiums, der Oberrealschule und der Studienanstalt — über das Schuljahr 1930/31 sind in der üblichen Form im Druck erschienen. Heber den Des uch der Schulen geben folgende Ziffern Ausschlust: Der Schülerbestand des Gymnasiums betrug am 15. Mai v. 3. 197 Schüler, unter denen sich 9 Schülerinnen befanden. Die Aufnahme in VI betrug 34 Schüler, darunter 4 Schülerinnen und 5 Schüler und Schülerinnen, die nach dreijährigem Grundschulbefuch eintraten. Die ordentliche Reifeprüfung bestanden 17 Oberprimaner. darunter 2 Schülerinnen. Die Gesamtzahl der Schüler des Realgymnasiums betrug 457. 11 traten im Laufe des Schuljahres aus, 446 wurden am Ende des Schuljahres gezählt. Der evangelischen Kirche gehörten 3S6 Schüler an. der katholischen 38. der israelitischen 25. anderen Religionsgemeinschaften 2. Aus Giehen waren 225 Schüler. 122 aus anderen hessischen Orten. 77 aus nichrhess Ischen deutschen Otten. 29 Schüler bestanden die Steife- Prüfung. 3m Bericht deS Realgymnasiums wurde die Weih« des Ehrenmals für di« Gefallenen der Schule besonders hervorgehoben. 3n der Oberrealschule betrug die Gesamtzahl der Schüler 671. im Laufe des Schuljahres traten 19 ein und 56 aus. so dah die Zahl am Schlüsse des Schuljahres 634 lautete. 610 Schüler «hörten der evangelischen Kirche. 42 der katholischen, 15 der israelitischen und vier anderen Religionsgemeinschaften an. 230 Schüler waren In Sieben beheimatet. 177 in anderen hessischen Orten. 214 stammten aus Orten des übrigen Deutschlands Die Reifeprüfung wurde von 67 Schülern bestanden. 3n der Studienanstalt betrug di« Gesamtzahl der Schülerinnen 616, im Laufe des Jahres traten 28 au8, 588 gehörten der Schule om Ende des Schuljahres an. 499 Schülerinnen sind evangelisch, 61 katholisch. 31 israelitisch, zwei gehören arideren Religionsgemeinschaften an. 439 Schülerinnen stammten aus Diesten, 92 auS anderen hessischen Orten, 62 aus nichthefsischen deutschen Orten 21 Schülerinnen bestanden die Reifeprüfung. Bornotizen. — T a ge s ka l« n d e r für Mittwoch: Stadttheater: ..Di« Welt, in der man sich langweilt". 20 bi» 22.30 Uhr - Verein Rudersport Diesten 1913 und Akadem. Rudcrabteilung: OHo- natsvcrsammlung. 20.30 Uhr, DootÄhaus. — Lichtspielhaus, Dah ich os st rast«: ..Drei Tage Mittelarrest. — Aus dem S t a d 11 he a t e r b u re a u wird uns geschrieben: Heute. 20 Uhr. Paillerons .Die Welt, in der man sich langwellt" (Gastspiel Auguste Prasch-Drevenberg). — Am Freitag, 17. April, zum letzten Male .Lady Windermeres Fächer" von O. Wilde, als Gast in der Rolle der Herzogin Frau Auguste Prasch-Grevenberg. — Sonntag, 19. April, 11.30 Uhr. wird als 4. Tag des KammerspielzykluS ein Hans-Sachs-Vormittag in Szene gehen Dr. Karl Ritter hat verschiedene Stücke und Schwankgedichte zu einer einheitlichen Veranstaltung zusammengestellt und wird vorher einen kurzen, einleitenven Vortrag über die Art feiner Inszenierung und über die dramaturgisch« Bedeutung von HanS Sachs halten Um 15 Uhr und um 17 Uhr werden die Weintraubs-Syncopators, die auf vielseitigen Wunsch nochmals von der Intendanz verpflichtet wurden, zwei Konzert« geben. •• Aufgehobene Straßensoerre. Till- geteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. D. (21. o. D ): Die Sperrung der Ortsdurchfahrt Klein- Linden im Zuge der Straße Gießen—Wetzlar wird am 15. April aufgehoben. Goldene Hochzeit. Die Feier der goldenen Hochzeit begehen am morgigen Donnerstag, 16. April, der Schriftsetzer Michael Keßler und Frau, geb. Hamel, Schiffenberg rW g7 wohnhaft. •• Ledigenzuschlag zur Lohn st euer. Das Reichsfinanzministerium weist darauf hin, daß die Arbeitgeber auf Grund der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 verpflichtet sind, den Zuschlag zur Lohnsteuer der ledigen Arbeitnehmer, der Ursprung- sich am 31. Marz 1931 außer Straft treten sollte, bl» zum 31. März 1932 — also für bas ganze Rech- nungssahr 1931 — weiter zu erheben. Der Zuschlag beträgt bei Tantiemen. Gratifikationen und anderen einmaligen Einnahmen 1 o H., die gesamte Lohn- (teuer also 11 v. H der einmaligen Einnahmen. Bei laufenden Bezügen ist der Ledigenzuschlag wie bisher zu berechnen. ee Das oberhessische Schwurgericht wird sich in der nächsten Woche neben den gestern bereits berichteten Anklagefällen auch noch mit einem größeren Prozeß wegen Abtreibung zu beschäftigen haben, der am Mittwoch zur Verhandlung kommen wird. Angeklagt sind sieben Personen, von denen Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitage- oder In der Samstags- nummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame SalzausataMung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf zwei au» Gießen sind, vier in Beuern wohnen und eine in Heuchelheim wohnhaft ist. Die Anklage ver- tritt Staatsanwalt Fischer, al» Verteidiger fungieren sechs Gießener Rechtsanwälte. *• 3nter«ssantr Dogelzuabeobach- tuna. Di« Umfrag« über Beobachtungen des Vogelzuaes in der Rächt vom 21. »um 2. März hat zahlreiche mündliche und schriftliche Mitteilungen an Gtudienrat Hölzel (Gießen) nach sich gezogen. Wenn auch schon in den vorhergehenden Rächten Ziehende Vogel festaestellt wurden, so muß doch viese Rächt für untere Gegend eine Zugnacht erster Ordnung gewesen fein. Die früheste Beobachtung erfolgte, soweit mitgeteitt, um 21.30 Uhr, die letzte um 4 Uhr, dazwischen sind zu allen Zeilen ziehende Vögel gehört worden. Es handelte sich dabei um ganz verschieden« Vogelarten, die nach den Stimmlauten zu unterscheiden selbst für den Fachmann ost schwer ist. Rach dem Ergebnis der Umfrage in hiesigen Iägerkveisen hat gleichzeitig auch der Schnepfen- ftrich erst bann richtig begonnen, b. h auch der Waldschnepfenzug hatte unsere Gegend erreicht. Ob sich aus der Wetterlage etwa bestimmte Gründe für diesen besonders starken Zug er» kennen lassen, wird Aufgabe einer genaueren Untersuchung sein. ee Frühlingsblumen werden seltener. Aus Birklar bei Lich wird unS geschrieben, daß eine Reihe von Frühlingsblumen, die inshesondere die heimischen Buchenwälder schmückten, immer seltener werden. DaS dürfte in der Hauptsache darauf zurückzuführen fein. baß die Blumen bald nach ihrem Erscheinen hl Übergroßer Menge abgepsiückt werden und dadurch eine weitere Verbreitung verhindert wird. 3nsbefondere gilt dies von der sog. Küchenschelle. von der Anemone pulsstills. vom Seidelbast. der auch Kellerhals genannt wird. Roch viele andere Blumen werben seltener als früher angetroffen. Um der völligen Ausrottung vorzubeugen, tollten die Kinder von der Schule aus zum Pflanzenschutz angehalten werben. Flur- und Waldhüter sollten dem Schutz der Frühlingsblumen ihr Augenmerk zuwenden, und schließlich könnten einzelne Blumen, die als besonders gefährdet erscheinen, unter gesetzlichen Pflanzenschutz gestellt werben, wie das in andern Gegenden bereits geschehen ist. ee Trübe Aussichten Im Tiera rtzt- beruf. Dom Verein der praktischen Tieräröke In Hessen wird uns geschrieben: Es wird häufig übersehen, dah die Zahl der Studierenden der De- terinärkund« in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist. 1928 waren es rund 1000 Studierende; im Jahre 1930 war diese Zahl jedoch gestiegen auf 1350. also eine Steigerung um 35 Prozent In wenigen Jahren. Man muh hierbei bedenken, bah bic Motorisierung in den letzten Jahren starte Fortschritte gemacht hat. Dadurch ist das Arbeitsfeld des Tierarztes in der Stadt, aber auch auf dem Lande, merklich eingeengt worden. 3m übrigen wird kein akademischer Berus so stark von der Aotlage der Landbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen wie der tierärztliche. Di« Wirt» schastslage dieses Standes — die übergroße Mehrzahl der Berufstätigen freiberuflich tätig — famx daher keineswegs als günstig angesehen werden. •• Vorbereitung für ein 118er« Denkmal. 3n den Städten WormS. Mainz» Darmstadt, Frankfurt a. Main, Offenbach, Dieben und Bensheim habe, sich Vereine ehemaliger 118«r gegründet mit dem Zweck, ihre gefallenen Kameraden mit einem Densinal in WormS zu ehren. Am kommenden Verbandstag in Worms werden die diesbezüglichen grundlegenden Fragen besprochen. Alle ehemaligen 118er Kameraden sollen an der Tagung tellneh- men, mit beraten und arbeiten Helsen. Zur Tagung spielt di« Siebener Reichswehrkapell« •• Zwei Unfälle. Gestern gegen 12.30 Uhr geriet ein etwa achtjähriger Junge namens Heinrich Schmidt an der Ecke Löwengasse-Bahnhofftraße vor einen Personenkraftwagen, wurde M Boden geschleudert und erlitt eine Gehirnerschütterung. Durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wurde das Kind nach der Chirurgischen Klinik gebracht. Der Zustand des bedauernswerten Knaben ist ernst. Die Schuldfrage an dem Unfall ist noch niet’* geklärt. — Ein anderer Unfall ereignete sich bereits am Vormittage des aeftrigen Tages auf dem Gelände des künftigen Diehhofes, auf dem zur Zeit ein Damm entlang der Lahn gebaut wird. Eine Kipplori sprang aus den Gleisen, und zwei Arbeiter, die sich in unmittelbarer Nähe befanden, gerieten unter den Wagen. Die beiden Verunglückten wurden nach der Chirurgischen Klinik gebracht, konnten jedoch nach Feststellung der Verletzungen — sie hatten lediglich einige Quetschungen erlitten — entlasten werden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 blf 1233 Uhr. 16 bl» 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen EINHEITS PACKUNG GROSSPACKUNG MK1-5OJ cYv R d '.A 5; ■ V V / ■ M ■ L MW ivV.j » . ,■ > t V- '■ 4 - . /. —z-,■ , V M' V,.; ■ - M ?- .<■ V- -5’, '■ • / V Xi ■' •' ft i . L WAl f w- xjsr^ f dem schnellsten Wege nach unseren 74 Groß-Vertellunasstellen und von de aus in alle Teile des Reiches. 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Auch heute noch stecken sämtliche deutschen Pflanzer in den ersten schweren Ausbau- jähren, die von ihnen das Höchstmaß an Entbehrungen und Anstrengungen fordern. Vor einigen Monaten haben, wie gemeldet, die deutschen Pflanzer sich au einer Organisation zusammengeschlossen, den .Verband der deutschen Pflanzer und Farmer in den südwestlichen Hochländern von Tanganyika". Die Ziele de» Zusammenschlusses lagen zunächst mehr auf kulturellem und gesellschaftlichem Gebiet. Nunmehr aber hat sich der Verband zu einem .Deutschen Wirtschaftsverband" erweitert, um die wirtschaftlichen Jnt:r unbP «ruft. Lf... e”M. ^ss« ÄFJ 9en ben «J“'2- en. juTfSc;, H. ZKL >*X5qK onio* feinSerg, Gesten, 12:1 (2:1). s ^^srche Tref. S WaSenborn. y. 3u diesem Spiel Acmtz au) bcvbet L?ay G* 6i|tt der Platz. ^splrl und Hjuh. ' N toenigen M. 9 eine schöne fieifcmg un9 gehen. Ein grober 1 brachte sofort den ^iute vertvandelle der erläge zum Sieget« igte beidnseits schöne n olle Ausgleichs« m dem standhaften ,Schiri Philipp, >:ele stets gewachsen. »essen (O.$.) Sb. Srohen-Lillden! öpiel mit Ersatz an rchtvung. Äuhndem arzrr Spieldauer bet« t auhemrdentlich dorten sehr har! spirltm, Irenze des Erlaubten als Derbrspiel hat WS 15:9 (3:3). MArnim 'M* rin zu einm velrii« :rlaus nach zu einem Lannscha'ten lieferten krjHt fairen Kampf, t ziemlich ausgegliche- jfeder hatten lediglich piel, ertvi.'fen sich die Spielhälfte als die llormann mußte, durch ige » passieren ; gehalten halte. dee abzubringen, und ne sich M an bm der Klostertracht der mmer vom Leben ge* Hartes Empfinden war ,igen Schwester nchts z Donnendascm. rme, schwache Daturen, i der Mit zurecht zu cht ftr einevnSrun^ M die nur durchs drü-lt war. »JfJ ens erfreuen. WN voll vor ihr austat. Jahren! Da vergaß ‘Äm « S°» w,dh> . „fto Dame wieder E7SÄ I'« S Sd^e! 6” «Va tal ihr <”!' irie. Dtgand. %i&s raße 9c9anL leiden- räullftA r ein« ^^baellartes ■««‘SS.'E , während s.' tv.e etj* ober W “’S MS® 0‘^äfc -kKA bet n,iel Sandball im Labn-Oünsbera-<^au Io. Vorkhardsseldeo I — Io. Beuern I 5:1 (2:0). TaS rüdflänoige Berba.idS^piet zwtsa-en (Hefen beiden Mannschaften wurde in Oppenrod auS- flctragen. Das Spiel endete mit einem verdienten Sieg der DurkhardSfelder, die allerdings. erst gegen Schluß der ersten Halbzeit mit zwei Toren die Führung übernehmen tonnten. Nach dem Wechsel wurde daS Spiel härter. ‘Beuern versuchte daS Ergebnis zu verbessern, errang jedoch nur daS Ehrentor, während Burkhardsfelden noch dreimal erfolgreich war. Io. ÜUenborf I — Io. Staufenberg I 5:1 (2:0). Deide Mannschaften lieferten sich ein spannendes Spiel um den zweiten Platz In der Tabelle des 2. Bezirks Der Sieg der OHLenborfer erscheint in dieser Höhe nicht ganz verdient, denn Staufen« berg war nicht vier Tore schlechter. Allerdings spielten die Staufenberger etwaS zerfahren, während der Sieger ein ausgeprägtes Flügelspiel vorführte, das den Srsolg brachte. hausen I — Erba I 8:4. Arn Sonntag trafen sich in Hausen die erste Mannschaft des Tv. Erda mit der ersten Mannschaft deS Tv. Hausen 1884 zu einem Gesellschaftsspiel. SS kam ein hartes Spiel zustande, bei dem die bessere Mannschaft den Sieg errang. 2frbeifer«£urn» und öportbunö. Heuchelheuu I — Raunheim l 5:2. Naunheim war am Sonntag zum Serienspiel in Hcuchcchcim zu Gast. Die Einheimischen traten In neuer Aufstellung an. Es entwickelte sich ein flotteS Spiel. Naunheim erwies sich vorerst als tonangebend, doch tarn Heuchelheim bald auf und lieferte ein gleichwertiges ausgeglichenes Spiel. Nach dem Seitenwechsel gestalteten die Einheimischen daS Spiel überlegener und schließlich mußte sich der BezirkSmeister einwandfrei geschlagen bekennen. Heuchelheim II — Sich! 1:2. Die 2. Mannschaft Heuchelheims spielte gegen die 1. Mannschaft von Lich. Die Gäste waren den Einheimischen überlegen, tonnten aber doch nur einen knappen Sieg landen. Wieseck 1 — Burkhardsfelden I 6:1. Die technische II eber legen hei t der Wiesecker gab dem Spiel die Eigenart. Nachdem es ihnen gelang, die Führung au übernehmen, erhöhten sie das Ergebnis in gleichmäßigen Abständen auf sechs Tore, während die Gäste nur das Ehrentor erzieltem Wieseck ll — Hachborn l 8:1. Auch in diesem Kampf waren die Ginheimi- scher, den Gästen technisch überlegen, die sich bis Schluß mit hohem Resultat geschlagen bekennen mußten. Die 2. Jugend von Wieseck konnte ihren Gegner, die Jugend von Wißmar, mit einer 4 0-Nieder- lage nach Hause senden. 3n Rödgen lieferten sich die dortige 3ugcnb .und die 1. Jugend von Wieseck ein schönes Spiel, in dem die Gäste mit 3: 0 Toren Sieger blieben. Marburg I — Daubringen I 3:1. Daubringen war zum Serienspiel in Marburg zu Gast. Marburg crwie» sich zeitweise alS überlegen und konnte bei Halbzeit mit 2:0 Toren führen. Nach Seitenwechsel erhöhte Marburg auf 3:0. Kurz vor Schluß erzielte Daubringen das Ehrentor. Rieder-Ohmeu 1 — Hausen I 1:0. Haufen war bei dem Neuling Dieder-Ohmen zu Gast und mußte erfahren, daß man auch dort Fußball zu spielen versteht. 3n einem schönen Spiele mußten sie sich knapp mit 1:0 Toren geschlagen bekennen. Handball. Sch'edSrichter-Mannschaft — Wißmar I 3:1. Auf dem Wiesecker Sportplatz standen sich am Sonntagvormittag beide Mannschaften in einem Lehrspiel gegenüber, daS die Schiedsrichter ali Sieger sah Krofdorf I — Herborn I 7.1. Zum ersten Serienspiel der Handballer standen sich obige Mannschaften in Kinzenbach gegenüber. Krofdorf war seinem Gegner technisch und spießerisch überlegen und Herborn mußte sich mit 7:1 geschlagen bekennen. Aus öem Amlsverlünbigungsdlatt. * DaS AmtSverkündigungSblatk Nr. 27 vorn 14. AprZ enthält: Straßenlperre- Aufbebung. — Schuh der 3nbcibcner Waffer- quellen und der zugehörigen LeitungSanlaaen. — Die Erhebung einer KanalbenutzungSgebühr in der Gemeind« Wieseck. — Besichtigung der Museen der Stadt Gießen durch die Schulew (Schluß deo redaklionrllen lelli.) Line wirkliche Ueberrafchuug haben alle die Hausfrauen erlebt, die einen Versuch mit der neuen Boden Treme gemacht haben. Die Eigenschaften, die bei diesem neuen Helfer der Hausfrau fycrDortreten, sind so überraschend, daß man durch die einmalige Verwendung unbedingt für Perwachs gewonnen ist. 2498V NaS Geheimnis. (fine Telefon.Plauderei. .......„Danfi für Deinen Lnrusl Mr kommen natür» ssch gern zu Deinem Fest, Xubl freut sich schon diebisch l — Obrigene, bafl Du vom Zilmbass gehört?« "Ja, muß entzückend gewesen fein! MeFttmgrößen waren da. Lotte hal sogar mii Harr, Lledk, getanzt. Er soll ein ganz reizender Mensch sein — soll von Lottes wundervollem Teint entzückt gewesen sein." «Weißt Du auch - Assessor Günther « Verlobung Iss wegen Lotte auseinander gegangen. Er will Lotte unbedingt heiraten I" „Da« wollen noch mehr! — jch bendbe Lotte, diese Zauberin der SchönheitI" *Da« hast Du nicht mehr nötig — ich kennt ihr Zauder» mittel! jch wende e« natürlich auch an — ässe sagen seither, ich habe einen Teint wie von Milch und Honig. Du wirst staunen, wie diese« Zaubermittel Ereme Mouson virtt l Lotte hat mir auch die wirksamste ilnwendungsmethode verraten: Morgen« und abend« lauwarme« Waschen mit Creme Mouson-Geise - nach dem Ab trockn en (Xreme Mouson mm dick austragen und einige Minuten einwlrkei. lassen. Zart ab» reiben — erneut dreme Mouson hauchdünn austragen und leicht etnrnaffieren." Donnerstag, den 16. 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Versucht man eine Definition, so wird zunächst vom betriebswirtschaftlichen Stand« punkt^au» zu fagen fein, dah eS sich bei der Markenware gewissermaßen um ein standardisierteS Prvdukt des einzelnen Betriebe« handelt, wobei Bedacht genommen wird auf die Einheit der Menge, der ftorm, der Eigenschaft bzw. Qualität de» Erzeugnisses, der Verpackung. der Handels- form, der Bezeichnung und deS Preise». SS liegt hier also gewissermaßen der Ausfluß unserer heutigen Rationalisierungs-Bestrebungen vor, und zwar in einer Form, wie sie vollkommener kaum gedacht werden kann. Denn wir finden Auswirkungen der Rationalisierung bei dem Markenartikel nicht nur auf dem Gebiet der Produktion sondern auch auf dem der Güterverteilung und der Dedarf-deckunq. Da» standardisierte Produkt hat zur Voraus- sehung eine gleichmäßige Serienfertigung, d. h. also gleichartige Arbeitsgänge, und führt so vielfach zu einer verbilligten Fertigung. Die hierfür benötigten gleichmäßigen bzw. gleichartigen Werkzeuge und Maschinen übertragen den Gedanken der Standardisierung in daS Gebiet der Produk- tionSgüter-Industrien. die nun entsprechend gleichmäßige Werkzeuge liefern sollen, und außer- dem in das Gebiet der Rohstofferzeugung btto. Rohstokfgewlnnung. denn auch die Rohmaterialien sollen bei einem derartig standardisierten Markenartikel selbstverständlich von gleicher Güte und Art fein. Darüber hinaus finden wir sehr deutliche Züge der Rationalisierung auf dem Gebiet der Düter- verteilung: Markenartikel schließen in sich ein den Gedanken handelsüblicher Mengen und handelsüblicher Qualität. Die Tendenz hierzu finden wir nicht etwa nur bei Fertigprodukten, sondern auch bei Roherzeugnissen: Das Bestreben zur Schaffung börsengängiger Standardqualitäten, z. B. beim Weizen, beim Roggen, beim Mai» usto. ist bekannt und bedeutet im Grunde genommen nicht- anderes als Schaffung von Markenartikeln auf diesem Gebiet. DaS gleiche güt von Kupfer, Baumwolle, Kaffee usw., und eS ist erkennbar, wie stark gerade die Standardisierung dieser Produkte heute an Bedeutung gewinnt im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise. (24 dürfte auch wohl kaum einem Zweifel unterliegen. daß an dieser Stelle, d. h. also in den Beziehungen zwischen Ware und Qualität, der Kernpunkt des Markenartikel-ProblemS liegt, und eS ist beachtenswert, dah eine Standardisierung der Qualität im qH-,cm einen die Tendenz zu einer Steigerung der Leistung bzw. zu einer Qualitäts- Konkurrenz trägt. Engste Zusammenhänge bestehen auch zwischen Markenartikeln und den Rationalisierungs-Bestrebungen auf dem Gebiete der Bedarfsdeckung. Die Markengarantie, die ia, wie nochmals mit Rachdruck betont werden soll, eine Qualitätsgarantie darstellt, erspart umständliches Probeneh- men, die Lagerung wird vereinfacht, denn Verpackung, Größe und Gewicht sind einheitlich und, waS ebenso! S wichtig ist, im voraus bekannt, so dah rechtzeitig für eine entsprechende Lagerung Vorsorge getroffen werden kann. Auch daS De- stellwesen Ist vereinfacht, denn der Ausdruck .wie gehabt" erhält hier wirklichen Sinn, und es ist außerdem nicht unwichtig, dah auch der Preis von vornherein bekannt ist, und zwar nicht nur der Preis als solcher, sondern das Verhältnis zwischen Preis und Leistung, da ja gerade dieses Verhältnis der Standardisierung unterliegt. Freilich wird man einwenden können, dah derartige Standard-Produkte im Grunde genommen nur in eine stabile Wirtschaft hineinpassen, und dah e» ihnen an Anpassungs-Möglichkeiten bei Konsunktur-Schwankungen fehlt. Es muh aber durchaus nicht gesagt sein, dah eine solche Ei;en- schaft als Mangel zu gelten hat sondern eS dürfte gerade In Zeiten der schwankenden Konjunktur erwünscht sein, innerhalb deS Güterverkehrs ge- wissermahen Punkte zur Ankristallisierung stabiler Tendenzen zu haben. Zudem sei darauf hinge- wiesen, dah bei ansteigender Tendenz gerade bei Markenartikeln die Preise erheblich langsamer an- ziehen. als bei nicht gebundenen Artikeln. Ss erhellt hieraus die volkswirtschaftliche Funktion der Markenartikel in der kapitalistischen Wirtschaft. Wir finden gewisfermahen eine Durchsetzung deS gesamten labilen Systems mit stabilen Schichtungen. Ls kann also bis zu einem bestimmten Grade die Gruppe der Markenartikel krisenvermindernd wirken. So bedeuten sie vielfach tic Garantie bestimmter Mindesthandelsspannen für den Wiederverkäufer. Sie sind ihnen ein Schuh vor mahlofer PreiSfchleuderci. sie ermöglichen stärkste Rationalisierung der Lagerhaltung und damit Verringerung ocS investierten Kapitals und sie bedeuten in diesem Zusammenhang schließlich auch einen Schutz der Hersteller vor dem finanziellen Zusammenbruch ihrer Abnehmer. Die» hat natürlich nichts mit übersetzten Preisen zu tun. Verschiebt sich der Gesamtaufbau, sind Preise auf inzwifchen völlig veränderten Voraussetzungen aufgebaut, dann wird die wirtschaftliche Grundbewegung, welche von den Amerikanern gegenüber den Konjunktur-Schwankun- gen als „trenb" bezeichnet wird, auch vor Mar- kenpreisen nicht Halt machen, zumal diese ja durchaus nicht Kartell- oder Monopol-Preisen gleichzuachten sind, da überhöhte Preise die Konkurrenz zur Schaffung billigerer Konkurrenzmarken anreizen. Wie aber unter gesunden Verhältnissen sich Markenpreise übrigens auch ohne Rechtsschutz, ja a. T. sogar gcicn eine bestimmte Rechtsprechung durchsetzen, Dafür diene ein Beispiel au» Amerika. Da» große Warenhaus Maey, Reuyork. ist dafür bekannt, daß e» grundfählich um 6 Prozent billiger verkauft al» alle anderen Häuser. Es tut die» auch mit einem weltbekannten Markenartikel. dem Kodakfilm. Darauf wurde e» vom Hersteller mit tiefem Film nicht mehr beliefert und klagte auf Weiterbelieferung. Bei der amerikanischen Mentalität konnte von vornherein damit gerechnet werden, dah diese Klage anerkannt wurde. Tatsächlich muhte e» r beliefert werden, und die Kodak-Dcfellfchaft konnte bei Mach nicht» zur Durchfetzung ihrer P. ue unternehmen. Trotzdem aber blieb und bleibt im ganzen Lande der Kodakfilm als Markenartikel ausrechterhalten und hat auch überall feinen Prei» durchgesetzt. Wenn hier deutschen Lesern ein amerikanische» Beispiel geboten werden darf, so beweist da» bereit» die weltwirtschaftliche Bedeutung der Markenartikelsrage. Don dieser Seite gesehen, erhält gerade für Deutschland da» Markenartikel- Problem ein besonderes Gesicht: Weltmarken lassen sich nur auf dem Prinzip garantierter Leistung aufbauen. Der deutsche Markenartikel ist durchaus nicht nur und durchaus nicht überwiegend ein beliebiger, lediglich standardisierter Stapelartikel, sondern er ragt fast stetS durch seine Qualität aus der Menge gleichartiger Erzeugnisse hervor. Vielfach wird vom gleichen Fabrikanten das gleiche Produkt in bester Qualität unter feiner Marke, d. h. al» Markenartikel, verkauft, während eine fog. zweite Sortierung ohne Markenbezeichnung auf den Markt kommt. Damit kennzeichnet fich der Markenartikel in feiner wichtigsten Eigenschaft: SS steht hinter ihm die Garantie deS Produzenten. der mit feinem Ramen die Qualität verbürgt. Die Propaganda de» eigenen Ramen» geht Hand in Hand mit der Propaganda deS Quali- tätSstandard», und Konkurrenz bedeutet somit: immer Bessere» liefern, al» der andere. Damit erhält der Markenartikel eine doppelte Aufgabe: nach innen wirkt er erzieherisch auf die Produktionsleistung ein, nach außen führt er den QualitätSgedanken auf dem Weltmarkt al» Konkurrenzprinzip ein. Richt zuletzt ist die» der Grund, weShald viele deutsche Industrien auch gegenwärtig ihren Stand auf dem Weltmarkt behaupten. Welche Bedeutung dem zukommen mag, geht daraus hervor, dah e» sogar gelungen ist. für bestimmte deutsche Qualitätsmarkenartikel einen einheitlichen Preis für die ganze Welt durchzu- fetzcn. Da als einziges Beispiel In diesen Ausführungen eine amerikanische Firma genannt wurde, mag ein deutsches Gegenbeispiel den Abschluß bilden. In der ganzen Welt pflegt man einen guten Feldstecher so zu kaufen, dah man in einem entsprechenden Fachgeschäft einen Zeih-Feldstecher verlangt und sich an diesem die Markengravierung zeigen läßt. Man braucht nicht nach dem Preis zu fragen, man braucht auch nicht zur Probe erst einmal hindurchzusehen. Man weih in der ganzen Welt, dah die bekannte Fabrikmarke auf dem deutschen Feldstecher Gewähr für einheitliche Qualität und einheitlichen Preis bedeutet. Das Bausparkaffengesetz. Run hat da» Dausparwefen in Deutschland eine gesetzliche, und zwar gleich eine relchSgesetzliche Regelung erfahren. Rach langwierigen Vorarbeiten durch die Sachbearbeiter der Regierung und nach sehr eingehenden Beratungen im Volkswirtschaftlichen Äusschuh des Reichstage- gab das Parlament einem zum geringen Teil erweiterten Entwurf der ReichS- regterung feine Zustimmung und bestimmte als Termin des Inkrafttreten» den 1. Q k t o b c r 1931. Ein halbes Jahr bleibt den gegenwärtig bestehenden Bausparkassen noch Zeit, ihre Satzungen und ihren Geschäslsplan so umzuändem, dah er den gesetzlichen Anforderungen entspricht. DaS Gesetz stellt vom 1. Oktober d 3. an alle Bausparkassen unter die Aussicht des Reichsaufsichtsamts für Privatversicherung, das die Genehmigung zum Geschäftsbetriebe auszusprechen und die Kontrolle über die Geschäftsführung durchzuführen hat. Vom Aufsichtsamt wird für jede Bausparkasse ein Treuhänder bestellt, der über Ausreichende Kontrollmöglichkeiten auch des Internen Betriebes der Institute verfügt. Sehr eingehend sind auch die Vorschriften über die Werbetätigkeit der Kassen. ES können nicht mehr unbestimmte, aber nur zu geschickt abgefaßte Angaben über die kürzeste und die längste Wartezeit gemacht werden, absichtlich ober unabsichtlich unklare und vage Versprechungen über den Zuteilungstermin der Baufparsumme dürfen nicht mehr abgegeben werden. Von besonderer Bedeutung wird die praktische Arbeit des ReichsaussichtSamts sein. 3n den Kreisen der Bausparer besteht zur Zeit heftige Unruhe, sie befürchten, daß bei einer nicht geringen Anzahl von privaten Bausparkassen das Bedürfnis nach einer Umstellung oder auch nach Sanierung vorhanden fein wird. Der jetzt gesetz- lich feftgelegte Zwang zur Veröffentlichung der Geschäftsergebnisse und des Anteils der Unkosten, die Forderung der Angabe des Ligenkapitals und der Sicherungsreserven und endlich die notwendig gewordene Umwandlung der Bausparkassen in Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Konunan- bit- ober Aktiengesellschaften bringt Klarheit in bie bestehenben Betriebe, in benen durch bas bisherige Fehlen präziser Angaben manche- Ungesunde verdeckt wurde. So einschneidend diese Bestimmungen für die äußere Geschäftspolitik der privaten 3nftihite erscheinen, so stark hält sich das Gesetz von jeder materiellen Regelung des DauspargeschäfteS Im einzelnen fern. Wohl auS der richtigen Erwägung heraus, daß die Dinge noch zu sehr im Fluß seien, alS baß man ihnen mit einer enbgültigen Lösung beifommen könnte. Die Praxis des Aufsichtsamtes wirb entscheiden, wie weit bas Gesetz den tatsächlichen Verhältnissen entspricht: von ber praktischen Auswirkung darf aber auch erwartet werden, dah überall dort scharf durchgegriffen wird, wo ein an sich begrüßenswerter Gedanke durch menschliche Unzulänglichkeit diS- frebiert wirb. Es verdient in diesem Zusammenhänge Beachtung. dah sich bie öffentlichen Bausparkassen, bie zumeist Abteilungen ber Lanbesbanken unb der Girozentralen sind, sich von Beginn ihrer Tätig- feit an sofort der lanbesbehördlichen Aufsicht unterstellt haben. Die Arbeit dieser Bausparkassen vollzieht sich reibungslos und verdient besondere Qlnerfennung. Ihre Sicherheit ist durch bie Haftung ber öffentlichen Körperschaften (Sparkassen ufto.l) einwandfrei gewährleistet. Handwerk und Werbung. Don $. Oerlien, Hannover, Vorsitzendem des Reichsverbandes des deutschen Handwerks. DaS Handwerk von heute ist ein anderes, als bad Handwerk um die Mitte beS vorigen Jahrhunderts. Ein tiefgehender UmwandlungSprozeh ist seit jenen Tagen eingetreten, der auch für die Zukunft noch weitere Fortschritte machen wird. Diese U m ft c 11 u n g wird gekennzeichnet durch die Anwendung ncuxc.t.idjcr technischer und kaufmännischer Hilfsmittel. In zunehmendem Mähe hat cs das Handw.rk verstanden, die Kraft der Maschine in seinen Dienst zu stellen. Diese Anpassung an die zeitgemäße Entwicklung der Technik bedeutet kein Ende des Hondwrks, sie muß vielmehr als ein Zeichen seiner Lebensfähigkeit gewertet werden, die durch diese Heranziehung maschineller Einrichtungen n~u? Widerstandskraft und neuen Auftrieb erhält. Zwar wird die mechanische Arbeit im handwerklichen Betrieb niemals das Wirken der Hände ersetzen können, vielmehr für letztere nur Hilfsdienste ermöglichen, wie denn auch die im Handwerk beschäftigten Personen stets den gesamten Ar- beitSProzeh beherrschen werden. Reben dieser Umsttllung nach der technischem Seite hin v:rdienen auch bie Umwandlungen aus kaufmännischem Gebiet größte Beachtung. Kaufmännische Organisationsmetho- den, verbunden mit einer geordneten Buchführung, halten Im Handwerk unserer Tage mehr unb mehr Einzug. Auch ber Reklame haben sich bie Handwerk- lichen Betriebe in zunehmendem Maße zugewandt. Die Ueberzeugung gewinnt heute im Handwerk an Boden daß im Zeitalter einer wissenschaftlich angewandten Werbung eine gut auSgesührte und preiswerte Arbeit allem neue Kunden nicht in genügendem AuSmahe heranführen kann sondern daß hier zeitgemäße Werbemethoden ergänzend eingr i'en müssen Die Reklame ist nicht mehr wie früher lediglich eine Angelegenheit großer Betriebe, denen ein ausreichend hohe; Betriebskapital zur Seite steht. Auch der Handwerksmeister hat die Möglichkeit, durch sie feinen Um atz einer Steigerung zuzuführen So finden wir. daß eine ganz stattliche Reihe handwerfiicher Ladengefchäfte nach einem entsprechenden Umbau durch werbekräftige Firmenschilder unb mit großen lichtdurchfluteten Schaufenstern unb Verkaufsräumen ihre Kundschaft umwirbt. Es gibt weiter eine große Anzahl von Tageszeitungen, in bereu Spalten die Handwerksmeister wiederholt die Käufer auf die Vorzüge handwerklicher Leistungen unb Lieferungen durch die Zeitungsanzeige aufm.rffam machcn Auch bie Behandlung bet Kunden wirb ben Zeitgemäßen Anforbe- rungen gerecht. Entsprechend diesem neuzeitlichen ,Dienst am Kunden" zeigt sich überall weitest- qeb'nbc Beachtung bet Wünsche ber Käufer. Beste Wate, gewissenhafte Arbeit Ankündigung durch die Zeitungsanzeige, geschickte Anordnung im Schaufenster und ein freundlicher Ton im Geschäft, das sich durch Ordnung und Sauberkeit auszeichnct, umwerben die Kundschaft. Der Reichsvetband des deutschen Handwerks hat diesen ganz-en Fragen in bet letzten Vergangenheit feine Zunehmende Aufmerksam! It gewidmet. Er hat Darum auch die im Herbst de» vorigen Jahres erstmalig abgehaltene Sonderschau Jeder farm toetben“ auf der Leipziger Reklamemesfe unterstützt. Dee Sonderschau findet ihre Fortsetzung im Herbst d. 3. und im Herbst deS nächsten Jahres. Den Aufbau ber handwerklichen Ausstellung bearbeitete baS Deuts he Handwerks n*lllut Hannover, in b fsnbere dessen Abteilung, Kaufmännische BettiekSwiitschc-ft zu Bonn. U. a. zeigte diese Ausstellung Beispiele von Werbeplänen, die das Deutsche Handwerks- institut bearbeitet hatte, so z. B. den Werbeetat für einen mittleren Duchbindeteibetrieb, für einen mittleren Bäckerei betrieb unb für einen größeren Fleischerei betrieb. Mit dieser Werbung will das Handwerk die Aufmerksamkeit der Oefsent'ich'eit in verstärktem Maße auf sich lenken. Man spricht heute so viel von der Rot der 3nbuftrie, von der mangelnden Rentabilität in der Landwirtschaft, von der großen Arbeitslosigkeit bei den Arbeitern unb Angestellten unb vergißt vollenbs, bah unter all biesen Auswirkungen baS Handwerk sehr leiden muh. Welche Bedeutung ihm zukommt, übersieht man zum großen Teil gänzlich. Einige Angaben über die zahlenmäßige Struktur mögen zur Erläuterung bienen. Rach ben Feststellungen bes Ausschusses zur Untersuchung der Erzeugung»- unb Absatzbedingungen bet deutschen Wirtschaft zählt baS beutsche Handwerk 1 300 000 Betriebe, 1 500 000 Gesellen unb 766 000 Lehrlinge. 3m einzelnen verteilen sich die Betriebe auf die verschiedenen Gruppen wie folgt. Betrieb« Dckleidungs- und Reinigungsgewerbe 445 534 RahrungSrnllte gewerbe 227 775 Metallge werbe 191 870 Baugewerbe 192 886 Holz- unb Schnitzstoffgewerbe 171 227 Leder- unb Kautschukgewerbe 29 945 Papier- unb VerrielsäliigungSgew.rbe 23 279 Steine unb Erden 14 898 Xejtilgetoerbe 8 524 EhemischeS Gewerbe 831 Sonstige 1 208 3nsgesarnt 1 307 867 Die kürzliche Reichshandwer.'Sweche war eine Kundgebung deS gesamten deutschen Handwerk». Sie sollte zugleich die Notwendigkeit de» BerusS- standeS für Volkswirtschaft und Kultur, sowie für den Zusammenhalt ber Volksgemeinschaft betonen. Die Oeffentlichkeit muß sich von ber Dasein»- berechtiguna deS Handwerks überzeugen unb erkennen, daß ein gesunde- Staatswesen die ver- mittelnbe Rolle deS Handwerks nicht entbehren kann. Denn ohne daS Handwerk gibt es keinen sozialen Ausgleich, keinen sozialen Aufstieg, unb bamit auch keinen sozialen Frieben. Um das Vermögen der Angestetlienversichernng. Don Heinrich Auerbach, Frankfurt am Main, VerttauensmannderReichsversicherungsansialt für Angestellte. Bereits im Frühjahr 1930 war die Frage aufgetaucht, ob zur Sanierung der Reichsfinanzen nicht die Gelder der ReichSverftche- rungsanstalt für Angestellte (RfA) herangezoyen werden könnten. Bekanntlich ist die finanzielle Grundlage der RfA im Gegensatz zu der KnappschastS- und Arbeiter-3nvaliden- versicherung einigermaßen gesund, wenngleich auch bei ihr nach ber letzten versicherungstechnischen Bilanz noch ein erheblicher Fehlbetrag vorhanden ist. Ende 1930 verfügte die RfA über ein Vermögen von 1,6 Milliarden Mark, daS ausschließlich aus Beiträgen der Angestellten und ihrer Arbeitgeber aufgebracht worden ist. und zur Leistung von Rentenzahlungen, die in zunehmendem Maße von 3ahr zu 3ahr fällig werden, bestimmt ist. Bereits im Vorjahre wehrten sich die Angestellten energisch gegen den Zugriff auf ihre ersparten Rücklagen, die für ihr Alter ober ihre Derufsunfähigkeit bzw. ihre Hinterbliebenen an- gesammelt worden sind. Der Plan wurde bann erfreulicherweise auch seitens der Regierung wieder fallen gelaßen. 3etzt ist neuerdings ber Debanke aufgetaucht, das Vermögen der Angestelltenver- sicherung für allgemeine SoAialver- slcherungszwecke au benutzen, indem ba« bekannte, etwa 80 Millionen Rlark betragend« Defizit bei der Reichsknappschaft mit Hilfe deS Vermögens der Angestelltenverficherung saniert werden soll. Die 3nvalidenversicherung hat sich bereit erklärt, ber KnappschastSversicherung au»- zuhelfen unter ber Bedingung, daß ihr weitgehende Ansprüche an die Angestelltenversicherung zugestanden werden. Run hat aber vor Jahren die Angestelltenversicherung auf Grund eines Reichstagsbeschlusses an die 3nvalidenver- sicherung schon einmal 33 Millionen Mark alS Entschädigung für die Wanderverficherten abgeführt. Reuerliche Forderungen an die Angestell tenverficherung entbehren in dieser Hinsicht jeder Begründung. Deshalb wehren sich die Angestellten auch mit aller Kraft gegen «eine Heranziehung ihrer Gelder zu Zwecken, die außerhalb der Angestelltenversicherung liegen. Es muß vom ReichSarbeitSrninisteriurn unbedingt erwartet werden, daß eS die Ersparnisse der Angestellten für ihr Alter usw. gegen ben Zugriff anderer Stellen schützt, wenn nicht daS Vertrauen In den Dersicherungsgedanken überhaupt erschüttert werden soll. Wohin soll e» führen, wenn eine Berufsschicht, die unter großen Opfern sich eine lebenslängliche DerslcherungS- einrich'ung geschaffen hat, für solche» Vorgehen dadurch bestraft wird, baß man ihr durch einen ZwangLbeschluß von Reichs wegen Gelder enteignet, auf die niemand anders gesetzmäßig ein Anrecht hat, al» bie rentenberechtigten Angestellten, oder deren Hinterbliebene. Ein Zugriff auf das Vermögen ber Angestelltenversicherung tarne einem Zugriff auf bie Spareinlagen ber öffentlichen Sparkassen gleich, denn hier wie bort würde das Vertrauen in die Sicherheit ein- gezahlter Beträge auf» schwerste erschüttert. Gerade in ber 3etztzeit gilt es aber, solches Vertrauen aufs kräftigste zu ft arten. Es darf daher erwartet tocr^en, daß solche Versuche im Keime erstickt werden. r as heutige deutsche Handwerk. Von Or. E Wienbeck, MdR., Syndikus der Handwerkskummer Hannover. Die vor furiem abgeschlossene amtliche Untersuchung des sog Enquete-AusichusseS hat fest- gestellt, daß das deutsche Handwerk in rund hundert Handwerkszweigen 1300000 Betriebe mit ebenfddleien 3nhabern, b. h. Meistern, ferner 1 500 000 Gesellen, 770 OOO Lehrlinge unb 110 003 Angestellte zählt. Der Untersuchungsausschuß zog barauS ben Schluß, daß das selbständige Handwerk nach wie vor bie „Domäne bes selbständigen Unternehmertums" fei unb daher für die soziale Klassenbildung besonders in ber Rachkriegszeit — ungeachtet deS ständigen Fortschreitens ber Unternehmungen in 3ndustrie unb Hanbel — eine gesteigerte Qbebeutung besäße. AuS dieser Untersuchung muß man mehrere wichtige Schlüsse ziehen: Zunächst den, daß bie mobeme Entwicklung ber Fabrik unb deS Han- belsverkehrS bie stabile Grunblage deS Hanbwerks. besonberS auch des Kleinbetriebe», nicht hat ändern können, daß also diese Betriebsart zwellellos eine volkstoirtschastliche Rotwenbig- keit barstellt. Ferner ist zu schließen, baß ber Anteil des Handwerks einschließlich seiner Fa- milienangehörigen und der Lehrlinge, Gesellen und Angestellten in Deutschland etwa 15 v. H. der Gesamtbevölkerung ausmacht. Bei Betrachtung dieser Ziffer sagt der deutsche Unter- suchungsausschuh. „daß bei der Bevölkerungsentwicklung und der großkapitalistischen Steigung der Zeit man sogar von einer relativen Aufwärtsentwicklung des Handwerks sprechen müsse! Das neue Handwerkergeseh von 1928 hat sogar den Begriff des Großhandwerks anerkannt, nämlich einer Betriebsart, welche in die alte Betriebsform des Handwerks die gelegentliche schematische Maschinenarbeit in Verbindung mit höher organisiertem kaufmännischen Absatz einführte. Ja man hat auch die unper- sönliche Detriebsform einer „Gesellschaft mit beschränkter Haftung" als eine handwerksmässige Form anerkannt. Die Hauptfolgerung aber ist die, daß Deutschland die Betriebsart des Handwerks als technisch und volkswirtschaftnotwendig anerkennen und daher nicht nur die vorhandenen Handwerke fördern, sondern sie sogar vertiefen und vermehren muh. Tie Förderung des Handwerks ist nun, solange die vorstehend geschilderten neuen Erkenntnisse noch nicht sehr wirksam waren, hauptsächlich durch das Handwerk selb st besorgt worden. Es hat sich zunächst in den von dem alteren Handwerkergesetz von 1897 gegebenen neuen 3 n - nungsformen (Zwangsinnung und freie Innung) fast restlos, d. h. zu nahezu 90 v. H. organisiert, wobei die sog. Zwangsinnung die Hauptrolle spielt. Es hat ferner diese Innungen zu großen und leistungsfähigen Reichsfachverbänden der einzelnen Handwerke zusammengcschlossen, die ihrerseits wiederum eine bedeutende Fachpresse entwickelt haben. Es hat ferner das handwerkliche Schulwesen außerordentlich lebhaft unterstützt und dafür große Opfer gebracht, so daß heute in Schule und Werkstatt eine durchweg gute Ausbildung des Hand- werksiehrlings gesichert ist. In wirtschaftlicher Beziehung haben die hauptsächlich vom Handwerk und Einzelhandel errichteten gewerblichen Genossenschaften, in erster Linie die Gewerbebanken, d. h. Kreditgenossenschaften, einen starken Aufschwung genommen. Es gibt heute kaum einen Bezirk in Deutschland, in welchem der Handwerker keine derartige Gelegenheit hätte, sich in den Kredit- und Bankverkehr einzuschalten. Alles dies ist unter führender Mitwirkung der ebenfalls im Jahre 1897 neu geschaffenen Hand - werks-undGewerbekammern geschehen, die einschließlich ihrer Spitzenvereinigung, des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages in Hannover, eine öffentlich-rechtliche Einrichtung wie die Landwirtschafts- und Handelskammern sind. Zu diesen rein fachlichen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Organisationen sind außerdem noch die wirtschaftspolitisch arbeitenden Handwerke r b ü n d e getreten, die in erster Linie dafür forgen, daß die Derufsfragen in den Parlamenten des Reiches, der Länder und Gemeinden, von den Parteien nachdrücklich aufgenommen und von geeigneten Abgeordneten vertreten werden. Die Wirkung dieser Selbsthilfe geht nach zwei Richtungen. Einmal ist die s o z i a le S te l l u n g des Handwerks dadurch gehoben und als völlig gleichbedeutend neben die der Landwirtschaft, der Industrie und des Handels gesetzt worden. Zum andern ist dadurch bewiesen worden, wie bedeutend der Anteil des Handwerks am wirtschaftlichen Umsatz heute ist. So haben z. B. die letzten Rachweisungen des Statisti- , schen Reichsamts gelehrt, daß der gesamte Umsatz im Einzelverkauf einschließlich Einzelhandel, l Warenhäuser und Konsumvereine im letzten Jahre etwa 45 Milliarden Mark betragen hat, r woran das Handwerk einen wesentlichen Anteil besitzt. Das deutsche Handwerk hat somit ein sehr gutes Recht, weitgehende Beachtung als Verkäufer und Produzent im deutschen Volk zu verlangen. Es stellt unter Beweis, daß seine technische und kaufmännische Leistung jeden Vergleich mit anderen Dersorgungsarten aushalten kann. Es sieht daher eine Pflicht des deutschen Volkes und der deutschen Wirtschaft darin, daß die Arbeit des Handwerks so stark als möglich unterstützt wird, weil die deutsche Geschichte lehrt, daß nicht nur eine gleichbleibende gute Steuerkraft, sondern auch die Entwicklung zahlreicher unabhängiger deutscher Familien und einer reichen Kultur auf allen Gebieten im Handwerkerstand stets seine Quelle hatte und weiter haben wird. 12=o. H.-Dividende wissen wollte. Am Anleihemarkt gaben Altbesitz angeblich auf Verkäufe zu Geldbeschaffungszwecken um 0,65 v. $). nach, Neubesitz dagegen gehalten. Ausländer wenig oerändert. Pfandbriefe behauptet. Auch Reichsschuldbuchforderungen unverändert. Am Geldmarkt konnte sich heute am Medio eine weitere Versteifung durchsetzen. Tagesgeld stellte sich auf 5,25 bis 7,25 v. 5) Monatsgeld auf 5,5 bis 7 v. $)., Warenwechsel auf zirka 5,25 v. H. Im Verlaufe weiter schwächer. Die Spekulation schritt zu Deckungen, angeblich, weil bessere Nachrichten aus Spanien Vorlagen. Das Geschäft war infolge des mangelnden Ordereingangs klein, und die Kurse konnten sich nicht immer behaupten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. April. Es wurden notiert: Weizen 306 bis 307,50; Roggen 215 bis 217,50; Braugerste 235 bis 240; inländischer Hafer 202,50 bis 210; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 43,50 bis 44,50; Roggenmehl 29,50 bis 31.25; Weizenkleie 12,10 bis 12,25, Roggenkleie 13 Mk. Tendenz: fest. Schweinemarkt in Gedern. V Gedern, 14. April. -Der heutige Schweinemartt war autzerordenklich gut beschickt; 851 Tiere waren aufgetrieben. Die Preise waren anfänglich hoch, gingen jedoch in Anbetracht des hohen Auftriebes nach und nach zurück. Sechs Wochen alte Ferkel, kosteten 15 bis 18 Mark, sechs bis acht Wochen alte 20 bis 22 Mark, Springer je nach Qualität 25 bis 30 Mark. Der Handel war sehr flott, doch verblieb geringer Äeberstand. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) E. R. 111. Der Fliegenpilz. 21. V. 3. Die Anforderung der Hundesteuer in Hessen für ein halbes Jahr besteht zu Recht, lieber die Berechtigung des Steueranspruchs in Hessen- Nassau können wir Ihnen leider keine Auskunft geben, da die dortigen Steuerbestimmungen hier auch an amtlichen Stellen unbekannt sind. Wirtschaft. minus 2 v. H. gegenüber der gestrigen Abendbörse. Schwächer eröffneten wieder Elektrowerte, die durchweg 1- bis 2-v. H.-Verluste erfuhren. Nur Chade- aktien konnten auf den Uebergang von der Monarchie zur Republik 2 Mark gewinnen. Von Kunst- seidewerten waren Bemberg um minus 2 o. H. stärker realisiert, Aku büßten 1,5 v. H. ein. Arn Chcrniemarkt setzten J.-G.-Farben und Rütgerswerke je 1 v. H. schwächer ein. Montanwerte lagen bis 1,5 v. H. gedrückt, stellenweise dagegen leicht anziehend. Von Bankaktien Commerz- und Barmer Bank je 1,5 v. H. abgeschwächt. Von sonstigen Terminwerten büßten Deutsche Linoleum 2,75 v. H. und Schiffahrtswerte bis 1 v. H. ein. An den übrigen Märkten kamen infolge der Geschäftslosigkeit kaum Umsätze zustande. Am Anleihemarkt lagen Altbesitz um 0,65 v. H. schwächer. Im übrigen lagen die Kurse behauptet. Von fremden Werten waren Türken und Rumänen gehalten. Pfandbriefe lagen ruhig. Reichsschuldbuchforderungen waren 0,5 v. H. schwächer. Der weitere Börsenverlauf war ruhig und ohne Erholungen. Am Geldmarkt bestand zum Medio verstärkte Nachfrage, so daß der Satz auf 4,5 v. H. erhöht wurde. Am Devisenmarkt lag Madrid 47,25 gegen London fest. Sonst nannte man Mark gegen Dollar 4,1995, gegen Pfund 20,4040, London gegen Neuyork 4,8585, gegen Paris 124,26, gegen Mailand 92,80, gegen Schweiz 25,22, gegen Holland 12,1050. Berliner Börse. Berlin, 15. April. Nachdem in den letzten Tagen von einem ziemlich schwachen Ordereingang gesprochen werden mußte, herrschte zu Beginn der heutigen Börse ausgesprochene Geschäftslosigkeit. Da seitens der Kundschaft eher Abgabeneigung bestand, erfuhr das Kursniveau ohne größere Umsätze ziemlich einheitliche 1- bis 3-v. H.- Kursrückgänge. Anregungen fehlten außerdem, und das Ausland meldete unser dem Eindruck des schwachen Neuyork ebenfalls niedrige Kurse. Einige Werte erschienen mit Minus-Minus-Zeichen. So verstimmten bei Aku die Amsterdamer Arbitrageabgeber und bei Felten & Guilleaume eine Meldung von einer voraussichtlich 1-v. H.-Dividendenreduktion. Sonst waren noch Ilse (minus 2 v. H ), stärker gedrückt. Kunstseidewerte verloren bis 4,25 v. H. und Chadaktien zunächst noch 4 Mark. Eine kräftige Haltung der spanischen Valuta von 47,50 bis 47,70 (vormittags noch zirka 49) hatte später an diesem Markt eine Besserung zur Folge. Schon anfangs machten Akkumulatoren (plus 0,75 v. H.) eine Aus- i nähme in der Gesamttendenz, wobei man von einer I Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Anzei^enaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Ltm die Stillegung in Wölfersheim. Oie Stillegung als Druckmittel zur Abtretung des Lleberlandwerkes Oberheffen an die preag. Absatz und Subventionen im Lahn-Oill-Erzbergbau. WTD. Dillenburg, 14. April. Nachdem die Weitergewährung der Staatsbeihilfe für den Eisenerz markt im Lahn- Dill-Gebiet und Oberhessen, sowie für das Siegerland zunächst gesichert ist, konnten in den Monaten Januar bis März 1931 die Voraussetzungen für die staatlichen Subventionen, daß nämlich mindestens 100 000 Tonnen gefördert und verwendet werden, erreicht werden. Hm politischen Bestrebungen einer Zwangsregelung des Inlands- a b s a tz e s im bestimmten Verhältnisse zur Einfuhr von Erzen entgegenzutreteir, sind Verhandlungen mit den Erzabnehmern aus der westfälischen Großindustrie im Gange, die den Zweck haben, den Gruben des Siegerlandes, des Lahn- Dlll-Gebietes und Oberhessens den für ihre Existenz erforderlichen M i n d e st a b s a h an Erz unbedingt zu sichern. Es ist anzunehmen, daß noch im Laufe des Monats April die Verhandlungen mit den Grohlonzernen zu einer freiwilligen Abnahme erfolgreich abgeschlossen werden, um eine gesetzliche Zwangsregelung über den Inlandsabsah zu vermeiden. Schweinemarkt in Gießen. Auf dem heutigen Schweine markt in Gie- ß e n standen 208 Ferkel und 2 Läufer zum Verkauf. Ferkel, bis sechs Wochen alt, kosteten 18 bis 22 Mark, sechs bis acht Wochen alte 22 bis 27 Mark, acht bis 13 Wochen alte 27 bis 34 Mark; Läufer 55 Mark. Tendenz: gut. * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Reichsaktienindex stellt sich für die Woche vom 6. bis 11. April auf 94,7 gegenüber 91,8 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 91,6 (89,1), Gruppe verarbeitende Industrie auf 84,0 (82,3) und Gruppe Handel und Verkehr auf 116,1 (114,5). * Die Ruhrgas A G. in Essen beruft auf den 4. Mai ihre Generalversammlung ein, die neben der Erledigung der Regularien für das Geschäfts- fahr 1930 über die Erhöhung des 25 Millionen Mark betragenden Grundkapitals um 2 Millionen Mark durch Ausgabe von auf den Namen lautenden Aktien Beschluß fassen soll. A 8 Prozent Dividende bei derSüd- we st deutschen Rundfunk -A. -G. Die Südwestdeutsche Rundfunk-A.-G. Frankfurt a.M., di« gestern ihre Generalversammlung abhiolt, hat im Jahre 1930 einen Reingewinn von 61 820 Mark (i. V. 63 944) erzielt, aus dem 8 (10) Prozent Dividende verteilt werden sollen. Aus den Teilnehmergebühren hatte die Gesellschaft Einnahmen in Höhe von 2,907 Mill. Mark (2.559 Mill.), und an sonstigen Einnahmen 0,148 Mill. Mark. Dagegen ergaben sich Eesamtaufwe^dungen von 2,621 Mill. Mark. Rach dem Geschäftsbericht hielt der Zugang an Teilnehmern an und bewegte sich im Bezirk des Südwestfunks im Reichs- durchschnitt. Hauptaugenmerk wurde auf die Besserung der sich ständig verschlechternden Empfangsverhältnisse infolge lleber'.agerung starker ausländischer Sender gelegt. Durch die vorgesehene Errichtung eines erheblich stärkeren Senders in der Rähe Frankfurts und eines Zwischensenders in Trier dürste eine bedeutende Verbesserung der Empfangsanlage erreicht werden. Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft wird als ?"friedenstellend bezeichnet. * Philipp Holzmann A G., Frankfurt a. M. Die in der gestrigen Sitzung des AR. vorgelegte Bil^n, <ür das Geschäfts ahr 1930 weist nach 1 390 8<2 (1615 733) Mk. Abschreibungen einen Reingewinn von 1 909 225 (1 907 630) Mark aus. Der auf den 7. Mai einzuberusenden GV. soll vorgeschlagen werden, auf die Dividendenberechtigten 20 Mill. Mk. Stammaktien wieder 8 Prozent Dividende zu verteilen, während die 90 000 Mk. Vorzugsaktien entsprechend den Satzungen wieder 6 Prozent Dividende erhalten. Frankfurter Börse. F r a n f f u r t a. M., 15. April. Tendenz:schwächer. Nach dem bereits unsicheren Dormittagsverkehr eröffnete die amtliche Börse in schwächerer Haltung. Besonders verstimmende Momente lagen nicht vor. Es herrschie weiter starker Auftragsmangel. Die Spekulation schritt erneut zu Abgaben. Der schwache Schluß der Neuyorker Börse fand heute mehr Beachtung. Bei sehr geringer Umsatz- tätigfeit ergaben sich Abschwächungen bis Wagners Südwestdeutscher Rachrichtendienst verbreitet die nachstehende Zuschrift „von besonderer Seite", die wir referierend zur Kenntnis unserer Leser bringen, ohne damit unserer eigenen Stellungnahme irgendwie vorzugreifen. Die Zuschrift lautet: „In der letzten Zeit gingen Rachrichten durch die Presse, daß dieWölfersheimerKraft- werke stillgelegt werden sollen und Wege gesucht würden, eine Stillegung der Werke und Gruben mit der Arbeitslosmachung von etwa 1300 Menschen zu vermeiden. Die Dinge liegen praktisch so: Das Schwelkraftwerk der He frag, das von Hessen und Frankfurt gemeinsam begründet worden war, kam in Schwierigekiten dadurch, daß die Dausumme weit über den Voranschlag hinausging und die Teerausbeute trotz großzügiger Versuche der Leitung geringer war, als seinerzeit angenommen. In Verbindung mit Schwierigkeiten der Grube Friedrich in Hungen übernahm die Preußen-Elektra zunächst deren Frankfurter Anteil an der Hefrag und dann den hessischen Anteil. Tie Preußen-Elektra wurde dadurch Eigentümer des Schwelkraftwerkes, das sie durch die Aufstellung der früheren Oefen aus Hungen erweiterte. Insgesamt hat sie etwa 30 Mill. Mark investiert. Durch den katastrophalen Preissturz am Teermarkt. durch die norddeutschen Erdölvorkommen und die russische Einfuhr wurde das Werk unrentabel, so daß man mit einem jährlichen Millionenverlust rechnet. Die Preag (Preußen-Elektra), deren Ziel schon bei Ueber- nahme der Werke war, ihre elektrowirt- schaftlichen Interessen auszubrei- tert, nicht nur Elektrizität zu produzieren, sondern auch Verteiler zu sein, hat jetzt mit ziemlicher Deutlichkeit ihre Pläne insofern ent- hüllt, als sie unter allen Umständen auch das Ueberlandwerk Oberhessen in ihre Hand bekommen will. Da nun der Provinzialausschuß Oberhessen alle diese Angebote abgelehnt hat in der richtigen Erkenntnis, daß die Provinz sich bei der Entwicklung auf elektrizitätswirtschaft- lichem Gebiet unmöglich ausschalten lassen kann, glaubt die Preag das Ziel eher dadurch zu erreichen, daß man die Stillegung des Schwelkraftwerkes Wölfersheim mit der Frage Kraftwerk Oberhessen verbindet. Man behauptet, die Stillegung Wölfersheims könnte verhindert werden, wenn die Provinz ihr Ueberlandwerk an die Preag übertrage, ohne daß allerdings eine Gewähr dafür übernommen werden könne, daß tatsächlich das Werk Wölfersheim erhallen bleibt. Es ist auch unwahrscheinlich, daß die Preag bei Llebernahme des lleberlandwerkes Oberhessen solche Gewinne erzielt, daß die Verluste des Schwelkraftwerkes ausgeglichen werden. Trotz aller Versuche, die unternommen werden, den durch eine Stillegung Wölfersheims entstehenden wirtschaftlichen Rachteil zu vermeiden, darf doch erwartet werden, daß dec Provinzialtag Oberhessen seine Interessen wahrt und das Ueberlandwerk nicht aus der Hand gibt um einer Aussicht willen, die keinerlei feste Abmachungen gewährleistet. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Tie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v H., Lombardzinsfuß 6 o H. Sranftun a. 211.1 Berlin vrannun a. Serim Jranffun a. Dl. Lerlin Banknoten.__________________ Schluß» lurtf 1-Ubr- Hur’ Schluß-1 iure i 1-ithr. Kurs Schluß-1 fürs Anfang- Kurs (Schluß-1 llird ! t'Ubr» K r i (Schluß- für» tänfang» flurd Berlin, 14 Apni weio lurt ; Kurs Omeri?nnhdie Roten...... Belgstche Roten ....... Laniiche Noten ....... Englstche Roten ........ firan.iöiildie Noken ....... Holländlfche Noten....... Itnlienijche Noten........ Norwegiiche Noten....... Deutich-Oesterreich, 4 100 Schilling fjiunianiidie Noten....... Schwebliche Noten....... Schweizer Noten........ Splinilche Noten........ T>ck>echollonmkilche Noten..... Ungiirüche Note» Devisenmarkt Berlin 4,18 58,18 111,95 20,34 4,20 58,42 112,39 20,42 16,44 168,74 22,12 112,42 59,00 2,00 112,50 80,96 44,09 12,445 73,31 a. M. Datum '14.4. 15.4. 14.4. 15.4. Datum 14.4. 15.4. 14-4. 15.4. Datum 14.4. 15-4. 14.4. 15.4. 6% Druilche Reichsanleihe non 1927 ;% Drilliche Retchsanlethe DOil 1929 ......... Tenüche Slni.-Ablöi.-Schuid mll Rusloi. Rechten ..... Bedfll. ohneAn«ivi,Rechte . . '% Heil, yolln'lnat von 1929 Aant Bolbpfe unhiiiobnt bla 1932 '/:% Rtieillilche Hnp.-Bank Liqu. (tioloufc........ •% Ur. LandesvinnkbrielanNalt, Pfandbriefe R. 19 ■% l:r rouDcvrian^briefanftalt, flinnni.-£bl.‘JL 20. . . <’% Pr Laitberxianobriefanstalt, l'InnObricle 81 21 ..... 3 E G abfl. yor.riffli-ObllgatiO' nen. rückzahlbar 1932 . . i% Oesterrelchtlche ©olbrente . . i,2O% Ccltcncldilldjf Stlberrente l% LellerreichiiLe Einheitliche Rente i% Unnnrlftfte ©olbrente . . . . i% lliifiariiche (Staatsrente b. 1910 iyt% besni.oon 1913 l% Unparifdie (honenrente l% lürthche Zollanleihe von 1911 <% Türlilchr Bagbabbahn-Anl Serie l <% Deonl. Serie II....... 6% RnmSnilche veretnh. Rente von 1903 ... l'/2% Ruinänllche vereinh. Rente von 1913 .......... 1% Rumänstche veretnh. Rente 84,75 100.25 59,20 95,25 57,5 58,65 101,75 97,5 92,77 93,4 100,5 86,5 23 16,25 4,4 4,45 4,45 8,6 15,2 7,05 i । i i jj i i i i i ii i i i i i l i i 1 l Sa i i 85 100,6 59,5 6,47 95 58,65 100,5 96,5 23,3 2,6 18,7 16,4 4,4 4,5 4,4 8,6 15,4 7,5 58,75 6,4 18,6 13,25 4,4 15,25 7,05 Hamburg-Amerika 'Later ... 7 6amburfl,Sübam.$amp||d)lff . 8 Hama Xampfid)i|| .... 10 •J?jrbbcutidier Lloyb.....8 Allgemeine TeuticheEredttanst. 10 Barnier Bankverein . . 10 Berliner Hanbelegeielllchafl 12 Commerz- unb Privai-Bank . 11 Tarmftäbter unv Nationalbank 12 Teuriche Bant unb Tisconlv ©eleUldjaft, ... 10 Dresdner Bant......10 Reichsbant........18 y.e.®...........s Bergmann.........9 Eiektr Liefemngrgefellichast. 10 Licht unb Straft......10 gelten & öuilleaume . . . 7y, iDcfellidian für Elektrilche Unternehmungen .... ic> Hamburger ElektriziiÜtS-Wene 10 Rbemtlche Elektrizität .... 9 Sdilciiidjr Elektrizität. ... 10 Siemens & Halste.....16 Iranerabio.........8 vabmener & Co.......10 Buderus..........6 Dentlche ............< Eiiener Steinkohl»......« Geilenkirchener ...••♦•< Harvener ....... 0 tzoelch Ellen. ....... 3>fe Bergbau ....... 1< Klöcknecwerke . .••••••■ Köln-Neuesten..... • • '• Manneimunn'Röhre» . . . 7 Wanolelber Bergbau . .... 7 Cbctldilcl. Chenbeoarl .... 6 1 Cberldilcl. flotoroeile ..... 7 1 Phönix Bergbau . . . . Rkleinliche Braunkohle» • • 10 1 Riedeck Monta» ...... 7,2 74 75 129,5 121,5 150 116 115,5 115,65 130,5 93 131 126 145 185,25 134 57,5 79,5 84,5 77 73 80 38,5 62 86 74,5 120 115,5 170 114,5 128,5 92 130 143 184 78 78,75 84,75 73,4 123 93 74,75 128,5 121 149 115,5 115,5 170,75 115,25 101.9 138,75 129,5 94 131,75 124,5 144,75 185,25 133 57,5 79.75 84 76 70,25 195,5 72.5 73 80,5 39,25 80,25 62 186 87,4 71,25 92 73,75 128 120 148 115 114,75 170,75 114,5 137,25 128 90,5 129 142,75 184 56,25 78,75 83,5 74,25 69,25 191,5 70,5 79 79,5 61,75 185,25 84,75 Bereinigte Stahlwerke .... Olavi yilnen .... 16'/, Kaliwerke AlckerSIehen ... 1” Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzbetfurth ... 15 g. G. Ratben-gnbuftrte ... 12 Dvnamtt Nobel.......6 Sdieibcanftalt........9 Golbfchmibt ........5 Rütgerswerke........6 Metallgelelllchakt.......8 Philtvv Holzmann ...... 7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cementwerk Karlstadt. ... 10 Watch & ftretitaa .....8 Schultheis Payenhofer ... 15 Ostwerke ........12 Aku .........18 Bemberg.........14 Zellstoff Waldhof .... 187, Zellstoll Alchaffenburg ... 12 Charlottenburflet ®a||ei ... 8 Destauer (Mas ..... S Daimler Motoren ...... 0 Teutiche Linoleum ...... Maichinenbau ..........( Rat. Automobil Orenstein & Koppel ..... 6 Leonhard Tietz ...... 10 Svendka ....... »Iranksurier Malchine» .... 4 Wripner . . ...... 6 Hetstlaenstaebk ....... 0 Iungnan».........6 Lechwerke..........6 Mainkraftwerke Höchst a. M.. .8 Miag..........10 Gebe. Roeder.......10 Boigt & Haeffner...... Eübdeutlche Zucker .... 10 58,65 33,65 171 174 262 155 137,25 55,5 59 78 102 '3.5 87 37 92 105 33 101 121 260 41,5 71 131,5 £1111 52 | | |K| Illi II Illi m" 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 CO CO io xr> o ö> 58,5 33,75 167,5 174 “261,25 155,13 55,25 59 78,75 102,5 36,5 181,65 93,5 106,25 108,75 86,25 137,75 32,9 101 55,5 121,75 261 18,75 41,5 129,5 58,25 32,5 166,25 170,5 257,5 154,25 52,5 58,25 66,13 99 180,25 90,25 102,5 105,25 84 36 32,5 97,5 54,13 120,65 260 168,06 22,04 111,98 58,00 2,00 112,06 80,64 43,91 12,385 73,01 iranffurl 14 April 15. April Amtliche Notierung (»eto | Äriel Amtliche Notierung Gelb I »riet Amst.-Rolt. Bum.-Aires Brss. Antw. Christtanta. .QoveiUmgcn Stockholm . 6cliinflfor8. Italien . . . London. • . Neunort . . Paris.... Schweiz .. Sva ricn • . Japan •. . Nio de Jan. Wien ln D-- Ceft. abfleft. Prag - ■ ■ Belirad . . Buoapest. . ibul' arien . Lissabon . Danzig. . . fionft-nrin. Athen. Lanaoa Uru ULY. Cairo • • 168,42 1,455 58,34 112,23 112,23 112,34 10,557 21,965 20,387 4,1965 16,412 80,83 42,76 2,073 0,307 59,00 12,426 7,377 73,135 3,042 18,85 81,53 1,784 5,44 4,193 2,77 20,91 168,7b 1,459 58,46 112,45 112,44 112,54 10,577 22,005 20,427 4,2045 16,452 80,99 42,94 2,077 0,309 59,12 12.446 7,391 73,275 3,048 18,89 81,69 1,789 5,45 4,200 2,83 20,95 168,30 1,442 58,31 112,17 112,18 112,26 10,556 21,96 20,381 4,195 16,396 80,80 43,51 2,073 0,307 58,985 12,424 7,378 73,125 3,042 18,85 81,51 1,784 5,44 4,192 2,717 20,91 168,64 1.446 58.43 112.39 112.40 112,48 10,576 22,00 20,421 4,203 16,436 80,96 43.59 2,077 0,309 59,105 12,444 7,389 73,265 3,048 18,89 81,77 1,789 5,49 4,200 2,723 20,95