lnai}B< na BijetatB für btt laqtsnummer bis jum Nachmittag vorher. Preis für l mm höh« für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Netchspsennig: für Re- blamranzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfenntg. piatzvorschrist 20*,. mehr. Lhrfrebaklenr Dr. Friedr. Wich. Lange. DerantwoNlich für Bolitib Dr. Fr. Mich. Cangt; für BtuiOelon Dr H.IHyriot; r den übrigen Heil Ernst lumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter^ lämtlid) in Sieben. m.188 totes BkrtU, 181. MM», 8reitag.H.«ugu|tl9SI M Eichener Anzeiger MU General-Anzeiger für Oberhesfen 6ntd »itb Derla»: vrNHI'Iche Urtcerlttitts-B»» mt StetnOmderet B. la»,, ti ««»e«. SOriftltttwn °«dSe,chäftr»ell-: S^mWra^e 7. Das Ganierungsprogramm des Reichskanzlers Ministerpräsident Laoal hat heule vormittag den deulfchea Botschafter oonhoesch empfangen. Bot- schofler von hoesch Hai Im Namen der deutschen Re» gierung offiziell Ministerpräsident Laval und Außen. Minister Briand eingeladen, sich nach Berlin zu begeben. Der Ministerpräsident hat Herrn vom hoefch gedankt, und diese Einladung für ein Datum, das angesichts der Abwesenheit Briand, von Paris noch nicht festgesetzt werden kann, angenommen. — havas glaubt zu wissen, dah der Besuch des Ministerpräsidenten und des Außen- werden mühten. Kampf um die Hauszinssteuer Tie Länder sträuben sich gegen eine Lenkung Die Einladung nach Berlin. Tie Franzosen kommen Ende August. Paris, 13. Mag. (I1L) Der deutsche Botschafter von hoefch stattete dem französischen Ministerpräsidenten in den Bormittagsstunden des Donnerstag e i n e n B e s u ch ab, um ihm die offizielle E i n - ladungderReichsregierungzudem Berliner Besuch der französischen Minister zu überreichen. Heber den Besuch des Botschafters wird das folgende offtzielle LommuntqvL au »gegeben; Mirlfchaftsprogramm des Kabinetts zu berühren. Die Länder hätten gegen den plan protestiert, die hauszlns- steuer zu senken, da sie dadurch eines wichtigen Einnahmemittels beraubt würden. Der Reichskanzler Hobe in keiner Meise bestritten, dah piäne im Gange seien, die auf eine U m - gestaltung der Hauszinssteuer abzielen. Er stellte aber den Ländern in Aussicht, dah bei einer Minderung lhter Einnahmen an dieser Stelle für entsprechenden Ausgleich gesorgt werden solle. Mie die „DAZ." weiter berichtet, Hot der Reichskanzler gegen Schluh der Sitzung die These, dohweitereenergische A b ft r i ch e unumgänglich seien, nicht zurückgewiesen. aber betont, dah die fetzige Krise nicht bloh durch Senkung des Lin- kommenniveaus zu beseitigen sei, und dah die Deflation nicht auf die Spitze getrieben werden würde. Er gab der Auffassung Ausdruck. dah der Tiefpunkt der Krise wohl noch nicht erreicht sei. Die Reichsregierung werde aber nichts unterlassen, um auf eine Besserung hinzuwirken, sie werde ebenso gegen etwaige Unruhen mit Anwendung der Suherslen Machtmittel rücksichtslos einschreiten. Äoch der »Dossischen Zeitung" hat die Aussprache die Feststellung allgemeinen Vertrauens der Länderminister zu den Plänen deS Reichskabinetts gegeben. Zur technischen Durcharbeitung der Pläne werde Im Die Gemeinden unter dem Druck der Wirtschafiskrisis. Die Gparvorschläge des Deutschen GtädtetageS. B e r l i n, 13. Aug. (BVZ.) Die Bereinigten Ausschüsse des Reichsrats, denen sämtliche Reichsratsmitglieder angehören, traten heute vormittag zu einer Sitzung zusammen, der auch Reichskanzler Dr. Brüning beiwohnte. Der Reichskanzler gab einen Bericht über die politische Lage und das Ergebnis der letzten Berhandlungen mit den Staatsmännern Englands, Amerikas, Frankreichs und Italiens. Dr. Brüning beleuchtete zunächst die flnanzpolitlscheGesamtlage und schilderte die Beweggründe, die die Reichsregierung zu den letzten Notverordnungen veranlaht haben. Er ermahnte die Länder und besonders die Gemeinden zur striktesten Sparsamkeit und betonte, dah im Rahmen der (Defamtbeftre- bungen des Reichs auch von Ländern und Gemeinden alles getan werden müsse, um neue finanzpolitische Gefahren durch eigene Mahregeln abzuwehren. Bon den Ländern wurden auch grundsätzliche Fragen In die Diskussion einbezogen, die mit dem plan auf Aenderung der Reichsstruktur zufammenhängeu. Bon süddeutscher Seite wurde gegen jeden Bersuch, die Eigenstaattichkelt der Länder zu erschüttern, p r 0 t e st i e r t. Es wurde so- gar mit der Möglichkeit gedroht, dah d e r R e i ch s - tag einberufen werden müsse, wenn die von der Reichsregierung in Erwägung gezogenen piäne durchgeführt werden foUten. Nach der „DAI. handelt es sich bei der Kanzterrede um die Borbereitung der neuen, sehr einschneidenden Notmahregeln auf finanzpolitifchem Gebiet und auch um wichtige notwendige Strukturänderungen. wie die „Doffifche Zeitung' berichtet, ergriff als erster Cänberoertreter nach dem Reichskanzler der bayrische Minlsterpräfideut Held das Wort, der die Sorge um die Eigenstaatlichkeit der Länder auch unter den jetzigen angespannten Finanzverhältnissen in den Bordergrund stellte. In der weiteren Aussprache wurde auf die grohe Notlage hingewiefen, in der sich viele grohe deutsche Gemeinden befinden. Einzelheiten für den plan einer Reform der Gemeindefinanzen wurden von der Reichsregierung nicht mitgeteilt; doch wurde erklärt, dah auf die Hauszins st euer nicht verzichtet werden könne, da ein Ersatz da- für zur Zeit nicht gegeben fei. Bon den Bertrelern der Reichsregierung und der Länder wurde betont, dah alleräuherste S pars am- (elf geübt werden mühte, zumal auf eine grohe Auslandanleihe aus den schon früher angeführten Gründen nicht gerechnet werden könne. Die Spar- famkeitsmahnahmen könnten auch an den Bezügen der Beamten und Ange st eilten nicht vorbeigehen, wobei freilich die Gehälter der unteren Beamten geschützt rung bei wirtschaftlichen Programm« zu erwarten. Bei den Beratungen hat e« sich nach der Vvssischen Zeitung" um drei Hauptprobleme gehandelt; Ausbringung der immer stärker werdenden WohlfahrtSla st en der Gemeinden, Sicherung der von den Gemeinde aufgc- nommcnen kurzfristigen Kredite und Ausgleich der Etats einzelner Länder, die durch den allgemeinen Steuerrückgang gewisse Fehlbeträge aufweisen werden. Der Gedanke einer BeitragSpfticht sämtlicher Gehaltsempfänger für Zwecke der ErwerbSlosen- f ürforge stehe außerhalb der offiziellen Pläne. Die erforderlichen Mittel würden vielmehr durch weitere starke Einschränkung des Personal- und SachaufwandeS be- schafft werden müssen. Rach einer von Morgenblättern wiedergegebenen Kvrrespondenzmeldung ist eine« der Hauptprobleme nach wie vor die Beseitigung der Ha u S z i n S st« ue r. Die Schwierigkeit bestehe aber darin, eine entsprechend andere Quelle zu erschließen. Eina Erhöhung der Umsatzsteuer bringe deshalb Schwierigkeiten, da der Umsatz nicht so stark belastet werden könne, daß dadurch der AuSsall der HauSzinssteuer in Höhe von 1300 Millionen Mark wettgemacht würde. B erlin. 13. Aug. (ERB.) Der Präsident deS Deutschen StädtctageS Dr. Mu Irrt gab heute in einer Pressebesprechung einen Ueberblick über das vom Deutschen Städtetag dorgeschlagene Sanierungs-Programm. Dr. Mulert führte dabei u.a. au«, daß sich die Wirtschaftskrise durch ein immer schnellere« Ansteigen der Fürsvrgelasten und ein Ab sinken der Einnahmen auSgewirkt habe. Die Gemeinden hätten in immer stärkerem Maße Einsparungen vorgenommen. Diese Einsparungen hätten im Iahre 1930 gegenüber den Vorjahren etwa 400 Millionen Mark, im Jahre 1931 gegenüber 1930 weiterhin rund 450 Millionen Mark gebracht. Gleichwohl sei im Iahre 1930 ein restlicher Fehlbetrag von 420 Millionen Mark verblieben. Für da« laufende Iahr müsse der Fehlbetrag auf 800 Millionen Mark beziffert werden. Der Fehlbetrag sei allein auf den Mehraufwand für die Wohl- fahrtSerwerbslosenfürsorge zurückzu- führen. Die Rotwendigkeit. den Fehlbetrag unter allen Umständen zu beseitigen, sei um so zwin- gender. alS für den Rest des HauShaltSiahre« eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu befürchten sei. ES sei unmöglich, die Fehlbeträge auch nur für einige Monate mit kurzfristigen Krediten zu überbrücken. Ein Auf- gabenabbau wäre aber nur dann erträglich, wenn er nach einem wohlüberlegten Plan erfolge, so daß die LebenSno twendig- feiten deS Volkes nicht gefährdet würden. Voraussetzung hierfür bleibe ein einheitliche« um) von gleichen Gesichtspunkten getragene« Vorgehen auch in Reich unb Ländern. WaS Schule und D ldung anbetreffe, müsse da« Ziel in der Volksschule eine vorübergehende weitere Erhöhung der Fre- g u e n z e n sein. Auch bei den übrigen Schularten seien entsprechende Maßnahmen notwendig. Auch in der Vauwirtschaft werde ein stärkerer Abbau folgen. Die Ueberweisung öffentlicher Mittel für den Wohnungsbau im bisherigen Ausmaß könne nicht mehr verantwortet werden. Wa« das WohlfahrtSwesen ant>et reffe, ließe sich die Sonderstellung einzeIrrer Fürsorgegruppen nicht mehr aufrechterhalten; auch müsse alleS Einkommen bei der Demessung der lln- terstützung berücksichtigt werden. Auf dem Gebiete des Gesundheitswesens müsse versucht werden, schwer« Schädigungen bei dem Abbau zu vermeiden. Trotzdem werde man nicht Diese Erkenntnis hat begreiflicherweise auch die Sachverständigen beschäftigt. Die deutsche Re- fjerung hat dabei zum Ausdruck gebracht, daß ie zu der deutschen Zahlungsfähigkeit keine Stellung nehmen könne, zumal diese Frage nicht unter die Zuständigkeit deS Ausschusses fall«. Dieser Vorbehalt war um so mehr geboten, als Frankreich sich noch immer an die juristische Unantastbarkeit deS Vvung-Planes klammert. Zugleich ist damit aber die R o t we n d i g ke i t einer endgültigen Vereinigung deS ReparativnSproblemes deutlich zum Ausdruck gebracht worden. Gerade die Londoner Abmachungen haben un« wieder zum Bewußtsein gebracht, dah wir bisher nur eine kurze Schonfrist gewonnen haben und dah wir diese Zeit mit allen Kräften nützen, müffen, um zu einer für Deutschland auf die Dauer erträglichen Lösung der Tributfrage zu gelangen. Wir tun gut daran, unS schon heute darauf einzustel» len, daß die Verhandlungen, die kommen müssen und sicherlich auch kommen werden, auheror- deutliche Anforderungen an die deutsche StaatSleitung und an das deutsche Volk stellen werden und dah da- Ziel nur erreicht werden kann, wenn sich dem Streben nach Abstreifung unerttäglicher Fesseln der Willen zu opferbereiter Widerstandskraft hinzugesellt. Lause deS heutigen Freitag« eine Sachver- ständigenkvmmissivn ernannt werden, in die neben Vertretern der Reichsregierung auch einzelne Länderbeamte als Sachverständige entsandt werden. Man schätze die Zeit, die ö"r Vorbereitung der neuen Maßnahmen erforderlich sei, auf etwa 14 Tage. Rach diesem Zeitraum seren neue Ro tvervr dnungen zur Durchsuh- Zwischenlösung. Die Unterzeichnung de» Londoner SchluhprotokollS, die die Tättgkert der Finanzsachverständigen zur praktischen Durchführung deS Hovver-PlaneS beendet hat, > bedeutet nur eine Zwischenlösung uno keinen Abschluß in der Re^rationSsra^. Dah Jugoslawien seine Unterschrrft zu den Abmachungen noch nicht gegeben hat, ist urcht werter tragisch, da die Belgrader Regierung sicherlich zustimmen wird, sobald ihm ein in dem französisch-amerikanischen Sonderabkommen vorgesetze- ner Kredit gewährt werden wird. ES hat lange genug gedauert, biS die Sachverständigen, die bereit« seit dem 17. Iuli getagt haben, »u ^etiwr Einigung gelangt sind. Äachdem Frankreich bei ''er grundsätzlichen Annahme de« Hooverschen Plane« erhebliche Schwierigkeiten gemacht hatte, war eine schnell« Verständigung über die Ernzel- fragen allerdings nicht zu erwarten gewesen. WaS bei den Londoner Beratungen nun Herau«gekommen ist, berechtigt un« zu feiner 5™$ oder Genugtuung. Wir müssen vielmehr feststellen, dah an dem ursprünglichen Plane HooverS Aende- rungen vorgenommen worden srnd^dre den Wert de« SchuldenfeierjahreS für Deutschland wesentlich her a bsetzen. Die größten Schwierigkeiten bei den Beratungen der Finanzsachverständigen hat da« Problem der Sachlieferungen gemacht. Ihre Streichung erschien nicht angängig, weil zahlreiche Anträge zur Zeit schweben und weil die Rückwirkungen eine« SachlieserungsmoratoriumS für die bedrängte deutsch« Wirtschaft verhängnisvolle Folgen hätte haben müffen. Die Fman- zierung dieser Sachlieferungen soll jetzt, um den deutschen Staatshaushalt nicht zu belasten, auS Mitteln derBIZ. erfolgen. Die Mittel der Bank aber sind begrenzt, und «8 konnte In London noch keine Klarheit darüber geschossen werden, wie nach Verbrauch dieser Gelder künfttg die Finanzierung erfolgen soll. Praktisch ergibt sich für Deutschland eine e i n - jährige Zahlungserleichterung von etwa 1.6 Milliarden, während Zweihundert Millionen, die unter den Begriff der privaten Verschuldung fallen, weiter gezahlt werden müssen. Aeußerst bedenklich muh die für die ungeschützten Zahlungen vorgesehene Regelung sttmmen. Die Ausgabe von Obligationen macht die Reichsbahn wieder zu einem Pf andobjekt, wie c« während deS DaweS-Plane« der Fall war. Sin« starke Belastung für Deutschland bedeutet ferner daS Zugeständnis. dah die Rückzahlungen der gestundeten Annuität mit den Rachzahiungen au« einem gewöhnlichen Voung-Moratorium glcichgeseht wurden und damit unaufschiebbar bleiben. Damit hat sich die französische These deS Aufschub« gegen die englische These de« Ausfall« durchgefeht. Deutschland mühte also theoretisch nach der Erleichterung im Hoover-Iahr künftig noch schwerere Belastungen tragen. Eine solche Forderung würde natürlich die Leistungsfähigkeit Deutschland« bei weitem über ft eigen. ohne entscheidende Eingriffe auSkommen können. Auch auf allen sonstigen Gebieten de« Kommunal» Wesen« würden die Gemeinden mit dem gleichen Abbauwillen vorgehen. Selbstverständlich müsse auch der allgemein« DerwaltungS- aufwand möglich st verringert werden. Diese Maßnahmen müßten aber zugleich auf einet DerwaltungSreform basieren und könnten nur in Zusammenarbeit mit Reich und Ländern duvchgesührt werden. DaS finanzielle Ergebnis der vorgeschlagenen Abbaumahnahmen errechnete der Vorstand de« Deutschen Städtetage« für den Rest deS Haushaltsjahres 1931/32 für alle Gemeinden und Gemeindeverbände auf 250 biS 300 Millionen Mk. Da diese« Ergebnis aber zur Ausgleichung de« Fehlbeträge« nicht ausreiche, seien weitere Maßnahmen, vor allem deS Reiches, erforderlich. WaS die Frag« eine» weiteren Abbaues de r Gehälter und Löhne anbetreffe, dürfe den Beamten kein weiteres Donderopfer zugemutet werden; vielmehr mühten alle Gehalts- und Lobn- empfänger durch Beiträge die Möglichkeit geben, die erwerbslos gewordenen Volksgenossen in Versicherung und Fürsorge zu erhalten. Gleichzeitig müsse eine starke Sen kung de« RiveauS der Lebenshaltungskosten gefordert werden Reich und Länder mühten sich weiter an den Kosten der Arbeitslosigkeit beteiligen. Eine ReichShilfe von 80 bi« 100 Millionen Mark sei erforderlich, um für den lausenden Monat die notwendigen Zahlungen, insbesondere die Unterstützungen für die nächsten Wochen, sicherzu stell en. Besonders wichtig sei in diesem Zusammenhang dieBehandlung der kurzfristigen Kredite der Gemeinden. Angesichts der internationalen Verhandlungen, die auf ein Stillhaltekonsortium für bi« deutsche Wirtschaft abzielen, muffe daS Verlangen auf entsprechende Behandlung der kurzfristiaen Kommunalkredite seitens aller inländischen Stellen nicht alS unbillig erscheinen. Der Vorstand de» StädtetageS sei sich darüber klar, dah die bor* geschlagenen Maßnahmen eine ungeheuer« Belastung der Bevölkerung bedeuteten. Sie seien aber getragen von dem festen Willen, alle Kräfte zur Ueberwindung der Schwierigkeiten zusammenzufassen. Die Gemeinden lehnten aber alle Vorschläge ab, die durch ZwangSvor- schriften ihre Schwierigkeiten noch weiter erhöhen würden. Brüning spricht vor dem Reichsrat. - Die Finanznot der Länder und Gemeinden. Zwang zur äußersten Sparsamkeit. - Kommt die Verwaltungs- und Reichsreform/ Berlin, 14. 3uli. (TU.) Heber den Verlauf der Sitzung der Vereinigten Ausschüsse des Reichsrates wissen Berliner Blätter noch verschiedene Einzelheiten zu berichten. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" berichtet, Reichskanzler Brüning habe sich mit äußerster Deutlichkeit gegen inflationistische Pläne gewandt. Er habe sowohl den Vorschlag, auf die Rentenmark zurückzugreifen, wie den etwaigen Neudruck von Noten auf das Entschiedenste abgelehnt. Es wüste und werde möglich sein, mit den vorhandenen Zahlungsmitteln auszukommen. Obendrein fei durch gewisse Aushilfsmittel, beispielsweise durch die Schaffung der Lagerscheine für die Erntefinan- zierung die Möglichkeit gegeben, die Schwierigkeiten ohne stärkere Reibung zu überwinden. Die Länder hätten sich bann über ungenü- genbe Berücksichtigung ihrer finanziellen Bedürfnisse beklagt. Sie hätten barauf hingewiesen, bas Reich habe für die Sanierung ber Großbanken Gelb gehabt, ba müsse jetzt auch für bie G e - .meinben Gelb vorhanden sein. Reichs- Richt nur in den angelsächsischen Ländern, fon- ftnanzminister Dietrich habe bemgegenüber fest- Hern auch in Italien ist des öfteren «rflärt wor- geftellt, daß bas Eingreifen bes Reiches bei ben den, dah für eine wirklich« Heilung der Fi- Schwierigkeiten im Bankwesen unumgänglich genau*- und Wirtschaft-Nöte der Welt eine ver- I roejen sei, um größeres Unglück zu verhüten. Er nunftgemähe Regelung der Kriegsschulden und ^gte außerbem bie Einzelheiten ber mit den Banken Reparationen die unbedingte Voraussetzung ist. getroffenen Vereinbarungen bar, um nachzuweisen, Die Zusammenkunft Stimsons unb ba5 Engagement bes 9161^5 nid)t bauernb fei. ? a C2®r a in ^.erlich auch ben weiteren Avseinanbersehungen habe sich 8in,..»d.ra au. dem die über diese Besprechungen burchgesickert sind, — sprechen von dem Plan einer gleichzeitigen , ,, . . . , ro-j.». Herabsetzung ber R ü ftungen und ballon öuruckgewresen worden it und Kriegsschulden. Sin solche« Projekt hat regrerung Me in Aussicht genommene deutschviel für sich, aber seine Verwirklichung dürste französische Aussprache in ... auf den Widerstand Frankreichs sto- Losung einzelner f.^bleme ab^g.gma^n wrlL ben, das bisher noch immer sich einer Derb in- Frankreich hat sich bereits ber fcm Qkr&anfr- düng der beiden, die Welt beschäftigenden Pro- lungen um den ^oner-^lan der ®^r. bleme widersetzt hat. ES scheint, als ob man in 3foherung auSgefeH QBiIl e« au4 1^ PariS daran festhält, aus der Revision der Re- £>n.ber ganzen a^mtwendrg erkwinten parationSsrage ein politische« Geschäft machen zu SanrerungSarbert ..^ige^rlstellen? Dre tfo> g wollen. Schon ist wieder in Pariser Blättern einer solchen Kurzsrchttgkeit mußten eS selbst in von einem politischen Moratorium die ganzer Schwere treffen. Rede. Dir begrüßen eS, daß dieser Versuchs- l ' Ministers In Berlin am26. und27. August aus- geführl werden wird. Herr Laval hak dem deutschen Botschafter von hoesch mitgeteilt, daß er in der Loge sein werde, ihn hierüber endgültig morgen am späten Nachmittag zu unterrichten. Miitelstand und Wirischastskrisis. Forderungen des Rcichskartells des selbständigen Mittelstands. De-rlin, 13. Aug. (TU.) Dos Reichst ar. teil des selbständigen Mittel st andes veranstaltete in Berlin eine stark besuchte Kundgebung zur gegenwärtigen Wirtschaftskrise. Der Geschäftsführer des Deichskartells, Matz, kritisierte die unbegrenzte und unverantwortliche Aus g a bew i r t f ch a f t der öffentlichen Hand. Stadtsekretär Kockel (Magdeburg) betonte. es müsse anerkannt werden, das; Relchs- kanzlex Brüning und seine Regierung den energischen Versuch unternehmen, die Fehler einer früheren verfehlten Wirtschaftspolitik wiedergutzumachen. Der Reichskanzler habe auch die Absicht bekundet, für die mittleren und kleinen Wirtschaftsbetriebe eine besondere Staatshilfsaktion zu unternehmen Es solle eine Ko mmission unter Beteiligung von Mittelstandsvertretern eingesetzt werden, die bei der Aufstellung des zukünftigenWirtschaftsprogramms mitberatend teilnimmt. Dann fand eine Entschließung Annahme, in der von der Regierung gefordert wird: Ein Ausführungsgesetz zu Artikel 164 der Reichsverfassung. der dem selbständigen Mittelstand die Fürsorge des Reiches sichert: sofortige Durchführung der Finanz - und Verwaltungsreform: Ablehnung aller Zwangsund staatlichen Planwirtschaf ts-Be st re- bun gen: Förderung ter Bankinstitute, die ihr Kreditkapital vornehmlich in kleinen und Mittelbetrieben anlegen: sofortige Liquidierung aller nicht aus einem Allgemeinbedürfnis unbedingt erforderlichen Betriebe der öffentlichen Hand: Teilnahme der Fachorganisationen des selbständigen MittcMand^ an allen vorbereitenden Beratungen der für den Aufbau unserer Wirtschaft und Finanzen erforderlichen Maßnahmen und dem vom Mittelstand geforderten Wirtschaftsprogramm. Parteitag der Landvolkpartei. Der neue Parteiführer kündigt stärkere Distanzierung zum Kabinett Brüning an. Berlin, 13. Aug. (VDZ.) Die C h r i st l i ch - Nationale Dauern- und Landvolk- Partei trat im Reichstagsgebäude zu einem außerordentlichen Parteitag zusammen. Als Rach- folger Höfers, dem der Reichstagsabgeordnete Hepp als stellvertretender Parteiführer eine Gedenkrede hielt, in der er die große 'Bedeutung Höfers als Mensch für das deutsche Bauerntum und seine hervorragenden Eigenschaften als Mensch und Politiker besonders würdigte, wurde das,bisherige Vorstandsmitglied von Hauen- s ch i l d - T s ch e i d t einstimmig zum Parteiführer gewählt. Hauenschild nahm die Wahl an und zeigte in seiner ProgrammrÄe die Entwicklung der letzten zwölf Zähre, die, ausgehend von der Unterwerfung unter Versailles und von völliger Einseitigkeit der Innen- und Außenpolitik zur Aufzehrung der Substanz führte. Das geeinigte Bauerntum stellt einen politif chen Machtfaktor dar, dessen christlich-nationale Exundeinstellung ihn zum Kern der politisch enRechten macht. Das Landvolk kann nicht etner Deichsregierung folgen, die sich in Abhängigkeit von der jetzigen Preuße n p o l i t i f befindet. Die programmatischen Erklärungen wurden einstimmig gebilligt. In einer lebhaften Aussprache, an der sich u. a. der Gründer der Landvolkbewegung, Staats- m'.nister Baum- Weimar und Minister a. D. von Keudell beteiligten, wurde der unbeirr- bare Wille zum Auf- und Ausbau der berufs- ständischen politischen Landvolkbewegung bekundet. Wie kommen schlagende Weiter zustande? Von Max Fischer. Rach druck verboten! Immer und immer wieder fordern schlagende Wetter große Opfer an Menschenleben in unseren Kohlengruben. Es ist deshalb des Schweißes der Edeln wert, darüber zu sinnen, wie man diese Gefahren abwenden oder doch wenigstens mildern kann. Was sind nun eigentlich schlagende Wetter? Schlagende Wetter entstehen durch den Zerknall von brennbaren Gasen, die mit Luft gemischt sind. Solche brennbare Gase treten aus den angeschlagenen Kohlenflözen teils langsam, teils in Gestalt von Bläsern aus. Die Entzündung kann durch allerlei älrsachen eintreten, z. B. durch die Grubenlampen, durch Sprengschüffe, aber z. D. nicht durch Funken, wie sie etwa beim Aufschlagen einer Hacke auf einen Stein entstehen. Man hatte solche sogenannten Sicherheitslampen, bei denen die Flamme durch ein engmaschiges Drahtnetz von der Auhenluft getrennt war, und glaubte in ihnen ein sicheres Mittel zur Verhütung der Einleitung eines Zerknalls von Grubengasen zu haben. Es hat sich aber gezeigt, daß fast drei Viertel aller schlagenden Wetter ihre Ursache in der Entzündung der Gase durch solche Grubenlampen hatten. Man verwendet deshalb heute in Steinkohlenbergwerken nur noch elektrische Grubenlampen, soweit man nicht überhaupt elektrische Beleuchtung in den Stollen eingerichtet hat. Run ist ein solcher Grubengaszerknall eine eng begrenzte Erscheinung, denn man sorgt durch die sog. Bewetterung dafür, daß die Luft Im Berg- werk von solchen Gasen möglichst frei ist. Jedes Bergwerk muß zwei Schächte haben. Wenn man durch den einen die Luft aussaugt, so dringt durch den andern frische Luft ein, und das Bergwerk wird fortgesetzt durchlüftet, so daß der Gasgehalt der Luft immer unter der Menge bleibt, bei beten Vorhandensein eine Entzündung eintreten kann. Trotzdem haben sich wiederholt schlagende Wetter durch ganze Bergwerke fortgepflanzt und eine große Zahl von Menschen getötet. Wie kommt das? Wenn an einer Stelle des Bergwerks ein Zerknall erfolgt, sei es z. B. durch schlagende Wetter oder etwa durch einen Sprengschuh, so geht eine Druckluftwelle durch das ganze Bergwerk, die man Oer Kampf gegen den Kommunismus. Oie Hetze gegen die Berliner Polizei. Neue kommunistische Drohbriefe. Weitere Verhaftungen. Berlin, 14. Aug. (CNB.) Der bei den Unruhen am Bülow-Platz verletzte Oberwachtmeister Willig, der sich zur Zeit im Staatskrankenhaus befindet, hat einen Drohbrief erhalten, in dem es heißt: „Es hat sich herausgestellt, das Kaliber 6,35 für dich nicht genügt. Wenn du herauskommst, werden wir dich mit 9 mm empfangen! Eine Prove anbei." Dem Brief war eine 9-mm-Revolverpatrone beigefügt. Der Revieroorsteher des Polizeireviers 62 in der Pappelallee 85, Hauptmann Schmedes, hat ebenfalls von kommunistischer Seite Drohbriefe erhalten. Bei den in Weißensee verhafteten sieben Kommunisten hat man Aufzeichnungen gefunden, die den Plan zur Ermordung des Oberleutnants Böcker enthüllen. Danach wollte man den Offizier an das Fenster feiner Wohnung lotfen, indem man losen Sand dagegen warf. Wenn Böcker dann heraussah, sollte er erschossen werden. Tatsächlich hat Oberleutnant Böcker in mehreren Nächten, die den Ereig- nissen am Bülow-Platz oorausgingen, verdächtige Geräusche am Fenster gehört. Die Abteilung la hat außerdem mehrere Festnahmen vorgenommen, die mit den kommunistischen Mordtaten am Bülow- Platz im engsten Zusammenhang stehen. Darunter befindet sich auch ein Mann, anscheinend ein Russe, der im Verdacht steht, der Organisator der Feuerüberfälle auf die Polizei zu sein. Heute Nacht verstarb der 55jährige Kaufmann Max Stern aus der Prenzlauer Straße, der bei den Unruhen am Bülow-Platz einen Bauchschuß erhalten hatte und schwer verletzt im Hedwig-Krankenhaus Aufnahme fand. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer bei den Unruhen am Bülow-Platz auf vier erhöht. Oie Kölner Bluttat. Köln, 13. Aug. (TU.) Die Ermittelungen nach dem Mörder des Gaugeschäftsführers des Stahlhelm Köln, Albert Heister, der in der Rächt zum Sonntag vor seiner Haustür durch einen Pistvlenschuh getötet wurde, haben Erfolg gehabt. Als Täter kommt der der Kommunistischen Partei angehörende 29jährige Arbeiter Theodor Dürwerbt aus dem Martinsfeld in Köln in Frage. Dürwerdt hatte nach der Tat sogleich die Pistole seinem 18jährigen Parteifreund, dem Arbeiter Heinrich Ricksch, über- Seben Ricksch hat jetzt zugegeben, daß er ie Waffe von Dürwerdt zugesteckt bekommen hat. Die Pistole wies noch 7 Schuß auf. Ein Schuß war abgefeuert worden, und zwar muß dies erst unmittelbar vor der Beschlagnahme der Waffe geschehen sein. Hinzu kommt, daß die am Tatort gefundene Patronenhülse genau in die Pistole paßt. Dürwerdt bestreitet noch die Tat. Das Deweismaterial gilt als vollkommen einwandfrei. Eine kommunistische Jugendherberge ausgehoben. Erfurt, 13. Aug. (WTD.) In der Jugendherberge Finsterbergen (Thüringen) wurde von der KPD.-Dezirksleltung Groh-Thüringen elnKursuszurAusbildungvon Funktionären abgebalten. Da der Verdacht nahe lag, daß die entfaltete Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufe, wurde von einem größeren Pollzri- kommando der thüringischen Polizeidirektion Gotha eine Durchsuchung des Gebäudes und der darin betroffenen Personen vorgenommen, die wesentliches Material zutage förderte. Der Lehrer und die Teilnehmer, insgesamt 42 Personen, wurden bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Gotha wegen dringenden Verdachts der VorbereitungzumHochverratzur Anzeige gebracht. Auch wurde die Fortsetzung der Schulung untersagt. Die Kinanzsamerung in England. Oie Bemühungen um den Ausgleich -es Staatshaushalts. Oas (Sparprogramm. — Oie Führer -er Opposition bei Mac-onal-. Eine Oreiparteienkonferenz. London, 13. Aug. (MTV.) Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt die englische Oessentlichkeit die Verhandlungen in der Downing Street über die zur Sanierung des Budgets notwendigen Maßnahmen, deren Bedeutung heute durch die eilige Rückkehr des konservativen Führers Baldwin aus Aix-les-Vains sowie Neville Chamberlains und des Liberalen Sir Herbert Samuel unterstrichen wurde. Man glaubt, daß es die Absicht Macdonalds ist, sich die Z u st i m m u n g der beiden anderen Parteien zu sichern, ehe der plan der Regierung dem Unterhaus vorgelegt wird. Sie wurden aufgefordert im Hinblick auf die finanzielle Lage an einer Dreiparteienkon- f e r e n z über Sparmaßnahmen teilzunehmen. Bald- win und Chamberlain wurden bereits von Macdo- nald zu einer Besprechung in seiner Amtswohnung empfangen, in der sie über die Verhandlungen des Sparkomilees des Kabinetts inoffiziell unterrichtet wurden. An der Besprechung nahm auch der Schahkanzler Snowden teil. Sir Herbert Samuel, der anstelle des erkrankten Lloyd Georges die Lide- rate Partei vertritt, sprach ebenfalls am Nachmittag in der Amtswohnung Macdonalds vor. Wie die Preß Association aus maßgebender Quelle wissen will, sind Macdonald und die übrigen fiabi- ncttsmilglieder entschlossen, keine Zeit zu verlieren. Sie erkennen an, daß diese Krise psychologischer Natur ist und nicht tiefer begründet, daß sie aber unverzügliche Maßnahmen erfordert. Die Regierung beabsichtige zwar, die Oppositionsparteien zu Rate zu ziehen, sie werde aber die volle Verantwortung für alle eventuell von ihr oorzubringenden Vorschläge übernehmen. Ls ist zweifellos die Absicht der Regierung, zu Opfern aufzufordern, aber es wird dafür gesorgt werden, daß die Last gleichmäßig auf alle Klassen der Bevölkerung verteilt wird. Oie presse ist zuversichtlich. Zwangskonvertierung der Kriegsanleihen. London, 13. Aug. (TU.) Die Erklärung des Sparausschusses des englischen Kabinetts, mit allen Mitteln einen Ausgleich des Staatshaushaltes herbeiführen zu wollen, wird von der gesamten Presse lebhaft begrüßt. Die „Times" (kons.) meint, die Befriedigung der Eith über biefe Absicht sei bereits am Mittwoch durch eine feste Haltung der englischen Staatspapiere zum Ausdruck gekommen, verlangt jedoch Klarheit darüber, ob mit den in der Regierungspresse geäußerten Opfern aller Volksschichten eine zwangsweise Konvertierung der englischen Kriegsanleihen gemeint sei. — „Daily Herald" (Arbeiterpartei) verkündet in Sperrdruck, daß die Eity bereit sei, die Regierung zu unterstützen. Das Vertrauen lebe wieder auf. Die vor kurzem in panikarttger Hast aus London zurückgezogenen auch an entfernten Stellen deutlich fühlt. Diese Druckwelle läuft nun schneller als die mit dem Zerknall verbundene Feuererscheinung. Beim Durchlaufen der Stollen wirbelt sie den überall vorhandenen und unvermeidbaren Kohlenstaub auf, so daß das ganze Bergwerk mit einem Gemisch aus Luft und Kohlenstaub gefüllt ist. Solche Gemische von brennbarem Pulver und Luft sind aber schon bei geringem Pulvergehalt sehr zerknallfähig und werben nun beim Auftreten eines Gaszerknalls gezündet, so daß sich der Gaszerknall als Kohlen- staubzerknall durch die ganze Grube fortsetzt. Hiergegen hat man schon ein Mittel gefunden: Man stäubt die ganze Grube mit Gesteinsstaub ein und stellt von Zeit zu Zeit in die Stollen quer zur Stollenrichtung hölzerne Gestelle mit einer Durchfahrt in der Mitte. Auf Bretter auf den Gestellen schichtet man so viel Gesteinsstaub auf, wie es dem Böschungswinkel nach möglich ist, so daß also auf jedem Brett ein dachförmiger Staubhaufen liegt Wenn nun eine Druckwelle kommt, so pustet sie den Gesteinsstaub von den Brettern herunter, und es entsteht eine große Staubwolke. Kommt nun die Flamme an, so kühlt sie sich an den unzähligen Staubteilchen so stark ab, daß sie erlischt und nicht mehr weitergeht. Aber die Sache hat doch noch ihre Haken, denn es ist z. B. in den Bergwerken nah, und wenn der Gesteins- staub feucht wird, so wird er natürlich nicht aufgewirbelt, so daß die Gesteinsstaubsperren unwirksam werden. Run hat man in der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg in einem 7 Meter langen und 6 Zentimeter weiten Stollen aus Glas Versuche mit anderen Mitteln gemacht und Ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß man viel bessere Wirkungen mit Sperren aus nicht brennbaren Gasen erzielen kann. Man muß also von Zeit zu Zeit Gasflaschen aufstellen und Einrich- ttrngen treffen, daß die dem Zerlüall vvrauseilende Druckwelle das Schutzgas zum AuSströmen bringt. Natürlich muh man zur Bildung dieses GaSvor- hanges Gase benutzen, die nicht giftig sind, denn es würde natürlich wenig nützen, wenn man die Berg- i?ute vor dem Tode durch den Zerknall bewahrte, sie aber statt dessen mit Gas vergiftete. Solche Gase gibt es aber. lieber diese großen Fortschritte und das Ergebnis der Versuche hat Bergrat Professor Dr. Tübben, der Leiter des Bergbau-Laboratoriums der Technischen Hochschule zu Berlin, in seiner Aektoratsantrittsrede am 1. Juli d. I. gespro- 7en- Anm auch entgegen der allgemein verbreiteten Ansicht der Bergwerks betrieb bei weitem nicht der lebensgefährlichste ist — es scheint nur so._ weil von den verhältnismäßig seltenen Ün- glücksfällen immer eine große Zahl von Menschen auf einmal betroffen wird, während die tropfenweise im Verkehr auf der Erde und in der Schifffahrt eintretenden Verluste im Laufe des Jahres sehr viel höher sind —, so ist es selbstverständlich doch hoch erfreulich, wenn es gelingt, die Zahl der Menschenopfer in Bergwerken noch weiter zu vermindern. Oas „Schwarze Museum" von Scotland tzard. DieSchreckenskammerderLondonerPolizei. Wenn man kulturhistorische Museen besucht, —- das Rationalmuseum in München z. D. oder das Germanische Museum in Nürnberg —, dann gelangt man während des Rundgangs an ein Gemach, das man nur zögernd betritt: die Schreckenskammer. Hier werden jene Utensilien aufbewahrt, mit denen man ehedem Verbrecher vom Lrben zum Tode brachte ober körperlich züchtigte: hier find auch die furchtbaren Folterwerkzeuge des Mittelalters zu sehen. Man kann das Gruseln lernen in diesen unheimlichen Kämmern, und man ist froh^ wenn man ihnen entronnen ist. Das „Schwarze Museum" von Scotland Pard birgt mehr geheimnisvolle und grauenerregende Dinge in sich als irgendein Kriminalmuseum oder eine Schreckenskammer der Welt. Fast siebzehn Jahre lang war es der Oeffentlichkeit entzogen: jetzt ist Scotland Pard aus dieser Zurückhaltung herauSgetreten und hat den Besuch, des „Schwarzen Museums" der Allgemeinheit frei gegeben. Täglich pilgern Einheimische und Fremde dorthin, um sich alle die seltsamen und schrecklichen Sehenswürdigkeiten anzusehen, die dieses ungewöhnliche Museum aufzuweisen hat. Was beim Betreten des Museums zuerst in die Augen springt, sind die zahlreichen Photographien, die überall an den Wänden hängen. Erst wenn man sie näher betrachtet, sieht man, daß es sich nicht um harmlose Landschaftsbilder handelt oder um andere gebräuchliche Aufnahmen, sondern man sieht hier Schreckensszenen abgebildet, die Schauplätze jener berühmten Verbrechen, mit denen sich die Londoner Polizei im Laufe der Jahre zu befassen hatte. Große Glaskästen stehen an den Wänden. Sie enthalten Werkzeuge, gebräuchliche und außergewöhnliche. lauter Gegenstände, die zur Ausfüh- Gelder seien zurückgekehrt und der britisch- Kredit in der ganzen Welt gestiegen. Dies sei auf die Zusicherung des Premierministers zurückzuführen, daß das Budget inS Gleichgewicht gebracht werden müsse und bafj dies auch geschehen werde. „Daily Herald" teilt weiter mit, daß nicht nur die Bankiers und die Versicherungsgesellschaften, sondern auch die Börse und die großen Investmentstrusts, die Wertpapiere im Gesamtbeträge von mindestens 600 HHillionen Pfund Sterling besitzen, den Konvertierungsplan sicher unterstützen würden, wenn darauf Sparmaßnahmen erfolgten. Die Bank von England sei bereit, die Arbeit der Durchführung einer Konvertierungsanleihe sofort zu übernehmen- Die Vorbereitungen seien so vollständig, daß sogar Briefumschläge an alle Besitzer der fünfprozentigen Kriegsanleihe fertiggestellt seien. Der unionistische „Daily Telegraph" schreibt dagegen, die Elch sei sehr skeptisch bezüglich der Fähigkeit der Regierung, Sparmaßnahmen durchzuführen. Wenn das Budget nur durch eine weitere Erhöhung der direkten Steuern statt durch wirkliche Spar- Maßnahmen ausgeglichen werden sollte, so würde das einzige Ergebnis die Verschärfung des Ernstes der augenblicklichen Finanzlage sein. Zu dem beunruhigenden Gerücht, daß der Schatzkanzler einen Plan zw angsweiser Konvertierung der Kriegsanleihen und anderer Regierungspapiere in solche mit niedrigem Zinsfuß erwäge, erklärt „Daily Telegraph", es sei fast undenkbar, daß ein derartiger Vorschlag erfolgen forme. Eine zwangsweise Konvertierung würde auf eine reine Beschlagnahme hinauslaufen. Man frage sich, ob die ausländischen Kapitalanleger, die schätzungsweise ein Fünftel des Gesamtbetrages der Kriegsanleihe von zwei Milliarden Pfund Sterling in ihrem Besitz hätten, anders als £ie britischen Inhaber behandelt werden sollen. Jeder Plan zwangsweiser Konvertierung würde mit Recht im Auslande als Richtanerkennung der Schulden angesehen werden und eine äußerst nachteilige Wirkung auf den britischen Kredit ausüben. Aus diesem Grunde sei niemand in der City geneigt, dem Gerücht Glauben zu schenken. Die führenden Bankiers in der City wüßten auch nichts von Vorbereitungen für einen riesigen Konvertierungsplan. Der City-Redakteur der Daily Mail schreibt: Es bestehen Anzeichen dafür, daß die Regierung von dem Bankier-Memorandum stark bceindructe worden ist. Dies hat in der City eine zuversichtlichere Auffassung über eine großzügige Inangriffnahme des Sparprogramms aus- gelöst. Man deutet jetzt an, daß eine baldige Herabsetzung des englischen Dankdiskontes als Geste des Vertrauens erwartet werden könne. Die ermutigende Entwickelung in Deutschland, insbesondere auch das Ergebnis des Volksentscheides und die Herabsetzung des deutschen Dankdiskontes hat, wie man betont, die finanzielle Lage verbessert. Rach „Rews Chrvnicle" ist mit einer Kabinettserklärung zu rechnen, „die die Welt über die finanzielle Stabilität Englands beruhigen wird". Im Inneren soll die öffentliche Meinung mobil gemacht und ein Appell für Einstellung deS P ar teienkampfes veröffentlicht werden. Vielleicht ergebe sich, meint daS Blatt, die Rotwendigkeit, e i nen,.S t a a t s- r a t" einzusetzen, um die drastischen Maßnahmen, die für den Ausgleich des Budgets geplant sind, durchzuführen. Die Katastrophe auf dem amerikanischen Vaumivollmarkt. Das Farmamt schlägt vor, ein Drittel der Ernte umzupfliigen. Washington, 13. Aug. (TU.) Die geradezu katastrophale Lage des amerikanischen Baumwoll- Marktes, die Tausenden von Baumwollfarmern den Ruin zu bringen droht, hat das Farmamt gezwun- gen, den Gouverneuren der 14 Baumwollstaaten telegraphisch folgenden drastischen Vorschlag zu unter, breiten: Die Baumwollfarmer sollen ein Drittel ihrer gesamten Ernte um pflügen, wo- rung von Mordtaten und anderer schwerer Verbrechen benutzt worden sind. In einem anderen Glaskasten wird die Kassette crufbewahrt, auf der sich jene Fingerabdrücke befinden, mit denen man zum ersten Male den Fingerabdrucksbeweis zur Aufklärung eines Verbrechens anwenden konnte. In den allerersten Anfängen des Fingerabdrucks« shstems war es die Kassette, mit deren Hilfe die Brüder Stratton des Mordes überführt werden konnten. Ein anderer Holzkasten enthält ein Holz- stückchen mit einem Stück Haut, an dem deutlich eine Rarbe zu sehen ist. Man erfährt, daß Delle Elmore diese Narbe von einer Dllnddarmopera- tion zurückbehalten hatte. Später, als Delle 61- more Delle Krippen geworden, war und auf geheimnisvolle Weise verschwand, konnte ihrem Manne der Mord auf den Kops zugesagt werden; man hatte Leichenteile in Krippens Keller gefunden und an ihnen jene Rarbe, an der man den Körper seiner Frau erkannte. Dann wieder gelangt man an einen Glaskasten, der unzählige Flaschen, in allen Größen, enthält: lauter Giftflaschen, mit deren Hilfe Giftmörder ihre Opfer umgebracht hatten. Man sieht ganze Falschmünzerwerkstätten, mit vielen sorgfältig ausgearbeiteten Sp^ialmaschinen. In den Bereich der Einbrecher gehören die oft komplizierten, technisch häufig sehr fein konstruierten Werkzeuge, mit denen Bankeinbrüche und» andere ähnliche Verbrechen ausgeführt wurden; unter anderen wird ein modernes Sauer stoff- gebläfe aufbewahrt, dessen Herstellung mehr als 30 000 Mark gekostet hatte, woraus erhellt, daß heutzutage auch die Verbrecher mit ungewöhnlichen Spesen zu rechnen haben. Recht aufschlußreich erweist sich die Abteilung, die mehr einer Dahnhofs- Gepäckaufbewahrungsstelle gleicht als einem Der- brechermuseum. Hier stehen Koffer und Handtaschen herum, in allen Größen und Ausführungen, elegante unb abgegriffene, aus Rindleder und gewöhnliche Vulkanfiberkoffer. Die elegante- sten Koffer gehörten natürlich Hoteldieben und Hochstaplern, die ohne dieses ihr wichiigstesWerkzeug nicht auslvmmen können. Dann sind hier lene Koffer mit doppelten Böden zu finden, die Schmuggler benutzten, um Juwelen, echte Spitzen und namentlich Kokain ungefährdet über die Grenzen zu bringen. Dine Fundgrube für sich bildet daS Archiv deS »Schwarzen Museums", dessen Schriftstücke, wahre „documents humains“, hineinführen tn die Wirrnisse und buntelften Tiefen der menschlichen Seele. SLF, Aus aller Welt ger. Gießen hielt, wie man und Wl O waS schlichtes grü mißt und teff besonders schätzt und das ... ,v.____jffen Fehlen man bedauert " „Das ist richtig. Rur wird man selten diese Vollkommenheit und Geschlossenheit finden." ..Gewiß. Aber es kann sein, daß man einen Strauß gerade um eines kleinen Wangels willen ist nicht immer die rote Relle. eS kann auch ein n«s ReiSlein sein, das man dct- gebracht. Der e r tu-". Verein weid gäbe und die wünschenswerte Vollendung stellte." ..Sic gehen wohl etwas zu streng ins Gericht". wendete ich ein. „Ach nein, ich halte mich dabei an das.-- man überall alS ausschlaggebend betrachtet. TS Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Dießen. 13. Aug. AuS der Unters uchunas- halt wurden zwei Angeklagte vorgeführt. t»te während der Psingstseiertage nachts in mehrer« GartenhäuSchen die-seits und jenseits der Lahn, eingcbrochcn waren und dort alles, was für sie verwertbar war, mitgenommen hatten. 3n den meisten Fällen waren sie über die Umzäunung gestiegen und hatten die an den Düren angebrachten Kasten- und Vorhängeschlösser gewaltsam ausgebrochen. Der eine von ihnen, der rückfällig war, wurde zu 1 Jahr 6 Monat, ter andere zu 9 Monat Gefängnis verurteilt. Tin früherer Kaufmann war geständig^ mit 'dem Hamen seines DaterS ohne dessen Wissen und Willen eine größere Zahl Wechsel akzeptiert zu haben, die er sich bei einer Spar- und Leih- lasse diskontieren ließ. Wegen schwerer Urkundenfälschung In fortgesetzter Begangcnschaft wurde er unter Zubilligung mildernder Umstände zu 5 Monat Gefängnis verurteilt. Wegen Vergehens gegen daS Gesetz zum Schutz« der Republik wurde ein auswärts wohnende« Handwerksmeister an Stell« einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 10 Tagen zu einer Geldstrafe von 50 Ml. verurteilt. 3n einer politischen Versammlung war er als Diskussionsredner aufgetreten und hatte sich dabei durch einen Zwischenruf zu der Aeußerung: „Heute haben wir lauter Aindviehcher da oben sitzen!" hinrechen lassen. Strafmildernd nahm das Gericht an. dast der Angeklagte durch den Zwischenruf gereizt worden war. diese blutrote Aelle fehll. die erst den Ausgleich dar- durch über 4 Millionen Ballen Baumwolle vernichtet würden. Das Farmamt verspricht dafür, die Riesenvorräte au» dem Vorjahre in Höbe von 3 Millionen Ballen nicht vor dem 31.Juli 1 9 3 2 a u f den Marktzu bringen. Da, Farmamt gibt offen zu, daß die Etabilisierungs- versuche o ö l l i g f e h l g e s ch l a g en seien und daß es nicht mehr Herr der Lage sei. Tine gerne,nfame Aktion vor dem 1. September ist unbedingt notig, um eine allgemeine Katastrophe zu vermelden- Der Vorschlag des Farmamts über die Vernichtung eines Drittels der bevorstehenden Baumwollernte hat eine sehr geteilte Aufnahme gefunden .T'we» schreibt: Die Verwirrung und Not in den Agrar- floaten könne unermeßlich groß werden. Wahrend e» in den Landwirtschastsgegenden bereit» gare, und .....DaS ist eS. was meist LiebeS- und Freund- chastsbande knüpft. Aur muß eben diese Unvollkommenheit in diesem besonderen Fall als Vorzug empfunden werden, wenngleich es meist im Unterbewußtsein geschieht." „3a. Und ich möchte fast behaupten, daß viele Verbindungen zwischen Menschen nur daraus aufgebaut sind und daß. wenn etwas in die Brüche geht, meist so eine kleine blutrot« Aelle zuviel oder zuwenig vorhanden ist." „Was aber soll man dagegen tun?" „Aichts, weil es nichts zu tun gibt. Hier, wie so oft im Leben, herrschen Gesetze, die sich nicht in Paragraphen zwängen lassen. Aur das kann man erstreben, daß man ein harmonischer Mensch wird." „In unserer aufgewühlten und unausgeglichenen Zeit?" „Tben darin, denn keine Zeit hatte solche Menschen nötiger als diese. Allerdings — es war wohl auch keine Zeit so weit entfernt von diesem Ziel wie unsere. Trotz aller Bemühungen darum, vielleicht gerade wegen dieser Bemühungen." -r- Durchführung der Oevisenverordnung. Das Aeichswirtschaftsministerium hat eine weitere Ergänzung der Richtlinien für_ die Devisenbewirtschaftung den Landesfinanzämtern zugeleitet. Die Richtlinien bringen eine Reihe technischer Erleichterungen für die Abwicklung des Dankverkehrs, die daS Ergebnis eingehender Verhandlungen mit dem Spitzenverbande des Bank- gewerbcs sind. IrrSbesondere sind gewisse Geschäfte mit Devisen, die nach der Devisenverord- nung genehmigungspflichtig find, von der Genehmigung srcigestellt worden, soweit sie von den von der Reichsbank anerkannten Devisenbanken durchgeführt werden. Ferner ist angeord- net worden, daß zur Dezahlung von Warenschulden im innerdeutschen Verkehr Devisen nur zu- geteilt werden dürfen, wenn es sich um die Erfüllung einer vor dem Inkrafttreten der Devisen- Verordnung entstandenen Forderung handelt, oder wenn für Geschäfte der betreffenden • Art die Zahlung in csfektiver ausländischer Währung handelsüblich ist. \ Dadurch soll der neuerdings um sich greifenden volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigten Fakturierung in effektiver ausländischer Währung entgegengetreten werden. Schließlich wurde klargestellt. daß zur Errechnung der 3000 Mark, bis tu denen nach § 11 der Devisenverordnung eine Person während eines Kalendermonats Geschäfte, die nach der Devisenverordnung an sich genehmigungspflichtig wären, frei vornehmen kann, der Erwerb von Devisen und die Verfügung über anderweit erworbene Devisen sowie der Erwerb ausländischer Wertpapiere und die Verfügung über solch? Papiere als ein einheitlicher Tatbestand gelten. Ebenso gilt di« Einräumung von ReichSmarkkrediten zugunsten eineS AuSlanderS und die Abtretung von Reichsmarkforderungen an einen Ausländer alS ein einheitlicher Tatbestand» eine Strickjacke. •• Don gültigen und ungültiaen Freimarken. Die Oberpvstdirektion Darmstadt teilt mit: Gs kommt ab und zu vor. daß einzelne Freimarken auf den mit der Post beförderten Driessendungen nur geringfügige oder schwache Entwertungszeichen, oftmals nur Striche oder schwärzliche Flecken tragen, weil sie beim Abstempeln in der Eile nicht voll getroffen worden find. Selbstverständlich ist es verboten und auch straf- fällig, solche unvollständia entwertete Freimarken, nachdem sie von den Umschlägen abgeLÖft worden sind, nochmals zur Freimachung anderer Postsendungen zu benutzen Trotzdem geschieht dies in der falschen Voraussetzung, der Detrug würde nicht bemerkt. In den meisten Fällen werden dies« Gebührenhinterziehungen aber bei den Post- anstalten, die angewiesen sind, hierauf besonders zu achten, entdeckt; gegen die Absender wird dann von der oberen Postbehörde die dafür in dem Postgesetz vorgesehene Geldstrafe verhängt. Allem Anschein nach werden derartige schwach entwertete Freimarken auch vielfach in betrügerischer Absicht als Ersatz für Kleingeld in Verkehr gesetzt. Darum tut jedermann, der sich ^lnannehml.chkeiten ersparen will. gut. Freimarken, die er nicht selbst am Postschalter gekauft hat, vor ihrer Verwendung genau zu besichtigen. Dei verdächtigen Wahrneb- mungen. insbesondere auch beim Fehlen des Klebstoffes auf der Rückseite empfiehlt sich eine Anfrage über ihre Gültigkeit am Pvst'chalter. •” Achtet auf bie Kohlweißlings- raupenl Don der Hessischen Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen wird mitgeteüt: AuS vielen Gegenden kommen Klagen über starkes Auftreten der Raupen der 2 Generation des Kohlweißlings. Leider wird ihr« Anwesenheit zumeist erst an ihrem Zerstörungswerk felbft erkannt, wenn der Schaden nicht mehr lohnend zu verhüten ist. Wer also mit dem Einschreiten wartet, bis die gefräßigen Raupen fich über die Blätter der Kohl- und anderen Pflanzen zerstreut haben, wird in der Regel wenig Erfolg erzielen. Auch hier ist Vorbeugung am besten. Worin besteht diese nun? Wan muß die leicht erkennbaren, goldgelben Sierhäufchen, die sich an der Unterseite der Blätter befinden, rechtzeitig und wiederholt ablefen und vernichten, am einfachsten durch Zerdrücken mit den Fingern. Hat man die Vernichtung der Eier versäumt, so wird es schon schwieriger fein, durch direkte- Ab lesen der Raupen der Plage Herr zu werden. Die Anwendung von Giftmitteln dürste aus Gesundheitsrücksichten weniger zu empfehlen sein. Sin Wetzlarer Defraudant verhaftet. WSA. Wetzlar, 13. Aug. Sin Angestellter der Genossenschaft HessewAasfau, Zweigstelle die Stabte fich auf einen Winter mit größerer Br- deitslosigken denn je vorbereiten, habe Hoover und feine jtegurung auf dem Gebiete her Außenpolitik während der nächsten Monate eine Entscheidung oomäußerfter Dichtigkeit zu fallen. 6s feien Gerüchte darüber verbreitet worden, welcher Art die Aktion Hoovers in der Frage der Abrüstung, der Reparationen und Schuld en sowie die Organisierung des Frieden» in der ganzen Welt sein werde. Hoover werde aber nicht st a r k genug (ein, so zu handeln, wie er handeln müsse, wenn das Land, wie die» unzweifelhaft der Fall fei, do» vertrauen in Hoover» Führung der innerpolitischen Angelegenheiten verliere. gerechter _ „ unS schreibt, am Mittwoch, nach vorausgegangc- nem Schießen, seine Monatsversammlung im Schützenhaus ab. HauptverhandlungSpunkt war die IagdauSstellung. die, an die Obst- und Gartenbauausstellung angegliedert, vom 3. bis 5. Oktober in den Räumen der LiebigShöhe veranstaltet werden wird. Ferner nahm die De- sprechung über die Handhabung der Iagdpacht- schutzordnung in Preußen und Hessen viel Zeit in Anspruch. Diese Frage hat für alle 3agb- pächter. die schon vor einigen Jahren unter ganz anderen wirtschaftlichen Verhältnissen gepachtet haben, heute erhöhte Bedeutung. Dekanntgegeben wurde ferner eine Antwort deS Hessischen Ministeriums deS Innern auf eine Eingabe deS Vereins. wonach in Zukunft von feiten der KreiS- ämter nur noch Iagdpäffe neuesten Formular- vcrwendet werden dürfen, sowie «ine Mahnung zur Schonung von oberirdischen Fernsprechleitungen bei Abgabe von Schrotschüssen. Sin vorgesehener Vortrag über den Entwurf eines hefsi- schen RaturschutzgesetzeS mußte wegen der vorgeschrittenen Zeit verschoben werden. •• 4 0. 2) len ft Jubiläum. Der Postfekretar Karl Rohrbach feiert am 16. August da» Jubiläum seiner 40jährigen Tätigkeit bei der Reichspost. •• Eine raffinierte Schwindlerin. In den letzten Tagen suchte in verschiedenen hessischen Städten eine angebliche Vertreterin deS Beyerverlages alleinstehende Frauen auf und verpflichtete fie zum AuStragen der wöchentlich erscheinenden Beyerschen Vkodehefte. Unter dem Versprechen, die Hefte würden von der Buchhandlung Heil in Mainz geliefert und es seien bereits zahlreiche Bezugsmitglieder im Orte vorhanden und für daS Heft würden 10 Pf. Trägev- lvhn vergütet, forderte di« Betrügerin die Frauen auf, felbft Mitglied zu werden und di« mit dem Bezug der Zeitschrift verbundene Versicherung zu bezahlen. Sie erschwindelte sich auf diese Welse in mehreren Fällen je 3 Mk. und traf sich später mit einem jungen Manne, der vermutlich mit ihr herumreist. — Da» Landeskriminalamt warnt vor der Schwindlerin und bittet, bei ihrem Dorsprechen die nächste Polizeistatton au verständigen. Die Betrügerin benutzt auch DersicherungSmaterial mit dem Stempel der Firma Baaden. Bingerbrück. Buchhandlung und Zettschriflenverlag. Die Betrügerin ist etwa 25 Iahre alt. hat bleiches, längliches Gesicht, aussallend hellblond gelockten Bubikops. Sie trägt ein rosasarbigeS Kleid und Sius öer provinzialbaupistabt. Gießen, den 14. August 1931. Gin Strauß. „Ein schöner Blumenstrauß I" sagte ich be- Wundemd zu der Hausfrau, in deren gastlicher Häuslichkeit ich wohlaufgenommen war. „Ein aufmerksamer Schenker also", fügte ich hinzu. „Ja", antwortete sie. „Beides, und doch nicht ganz so, wie eS zu wünschen wäre." ..Sie sprechen in Ratteln. Daß der Strauß schön ist und kostbar, da» ist ohne weiteres zu erkennen, und «6 ist wohl auch nicht schwer, auf den Spender zu schließen." „Rein, beziehungsweise ja. Sie haben recht. Aber es ist da doch etwa» dabei, das einen zu anderer Meinung bringen kann. Rur eine Kleinigkeit aber sie ist nicht unbeteutenb. Sehen Sie. nur ein klein wenig Rot fehlt zwischen Den -Blumen. Stellen Sie sich vor, in bieser Sinfonie dec Kinber FloraS wäre noch eine blutrote Relle, dann wäre die Farbenzufammenstellung viel günstiger." „Möglich", entgegnete ich- „So Plastisch vermag ich mir bas nicht vorzustellen." Ach, e» hat auch nichts aus slch. Ich habe mich über die Aufmerksamkeit auch gefreut. Aber bann mußte ich einen Vergleich ziehen zwischen dem Spender und dem Strauß, und ich 'am 8U einem ähnlichen Urteil. Auch dort fehlt geötffer- maßen diese eine blutrote Relle. Ein Mensch, der mir nicht unangenehm ist, ein Mensch, der sich durch seine Wesensart, durch seinen Charakter vom Durchschnitt unterscheidet, aber diese blutrote Relle fehlt. Viele Eigenschaften besitzt er, die schätzenswert sind, aber nur eine fehlt ihm, die vielleicht den AuSfchlag gibt: das Herz, wie wir Frauen das nennen. Sin kluger Mensch, ein im Lebenskämpfe Bewährter, auch ein guter Mensch, aber daS alle- mehr ober weniger von der Seite des DenkenS, nicht be» Fühlens her. In seiner Rähe ist c» immer ein wenig Winterluft. Rein, ich sage nicht- dagegen, auch solche Menschen sind zu schätzen, besitzen ihre Vorzüge und sind in vieler Hinsicht zuverlässiger als die andern. Aber was hilft das, wenn man immer wieder daran erinnert wird, daß eben Der Relchspräsitenl in Dietramszell. Der Reichspräsident ist am Donnerstag um 10.15 ilfcrr in Dietramszell ginget ros- s en. Zur Begrüßung hatten sich neben der Familie von Schilcher, Vertreter te» amte» WolsratShausen und der Gemeinden Schönegg und Dietramszell, der katho.ischen und evangelischen Geistlichkeit, der Gut»- und Forst- txam-Zn. sowie die Schuljugend von Dietramszell «ingesunhen. Sine große Mensche"meng begrüßte den ReichSprasttenten mit lebhaften Hochrufen. Das DeutschlandSlied wurde an- getrimmt, während sechs 5^? * slugzeugklubs München über dem Schloß kreisten und eine Huldigungsadresse abwarfen. Rach der Begrüßung durch Frau von Schilcher erschien bet Reich-Präsident an einem Fester be» ersten Stockwerks und sagt« zu der Meng«: „3 bante Ihnen von ganzem Herzen für den Empfang. In dieser schweren Zeit tut mir da« beider» wohl. Nochmals lausend Dank." Der Reichspräsident wird über drei Woch-n in Dietramszell bleiben. Der 5. Reich»jugendlag be» Dhv. Der Deulschnalional« HandlungSgehilsen-Ber- banb veranstaltet seinen ReichSjugendtag vom 15. bi» 17. August in Innsbruck. Am Samstagabend ist der BegrüßungSabend. Im Mittelpunkt steht die Ansprache des Tiroler VolksmanneS. Pater Innerkofler. Den Ausklang gibt ein Laienspiel .Grenzmark", das von 200 Iung- mannen auf geführt wird. Der Sonntag beginnt mit Gottesdienst Eine umfassend« Ausstellung und Messe der Scheinfirmen gibt der Tagung den beruflichen Lharakter. Ein Slaffellauf der Gaue von dem AndreaS-Hofer-Denkmal auf dem Berg Otel zur Hofburg inmitten der Stadl beendet die Veranstaltung am Vormittag. Der Rachmitiag wird au»gefülll von einem großen Volksfest, ba» In der Hauptsache von den Iungmannen selbst au »gestaltet wird. Ater Tiroler Heimat- und Trachtenvereine werden diesem fröhlichen Treiben ein betontere» Gepräge geben. Den Sonntag beschließt «in Fackelzug. Rach dem AuS- klang am Montagmorgen sammelt sich die junge Mannschaft zum Abmarsch i n d i e D e r g l a g e r, um hier noch einige Tag« inmitten ter majestätischen Schönheiten ter Berg« Erholung und Entspannung zu finden. Reichsführertagung der Stahlhelmstubenten. In Hall« fand die 2. Reichstagung bet Stahlhelm st u den'.« n statt, an der etwa 60 Stutenten- führer sowie der 2. Dundesführer tes Stahlhelm. ObcrTtleutnant a. D. Duesterberg. unb ter Bundeskanzler Major a.D Wagner teilnaßmen. Der Führer des Stahlhelm-Sludentenr.nge» „ßangemarcT. Dr. Eduard Stadl l e r - Berlrn, eröffnete die Tagung mit grundsätzlichen Ausführungen zu dem preußischen Volksentscheide. Der 9. August habe eine erhebliche Verbreiterung und ein zahlenmäßige» Anschwellen der na:.analen OpposilionSironl gebracht. Der Dun- te-kanzlcr Wagner betonte, daß «s jetzt vor al .cm auf das weitere Zusammenhalten dieser Front ankomme. Am wichtigsten sei ter gemeinsam« E.nsah dieser Front bei den im nächsten Frühjahre stattt.ndenden ReichSpräsidenlenwah- len. Kamerad Duesterberg wie» auf di« Ap- rüstungskonferenz im Februar 1932 hin, in Ine Deutschland unbedingt mit einer starken nationalen Regierung hinemgehen müsse. Aufgabe de» Stahlhelm sei e». nelen ter geistig-politischen Schulung die wehrsportlich« Erlüchtiguna weitester Kre-.se ter deutschen Iug:nd durchzuführen. Die Tagung befaßte sich eingehend mit den Fragen der Hochschulpolilik. des Wehrsportes und ter politischen Schulung. Schwere ffxplofion»kalaslrophe in Lyon. Mm 2.30 ll&r wurde in einer Straß« in Lvon- Dllleurbanne durch eine Srplosivn ein von zahlreichen französischen, spanischen und italienischen Arbeitern bewohntes Mietshaus zumSrn- slurz gebracht. Etwa 30 Personen, b ar iin- tcr 10 Kinder, sind unter den Trümmern begraben. Die Feuerwehr konnte bei den AufräumungSarbeiten gegen 3.45 ilßr vier Leichen bergen und 12mai leicht verletzte Personen in» Krankenhaus überführen. Zwei Münchner am Montblanc tödlich abgcftürjL Die beiden Münchener Alpinisten Leo Hillier unb Hans Brehm find im Monlblanc-Gebiet ab- gestürzt. Sie hatten versucht, bic Iorassesgrupp« von ter Rordseil« her zu besteigen. Diese Besteigung ist bisher noch nie auSgesührt worben. Die Verunglückten würben auf dem Gletscher von LeSchau? tot aufgefunden. Bandenkrieg in Kuba. Nach spärlich durchsickernden Meldungen wütet in ganz Kuba ein Bandenkrieg. Obgleich Präsident M a ch a d o eine optimistische Erklärung abgab, in der er auf die Stärke der Armee, die 14 500 Köpfe zählt, hinweisl, ist cs klar erkennbar, daß die Aufständischen stündlich an Boden gern i n n c n. Der Berichterstatter der „Newyork Times" spricht bereits von einer großen bevor- stehenden Entscheidungsschlacht. Die Verbindungen mit dem Inneren des Landes find teilweise unterbrochen. In Neuyork wurde eine revolutionäre kubanische Junta gegründet. Wetzlar, hatte bei feiner Firma ungefähr 25000 Mark unterschlagen und war bann flüchtig gegangen. Er wurde in Bad Fiinsterg während te» KurkvnzerleS von ter Tanzdiele weg verhaftet und am nächsten Tage In» Friedberger ®e- fängni» ütergcsührt In seinem Besitz befanden sich noch etwa 11000 Mk. 12 000 Flaschen beschlagnahmt. DSN. Matnz. 13. Aug. Segen bie ff arolu». Kellerei in Mainz schwebte seil längerer Zeil ein Verfahren wegen Verfälschung von Traube n w e i n s e k t. In der heutigen Verhandlung wurde feftgefteUt, daß die Kellerei den gelieferten Sekt mit Obstwein verschnitten hatte ff» wurden im ganzen 12 900 Flaschen Sekt beschlagnahmt. Der Inhaber der Kellerei wurde zu einer Geldstrafe von 15000 Mark und zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten und drei Wochen verurteilt. Der beschlagnahmte Dein und Sekt rourte eingezogen. taten für Freitag, 14 August. Sonnenaufgang 5 08 Uhr, Sonnenuntergang 19.50 Uhr — Mondausgang 5.33 Uhr, Monduntergang 20.19 Uhr. 1840: der Psychiater Richard Freiherr von Krafft- ff ding in Mannheim geboren; — 1841: der Philo- oph Ioh. Friedrich Herdari in Göttingen gestorben. Vornotizen. — Tageskalendersür Freitag: BHE. Gießen, WonalSversammlung bei Hopfcld. — Lichttpielhau». Bahnhofstraße: .Die Drei von ter Tankstelle" iDvikslagi. -- Au» dem ©tabttbeaterbureau w rd un» geschrieben: Da» Ensemble Berliner Bühnenkünstler (ff. L. Franken. Cottma Baart. Curt linier) wirb sich am Sonntag, 16. August, nach zweimaligem erfolgreichem Gastspiel in diesem Sommer mit einer Aufführung von Der- neull» Lustspiel ..Meine Cousine au» Warschau' von unS verabfch'.eten. Dic'e 9. Vorstelluna im Sommer-Abonnement ist gleichzeitig das letzte GaslsP'-«l auSwär.iger Bühnenkünstler in dleier Sommerlpielzeit. Veginn 20 Uhr, Ente 22 llßr. •• Unfall bei der Arbeit. Heute vormittag kurz nach 9 Uhr stürzte ein junger Dachdeckergeselle mit einem Arm voll Siegel bei Ausbesserung», arbeiten an einem Hause in der Johannesslraße rückwärts von der Leiter unaesähr vier Meter tief ab. Er erlitt dabei einen Schädelbruch und wurde in bewußtlosem Zustande in die Chirurgische Klinik flirdilttbt JlatiiiL«Cr* KM ttkhief Ost y «»»» »»' SueiuewCSl \ »tureiKRt' "or«wol 6I< Pfeil« flifflcn mH dtm Winflt OK ov 0«a Itlliontn $U" len erben die lemperelur «n. Pi« H»ien «erwedee Oft« eil giCKNCW eef n a r m ft a b t, 13. August. Nach der Heuti. Sen amtlichen Nachweisung hat die Maul» und lauenseuche einen erfreulichen Rück, gang zu verzeichnen. Es sind insgesamt nur noch 15 Gehöfte, und zwar im Kreise Bensheim sechs, im Streife Dieburg vier, und im Kreise Friedberg fünf Gehöfte verseucht. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Kinzenbach, 14. Aug. Landwirt Philipp Schäfer vollendet morgen sein 84. Lebensjahr und erfreut sich noch immer einer guten Gesundheit. Der Hochbetagte ist nicht nur der älteste Einwohner, sondern auch der einzige 1870 7kr Detcron unserer Gemeinde. — Landwirt Ludwig Schäfer, der 39 3ahre dem hiesigen Kirchenvorstande angehörte, tft im Alter von 81 3ahren gestorben. I Atzbach-Dorlar. 13 Aug. Die KreiS- shnode Wetzlar feierte in unserer Kirchen- gemcinde am letzten Sonntag das Synodal- Mission-fest. Am Dormittag fand ein M i f- sionsgotte-dienst in der Kirche zu Ah» bach statt, in dem Missionar ‘Börger, der 23 3ahrc lang auf Mentawai (Holländisch-Indien) wirkte, predigte und von seinen Erlebnissen berichtete. Der Festgolte-dienst am Rach» mittag sand in der Kirche zu Dorlar statt. Missionar Borger hielt die Festpredigt. 3n der Rachversammlung, die im alten SUo ft et- garten stattsand, sprach zuerst der neue Direktor Der Rheinischen Mission. Pfarrer Keppler. Barmen. Er wie- besonders auf die groben Aufgaben der Mission, aber auch aus die Röte und Schwierigkeiten der heutigen Zeit hin. Ein Jung - srauenchor von Wetzlar und der Iungmädchen- verein von Dorlar verschönten das Fest mit ihren Gesängen. l. Münchholzhausen, 14. Aug. In der letzten Gemeinderatsfitzung wurde über die Finanzierung des Kirchturmbau eS beraten. Der Bau, von der Kirchengemeinde und dem Gemeinderat grundsätzlich beschlossen, ist mit 10 000 Mk. veranschlagt. Private Geldgeber wollen diese Summe der Gemeinde als Darlehcn zur Berfügung stellen zu einem Zinssatz von 5 und 7 Prozent. Die Gemeinde soll die Ber- zinsung und Amortisierung deS Kapitals übernehmen. Der Gemeinderat erklärte sich mit dem Plan einverstanden. I Oberkleen. 13 Aug. Das Synodal-Gustav- Adols-Fest der Kreissynode Wetzlar sand am letzten Sonntag hier statt. 3m Festfottesdienst hielt Psatrer R e r l i ch. Wetzlar, die Festpredigt. Er berichtet« von der evangelischen Bewegung in Spanien. 3n der Rachversammlung gab Platter K u l k c. Riederkleen. einen Bericht über die Provlnzialvetsammlung deS Rheinischen Gustav-A^ilf-Betein- in Meisenheim. Psatrer Schmidt. Wetzlar, berichtete über die evangelische Diasporaarbeit in Böhmen unb in Belgien. Die Kollekte erbrachte 93.70 Mk. i Niederkleen, 12. Aug. Unter großer Beteiligung fand am DicnStag die Beerdigung dein der Klinik zu Giesten verstorbenen Postagenten Heinrich Mack III. statt. Der Berftorbene hat jahrzehntelang die hiesige Postagentur verwaltet, war srüher lange Jahre Mitglied der Gemeindevertretung. des hiesigen Ort-gericht- und der Bürgcrmcifterciterfammlung der Bürgermeisterei Rechtenbach. Auch da- Amt deS Gemeindevorsteher-Stellvertreters hat er längere Zeit bekleidet. An feinem Grabe legten ein Ber- tretet des BerbandeS Deutscher Pvstagenten. ein Betitelet des Postamtes in Wetzlar, und Ober- Postmeister Liebig vom Postamt in Butzbach Kränze nieder. Untcrlahnkrcis. WSR. Diez (Lahn), 13. Aug. In RenterS- hausen (Westerwald) war ein dreieinhalb)übriges Kind in einen Brunnen gefallen. Zwei gleichaltrige Spielkameraden hatten di« Geistesgegenwart, den versinkenden Jungen beim Wiederauf- tauch en zu packen und herauS- z u z i e h e n. Als auf ihre Hilferufe ein gröberes Mädchen hinzukam. hatten sie ihr Rettungs- Werk schon vollendet. Maingau. WSN. F r a n f f u r t a. M. 13. Aug. Das Landes- Arbeitsamt Hessen (Bezirk Hessen unb Hessen-Nassau), das seither in der Moltke-Allee 22/24 untergebracht war, ist dieser Tage nach Frankfurt a. M.-Eüb, Gartenstraße 140 (neues Verwaltungsgebäude der Ortskrankenkasie) u m g e z o g e n. Die rpuc leie- phonnummer des Landesarbeitsomtes Hessen ist 62044 (Amt Frankfurt a. M.). SJL-'Spoit Volkstümliche Wettkämpfe des MTV. Der Männertumverein Gieften veranstaltet am Samstag. 22.. und Sonntag. 23. August, auf dem herrlich gelegenen Waldsportplatz des Bersins für Bewegungsspiele eine große sportliche Ber- anftaltung, volkstümlich« Wettkämpfe, zu denen sich die Leichtathleten aus dem Lager der Deut- fdym Turnerschaft und den Sportvereinen unterer näheren Umgebung ein Stelldichein geben werden. Das Sportfest sieht ein umfangreiches Programm vor. Am Samstagnachmittag werden di« Iugend- kämpfe ausgetragen, für den Abend ist eine schlichte BegrüyungSfeier vorgesehen. Am frühen Morgen des Sonntags beginnen die Dreikämpfe, an di« sich die Bor- und zum Teil auch schon die Sntscheidungskämps« in allen Klassen der Turnerinnen und Turner anschliehen werden. Die hauptsächlichsten Entscheidungen fallen am Sonntagnachmittag. Di« Siegerverkündigung wird den Tag beschliehen. Die Ausschreibung verzeichnet folgende Wettbewerbe: Die A»3ugenb (Jahrgang 1913 bis 1914) tritt zu 100 Meter. 1000 Meter, Hochsprung. Kugelstoßen, zum Dreikampf und zur 4x100- Meter-Stasfel (Kurt-Kausmann-Gedächtnis-Wan- derpreis) an. Die 6-Jugend bestreitet 100 Meter, Weitsprung. Schlagballweitwurf, den Dreikampf und die 4xl00-Meter-Stafsel. Für die Turner-Unterstufe sind 100 Meter, 400 Meter, 1000 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, Speerwurf, ein Dreikampf und eine 4X100-Meter- Staffel genannt. Außerdem wird eine Schweden- Staffel gelaufen. Für die Mittelstufe sind 200 Meter, 800 Meter, Hochsprung, Schleuderballwurf und Kugelstohen vorgesehen. Die größte Anzahl an Wettkämpfen haben die Turner der Oberstufe zu bestreiten. Ihnen bietet sich die Gelegenheit, über 100. 200. 800, 1500, 3000 und in einer 4X100-Meter-Staffel die Kräfte zu messen. Außerdem find Weit-, Hoch- und Stabhochsprung ausgeschrieben, Kugelstohen, Speer- wurf. Diskuswurf, ein Dreikampf und eine Olympische Staffel sieht daS Programm außerdem vor. Die Turnerinnen-Iugend bestreitet 75 Meter und 4X75 Meter, dazu Hochsprung, Schlagballweitwurf und den Dreikampf. Die Unterstufe kann über 75 Meter, zum Weitsprung, zum Kugelstoßen und zum Dreikampf antreten. Die Oberstufe verzeichnet 100 Meter, Weitsprung, Hochsprung. Kugelstoßen, den Dreikampf. Speer- toutf und die 100-Meter-Staffel. Zu dieser großzügig angelegten Beranftaltung erwartet der hiesige Blaimerturnberein Gäste und Teilnehmer auS den maßgebendsten Berelnen des Mittelrheinkreises, insbesondere hofft man, die Leichtathleten der Frankfurter Turnvereine zahlreich am Start zu sehen. Außerdem erwartet man auch die Leichtathleten der Sportvereine der näheren und weiteren Umgebung. An den Wettkämpttn werden sich naturgemäß die beiden hiesigen Sportvereine, di« Lpielvercinigung 1900 und der BfB., zahlreich beteiligen, schließlich dürften der Turnverein 1846, die Univerlttät, eventuell auch die Reichswehr vertreten fein. Der 7Ntv. veranstaltet diese volkstümlichen Wettkämpfe zum erstenmal und hat «S sich zur Ausgabe gemacht, den Teilnehmern den Aufenthalt in Dießen so angenehm wie möglich zu machen. Für die Sieger liegen wertvolle Preise bereit. An die Sieger der Dtei- kürnpse gelangen Plaketten, an die siegenden Staffelmannschaften wertvolle Wanderpreise, große künstlerische Bronzeplaketten und Urkunden zur Berteilung. Die Sieger der Einzelkämpfe erhalten Erzplaketten und Urkunden. Die 'Wettkämpfe werden bei jeder Witterung au-getragen. Für die Bewertung der Leistungen steht ein zuverlässige- Kampfgericht zur Berfügung. AiS Meldeschlufttermin ist der 16. August genannt Auf den Berlauf der Beranftaltung. auf die Sr- Sbniffc der Wettkämpfe darf man gespannt sein. us daS Meldeergebnis kommen wir zum gegebenen Zeitpunkt noch zurück. (SpielDcreintgung 1900 Gießen. Die Blauweihen eröffneten die neue Saison mit einem Gesellschaftsspiel gegen den Sportclub Wiesbaden-Dotzheim, eine süddeutsche KreiS- ligamannschaft. Man spielte beidcr'eitS mit zahlreichem Ersatz und sind demgemüh auch die Leistungen zu betoc r:«n, die keineswegs erbaulich waren. Die Gäste spiel'.en den flacheren Fußball. 1900 war jedoch sehr eifrig. Wiesbaden spielt« biS zur Paus« ständig leichi überlegen. Der wenig schuhgewalliae Sturm war aber mit einer Ausnahme zur Erfolglosigkeit verurteilt. Dieser Trefser fiel aus einem Gedränge vor dem Tore. Der Ausgleich der Hiesigen lieh aber nicht lange auf sich war.en. Best war der Schütze des Aus- gleichslreffers. Beiderseits versiebt« man einen Groftteil der günstigsten Ehancen. Besonder- die Blauweihen taten sich darin nach dem "Wechsel mit dem Rückenwind des Guten zu viel. Endresultat 1:1 (Halbzeit 1:1). Di« Ligareserve war durch Abgaben an di« Liga und durch sonstig« Ausfälle allzusehr ersatzgeschwächt nach Weilburg gefahren und konnte eine Riedcrlage nicht verhindern. Der Gastgeber siegte 6:1 (Halbheit 2:0). Die Lehrmannschaft blieb in Garbentelch gegen die dortige 1. Mannschaft mit 5 3 Treffern siegreich (Halbzeit 3:1). Diese vorjährige erst« Iugend- mannschaft berechtigt zu den besten Hoffnungen. 1900s vicr:e Elf war au schwach ausgestellt, um gegen Lollars zweite Mannschaft erfolgreich ab» schneiden zu können. Die Gießener unterlagen mit 5:2 (Halbzeit 4:0). Am BersassungStag trat die Ligamannschast dem Sportverein 06 Alsfeld entgegen und verlor abermals gegen diesen Gegner. Die Einheimischen lieferten eine recht unglückliche Partie. Rach anfänglich überlegenem Spiel der 1900er wurde Alsfeld zusehends besser. Die Blauweihen führten zuerst mit 2:0. Ein Fehl« deS Torwarts und ein Handelfmeter brachten Alsfeld den Ausgleich. Beim dritten Treffer über sah der Schirr die glatte Abseitsstellung des einleitenden Linksaußen Alsfelds. Beim letzten Treffer versagte die Aufmerksamkeit des Giehener Torhüters. AlS- seld siegt« 4:2 (Halbzeit 1:2), ein Unentschieden hätte den beiderseitigen Leistungen eher entsprochen. Die Lehrmannschaft stellte ihre augenblickliche gute Form erneut unter Beweis. Diese- Mal muhte W-eseck- erst« Mannschaft daran glauben. 9:1 siegte 1900 (Halbzeit 4:0). Die „Alten Herren" spielten gegen die Schiedsrichter und verloren 1:2 (Halozeit 0:0). Schwimmfest in Laubach. Am Sonntag fand im Schwimmbad zu Laubach eine große schwimmsportliche Beranftaltung statt. Das bißchen Erde. Vornan von Richard Skowronnek. Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. 5 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Sieh mal. Lentz, und hör mir vernünftig zu, gestern war- eine halb« Kinderei, aber heute ist- Ernst, nach dem, was mir geschehen ist, kann ein Mann von Ehre nicht weiterleben. Der Baron von Köhnemann hat mich heute vormittag tätlich beleidigt und verweigert mir jetzt die Genugtuung. Ich habe den Borfall meinem vorgesetzten Bezirkskommandeur gemeldet. Er gab mit den Rat, meinen Gegner mit der Reitpeitsche aut Sati-saktion zu zwingen, und als ich darauf sagte: .Herr Ofcerftleutnam, das geht nicht, ich kann mich doch nicht an dem Batet des jungen Mädchens vergreisen, das ich bis heute als meine Braut ansehen durfte', zuckte er mit den Achseln, ,3a dann, Herr Graf, bleibt 3hnen nichts andres übrig, als den Spruch Ihrer Kameraden anzurufen. Aber ich kann Ihnen jetzt schon sagen, wie dieser Spruch lauten wird: Bkr einen Fleck am Frack hat, muh ihn ausziehen. Das überlegen Sie sich wohl recht gründlich, ehe Sie weitere Entfchlüss« fassen' ... Damit ging ich in den S.relitzet Hof, traf die ganze Um- gegenb so ziemlich, denn heule war ja Zohlen- marft gewesen, und es war ein toller Betrieb in der alten Bude. Alles trank mir zu. niemand hatte eine 'Ahnung, was mir passiert war. Und ich trank mit. Die andern brauchten ja nicht zu wissen, dah es für mich ein Abschied war. Aber nach der ersten Flasche Sekt wollte es mir scheinen. als wäre alles gar nicht so schlimm. Irgendwo muhte es doch ein Mittel geben, aus der Berschmetterung mit Anstand herauszukommen ... „Als die andern sich zum Spielen hinsehten, nahm ich mir den Panschenhagener Bredow bei- seue — den Aelteren, weiht du. der auch mit mir tn der Reserve von den Friedeberger Dragonern steht —. erzählte ihm die ganze Geschichte und bat um sein Urteil. Der Bezirksiommandeur hätte mir zwar schon feine Meinung gesagt, der Tüfchowet heute nachmittag ebenfalls, aber di« wären ja wegen ihrer überschroffen Ansichten bekannt. Und ich bat ihn. es nicht als Feigheit an- zusohen. Wenn man dreiundzwanzig Jahre alt ist. so sagte ich ihm ungefähr, bäumt sich- doch einem da innen auf. wenn man so Hundföttisch Schluh machen soll. Man hofft, es könnte vielleicht doch noch einen anständigen Ausweg geben ... „Also der Panschenhagener hört mir au. nur seine Augen werden immer gröher. Wie ich fertig bin. fragt er. ob sich das alles wirklich so zugetragen hätte, und als ich natürlich ja sage, stehl er auf: .Dann. Herr Graf Römnitz, wundere ich mich nur, daß Sie sich erlaubt haben, heule abend noch in unserer Gesellschaft zu erscheinen. Ich gebe Ihnen die Bersicherung, da ist niemand darunter, der nicht ganz genau wühle, was er in einem solchen Fall zu tun hätte' ... „Ich sag:« nur: .Scharmant. Herr von Bredow, das wollt« ich von Ihnen hören. Grüßen Sie mir die andern Herren, ich reite jetzt nach Haus« und werd« Sie nicht mehr behelligen, außer noch bei einer Gelegenheit, bei der Sie nicht persönlich zu erscheinen brauchen. Sie können es mit einer Bi fiten forte abmachen und einem Kranz an di« Adresse meines Herrn Onkels in Hohenrömnitz/ Damit ließ ich meinen Wotan verjähren, bezahlt« meine Rechnung, und hier bin ich jetzt, hab' dir alles genau erklärt. Wenn du nicht so eine treue alte Seele wärst, hätte ich nicht den langen Sermon gehalten, aber jetzt ist- genug. Jetzt gib den Platz srn. oder ich muh — so leid es mir täte — Gewalt anwenden." „Herr Gras", erwiderte der Alt« respektvoll. «S is das erstemal in meinem Leben, wo ich gegen meine gnädige Herrschaft in Ungehorsam dastehe. Aber es bleibt dabei! Bon diesen Ehrensachen verstehe ich nichrs. nur befürwort« ich. di« Herren, bie so den Mund auf reiften, urteilen wie ein Ochs über den Geschmack von einer Muskatnuß. Ausprobieren taten sie es noch nich. wie es schmecken mag. wenn man als ein junger Mensch aus dem Leden gehen fall, und hat noch nichts davon gehabt. Unb ich 'tage weiter, wie kann ein Mensch bem andern bie Ehr« abfchn«iden. wo er selber keine hat? Der Herr Baron von Köhnemann aber hat keine Ehre mehr, benn damals, als ihm mein seliger Herr Rittmeister unter vier Augen das Fell vergerbt« wegen seiner Riedcrträchtigkeiten und so, hat er sich ganz ruh-g verhalten hinterher unb keine Forderung nach Bellahn geschickt, sonst mühte ich- doch wissen. Also, wenn man urteilt, wie die Herren urteilen, hat er keine Ehre mehr, unb wenn er «inen beleibigt, gilt «s nich. Das ist, als wenn ein Dorfköter bellt, hat immer mein seiger Herr Rittmeister gesagt, unb wenn der Herr Graf bas dem Herrn Bezirkskonnnanbeur unb bem Pauschenhagener unter bie Ras« reiben wollten, möchten sie wkchl klein beigeben unb nich mehr so großspurig mit Menschenleben um sich schmeißen. Mit Menschenleben! Als toerm man die sich auf'dem Markt neu kaufen könnte wie ein Paar Stiesel, unb bie alten laugen nichts mehr unb lvl" ... Lentz hatte sich in einen heiligen Eifer gesprochen, sein junger Herr aber zuckte nur mit ben Achseln. „Das finb billig« Ausflüchte, wirb jeder sagen, bie mir hinterher eingefallen sind. aber, schließlich hast du recht. Man kann mal probieren, ob bie anbern nicht braus anbeißen. Unb jetzt wollen w r schlafen gehen, morgen ist ja auch noch ein Tag." Er tat. als wenn er mübe wäre, hielt gäftnenb die Hanb vor ben Munb. Unb fast wäre bet Alte ihm barauf hereingefallen. Schon wollte er sich mit kurzem Gruße zurückziehen. alS es ihm plötzlich auffiel, baft Graf MalteS Augen mit einem Male aufleuchteten. Unb solche flackern- ben Augen hatte keiner, der müde war . .. Da kehrte er wieder um, stellte sich, ohne ein Wort zu sprechen, auf seinen alten Platz. Graf Malt« aber g.ng auf unb ab; man konnte beutlich hören, wie er vor Zorn mit ben Zähnen knirscht«. Und plötzlich kam ein dumpfer Wehlaut aus seiner Brust, er warf sich auf den Widerspenstigen, der chm den BJeg versperrt«, es gab ein heftige- Ringen. Er hatte den Untergriff, ber Zorn verlieh ihm schier übermenschliche Kräfte, und es dauer e nur ein paar Augenblicke, bis sein Gegner mit dem Kopf« gegen die Schreibtischkante flog. Er aber durchwühlte Tnit fliegenden Händen seine Taschen nach dem Schlüssel zum Gewehrschranke. Da fing Lentz an, laut zu rufen: „Zu Hilfe, Miken, zu Hilfe!" Senn allein wußte er sich feinen Rat mehr ... Die Alte aber war längst schon zu Bett gegangen, hatte dem Wotan einen Klapps gegeben, baft er sich bie Dammallee entlang zum Stalle Itollte. Auf ber zugigen Freitreppe war es bitterkalt geworben, unb die beiden oben im Schreibzimmer wurden wohl auch ohne sie fettig, vielleicht hatte Lentz nur wieder einmal Gespenster gesehen. Als sie jedoch ben lauten Hilferuf vernahm, lieft sie sich kaum Zett, in den Unterrock unb die Filzpantoffeln zu schlüpfen, hastete eilends bie Treppe empor. Graf Malte schrie sie heftig an. als sie mit dem Lichte in bet Hand auf ber Schwelle stanb, sie aber konnte kein Wort hervvrbringen vor Schreck, blies nut bas L.cht aus und schlich zitternd zum nächsten Stuhle. Unb waS Männerworten und Benumft- gxünben nicht gelungen war. schaffte sie mit Litern schier fassungslosen Weinen. Wie ein Häufchen Unglück saft das jammernde alte Iüng- fewlein in bem tiefen Ledersessel neben bem Schreibtische, in einem Aufzuge, in dem sie sich Dar Mannsaugen wohl noch nie in ihrem Leben gezeigt hatte. Unaufhaltsam rannen ihr bie Tränen über bas runzelige Gesicht, unb weil sie in ber Angst unb Aufregung das Taschentuch vergessen hatte, putzte sie sich bie Rase mit ihrem flanellenen Unterrod«. Graf Malte aber muftte trotz allem Kummet unb Zorn mit einem Male aus lachen bei bem rühtendkomischen Anblicke, unb weil inzwischen auch bie bösen Weingeister verflogen waren, schlug sich von biesem Lachen eine Brücke zu ruh gerer Ueberlegung. Unb wer wollte es ihm mit feinen dreiundzwanzig Jahren verdenken. baft sich in seinem Herzen zugleich eine ganz leise Hoffnung zu regen begann? Wenn baS Wahrheit war, was ber Alte vorhin erzählt hatte, baft bet Baron von Köhnemann schon seit Jahren einen Schimpf herumtrua, ben er nicht abgewaschen hatte, gab eS vielleicht boch noch einen mit Ehren zu beschreitenden Weg. ber aus aller Rot wieder ins Helle zurückfuhrte. Wenn aber nicht, wat eS ja immer noch Zeit, die unabweisbare und nach altem Herkommen vor geschriebene Schlußfolgerung au ziehen. Ber- argen konnte es ihm niemand, baft er nicht leichtfertig unb halb im Rausche an bie Ausführung des letzten Entschlusses gegangen war, ben ein Mann auf dieser Welt zu fassen hatte. Unb wer mochte wissen, wie all bie aufrechten Herten, die über seinen Fall so kühl aburteilten, sich wohl benehmen würden, wenn sie baS Schicksal in bie gleiche Lage ver'etzte? Ob sie nicht auch vielleicht nach einem rtttenden Ausweg suchten, bet ihnen das Weiterleben ermöglichte, und ob sie wohl nicht die Beigung verspüren würden, im eigenen Falle milder zu richten alS in einem fremden? Zutückgekommen war ja noch ferner, bet an sich selbst da- Urteil vollstreckt hatte, um au erzählen, ob er ohne Zaudern die inS DunN« führende Strafte beschritten hatte ... Außerdem aber, und das wat wohl ber triftigste aller Grünbe. fein Leben gehört« ihm ja nicht allein! Da brüben in Alten-Krakow saft eine, bet er sich angelobt hatte und die ohne Schutz zu- rücfbticb, wenn «r von bannen ging. Zum min* besten hatte sie boch ben Anspruch, baft er Ihr noch einen letzten Gruft schickte und chre Ber* zechung erbat, wenn er das Gebot ber Ehr« höhet stellen mußte als alle übrigen Psllchten ... Lentz hatte sich mühsam nach dem schmerzenden Sturze erhoben, wischt« sich bi« blutende Sl rn und trat, ohne ein Wort zu sprechen, vcr den Gewehtfchrank. sperrte ben unheilvollen Weg mit seinem breiten Rücken. Ganz selbst- verstänblich war es. baft et toieber an biefen Platz ging, und kein Bortourf war in seinem Gesichte zu kfen. Wie ein wachsamer alter Hofhund stand er da. ber von seinem ungerechten Herrn für einen guten Dienst der Treue mit einem guft:title belohnt worben ist. Das lat sehr weh natürlich, ober deswegen durst« man doch nicht auf begehren ober gar seine Pflicht versäumen... (Fortsetzung folgt.) 23. Sf6-d5 die 24. Sd5-f6 b 25. Kg8-f7 26. Sf6-e4 8 8 7 7 6 6 27. Kf7-g8 28. Se4-d2 5 5 4 4 29. Sd2-f3-h 3 3 2 2 1 1931 Nachdruck verboten Ohne Gewähr 12. August 1931 3. Ziehungstag 922 5069 6979 359022 chancenreichem Gegenspiele. 195184 11. Sd7-f6 11. Le4-c2 o Sg4 r E K 3 Jslö« Wirtschaft 132702 130172 125823 Meter. 391568 391415 2 5 4 Q Drämien zu se 2 zu je 300000, e> be* 5 Kurze Sporinoiizen. oon der Abhaltung dieser Veranstaltung abzusehen. | terzeichneten Bestätigung des Geschäftsabschlusses, ....... l dem eine von dem finanzierenden Kreditinstitut *8 k a. rn. Berlin - 20. 159888 205864 220359 240316 269177 302171 351818 222725 29152 66872 231533 66402 168679 206685 223787 240359 270324 326454 360241 154585 249489 268749 315271 339346 348823 383460 397835 o 2 schon so machen. Zug f5 Turnier 23. c4-c5 24. g2-g3 42077 90276 134291 224658 140028 197185 215731 239729 268633 294849 346578 120359 142169 161941 200428 212093 241947 263983 291892 316151 330293 372354 385912 116120 134613 182722 252100 303692 319365 346410 369676 90267 115346 141238 167860 193773 23-1981 264808 273906 314731 326761 343663 354757 370684 397792 101622 159680 264865 131366 146427 162173 204254 212763 243843 272162 293446 318897 330933 372419 392330 118949 136290 190340 252738 303783 324175 346842 373322 108126 169878 285589 131609 148714 163291 205176 226714 244423 278181 306091 319165 335344 374261 142451 245786 261597 314493 337525 347216 374253 169469 207767 228032 260702 273399 333971 375570 148810 176201 205964 229014 261768 280026 307593 321913 366098 379626 127318 151162 183313 212910 258605 269115 296982 ,324106 339778 361475 361967 383369 209040 231440 264002 274628 341960 385035 155854 182529 210212 232217 257278 288426 311581 325524 367500 381910 154813 250569 290313 316679 340971 355950 385395 129395 161514 185441 214127 269823 269226 310267 324621 341536 352903 364693 388466 121059 309577 283174 40476 211757 237440 266109 284619 345750 398733 181760 2618ßv 297336 318868 342808 360590 388946 12939 37678 75561 88300 110916 133267 162899 190069 218949 262100 269990 310607 325877 342813 364722 366123 390877 168602 197529 211311 235750 262230 290760 314327 326358 370505 383851 27. De2-h5-H 28. Dd5Xf5 29. Telxeö 29. ... 30. Df5xf3 2 S) a. a. K 25. Tfl-el Die Schwäche des 10. Zuges von Schwarz macht § E E D A 3 d7-d5 Sg8-f6 e7-e6 Lf8-d6 Sb8-d7 0-0 1. d2-d4 2. Sgl — f3 3. e2-e3 4. Lfl — d3 5. Sbl-d2 6. 0-0 7. c2-c4 JSi* , E 2 41