OieBIAerklärtsichzurMichilfefürOeutschland bereit 31*1 Dennoch wäre wirtschaftliche Panik worden. Gl A5--7 6' thekenbanken, Landschaften, Sladtfchoften und dere öffentliche und private Realkreditinstitute deren Lanken bleiben in sämtlichen an- und i n - " 3 ■ö? Annahme von Anzeigen für die Ingesnummet bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70mnc Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'. mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich fürPolttik Dr. Fr. Wilh. Lana«; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Berlin, 13. Juli. (IDIB.) Bus Grund des Artikels 48 Absatz 2 der Reichsversasfung wird ver- ordnet: 81. — Die Reichsregierung ist ermächtigt, Banket e r t 0 g e zu erklären. Sie bestimmt, für welche öffentlichen und privaten Kreditinstitute und Einrichtungen die Bankfeiertage gelten und welche Rechtswirkungen mit ihnen verbunden sind. 8 2. — Diese Berordnung tritt mit Wirkung vom 13. Juli 1931 in Kraft. Reu deck, den 13. Juli 1931. Der Reichspräsident (gez.): v. Hindenburg. Der Reichskanzler (gez.): Dr. Brüning. Vie Durchführungsbestimmungen lauten: 8 1. Die Staatsbanken der Länder, die öffentlich- rechtlichen Kreditanstalten, die Sparkassen, die Kommunalbanken, die Genossenschaftsbanken, die Banken und Bankgeschäfte, die hypo- von Tag zu Tag geringer wurde. Wir hörten da- immer lauter werdende Geraune um Zahlungsschwierigkeiten in der Dankwelt. wir bekamen den peinlichen Fall des Nordwolle-Kon- zerns tn einem Zeitpunkt zu spuren, der ohnehin schon die stärkste Kreditbelastung für Deutschland bedeutete — kurzum, die Nerven der Nation sind auf jede nur denkbare Weise malträtiert ländischen Niederlassungen mit ihren Geschäftseinrichtungen. Kaffen und Wechselstuben für den Verkehr mit ihrer Kundschaft, ihren Gläubigern und Schuldnern am Dienstag, den 14. Juli, und Mittwoch, den 15. Juli 1931, geschlossen. Die Leistung und Entgegennahme von Zahlungen und Aeberweifun- genandasJn-oderAusland.ous welchem Wege auch immer, find nicht zulässig. Dasselbe gilt für den Postscheckverkehr. Der handel an den Wertpapierbörsen i ff untersagt. Für die Berechnung von Fristen und Terminen für Willenserklärungen und Leistungen, die von einem jnstitut der im Absah 1 genannten Art oder ihm gegenüber zu bewirken sind, gelten der 14. und 15. Juli 1931 als staatlich anerkannte Feiertage. Oer Treuhänder. • Berlin, 14. Juli. Vie Reichsregierung hat ge- mäß Artikel 3 Abf. 1 der Verordnung zur Durchführung der Verordnung des Reichspräsidenten über die Darmstädter- und Nationalbank vom 13. Juli 1931 den Staatssekretär a.D. Lari Bergmann in Berlin zum 1. Treuhänder für die Darmstädter- Ruhigere Beurteilung -er Lage. Berliner preffestimmen. — Vermehrung des Devisenbestands der Reichsbanl. 2 »2 5 »•A3D; er« 6 S 2 „er: M y; 3 Or. Luthers Verhandlungen in Bafel. - Erneuerung des Rediskontlredits. - Mitwirkung der BIZ an einer Behebung der Finanzkrisis in Deutschland. sich dominierend in den Vordergrund gedrängt hätten. Oie Stimmung gebessert. 3n den Morgenblättern des Dienstag wird die finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschlands bedeutend ruhiger beurteilt als gestern. Nur die „Deutsche Zeitung" malt weiter in düsteren Farben ein Bild von der Zukunft des deutschen Volkes und hält strikt an ihrer Forderung einer nationalen Diktatur fest. Demgegenüber warnt die „® e r m a n i a" vor Debatten und Experimenten und fordert eine breite Front für die sachliche und moralische Unterstützung jener Männer, die in diesem Sturm stehen. Alles komme darauf an, dah die Notstandsarbeiten der Reichsregierung v 0 m V 0 l k e her mit allen Kräften der Einsicht, der Vernunft und der ruhigen Nerven gestützt werden, denn niemandes Besitz sei irgendwie gefährdet. Eine kaltblütig berechnende und handelnde Negierung und ein Volk, das in dem Glauben an Deutschlands unzerstörbare Zukunft seine Nerven behalte, sei es, was Deutschland jetzt vor allem not tue. Sehr optimistisch äußert sich heute früh auch der Berliner Lokalanzeiger (Hugen- berg), der darauf hinweist, daß der Nun auf die Kreditinstitute erfreulicherweise Momente in sich berge, die eine gewisse Konsolidierung der Verhältnisse von selbst anstreb- t en. Das Blatt sagt voraus, daß die jetzt abgehobenen Mittel vielfach schneller wieder in den Kassen angelangt seien, als mancher zu vermuten geneigt wäre. Es werde zweifellos eine gewisse Geschäftsbelebung eintreten, was eine erhöhte Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zur Folge haben werde, dre angesichts der Verknappung der Geldmittel nur zu begrüßen sei. — Die Deutsche* Allgemeine Zeitung (Volks- Partei) beurteilt die Lage im Gegensatz zu gestern abend bedeutend ruhiger. Das Blatt weist darauf hin, daß die deutsche Handelsbilanz in ihrer Aktivität sehr bald gewaltig gesteigert werden würde. Eine weitere erhebliche Vermehrung der Devisen, deren Bestand die Reichsbank gestern zum ersten Male habe anreichern können, wäre sicher, und damit die W i e- derherstellung eines normalen Zahlungsverkehrs. Die Arttkel 3 bis 5 enthalten die Pflichten und Rechte der oder des Treuhänders, die außerordentlich weit gehen. Alle Handlungen und Willenserklärungen hängen von der Zustimmung des Treuhänders ab Auch in die innere Organi- satton der Dank habe er weitgehende Eingriffsmöglichkeit. Artikel 6 bis 8 sprechen ein tatsächliches Moratorium für die Bank bis zum 31.3uli 1931 aus. Für Handlungen aus dem Wechselrecht und Scheckrecht laufen die Fristen bis zum 6. August. Das Moratorium wird auch auf das Vermögen der persönlich haftenden Gesellschafter ausgedehnt. Mit Ausnahme der Verbindlichkeiten aus eigenen Akzepten dürfen bis zum 31. 3uli Au Szahlungen nur nach Weisung eines der Treuhänder geleistet werden. Dienstag und Mittwoch Bankfeiertage Banken, Sparkassen und Börsen für jeden Verkehr geschlossen. Erich«»ni fäglid),außer sonntags und Feiertag» Beilagen: vi« Illustriert« Wtefeener Famllienblättei Henn al im Bild Die Scholle Konals-BejBgsorets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern Infolge höherer Gewalt. zernfprechaulchlüße enterSammebmmmer2251. Anschrift für Drahtnachrichten 3nelaer Gieße». poAlchfckkoitto: zrantturl ae Main 11686. feiner Beurteilung der Situation befragt wurde, lehnte kategorisch nähere Auskünfte ab, doch war aus feinen Aeußerungen zu entnehmen, daß die Lage nach wie vor sehr ernst fei und daß noch mehr geschehen müsse, als bisher geschehen fei. Es fei ein undenkbarer Zustand, daß laufend Zahlungen von Deutschland verlangt würden und daß auf der anderen Seite man mit der tatsächlichen und wirksamen f> i l f e zögere. Ls werde darauf hingewiesen, daß dadurch das deutsche Volk immer mehr verarme, und daß letzten Endes nicht nur Deutschland allein den Schaden zu tragen haben werde, sondern die ganze well, da Deutschland immer weniger In der Lage sein werde, seinen Bedarf an Lebensrnitteln, Rohstoffen usw. im Auslande zu kaufen. Die Folgen müßten sich dann diejenigen zu- schreiben, die die jetzige Lage Deutschlands nicht er- könnt und den Erfordernissen der Lage keine Rechnung getragen hatten. Das deutsche Finanzproblem müsse heute vor allen anderen Fragen den Vorrang haben. Or. Luther verlaßt Basel. Bafel, 14. Juli. (IDIB. Funkspruch.) lieber die heule vormittag geführten Besprechungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther erhält das IDIB. folgende offizielle Mitteilung: Bevor Reichsbankpräsident Dr. Luther heute vormittag Bafel Im > Flugzeug verließ, hat er den Präsidenten der Bank für internationalen Zahlungsausgleich, Mac (Barraß, nochmals gesprochen und eine eingehende Unterhaltung geführt, in der auch im Hinblick auf die gestrigen Beschlüsse des Verwaltungsrats die in Betracht kommenden Probleme durchgesprochen worden sind. Oie Mitwirkung -er Bundesreservebank. Beteiligung an einer neuen 300«9Jlitlionen= Tollar-Anleihe. London, 14. Juli. (IDIB. Funkspruch.) Der Neuyorker Korrespondent der „Morning Poft“ meldet: Die Beamten der Bundesreservebank haben es zwar abgelehnt, sich zur deutschen Krisis zu äußern und Gerüchte über eine neue Anleihe zu bestätigen ober in Abrede zu stellen, aber es ist ein offenes Geheimnis, daß alle Pläne für eine Beteiligung der Bundesreservebank an einer neuen Hilfsaktion der europäischen Zentralbanken fe digge ft eilt find. Mährend des Mochenendes sind Konferenzen abgehalten worden, in denen Omen 5 0 u n g und der vormalige Generalagent für Reparationen, Parker Gilbert und verschiedene Bankiers teilnahmen, hierbei wurde die Rolle der Bundesreservebank besprochen. Der stellvertretende Schahamtssekretär Mills und der Vorsitzende der Bundesreservebank Lugen Meyer waren aus Washington herübergekommen, um an den Beratungen teilzunehmen. Jn Wallstreet glaubt man, die neue Anleihe werde 3 0 0 Millionen Dollar befragen. Sicher ist, daß praktische Forderungen gestellk werden, damit Deutschland die Kreditbeschränkungen ver- Selbstdisziplin. Die 311iquidität eines der größten deutschen - 0 0" - ti ers = 2 y ZAZ* ,3 0 s*"» « 33-0 „ - «3-2.S - ' -->3 = i'Jl 5- »5 7S7. 2: 2® 5«5 31 |=3£(P^8- iWi 1 C « 0 5 •* 3 3 53 = •Ä ; 3 * 3 " 2 ' i’rhj General-Anzeiger für Gberheffen t)md mid Verlag: vrLhl'fche Uvtverfitätr-Vvch. mö Stehiöniderei B. tauge tu Sietze«. Schriftlettmig Md Seschästrftelle: 5chulstraße 7. 'gl n O s 2t stimmung oder gar ihre Ummünzung in Akte der politischen Demonstration das Schlimmste, waS das deutsche Volk sich gegenwärtig selbst antun könnte. Das würde saft unserem nationalen Selbstmord gleichkommen. Wie es kam — die Frage stellen, heißt, die Schuldsrage aufwerfen und damit so ungefähr das Müßigste zu tun. was nur getan werden kann. Selbstverständlich müssen die Lehren aus einem so weithin sichtbaren Einzelvvrgang, wie ihn die Zahlungsschwierigkeiten der Danatbank darstellen, gezogen werden. Wir müssen lernen, die verführerischen Angebote kurzfristiger Kredite zurückzuweisen, und wir müssen vor allem begreifen, daß unsere Volkswirtschast, wenn sie aus eine gesunde Basis gestellt werden soll, auf einer erheblich schmäleren Grundlage reorganisiert werden muß, als sie bisher bestand. Auf diese Dinge aber kommt es im Augenblick nicht an, ihre Erörterung würde nur Kräste- verbrauch an der falschen Stelle und die Der- I geudung kostbarster Zeit sein. Unter billiger Ausnutzung unserer wirtschaftlichen und finanziellen Ohnmacht wird die deutsche Außen Politik von Frankreich her unter schärfsten Druck genommen. Die hier schlummernden nationalpoliti- schen Gefahren müssen klar erkannt werden. Und es muß gelingen, eine Einheitsfront durch das ganze ; Volk zu ihrer wirksamen Bekämpfung aufzurichten. Ob es dazu notwendig ist, wie vorgeschlagen wird, ein Konzentrationskabinett zu bilden, oder ob man etwas schafft, wie den Burgfrieden, den die Parteien des Reichstags bei Kriegsbeginn schlossen, ist praktisch gleichgültig. Nur muß durch die Gesamt- nation die Ucberzeugung Raum gewinnen, daß es besser ist, durch das tff^efeucr finanzieller Schwierigkeiten zu gehen als die politische Zukunft Deutschlands um ein Linsengericht zu verkaufen. Ist die Nation von solchem Willen durchdrungen, bann wird sie auch die Mühen auf sich nehmen, die.der Neuaufbau unseres Wirlschastsge- füges auf einer schmäleren aber soIi - deren Grundlage erfordert. Und man wird dann auch der Erkenntnis Raum schaffen können, daß die gegenwärtigen Schwierigkeiten, so hart sie den einzelnen treffen mögen, nicht den Zusam - m e n b r u ch bedeuten, sondern zu einer Reinigung des deutschen Wirtschaftskörpers von den gefahrdrohenden Fremdkörpern unserer kurzfristigen Auslandverpflichtungen führen. Ohne ft r a f f ft e Selbstdisziplin wird das nicht zu schaffen fein. Das deutsche Volk aber hat in den vier Kriegsjahren und den ersten Jahren eines Elendsfriedens Größeres an Entsagungen vollbracht. Und vergessen wir nicht: erst wenn die Nation den Willen zur Selbstbehauptung sichtbar vor aller Welt dokumentiert, wird auch das Ausland bereit sein, uns ohne politische Gegenleistungen die Hilfe zu bringen, die wir von ihm fordern. 3S53?Ss - = »: <5 -. i,- fit * 5Z8 •h sä- Pr Berlin, 13. Juli. (CNB.) Die sich überstürzenden Ereignisse der letzten 24 Stunden haben in der Berliner Presse stärksten Widerhall gefunden. Die finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschlands wurde am Montag von den Blättern durchaus nicht einheitlich beurteilt. Während manche Zeitungen, so z. B. die „DAZ.", ein außerordentlich niederdrückendes, in schwarzen Farben gemaltes Bild von der deutschen Zukunft entwerfen, betonen andere Blätter, voran die „Germania" und die „Berliner Börsenzeitung", daß die Lage der deutschen Banken an sich durchaus gesund sei und nur durch Unbesonnenheit ver- s ch l i m m e r t werden würde. Die Maßnahmen der Reichsregierung werden von den Zeitungen, auch von denen, die bisher in scharfer Opposition zur Regierung standen, kaum kritisiert. Nur die „DAZ." erhebt den Ruf nach einem großen, nationalen Konzentrationskabinett, das das Vertrauen wieder herstclle und die Panik im In- und Ausland meistere. Oie Frage nach den Verantwortlichen. Einen breiten Raum in den Erörterungen der Blätter nimmt die Behandlung der Frage, wie es zu einem solchen Zusammenbruch kommen konnte und wer die Verantwortung dafür trage, ein. Der „Germania" schreibt: „Wir gehen nicht fehl, wenn wir den Ausbruch dieser deutschen Vertrauenskrise in starkem Maße auf die politische und wirtschaftliche Unvernunft der innerdeutschen extremen nationalsozialistischen und kommunistischen Opposition zurückführen", die durch Kampfbeschlüsse, Aufrufe und Presseagitation Unruhe und Panikstimmung in die Massen hineingetrogen hätten. — Demgegenüber weist dos „BI." darauf hin, die durch die Hooveraktion ausgelösten Hoffnungen hätten bewiesen, daß die deutsche Finanzkrise von den maßgebenden Instanzen zunächst d i - latorisch behandelt worden sei. Aber es wäre ungerecht, fährt dos Blatt fort, den verantwortlichen Persönlichkeiten, die noch immer an den Erfolg der internationalen Stützungsaktion glaubten, Vertuschung vorzuwerfen. Sie hätten ehrlich aeglaubt, der Loge zuletzt doch noch Herr zu werden. Der letzte Grund für das wilde Tempo, das die Entwicklung angenommen habe, liege darin, daß d i e politischen Gesichtspunkte d i e rein wirtschaftlichen beiseitegeschoben und M 102 (Erftes Blatt M 3afrg und Nattonalbank bestellt. $e" »•'s Wie sieht das Ausland die Krise an? „Keineswegs hoffnungslos!" Die vorwiegende Meinung in England. London, 13. 3uli. (TA.) Die Stimmung an der Londoner Börse war unter dem Eindruck der Hiobsnachrichten aus Deutschland g e d r ü ck t. Späterhin erholte sich die Mark, als bekannt wurde, daß Neuyork die Lage zuversichtlicher beurteile. An dein Verhalten dev Reichsbank wurde teilweise scharfe Kritik geübt, die sich auch in der Presse wiederspiegelt. Gs wurde bemerkt, dah Dr. Luther vorbeugende Maßnahmen 14 Tage früher hätte treffen sollen. Zur Lage in Deutschland schreibt der „Evening Standard", die Schließung der Börsen in Deutschland sei berechtigt und richtig gewesen. Die Schwierigkeiten der Danatbank machten eine Atempause notwendig. City°Kreise hoffen, dah die Dank ihre Angelegenheiten wieder in Ordnung bringen könne, nachdem amtliche Unterstützung zugesagt sei, vorausgesetzt, dah die Deutschland berührenden großen Probleme gelöst werden. Die deutsche Regierung werde nicht in der Lage sein, die Zurückziehung ausländischer Gelder zu verhindern, aber sie mühte Maßnahmen treffen, um deutsche Staatsangehörige an der Ausfuhr ihres Kapitals zu hindern. Während einige Morgenblätter die ernst« Lage in Deutschland sehr pessimistisch betrachten, stellt der Berliner Korrespondent der „Times" fest, dah bisher von einer Panik keine Rede ist. E-r sagt: „Die Garantie der Regierung für die Einladung der Depotinhaber der Danatbank hatte in erheblichem Mähe die gewünschte Wirkung. Natürlich herrscht den ganzen Tag über starke Nervosität und es erfolgt ein Ansturm auf die Danken, aber die öffentlich« Ordnung wurde ohne Schwierigkeiten aufrechterhalten. Der Korrespondent ist der Meinung, dah das „Gemisch von Prahlerei und Drohungen" seit dem Wahlerfolg der Nationalsozialisten und die von extremen Dlättern gebrachte Versicherung, „Deuffch- land fei bankrott", eine große Rolle bei der Schwächung des Vertrauens im In- und Ausland gespielt hätten, wenn auch der Vorwurf eines Derliner Börsenblattes, fremde Länder hätten mit dem Feuer gespielt und dadurch den jetzigen Drand verursacht, nicht aanz unbegründet sei. — Der Derliner Korrespondent der „Mvrning Post" meldet: „Wenn auch große Sorge und Anruhe in Deutschland herrscht, sei doch kein Zeichen einer wirklichen Panik zu entdecken." — Der Derliner Korrespondent des „News Tronic le" berichtet: „Deutschlands finanzielle und politische Lage sei gestern abend äußerst ernst gewesen, aber bisher sei sie keineswegs hoffnungslos. Ein angemessener Kredit durch die BIZ. oder nötigenfalls der Großmächte würde die gesamte sinanzielle Lage schnell waicheln." Oie pariser Meinung. „Ohne politische Garantie keine langfristigen Kredite". Paris, 14. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die französische Presse berichtet eingehend über die Lage in Deutschland und über die gestern im Verwaltungsrat der Internationalen Zahlungsbank in Basel geführten Verhandlungen. Die gesamte Presse vertritt wie in den letzten Tagen den Standpunkt, daß ohnepolitischeGarantienlangfristige Kredite nicht zu erlangen sind. Einzelne nationalistische Blätter verhalten sich sogar vollkommen ablehnend. Die meisten stellen Betrachtungen an, auf welche Ursachen die Krisis in Deutschland '■ zurückzuführen sind. Fast übereinstimmend kommen , sie zu dem Ergebnis, daß Deutschland selb st daran Schuld trage, also auch selbst wieder , für die Heilung sorgen müsse. Nur wenige Blätter versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen. „Petit 3 o u r n a l" schreibt u. a.: Deutschland steht im Begriff, den Fehler, sich Europa widersetzt zu haben, sehr teuer zu bezahlen. Aber es wäre auch kein geringerer Fehler für Europa, sich nicht daran au erinnern, dah Europa Deuffch- land notwendigerweise einbegreift. Zwischen den Nationen besteht bereits eine Verpflichtung der wirtschaftlichen und sozialen Interessen, die es unmöglich macht, daß das Anglück des einen das Wohl des anderen bedeutet. Die verantwortlichen Staatsmänner mühten schon um einen Tisch versammelt sein, um über alles andere, nur nicht über Nadelstiche Zu beraten. Wer wird die Initiative für diese Zusammenkunft, die alle brauchen, ergreifen? — Im „P v p u l a i r e" erklärt Löon Blum: „Will die amerikanische Regierung sich weiterhin fern halten, mühten die europäischen Staaten ohne Amerika das notwendige Rettungswerk versuchen und Frankreich müsse endlich die Initiative und die Führung übernehmen, die Hoover an seiner Stelle an sich gerissen habe. Es handele sich nicht darum, vorherige Bedingungen zu fordern, denn nur spontan eingegangene und durchaus aufrichtige Verpflichtungen hätten einen Zweck." Washington wünscht eine deutsch- französische Verständigung. Neuyork, 13. Juli. (WTB.) In amerikanischen Regierungskreisen wird Deutschlands Lage mit großer Spannung verfolgt. Auf die Frage, wie sich die weiteren Hilfsmaßnahmen für Deutschland auf die politische Lage auswirken werden, wird erörtert. In diesem Zusammenhang wird eine deutsch- französische Verständigung, um die wachsende politische Spannung zwischen den beiden Landern zu beheben, als eine notwendige Folge der gegenwärtigen Krise angesehen. Im Staatsdepartement wurde allerdings eine Erklärung darüber abgelehnt, ob irgendwelche Anregungen in diesem Sinne auf diplomatischem Wege erfolgt Präsident Hoover, der aus Rapidan zurück- kehrte, widmete sich der Finanzlage Deutschlands mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Sofort nach seiner Rückkehr hat er mit dem Studium der inzwischen einaelaufenen Nachrichten über die Lage in Deutschland begonnen. Hoover benutzte alle verfügbaren Quellen, um sich über die Lage in Deutschland auf dem laufenden zu halten, obwohl er nicht direkt mit dem Botschafter Sackett oder irgendeinem anderen Beamten in Deutschland in Verbindung gestanden hat. Nie Auffassung in Holland. Holländische Blätterstimmen zu den letzten Ereignissen. Amsterdam, 13. Iuli. (TA.) Die holländischen Blätter knüpfen an di« letzten Nachrichten aus Berlin Kommentar«, in denen auf di« dringend« Notwendigkeit einer zielbewuhtenin- ternationalen Zusammenarbeit hingewiesen wird, um der Krise in Deutschland Herr zu werden. „Allgemeen Handelsblad" gibt dabei der Hoffnung Ausdruck, dah dieses Zusammenwirken noch rechtzeitig genug verwirklicht werden! müsse. Anter Hinweis auf den von Frankreich eingenommenen Standpunkt meint das Blatt, die finanzielle Hilfe dürfe kein Strick werden, durch den Deutschlands nationale Selbständigkeit . erstickt werde. Der „Nieuwe Rotterdamsch« Eourant" erklärt, jetzt au jede neue finanzielle Hiobspost aus Berlin vorbereitet zu sein und stellt fest, dah di« Kris« in Deutschland sich ihrem Höhepunkt nähere. Der „Telegraaf" hält es nicht für unmöglich, dah Deutschland schließlich doch von englischer Seite geholfen werde, einmal wegen des rein wirtschaftlichen Charakters, andererseits um zu verhindern, dah Frankreich aus dieser Angelegenheit anderes als wirtschaftliches Kapital schlage. Wie es zur Zahlungseinstellung der Danatbank kam. Erklärungen Jacob Goldschmidts. — Millionenabzüge des Zn- und Auslandes in wenigen Tagen. Berlin, 13. Iuli. In einer Prefsebcsprcchung teilte Bankier Iacob Goldschmidt mit, dah die Danatbank an Kreditoren gegenüber dem Stande am 30. Iuni 1930 rund 950 Millionen bis 1 Milliarde Mark zurückgezahlt habe, das sind etwa 40 Prozent des Gesamtbetrages der Kreditoren. Don diesen 950 Millionen Mark sind im Mai d. I. etwa 100 Mill. Mark, im Iuni etwa 300 Millionen und in der Zeit vom 1. bis 11. Iuli 250 Millionen zurückgezahlt worden. Wenn man annehme, dah seit dem 1. Mai insgesamt etwa zwei Milliarden Mark aus Deutschland abgeflvsscn seien, so habe die Danatbank allein etwa ein Drittel dieses Betrages zu tragen gehabt. Durch die auherordentlichr Wirkung dieser Abzüge muhten die Aktivwerte der Dank angegriffen werden. Trotzdem glaubte die Verwaltung, den Schritt zur Zahlungseinstellung solange wie möglich hinausziehen zu müssen. Sie befand sich dabei in Aebereinstimmung mit den autoritativen Stellen, die gleich ihr die Hoffnung hatten, dah di« großen Kreditverhandlungen für die gesamtdeutsche Wirtschaft zu einem schnellen Erfolg führen würden. Dor allem habe man in der Garantie- vrganisativn der deutschen Wirtschaft eine Basis gesehen, um ein größeres Kreditarrangement schnellstens zustandezubringen. Da diese Versuche scheiterten, muhte der Schritt der Zahlungseinstellung vorgenommen werden. Als Grund für die unglückliche Entwicklung gab Goldschmidt das Zusammenfallen der psychologisch unerfreulichen Gerüchte über dieDanatbank mit den Vorgängen dieser Zeit und dem Zusammenbruch der Nord- Wolle an. Dies« haben zu einer außerordentlichen Steigerung der Tendenz für Geldabzüge des Auslandes geführt, worin sich auf der anderen Seite die gleichmäßig« Schicksalsverbundenheit aller Kreditinstitute zeig«. Goldschmidt gab der Hoffnung Ausdruck, dah durch die G a r a n - tiestellung des Reiches gegenüber der Danatbank die in- und ausländischen Gläubiger Ruhe an den Tag legen werden, und daß die Angelegenheit einen ruhigen und sachlichen Verlauf nimmt, ohne daß ein nationaler Schaden eintritt. Allgemein äußerte er, dah das Ausland Kredite, di« es der deutschen Wirtschaft innerhalb von fünf Iahren zur Verfügung gestellt habe, nicht plötzlich innerhalb eines Zeitraumes von fünfbisacht Wochen aus Deutschland herausnehmen dürfe. Das halte kein Wirtschaftskörper aus, vor allem nicht der deutsche, der noch durch zwangsläufige Zinszahlungen an das Ausland belastet sei. Im übrigen rechne di« Derwaltung der Danatbank mit der kurz bevorstehenden Ernennung eines Kommissars seitens der Reichsregierung, sodann dürfte ein Status aufgestellt werden. Cs wird versucht werden, durch Abbau von Engagements stärkere Liquiditäten zu schaffen. Auf Anfrage teilt« Goldschmidt noch mit, dah die Derpflichtun- gen der Danatbank an das Ausland zur Zeit 460 Millionen ausmachen (350 Millionen Rembourskredite und 110 Millionen Valutaguthaben des Auslandes). Don den gesamten Kreditoren, gegenwärtig rund 1,5 Milliarden Mark, sind 552 Millionen innerhalb sieben Tagen fällig, 598 Millionen bis zu drei Monaten und 75,6 Millionen nach drei Monaten. • Wie die Telegraphen-Anion erfährt, betragen die Forderungen der Dana t-Bank an die Norddeutsche Wollkämmerei AG. 29 Millionen Mark. Hinzu kommen noch 12 bis 13 Millionen Mark Forderungen a n d i e T o ch- tergesellschaften, so daß das Gesamtengagement der Danat-Dank 41 bis 42 Millionen beträgt. Wenn die Sanierung zustande käme, würde also die Danat-Dank einen Verlust von etwa 12 bis 15 Millionen Mark erleiden. Zusammentritt des Reichstages verlangt der Grund für diese Zurückziehung von Krediten, wie in einigen Kreisen behauptet wird, auf rein finanziell« Gründe zurückzuführen ist, dann ist es bedauerlich, daß solche Bewegungen unabänderlich mit Meinungsverschiedenheiten auf dem Gebiete der internationalen Politik zusammenfallen. Das DevorsteheneinesernstenAb- flussesvvnGold aus London nachFrankreich muh jetzt als nahezu sicher betrachtet werden, wenn die Kreditbewegungen nicht eingestellt werden und wenn die Dank von Frankreich ihre Politik nicht ändert. Berlin, 13. Juli. (DDZ.) Nachdem die Kam munisten in einem Schreiben an den Präsidenten Löbe den Zusammentritt des Reichs tags gefordert haben, haben jetzt auch die Nationalsozialisten in einem Brief an Löbe den baldigen Zusammentritt des Aeltestenrats des Reichstags verlangt. In dem Schreiben der Nationalsozialisten heißt es, daß nach der Vereitelung der Absichten Hoovers durch Frankreich nunmehr die Franzosen und Engländer versuchten, das Deutsche Reich um den Rest feiner Souveränität zu bringen. Weiter wird auf die Notverordnung zugunsten des Bankkapitals" Bezug genommen und betont, daß der Reichstag dazu Stellung nehmen müsse. Auch solle der Reichstag sein entschiedenes Veto einlegen gegen den Besuch des Reichskanzlers und des Außenministers in Paris, wo alle Vorbereitungen getroffen feien, um aus diesem Anlaß das deutsche Volk seiner Handlungsfreiheit restlos zu berauben und ihm jede Hoffnung auf eine neue Zukunft des Vaterlandes illusorisch zu machen. Das Schreiben schließt mit der Forderung nach Einberufung des Aeltestenrats. Es ist unterzeichnet von drei nationalsozialistischen Mitgliedern des Aeltestenrats: das heißt, daß der Aeltestenrat einberufen werden muh, da nach der Geschäftsordnung dazu nur das Verlangen dreier Mitglieder des Aeltestenrats notwendig ist. Es ist anzunehmen, daß im Aeltestenrat auch di« Deutschnativnalen die Einberufung des Reichstags verlangen werden. Ungewiß ist bisher noch die Stellungnahme der Sozialdemokratie. Mit der Bekanntgabe des sozialdemokratischen Standpunktes ist für Dienstag zu rechnen, wo der Reichsparteiaus- schuh Beratungen über die außenpolitische Situation und die finanzpolitischen Schwierigkeiten im Innern durchführt. Frankreichs Angriffe aus das Pfund. England wird unter Druck genommen. London, 13. Iuli. (WTB.) Der Finanzkorrespondent des Arbeiterblattes „Daily H e r a l d" sagt zur Lage auf dem Geldmarkt: Es ist damit zu rechnen, daß im Lauf« dieser Woche infolge des Angriffes Frankreichs auf den Sterling - Kurs Millionen an Gold zurückgezogen werden. Die ersten Goldverfügungen nach Paris würden heute oder morgen beginnen. Dies bilde einen Teil eines französischen Planes, durch den Snowden gezwungen werden soll, seinen gegen weitere britische Opfer in der Kriegsschuldenfrage gerichteten Standpunkt abzuändern. Wenn der Angriff fortdauert, wird nicht nur die Goldposition Der Dank von England geschwächt werden, sondern Regierung und Handel werden auch mehr Zinsen für kurzfristige Anleihen zahlen müssen. Im „Daily Telegraph" heißt es: Die Finanzlage in Europa wird jetzt durch politische Erwägungen verdunkelt. Eine andere Erklärung läßt sich für den unsicheren Stand der ausländischen Devisenkurse nicht finden, wobei das plötzliche Steigen des französischen Fran- kenkurses ift erster Linie zu erwähnen ist. Wenn Aus aller Wett. Tagung des Verbandes ehemaliger Kriegsgefangener. In A l l e n ft e i n tagte der Verband ehemaliger Kriegsgefangener. Von den Rednern wurde unterstrichen, daß die Tagung eine eindringliche Grenzlandkundgebung sein wolle. Der Bundesoorsitzende, Givenz-Berlin, behandelte Sinn und Ziel des Bundes. Nach der Festsitzung fand ein Fackelzug zum Abstimmungsdenkmal statt, wo eine Kundgebung veranstaltet wurde. Hierbei wurde eine Entschließung angenommen, in der die Ostmarkenfahrer zusammen mit den Abordnungen aus Oesterreich und Deutsch-Böhmen die Versuche zurückweisen, durch wirtschaftlichen Druck die Sicherheit der Heimat zu treffen. Die Kriegsgefangenen werden geschlossen hinter dem Kanzler stehen, wenn er diesen Versuchen ein klares Nein entgegensetzt. Kein Eindruck wäre im Ausland größer als der, daß in Deutschland jedermann, auch der parteipolitische Gegner, sich hinter den politischen Führer des Landes stellt. In diesem Sinne gedenken die ehemaligen Kriegsgefangenen des Reichskanzlers in feiner schweren Verantwortung. Sonn- tagoormittag fand die Einweihung der Kriegsgefan- genen-Gedenkhalle im Tannenberg-Nationaldenkmal statt. Nach einem Musikstück einer Reichswehrkapelle hielt der Bundesehrenoorfitzende Freiherr von Lerfner die Weiherede. Er führte dabei aus, daß hier am heiligen Ort und zur heiligen Stunde den in Kriegsgefangenschaft heimatfern gestorbenen Kameraden ein Denkmal gesetzt sei. Alle seien gestorben, den Blick voll Innigkeit nach der deutschen Heimat gerichtet. Damals habe geherrscht die Macht der Waffen, heute herrsche die des Geldes. Erft im Dienst für alle beginne wirkliches Leben. Die Todesurlelle im versicherungsmordprozeß Saffran vom Reichsgericht bestätigt. Der 2. Strafsenat des Reichsgerichts hat die Revision des Kaufmanns Saffran und feines Buch- Halters Kippnick verworfen. Die beiden Angeklagten find am 25. März d. I. zum Tode verurteilt worden, weil sie im September vorigen Jahres den Melker Dahl aus Königsberg ermor- d e t und dann, mit den Wertgegenständen Saffrans ausaeftattet, verbrannt hatten, um eine auf Saffran lautende Versicherungssumme in Höhe von 140 000 Mark zu erlangen. politische Zusammenstöße in Neu kölln. In der Hermannstraße in Neu-Kölln kam es gegen 0.30 Ahr zu einer Schlägerei zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, die aus einer Versammlung kamen. Dabei wurden drei Nationalsozialisten durH Messerstiche und Schläge erheblich verletzt, so daß einer von ihnen in ein Krankenhaus gebraschh werden muhte, während die beiden anderen nach ärztlicher Behandlung in ihre Wohnung entlassen werden konnten. Die Polizeibeamten nahmen sofort die Verfolgung der kommunistischen Täter auf und es gelang ihnen auch, dies« zu stellen. Als einer der Beamten dabei durch den 25jährigen Arbeiter Nietz bedroht wurde, gab der Beamte einen Schuh ab, der Nietz in das Herz traf und sofort tötete. Zwei der! vermutlichen Täter wurden dem Polizeipräsidium zugeführt. Dammbruch in Oberbayern. Am Hauptkanal des Kraftwerkes Pfrombach bei Gangenpr eising ereignete sich ein Damm- bruch. Dre Bruchstelle befindet sich an der Stell« der alten, überbauten Distriktstrahe Wartenberg— Langenpreisings wo der Kanal eine scharfe Kurve Aldet. Die Wassermassen, die aus der sechzig Meter weiten Lücke heraus stürzten, unterspülten die neue Strahe und setzten die Bauernhöfe von Appolding unter Wasser und ergossen sich durch die Unterführung in Richtung Langenpreising. Dabei wurden die Felder vermurt. Die Getreide- und Kartoffelernte der betroffenen Landwirte ist vernichtet. Vom Kraftwerk Eitting wurde der Zustrom des Triebwassers abaelenkt und das Kraftwerk Pfrombach zog die Schleusen. An^er Bruchstelle stand man aber dem Element machtlos gegenüber. Die überraschten Bewohner der Bauernhöfe konnten nur mit Mühe ihr Leben retten und das Vieh und Hausgerät in Sicherheit bringen. Auf den Allerheiligenhöfen konnte das Vieh nur dadurch gerettet werden, dah die Wartenberger Turner von der Straße aus zu den Höfen schwammen und dort das DiO auf die HeuAden brachten. Eine Hamburger Segeljacht an der schwedischen Küste gescheitert. Bei dem Sturmwetter an der südschwedischell Küste ist die mit vier Personen besetzte Hamburger Segeljacht „Windspiel" gescheitert. Das Boot wurde mit gebrochenem Mast von der Küstenzoll, bewachung von Torekow geborgen. Es mutz damit gerechnet werden, daß alle vier Insassen, Mitglieder des Segler-Vereins Altona-Oevelgönnen, bei» Tod in den Wellen gefunden haben. 8 Tote bei einem JlugunfaU in Rußland. Dei dem Bahnhof Alabino, etwa 44 Kilometer von Moskau, ereignete sich ein schweres Flugzeugunglück. Der stellvertretende Chef des Stabes der Roten Armee, der stellvertretende Leiter des Amtes für Motorisierung und Mechanisierung, sowie ein Mitarbeiter des Stabes der Roten Armee, ferner zwei Flieger, ein Beobachter und zwei Flugtechniker wurden getötet. Brandkataskrophe auf dem Hunsrück. 3n Lindenschied brach in der Scheune des Gemeindevorstehers Hetzel «in Brand aus, der sofort auf di« benachbart« Scheune des Schweinehändlers Theis Übergriff. Durch Funkenwurf gerieten die zu beiden Seiten benachbarten Scheunen und das Wohnhaus Schmidt - in Brand. Insgesamt brannten 5 Scheunen und ein Wohnh aus vollständig nieder: zwei Wohnhäuser konnten gerettet werden, wenngleich beide stark beschädigt sind. Auch alles Vieh wurde in Sicherheit gebracht. Der Schaden an Erntevorräten, besonders Heu. ist groß. Alle Feuerwehren der Umgegend waren an der Brandstätte, aber der Wassermangel war groß, da Lindenscheid Zeine Wasserleitung hat. Die Ursache der Drandkata- strophe ist Brandstiftung. Der 27jährige Sohn des Gemeindevorstehers, der feit dem Brand« spurlos verschwunden war, neigte bereits seit längerer Zeit zu Schwermutsanfällen und trug sich auch mit Selbstmordgedanken. Am Mittwochmorgen begab er sich zu den üblichen Feldarbeiten, und als er von diesen zurückkehrte, steckt« er in einem Anfall von Schwermut di« elterliche Scheune in Brand. Erst nachdem der Brand völlig gelöscht war, wurde fest- gestellt, dah er selbst in den Flammen umgekommen ist. Die Leiche konnte geborgen werden. Beraubung deutscher Transitzüge im polnischen Korridor. Die deutschen Transitzüge wurden in der letzten Zeit systematisch von einer Diebesbande im Korridorgebiet beraubt Auf der Strecke Thom-Goszlershausen, auf der die Transitzüge ihr« Fahrt verlangsamen, sprangen einige Bandenmitglieder des Nachts auf die Wagen, entfernten die Plomben und begaben sich in das Wageninnere. Sie warfen dann di« geraubten Waren, wie Stoffe, Wäsch«, Zigarren, Zigaretten usw. an bestimmten Stellen, aus dem Wagen neben die Gleise, wo sie von anderen Bandenmitgliedern aufgelesen und ortgebracht wurden. Di« unmittelbar zur Bande gehörenden Helfer brachten die geraubten Waren entweder nach Ostpreuhen, oder verkauften ie an die Bewohner der umliegenden Ortschaften. Der Polizei ist es jetzt gelungen, die Band« «unschädlich zu machen. Cs wurden bisher elf Personen verhaf tet, die in den Ortschaften der Kreise Thorn und Graudenz wohnten. Die Hehler veräußerten die geraubten Waren zu ungewöhnlich niedrigen Preisen. Mit dem gestohlenerl Motorrad in den Tod. In der vergangenen Nacht stahlen in Le ip- zig-Lindenau zwei Männer ein vor einem Cafehaus stehendes Motorrad und fuhren damit in schnellem Tempo davon. Der Führer verlor die Gewalt über das Rad und fuhr mit aller Wucht gegen eine Wand. Beide Männer erlitten so schwer« Verletzungen, daß der eins auf dem Transport, der andere kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus starb. Die Personalien der Toten konnten noch nicht festgestellt werden, da sie keinerlei Papiere bei sich hatten. 20 Kisten Dynamit in die Lust geflogen. In dem chilenischen Hasen Coronel sind am Donnerstag 20 Kisten mit D h namit in die Luft geflogen, wobei neben einem riesigen Sachschaden eine größer« Anzahl Hafenarbeiter getötet sowie viele weitere Personen, darunter der britische Konsul, schwer verletzt wurden. Der Zustand des Konsuls soll sehr ernst sein. Wie verlautet, soll das Unglück durch unvorsichtige Handhabung der Sprengstoffkisten entstanden fein. Zweihundert Schafe in den Abgrund getrieben. Die Schafherde der Ortschaft Meienfeld im Graubünden wurde von einem w i l- derndenHund über einen steilen Abhang getrieben. Zweihundert Tiere sind dadurch zerschmettert worden. . v > v * Aus der Prvvinzialhaupiftadt. Gießen, den 14. Juli 1931. T^uhe und Besonnenheit? 3n unserem heutigen Anzeigenteil wendet sich die Bezirk»,parkass« Gießen mit einer Mahnung au r Buhe und Besonnenheit an ihre Sparer, wobei die DerwalKrng der Bezirkssparkasfe ausdrücklich betont, daß k e t - ne riet Gefahr für dl« Einlagen der Sparer besteht. Wenn man sich vergegenwar- Hgt. daß die Aeichsregi« r u n g durch die gestrige Notverordnung ausdrücklich die volle Haftung für alle Einlagen bei der Do na tbonk übernommen hot, so muh man au der Einsicht kommen, dah die Bemühungen zur Eindämmung der Geldkrise nicht gehemmt oder gestört werden dürfen durch einen völlia unangebrachten Sturm auf die Kassen der Geldinstitute. Unbegründete Abzüge von Geldern au» den Banken und Sparkassen würden die S ch w i e - rigkeitennur nocherhöhen Wer gewillt ist, zur baldigen Ueberwrndung der gegenwärtigen Schwierigkeiten beiAUlrogen, möge Den von der Leitung der Bezirt-fpurkasfe veröffentlichten Mahnruf beherzigen. Mute für die pilzzeit. Don der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt und der Hessischen CanMftelte für Pilz» und HauSschwamm-Beratung werden folgende Merkregeln herausgegeben: 1. Wer glaubt, allein nach diesen Merkregeln rasch ein guter Pilzkenner werden zu können, lasse seine Hände besser weg von den Pilzen. 2. Allgemeine Merkregeln über die Ehbarkeit oder Giftigkeit der Pilze «Märchen von der Zwiebel und dem silbernen Löffel, Verfärbung, unangenehmer Geruch oder Geschmack usw.) gibt e» ntcht. 3. 3H nur solche Pilze, die du ganz genau und al» unschädlich kennst! 4. Der Anfänger sammle zuerst nur die bekanntesten Arten, wie Pfifferlinge und Steinpilze, die bei genauem Zusehen gar nicht verwechselt werden können. Erst nach und nach mache dich mit anderen häufigen und unschädlichen Pilzarten genau vertraut Was du nicht kennst, lasse rutyg im Walde stehen: nur Rohlinge tretert alle Pilze um oder schlagen sie kurz und klein. 5. 3n Zweifelsfällen wende dich an einen wirklich guten Pilzkenner, an die nächste Pilz-Bera- tungSstelle oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und HouSschwornm-Berotung). 6. Der Pllzrcichtum und die Artenzahl unserer Walder sind viel größer, wie meist angenommen wird. Rur leichtsinnige Prahlhänse kennen „alle Pilze". Vergiftungen sind dann unausbleiblich. Der Steinpilz (Röhrenpilze mit Röhrchen auf der Hutunterseite) hat ungefähr 50 ähnlich aus- sedende Verwandt-: Blätterpilze (Verwandte deS Champignons und des grünen Knollenblätterpilzes: sie tragen Blätter auf der Unterfeite des HuteS> gibt es bei unS ungefähr 1500 verschiedene Arten, deren Genuhwert und sonstige Merkmale groben teil» überhaupt noch nicht wissen- fchastlich erforscht sind. 7. Sammle stet» nur frische Pilze. Durchwäs- ferte, zu alte, angefoulte und stark zerfressen« Schwämme lasse Im Walde zurück. 8. Qlimm die Schwämme vorsichtig au» dem Boden heraus, damit du daS Pilzgeflecht (di« eigentliche PilzpflanzeI) und junge Fruchtkörper- anlagen nicht herausreiht und dadurch zerstörst. Entferne sofort im Wald anhaftendes Laub und Erde, damit die Puharbeit zu Hause einfacher wird. Bedenke aber, dah geputzte und zerschnittene a selbst für den besten Kenner sehr schwer lich werden. Deshalb nur tatsächlich eh bare und einwandfreie Schwämme in den Sammel- lbehälter! 9. Benutze als Sammelbehälter einen Korb oder -einen offenen Kosten im Rucksack, damit die Pilze nicht zermatscht werden und sich nicht erhitzen. 10. Die gesammelten Pilze werden am besten sofort bei der Heimkunft geputzt und zubereitet. Andernfalls lagere man sie an einem kühlen und luftigen Orte bi» zum nächsten Tag, wobei sie nicht in grefter Masse aufclnanberliegen dürfen. PilAe enthalten zirka 90 Prozent Wasser und sind leicht verderblich. 11. Die Fruchtschicht auf der Hutunterseite (Blätter, Röhrchen usw.) schneide man nicht weg, wenn dieselbe keine Maden enthält. Sie ist reich an wertvollen Rährstossen. 12. Da» Brühwasser schütte man nicht weg, weil es die am leichtesten löslichen Rührstoffe enthält Pilze, die nur nach dem Fortgiehen des Brühwasser» genießbar werden iz. B. die gefährliche FrühjahrS-Lorchel u. a.), find nicht empfehlenswert. 13. Pilze find schwer verdaulich. Sie müssen deshalb bei der Zubereitung stark zerkleinert werden (am besten durch die Fleischmaschine). Außerdem müssen Pilzspeisen gut zerkaut werden. Som ersten Waffeniag der Kavallerie in Dresden. 'Borbeiritt einer Reichswehrftandortenabteilung vor Generalfeldmarschall von Mackenfen. 3n Dresden fand der erste Waffentog der deutschen Kavallerie statt, zu dem sich 30 000 Teilnehmer au» dem Reich, Vertreter der Reichswehr, Abordnungen aus Ungarn, Schweden und Holland eingefunden hatten. Der Vorsitzende des Wassenringes der Kavallerie — Schröder- Bochum — betonte in feiner Festansprache, dah cS Ausgabe der Tagung sei, den Wehrgedanken in daS Volk zu tragen. Gerade die alten Soldaten kennten den Krieg zu genau, um Kriegshetzer zu sein. Trotzdem forderten sie, bei einem Mißglücken der Abrüstungsverhandlungen das Wehrrecht. Am Sonntagvormittag fand der Fe stzu g mit den alten Standarten und Fahnen statt, der über eine Stunde dauerte. Den Vorbeimarsch nahm Generalfeldmarschall von Mackensen auf der Freitreppe des Rathauses entgegen. Aus einem Empfang im RothouS betonte der Obetbürgermeifeer Dr. Külz, daß dieser Tag jeder politisch?« und kriegshetzerischen Tendenz entbehre. DaS Ausland werde gut tun, sich daran au gewöhnen, daß auch das neue Deutschland das ehre, was im alten Deutschland aroß geworden sei. Mackensen erwiderte daraus: Die alten deutschen Reiter bewahren dem Kroßen au-« der Vergangenheit Ehrfurcht. Einen Krieg her- aufzubeschwören, liegt allen fern. Gerade die alten Soldaten wissen, was ein Krieg bedeutet und sind deswegen keine Kriegshetzer. Wir wollen für Volk und Vaterland einen Frieden in Freiheit und Gerechtigkeit. Abends sind größere Pilzmahlzeiten nicht zu empfehlen. Richtbeachtung dieser Vorschriften kann Derdauuungsbeschwerden verursachen, die mit Vergiftungen nichts zu tun hoben. 14. Die meisten Pilzvergiftungen werden durch den grünen Knollenblätterpilz her- vorgerufen, der leichtfinnigerweise olS Eham- pigrwn, als Grünling oder als grüner Täubling eingetragen wird. Eine Gabelspitze von ihm kann den Tod herbeeisühren. 3n manchen 3ahren hat er in Deutschland bis zu 100 Todesfälle verursacht. Genaue Auskunft über diesen Giftpilz bekommst du durch das kostenlos erhältliche Knollenblätterpilz-Merkblatt der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt, und durch die reichS- behörlich empfohlene Wandtafel dieses gefährlichsten Giftpilzes, die in einer großen Anzahl von Bahnhöfen als Warnungsmittel aus- ^15. Zum Schutz vor dem gefährlichen Knollenblätterpilz sorge man dafür, daß der charak- teristifche Knollen, der oft tief im Boden steckt, beim Auf nehmen nicht in der Erde zurückbleibt und überleben wird. 16. Heber alle vortommenden Pilzvergiftungen berichte man bitte sofort an die medizinische Fachkommission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde (Dr. med. Welsmann, Pelkum bei Hamm/ Westfalen), da alle diese Fälle dort mit Unterstützung durch das Reichsgesundheitsomt gesammelt und wissenschaftlich verarbeitet werden. Bei jeder Vergiftung fordere man sofort bei der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt einen Fragebogen an, damit die ausführlichen Einzelheiten jeweils sorgfältig festgestellt werden können. 17. Bei den geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sorge man für sofortige und gründliche Entleerung von Magen und Darm durch Brech- und Abführmittel, wie für rascheste ärzi- liche Hilfe. 18. Das beste Bekämpfungsmittel der furchtbaren Pilzvergiftungen ist auf jeden Fall die weitgehendste Aufklärung in der Schule (praktischer Raturkunde-Unterricht) und in der Öffentlichkeit durch die Preffe, den Rundfunk, Aushang von Merkblättern und Bildern auf den Pilzmärkten, in den Rathäusern, in den Wartezimmern der Aerzte, in Apotheken, Kochschu- len usw. 19. Dor dem Ankauf von Pilzbüchern erbitte man kostenlose Beratung durch die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt. 20. Rege in deiner Heimat die amtliche Pilzmarkt-Kontrolle, die Einrichtung von Deratungs- ftellen, von belehrenden Exkursionen, PilzauSstel- lungen usw. an. Entgegenkommen bei Stenenückststnden. Der Hessisch? Finanzminister hat unterm 10. 3uR folgendes Schreiben über Staats st euerrück- ftänbe des Rj. 1928 und früherer Rechnungsjahre an den Präsidenten des Landesfinanzamts gerichtet: Mit Rücksicht auf die schwierige Wirtschaftslage bin ich zu Erleichterungen der laufenden Steuerzahlungen bereit, solchen Steuerpflichtigen (natürlichen Personen und privatwirtschaftlichen Unternehmungen). die noch mitstaatlicherGrund- fteuer. Sondergebäude st euer und Gewerbesteuer aus den Rechnungsjahren 1928 und früher im Rückstände sind, durch Erlaß oder angemessene Ermäßigung dieser Beträge entgegenzukommen. Voraussetzung ist hierbei, dah 1. die Rückstände nicht auf mangeInden Zahlungswillen, sondern auf besonders schwierige Verhältnisse deS Steuerpflichtigen zurückzuführen sind, unb 2. in Höhe der zu erlassenden "Beträge Zahlungen auf die im übrigen noch rückständigen Raten der genannten Steuern binnen einer vom Finanzam t zu bestimmenden Frist gelei st etwerden, und daß die für das Rj. 1931 bereits fälligen Steuerraten gezahlt find oder alsbald gezahlt werden. 3ch ermächtige hiernach die Finanzämter^ Rückstände der genannten Steuerarten des Rj. 1928 und früher unter den vorerwähnten r' oraussehun- gen innerhalb der ihnen für die Reichscinkommen- steuer gezogenen Grenze auf Antrag zu erlassen. Bei höheren "Beträgen ist zu berichten. Taten für Dienstag. 14. Juli. 1789: Beginn der Französischen Revolution. — 1887: der 3ndustrielle Alfred Krupp in Gssen gestorben. — 1909: Rücktritt des Reichskanzlers Fürst Bülow: v. Bethmann-Hollweg wird sein Rachfolger. — 1917: Staatssekretär Michaelis wird Reichskanzler. — 1920: der Maler Albert v. Keller in München gestorben. — 1929: der Historiker HanS v. Delbrück in Berlin gestorben. Bornotizen. — Ta g eS ka len der für Dienstag: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Wenn die Soldaten .. ••Bon der Universität. Bon der Pressestelle der Universität wird mitgeteilt: Dr. med. Günkher Anton, der lich für das Fach der inneren Medizin zu habilitieren wünsg^. wird Donnerstag. 16 3uli. 18 Uhr in der Kleinen Aula, Ludwigstraße 23, über das Thema .Wirkungs- mechamsmus und Anwendungsformen de» Insulins" eine Probevorlesung halten. •• Freie Schulstelle Erledigt ist die Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in We11 erfeld, KveiS Schotten (Dienstwohnung vorhanden und frei). •• Wetterau-TaunuS-Fahrt Da» Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. Berlin, veranstaltet vorn 22. bi» 26. 3uli unter der Leitung von WufeumSdirekwr Dr. Z. K u 1 f ch. Wiesbaden, eine Wette rau-Taunus-Fahrt. O» soll zunächst die fruchtbare Wetterauer Senke fennengelernt werden, die al» bequemste Verbindung zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und Mitteldeutschland eine beinahe ununterbrochene Siedlungsgeschichte und noch heute viele Zeugen (Ringwälle. Phalgraben) der Kämpfe der Germanen und Romer aufweist, ferner Städte au» dem Mittelatter und Klöster, Burgen und Schlösser, unter deren Einsluß sich eine bürgerliche Kultur entwickelte, die sich auch m den Trachten länger erhalten bat. al» anderwärts. Der Plan sieht vor: Gießen, die Burgen Gleiberg und Detzberg. Ringwall, Dünsberg. Lich, Arnsburg. Butzbach, Bad-Rauheim, Winterstein, Saalburg, Bad Homburg, Kronberg. Falkenstein und Königstein: Hochtaunus (Fußwanderung). Heidettänktalsperre. Großer Feldberg, Abschluß der Fahrt in 3dstein. •• Der Tierschutzverein für Hessen Wird seine 50. ordentliche Hauptversammlung am 9. September in Schotten im Festsaale der Turnhalle abhalten. Reben der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten wird ein Bortraa von Lehrer Biet - Schotten über ..Tierschutz auf dem Lande" die 3ubiläum»tagung beschäftigen. Oie Wetterlage. >tö< O iWltcnloi ® neitr». O nire ocoe<»L » voiirg. GftedechL • Keflf’l # Schnee ä triupem ■ Heftel X 0ewitter.(g)windMiiic«O jene ttkhter Ost y metsipee ludsuowest q Marmorner «ordweil Die Pfeue fliegen mit dem winde Oie «eigen subonen dienenden ze> len geben die Temperatur «n. Oie Linien eerftinde« Orte mit gleichen huf neereimveio umgereennelen Lulidrucn Wettervoraussage. Unsere Wetterlage steht weiterhin unter dem Einfluß des atlantischen TiesdrucksystemS, da» seine Ausläufer auf das Festland vorfchickt und durch die verschiedenen Lustmaffen Gewitterstörungen hervorruft. So befand sich auch heute morgen eine Teilstörung über Rorddeutschland, die an ihrer Rückseite etwas kühlere Lutt nach dem Festlande bringt. Aber mit dem Vordringen des über 3rland lagernden Kerngebietes gelangt auch wieder wärmere Ozeanluft in unseren Bezirk, so dah es dabei noch mehrfach zu Gewittern mit Riederschlägen kommt. Mit dem Wechselspiel der Luftmassen schwanken auch die Temperaturen etwas, doch bleibt eS im allgemeinen schwül. Aussichten für Mittwoch: Wolkige» und schwüles "Detter mit vor wiegender Aufheiterung, vereinzelte Gewitterstörungen oder Riederschläge. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer des wechselhaften unb öfter» zu Gewitter neigenden Wetters. BeranttoortL f. d. Feuilleton: i. V. Dr. Lang e. - i den Betriebsstoff z der Welt a/ Großer Wäsche-Verkauf! Ab Mittwoch,den15. Juli zu ganz besonders günstigen Preisen! Die Preise andauernd senken, die guten Qualitäten beibehalten! 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Ausgehend von der Voraussetzung, daß auch die Einlagen bei den Sparkassen gefährdet seien, setzte heute ein allgemeiner Ansturm von Einlegern auch auf unser Institut ein, der jeder vernünftigen Grundlage entbehrte. Wir sahen uns daher veranlaßt, die vorhandenen Barmittel zu rationieren, um jedem unserer Einleger einen Betrag auszahlen zu können. Wir erklären ausdrücklich, daß wir als öffentliches Institut an den Vorgängen bei der Darmstädter und Nationalbank nicht beteiligt sind und daß Deckung für unsere Einlagen in der gesetzlich Selbstverständlich ist es unmöglich, alle ausgeliehenen Gelder plötzlich zu kündigen, eine Maßnahme, die weiteste Kreise in der Wirtschaft — namentlich im Mittelstand Tiere Luise Wagner, geb. Waag August Wagner. unseren Einlegern, daß sie uns das seither erwiesene Vertrauen auch weiter bewahren, zumal keinerlei Gefahr für die Einlagen besteht Wir werden alles tun, um die allgemeine Krise in einer Form, die den Wünschen unserer Einleger in weitgehendstem Maße entspricht, zu überwinden, müssen selbstverständlich aber auch die Erwartung aussprechen, daß von Seiten der Einleger alles getan wird, um eine reibungslose Abwicklung des Verkehrs zu gewährleisten und daß vor allem Abhebungen, die nicht unbedingt zur Bestreitung der nötigsten Ausgaben vorgenommen werden müssen, unterbleiben. aus gutem Kretonne, Kissen 2.00 gesticktund mit Hohlsaum, Koltertuch 5.75 aus solidem Wäschestoff .... Kissen 2.75 reich best.geb.od.m. Hohls.,Koltertuch7.50 (Butmööl. Simmet m. Badegelegenheit, evtl.Wohn- u.Schlaf- Atnnner, in der Nähe Ostanlage für sofort lies. Schr. Angeb. u. 4677D an den G.Anz. Liebigstrake 67 I. 1 Schlafzimmer mit 2 Belten, 1 Wohnzimmer, möbliert ab 1-5. 7. zu vermieten. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang meines lieben Mannes, meines treuen Vaters ( Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Gattin, unserer treusorgenden Mutter sagen wir allen unseren innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: /Aachdr O ist hi'N denen J unter l in Eh'N- offei'B 5nS H auf M Sonire b} die k»e 1 zu spüre- ganz Ainerua eben fe*r selbst m dann ebe1 So ha ficht in Zug vor schunk Canbetr unb'nei sonst im manb u* gang >m ist 1930 ganzes L (jciDillen Industrie I-chen K- S!e leg Aücksichti kapilalisti industrie industtie vielleicht bcrcien ! dah ebe triebe kurrenzl' Staat t industr'u muhte, noch Pi Das i Hinfcito mmmcljt der frühi das Atle geschädigt schen Lei im übtic sondern von Lor lampst1 tat« gl nachden nähme l ütDifäei Dorgegan getoonner regierunx Die P sie sich l traut, dil lungen f [Verschiedenes | Sichere Kapitalanlage Mk. 10-20000 als Hypothek auf laAnwefen von Geschäftsmann ges. Schr. 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Wir danken ferner seinen Mitarbeitern im Beruf, den Vereinigungen und Körperschaften für ihre Ehrungen. m iTHi um b 11 Tt r ntrrri MIM Am Mittwoch, dem 15. d. M., abends Ubr Vortrag im Forstinstitut, Braugasse 7. <669D Bodeubender. 3n bei ö«n Herr, das schv- und ftün Sachse, lttaiur j undGesu gieren ir ^iere in Lebens^ SA>°n! ^aubtier 82im i Möglich ltens. b oanenne Sä °'e das ^nochric o^t und um den gAier 6 &«UI ^artjg de ! S «L >ste. .i btc und Oberhessisfüer Geschiditsverein In Gemeinschaft mit der historischen Fachschaft der Universität findet Freitag, den 17. Juli 1931, abends 8% Uhr, im Hörsaal 44 des Vorlesungsgebäudes ein VORTRAG statt. Prälat D. Dr. Diehl spricht über: Kulturgeschichtliche Bilder aus dem Leben des Hessen-Darmstädtischen Pflicht der Aufgeber v. Steilen* angeboren Ist ti, die (In* gegangen .3 tttrerbungd* unterlagen (Zeugnisse, 3eugntiabf<$rift, Llchi* bllber u.bgl.) s«hneNflcn< uirüAuf. Oie Stellung* [utbenben ssnb dankbar bafür, wenn man Ihre Oemühungen zur ($r* langung ein. geeigneten Tassgfdl auf diese Weise unterstahi und sind auf diese fefbftVCTftänblldK Pflicht auch angewiesen. SieGenerr Äuzeigev *"*rd Immer gröber, wenn Sie ein schlechtsitzendes und listiges Bruchband tragen. Durch solche Bänder verschlimmert sich das Leiden und kann zur Totfcsursache werden. (Es entsteht Brucheinklemmung, die operiert werden muh und den Tod zur Holge haben kann.) Fragen Sie Ihren Arzt Hat dieser eine Bandage verordnet. dann muh es in Ihrem Interesse Herfen, sich meine äußerst bequeme, unverwüstliche Spezial-Bandage anlertigen zu lassen. Durch Tag- und Nacht- tragen meiner Bandagen haben sich nachweislich Bruchleidende selbst gehellt Werkmstr. A. B. schreibt u. a.i .Mein schwerer Leistenbruch Ist geheilt. Ich bin wieder In meinem 66. Lebensjahre ein ganzer und glücklicher Mensch 1" Landwirt Fr. St schreibt u. a.> .Ich sehe mich genötigt, Ihnen nach 2 fahren meinen Innigen Dank auszusprechen . . wurde ich ganz befreit von meinem Leiden.“ Bandagen von RM. 15 — an. Für Bruch- und Vorfall-Leidende kostenlos zu sprechen In: (Heften, 17. Juli von 8 bis 1 Uhr. im Bahnhofhotel „Lenz". Friedberg, 15. Juli, von 9-1 Uhr, Im Hotel Deutsches Haus. Nidda. 15. Juli, von 3-7 Uhr, Im Hotel zur Traube. Marburg, 17. Juli, von 2'1. bis 6 Uhr /Ane/i fj g-/6/ Ae/o besseres A/ousmzZZeZ. /. AZZ - - ZOO /Y3-5O AfoobZfvcAZrtyo/eo GAi J SO ZAotrM., Oroy. v. AeZorzvAjt/J. Zo'voro' ZteZzn. A7Jz>c/je/7 73 fj.ll.08j Sutzball- Tvaining unt. besonderer Leitung. Jeden Mitt* woch von 5.30—7.30 Ubr sür Jugend und uniereMannschafien Ab 8 Uhr Spezial* fratning. Erstmalig Mittwoch, 15. Juli. TerSvielauöschuh fliuiiiiiiiiiiiiiiiuuuiiuiiiin von 3-7 Uhr, Im Hotel zur Traube. Marburg, 17. Juli, von 2*/, bis 6 Uhr im Bahnhofhotel. Alsfeld (Oberhessen), 20. 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Ovelauto Gichcn, Frankfurt. Str. 52-56 Telephon 2847/48. Ur. 162 Zweites Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 14. Juli 1931 Sechster oberhessischer Turnerschastertag QIder Volkes muf Die englische Riesenkundgebung für den Weltfrieden essen zu sichern und lehnt vorläufig jedenfalls jede weitere Expansion ab. Die Situation ist insgesamt recht charakteristisch für das Inselreich. Nachdem es während des Weltkrieges und nach dem Weltkriege eine Politik trieb, die rein imperialistisch war. hat es sich nunmehr unter dem Druck der Weltmächte und angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Staatsfinanzen hiervon abgewandt und baut zunächst einmal seine Gesellschaftsordnung um. Und so macht es aus der Rot. wie so oft im Laufe seiner Geschichte, solange eine Tugend, bis sich für das Land wieder die Gelegenheit ergibt, in die Ereignisse der Weltpolitik wieder einzugreifen. Denn, und das ist eben für den Japaner aller politischen Schattierungen so selbstverständlich, daß cs kaum besonders hervorgehoben zu werden brauchte wenn Japan so proste Reformen in der Innenpolitik und Wirtschaftspolitik durchführt, und noch dazu in einer so schweren Krise durchführt, wie eS die jetzige ist, so geschieht dies nicht, um Gefahren aus dem Wege zu gehen, sondern um die Macht des Staates zu stärken. Dah es anscheinend in Japan so ruhig ist, darf man also wohl kaum als Ermüdungserscheinung auffassen. Japan sammelt vielmehr seine Kräfte, um sie bei passender Gelegenheit zur Erweiterung seines Machtbereiches im I Stillen Ozean wieder einzusetzen. Der Führer der englischen Liberalen, Lloyd George, bei seiner temperamentvollen Rede, hinter ihm von links nach rechts Ministerpräsident Macdonald, der Führer der Arbeiterpartei, Feldmarschall Str William Robertson, der Ches des Generalstabs und Baldwin, der Führer der Konservativen. kann nicht ausgelöscht sein aus dem deutschen Leben. Das deutsche Volk wurde groß durch die Kraft derer, die vor unS unsere Sprache geredet und unser Staatsempfinden bestimmt haben. Wenn wir in diesen schweren Tagen jcm.8 aufrechten deutschen Staatsmannes gedacht haben, der Preußen den Weg zur Höhe gewiesen hat, dann wissen wir, um was es geht: Zeitschriften. Die »Süddeutschen Monatshefte" (München) haben ihr Juli-Heft einer Schilderung deS „Kampfes gegen Gott" gewidmet. Wenn ein langjähriger Funktionär der Sozialdemokratischen Partei wie Ernst Drahn in zwei Artikeln „Entwicklungsstufen des proletarisch-sozialistischen Atheismus" und „Die Internationale der Gottlosen" ein Bild der Vergangenheit und der erschreckenden Gegenwart gibt, so ist das mehr als ein „AuS der Schule Plaudern". Eine Zusammenstellung der bolschewistischen Religionsgesetze von Ludwig Berg (Aachen) zeigt, wie sich die allmähliche Verschärfung des Kampfes gegen Gott in der Gesetzgebung ausdrückt, lieber die praktischen Formen dieses Kampfes berichtet Theodor Seibert (Hamburg), der auf Grund seines jahrelangen Aufenthaltes in Moskau Augenzeuge war, wie sich Anfang 1929 die gehässige Propaganda, die den Machthabern nicht wirksam genug geschienen hatte, in einen brutalen Vernichtungskrieg verwandelte. Hebet die allzu | (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) E4 ist ftiU geworden um Japan. Seit es sich in Wachington und London mit einer bescheidenen Seemacht zufriedengab und seitdem es unter Lchidchara auf die Interventwnspo.ttlk in Ehina verzichtet hat, scheint es für die TBt'A- öfsenilchkeit an Interesse verloren zu hiwem Und doch :obni eS sich immer wieder, einen Vlick auf die Ereignisse im Lande der ausgehenden Sonne zu werfen, da eS ja all die Probleme, die die übrige Welt bewegen, ebenso wie diese zu spüren bekommt, wenn eS sie auch manchmal ganz anders löst. alS dies in Europa oder Amerika der Fall sein würde. Denn Japan hat eben seinen eigenen Lebensstil, den es sich selbst in Rvtzeiten nicht nehmen läßt und der dann eben manche Dinge umgestaltet. So hat auch die Weltkrise ein anderes Gesicht in Japan als in der übrigen Welt. Der Zug von Disziplin und Se l b st b e h e r r - sch u n g , der Japan immer wieder vor anderen Ländern ausgezcchnet hat, herrscht auch jetzt vor und verwischt viel von der Rot. d.e die Krise sonst im Gesolge hat. So jammert in Japan niemand über die Arbeitslosen und auch der Rückgang im Außenhandel — Japans Außenhandel ist 1930 gegenüber dem Vorjahre ufh em ganzes Drittel zurückgegangen — wird mit einer gewissen Fassung ertragen. Aus der Rot der Industrie aber hat die Regierung die erforderlichen Konsequenzen mit a.lcr Energie gezogen. Sie legt still und fusioniert mit einer Rücksichtslosigkeit, wie sonst in keinem anderen kapitalistischen Staat So zunächst dte Eisenindustrie (die in Japan ja vor allem Rüstung- industrie ist), dann die Schiffahrt und demnächst vielleicht auch die Daumwollspinnereien und We- bercien des Landes. 3n der klaren Voraussicht, daß eben nur große und größte Getriebe in der Krise und bei verschärftem Konkurrenzkampf gesund bleiben können. Daß der Staat dabei z. V. in der Visen- und Stahlindustrie die Hälfte des Kapitals übernehmen mußte, spielt keine Rolle, da in Japan immer noch Politik vor Wirtschaft geht. Das zeigt sich auch in der Innenpolitik der Miuseiw. die immer noch am Ruder sind und nunmehr von Wakatsuki geleitet werden, weil der frühere Premierminister Hamagutschi durch das Attentat doch so schwer in seiner Gesundheit geschädigt worden ist. dah er sich auS dem politischen Leben zurückziehen muß. DaS Attentat hat im übrigen natürlich nicht der Partei geschadet, sondern nur ihren Gegnern. Der Flottenvertrag von London, der von den Patrioten so heiß bekämpft wurde, ist nicht zuletzt infolge deS Attentats glatt im Parlament angenommen, worden, nachdem zuletzt auch der Kaiser sich für die Annahme deS 'Vertrages eingesetzt hatte. Aus diesem Zwischenfall ist die Minseito somit gestärkt hervorgegangen. so dah sie bedeutend an Autorität gewonnen hat. Das will ja für eine Krisenregierung immerhin alleS mögliche besagen. Die Partei fühlt sich denn auch so stark, daß sie sich die Durchführung all der Reformen zu- traut. die sie seit Jahren in den Wahlversammlungen forderte, d. h. also, sie demokratisiert den japanischen Staat. So hat sie zunächst das W a h l a l t e r für Männer von 25 auf 20 Jahre herabsehen lassen, eine Mah? nähme, durch die sie hofft, ihre Mehrheit ein für allemal stabilisiert zu haben. Sodann hat sie auch das teilweise Frauenwahlrecht eingcsührt, das bisher in Japan auf das schärfste abgelehnt wukde. Es haben etwa 13 Millionen Frauen das Wahlrecht für Gemeinde- und Stadtwahlen erhalten, eine Maßnahme, die jedoch provisorisch gedacht ist, da man in absehbaren Zeit dieses Wahlrecht zum vollgültigen politischen Wahlrecht erweitern will. Endlich hat die Minseiw mit der bisherigen Praxis in der Behandlung der Gewerkschastssrage völlig gebrochen. Die Regierung hat ein Gesetz eingebracht, das den Arbeitern Koalitionsfreiheit gibt und ihnen den Zusammenschluß zu Gewerkschaften, die kollektiv mit den Arbeitgebern verhandeln dürfen, gestattet. Allerdings hat die Regierung Tiere auf dem Operationstisch. Sin Seelöwe bekommt 5 Liter Rizinusöl. Don Fnh Böttcher. In der Wüste, Im Urwald, in wilden Gegenden herrscht das strenge Gesetz der Auslese. Alles, was schwächlich und trank ist, und dem täglichen und stündlichen Kampf ums Dasein nicht mehr gewachsen ist, geht erbarmungslos zugrunde. Die Ratur ist dort nur aus der Seite der Starken und Gesunden. Anders liegen die Verhältnisse bei Tieren in der Gefangenschaft. Erstens haben die Tiere in der Gefangenschaft nicht die natürlichen Lebensbedingungen, die an sich schon krankheitverhütend wirken, und zweitens repräsentiert ein Raubtier in der Gefangenschaft, also im Zirkus oder im zoologischen Garten, einen gewissen wirtschaftlichen Wert, den man nicht ohne weiteres der Vernichtung aussetzt. Wenn deshalb ein Tier in der Gefangenschaft erkrankt, dann wird alles daran gesetzt, um fein Leiden zu erkennen und womöglich zu heilen. Das Schwerste ist freilich meistens, das Leiden rechtzeitig zu erkennen und zu benennen, d. h lokalisieren zu können. Der erste, der das bloße Krankiein erkennt, ist meistens der Wärter. denn er ist zugleich diejenige Person, die das Tier am genauesten kennt. Der Wärter benachrichtigt von sich aus den zuständigen Tierarzt und dieser macht sich sogleich auf den Weg, um den Fall zu beäugen scheinen. Hier beginnen auch schon die Schwierigkeiten. So geduldig oft* ein Hund beim Tierarzt ist, so bösartig ist jedes wilde Tier in der Gefangenschaft, wenn man ihm auf den Leib rüden will. Es hat nicht die geringste Empfindung dafür, dah der Arzt ihm helfen möchte, es sieht nur einen Feind vor sich. Es bleibt deshalb in den meisten Fällen nichts übrig, als das Tier zunächst einmal zu fesseln. Für diesen Zweck gibt es in jedem größeren zoologischen Garten besonders geschulte Kräfte. Dem Tiere werden Schlingen um die Glieder und um den Hals geworfen und es wird vollständig wehrlos gemacht. Dann erst kann unter Fauchen, Brüllen und Knirschen des gefesselten Tieres die eigentliche Untersuchung' vor sich gehen. So eine Diagnose ist oft ungeheuer schwer. Diel schwerer als beim Menschen. Denn das Tier gibt auf keine Frage Antwort, es reagiert nur durch Körperreflexe. Freilich geht die Untersuchung natürlich auch nicht so zimperlich, wie beim Menschen vor sich Wenn eindeutig feststeht, was los ist, wenn, das Leiden erkannt und die Diagnose gestellt ist, dann kann an die eigentliche Behandlung gegangen werden. Wenn cs eine bloße Verdauungsstörung war, dann-wird meistens Rizinusöl gegeben, al- dings in ungeheuerlichen Quantitäten. Einem Seelöwen im Berliner Zoo, der einen Gummiball verschluckt hatte, wurde kurzerhand ein Kübel mit fünf Liter Rizinusöl in den Rachen* geschüttet, das auch prompt die gewünschte Wirkung aus- übte. Schwieriger liegt der Fall, wenn etwa ein entzündlicher Prozeß vorliegt und eine rasche Operation vonnöten erscheint. In diesem Falle erhält das Tier, auch große Bestien wie Tiger und Löwen, meistens eine ausgiebige Rarkose. Richt fo lehr der Schmerzlosigkeit als der Unbeweglich- keit wegen, die man damit für eine bestimmte Zeit erreicht. Selbstverständlich bleibt das Tier auch noch nebenbei gefesselt, soweit das möglich ist. Auch nach der Operation müssen die Tiere oft noch tagelang gefesselt bleiben, damit der Sjei- lungsprozeh besser vor sich gehr. Die Operation an und für sich ist nämlich eine Kleinigkeit gegenüber den Schwierigkeiten der Heilung. Die Tiere halten nachher nicht still, sie bewegen sich, zerren an den Pflastern und reißen damit die Wunde wieder auf. Aus diesem Grunde kann man sehr schwierige innere Organoperationen bei Tieren nicht ausführen, obwohl sie theoretisch durchaus möglich sind. Hierzu gehören Rierenoperationen, Drüsenentzündungen u. a. Wenn der Arzt das „Non possumus^ ausgesprochen hat, erhält das Tier eine Spritze, die es schmerzlos tötet Die meisten Operationen werden an den Zähnen und schwache „Christliche Protestbewegung" berichtet kurz Ollsred William Gough (London), der sie im Dezember 1929 in der Londoner Albert Hall in die Wege leitete. — Das Iulihest des „Kunstwarts" bringt Künstlerisches, Literarisches, Kulturell-Aestheti- sches und Aktuell-Zeitgeschichtliches. In einem Aufsatz „Deutsche Dichter als Maler und Zeichner" zeigt Kurt Martin, wie eng verbunden oft dichterische 'Begabung mit bildkünstlerischer ist: zahlreiche Wiedergaben von Zeichnungen deutscher Dichter, wie Grimmelshausen, Kortüm, Matthias Claudius, Goethe, Kopisch. Chamisso, Mörike, Stifter. Fritz Reuter, Scheffel, Hesse u. a. dienen zum Beweise. Zu begrüßen ist es, daß der „Kunstwart" durch den Aufsatz „Untergang deS Kapitalismus" von Paul Iostock aktuelle welt- unb wirtschaftspolitische Probleme in den Bereich seiner kritischen Betrachtung einbezieht. Hans Böhm berichtet an Hand von Proben mit scharfer Kritik über neue Lyrik. In der Umschau interessiert besonders ein Artikel K. Megerles über „Engländer, Araber und Juden", der daS Mandatssystem als Reo-Imperialismus mit unaufrichtigen Methoden anprangert. — Im Augusthest von Wester manns Monatsheften schildert Paul Joseph Cremers wie der bekannte Architekt Emil Fahrenkamp sich aus einem baufälligen, unansehnlichen Bauernhaus ein modernes Landhaus geschaffen hat. Dr. Leutheußer würdigt „Goethe als Staats- maim und Beamter", indem er seine hohen Verdienste um eine sorgsame Staatsführung gebührend unterstreicht. „Dürer zeichnet den Kaiser" heißt eine Skizze von Alfred Petto, in der er erzählt, wie Dürer als Abgeordneter Rümbergs im Sommer 1518 auf dem Reichstag zu Augsburg Kaiser Maximilian 1. zeichnet. Hebet „Die deutsche Frau in Hebersee" spricht H. Gotland, eine in Afrika lebende Deutsche. Walter Flaig erzählt über seine Erlebnisse bei Bergwanderungen und Bergbesteigungen: „Klettersreuden in Fels und den von der Saalempore zuschauenden 'Damen darbrachte, ferner in gleicher Weise den vielen auswärtigen Turnerschaftem aussprach, die trotz der Rot der Zeit und der Schwere der Opfer den sechsten oberheffifchen Tumerschaftertag besuchten. AlS Ziel der 'Veranstaltung stellte der Sprecher dar dic Befestigung alter Zusammengehörigkeitsbande und die Vertiefung der turnerschaftlichen Gesinnung und des engen Zusammenhai lens aller Tumerschafter. Als Vertreter Sr. Magnifizenz des 'Rektors der Hniversitäl war Geheimerat profeffor Or. Behaghel erschienen, der den Dank der Hnioerfilät für die Einladung und den Gruß der Alma matcr Ludo- viciana zum Ausdruck brach'e, dabei betonend, daß er als Träger des Ehrcnbandes der Gießener Turnerschaft Hassv-Rassovia mit besonderer Freude an dieser Feier teilnehme. Der Redner würdigte sodann die hohe Bedeutung der körperlichen Ertüchtigung unserer akademischen Jugend in der von den Turnerschaften betriebenen Art, die in glücklicher Weise Hand in Hand gehe mit der sittlichen und geistigen 'Vervollkommnung und der Pflege höchster Vaterlandsliebe bei allen Turnerschaftem Er erinnerte sodann kurz an die wechselvolle Geschichte des Turnens an den deutschen Hochschulen, dessen Verdienste um die nationale Erziehung er stark hervorhob. Mit tiefer 'Befriedigung erwähnte er weiter die vollkommene Hingabe der Turnerschaf- ter an die hohe Idee des rastlosen Dienstes für unser Volk, zu dessen Wiederaufstieg aus "Rächt zum Licht der vorbildliche Geist der Turnerschaften, wie bisher, auch künftig in hohem Maße beitragen möchte. Zum Schluß trank der Redner auf das Wohl der vereinigten Turnerschaften, die ihm für seine begeisterten Worte mit herzlichem Beifall denkt en. Die Hauptansprache des Abends hielt der Vorsitzende des VAT. Hessen Lahn. Sitz Gießen, Prof. Dölzing-Gießen. Gr betonte, daß man bei dieser Feier erneut die engste Verbundenheit und das gleiche Streben nach den hohen Zielen des Verbandes bekunden wolle. Sodann brachte er die Grüße und Am Sams.ag war Gießen wieder einmal die Stätte eines stark besuchen Treffens alter und junger Tumerschafter aus Gießen, Marburg. Siegen usw., die sich in der alten hessischen Universitätsstadt an der Lahn zum sechsten oberhessischen Turnerschafter- t a g e vereinigten. Den Auftakt der eindrucksvollen, von starkem Idealismus getragenen Veranstaltung bildete ein Festzug vom Hessen-Rassauer Haus in der Frankfurter Straße zum Arminenyaus in der Rodheimer Straße, der sich am Samstagnachmittag in farbenprächtigem Bilde durch eine Anzahl Straßen der Stadt bewegte. Der Zug, an dessen Spitze man zahlreich.' alte Tumerschafter bemerken konnte fand die rege Aufmerksamkeit der Straßenpassanten, die bei dem günstigen Sommerwetter die Marschstraßen stark belebten. • Rach dieser öffentlichen Kundgebung vereinigten sich die Tumerschafter am Samstagabend in großer Zahl zum Festkommers im Saale des Gesellschaftsvereins. Der Kommers, dem eine Anzahl Ehrengäste beiwohnte^ bot durch die verschiedenen Farben der Turnerschaften ein prächtiges Bild, einheitlich und aus hohe ideale Ziele gestimmt war aber der Geist, der diese frohe Festgemeinschaft erfüllte. Der erste Chargierte der Hasso-Rassvvia Gießen, stud. jur. Höhn entbot als Kommersleiter herzlichen Willkommen» grüß, den er insbesondere den Ehrengästen und besten Wünsche der am Erscheinen verhinderten Herren Provinzialdirektor G r a e f - Dießen und Oberbürgermeister Dr. Keller-Gießen zum Ausdruck. Er wieS hieraus in eindringlichen Worten auf die Schwere der Zeit hin und beklagte die starke Zersplitterung im deutschen Volke Dann sagte der Redner u. a. weiter: Trotzdem werden die Turnerschaften nicht verzagen. großen Vergangenheit des deutschen _____...uh die Kraft zum Ausharren bis meinem besseren, schönercnDeutsch- land in lichter Zukunft geschöpft werden. Aus der Tiefe der deutschen 'Vergangenheit steigen die ernsten Schatten unserer Geschichte auf: ihr Kampf, ihre Freude und ihr Sieg durchziehen unsere Seele! Wir sind an {tiefer Vergangenheit unseres Volkes innerlich beteiligt. Die Tage glanzvoller Macht, die Rot unserer 3eit, wir können sie nicht bewußt empfinden, ohne zu fragen, wie daS wurde. Das Große und Herrliche Japan in der Weltkrise: eine Epoche innerer Sammlung Dgn unserem ^.-Berichterstatter gleichzeitig zwangsweise ein S ch i e d S r e ch t für Lohnstreitigkeiten cingeführt, das unserem deutschen Schlichtungsrecht weitgehend entspricht. Das sind, es ist nicht zu leugnen, außerordentlich revolutionäre Maßnahmen, und es ist daher auch kern Wunder, daß sich f ch a r fe rWider - stand gegen manche der Maß lahmen der Regie- rung, besonders im konservativen Lager, zügte. Aber man Hal. und daS ist für Japan beo:iders charakteristisch, doch zum Teil in den Maßnahmen ein Ven'.il gesehen durch das die Unzufriedenheit der Bevölkerung entweichen würde und rechnete damit, daß die Dinge sich auch für die sog. Konservativen günstig auswirken würden. Der Druck der WirtschaftSnot hat also hier zunächst einmal nicht zu einer Diktatur, sondern im Gegenteil, zu einer weiteren Demokratisierung des Staates geführt, die manche Kenner des Landes noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten hätten. Aber es ist eben wohl fo. daß in kritischen Zeiten zunächst einmal stets eine demokratisch: Welle kommen muß, bevor diese durch eine andere abgeiöst wird. Daß derartige Stimmen sich jetzt schon in Japan regen, ist sehr bemerkenswert. Gegenüber diesen innerpslitischen Problemen treten die außenpolitischen Fragen stark zurück. Japan, das sich zurzeit in einer Art Rückzugsstellung befindet, kann ja auch gar nicht außenpolitisch übertrieben aktiv sein, solange cs | im Innern so große Schwierigkeiten zu üb.rwin- winden hat. In der japanischen Außenpoli.ik spielen daher zur Zeit kaum irgendwelche Fragen eine größere Rolle. Mit Amerika lebt man in Frieden, nachdem man sich entschlossen hat, die Ucber- legenheit der Arnerikgner anzuerkennen, mit den Engländern hält man weiter eine, wenn auch etwas kühle Freundschaft, den Russen steht man nach wie vor mißtrauisch gegenüber, und in China läßt man die Dinge, wenn auch ungern, laufen. Jedenfalls hat der japanische Außenminister Schidehara ausdrücklich in seiner letzten großen Rede, über die Außenpolitik Japans erklärt, daß Japan die Politik der Richteinmischung in China fortzusetzen gedenke, well es sie für die allein richtige halte. Japan dürfte also wohl kaum in der nächsten Zeit zu größeren Aktionen auf dem Gebiete der Außenpolitik schreiten. Es be- gügt sich damit, baä Fortbestehen seiner 3nter- den Krallen vorgenommen. In der Gefangenschaft ergeben sich infolge des ungewohnten Fressens fast meistens irgendwelche Zahnkrankheiten, die die Entfernung der kranken Zähne nötig machen. Das Zahnziehen bei einem Löwen ist alles andere als gemütlich. Oft zerreißt so ein wütendes Tier während der Operation die Stricke, mit denen es gefesselt ist und dann heißt es rasch zur Seite springen und das Tier von neuem fesseln. Ein wildes Tier zeigt nach erfolgter Operation gewöhnlich nicht die geringste Dankbarkeit für den Mann, der es von seinen Schmerzen befreite. Krallenverwach'ungen ergeben sich bei gefangenen Tieren deshalb so oft, weil die Tiere wenig Gelegenheit haben, die Krallen wie in der Freiheit fortwährend abzufchleifen. Es kommt freilich vor. dah in diesem Falle die Tiere selbst den Arzt spielen und die Operation mit ihren eigenen Zähnen vornehmen. Man muh in diesen Fällen achtgeben, dah sich keine Blutvergiftungen bilden. Erzbischof Nathan Söderblom, der Führer der Stockholmer Kirchenkonferenz, Träger des Friedensnobel. Preises von 1930, starb in Upsala im Alter von 65 Jahren. daß die großen Führerpersönlichkeiten da sind, die unser Volk in die Höhe führen können. In schwerer Zeit hat diese Führerpersönlichkeit das Wort gesprochen: „Was will man uns mit Rezepten. Ich kenne nur ein Vaterland, und das heißt Deutschland!" Freiherr vom Stein, der wußte, um was es ging. Wenn wir uns heute der Aufgaben bewußt werden wollen, die uns obliegen, dann müssen wir uns fragen, ob es nicht auch in der Vergangenheit Zeiten gegeben hat, die uns lehrhaft sein können. Lind wir können dabei erfernten: in der Gesamtheit unseres Volkes steckt eine Kraft des Geistes, die uns den Sieg verleiht. Die Geisteskraft der Deutschen besteht in der Verinnerlichung und Vertiefung. Deutsches Gemüt und deutscher Geist bezwecken die Vertiefung in den Gegenstand, deutscheTreueist das leuchtende Kennzeichen deutschen Wesens, vom Gemüt empfängt sie ihre Weihe und besondere Wärme. Diese Tiefe des Gemüts macht uns kein Volk der Erde nach, ober auch die Kraft des Geistes ist es, die unser Volk wieder mit emporbringen muh. Wir Turnerschafter, die wir den Mut stählen, die wir uns körperlich ertüchtigen, haben die Verantwortung vor der Zukunft unseres Volkes, mit allen Kräften des Gentütes und Geistes einzutreten für das, was den Gründern unseres Verbandes vorgeschweüt hat bei der Gründung des VC. Lins sollen die alten Ideale bewegen! Wehe dem Volke, das versinkt in Mammonismus und Materialismusl Rur das Volk hat noch eine Zukunft, dis an Idealeglaubt, die triumphieren über Mammonismus und Materialismus. Deutschlands Akademiker sind besonders berufen, in schwerer Zeit zum Wohle des Vaterlandes mitzuschaffen. Ihr Iungen, stellt euch hin an die Arbeit, tut eure Pflicht! Dieser Tag soll ein Tag der Besinnung sein. Wir wollen nicht äußeres Gepränge an den Tag legen. Wir wollen die Geschlossenheit unseres Tatwillens beweisen, die Geschlossenheit, mit allen Kräften für unsere Ziele weiter zu arbeiten. Dieste Stunde sei uns ein Gelöbnis in dem Bewußtsein: hier sind deutsche Akademiker zusammen. die ihre Pflicht kennen für die deutsche Zukunft. Auf unser deutsches Vaterland, unsere deutschen Turnerschaften und die deutsche Hochschule reiben wir einen kräftigen Salamander! Anschließend wurde gemeinsam der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Langanhaltender stürmischer Beifall dankte dem Redner für seine eindringlichen Worte. Oer weitere Verlauf des Abends brachte vor allem noch eine Ansprache des Studentenhistorikers Deutschlands, Prof. Dr. Sabri» cius (Marburg), der als Mann mit 107 Semestern daran erinnerte, daß er schon als junger Aktiver in dem Saale dieses Festes mitgefeiert habe, und der dann einige interessante Erinnerungen aus der Geschichte der Turnerschaften mitteilte, für die er am Schlüsse herzliche Wünsche aussprach. Rach einigen weiteren kurzen Ansprachen mit besten Wünschen für die Turnerschaften folgte der Auszug der Chargen und damit der Abschluß des offiziellen Teiles. Anschließend blieb die Festkorona bei den Klängen der Kapelle Topp, gehaltvollem und frohem Liedgesang, mancher launigen, aber auch tiefer schürfenden Ansprache und Llnterhaltung von Mensch zu Mensch noch einige Stunden beisammen. Der Verlauf der Veranstaltung hat die große Mühe der Vorbereitung reich belohnt, denn mit aufrichtiger Genugtuung können die Teilnehmer auf diese schlichte und doch gehaltvolle Tagung zurückblicken. Oie Arbeitslosigkeit in Oberheffen. Das Arbeitsamt Gießen über die Lage im Zuni. Aus den einzelnen Derufsgruppen in Ober- Hessen ist über die Arbeitsmarktlage wie folgt zu berichten: Land- und Aorslwlrlschaft. Die Belebung des landwirtschaftlichen Arbeitsmarktes ist gegenüber des Vormonats gestiegen. Eine größere Anzahl von Aushilfen speziell für die Heuernte, teils aber auch noch für die Pflege der Hackfruchtfelder wurde angefordert. Das Angebot von Arbeitskräften aus dem Durchgangsverkehr war zeitweise groß. Machte die Bereitstellung männlicher Arbeitskräfte im allgemeinen keine Schwierigkeiten, so waren sie um so größer bezüglich landwirtschaftlicher Dienstmädchen. In der Forstwirtschaft zeigte sich infolge eines Windbruches eine Belebung auf dem Arbeitsmarkt. Zur Beseitigung der entstandenen Schäden konnten 50 Arbeitskräfte für die Dauer von etwa zwei Monaten untergebracht werden. Die Gärtnereien zeigten sich ebenfalls aufnahmefähig. Die Zahl der arbeitsuchenden Gärtner ging zurück. Verfügbar waren am Ende des Monats in der Berufsgruppe Land- und Forstwirtschaft 213 Arbeitsuchende gegenüber 296 des Vormonats und 194 des Vorjahres. Hierbei sei noch bemerkt, daß ein großer Teil Arbeitsuchender aus anderen Derufsgruppen in der Landwirtschaft untergebracht werden konnte. Bergbau. Die Lage des oberhessischen Bergbaues hat eine weitere Verschlechterung erfahren. Eine Grube hat wegen Arbeitsmangel ungefähr 80 Bergleute entlassen. Die Arbeitsuchendenzahl beträgt 334 gegenüber 295 des Vormonats und 179 des Vorjahres. Industrie der Steine und Erden. Die im Vormonat begonnene Besserung der Arbeitsmarktlage in der Basaltindustrie hat auch im Derichtsmonat angehalten. Die Steinbrüche am nördlichen und westlichen Abhang des Vogelsberges haben ihre Belegschaften weiter vermehren können. Auch die Ziegeleien am Rande der Wetterau stellten erneut Leute ein. Die Beschäftigungslage in der Industrie der Steine und Erden hat ihren vorjährigen Stand erreicht. Ob mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in dieser Derufs- gimppe zu rechnen sein wird, ist vorerst noch in Frage gestellt. Dem Arbeitsmarkt standen 826 Stein- und Ziegeleiarbeiter zur Verfügung gegenüber 998 des Vormonats und 821 des Vorjahres. Metallindustrie. In der Metallindustrie hat die Arbeitsmarktlage eine leichte Belebung erfaßten, die hauptsächlich auf kurzfristige Beschäftigungen von Dau Handwerkern und verschiedenen Großbetrieben zurückzuführen ist. Während eine oberhessische Metallfabrik zur Zeit voll beschäftigt ist, klagen die übrigen Industrien über Arbeitsmangel und arbeiten zum großen Teil verkürzt. Die Zahl der Arbeitsuchenden beträgt 1821 gegenüber 2077 des Vormonats und 1033 des Vorjahres. Holz- und Schnihstoffgewerbe. Während die Lage im Holzgewerbe sich im Vormonat nur schwach gebessert hat, war ein weiteres Aufleben in diesem Monat zu verzeichnen. Verschiedene Sägewerke haben wegen Eingang von kurzfristigen Aufträgen Holzarbeiter zurückgerufen. Die Zahl der Arbeitsuchenden beläuft sich auf 592 gegenüber 688 des Vormonats und 393 des Vorjahres. Rahnings- und Genußmittelgewerbe. Die Tobakindustrie war mich im Monat Iusti aufnahmefähig. Während der Beschäftigungsgrad bei den größeren Firmen weiterhin gestiegen ist, herrschte bei den kleineren Betrieben eine uneinheitliche Entwickelung. Die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen- den Arbeitsuchenden des Tabakgewerbes sind hauptsächlich ältere Personen, die früher mit Heimarbeit beschäftigt wurden. Es ist vorab nicht damit zu rechnen, daß diese Personen in den Arbeitsprozeß eingeordnet werden. — In den anderen Berufen des Rahrungs- und Genußmit- telgewerbes ist keine Dessepßng der Lage zu verzeichnen. Die Brauereien klagen über schlechten G e s ch ä f t s g a ng. Verfügbar waren 352 Personen gegenüber 548 des Vormonats und 161 des Vorjahres. Bekleidungsgewerbe. Die Arbeitsmarktlage neigt zur weiteren Verschlechterung. Verschiedentlich sind Zugänge von Schneider und Schneiderinnen zu verzeichnen, die wegen Saisonschluh entlassen worden sind. In der Schuhindustrie wird nach wie vor über Arbeitsmangel geklagt. Während ein Betrieb seine Belegschaft entlassen hat, arbeiten die übrigen Betriebe verkürzt. Die Konfektionsbetriebe sind z. T. gut beschäftigt. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug 239 gegenüber 249 des Vormonats und 167 des Vorjahres. Baugewerbe. Die Marktlage im Baugewerbe ist uneinheitlich Der Umfang der Bautätigkeit ist gegenüber der Erwartung und auch gegen denen des Vorjahres weit zurückgegangen. In der letzten Hälfte des Monats überwog der Zugang an Arbeitsuchenden den Abgang. Da die wenigen Reubauten in allernächster Zeit auch schon beendet sein dürften, ist mit einer Entlastung des Arbeitsmarktes von feiten des Baumarktes kaum mehr zu rechnen. Die Arbeitsuchendenzahl beträgt 1711 gegenüber 1751 des Vormonats und 1080 des Vorjahres. ©aff- und Schankwirfschasfsgewerbe. Die allgemeine schlechte Wirtschaftslage wirkt sich auf dieses Gewerbe besonders stark aus. Die Frequenz der v b e r he s s i s ch en Bäder ist wesentlich geringer als im vergangenen Jahre, namentlich das deutsche Publikum fehlt. Auch Me übrigen Hotels unV Gastwirtschaften flogen über schlechten Geschäftsgang. Ger Reiseverkehr liegt sehr darnieder. Auch die Vermittlungstätigkeit hat nachgelalsen. Verfügbar waren 67 Fachkräfte gegenüber 45 deS Vormonats und 33 des Vorjahres. verkehrsgewerbe. Die Lage des Verkehrsgewerbes hat noch keine wesentliche Besserung erfahren, da namentlich die Reichsbahn die geplanten Einstellungen von Zeitkräften noch nicht zur Durchführung gebracht hat. Wir zählten 437 Arbeitsuchende gegenüber 461 des Vormonats und 200 des Vorjahres. häusliche Dienste. Die Rachfrage nach Hausangestellten hat sich tn der Derichtszeit weiter gebessert. Es konnten 81 Personen vermittelt werden. Daß am Ende der Berichtszeit 161 weibliche Hausangestellte gegenüber 182 des Vormonats und 30 des Vorjahre« verfügbar waren, zeigt deutlich, wie sehr sich die Wirtschaftslage im Laufe des vergangenen Iah- res verschlechtert hat. Lohnarbeit wechselnder Art. Die Arbeitsmöglichkeiten für die Angehörigen dieser Derufsgruppe sind besonders schlecht, zumal die Bauhilfsarbeiter nur in sehr geringem Maße Arbeit finden können. Lediglich die'Aufnahme- fähigkeit der Landwirtschaft und der Industrie der Steine und Erden ermöglichte Arbeitsuchenden dieser Berufsgruppe Arbeit zu finben. Di« Zahl der Arbeitsuchenden betrug 1976 gegenüber 2111 des Vormonats und 1378 des Vorjahres. Angeslelllenberufe. Auf dem Stellenmarkt für Angestellte war eine Aenderung von Bedeutung nicht zu verzeichnen. Verfügbar waren 841 Stellensuchende gegenüber 875 des Vormonats und 519 des Vorjahres. , j Berufsberatung. Die Abteilung Berufsberatung hatte im Monat Iuni 1931 89 Deratungsfälle und zwar 68 für männliche und 21 für weibliche Ratsuchende zu verzeichnen: davon waren 65 Ratsuchende (49 männliche und 16 weibliche) zu wiederholter Beratung erschienen. Unter den 24 Besuchern (19 männlichen und 5 weiblichen), die die Berufsberatung zum ersten Male in Anspruch nahmen, waren 13 Dolksschüler und 2 Volksschülerinnen: 6 männliche und 3 weibliche Besucher kamen aus höheren Lehranstalten. — 13 ältere Ratsuchende, die die Schule bereits fett mehreren Iahren verlassen hatten, wollten wegen einer für sie möglichen beruflichen Weiterbildung oder Deirnfsumschulung Rat Professor Friedrich Gundolf, der Heidelberger Literarhistoriker, der erste Träger des Lessingpreises, starb 51jährig an den Folgen einer Gallenoperation. Eva am Strand Vornan von Hermann Weick. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. .Warum blicken Sie so finster, Herr Leupold?" fragte Hanna Moest nach einer Weile. Er zuckte mit den Schultern und wies auf das Porträt. „Ich bin mit dem Bild nicht zufrieden!" „Weshalb auf einmal?“ „Sie sind gar nicht die, die ich gemalt habe! Wenn ich das Porträt nochmals zif machen hätte, würde ich Sie anders malen!“ „Anders?" „Richt mehr so ernst, so tragisch!“ Er trat etwas von der Staffelei zurück und betrachtete Hanna Moest mit einem langen Blick. „Sie haben sich in den letzten Tagen sehr verändert, gnädige Frau!“ Hannas Wangen röteten sich. „Finden Sie?" Er tat die Gegenfrage: „Wissen Sie das nicht selbst am besten?" Ihre Züge sind heute die eines frohen, glücklichen Menschen!“ In Hannas Augen kam ein verräterisches Aufleuchten. Es schien, als wolle sie etwas sagen: Leupold wartete unbewußt auf ein Wort der Erklärung ... aber Hanna schwieg. 3n einer Stille, die etwas Beklemmendes hatte, ging eine Stunde dahin. Hanna Moest, die schon einige Male auf die LIhr gesehen hatte, sagte unvermittelt: „In einer Viertelstunde muh ich gehen.“ „Haben Sie es heute so eilig?“ erwiderte Leu- pvld schroff, ohne von seiner Arbeit aufzusehen. „Ich bekomme Besuch. Mit dem Abendschiff trifft ein Bekannter von mir hier ein." Ein rasender Schmerz durchfuhr Iörg Leupold. Seine Finger krallten sich in das Holz des Pinsels, den er in der Hand hielt. Run hatte er des Rätsels Lösung! Run wußte- er, was Hanna Moest so verwandelt hatte! „Dann will ich Sie nicht länger aufhaltenk', sagte er mit einer Stimme, die von weit her zu kommen schien. „Wollen Sie das Bild heute nicht fertig machen?" „©o schnell geht das nicht..." Hanna Moest stand auf und trat an Leupolds Seite. -3d) weih nicht, ob ich Ihnen in den nächsten Tagen werde sitzen können", sprach sie mit leichter Verlegenheit. Ein wehes Lächeln irrte sekundenschnell über Leopolds Züge. , »Ich brauche Sie nicht mehr zu bemühen, gnädige Frau", erwiderte er förmlich. „Die wenigen Pinselstriche, die noch fehlen, kann ich allein machen." Wie zwei Fremde, durch Welten voneinander getrennt, schritten sie heimwärts. Einige Male begann Hanna Moest zu sprechen: aber Leupold gab nur einsilbig Antwort Dor dem Hotel trennten sie sich. »Ich danke Ihnen, daß Sie die Güte hatten, mir zu dem Bild zu sitzen, gnädige Sraur »I ch habe zu danken, Herr Leupold! Es waren genußreiche Stunden für mich!" „Geben Sie wohl, gnädige Frau!" Llnklare Besonnenheit stieg in Hanna Moest auf; um sich von ihr zu befreien, fd>hig sie einen leichten Ton an. „Warum so feierlich, Herr Leupold? Ich denke, wir sehen und sprechen uns noch öfter!“ „Ich werde mich freuen..antwortete Leupold mit einem Lächeln, das seltsam starr in seinem Gesicht stand. Hanna Moest gewahrte den schmerzverzerrten Ausdruck in seinen Zügen. Was in den letzten Tagen der erwartungsvollen Freude ganz für sie versunken war: das Ahnen um die stille, schweigende Zuneigung Leopolds zu ihr wurde ihr in diesem Augenblick zur Gewißheit. Sie begriff, was diese Stunde des Abschieds für ihn bedeutete. Eine mitleidige Regung erfaßte sie. Sie hätte Leupold gerne ein tröstendes Wort gesagt: Da aber rauschte wieder der Gedanke: noch heute, in einer Stunde, Stefan Helbing wiederzu» sehen, fturmesgleich über sie hin und ließ sie alles andere vergessen. Rach kurzem Abschiedswort betrat sie das Hotel. Leupold ging wieder hinweg. Ziellos wanderte er durch den Ort, getrieben von der Qual, die in ihm tobte. Er kam wieder in die Dünen, er hastete weiter und weiter, als könne er so seinen Schmerzen entfliehen. Wie eine Flamme lohte seine Liebe zu Hanna Moest in ihm. Bis zu dieser Stunde, in der er sie verlor, hatte er nicht gewußt, wie so ganz fein Denken und Fühlen mit ihr verwachsen war. Etwas Reues, Llnbegreiflich-Schönes war mit dieser Frau in fein Leben gekommen, das bis dahin einsam gewesen war und nur die Arbeit gekannt hatte. Run war dieses Schone, Beglückende mit ihr dahingegangen... für immer dahingegangen ... Ratlos sah Leupold umher, als müsse ihm von irgendwoher Rettung aus feiner Rot kommen. Er stand an der südlichen Küste der Insel. Vor ihm lag in eintöniger Ruhe das Wattenmeer. Plötzlich gab es ihm einen Schlag. Ein Dampfer näherte sich der Landungsstelle. Am Ufer befanden sich zahlreiche Menschen. Mit wehen Blicken sah Leupold hinab. Dort unten stand auch Hanna; vielleicht fiebernd vor Erwartung, mit all ihren Gedanken bei dem Manne, den das Schiff nun zu ihr brachte... Haß gegen diesen Mann sprang in Leupold auf. Warum kam er gerade jetzt, um ihm die Frau zu nehmen, die er liebte? Lange irrte Leopold an diesem Abend draußen umher . Als er, mit großer Verspätung, ins Hotel Mrückkehrte und den Speisesaal betrat, hatten die meisten Gäste bereits die Abendmahlzeit hinter sich. Aber Hanna Moest sah noch an ihrem Tisch; ein Herr befand sich in ihrer Gesellschaft. Leopold berührte kaom die Speisen; der Hals war chm wie zugeschnürt. Er zwang sich, nicht zo Hanna Moest hinüber- zublicken. Er wollte sie nicht sehen, sie nicht grüßen. Was hatte er noch mit ihr zo schassen? Mochte sie mit dem anderen glücklich werden! Rach einer Weile irrten seine Blicke doch zu dem Tisch der beiden hin. Mit einer bohrenden Reugier, die er sich selbst nicht eingestand, betrachtete er den fremden Herrn. Er mochte Mitte der dreißiger Iahre sein und hoch: ein scharf geschnittenes, energisches Gesicht von offenem, sympathischem Ausdruck. In feinen Gebärden, der Art des Sprechens, hatte er etwas Weltgewandtes, Lieberlegenes. In kaum verhüllter Hingabe hingen Hanna Moests Blicke an dem Antlitz des Fremden. Ihr ganzes Wesen strahlte jubelnde Freude aus. So hatte Leupold sie noch nie gesehen, mit diesen leuchtende« Mienen, diesen glückstrahlenden Augen. Leopold ertrag plötzlich den Anblick der beiden nicht mehr. Wie in einer Flocht verließ er dem. Speisesaal. • 3st es nicht nur ein Wahn? dachte Hanna Moest und konnte es noch immer nicht fassen, daß sie an Stefan Helbings Seite saß. Gleich einer Verdursteten trank sie die Worte in sich ein, mit denen er ihr von den Iahren seiner Arbeit in Brasilien erzählte. Wie hatte sie sich nach dem Klange dieser Stimme gesehnt, in Wachen und Träumen war sie immer wieder in ißt aufgeklungen.und hatte die Sehnsucht nach l&eSn fernen Geliebten nicht zur Ruhe kommen lassen. „Als so lange keine Rachricht mehr von dio kam, fürchtete ich schon, du hättest mich vergessen", sagte sie leise. „Ich dich vergessen, Hanna!... Wir waren aber monatelang tief im Innern des Landes; die, Dahn, die wir bauten, ging auf lange Strecken durch den Llrwald. Eine geregelte Postverbindung bestand da natürlich nicht. Dazu kam die viele schwere Arbeit, die Strapazen, die oft über Mensch enkräfte gingen. Die heiße, sumpfige Luft zehrte so an den Kräften, dah man abends wie tot um» sank. Wer dachte da an Schreiben? Heute weiß ich selbst nicht mehr, wie die Monate und Iahre drüben vorbeigegangen sind: manchmal zweifelte ich daran, aus dieser Wildnis, wo auf Schritt und Tritt Gefahren lauerten, mit heiler Haut herauszukommen. Ich habe es aber dann doch geschafft!" Mit brennenden Augen sah sie Helbing an. Reim Dunkel, das auf dem Balkon, wo sie sahen, herrschte, tonnte sie seine Züge nur unklar unterscheiden. Ihre Hand tastete sich zu ihm hin, strich ihm über die hohe Stirne, die dichten Haare. , „Run bist du zu mir gekommen", sprach fit innig. Er zog sie an sich. Sie erschauerte unter seinen Küssen. Alles Leid der vergangenen Iahre war in ihr ausgeloscht durch das Erlebnis dieser Stunde. IX. Paul Bertram streckte den Kopf zur Tür herein. „Kommst du mit, Iörg?“ Leupold lag auf dem Diwan, das Gesicht der Wand zugekehrt. „Olein I“ „Warum nicht?" „Ich habe keine Lust!" Bertram trat ins Zimmer und machte die Ture hinter sich zu. „Du könntest dich wenigstens umdrehen, wenn ich mit dir sprecheI" Leupold wandte sich langsam um; in feinen) Zügen war der Ausdruck einer nur mühsam verhüllten Verstörtheit. „Wenn mein Benehmen dir nicht paßt, kannst du ja wieder gehen!“ Bertram zog einen Sessel heran und setzte sich dem Maler gegenüber. Er zündete sich eine Zigarette an und rauchte schweigend, während er hin und wieder einen forschenden Blick auf feinen Freund richtete. „Dich hat es ja natürlich umgeworfenI" sagte er plötzlich. Mit einem Ruck richtete Leupold sich auf. „Was willst du damit sagen?" „Die Sache mit Frau Moest hat dich aus dem Gleichgewicht gebracht, Iörg!" „Welche Sache?" Bertram zerdrückte die Zigarette in der Aschenschale. „Ron lasse einmal dos Versteckspiel, Iörg! Das ist doch zwischen uns beiden überflüssig!... So etwas kann jedem einmal passieren; ich war schon mehr als einmal in ähnlicher Gage... Dah Frau: Woest sich plötzlich nur noch mit diesem Herrn Helbing der anscheinend ihretwegen hierher gekommen ist, abgibt und dich vernachlässigt, ist zwar mcht sehr freundlich von ihr; deswegen brauchst du aber den Kopf nicht derart hängen zu lassen!" Leupold lachte höhnisch auf. (Fortsetzung folgt.) tor- und Sportklub, bewegte sich darauf durch die Straßen, lieber 40 Feuerwehren waren erschienen, darunter zahlreiche Kapellen. Tos Dorf trug reichen Flaggenschmuck. Auf dem Festplatz hielt Kommandant Schäfer die Festansprache, im Auftrag der Gemeinde begrüßte Bürgermeister Rvmpf die Festteilnehmer. Fräulein Rühl trug ein Festgedicht vor. Alle Darbietungen sanden reichen Beifall. Bald herrschte ein reges Treiben auf dem Festplatz. Die Feuerwehrkapellen sorgten für die nötige Unterhaltung. Am Montag wurde sodann im Anschluß an das Stiftungsfest die Lang-Gönser Kirmes gefeiert. Landkreis Gießen. k Lollar, 13. 3uli. Vorigen Donnerstag veranstaltete der hiesige Gewerbeverein im Gasthaus „Zur Traube" eine auherordentluch stark besuchte Werbeversammlung. Aach einleitenden Worten des Vorsitzenden, Zimmermeifter Schelm, hielt Syndikus Aöhr von der Hand- werkskammer-Aebenstelle in Gießen einen Vortrog über „Ursachen. Verlaus und Auswirkung der Wirtschaftskrise", sowie die derzeitige Lage des Handwerks. Der Geschäftsführer der Beratungsstelle des Dezirksverbands der Gewerbe- Vereine, H. Kirchner, Gießen, sprach über „Die Abgabe der Vermögenssteuererklärungen und ihre Bedeutung". Zum Schluß referierte Syndikus Aöhr noch über „Die Notwendigkeit der Organisation des Handwerks". Die Vorträge I gaben Anlaß zu ' einer regen Aussprache Als * Erfolg der Veranstaltung konnte der Verein eine Anzahl Neuaufnahmen verzeichnen. A Allendorf o. d. Lda., 13. Juli. Der hiesige Kleinkaliberschützen-Derein veranstaltete ein Preisschieben, an dem sich zahlreiche auswärtige, dem Landesverband angehörige Vereine beteiligten. Die ausgesetzten Preise waren sehr wertvoll, und so entspcmn sich ein harter Kampf um den Sieg. Der Wettbewerb zeitigte folgende Ergebnisse: 1. Sieger: Formhals. Allendorf, 36 Ringe; 2. Förster. Allendors, 36 Ringe: 3. Olemotz, Kesfelbach. 35 Ringe: 4. Cofernen*, Climbach, 35 Ringe: 5. Haas, Steinbach, 35 Ringe. — Zum Ausgleich des Gemeindevoranschlags mutzte der Gemeinderat die Erhebung der Bier - und Bür- gerfteuer beschließen. — Da unsere bereit» über 200 Jahre alte Kirchenorgel in letzter Zeit vollständig den Dienst versagte, beschlossen der Gemeinderat uni) der Kirchenvorstand die Anschaffung einer neuen Orgel. Mit der Lieferung wurde die Firma Förster & Nikolaus (Lich- betraut Die Dauarbeiten sollen so gefördert werden, daß die Orgel bereits im Herbst ihrer Bestimmung übergeben werden kann. 0 Grünberg, 13. Juli. An der Haupt- verkehrsstrotze nach Gießen wurden vor kurzem die bekannten gelben Schilder mit der Fahrtrichtung für den Autoverkehr angebracht Wenige Tage danach schon waren die Schilder sämtlich so stark beschädigt, dcch vielfach die Ortsnamen nicht mehr zu lesen waren. rSrl Professor Ludwig Gurlitt, her hervorragende Bahnbrecher der modernen Pädagogik, starb 76jöhrig in Freudenstadt. und Auskunft erb alten. Gs mehren s i ch die Fälle, in denen junge Arbeitslose einen Berufswechsel erstreben, in der Hoffnung, datz ihnen der neue Beruf bessere Anstellungsmöalichkeiten bietet. Die^ männlichen Ratsuchenden äußerten 20, die weiblichen 9 verschiedene Berufswünsche. 10 Knaben konnten in Lehrstellen untergebracht werden, dagegen kamen 11 neue Lehrstellen zur Anmeldung. Manche Arbeitgeber, die bisher in der Anmeldung der offenen Lehrstellen zurückhaltend waren, wollen nun doch Lehrpersonal einstellen. Allerdings stehen für manche Berufe Lehrstellenanwärter, die wirklich geeignet erscheinen, nicht mehr zur Verfügung. Die Außenbezirkssprechstunden wurden im vergangenen Monat insgesamt 54mal besucht. Oberheffen. Drei Autodiebe verhaftet. A Lauterbach, 13. Juli. Heute morgen gegen 5 Uhr wurde der hiesige Tankstellenbesitzer Metzgermeister Rühl geweckt. An der Zapfstelle hielt ein Personenwagen, dem anscheinend der Betrieb» st off ausgegangen war. AIS dem Mangel abgeholsen war, bat der Führer des Wagens. eine Quittung darüber aus- zustellen, um bei feiner Firma einen Nachweis au haben. Mittlerweile hatte der schlaue Bursche schon den Motor anspringen lassen, da» wurde ihm und seinem Kumpan zum Verhängnis. Mißtrauisch geworden, verlangte der Tankstellenbesitzer erst daS Geld, und schon setzte sich der Wagen in Bewegung. Die beiden Betrüger hatten aber nicht mit der Geistesgegenwart des Tan k ste llen des i h e r s gerechnet: einige Sprünge dem davonfahrenden Auto nach, sich aus daS Trittbrett schwingen und den Schlüssel zum Anlasser herauS- reißen, war daS Werk einiger Sekunden. Der Wag eg stand. Die beiden Betrüger nahmen Reißaus in Richtung Dlihenrod. Der umsichtige Ta nk stellend es cher benachrichtigte sofort, nachdem er den Wagen sichergestellt hatte, den in der Nähe wohnenden Autvbesitzer Schlossermeister Dietz. und im Verein mit der inzwischen alarmierten Polizei wurde die Verfolgung auf genommen. Oberhalb des Dorfes Dlitzenrod, nahe dem Schloß Eisenbach, wurde das Paar gestellt, nach kurzem Widerstand fest- aenommen und in daS Gefängnis nach Lauterbach transportiert. Beim Kreuzverhör stellte sich heraus, daß sie nicht nur Benzin umsonst tanken wollten, sondern daß auch der Wagen, der daS polizeiliche Erkennungszeichen 111—25510 führt, gestohlen war. An dem Diebstahl war noch ein dritter Kumpan beteiligt, nach dem zur Zeit noch gefahndet wird. Inzwischen hat sich weiter herausgestellt, daß die drei versucht hatten, schon vorher eine andere Tankstelle aufzubrechen. Bei den Autodieben handelt es sich um den 22jShriHen Hilfsmonteur Johannes Z a u l r i n g aus Leipzig, den 20jährigen Schneider Wilhelm Damm aus Döhlau bei Halle und um den 22jährigen Hausburschen Hans Paul K u g u st auS Leipzig, der nunmehr bei Grebenhain ebenfalls fest genommen werden konnte. 50. Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr LangGönS — Lang-Göns, 13. Juli. Dom 11. bis 13. Juli feierte die Lang-Gönfer Freiwillige Feuerwehr ihr 5 0. Stiftungsfest. Am 11. Juli wurde die Feier durch einen Fackel- A u g eingeleitet. In der Turnhalle fand ein Fest- ko m m e r s statt. lllach Musikstücken, ausgeführt von der Kapelle der Butzbacher Freiw. Feuerwehr, einem Vorspruch vorgetragen von Fräulein Heidt, und einem lebenden Bilde, das die Tätigkeit der Feuerwehr darstellte, folgte eine Ansprache des Kommandanten K. K. S ch ä f e r. Er begrüßte die Gäste, darunter besonders den Pro- vinzialvorsihenden der oberhesiischen Feuerwehren, Braubach (Gießen), ebenso den Vorsitzenden deS Kreisverbandes Wenzel (Gießen), den Feuerwehrinspektvr liefere (Gießen), sowie die Kommandanten befreundeter Wehren. Gr ging dann in kurzen Zügen auf die Gründung der Lang-Gönser Freiwilligen Feuerwehr ein. Nach einem Brande im Jahre 1881 wurde im Beisein von Gießener und Heuchelheimer Feuerwehrmännern die hiesige^Dehr gegründet. Der erste Kommandant, Kiefer, lebt noch und ist zur Zeit der älteste Ginw-ohner von Laiig-Göns. Von den Heuchelheimer Freunden, die mithalfen, vor fünfzig Jahren die Wehr ins Leben zu rufen, war Herr Philipp Germer III. am Festabend zugegen. In einer weiteren Ansprache gab der Ortsgeist- liebe, Pfarrer Wahl, einen Rückblick über die Brände in Lang-Göns, seit etwa 400 Jahren, soweit man sie aus den Kirchenakten feststellen konnte, darunter in anschaulichen Bildern die Brände, die zweimal den Kirchturm zerstörten. Es folgten sodann turnerische Vorführungen der Frauenriege des Tv. Lang-Göns und Schauturnen der Turner am Reck, sowie Gesangsvorträge der Vereine .Germania" und.Frohsinn". Begrü- tzungsansprachen hielten Feuerwehrinspätvr D i ck o r e , der die Grüße des Kreisamtes überbrachte, ferner die Herren Draub ach (Gießen), Schütz (Butzbach). G v r r (Heuchelheim), der der hiesigen Wehr einen Fahnennagel überreichte: den Gruß und Glückwunsch der Gemeinde überbrachte Rationales (Sportfest der Spielvereinigung 1900. Ein grobe# sportliches Ereignis Auf dem Sportplatz an der LiebigShöhe wird auch in diesem Jahre wieder das Nationale Sportfest der Spielvereinigung 1900 zur Durchführung gelangen Gs ist dies das 10 derartige Sportfest, das der Verein veranstaltet und hierzu nach Möglichkeit Spitzenkönner der Leichtathletik verpflichten wird. Die Frant'urier Großvereine haben schon ihre Meldungen abgegeben. Außerdem tft der Start de» schnellsten 1500-Meter-Mannes des bekannten H o b u s (Hannover 78) bereit» sicher. Der Inhaber des deutschen Rekord» über 7500 Meter, Dieckm ann, ebenfalls von Hannover76, wird ebenfalls bestimmt am Start erscheinen. Zur Zeit werden noch Verhandlungen gepflogen mit dem vorjährigen Weltmeister der akademischen Olympiade im Speerwerfen, dem Finnen Buffi, der, wenn er in Gießen startet, auch für Hannover 78 in den Wettbewerb treten wird. Mir kommen auf die Veranstaltung noch zurück. Oie Leichtathletik'Meisterschaften der Landesverbände. Weistdeutsche Leichtathletikmeisters«hasten. lieber die am Sonntag auf der Hessenkamps- bahn zu Kassel auggetragenen Westdeutschen Leichtathlet ikmeisterschasten berichteten wir bereit» in kurzen Zügen Die Wettkämpfe brachten im einzelnen folgende Ergebnisse: Erster Tag. 1 0000 Meter: 1. Kilp-Düsseldorf 99 32:34,8 Min.: 2. Obelode-Wissen 33:07,4 Mim: 3. See- gers-Gschweiler 33:22,8 Min. Kugelstoßen. 1. Werring-Gronau 13,42 Meter: 2. Kilo-Wetzlar 12,85 Meter: 3. Lemperle-Köln-Marienburg 12,83 Meter. Hammerwerfen: 1. Grimm- Paderborn 42,02 Meter: 2. Gary-Marburg 37,74 Meter: 3. Goitsch-Duisburg 36,85 Meter. Hochsprung: 1. Busch-Viktoria Köln 1,80 Meter: 2. Kraah-Hessen-Pveußen Kassel 1,75 Meter: 3. Glsing-Kölner DC. 1,75 Meter (durch Stechen entschieden). Zweiter Tag. 2 0 0 Meter: 1. Jonath-Dochum 21.4 Sek. 2. Hendrix-Aachen 22 Sek. 3. Schaurich-Kassel (Hessen-Preußen) 22.4 Sek. — 100 Meter: 1. Jonatb-Dochum 10.5 Sek. 2. Hendrik-Aachen 10.8 Sek. 3. Kremer-Köln 11 Sek. - 400 Me- ter: 1. Nöller-Köln 48.8 Sek. 2. Bergmann- Duisburg 49 Sek. 3. Höckc-Köln 49,2 Sek. — 8 00 Meter: 1. Lesebre-Düsseldorf 1:56.4 Min. 2. Cornelius-Bochum 1:57 CZRin. 3. Lagowsii- Hörde 1: 57.7 Min. — 1500 Meter: 1. Schaumburg-Oberhausen 3:58.8 Min. 2. Dreesen-Düsseldorf 99 4:07 Min. 3. Gerull-Duisburg 4:10.3 Min. — 5 0 0 0 Meter: 1. Kilp-Düsseldorf 15:31.5 Min. 2. Obelode-Wisfen 15:58,4 Min. 3. Gerhardt-Gießen (19 00) 16:08,4 Min. 4. Schaaf-Gießen (19 0 0) 16:08,6 Min. — 110 Meter Hürden: 1. Pollmann-Duisburg 15,7 Sek. 2. Stöckmann-Du isburg (99) 15,8 Sek. 3. Sobottka-Kasfel (Hessen-Preußen) 16.6 Sek. — Weitsprung: 1. Mölle-Köln 7.29 Meter. 2. Kring-Duisourg 7,04 Meter. 3. Lehmann- Büderich 6,81 Meter. — Speerwerfen: 1. Metzdvrf-Dortmund 59 Meter. 2. Vögelin- Münster 56.73 Meter. 3. Klanna-Bochum 52.80 Meter. — Stabhochsprung: 1. Born-Bochum 3,60 Meter. 2. Dünkel-Dortmund 3,50 Meter. 3. Zwhtza-Bochum 3,40 Meter. — Diskuswerfen: 1. Hoffmeister-Münster 41,02 Meter. 2. Kilo-Wehlar 40,53 Meter. 3. Goitsch- DuiSburg 39.64 Meter. — 400 Meter Hür - Öen: 1. Kürten-Düsseldvrf 56,2 Sek. 2. Reutter- Krefeld Handbreite zurück. 3. Gsier-Büderich 56,3 Sek. — Zehnkampf: 1. Lempetle-Köln 6915,52 Punkte. 2. Geis-Bielefeld 5823,10 Punkte. 3. Darthmann-Dielefeld 5493,59 Punkte. — 4X10 0 Meter: 1. Tus Bochum 41,8 Sek. 2. Kölner BC. 42.2 Sek. 3. Duisburg 99 42.4 Sek. Drei neue Rekorde in Süddeutschland. Den süddeutschen Meisterschaften im Darmstädter Hochschul-Stadion wohnten am Sonntag etwa 4000 Zuschauer bei. Rach den schwachen Leistungen am Samstag wurde am Sonntag der schlechte Eindruck ganz verwischt, denn es wurden drei neue deutsche Rekorde ausgestellt. Den Vogel schossen dabei die Frauen ab. Frl. Dollinger lief über 200 Meter in 25.6 eine neue Rekordzeit und schlug damit die von ihr bisher gehaltene Bestleistung um 0,1 Sekunde. Den zweiten Frauenrekvrd stellte im Fünfkampf Frl. Fleischer. 5ranffurt a. M. mit 348 Puntten auf. doch hat in Berlin inzwischen Ellen Brau- müller auch diese Spitzenleistung schon wieder überboten. Die Herren schufen nur eine Höchstleistung. und zwar glückte ein Rekordversuch von Eintracht Frankfurt in der 10xl00-Meter-Staffel auf 1:46.9 (bisher Berliner SC. mit 1 47.0). ©eerling holte sich ht 11 Sek. auch die 100-Meter-Meisterschast. Mehner. Frankfurt, siegte über 400 Meter in 48.6 Sek. Die »Mitteldeutsch«!»- in Leipzig. Bei sommerlichem, fast heißem Wetter hatten sich am Sonntag bei den mitteldeutschen Leichl- athletikmeistertchasien im Leipziger Wacker-Sta- dion fast 6000 Zuschauer cingcfunben. Wie am Vortage, so dominierten auch am zweiten Tage die Dresdener Teilnehmer, die allein 12 QEeiftcr- titel mit nach Hause nehmen konnten. Nach schwachen Leistungen am Samstag brachte es Leipzig denn am Sonntag noch auf 9 Meisterschaften. Es gab einige mitteldeutsche Bestleistungen. so im 10 000-Meter-Laus durch Kraft. Leipzig, in 32: 42.4. in der 4xl500-Meter-Staffel durch den VfB. Leipzig in 17:01 und im Frauen- Fünskampf durch Ilse Drieling. Magdeburg, mit 277 Punkten. Die 100 Meter gewann der ausgezeichnete Dresdener Kreher in 11 Sek. Wegner. Halle, brachte es im Stabhochsprung nur auf 3.88 Meter, während Büchner. Leipzig, die 400 Meter in 49,5 Sek. gewann. Dvrddeutschland» Meister. Den norddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Hamburg wohnten am Sonntag etwa 6000 Zuschauer bei. Gs gab spannende Kämpfe und gute Leistungen 100-Meter-Meister wurde der talentierte HSV.er Schein in 10,8 Set. Heber- raschend kam die zweite Niederlage von Petri, der im 5000-Meter-Laufen den Titel an Dieckmann in 15:14.6 abtreten mußte. In den Sprüngen dominierte Köchermann, der im Weitsprung mit 7.29 Meter und im Stabhochsprung mit 3.70 Meter die Titel an sich brachte. Sievert legte auf die Titel im Speerwerfen mit 57,70 Meter und im Diskuswerfen mit 44,47 Meter Beschlag. Heuer deutscher Rekord im Frauen- Fünflampf Ellen Braumüller wurde bei den Brandenburgischen Leichtathletikmeisterschaften Siegerin im Frauen-Fünfkampf mit einer neuen deutschen Rekordleistung von 371 Punkten. Westdeutsche Frauen - Meisterschaften. Neuer Weltrekord von Fräulein Heublein. Auf dem Gelände des Westdeutschen Derbands- heims in Duisburg-Weddau wurden am Sonntag bei schönem Sommerwetter und vor 1000 Zuschauern die Frauenmeisterschaften des Westdeutschen Spielverbandes ausgetragen. Die bemerkenswerteste Leistung des Tages war der neue Weltrekord von Frl. Heublein (Barmen) im Kugelstoßen, sie verbesserte ihre erst kürzlich in Paris beim Länderkampf ausgestellte Weltbestleistung von 12,88 Meter auf 13,105 Meter. Handball-Stadtmannschast gegen Universität. Aus dem Hniversitätssportplatz werden sich am Dienstagabend die beiden leistungsfähigsten Gießener Handballmannschasten einen Kampf liefern, der sicherlich viele Zuschauer anlocken dürfte. Die Stadtmannschaft und die Hniversitätshand- ballmannschaft stehen sich gegenüber. Da beide Mannschaften in kompletter Aufstellung an treten, ist kaum vorherzusagen, wer den Sieger stellen wird. Bürgermeister R v m p f. Eine besondere Auszeichnung durch Herrn Dickvrs, der im Auftrag des Herrn Ministers des Innern handelte, wurde den Kameraden Karl Rühl und Bürgermeister R o m p f für ihre 25jährige Zugehörigkeit bei der Feuerwehr au teil. Ss wurde ihnen eine Nadel überreicht, dazu eine künstlerische Ehrenurkunde. Dom Kommandanten Schäfer erfolgten weitere Ehrungen: Kamerad Phi!. Germer Hl. (Heuchelheim) wurde zum Ehrenmitglied der Lang- Gönser Wehr ernannt, ebenso Hch Wenzel lLang-Göns), für seine pflichttreue Arbeit, und Beigeordneter Faber der sich um die Freiw. Feuerwehr besondere Verdienste erworben hat. Der Kommers verlief harmonisch und gab einen schönen Auftakt für das eigentliche Fest. Am Svnntagvormittag fand dann die Tagung der Abgeordneten der Freiw. Feuerwehren des Kreises Gießen statt: denn mit dem Sttftungsfest war der 11. Derbandstag verbunden. Anschließend folgten Hebungen, Vorführungen der Geräte und ein Brandangriff auf das alte Schulhaus, ter unter Leitung von dem Landesvorsitzenden Gnaupp (Rimbach L O). vor sich ging. Gs schloß sich eine Krittk an, die einiges näher erklärte und darauf hinwies, daß die Geräte, darunter auch eine neu ungeschältte große Leiter, in tadellosem Zustand waren. Die einzelnen Telle der Hebung waren ebenfalls vvr- fchriftsmähig ausgeführt worden. Gin imposanter F e st z u g. angeführt von Meldeneitern, dem Fahrradverein und dem Mv- T.D. 1846 FaustbaHpokalsiegef in Marburg. Der ersten Zaustballmannschaft war am Sonntag in Marburg ein voller Grlolg befchieden. Sie konnte den feit zehn Jahren von den besten Faustballmannfchattcn bet Gaues heiß umstrittenen Pokal endgültig für sich erobern. Die 1846er gewannen sämtliche Spiele in überlegener Manier und zeigten, daß sie ihren Titel aü DaumeOer zu Recht führen. Die zweite Mannschaft muffte eine Niederlage einfiecken und wurde in der A-ÄIaffe Zweiter. Westdeutsche Schwimm 'Meisterschaften Di« westdeuttchen Titelkämpfe im Schwimmen wurden am Samstag und Sonntag im Dendahl- Bad zu Elberfeld auSgetragen. Die Kämpf« waren an beiden Tagen von etwa 2000 Zuschauern besucht, die recht spannende Wettbewerbe zu sehen bekamen. Gs gab auch einige Heberraschungen, indem Meister de» Vorjahre» entthront wurden oder nur knapp ihre Titel verteidigen konnten. Bei der Bewertung der Leistungen. die noch guten Durchschnitt darstellen, ist au berücksichtigen, daß das Bcndahl-Dad besonders am Sonntag ein sehr schweres Wasser hatte. Auch am zweiten Tage der westdeutschen Meisterschasten wurden sehr gute Zeiten erzielt. Die Heberraschung deS Tages war die Niederlage von HaaS und Der ich» im 100-Meter- Kraulschwimmen durch Schwartz, Poseidon Köln, der in 1:02,4 anschlug. Zu beachten ist auch die Zeit im 200-Meter-Brustschwimrnen von Frl. Genenger, Ärefetb, mit 3: 20,8. Solitude-Motorradrennen. Das Golitude-Motorradrennen führte am Sonntag auf einer 19,9 Kilometer langen Rundstrecke die Elite der deutschen Motorradfahrer an den Ablauf. Die schnellste Zeit des TageS fuhr der einzige im Rennen befindliche Engländer Guthrie auf Norton, der die zehn Runden (199 Kilometer) in 1:47:00,4 mit einem Stundenmittel von 111,5 Kilometer in der Halbliterllasfe zurücklegte. Zweitschnellster war Rüttchen-Erkelenz auf NÄH. in der schwersten Klasse in 1:49:20,3 (109,2 Stundenkilometer). Die 250er-Klasse gewann Deitz (Pforzheim) auf DKW. in 1: 36:01,2 (99,6 Stundenkilometer) für 159,2 Kilometer und in der 350er-Klasfe blieb über 199 Kilometer Schminke (Godesberg) auf Jmperia in 1:53:09,2 (105,525 Stundenkilometer) erfolgreich England Sieger der Europa-Zone im Daviscup. Im Endkampf um den Siegln der Europazone um den Davispokal zwischen England und der Tschechoslowakei in Prag fiel am Freitag bereit» die Entscheidung, da sich die Engländer eine 3:0- Führung sicherten und nun nicht mehr eingeholt werden können. Vor 3000 Zuschauern standen sich im Doppel die Engländer Hughes Perry und die Tschechen Menzel/ Marsalek gegenüber. Die Engländer gewannen glatt 6:4, 4:6, 6:4, 62. Deutsche ^studer-Meisterschasten am 16. August. Die diesjährige Meisterschafts-Regatta de» Deutschen Ruderverbandes findet am 16. August auf dem Langen See bei ® rünau statt. Da» Meisterschaftsprogramm enthält wieder die üblichen Wettbewerbe im Achter, Vierer mit und ohne Steuermann, Riemenzweier und Doppelzweier und Einer. Zur Ausfüllung deS Programms sind fünf minderklassige Rennen vorgesehen. Süddeutsche Vollsturnmeisterschasten. Neue Xurnerbeftletflung im Stabhochsprung. Den Kämpfen um die Süddeutschen DolkS- turnmeisterschaften wohnten am Sonntag im Nürnberger Stadion etwa 4000 Zuschauer bei. Trotz drückender Sommerhitze gab eS in fast allen Disziplinen gute Leistungen. Den Vogel schoß der Stabhochspringer Müller (Rottenburg» ab, der mit 3,88 Meter eine neue deutsche Turnerbestlei- stung erzielte. Im Hochsprung siegte Haag (Göppingen) mit der beachtlichen Leistung von 1:87,5 Meter und im Weitsprung brachte es der Sieger Witttnann (Pol. Würzburg) auf 7,19 Meter. Bei den Zwischenläufen für die 100 Meter erzielten) die Sieger Thaler (München) 10,7 und Appel (Ludwigshafen) 10,8 Sekunden. Im End lauf kam der Sieger Appel aber nur auf 11 Sekunden. Bei den Damen stachm Decker (Frankfurt) mit zwei Siegen im 100-Meter-Lauf in 12,5 Sekunden und im Weitsprung mit 5.26 Meter, sowie die Würzburgerin Windsheimer mit gleichfalls zwei Erfolgen im Kugelstoßen mit 12,65 Meter und Diskuswerfen mit 34,21 Meter hervor. Kurze Sportnotizen. Amicitia Mannheim konnte bei der Großen Hamburger Regatta sowohl den Kaiser- Vierer, wie auch den Großen Achter jeweils vor dem Berliner Ruder-Club gewinnen. Das Neueste aus erster Quelle durch eine Rundlunkanlaße von Ruhl,Giehen,Plockstr.l2 Telephon 3170 1*1***■„ <£ Wirtschaft Ohne Gewähr Nachdruck verboten 273234 277035 374812 397214 St. 2 Drkvlnn« gu 10000 M. 27019 6 jBetotnno zu 2000 M. Mittwoch, bcn 15. Dull 1931, nachmll- W1Q Alao Ihre Beerenpresse wird von J. B. Häuser sein. 4563 A 96435 86598 183436 275297 82430 171861 198314 54881 139082 212886 240977 296461 380126 3n der 141375 218660 262024 288999 381546 147983 224362 253555 307192 389138 241743 67976 185058 227536 259158 322231 255491 104236 195861 236790 269982 330719 123726 294699 106276 2075 !5 238566 264727 339925 Die Indexziffer der Grosshandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 6. Juli errechnete Indexziffer der Grosshandelspreise lag mit 112,1 um 0,4 v. H. niedriger als in der Vorwoche. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstofse 106,0 (minus 1,2 v. H ), Kolonialwaren 98,1 (plus 0,6 d. H), industrielle Rohstoffe und Halbwaren unverändert 103,4 und industrielle Sertigwaren unverändert 136,5. CBcim Fahrradgeschäft machten sich die schwierigen Wirtschaftsverhältnisse stärker fühlbar. Heber das Geschäftsergebnis des ab» gelausenen Jahres liegen endgültige Ziffern noch nicht vor. Wenn die befriedigende Absatzenlwick- lunfl in den Abschlussziffern vielleicht nach aussen hin nicht in dem erwarteten Ausmasse zum Ausdruck kommen wird, so muss in Betracht gezogen werden, dass die Gesellschaft ihre Mittel in erster Linie zum inneren Ausbau des Unternehmens verwandt hat. Schwierige Lage der Eisenerzgruben. kylfhäulerTechnikum BadFrankenhauien.Kytfh. froyramm aolordorn. Llektrotechmk, Mn.chinen-, Lnnne Tcedecke, eine Truhe, zwei Klub- sesscl, eine Klebepresse, eine Wand- ubr, eine Standuhr, eine Küchenan- richte, ein Radto.Messgerät, Serien- Gwiter, Klingelschalter, einen Photo- "l'l'lirat, Pferdebürsten, Besen, Klei- bciburftcn, Haarbürsten, Fussmatten, $oi)ner, Schwämme, Manikürkasten, Wäscheleinen, Rasierpinsel, Porzellan- fcroiccii, Werfpuppen, Halsketten. vormittags um 11 Uhr an Orl und Stelle 2. einen vrcfchwaacn lHava) mit Gebläse, eine Strohpresse. Zusammenkunft der Steigerer um 11 Uhr auf meinem Büro. Die Versteigerung zu 2 findet bestimmt statt. Hunker, Gerichtsvollzieher in Giessen, Miesecker "Weg 16 — Telephon 3.383. Verlobung» - Anzeigen iiotortdio Brühl'sche Druckerei ^Rinhermarff in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-Autzviehmarkt in Giessen standen 1174 Stück Grossvieh, 155 Fresser und 268 Kälber zum Verkauf. Cs kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe ll. Qualität) 425 bis 500 Mk., (2. Qualität) 275 bis 375 Mk., (3. Qualität) 180 bis 230 Mk. — Schlachtkühe: 75 bis 300 Mk. — Rinder: (halb- bis dreivierteljährig) 75 biis 150 Mk., (dreiviertel. bis zweijährig) 125 bis 200 Mk., (tragend) 275 bis 400 Mk. — Kälbe r: das Pfund Lebendgewicht 30 bis 40 Mk. Ausgesuchte Tiere erbrachten Preise über Rotiz. — Marktverkauf: Anfolge der finanziellen Lage sehr schleppend, viel Aeberstand. Gießener Wochenmarktpreise. @8 kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 150; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weisskraut 12 bis.15; Rotkraut 20 bis 25; Spinat 20 bis 25; Römischkohl 8 bis 10; Bohnen 15 bis 25; Crbsen 15 bis 20; Mischgemüse 8 bis 10; Tomaten 30 bis 50; Zwiebeln 10 bis 15 Rhabarber 8 bis 10; Pilze 20 bis 25; neue Kartoffeln 6 bis 7; Frühäpfel 40 bis 45; Falläpfel 8 bis 10; ausländische Aepfel 50 bis 60; Birnen 30 bis 40' Dörrobst 30 bis 35; Kirschen 20 bis 35; Sauerkirschen 35 bis 40; Heidelbeeren 20 bis 25' Stachelbeeren 20 bis 25; Erdbeeren 40 bis 50' Zwetschen 40 bis 50; Aprikosen 40 bis 50; Pfirsiche 40 bis 50; Himbeeren 35 bis 40; dicke Bohnen 15 bis 20; Walderdbeeren (Schoppen) 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 110; Suppenhühner 90 bis 100; das Stück: Tauben 50 bis 70; Eier 9; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 5 bis 10; Salatgurken 15 bis 30; Ginmachgurken 3 bis 6; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 15; das Bund: Radieschen 10 bis 15; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10 Pfennig; der Zentner: neue Kartoffeln 5,50 bis 6 Mark. Schweine- und Schafmarkt in Nidda. A Ridda, 13. Juli. Auf dem heute abgehaltenen Svmmerm arkt waren etwa 800 Ferkel und beinahe 100 Schafe zum Verkauf aufgetrieben. Trotz des grossen Angebots war der Handel in Ferkeln bet mässigen Preisen lebhaft. Für ein Stück wurden bezahlt: fünf Wochen alt 7 Mark sieben bis acht Wochen alt 12 Mark, zehn Wochen alt 15 Mark, Einleger 20 bis 27 Mark. Für Schafe hatten sich weniger Käufer eingefunden. Einige gute Mutterschafe wurden mit 60 Mark durchschnittlich bezahlt. Weitreichende Absahpläne der Opelwerke. Vach dem Ausbau des Inlandabsatzes beabsichtigen die Opelwerke in Rüsselsheim nunmehr ihren Absatz auch aus dem äussereuropäi- ! ch en Markt durch eine energische Ak- tton, für deren Durchführung der Gesellschaft die Exportorganisation der befreundeten General Vkoiors Eo. zur Verfügung steht, zu steigern. Im Gegensatz zum Prinzip Fords, die Produktion zu dezentralisieren und den Markt jeweils von vor günstigst gelegenen Fabrikationsstätte aus zu beliefern, werden die Opel-Wagen in keinem anderen der zum General-Moiors-Konzern gehörenden Werke, sondern nur in Deutschland berge st eilt. Interessant ist die Tatsache, dass der südamerikanische Markt von Rüsselsheim aus billiger zu beliefern ist, als z. B. von den Ford- werken in Kanada, was in den Frachtverhältnissen begrüssen ist. Man sieht speziell dem Südamerikageschäft mit grossen Hoffnungen entgegen. Man hofft, den ExportimnächstenÄahre fo st e i g e r n zu können, dass sich Inland- und Auslandabsah im Verhältnis 2 : 3 gegenüberstehen werden, und Rechnet- damit, in zwei Jahren dasDoppeIte der in Deutsch- lant> abgesetztcn Wagen exportieren zu können. Don den im März d. I. neu cingesührten 1,8 Liter 6-Zyl.-Modell wurden bereits 12 000 Wagen verkauft. Im Juni wurden über 1000 Wagen dieses Typs exportiert. Wenn auch die allgemeine Wirtschaftskrise naturgemäss nicht vor der deutschen Automobilindustrie Halt gemacht bat, so kam es den Opelwerken zugute, dass der Kapitalmangel das Interesse von den grossen, teueren Wagen aus die kleineren und billigeren Modelle abgelenkt hat. Schokoladenhaus Fischer ab 15. d. M. Friedridisiraie» Glcldizelllg Mit verkauf der Rheinisch- WesttflHsch. Bäckerei-Filiale von I lerrn Ullläch, Neuen Bfluc, sowie des Oberh. LandbroteH, 1 Pfund-Laib 90 Pl. 04042 den Ausführungen des Postdirektors Vogt, Giessen, ist In dem abgelaufenen Vierteljahr April - Juni aus der Linie ein Fehlbetrag von 1415 Mk. zu verzeichnet). Um das Ertragsergebnis der Linie zu steigern und die beteiligten Gemeinden vor der Zahlung wesentlicher Zuschüsse zu schützen, soll die Abendrückfahrt von Giessen früher gelegt werden; sie soll nicht mehr, wie bisher, um 19.10 Ahr, sondern schon um 17.30 Ahr in Giessen (Bahnhof) ihren Ansang nehmen und dann über Klein-Linden Lützellinden Grossen-Linden (Bahnhof) - Hörnsheim Hochelheim Klein-Rechtenbach - Gross-Rechtenbach und von da zurück über Klein-Rechten- bach nach Hochelheim (als Endstation) geführt werden. Hierdurch wird Anschluss an die gegen: 18 Ahr in Grossen-Linden aus den Richtungen Giessen und Frankfurt a. M. eintreffenden Züge geschaffen, aus dem man sich eine wesentliche Steigerung der Benuhungszlsser verspricht. Eine Aen- derung in den Fahrpeisen soll nicht eintreten. Die bisher von dem Postamt in Butzbach auf der Strecke Hochelheim Grossen-Linden (Bahnhof) ausgeführte Abendfahrt soll in Fortfall kommen. In Gross-Rechtenbach soll Anschluss an das dort 18.30 Ahr von Wetzlar eintreffende Postauto hergestellt werden. Die Aen- derung soll nach Genehmigung durch die Ober- postdirektion in Darmstadt in Kraft treten, sobald die durch den Wasserlcitungsbau in Klein-Linden bedingten Strassensperrungen aufgehoben sind. Einem von dem Vertreter des Amtes Rechtenbach gestellten Anträge auf Einführung von Hin- und Rückfahrkarten mit Preis- verbilligung wurde wohlwollende Prüfung zugesagt. Nicht bei verschlossener Tür baden. Dass ein hoher Prozentsatz der heutigen Anfälle das Badezimmer zum Schauplatz hat, geht aufs deutlichste aus den Unfallstatistiken der Versicherungsgesellschaften hervor. Es gibt viele Anfälle im häuslichen Bad, die bet genügender Vorsicht hätten vermieden oder wenigstens in ihren Folgen gemindert werden können. Die meisten Anfälle in der Dadestube sind auf Ausgleiten auf dem schlüpfrigen Boden oder auf Fall in die oder aus der Badewanne zurückzuführen. Eine weitere Gefahr bringt das zu heisse Wasser, das entweder durch leichtsinniges Hantieren mit dem Wasserhahn oder durch Risse aus der Leitung in die Wanne strömt. Elektrische, durch schadhaft gewordene Drähte bewirkte Schläge sind eine weitere schwere Gefahr, da der feuchte Körper des Badenden ein besonders guter GlektrizitätSleiter ist. Vergiftungen durch Gas, infolge Ausströmens aus schadhaften Oefen, können gleichfalls schwere Gefahren bringen. Auch setzt sich derjenige in Gefahr, der zu lange in der Wanne bleibt oder in SU heissem Wasser badet. Wird er ohnmächtig und ist nicht rechtzeitig Hilfe da, kann er leicht den Tod durch Ertrinken erleiden. Die Gewohnheit, die Tür des Badezimmers zu verschliessen, verhindert nur zu oft die Entdeckung eines Anfalls und damit eine rechtzeitige Hilfeleistung. Man schliesse oder riegele al|o, wenn man in der Dadestube badet, niemals die Tür zu. Auch tut man gut, vom Badezimmer aus eine Klingelleitung zur Wohnung au legen. Der Knopf der Leitung muss dicht über dem Rand der Badewanne angebracht sein. Wahrscheinlich ist durch Bewerfen mit Steinen die Emaillierung zerstört worden. E« muss bedauert werden, dass die Flegel nicht gleich gesosst werden konnten. * Grüningen, 13. Juli. Bei der gestern hier durchgesübrten Betgeordnetenwahl wurde der Schreiner Wilhelm Gottsried Engel (Sozialdemokrat) mit 238 Stimmen von 496 Wahlberechtigten gegen den Landwirt und Schmiedemeister Ehr ist an Karl Leidich II. zum Beigeordneten gewählt. I B e l l e r she i in, 13. Juli. In voller geistiger und körperlicher Frische konnten der Maurer- und Weissbindermeister Heinrich Jakobi und seine Ehefrau Katharine, geb. Lingner, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Zahlreiche Ehrungen wurden dem Jubelpaare zuteil. Der Gesangverein „Germania", dem der Jubilar als Mitbegründer und Ehrenmitglied angehört, brachte am Festabend ein Ständchen. — Anlässlich der Werbew o che deS DereinS f ü r das Deutschtum im Ausland konnten hier durch die eifrige Sammeltätigkeit der Schule 27 Mark an Spenden für die deutschen Auslandschulen abgeführt werden. s. Inheiden, 13. Juli. Dieser Tage konnte der ä l t e st e Einwohner unsere- Dorses, der Strassenwärter i. R. Heinrich Frank, im Kreise seiner Familie seinen 8 7. Geburtstag feiern. Geistig und körperlich noch recht rüstig, hilft er seinem Sohn noch täglich bei ollen landwirtschaftlichen Arbeiten in Hof und Feld und nimmt mit Interesse Anteil an den Geschehnissen des öffentlichen Lebens. Gr ist heute in unserem Orte noch der einzige Veteran, der die Kriege 1866 und 1870/71 milmachte, und erzählt mit Stolz von seinen Erlebnissen. Er ist Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied unseres Krieger- vereinS. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 13. Juli. Gestern gegen 11.30 Ahr wurde ans dem Bahnhos Friedberg beim Ausladen von Schienen der Dahnunterhal- tungsarbeiter Karl Bender aus Friedberg durch eine abrutschende Schiene sch we r verletzt. Kurz nach seiner Verbringung in das Krankenhaus ist er an den schweren Verletzungen gestorben. Der Verunglückte hinierläht Fran und vier Kinder. Kreis Büdingen : Aus dem Riddatal, 13. Juli. Vereinzel wurde in den Gemarkungen mit dem Schneiden des Roggens und der Wintergerste begonnen. Die Sommergerste ist stark verunkrautet, do die Halme dünn standen. Die Dogeiwicke hat viele Aehren zur Erde gezogen und sich selbst so gut entwickelt, dass manche Gerstenselder vollständig grün durchschossen sind. Del den letzten schweren Regengüssen stellte sich beim Hafer, der einen guten Stand aufweist, vielfach Lagerung ein. Der Behang der Apfelbäume weist aus eine gute Mittelern 1 e hin. Zwetsch e ».gibt es, wie seit Jahren, sehr wenig. Kreis Alsfeld . P Ilsdorf, 13. Juli. Dem Kriegsveteran von 1870/71 Karl Sehrt wurde vom Vorsitzenden deS Hassia-BezirkS Grünberg das Hassia - Ehren kreuz überreicht. Karl Sehrt ist 87 2ahre alt. Er ist der einzige noch lebende Deteron von 1870/71 und erfreut sich einer guten Gesundheit. i> Solin S-Ilsdorf, 13. Juli. Der älteste Einwohner unseres Dörfchens ist der 93 Jahre alti' Johannes Theiss. Gr verrichtet noch leichte Feldarbeiten und erfreut sich einer ausgezeichneten Gesundheit. Kreis Schotten. Aus der Provinzialhauptfiadt. Gießen, den 13.3ult 1931. Preisaufgaben der Landesuniversiiät. Au- dem Zinsertrag der Osann - Beul- witz - Stiftung der Universität Dießen werden Reise st ipendien für S tudierende und andere wissenschaftlich - gebildete Bewerber aller Fakulfäten vergeben. Tie Bewerber müssen eine von der Pflegschaft ausgeschriebene Aufgabe bearbeitet und dafür den Preis erhalten haben. Tie PreiSauSgoben für da- Jahr 1931/32 find folgende: I. Für Studierende, die mindestens im Sommer 1931 oder im Winter 1931 32 an der Universität Dießen immatrikuliert find: AuS dem Gebiet der Theologischen Fakultät: »MelanchthvnS Kirchenbegriff, sein Verhältnis zu dem LutherS und feine Bedeutung für die Folgezeit." AwS dem Gebiet der Juristischen Fakultät: .Tie TeilrechtSkraft." Aus dem Gebiet der Medizinischen Fakultät: 1. .Tre Blutgefäße deS PeriostcS unter normalen Verhältnissen und bei entzündlichen Veränderungen." 2. .Die Empfindlichkeit der Kinder gegen ultraviolette Strahlen." Aus dem Gebiet der Veterinärmedizinischen Fakultät: .Die Ursachen für da- Zurückbleiben der Nachgeburt beim Rinde find an Hand der Literatur kritisch zu besprechen und gleichzeitig Vorschläge zu machen für eine erfolg- versprechende Prophylaxe und Behandlung." AuS dem Gebict der Philosophischen Fakultät: l. .Die bisherigen Angaben über die Entsendung mitognetischer Strahlen durch tierische Objekte sollen möglichst vollständig gesammelt und kritisch beleuchtet werden." 2. .Die Rolle deS Körperlichen in der altfranzölischen Literatur mit besonderer Berücksichtigung der Chansons de peste.“ 3. »Bestehen nähere sprachlich- Beziehungen zwischen Slawisch und Arisch?." 4.»S)ic sänge subjektivistisch-psychologischer Wert lehren in der deutschen Nationalökonomie." II. Für andere wissenschaftlich gebildete Bewerber, und zwar: 1 Dozenten der Universität Gießen, soweit sie nicht Mitglieder des Gesamtsenats kraft AmteS find, die wissenschaftlichen Beamten der Universität - - Bibliothek, die Assistenten der Universität, soweit sie nicht Studierende sind, die Lektoren.und Repetenten: 2. frühere Studierende der Universität Gießen: Aus dem Gebiet der Juristischen Fakultät: .Die Lehre vom (Interesse nach den römisch-rechtlichen Quellen." AuS dem Gebiet der Medizinischen Fakultät: »Beziehungen von Berufsschäden im Bereich- deS Gehörorgans zu Ohrerkrankungen." Aus dem Gebiet der Veterinärmedizinischen Fakultät: »Kritische Beleuchtung der diagnostischen Verfahren und Prüfung der Chemotherapie bei infektiösem Abortus deS RindeS." AuS dem Gebiet der Philosophischen Fakultät: »Zur Geschichte der Hymnenkvmpo- sition um 1500." Die Bedingungen. Voraussetzung für die Bewerbung unter II ist, daß die zu 1. Genannten mindestens im Sommersemester 1931 oder im Wintersemester 1931/32 an der Universität im Amte stehen, für die zu 2. Genannten, daß sie ihre Studien zu einem erheblichen Teil an der Universität Gießen gemacht Habern Die Preisarbeiten müssen in deutscher Sprache geschrieben sein und dürfen nur einen Verfasser haben. Die Arbeiten sind nach Wahl der Verfasser entweder unter Nennung des Verfassers oder in der für die Bewerbung um die staatlichen Preisarbeiten üblichen Form vor dem 15. Mai 1932 beim Universität- - Sekretariat einzureichen. Frühere Studierende haben dabei den Nachweis zu liefern, daß die Voraussetzungen der Bewerbung erfüllt find. lieber die Zuerkennung der Preise entscheidet die Pflegschaft aus Grund von Gutachten der Fakultäten. Sie Urteile werden bei der Jahresfeier der Universität im Jahre 1932 verkündet. Die eingereichten Arbeiten bleiben Eigentum der Verfasser. Die Preise. Die Preise betragen: für die Gruppe I je 300 Mark (evtl, zu erhöhen biS 400 Mark): für die Gruppe II je 600 Mark (evtl, zu erhöhen bis 1000 Mark). Das Evangelische Dekanat Gießen 1929 und 1930. Aus dem Bericht, den der Dekanat-ausschuß dem diesjährigen DekanatStag, am 24. 3uni in Gießen vorlegte, fei für die Oeffenllichkeit mitgeteilt: Der Prozentsatz der Kirchenbesu- ch e r bewegt sich in 1929 zwischen 47 und 6,2 v. H, in 1930 zwischen 42,64 uno 4,2 v. H. Der Prozentsatz der Abendmahlsgäste wird umgrenzt in 1929 von den Ziffern 154,3 (Burkhardsfelden) und 16,72, in 1930 von 154,8 (Burkhardsfelden) und 17,18. Der Durchschnitt der Kirchenbesucher beträgt: 15,15 v. H. (1929) und 14,11 v. H. (1930, der der Abendmahlsgäste: 57,16 v. H. und 57 v. H. 3m 3ahre 1929 wurden 1331 und 1930 1341 Kinder getauft. Don 1929 standesamtlich geschlossenen 54 Mischehen wurden evangelisch getraut: 14, 1930 von 56: 21. Kirchlich getraut wurden 1929 : 586 Paare bei 665 standesamtlichen Eheschließungen. 1930 : 558 von 625. Konfi f m i e r t wurden 1929: 999 Kinder. 1930: 695. Verstorben sind 1929 1078 Evangelische, von denen 775 kirchlich beerdigt wurden: den Unterschied klärt die Tatsache der in den Kliniken verstorbenen auS anderen Dekanaten und Nicht- Hessen: bei 39 Feuerbestattungen fanden kirchliche Feiern statt. Für 1930 lauten die Zahlen: 958, 648. 43. 1929 betrug die Zahl der im Dekanat lebend Geborenen 1473 und die der verstorbenen Evangelischen 1078: Geburtenüberschuß also 395: in 1930 bei 1341 bzw. 958 : 383. Die See- Zehn Jahre Gießener Siudenienhilfe. Schlichte Feier im Studentenhaus. Am SamStagvormittag wurde auS Anlaß des 10jährigen Bestehen- der Gießener Studentenhilfe eine Gedenkfeier in der Halle des StudentenbaufeS veranstaltet, zu der sich viele geladene Gäste eingefunben hatten. Aus dem Podium hatten die Chargierten der Verbindungen mit ihren Fahnen Ausstellung genommen und gaben damit der Veranstaltung eine besondere Note. Da- collepium musicum unter der Leitung von Universität-Musikdirektor Dr TemeSvary eröffnete die Gedenkfeier mit einer Komposition von Pergvlese für Streichmusik. Seine Magnifizenz -er Rektor Prof. Or. Eger der Vorsitzende der Studentenhilfe, hielt sodann eine längere Ansprache. Er hieß zunächst die Gäste willkommen: insbesondere begrüßte er den Exrektor Prof. Dr. D r ü g g e m a n n. die Vertreter ter verschiedenen Fakultäten, Dr. Meesmann, der für den verhinderten Provinzial direktor G r ae f al- Vertreter der Hochschulgefellschast erschien, den Vertreter der Stadt Gießern Beigeordneten Dr. Hamm, und die Korporationen, die l'urch ihre Teilnahme bewiesen, daß die gesamte Studentenschaft hinter der Studentenhilfe stehe und das HauS al- ihr Hau- bettachte. Der Redner gab feinem Bedauern darüber Ausdruck, daß der Staatspräsident im letzten Augenblick am Erscheinen verhindert worden sei. Die Gedenkfeier gelte, so führte er u. a. weiter auS, rtiebt nur dem zehnjährigen Bestehen der Studentenhilfe, sondern sei gleichzeitig al- die Einweihung des neuen Studentenhauses gedacht. DaS neue Studentenhan- fei das Ergebnis einer langen Entwicklung. Die Studentenhilfe habe schwere Zeiten hinter sich. Der Redner erinnerte an die Anfänge der Tätigkeit der Studentenhilfe, an die Einrichtungen, die kurz nach der Gründung in dem allen Hause Burggraben Nr. 9 bestanden, an die mannigfachen Bemühungen um eine Aende- rung der Verhältnisse, die seinerzeit nicht mehr bedeutet hätten, als einen prlmltloen Schuh der 5(uben(en gegen hunger und kalte. Der Redner erinnerte weiter an die überaus schweren 3cchre der 3nflationszeit, die die Stu- identenhilfe zu erhöhter Leistung veranlaßten, seinerzeit seien verschiedene 3nftitutionen im Rahmen der Studentenhilfe geschaffen toorben, die sich als sehr segensreich erwiesen hätten: die Studenten bemühten sich damals um Werkarbeit und brachten sich so über kritische Monate hinweg, ttohdem dies alles nicht binbern konnte, daß der Verein in Schwierigkeiten geriet. Der Staat habe helfend eingreifen müssen und die Unterstützung nicht versagt. Für die weitere Entwicklung sei dann die Gründung der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft von ausschlaggebender Bedeutung gewesen. Die Beschlüsse des 4. Deutschen StudententageS zu Erlangen hätten die Richtlinien, die auf eine rein wirtschaftliche Orientierung der Studentenhilfen hinausgingen, gegeben. Die Einrichtungen der Studentenhilfe nahmen indessen an Umfang zu und manche Unterstützung aus dem 3n- unb Auslande fei den Studenten zuteil geworden. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang mit herzlichem Dank an die Hilfe, die durch die Quäker in hohem Maße geleistet wurde. Da sich die Räume in dem HauS am Turggraben als unzulänglich erwiesen, wurde der Wunsch laut, Erweiterungen durchzuführen: hochherzige Spender ermöglichten den Ankauf der »Schönen Aussicht", die für die Bedürfnisse der Studenten umgestaltet wurde. Ein Wohnhaus wurde angegliedert. Die Studentenschaft hat manches Opfer gebracht und durch praktische Arbeit am Ausbau der Einrichtungen geholfen. Der Redner ging bann auf die Verhältnisse der minderbemittelten Studenten während der 3nflation ein, schilderte das Wirken eine« Wohltäters, des Direktors Dr. H u m p e r d 1 n g k, Wetzlar, und die Maßnahmen, die der Linderung der drückendsten Not dienten. Seine Magnifizenz erinnerte weiter an die hochherzige Einrichtung der Tuberkulosenfürsorge und wieS dann auf die Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse hin, die im 3ahre 1924 nach überwundener Inflation Platz griffen. Die Studentenhilfe habe seinerzeit eine Qlenberung in der Wirtschaftsführung vorgenommen und von da ab nach dem Grundsatz gehandelt, allen Bedürftigen und würdigen individuell zu helfen, nachdem es vorher galt, einer Masse zu helfen. 3n der Folgezeit wurden auch wieder einige Ne- benbetriebe fallen gelassen und unter Vermeidung jeder Hcberorganifation gewirtschaftet. Schließlich wurde der Gedanke an ein größeres Studentenheim ins Auge gefaßt. Mit Unterstützung des Reiches, die allerdings lediglich durch einen Zufall zustande kam und lenzahl deS Dekanats betrug 1929 : 65 150 und 1930 : 65 256. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse haben auch in den 3obren 1929 und 1930 die baulichen Wiederherstellungen Fortschritte gemacht. — 3n bezug auf die S on n t a g s he i l i - gung betont der Bericht, daß die Möglichkeit eines größeres Schutzes durch die Notverordnung gegeben sei, und gibt dem Wunsch Ausdruck, daß Umzüge mit Musik auch weiterhin während der Gottesdienste unterbleiben. Don der zunehmenden Politisierung der Gemeinden erwartet man Zunahme der Erkenntnis, daß mit dem Materialismus allein die Zukunft eines Volkes und des einzelnen nicht gewonnen werden kann. Don kirchlichen Vereinen sind die Frauenvereine im Dekanat am meisten vertreten; langsam steigt auch die Zahl der Jugendvereine. An milben ® oben gingen aus dem Dekanat ein: Für Aeuhere Mission einschließlich Iuden- mission 1929: 7419 Mark. 1930 : 9239 Mark. Für 3rmere Mission: 20 916 Mark, 6876 Mark. Für einem Dersehen im Reichstag zu banfcn war, wurde die Erstellung de- neuen Hause- ermöglicht. Viele hätten mitgeholsen, manche Svende fei notwendig gewesen, um alle- fv zu fügen, wie e- heute bestehe. Besonderer Dank müsse dem Baurat von der Leyen und dem Architekten Emst Schmidt gesagt werden für die glückliche Gestaltung des Hauses. Es fei in dem neuen Heim jeder Luru- vermieden worden, aber überall herrsche freundliche Helle, und man forme allenthalben die Beobachtung machen, daß sich die Studenten in ihrem neuen Heim wohlfuhlen. Heute sehe die Gießener Studentenhilfe mit Zuversicht dem zweiten Jahrzehnt ihre- Bestehen- < entgegen. Leider gelte eS nun, gegen neue Nöte anzukämpfen. Man habe der Studentenhilfe den Vorwurf gemacht, daß durch ihre Einrichtung ein akademische- Proletariat geschaffen werde. Die Studentenhilfe lehne diesen Dorwurf energisch ab, denn der Zugang zur Universität dürfe nicht von den Demiögensverhältnissen deS Studierenden abhängig sein, vielmehr müsse auch den Minderbemittelten der Zugang ermöglicht werden. Die Studentenhilfe werde stets bemüht fein, nur dem würdigen zu Helsen. Die deutschen Hochschulen seien der deutschen 3fu- gend bestimmt, der 3ugent> unb den Besten deS Volke-. (Anhaltender starker Beifall.) profeffor Or. Brüggemann beglückwünschte in feiner Eigenschaft als Exrektor die Gießener Studentenhilfe zu ihrem 10. (Jubiläum. Die Studentenhilfe habe, so führte er u. a. aus. Großes geleistet, bedauerlich bleibe nur, daß heute, in so schwerer Notzeit, der Studentenhilfe nicht mehr Mittel zur Verfügung stünden. Die Studen tenhilf e sei ein wichtigesGlied der Verbindung zwischen Dvlk und Hochschule. Der Staat, der die ©tubentenbilfe stet- nach Kräften unterstützte, habe damit nicht nur den Studenten, sondern der Landesuniversität in i^rer Gesamtheit einen großen Dienst erwiesen. Das neue Studentenhaus werde den Kommilitonen das Empfinden vermitteln, der großen akademischen Familie anzugehören. Und nicht zuletzt deshalb gedenke man heute in Dankbarkeit und Freude Der Arbeit der Studentenhilfe, die ihre 10jährige Tätigkeit mit diesem Hause gekrönt habe. Ein großes Verdienst gelte aber bei alledem dem Vorsitzenden der Gießener Studentenhilfe, Seiner Magnifizenz dem Qteftor Professor Dr. Eger. Ohne seine fördernde Arbeit wäre wohl manches nicht, was heute der Studentenhilfe eigen sei. 3hm gebühre besonderer Dank. Für die Hochschulgesellschaft sprach sodann im Oluf trag des verhinderten Vorsitzenden, Provinzialdirektors G r a ef , Syndikus Or. Meeömann. Er gab neben den Glückwünschen der Hochschul- gesellschaft der Freude darüber Ausdruck, daß es auch der Hochschulgesellschaft vergönnt war, einen Teil zur Erstellung des neuen Hauses beizutragen. Ferner sprach der Redner den Wunsch auS, daß das neue Studentenhaus eine Stätte wahrhafter nationaler Erneuerung sein möchte, denn die nationale Ehre, Freiheit und Wehrhaftigkeit seien die Grundpfeiler des Staates. Der Studentenschaft möchte es vergönnt fein, Wege zu finden, die un- einer glücklicheren Zukunft entgegenführen. Beigeordneter Or. Hamm beglückwünschte die Studentenhilfe im Namen der Stadt. Er betonte, daß die Stadt die Entwicklung der Studentenhilfe mit großer Aufmerksamkeit verfolgt habe und in ihrem Selbstverwaltungskörper eine Verwirklichung der 3been des Freiherm vom Stein erblicke, in der gleichen Form, wie es bei dem SelbstverwaltunaSkör- per der Stadt der Fall sei. Die Stadt Ave die Entwicklung der Gießener Studentenhilfe nicht nur mit Interesse verfolgt, sondern auch begrüßt. Die Studentenhilfe bedürfe der weiteren Unterstützung, die Stadt könne aber zur Zeit nicht helfend eingreifen, denn sie müsse um ihre eigene wirtschaftliche Behauptung ringen. Was aber von Seiten der Stadt geschehen könne, werde geschehen. Möchte es der Studentenhilfe vergönnt fein, auch weiterhin unter der Initiative Seiner Magnifizenz zum Aufstieg unseres Vaterlandes ihren Teil beizuttagen. Nachdem noch ein Student im Namen der Studentenschaft Dank ausgesprochen hatte für all das, was bisher von der Studentenhilfe getan wurde, beschloß der Rektor die schlichte Feier. Er betonte zum Schluß, daß er es nicht allein vermocht hätte, all das zu schaffen, was heute der Studentenhilfe eigen fei, vielmehr gebe er den Dank, der ihm ausgesprochen wurde, an seine treuen Mitarbeiter weiter. Mit einer musikalischen Darbietung des Collegium musicum fand die Feier ihren Abschluß. Gustav-Adolf-Derein: 3232 Mark, 3928 Mark. Für den Evangelischen Bund: 1468 Mark, 1872 Marl. Für die evangelische Bewegung in Oesterreich: 47 Mark, 98 Mark. Für das Diakonissenhaus Elisabethenstist: 1112 Mark, 1253 Mark. Für den Diakonieverein: 181 Mark, 99 Mark. Für Krankenpflegestattonen: 2235 Mark, 13 901 Mark. Für Anstalten des Dekanats: 190 Mark, 200 Mark. Für besondere mildtättge Anstalten und Vereine der Pfarreien: 8967 Mark, 10 594 Mark. Für sonstige christliche Vereine und Unternehmungen: 930 Mark, 928 Mark. Für russische Not unb anderes: 279 Mark, 89 Mark. Allgemein erhobene Kirchenkollekten: 6515 Mark, 6292 Mark. Für die Ortsarmenpflege: 12 434 Mark, 12 828 Mark. Für svnsttge kirchliche Zwecke: 28 862 Mark. 28132 Mark. Gesamtbettag: 1929: 94 787 Mark: 1930 : 96 329 Mark. Die Durchschnittszahlen aui den Kopf der evangelischen Bevölkerung in Pfennigen bewegen sich zwischen 386 (Allendorf a. d. Lda.) und 40 in 1930. Durchschnitt 147 gegen 117 in 1927. Daten für Montag, 13 Juli. Sonnenaufgang 4.23 Uhr. Sonnenunteraang 20.37 Ubr Mondau'gang 1.32 Uhr, Monduntergang 19 34 Uhr. 1816: der Dichter Gustav Frevtag in Kreuzberg geboren; — 1874: Attentat Kulimann- auf Bismarck in Kissingen; — 1876: Ende deS Berliner Kongresse-. Vornotizen. — TageSka lender für Montan Oberhessifche Gesellschaft für Natur- und Heilkunde Vortrag von Pro*. Dr. G. Funk. 20.30 Uhr, im Großen Hörsaal deS Zorstinstituts. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ..Wenn die Soldaten .,. . •• Straßensperre Wegen Erneuerung de» Bohlenbelags der Brücke über die Lahn wird die Provinzialsttaße Heuchelheim — A Ikendorf von heute ab bis zum 23.3uli gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Gießen, oder Dorlar. ” Justizpersonalien Der Justizlnspek- tvr Wilhelm Pfaff beim Amt-gericht Altenstadt wurde zum geschäft-leitenden Justizinspektvr bei diesem Amtsgericht, der Justizinspektvr Johann Kredel beim Amtsgericht Schotten zum geschäft-leitenden Justizinspektvr beim Amtsgericht Nieder-Olm ernannt. "DerOrtenbergerMädchenmörber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Da- hessische Gesamtmlnlsterium hat die vom vberhessifchen Schwurgericht in Gießen gegen den Landwirt Wilyelm Lehr au- Altenstadt wegen Ermordung der 19jährigen Martha Peppe! erkannte Todesstrafe im Gnadenwege in lebenslängliche Zuchthausstrafe um gewandelt. ** Wohnungseinbruch. Gestern nachmittag wurde in einer Wohnung in der Frankfurter Straße ein Einbrecher von einer heimkehrenden Hausangestellten des Wohnungsinhabers überrascht. Dav Mädchen lief fort, um Hilfe zu holen, mittlerweile ging aber der Einbrecher flüchtig. Soweit bisher bekannt, soll der Spitzbube einen Pelzmantel mitgenommen haben. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange. •• Der .Hubertus", De re l n weidgerechter Jäger, Sih Gießen, hielt. wie.man uns berichtet, am Mittwoch nach vorau-gegan- genem Schießen seine Monatsversammlung im .Schühenhaus" ab. In der Hauptfach« befaßte man sich mit der Ausgestaltung dec Feier des zehnjährigen Bestehen- de- Verein- in einem Der Zeit entsprechenden Rahmen. Man beschloß, von einem Angebot des Verkehrsvereins Gießen Gebrauch zu machen und einer am 4 Oktober auf der »Liebig-höhe" stattfindenden ObstauS- ftellung eine interne Jagdausstellung anzugliedern. Außerdem werden die für diese- Icchr vorgesehenen Jagdschießen und Hubertusfeier auf diesen Tag verlegt werden. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen gab Geheimrat Prof. Dr. 011 einen Bericht über dio Beobachtungen, die im Veterinär-pathologischen Institut im Laufe des Winter- über die Ursachen der Rehverluste gemacht worden find. Für die Praxi- wurde der dringende Rat gegeben, in allen Revieren frühzeittg und reichlich Salzlecken anzulegen. Oie Wetterlage. HVr LE •Jo >to< <6 3& .om o o ’ Pans O 4 $A6trdeei Ours 9 o 0 o™o jiaocnt • JiööJöyirL/ \ ---Äjlf 1 pvouenioi. o neuer, o naio owecn. ® vonttg G orvtcn Schnee a graupeln. ■ iteDel K Gewitterig)win«tine.«Q, «icnte» 0$i ^5 ea$$ige> JOdjoowesi q itoroiöcnc# nordwcii ote Piene fliegen mit dem umdt Die ov den Stationen Honenden Za!» «n gelten die Temperatur an. Pie Urnen verpindeo Orte mit gieicttca tu! «eereaniveau umoereznnetee LufUruct Wettervoraussage. Das ozeanische Tief ist weiter ostwärts vor- gedrungen und liegt heute morgen mit seinem ftern über Schottland. Seine Ausläufer sind bereits bis auf das Festland notgedrungen und haben vielfach Bewölkung, vereinzelt auch Gewitterstörungen her- voraerusen. Da an der Südseite der Störung bei meist westlichen Winden ozeanische Luftmassen nach dem Kontinent fließen, nimmt die Witterung wechsel- haften Charakter an. Cs ist also noch mit dem Auftreten von vorübergehenden Gewitterstörungen, verbunden mit Niederschlägen zu rechnen. Vorhersage für Dienstag: Meist wolkiges Wetter, vereinzelt Gewitterstörungen mit Regen. Schwül, spater leichte Abkühlung. Vorhersage für Mittwoch: Teils bewölkt, teils aufheiternd, noch vereinzelte gewitter- artige Schauer. Kühler. Lufttemperaturen. Am 12. Juli mittags 25.5 Grad Celsius, abend- 20,7 Grad: am 13. Juli morgens 19,8 Grad. Maximum 26.3 Grad, Minimum 17,2 Grad. Sonnenscheindauer 8’/» Stunden. Derantwortt. f. d. Feuilleton: i. D. Dr. Lange. E ________250gn0.60. Tabletten0.25 U.1.50 ErhäMkh [.Apotheken tiDrogerien Vertrieb f.USA. GlogoutCO Chicago Frankfurt Ji'jt KW Zil STETTIN J. B. HAU SEK. GIESSEN AM OS WAL DSG AR TEN 4649 A sagte Onkel Mollig zu seiner besseren Ehehälfte als er neulich durch die Ausstellungsräume der Firma J. B. Häuser ging. 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Juli lieferbar. — Preise und ausführliche Aufklärungsschriften über Zusammensetzung und Verwendungsmöglichkeiten durch den Alleinvertreter: Emil Pistor Nachfolger / Giefeen Die Subita M, der in d feiern konnte I gefeilscht j übertragen, i Frankfurt, ! * daran teil ■ fanden berei tere Tonern spammöe Äc tagmorgen öi AcgMsthii allerdings nu Mangelnde 1 : dm Hennen kommen der' die beiden ' Programms und der g nachmittag schauern ein die jedoch n befriedigten, fanden, daß bei Heimeni allein durch d des Tages bi Mamischaflen i ’ auf dem ®aff' hartem Enökwi lvamendes A« Einer. Leih, 3öht GAG. krer einen raf der leimen hol Tatsch trat I chämig, um sc M verschiede, ! 2ij lDasserbal ^ichtvimmen, ™ Darinever J bleibt zu e küMvorsührur Wa tatsächli Urgesellschaft fernen Überz ^achtms-Lier Aer M. mi ^ weiterer f; Dyckerhoff-Weife der neue Baustoff einziger in Deutsdiland hergestellter fache aber war. daß wir beide uns gut verstau- I den haben, nicht wahr. Fritz?" Iason unterdrückte das schadenfrohe kacheln, das sich bei Lottes Frage in seinem Gesteht brettgemacht hatte, und beeilte sich, seiner Frau zuzustimmen. , , r. _ Ein kurzes Schweigen entstand. Dann erhob sich Elsbeth Jason. Sie hatte das untrügliche Empfinden, in dieser Auseinandersetzung nicht gut abgeschnitten zu haben. Ich habe keine Lust, mich länger mit dir her- umzustreiten. Wenn Herr Dr. Kröger dir so zuwider ist. daß du ihn nicht heiraten kannst, dann hat es auch keinen Zweck, noch länger in Norderney zu bleiben! Dann fahren wir in den nächsten Tagen nach Haufe!" r. r Sie erwartete keine Antwort und verlteß, dte verkörperte Gekränktheit, das Zimmer. Wortlos sahen Fritz Iason und Lotte einen- der an. ~ r „Jetzt haben wir den Salat!" sagte Iason und fuhr sich mit nervöser Geste durch die stark gelichteten'Haare. „Ietzt'können wir uns ja bald wieder in unserer langweiligen Klitsche amüsieren!" „Meinst du. daß Mama es mit der Hetrnretse ernst gemeint hat?" fragte Lotte in jäh aufsteigender Angst. „Ohne Zweifel! Wenn dieser Hctratsplan. in den sie sich nun einmal sestgebissen hat, fehlschlägt. ist sie zu allem fähig!" Er ging, die Hände in den Hosentaschen vergraben, einige Male im Zimmer hin und her. „Schade!" sagte er bedauernd. „Es war jetzt gerade so hübsch hier geworden!" Er dachte an die schöne, rassige Dame, die schon mehrmals, als er allein draußen umherspaziert war, seinen Weg gekreuzt hatte. Seine forschen Micke hatte sie ziemlich deutlich erwidert, da war ihm der Mut gewachsen, heute hatte er sie angesprochen: anfangs war sie zurückhaltend, dann aber freundlich zu ihm gewesen. Ein amüsantes Abenteuer schien ihm da zu erblühen: und er sollte morgen oder übermorgen nach Groß-Kal- deine zurück?... „Ich gehe ja auch nicht gerne von hier fort", sprach Lotte versonnen, und der Gedanke, Paul Bertram nicht mehr zu sehen, verursachte ihr stechenden Schmerz. ________ Fiseberei lmögl.TetchlUm' gegend v.Etefien zu pachten ges. Schrift!. Angeb. unter 4658D an denGießen.Anz. Der große Tonfilm-Lachschlager aus der Vorkriegszeit mit Paul Heidemann, Ernst Verebes Otto Wallburg, Hermann Thiemig Charlotte Ander, Gretl Theimer Ida Wüst und ein weiteres Regiment größter Lustspielkanonen 100% Witz, 100% Humor, 1007. Ulk Tränen werden gelacht! Sie kleine SpleloernE zu den Mst vermochte die Hause zu bm maßen gunftii Schaaf bc.e den 4. Platz- Sn Jasons, gutmütigen Zügen prägte sich Aer- 9CrCottc ist schließlich kein Kind mehr, das am Gängelband geführt werden muß: sie wird selbst am besten wissen, was sie zu tun hat!" Mit höhnischem Blick maß Elsbeth Iason thren Das sind ja niedliche Ansichten! Da brauche ich" mich über Lottes Verhalten nicht mehr zu wundern! So lange sie ober in meinem Hause ist, hat sie mir zu gehorchen. Und ich will unter allen Umständen, daß sie zu Dr. Kröger freundlich und Mvorkommend ist!" „Ich kann nicht!" stieß Lotte erregt hervor. ^Wenn du willst, kannst du es!" Lotte lehnte sich vor: kalte, trotzige Entschlossen- heit war mit einem Male in ihren Mienen. „Ich will aber nicht! Ich will nicht immer mit diesem faden, langweiligen Menschen zusammen» sein! lind heiraten will ich ihn erst recht nicht! Lieber tot sein, als diesen Mann heiraten! Sie brach in hemmungsloses Weinen aus: der fieberhafte Trotz, in den sie sich Hineingestelgert hatte, war jäh zusammengebrochen. Im ersten Augenblick war Frau Iason betroffen: dann fragte sie mit erzwungener Auhe: „Warum willst du ihn nicht heiraten? „Ich mag ihn nicht..." „Das wird sich finden." Lotte hob das tränenbedeckte Gesicht. Wie em Phantom war Paul Dertrams Bild vor ihr auf- getaucht. . r. „Ich kann nur einen Mann heiraten, den ich lieb habe", sprach sie leise, gequält Das sind Kindereien, über die du, wenn du ein paar Iahre älter bist, lachen wirst!" In einer starren Frage waren Lottes große, blaue Augen auf ihre Mutter gerichtet „Hast du Papa denn nicht aus Liebe geheiratet? Elsbeth Iason geriet sichtlich in Verlegenheit. „Auch das", antwortete sie stockend, „die Haupt- I rahmen am ( llmpfe A lSpsbaA s-mE ron ' c,i r tzchaumbur dorf 99. e$iefrt«ir UnKQndDare Bau u. Hypoihekengelder gegen Raten rück- zahlang mit Lebens- u. Kranken- versicherungs- echuta. Prospekt Nr. 301 kost en 1. 4662 D a.M„ Gwinnerstr. 37. Iason zündete sich eine Zigarre an. Er paffte dicke Rauchwolken in die Luft Sein Gesicht erhellte sich. Er trat auf Lotte zu, die in sich ver- funken dasah. „Höre mal, Lotte, ich habe eine Idee! sagte er, aus seinen Augen lachte der Schalk. „Du darfst mich aber nicht Mama verraten?" Da Lotte ihn verwundert ansah, fuhr er rasch fort: „Wir möchten beide noch eine Zeitlang in Vor- derney bleiben, du und ich! Sollen wir uns da wegen dieses blöden Dr. Kröger vertreiben lassen? Da wären wir schön dumm! Warum sollen wir nicht ein wenig Theater spielen? Du gibst dich wohl oder übel mit Dr. Kröger ab, du tust so, als ob du mit einem Male deine Sympathie für ihn entdeckt hättest: innerlich kannst du ja über ihn denken, wie du magst! Die Hauptsache ist, daß Mama beruhigt wird!" „lind wenn aus diesem Spiel Ernst wird, Papa?" fragte Lotte furchtsam. „Du meinst, wenn Mama mit ihrem mütterlichen Segen herausrücken würde?" Er lachte unbekümmert auf. „Das merken wir schon rechtzeitig, dann stoppen wir! Die Hauptsache ist, daß wir noch ein paar Tage hier herausschlagen!" Lotte war nicht recht wohl bei diesem Plan. Der Gedanke, nun weiterhin um Kröger sein, seine Aähe, sein fades, trockenes Gerede ertragen zu müssen, hatte nichts Verlockendes für sie. „Mache doch kein so miesepetriges Gesicht, Lotte!" ermunterte Iason sie. „Es ist absolut keine Gefahr bei der Geschichte. Lange genug haben wir beide nach Mamas Pfeife getanzt: warum sollen wir nun nicht auch einmal tun, was uns behagt?" Von Lotte fielen plötzlich alle Bedenken ab. War nicht alles Unangenehme, das Zusammensein mit Kröger, das falsche Spiel ihrer Mutter gegenüber, leicht zu ertragen in dem Gedanken, daß sie nicht fort mußte aus Paul Dertrams Aähe, daß sie den Schauspieler täglich sehen, vielleicht wieder einmal mit ihm sprechen konnte... Ihre vorherige Traurigkeit war verflogen. „Ich will es versuchen, Papa! Wenn die Sache aber gefährlich wird, mußt du mich herausreihen!" Darauf kannst du dich verlassen!" antwortete Iason im Brustton der lleberzeugung: sein Mut j Empfehlungen | Trockenes Nadelholz- Sägemehl sowie gebündeltes Brennholz laufend in großen Mengen iWaggons) abAugeben. [4654V Boäerl DeipeuM Holzhandlung Wine« Sieg. Lva am Strand Vornan von Hermann Weick. Zwei Klaviere (Fabrikat Zimmermann) billig zu verk. Georg Ebert, Stlaoiermacbet, Ludwigstr. 5 p. »MM Sehr gut erhaltener Kinderwagen zu verk. Schr. Ansr. u. 04021 a.d.Gfi. Anz. war immer sehr groß, wenn Elsbeth Iason nicht in der Aühe weilte. VIII. „Werden Sie heute mit dem Bild fertig werden?" fragte Hanna Moest, als sie an Leupolds Seite zu den Dünen hinauswanderte. Leupold fuhr aus schweren Gedanken empor. „Ich denke ja.. „Ich freue mich^ daß das Bild so schön geworden ist!" Leupcld sagte nichts darauf. Wieder spannen ihn die düsteren Gedanken ein, die ihn feit Tagen nicht zur Ruhe kommen liehen. Immer wieder erlebte er jenen Augenblick, als Hanna Moest im Hotel den Brief erhalten hatte, bei dessen Anblick sie bestürzt, fassungslos gewesen war. Aur Freudiges konnte der Brief enthalten haben, das sagten ihm Hannas Mienen, ihr ganzes von Grund aus verändertes Wesen, das sie seitdem zur Schau trug. Unauffällig betrachtete Leupold die neben ihm Herschreitende. Ihr Gang hatte etwas Leichtes, Beschwingtes angenommen; das Ernste, Müde war aus ihren Zügen gewichen und hatte einem leuchtenden, erwartungsvollen Ausdruck Platz gemacht. Was war die Ursache dieser Veränderung? Wer hatte damals an Hanna geschrieben? Diese Fragen kehrten immer wieder: wie ein böses Gift frohen sie sich m Leupold hinein. Eifersucht peinigte ihn; er kämpfte dagegen wie gegen einen unsichtbaren Feind; aber immer mehr erlag er diesem wilden, verzehrenden Empfinden. „Do wären wir wieder", sagte Hanna Moest, als sie zu der Stelle gelangten, an der Leupold sie malte. Wie erwachend sah Leupold auf; in der Flut der Gedanken, die ihn durchtobten, hatte er des Weges nicht geachtet. Hanna setzte sich nieder. „Ist die Haltung so recht?" Leupold hatte die Staffelei auf gestellt. „Den Kopf, bitte, etwas nach links!" Mit einer zähen Verbissenheit arbeitete Leopold. Er wollte die qualvollen Gedanken in sich niederzwingen. Er war doch, zum Donnerwetter, kein fentimentaler Iüngling, der sich von seinen Gefühlen aus dem Gleichgewicht bringen ließ! (Fortsetzung folgt.). 2 ^gelegte > Ue ziemlich^ ? -ms alz d- fcs* leit IS VLs« n * 5, «ix Mb r'ft«eii Zchulpult billigst abzugeb. »,035 Näh. Neuitadt 14 v. | Kaufgesuchfr | Gut erhaltener ZwillinKS- Sitzlleffe wagen zu kauf. ges. Schriftl. Angebote unt. 04022 an den Gieß. Anz. (Verschiedenes j suche tur Säugling gute Pflegestättß. Angebote mit Preis unter W. B., Darmstadt, hauptpostlag. | Mietgesuche | Laden mit Lagerraum und Kontor zu miet. ges. Schriftl. Angeb. unt. 04009 a. den Gh. 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Dienstag, den 14. Iuli 1931, nachmittags 2 Uhr, sollen im „Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen sofortig« Barzahlung versteigert werden: 4653D Defen, Sofas, Schreibtische, Klaviere, diverse Flaschen Liköre, Tische, Stühle, Makohemden, Tischdecken, Bettwäsche, Diwane, Handtücher, Schränke, eine Schnellpresse, eine Tiegeldruckpresse, Büfetts, ein Pferd, Uhren, Ladentheken, Teppiche, eine Rohrgarnitur, Schreibmaschinen, eine Schaufenstereinrichtung, eine Dampfmaschine, eine Reg.-Kasse, Korbsessel, Chaiselongues, ein Bücherschrank, eine Rechenmaschine, Kredenze, ein Atlas, ein Harmonium, Strümpfe, Handschuhe, Gamaschen. Wilh. Hebbel Gerichtsvollzieher, Gießen, Wilhelmstraße 6 U, — Telephon 4039. b fertig-, geb»,. ?Wnbrm... ^üen iS M ‘ää Änderung? Küchen? *wX Einheit 8 Exnrna 7Kr»h NlderüA *h 1” bet fflut b Nie er btt -stellt, iter arbeitete 2«. •ebanten m sich Donnerwetter, stch von feinen mngenlich tt «*5 s"55 (I SS« Mfism* --° ilommer- Vprossen rverywj TjjjfplSSl K**? Zreffpu«1 L 2 fteB1?erBedn? B. Häuter^ Herd mit Selttn lt dem Gedanken KMW® irÄ!? S'ÄjS sss£ •Ti»__ IMS* Nr. 161 Zweiter Blatt Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 15. Zull (951 S.Jl.-tfport Westdeutsche Athletik-Meisterschaften. Westdeutschland« Leichtathletik-Meisterschaften nahmen am Samstag ihren Beginn. Die Herren kämpften bei gutem Welter und vor 1500 Zuschauern auf der Hessenkampfbahn in Kassel, während sich die Frauen in Duisburg trafen. Bei den Frauen gab e« allerdirrg« nur einige Dor- lämpse »um Fünfkampf, dagegen fielen bei den Männern in Kassel bereit« fünf Gntscheidunaen. Am »weiten Tage fanden sich aus der Hessenkampfbahn in Kassel 4000 Zuschauer ein. denen bei gutem Wetter und einwandfreien Bahnen wieder sarnose Leistungen geboren wurden. Besondere Erwähnung verdient die glänzende Zeit von 3: 58,8 Minuten, die der wesentlich verbesserte Schaumburg-Oberhausen über 1500 Meter erzielte. Böller- Köln durchlief die 400 Meter ohne stärkere Konkurrenz in 48,8 Sek. Ionath- Bochum und K i l p - Düsseldorf tourten Doppel- sieger Der erfolgreichste Verein war Düsseldorf 99. Splelvereinlgung 1900 bei den Westdeutschen Metsterschasten. Sie kleine Leichtathletiken-Efpedition, die die Spielveretniaung 1900 am Sonntag nach Kassel zu den Westdeutschen Meisterschaften entsandte, vermochte diesmal keine ersten Siege mit nach Hause zu bringen, sondern sich lediglich einigermaßen günstig zu placieren. Gerhardt und Sch aas belegten über 5000 Meter den 3. und den 4. Platz, Jung und Hopsenmüller vermochten im Zehnkamps den 6 bzto 7. Platz zu halten. Bepperling kam über den 400- Meter-Hürden vor lauf nicht hinau«. Gerhardt. der auch für die 10000 Meter startete, muhte wegen einer Magenstörung während de« Bennen« auf geben. Wasserball im (Sau Hessen OT. Im Bad des Männerbadeverein« Gießen wurden vor über 700 Zuschauern, würdig in den Rahmen de« Strandsestes eingeglietert. vier Pflichtspiele au «getragen In der A.ÄIafie trafen sich Tv 46 Gießen I und Turngemcinde Friedberg zum ersten Spiel. Beite Mannschasten zeigten anfangs ein sehr schöne« Spiel, reich an Technik und Spielerfahrung. Der wachsenden Spielschärfe war jedoch ter Schiedsrichter nicht gewachsen, so daß es zu sehr hart auf hart ging. Gießen ging sofort in Führung und siegte überlegen mit 6:1 Toren. si-Klasie. Tv. 46 Gießen II zeigte sich T. u. Spv. 60 Marburg überlegen und gewann mit 3:0. Die Niederlage im Dorspiel gegen Tv. Lauterbach machte Tv. 46 Gießen II durch einen 6 4-Sieg wett. Da« Treffen Tv. Lauterbach gegen T. u. Spv. 60 Marburg entetc 5:1 für Lauterbach. Die Spiele ter 6-Klasse bewiesen, daß e« dem Gau Hessen nicht an Nachwuchs für den schönen Wassersport fehlt, da diese Mannschaften dieses Jahr zum ersten- mal auf den Plan treten. 26. Ruderregatta - Zubiläumsregatta. Die 3ubiläum«rcgatta de« Lahnregattaverban- te«. der in diesem Jahre das 25jährige Bestehen leiem konnte, war ter Gießener Ruder- gesells chast von 1 877 zur Ausrichtung übertragen. 21 Dereine. maßgebende Dereine von Frankfurt. Offenbach. Saarbrücken usw., nahmen daran teil. Die ersten Dorrennen ter Regatta landen bereit« am SamStagvormittag statt, weitere Dorrennen, bei denen sich schon mancher spannende Kampf entwickelte, tourten am Sonntagmorgen durchgeführt. Da« Programm ter Regatta sah insgesamt 31 Rennen vor. von denen allerdings nur 21 zur Durchführung gelangten. Mangelnde Beteiligung. Abmeldungen noch vor dem Rennen ufto. verhinderten das Zustante- fommen ter übrigen Rennen. Leiter fielen auch die beiten Achterrennen, die am Schlüsse de« Programm« vorgesehen waren, ter dritte Achter und der große Achter. auS. Am Samstag- nachmittag gelangten vor nur wenigen Zuschauern eine Anzahl Rennen zur Durchführung, die jedoch mit zwei Ausnahmen nicht besonders befriedigten. Dor allem tourte sehr störend emp- hinten, daß verschiedene Mannschaften während des Rennen« auf gaben und jeweils ter Sieger allein durch das Ziel ging. Das schönste Rennen des Tage« brachte der Zweite Achter, ter die Mannschaften der GRG. und des Offenbacher RD. auf dem Wasser sah. Die Gießener errangen in hartem Gndkampf einen schönen Sieg. Ein sehr spannendes Rennen entwickelte sich im Zweiten Siner. Leih. Wetzlarer REt. siegte knapp vor 2 ö d t. GRG. Auch hier lieferten sich die Ruderer einen rassigen Endkamps. Die Abwicklung der Rennen vollzog sich etwas schleppend. Diese Tatsache trat leider auch am Sonntag in Erscheinung. um so mehr, als die einzelnen Rennen durch verschiedene Darbietungen wassersportlicher Art (Wasserballspiel. Schwimmwettkämpse, Rettungsschwimmen. Rudern in Jolle und Kutter des Marinevereins) etwas verzögert tourten. C« bleibt zu erwägen, ob die Einlage solcher Sondervorsührungen während einer Ruderregatta tatsächlich zweckmäßig ist. Die Gießener Rudergesellschaft vermochte am Gonntagnachmir- fefl einen überzeugenden Sieg im Abolf-Fischer- Eedächtnis-Dierer zu landen, intern sie den Marburger RD. mit zwei Längen Dvrsprung schlug. Sin weiterer spannender Kamps entwickelte sich außerdem im tt-Iungmann-Dierer. den die Marburger nur mit einem sehr knappen Dorsprung vor dem Gießener Ruderklub Hassia an sich brachten. Die Ruderer der Hassia behaupteten sich sehr gut. Der Lahn-Achter sah die Gießener Rutergesellschast und den Ruderklub Hassia im Rennen. Diesem Wettbewerb sah man mit besonderem Interesse entgegen Der Sieg war ter Mannschaft der GRG. allerdings nicht zu nehmen Sehr tapfer hielten sich die Damen der GRG. im Dierer gegen die Damen de« Offenbacher RD. Am Samstag fand im Rahmen deS atlge- meinen Programms ein Begrüßungsabend im Bootshause ter GRG. statt, währenddem zugleich des Jubiläums des Lahn- regattaverbandes gedacht wurde. Die Paddelabteilung des GRG. führte einen prächtigen Lampionreigen vor. Am Sonntagabend sand man sich nach dem Rennen zu einer Siegerehrung ein Der Rest des Abends war einem gemütlichen Beisammensein gewidmet. Oie Ergebnisse. Erster Tag. Iean-Kirch-GebächtnlS-Dierer. 1. GRG. 7:05,0; Weilburg gab bei 1200 Meter auf und überließ den Gießenern einen leichten Sieg. (Die GRG.-Mannschaft: Flimm, Decker, Köhler, Hartmann. St.: Loh.) Erster Iungmann-Dierer: 1. Unbine Saarbrücken 6:50,0; 2. Offenbacher RD 6:59,0; 3. Kurhesfen Kassel 7:09,0; Undine Offenbach gewann nach Belieben und lag im Ziel drei Längen vor dem zweiten Boot. Die Kasseler lagen sechs Längen hinter dem Sieger. Saarbrücken tag bereits bei 500 Meter sicher in Front. Iungmann-Einer: 1. Iödt. GRG.; Fleischhauer, Undine Offenbach, gab bei 1200 Meter auf. Zweiter Dierer: 1. Nassovia Frankfurt- Höchst 6:58. RD Offenbach gab bei 800 und die Ruderer der GRG. bei 1200 Meter auf. Anfänge r-Dierer: 1. Gießener R.-El. „Hassia"; 2. Rudersport 1913 Gießen 7:12,0. Das erste Rennen der „Hassia" im DRD. endete mit einem überzeugenden Sieg. In großem Abstand folgte der Lvkalgegner. Zu berücksichtigen bleibt allerdings, daß „Hassia" eine Senioren- mannschaft stellte, denen gegenüber die Iung- mannen des Rudersportvereins nicht nahe kommen konnten (Die ..Hassia"-Mannschaft: Müller, DehuS, Hüttenberger. Herlmann. St.: Roll.) Zweiter Einer: 1. Leitz. Wetzlarer R -El. 7:04,8; 2. Iödt. GRG.; Fleischhauer. Undine Offenbach, gab abermals auf. Zw: chen Leitz und Iödt entwickelte sich ein scharfe« Rennen. Iödt führte kurz nach dem Start, mußte aber auf der Strecke die Führung an Leitz abgeben. Dor dem Ziel holte Iödt energisch auf. vermochte aber nur auf eine halbe Länge an den Gegner heranzu- kommen, der fch.:eßlich knapper oicgcr wurde. Akademischer Dierer: 1. GRG 6:46.0; 2. Universitätssportelub Frankfurt 6:58 4 Die Gießener lieferten «in schöne« Rennen und lagen im Ziel drei Längen vor dem Gegner. Die Frankfurter versuchten tm Endlpurt vergeblich, die Distanz zu verringern. (Die GRG.-Mannschaft: Flimm. Hartmann. Neuroch. Goetz, St.: Boden- stein.) Erster Jun ior-Dierer: 1. Undine Saarbrücken 6:51,4; R -El. Dortmund aufgegeben. Doppelzweier: 1. GRG 6:31.8; Hornberger R.-El. gab bei 1400 Meter auf. Die Gießener Timpe und Iödt. fuhren das Rennen in prächtigem Stil bei guter Zeit und landeten noch verhältnismäßig frisch (obwohl Iödt bereits da« 3. Rennen bestritten hatte) im Ziel. Trost-Vierer: 1. Frankfurter RG. Sachsenhausen 6 56,0; 2. Frankfurter REl. 6:57,4. Die beiden Mannschaften lieferten sich einen scharfen Bord- an-Bord-Kamps. den Sachsenhausen mit A Bootlänge für sich entschied. Verein Rudersport gab leider be- r c 11 bei ....... Meter auf. Zweiter Achter: 1. GRG. 5:48,4; 2. Offen- bacher RV. 5:49,0. Das spannendste und schönste •Rennen des Tages. Ein heftiger Zweikampf entwickelte sich zwischen den beiden Mannschaften, Bord an Bord lagen die beiden Boote noch knapp vor dem Ziel. Durch eine große (Fnergieleiftung schoben sich bann die Gießener um ein geringes nach vorne und rissen einen knappen aber verdienten Sieg an sich. Der Endkampf wurde von den begeisterten Zuschauern mit großer Spannung verfolgt. (Die Mann- schäft der GRG.: Weidig, Hartmann, Kuschke, Becker, Köhler, Flimm, Neuroth, Goetz, Steuer: Loh.) Zweiter Tag. Adolf - Fischer - Gedächtnis - Dle - rcr: 1. GRG. 7:06.4; 2. Marburger RD. 7:16,1. Die Gießener gewannen da« Rennen sicher mit zwei Längen Dorsprung. (Die GRG.-Mannschaft: Weidig. Kuschke, Neuroth. Goetz, St.: Loh.) Erster Dierer: 1. Frankfurter Germani» 6:58.6; 2. Offenbacher RD. 7:01,1. Offenbach führte vom Start weg bi« 800 Meter. Frankfurt holte auf. riß die Führung an sich, die Offenbacher gaben jedoch nicht nach, und erst im Endkampf arbeiteten die Frankfurter mit einer halten Länge Dorsprung ten Sieg herau«. . Rennen für Damen: 1. Offenbacher RD. 421.0; 2. GRG. 4:26.4. Die Offenbacherinnen lagen den größten Teil der Strecke leicht im 33orte r[, vermochten ater im Ziel mit einer halten Länge Dorsprung siegreich $u sein. Die Gießener Damen waren den Gegnerinnen körperlich weit unterlegen. Immerhin darf man sagen, daß sie sich sehr gut behauptet hatten. (Die GRG- Mannschaft: Herta Ebert, Toni Geilsuß, Hana- lenc Kipper. Ilse Roll. St.: Lino Noll.) Iungmann-Achter: 1. SaarbrückenerRG. Unbine 6:20,4. 2. GRG. 6:29,4. 3. Kurhessen Kassel 6:30,6. Die Saarbrückener waren die Favoriten und ließen sich auch den Sieg nicht streittg machen. Die Gießener hielten in ansprechender Form den 2. Platz, verloren aber erst kurz vor dem Ziel wesentlich an Terrain, Die Saarbrückener, die eine körperlich sehr kräftige Mannschaft stellten, ruderten einen vorzüglichen Stil und waren nicht zu schlagen. (Die GRG -Mannschaft: Blumschein, Rübsamen, Weidig. Kuschke, Bonner, Preun, Neuroch, Goetz, St.: Loh.) K-Iungmann-Dierer: 1. Marburger RD. 7:09.0. 2. Gießener REl. Hassia 7:11,2. In einem scharfen Endkampf blieben die Marburger Sieger mit dem knappen Dorsprung von nuf wenigen Meter. Die Bingener, die ebenfalls im Rennen lagen, gaben vorzeitig auf. (Die Hassia-Mannschaft: Müller. Dehus, Rühl. Gold- Horn, St.: Noll.) Oie ideale Biographie. Berühmtheit in der Nähe. — Messung des Unmepbaren. Von Hranz Blei. Ich kann nur annähernd da« teste Beispiel einer Biographie nennen. Sie hat immer wieder neu aufgelegte und immer wieder gelesene sechs Aände ziemlichen Umfange«, gibt sich für nichts sonst aus als die genaue Beschreibung eine« te- slimmten Geben«, will damit weder ein nachzu- «serntes. noch ein abschreckende« Beispiel auf- lellen und betrifft einen Mann, von dem die meisten Leser dieser Zeilen kaum den Namen kennen dürften, und von dem. außer, in der Schule, selbst in seinem englischen Heimatlande kaum mehr seit Jahrzehnten jemand eine Zeile liest, außer als Schlafmittel. Der Mann heißt Samuel Johnson, und sein sechsbändiger Dio- «aph heißt Dothwell. Er saß seinem Helden liebevoll sozusagen auf ter Pelle bei Tag und fei Nacht. Er schrieb ihn ab von außen und innen mb um ihn herum. Es ist ein unsterbliches Buch um einen vergessenen Menschen, den nur die Literaturgeschichten am Geben erhalten. Aber dieser Samuel Johnson ist immerhin einaal berühmt gewesen, und man rührt leicht den Hut bei Nennung seines Namens. So ist er nicht Ter richtige Held für eine rechte Biographie, wie ib sie mir denke. Der Held meiner bevorzugten Äiographie dürfte nie ein Held gewesen sein iber da« bescheidene Maß Heldentum hinaus. Ta« das gar nicht leichte und einfadje private Leben von jedem verlangt. Tut er ein wenig nchr ober leistet er gar etwas, und sei es auch nur Rekordbrechen, so bin ich Abraham Gincolns Deinung, ter von Biographien sagt, daß sie falsch und irreführend seien. Denn der Verfasser male seinen Helten als ein vollkommenes Wesen, vergrößere seine Dorzüge, verkleinere oder verschweige seine Fehler, und solche Verbreitung der Güge sei eine Beleidigung de« Gebenden sowohl wie eine des Andenkens bc« Toten. Gewiß, ter Biograph kann nicht bas Geben c_nc« großen Mannes beschreiten, der in den Dinteln liegt. Aber et zeigt eine Neigung dazu, so zu tun, als ob er schon aus den Windeln die künftige Gröhe lesen könne. Das ist sein Trick, ohne den es nicht zu gehen scheint. Der Biograph tut so, als ob er ter Gröhe feines Helden immer auf ter Spur folgte oder ihr gar voraus wäre. Und das ist fein zweiter Trick. Denn tattächlich schaut er ja seinem Helten m die Karten und sieht da die Atouts. Er. ter gewissermaßen post festum schreibt, tut so. als ob er ante festum schriebe. Läßt ihn der Held einmal mit bet Psychologie im Stich, hilft sich der Biograph, indem er je nach Temperament vom Genius, oder vom Dämon feine« Helden dunkel redet. Um ten Gefet nicht vor zu viel Größe erschaudern ju lallen (tote Schönheit ter Frau erkältet, Hübschheit anzieht), unterschlägt er kleine Schwächen de« Helden nicht mehr, nimmt sie ater in Schutz. Solche Dertraulichkcit verlebendigt bas sonst allzu starr geratende Bildnis. Der große Mensch, bas heißt, ter Mensch bedeutungsvoller oder eigentümlicher Geistungen auf irgend einem Gebiete wichtiger menschlicher Tätigkeit — er ist in den Geiftungcn, aber nicht in seiner Biographie interessant. Interessant kann hier immer nur der Biograph fein. Dothwell kam zu Johnson, weil er ihn in seinen Oei(hingen für bedeutend hielt ober tocii er es für seine Zeit auch ttxyr. Er verfiel dem Menschen, den er aufzeichnete, ater nicht zu beuten versuchte. Kein Mensch hat bie gar nicht intcrcffierente Biographie bes Dothwell geschrieben. Wir sind geneigt, uns bas Dilb eine« großen Menschen nach ter Vorstellung umzuschallen, die wir von ihm ober seiner Genialität haben. Gin- coln war gar nicht so. wie ihn die meisten seiner unzähligen Diographen dem Wunsche seines Volke« enllprechend barstellen. Er war faul und gar nicht fleißig, die Freiheit ter Neger war ihm egal, die Einheit ter Nation allein wichtig, er war nachlässig, schlampig, machte gern ordinäre Witze, hatte keine schöne, sondern eine recht grausliche Stimme und war nicht mehr Patriot, als sich mit einem außerordentlich guten gefunden Menschenver st and vertrug. Und fromm war er schon gar nicht. Wenn sich ater bie Oeffentlichkeit des großen Mannes bemächtigt, versucht sie immer ihn nach dem Bilde von Größe zu modeln, bas sie von vermeinter Größe in sich trägt. Oft gibt der große Mann nach und legt sich die gewünschte Maske der Gröhe vor seine wirkliche. Ost so sehr, daß diese wirkliche Gröhe verschwindet. Da wird er bie Deute seines eigenes Ruhmes und verliert seine Natur. Dann tun bie Biographen mit ihrem Helden äußerst schwer. Darum würde ich da« Ideal einer Biographie in der Lebensbeschreibung eines nichts sonst als sich selbst bedeutenden Mannes ohne jede Leistung. also ohne jede Oeffentlichkeit sehen. Eines irgendwelchen Mannes, dem sich ter Biograph sozusagen auf den Nacken setzt, um ihn bis zum Tote nicht mehr loszulafsen. Ich glaube, man würde aus der Biographie eines solchen Irgendeine« weit mehr und Wichtigere« erfahren, als au« den Lebensbeschreibungen solcher durchaus unemeßbarer Erscheinungen wie Napoleon, die man sich mit ganz untauglichen Mitteln meßbar zu machen sucht, um mchts als fein eigene« kleines Maß zu geben. Oie Liebesgeschichte beer letzten Zaren. Aus dem Briefwechsel des Zaren Nikolaus mit feiner Gemahlin find wir über die leidenschaftliche Zuneigung unterrichtet, die ten so tragisch geendeten Herrscher für seine Lebensgefährtin erfüllte. Die Dorgeschichte dieser Ehe. die eigentliche Liebensgeschichte zwischen den beiten, wird jetzt enthüllt durch das Tagebuch besZaren, aus tem die Prinzesiin R a d z i w i l l in ihrem soeben in London erschienenen Buch „Nikolaus II., ter Letzte ter Zaren" umfangreiche Stücke veröffentlicht Die Auszüge au« dem Tagebuch, die hier mitgetellt werden, beginnen bereits in seiner Jugend; sie find sehr naiv, verbreiten sich vielfach über Alltäglichkeiten und willen alles mögliche von ten vielen Onkeln und Tanten des Prinzen zu erzählen. Interellanter werten die Aufzeichnungen erst mit dem Abschluß ter Schulzeit. die der Prinz selbst mit den pathetischen Worten bezeichnet: „Ich habe meine Erziehung endgültig und für immer beendet“ Sein Leben als Erwachsener wirb durch die Mitteilung eröffnet: „Gestern wurden 125 Flaschen Champagner getrunken." Auch bie Liebe tritt nun in fein Dasein, indem er Beziehungen zu der Tänzerin Vierer ohne Steuermann: 1. Offen» bacher RD 6:41.0; 2. Frankfurter Germania 6:55,0. Mit einem großen Doriprung gingen die Offenbacher durch ba« Ziel. Im Junior-Einer erhielt Iödt iGRG.) den Preis zugetprochen. Dritter Vierer: 1 Frankfurter RG Sachsenhausen 6: 49.0. 2. RE Hanla Dortmund 6. 49.8; 3. Ottenbacher RD. 7:30.0. Zwischen Frankfurt- Sachsenhausen und Hanta Dortmund entwickelte sich ein rafhger Enbkampl. ten Sachsenhausen nur sehr knapp für sich entschied. Die Offenbacher lagen diesmal weit zurück. Lahn-Achter: 1. GRG. 6:24,1; 2. Gießener Ruderklub Hassia 6 34.2. Man erwartete die Mannschaft ter GRG. wohl im voraus al« Sieger Die Hassia-Mannschaft hielt sich während te« größten Teile« ter Strecke sehr gut, verlor aber in der weit au «gefahrenen Kurve vor tem Ziel sehr viel an Terrain. «Die GRG -Mannschaft: Weidig, Hartmann. Flimm. Becker. Köhler. Kuschke. Neuroth. Goetz. St.: Loh. Die Hassia- Mannschaft: Frank, Weller. Rühl, Gollchorn, Hüttenberger, Dehu», Müller, Heilmann, St.: Fränzel. I Zweiter Junior-Vierer: 1. Weilburger RA. 6:51,0; 2. RV Bad Em» 7:00,4; 3. Frankfurter RG. Sachsenhausen 7:17,0. Die Weilburger ließen in diesem Rennen ihre Gegner sehr weit zurück. Sachsenhausen enttäuschte. Ermunterung» -Vierer: 1 Akademischer Sportklub der Universität Frankfurt 7:01,0; 2. Verein Rudersport Gießen 7:06,2. Den Frankfurter Studenten war der Sieg nur mit einer Länge Vorsprung vergönnt. (Die Rudersport-Mannschast: Münch, Wagenbach, Fröhlich, Immel, Steuer: Muh- sich.) Zweiter Iungmann-Vierer: 1. Saarbrückener RK 6:48,0; 2. Offenbacher RD. 6:57,0. Die Saarbrückener errangen hier einen sicheren Sieg. , Die Regatta in ihrer Gesamtheit war für die Deranstalterin. die Gießener Rutergesellschaf t. ein großer Erfolg. Nicht weniger als ach! erste Siege konnten bie Ruberer ber GRG. an ihre Fahnen heften. Dieser Erfolg darf nicht zuletzt tem Trainer gutgeschrieben werben, ter dabuvch seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt haben bürfte. Den beiden anderen Gießener Rudervereinen war es mit Ausnahme der Hassia (einen 1. Sieg) nicht vergönnt, größere Erfolge zu verzeichnen. Leiter verhielt sich ein kleiner Teil deS Publikums verschiedentlich wenig sportlich, so baß einige Ruberer Anlaß zu Klagen hatten. Die Regatta war am Sonntag sehr gut besucht. Oberheffen. Pfarrer Schulte 70 Jahre alt. Am 14. Juli kann Pfarrer Schulte, seit 1927 in Großen-Linden im Ruhestanb lebend, wo er seit 1906 erster Pfarrer war, seinen 7 0. Geburtstag begehen. Die Lefer ter „Heimat im Dilb" te« Gießener Anzeigers kennen ihn aus vielen wertvollen volkskundlichen und heimatgeschichtlichen Beiträgen. Otto Schulte tourte in Düsseldorf am 14. Juli 1861 als Sohn eines Papierfabrikanten geboren. Rach tem Schulbesuch bezog er Ostern 1882 die Universität Bonn und studierte dort drei Semester, danach zu Berlin ein Semester Rechtswissenschaft. Unbefriedigt von tem RechtSstudium entschloß er sich, Theologie zu studieren. Gr ging für vier Semester an bie Universität Halle und danach an die Landesuniversität Gießen. Nach dem Besuch tes Predigerseminars zu Friedberg und bestandenem Examen tourte er im April 1889 Pfarrverwalter in Engelrob im Dogelsterg, Ende 1897 würbe er Pfarrer au Beuern, 1906 kam er nach Großen-Linben. wo ihm eine an Erfolgen reiche Arbeitzeit beschieten war. Sein Name wirb für immer verbauten bleiben mit ter Wiederherstellung ber Kirche, ter ältesten eine unseres Lan- tes, bie noch heute in kirchlicher Benutzung ist. Es galt eine Erneuerung im Innern unb eine Erweiterung be« Baues durchzuführen, die ten Forderungen der praktischen Zweckmäßigkeit entsprachen unb boch ben Charakter tes über 700 Jahre alten Baues ehrfurchtsvoll wahrten. Dazu bedurfte eS eines berufenen Baumeisters — es war Professor Walbe zu Darmstadt —, aber ebenso eines geschichtlich geschulten Pfarrers, der Mathilde K r z e s i n s k a unterhält. Doch die wahre, die große Liebe geht ihm erst auf, als er der „unvergleichlichen Alix", ter Prinzesiin Alice von Hessen, begegnet. Sie verbringt einen Winter in Petersburg, unb er versiert sofort sein Herz an sie Aber er muß bemerken, daß „Detter Eddy", der Herzcg von Clarence, von den gleichen Gefühlen beseelt ist. unb bleibt eine Zeitlang hinter tem Nebenbuhler zurück. Aber in ber Tiefe tes Herzens hofft er. „Es ist schon 18 Monate her", vertraut er seinem Tagebuch an. „seit ich darüber mit Papa in Peterhof sprach, unb seitdem hat sich nichts geändert. Mein Traum ist es. Alice von Hessen zu heiraten. Ich habe sie lange Zeit geliebt, aber tiefer und glühender seit dem Jahre 1389, da sie sechs Wochen in Petersburg verbrachte. Ich habe lange Zeit gegen mein Gefühl angekämpft und mich zu überreden versucht, daß es eine unmögliche Sache sei, aber feit Eddy seinen Gedanken. sie zu heiraten, auf gab ober von ihr abgelehnt wurde, scheint mir bas einzige Hinder- nis zwischen uns nur noch die religiöse Frage. Es gibt fein anderes, denn ich bin überzeugt, daß sie meine Gefühle teilt.“ An Gegnerschall gegen diese Ehe hat es bei Hole nicht gefehlt. „Zwei Wege scheinen für mich offen“, schreibt er. . Ich selbst wünsche den einen einzuschlagen, aber Mama ist augenscheinlich für den zweiten. WaS wirb geschehen." Die Mutter dachte als künftige Schwiegertochter an bie Prinzesiin Helene, bie Tochter tes Grafen von Paris, und gewiß würbe die Geschichte einen arttem Verlauf genommen hoben, wenn sich ihr Plan verwirklicht hätte, aber ter Zarewitsch setzte seinen Willen durch. Er wurde zu ber Hochzeit tes Brüters der „unvergleichlichen Alix" in ter offensichtlichen Absicht geschickt, um seinen Antrag zu machen. Diele Fürstlichkeiten waren versammelt, auch bie Königin Dictvria unb ber Prinz von Wale«, ben er „Onkel Bertie" nennt; auch Kaiser Wilhelm II. war da, unb man verfolgte mit (Spannung den Antrag. „Wilhelm sah mit meinen Onkeln unb Tanten im Raum nebenan, um bas Ergebnis zu erwarten", heißt es im Tagebuch. Seine Bewerbung wurde angenommen, unb auf Vorschlag von „Onkel Dertte" „tourte bie ganze .Familie im Garten photographiert". den Plänen des Meisters bei Gemeinde und Behörden zur Annahme und Durchführung verhalf. Das geleistet zu haben, ist Otto Schultes bleiben- des Verdienst um seine Gemeinde Grohen-Linden und darüber hinaus. In Grohen-Linden wissen alle mit Dankbarkeit, dah Pfarrer Schulte im Segen gewirkt hat. Sie wissen auch, unter welchen Muhen und Opfern er oft diese Arbeit tat. Jahre lang hatte er zu leiden unter Krankheit, und schweres Herzeleid ist ihm nicht erspart geblieben. Einen hoffnungsvollen Sohn hat er im Krieg dem Vaterland zum Opfer gegeben, ein zweiter wurde ihm später in der Blüte der Jahre durch den Tod entrissen. Dorfpfarrer war er durch Jahrzehnte, und nur das wollte er sein, und darum ist er der Mann der Volkskunde geworden, dessen Name Klang hat weit über seine Heimat und das Hessenland hinaus, und eben darum auch der Heimatgeschichtler, er auf dem Dorf in Hessen, der seine Jugend in der Großstadt am Niederrhein verlebt hatte. Er sagt selbst darüber: „In der Stadt geboren und erzogen bin ich zum besonderen Freund des Landvolks geworden. Und das kam so. Ich erkannte bald im Vogelsberg bei meiner amtlichen Tätigkeit, daß wir in keiner Weise, weder auf der Universität noch aus dem Prediger- Seminar zum Landpfarrer ausgebildet waren. Ich wollte aber der Seelsorger, der wirkliche Pfarrer meiner Bauerngemeinde sein. So begann ich ihr Leben, ihr Denken zu beobachten und niederzuschreiben. Ich kam in die Volkskunde hinein und sah bald, daß der Bauer ein eigenartiges Leben hat, total verschieden von Städter. Einige Aufsätze, die ich darüber veröffentlichte, erregten Aufsehen, ich arbeitete mich immer weiter hinein, und so bin heute (1906) Vorsitzender der hessischen Vereinigung für Volkskunde." Die Volkskunde als Wissenschaft, heute allgemein anerkannt von ihren älteren Schwestern als ebenbürtig, war damals noch in ihren Anfängen; Hessen und insonderheit Gießen hat den Ruhm, wenn nicht ihre Geburtsstätte, so doch gewiß ihre vorzügliche Pflegestätte von Anfang an gewesen zu sein. Otto Schulte hat in der Hessischen Vereinigung für Volkskunde das Kind mit aus der Taufe heben helfen. Volkskunde und Heimatgeschichte sind eng verwandt. Will man der Menschen der Gegenwart recht kundig werden, so muß man auch erforschen, wes Kinder sie sind, den geschichtlichen Boden, auf dem sie gewachsen sind. Darum wurde 8er Volkskundler Otto Schulte — oder richtiger war es von Anfang — der Forscher auf dem Gebiet der Heimat- und Orts- aeschichte. Daß die Geschichte des Hüttenbergs und sonderlich Großen-Lindens durchleuchtet ist, wie nur weniger Gegenden und Orte, ist Schulte zu danken. Die letzte reife Frucht seiner Forschung ist sein im vorigen Jahr erschienenes Buch über den Großen- Lindener Pfarrer im 17. Jahrhundert Philipp V i • gelius. Die letzte Frucht bis jetzt. Mögen noch manche folgen! Möge Otto Schulte die Arbeitskraft noch lange erhalten bleiben, sie zu schaffen. Landkreis Gießen. -/- L i ch, 11. Juli. Unter zahlreicher Beteiligung und unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle, sowie des Turn- und Kriegervereins wurde gestern nachmittag der längsährige Prokurist derDrauerei Ihring-Melchior, Fritz Wagner, zu Grube getragen. Bei der Trauerfeier auf dem Friedhof legten nach der Grabrede des Geistlichen, Stifts- bä)einten Kahn, die Firma Ihring-Melchior, die Angestellten und Arbeiter der Brauerei, die Licher Dank, der Tum- und Kriegerverein, der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband, sowie die Attersvereinigung der Gießener 50er 1875—1925 prachtvolle Kränze nieder. Prokurist Wagner war 34 Jahre bei der Firma Ihring- Melchior tätig, er war Direktor der Licher Dank und Vorsitzender der hiesigen Ortsgruppe des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes. Er erfreute sich wegen seiner hervorragenden Charaktereigenschaften und seiner beruflichen Verdienste allgemeiner Beliebtheit. Preußen. Kreis Wetzlar. ^.Hörnsheim, 10. Juli. In der Sitzung des Gemeinderates am Mittwoch wurde der Haushaltsplan für das R j. 19 31 beraten. Der Gemeindezuschlag auf die staatliche Steuer vvm Grundvermögen wurde für bebauten und unbebauten Grundbesitz von 275 Prozent auf 260 Prozent gesenkt. Der Gemeindezuschlag auf die Gewerbekapital- und Gewerbeertragsteuer wurde au 275 Prozent festgesetzt. Für Wegebauzwecke wurden 1000 Mark bewilligt. Das Spritzenhaus soll instondgesetzt werden. Außerdem sollen die Feuerlöschgerätschaften eine Ergänzung erfahren. Der Haushaltsplan wurde in Einnahme und Ausgabe auf 56 750 Mark festgestellt. I Dornholzhausen, 10. Juli. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Beratung des Haushaltsplanes für das Rj. 1931. Der Gemeindezuschlag auf die staatliche Steuer vom Grundvermögen wurde für bebauten und unbebauten Grundbesitz von 350 auf 305 Prozent gesenkt. Auf die Gewerbekapital- und Gewerbeertragsteuer kommt ein Gememdezu- schlag von je 350 Proz. zur Erhebung. Die Derert- stellung von Mitteln für die zwecke Lehrerstelle wurde abgelehnt. Für Wegebauzwecke wurden 400 Mark zur Verfügung gestellt. Der Haushaltsplan wurde in Einnahme und Ausgabe auf 39 770 Mk. festgestellt. Oie Zeilmühle bei Ilbeshausen niedergebranni. • Ilbeshausen, 12. Juli. Heute nacht ge- gen 1 Uhr wurde unser Dorf durch Feueralarm in Aufregung verseht. In der zwischen Ilbeshausen und Hochwaldhausen gelegenen Z e i I - mühle war auf bis jetzt noch unaufgeklärte Art Fe ue r ausgebrochen, das sich derartig rasch auf Wohnhaus und Stallungen verbreitete, dah die Feuerwehr, die in ganz kurzer Zeit zur Stelle war und dem wütenden Clement mit fünf Schlauchleitungen begegnete, desselben nicht Herr zu werden vermochte. Mühle, sowie Wohnhaus und Stallungen wurden vollkommen eingeäschert. Pferde und Kühe konnten gerettet werden; die Bewohner retteten nur ihr nacktes Leben. Der Schaden ist ganz beträchtlich und soll nur zum Teil durch Versicherung gedeckt fein. An Mehl allein sollen 300 Zentner verbrannt sein. Drei Kinder im Rhein ertrunken. Mit einem Lastauto kn den Strom gestürzt. WSA. Eich (Kreis Worms), 11. Juli. Ein chweres Unglück hat sich gestern abend hier ereignet. Das Lastauto des Fuhrunternehmers Belzer! von Gimbsheim fuhr mit etwa hundert Zentner Kies nach Eimsheim. Der Chauffeur hatte acht Kinder aus Eimsheim zu ihrem Vergnügen mitgenommen. Am Rhein in der Bähe von Eich kam der L a st k r a f t -, wagen plötzlich ins Butschen und sauste die Uferböschung hinab in den Rhein. Dem Chauffeur gelang es im letzten Augenblick, einen Teil der Kinder vom Wagen herabzureihen; doch konnte er nicht verhindern, dah drei Kinder mit dem Wagen in den Fluten des Rheins verschwanden und ertranken. Die Rettungsversuche waren erfolglos. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. )( L i ch, 10. Juli. Am Mittwoch fand im Gemeindesaal unter dem Vorsitz von Dekan Engel (Obbornhofen) der Dekanatstag des Dekanats Hungen statt. Rach der Andacht, nach der Begrüßung und dem Gedenken der ver- skdrbenen Mitglieder und den Ergän^ungswahlen erstattete Pfarrer Beck (Hungen) den Jahresbericht für die Jahre 1929 und 1930. Die Durchschnittszahl der Kirchenbesucher betrug 33 v. H. bzw. 36 v. H. die der Abendsmahlbesucher 132 bzw. 126 v. H, die Liebesgaben ergaben pro Kopf der Bevölkerung 1,95 bzw. 2,05 Mark. An Spenden gingen in den Jahren 1929 und 1930 ein: für Anstalten und Vereine 28 830 Mark (25 858 Mark); für allgemeine kirchliche Kollekte 5612 Mark (4987 Mark); für die Armen 2217 Mark (3147 Mark); für sonstige kirchliche Zwecke 7950 Mark (8212 Mark), insgesamt also 44 608 Mark (42 304 Mark). Die Pfarreien Münzen- berg, Hungern Lich, Södel, Wölfersheim und Hokzheim wurden in den beiden Berichtsjahren neu beseht. Der Voranschlag für 1931 wurde genehmigt. Zum Schluß hielt Pfarrer Herber (Wölfersheim) einen Vortrag über „Die Auf- gaben der Gemeinden im Abwehrkampf der Kirche", der eine rege Aussprache auslöste. Ein Choral beschloß die Tagung. Vundsuukprogramm. Dienstag, 14.3uli. 7.30 bis 8.30: Bad Orb: Frühkonzert des Kurorchesters. 12: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Aachmittag. 16.30: Rachmit- tagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.15: „Italien und die europäische Krise", Vortrag von Fritz Schotchöfer. 18.45: „Die Abrüstungsfrage", ein Zwiegespräch zwischen Landtagsdirektor Dr. Eisenmann und Emst Stockinger. 19.15: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 19.45: Flug in den Weltenraum. Eine Hörfolge. 21: Musikalische Schallplatten-Umschau. 21.45: Musikalische Plagiate. Ein amüsanter „Roten"-Wech- sel mit nachdenklichen Anmerkungen von Hans Reimann. 23.05 bis 24: Tanzmusik. Mittwoch, 15. Juli. 7.30 bis 8.30: Bad Salzschlirf: Frühkonzert des Kurorchesters. 12.00: Schallplattenkonzert. 12.20: Schlohplah Stuttgart: Promenaden-Konzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Bad-Nauheim: Konzert des Kurorchesters. 18.10: „Wie wird der Grundbesitz in Hessen-Nasi au neu bewertet werden?", Vortrag von Dr. Köbner, Syndikus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. 18.40: „Theater und Dichtung im Elsaß", Vortrag von Karl Walter. 19.05: Karlsruhe: Saxophonkonzert der Kapelle Haas-Mahagonny. 19.30: „Bergwerk." Erlebte Geschichten von Paul Laven. 20.00: Düsseldorf. Städt. Turnhalle: Militärkonzert der verstärkten Kapelle des ehemaligen Nie- verrheinischen Füsilier-Regiments Nr. 39. 21.30: „Ereh ertrinkt". „Erlebnis am schwarzen See." Zwei Erzählungen von Andreas Zeltler. Dorgelesen vorn Verfasser. Donnerstag, 16. Juli. 7.30 bis 8.30 (Bad Salzschlirf): Frühkonzert des Kurorchesters. 12: Schallplattenkonzert. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Zeitfragen. 18.35: „Soziale Krankheit", Gespräch zwischen Professor Viktor von Weizsäcker und Dolf Sternberger. 19.30 (Von München): Bunte Zwischenstunde. 20 40: Mandolinenkonzert des Mandolinen-Quar- tetts „Frankonia". 21.30: Die Hand, die Samstags ihren Besen führt..., ein heiteres Spiel ür verträgliche Leute. 22.50 bis 23.30: Tanzmusik. Freitag, 17. Juli. 7.30 bis 8.30: (Bad-Nauheim): Frühkonzert des Kurorchesters. 12.00: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15,50: „Die Landschaftsschule im Kreise Saarburg, Auswertung einer Heimatwanderung in der einklassigen Schule in Tisch", von Lehrer Ober» trete. 15.50: (Aus Aschaffenburg): Gang durch die Stiftskirche, Hörbericht von W. W. Knoeckel. 16.30: (Bad-Nauheim): Konzert des Kurorchesters. 18.10: Stunde des Buches. 18.45: „Der Zensor beanstandet ...!" Eine Plauderei von Dr. Hans Feld. 19.15: „Brustschmerzen als Ursache für Lungen- und Herzleiden". 19.45: Bunte Stunde auf Schallplatten. 20.30: Symphonie-Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21.45: Alte und neuere russische Kirchenlieder. 22.35 bis 24.00: Tanzmusik. Samstag, 18. Juli. 7.30 (Bad-Nauheim): Frühkonzert des Kur- orchesters. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Kind und Spiel in der Musik, Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 18.10: „Die junge Generation", Gespräch, geführt von - Wolfgang Weyrauch. 18.45: „47 Jahre deutscher Arbeit In Elsah-Lothringen 1871 bis 1918“, Vortrag von Dr. Busemann. 19.15: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Anekdoten, gelesen von Dr. Curt Elwenspoek. 20 (Kursaal Cannstatt): Populäres Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21 (Von Köln): Lustiger Abend. 22: Unterhaltungskonzert. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Wirtschaft. Gute und schlechte Adreßbücher. Die Oeffentlichkeit wird zur Zeit d u r ch unzuverlässige Adr eß buch Unternehmungen beunruhigt, deren Tätigkeit nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das seriöse. Adreßbuchgewerbe zu schädigen geeignet ist. Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat gemeinsam mit dem Reichsverband der Adreßbuch- verleger einen Paritätischen Sonderausschuß ins Leben gerufen, um Richtlinien für die Behandlung von Adreßbuchfragen aufzustellen. Diese Richtlinien haben eine allgemeinere Bedeutung für die Wirtschaft dadurch erhalten, dah in dem Paritätischen Sonderausschuß nunmehr auch der Reichsverband des Deutschen Groh- und Ueber- seehandels, die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels, der Centralverband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes, der Reichsverband der Privatversicherung und der Reichsverband des Deutschen Handwerks mitwirken. Die Forderungen, die an ein einwandfreies Adreßbuch zu stellen sind, beziehen sich vor allem auf die Vollständigkeit und Zuverlässigkeit des Adressenmaterials, auf die Art der Werbung (im Wege der als Angebot klar kenntlich gemachten Dertragsofferte), auf die Einhaltung der Eintragungstarife und auf die Zah'lungsbedin gun- gen. Die Methoden der unzuverlässigen Adreh- buchunternehmen pflegen gegen fast alle diese Forderungen zu verstoßen. Die Spitzenverbände der Wirtschaft empfehlen daher dringend, t> o r jeder Eintragung in neue und unbekannte Adreßbücher sich mit den bestehenden Vertrauens- und Auskunftsstellen der Wirtschaft in Verbindung zu setzen und insbesondere Formulare unbekannter Adrehbuchverleger dort zurBeurteilung vorzulegen. DerReichsverband der Adrehbuchverleger hat für die Adreßbücher seiner Mitglieder ein V e r b ands si g n e t geschaffen, das als Wertmarke für die adreßbuchverlegerische Produktion der Mitglieder gilt. Alle Bemühungen der Wirtschaft, wie des Adrehbuchgewerbes zum Schutze des Publikums vor unzuverlässigen Adreh- buchuntemeymungen werden aber so lange nutzlos bleiben, alsdasPublikum selbst nicht gegenüber Angeboten nicht genügend bekannter Stellen die nötige Vorsicht anwendet und durch Selbsthilfe die Wirtschaft und das Verlagswesen unterstützt. Nur durch Zusammenarbeit zwischen den angegangenen Firmen und ihren Spihenorganisa- tionen kann Schaden wirklich verhütet und die Verschleuderung der geringen, für Werbe- und Propagandamittel heute noch zur Verfügung stehenden Mittel wirkungsvoll verhindert werden. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 13.Juli. Die wirtschaftspolitische Lage beschäftigte naturgemäß heute vollkommen die Stellung der Produktenbörse. Das Geschäft hielt sich auf diesen Marktgebieten in sehr engen Grenzen. Das Angebot von Weizen und Roggen war gering. Die Preise stellten sich für Weizen unverändert, Roggen büßte etwa 5 Mark ein. Am Mehlmarkt war für Frankolieferungen kein Angebot fezustellen, und somit konnte Süddeutsches Weizenmehl mit 1,25 bis 1,50 Mark und Niederrheinisches von 0,75 bis 1,50 Mark anziehen. Die Notiz für Hafer, wofür nur geringes Angebot vorhanden war, zeigte eine Befestigung von 7,50 auf 10 Mark. Erstmalig notiert wurde Wintergerste neuer Ernte mit 1,85 bis 1,90 Mark. Für Kleie erhielt sich auch heute kein Interesse. Weizenkleie etwa I Mark fester, dagegen war die Roggenkleie leicht nachgebend. Cs wurden notiert: Weizen 290; Roggen 240 bte 235; Wintergerste, neue 185 bis 190; Hafer, int. 197,50 bis 200; Weizenmehl, südd., Spez. 0 40 bis 41,25; Roggenmehl 32,25 bis 33.25; Weizenkleie 10,50 bis 10,75; Roggenkteie 11,50 bis 11,25; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 32 bis 36; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 25 bis 68; Heu, südd. 3,50 bis 4; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 3; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 2,75; Treber, getrocknet 10,25 bis 11 Mark. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 13. Juli. Auftrieb: 1248 Rinder, darunter 261 Ochsen, 137 Bullen, 474 Kühe, 352 Färsen; ferner 605 Kälber, 54 Schafe, 4259 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 44 bis 48, ältere 39 bis 43, sonstige vollfleischige, jüngere 32 bis 38; Bullen, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 37 bis 40, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 32 bis 36; Kühe, jüngere, vollsleischige, höchsten Schlachtwerts 35 bis 37, sonstige vollfleischige oder aus- gemästete 30 bis 34, fleischige 22 bis 29; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder), vollfleischige, ausgemästete. höchsten Schlachtwerts 44 bis 48, voll- fleischige 39 bis 43, fleischige 32 bis 38; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 50 bis 56, mittlere Mast- und Saugkälber 44 bis 49, geringe Kälber 36 bis 43; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast 43 bis 48, mittlereOliaft» lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 35 bis 42; Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 46 bis 49, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 46 bis 50, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 47 bis 50, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 46 bis 50,fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 45 bis 49 Mark. Marktverlauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkauft; Kälber und Schafe rühig und geräumt; Schweine rege, ausverkauft. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 11. Juli. Es wurden notiert (Preise in Pfennigen per Stück): bulgarische 7,5 bis 7,75; jugoslawische 7,25 bis 7,5; rumänische 7 bis 7,5; holländische 7,5 bis 10; dänische 7,5 bis 10; belgisch-flanderische 9 bis 9,25; bayerische 7,75 bis 8; deutsche Frischeier 7,5 bis 10; m- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 6 bis 6,5. Tendenz: ruhig, Absatz schwach Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 15. Juli. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. Die hinter den Franktun a. UI. | Berlin Schluß«! kurs I Schluß!. Abend« börse Schluß« hird Schlußk. Mittagbörse Datum 10.7. | 11.7. 10-7. 11.7. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 192'. 78 77,75 78 78 7% Deutsche Reichsanleihe 0.1922 92,8 92,7 92,8 91,25 6’/,% Doung-Anlcihe von 1930 . Deutsche Anl-Abloi.-Schuld mit 67,5 67,25 67,25 66 AuSlos.-Rechten....... 49,75 49,13 50 49,3 DeSgl. ohne Auslos^Rechte . . . 8% Heft. Volksstaat von 1929 4,7 4,45 4,7 4,425 (rückzahlb. 102%)...... Oberheften Provinz-Anleihe mit 87 86,5 86,5 86,5 AuSlos.-Rechten....... Deutsche Komm. Eammelabl. 46 — — — Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe 46,25 46,25 46 46 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe 98 98 — — unkündbar 615.1936 Serie 16 . i/i% Franks. Hyp.»Bank ßlqu^ Pfandbriefe......... 4Vz°/o Rheinische Hyp.-Bank.Ltqu 92 96 — — 85,4 84 — Goldpfe........... 8% Pr. L andeSpsandbrkesanstalt, Pfandbriefe R. 19...... 7% Pr. Landerpfandbriesanstalt, 86,25 85 — — 100 100 100 100 Pfandbriefe R. 10...... 95,5 95,5 95,5 95,5 4% Oesterrctchlsche Goldrente . . 19 19 19,2 19,2 4,20% Oestcrreichlsche Silberrente 1,2 1,2 1,2 4% Ungarische Goldrente . . . . 15,9 15,7 16 15,9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 14 14 14,5 14,4 4*4% desgl. von 1913..... 14 14,5 14,4 5% abgest. Goldmexikaner von 99 9,5 9,25 9,1 9,45 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I........... 2,5 — 2,7 2,7 2,55 2,45 — — 4% deSgl. Serie II...... 2,55 2,5 2,7 2,75 b% Rumän. vereinh. Rente v.lSvc — 7,2 7,15 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l9i: 13.9 — 14,1 14 4% Rumänische vereinh. Rente 814% I. Anatolier...... 5,75 14,25 5,8 14 5,85 14,4 5,8 14,13 Kurszettel der Berlin angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt Frankfurt a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 10.7. 11.7. 10.7. 11.7. Hamburg-Amerila Pate, . . e — 39 44,4 40 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 — — 89 84,5 Hansa Dampfschiff .... 0 — -— 76 70 Norddeutscher Lloyd .... 6 46,75 42,75 47,5 42 A.G. für Verkehrswesen Akt. — 41,75 45,5 44 Berliner Handelsgesellschaft . 8 — 102 102 102,5 Commerz- und Privat-Bank . 7 100,25 100,5 100,5 101 -Darmstädter und Rationalbanl 8 100,5 100,5 100,5 101,25 Deutsche Bank und Disconto-Gefellschast. . . 6 100,5 100 100,5 100,5 Dresdner Bank...... 6 100,5 100 100,5 101 Reichsbank........ 12 124,5 123,5 125,75 125,25 A.E.G........... . 7 85,5 83 87 83,75 Bergmann........ . 9 —- — 70 69 Elektr. Lieserungrgesellschast. 10 98 98 98 90,5 Licht und Krast...... 10 107 105 108,5 105,65 Felten & Guilleaume.... 3’.2 63 63 64 61 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 100,5 98 101,5 96 Rheinische Elektrizität . . . . 9 88 60 88,5 86 Schlickert & (So. . ..... 11 114 110,5 116 110,75 14 141 140 145,25 140 Lahrneyer L Co.. ..... 12 103 103 104 102,5 Buderus......... . 4 37 36,5 37,5 35,75 Deutsche Erdöl...... . 6 — 58 59,25 56,9 Gelsenkirchener...... . 8 57 56,75 57,75 55,5 Harpener......... . 0 55 — 55 55 Hoesch Eisen........ . 6 —— — 46,25 43 Ilse Bergbau....... 10 145 142 145 142 Klöcknerwerke....... . 6 48 48 48,75 46 Köln-Neuessen....... ey. — —— — — Mannesmann-Röhren . . . . 6 57,25 57,13 59,5 55,25 ManSfelder Bergbau .... . 0 26 26,25 27 Oberschles. Kokewerke . . . . k — — 59 55,25 Phönix Bergbau...... *v, 37,5 39,5 38,9 39 Rheinische Braunkohlen. . . i' 15Q — 149,5 144,5 . 6 65,5 60 66/13 61,25 Frankfurter Börse. Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v.H., Franksuri a. M. Äerlin Schluß, kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag« börse. Datum 10.7. 11.7. 10.7. 11.7. Riebe«! Montan......7,2 — — — — Vereinigte Stahlwerke .... 4 Olavi Minen......16’/. 39 35 36,75 37,25 — 17 17,25 16,5 Kaliwerke Aschersleben ... 10 109,5 107 111 109 Kaliwerke Westeregeln ... 10 113,5 110 116 112 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 180 175 184 177,4 I. G. Farben-Jndustrie. . . 1L Verein, chem. Industrie Frank- 124,5 122,5 126,25 122,4 48,5 48 Scheidcanstalt.......1° 116 114 — — Goldschmidt.........0 35,75 34 34,9 32 Rütgeröwerke........° — 36. 37,5 35,5 Metallgeseilschaft.......5 53,5 52,5 54 52,5 Philipp Holzmann......8 66,5 65 68 65 Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cementwerk Karlstadt.....7 52 83,75 50 83 — Wayh & Freytag......0 — 21 23,4 21,5 Schultheis Pahenhoscr ... 15 — — 120 117,5 Ak» IC 104,5 104 103 i 101,5 Lombardzinsfuß 8 v.H. Banknoten. Berlin, 11 Full Geld »rief _ Amerikanische Noten....... Belgische Noten......... Dänische Noten......... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten ........ Norwegische Noten...... . . Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten........ 4,217 58,83 112,63 20,49 16,50 169,59 22,11 112,63 59,16 2,485 119.90 4,237 59,07 113,07 20,57 16,56 170,27 22,19 113,07 59,40 2,505 113,34 Schweizer Noten..... Spanische Noten..... Ungarische Noten .... 81,80 39,72 73,25 82,12 39,88 73,55 Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. 2TL__ 10.Juli 11. Juli Amtliche Notierung Geld | Aries Amtliche Notierung Geld | »ries Helsingsor» . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . OSlo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aire Neuyork . Brüssel. . Italien. . Paris . . Schweiz . Spanien . Danzig. . Japan . . Rio de Jan Jugoslawien Lijsavoit . 10,593 59,20 12,479 73,45 3,047 169,55 112,72 112,72 112,86 20,475 1,326 4,209 58,77 22,055 16,48 81,72 40,01 81,89 2,081 0,314 7,438 18,66 10,613 59,32 12,492 73,59 3,053 169,89 112,94 112,94 113,08 20,515 1,330 4,217 58,89 22,095 16,52 81,88 40,09 82,05 2,085 0,316 7,452 18,70 10,593 59,195 12,472 73,38 3,051 169,55 112,72 112,72 112.86 20,475 1,330 4,209 58,77 22,045 16,478 81,67 40,06 81,89 2,081 0,314 7,436 18,68 10,613 59,315 12,492 73,42 3,057 169,89 112,94 112,94 113,08 20,515 1,334 4,217 58,99 22,085 16,518 81,83 50,14 82,05 2,085 0,316 7,450 18,72