Nr. 8b Erster Matt 181. Jahrgang Dienstag. 14. April 1931 (Er|d)ctwt tflghd),außer Sonntag* und feiertags Beilagen Dir DOuftriertt Etetzenei Jamihenblättei Öetmat tm Bild Dir Scholle monatsBejngsDreti; 2.20 Beichsmard unk» 30 Hetd)*ptennig für Träger» lohn, auch bet Richter- Beinen nnzetnrrNummrm folgt höherer Gewalt. zerNlorechanfchlstste •nterSammelnummer2251 Anfchnst für Vrahrnach» richten anietaer Gieße». polfcheckkonto: fira^ffurtam Main 11686 SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen t)rnd nnö üerlog: vrLHI'lche Untversttütr Such- nnö Stehtöruderei H. Lange in Sietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulfttatze 7. Annahme oon Anzeiaea für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Srette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Re- Klameanzeigen von 70 mnc Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20" , mehr. Ehefredastteur. Dr. Friede Will). Gange, Derantwortlich für PoUtist Dr. Fr Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tdynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filier, sämtlich in (Biehen Der republikanische Wahlsieg in Spanien. Oie Lage ist ernst. — Gerüchte über eine Abdankung des Königs werden dementiert. — Noch keine Entscheidung des Kabinetts. Will Spanien die Republik? Die außerordentlich groben Erfolge, die die republikanischen Parteien am letzten Sonntag bei den spanischen G e rn e i n d e w a h l e n davongetragen haben, kommen nicht nur dem ausländischen Beobachter, sondern offensichtlich auch den Siegern dieser Wahlschlacht selbst überraschend. ES ist charakteristisch, daß beispielsweise in Madrid das Verhältnis der gewählten republikanischen Gemeindevertreter gegenüber ihren monarchischen Kollegen noch erheblich gün- stiaer hätte sein können — wenn mehr republikanische Kandidaten vorhanden gewesen wären. Sehnliches wird aus einer Reihe anderer spanischer Städte gemeldet, und es läßt sich nicht mehr daran zweifeln, daß es den republikanischen Parteien gelungen ist, das ganze Königreich ziemlich gleichmäßig zu erobern und überall eine starke Majorität zu erzielen. Der Erfolg wird noch gröber, wenn man weib. dab in den kleinen und kleinsten Gemeinden insgesamt etwa 12 000 monarchische Gemeindevertreter aus Mangel an Gegenkandidaturen aus dem republikanischen Lager kurzerhand ernannt worden sind. Wenn wir trotzdem die Frage aufwerfen, ob Spanien wirklich die Republik will, so deshalb, weil es ja in Spanien eine einheitliche republikanische Politik ebensowenig gibt wie in anderen Ländern. Zugegeben, das; von beiden Seiten, von den Parteien, die sich zur Monarchie bekennen und denen des republikanischen Lagers die Demeinderatswahlen als eine QLt® encral- probe für die Wahlen zur verfassunggebenden R a t i o n a l v e r s a m m- I u n g aufgefabt worden sind, deren Ausschreibung das Kabinett Aznar versprochen hat. Zugegeben auch, dab die Werbekraft des monarchistischen Gedankens sich gerade unter diesem Zeichen als überraschend gering erwiesen bat. Man unterschätzt aber doch wohl das politische Beharrungsvermögen, wenn man heute schon so ohne weiteres von auben her nach dem Ausfall der Gemeindewahlen die spanische Monarchie zum Untergang verdammt, und man übersieht vor allem, dab die unzweifelhaft sehr schweren Krisen, die Spanien zur Zeit durchzumachen hat, zum gröbten Teile auf die gleichen weltwirtschaftlichen Depres- sionSvorgänge zurückzusühren sind, die auch in anderen Ländern den Anstob zu Wirren, Revolten und Umwälzungen gegeben haben. In wirtschaftlich schweren Rotzeiten ist selbstverständlich immer das bestehende Regime gegenüber der Volksmeinung in einer nicht beneidenswerten Verteidigungsstellung, und wenn sich heute die Monarchie in Spanten in dieser Situation befindet, so mag sie daran nicht völlig schuldlos fein; sie ist aber doch gröbtenteils die Gefangene von weltwirtschaftlichen und weltpolitischen (Snttoidelungen, die sich ihrer unmittelbaren Deinslussung entziehen. Was in Spanien zur Zeit vor sich geht, ist also keine ideengeschichtliche Umwä lzung von der grundsätzlichen Bedeutung, wie sie etwa der französischen Revolution von 1789 eignet. Man tut gut, die Zuckungen und Krisen im spanischen Königreich etwa mit denen zu vergleichen, die Deutschland in den schlimmsten Zeiten seines Riederbruchs nach dem 9. Rovember 1918 durchzu- machen hatte und die ebensowenig von weittragender grundsätzlicher Bedeutung waren. Umso seltsamer und peinlicher mutet die Haltung gewisser deutscher Blätter an, die sich in betonter Parteinahme zugunsten der sogenannten spanischen Republikaner^ gegen die Monarchie und ihr Kabinett, gar nicht genug tun können. Welche Veranlassung beispielsweise ein deutscher Korrespondent in Madrid hat, der spanischen Regierung skrupellose Wahlmache für die monarchischen Parteien vorzuwerfen, ist uns absolut unerfindlich, da es sich hierbei ja schließlich um einen rein innerpolitifchen Vorgang Spanies handelt, der fich nach guter alter politischer Gepflogenheit einer Kritik von auben her entzieht. Wir halten das für um so merkwürdiger, als Deutschland politisch gesehen gar kein Interesse daran hat, die von Frankreich betäubt genährten und geförderten republikanischen Tendenzen in Spanien auch seinerseits zu unterstützen. Aus der französischen Perspektive gesehen, mögen republikanische Wahlen in Spanien einen groben Erfolg bedeuten. Denn gerade das spanische Königshaus war wegen seiner betonten Deutsch- freundlichkcit in Paris niemals beliebt. Unb es sollte Alphons XIII. in Deutschland unvergessen sein, dab es in den Kriegs!ähren nicht zuletzt seiner Zivllcourage zu verdanken war, wenn Spanien dem Druck der Entente widerstand und sich nicht in die Reihe der Kriegsgegner Deutschlands ein- ordnen lieh- Welche Konsequenzen sich nun in der nächsten Folgezeit für die spanische Innenpolitik aus den Gemeindewahlen ergeben werden, läßt sich gar nicht übersehen. Wir können nur warnen vor den allzu einseitigen Propheten in Deutschland, die auch jetzt wieder meinen, dab keine Zeit für Zwischenlösungen mehr sei und das Kabinett Aznar einer rein republikanisch orientierten Regierung Platz zu machen habe. Vergessen wir nicht, dab nach der Verfassung immer noch die Entscheidung in erster Linie beim König liegt und dführenden Beamten nach links hin bei weitem nicht so geschärft ist wie nach rechts. Dabei sollte doch gerade Herr Severing sich fugen, dah im politischen Kamvfe mit der Force allein nicht viel zu gewinnen ist. Er kennt die Geschichte seiner eigenen Partei, er weih, wie die Sozialdemokraten bon roten Postmeister heute noch als Helden feiert, weil er durch die Maschen der staatlichen Ab- wehrgesetzgebung durchzuschlüpfen verstand, und Herr Severing sollte daraus gelernt haben, das) eine geistige Bewegung mit solchen Mitteln nicht niederzuhalten ist. Bei dem Verlangen nach dem VolEbegehren aber steht eine Front, die von Hitler bis Dingeldey reicht, die also das gesamte bürgerliche Lager mit Ausnahme des Zentrums, der Demokraten und Sozialdemokraten umfaßt. Man kann verschiedener Meinung öarü&er sein, ob der Zeitpunkt, zu dem dieses Volksbegehren bestellt wurde, besonders günstig war. Dafür hat der Stahlhelm allein die Verantwortung. nachdem aber die Entwicklung einmal eingeleitet war, haben alle bürgerlichen Parteien mit den oben genannten Ausnahmen sich hinter das Volksbegehren gestellt, der Kampf der staatlichen Machtmittel richtet sich also nicht gegen den Stahlhelm, sondern auch gegen sie, gegen dieselben Parteien, die im Reichstag das Kabinett Brüning stützten, die also auch die mora lische Mitverantwortung für die Rotverordnung vom 28. März tragen. Unb hier beginnt der grimmige Humor der Geschichte: Die preußische Regierung hat die bindende Zusage gegeben, dah durch die Anwendung der Rotverordnung das Volksbegehren nicht gestört werden sollte. Die Art der Anwendung der Rotverordnung indessen beweist das Gegenteil, und es wäre eigentlich schon längst die Aufgabe des Reichsinnenministers Dr. Wirth, einmal Bilanz zu machen, ob nicht durch die Art, wie in Preuhen das Volksbegehren bekämpft wird, allzu viel Porzellan zerschlagen wird. Schließlich doch auf Ä oft en des Kanzlers, denn der Augenblick läßt sich nachgerade ausrechnen, wo ihm die Mittelparteien abspringen und eine Einberufung des Reichstages verlangen, um gegen solche Methoden der Polizeipolitik Protest zu erheben. Gtahthelmbeschwerde be«m Reichskanzler. Behinderung des Volksbegehrens. Berlin, 13. April. (TÄ.) Das Bundesamt des Stahlhelms teilt mit: „3m Auftrage der Bundessührung des Stahlhelms hat Montagmittag der Leiter der Abteilung „Volksbegehren" beim Bundesamt dem Herrn Reichskanzler die gröbsten Fälle der zahllosen, bisher schon erfolgten Behinderungen des Volksbegehrens „Landtagsauflösung" durch Behörden auf Grund der Rotverordnungen übermittelt und sein Eingreifen zum Schuhe der verfassungsmäßigen Volksabstimmung in Preußen erbeten. Da die meisten älcbergriffe unter Mißbrauch der Bestimmungen der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. März 1931 durch Llnterbehörden erfolgt sind, denen d ie preußischen Ausfüh- rungsbestimmungen zur Rotverordnung allzuviel Handhaben zu einer vom Herrn Reichspräsidenten selbstverständlich in keiner Weise gewünschten Behinderung des Volksbegehrens gelassen haben, war bei der Eile der Abhilfe im Sinne des Volksbegehrens, „Landtagsauflösung", die Anrufung des Herrn Reichskanzlers als des unmittelbaren Beraters des Herrn Reichspräsidenten geboten." Die politische Osterpause. Die Arbeitslosen--rolverordnung nicht vor Mitte Mai. Berlin, 13. April. (ERB.) Die großen Politischen Arbeiten werden noch nicht in , dieser, sondern erst in dernächstenWoche ihren Anfang nehmen. Der Kanzler kommt erst am 23. d. M. nach Berlin zurück, nachdem er zwei Tage vorher in Essen vor den Windhorst - Dünden gesprochen haben wird. Dr. Curtius wird vielleicht einige Tage eher zurückkehren, da am nächsten Sonntag der Zentralverband der Deutschen Volkspartei in Berlin zusammentritt. Früher werden auch Vizekanzler Dietrich und Reichsarbeitsminister Stegerwald nicht erwartet. Die erste Kabinettssihung wird nach all dem also nicht vor Ende nächster Woche stattfinden. Man wird deshalb annehmen müssen, daß die große Rotverordnung, die die erste Aufgabe des Kabinetts nach den Osterferien sein soll, nicht vor Mitte Mai fertig wird. Dafür spricht auch die Tatsache, daß der Gutachterausschuß unter dem Vorsitz von Dr. Brauns, der morgen wieder zusammen tritt, die Reorganisation der Arbeitslosenversicherung an den Schluß seiner Arbeiten gesetzt hat. 9er Düsseldorfer Massenmörder vor Gericht. Düsseldorf, 13. April. (WTB.) Vor dem hiesigen Schwurgericht begann heute der Prozeß gegen den Massenmörder Kürten, dem neun Morde und sieben Mordversuche zur Last gelegt werden. Als Tagungsraum dient die Turnhalle der Polizeiunterkunst Dusseldorf-Rord, weil der Schwurgerichtssaal des hiesigen Landgerichtes für eine derartige Verhandlung viel zu klein ist. Rach Eröffnung der Verhandlung verlas der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Rose, den Eröffnungsbeschluß. Auf die Frage des Vorsitzenden erklärt sich Kürten mit leiser Stimme bereit, auszusagen. Stockend und mit vielen Unterbrechungen schildert er seine trostlose Jugendzeit. Er führt aus, daß sein Vater dem Trunk ergeben gewesen und mehrfach mit den Menschen in Konflikt geraten sei. Er selbst sei im Alter von acht 3ahren für mehrere Wochen fortgelaufen und dann wieder von der Polizei aufgegriffen worden, habe aber schließlich die. Schule bis zum 14. Lebensjahr weiter besucht, und sei dann in der Fabrik, in der sein Vater tätig war, in die Lehre gekommen. Der Vater habe oft Strafen verbüßen müssen, so daß die Mutter mit den zehn Kindern in bitterster Rot zu Hause gesessen habe. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Vater wegen Blutschande zu Zuchthaus verurteilt worden sei, antwortete Kürten mit 3a. Kürten erfärie weiter, mit etwa 15 3ahren habe er ihm anvertrautes Geld veruntreut, wofür er zwei Monate Gefängnis erhalten habe. 3m Polizei- gefängnis sei er dann zum ersten Male m i t Schwerverbrechern zusammengekom- men. Als „Milchgesicht" habe er dort die erste Tätowierung gegen seinen Willen erhalten. Später sei er wegen Hausfriedensbruches und Bedrohung noch zweimal mit Haft bestraft worden. Die weitere Vernehmung Kürtens ergibt, daß er auf Grund seiner Vorstrafen viele 3ahre im Gefängnis und im Zuchthaus verbringen mutzte. Er hat auch noch den Entlassungen immer wieder neue Diebstähle ausgeführt und dafür weitere erhöhte Strafen er- Haltern 3m 3 ah re 1904 hat er d i e ersten Brandstiftungen begangen, wofür er eine siebenjährige Zuchthausstrafe bis 1912 verbüßen muhte. Er behauptet, er sei in den Gefängnissen und Zuchthäusern m i tz h an de l t worden und die grausamen Fesselungen hätten erst die Empfindungen bei ihm geweckt, die später bei den Mordtaten zum Ausdruck kamen. Der erste Mord versuch ereignete sich am 3. Februar 1929 in Gerresheim an Frau Kühn, auf die er mit einer Schere, die er sich zu diesem Zwecke mitgenommen hatte, mehrfach einstach. Aus die Frage des Vorsitzenden, ob er mit der Absicht ausgegangen sei, jemand zu töten, schwieg Kürten zunächst, gab aber dann die Tötungsabsicht zu. Sodann kam der Fall Rosa Ohlig s er zur Sprache, die Kürten 10 Minuten von seiner Wohnung entfernt antraf. Gr ging dem Kind entgegen und stach es mit der Schere nieder. Dann begab er sich in ein Kino, kehrte aber später zum Tatort zurück, und zwar mit einer Flasche Petroleum, die er neben die Leiche stellte. Morgens, etwa um 6.30 Jlbr, begab er sich abermals zum Tatort, überschüttete die Kleider des Kindes mit Petroleum und zündete sie an. Am 13. Februar Begegnete er dem 3nvaliden Schee r, der angetrunken war und Kürten anrempelte. Kürten stietz den Mann nieder und tötete ihn auf die gleiche Art wie die kleine Ohligser. Am 1. August 1929 lernte Kürten im Zooviertel die Hausangestellte Hahn kennen, verabredete sich mit ihr zu einem Ausflug nach Reandertal und stach sie auf dem Rückweg bei Papendelle mit einer Schere nieder. Am nächsten Tage kehrte er an den Tatort zurück, verweilte dort längere Zeit und grub die Leiche nachts ein. Am 21.August kaufte er sich ein Stilett, mit dem er Kornblum, Frau Mantel und Inge Gold- hausen sckwer verletzte. Schon wenige Tage später, am 24. August, ereignete sich der Dopoelmord an Luise Lenzen und Gertrud Hammacher. Am nächsten Tage bereits unternahm er einen Mordversuch an der Gertrud Schulte. Am 30. September lernte er die Ida Reuter in der Düsseldorfer Bahnhofshalle kennen und machte mit ihr einen Spaziergagg nach dem Pappelwäldchen. Auf dem Rückweg schlug Kürten die Reuter mit einem Hammer nieder und tötete sie. Von der Elisabeth Dörrier wurde er am 12. Oktober auf der Straße angesprochen. Er nahm die Sortier mit zum Torfbruch, wo er sie mit einem Hammer tötete. Am 25. Oktober überfiel er eine Frau Meurer in Gerresheim mit einem Hammer und später im Hofgarten Klara Wanders. Ser letzte Fall ereignete sich am 7. November 1929 an der Gertrud Albermann, die er hinter der Fabrikmauer der Firma Haniel-Lueg mit einer Schere ermordete. Sann kam die Frage auf die zahlreichen Brandstiftungen, die Kürten verübt hat. Er erklärte, daß er die Brandstiftungen hauptsächlich deshalb begangen habe, weil er Gefallen an dem Feuerschein und an den Schreckensrufen der Bewohner hatte. Allerdings habe er nicht daran gedacht, daß sich in den angezündeten Heuschobern etwa Menschen befunden haben konnten. Kleine politische Nachrichten. Mit Zustimmung des Reichspräsidenten von Hindenburg wurde vom Präsidenten des deutschen Roten Kreuzes dem Landeshauptmann von Tirol Sr. Stumpf das Ehrenkreuz 1. Klaffe des deutschen Roten Kreuzes verliehen. Bis Sonntagabend haben sich in Frankfurt 10 658 Personen für das Volksbegehren eingetragen. Bei dem Volksbegehren gegen den Poungplan wurden in den ersten fünf Tagen etwa 1960 Eintragungen vorgenommen. In W i e s b a - den haben sich bis Sonntagabend 5600 Personen für das Volksbegehren eingetragen. * Reichsinnenminister Dr. W i r t h ist v o m P a p st in längerer Privataudienz empfangen worden und hat anschließend dem Kardinalstaatssekretär P a - celli einen Besuch abgestattet. Sr. Wirth stattete am Montag Mussolini einen Besuch ab. • Ser zweitägige Proteststreik an den weit- (Itfjen Schulen in Braunschweig und Wolfenbüttel ist beendet. Sie Kinder find heute überall vollzählig zum Unterricht erschienen, und der geordnete Schulbetrieb ist wieder aufgenommen worden. Gegen die Eltern und die Personen, die sich als Streikposten betätigt haben, soll in der angekündigten Weise vorgegangen werden. Sas braunschweigische Staatsministerium hat im Einvernehmen mit der Technischen Hochschule beschlossen, den ordenllichen Professor für allgemeine Erziehungswissenschaft an der Technischen Hochschule, Sr. August Riekel, im 'Interesse des Dienstes zum 15. April 1931 von seinen amtlichen Verpflichtungen zu e n t b l n b e n. Ser nationalsozialistische Reichstaysabgeordnete Sr. Feber wurde vom Großen Schöffengericht in Kassel wegen Vergehens gegen §5 Absatz 1 des Re- publikschutzgesetzes zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Sie Strafe wird gegen eine Buße von 200 Mark auf drei Äahre ausgesetzt. Sem Urteil liegen drei Aeußerungen Feders zugrunde, die er in einer Rede in Kassel getan hat. Aus aller Welt. „Graf Zeppelin" In Friedrichshafen glatt gelandet. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist von seiner Aegyptenfahrt Montag früh kurz nach 6 Llhr über seinem Heimathafen eingetrof'en. Bei Herr- ttchem Sonnenschein kreuzte bas Luftschiff eine Stunde über der Stadt Friedrichshafen. Die Landung erfolgte bei völliger Windstille glatt und ohne jeden Zwischenfall. An bet Rückfahrt von Aegypten hatten 22 Fahrgäste teilaenommen. Die Aegyptenfahrt ist in jeder Hinsicht gut gelungen, Fahrgäste und Desahungsind des Lobes voll. Die nächste Fahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin" findet am 26. April nach Frankfurt a.M. statt. Ein seltsames Schicksal. 3n Berlin starb der frühere Rechtsanwalt Paul Bredereck. Bredereck besah in Berlin vor dem Kriege eine glänzende Rechtsanwaltspraxis und verkehrte in den höchst gestellten Kreisen. Von Freunden am Rennsport interessiert, war er von 1910 ab fast dauernd auf Rennplätzen zu finden, wo er außerordentlich hoch wettete. Cs stellte sich heraus, daß Bredereck auch die ihm anvertrauten Depots angegriffen und die Vermögen mehrerer seiner Mandanten verspielt und verwettet hatte. Bredereck floh damals nach Südamerika. Bei Kriegsbeginn schlug er sich auf abenteuerliche Weise nach Europa durch und gelangte schließlich nach Deutschland, wo er sich unter falschem R amen als Kriegsfreiwilliger stellte. An der Front tat sich Bredereck immer wieder hervor. Er erwarb das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse und andere hohe Orden und wurde schnell befördert. 1916 wurde er schwer verwundet in die Heimat geschafft und stellte sich hier dem Kriegsgericht, das ihn wegen unzulässiger Ramensführung unter Anerkennung seiner vaterländischen Gesinnung zu einem Tage Gefängnis verurteilte. Das Verfahren wegen der anderen Anschuldigungen wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt. Rach dem Kriege eröffnete Bredereck in Berlin einR e ch t s- bureau und suchte Anschluß bei rechtsradikalen Kreisen. Kapp berief ihn bei Beginn des Kapp-Putsches in die Reichskanzlei und machte ihn zum Pressechef. 3n den letzten 3ahren trat Bredereck noch mehrmals in Sensationsprozessen als Zeuge auf. Dec Asienforscher Trlnkler bei einem Autounfall schwer verletzt. Am Sonntagnachmittag ereignete sich auf der Chaussee Bremen —Wesermünde ein schweres Autounglück, bei dem eine Person getötet wurde. Der schwere Wagen des Kaufmanns Diehusen (Bremen) kam auf. der durch Regen schlüpfrig gewordenen Straße ins Rutschen und schlug beim scharfen Bremsen um. Der Chauffeur wurde auf der Stelle getötet und fünf weitere Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Unter den 3nfaffen befand sich auch der bekannte Asienforscher Dr. Theodor T r i n k l e r, der am Dienstag, bei der Gedenkfeier zum 100. Geburtstag des Afrikaforschers Roylss in Vegesack die Festrede halten wollte. Er erlitt einen schweren Kieferbruch und Beinverletzungen. wegen Mordes zum Tobe verurteilt. Das Schwurgericht Dessau verurteilte den Bierkutscher Gustav Hinze wegen Mordes zum Tode, wegen Mordversuchs in zwei Fällen zu vier 3ahren und vier Monaten Zuchthaus. Hinze hatte in Leopvldsball den Tischler Harke durch zwei Revolverschüsse getötet und weiter versucht, dessen Schwiegermutter, mit der der Angellagte mehrere 3ahre zusammen gelebt hatte, und deren Tochter zu töten. Der Angeklagte, dessen Vater und Brüder Trinker sind, ist erblich stark belastet. Der Sachverständige erklärte ihn jedoch für voll zurechnungsfähig. Riefenschabenfeuer in Reims. Ein ungeheures Schadenfeuer brach in Reims aus und griff in ganz kurzer Zeit auf ein ganzes Stadtviertel über. Der eigentliche Herd des Feuers liegt in einer Bäckerei. Trotz des sofortigen Eingreifens der Feuerwehr standen im Ru viele Häuser in Flammen. So griff das Feuer auch auf ein Lichtspieltheater über, das bis auf den letzten Platz beseht war. Glücklicherweise gelang es, das brennende Gebäude zu räumen, ohne daß es unter den Zuschauern zu einer Panik kam. Kurz vor Mitternacht wurde Militär zur Verstärkung herbeigezogen und das ganze Stadtviertel in weitem Llmkreis von allen Bewohnern geräumt. Soldaten und Pfadfinder retteten dann das Hab und Gut der Betroffenen, soweit es ihnen möglich war. Eine Kinderschule und ein Mädchenpensionat stehen ebenfalls in Flammen, jekwch sind auch hier glücklicherweise keine Menschenleben zu beklagen. Von den bereits eingestürzten Gebäuden griffen die Flammen auf zwei andere Wohnhäuser über, die jedoch inzwischen geräumt worden waren. Der Himmel ist auf mehrere Kilometer weit hell erleuchtet, und von allen Seiten treffen Drandwehren ein, um die städtische Feuerwehr zu unterstützen. SOS/Xufe eines brennenden Frachtdampfers. Die Funkstattonen an der Ostküste von Rord- amerika fingen 808-Rufe des 4470 Motor-Frachtdampfers „Rordhval" auf. Das Schiff befindet sich an der Küste des Staates Virginia in Brand und treibt im Meer. An Bord befanden sich 42 Mann Besatzung und ein Fahrgast. Alle haben in Rettungsbooten den Dampfer verlassen. Der Dampfer „Cherchee" der Clide-Linie ist als erster an der älnglücksstelle etngetroffen und hat mit der Bergung der auf See treibenden Besatzung begonnen. Küstenboote und Zerstörer befinden sich unterwegs. Vergnügungsfahrt im Polarmeer. Der große Eisbrecher der Sowjet-Regierung „Maligin“, ein Schiss, das auch an der Suche nach General R o b i I e im 3ahre 1928 teilnahm, wird jetzt eine neue Verwendung als Dergügungs- darnpfer finden. Die russische Fremdenverkehrsgesellschaft „3nturift" beabsichtigt nämlich, für 40 bis 50 Reisende eine erste Vergnügungsfahrt im Polarmeer zu veranstalten. Der „Maligin" soll gegen Ende 3uni Archangelsk verlassen und zunächst Franz»3ofeph°Land berühren, wo die nördlichste Rundfunrstation der Welt ist: dann wird die Fahrt nach dem großen arktischen Gebiet von Rowaja Semlja fortgesetzt, und nach sechs Wochen oder zwei Monaten wird man zurückkehren. Außer einer für Polarfahrten besonders ausgebildeten Mannschaft wird das Schiff erfahrene Polarjäger mitführen, die den Reisenden zur Verfügung stehen, wenn sie Eisbären und andere arktische Tiere, die man vom Schiff aus gesichtet hat, zu erlegen wünschen. Auch die Möglichkeit zum Sammeln arktischer Pflanzen und für photographische Aufnahmen M-gegeben. Der Eisbrecher wird auch einen Arzt und eine Sendestation an Bord haben, aber man nimmt an, daß die Passagiere wegen der außerordentlichen Güte des Polarklimas den Doktor höchstens bei unvorhergesehenen .Unfällen brauchen werden. Die Reise wird in ihrer ganzen Ausdehnung bei Tageslicht stattfinden, da die Sonne in den Sommermonaten in diesem Gebiet nicht untergeht. Kunst und Wissenschaft. Reues von der Römisch-Germanischen Kommission. Ser Reichspräsident hat zum ersten Sireftor der Römisch-Germanischen Kommission des Archäologischen Instituts des Seutschen Reichs in Frankfurt am Main Sr. Gerhard Bersu den bisherigen zweiten Sircttor, und zum zweiten Sirettor Sr. Hans Zeiß, den bisherigen Assistenten, ernannt. Als deutsche Zweiganstalt des Archäologischen Instituts des Seutschen Reichs bient bie Römisch-Germanische Kommission der Erforschung der heimischen Bodendenkmäler von den ältesten Zeiten an bis in das frühe Mittelalter. Zum Aufgabenkreis der Kommission gehört ferner die Pflege der Beziehungen zwischen der deutschen Wissenschaft und der Forschung des Auslandes. Mit Sireftor Sr. Gerhard Bersu (geboren 1889 zu Zauer in Schlesien) übernimmt zum erstenmal ein Prähistoriker die Leitung der Kommission. Sr. Hans Zeiß (geboren 1895 zu Straubing in Bayern) hat sich die Aufgabe gestellt, das Gesamtgebiet der deutschen Altertumskunde im europäischen Zusammenhang zu betrachten. Berliner Börse. D e r l i n 14. April. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Vormittagsverkehr herrscht bis jetzt große Geschäftsstille, doch scheint die Tendenz, zumal Reuyork recht fest schloß, eher freundlich zu sein. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Berlin 20,4070, gegen Kabel 4,8531, gegen Paris 124,22, gegen Madrid ohne zuverlässigen Kurs, Kabel gegen Berlin 4,2006. Die Wetterlage. T /\txrdeen- Ui 5dlly< 3$ 9 751 iPäflS >10 „ _A uär-i r o i.m° Oslo e ^129 i (lermoorl t/l' ©woiKcnios. 0neuer, onait> Dtdecu.o woixig. O neuem «Regen »Schnee ö Graupeln, d Mebel K Qewitter.^)wino$tilie.o-. $eW eicnier Ost nassiger todsuowest q siurmiscnei nordwesl oie »lene fliegen mit dem winde. Die neiden Stationen Menenden Zaft» Mpet kann nu löslich ist- 5 hingen hat M- harntreibend tmi feit angelernt Vergiftungen ha Aufgabe, die # lern Körper nul alles, was ihnen Se --»-Au«! hi ton Milch t M ins Mi r tofa die im D wH Es gibt N bei denen M allem sind.! 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Mungdn heimischen El en Zeiten an bis in WenfreiibtrStom. liege bet Beziehungen “JM unb her For. Direktor Dr.Terharb ttr in Schlesien) über- ^Historiker die Leitung Seife, (geboren 1895 zu ch die Aufgabe gestellt 'en Mertumskunde im zu betrachten. Zörse. T2. Funkspruch.) Im it herrscht bii 'M W die Tendenz, zu- oh, eher freundlich zu t zu hören. 2m Te- London gegen Berlin 1, gegen Paris 12122, ’läfiigen Kurs, Kabel o Partt (0,v 0 0 •SS""''1 »d-° »Kk«« u.nAaft> z Detters SäSySe »Ss c ein- , ÄE $»*<** d’tt^ 1O40«6 iü nm*- (4. Tag de« Kammerspielzhklu») statt. Die Spielleitung hat Dr. Karl Ritter, der für die Veranstaltung drei Hans-Sachs-Spiele ganz verschiedener Art husammengestellt hat. Es werden gegeben „Dre junge Witfrau Franziska". ..Da» heiße Eisen", „Sankt Peter auf Erden". — Eine besondere Freude wird es für das Gießener Theaterpublikum sein, daß es der Intendanz gelungen ist. die Weintraub- Ehncopatvrs bei ihrer Rückkehr aus der Schweiz nochmals für ein zweimaliges Gastspiel zu gewinnen, und zwar am Sonntag. 19. April. S.e werden um 15 U£>r und um 19 Uhr zwei Konzerte veranstalten. — Sin Gartenkonzert auf dem Flug- platz findet bei günstiger Witterung am morgigen Mittwochnachmittag statt. Der Eintritt ist frei. (Siehe heutige Anzeige.) * • Reichsbahnpersonalie. Der Reichsbahnassistent Gustav Steffens am Bahnhof Gießen wurde zum Reichrbahnsekretär befördert. • • Schulperfonalien. Der Lehrer Heinrich 2 u n k e r an der Volksschule zu Södel (KreiS Friedberg) und der Lehrer Andreas Merkel an der Volksschule zu Lang-DönS (Kreis Gießen) werden auf eigenes Rachsuchen ab l.Mai 1930 in den Ruhestand versetzt. " Bekämpfung der Schnakenplage. Das Polizeiamt Giesien teilt mit: Die Grundstückseigentümer sind verpflichtet, im April jeden Iahres auf ihrem Grundstück befindliche, den Schnaken zur Brut dienend« Gewässer (Wasser- tümpel), Regen üfscr. Daffins, Wasserlachen, Iauchegruben, Abortgruben usw. mit einem zur Vertilgung der Brut geeigneten Wittel (Eaprol, Petroleum usw.) zu übergießen. Richtbefolgung hat Bestrafung zur Folge. • * Straßensperre. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Georg-Philipp-Gail- Straße von Dienstag, 14. April, ab bis auf weiteres für den gesamten Fährverkehr polizeilich gesperrt. " Feuer in den Schneisen. In den letzten Tagen wurde das verdorrte Gras in den Schneisen im BergwerkSwalü, und zwar von der Rehschneise bis zur Bergschenve durch unbefugte Hände in Brand gesteckt. Die Täter scheuten sich auch nicht, in einzelnen Distrikten Feuer anzulegen, wodurch eine Anzahl junger Bäume und Sträucher beschädigt wurden. 3ung» Hasen und Fasanengelege gehen durch diese schädlichen Maßnahmen zugrunde und das Standwild sowie auch die Singvögel wandern ab. Mit allen Mitteln müßte dieser RohlingSarbeit gesteuert werden. Alle Ratursreunde, die bei ihren Spaziergängen Gelegenheit finden, solchem Tun Einhalt zu gebieten, sollten mit aller Entschiedenheit für den Schuh der Ratur eintreten. •* Fahrraddieb stähle in steigender Zahl sind in den letzten Tagen hier vorgekommen. Allein an drei Tagen wurden sieben Fahrräder gestohlen, davon zwei sogar aus einem Grundstück heraus vom Hofe weg. Die Polizei empfiehlt allen Fahrradbesitzern, beim Abstellen der Fahrräder größte Vorsicht zu üben und vor allem das Anschließen des Rades nickt zu vergessen. Hoffentlich findet diese Warnung allgemein die gebührende De- achtung. *• Film-Vorführungen der Erdal- Gesellschaft. In den Palast-Lichtspielen gelangen in diesen Tagen einige Filme zur Vorführung. Reben einem Bildstreifen aus b-rr Erdal- Schuhcreme-Fabrik, der die Herstellung der Schuhcreme. die Fertigung der Schachteln und die Verpackung zeigt, läuft ein Expeditionsfilm der Ufa, der zwar seiner Aufnahme nach sicherlich schon älter ist. nichtsdestoweniger aber gut unterhält und eine Reihe hervorragender Tieraufnahmen bringt. Bilder von Leoparden, Giraffen, von einem Steppenbrand und flüchtenden Gnus. Aufnahmen von einer sensationellen Löwenjagd, «irrer Iagd auf Elefanten mit Giftpfeilen u. a. m. geben einen Einblick in das Leben im afrikanischen Dusch. Weiter wird ein Film vom Mainzer Karneval gezeigt, und schließlich hat man Gelegenheit. Charlie Chaplin in einer typischen amerikanischen Groteske zu sehen. •• Schühenverein G keßen. Man berichtet uns: Die Frühjahrs-Hauptversammlung des Schühenvereins Gießen erfreute sich eines guten Besuches und gab dem verflossenen Vereinsjahr einen harmonischen Abschluß. Aus dem Iahres- bericht des ersten Vorsitzenden Philipp R i c o - laus ging hervor, daß auch das Iahr 1930 erfolgreich genannt werden kann. Der Verein vermochte seine Mitglieder»ahl äu behaupten. Die einzelnen Vorstandsmitglieder gaben Rechenschaft über die von ihnen verwalteten Aemter. Allgemeine Anerkennung fand der klare Bericht des Rechners, der die günstige Finanzlage deS Vereins erkennen ließ. Ebenso berichtete der Oberschühenmeister sehr übersichtlich über die schiehsportlich geleistete Arbeit und die schönen Erfolge der aktiven Schützen. Hierbei wurden Aus der Provinzialhauptstadt. D i e ß e n. den 14. April 1931. Milch als Gegengift. Don Dr. med. Gchweisheimer. Bestimmte Gifte haben vielfach Gegengifte, die ihre Schädlichkeit besonder- wirksam entkräften. Bei Vergiftungen ist es aber meist so. daß ein Gegenmittel Im Augenblick nicht zur Verfügung steht und erst aus der Apotheke oder vom Arzt geholt werden muß. Trotzdem muh augenblicklich Hilfe gebracht werden, denn nur durch rasche Hilfe läßt sich bet Vergiftungen dauernder Schaden vermeiden. Tie Gifte müssen möglichst unschädlich gemacht werden, ehe sie sich allzuweit in den Körper eingesressen haben oder mit dem Blut überall hingelangt sind. Auch die beste ärztliche Hilfe muß versagen, wenn sie nicht gleich eingesetzt wird. So sind die unmittelbaren Gefährten de» Vergifteten oft genug zur Selbsthilfe gezwungen. Wie aber läßt sich rasch und wirkungsvoll da» Gift unschädlich machen? Es hat sich gezeigt, daß mit Milch vielfach Vergiftungen entgegen getreten werden kann. Milch gehört zu den Stoffen, die In der Regel überall zu haben sind. Wenn nun nach einer Vergiftung eine Magenspülung vorgenommen wird, so wird der Spülslüssiglcit zweckmäßigerweile elwasMilch zugesehk Tas Eiweiß, das in der Milch enthalten ist, verbindet sich mit einem Teil der Gifte, namentlich mit Metallsägen, zu unlöslichen Verbindungen >unb damit wird verhindert, daß es weiter in den Körper eindringen kann, denn der Körper kann nur aufsaugen und aufnehmen, was löslich ist. Das Trinken von Milch bei Vergiftungen hat weiter den Vorteil, daß. da die Milch harntreibend wirkt, die Rieren zu regerer Tätigkeit angespornt werden. In der Mehrzahl der Vergiftungen haben die Rieren ja ohnehin die Aufgabe, die Hauptbestandteile de» Giftes auS dem Körper mit dem Ham zu entfernen, und alle-, waS ihnen ihre Arbeit erleichtert, fördert die rasche Ausscheidung deS Giftes. DaS Trinken von Milch bringt schließlich viel Flüssigkeit auch inS Blut und verdünnt dadurch die Giftstoffe. die Im Blut ihre böse Wirkung ausüben wollen. ES gibt eine ganze Reihe von Vergiftungen. bei denen Gaben von Milch angezeigt sind. Dor allem sind.da» Verätzungen mit Laugen oder Säuren, bei denen Milchgaben eine Verdünnung de» DcrätzungSmittels Hervorrufen und die schädliche Wirkung auf Speiseröhre. Magenschleimhäute usw. aufheben. Bei Metallvergistungen wirkt eine Magenspülung mit Milch besonders schnell helfend, ebenso wie Kleesalzvergiftungen. die besonder» neben örtlichen Verätzungen die Rieren angreifen, durch Milchgaben bekämpft werpm können. / Aerziliche Tagung in Gießen. Die Tagung der südwestdeutschen Kinderärzte am Sonntag in Gießen, die von Veit über 100 Teilnehmern besucht war, nahm einen sehr harmonischen Verlauf. Die Teilnehmer, die zum Teil auch von weither (Freiburg, (Saargebiet, Tübingen Würzburg. Köln, Düsseldorf, Magdeburg, Allgäu) teilweise schon am' Tage vorher eintrafen, waren hochbefriedigt von den wissenschaftlichen Vorträgen, wie überrascht von der Zweckmäßigkeit und Schönheit der Gießener Rniversitätsinsritute und voll Anerkennung über die Leistungen der vorsorglichen hessischen Regierung. Die Vorträge konnten fast alle zu Gehör gebracht werden und regten eine lebhafte Aussprache an. Dazu bot sich Gießen in voller Sonne dar. und ein großer Teil der Teilnehmer war von Bewunderung erfüllt über den prächtigen Ausblick vom Turm des Physiologischen Instituts. Oberhessischeö Schwurgericht. / Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen wird am kommenden Montag feine zweite diesjährige Sitzung beginnen. Für Montag, 20. April, sind folgende Fälle zur Verhandlung vorgesehen: Anklage gegen den Landwirt Heinrich Glänzer II. in Schwarz wegen Brandstiftung. Anklagevertreter Oberstaatsanwalt Dr. Brill. Verteidiger Rechtsanwalt Albrecht: Anklage gegen Karl Appel von Herchenhain wegen Bestechung. Anklagevertreter Staatsanwalt Dr. Eckert, Verteidiger Rechtsanwalt Hvmberger. Für Dienstag. 21. April, ist die Anklage gegen den Landwirt Wilhelm Lehr von Altenstadt wegen Mordes vorgesehen. Die Anklage wird Staatsanwalt Dr. Eckert vertreten, die Berteidigung wird Rechtsanwalt Dr. E n g i s ch führen. Es handelt sich um die Ermordung der Martha Peppel aus Oberseemen, die von Lehr cm 4. Januar abends in der Rähe von Ortenberg in die hochgehende Ridder gestoßen wurde, damit da» Mädchen in den Fluten den Tod finden sollte. Gictzcncr ^ud)cnm(irftprcifc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt da» T'funb: Kochbutter von 1,10 Mark an; Duttec 130; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 35; Weißkraut 15 bis 20; Äot- Jraut 20 bis 25; gelbe Rüben 12 bis 15; rote ^üben 12 bis 15; Spinat 30 bi« 35; Unter-Kohl- nabi 5 bis 6: Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl <5 bis 40; Feldsalat 120 bis 150; Tomaten 70 K» 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 30 bis M; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Kartoffeln 4 biS5; ^cpsel 40 bis 50; Birnen 30 bis 40; Dörrobst Ä) bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 60 bis 110; Suppenhühner 90 bis 110; Düsse 60 bis 70; bas Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 8 bis 9; Blumenkohl 30 bis 70; Salatgurken 60 bis 100; Endivien 15 bi» 35; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; £aud> 5 bi» 15; Rettich 10 bi» 15; Sellerie 10 bis 50; da» Bund: Radieschen 20 bi« 25 Pfennig; btt Zentner: Kartoffeln 3 bis 4; Weißkraut 10 6i« 12; Wirsing 20 bi« 25; Rotkraut 20 bis 25 Mark. Vornotizen. — Tages kalender für Dienstag. Uabttfceater: ,3m Spiel der Sommerlüfte", 20 "J 22 Uhr. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Ariane". — Palastlichtspiele: Erdal-Film-Vor- srhrungen, 15.30 Uhr, 18 ülhr, 20.15 ÜIHr. — Aus dem Etadttheaterbureau «>rd uns geschrieben: Heute abend, 20 ülhr. ®itcr der Spielleitung von Walter Bäuerle „Im ^piel der Sommerlüfte" von 2L Schnitzler. — Dittwoch, 20 ülhr, „Die Welt in der man sich cngtocilt" von Pailleron; Spielleitung Peter aoffott. In der Rolle der Herzogin Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Gast. — Frei- tag, 17. April, 20 Uhr. zum letzten Male „Lady Windermeres Fächer", von Oskar Wilde. — öDnntag, 19. April, 11.30 Ähr, findet im Rahmen o« Goethebundes eine Hans - Sachs - Matinee die Leistungen der Dereinsschühen bei dem deutschen Bundesschietzen in Köln hervorgehoben. Genannt zu werden verdient die überragende Leistung vom Schützend rüder Heinrich Appel, der im Kampf mit den besten deutschen Schützen an 11. Stelle den goldenen Konkurrenzbecher erringen konnte. Bei den Dundesmeisterschaften waren erfolgreich: Georg Schilling (2 goldene Meisterschafts-Eichenlaubkränze in Kleinkaliber und Wehrmann); Willi Georg (den silbernen Meisterschafts-Eichenlaubkranz in Pistole); Franz Möbs (den silbernen Meisterschafts-Eichenlaubkranz in Kleinkaliber); Otto Schönau (den grünen Meisterschafts-Eichenlaubkran- in Kleinkaliber). Dah sich der Vorstand in allen Teilen des Vertrauens erfreute, zeigte die einstimmige Wiederwahl mit Ausnahme der auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Mitglieder. Den scheidenden Vorstandsmitgliedern wurde vom Vorsitzenden der Dank des Vereins ausgesprochen. In der Aussprache wurde angeregt, daß da» jagdliche Schießen mehr als bisher gepflegt und gefördert werden soll. Oie Kosten der Sranffurfer Großmarkthalle. WSR. Franks urt a. M. 13. April. Der Magistrat nahm in seiner heutigen Sitzung den Bericht des Revisionsamtes über die Abrech - nun g des Baues der Grohmarkthalle zur Kenntnis und genehmigte die Abrechnung und den Prüfungsbericht. Aus der Abrechnung ergibt sich, daß von den städtischen Körperschaften insgesamt 14 377 000 Mark für den Bau der Großmarkthalle, einschließlich Geländeerwerb. bewilligt worden waren. Die Gesamtausgabe beläuft sich, obwohl bei verschiedenen Titeln des Voranschlags Mehrleistungen erfolgt sind und obwohl während der Bauzeit durch gewisse Preissteigerungen mit einer Neberfchreitung des Kosten- voranschlagS gerechnet werden mußte, auf Mark 13 871 282,96. fo daß eine Gefamterfpar- ni» gegenüber den bewilligten Mitteln von 50 5 717,04 Mark eingetreten ist. Der Magistrat beschloß von diesem als erspart nachgewiesenen Betrag 395 000 Mark al» extraordinären Kr^ditrest für die zwar vorgesehenen, aber noch nicht durchgeführten Ltrahcnherstellungen Weller» zusühren und den Restbetrag al» verfallen anzu« sehen. __________(Schluß de» redaktionellen Teil».) 3ur Alutreinigung im Frühling nehmen 2te morgens und abends 2 Berber Kerne. Tieiee Blut und Latte aulttttchende Mine! erhalten Lte tn -tao heken H 75 RM.I. flOV IMW Boscfi _ DIENST AU> Cm - S BOSCH - Zündung: BOSCH - Magnetzünder, BOSCH - Batterieverteiler, BOSCH - Zündspulen, BOSCH-Zündkerzen, BOSCH-Xerzenstecker. BOSCH-Llcht: BOSCH-Lichtmaschinen, BOSCH- Scheinwerfer, BOSCH-Sucher, BOSCH-Schlufjllcht, BOSCH-Rückfahr-Sdielnwerfer In einem Gehäuse. 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April 1931 2624 D Hessische Bür! 2173 schüttete die 3A Telephon 241 10,13 11,24 Winterhärte Blütenstauden Fels- und Steingarten-Pflanzen Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen auf diesem Wege innigsten Dank Luise Becker, geb. Seuling, und Kinder. Lützellinden, Klein-Linden, Dutenhofen, Großen-Llnden, 13. April 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. April, nachmittags 2‘/, Uhr. vom Trauerhause aus statt, Unterfertigter CC betrauert tief das Ableben seines lieben iaCB allerbesten Sie sehen offen, was Sie erhalten I Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene und genehmigte Voranschlag der Gemeinde Quedborn für Rj. 1931 liegt vom 15. b. 2H. ab acht Tage lang auf der unterzeichneten Bürgermeisterei offen. 2634D Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker bcizutragen haben. Einwendungen dagegen können innerhalb der Frist schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Quedborn, den 12. April 1931. 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Familie Friedrich Eckert II, Büdingen, Schloßgasse 3 Die Beerdigung findet auf Wunsch der Verstorbenen in Büdingen, Mittwoch,den 15. April, nachmittags 4 Uhr, vom Mathildenhospltal aus statt. _____________________________________02193 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichsten Dank. Lina Strack, geb. Haas Carl Strack. und Stimmungen ausführe. Hochachtungsvoll Erwin.Zollinger. Minimier werben gebrütet, Wo Stillt 18 Pf. Garantie für 80-90"/, Wilhelm Stamm, Avhacb 99. (02171 Zifiarrenfieitiiai IN gut.Lage, abznged. Schristl. Anaeb. unt. 02195 an b. Gn. Anz. Nahrhaft schmackhaft Landbrot verbessert W1M KräuterbauSJuu- 250081 gegen gute Sicherb. und hohe Zinsen gesucht. Schrtlil. Ange' boie unter 02180 att den Gieß. Anzeiger. Dame oderHerr für leichte Privat- reisetätiglelt sofort gesucht. Sebr guter Verdienst geboien. Jede Dame bestellt. Oswald Kunze, Hanau a. M., Halmenstr. 3. 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April >. 3., nachmittags 5 Uhr, bei dem Gemeindevorsteher (Rathaus) zu Lützellinden einzureichen, wo in Gegenwart etwa erschienener Bieter die Eröffnung stattfindet. Lützellinden, den 11. April 1931. Der Gemeindevorsteher. Norsch.________2631D Reinhard Richter cand. rer. nat; rez. 1926. bietet Ihnen die Gießener Standen- KÜrtnerel sehr preiswert in reichlicher Auswahl an. — Wenn Sie einen Garten haben, so müssen auch Sie diese immerwährenden Blütenstauden anpfianzen, so senaffen Sie sich viel Freude vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein. Besuchen Sie meine Gärtnerei und lassen Sie sich kostenlos beraten. Ich liefere ferner: Ziersträucher, Bosen, klimmenden Wein, Himbeersträucher (Superlativ), Pappeln und vieles andere. Preisliste auf Wunsch I E Schwarz, Gärtnerei Am alten Stein'-iaeherWej. Standenkulturen Geschäfts-Verlegung Ab 15. April 1931 befindet sich mein Geschäft Gießen,Sonnenstr.31 Pianos E. 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(2545C Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rosenberg. Holzsubmission. Nachverzeichnctes Nutzholz aus dem Markwald und Oberwald der Gemeinde Lützellinden soll auf dem Wege schriftlichen Angebots verkauft werden: in allen Ausführungen zu günstigen Preisen, prompt lieferbar A. J.Tröster Butzbach _________________________25'2V liefert Feder- und Daunen-Deckbetten 130/180 cm von 18.30 M. 32.-, 37.-, 42.-, 49., 53.- bis 74.50 M. also vom billigsten Tüchtig. Hausmädchen nicht unter 19 Jahr., oas int Nähen und Bügeln betvand. nt, ncf. Zu ersr. t. d. Ge- schgftSsl. d. G. A. niiei [Stellengesuche! isiOhrtoesniflöOT vom Lande s. Stelle in besserer Familie, in der eS das Kochen erlernen kann. Geht auch für tagsüb. ES wird mehr auf gute Behandl. als auf hoh. Lohn Wert gelegt. Schriftl. Anaeb. unt. 02165 QU d. GN. Ant. ^Verkäufe h Verein Rudersport Gießen 1913 undAkad.Ruder- abteilung e.V. 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MMlieiiirU-F.^ SEßilbclm etflmBL Anbach w. | tiolei .weg. euieS agens, ijuneb. ngSer- 02186 ,U isthauS W 02191 iclißj ilb faulen rütlldje 5. 02189 ÄE ,s Im Ruder W| sport j Gießen i 1913 -G iiutE UHU«''-- v * ’Dil'i't'lÄau»^ SW« ""SxÄ! UAO KS- Mttlv" ^",lU sSlofen zu bemessen. Die dauernd wechselnde Zahl der Erwerbslosen dürfe nicht zu einem festen Faktor des Ausgleichsschlüssels gemacht werden. Der Reichsregierung müsse immer wieder vor Augen geführt werden, daß es nicht damit getan sei, den Reichshauvhalt auszugleichen, sondern dah auch die Gemeinden wieder zu gesunden Jinanper- haltnissen kommen, und daß ihnen untragbare Lasten unter Beteiligung des Reichs und der Länder abgenommen werden mühten. Es sei Aufgabe der kommunalen Spitzenverbände, in diesem Sinne einen Druck auf die maßgebenden Stellen und die öffentliche Meinung auszuüben. An dcn mit starkem Beifall aufgenommenen, fesselnden Dortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache. in welcher von verschiedenen Rednern Kritik geübt wurde, insbesondere hinsichtlich der Ausführungen des Redners Über die Reform der Arbeitslosenversicherung, worauf Dr. Gereke in seinem Schlußwort eingehend antwortete. Auf Vorschlag des Vorfihenden wurde die nachstehende Entschließung einstimmig angenommen: „Die ständig wach- sende finanzielle Notlage der Landgemeinden erfordert schnellste Hilfe seitens des Reiches und des Staates Die sprunghaft gestiegenen Lasten für die Wohlfahrt serwerbs- lvsen können von den Gemeinden nicht mehr iit der bisherigen Höhe getragen werden. Die Ausgaben zur Linderung der Arbeitslosigkeit — eine Folge des verlorenen Krieges und der Weltwirtschaftskrise — müssen in erster Linie auf die breiteren Schultern des Reiches und der Länder gelegt werden. Die hessischen Landgemeinden erwarten innerhalb der nächsten Monate eine durchgreifende Hilfe, da sie sonst nicht mehr in der Lage sind, in wahrer Selbstverwaltung ihre wichtigen kommunalen Aufgaben zu erfüllen." Am Schlüsse der Tagung wurden verschiedene Anfragen und Wünsche aus der Versammlung zur Besprechung gebracht. Der Vorsitzende schloß die sehr anregend verlaufene, eindrucksvolle Tagung mit dem Wunsche, daß die nächste Versammlung in zwei Jahren eine bessere Zeit vorfinden möge. Gießener Gtavttheaier. Gurt (6ötz-Gastsviel: „Dio tote Tante und andere Begebenheiten". Nach dem „Hokuspokus" und dem „Lügner und der Nonne" ist nun Curt Götz, Dichter, Schauspieler und Regisseur in einer Person, zum drillen Male als gern gesehener Gast mit den Seinen bei uns erschienen. Und wiederum herrschte eitel Fröhlichkeit im ganzen Hause: man sah die drei Einakter, welche, unter dem sonderbaren Sammeltitel „Die tote Tante und andere Begebenheiten" zusammengefaßt, zu den frühesten Kindern der Göhschen Muse zählen und seinen Ruhm bis in die finsterste Provinz getragen haben. Gemeinsam ist diesen „Begebenheiten", daß sie völlig und in einer sonst kaum vorkommenden Form aus der Erfindung einer schöpferischen Persönlichkeit hervorgegangen sind, neugestaltet und zusammengehalten werden: das beruht eben auf dem einigermaßen beispiellosen Umstande der dreifachen Ausstrahlung eines Geistes ... in drei verfchiedenen Produktionsformen, auf das gleiche Objekt bezogen. Wichtig ist ferner ein raffiniert eingeschaltetes Spannungselement. das jedem dieser kurzen Stücke immanent ist und theatralisch wirksam wird, und zwar jedesmal auf ganz verschiedene Weise und ohne die mindeste Wiederholung, obwohl — was stets ein guter Griff ist — alle drei Stücke mehr oder minder Kriminalstücke sind. Und schließlich hat jeder der drei Einakter eine Pointe, die auf der absoluten Unberechenbarkeit des Handlungsablaufes und in ihrer Wirkung auf dem grotesken Mißverhältnis zwischen dem vom Zuschauer erwarteten und dem auf der Dühne zwanglos.sich einstellenden Endeffekt gegründet ist. Hiernach ist es nicht mehr sehr wesentlich, ob die Begebenheit, nach dem Willen des Autors, ärgerlich, kitschig oder erbaulich genannt werden darf. ..Der Mörder" zum Beispiel ist eine ärgerliche Begebenheit, die wahrhaft gruselig anfängt und auf die banalste und heiterste Weise endet. Diese Iagdgeschichte mit Blitz und Donner, mit Hirschen und Enten, mit galanten Anekdoten und ausgestandenen Aengsten, entpuppt sich als ein harmloses eheliches Abenteuer mit schöner Nutzanwendung, wobei der Zuschauer zwar aufahnet, aber nicht umhin kann, das happy end zugleich als ärgerlich mitzuempsinden und die alte Weisheit der Göhschen Dramenphilosophie bestätigt zu sehen: alles halb so schlimm. (Pallenberg würde sagen: «da liegt des Pudels springender Kern im Pfeffer begraben.) „Das Märchen" schrieb Götz in der souveränen Laune des englischen Lords: ich kann so kitschig sein, wie es mir beliebt. Wenn aber diese Schloß- geschichte mit dem einsamen Dinner, mit dem nicht vollzogenen Selbstmord nach Mitternacht, mit dem Autozusammenstoh und dem Zigeuner- mädchen, welches durchs Fenster hereinsteigt, mit der gestohlenen Zigarettendofe und dem Pudding — wenn also diese A färe wirklich den Untertitel nach der Laune des Autors verdient: so wurzelt der Witz des Ganzen nicht minder in der überlegenen und nonchalanten Geste, mit der die Kitschigkeit auf eine entwaffnende Weise ironisiert wird. „Erbaulich" heißt die Begebenheit von der toten Tante, ihrer unwahrscheinlichen Millionen- hinterlassenschaft und der noch unmöglicheren Klausel in ihrem Testament. (Man kann es schlecht erzählen.) Das Ganze ist. motivisch nicht ganz neu, eine in der Mitte zwischen Schwank und Groteske stehende Satire auf die Haustyrannei und falsche Biedermannsmoral des mit zwölf Kindern gesegneten Oberlehrers, wie er Heutigentages aus- gestorben fein dürfte. Zwar erscheint dieser Akt im einzelnen nicht ohne Witz, stellenweise sogar von knallender Komck und Drastik der Situation — dennoch wirkt er am schwächsten unter den drei Stücken des Abends, weil das immerhin delikate Grundmotiv seiner Fabel nicht anetdotisch knapp pointiert, sondern umständlich und einigermaßen peinlich breitgeschlagen wird ... womit am Ende selbst Götzens souveränem Humor ein wenig viel zugemutet ist. Gespielt wurde vorzüglich: was nach den früheren Proben kaum betont zu werden braucht: dennoch darf bemerkt werden, dah der Vorstellung, besonders in den ersten beiden Stücken, nichts Schablonenhaftes und nichts von glatter Routine anhaftete (was bei den Ausführungs- Kiffern und dem Reiseprogramm des Ensembles nicht überraschend wäre) ... wohltuend im Gegenteil: die Frische, Natürlichkeit. Unmittelbarkeit. die stellenweise fast improvisatorische Geste, mit der diese kleinen, frechen, amüsanten Affären dargestellt wurden. Heber allen. Urheber, Anreger, Führer und dreifacher Meister des theatralischen Kunstwerks: Curt Götz, elegant, witzig, trocken, liebenswürdig noch in seinen ungeschminkten Offenheiten und Bosheiten. Die Plauderei am Abendbrottisch mit der Frau Gemahlin, das nächtliche Intermezzo mit dem kleinen Zigeunermädchen: brillant gespielt und würzig belebt von vielfältigem Humor. Mit grotesker Kontrastwirkung zu dem Kavalierston des Herrn von Welt im schwarzen Alenddreß: das rauhe, rnft Zitaten und Exer- zit en gespickte Gepolter des vom blonden Doll- bart umwehten Oberlehrers, der wie Jupiter in der Wolke über den Seinen thront. Aus dem Ensemble zuvörderst: Valerie von Martens, des Dichters scharmante Gattin und ebenbürtige Partnerin: sie spielt die Ehefrau Isabella mit der ärgerlichen Deichte, das völlig naive Zigeunerkind Nadja, zuletzt die mißratene Tochter und erbauliche Universalerbin Inno» centia. Cs war ein Dergnügen. ihr zuzuschauen. Don den ül-rigen: Max Kaufmann (Apotheker: Herr Charly: Pastor R esfing) und Berta Monnard. in e ncr phant st sch ko > ischen Aufmachung. als Frau Marianne. — Leider war der Besuch diesmal auffallend schwach. Umso herzlicher der DeifalL hth. Oie gelbe Vase. 23on Peter Bauer. Sie hat die zierliche Schlankheit eines Leuchters. Aber die sanfte und edle Biegung ihrer Körperlinie erinnert mehr an die schmalhüftige Gestalt einer anmutigen Tänzerin. Der Grundton ihrer schimmernden Glasur ist von einem zarten Gelb, das an die Blütensterne der Narzissen erinnert oder an die leuchtenden Schmetterlingsschwingen eines Zitronensalters, der frühlingstrunken ins Blaue segelt. Heber das Gelb fliehen wie festliche Seidenschärpen schräge Streifen Grün von der lichten Helle der Aurikelblätter und mit verblassenden Konturen. Die gelbe Dase stand lange zwischen andern Keramiken, kleinen Schalen, Krügen und Töpsen. bescheiden in einer Schausensterecke. Die Mitte der Ausstellung nahmen Gemälde in Oel und Aquarell ein, kleine Graphikblälter, kostbare Tev- piche und allerlei kunstgewerblicher Zierrat. Es war noch winterlich in den Straften, als ich mich in die kleine Dase verliebte, die sich fo mutig und gläubig zum Frühling bekannte. Ich sah sie täglich im Dorübergehen und mein Herz schwang bei ihrem Anblick wie eine von der Freude bewegte Glocke und nahm einen hellen Jubel mit in die grauen Geschäfte des Alltags. Manchmal blieb ich länger vor dem Schaufenster stehen und oft nannte meine Phantasie die gelbe Dase: kleine Tänzerin. Mit geschlossenen Füßen und herabhängenden, eng an den Leib geschmiegten Armen schien sie ausruhend und doch voll Spannung nur auf den Einsatz der Musik zu warten, um zu frohem wirbelnden Tanz die Glieder zu lösen. Man müßte ihr nur ein Blüten g^winde zuwerfen, dachte ich mitunter, dann würde sie es mit Hochschnellenden Händen auffangen und den Reigen des Frühlings beginnen... Jetzt steht die gelbe Dase auf meinem Arbeitstisch. Die Sonne umspielt ihre schimmernden Farben und schmeichelt ihre schlanke Form mit warmen Strahlen. Und ein Forsythiazweig, kraus verästelt und wimmelnd von lodernden vierstrahligen Goldblüten krönt sie wie eine flammende Kerze den Leuchter. Die ersten Strauchblüten des Frühlings haben den Traum der Dase erfüllt. Sie darf ihren züngelnden Brand wie eine Fackel tragen, darf dem atmenden Leben der entfalteten Kelche Gefäß und erquickende Tränke fein. Sie ist überströmend glücklich und strahlt ihren stummen. Jubel durch mein Zimmer, daß auf allen Dingen die Freude glänzt. Noch in der Stunde der Dämmerung, wenn der Himmel sein Licht gelöscht, leuchtet die kleine Dase mit ihrer Forsythiafackel sieghaft durch den dunkelnden Raum und behauptet sich, bis die entfachte Lampe aufs neue in überschwengkichern Glanze strahlen läßt. Ich weiß, trotz aller fürsorglichen Pflege werden eines Morgens tote Blüten um die Dase liegen und der Zweig wird immer ärmlicher und zuletzt kahl fein wie das Gestänge eines abgebrannten Feuerwerks. Aber lasse dir darum deine Glückseligkeit nicht schmälern, fleine Dase, noch harren im ©arten viele Knospen der Entfaltung. die dich krönen sollen: den schlanken Narzissen wird der Goldregen folgen oder ein Ginster dorn vom Waldesrand. Oie Bekämpfung und Erforschung per Herzkrankheiten. Erste wissenschaftliche Sitzung im Kerckhoff-Jnstitut. Sonderbericht des „Gießener Anzeigers". Bad-Nauheim, 12.April. Das Wissenschaftliche Komitee zur Erforschung und Bekämpfung der Kreislaufstörungen, das sich, wie wir vor einigen Tagen schon berichteten, als Arbeitsgemeinschaft zwischen Kerckhoff-Jnstitut und Deutscher Gesellschaft für Kreislaufforschung unter Heranziehung der statistischen Mitarbeit des Reichsgesundheitsamtes gebildet hat, hielt heute in der jetzt fertig- gestellten großen Dorlesungshalle des Kerckhoff- Jnstituts feine konstituierende Sitzung. Etwa 150 Teilnehmer waren zu der Veranstaltung erschienen. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Geh. Regierungsrat Dr. H a m e l, der die Sitzung leitete, sprach nach der Begrüßuna eingehend über die Notwend.gleit der von dem Komitee beabsichtigten Ge- meinschaftsarbeit, die alle in Betracht kommenden medizinischen Disziplinen im Kampfe gegen eine Volkskrankheit, wie sie die Zirkulationsstörungen darstellen, zusammenfassen müsse. Dem geplanten großen Werke, dem das Reichsgesundheitsamt jederzeit gern seine wissenschaftliche Mitarbeit leihe, möge im Interesse von Volk und Vaterland der Erfolg nicht versagt bleiben! Für die Deutsche Gesellschaft für Kreislaufforschung sprach Professor Dr. Kisch (Köln). Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Zusammenarbeit aller gleichgerichteten Kräfte die geeigneten Wege für eine Erforschung und erfolgreiche Bekämpfung der Herzkrankheiten finden möge. Ministerialrat Dr. Schrohe von der Gesundheitsabteilung des hessischen Innenministeriums überbrachte die besten Wünsche des Innenministers. In der Tatsache, daß das Komitee zu seinem ersten Tagungsort das Weltbad Bad-Nauheim gewählt habe, erblickte die hessische Regierung eine besondere Anerkennung der Bedeutung unseres Staatsbades als Herzheilstätte. Besonderer Dank wurde Professor Dr. Groedel ausgesprochen, weil es in erster Linie seinen Bemühungen für das Bad gelungen sei, daß Bad-Nauheim neben dem staatlichen Medizinischen Institut noch eine zweite Forschungsstätte erhalten habe. Ministerialrat Meller, der für den hessischen Finanzminister und die Bad- pnd Kurverwaltung begrüßte, erklärte, daß Hessen stolz sei auf das neue Werk. Die hessische Regierung danke heute nochmals der hochherzigen Stifterin, darüber hinaus aber auch Professor Dr. Groedel als Treuhänder und VmPtzender der großen Stiftung. Weitere Redner, die Grüße und Wünsche über, mittelten, waren Sanitätsrat Dr. Hahn von der hiesigen Aerzte-Brreinigung und Prof. Dr. Koch, der namens des Deutschen Aerztebundes zur Forderung der Leibesübungen sprach. Prof. Dr. Groedel, dem die wissenschaftliche Leitung des K«rckhoff-Jnstituts obliegt, überzeugte dann in einem anschaulichen Referat über „Zirkulationsstörungen als Volkskrankheit" von der Rotwendigkeit der in Angriff zu nehmenden Forschungsarbeit. An der Hand ausgezeichneten statistischen Materials zeigte er, daß in den letzten zwei Jahrzehnten Volkskrankheiten, wie die Tuberkulose, beträchtlich abgenommen haben, im Gegensatz dazu aber Krebs und vor allem Kreislauferkrankungen stark angestiegen sind. Es dürfe heute angenommen werden, daß fast 3 v. H. aller Menschen herzkrank sind. Die Zunahme der Herzerkrankungen und des Herztodes sei u. a auch bedingt durch das Tempo unserer Zeit und durch gewisse Verufs- und Gewerbekrankheiten. Der Bekämpfung der Zirkulationsstörungen gelte die Arbeit des Komitees, das alle Aerzte und Wissenschaftler zur Mitarbeit aufrufe. Heber „Ziele und Wege der Kreislaufforschung" referierte Prof. Dr. K o ch, Physiologe am Kerckhoff-Jnstitut. Seine Ausführungen fanden, wie die des Vorredners, lebhafte Zustimmung. Geh. Reg.-Rat Dr. Hamel verlas unter lebhaftem Beifall der Versammlung ein Glückwunschtelegramm der Stifterin, Frau Luise K e r ck h o f f (Los Angeles). In einem Antworttelegramm wurde der Dank an Frau Kerckhoff zum Ausdruck gebracht. Rach einem Rundgang durch das Kerckhoff- Jnstitut hielt das Wissenschaftlicke Komitee seine erste Sitzung ab, in der Prof. Dr. Groedel und Prof. Dr. Koch das Arbeitsprogramm entwickelten. In der anschließenden Diskussion wurden beachtenswerte Anregungen für die Arbeit des Komitees und des Kerckhoff-Jnstituts gegeben. Oberbeffen. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim, 13. April. Bei der gestrigen Beigeordnetenwahl wurde der Kandidat der bürgerlichen Liste, Ludwig Sack VII, mit 904 Stimmen gegen 851 Stimmen des sozialdemokratischen Kandidaten Albert Schmidt zum Beigeordneten gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 94 v. H. z Rödgen, 13. April. Da der M .liorations- plan für die hiesige Gemarkung durch die Feld- bereinigungskommission auf der Bürgermeisterei vsfengelegt worden ist, wird die Frage der Verlegung des Sportplatzes «". rigbesprochen. Seine bisherige Lage zwischen dem Bahnwärterhaus und dem Flugplatz ist ungünstig, denn bei feuchtem Wetter ist der Zugangsweg an vielen Stellen grundlos und der Platz selbst sehr naß. Ver'chiedene Vorschläge für einen neuen Sportplatz werden nun gemacht, eine Entscheidung ist jedoch noch nicht getroffen. Gemeinderat, Sportverein und sonst an der körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend Beteiligte werden über die Vorschläge beraten und sich dann für die Lage entscheiden. 8 Alten-Buseck, 13. April. Am Sonntag fand im Gotteshaus die Einsegnung der Konfirmanden unseres Kirchspiels statt. Pfarrer S a t t - l e r aus Wieseck gedachte in eindrucksvoller Rede des verstorbenen Pfarrers Hartmann. Die Zahl der Konfirmanden betrug: 11 Knaben aus Alten- Buseck und 3 aus Trohe, sowie 10 Mädchen aus Alten-Buseck und 1 aus Trohe. Die Feier wurde verschönt durch Lieder der Alten-Busecker Konfirmanden unter Leitung von Lehrer Ranft. L Ettingshausen. 13. Apr l. Wie die Dürgerme-sterwahl, so verlief auch di« Wahl des Beigeordneten für unsere Gemeinde in völliger Ruhe. Da kein Gegenwahlvorfchlag gegen den seitherigen Beigeordneten Heinrich Keil VII. eingegangen war, kam es zu keinem Wahlgang, und der seitherige Beigeordnete ist für die nächste Amtsperiode wiedergewählt, ein Zeichen, daiß man mit seiner Amtsführung einverstanden war. r. Lang-Göns, 13. April. Gestern wurden in der hiesigen Kirche 12 Kinder, 8 Knaben und 4 Mädchen, konfirmiert. Es ist dies einer der schwachen Kriegejahrgänge. In die Elementarklasse der Volksschule treten zum Schulbeginn 30 Kinder ein. Kreis Friedberg. △ Butzbach, 13. April. Rachdem die Ver» Handlungen über &it> Ilebernahme des Autoverkehrs Butzbach und Umgegend durch die Reichspost aum Abschluß gekommen sind, werden die beiden Kraftpostlinien Butzbach — Riederkleen — Hochelheim — Grohen- Linden und Butzbach — Riederweisel — Hochweisel — Ziegenberg am 13. April eröffnet. Detriebs- leitendes Postamt ist Butzbach. Eingesandt. (Für Form und Inhal« aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber Einerlei Verantwortung ) Förderung der Neubautätigkeit. In den vor einigen Tagen veröffentlichten hessischen Bestimmungen über die Förderung des Wohnungsbaues im Jahre 1931 aus öffentlichen Mitteln ist u. a. eine interessante Vorschrift enthalten, die besagt, daß die Kosten für den Bauplatz, d ie Ausschließung und die Anliegerleistungen 10 bis 12 v. H. der Gesamtherstellungskosten nicht überschreiten sollen. Ich bin mit einigen weiteren Bekannten Bauinteressent. Bei den Bemühungen um Baugelände in dem für uns in Betracht kommenden Viertel der Stadt werden für den Quadratmeter Baugelände, das m. W. vor zirka 10 Jahren mit 30 bis 35 Pf. gekauft wurde, 8 bis 10 Mark gefordert. Der Bauplatz im Umfang von zirka 700 bis 800 Quadratmeter würde also allein 6000 bis 7000 Mark kosten, dagegen ist das Häuschen selbst mit 12 000 Mark veranschlagt. Dieses Verhältnis der Kosten des Platzes zu denen des Neubaues macht demnach mehr als 30 v. H. der Gesamtkosten aus: dazu kommen noch die mit dem Kauf des Grundstückes verbundenen nicht unerheblichen Abgaben, sowie die Kosten für den Ausbau der Straße usw. Durch diese Zustände sind wir gezwungen, unser Vorhaben vorläufig aufzugeben. Könnte hier nicht die Stadt oder auch der Staat, die doch in erster Linie Interesse an der Beschaffung von Arbeitsmöglichkeit haben und auch Baugelände besitzen, wenigstens versuchen zu helfen und Gelände zu einem angemessenen Preis, oder in Erbbaupacht, wie das von Seiten der Stadt m. W. früher geschah, abgeben? -3d) hatte vor nicht allzu- lanaer Zeit Gelegenheit, von einem Vertreter des hessischen Staates zu hören, daß der Besitz von Gelände für diesen keinen Vorteil bedeute, sondern nur eine Belastung. Hier wäre Gelegenheit, durch Der» kauf dieses Geländes an Baulustige zu angemessenem Preis unsere schwer darniederliegende Wirtschaft zu unterstützen. Falls auch von Seiten der Be- Hörden Gelände für Bauzwecke unter günstigeren Bedingungen nicht »rr Verfügung gestellt werden kann, muß man bei dem letzigen „Wucher mit Gottes Erdboden", was man wohl ohne lieber- treibung sagen darf, das geplante Wohnheimstättengesetz, das in der nächsten Tagungsperiode den Reichstag beschäftigen soll, abwarten. Einer für mehrere Baulustige. Taten für Mittwoch 15 April. 1772: der Raturforscher Saint-Hilaire in Etam- pes geboren: — 1800: der britische Seefahrer James Clarke Roß in London geboren: — 1832: der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch in Wiedensahl geboren. Wirtschaft. * Vergleichsvvrschlag beim Bank- hausKellnerinWetzlar. Das seit einigen Wochen in Zahlungsschw.erig.eiten befindliche Bankhaus Kellner in Wetzlar sucht nunmehr einen Vergleich mit seinen Gläubigern abzu- schließen. Rach der Dermögensauistellung ist das Dankgebäude mit 60 000 Mk. Hypotheken belastet und scheidet daher aus der Masse aus. An zweifelhaften Forderungen sind rund 100 000 Mk. eingesetzt. Aus der verbleibenden Masse werden 55 Prozent den Gläubigern vorerst angeboten, und zwar sollen Beträge bis 50 Mk. voll ausbezahlt werden, während die höheren Forderungen innerhalb etwa Jahresfrist zur Auszahlung kommey sollen. Von den zweifelhaften Forderungen hofft die Firma noch weitere Summen hereinzubekvmmen, so daß die Möglichkeit besteht. weitere Beträge an di« Gläubiger abzu- führcn, die bestenfalls bis 25 Prozent betragen dürften, so daß bei guter Abwicklung rund 80 Prozent zur Auszahlung kommen könnten. In einer Gläubigerversammlung wurde von diesen Vorschlägen Kenntnis genommen und ein Ausschuß aus drei Herren gewählt, der eine Rach- prüfnng der Konten vornehmen und über das Ergebnis berichten soll. Es darf angenommen werden, daß der vorgeschlagene Vergleich, der als günstig anzusprechen ist, angenommen wird. Hinfrermarff in (Hießen. Auf dem heutigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen waren 1165 Stück Großvieh und 269 Stück Kälber aufgetrieben. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 500 bis 550 Mark, 2. Qualität 350 bis 400 Mark, 3. Qualität 200 bis 250 Mark; Schlachtkühe 100 bis 300 Mark; Rinder: bis ^jährig 100 bis 200 Mark, 3Ä-- bis 2mhrig 175 bis 275 Mark, tragend 300 bis 450 Mark; Kälber, das Pfund Lebendgewicht 40 bis 55 Pf. Ausgesuchte Tiere erbrachten Preise über Notiz. — Marktverkauf: schleppend. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 14. April. Tendenz: schwächer. Die heutige Börse stand im Zeichen weitgehendster Zurückhaltung, besonders für die in letzter Zeit gestiegenen Papiere. Im Hinblick auf den bevorstehenden Medio lagen Auslandorders nicht vor, ferner hat das Interesse der Jnlandkund- schaft stark nachgelassen, was man besonders am Anleihemarkt feststellen kann, der seine Elastizität fast eingebüßt hat. Da Notierungen so gut wie gar nicht vorgelegen haben, schritt die Kulisse erneut zu Realisationen. Verstimmend wirkte hierbei die Kassen- l a g e d e s R e i ch e s. In den letzten Tagen tauchten verschiedentlich Gerüchte auf, die eingehend besprochen wurden. Richtig ist jedoch, daß das Reich für Rückzahlung der gegebenen Schatzanmeisungen im Mai verstärkte Mittel gebraucht. Auch von den weiter ungünstigen Berichten der Maschinenindustrie konnte keine Anregung ausgehen. Das Geschäft war außerordentlich gering. Gegenüber der gestrigen Abendbärse ergaben sich überwiegend Kursabschwächungen von 1 bis 2 v. H. Stärker rückgängig waren am Kalimarkt Salzdetfurth, die 5 v. H. einbüßten. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben und Deutsche Erdöl je 1,75 v S) niedriger. Mehr angeboten waren vor allem Elektrowerte, die durchweg bis 2 5 v H. nachgaben. Nur Felten eröffneten leicht erhöht. Mehr realisiert wurden die noch immer stärker forcierten Kunstseideaktien. Aku lägest 1,5 und Bemberg 2,5 v.H. schwächer. Montanwerte gaben von 1 bis 2 v. H. nad). Niedriger lagen außerdem noch Norddeutscher Lloyd (minus 1,90 v. H.), Daimler (minus 1 v. H.) und Holzmann (minus 1,25 v. H ). Bankaktien lagen bis 1,25 v. H. abgeschwächt. Am Anleihemarkt gaben Altbesitz bis 0,35 v.H. nach, während Schutzgebiet 0,13 v. H. gewannen. Ausländer lagen ohne Interesse. Der Pfandbriefmarkt verkehrte in sehr ruhiger Haltung, doch blieben die Kurse im ganzen unverändert. Reichsschuldbuchforderungen lagen etwa 1 v. H. schwächer. Im Verlaufe stockte das Geschäft fast vollkommen, und die Mehrzahl der Kurse blieb auf dem Anfangsniveau gehalten. AEG. erneut 1 v. H. niedriger. Am Geldmarkt hielt die Nachfrage nach Tagesgeld an. Der Satz war unverändert 4 v. H. Am Devisenmarkt hielt die Pesetenschwäche infolge der kritischen Lage in Spanien an. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2005, gegen Pfund 20,4075. Von Usancen hörte man Paris und Holland fester. London gegen Neuyork 4,8578, gegen Paris 124,19, gegen Mailand 92,79. gegen Madrid 47,75, gegen Schweiz 25,2225, gegen Holland 12,10. Berliner Börse. Berlin, 14. April. Di« heutige Börse eröffnete, nachdem schon die Frankfurter Abendbörse meist nachgebend gewesen war, in schwächerer Haltung. Von der Publikums- und der Dankkundschaft wurden weitere Realisationen vorgenommen, und die Spekulation, die an der «gestrigen Rachbörse gekauft hatte, schritt zu Glatt st «klungen. Verstimmend wirkten die immer wieder anftarchenden Gerüchte von einer inländischen Anleihe, obwohl die Reichsbank einen guten Absatz in Schahanweisungen, verzeichnen konnte und nach der Meldung eines Mittagsblattes ein eventueller Fehlbetrag Ultimo Mai wohl durch einen Ueberbrückungskredit gedeckt werden könnte. Am Montanmarkt wurde durch die Propaganda des französischen Handelsministers für die französische Kohle und gegen den Import ausländischer Kohle starke Verstimmung ausgelöst. Die heutige Unterzeichnung des deutsch- russischen Vertrages und die Veröffentlichung der Rorman-Pläne über die Gründung eines inter- nationalen Finanzsyndikats blieben ohne Einfluß. Das Angebot war nicht umfangreich, es fanden aber doch nur 1 bis 3 v. H. schwächere | Kurfe lln erkunft. D.« Vorgänge in Svanien mahnten ebenfalls zur Zurückyaltung. Chade büßten auch heute 6,50 Mk. ein. Auffallend schwach lagen Kunstseidewerte. Bemberg gingen bis 4 Prozent zurück. Maschinen lagen auf die Märzberichte schwach. Fest lagen Schultheiß, Ascha fenburger Zellstoff, Leopoldgrube. Stolberger Zink, Dank für Elektrische Werte, di« 1 Prozent, und Sarotti, die 2 Prozent anzogen. Deutsche Anleihen gut behauptet. Ausländer etwas schwächer. Reichsschuldbuchforderungen schwächten sich bis 0,75 Prozent ab. Der Pfandbriefmarkt war weiter unübersichtlich. Der Geldmarkt erfuhr nur eine geringe Veränderung. Tagesgeld stellte sich auf 5 bzw. 4,75 bis 7 Prozent, Monatsgeld auf 5 bis 7 Prozent, Warenwechsel auf etwa 5 Prozent. Am Devisenmarkt lag Madrid weiter schwach. Im Verlaufe setzte sich erneuter Rückgang durch. Schultheiß, die erneut 2,5 Prozent anzogen, regten auch die übrige Dorse an, und es ergaben sich Erhöhungen von etwa 1 Prozent, später wurde es jedoch wieder ruhiger und allgemein bis 2 Prozent schwächer. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o H-, Lombardzinsfuh 6 o H. ^ranimn a. M. | Berlin .rrontturi a. Serhn Schluß«, tut» , fllhr« Nurs Schluß-Ama g- Schluß« 'urd k«llhr« tturd Schluß«! Anfang« fürs । Nurs lurd , Nur« Datum 13.4. 144. 13.4. 14.4. Datum 134. 14.4 13.4. 14.4. 6% Deutiche Retchsanteihe non 1027 7% $cut|<1)f Reicheanleihe von 1929 ...... 84,75 _ 85 _ vamvurg-Amerika ‘Baiei ... 7 Hamburg-Sstdam Dampfschiff. 8 76 _ 75,65 122,5 75,9 100,35 _ 100,6 Hanta Samrflditfi . 10 WorDDcutid-.er Lloyd .... 8 Allgemeine DeuticheCredilanst. 10 Barmet Bankverein . . 10 77,25 75,4 95,65 77,25 76,75 Deuijche Ant.-Ablöi.-Schuld mii eiu»loi.'8icd)ten ..... 59,6 59,25 59,9 59,6 Drsol. ohne Ansioi.-Rechte . . 6,65 — 6,55 6,6 Berliner Hanvelsgeletllchaft 12 130 — 130,25 129,5 6% Hell, «yollziiant von 1929 (riidiohlb 102%)...... 96 _ 96,5 _ Commerz, unv Pnoat-Bank . 11 Darmstädter unv Narionaibank 12 123 150,25 122 122,5 150,75 121,5 150 Oberbdlcn Troölni > Anleihe ml' Aurioi.-R'-chicn 58 _ Deutiche Bank unv Tteconto-Geleilichaft, ... 10 117,5 116,25 116,75 116 Deutsche komm Sammelahi. Anleihe Serie l . . . 59 _ 59,25 — Dresdner Bant......10 Reichsbanf ......12 117 116,25 275,25 115,5 8% Atflnll. Hnp.-Banl Goidvlk XIII unlunobat bis 1934 101,5 _ A.E.E .........8 118,75 116,75 118,5 116,75 7% ,3ranfi Hiw.-Bank Goldpse untunobar bis 1932 97,5 _ Bergmann.........9 Elektr Lieterung»gelelitchast. 10 — — 103 141,5 101 - l 140,5 an^briesanstalt. !tomm.-£bl. 01. 20. . . Hamburger EleftrizilätS-Werte 10 Rboiniiche Elektrizität .... 9 127 — 125,5 124,5 7% l/r% 6eegt. von 1918 16,4 — 16,13 — Iile Bergbau ....... U 203 —— 200,5 198 t% Nnparstche Rronenrente — —— — — Llöcknerwerke ..•••• 75 — 75,25 73 4% lürtlldie Zollanleche von 1911 4,5 — 4,4 4,4 Köln-Neuesten. . ..... 1 — 80,5 79,25 4% lürllidje Bagdodbahn-Anl Serie l 4,525 4,5 4,5 Mannesmonn-Röhre» .... 7 Mansfelder Bergbau . . . . 82,25 81,25 82,25 39,5 81,75 40 4% oeagi. Serie II 4,525 — 4,5 4,4 Cbcrldilei Ifhenbcoarf . . . . 1 — — — 6% Rumäniiche vereint). Rente von 1903 _ 8,6 8,65 1 Cbcrfdtlel fioloroerfe..... Phönir Bergbau . . . 6V 64,5 63,5 "3,25 64,9 82 63,13 »yt% Rumäniiche vereint) Rente von 1918 ... - - 1% Rumäniiche vereint). Ratte — 15,4 _ Rbeinstche Braunkohlen . . K Rheinstahl ....... — 89,5 87,65 187 89,25 186 88,75 7 •*- 7.1 7,1 ffilebed Montan ...... 7/ — — — — ;frantiuri a Di. 1 »erlin Banknoten. ___ Sch uß«, (nrd ! l»Uhr< « tt Schluß« fürs । Anfang« Kurs Selin. 13. April Geld grlef Amenkaniiche Noten . . yelgildie Noten . . 4,179 58,20 4,199 58,44 ch . M Datum 13.4 14.4 13.4. 14.4. Toniiche Noten . - . Engstiche Noten . . • • e • 11,95 20,35 16,37 158,11 22,04 111,98 58,83 2,48 112,39 20,43 16,43 168,79 22,12 112,42 59,07 2,50 Bereinigte Stahlwerke . - - Ltavi Minen ... 16'/» Kaliwerke Afcheröleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 61 174,5 179,5 270 2I 112 61,4 34,65 173,5 179 268 59,75 34,25 265,75 ftrnaiuiiiaie vroien . ...... Hollondifch' Noten....... Italtennche Noten........ Norwegiiche Noten....... Deutich-Oesterretch, i 100 Schilling Nninaniich.' Noten....... 157,9 Schwevstch Noten . . . 112,06 112,50 I. ®. ftarbeiv3nouftrte ... 12 157,5 155,5 155,75 Sdirocuet Noten .... 80,67 80,99 Dnnamit Nobel ......6 — — — —— epuniiclie Noten .... 44,71 44,89 ScheideanstaU........9 139,25 —- —— —— T'chechoilotuakiiche Nöten. 12,39 12,45 Goldlchmivi .......6 56,25 — 56,4 — Ungorliche Noten 72,99 73,29 Rütgerawerke........6 Melallgelelllchait.......8 60,5 78,75 78 60,75 79,75 59,5 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Philipp Hoizmann......1 Zementwerk Heidelberg . . 10 104,4 103,25 104 103,5 13 April 14-April Amtliche Folierung Amtliche Notierung Cementwerk Karlstadt. ... 10 Wann & ftrentao .....8 87 37,75 — 37,25 — ß'ei« 3 riet Geld Briet Amst.« Nokk- 168,41 168,75 168,42 168,76 Schultheis Pavenhoier ... 16 — — 180,5 181,75 Bu-n.-AircS Brss- 'Antw 1,444 58,31 1,448 58,43 1,455 58,34 1,459 58,46 Cftroerfe ..... • *2 —— — — — Gbrifttnnia ■ 112,24 112,46 112,23 112,45 Aku .......18 )5,5 94 96 93,85 112,22 112,44 112,23 112.44 Bemberg...... H 110 107,75 111,5 107,75 Stockholm • 112,29 112,51 112,34 112,54 Zellstoff Waldhof .... 18*/. — — 111,65 111 Hesiingfors. Italien . . 10,557 10,577 10,557 10,577 Zellstoff eilthaffenburg ... 12 —- — 87,25 88 21,97 22,01 21,965 22,005 Charlottenburger Wastee ... 8 —- — — —— London. • . 20,386 20,426 20,387 20,427 Destauer Gas .....9 —— — 140,65 138,5 'Neunork . • 4,1965 4,2045 4,1965 4,2045 Daimler Motoren .....0 34,9 34 34,4 33,5 Tigris. ■ • . 16,405 16,445 16,412 16,452 Deutiche Linoleum ...... 102 — 102 101,5 Schweiz •. 80,83 80,99 80,83 80,99 Mai'chinenbau A.-G. ..... 0 — — — — Svn ien ■ . 44,82 44,90 42,76 42,94 Not. Automobil . ..... 0 — — — —— Icumn 2,073 2,077 2,073 2,077 Crcnftein & Stoppel .... 6 — — 56,75 56 -Mo de Inn. 0.306 0,308 0,307 0,309 Leonhard Tietz ...... 10 122,5 — 124 123 Wien tn D.» 59,12 Svensko ..... 262 — 262 261 Ceft. abgeft. 58,995 59,115 59,00 Prag 12,427 12,447 12,426 12,446 itrantfurter ’Dlaldjtnea . . . . < Grinnet . ...... 6 18,5 39 18,25 40 — Belirad . . tuouv:il • • 7,380 73,13 7,394 73,27 7,37 T 73,135 7,391 73,275 Heullgenstaedt ....... 0 Iungban» ......6 Lechwerke.........8 — _ ttiut arten 3.042 3,048 3,042 3,048 _ —— — "tssadon 18,85 18,89 18,85 18,89 — — Danzig 81,51 81,67 81,53 81,69 Mainkraftwerke Höchst a. M.. . Miag .....10 (Sehr. Roeder ...... 10 — Konst MM. Athen 1,784 5,44 1,789 5,49 1,784 5,44 1,789 5,45 _ — — Kanaoa 4,193 4,201 4,193 4,200 Voigt & Haeffner...... — _ — Uni uao 2,827 2,833 2,77 2,83 Süddeutsche Zucker .... 10 — — 133 — Latro 20,91 20,95 20,91 20,95 n D°n 1 bis 2 « ft Käss ■äs£ während SchutzqM ^e,r Ja0en ohne 3n» "Wie in lehr ruhj, Ie. ^urse im gan. ebSt9eIl°9tnetma e "ockte das Qejdwft ^ahl der Sur[e blieb JJ'rP erneut S y d-e Nechsrage ?vW m .""oerandeü * die Peseten,chwache n Spanien an. Man W™, gegen Pfund 'QnNisunb Holland 14M gegen Paris . gegen Madrid 47,75 n Holland 12,10. Sörse. heutige Wrse eröff- cnffurter Wmdbvrse Var, in schwächerer MS- und der 3anf. i Aealisationen ■Motion, die an der t batte, schritt -u timmend wirkten die i Gerüchte von einer !, obwohl die Reich-- in Schohanweisungm. ) drr Mrldung eine- irr Fehlbetrag Ultimo berbrückungSkredit ge- Montanmarkt wurde framösifchen Hande!-- £ Kohle unt> gegen den le starke Verstimmung rzeichnung des drutsch- ? Jerössmt/ichung bet indung eines toter* yndilai- blieben war nicht umlangreich, I bis L d.H schwächere länge in 6w.cn ma in« laltunz. Chade buhlen L Ausfallend schwach Semberg gingen bi» hincn lagen auf die seft lagen öchulthech, Leopoldgrube. SWI- Elektrische Werte, dte ie 2 Prozent adS-n. -ehaup'.et. 2u-lander >zschuldbuchchrdenmgen S«b. $«*»• iWi ?=* geringe Veränderung. 5 bitt 4.75 bi» 7^« ui 1 Prozent, Dann i ntm Kev! enmarkt s-sS S7.1S Ä'o„SSen * W/«“ JüSPfe *" S.^ 15 April. brili^el?^ 2usch^ H aprt> u $ iir-A 112 $ io-g 21 ■ 20J87 4,>»öi 16.11 80-83 42.76 2,073 0,307 59.8? ’5 18 13 16 14 51 77 01 ,26 )45 145 ,99 ,90 077 308 115 447 394 1,27 048 1.89 ,6? s :S 1.95 7 135 ;>r 18.65 8'Ä 'iS «’S 2,77 20.91 56.44 112.39 20.43 16.43 168-» Ö.12 M IJJ $8 44.83 12.45 13.29 m. 4.179 58.20 111.95 20.35 16,37 168.11 22.04 111-98 58.8 2,48 112-06 80, 44.» H'S 1b« la?» 1.45? M-* 11'8 112^ 10,S ZK S 42.94 ,077 0,309 59,12 7)^ !!Z f» 4> *,13 20^1 »mii'*1 ” #h?S 6t» — »kn.___ —M. SJ.-fpori öpidöereintgung 1900 Gießen. Vpieldereiaigung 1900 — 6pb. Wetzlar 2:3. Das letzte Verbandsspiel der 1. Bezirksklasfe brachte eine Enttäuschung. Es wurde kein besonders ansprechendes Spiel gezeigt, vielmehr ein Kamps, der durch das harte und sehr körper- liche Spiel der Wetzlarer etwas Primitives an sich hatte und die gehegten Erwartungen nicht erfüllte. Obwohl sich di« Gießener bemühten, durch ihre reifere Technik dem Spiel eine andere Note zu geben, drangen sie mit ihrer Spielweise nicht durch, muhten sich vielmehr da- Spielsystem des Gegners ausdrängen lassen. Die Wetzlarer spielten ziemlich hoch, dabei reichlich planlos, gingen jeweils hart an den Mann, so dah di« körperlich weniger robusten 1900er vorsichtig zu spielen begannen. Das vers Hasste dem Gegner ein Uebergewicht und den Sieg, der jedoch nicht als verdient angesprvchen werden kann, da bi« DI au weihen wesentlich mehr zeigten Eine Reihe von Strafstößen und harte Auseinandersetzungen zwischen den Spielern, viele Stürze charakterisierten den Kamps in unrühmlichem Sinne. Der erste Tresser siel auS einem Elfmeter, der von Henrich unhaltbar verwandelt wurde. In der 20. Minute kamen die Wetzlarer gut durch, auS dein. Gewühl« heraus fiel ein scharfer Schuh, Müller hielt den Ball, lieh ihn aber entgleiten und inS Tor rollen. Gegen daS Ende der ersten Spielhälste erhielt 1900 abermals einen Strafst oh zugesprochen, Adelberger schoh jedoch aus den Mann. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Kurz nach dem Wiederbeginn setzte Balser unbehindert einen scharsen, unhaltbare« Schuh auf das Tor des Gegners und verschus seinem Verein dadurch abermals die Führung, die bis zehn Minuten Dorschluh beibehalten werden konnte. Das Spiel nahm indessen immer härtere Formen an. Schließlich siel der (haltbare) Ausgleichstresser und fünf Minuten vor dem Abpfisf gelang den Gästen, durch einen Elsmeter, von Zeiler unnötigerweise verschuldet, der Siegestresfer. DaS wenig ansprechende Spiel litt bedenklich unter einer unzulänglichen Schieksrichtorleistung. Der Schiedsrichter Habicht (Dillenburg) hätte in vielen Fällen unbedingt energischer durchgreifen müssen. Jugendspiele. 1. Jugend — SV. Wetzlar 1. Jgd. 4:0 (0:0). Der Gästemannschalt, die äuherst hart und wuchtig spielte, fehlte vor allem eine planvolle Zusammenarbeit, um den Einheimischen überhaupt gefährlich werden zu können. In der ersten Halbzeit vermochten die Wetzlarer durch ihren Eifer taS Sp el noch einigermaßen offen zu halten. In der zweiten Halbzeit kam der Gegner kaum über die Mittellinie und muhte es sich trotz zahlreicher Verteidigung gefallen lassen, dah der Ball viermal die Linie passierte. Bei Gießen war die Hintermannschaft sehr gut. Der Sturm setzte sich oft nicht energisch genug durch. 2. Jugend — VsR Buhbach 1. Jgd. 0:2 (0:0). Die 2. Jugend traf mit zehn Mann in Butzbach auf einen Gegner, der seine überlegene Körperkraft oft mehr ins Gewicht warf, wie es not- toenbig war. Die schwächeren 1900er kämpften bis zum Schluß falt und unverdrossen, konnten es aber nicht verhindern, daß der Ball zweimal in ihrem Tor landete. — Der Gegner der Schüler blieb aus. Oer Kampf der Heservemannschasten. 1900 verliert 7:0. Am Sonntagvormittag fand auf dem Platz der Spielvereinigung eines der drei Entscheidungsspiele um die Meisterschaft der 1. Gauklasfe statt Die Ligareserve der Spielvereinigung und des VfB. standen sich gegenüber. Etwa 200 Zuschauer hatten sich eingefunden. Der Kamps brachte eine große Ueberraschung. Die Spielvereinigung verlor entgegen jeder Erwartung mit 7:0 Toren. Allerdings muh berücksichtigt werden, dah die Blau-Weihen mit Ersah und nicht in der angekündigten Aufstellung an^utreten gezwungen waren. Die 1900er spielten mit großem Eifer, vermochten sich aber nicht durchzusetzen, beim der Gegner war dem Platzbesitzer insbesondere im Kornbina itmSvermögen eine Klasse voraus Während bi« 1900er jeg.iches System in der Svielanlage vermissen liehen und dadurch daS Riveau deS Kampfes bedenklich drückten, gefielen bi« VfBer mit ihrer ausgeprägten rationellen Zusammenarbeit der Läuferreihe mit bem Sturm sehr gut, erzielten auch eine Feldüberlegenheit, die durch die Entlchlosfenh?it eineS schußsreudigen Sturmes zum Erfolg führten. Der Kampf spielte sich säst aus chließlich in der Spiel- Hälfte des Platzbesitzer- ab; Bock'er im Tor der VfBer erhielt während der zweiten Halbzeit kaum drei Bälle. Trotz alledem entwicke'te sich ein fesselnder Kamps, da die 1900er (zu ihrer Ehre fei es gesagt) bis zum Schluß durchhielten und immer wieder versuchten, des Gegners Angriffe »um Stehen zu bringen. Das Spiel wurde außerdem sehr fair durch geführt. Der Spielverlauf brachte einen überaus temperamentvollen Einsatz beider Mannschaften, die VfBer gerieten schnell in Fahrt, auch die Vlauwei^en hatten sich rasch gefunden und zeigten zu Beginn des Spieles einige aussichtsreiche Durchbrüche, die jedoch an der gegnerischen Verteidigung zum Sthen kamen, oder aber durch die Unentschlrssercheit des Sturmes zu keinem Erfolg führten. Bereits in der ersten Viertelstunde Haien sich die Leute vom Waldspielplatz eine Ueberlegenheit herausgearbeitet, in der 15. Minute fiel im Anschluß an ein exaktes Kodssviel vor dem Tor der 1900er, der erste Treffer für VfB. In der 22. Minute tonnte Wagener unbehindert aus kurzer Entfernung den zweiten Erfolg für seine Farben buchen, eine halbe Minute später entwickelte sich wieder eine kritische Situation vor dem Tor der 1930er, Br6e lief aus dem Kasten, verfehlte den DaN und unbehindert konnte der dritte Treffer verwandelt werden. Zwei Ecken für 1900. eine Ecke für VfB. brachten nichts ein. Mit 3:0 wurden die Seiten gewechselt. Während der »weiten Halbzit fand bie Ueber- legenheit der VfBer ihren Ausdruck barin, baß sich der Kamps fast ausschließlich in der Spielhälste bet Vlauweißen abspie'te Br6e war stets stark beschäftigt, hielt verhältnismäßig zuverlässig. konnte indessen nicht verhindern, baß in gleichmäßigen Abständen vier weitere Tore fielen und bie VfBer schließlich als verbiente Sieger ben Platz verließen. Der Schiedsrichter war in seinen Entscheidungen gerecht Unangenehm fiel bie Tatsache auf, daß in diesem Spiel reichlich viel gesprochen wurde. Man sollte sich darüber klar sein, daß mangelndes Kombinationsvermögen und Ballbehandlung nicht durch Dolksreden ersetzt werden kann. öanbbatl im (5au Hessen (O T ) VfL. Wehlar I — wto. Gießen I 4:7 (3:4). Am Sonntag weilte die erste Mannschaft des hiesigen Männerturm>ereins in Wetzlar als Gast bei dem Verein für Leibesübungen. Dieses Freundschaftsspiel war das erste, welches bie Gießener Mannschaft, seit der Einigung zwischen DT. und DSD. mit dem VfL. zusammenführte. Die Gastgeber traten mit einer körperlich kräftigen und gut aufeinander eingespielten Mannschaft auf den Plan, die Gießener mußten noch immer in ersatzgeschwächter Ausstellung das Spiel bestreiten. In der ersten Halbzeit hatten die VsLer den Wind zum Dundesgenossen und konnten nach anfänglicher (1:0, 2:0, 2:1, 3:1 für Gießen) Führung der Gießener sogar durch zwei verwandelte Straswürfe das Resultat auf unentschieden (3:3) stellen Kurz vor dem Halbzeit- pfiff rissen dann die Männerturner wieder die Führung an sich. Während der ganzen zweiten Halbzeit waren bi« Wtver tonangebend, da di« Gastgeber dem oorgelegten Tempo nicht folgen tonnten. In regelmäßigen Abständen erzielten die Gäste noch vier weitere Treffer, denen die Wetzlarer nur einen einzigen entgegensetzen tonnten. Der Schiedsrichter I« nhsch vom VfB Gießen war dem Spiel ein gerechter Leiter. Handball der Gp.-Vg. 1900 1900 l — Io. Wetzlar-Niedergirmes I 5:6. Das Epiei der beiden (Baumeifter gestaltete sich zu einem äußerst abwechslungsreichen Treffen mit hochstehenden Leistungen. Die Gäste gingen schon nach wenigen Minuten in Führung, doch ließen die 1900er mit dem Ausgleich (durch den Rechtsaußen) nicht lange auf sich warten Das wiederholte sich noch dreimal, bis es den Spielvereinigungcleuten kurz vor Halbzeit gelang, einen weiteren Treffer anzubringen und mit 5:4 zu ihren Gunsten die Seiten zu wechseln. In der zweiten Spielhälfte gingen die Turner mächtig aus sich heraus. Der Erfolg blieb nicht aus. Sie erzielten nicht nur den Ausgleich, sondern stellten auch den Sieg sicher Der Turnermeister stellte eine sehr ausgeglichene und gut aufeinander abgestimmte Elf. Die 1900er hatten eine gute erste Halbzeit verloren, obtr dann den Zusammenhang. 190011 — To. Wehlar-Niedergirmes N 13:3. Gegen eine so gut einaefpielte und auch technisch sortgeschriitene Mannschaft wie 1900s zweite, konnten di« Gäste nichts ernstliches ausrichten und muhten hoch verlieren Mitielrheinifche Waldlaufmeisterschast. Der KreiSwaldlaus des Mittelrheinkreises wurde am Sonntag in Frankfurt ausgetraaen. Dei gutem Wetter und ausgezeichneter Organisation wickelte sich die Veranstaltung flott und reibungslos ab. Im Einzellauf der Hauptklasse gab eS einen erbitterten Sndkampf »wischen den drei Ersten, der nur durch Zehntelsekunden-Unterfchiede entschieden werden konnte. Der Titelverteidiger Schons (Völklingen), der zur DSD abgewandert ist, war nicht am Start. Sieger wurde Fornofs (Darmstadt) in 20:25,6 vor seinem Klubkameraden Haag und S ch a a s (Densseld). Den MannschastSlaus sicherte sich die Tgs. Darmstadt Hier kam der vorjährige Sieger, Tgs Koblenz durch Versagen eines Läufers, um den Sieg. Die Ergebnisse: Einzellauf. Hauptklasse (6500 Meter): 1. Fvrnoff, Tgs Darmstadt. 20:25.6; 2 Haag, Tgs Darmstadt, 20:25.9; 3. Schaaf. Tv. Densfeld. 20:25,9. Mannschaftslauf: 1. Tgs. Darmstadt 16 Punkte; 2. Tgde Sachsenhausen 21 Punkte; 3 Turnerbund Wiesbaden 30 Punkte. 8-Klasse (6500 Meter): 1. Voigt, Tgmde. Ätligen- stadt, 31:35.1. Mannschaftssieger: Tv. Rieder- Ohmen 14 Punkte. Deutscher Sieg in Brescia. Carraciola (Mercedes-Benz) fährt Rekordzeit. Tas 1000-Mei len reimen, das am Sonntag in Drescia bei bester internationaler Desehung ausgefahren wurde, endete mit einem großen deutschen Erfolg. Carraciola erreichte mit einem Mer- ccdes-Denz-Wagen auf der überaus schwierigen Strecke ein Stundenmittel von 101 147 Kilometer und beendete das Rennen in der neuen Rekordzeit von 16: 10,10 Stunden. Den zweiten Platz belegte der Italiener Campari auf Alfa Romeo mit elf Minuten Ab st and in 16:21,17 Stunden vor seinem LandSmann Moren di, ebenfalls auf Alfa Romeo, der in 16:28,35 Stunden eintraf. Gauübungsstunde im Gau Hessen OT. Unter Leitung von Cbaufrauentumioart Paul, Gießen, fand am Sonntagnachmittag in bet Turnhalle der Oberrealschule eine Gauübungsstunbe für den Gau Hessen statt, bie von Gauwart Paul mit herzlichen Degrüßungsworten eröffnet wurde. Don den 68 Frauenabteilungen im Dau Hessen hatten 41 Abordnungen zur Tagung entsandt. Erstmalig waren die neugegründeten Frauenabteilungen Grüningen, Ostyeim bei Dutzbach und Dattenberg vertreten. Gauwart Paul nahm mit den Turnerinnen und ihren Leitern di« Frei- und Gerätepflichtübungen durch, die für das diesjährige Gau'rauenturnfest tn Butzbach vorgesehen sind. In die Keulenübungen führt« Schneider. Wetzlar, ein, der auch neue rhythmische Hebungen mit den Teilnehmern durchnahm. Sri. Schwarz. Friedberg, jeigtc rhythmisches Keulenschwingen mit einer Keule und die Volks» Tänze, bie m Butzbach zur Au sührung gelangen sollen Anschließend nahm Gauwart Paul mit den anwesenden Leitern der Frauenabteilungen eine Besprechung vor, als deren Ergebnis bas tn Butzbach statt intenbe Gausrauenturnsest aul den 6 September Wtgclegt würbe. Di« nächsten UcbungÄftunbcn sollen im Rahmen ber einzelnen Bezirke abgehallen werben. Aus dem Lager der Sportflieger. Deutschland-^lug 1931. Für den an Stelle des Europa-Rundfluaes in diesem Jahre vom Aero-Club von Deutschland organisierten Deutschland-Flug 1931 mit Start und Ziel in Derlin-Tempelhof werden jetzt einige Termine bekannt gegeben. Der eigentlich« Streckenflug über Lübeck, Münster, Stuttgart, München, Wien und Breslau soll am 15. und 16. August vor sich gehen, nachdem sich die Teilnehmer Dom 11. bis 14 August in Staaken einer schwierigen technischen Prüfung unterzogen haben. Der RennungSschluß wurde auf den 1. 3ull feft» gelegt Wolf hirth in (Brunau. Der bekannte Segelflieger Wolf Hirth (im Bild) traf am Freitag In (Brunau ein, wo er bie technische Leitung der dortigen Segelflugschule übernahm. Zu Ehren HirthS findet am Sonntag an der Hall« auf dem Galgenhügel eine besonder« Begrüßungsfeier statt. Sportslugzeuge stark gefragt Eine erfreuliche Belebung ist 1931 auf dem Sportflugzeugmarkt eingetreten. Gegenüber einem Zuwachs von 20 Maschinen im Jahre 1930 sind im ersten Vierteljahr 1931 bereits 30 Maschinen von Vereinen und Einzelmitglicchern des Teutschen ßuftfabrtDerbanbed in Auftrag gegeben worden. ES handelt sich bei den Bestellungen vorwiegend um bie Sportflugzeugtypen der Firmen Klemm, Bayerische Flugzeugwerke (DFW.) und Junkers. Kurze Sporiuotizeu. Die vier Bezirke des Süddeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes hielten am Sonntag ihre Iahrestagungen ab. In allen Fällen sprach man sich gegen die Schaffung einer Ver- bandsliga und gegen den Stuttgarter Vorschlag der Spielsystem-Kommission aus. Die Stimmung ist allgemein für eine Beibehaltung deS Mainzer SpielsystemS. Im ersten Entscheidungsspiel um bie Süddeutsche Handballmeisterschaft blieb in Darmstadt der SV. 98 Darmstadt über bie Sp. Dg. Fürth mit 7:3 (3:21 siegreich. Das Endspiel um die Deutsche Rugby- Mei sterschcrst findet am 3. Mai in Heidelberg statt. • Eilly Äußern besiegte in Mont« Dario bie spanische Spitzenspielerin Lilli be Alvarez überlegen mit 6:1, 6: 4. Familien-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße venoDungsanzeigen Verm 8h lungsanz eigen Geburtsanzeigen ’J* RUSSISCH illMHlllNflll STAATS Mnrnai: Ich bringe Ihnen Glück! Bestellen Sie sofort ein Los der Preußisch-Südd. Staats Lotterie Zlehnig 1. Klasse: 20. a. 21. April bei einem Staatl. 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O VK| 6/30 PS 10/50 PS RM 4850. RM 7550. Gesteigerte Leistung — unveränderliche Wenderer-Quelitlt — gesenkte Preise v'Jfrtioüsinjt J E TZT WANDERER-WERKE A.-G. SCHÖNAU-CHEMNITZ Willy Letsch, Krofdorter Str. 16, Fernruf 3235 Kreuzweg der Liebe. wo er einst gewohnt, und wo auch daS Drencksche Haus gelegen war. Run war er in der Straße — da, die Ecke! Hier hatte sie ihn so manchmal erwartet und sich mit leuchtenden Augen in seinen Arm gehängt — und dort drüben war das Haus. Anwillkürlich verlangsamte Wigand seine Schritte und schaute im Herankommen hinüber: noch ganz wie damals, derselbe hellgraue Anstrich, die Fassade, die Erkerl Dort im zweiten Stock Vornan von Paul Grabeiti Arheberrechtsschutz: Rom andien st „Digo", Berlin W 30. 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Dazu kam noch ein zweites Fehlschlagen: die Wahl des Ortes war unglücklich gewesen. Eine waghalsige Spekulation hatte die Siedlung wie mit einem Zauberschlag inmitten dürrer Kiefern- hcide entstehen lassen, und durch eine kostspielige Propaganda eine Zeitlang den Aamen des Ortes in aller Leute Mund gebracht. Aber dann kam der große Rückschlag. Das schnelle Emporwachsen, mit dem Wigand gerechnet hatte, blieb aus, kurzum: jede Möglichkeit für ihn schwand dahin, hier seine Existenz fristen zu können. Die Lage war ernst für Wigand. Die Summe, die er sich erspart hatte, war durch die Rieder- lassungs- und Anterhaltungskosten eines fast umsonst abgewarteten Jahres sehr stark angegriffen. Hier konnte er nicht bleiben — also wieder weiterziehen, noch einmal von vorn anfangen? OleinI Er mochte nicht mehr. Er hatte die Lust dazu verloren, von neuem jenes unstete Wanderleben als Saisonarzt zu führen. Er war nun auch in Iahrren, wo er nicht mehr den Anfänger spielen mochte. Was aber dann? Ein Zufall hatte Wigand zur Kenntnis gebracht, daß die afghanische Regierung ein Medizinalwesen nach deutschem Muster einrichten wolle. Schnell entschlosfen hatte er sich gemeldet, und die Sache war geglückt, wie er eben erfahren Hütte. Rur eine kurze Frist noch, und er kehrte der alten Heimat für immer den Rücken. Wer wußte, ob er sie überhaupt noch einmal wieder- sah. Also vielleicht ein Abschied für immer! 3n Wigands ernstes Sinnen stahl sich plötzlich ein weiches Regen. Er schritt gerade über den Leipziger Platz, und von den alten, ehrwürdigen Linden wehte ihn der süße, erinnerungsweckende Duft der Blüten an. Wie manchmal war er hier im hoffnungsgrünen Lenz vorbeigegangen, der selbst die Riesenstadt mit einem Hauch von Poesie überzieht, in früheren, besseren Tagen — in Tagen, wo auch sein Herz noch in Hoffnungsgrün stand. Arsula! Da trat ihr Bild wieder vor seine Seele, nicht das der bleichen, gequälten Frau, nein, ihr Iugendbild mit feiner strahlenden Frische, mit dem Duft der ersten Blüte. Ein Weh quoll ihm da wieder aus vernarbter Her- zenswunde. Daß dieses Lenzeshoffen so hatte trügen können! Aber vorbei! In seiner hart gewordenen Mannesseele war kein Daum mehr für sentimentales Schwelgen in Erinnerungen. Rur eines verlangte ihn: einen Blick wollte er werfen auf jene Stätte, die einst sein Glück gesehen hatte — dann war auch das vorüber, und er gehörte ganz der Zukunft. Wigand gab diesem Verlangen nach. So bog er denn nachher von der Potsdamer Straße rechts ab und wandte sich jenem Viertel des Westens zu, war der Salon — wie oft hatte sie da nicht ungeduldig noch ihm ausgespäht und bei seiner An- näherung lachend ihm zugewinkt. Wie ihm das alles noch vor Augen stand — als ob es gestern gewesen wäre. Mit den Blicken die Stätte ihm so teurer, unvergeßlicher Stunden, war Wigand an dem Hause vorübergeschritten. Run zögerte sein Fuß. Sollte er weitergehen — war es nun nicht genug des Abschieds? Aber einem dunklen Zwange gehorchend, überschritt er die Straße und kehrte dann um. Roch einmal, ganz dicht wollte er vorübergehen — dann sollte es genug sein. Sehr langsam, ein banges Wehmutsgefühl im Herzen, schritt Wigand an dem Hause entlang; seine Finger streiften einen. Augenblick unwillkürlich die Wand: So leb denn wohl, du stummer Zeuge der Vergangenheit^ Run war er vor der Haustür angelangt, und fein Blick flog durch die Glasscheiben, in den dämmernden Treppenflur. Wie oft war er da erwartungsfroh hinausgesprunaen! Wie oft war Arsulas Fuß diese Stufen hi naufgestiegen I Wo mochte sie jetzt weilen — ob Drencks überhaupt noch in dem Hause wohnten? Sein fragender Blick drang in die Portierloge, vor deren gdfcffneter Tür die Pförtnersfvau stand — ein fremdes Gesicht —, mit dem Putzen des Klingelgriffs beschäftigt. Die mußte es wissen, eine Frage foitnte ihm Gewißheit geben. And ehe er noch wußte, was er tat, war er schon stehen geblieben und hatte die Worte an die Frau gerichtet: „Sagen Sie, — wohnt Herr Major Drenck hier noch im Hause?" Mit verwundertem Blick sah ihn die Frau an, mit ihrer Arbeit innehaltend: „Der ist ja schon bald ein Jahr tot!“ „Tot?" „Jawohl! Aber die Damen wohnen noch oben — die alte Tante und bann die junge Witwe. Die alte Dame ist ausgegangen, aber die junge Frau ist zu Haus." Sie schien anzunehmen, daß der Herr oben einen Besuch abstatten wollte. Einen Augenblick stand Wigand bewegungslos. Der alte Major nun auch tot! Cs ging ihm doch nahe; er hatte sehr an ihm gehangen. Run hatte Arsula auch dieser Verlust noch betroffen! „So — bitte schon!" Die Portierfrau öffnete ihm dienstbeflissen die Haustür. War es nicht wie ein Wink? Sollte er nicht hinaufgehen und Abschied nehmen auch von ihr? Ein einzigesmal ihr noch gegenübertreten, sie um Verzeihung bitten für alles Leid, das er mit und ohne seine Schuld über sie gebracht hatte, ein einzigesmal ihre Hand noch ergreifen zum Zeichen, daß sie ihm alles vergab — daß sie ohne Groll voneinander schieden? Aebermächtig wurde plötzlich das Verlangen in Wigand, und im nächsten Augenblick war er in den Hausflur eingetreten — nun stieg er die Treppen empor. Ein seltsames Gefühl beschlich ihn doch, als er mit pochendem Herzen vor ihrer Türe stand. Wie würde sie ihn empfangen — würde sie ihn überhaupt annehmen? Gleichviel, er versuchte es eben! And schon zog seine Rechte am Griff der Klingel. Hell schallte es durch das schweigende Haus. Einige Augenblicke blieb drinnen alles still, bann ging eine Tür, Schritte tarnen, rasselnd wurde die Sicherheitskette entfernt, und nun zeigte sich das Mädchen, nicht mehr wie einst das alte Faktotum des Hauses — sie mochte längst ausgedient haben —, sondern ein junges Ding, das etwas verwundert auf den unbekannten Besucher sah. „Bitte — melden Sie mich der gnädigen Frau.“ Wigand reichte seine Karte hin und das Mädchen ließ ihn eintreten. Tief Atem holend, stand Wigand in der Diele und sog geschlossenen Auges die Luft dieses Raumes ein — den charakteristischen Hauch dieser Wohnung — und mit diesem wohlbekannten Duft, der ihm so unzertrennlich war von Arsulas Person, zogen tausend alte Erinnerungen durch seine Seele. Das zurückkehrende Mädchen entriß ihn seinen Träumen: „Die gnädige Frau lassen bitten." Schnell hatte Wigand abgelegt, und nun trat er in den Salon. Arsula erwartete ihn bereits. Im schwarzen Trauerkleid erschien ihre schlanke, noch immer mädchenhafte Gestalt noch feiner als sonst und die zarte Farbe des Gesichts fast bleich. Wohl hatte Wigands unerwartete Meldung sie aufs höchste überrascht, aber es hatte sich kein Erschrecken wie einst in dieses Empfinden gemischt. Das, was sie einst so leidenschaftlich erregt in Leid und Erbitterung, es war längst still geworden. Jeder Groll war entschwunden mit dem Hoffen und Wünschen, dem Bangen und Fürchten — sie konnte nun auch Wigand ruhig gegenüber treten. Aber immerhin — was konnte er von ihr wollen? Sie hätte nicht geglaubt, daß sich ihre Wege im Leben noch einmal begegnen würden. Die stumme Frage sprach deutlich aus Arsulas Blick, den sie ruhig und fest auf den Eingetrete- nen richtete, der sich nun tief vor ihr verneigte. „Verzeihen Sie" — es war etwas Fremdes, Fernes in ihrem Wesen, das ihm das vertraute „Du" verbot — „Sie werden sehr überrascht sein, mich hier zu sehen. Aber ein unwiderstehliches Bedürfnis trieb mich her, Ihnen ein letztes Wort, ein Lebewohl zu sagen, ehe ich Deutschland, vielleicht auf immer, verlasse. Aber vor allem — ich hörte soeben unten davon — Sie haben einen neuen schweren Verlust zu beflagen — wollen Sie mir erlauben, Ihnen zu sagen, daß ich im tiefsten Herzen nachempfinde, was Ihnen der Verlust Ihres Vaters bedeutet, eines Mannes, den ich stets ausrichttg verehrt habe!" „Ich banke Ihnen; ich weiß, bah Sie meinen Vater sehr geschäht haben. Aber bitte, wollen Sie sich nicht sehen?" Sie nahm selbst Platz. „Sie sagten, Sie wollten Deutschlanb für immer verlassen? Darf ich fragen, wohin Sie gehen?" Ihre innerlich fo unberührte Art, sich zu geben, dieser abgekühlte Gesellschaftston, als ob er ihr nie anders als oberflächlich im Salon begegnet wäre, ließen eine leise Bitterkeit in ihm auf- steigen. So hatte er sich das nicht gedacht. Run würde er ja gar nicht über die Lippen bringen, was ihm eben da unten das Herz so weich gemacht hatte. Er schämte sich seiner sentimentalen Regung, ärgerte sich darüber. Am liebsten wäre er gleich wieder gegangen, aber die gesellschaftliche Form erlaubte es ja nicht. So lieh er sich denn nieder und gab ihr Auskunft. ürfuta horchte auf. „Rach Kabul, nach Afghanistan, wollen S e? Wie kommen Sie darauf? Aeber- dies — dort drunten sind immer noch Anruhen, man lieft ja täglich in der Zeitung." Wigand lächelte leicht. Auch die werden vorüber gehen, sind es wahrscheinlich schon, bis ich komme. And wenn nicht — was tut's?" Sie antwortete nicht gleiche aber ein ernst forschender Blick traf ihn. Dann fragte sie: „Sie sind also europamüde? Ihre bisherige Wirksamkeit hat Sie nicht befriedigen können und Sie wollen dauernd ba unten bleiben?" ..Ja, — es hält mich hier nichts mehr." Fest llangen ihr bie Worte entgegen, fast hart; sie sollte nicht glauben, bah sein Erscheinen auf anbered abziele. „Ich gebenfe mein Leben bort zu beschließen. Anb bies ist bet Grunb" — er wollte nun endlich zum Schluß kommen — „warum ich mir erlaubte, Sie noch einmal aufzusuchen. 2ch möchte mit bet Vergangenheit abrechnen, keinen Rest in bas neue Leben mit hinübernehmen — keine unbeglichene Schulb." Wigands Blick suchte jetzt mit ernster bringender Bitte bie Augen Arsulas, bie sie bei seinen letzten Worten von ihm abgewanbt hatte. „Keine unbeglichene Schull) — ich weiß nur zu gut, was ich einst in jugenblicher Leidenschaft- lichkeit an Ihnen gefehlt habe, was ich bem An- seligen angetan habe, ber nun erlöst ruht von seinen Leiben — ich habe Ihr Leben zu einem verlorenen gemacht!" Seine erhobene Stimme begann leise zu zittern, all seinem Willen zum Trotz. „Das alles weiß ich nur zu gut In acht Jahren hat mich dieses Bewußtsein nicht eine Minute losgelassen, es hat mich zu Boden gedrückt, alle Freude, jedes Hoffen in mir getötetI — — Ich denke, ich habe damit gesühnt, was ich einst gefehlt habe — ich habe zerstörtes Lebensglück mit dem eigenen bezahlt!" Leise und müde wurde seine Stimme. „And das gibt mir den Mut, heute vor Sie hinzutreten" — Wigand erhob sich und trat einen Schritt näher auf sie zu — „Sie zu bitten: Verzeihen Sie mir, was ich Ihnen angetan habe — damit ich wenigstens mit bem Trost von hier fortgeben kann: bir folgt kein Groll, kein Haß — beina Schulb ist bir vergeben!" (Fortsetzung folgt.) v, Ai Pf ■M ■1 Die gute Schulkleidung soll widerstandsfähig, in Farbe und Form praktisch und auch kleidsam sein. - Allen Anforderungen entspricht unsere Schulkleidung, trotz ihrer unübertrefflichen Preiswürdigkeit. 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