Samstag, U. März 1931 181. Jahrgang Nr. 92 Erstes Statt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrrck vnd Verlag: vrühl'fche Untversitülr-Vuch- und Stdnörudcrel R. £anie in Siehen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Schul^r^e 7. Hnnaqme oen Hnjetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen uon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 nmc Breite 35 Rcichspsennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur. Dr Frredr Wilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr $r Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in (Bieben Erich» >ni «ügl'ch,autzer Sonntags und Feiertag» Beilagen Dit Illustrierte «Heben«! FamtltenblLUe! hetmat 'w Bild Di» Scholle OlonatS'Beiugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger- lohn, auch bei Richter» Siemen em-einerRummem folge Höherei Gewalt. ^e'itfnrechanfchlüNe flnterSammelnummer2251 Anlchnft lüt vrahtnach» richten anzeiger Eietze». PoUfdfedtonto: Stfl^lfnrtam Main 11686 Sozialpolitische Aussprache im Reichstag Oie Streckung der Arbeit werden arbeiten. Berlin, 13. März. (111.) Die Annahme der sozialdemokratischen Sleuerforderungen im Sleuerausschuß des Reichstages bedeutet nach Auf- sassung parlamentarischer kreise eine nicht zu unterschätzende B c l a st u n g der incrpolitischen Lage. Die Tantiemensteuererhöhung und die Erhöhung der Steuer auf die größeren Einkommen werden als politisch untragbar bezeichnet. Namentlich DVP. und Staatspartei dürfen nicht bereit sein, der Sozialdemokratie auf diesem Gebiete Zugeständnisse zu machen. Allerdings wird betont, dah zunächst der Finanzminister sich zu der durch die Annahme der Steueranträge geschaffenen Lage äußern müsse, ehe ideilcre Schritte erfolgen könnten. Nach INitteilungen von gut unterrichteter Seite soll sich der Reichskanzler noch in den letzten Tagen sehr entschieden gegen alle Steuer- erhöhungsabsichten ausgesprochen haben. Auch in der Unferrebung, die Dr. Brüning am Donnerstagnachmittag mit einer Reihe bürgerlicher Parlamentarier hafte, sind die Steuerfragen zur Erörterung gekommen. Man scheint jetzt offizielle Verhandlungen mit der SPD. erst wieder nach der den, und die Länder haben zur Selbsthilfe gegriffen, ;. T. in einer den Reichsrichtlinien widersprechenden Weise. Die Wirkung ist eine Arbeitslosigkeit im Baugewerbe, die mit 500 000 Personen über dem Stande des Vorjahre» liegen wird. Um zu retten, was zu retten ist, sollte unter Zurückstellung aller bürokratischen Hemmungen mindestens die Fertigstellung aller angefangenen Bauvorhaben gefördert werden. Ls wird alles getan werden müssen, um das Privatkapital in stärkerem Matze als bisher für den Wohnungsbau heranzuziehen. Daneben mutz dafür gesorgt werden, dah größere Altwohnungen zu Kleinwohnungen umge- sfaltet werden. Der Weg der politischen ‘Soft immung des Mietpreises muh verlassen werden. Abg. Schmidt- Kassel (Lhr.-Soz.) meint: Die jetzige Inflation der Maschine verdränge den Menschen auf allen Gebieten. Die bisherigen rein lapitalistischen Methoden haben auf vielen Gebieten versagt; aber noch viel weniger ist zu erhoffen von der sozialistischen Wirtschaft in Sowjclruhland. Wenn die Führer der lapitalistischen Wirtschaft in Westeuropa nicht rechtzeitig die Gefahr erkennen, dann kommt von Osten auf dem ilmtoege über die Wirtschaft der furchtbare Sioh jener Menschen, die von aller Autorität, auch von allen göttlichen Autorität losgelöst sind. Die deutsche Wirtschaft kann nur gerettet werden durch Senkung der Gestehungskosten auf die äußerste Grenze. Erledigung des Wchrhaushalls in der zweiten Lesung führen zu wollen, da man dann die Ge- sarntlage vielleicht besser übersehen kann. wie das Rachrichtenbüro des VDZ. erfährt, gilt es jetzt bereits als sicher, datz eine Vertagung des Reichstags bis zum Herbst nicht erfolgt. Das gegenwärtige Arbeitsprogramm des Reichstags besteht in der Hauptsache aus dem Etat, der 0 st h ilfe und der Z o t l n o o e 11 e. Ls wird jedenfalls bis Ende Mär; erledigt werden. Ls bleiben dann aber noch zahlreiche Vorlagen, wie die wahlreform, das Difziplinarrecht für die Beamten, das Beamtenvertretungsgefeh und andere, deren Inangriffnahme bzw. Erledigung in den nächsten Monaten noch für wünschenswert gehalten wird. Im Reichstag dürfte eine breite Mehrheit für d i e Fortsetzung der Reichstagsarbei- tcn vorhanden sein. Man glaubt, datz auch die Regierung sich schließlich damit absinden wird. Ls ist nicht nur mit einer Relchstagstagung im Laufe des M a i zu rechnen, sondern der Reichstag wird voraussichtlich auch nach Pfingsten im Juni noch einmal zu einer Tagung zusammentreten. Die Seuerforbsrungen ber Evzialbemkraiie. Ablehnende Haltung des Kanzlers und der Mittelparteien. - Keine Vertagung des Reichstags bis zum Herbst. Steuerpolitik. - Kapiialbitdung und Wirlschastsbelebung. - Handwerk und W.rtschafisknsis. einer Gleichmacherei. Auch derjenige, der nichts besitzt, hat kein Interesse an einer Politik, die die Privateigentumsrechte beschränkt, wir müssen an dem privatkapitalistischen Wirtschaftssystem in Deutschland festhalten, denn wir brauchen Auslandskapital zur Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft. Die Rationalisierung darf nicht in Bausch und Bogen verdammt werden, aber aus den begangenen Fehlern sollte man lernen. Wir begrüßen die (Er klarung des Reichsarbeitsmin sters, daß er in der Arbeitszeitfrage im Augenblick noch nicht mit gesetzlichen Maßnahmen eingreifen will, weil sonst in der jetzigen Krisenzeit leicht noch größerer Schaden entstehen könnte. Wir hoffen, daß der Appell des Ministers an die Unternehmer (Erfolg haben wird; aber cs muß auch davor gewarnt werden, von der Arbeitsstreckung zu viel für die Linderung der Arbeitslosigkeit zu erwarten. In einer ganzen Reihe von Industrien ist j e tz t s ch o n die Arbeitszeilvertürzung auf 40 Stunden und weniger wöchentlich freiwillig dnrchgefuhrt worden. Die gesetzliche Einführung einer 40 Stun- den-Woche ist jetzt noch nicht spruchreif. Deutschland hätte am wenigsten Interesse an einem Wettlauf uni die billigsten Löhne und die längste Arbeitszeit. Ein soziales Dumping wird in Deutschland nicht eintreten, wenn es nicht von unseren Reparationsgläubigern erzwungen wird. Die Verkürzung der Mittel für den Wohnungsbau hat leider die erhoffte Wirkung einer Senkung der Realffeuern noch nicht gehabt. Das ganze Bauvorhaben ist aber gestört roor- Beweisführung. Denn einmal ist die Erhaltung der Schl giraft unseres kleinen Heeres S'che des g a n z en Dolles. Zu diesem Grundsatz hat sich ja eben erst auch der Referent dsr sozialdemokratischen Reichstcgsfraktion, der Abgeordnete Schöpslin, unter Verzicht auf früher übliche Nörgeleien an der Reichswehr mit erfreulicher Deutlichkeit bekannt. Warum versagt sich die Sozialdemokratie der gleich en Erkenntnis, sobald es an die Marine geht? Wie notwendig wir den Ersatz unserer wenigen uns nach dem Waffenstillstand belassenen und völlig überalterten Schiffe durch moderne schlagkräftige und seetüchtige Panzerschiffe allein zum Schuh der Verbindungen mit dem auf der Landseite vom Reiche gänzlich abgeschnittenen Ostpreußen haben, hat e n Marinefachmann an anderer Stelle dieses Blattes erneut überzeugend dargelegt. Das ist keineswegs Spielerei einer fleinen Clique von Industriellen und Militärs, wie es die Sozialdemolraten dem Volke weismachen wollen, sondern bittere Rotwendig- feit zur Sicherung unserer Grenze im Osten. Cs ist also auch gänzlich unberechtigt, eine Art Sondersteuer für diese Schifssbauten zu erheben. Bedenklicher noch als diese fal'che Logik bei der Begründung der von den Sozialdemokra'.en geforderten Steuererhöhur.gen wären die Folgen einer solchen Maßnahme. Richt so sehr, weil die von ihnen Betroffenen sie nicht tragen könnten, das wird im einzelnen sehr verschieben gelagert sein. Aber die Psycholog sche Wirkung neuer Steuererhöhungen, mögen sie aussehen, wie sie wollen, müßte verh erend sein, nachdem Reichskanzler und Reichssinanzminister sich wieder und toieoer feierlich auf den Grundsatz einer spürbaren Entlastung der Wirtschaft und Abbau der rui- nösen, jei>e Kapitalbildung im Keime erstickenden Desitzsteuern fcstgelegt haben. Eben werden erste schwache Anzeichen einer leichten Besserung der , Wirtschaftslage deutlich. Das langsam wachsende duktion eingeengt. Die Kundschaft bedient sich leider bei solchen Lohnverhältnissen immer mehr der Schwarzarbeit von Arbeitslosen. Das Handwerk mutz an alle, die es angeht, den dringenden Appell richten, von solcher Schwarzarbeit Abstand zu nehmen. Die 40-Stunden-Woche wird in manchen Industrien und Gewerben auf demWege freiwilliger Berständigung eine besondere Form bedeuten, ober ihre allgemeine Einführung durch gesetzlichen Zwang wäre für Handwerk und Kleingewerbe ganz unmöglich. Wir lehnen das kollektivistische Denken ab, aber wir wollen, daß der Mensch, der Arbeitnehmer wie der Arbeitgeber, wieder Freude an seiner 81 r - beit haben kann. (Beifall). Abg. Thiel (DBP.) führt aus, in allen Parteien, die nicht das jetzige Wirtschaftssystem zerstören wollen, sei heute die Erkenntnis vorhanden, daß aus der bedrängten deutschen Wirtschaft w e i» tcre Steuer mittel nicht mehr herausgepreßt werden könnten, daß vielmehr nur eine Wiederbelebung der Wirtschaft helfen könne. Durch den Uebermut der Siegerstaaten, durch das Versailler Diktat sind Störungen hervorgerufen worden im Kapitalblutumlauf der Welt. Wer die Weltwirtschaftskrise überwinden will, muß deshalb die Revision des Versailler Vertrages fordern. Innenpolitisch hat sich gezeigt, wie falsch die Rechnung jener politischen kreise war, die mit der Wegsteuerung der großen vermögen und Einkommen den minderbemittelten Schichten helfen wollten, wir kommen nicht weiter mit aber namentlich seine Parteigenossen aus dem preußischen Landtag, denen es Angst wird um die einträgliche Errungenschaftsgemeinschaft in Preußen, liegen dem Kanzler in den Öhren, er möge der Sozialdemokratie entgegenkommen. So ist es schon bei der Beratung der Schieleschen Agrarvorlage durch sozialdemokratisch • kommunistische Zusammenarbeit zur Annahme des Gefriersleischkontingents und Aufhebung des Brotgesetzes gekommen, zwei Vorgänge die der Agrarpolitik des Kabinetts strikt zuwiderlaufen, die aber die Mittelparteien nicht verhindert haben, wohl weil sie damit rechneten, daß der Reichsrat Einspruch erheben würde. Roch bedenklicher scheint nun die Sache beim Reichswehr-Etat werden zu sollen. Zwar hoben sich die Sozialdemokraten im Haushalts- ausschutz bei der Abstimmung über die erste Rate für das Panzersch ff B der Stimme enthalten und damit der Regierungsvorlage zur Annahme verholsen, aber sie haben ihre Haltung bei der Schlußabstimmung im Plenum davon abhängig gemocht, daß ihnen Kompensationen auf steuerlichem und sozialpolitischem Gebiet gemacht wurden. Um ihre aus taktischen Gründen veränderte Stellungnahme zu den Schiffsneubauten der Reichsmarine vor der vielleicht überraschten Wählerschaft zu rechtfertigen, argumentieren sie so: Wenn das Bürgertum sich auf eine Ergänzung der Seerüftungcn bis an die im Versailler Diktat gezogenen Grenzen versteift, in einem Ausmaß also, das wir, die Sozialdemokraten für überflüssig und schädlich halten, und wenn Regierung und Tiittelparteien die unveränderte Annahme des Wehretats einschließlich der Bauraten zu einer conditio sine qua non machen, so möge das Bürgertum eben auch die Mittel dafür allein aufbringen, also Erhöhung der Besitz- ft e u e r n um den Betrag der von den Schiffsneu- bauten beanspruchten rund 50 Millionen. Das ist eine in ihren Voraussetzungen törichte und bedauerliche, in ihren Folgen verhängisvolle Berlin, 13. März. (VDZ.) 3m Reichstag wurde die zweite Beratung des Haushaltes des Reichsarbeitsministeriums sortgesetzt. Abg. Schröter, Merseburg (Korn.), wendet sich gegen die Methoden des staatlichen Schlichtungswesens. Die Hungerreeierung Brüning könne ihre Maßnahmen gegen die Arbeiterschaft nur durchführen, weil die Sozialdemokratie sich für Brüning und gegen die Arbeiter entschieden habe. Den deutschen Arbeitslosen werde die wirksamste Hilfe durch die Aufträge Sow;etruhlands gewährt. Die Sozialdemokratie agitiere dennoch gegen die Ausführung dieser Aufträge. Abg. Herrmann (WP.) erkennt an, dah das staatliche Schlichtungswesen in dieser ernsten Zeit viel Tlnheil verhütet habe. Die Theorie vom p o - litischen Lohn sei leider kein bloßes Schlagwort, sondern eine von sozialdemokratischer Seite oft aufgestellte Forderung. Handwerk und Ge- werbe wehrten sich mit Recht gegen' die st a r r e Bindung des Lohnes durch Zwangsmaßnahmen. Ebenso schädlich wirke aber beim Ein- kauf der Rohstoffe und Halbfabrikate die starre Preisbindung durch Kartelle, Syndikate und Konzerne. Der gewerbliu)e Mittelstand wird unter diesen Timständen nut zum Ob'ekt der Wirtschaft, statt als Subjekt zu wirten. Ohne die Beseitigung dieser starren Bindungen auf der Lohn- und Preisseite kann die gegenwärtige Krise nicht überwunden werden. Cs ist nicht richtig, daß das Handwerk im allgemeinen ein Interesse an hohen Löhnen habe. Diejenigen Handwerkszweige, die nicht für den unbedingt lebensnotwendigen Bedarf arbeiten, durch steigende Löhne in ihrer Pro- Brünings Kurs. I Vor dem Kabinett Brüning türmen sich dunkle Wolken, die Sturm künden. Es bedarf schon der ganzen Kunst eines erfahrenen Steuermanns, wenn des Kanzlers Schifflein nicht vor der andrantzenden Flut ins Schwanken geraten joU, denn nur der grabe Kurs führt durch die Riffe und Untiefen, die sich rechts und links auftun. Als Anfang Februar bic rabifale Oppofition aus Aerger über bie 1 non ber Mehrheit burchgefetzte Reform ber Ge- ‘ idiäftsorbnung als Protest gegen bic angebliche Munbtotmachung ben Reichstag verließ, um brausten im ßanbe ben Kampf gegen bic Regierung fortzuführen, überwog bei ben Zurückgebliebenen bas Gefühl ber Befriebigung darüber, lästige Stören- friede loszusein und sich nun in aller Ruhe den vorliegenden Arbeiten widmen zu können. Wir haben damals schon gewarnt, die allzu oberflächlichen Vorteile eines Parlaments ohne Opposition (bic Kommunisten können in diesem Zusammenhang auher Betracht bleiben) zu überschätzen. Diese Vorteile sind eben nur scheinbare, bas bürste inzwischen wohl auch benen klar geworben fein, bie vor wenigen Wochen noch glaubten, ben Auszug ber Opposition nur als bebcutungslofe propaganb.stische Geste ober als rechtzeitige Flucht vor brohenber Rieberlage betrachten zu bürfen. Freilich für bie Opposition selber bürste ber Exobus kaum bic erhofften Früchte getragen haben. Die Wirkung von Demonstrationen, denen keine Taten folgen, verpufft bald. Die Massen werden'es schnell müde, immer mit ben gleichen Schaugerichten gespeist zu werben. Volksempörung läßt sich nicht auf (Eis legen. Unb ein sich in spitzsinbige Häckeleien ver- lierenbcr Kleinkrieg in ber Parteipresse vermag schliestlich auch nicht mehr bas Interesse derer zu wecken, die doch erst einmal Hilfe haben wollen aus ihrer sehr realen wirtschaftlichen Rot, bevor sie sich um I bie kniffeligen Feinheiten politischer Taktik kümmern, befonbers wenn biese bereits feit beträchtlicher Zeit der Vergangenheit angehören. Gegen bic Gefahr, I bie ben meisten wohl am ersten vor Augen ftanb, daß nämlich bie Opposition nun brausten im ßanbe bas Volk gegen Regierung unb Parlament rebellisch machen könnte, haben beibe, Regierung unb Parlament, selber die unfehlbarste Waffe in Händen: schnelle unb zielsichere Arbeit zur Sanierung ber öffentlichen Finanzen unb zum Wieber- I aufbau der Wirtschaft als Ausgang für eine Revisionsaktion. Aber bie Gefahr liegt woanbers. Als bas Kabinett Brüning bald vor Jahresfrist vom Reichspräsidenten den Auftrag empfing, ohne Binbung an eine Koalition von Parteien bas große innerpolitische Reformwerk in Angriff zu nehmen, bas nach ber Rhein- lanbräumung bic Grundlage für eine neue Außenpolitik legen sollte, waren sich Kanzler unb Kabinett darüber ein g, baß biefes Werk nur nach einer ent- jrfjiebencn Abkehr von dem System ber Verfälschung einer individualistisch-kapitalistischen Wirt schäft durch sozialistische Wirtschaftsexperimente gelingen konnte. Reinliche Scheidung ber Aufgaben zwischen Staat unb Wirtschaft, Stärkung ber wirtschaftlichen Seldstverantwortung des einzelnen, Ordnung der Staatsfinanzen, Reform des Reichsaufbaus, Vereinfachung unb Verbilligung ber Finan- I zen, Entlastung ber Wirtschaft, alle diese Punkte bedeuteten als Programm eine Wegwende, die eine grundsätzlich andere politische Orientierung voraus- | fetzte. Das Wahlergebnis des 14. September hatte, oberflächlich betrachtet, dazu wohl bie Grunblage bieten können, wenn bas Zentrum sich in Preu ßen zur 'Aufgabe ber Koalition mit ber Sozialbemo. tratie hätte entschließen können unb bieDlational- f o 3 i a l i ft c n ihre machtpolitischen Forberungen nicht überspannt und den ohnehin durch bie Agitation ber Partei unb manche rabifale Forberungen ihres Programms erschreckten Parteien ber Mitte unb ber gemäßigten Rechten Zeit zur Eingewöhnung gelassen hätten. Vielleicht lagen aber auch für bas Zentrum tiefere Grünbe vor, ein Bünbnis mit bem Nationalsozialismus zu scheuen. Tatsache ist, daß mit wachsenber (Entfrembung zwischen beiden bie poli- tische flöge mehr und mehr beherrscht wurde von einem engen Zusammenarbeiten des Zentrumskanz- | lers mit dem roten Preußenzaren. Dabei ist es bem preußischen Ministerpräsidenten gewiß nicht zu jeder Stunde leicht gewesen, bie sozialbemokratische Reichs- tagsfrartion bei der Stange zu halten. Es konnte ihm das bislang glücken mit dem Hinweis darauf, dah die sozialdemokratische Herrlichkeit in Preußen an bem Tage zu (Enbe sein könne, an bem sich bie Sozialbemokratte im Reich bem Zentrumskanzler versagen werbe. Den Vorteil aus biefer Situation hatte bislang ber Reichskanzler. Die Sozialdemokratie schluckte bie erstaunlichsten Dinge, well sie cs in begreiflicher Scheu vor Neuwahlen auf einen Bruch mit bem Kanzler nicht ankommen lassen wollte unb auch nicht die Preußenkoalition, die stärkste Bastion sozialdemokratischer Parteiherrschaft, aufs Spiel setzen mochte. Die Lage hat sich nun in den letzten Wochen insofern merklich verschoben, als die Abstinenzpolitik der radikalen Rechten unb bie wachsende Spannung zwischen Zentrum unb Nationalsozialisten bem Reichskanzler bie Waffe stumpf gemacht hat, mit ber er der Sozialdemokratie hätte drohen können, wenn sie cs sich hätte einfallen lassen, außer ber Reihe zu tanzen. Zwar bie Scheu vor ben Wahlen besteht weiter, aber bie Sozialbemokratte teilt sie mit ben Parteien ber Mitte. Die Drohung mit bem Bruch ber Preußenkoalition verfängt inbeffen nicht mehr recht, denn dem Zentrum ist doch durch die Ereignisse der letzten Wochen ein Ruck nach rechts erheblich erschwert worden. So begann die sozialdemokratische Reichstagsfraktion bald gegen den Stachel zu löcken und fand beim linken Zentrumsflügel für ihre Wünsche ein allzu williges Ohr. Noch verhält sich Reichskanzler Brüning sehr reserviert^ Vertrauen in die Stetigkeit des Kurses derReichs- regicrung hat der Kapitalflucht Einhalt geboten, läßt fegar nach und nach deutsches und fremdes Kapital im Inland Anlage suchen. Eine Besserung auf dem Arbeitsmarkt, an ber gerade die Kreise, die jetzt wieder aus agitatorischen Gründen sich zu dem Vorstoß gegen das Kapital zu- sammenacsunden heb.n, lesonders interessiert sein sollten, bärgt doch so gut wie ausschließlich davon ab, daß dieser Prozeß der Rückwanderung des Kapitals auf Grund neu gewonnenen Vertrauens möglichst ungehindert und beschleunigt vonstattett geht. Die Forderungen der Sozialdemokraten auf Erhöhung der Tantiemensteuer und auf Erhöhung der Einkommensteuer durch einen Zuschlag von 10 v. H. für Einkommen über 20 000 Mark (ursprünglich waren als untere Grenze sogar 8000 Mark vorgesehen) stimmen nicht mit dem Grundsatz einer pfleglichen Behandlung des Kapitals überein, wie ihn der Reichsfinanzminister stets mit großer Entschiedenheit verkündete. Man braucht selber kein Kapitalist zu fein, um vor solchen Maßnahmen zu warnen, die die ersten zarten, noch kaum spürbaren Ansätze einer Belebung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes mit einem Schlage vernichten müssen. Der Reichskanzler wird cs sich wohl überlegen müssen, ob er aus Opportunitätsgründen eine so starke Abweichung von der Tendenz seines Gesamtprogramms wagen darf. Sollte er trotz her durch die Abwesenheit der radikalen Rechten veränderten Lage doch nicht immer noch stark genug sein, um die Sozialdemokraten zum Verzicht auf ihre Steuersorderungen zwingen zu können, die ihnen als Entlastung für ihr Mitwirken beim Wehrctat dienen sollen? Sein starkes D:ran!wrrtung ge'ühl für das Ganze wird dem Reichskanzler nur die Abweichungen vom geraden Kurse gestatten, die erforderlich sind, um sein Schifflein sicher ans andere Afer zu steuern. C$io ADcrdten- Tours ilaacnt/ Jermont Tonina; 'mbQ. ve*3--- O Bertinv^Q B> X Z-< yw/A»VX**/#.v/.-#z .• H.-q/- - Aus-er x Oki Lu liebe Zeit es nicht ertrag erinnern, der a feinem Gluck IP feine Stimme un fielen, oder ein so eingenommen Las nicht anerke Und wenn du stillen Stunde Pi miichestens eine schweige denn e.i ohne dah es schi vmn du nur c geschützt bist, toi Lchuller wrtoir Der solche < Mitmenschen d fein, es zu tu- Dacht aus, um die sie ihren 21 freilich genügt behauptet: ,3c vertragen!" Sc bürten, in feine Wut kochte. Un Freude daran h Sie werden cs c daß mir taüon Hat nicht je": Dummheit, einr kann sür unsere1 zu hänseln. 3ch s meisten Füllen I nämlich tcir.cn j eine solch: Sun ganz ehrlich g< sagen wir cffei Dann ist dem ( schon vorxebeuc Geschichte doch als Probe für terkn.H to toir fasen uns Sie Sache wird ober b» guten ärgern, daß wir thes'^ncr! «4 5 t u m11 ** (jnt stelbK solle Äußert Las CI|ILrftci s-sS -B ä*- äss- AÄ- aber auch 8®*1 »«* Y „i[4, 0to>9'W; Si*6*” t»t«S »>*” aebttlt«"” i» Siele ■ ®® grf I* 6'!l, würben. Metbt wii Modelle 8ii diese ^931 die; die 8'eimVi fest zwei Dr en. sowie ferner die Vertreter von Hamburg, Recklenburg-Strelitz und Lübeck, während der Vertreter Hessens sich der Stimme n t h i e l t. Reichsernährung ^Minister Schiele führte dazu ms, die Reichsregierung habe bereits im Sep- ember dem zuständ gen Reichstagsausschuh eine Vorlage unterbreitet, in der Mittel angefordert ourden sür die Abgabevonver billigtem Frischfleisch an die minberbemüteltc Brvöl- erung. Er werde diesen Antrag mit aller Energie Deutschlandsenders auf 75 Kilowatt und die Erprobung der neuen Großleistungs- röhren, die int übrigen für alle neuen Großsender vorgesehen sind, sind soweit fortgeschritten, daß mit der Inbetriebnahme des verstärkten Senders im April zu rechnen ist. Die Verstärkung des Langenberger Senders geht in der Weise vor sich, daß ein neuer 75-Kilowatt-Sender aufgestellt wird, um einen glatten ilebergang auf die höhere Leistung sicher- zustellen. Mit der Fertigstellung der neuen -Anlage ist im Herbst dieses Iahres zu rechnen. Den nächsten Abschnitt im Großsenderbau bildet die Erstellung der Sender Breslau, Leipzig und Frankfurt a. M. Der Breslauer Großsender, der an die Stelle des jetzigen Breslauer Senders tritt und seine COktte 923 kHz (325 Meter) übernimmt, wird 15 Kilometer südlich von Breslau bei dem Dorfe Rotsürben errichtet. Für Leipzig wer en d.e Messungen zur Auswahl des Platzes in der Rähe von Leipzig in den nächsten Tagen abgeschlossen fein. Der Leipziger Sender erhält die bisherige Welle des Frankfurter Senoers 717 kHz (389,6 Meter). Infolgedessen wird die Frankfurter Anlage, für die ein Sender von 25 Kilowatt auf der bisherigen Leipziger Welle 1157 kHz (259,3 Meter) vorgesehen ist, im Anschluß an die Leipziger Messungen ausgekundet und gleichzeitig in Angriff genommen. Mit der Fertigstellung der drei genannten Anlagen ist in zehn b i s elf Monaten zu rechnen. Schwere Bluttat in einer Irrenanstalt. In der Irrenanstalt in Schleswig hat sich Freitagabend eine schreckliche Bluttat ereignet. Die zehnjährige Tochter des An -- staltsarztes, Sanitätsrat Dr. Repke w i tz , wurde von einem 32jährigen, aus Flens- birg stammenden Anstaltsinsassen namens Richter auf bestialische Weise ermordet. Der Mörder, der mit häuslichen Arbeiten bei Sanitätsrat Repkewitz beschäftigt war, hat das Kind in den Garten gelockt und dort das Vev- brechen begangen. Rach der Tat flüchtete der Mörder. Er konnte bisher noch nicht ergriffen werden. Henny poden spricht in der Deutsch-französischen Gesellschaft Verschrfung der Krisis in Thüringen. Weimar, 13. März. (Sil) Die thüringische ■ Koalitionskrisis nimmt ernsten Charakter an. Die Kunst und Wissenschaft. weihe des Schinkel-wuseums in Berlin. Karl Friedrich Schinkel zu Ehren wurde an seinem 150. Geburtstage ein Museum geweiht, das dauerndes Zeugnis geben soll vom Genie und Fleiß dieses größten der preußischen Baumeister. Was bis jetzt von den von ihm hinterlassenen Schätzen unzulänglich verpackt, niemand recht zugänglich, bewahrt wurde, hat zusammen mit den Beuthschen Sammlungen im ehemaligen P r i n z c s f i n ne n p a l a i s Unter den Linden, das Heinrich Genh erbaut hat. eine würdige Stätte gefunden im lebendigen Umkreis der schönsten Bauten des Toten: der gegenüberliegenden Reuen Wache, der Kirche auf den nat^n Wcrderschen Markt und dem Schauspielhaus am Gendarmenmarkt. Bei der Feier der Eröffnung erzählte der Direktor der Rationalgalerie, Geh. Rat Iusti, von der Geschichte der Schinkel-Beuthschen Sammlungen, die nach einer abenteuerlichen Wanderung und allzulanger Zeit der Unzulänglichkeit nunmehr durch Gemälde Schinkels aus der Rationalgalerie vermehrt, an günstigster Stelle ein würdiges Heim gefunden hätten, das sich als ein lebendes Denkmal des Meisters erweisen werde. Ein Gang durch das neue Museum, dessen Erdgeschoß seinem Freunde Deuth zugeeignet ist, zeigt^daß es kaum einen Bezirk gibt, in dem Schinkel nicht Meister war. Der Kreis, den sein Wirken erfüllte, werd demonstriert durch die großartige Mannigfaltigkeit der ausgestellten Entwürfe und Bilder, die sich zusammensügen zu einem Denkmal des preußischen Klassizismus, also würdigster Ehrung ihres Schöpsers. Die neuen Münzen des Vatikans. Mit dem neuen vatikanischen Münzgeseh werden Münzen folgender Werte in Umlauf gesetzt: Goldmünzen zu 100 Lire, Silbermünzen zu 10 u d 5 Lire, Rickelmünzen zu 2 und 1 Lire und 50 und 20 Centesimi, Kupfermünzen zu 10 und 5 Gen* tefimi. Alle Münzen tragen die Ausschrift „Stadt des Vatikans" und das Emissionsdatum. Die Goldmünzen zeigen auf der Vorderseite die Büste des Pap st es mit Chvrrock und Kappe, die Silbermünzen die Büste des Papstes mit dem Bischofsmantel mit der Stola und der kleinen Kappe: die Rickelmünzen trage i das päpstliche Wappen. Auf der Rückseite z i- gen die Goldmünzen das Bildnis von Christus als König, die Silbermünzen zu 10 Lire das Bild der auf dem Throne sitzenden Mutte« Gottes, die zu 5 Lire die Figur des Heillgen P e t r u s. der in einer Barke sitzt di - rechte Ha d erhebt und mit der Linken das Steuer hält. Die Rickelmünzen zu 2 Lire tragen das Bildnis des guten Hirten mit dem Schaf auf der Schulter. Große Goethe-Reichsfeicr 1932 in Weimar. Aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Todestages Goethe wird in der Woche des 22. März 1932 in Weimar eine grohangelegte Reichsfeier stattfinden, an der das Deutsche Reich und Preußen neben Thüringen, Weimar und der Goethe* gesellschaft beteiligt sein werden. Die Bühne des - Deutschen Rationaltheaters wird festliche Gastspiele des Wiener Burgtheaters und der Staatstheater in Berlin (Schauspielhaus), Dresden, München und S t u 11- gart sehen, wobei „Iphigenie", „Tasso", „Eg- mont“, „Götz von Berlichingen" und „Clavigo" zur Ausführung kommen Das Weimarer. Theater selbst wird den Ablauf der Reichsfeier mit Goethes Faust I. und Il.Teil mit Gästen in den Der Einspruch des Reichsrates gegen die beiden Gesetze kann nur beseitigt werden, toe’jn der Reichs ag se ne i Deschlu; mit Zweidrit e I» mehrh».il wied.rpolt. d efe bür t< ab;, kaum Zustandekommen. Der Reichsrat b'riet ferner das Gesetz über Zolländerungen. Die Regieru g Vorlage verläng.rt die Er,..ächtigurg der Reichsregierung zur anderweitigen Festsetzung der Zollsätze für Roggen. Gerste, Hafer und Erbsen bis zum 31. März 1932, sie dehnt diese Ermächtigung auf andere Waren aus und füg die Ermächtigung zur Kündigung laufender Handelsverträge hinzu. Ferner wird auch die Ermächtigung zur anderweitigen Regelung der Einfuhr- scheine auf ein Iahr verlängert und ihre Ausdehnung auf Holz hinzugefügt. Auf Vorschlag seiner Ausschüsse beschloß der Reich'rat, die Reichsregierung zu verpflichten, daß Verordnungen über Zolländerungen oder Aufhebung von Wirtsch.^llsabkommen dem Reich tag und d'm Reichsra vorzulegen und auf überein ft im» mendeS Verlangen beider aufzuheben sind Bei Stimmenthaltung Hamburgs wurde die Vorlage mit Mehrheit angenommen. Madame Misard gab eine ausführliche Definition der Französin von heute, wobei sie sich gegen die Behandlung ihrer Landsmännin unter einem Sammelbegriff verwahrte Sie gab Be.spiele dafür, daß die im Auslande als moderne Frau angesehene Französin im öffentlichen Leben und im Berufe Tüchtiges leiste und sich in einem Maße durchgeseht habe, wie es in einem Lande ohne Frauenstimmrecht kaum zu erwarten war. In scherzhaft-geistreicher Form stellte sie den verschiedenen Berufszweigen und ihren Repräsentantinnen die Gesellschaftsdame gegenüber, die als Dame einer nicht fest umschriebenen Verpflichtung gewöhnlich die Meist- befchäftigte fei. Henny Porten, die bei dieser Gelegenheit zum erstenmal das Rednerpult betrat, versuchte den Unterschied zwischen der berufstätigen Französin und der Deutschen herauszuarbeiten. Aber anstatt einer Antithese entwickelte sich im Munde der sympathischen Vortragenden eher e i n Bild mit weitgehend übereinstimmenden Zügen. Am meisten überraschte Frau Porten wohl ihre Zuhörer durch eine große Anzahl plastischer Schilderungen üb?r die Arbeit der Frau im Berufe und schließlich gab sie e i n B i l d ihrer eigenen beruflichen Tätigkeit. Ihre Ausführungen gipfelten in einem Appell an die Verständigungsbereitschaft der beiden Völker und die Mitwirkung der Frau an diesem Werk. Starker Beifall dankte den reizvollen Repräsentantinnen der beiden Rationen zum Schluß. Ein gesellschaftliches Beisammensein, an dem viele Persönlichkeiten des Berliner öffentlichen Lebens teilnahmen, schloß sich der gelungenen Veranstaltung an. Italiens Kolonialwünsche. Kritik an der englischen Mandatspolitik. N o in, 13. März. (WTV.) In dcr italienischen Kammer stand das Mandatsproblem im Vordergrund. B a r a g i o l a , der vor einem halben Jahre von einer zweijährigen wirtschaftlichen Studienreise durch Zentralasrika zurückgekehrt ist, erklärte, der italienische Handel in Afrika sei geringer als der Güterabsatz Deutschlands, das in voller Erkenntnis des Kolonialproblems nach dem Verlust seiner afrikanischen Kolonien mit verdoppeltem Eifer an die wirtschaftliche Durchdringung des schwarzen Kontinents herangehe. Vasile und de David kritisierten die Politik der Mandatarstaaten, die nidjt immer in vollem Einklang mit dem Mandatsbegriff und den Mandatsbestimmungen stehe. Vasile stellte fest, daß Deutschland und Italien die einzigen Großmächte seien, die nicht über die politisch und wirtschaftlich für sie notwendigen Kolonial- gebiete verfügen, de David ging besonders auf d i e englischen Pläne in O.stafrika und im Irak ein, die eine so offene Verletzung der Mandatsbestimmungen darstellten, daß man sie eigentlich mit dem Widerruf des Mandats beantworten müßte. Angesichts der riesigen französischen und englischen Besitzungen in Afrika könne Italien nicht vergessen, daß seine Bedürfnisse völlig übergangen worden seien. Owolkenlos, oneittr. <>nai6 DtdecKi, ® .voikiq • DfutcKt * Schnee a Orjupetn - «eoei K 0ewiiier.(§)windstiile.«O. sehr «icnier Osi nassiae» Südsüdwest sturmiscnei nordwesl Oie »feile fliegen mit dem Winde Pie oeiden Stationen stauenden Zart» •en gehen die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleiches} auf Meeresniveau umgereehneier Luftdruck Wettervoraussage. Die Luftbruckverteilung hat sich seit gestern wenig verändert. Von den britischen Inseln erstreckt sich über die Rordsee nach Skandinavien und Finland hin eine Tiefdruckrinne, welche jedoch keine nennenswerte Beeinflussung der Wetterlage hervorruft. In Mittel- und Südbeutsch- land traten unvermindert weiter Strahlungsfröste auf, die die Temperaturen bis 11 Grad unter Rull brachten. Die Wetterlage sieht vorerst noch keiner Umgestaltung auf V.rschlechlerung entgegen. Der Rachtfrost dauert fort, jedoch ist durch stellenweise Dunst- und Wolkenbildung eine 21b- schwächm.g möglich Tagsüber herpich! Tauwetter. AussichtenfürSonntag: Nachtfrost, tagsüber Temperaturen über Null, bewölkt mit Aufheiterung, trocken. Aussichten für Montag: Milderung, sonst im allgemeinen Fortdauer der herrschenden Wetterlage. Lufttemperaturen am 13. März: mittags 2,4 Grad Celsius, abends —3,2 Grad; am 14. März: morgens — 7,4 Grad. Maximum 3,7 Grad, Minimum — 8,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. März: abends —0,4 Grad-, am 14. MärZ: morgens — 1 Grad Celsius. — Sonnenscheindaue^ 4H Stunden. Fraktion der De u t s ch en V o l k s p a r t e i stellt in einer Erklärung fest, daß die Rational- sozialisten auf ihre Frage, wie sie die Hin- t dernisse einer interfraktionellen Zusammenarbeit . zu beseitigen gedächten, Vorschläge nicht jpg emacht, sondern im Gegenteil erklärt hätten, daß sie gar nicht daran dächten, ihre ge- r gen die Volkspartei gerichteten Presseauslassungen zurückzunehmen. Damit hätten die Rationalsozialisten die Koalition gebrochen und sich außerhalb der Koalitionsgemeinschaft gestellt. Rach allem Vorgefallenen sei die Deutsche Volkspartei, so wirb ausdrücklich festgestellt, von einer koalitionsmähigen Bindung an die Äationalso- zialisten nunmehr frei, sie halte sich demgemäß an koalitionsmäßige Abreden mit ihnen nicht mehr gebunden. Mit den anderen bisherigen Regierungsparteien werde die Volkspartei weiter in Fühlung darüber bleiben, ob und wie die Schwierigkeiten, unter denen Thüringen gerade jetzt stärker als je ;u leiben habe, in den nächsten Wochen überwunden werden können. Demgegenüber wird die Deutsche Volkspartei in der Zeitung „Der Rationalist" für die Krise verantwortlich gemacht. Die Rationalsozialisten, so heißt es darin u. a., ließen sich unter keinen Umständen das Recht einer Kritik an der Reichspolitik der Dolkspartei nehmen und auch nicht die Ton-art dieser Kritik vorschreiben. Attentat aus einen Hamburger Polizeirat. Hamburg, 13.März. (TU.) Die Staatliche Pressestelle teilt mit: Als der Polizeioberwachtmeister Friedrich Pohl heute mittag von den Regierungsrat Lassally in einer Dienststrafsache wegen nationalsozialistischer Betätigung vernommen wurde, zog er feinen Dienstrevolver und gab auf Regierungsrat Lassalll einen Schuh ab, der diesen schwer v e r - letzte. Pohl wurde festgenommen. Pohl fol sich in letzter Zeit stark in der national- fozialistischen Bewegung betätig haben. Da eine olch politische Betätigung der Beamten der Hanwurger Polizei v e r b o t e i ist, war ein Ermittlungsverfahren gegei Pohl eingeleitet worden, der am Freitag burd Regierungsrat Lassally vernommen werde, sollte. Pohl war dazu im Dienstanzua erschienen Die Vernehmung hat sich anscheinend zunächs in ruhigen Bahnen bewegt. Erst zum Schlus zog Pohl plötzlich seine Dienstwaff und gab den Schuß auf Lassally ab. Beamt' aus den Rebenzimmern eilten sofort zur Hilf und überwältigten Pohl. Regierungsrat Lassalll befindet sich außer Lebensgefahr. Bei dem Täte handelt es sich um den 28 Jahre alten Polizei oberwachtmeister Pohl, Sohn eines Arztes au der Lüneburger Heide, der nach Bestehen seine Einjährigenprüfung in Polizeidienste getreten wai Aus dem GeschäftSorduungsausschu^ Berlin, 13. März? (DDZ.) Im Geschäfts ordnungsausschnh des Reichstags lag gegen de. eines Haftbefehls empfehlen. — Dagegen empfahl der Ausschuß die Genehmigung eines Antrags auf Vollstreckung einer Gefängnisstrafe gegen den nationalsozialistischen Abg. Münch meyer mit der Begründung, daß Münchmeyer an den Arbeiten des Reichstags doch nicht teilnehme. Die Richlvollstreckung von Freiheitsstrafen solle nur dem Zweck dienen, den Abgeordneten die Ausübung ihres Mandats zu ermöglichen. Die Abrüstungskonferenz. Bleibt die deutsch - italienische Zusammen- ar eit erhalten? Rom, 13. März (TU.) Der deutsche Botschafter in Rom, Dr. von Schubert, ist nach Berlin abgereist. Er wird Dienstag früh in Rom wieder zurückerwartet. Es liegt auf der Hand, daß die Reise des Botschafters mit Fragen der Vorbereitung der Abrüstungskonferenz zusammenhängt, der nach dem römischen Flottenpakt noch erhöhte Bedeutung zukommt. Schubert dürfte in Rom erneut die Versicherung erhalten haben, daß der Flottenpakt in der Haltung Italiens bezüglich der übrigen Abrüstungsfragen, insbesondere der Frage der Landabrüstung keineAenderung zur Folge haben werde. Dagegen läßt sich natürlich nicht übersehen, ob nicht gewisse französisch-englische Bindungen in irgendeiner Form vorliegen, die sich vor allem auch auf die Person des tschechollowakischen Außenministers B e n e s ch als Kandidat für den Vorsitz der Abrüstungskonferenz erstrecken dürften. Gerade dieser Personenfrage, die auf den Einspruch Deutschlands uird Italiens hin im Rate vorläufig vertagt worden ist, kommt für den von Frankreich gewünschten Charakter und Verlauf programmatische Bedeutung zu. Hauptrollen krönen. Der Reichsscicr soll ein Zyklus der unbekannten Dramen Goethe s in den Kammerspielen der Weimarer Halle folgen. Ferner sind nach der Reichsfeier Volks- tümliche Wochenendspielc mit Vorstellungen am Samstag und Sonntag geplant. Außerdem sollen Festkonzerte ftattsinden. DaS erste während der Reichsfeier wahrscheinlich am Karfreitag. Diese Konzerte werden vor allem vertonte Werke von Goethe bringen. WaS überseht man in Deutschland? Die Frage, welche Art von Büchern ins Deutsche überseht werden, ist oft erörtert und dabei mit Recht darauf hingewiesen worden, daß namentlich auf dem Gebiet der Schönen Literatur manches Minderwertige überseht wird. Weniger problematisch, aber nicht minder interessant ist die Frage, aus welchen Sprachen und Literaturen die Aebersehungcn stammen. Die statistischen Veröffentlichungen im „Börsenblatt für den Deutschen Buchhairdel" zeigen, daß die 1221 ilebcr- setzungcn des Jahres 1929 aus 40 verschiedenen Sprachen herrühren. Den Hauptanteil (436) hat die englisch-amerikanische Literatur. Es folgen: Französisch (225), Russisch (112), Dänisch-Rorwegisch (97), Schwedisch und Italienisch (mit je 48). Reben den Weltsprachen sind ober auch zahlreiche andere Sprachen beteiligt, Arabisch, Armenisch, Chinesisch, Estnisch, Finnisch, Georgisch, Irisch, Kroatisch, Persisch, Slowenisch, Sumerisch, Akrainisch u. a. Als besonderes Kuriosum mag cs erscheinen, daß auch zwei Aebersetzungen aus dem Esperanto genannt werden: danach gibt es also nicht nur Werke, die um der Wcltverständlichkeit willen in -diese Weltsprache überseht werden, sondern auch solche, die, in Esperanto geschrieben, eigens für deutsche Leser erst ins Deutsche übertragen wurden. Aus der Provmziaibouptsiadt Gießen, den 14.März 1931. Oie empfindliche Stelle. Du liebe Zeit, wer hat die nicht? Der eine kann es nicht ertragen, wenn wir ihn an sein ilnglüd erinnern, der andere ist verletzt, wenn wir von seinem Glück sprechen. Ein anderer ist stolz auf seine Stimme und wird wütend, wenn wir sie kritisieren, oder ein dritter ist von seinem Aeußeren so eingenommen, daß er gekränkt ist, wenn wir das nicht anerkennen. Lind wenn du dich einmal sorgfältig in einer stillen Stunde prüfst, wirst du find.n, daß auch du mindestens eine Stelle hast, die da selbst — geschweige denn ein anderer — nicht berühren darfst, ohne daß es schmerzt. Du kannst von Glück sagen, wenn du nur eine Stelle findest, wenn du so geschützt bist, wie einst Siegfried, der nur an der Schulter verwundbar war. Wer solche empfindlichen Stellen vor seinen Mitmenschen verbergen kann, der sollte bestrebt fein, es zu tun: denn viele lugen oft Tag und Rächt aus, um die schwache Stelle zu finden, auf die sie ihren Angriff richten können. Das Wollen freilich genügt oft nicht. Wie mancher hat schon behauptet: „3d> bin unempfindlich, ich kann viel vertragen!" Dabei zeigte ec aber in seinen Gebärden, in seinem Te-ehmen, daß er innerlich vor Wut kochte. Llni) es gibt Mens.)en, die gerade ihre Freude daran haben, ihre Ve.ann'.-en zu „frotzeln". Sie werden es aber bald las en, wenn sie merken, daß wir davon tatsächlich nicht berührt werden. Hat nicht jeder schon einmal im Leben eine Dummheit, eine große Dummheit gemacht? Das kann für unsere Mitmenst'en der Grund fein, uns zu hänseln. Ich sage, es k a n n so sein: denn in den meisten Fällen Hä.-Hj es doch von uns ab. Es gibt nämlich keinen größeren Fehler, als den, das; wir eine so«---- Dummleit nicht e'ngrfiehen. Seien wir ganz ehrlich gegen uns und gegen die andern, sagen wir offen: „Ja, cs war eine Dummheit!" Dann ist dem Spott und der späteren Verulkung schon vorgebeugt. Eines Tages freilich taucht die Geschichte doch noch einmal auf, gewissermaßen als Prcbs für uns. Diese Probe muß bestanden werden, ch. h. wir müf.en mit den andern lachen, wir laßen uns sogar einmal richtig auslachrm Die Sache wird dann bald vergessen fein. Menn aber die guten Freunde merken, daß wir uns ärgern, daß wir beleidigt sind, dann ist das ein Ansporn für sie, in allen mögllchen Lebenslagen von neuem damit zu beginnen. Das liegt nun einmal einzelnen Menschen so im Blut. Sie können nicht ruhig schlafen, wenn sie nicht vorher ein bißchen gehänselt haben. Doch gibt cs auch Eigenheiten und Angewohnheiten unserer Bekannten, die wir achten sollten. Wir dürfen nicht verlangen, daß sie uns gleichen. Das ist der schlimmste Eigendünkel, wenn wir uns für unfehlbar halten. Wir müssen froh sein, wenn unsere Freunde das Leben anders anpacken, als wir. Gerade darauf beruht manche Freundschaft, daß sich ganz verschiedenartig veranlagte Menschen anzichcn und ergänzen. Diese Besonderheiten dürfen nie der Grund fein, mit den Freunden zu brechen. Wir müssen solche Eigenschaften als gegebene Tatsache hinnehmen. Warum sollen wir unbedingt verlangen, daß unsere Frau unsere Leibspeise so zubereitct, wie wir sie in unserer Iunggesellenzeit schätzen gelernt haben? Dars sic nicht nach dem Rezept kochen, das sie einst von ihrer Mutter erhielt? Es schmeckt doch so auch ganz gut. Rur nicht immer dann mit dem .stopf durch die Wand wollen, wenn wir sehen, daß andere verletzt werden. Man muß über manches hinwegsehen können. Gaben wir einst nicht jedem unserer Lehrer einen besonderen „Spitznamen"? Und nicht auch unfern Mitschülern? Wie bald war die Freude an diesen Namen dahin, wenn wir merkten, daß sich der Lehrer ober Kamerad gar nichts daraus machten. Im Gegenteil, zu gelegener Zeit legten sie sich diese Namen selber bei. Sie standen über der Sache, zeigten ihre Unempfindlichkeit gegen solche Kleinigkeiten. Jeder hat seine Eigenheiten, seine Schwachen, lieber viele müssen wir lächeln. Aber aufregen sollte man sich darüber nicht. Einige starke Absonderlichkeiten können wir freilich uns selber, auch unfern Freunden, vor allem aber den Kindern, abgewöhnen. Allerdings nicht mit starkem Spott, sondern mit Liebe und freundlicher Zusprachc. Bei erwachsenen Menschen betrachten wir die empfindliche Stelle mit gebührender Rücksicht und denken dabei immer an das Wort: Wir sind allzumal Sünder! Es muß auch Originale geben! Sonst wäre es zu langweilig auf der Welt! B. Linser neuer Vornan. In der heutigen Ausgabe des „Gießener An- zeigers" beginnen wir mit der Veröffentlichung eines neuen großen Nomanwerkes. Es soll nach größerer Pause in unseren Spalten wieder einmal ein Autor zu Worte kommen, der sich als Unterhaltungsschriftsteller seit langem eines vorzüglichen Rufes erfreut, und dessen in früheren Jahren bei uns zum Abdruck gebrachten Romane in unserem Leserkreise eine überaus günstige Aufnahme gefunden haben. Unser neuer Roman heißt: „Kreuzweg 6er Liebe" von Paul Grobem. Der Autor, der sick in diesem Roman wieder als ein sehr gewandter Erzähler, als glänzender Schil- derer der unterschiedlichen modernen Gesellschafts- schichten und als temperamentvoller Charakterzeichner erweist, behandelt das uralte und nie aus- geschöpfte Thema der Liebe in einer Weise, die fein sympathisches Können ins beste Licht stellt. In dramatischer Schilderung wird eine ergreifende Frauen- gcstalt gezeichnet, die auf ihrem Leidenswege durch Bitterkeit und Enttäuschung, durch Schuld und Sühne endlich zu dem von Jugend an geliebten Mann findet. Mit sicherer Hand sind die Figuren des Romans umrissen, ist die Handlung zu starker Spannung gesteigert. ©rabein hat die ergreifende und doch in versöhnlichen Klängen verhallende Geschichte ein- dringlich erzählt, ohne sich in überflüssige Episoden zu verlieren. Was den Roman besonders erfreulich macht, ist Grabeins Gabe, das Interesse des Lesers an seinen Gestalten so zu fesseln, daß er nur ungern von ihnen scheidet. Wir hoffen also, mit dieser Veröffentlichung unseren Leserinnen und Lesern eine besonders willkommene und anregende Lektüre zu bieten. Gief;cner Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 120 bis 130 Pf. (Kochbutter von 100 Pf. an), Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 35 bis 40 (pro Zentner 20 bis 30 Mk.), Weißkraut 12 bis 15 (pro Zentner 8 bis 10 Mk.), Rotkraut 15 bis 20 (pro Zentner 10 knS 15 Mk V Kartoffeln 3,5 bis 4 .7.V ymnuuiH ifc7.v t WWW Vorkennln. nicht erf. (Suter Verdienst! 1905V Gutgehende |l Gutgehende 9* Drogerie vorzü ger geeignet, zu verkaufen. 10000 Mark erforderlich. in Landstädten, zu verkauf. 21 000 Mk. Anzahlg. 10000 Mk. Dauernde Leichästt» aung. Ware w. aea. hob. Bergülg. abaen. Verlang Sie teilen» los PcosveU. Reform-Strick.-aschlnen Hamburg 11, Soninhaus. 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L'e tetl"14' W.?2 'M»- "SLB Ä-ÄL ÄflSsf Ä»Lne^ Ur. 62 Zweites Blatt Außenpolitische Umschau. Belgien — Zndien. — USA. — Moskau. Don Dl. Otto Voehsch, o. ö. pro|. der Geschichte an der Universität Berlin. Der Reichswehrminister hat fest und Har dem französischen Kriegsminister geantwortet, der Frankreichs Richtabrüstungswillen mit der Kriegsschuldfrage in Verbindung gebracht hatte. SS ist gut, daß in solcher Weise daS Abrüstungs- gespräch unausgesetzt auch von Deutschland aus in Fluh gehalten wird. In diesem Zusammenhang gehört sehr interessant und wichtig d i e Entwicklung der belgischen Außenpolitik herein. Don sozialistischer wie von * flämischer Seite wird schon länger gegen das französisch-belgischc Militärabkommen vom 7. September 1920 Sturm gelaufen, von der einen Seite wegen der Erschwerung der Abrüstung, von der anderen wegen der Bindung an die französische Politik. Der Druck ist immer stärler geworden, so bah am 4. März der Außenminister Hyrnansvor der Kammer zwar sehr vorsichtig formuliert, ooer doch deutlich in der gleichen Richtung Stellung nahm. Er' behauptete. niemals sei dieses Abkommen ein Bündnis gewesen, nur ein Abkommen für den Fall eines nichtprovozierten Angriffs von feiten Deutschlands. Diese Lage sei aber völlig gewandelt durch Locarno und den Rheinpalt, die Belgiens Sicherheit viel besser garantierten als das Militärabkommen mit Frankreich. Dieses letztere — eine gemeinsame Auslegung der belgischen und französischen Regierung — sei lediglich eine Vereinbarung der Generalstäbe, die die technischen Bedingungen im Fall eines Angriffs von Deutsch la id festsehe. Damit ist das französisch-belgische Militärabkommen als solches zu Ende. Denn a l s Bündnis ist es natürlich von Frankreich gefaßt und geschlossen worden, und diese Erklärung von Hymans ist ein weiterer Schritt auf dem Wege Belgiens zur Selbständigkeit, zur Lösung seiner Abhängigkeiten von Frankreich. Der belgische Standpunkt ist der, dah der Rheinpakt sormeller, präziser und weitergehend sei als das französisch-belgische Abkommen. Das ist so richtig, daß der belgische Außenminister das auch vollständig hätte sagen können. Warum bezieht er alles auf einen nichtprovo-- I zierten Angriff von feiten Deutschlands, das so immer als der einzig mögliche Angreifer bezeichnet wird? Der Locarnopakt gilt für jedermann gegen jedermann. Er legt z. B. die englische Garantie fest sowohl für einen Angriff Deutschlands auf Frankreich und Belgien, wie für einen Angriff Frankreichs auf Deutschland oder Belgien. Wenn das so ist — und es ist gar kein Zweifel, daß die Lage damit richtig bezeichnet ist —, dann ist zwingend logisch, daß das Militärabkommen von Frankreich einfach aufgehoben würde. Man kann wohl annehmen, dah die Entwicklung, in der Belgien eine neue außenpolitische Orientierung sucht, in dieser Richtung weiterführt. Belgien will selbständiger werden und will aus einer nicht-natürlichen Grotzmachtstel- lung, in die es durch den Kriegsausgang gekommen ist, wieder heraus, auf die ihm gemäße Basis eines kleinen Staates, der, an so gefährdeter Stelle Europas gelegen, in der Reu- t ta I i t ä t das Heil sieht, zumal die Spannungen der Rationalitäten im eigenen Innern groß genug sind, und außerdem die wirtschaftlichen Beziehungen Belgien stark nach D:utschland weisen. Man vergesse nicht, daß auch in der Zeit der stärksten politischen Abhängigkeit von Frank- ‘ reich, Belgien den Handelsvertrag mit Frank- Kreuzweg der Liebe. Vornan von Paul Grabein Urheberrechtsschuh: Romandienst „Digo", Berlin W 30. NackHruck verboten „Hast wohl heute schön auf mich gewartet?" Leichtfüßig eilte Urfula Drenck dem Verlobten entgegen, der eben in die Wohnung getreten war, und tot ihm die Lippen zum Gruß. Georg Wigand zog heute nicht seine Verlobte zärtlich zu langer Begrüßung an sich. Kurz nur erwiderte er vielmehr den Kuh der Braut und machte sich alsbald aus ihren Armen frei. „Allerdings!" erwiderte er ihre Frage gemessen und mit Rachdruck. „Unb warum bist du denn nicht gekommen?" Wigand hatte in der Tat fast eine halbe Stunde vor seinem Hause auf die Verlobte gewartet, die ihn dort, wie gewohnt, hatte abholen sollen. „Mein Gott, Iörg! Ich konnte nicht!" Etwas schmollend kam es von ihren Lippen. „Das hattest du dir doch wirklich auch selbst sagen tonnen.“ „So? — Unb was hielt dich denn ab, wenn ich fragen darf?" „Ach — ich hatte mich so darauf gefreut, dir die große Reuigkeit mitzutcilen; aber nun ist mir die ganze Freude verdorben!" Derdro'sen wandte sie sich von ihm ab, zum Fenster des Erkers hin. Wigand wurde milder gestimmt. Den Arm um sie legend, trat er hinter sie. i „Ra, was gabs denn, Ursel?" Lind lächelnd drehte er den widerspenstigen Kopf zu sich herum, seine Lippen auf das duftige, lote Draunhaar drückend. Da klärten sich auch ihre Mienen wieder auf, und, schnell versöhnt, stieß sie froh hervor: .Fred kommt zu uns auf Besuch!" „Fred?" »Run ja — mein Detter." „Ach so! Alfred Drenck — der Flieger." Eine kleine Pause trat ein. „Unb darum also konntest du mich nicht abhvlen?" Schon wieder grollte es leise in feiner Stimme. „Aber nein, Iörg!" Schmeichelnd nahm sie seinen Kopf zwischen die Hände. .Er kommt ja schon heut nachmittag. Er hat von der Dahn aus telegraphiert — da muhte ich doch schleunigst mein Zimmer freimachen.“ „Dein Zimmer?" Wigands Mienen verfinsterten sich. „216er natürlich! Wo sollen wir ihn denn sonst unterbringen? Wir haben doch kein Fremdenzimmer! Da muh ich mich eben so lange bei Tante einlogieren." „Das finde ich aber — nimm mir's nicht übel — im höchsten Grade unpassend: Ein junger Mensch in deinem Zimmer! Wenn ihr keinen Platz Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, März 1931 ....... ■ ".g reich, der dieses Derhältnis wirtschaftlich ergänzen sollte, niemals ratifiziert hat! Ein ganz anderes Feld und eine ganz andere Frage: am selben 4. März ist in der Zusammenkunft zwischen dem Dizetönig von Indien und Gandhi ein Abkommen geschlossen worden, das mit gegenseitigen Konzessionen zunächst einmal den Friedensschluh von Indien bedeutet. Lord Irwin hat sich als wirklicher Staatsmann bewiesen in der Geduld und Geschicklichkeit, mit der er die Ruhe wahrte und gegen überspannte Forderungen im eigenen Lager zum Ziel kam. Es ist fast ein Iahr her, daß Gandhi von Allahbad aufbrach, um am Ufer des Meeres in der symbolischen Handlung der Salzgewinnung den unblutigen Widerstand gegen die englische Herrschaft zu dokumentieren. Er hat feine Gefolgschaft auf dieser Dahn im großen und ganzen halten können, und dieses Iahr hat doch den Beweis einer Disziplin und Reife in der indischen Bevölkerung gebracht, der nicht übersehen werden darf. Auf der anderen Seite hat der Vizekönig die Ruhe gewahrt. Scharfmacherei zurückgehalten, in der Einsicht, daß die indischen Mittel des Widerstandes, namentlich der Boykott, schließlich für die Position Englands recht empfindlich werden könnten. Auch das ist nur ein Zwischen st ad ium auf einem Wege, der nun zu Ende gegangen werden muß: von der Verfassung von 1919 an über alle Schwierigkeiten und inneren Kämpfe zur Rundtafelkonferenz und zu der überraschenden Erklärung der indischen Fürsten, sich mit den anderen Teilen Indiens in einer Föderation zusammenfinden zu wollen, zu dieser Dersöh- nung zwischen Gandhi und England und einer Kooperation englischer und indischer Elemente, für die freilich die abschließenden 'und völlig befriedigenden Formen erst gefunden werden müssen. Aber man sieht offenbar in England ein, dah ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Beziehungen zu Indien begonnen hat, und ist nun bereit, die Folgerungen daraus zu ziehen, um überhaupt diesen kostbaren Besitz zu erhalten. Für das Arbeiterkabinett ist dieser Friedensschluß ein neuer großer außenpolitischer Erfolg neben dem Flotten abkommen mit Frankreich und Italien ganz kurz zuvor. Ganz und gar nicht mit dem Gefühl des Erfolges kann dagegen Hoover, der Präsident der Vereinigten Staaten, auf feine Politik blicken. Auch am 4. März hat der Kongreß sich bis zum 4. Dezember vertagt, vorher aber dem Präsidenten die schwerste Riederlage seit Beginn seiner Amtszeit beigebracht. Gegen sein Veto Halen Repräsentantenhaus und Senat das Gesetz angenommen, das den Kriegsinvaliden eine höh rr Beleihung ihrer Lebensvrrsicherungs- policen gestattet und eine Milliarde Bela st u n g für den Staatshaushalt schasst, der ein schweres Defizit von einer halben Milliarde Solar aufweist. Man hoffte, es würden nur wenige der Kriegsveteranen davon Gebrauch machen, aber diese haben die DureauS geradezu gestürmt, machen vom Rechte der höheren Beleihung Gebrauch und erzwingen so eine schwere Belastung des Geldmarktes. Die Opposition deS Präsidenten gegen diesen Vorschlag war höchst begründet, aber der Kongreß ging über seinen Einspruch hinweg. Darin liegt ein Mißtrauensvotum gegen Hoover, der Ausdruck einer schweren Enttäuschung über seine ganze innere Politik. Er hat jetzt knapp ein Iahr noch vor sich bis zum Beginn der neuen Wahlkampagne und wird cs sehr schwer haben, diese Riederlage wieder gutauma- chen und e n Renommee wiederzugewinnen, das er sonst im Haus für ihn habt, so mag er gefälligst ins Hotel gehen." „216er Iörg! Papas Reffe! Und mein 'Bettet — mein Iugendgefährte. mit dem ich mich wie Schwester und Drüber stehe!" Mit großen Augen sah sie auf den Verlobten. „Das ist doch nicht dein Emst?" Wigands Miene blieb hart und finster. „Mein vollster Ernst!" beharrte er. „Und ich verstehe deine Tante einfach nicht — vor allem, ich verstehe dich nicht, daß du das nicht selber empfindest." Einen Augenblick zuckte es heftig in Ursulas Gesicht, dann aber nahm dieses einen kalthochmütigen Ausdruck an, und schweigend wandte fie sich von ihm ab. „Wo willst du hin?" „Mein Zimmer fertig machen — für Fred!" Trotzig betonte fie die Worte. Unwillkürlich stampfte Wigands Fuß in leidenschaftlichem Aufwallen leise den Fußboden. Einen Augenblick stand er so, dann eilte er zur Tür, die Wohnung zu verlassen. Auf der Schwelle aber stieß er fast mit Ursulas Vater zusammen. „2IH — Iörg!" Der alte Major streckte ihm die Hand hin. „Ra, so allein?" Er sah sich suchend im Zimmer um. „Und du wolltest schon wieder gehn?" „Ia, Papa!" In unverhülltem Groll brachte es Wigand hervor. „Ursula hat ja keine Zeit für mich. Eie muß für den Vetter sorgen." Der alte «Herr, sonst immer von einem etwas verbitterten Ernst, mußte lachen. „Ra, wenn dich sonst nichts drückt, mein Iunge, — das brauchst du wirklich nicht so tragisch zu nehmen.“ Dersöhn- lich llopste er Wigand aus die Schulter und zog den nur noch halb Widerstrebenden mit sich ins Zimmer. „Ra, komm nur — hier, steck dir 'ne Zigarre an — so! Und ->un fc*> di-b mal verständig zu mir“ — fie nahmen am Sofatisch Platz — „und rauch dir den ersten vie-ger e..t o.fM-.i ab. Das ist immer das beste — Habs oft genug selbst so gemacht." Schweigend rauchten beide ein paar Zuge. „Ra, siehst du, nun wird's ja schon wieder Heller da!" Der Major deutete auf Wigands Stirn, die sich in der Tat bereits zu entwölken begann. Wigand verehrte den alten Herrn aufrichtig, seitdem er am Tage seiner Werbung aus dessen eigenem Munde die schwerwiegende Aufklärung für so manchen herben Zug seines Wesens empfangen hat e. Rückhalts los ijatte der Major Drenck zu dem Mann gesprochen, der um sein einziges Kind warb. Ein Ehrenmann von Grund aus, hatte er dem Dewerber nichts verheimlichen wollen. So hatte er denn von bem dunklen Punkt seines Lebens reden müssen, von seiner unglücklichen Ehe mit Ursulas Mutter. Der Major hatte als nicht mehr ganz junger Mann, als älterer Hauptmann erst geheiratet, und zwar eine junge Witwe von außergewöhnlicher bei Amtsantritt in größtem Maßstab halte und das er in den zwei Iahren seiner Amtstätigkeit fast ganz verwirtschaftet hat. Es läge nahe, dah er versuchen würde, auf dem Gebiet der auswärtigen Poli- t i k einen Ersolg hereinzuholen. In Flottenfragen ist da wenig zu machen: Die Verständigung mit Frankreich und Italien, deren Eintritt in den Londoner Flottenpakt, das hat England durchgesetzt und Amerikas Mithilfe ift nicht bemerkt worden. Und die Schuldenfrage ist für den Präsidenten ein heiheS Eisen, namentlich, wenn man sie so lange hat schleifen lassen, wie es geschehen ist. So sind im Augenblick die Aussichten nicht sehr günstig, weder für eine Aktivität Nordamerikas in der Außenpolitik überhaupt, noch für Hoover im besonderen. Sollte sich das im Laufe deS IahreS steigern und klar werden, daß wieder einmal Europa auf den Ausfall amer kanischer Wahlen — Rovember 1932! — warten müßte, so ergäbe das eine Lage, die namentlich für die deutsche Außenpolitik recht bedeutsam würde und sie vor sehr ernste Entscheidungen stellte. In die gleiche ereignisreiche Woche fielen der "Beginn dcS 6. Rä tekon grosse« in Moskau mit einer abermaligen betonten Erklärung Molotows für eine unbedingte Friedenspolitik der Sowjet-Union, die Rußlandreis« einer bedeutenden deutschen WirtschaftSdelega- tion und die Einrichtung eines besonderen russischen Referats im amerikanischen Außenministerium, die beweist, daß der Staatssekretär 0tim- son, der sich bisher um Rußland nur wenig gekümmert hat, beabsichtigt, sich dessen Anerkennung, die in diesen Tagen Senator Dorah abermals gefordert hat, mehr zuzuwenden. Alles Zeichen, daß das ruffifche Problem in eine neue Phase tritt. Man glaubt so leicht, es verändere sich kaum, und behilft sich dann mit Urteilen und Gründen, die erstarrt, schematisch geworden sind, auf die jetzige Lage nicht mehr recht passen. Es wird Zeit, daß man sich auch in Deutschland mit dem sich so verändernden rupfte schen Problem ernster besaht. 2lber man hört gar nichts von Vorbereitungen zu Verhandlungen über den "Berliner Vertrag mit Rußland, Ser bekanntlich am 24. April d. I. abläuft? Die Brückenpfeiler nach Ostpreußen Das Gchiffbauprogramm der Reichsmarine. Don Erich Mehenthin, Korvettenkapitän a.O.,M.d,pr.^. Einer Anregung aus dem Reichstage folgend, hat das Reichswehlm.nisterium zugleich mit dem Haushaltsplan für 1931 ein Schiffbauprogramm sorge legt, das sich über sechs Jahre erstrecken soll. Der Zweck dieses Vorgehens liegt auf der Hand. Man will den sich wiederholenden Streit im Reichstage um einzelne Schiffsbauten vermeiden, die Möglichkeit zu zweckmäßiger Verteilung der Arbeiten auf die Reichswerft in Wilhelmshaven und die Deutschen Werke in Kiel gewinnen und durch vorausschauende Bestellungen die B au- ko st e n senken. Infolge der Fesseln des Versailler Vertrages ist der Rahmen des Flottenausbaues sicher eng gezogen. Unsere Flotte darf lediglich aus 6 gepanzerten Schiffen und 2 Reserveschiffen, 6 leichten Kreuzern und zwei Referoeschiffen, 16 Torpedobootzerstörern (davon 4 Reserve) und 16 Torpedobooten (4 Reserve) bestehen. Noch drückender als die Beschränkung der Zahl ift die Festsetzung einer bestimmten Höchstgrenze für die Größe jedes Schiffstyps. So dürfen die Panzerschiffe nur eine Wasserverdrängung von 10 000 t haben, während die Schlachtschiffe der großen Seemächte durchschnittlich 35 000 t groß sind, die Kreuzer dürfen 6000 t, die Torpedobootzerstörer 800 t nicht überschreiten, während die übrigen Seemächte Fahrzeuge dieser Art von 1500 bis 2000 t Grvße bauen. Untersee- boote und Flugzeuge sind uns ganz verboten. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, daß die Gesamtzahl des Marinepersonals auf 15 000 Köpfe festgesetzt ist. Nach Kriegsende haben wir unser gesamtes modernes Kriegsschifsmaterial a b l i e f e r n müssen und nur Schiffe behalten, die schon in den letzten Kriegs- jähren, weil veraltet, nicht mehr zum Frontdienst verwendet wurden. Trotz der finanziellen und politischen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit hat mit dem Jahre 1924 beginnenden eine allgemeine Erneuerung unseres schwimmenden Materials eingesetzt. Da es zunächst unmöglich schien, mit der geringen uns erlaubten Tonnage ein leistungsfähiges Panzerschiff zu bauen, wurde zuerst an den Ersatz der kleinen Kreuzer herangegangen. „(Em« den", .Königsberg", „Karlsruhe" und „Köln" sind fertiggestellt und haben die deutsche Kriegsflagge in ausgedehnten Reisen über alle Meere der Welt getragen. „Leipzig" wird Ende dieses Jahres dis Flagge zur ersten Indienststellung hissen. In den gleichen Iahren sind sechs Torpedobootzer- störer der Möwe-Klasse, sechs vom Iltis-Typ gc- baut worden. Ein entscheidender Schritt vorwärts wurde 1928 mit dem Baubeginn des er st en Panzerschiffes Ersatz Preußen, getan. Dieses Schiff stellt einen durchaus neuen Typ dar. Es ist ein Panzerkreuzer, der 26 Seemeilen laufen und eine schwere Armierung von 6 bis 28 cm Sk in Tripeltürmen tragen wird und guten Panzerschutz erhält. Das Schissbauprograinin sieht den Baubeginn von drei weiteren ähnlichen Schiffen in den nächsten Jahren vor. Ende 1936 soll planmäßig der deutschen Kriegsmarine eine schwere Division von vier Pan- zerkreuzern zur Verfügung stehen. Mit der Annahme des Bauprogrammes ist die grundsätzliche Entscheidung darüber gefallen, daß Deutschland das verhältnismäßig geringe Maß an Wehrkraft zur See, das ihm die Fesseln des Friedensvertragcs nur erlauben, tatsächlich erreichen will. Die jährlichen B a u t o ft e n sollen durchschnittlich50Mil- Honen Mark betragen. Das ist eine hohe Summe und die Frage ist berechtigt, ob das, was an Kampfkraft dafür geschaffen werden kann, mehr als ein kostspieliges militärisches Spielzeug bedeutet. Ein Teil der öffentlichen Meinung nicht nur in Deutschland, sondern überall in der Welt, gefällt sich darin, davon zu sprechen, daß die Zeit der Stampf« schiffe vorüber fei, daß in einem künftigen Kriege Die Aufgaben der Flotten lediglich in der Handelszerstörung und im Handelsschutz liegen würden. Dazu Staubt man nur leichte Kreuzer, große Zerstörer und nterfeeboote notwendig zu haben. Lassen wir zunächst einmal die grundsätzliche Frage auf sich beruhen und fragen wir uns, worin die wahrscheinliche Hauptaufgabe der deutschen Kriegsflotte liegen wted. Sie ist bezeichnet durch bas Wort — O st preuhen. Durch den Korridor vom Mutterlande getrennt, mit zahlenmäßig nur schwachen Reichswehrgarnisonen, fast ohne Industrie, kann die „3nfe( in der slawischen Flut" sich bei kriegerischen Verwicklungen im Osten Europas nur dann Schönheit, bestrickendem Liebreiz und einem Temperament, das alle Manner zu ihren Füßen zwang. Qltan hatte daher seinerzeit dem Haupt- man Drenck mit geheimem Reid einen „unglaublichen Dusel" nachgesagt, als ihn — wider alles Erwarten — die viel umworbene Frau mit ihrer Hand beglückte, um so mehr, als sie, bei ihrem luxuriösen Auftreten, im Rufe stand, eine schwer reiche Frau zu sein. Wie anders war aber alM gekomm-n, als die erste Efezeit vorbei war und Ur ulas Mutter anfing, wieder in der geteU,--a,tlichen ^oelt zu leben! Die Ratur hatte ihr alle Muttergefühle versagt. Das Kind war ihr gleichgültig, häufig sogar eine Last, die sie widerwillig abschüttelte. Eine schier unersättliche Lebensgier jagte diese Frau von Genuß zu Genuß, von Triumph zu Triumph. Anfangs wußte sie ihren Mann, der noch immer im Dann ihrer berückeirden Persönlichkeit lag, mit sich in diesen Taumel hineinzureißen, als er aber, schließlich ernüchtert, sie warnend zur Umkehr beschwor — ihr Ruin drohte, wenn das so weiterging — verlachte sie ihn leichtfertig. Als er aber endlich entschlo sen Einhalt gebot, lief sie von ihm. Der Skandal kostete dem Major seine militari» sche Stellung — er mußte quittieren, aber mehr als das, es brach ihm fast das Herz. Denn er hatte die Unwürdige aufrichtig geliebt mit der ganzen Kraft- einer verspäteten Leidenschaft. Daß er schließlich noch einmal das alles überwand, machte die Vaterpflicht, die Liebe zu dem Kinde, das nun bloß ihn noch hatte. Diesem Kinde galt fortab sein Leb n, das er als ein verbitterter 2Kann, ohne Tätigten und Umgang, still für sich führte. Als einziges Wesen in seinem Lebenskreise, dem er gelegentlich außer Ursula noch ein Intereise schenkte, war nur noch die Witwe seines Druders da, Ta.cke 2Earie, die seit einigen Iahren ganz zu ihm ins Haus gezogen war, um der Heranwachsenden Tochter zur Seite zu stehen. Der Major hatte den erzieherischen Einfluß einer echt häuslichen und weiblichen Frau um so notwendiger für die Entwicklungsjahre Ursulas gehalten, als er — mit einer gewissen Sorge — bemerkt hatte, daß in dieser zwei grundverschiedene Raturen um die Oberhand rangen. Sein Kind vereinte mit dem Pflichtgefühl und Emst des eigenen Wesens einen Hang nach heiterer, forg» lo,er Lebensfreude, der zwar nur gelegentlich durchbrach, barm aber — ein verhängnisvolles Erbteil ber Mutter — sich leicht bis zum Selbstvergessen steigern konnte. Als Uri ula mit zunehmender Reife diese Zwiespältigkeit ihres Weseirs selbst erkannte, kam eine Zeit schwerer Kämpfe über fie. Don ihrem Vater in das Unglück ihres Ha-ses eingewe.ht, versuchte sie mit aller Energie die gefährliche Wurzel jenes LeichtsirmS — tote sie es selbst normte — sich auS der Seele zu reißen. Sie wollte nicht den Weg ihrer Mutter gehen! Es tarnen Stunden, wo es ihr im Herzen rief: „WaS quälst du dich! Ist es denn Sünde, wonach dich verlangt? Waö willst du denn anderes als ein bißchen Sonnenschein nach dem trüben Grau, das deine Tage von Iuqend an einspinnt?" In solchen Stunden hätte sie entsetzt vor sich selbst fliehen mögen, denn sie ahnte, daß das da drinnen bei ihr stärker war als ihr Wille. All diese Kämpfe aber hatte Ursula stets mit sich allein abgemacht. Eine begreifliche Scheu hielt sie davon ab, zum Vater davon zu sprechen. Sie wollte ihn, der so viel Leids erfahren, nicht noch mit Qtefüixbhingen ängstigen, die ihr selbst in anderer Stimmung übertrrbe.’, vielleicht grundlos vorkamen. Und mit der Tante, wie gut sie auch mit dieser stand, verband sie doch nicht ein so innerstes Dand, daß sie diese als Helferin in ihren Herzensnöten hätte anrufen mögen. Für gewöhnlich, wenn das Leben im Drenckschen Hause seinen stillen, einförmigen Gang ging, war Ursula auch keinen Anfechtungen ausgesetzt. Rur wenn sie dann uni) wann einmal aus ihrem engen, freudlosen Lebenskreiß heraustrat — etwa bei der Geburtstagsfeier einer Schulkameradin —, wenn sie dann in eine ganz andere Welt hineinbltekte voller Licht und Glanz, dann kam es über sie. Am schlimmsten damals vor drei Iabren, als sie als Siebzehnjährige den ersten Ball mitgemacht hatte im Hause einer begüterten Freundin. Das war für sie e n Traum, ein Rausch gewesen — diese Atmofphäre lay.iiveii Frohsinns! Versunken war da für lange Stunden die Enge und Trübe ihres Vaterhaufes. Aber dann das Erwachen aus diesem Rausch, als sie am anderen 2Norgen daheim der nüchterne Alltag angähnte I Das war eine Krise für Ursula gewesen, und in ihrer jungen Seele hatte sich ein Entschluß durchgcrungen: Sie wollte nie wieder auf einen Ball, überhaupt nicht mehr in Gesellschaft gehen! Ursula hatte ihren Vor'ah wirllich ausgeführt, erst zur innersten Genugtuung ihres "Vaters. Recht so! dachte er. "Besser, sie lernt all den Lug und Trug der "Welt erst gar nicht kennen. Allmählich aber, von Tante Marie genährt, waren dem Major doch Bedenken gekommen, ob es richtig fei, ein junges Menschenkind so ganz in freudloser Zurückgezogenheit aufwachsen zu lasten. „Das tut nicht gut!" warnte die Schwägerin. „Unterdrückte Iugend rächt sich später einmal!“ Der Major begann nachzudenken und gab ihr schließlich recht. Run wurde beschlossen, daß man um Ursulas willen aus der jahrzehntelangen 21b» geschiedenheit des Hauses heraustreten und einen angemessenen gesellschaftlichen Verkehr pflegen wollte. (Fortsetzung folgt.) I Nachdruck verboten Ohne Gewähr 11. März 1931 27. Ziehungslag 101199 224796 222318 387481 365265 385755 368270 Am 100933 171725 180399 230935 311770 195076 286297 320996 47283 81053 138300 173520 186838 235044 290170 314729 343453 60038 94116 143218 163356 199304 235342 274866 309046 337641 369896 60329 90789 164669 208539 289208 347020 87257 142521 177269 192292 236862 295038 330692 343978 102517 146060 170557 211418 240263 275737 309320 340640 370140 127472 174865 204485 216625 235697 288042 281913 336154 367821 382315 112287 143305 178865 192357 247872 297634 334944 351309 106038 151020 173348 213411 241110 284094 316955 341553 370643 179256 222926 303241 353685 135025 184654 206030 217687 238054 264605 289251 336406 370624 382716 112782 147751 180004 194516 251768 299552 335542 356321 117054 152336 179363 213425 243472 291167 318963 353889 379178 136735 191722 207845 220874 239156 266470 306052 341706 374121 383158 153676 182957 234370 266223 303601 340502 358157 120529 156143 180447 227720 273328 291226 327106 388235 390559 188542 267897 312069 195464 210977 221690 247700 277406 317065 359025 378636 391798 125329 163318 196370 213887 232246 253354 279151 333888 364163 379669 398003 157822 194955 210362 220926 247207 268407 308316 346948 374712 385223 159599 185402 234977 274461 314006 342678 369874 156537 198180 235791 274319 297896 335939 364402 398094 In der heutigen Vormitlagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen Gewinnaur.zug 5. Klasse 36. Preußisch-Süddeulfche (262. Preuß.) Slaals-Lotterie Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hebe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lsje flleid; er Nummer in den beiden Ableitungen I und II In der heutigen Nachmillagszkehung wurden Gewinne über 40 > M. gezogen Hände. •* Duhbache r Fasel markt. 51045 52593 52684 59902 65848 67549 72519 77517 86148 97873 104388 105839 105977 114425 ------ ------ ------ ------ ------ 160424 2 Gewinn« iu 25000 M. 226830 2 Gewinn« zu 10000 M. 94063 4 Gewinne zu 5000 M. 152482 275992 16 G-w.nne zu 3000 M. 96491 127885 146623 222118 310383 317933 346375 373126 62 Gewinn« ;u 2000 M. 7955 16718 43130 58355 72520 74556 83687 84376 104954 105196 172930 ----- ------ 221423 226702 237282 4 Gewinn« zu 5000 M. 160860 230830 12 Gewinne zu 3000 M. 45125 159496 249484 295266 358249 390315 62 Gewinn- zu 2000 Wln 7.15: ArWitzert. v Webers Oper „< platten? n-,ert 15.20 Iahmi tagst n ect 6 .Der Sc auspieler a typus", D rtrag von schungsrelen in den mit ber Frage der Sportplatzes. 9lc tag eine Besichtigung hatte, entschloß sich ' dieses für Waidwirts baren Geländes De selben Rechte bei gli werden, wie dem e Um die Angelegenhe eine Kommission ar verhandeln. Eine set die Frage der Einsü Nachdem keine Ein wurde aus Antrag Biersteuer anDnehme fei, verfiel ber Abtt Stimmen. Ein Bo die Kanalanschlu statt nach strahenw wurde gegen eine Str ‘ Dieses 13. Hochschule schloß tersemefter ab. Dre diesem Din er geha! an drei Wenden dc Art*11 -Elmare senden referierte »Saust", und nach Wenden Dr Mich Heimat Die Auslva, 50* verschieden f eilte Zustimmung Sur nächsten Winter Men Väschen vo SHH des Mens "der Detlervorherso y leider ein De fast ausschli'eß/,^ aut Miesen sBS 6W«|ogc$'J3' *" K 3^4 einem d>e t 0 :, zugut de? v *3. Mär^ , 'n* ' " b ICn $eifa[[y' ^ne 3 diesem beschloss Laus" ,u Aein ' Oberhessischer Kun st verein. Für die letzte Woche der Kunstausstellung ist bei den Arbeiten des Malers Steib, Düsieldorf, das große Bild einer Kreuzigung neu eingefügt worden. Diese Ausstellung der Arbeiten zweier junger, aber befähigter Künstler sei allen Interessenten nochmals warm empfohlen. — Die Mitglieder des Kunstvereins seien außerdem darauf aufmerksam gemacht, daß am Montag, 16. März, 18 Hhr, im Saal 6 des Stadthauses, Bergstraße, die ordentliche Mitgliederversammlung stattsindet, deren Tagesordnung bereits in der Anzeige vom 3. März bekanntgegeben wurde. ** Die Einbrüche von Butzbach und Lollar aufgeklärt. Wie uns von der hiesigen Kriminalpolizei mitgeteilt wird, haben die Einbrüche bei Pfarrer Wahl und Pfarrer Schneider in Butzbach, der Einbruch im Schuhwarenhaus Bogt, ebenfalls in Butzbach, und der Einbruch in die Billa Ahelier in Lollar ihre Aufklärung gefunden. Die Einbrecher wurden in Verden an der Aller (Han- nover) festgenommen. Es handelt sich um den 29 Jahre alten, aus Nürnberg gebürtigen Alfred Burger und um den 23jährigen Polen Max Kujawa. Den Dieben fielen seinerzeit einige hundert Mark Bargeld, Geldbörsen, Füllfederhalter usw. in die daraus hin, daß infolge der stark gestiegenen Fürsovgelasten für die Wohlsahvtserwerbslvsen und anderseits verminderte Holzeinnahmen der Ausgleich des Voranschlags schwer sei. Er machte den Vorschlag, in einer vorausgehenden Sitzung in eine allgemeine Besprechung des Voranschlag s einzutreten, ohne dabei zunächst bindende Beschlüsse zu fassen. Gchüheniagrrng in Allendorf a. d.Lde. j Allendorf a. d. Lumda 11. März. Am Sonntag fand hier im Saale der Gastwirtschaft Eberhard Ranst Wwe. die diesjährige Frühjahrs- Hauptversammlung des Verbandes der Kleinkaliber-Schützenvereine des Kreises Gießen -Nord statt. Der Kreissckieß- leiter des Verbandes, Hilfsförster Förster (Aller- dorf) wies nach seinen Begrüßungsworten insbesondere an den Vorsitzenden des Verbandes Hessen der Kleinkaliber Schützenoereine, General Keller aus Kassel, auf die große Bedeutung des Schießsports hin. Hierauf sprach General Keller in längeren Ausführungen über Zweck und Ziel des Schießsports. Als besonders bedeutungsvoll hob er in feinem Vor- trage hervor, daß der Schießsport in Deutschland noch nicht so gepflegt werde, wie in anderen Ländern, z B. in Frankreich, wo er sogar schon in den Schulen getrieben werde. Nach dem Vortrag erstattete Kreis- schießleiter Förster Bericht über in Hanau stattgehabte Landesoersammlung. Das Kreisschießen findet am 2.August in Beltershain statt, das Der- gleichsschießen soll am ersten Sonntag nach dem Landesschlußschießen in Bersrod abgebalten werden. Sodann wurde die Beschaffung eines Wanderpreises beschlossen. Um die Mittel hierfür zu gewinnen, findet am 31. Mai in Steinbach ein Preisschießen unter be t Kreisvereinen statt. Zum Schlüsse wurde noch durch General Keller dem Kreisschießleiter F ö r st e n für hervorragende Leistungen im Schießen die Verbandsehrennadel überreicht. Dem Kreisverband gehören nunmehr, nachdem im vergangenen Jahre wieder drei Vereine zugegangen sind, zwölf Vereine an. Gchüheniagung in Alsfeld. Alsfeld, 11. März. Arn Sonntag hielk der Dezirksschützcnverband Hessen- Ra ssau im ,,Deutschen Haufe" seinen Verbandstag ab, der von fast allen Vereinen des Verbandes besucht war. Rarnens der Stadt Alsfeld begrüßte Bürgermeister Dr. V ö l s i n g die Teilnehmer. Die Stadt Alsfeld rechne ?'■ sich zur Ehre an, daß das diesjährige Gauverbandsschießen in Alsfeld stattfindet, und er versicherte die Festteilnehmer eines herzliche v Empfanges. Die umfangreiche Tagesordming fan> unter der umsichtigen Leitung des Verbands- Vorsitzenden Kramer glatte und rasche Erledi - gung. Man befaßte sich insbesondere mit de r Vorbereitungen für das am 27., 28. und 29. 3ur i in Als'eld stattsindende Verbandsschiehei>. Im Iahresbericht wurde hervorgehoben, daß der Verband auf dem deutschen Bundesschießen in Köln durch seine Schützen 155 Preise errungen habe. Der Dezirksverband zihlt gege'w"r!ig 58 Bereine: neu aufg-nommen wurde der Schüh^n- dercin Weidenau. Das Vermögen des Verbandes beträgt einschließlich des Kasfendestand s 221°,71 Mark: die seitherigen Mitglieder des Verbandsausschusses wurden wiedergewählt. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 13.Marz. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung erneut Gang durch das Gießener Krematorium, den ist der Körper vom Feuer verzehrt toorben. Letzte glühende Reste lallen bann durch den Rost und durch einen Trichter in eine flache Schale. Rach dem völligen Erkalten schimmert die Asche in reinem Weih, wird von einigen Schlacken befreit und in eine Urne gebracht, die dann schließlich in einer dafür bestimmten Abteilung des Friedhofes beigeseht wird. Bevor aber zum eigentlichen Verbrennungsprozeß geschritten werden kann, muh der Ofen nahezu 2' 2 Stunden geheizt und fortwährend mit Koks beschickt werden. In der Heizlammer Im Eewinnrade verblieben: 2 Prämie« zu ft 500000, 18 Gewinne zu je 10000 82 zu je 500(X 68 zu je 3000, 198 zu je 2000, 356 zu je xOOC^ 568 an ie 500, 1724 yt fe -tOOS^ 19. März findet der altbekannte Butzbacher Fasel- martt statt, zu dem die Vorarbeiten beenbet sind. Außer einer Prämiierung, zu welcher von deir Butzbacher Danken und Geschäftsleuten besondere Ehrenpreise gesttstet wurden, findet auch eine reichhalttge Verlosung statt, wofür 300 Gewinne borgefefjen sind. Man beachte die heutige Anzeige. ** Zuchtoiehoersteigerung des Mit. teldeutschenRotoiehzüchterverbandes. Die erste diesjährige Zuchtoiehversteigerung des * j.) eiaal$-£cl(ttit NaPnick verbeten ,^g!-1 Summer N J®‘l E wg in Alssch, Al» Swing hi,., cnber&anb ™ Iw I„. «on |a» all« teinm toar. Samen« der 6tai gemeifter Dr. Söliin- ®tabt Msseld rechne ®au' llsfeld statlsindet, und (• lnehmer eines herzliche Miche Tagessr-mira sau'» Leitung des Äeräm-s glatt« und rasche Briet« ich insbesondere mit de i am 27., 28.unb29.3ui DerbLndsichietzei.. itbe heivvrgchoben. da deutschen Dundesichichcn hühen 155 Preise errungen »and zahlt ffegr.tD'rlifl 58 nmen wurde der Schü^n- i Vermögen des Verbandes Kassenstand s 221',71 Mitglieder des Verbands riedergewahlt. eis Gießen. ärj. Der QtmeinberrA t gestrigen Sißung erneut Rundfunkprogramm. Sonntag, 15. Mär;. 7: Don Hamburg Ha.enkonzert. 8.15. Benedik- tinerabtct Mar.a-Laach: Katholische Morgenfeier. 9.30: Oppenheim a Rh: Stunde des Ehorgesangs. 10.15: Laienmus.k. 11: Berlin Feierstunde für die soziale Radioh lie des Arbeiler-Radiobundes. 12: Die Mica 3u6:(« Singers 12.30: Schallplattenkonzert 14: Stunde der Jugend. 15: Stunde des Landes 16: Stadion Lolomoes, Paris Fußball- Länderkampf Deutschland — Frankreich. 17.45: Kloster Maria-Laach .Denediklinisches Klosterleben in Maria-Laach", Vertrag von Pater Dr. Stefan Hilsch 18.30: ,Die dalische Rasse und ihr Dorkommen in Europa", Dortrag von Studienrätin Aenne Schmücker. Fraatturt a M 19 45: Cc ubal -Kon ert 20.45 Müder 100Minu en ohne Sinfonien und Kammermus t 22.45: Tanzmusik Montag. 16. Mär;. 7.15 Frühkonzcrt. 12: Schallplattenkonzert. 15.20 ..Die Mutter als Führerin ihrer Heranwachsenden Jugend", Dortrag von Pros Dr. Egersd rs von der Pädagog schen A ademie 16 30: L ederstunde 18.15 .Das & ld im DeereSwalser", Dortrag von Dr H. Lehrecke. Frankfurt a. M. 18.45: ^Deutschland und das Saargebiet" 19 15: Englischer Sprachunterricht 19.35 Kleiner Gaal des Saalbaues, Frankfurt a. M: Stunde der Kammermusik 20.30 3n einem Handwerksbetrieb. Bericht und Diskussion 21: Unterhaltungskonzert. 22.20: Tanzmusik. Dienstag, 17. Mär;. 7.15: Früh k^n,ert 12: Schallplattenkonzert. 15.20: Haussra en-Rachmittag 16 30 Rachrnit- tagsk'mzert. 18.15: „Wie wird ma i Karikaturist?", Dortrag von Alfred Schaefer-Ast. Berlin 18.45: »Das deutsche Buch in seinem Wert für die deutsche Frau im Ausland". Dortrag von Dr Hans Kren lzum Tag des Buches am 22. März) 19 15: .Begegnungen mit Dichterinnen", Dortrag von 2lse Reicke 19.45: Ballettmusiken 20.45: Tannhäuser und die Jockeys, ein Hörspiel 22.30: Unterhaltungskonzert 0.30 Ra t'vnzert Mittwoch, 18. Mar;. 7.15: Frühkonzert. 10 20 Einführung in C. M. v. Webers Oper „Der Freischütz". 12: Schall- plattenk n-ert 15.20: St mde der Jugend 16.30: Rachmi lagst n ert des Ru d un^rch st? s 1^.15: ..Der S. auspicler als Zeit-, nicht al» Berufstypus", D rtrag von Ernst Leonard 18.45 .For- schungsre sen in den tropischen Anden Südameri- mit der Frage der Schaffung eines zweiten Sportplatzes. Nachdem am vergangenen Samstag eine Besichtigung auf der Urseluin stattgefunden hatte, entschloß sich der Gemeinderat zur ^ergäbe dieses für Waldwirtschaft und auch sonst unbrauchbaren Geländes Dem Turnverein sollen hier dieselben Rechte bei gleichen Bedingungen eingcräumt werden, wie dem Freien Turn- und Sportverein. Um die Angelegenheit schnellstens zu erledigen, soll eine Kommission am Montaa mit dem Forstamt verhandeln. Eine sehr lange Aussprache fand über die Frage der Einführung der Sier ft euer statt. Nachdem keine Einigung erzielt werden konnte, wurde auf Antrag abgeftimmt. Der Antrag, die Biersteuer anzunehmen, da sie durch Gesetz bestimmt fei, verfiel der Ablehnung mit 7 gegen 7 Stimmen. Ein Vorschlag des Kulturbauamtes, die Kanalanschlußgebühren einheitlich anstatt noch straßenweiser Staffelung festzusetzen, wurde gegen eine Stimme angenommen ' Wieseck, 13 März Die hiesige Bolls- Hochschule schloß in diesen Tagen ihr 11. Win- tersemester ab. Drei Vortragsreihen wurden in diesem Win er gehalten. Rektor P e i ri erläuterte an drei Abenden das Werden und d e Grundtatsachen der Weimarer Verfassung, an drei weiteren Abenden referierte Pr->f. Hüter über Pvethes .Faust", und nach Weihnachten sprach an sechs Abenden Dr Michel über die Ge lög e unserer Heimat. Die Auswahl, sowie die Art der Behandlung der verschiedenen Themen sandm die ungeteilte Zustimmung der Hörer Im Frühjahr soll eine geologisch« Wanderung unter Führung von Dr Michel nach dem Frauenberg stattfinden. Für nächsten Winter sind bere ts zwei Dortrag?- reihen vorgesehen von Dr Maleck über die Abstammung des Mens^en. und von Dr Michel über Wettervorhersage Der Rechnung? a schluß ergab leider ein Defizit, da di« DolkSbvchschule fast ausschließlich aus d e Beiträg? der Mitglieder angewiesen ist Trotzdem bewillige die D neral- versammlung einen Betrag von 100 Mark aus dem Reservefonds zum Ausbau der hiesigen Dolks- budxrci. s. Beuern, 13. März. Dieser Tage feierte eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Witwe Katharina Henß ihren 8 3. Geburtstag. Die Greisin erfreut sich noch körperlicher und geistiger Rüstigkeit Noch vor einigen Jahren ging sie mit als Pflanzerin in den Wald. )( Cid). 13. Mär; Anläßlich des 100. Geburtstages Fr. von Bodelschwinghs fand in der Kirche eine Bodelschwingh-Feier statt. Es mürben 60 Bilder aus dem Leben und Wirken des verdienten Mannes und der Arbeit der Anstalt Bethel gezeigt, die von btiftsdechant Kahn in einem Begleitvortrag näher erläutert wurden. Die musikalische Ausgestaltung des Abends hatten Lehrer Stein und der Posaunenchor übernommen Mitglieder des Mädchenkranzes brachten einige Gedichte zum Dortrag. Die ÄoUcIte des Abends im Betrag? von 37 Mark kam der Anstatt Bethel zugute. L i ch , 13. Mär;. Der Zentralverband der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands, Ortsgruppe Lich, hielt in der W rtschast von Wilhelm Stein eine gutbesuchte Versammlung ab. Der Gauleiter H I a r t. Darmstadt, hielt einen längeren Vortrag über den ..Kampf um den Abbau in der Sozialgesetzgebung". Seine Ausführungen fanden starken Beifall. LJ Ronnenroth. 13. März. Das erstemal in diesem Jahve trifft sich der im vorigen Jabre gegründete Sängergau Ehattia Wette r t a t am 17. Mai zu einem Liedertag im ..Deutschen Haus" zu Ronnenroth. Cs ist beschlossen worden, daß jeder Gauverein einen selbstgewähltcn und einen P lichtchor vorzutragen hat Die selbstgewählten Chöre sollen möglichst Volkslieder fein. 2lls Pflichtchöre sind die Lieder „Freiheit" und nQEein Deutschland" bestimmt, die Dom Hessischen Sänserbund gestiftet wurden. Au diesem Liedertag sollen die Deteranen besondere Ehrenzeichen erhalten, die vom Verband zur Verfügung gestellt wurden. kaS", Vortrag von Pros Dr. C. Troll. Berlin. 1915: .Die Pariser Kommune. 18. März bis 28. Mai 1871", Vertrag von Josef Eberle. 19.45 Don Berlin: Zeitbericht. 20.15: Sarovhvn-Kon- zert. 21.15: Badische Komponisten. Donnerstag, IS. März. 7.15: Frühton.-ert. 9 bis 9 45 Schulfunk: »Auf einer Schi sswerst." 12 6 i allp attenkon; rt. 15.20: Stunde der Jugend 16.30: Volkslieder der Nationen und alte Tanzmusik. 18.10: Zeitfragen. 18.30: .Stalin", Vertrag von Pro'eslor Dr HanS v Eckardt. 19 D n Berlin: .Forschungsergebnisse meiner lebten Ostasien-Srped tion", Vortrag von Sven Hedin. 19.30 .Der gegenwärtige ©tanb der Fcrnseh Technik", Vertrag von Posta lessor Diplomingenieur Keßler 19.45 Opern-Konzcrt des Rundfunkorchesters. 21 15 Drei Grotesken 21.45: Violinkonzert 22.50 ÄarPru'e: Ta izmus k Freitag, 20 März. Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: .Grundsätzliches zur Oberstu enarbeit", Vortrag von Regierurgs- und Schulra' Eckhardt, Koblenz 15.50 „Bietet das Handwerk noch Fort- kommensm' g'ichkei ten?" ®cfbrä* zwischen Handel kammer yidilu B uv re u d Beru' be a er Kreuch v n. Berufsam. Frankfurt a M 16 30: Rachmit!ag>k n er! des Ru d unkor^cst S 18.10: Stunde des Buches. 18.35 Eine Viertelstunde Deutsch 18.50: .Reuerungen aus dem Gebiet der Sozialversicherung seit 1928 I. Krankenversicherung", D r rag vo Ober egierungi rat kümmerten. 19.20 Aerzte V r rag .Entdeckung und Be- kämpsung von Krüp elkrankheiten" 19 45 Freiburg Handharmonika Konzert 20.15 Im Fluge um die Welt ein Zyklus 21: Rena s ance Dar ck. Rokoko 6. A' end 2°.4": Unterhaltungskonzert. Samstag, 21 Mär;. 7.15 bis 8.15. Frühkonzert 10.20 „Heber französische. flämische und luremburgische Kinderlieber". Dortrag von A. Hadaru. 12 Schallplattenkonzert. 15 20 Stunde der Jugend 1630: Rach- mitt gSkon ert. 18.05: ..Wa t>e bühnen', Dortrag. 18.2^: ..Die wirtschaftliche und s zia'e Bedeutung des Handwerks" D-r tag von Landtagsabgeordneten Karl Meier, D^rfitzender der Handwerkskammer für den Regierungsbezirk W-e Vaden. 18.50: Französischer Sprachunterricht 19 20 Spanischer Sprachunterricht. 20.30: DVkslieder aus dem Osten 21: Fest der Handwerker. 22 35: Tanzmusik. Kreis Schotten. Schotten, 13. März. Infolge der am Dortage und in der Rächt niedergegangenen Schneemassen blieb das P o st a u t o von U l r i ch st e i n gestern aus. Andere Autos, die von hier aus den Weg über den Vogelsberg nehmen wollten, blieben im Oberwalo st e ck e n und konnten erst nach Freimachung den Rückweg antreten. Die Schneedecke hatte in den höheren Lagen eine Höhe von 40 Zentimeter und darüber. Kreis Alsfeld. O Homberg, 12. März. Dieser Tage hielt der Reichskurzschriftverein Homberg seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Reimherr gab den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß der Verein zur Erlernung der Reichskurzschrift verschiedene Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene abgehalten hatte, die gut besucht waren. Der Verein trat dem Hessen- Waldeckschen Verbände bei und beteiligte sich am Wettschreiben in Alsfeld. Fast sämtliche zwölf Teilnehmer konnten Auszeichnungen erringen. Der in diesem Jahre am 7. Juni in Kassel stattfindende Verbandstag soll besucht werden. Zur Zeit besteht der Verein aus 54 aktiven und 12 passiven Mitgliedern. Dem Schriftführer W. Seih wurde für seine Tätigkeit gedankt. Der Rechner Hees trug die Jahresrechnung vor, die als richtig befunden wurde. Der 1 Vorsitzende Reimherr wurde wiedergewählt. Herr Kahlenberg zum 2. Dors henden bestimmt: F äulein I se S ch w e i- ke r und Herr Aug. Krug wurden zu Beisitzern gewählt. 4irrfi(i*p Horfiriditen Evangelische Gemeinden Sonntag, den 15. März. Lätare Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker: 11: Kindertirche für die Markusgemeinde, Psr Becker: 18: Pfr Mahr. — Johanneskirche 9.30: Pfr Bcchtolsheimer, 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfr Bcchlols- heimer: 14. Vorstellung und Prüfung Der Konfirmanden der Lukasgemeinde: Pfr. Bechtolsheimer, 18: Pfr Ausfeld, Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Iohannesgemeinde: 20: Bibelbesprechung im Fohcmnessoal Pfr bie Waas. — Kapelle des Alten Friedhofs 9.30 Pfr. Lenz: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. Pfr Lenz. — Elifabeth-Kteinkinder- f(fiute. 9.45 Pfr Lic. Waas — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst mit Abendmahl für die älteren Verheirateten: 11 Kindergottesvienft. — wteseck. 14 15. Alten vuseck 9 30: Beichte: 10: Predigt: im Anschluß Feier des hl. Abendmahls — Kirchberg. 10 Kirchberg: 13.30: Mainzlar — Hanfen-Garben- teich. 10: Hausen Feier des hl. Abendmahls, 13: Garbenteich — Mahenborn-Sleinberg. 13: Hauptgottesdienst, 14: Kinderkirche: 1915 Pfr Wahl, Butz, bach: Kollekte. — Lich. 10: Stistsdechant Kahn . 12.45: Kindergottesdienst Mittwoch, den 18. Mär' Lich. 20: Passionsanoacht. katholische Gemeinden Samstag, den 14 März Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte Sonntag, den 15. März. 4 Fastensonnlag. Gießen. 6.30 Uhr Beichte, 7: Messe: Kommunion der Jünglinge: 8: Kommunion: 9 Hochamt mit Pre- bi fit; Kommunion anläßlich der Schulentlassung: 11: Messe mit Predigt: 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt: 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt: 20: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.30: Messe, Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt Dienstag, den 17. März Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht Mittwoch den 18. März. Hungen. 7.15 Uhr: Messe Freitag, den 20. März. Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. «onntaa< dreser STZertscltertfTbcwjßr'n,. ■ ■ -... - ..'. ' .*• , fexsserb rrunAesterts • IWF v ■■ u cLi2) doclt würbe uv btfeserv St ab xen, nur ein ver^dttwinbenb kleiner 'Teil, Plrd^ ftnj^crL, wenrt sccK vereinigen, würben begeisterten. •o^09£r' 5 KUR t /Yl AR K 4 CIGARETTEN V KURMARK CIGARETTEN rtciULcher einer 1 agesp robulüjon ber Bekanntmachung. Die städtischen Tennisplätze (Liebigs- höhe und am Schützenhaus) werden für die Spielzeit 1931 vermietet. Anmeldungen find unter Angabe der gewünschten Tage und Zeiten im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 29, einzureichen. 1808C Die vorjährigen Mieter erhalten tunlichst ihre alten Plätze wieder zugeteilt,, falls sie bis zum 25. März 1931 entsprechenden Antrag stellen. Gießen, den 14. März 1931. Der Oberbürgermeister. I. B.: Df. Sei b. Frühjahrs - Pferdemarkt zu Gießen. Am Mittwoch, dem 25. Mär; 1931, vormittags von 7',2 Uhr ab, findet auf den städtischen Marklanlagen an der Rodheimer Straße 18810 . Pferdemarkt statt. „ .. . Mit dem Pserdemarkt ist eine Prämiierung des besten Pferdematerials verbunden wofür über 2000 RM. zur Verfügung stehen. Der Landwirtschaftskammer-Aus- schuß für Obcrhessen hat 300 RM. und der Hessische Landespferdezuchtverein 100 RM. für die Prämiierungen bei den Gießener Pferdemärkten gestiftet. Der Präiniicrungsplan ist von Herrn Rentner August Schwan in Gießen fr- hältlich. An diesen sind auch die Anmeldungen für Pferde usw. sowie für das Vorfahren von Wagen zu richten. Die Prämienverteilung erfolgt nach Beendigung der Prämiierung. Die Ziehung der Pferdemarktlotterie mit wertvollen lebenden Gewinnen sowie Ein- richtungs- und Gebrauchsgegenständen aller Art findet am 26. Mär; 1931 statt. Gießen, den 11. März 1931. Die städtische Pferdemarkt-Deputation. ^MsermWvergebW^ Die Lieferung des Bedarfs an Fleischund Wurstwaren, Backwaren, Butter und Milch für 1931 evtl, auch für 1932, sowie des Bedarfs an sonstigen Verzehrungsgegenständen und an Reinigungsmaterial (Seife usw.) für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1931 soll für die Universitätskliniken in Gießen vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen und die Bedarfslisten können an Werktagen bei der Verwaltung der Kliniken, Klinikstraße 32, von 15 bis 17 Uhr (außer Samstags) ein gesehen und die Bedarfslisten gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. 17330 Angebote und Muster sind getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an die obige Verwaltung bis Freitag, den 20. mär; 1931, 10 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist bis zum 28. März 1931. Brennholzversteiqerung im Gemeindewald Langsdorf. Rach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang der Provinzialstraße Langs- Nieder-Bessingen werden am Mitt- woch, dem 18. Mär; 1931, vormittags 9% Uhr, versteigert: 1897D Scheiter rra: Buche 3,3; Eiche 5,9; Fichte 4,4. Knüppel rm: Buche 53,1; Eiche 4,7; Fichte 3,5. Reisig rm: Buche 150; Eiche 4; Fichte 3. Stöcke rm: Buche 98; Fichte 1. Langsdorf den 12. März 1931. hessische Bürgermeisterei Langsdorf. __________Kneipp.___________ Zagd-Verpachtung. Samstag, den 28. Mär; b. 3., nachmittags 2 Uhr, wird im Rathaus, dahier, die 3agd der Gemeinde Maibach (Kreis Friedberg), zirka 844 Morgen Wald und 920 Morgen Feld und Wiesen auf neun Jahre öffentlich verpachtet. Die Jagd hat sehr guten Rehwildbestand, weil nicht avge- schossen. Rot- und Schwarzwild: Wechsel- wild. 18830 Maibach, den 10. März 1931. hessische Bürgermeisterei Maibach. ___________________M ö ck e l.___________________ Marburg (Lahn^Ä" Schülcrbeim, vollst, nenzkl. Etnr^ gesunde Waldl, indio. Erz. u. Schul.. 20 Lehrkräfte, Abi VI—01. LR. u. Rg^ UIl-Ol gymn.; Kurie s.ält.Scrr.u.Tani.,handelsschulkl., v.Behörd. u. Eltern emvf. Jll.Druckschr.sret. Drahtgeflechte empfiehlt 1772 A Edgar Vorrmann, Eisenhandlung MoreFaltatiraoiitt (Lahngebirge) Dr. ß jinlrc Ifnr und Erholungsheim med U uUlü illll“ Diäilehranstalt.Seh. schule. Beste Diät- auch Rohkost, Bäder, Massage.usw.Nervenbehandl.Prosp.frei. Ostern: Lebenssciiulwoche, Ernährunsrs- lehrgang (kostenfrei) 18 9D Bauplatz HM in allerbester Wohnlage, zirka 550 qm, für RM. 4500.— zu verkaufen. Schriftliche Angebote unter 01539 au den Gießener Anzeiger erbeten. Statt Karten! Emmy Schweitzer Ernst Müller Verlobte Gießen Lollar r. den 14. Marz 1931 | 01496 | Statt Karten! . Gertrud Rattmann 1 Otto Ehristoffel Referendar Verlobte r Mainz, Hafensir. 21 Gießen, Gartenstr. 26 | 14. März 1931 01518 | Toni Rohrbach Konrad 3unf Verlobte Lollar Wenkbach (Kr. Marburg) t 15. März 1931 1893 D I Großes Militärkonzeri Sonntag, den 15. März 1931, abends 8.15 Uhr im Cafe Leib Ausgeführt von der Kapelle des 1. Batl. Infanterle-Regts. 15, unter der persönlichen Leitung von Herrn Obermusikmeister Wilhelm Löber 13420 Eintritt 80 Pfennig Männer- u. Frauenvereinigung derMatthäusgemeinde.Giefeen Zu der am Dienstag, 17. März 1931, abends 8% Uhr, im Gemeindesaal, Kirchstrafee Nr. 9, stattfindenden Hauptversammlung werden alle Mitglieder freundlichst eingeladen. Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Rechnungsablage, 3. Voranschlag f. 1931, 4. Vorstandswahl, 5. Verschiedenes. i87vv Der Vorstand. III,IIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIGIII!I!IIIIIIIIII!IIlIIIIIIIIIIIIIIIIIIIWI!! Oeff. Handelslehranstalt der Industrie- u. Handelskammer Giefeen Abteilungen: 1. Höhere Handelsschule 2. Zweijährige Handelsschule. Anmeldungen bis zum 20. April 1931, im Schullokal Gießen, Liebigstraße 16 (Alte Klinik), II. Obergeschoß. Fernspr. 2912. Sprechstunden: 1482D Mittwochs und Samstags von 11% bis 12% Uhr. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW Smladung Montag, den 16. März 1931, abends 8.15 Uhr. im Siudenienbeim (Leibaeüerner Weg» Vortrag von Frau Hcdwir Lvobr BleBeöeotQngöesiWBnteniois »iWsli.Sllll»elüliilismKIM Anschließend musikalische Darbietungen u. Besichtigung des Studenlenhetmes. Allgemeiner Deutscher Frenenvorein, Ortsgruppe Gieüen u. Frauengrunpe des Reichs- ver andes deutscher Toukünstler n. fflnsik- lehrer, Ortsgruppe Gießen. 1!26" Gäste, auch Herren, willkommen Cafe Schwarz Sonntag- nachmittag Radioübertragung des Fußball-Länderspieles Deutschland-Frankreich 19161. Restaurant zum Krokodil Morgen Sonnta■ Uebertragung des Fubball-Lfinderkampfes Deutschland — Frankreich durch erstklass. Laut Sprecheranlage 1921 D KaufmäBM. Verein / Ortsfiewerbeyerein 6. Vortrag / Montag, 16. März, 8 Uhr / Neue Aula Ein Abend „Frohe Kunst“ Emil Kühne, Berlin, Vortragsmeister Gegen Abgabe des Kontroll-Abschnitts 6 haben unsere Mitglieder nebst zwei weiteren Angehörigen freien Eintritt. 01495 NatailsozialisliiiMe Irlieilerplei Dienstag, den 17. März, abends 8% Uhr, im Caf£ Leib, Walltorstrabe: OeM. Versammlung Redner: Reiclisla$s< Plärrer a. D. Münchmeyer Thema: Des deutschen Volkes Golgatha ^Auferstehung nieienerPüflatiimm ÄSexia bis Oberprima ein» ichießiich. Cberrealschule mit Latetnkursen. kleine Stlmkn, gründlichei Unterrichl. Umschulung ohne Zeitverlust. Arbeitsstunde, Svort. Erste Referenden. — Prosoekt durch Direktor Mendelssohn - Bartboldv. Sprechstunden nur werktags von 11 bis 1 Ubr. Fernsvrecher 2735.1896V Tages-u. Abendkurse im Nähen von Wäsche, Kleidern und allen Handarbeiten. — Auch werden Kleider und Wäsche angefertigt und gestickt. Elli Zecher,Dammstr.24 Von Paris zurück Die neuesten Schöpfungen fertigt preiswert an 01497 Katie Drommershausen Schneidermeisterin Gießen, Löberstraße151. Unter günstigen Bedingungen ein Cafe mit Bier, Wein, Schnaps usw. beste Lage in einer Kre.sstadt von ca. 6500 Einwohnern zu verkaufen. Anzahlung 8-9000 M. Schrift!. Angebote unt. 19190 an den Gießener Anzeiger erb. Eintritt 50 Pf. zur Deckung der Unkosten Ortsgruppe Gießen HoielResimotJaverischerHol“ 45 Bahnhofstraße 45 Besitzer: Peter GaubWwe. Der verehrlichen Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend bringe ich hierdurch zur Kenntnis, daß der Hotel- und Restauratipns -Betrieb im „Bayerischen Hof“ nach dem Tode meines Mannes von mir in unveränderter Weise weitergeführt wird. - Gleichzeitig gestatte ich mir, meine Lokalitäten in empfehlende Erinnerung zu bringen. Anerkannt gute Küche. Mittagstisch im Abonnement M. 0.90 Reichhaltige Abendkarte. Bestgepflegte Biere und Weine. Für Vereine u. Gesellschaften: Saal, etwa 100 Personen fassend. Um geneigten Zuspruch bittet Frau PeterGaubWwe. 1892 D /Da» c/e» öffnet sich Ihnen, wenn Sie Im gesunden, schuldenfreien eigenen Heim wohnen. — Wir verhelfen Ihnen dazu durch unser zinsfreies, unkündbares Bau- und Hypothekengeld. Unsere prämienfreie Lebensversicherung schützt die Zukunft Ihrer Familie. Unsere Sperrkonten bieten größte Sicherheit. Deutsche Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft Köln. Riehler Str. 31a Erbitte kostenlose Druckschrift 9t Name - __________________________ Adresse:_______________ . ___ Als Drudrsadie mit 5 Pfg. frankiert. 'WiedebsuH 2 gOgeteitt. Laut notariellem Protokoll In den letzten 14 Monaten ca. 11 Millionen zugeteilt. Lichtspielhaus Giefaen Sonntag, den 15. Bttrz 1931, voi mittags 11.15 l’hr Einlaß 10.30 Uhr Ende 1 Uhr Mon ag, den 16. März 1931, nachmittags 2.15 Uhr Einlaß 1.30 Uhr Ende 4 Uhr Nur zwei Vorführungen Der zweite große Alpen-Kulturfilm, der den bereits gezeigten an Naturschönheiten bei weitem übertrifft Die Alpen II. Teil eine Symphonie einzivaslig. Natur Schönheit. Der ircwaltigste Film aus den Schweizer Hochalpen in 5 Akten m. bes. \iusikboarbeitune f. d Film unt r DIitwirknng des Orchesters. Glarner Alpen Lintal und das unt. Sern ftal. Doppel falld.Diesbaches. DasKlöntal.Ober u. Nieder-Urnen. Glarus, Braun wald. Glärnisch 2920 -in. Tödi 2623 m. Die Klausenstrafoe Der in Eis und Schnee schimmernde Titlis, 3239 m. Am Wallensee. Die Alpenpost. Am Vierwaldstätter See Luzern. Brunnen, die Mythen, Axen- straße. Rigi, Pila.us. Enyelberg. Im Berner Oberland Das Kiental in.d. Bergdorf Ri-ichen- ba ch. DleBlflmllsalp, 3671 m u. d. Meer. Jongfrau Hönch E.ger 4166mü.d M. 41U5mü.d.M. 3975mü.d.M. Finsteraarhorn 4275 m ü. d M. Höchster berg der Berner Alpen. Wengen. Lauterbrunnen. D. Staubbach. Mit der Lötschbergbahn Bern. Thun. Thuner See. Spiez. Fruttigen. Kandertal. Kandersteg. Ins Gebiet der Zermatter Eisriesen Simpion. Nicolaital. Zermatt Das Matterhorn 4405 in ü. d. M. Täschhorn, 4498 m ü. d. M.. Strahlhorn, 4191 ni ü. d. M., Kastor, 4230 m ü. (1. M.. Polin*, 4094 m ü. d. M. Die Dent Blanche, 4363 in ü d. M.. Zlnal Rothorn, 4223 m ü. d. M.. Gabelhorn, 4073 m ü. d. M. Der BToate Rosa, höchster Berg der Schweizer Alpen. 4618 m ü. d. M.. das Breithorn, 4171 m ü. d. M„ das Weißhorn, 4512 m ü. d. M. Besteigung des 4'33 m ho-en Lys- kämm durch Hannes Schneider und Ilse Rohde. Bilder von gewaltiger Schönheit und Reinheit aus der nur selten betretenen Wunderwelt d. Hochalpen, der unberührten Schöpfung Gottes. Alpenglühen. üeber den Wolken. Wettersturz. Föhn und Lawinen Nächtli« her Abstie-r nach Zermatt Winter in Engadin dem schönsten Hochtal Europas. Pis Bern.na, 4052 m üo. d. M„ Poval- Hütte. Piz Palfl, 3912 m über d. M.. Diavolezza-Hü' te. PizSoseng, 3942m üb. d M.. Tschiei va-Hütte. Das große Derby auf dem St.Morit- zer See—Sprungkonkurrenz—Bob rennen — Eislauf — Gresta- Run-S i- jöring-Samaden—Pontresina-Ber nina-Paü 2280 m—in sausender Skifahrt hinab ins Tal. 1836C Preise der Plätze: Mittellose 2.50. Saal-Loge 2.—. Seitenbalkon, Rans und 1. Platz 1.50, 2. Platz 1.20. 3. Platz 0.80. Vorverkauf: Reisebüro Löb.Selters- W' g. Theaterkasse. Sehfller nnr Monlagnaehm.halbe Preise Tierschutz-Verein, Gießen Einladung zur HaHlversammliing auf Montag, den 23. März 1931, 2O’/4 Uhr, im Kaufm. Vereinshaus, Rordanlage 15. Tagesordnung: 1. Erstattung des Jahresberichtes 2. Vorlage der Rechnung für 1930 und Entlastung des Rechners 3. Dorstandswahl 4. Verschiedenes. Kür den Vorstand: »868d H. Müller Weg ist das Hühnerauge!! Hä4e ich nnr Weich „LEBEWOHL" genommen. Hühneraugen - Lebewohl und Lebewohl-Ballenecheiben, Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf., Lebewohl-Fußbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Sch. cntel (2 Bäder) 50 Pf., erhältlich in Apotheken und Drogerien. Sicher zu haben: Med.-Drog. Haus Hindenburg, H. Elges, Sekersw. 68a; Löwen-Drog. W. Kittinger Nacnf., Seltersweg 69; H. Noll, Ludwigs- platz-Drog. und Neustadt-Lrog.; Germania ^rojr. C. Seibel, Frankfurter Straße 39; O. Winte.hofl. Drogerie, Krcuzplatz 9-10. 6382V Nr. 62 Drittes Blatt Giessener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, U. März Ml Kommunalfinanzen -und steigende Zin sorge ast. Die kommunalen Haushalte werden überall zur Quelle ernstester Sorgen aller Kommunalpolitiker. Das trifft sowohl auf die Haushalte für 1930 zu, wie auch aus die Doranschläge für das kommende Rechnungsjahr 193!. In den meisten Kommunen werden die Haushaltspläne für 1930 voraussichtlich mit einem mehr oder minder groben Defizit abschliehen, dessen Deckung viel, Kopfzerbrechen verursachen wird, und ebenso dürsten die Voranschläge sür 1931 bei einem Vergleich der Einnahmen und der Ausgaben Lücken aufweisen, deren Ausfüllung heute vielfach noch ein einziges großes Fragez^en ist. Die Ursache dieser te- bäuerlichen Entwicklung ist die überaus große Steigerung der Wohlfahrtslasten, die den Gemein- den durch die bisherige Entwicklung der sozial- und finanzpolitischen Verhältnisse aufgebürdet wurde. Cs kann natürlich keinem Zweifel un.erliegen, daß die Gesamtheit der schaffenden Arbeitskräfte denen hilfreich zur Seite stehen muh, die durch ein bedauerliches Schicksal aus dem produktiven Wirken ausgeschaltet wurden. Ebenso selbstverständlich ist, dah auch künftighin den unfreiwillig erwerbslosen und den arbeitsunfähigen Volksgenossen die Hilfe der Gesamtheit zuteil werden muh. Dringend reformbedürftig ist aber die Grundlage, auf der diese Leistungen auf*ebaut sind. Dom Standpunkt der Kommunalpcli.ik aus kann unter keinen Umständen länger stillschweigend angesehen werden, dah die finanzielle Seite des Fürsorgeproblems in der bisherigen Weise bestehen bleibt. Vach der Entwicklung in den letzten Monaten behauptet man nicht zu viel, wenn man sagt, dah das Reich mit Vachdruck auf die Sanierung seiner Finanzen bedacht ist, die Länder in der gleichen Weise um ihre Finanzen besorgt sind, beide gemeinsam aber nicht daran denken, dah die Finanzkraft der Kornrnu- nenunterderständigwachsendenLast der Fürsorgeverpflichtungen immer weiter einschrumpft und schliehlich die Gemeinden in jetzt schon ungefähr absehbarer Zeit am Ende ihres finanziellen Könnens stehen werden. Dah dieser Entwicklung rasch und in gründlicher Weise Einhalt geboten werden muh, ist selbstverständlich, nicht nur im Interesse der kommunalen Gemeinwesen, sondern auch zum Außen der Länder und des Reiches, für deren gesicherte Existenz eine intakte, und leistungsfähige Grundlage in der Form der Kommunen dringend notwendig, ja überhaupt die Voraussetzung ist. i»incn gangbaren Weg für eine solche Reform hat der Deutsche Städtetag in den letzten Tagen der Reichsregierung kenntlich gemacht. In einer umfangreichen Eingabe, der ein entsprechender Gesetzentwurf beigefügt ist, hat er die Zusammenfassung der bisherigen Krisenfürsorge und der Wohlfahrtserwerbs.vsenfürsorge zu einer einheitlichen „Reichsarbeitslosenfür- sorge" empfohlen, die von den Dezirlsfürsorge- verbänden im wesentlichen nach den Grundzügen der öffentlichen Fürsorge durchgeführt werden soll. Die Kosten dieser Rcichsar^eilSlosenfürsorge will der Städtetag auf das Reich, die Länder und Gemeinden vcvteilt wissen, und zwar sollen das Reich 50 Prozent, die Länder 25 Prozent und die Gemeinden (Dezirksfürsorge- verbände) ebenfalls 25 Prozent tragen. Der Deutsche Städtetag erhofft von der Durchfüh- rung seines Planes nicht nur eine finanzielle Erleichterung für öie Gemein - den, sondern auch eine rationellere Gestaltung der Derwaltungsarbeit auf dem Gebiete der Fürsorge für die Ärifcnunter- stühungsempfängcr und die Wohlfahrtserwerbslosen, wodurch naturgemäß auch eine Ersparnis an Verwaltungskosten zum Ruhen der ohnehin überaus stark in Anspruch genommenen Steuerzahler cintreten würde. Der Städtetag vertritt in seiner Eingabe an die Reichsregierung den durchaus richtigen Standpunkt, dah es nur recht und billig ist, wenn das Reich und die Länder in dem vorgeschlagenen prvzen- Gießener Konzertverein. ttl.Lymphvnie-Äonzcrt: Mozart Gköcntfcicr Die Musi^erfreudigkeit, mit der die gebotenen Werke aus Mozarts mittlerer Schassensperiode erfüllt sind, wird beim Publikum stets Hörsreu- digkeit wecken, da hier gebundener Inhalt und Formung zur Einheit verschmelzen. Diese Ausgeglichenheit der Werke wird beim Hörenden ein Gefühl des inneren Gehobenseins, ein Entrücktsein von der Alltäglichkeit auskornmen lassen: man wird nach solchem Konzert nicht nervös angestrengt, wohl aber von einem Inneren Frohge.ühl getragen fein. Die beiden Solisten der Konzertanten Symphonie: Otto Drumm (Violine), Rud. Sprenger (Viola) sind schon durch jahrelanges Zusammenmusizieren im Orchester und imStreich- quartett aufeinander eingestellt. Das kam der Durchführung ihrer Soli ganz besonders zugute: es war ein Vachgehen, ein Eingehen aufeinander, eine klangliche Zwiesprache, eine vergeistigte Verinnerlichung des Spiels, die in die seelischen Hintergründe des Werkes hineinführte. Die beiden Instrumente wurden zu vermenschlichten Klang- charaltercn; hier ein Singen, Leuchten, Schweben im Ton; dort dunkle Pracht, warme Glut. Das Andante kündete seclenvolle Kantabilttät. Die Kadenzen liehen aufhorchen, wo die beiden Solisten ohne Podiumsgebärde sachlich hingegeben für sich selbst musizierten, sich selbst und damit das Werk erschlossen: Augenblicke voll Andacht, geweihter Spannung. 3m ersten Sah war die Orchesterbegleitung dem Erfassen des Werkes durch die Solisten nicht völlig gleichwertig: die beiden letzten Sätze trugen ein einheitliches Gepräge. D,e Darstellung, die die Serenade in D- D-r durch Universitätsmusiidirektor Dr. Tein e s v a r y erfuhr, lieh besonders die Vähe der Ecksätze und des Andantino zur Symphonie hin ernennen. Die Gegensätzlichleit im Allegro con spirito, wo das Gesangsthema durch unerbitt« liche rhythmische Einwürfe immer wieder unterbrochen wird, grenzte ans Dramatische. 3n den beiden Sätzen des Concertante fand man Gelegenheit, den einzigartigen Hoch stand in bei Holzbläserbesetzung der Darmstädter zu bewundern. Flö.e und -O.oe wetteiferten miteinander an Weichheit, Modulationsfähigkeit. Fülle und Wärme des Tones und übcrJcten sich wechselseitig im lebensvollen Aufblühenlassen der Kau- iilenc und in der Feinheit der Durchgestaltung tualen Ausmaß zu den Kosten der öffentlichen Fürsorgelast für die ausgesteuerten .Erweros- losen mit herangezogen werden. Dieser Standpunkt ist namentlich gegenüber den Ländern durchaus gerechtfertigt, da diese feit der Einführung des Ar^ei-tslosenverficherungsgesetzes an den Kosten der Erweroslosenfürsorge noch keinen Anteil hatten, eine Tatsache, die nach der zutreffenden Ansicht des Deutschen Städtetages nicht länger verantwortet werden kann. Weder von der Reichsregierung, noch von irgendeiner anderen Stelle, oder von einem Parlament wird bestritten werden können, daß der furchtbaren sozialen und wirtschaftlichen Rot der arbeitswilligen und arbeitskräftigen Vollsgenossen, die doch nur wegen Mangels an Arbeitsmöglichkeit hilfsbedürftige Fürsorgeempfänger find, in erster Linie vom Reich und den Ländern, nicht aber allein von den Gemeinden (Dezirlsfürsvrge- ver^änden) ent gegengewirkt werden muß; insbesondere dürste es, nachdem das Reich mehrfach Zuschüsse an die Arbeitslosenversicherung gewährt hat, jetzt dringend geboten sein, die Länder aus ihrer bisherigen Passivität gegenüber diesem Problem herauszuholen und nach dem Vorschläge des Städtetages mit in Anspruch zu nehmen, serner die Zahlungspflicht des Reiches auf dieser Grundlage neu zu gestalten. 3n welch' steigendem Mähe die Kommunalfinanzen bisher durch die Fürsorgelasten für die Wohlfahrtscrwerbslofen in Anspruch genommen wurden, kann man aus folgendem Veispiel ersehen: Am 1.3uli 1928 wurden in Gießen an Wohlfahrtserwerbslosen 69 Parteien mit einem monatlichen Geldaufwand von rund 4000 Mk. betreut, am 1. 3uli 1929 waren es 106 Parteien mit einer monatlichen Kostensumme von rund 6000 Mk., am 1. 3mi 1930 zählte man 297 Parteien mit einem Monatsaufwand von rund 18 000 Mark, am 1. 3anuar 1931 waren es 475 Parteien mit einem monatlichen Kostensatz von rund 32 000 Mark. Zur Zeit werden vom Wohlfahrtsamt etwa 500 Wohlfahrtserwerbslose mit rund 1000 > u'chlagsempsängern, außerdem 175 Parteien (Rich Wohlfahrt, crwerb^lo.e) mit 195 Zuschlags- emp,unfern betreut. Das Verhältnis der Wohlfahrtserwerbslosen zu ten übrigen Unterstützungsempfängern stellt sich ungefähr wie 3 zu 1. Legt man bei einer Kostenberechnung für das ganze 3aßr den vorgenannten Monatsaufwand nach dem Stande vom 1. 3anuar 1931 als Veispiel zugrunde und berücksichtigt dabei die mittterwette eingetretene Steigerung der Zahl der Wohl- fahrtserwerbslofen, so wird man mit einem jährlichen Geldaufwand von etwa 420 000 Mk. wohl kaum zu hoch greifen. Als Dergleichsmaßstab zu dieser Summe fei angeführt, daß der städtische Zuschuß zu den gesamten Kosten des Wohlfahrtsamtes rechnungsmäßig im 3ahre 1928 sich auf 770 370 Mk., im Jahre 1929 auf 782 218 Mk. belief und für das Rechnungsjahr 1930 als Voranschlag auf rund 993 000 Mark beziffert ist. Diese Voranschlagösumme dürfte sich im rechnungsmäßigen Ergebnis unter Umständen aber noch erhöhen. Dabei muß man ferner bedenken, daß von dem Wohlsahrtsamt neben der Fürsorge für die Wohlsahrtserwerbs- losen auch noch eine ganze Menge anderer wichtiger Dozialgebiete mit entsprechendem Kostenaufwand behandelt werden müssen. Von 3nter- esse ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, daß Darmstadt, dessen Doranschsag für 1931 voraussichtlich mit einem Defizit von 1,7 Millionen Mark belastet sein wird, das Anschwel- len des Fehlbetrages mit der Steigerung des Wohlfahrtsetats erklärt und dabei betont, die Aus gaben für di e W o h l f a h r t s f ü r - sorge beanspruchten allein 70 Prozent der Steuereinnahmen der Stadt. Auch der Oberbürgermeister von Darmstadt hat angesichts dieser Sachlage es als dringend erforderlich bezeichnet, daß das Reich in der Frage einer anbertoeiten Verteilung der Kosten für die Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge zur Einsicht kommen müsse, wenn die Städte nicht zusammenbrechen sollten. So wie Gießen und Darmstadt geht es natürlich auch allen übrigen Städten und ferner zahlreichen Landgemeinden, so daß man sicherlich nicht zu viel behauptet, wenn man von einem außerordentlich dringlichen Notstand der kommunalen Gemeinwesen in dieser Frage spricht. Aus dieser Sachlage ergeben sich für jedermann, der sich für die Geschicke der Kommunen mitverantwortlich fühlt, die Schlußfolgerungen von selbst. Ein Minister als Auswanderer. Das Bevölkerungsproblem in Oesterreich. — Zeder Zrhnie arbeitslos. Von unserem Dr. O ^Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Wien, März 1931. An Boden 83 900 Quadrattilvmeter, davon 10 v. H. Oedland, 38 v. H. Wald, 28 v. H. Grcfsland und nur 22 v. H. Acker, darauf 6,5 Millionen Menschen, das ist Oesterreich. Die Landwirtschaft gibt dem Dauern ein Einkommen, das im Durchschnitt für den Arbeitstag kaum die Höhe des Lohnes erreicht, wie er für Taglöhner üblich ist, von dem Lohn des industriellen Hilfsarbeiters gar nicht zu reden: das sind die Lebensverhältnisse der Besitzer unter den zwei Millionen Oesterreichern, die in der Landwirtschaft tätig sind. Von den übrigen 4,5 Millionen sind über 300 000 arbeitslos. Also bald jeder Zehnte. Dabei läßt die Wirtschaftskrise in der Landwirtschaft sowohl wie in der Industrie eine rasche Besserung nicht erwarten. Es gibt unter den Wirtschaftsfachleuten Pessimisten genug, welche glauben, daß die Arbeitslosigkeit zu einer Dauerkrise werden wird. Kein Wunder also, wenn diejenigen, die die Vvt noch nicht zermürbt hat, da. ach streben, in bessere Verhältnisse zu kommen, einen Ausweg zu suchen, der, wenn auch fern vom Daterlande, ihnen eine günstigere Entwicklungsmöglichkeit bietet. So tauchen denn immer und immer wieder Auswanderungspläne auf. Der tropfendes Thematischen; der Holzkörper als Ganzes, eine wohlabgewogene Klangharmonie, rein, gesättigt, gerundet. Das Andantino stellte sich mit seiner Schwere des 3nhalts zu dem Doran- gegangenen stark in Gegensatz. Reizvoll war das Trio des zweiten Menuetts; leider nicht ungetrübt in der Trompete (quasi Posthorn). Don den „Deutschen Tänzen" wir) mancher mehr erwavtet haben; sie wurden hier im Konzevtsaal genau so gespielt, wie sie etwa zum Tanze erllungen sind, naturfrisch, ungewollt. D: rch Modifizieren und Vachgeben im Zeitmaß und durch dynamische Nuancierung wären ihnen sicherlich mehr klangliche Reize a zugewinnen gewesen; sie sind doch letzten Endes auch Vorläufer der geistvollen Wiener Walzer! Für fünf'tige Orchesterlonzerte in der Aula wird es zu erwägen sein, Bläser und Schlagzeug der Akustik des Raumes mehr anzugleichen. Dr. H. Erste Liebe. Ton Kurt Heynicke. Nun sah er das Haus wieder, in dem er geboten wat. 3n ihm hatte er seine Jugend verlebt und war glücklich gewesen. Dreißig 3ahre waren feit jener Zeit verflossen, doch nichts schien sich verändert zu haben. Der Fremde hob schon den Fuß, um die Straße zu überqueren und hinüberzugehen, aber dann befand er sich. Er dachte: Voch ist die Erinnerung unberührt, wie eines Falters Flügel, und wenn ich in das Haus gehe, vernichte ich vielleicht das Dild, das ich in mir habe. 3n der Nähe war eine Steinbank, er setzte sich daraus und hatte die Stätte, die er nicht zu betraten wagte, vor sich. Ein Kind trat aus der Tür. Die Vergangenheit, die schon so stark in den Gedanken des Mannes war, wurde nun übermächtig, denn eine Gestalt seiner ßjinnerung, die sich mit diesem Hause verknüpfte, glich entfernt dem Mädchen, das aus der Tür mit kindlicher Neugier herüber- starrte. Irene Rolle ... Er hatte nie recht verstanden, wie der simple Name Rolle zu dem Vornamen 3rene kam, aber das mußte Wohl so sein, und er konnte sich nicht vorstellen, daß Irene etwa von Frieda oder Gertrud oder Ka-- ro.ine geheißen hätte. 3renc war die Tochter des Polizisten Rolle —, und Rolle stand auf dem weise Fluß der Wanderung geht ohne Aufenthalt und führt schließlich doch einen beträchtlichen Menschenstrom hinweg. 60 000 sind es, die seit dem Bestehen der österreichischen Republik der Heimat auf Nimmerwiedersehen den Rücken gekehrt ha^en. Don Zeit zu Zeit ballen sich diese ©ecamen zu größeren Plänen, die sich manchmal mit explosionsartiger Wucht ausbreiten und dann die Aufmerksamkeit aller auf sich ziehen. Schon unmittelbar nach dem Zusammenbruch hat die Enge des neuen Vaterlandes ein solches Projekt entstehen lassen. Eine Anzahl ehemaliger österreichischer Offiziere und (Beamter hatten sich zu- sammengetan, um drüben über dem Ozean eine neue Heimstätte zu suchen. Unter Führung eines Kameraden, der vorausgegangen war, sollte das Unternehmen in planmäßiger Arbeit vonstatten gehen. Es handelte sich um eine Siedlung in Brasilien. Die Ungeduld der Daheim» gebliebenen wurde aber zu groß, überstürzt erfolgte die Vachwanderung, traf nur ungenügende Vorbereitungen, die neuen Aufgaben waren für viele zu hart — für alle ungewohnt; die Disziplin lockerte sich, die kargen MittÄ gingen vielfach auf den Bedarf des Lebens auf, ehe noch die neue Erwerbsmöglichkeit geschaffen war. Ein katastrophaler Zusammenbruch war das Ende. Dieses unglückliche Beispiel hat die Auswande- Schloßplatz mit der blauen Uniform und der blitzblanken Pickelhaube. Alle Kinder hatten vor ihm großen Respekt; er pflegte seinen langen blonden Schnurrbart mit finsterer Miene zu streichen und sah überhaupt sehr ernst drein. Ein wenig von dieser Scheu, welche die Kinder vor dem Polizisten hatten, teilte sich auch seiner Tochter 3rene mit. Daran dachte der Fremde, und weil dieses Mädchen damals so tief in feinen Kna'enträumen war, erinnerte er sich jeder Einzelheit ... Gleich, als er sie sah, hatte er den heftigen Wunsch gehabt, sie als Spielkameradin und als Freundin zu besitzen, aber 3rene war sehr stolz. Er sagte oft ihren Vamen vor sich hin, ehe er schlafen ging, und einmal weckte ihn die Mutter, well er des Vachts im Traum „Irene!" gerufen hatte. So verging damals die Zeit, ohne daß er 3rene näherkam. Wahrscheinlich war ihr der Umgang mit Knaben zu wild; so beschloß er, sich von seinen Spielgenossen zurückzuziehrn, um 3rcne zu gefallen. Die Handlung hatte unerwartete Folgen. Heinrich, der älteste seiner Kameraden, schien zu ahnen, weshalb sich der andere abschloß, und deshalb kamen er und die Knaben überein, dem Abtrünnigen einen Streich zu spielen. Es war Herbst. Das Obst hing wie schweres Geschmeide von den Bäumen. Ein böser, aber unausrottbarer Trieb wurde unter den Buben lebendig: sie zogen aus in die Gärten der Dorstadt, Obst zu stehlen. Heinrich baute darauf mit der Verschlagenheit eines Erwachsenen seinen Plan. Die Spielkameraden sagten dem Knaben, als er von einem Oostraubzuge, den er allein ausgeführt hatte, zurückkam, daß der Schutzmann Rolle um den Obstdiebstahl wisse, und daß Rolle ihn fangen und einsperren wolle. Dem Änaben fehlte damals die Uebcr.egung, mit der er hätte durchschauen können, ob seine Kameraden logen oder nicht, und da er ein schlechtes Gewissen hatte, glaubte er, daß es wahr sei. Don diesem Tage an war er sehr furchtsam und verbarg sich, wagte nur im Dunkeln und mit großer Vorsicht ins Haus zu gehen oder es zu vcr assen. He . rich verhöhnte ihn, aber aus Angst wagte der Kna.e nicht, sich an ihm zu bergreifen, denn Rolle könnte hinzulvmmen, dachte er. Cin- ftxrren: das hätte ihn nicht so sehr geschreckt, aber an 3renc dachte er —, was würde 3rene beulen! rungskust aber keineswegs getötet. In einem noch abenteuerlicheren Plan fand sie neuerdings in dem Marsch der Wardanieri ihren Ausbruch. Gedanken an die ehemalige österreichische Militärgrenze waren es. die diele Leute oeranlaßt hatten, «ich unter dem (Kamen eines verschollenen Stammes der »Warden" zu organisieren imb einem Führer zu unterstellen, der sich den halb- slawischen Titel „Wadosch" beilegte. 3 nAbessi- n i c n sollte ein neues Oesterreich entstehen. DaS war der Gedanke, den der Wadosch Peter Waller mit fanatischem Elser vertrat. Es nützte nichts, als amtliche Stellen darauf hinwiesen. daß die behaupteten Zugeständnisse für die Veu-Ansied- lung gar nicht nachweisbar feien; keine Warnung half, selbst die Verweigerung jeglicher ilnterftüt- zung konnte die Eifrigen nicht aufhalten, sich in einer Art von Völkerwanderung auf den Marsch zu begeben, um das ver eißenbe Land zu erreichen. Wett sind sie nid^ gelo.nmcn. Bis knapp an die österreichische Grenze, wo es mangels der notwendigsten Ausrüstung nicht mehr weiter ging. Daneben und dazwischen liegt eine ganze Zahl wilder Siedlungen im Innern, von denen das berühmte D r e 11 c I b t> r f am Rande von Wien noch heute Zeugnis ablegt. Es war der gewaltsame Versuch einer Besiedlung der 2 ob au, der mit staatlicher Gewalt unterdrückt wurde. Vur eine Episode, aber eine sehr charakteristische! Es hat auch nicht an gründlichen lllntersuchungen der Wanderungsfrage gefehlt, eine eigens zu diesem Zwecke gegründete Koloni ationsgescllschaft hat eine bemerkenswerte Denkschrift darüber heraus- gegeben, doch auch um die ist cs nach einiger Zeit still geworden. Gaitz plötzlich wird nun das Auswanderungsproblein wieder zur öffentlichen Erörterung gestellt. Es ist kein gewöhnlicher Mann, der das zustande gebracht hat. es ist der gegenwärtige österreichische Landwirtschaftsminister Peter Thaler selbst. Diesem Mann mit dem Feuerbart, der mehr dem Hauptmann einer Schützenkompanie als einem ‘Säuert gleichsieht, kann man wohl die Führereigenschaften zutrauen, um einen AuswanderungSplan glücklich durchhuführen. Es gehört auch ein gutes Stück Idealismus dazu, sich an die Spitze eines solchen Unternehmens zu stellen. Er hat wirklich recht, wenn er sagt, es wäre für ihn bequemer, sich jetzt breit in den Ministersessel zu brüden ober die ihm von seinem Heimatlande Tirol angetragene Stellung in der Landesregierung warm zu halten. Aber diesen Idealismus besitzt er eben, er besitzt jenes gesteigerte Verantwortungsgefühl, das ihn bei seiner ersten Ministerschaft crflären lieh, die österreichische Landwirtschaft liege ihm so am Herzen wie sein eigener Hof. Diesen Plan durchführen, heißt für ihn aber auch noch andere persönliche Opser bringen: er muß seinen 79jährigen Vater in der Heimat lassen, seine Geschwister, mit denen er immer in vollster Eintracht lebte, sein Gut in Tirol, das er sich selbst mit unsäglicher Mühe aufgebaut hat. Mit feiner Frau und feinen acht kleinen Kindern will der 48jährige von neuem den Kampf um eine ungewisse Zukunft nicht für sich, sondern für die anderen beginnen. Es ist ein großer Plan, der ihm vorschwebt, anscheinend auf einer Studienreise nach Südamerika während seiner ersten Ministerschaft gereift und seither mit Zähigkeit verfolgt. Drüben über dem Ozean, wahrscheinlich in Paraguay, will er sich Siedlungsland aussuchen und bann in kleinen Etappen ausgesuchte Leute nachkommen lassen. Er hofft, schon während des Winters drüben einen festen Stützpunkt ausbauen und soviel Land toben zu können, baß bie ersten Pioniere im nächsten Jahre von eigener Ernte leben können. Vach eingebrachter erster Ernte soll bann der erste große Vachschub von etwa 1000 Köpfen nachkornrnen. Diese geschlossene Siedlung, die allmählich erweiterungsfähig wäre, soll den Menschenüberfluß des Mutterlandes aufnehmen. sie soll aber mit ihm auch in ständiger Handelsverbindung bleiben: 3n- dustrieprodukte beziehen und subttopische Rohprodukte liefern. Sv soll in steter Zusammenarbeit der Versuch gemacht werden, dem Mutter- CineS Vachmittags ging er dicht an Irene vorbei — sie sah ihn an, anders als sonst, schien es ihm — aufmerlfam, prüfend, und der Knabe erschrak; sie weiß alles, dachte er. Am gleichen Abend, als er sich in den engen Flur preßte, um in der Dunkelheit bie Wohnung zu erreichen, hielt ihn eine Hand fest. 3m ersten Schreck wollte er sich losreißen, bann erkannte er, baß es eine kleine Hand war — 3rencS Hand und er zitterte. 3renc war ein wenig verlegen. Sie sprudelte heraus, baß sie wisse, was die anderen Knaben ihm gesagt hätten, aber er solle es nicht glauben: alles fei Lüge, niemand fei hinter ihm her, und ihr Vater, der Schuhmann Rolle, ganz gewiß nicht. Heinrich, meinte sie altklug, ärgere sich gewiß, baß der Knabe nicht mehr mit ihnen halte und nicht mit ihnen spiele. „3a, ja", sagte er — und heute in der Erinnerung kam dem Mann das wehselige Gefühl wieder, das den Knaben damals überkommen hatte. Sie standen sich gegenüber im Flur, der aus dem Boden und dem Holz der Türen und deS Geländers einen leichten Schnapsgeruch empfing, denn es war die Viederlage einer Dramttwein- bvennerei im Hause. Er stand und fühlte doch eigentlich nicht den Boden unter sich; bie Schwere seines Körpers schien aufgehoben. Er spürte ben Atem des Mädchens dichä vor seinem Gesicht. 3renes Augen waren in der schattigen Dämmerung des Flurs seltsam groß, älnnennaares tank in die Seele des Kna en —, und erst viel später wußte er, baß jener Augenblick der erste Gruß gewesen war aus dem Lande der Liebe ... Dreißig 3ahre traten nun dahin, und manche Stunde hatte gepflügt üoer ben Acker feines Her ens, aber die Süßigkeit jenes reinen Augenblicks war immer in feiner Erinnerung geblieben, und jetzt, in dieser Stunde, fühlte er Irenes Antlitz vor sich, und er glaubte, ihren Duft zu spüren. Das Haus stand im Abendrot, fein Giebel war ganz in Farbe getaucht, und die Farben glänzten wie flüssiges Gold. Der Fremde dachte an Irene die er nun im Qllter nicht mehr hätte sehen wollen, die nichts war als das Sebild einer Grinr.e.ung, zart wie ein Kinderlieb und unberührt w e eine Knospe, die aus der schützenden Hülle ringt, wenn die Sonne sie küßt, mitten im Frühling... lande Arbeit zu geben und seinen Unbeschäftigten neue Detätigungsmoglichkeiten zu bieten. Eine Voraussetzung hat dieser Plan freilich: daß im Anfänge genügend Geldmittel zur Verfügung stehen, um den Bedarf für das zu kaufende Land, für einen Teil der Lieberfahrtskosten und für die Verpflegung der ersten Pioniergruppe im Anfänge zu decken. Zwei Millionen Schillinge, denkt der Minister, würden für diese Zwecke genügen. Zwei Millionen Schillinge freilich sind besonders für österreichische Verhältnisse nicht wenig Geld, und manches kritische Wort ist schon jetzt an diese Forderung geknüpft worden. Aber schließlich ist cs ein Betrag, der nicht einem persönlichen Unternehmen zugeführt wird. Es scheint auch die Möglichkeit gegeben, diese Geldmittel vom Dankkapital gegen Garantie der Regierung rasch zu erhalten. So hat denn der Plan des Ministers alle Aussichten auf Verwirklichung. „Ich mag denken", sagt der Minister, „wie ich will und komme immer zum gleichen Ergebnis, daß die alten Germanen die Bevölkermngsfrage ungleich richtiger lösten als wir ncuzeitigen Deutschen, die wir uns auf ui fc: Wissen und Können so viel zu gute tun. W.nn vor mehr als tausend Jahren die deutschen Gemarkungen wieder so ausgefüllt waren, daß es an Baum fehlte, haben sich ihrer so und so viele zusammcngetan, um gemeinschaftlich eine neue Heimat zu suchen, nötigenfalls eine solche sich zu erkämpfen. Heutzutage ist es Gott fei Dank nicht mehr nötig, mit Schwert und Kanonen Land zu erobern, sondern mit unversprihtem Blut, und mit dem Buch und dem Pflug in der Hand kann sich das deutsche Volk ganze Königreiche erobern." Wirtschaft. Wochenbericht vom Jranffurfer Effektenmarkt. Die Frankfurter Effektenbörse zeigte in dieser Woche eine weitere beachtliche Festigkeit. Die aufwärtsstrebende Tendenz war übrigens nicht unbeeinflußt von der festen Veranlagung des Ren- tcnmarktes. Hier kam cs fast zu einer Hausse, nachdem sich die feit langem vermindert bestehende Nachfrage noch verstärkte. Pfandbriefe, Kommu- nalvbligationen waren in erster Linie gesucht. Nachfrage bestand auch für Jndustrieobligationen, Stadtanleihen, Reichsschuldbuchfvrderungen und Staatsanleihen. Bevorzugte Anlage bleiben nach wie vor die Pfandbriefe der priva en und öffentlichen Grundkrcditinstikute. Die Gründung der Internationalen Bodenkreditbank wirkte hier besonders anregend Die neue Bank soN den Realkredit pflegen, vor allem durch Llebernahme von Pfandbriefen und Obligationen, um den notwendigen, bisher aber vernachläsfig en Kapitalausgleich für langfristige Kredite neu zu beleben und zu fördern. Die Börse stand unter dein Einfluß der Erwartung eines verbes.erten internationalen Kapitalausgleichs sowie unter dem Eindruck der Kapitalrück- wanderung nach Deutschland, in Verbindung mit der Zunahme ausländischer Celdosferten. Daneben fand die internationale Festigkeit der Reichsmark, die Konstatierung des Instituts für Konjunkturforschung über M« allgemeine Lage, endlich die sich mehrenden Kaufaufträge aus dem In- und Ausland stärkere Deachtnng. Einen größeren Markt ha'len vor allem Montanwerte. Anregend wirkte besonders das Ergebnis der Reisen deutscher Industrieller nach Rußland, da man für den Montanmarkt größere Bestellungen erwartet. Bei lebhafter Anteilnahme der in- und ausländischen Kundschaft ergaben sich prägnante Kursbesferun- gen. von denen Rheinstahl mit plus 9 Prozent, Gelsenkirchen mit plus 10 Prozent, Mannesmann mit plus 12 Prozent, Rheinische Braunkohlen mit plus 15 Prozent besonders hervortraten. Auch die übrigen Mcntanaktien lagen bis zu 8 Prozent fester. Elcktrowerte waren dagegen auffällig vernachlässigt. Eire stärkere Kuribeweoung hatten ferner Kunstseideaktien und Deutsche Linoleum, d'e jedrrch beide gegen Ende der Woche nur noch geringe Besserungen aufwiesen. Don Zrllstoffwertcn lagen Aschaffenburger 12 Prozent und Waldhof 8 Prozent höher. Die übrigen Marktgebiete wurden von diesen Sonderbewegun^en mehr oder weniger beeinflußt und schlossen per Saldo meist mit* Kurserhöhungen von 4 bis 8 Prozent. Am Farbenmarkt war das Geschäft zwar lebhafter, doch schritt hier die Spekulation meist wieder zu Realisationen, so daß der Kurs nur behauptet blieb. Der Geldmarkt zeigte in der ganzen Woche e'me leichte Verfassung. Am Devisenmarkt machte sich der Kapitalrücksluß in einer starken ^Befestigung der Reichsmark geltend, ©egen Schluß _der Woche vollzog sich ein allgemeiner Rückschlag. ^Er setzte unmittelbar nach Erledigung der noch ^vorliegenden Ka"'aufträge ein. und es w'rlte sich 'nunmehr aus, daß die Kulis e angesichts der schnellen Steigerungen der letzten Tage realisierte, zumal auch die Auslandbörsen sehr schwache Haltung zeigten. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Die Preistendenz am Frankfurter Getreidemarkt war auch in dieser Woche weiter steigend. Die Stimmung des Marktes war allerdings wesentlich ruhiger als in den vorangegangenen Wochen. Auf dem erhöhten Preisniveau waren die Mühlen mit Eindeckungen zurückhaltender geworden. Das Angebot war jedoch in fast allen Getreidearten außerordentlich knapp, so daß die Preise schon deshalb ihre Aufwärts- bewcgung fortsetzten. Im Vordergründe der Preisbewegung stand in dieser Woche der Roggenmarkt, an dem die plötzliche Heraufsetzung des Zolles ein starkes Anziehe,: des Preises verursachte. Die Erhöhung dürfte ausschließlich zu dem Zweck erfolgt sein, um die Einfuhr größerer Posten russischen Roggens zu verhindern. Da jedoch das Angebot weiterhin sehr knapp war, ergaben sich für die Tonne eine Preissteigerung von 15 Mark gegen die Vorwoche. Der Weizenmarkt lag nach der festen Haltung in der vergangenen Woche etwas vernachlässigt, konnte jedoch von der festen Veranlagung der übrigen Gctreidearten 7,50 Mk. per Tonne profitieren. Die Nachfrage war gering. Die Lage am Gerstenmarkt hat sich leicht gebessert, wenn auch die Brauereien im Einkauf weiterhin stark zurückhalten. Futter- und Industriegerste hatten weiter freundlichen Markt. Hafer lag anfangs der Woche ziemlich ruhig, konnte aber später im Einklang mit der Bewegung des Roggenmarktcs ebenfalls seinen Preisstand verbessern. Mehl lag zwar infolge an den Brotgetreidc- märkten herrschenden festen Stimmung fest, das Geschäft bewegte sich jedoch in sehr engen Grenzen, da der Konsum zu den erhöhten Mehlpreisen im Einkauf zurückhielt. Der Grohmühlenpreis hat in dieser Woche eine weitere Erhöhung um 25 Pfennig per Doppelzentner erfahren, was naturgemäß nicht ohne Einfluß auf den Absatz blieb. Am Roggcnmehlmarkt war die Nachfrage etwas besser. Der Preis zeigte gegen die Vorwoche eine Erhöhung von 1,75 Mark per 100 Kilogramm. Ausgesprochen fest lag weiterhin der Futter- m i t t e l m a r k t. Der geringe Anfall aus den Mühlenfabrikaten infolge des kleinen Mehlgeschäfts hatte ein sehr knappes Angebot zur Folge, wozu noch die kalte Witterung hinzukam, so daß in Kleien und Nachmehlen größere Käufe vorgenommcn wurden. Auch für ölhaltige Futtermittel bestand bei sehr kleinem Angebot Nachfrage, so daß die Preise allgemein stärkere Erhöhungen auswicsen. Die Woche schloß in fester Haltung und zu folgenden Notierungen: Weizen 307.53; Roggen 202,50 bis 205; Sommergerste 215 bis 220; Hafer 170 bis 175; Weizenmehl, südd. 43,75 bis 44,75; Weizenmehl, Niederrhein. 43.50 bis 44,50; Roggenmehl 28,75 bis 29,75; Weizenkleie 10,75 bis 11: Roggenkleie 11,75 bis 12 Mark. — Die Preise verstehen sich in Mark (für Getreide je Tonne, für alles übrige per 100 Kilogramm). Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviebmarkt. Die allgemeine Lage auf dem Schlachtviehmarkt bot in dieser Woche ein nut wenig verändertes Bild, jedoch ergaben sich auf fast allen Märkten kleine Preiserholungen. Der Absatz ließ indessen weiter zu wünschen übrig, zumal auch die Beschickung der Märkte weiterhin sehr stark war. Die Aussichten für die Schweinehaltung find schlecht, wenn sich auch in den letzten Tagen auf verschiedenen Märkten höhere Preise für Zucht- schweine erzielen ließen. Trotz des großen Austriebs von Kühen am Rindermarkt war hier die Nachfrage noch am besten. Die Preise konnten jedoch hier keine Erhöhung erzielen, während Ochsen, Dullen und Färsen durchweg um eine Mark höher lagen. Nach ruhigem Handel verblieb etwas Lleberstand. Kälber und Schafe wurden nach mittelmäßigem Geschäft ausverkauft. Bei Kälbern betrug die Erholung bis zu 4 Mk., wahrend bei Schafen die Preise unverändert blieben. Bei Schweinen ergaben sich trotz der unvermindert starken Beschickung Preisbesserungen von 1 bis 2 Mk. Nach anfangs etwas regerem Geschäft flaute der Handel später wieder stark ab und man konnte gegen Schluß des Marktes wieder Schweine zu den vorwöchentlichen Preisen erhalten. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1331 (1346 in der Vorwoche) Rindern, darunter befanden sich 260 Ochsen, 116 Bullen, 471 Kühe und 320 Färsen, ferner aus 1511 (1430) Kälbern, 273 (219) Schafen und 6841 (6883) Schweinen, darunter 540 aus Litauen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 46 bis 50, a2) 41 bis 45. bl) 36 bis 40; Bullen a) 43 bis 47. b) 39 bis 42; Kühe a) 37 bis 40, b) 33 bis 33. c) 28 bis 32. d) 24 bis 27; Färsen a) 47 bis 50, b) 42 bis 46, c) 38 bis 41. — Kälber b) 61 bis 66, c) 55 bis 60, d) 48 bis 54. — Schafe al) 45 bis 48, b) 38 bis 44. — Schweine a) 50 bis 52, b) 50 bis 52, c) 50 bis 53,. d) 50 bis 52, e) 46 bis 50. * * Neuerliche Erhöhung des Mehlpreises. Die Süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Preis für Weizenmehl Spezial 0 gestern um weitere 25 Pf. auf 44,75 RM. pro 100 kg erhöht. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 14. März. Tendenz: fest. Die heutige Börse eröffnete auch zum Wochenschluß in weiter festerer Haltung, wenn auch das Geschäft sehr gering blieb. Es lagen erneut einige Kaufaufträge, besonders für Elektrowerte, vor, denen so gut wie kein Verkauf gegenüberstand. Das Geschäft blieb eng begrenzt, wohl aud) im Zusammenhang mit dem frühen Börsenbeginn an Samstagen. Besondere Anregungen lagen nicht vor. Die erneut schwächere gestrige Ncuyorker Börse blieb ohne Einfluß. Die Kursbefestigungen gegenüber der gestrigen Abendbörse betrugen in der Mehrzahl 1,5 v. H. Die Farbenaktien eröffneten mit 147 v. H. nur mäßig höher, während Deutsche Erdöl 1,5 v. H. fester lagen. Sehr fest lagen am Elektrornarkt Schuckert mit plus 2,25 v. H., ferner Siemens, Gesfürel und AEG. bei Erhöhungen bis 1,25 v. H. Einen stärkeren Kursgewinn hatten Aschersleben, die 4 v. H. fester eröffneten, Salzdetfurth plus 2 v. H. Montanwerte verzeichneten Kursbefestigungen bis 1 o. H. Bauunternehmungen lagen uneinheitlich. Während Zement Heidelberg 1,5 und Holzmann 1 v. H. höher eröffneten, setzten Wayß & Freytag 1,25 v. H. schwächer ein. Fester lagen noch Kunstseidewerte (plus 1 v. H.), Kontigummi (plus 2,25 v. H.) und Bankaktien (plus Id.'''. Am Markt der deutschen Anleihe lagen Neubesitz fester. Am Aus- lanbrentenmarft ergaben sich überwiegend kleine Kurserhöhungen. Der Pfandbriefmarkt lag zwar still, aber überwiegend fester. Liquidationspfandbriefe und Schuldbuchforderungen bis 0,75 v. H. höher. Die Börse war im Verlaufe auf dem heutigen Kursstand gut behauptet. Die Umsatztätigkeit bewegte sid) weiterhin nur innerhalb der Kulisse. Am Geldmarkt war Tagesgeld angeboten, doch wurde der Satz auf unverändert 4 v. H gelassen. Am Devisenmarkt zeigte die Reichsmark wieder eine leichte Befestigung. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2005, gegen Pfunde 20,7065. von Usancen erzielten London gegen Neu- york 4,8581, gegen Paris 124,13, gegen Mailand 92,73, gegen Madrid 45,20, gegen Schweiz 25,2490, gegen Holland.12,12. Berliner Börse. Berlin, 14. März. Auch zum heutigen Wochen- schluß blieb die Tendenz, trotz der weiteren Kurs- abschwächungen gestern in Neuyork, reckt f e st. Schon gestern abend hatte in Frankfurt die Aufwärtsbewegung Fortschritte machen können, da die Spekulation Deckungen vornahm. Auch heute lag das Geschäft hauptsächlich in Händen der Börse selbst und war daher nicht übermäßig groß. Bei den Banken bestand weiter kleines Kaufinteresse des Publikums, besonders fiel heute Süddeutschland mit Aufträgen auf. Dadurch, daß auf Spezialgebieten etwas stärkeres Interesse bestand, wurde das Gesamtbild recht günstig. Die heutige Stimmung stand jedoch in keinem Verhältnis zu dem umgehenden Material, das wieder einmal knapp zu werden scheint. So sollen Svenska bei einem Umsatz von 25 Stück 94 Mark Gewinn erzielt haben. Sonst ist als fest zu bezeichnen Rheinische Braunkohlen plus 2,75 v. H., Ilse plus 2 v. H., Kali, die nach Beurteilung der optimistischen Aeußerungen Geheimrats von Korte s in der gestrigen Burbach-Generalversammlung bis zu 5 v. H. höher lagen. Feldmühle plus 5,13 v. H. Dessauer Gas auf unveränderte 9-o. H.-Dividende und zu erwartende günstige Erklärungen über ble Verhandlungen wegen des beschlagnahmten Warschauer Gaswerkes erneut 2,75 v. H. höher, und nur Zellstoff Waldhof auf den gemeldeten Dividendenrückstand minus 3 v. H. Anleihen eher freundlich, Ausländer ruhig^ Aud) Pfandbriefe still, doch überwiegend fester. Reichsschuldbuchforderungen gefragt, bei lebhaften Umsätzen bis 0,75 v. H. anziehend. Tagesgeld am Medio auf 4,5 bis 6,5 v. H. erhöht, die übrigen Sätze unverändert. Im Verlaufe zogen die Kurse unter Bevorzugung bei lebhaften Umsätzen weiter an. Elektro-Schlesien gingen nach anfangs PlusPlus später 4 v. H. höher zur Notiz. Maschinen- werte blieben gefragt, auch Bankaktien standen etwas mehr im Vordergründe, Deutsche Linoleum lagen verhältnismäßig schwach. Schweincmarlt in Homberg. -er. Homberg a. b. Ohm, 12. März. Der gestrige Schweinemarkt war trotz der starken Kälte mit 164 Ferkeln beschickt. Das Geschäft war schleppend, es verblieb etwas Ueberftanb. Es wurden im allgemeinen, je nach dem Alter der Tiere, pro Stück 20 bis 30 Mark bezahlt. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Krofdorf, 13.März. Der ä irrste Ein» w o h n e r unseres Dorfes, Pflastermeister Adam Krombach, ist im 89. Lebensjahre gestorben. Er erfreute sich in seinen Bekanntenkreisen hohen Ansehens. — Gestern besichtigten Vertreter der Gemeinde- und Forstbehörde Gelände, das zur Herrichtung eines Sportplatzes in Betracht kommen konnte. Da nach Ansicht der Forstbehörde die Distrikte „Krokel" und „Eichwald" weniger geeignet erscheinen, sollen über einen Streifen Land, teils Wald, teils Ackerland, am Wettenberg Verhandlungen geführt werden. c? Salzböden, 13. März. Die Amtszeit des hiesigen Schiedsmannes und seines Stellvertreters ist ab gelaufen. Die Gemeindevertretung wählte einstimmig Wilhelm R o l s h a u = f e n zum Schiedsmann und Ludwig Kraft zu feinem Stellvertreter. # Dutenhofen, 12. März. Die hiesige Raiffeisengenossenschaft hielt hier im „Iagdschlcßchen" ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Zugführer Schnei de.r, gab zunächst einen Llebrrblick über die Arbeit der Genossenschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Bilanz wurde von Derbandsrevi- for Iolk (G'>ß'm> erläutert. Der Gesamtumsatz des kehten Jahres betrug 78 627,37 Mk. Die Spareinlagen habr.l oie Höhe von 55 022 Mk. erreicht. Die an die Mitglieder ausgeliehenen Darlehen betragen 50 556,26 Mk. Der Reservefonds steht mit 4019,92 Mk., der Sterbekassenfonds mit 1000 Mark zu Buche. Der Reingewinn betrug 397,23 Mark. Den Warenbeziehern konnten 5 v. H. zurückvergütet werden. Fremdes Kapital ist wenig in Anspruch genommen worden. Die Bilanz wurde genehmigt und den Verwaltungsorganen Entlastung erteilt. Für den Posten des Derrnnsrech- ners wurde Karl Weber gewählt. Der bisherige Vereinsrechner, Cisenbahnsekretär a. D. Tresse n st e d t, wurde in den Aufsichtsrat gewählt. Ein Lichtbildervortrag von Dr. Krubl über „Kalidüngung" und ein zweiter Vockrag über „Erzeugung und Absatz von Obst und Gemüse' fanden den Beifall der Versammlung. (2 E r d a, 13. März. Am Dienstag hielt der Turnverein in Verbindung mit dem Sportverein einen Werbeabend ab. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Lehrer A r m b r e ch t (Kinzenbach) begrüßte die Turner, Sportler uni) Gäste und wies, auf die Bedeutung der Leibesübungen für die Gesundheit hin. In einigen Filmen wurde dann aus verschiedenen Gebieten des Sportes das Wesentlichste gezeigt. Der Abend verlief zu allgemeiner Zufriedenheit. — Eine Kuh des Landwirts Bremer brachte drei Kälber zur Welt, von denen allerdings nur zwei am Leben blieben. Die Kuh befindet sich wohlauf. Aus dem Amlsverkündigunasblait. *DasAmtsverkündigungsblatt Nr. 18 vom 13. März enthält: Vereinfachung der Staatsverwaltung auf dem Gebiete des Vermessungswesens. — Die Erhebung der Stempelabgabe für Luxuswagen, Luxusreitpferde und Federwagen. — Die Ausführung des Gesetzes über den Urkundenstempel vom 12. August 1899. — Reichshandwerkswoche. — Die Erhebung einer Biersteuer in den Gemeinden Oppenrod und Bellersheim. — Wasserbezugsordnung für die Gemeinde Klein-Linden. — Dienstnachrichten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ;frrannur. a. 2)1. | Sch.uß«! l«Ubr« fur< 1 ff re den Papieren Lerliu Schluß-1 Slnfonfl» kur« । flurd angeführten Ziffern geben die Höhe dc I Hranksun a. M. I Schluß^ 1-Uhr« I furä 1 Kur- r zuletzt befehl Berlin Schluß-,Ansa g- lurs । .«ure 0s enen Dividende an. — Reichsbankdis ;vrännun a. . | Schluß« 1 1-llhr» luri Kurs tont 5 Ser Schluß» furt v. H., L IN Ansang« Kure ombardzins ________3er Slmerikaniiche uß 6 v. H. Banfno lin, 13. Mär, (en.___ Geld Zries Noten...... 4,189 58,27 111,95 20,368 16,41 167,98 22,04 111,98 58,83 2,475 112,13 80,59 45,51 12,395 72,99 - Jtanffur 4.209 58,51 112.39 20,443 16,47 168,66 22,12 112,42 59,07 2,495 112,57 80,91 45,69 12.455 73,29 a. M. Datum 13.3 14.3 13.3. 14.3 Dalum 13.3. 14.3. 13-3. 14.3. Daium 133. 143. 13.3. 14.3. Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten ........ Franjüiische Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutich-Vcsterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten ....... Schwedische Noten ....... Schweiler Noten........ Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten .... Devisenmarkt Berlin 6% Deutsche Relchsanteihe io» 1027 ... 7% Drilliche Reichsanlethe 0011 1029 . ....... Deutsche SInl.-Nblös^Schuld mH Auslm. Rechten ..... Deegl. ohne Auelos.-Rechte - - 8% Hess, yolhflnat Den 1999 (rüdiafilb. 102%) Cbrrbellcn Provinz > Anleihe mt' Auswi.-Nechten . . Deutsche Stamm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 . . 8% htanlL Hnp.-Bank Boldpse XIII unfünobar bla 1934 7% slranks Hvp.-Ban» ©olbpfe ur.füiiobnt bla 1939 4'/s% 9>deini,che HvV^Bank Lion. Golvpse...... 8% Pr. Lnnberviandbriesanstalt, ‘tlonöbilcfr 91. i» 8% Pr L'anDctpianobrtefanftalt, STomm^Cbl. 8t. 20 . . . 7% Irt. SanbeevranDbritfanüalt, 'SfniiDbriefc fH. 11 • - O.ß.QJ. abfl. AortliegS-Obllgatio- »en. rüdiablbar 1932 ..... 4% Oesterretchlsche ©olbrente . . 4,20% Oesterreichtsche GUberrenft <% Ccficneldilldje Einheitliche Nrnte <% Ungarische ödlbrenfe . . . . e% Unfiarifdie Staatsrente v. 1910 4^,% deSgl. von 1913 1% Unparifdjf Kronen rrnte . • 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türiilche Bagdadbahn-Anl Serie 1 . 4% deSgl. Serie II 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 . . <'/.% Rumänische vereinh. Rente von 1913 ........ 1% Rumänische vereinh. Rente . 84,75 98,5 56 6,3 92,5 54 54,65 100,75 95,25 91,45 100,5 96,5 24,25 2,3 19,8 16,75 4,4 4,4 15,5 . 7,95 1 I 15 I 1 I | II I 1 1 1 II 11111*1321^ 84,9 99 56.8 6,3 92,4 54,4 100.5 96,5 24,5 20,1 4,4 4,3 4,3 9,4 15,4 7,85 S 11 £ r-11 1 11 1 i 1 J 1 1 1 1 1 1 SS 1 1 Hamburg-Amerika Pakei ... 7 Hamburg.Südam.Dampsschiss. 8 £>ama Dampsschiss ... 10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine DeutscheCredilansi. 10 Barmer Bankverein ... 10 Berliner Handelegesellschasl . 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und Discontv-cSeseUIchaft, ... 10 Dresdner Bank......10 Meichsbank........12 ■21.6.®............8 Bergmann .........9 chlektr. Lleserung«gesellschast. 10 Licht und Least......10 nelikii & Guilleaume . . . 7% Gesellschast für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger EickkrtzitSt--Werke 10 Mbeiniiche Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Lchuäert L Co. ......11 Siemens L Hairke ..... 16 IranSradto..... 8 vahmeoetÄGo.......10 Buderus ....•••••• 6 Essener Steinkohle .•••••« Gelsenkirchener ..•••••* Hoeich Eisen. ..••••. Aifc Bergbau ..»•••• 10 .....................7 ManncLmanN'Mvhret» • • • • ' Mansselder Bergbau . .... 7 Obcrschles. Liienbedars .... 6 1 Oberichles. Leitwerke..... 7 Dhönir Bergbau ..... 6’/j Rheinische Brounlvble» • • 10 Mheiustahi . ....... G Ricbeck Äonta« ...... 7,2 72,5 74,5 131 113 146 109,75 109,5 107 131 128.75 94 131 123,75 181 136,5 58 73,25 90,5 72 82 39 67 186 85,5 113,5 107,65 131,75 128,5 132 136,5 182,25 58 74,5 90,75 i 82,75 67,5 86,25 72.75 128 96,75 73,25 130.5 113 145 109,75 109.75 105,25 125.5 130 127.5 92,25 128,5 123 134,25 180,75 134,5 57,5 73 89,25 79 73 187,5 71,25 79,5 81,25 37,75 80,5 66,5 186,75 84,25 84 72,5 127 99,75 73,75 132 113,5 146 110,25 110,25 107,25 131,75 128 93,5 132 122 136,75 182,5 74,75 90,25 80 73,75 189,5 73,25 30,75 82 39,4 8lT5 67 191,5 86,25 i 5 < 1 1 c Seretntgte Stahlwerke..... )tavi Minen .....16’/, aliwerke Aschersleben ... 10 aliwerke Westeregeln ... 10 taliwerke Salzdetfurth ... 15 . Färben-Industrie ... 12 chnamit Nobel ....... 6 rcheideanstalt ...... 9 kOigerSwerke ........ 6 stetallgeseklschast. ...... 8 IHUivV Hol,mann......7 lementwerk Heidelberg . . 10 ementroed Karlstadt. ... 10 Davb & Rieotflfl......# -chuirdeis Patzenhvser ... 15 »werke.........12 Mu ..........18 lembcrg...... • • • H «ellftofl Waldhas .... IS'/, ijellstoss «schassenburg ... 12 Charlottenburger Wassel . . . 8 Dessauer (Ba5 ...... 9 Daimler Motoren . ..... 0 Deutsche Linoleum ...... ?a:. Automobil ...... 0 SvenSka . . ........ frankfurter Malchine» • • • • 4 Sriyner . - ....... 6 >cvliaenstaedt ....... 0 ZunghanS.........6 Schwede..........8 Nainkraftwede Höchst a. M.. . 8 Miag..... 10 öebr. Roeder.......10 lkoigt L Haeffuer ...... 9 küddevtsche Zucker .... lü 67,25 34 149,5 224,5 146,5 132,5 56,75 79,5 92 81 93 45 78,25 85 112,5 89 34 107,5 120 272 14 36 74 127 1 isis ais’tfci 1111 11^22111^11111 (li 11 11 in - r_- S-o 67 34,13 143 148 222,25 145,13 46 55,5 44 176 76,75 82,5 112 87,25 134 33 106,5 56,75 120,9 -267 14,25 36,25 126,5 67,25 34,4 147.5 153,25 227 147,25 47,25 56,5 93,75 178,5 78,5 85 109 89.5 136,73 34,75 107 58 123 276,5 - -— 1 — Am«.. Rott. Buen.'ArreS Brss-Antw Lhristinnia. .st open dage 11 Stockholm . HelsingiorÄ. Italien. . . London. . . yleunott .» Boris.... Schwei, . . Spanien - . Japan - - . Rio de Jan- Wien in D-. Cefl. abfleft. Prag . • . Bcirrad .. Laoaprst. • »ul arten . Lissabon Danrig. Konst.Utto. Athen Canava Um uay. Lotto . . 13.Murz 14 .März Amiliche »eid 168.21 1,453 58,49 112,25 112,22 112,39 10,56 21,99 20,388 4,197 16,421 80,72 45,52 2.077 0,345 53,99 12,434 7,367 73,17 3.040 18,83 81.45 1,784 5,445 ' 4,196 3,267 20,91 Notierung 33 rief 168,55 1,457 58,61 112,47 112,44 112,61 10,58 22,03 20,428 4,205 16,461 80,88 45,62 2,081 0,347 59,11 12,454 7,381 73,31 3,046 18.87 81.61 1.889 5,455 4,204 3,372 20,95 Amtliche Geld 168,16 1,457 58,48 112,26 112,21 112,33 10,56 21,99 20.384 4,1965 16,419 80,74 45,22 2,078 0,343 58,98 12,434 7,367 73,17 3,044 18,83 81.44 1,784 5,44 4.195 3.167 20,90 Notieruna »riet 168,50 1,461 58,60 112.48 112,43 112,61 10,58 22,03 20,424 4,2045 16.459 80,90 45,32 2,082 0,345 59,10 12.454 7,381 73,31 3,050 18,87 81,60. 1,789 5.45 4.203 3.173 20,94 in »,r u«611 * saL d-- ® Seiideni ist wU6r\uit da" GK 3**«M«i* M alle Kn! ff rät” bunlle Tal. P AB: das tonn e, Abstiegs, - aber dc mermol! Mach Mit erhobenem sll nichts zu sehen, rennt das ral hinab Der Lichter von Lor das Gespenst noch fliegt dem Wachter' Schritte voraus, und erfennt das geängstu Eule, die, vom Llch bemüht ist, ihre Kra str vermutlich jur et ob« dergleichen, geh Knegsbel Der Reichst digten, Kriegs bliebenen im Krei Schipkapaß" eine Tagung erhielt ei daß Sie Geschäfts Sih in Gießen au] rückblicken kann. Der I. Dorschen- beck, Gieren, eröf) war u. a. auch Gar ftabt. Gausekretär Q dm Geschästsbmch schästssieUe vvr 10 etwa 1500 zahlend, Zahl hat sch bis dreisacht. In alle Mott oiltVordiff «J"d Bellern Hl Bart IHerrenrtd) OOenig If d.„ 1 V \\\ HSy yr SSjJ g N0r 1 tei W Buntes Eulengeschichien. John Bollinger, ein Farmer bei Fort Scott in Kanada, hatte einen sechzehnjährigen Sohn Bernard, der gelähmt war. Eines Tages findet der Bauer in der Scheune eine junge Ohreule, die dort wohl Mäuse gejagt und den Ausweg nicht mehr gefunden hatte. Das verstörte und geblendete Tier ließ sich greifen, und der Bauer brachte die Eule seinem Sohn. Dieser fütterte seinen Gefangenen, behandelte ihn freundlich, und bald waren beide unzertrennliche Gefährten. Diese an sich nicht so merkwürdige Freundschaft zwilchen Tier und Mensch sand in; dessen eine Unterbrechung, als der junge Mann zur Behandlung seines Leidens in ein Sanatorium geschickt wurde. Hooty, so nannte Bernard seinen Freund, verläßt darauf die Farm und verschwindet im nahen Walde. Am Abend legte der Bauer eine tote Ratte hin und rief Hooty; der Versuch gelang! Seitdem ist es ein in der ganzen Gegend beliebtes Vergnügen, des Abends zu Mister Bollinger zu gehen; er ruft dann ein paarmal „Hooty! come Hooty!" Rach einigen Minuten hört man dann vom Dach herab ein leises Pfeifen, wie den Schrei eines Kätzchen, und, unhörbar herangekommen, erscheint oben ein mächtiger Vogel — die Flügel spannen 41 Fuß —, der zunächst aufmerksam Umschau hält, dann leise auf einen Holzstapel herabschwebt, wo sein Abendessen ihn erwartet. Dieser leichte Erwerb der Nahrung ist cs wohl, der die Eule dazu veranlaßt, den Verkehr mit den Menschen auch in voller Freiheit aufrecht zu erhalten. Ihre Wohnung hat sie am nahen Waldrande; nachts bleibt sie wie ein getreuer Wächter auf dem Dache oder in den Zweigen der Hofeiche. Nicht alle Eulen sind so menschenfreundlich wie Hooty. Ein Wächter vom Rainier-Notional-Park hatte ein unheimliches Erlebnis mit diesen Nachtvögeln. Der Mann kommt abends von feinem Dienstgang nach Hause, einen stillen Weg hinab ins bereits dunkle Tal. Plötzlich sollt ihm der Hut übers Gesicht; das kann ein Zufall sein, infolge des steilen Abstiegs, — aber der Vorgang wiederholt sich drei-, viermal! Mach sich jemand einen schlechten Scherz? Mit erhobenem Stock wendet sich der Mann um: nichts zu sehen, Totenstille. Also ein Gespenst! Er rennt das Tal hinab, kommt endlich in den Bereich der Lichter von Longmire, feinem Dorf. Da greift das Gespenst noch einmal handelnd ein, der Hut fliegt dem Wächter mit Gewalt vom Kopf, mehrere Schritte voraus, und im Lichte der nahen Laternen erkennt das geängstigte Opfer des Spuks eine kleine Eule, die, vom Licht noch mehr verängstigt, eifrig bemüht ist, ihre Krallen von dem Hut zu lösen, den sie vermutlich für etwas Eßbares, eine Fledermaus ober dergleichen, gehalten hatte. Allerlei. Winterschwimmen: ein kalies vergnügen. Dei der jetzigen Temperatur sich in die Fluten eines Flusses oder gar des Meeres zu stürzen, dürste bei vielen schon in der Vorstellung eine gelinde Gänsehaut Hervorrufen, aber es gibt abgehärtete Leute, die das ganze Jahr hindurch nicht nur in dem erwärmten Wasser der Bade- anstalten, sondern in den kalten Fluten in Gottes freier Natur sich dem edlen Schwimmsport hingeben. Eine begeisterte Verehrerin des Winter- schwimmens, die Trägerin des englischen Längenrekords für Schwimmen, Agnes Nicks, sucht in einer Londoner Wochenschrift ihre Landsleute für diese Leibesübung zu gewinnen, die sie für überaus gesund hält. „Die gegenwärtigen Monate", schreibt sie, „sind erwiesenermaßen die gefährlichsten für Erkrankungen aller Art, und es ist die Pflicht eines jeden, sich nach Möglichkeit gesund zu erhalten. Als ein vorzügliches Mittel dafür empfehle ich: „Schwimme im Winter!" Sicherlich wird man mir antworten: „Da werde ich mir die Erkältung holen", aber meine Erwiderung lautet: „Keineswegs!" Man kann sich erkälten, toemx Man sich dem Zuge oder einem längeren Frösteln ausseht, aber noch niemals hat sich einer meiner Bekannten irgendeine Schädigung zugezogen, toemx er täglich kurze Zeit im kalten Wasser schwimmt. Ich selbst bin das beste Beispiel, denn ich schwimme jeden Morgen Sommer und Winter in dem nahegelegenen See und jedes Wochenende gehe ich ans Meer, um dort zu schwimmen. Ich springe sofort hinein, schwimme fünf Minuten, aber nicht länger, und wenn ich dann herauskomme, so fühle ich mich wundervoll gestärkt, bin auch niemals erkältet gewesen, seit ich diesen Sport betreibe. Beim Schwimmen werden alle Muskeln und Verven von den Zehen bis zum Backen und den Schultern angespannt und bewegt. Diese gesunde Bewegung verhindert das Kältegefühl. Das eiskalte Wasser aber regt das ganze Nervensystem an und stärkt es gegen jede Ansteckung, die man sich während des Tages holen könnte. Ich kenne nichts Schöneres als dieses Winterschwimmen und ziehe es dem Aufenthalt in dem lauwarmen Wasser der Sommermonate bei weitem vor. Nur ein Bedenken besteht. Wenn der Tag ungewöhnlich kühl ist, bann muh man sich dagegen schützen, daß man einen Krampf bekommen kann. Zu diesem Zwecke reibt man sich den Körper mit einer dünnen Schicht von Ocl oder Fett ein. Das verhindert das unangenehme Schaudern und macht zugleich den Körper leicht und beweglich im Wasser. Ich glaube bestimmt — und maßgebende Aerzte stimmen mir darin bei, daß die Menschen gesünder wären, wenn recht viele auch im Winter im Freien schwimmen Kriegsbeschädigten-Tagung. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen im Kreise Gießen hielt im Lokal „Zum Dchipkapaß" eine KreiSkonserenz ab. Die Tagung erhielt ein besonderes Gepräge dadurch, daß Sie GeschästssteUe für Oberhessen mit dem Sih in Gießen auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann. Der 1. Dorsihende deS Kreises, Kam. Schirm» beck, Gießen, eröffnete die Konferenz. Anwesend war u. a. auch Gauleiter Kam. Tauer, Darmstadt. Gausekretär Benner, Gießen, gab sodann den Geschäftsbericht. Bei Eröffnung der Geschäftsstelle vor 10 Jahren waren in Oberhefsen etwa 1500 zahlende Mitglieder vorhanden. Diese Zahl hat sich bis zum heutigen Tage etwa verdreifacht. In allen Teilen Oberhefsens ist der Reichsbund heute eine feste Stühe der Kriegsopfer. Er verfügt über geschulte Funktionäre, die jederzeit Rat und Auskunft in Versorgungsangelegenheiten geben können. Im Laufe der letzten 10 Jahre wurden 5 größere Tagungen abgehalten; 1930 fand der Gautag für Hessen in Gießen statt. Beim Bcrsorgungsgericht Darmstadt, Spruchkammer H, Gießen, wurden in den letzten 10 Iabren etwa 4000 Prozesse vertreten, wovon etwa 40 Prozent mit Erfolg beschlossen wurden. Vielen Hunderten von Mitgliedern wurden dadurch ihre Renten wieder zugesprochen. Weiter lieh der Referent die Inflalionsiahre an den Augen der Mitglieder vorüberziehen, die ein ganz besonderes Maß von Verantwortung an jeden einzelnen stellten. Die Postein- und Ausgänge steigerten sich von Jahr zu Jahr und betragen heute etwa 1200 Ein- unb 1400 Ausgänge. 3n den einzelnen Kreisen werden ständig durch den zuständigen Gausekretär Sprechstunden abgehalten. Weiter gab Kamerad Benner noch einen zahlenmäßigen Bericht über die lausenden Arbeiten des Kreises Gießen. Am Schlüsse seiner Rede dankte er allen denen, die an der Entwicklung des Reichsbundes mitgeholfen haben, sowie dem Bezirksvorstand unter Leitung der Kameraden Schneider und Schirmbeck und dem Ortsgruppenvorstand von Gießen unter Leitung des Kameraden Walldorf. Der Reichsbund hat heute ein modern eingerichtetes Bureau und ist in der Lage, allen Anforderungen gerecht zu werden. Kamerad Schirmbeck dankte dem Geschäftsführer für seine Dienste und ergänzte die Darlegungen. Nachdem der Kreiskassierer, Kamerad Hammel, Wiescck, den befriedigenden Kassenbericht abgelegt hatte, sprach Kamerad Tauer, Darmstadt. über „Die Notverordnungen, ihre Rechtmäßigkeit und Auswirkungen". Der Redner gab in,etwa l'/.stündigen Ausführungen einen Heber- Wir bekämpfen die Not. Helft mit! Städtische Nothilfe 1930. blick über die seit Juli v. I. bestehenden Notverordnungen, ihre Auswirkungen für die Kriegsopfer, ihre Rechtmäßigkeit und Rechtsgültigkeit. Er ging von der Entwicklung der Reichsfinanzen aus, schilderte die von der Reichsregierung geplanten Sparmaßnahmen. die bis jetzt durchgeführt worden sind. Er sprach von den Versuchen der Reichsregierung, die Rechtsbezüge in Kannleistungen umzuändern. Er führte weiter aus, daß die Reichsregierung versucht habe, besonders an den für die Kriegsopfer ausgetoorfenen Mitteln zu sparen. Leider fei der Artikel 48 der Reichs- verfassung auch aus die Opfer des Krieges an- gewendet worden. Eine ganze Reihe gesetzlich verankerter Bestimmungen sei durch die Notverordnung aufgehoben oder umgetoanbelt worden. Der Reichsbund habe sich im Laufe des letzten Jahres bemüht, eine Rechtsungültigkeit dieser Notverordnung zu beweisen, bzw. Milderungen zu erreichen. Der intensiven Arbeit des Bundesvorstandes sei es auch gelungen, wesentliche Erleichterungen zu erreichen^ Nach einem Appell £ur weiteren Mitarbeit in schwerer Zeit schloß der Redner seine Ausführungen. Der Kreisvorstand wurde wiedergewählt; ebenso die Reviforen. Dann sand noch eine rege Aussprache über verschiedene organisatorische Angelegenheiten statt. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 15. März, 17.30 bis gegen 22.45 älhr: „Die Meistersinger von Nürnberg". — Mo. tag, 16., 19 Li, gegen 22-0 „Bi,.o- ria und ihr Husar". — Dienstag, 17., 19.30 bis nach 22: „Madame Butterfly". — Mittwoch, 18., 19.30 bis gegen 22.30: „Das Spielzeug Ihrer Majestät". — Donnerstag, 19., 19.30 bis 22: „Die Boheme". — Freitag, 20., 19.30 bis gegen 22.30: „Simone Boccanegra". — Samstag, 21, 19 bis 22: „Der Zigeunerbaron". Schauspielhaus. Sonntag, 15. März, 15.30 bis gegen 18 älhr: „Grand Hotel". 20 bis gegen 23: „Phaea". — Montag, 16., 20 bis gegen 23: „Phaca". — Dienstag, 17., 20 bis 22.30: „Rotation". — Mittwoch, 18., 20 bis nach 22: „Gelegenheit macht Diebe". — Donnerstag, 19., 20 bis nach 22.30: „Diel Lärm um nichts". — Freitag, 20., 20 bis 22.30: „Wilhelm Teil". — Samstag, 21., 20 bis 21.30: „Tarlüsf". vewienaoszug 5. Klasse 3S. Preutzisch-Lüddemsch« (262. Preutz.) Elaals-Lollerie Ohne Gewähr Nachdruck verdolei Bus jede gezogene Nummer sind zwei gleich bebe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen 1 und II 28. Ziehungstag 12. März 1931 3n der heutigen Vormitlagsziebung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 4 •«■inne |u 10000 M. 246561 300994 8 •«»innt in 5000 65226 116866 117860 384714 20 Oteinnt iu 3000 M. 9608 18807 43742 108396 169950 236376 286688 368163 370754 392247 68 •«■Inn. |u 2000 4H. 18731 26844 28928 33499 41461 71964 74195 82818 87483 99730 126547 164335 191369 191915 193458 198816 206461 220329 225084 232867 254843 255736 257531 262886 273060 280306 292507 316222 320381 328821 333752 366287 376864 377309 126 •ttolne« ,u 1000 71l. 7763 11892 29539 30011 31351 44511 76549 78452 82455 86695 87021 95358 98599 104258 106603 107096 113900 120571 124833 126939 137564 139321 140453 144942 146834 153086 164141 173193 173654 183631 187114 194799 194951 217249 224971 228437 240511 257283 258929 268765 278959 293046 296708 298035 300345 305016 307267 319006 333224 336428 340691 342955 351201 363896 359119 360339 365279 374728 378578 385143 385470 390465 392511 194 •ttoinn« m 500 M. 355 4893 6028 8652 1 3418 18604 23814 25761 46202 49377 59155 62218 64294 64796 68113 68418 72604 72828 73426 81955 87948 90294 95100 109252 112265 115729 118612 119825 121570 124212 125036 135860 138310 140279 142962 148452 150679 152642 153120 158533 159280 161471 163511 170830 172975 173793 174296 176880 191677 192911 193947 197476 198476 201526 205892 206109 208859 220615 222140 223352 228152 231268 238885 248616 259073 261195 264121 264920 2667S9 268992 274674 278138 278426 279540 295431 296231 302416 306432 306917 308671 312976 313053 321380 322694 323798 339517 341968 343013 345521 352710 356126 362476 364366 366417 368348 374173 396873 In der heutigen Nachmiltagsziehung wurden Gewinne über 40 > M. gezogen 6 Ottmnnt 1U 10000 OT. 198240 281474 354197 10 •♦■inne fu 5000 M. 24349 216877 238128 329569 343984 12 •ttoinn.'.u 3000 27868 52560 220796 228975 265894 392109 40 •«»inne >u 2000 DI. 2327 11350 19020 21206 55523 110515 160563 220335 231111 232928 245835 278114 279455 235031 288807 300824 313074 313583 333474 357227 88 ©ttoinnt «u 1000 M. 1822 5760 11812 18627 26838 31424 42899 92135 101726 107865 117390 136456 140996 147104 161712 162268 164131 186992 205937 207055 212933 222107 222294 223075 225358 239472 245583 258135 259997 266790 272458 296828 299396 309415 320355 324829 337908 343732 348904 362330 372337 375418 380526 385853 144 Gewinn« ,v 500 W. 1366 1464 7998 9285 11791 14890 15795 15988 17867 25381 28763 32215 36260 37123 46524 51679 66881 76802 100325 113198 128208 133501 133522 135611 140118 142530 153850 155731 156625 158627 164474 174980 178872 185504 185621 185726 188706 193301 195546 201227 203028 211252 218236 221282 229331 235884 240440 253027 256106 267026 270628 288992 292552 305430 316260 321214 323369 324042 328961 332315 333921 342088 347353 355163 357527 359541 367850 373285 391085 394405 397670 399562 Im Geivinnrade verblieben: 2 Prä» icn zu je 600000, 8 Gewinne zu je 10000. 14 zu je 5000, 39 zu je 3000, 90 zu je 2000, 142 zu je 1000, 230 zu je 600, 686 zu je 400 Dl. (Schluß des redaktionellen Teils.) (Ein Jubiläum im Zeilungsfach. Mitte März kann die angesehene Annonccn-Expe- dition August Pcrtzborn in Berlin SW 68, Lindcn- strahe 86, auf ihr 25jcihriges Bestehen zurückblicken. Das Unternehmen erfreut sich bei seinen Kunden und bei den deutschen Zeitungen besten Ansehens, ebenso wie der Inhaber als seriöser Geschäftsmann und liebenswürdiger Mensch allgemein geschätzt ist. Wir wünschen der Firma auch weiterhin olles Gute. ©AX'h,.ibe„ Motor-Fahrrad (Herrenrad) ab Werb mit Vorderradantrieb und Ballonbereifung KM 198.- „MOTOSULM Unter den uhlloien Einsendungen wurden hunderte gleicher Nemen von den Bewerbern vergeichlegen. Deihalb eu»ite de» Lo* unter notarieller Kontrolle entscheiden. Ei erhielteni I. Preis: Rudolf Bormann, Leipzig II. Preis: I. Stein, Lauenburg III. Preis: Paul Koch, Berlin-Lichterfelde IV. Preis: Alfred Reiche, Leipzig V. Preis: Frau M. Meseke, Eilensen VI. Preis: Xaver Schindlbeck, Roding VII. Preis: Chr. Kühler, Heilbronn a. N. VIII. Preis: Walter Wehinger, Dornbirn FOr die auuerordanlllch grone Beteiligung an unterem Preiwmdireiben denken wir eilen Einsendern verbindlichU. De» grone Inferene weitester Kreise (i> uns ein Bewert defUr, den wir eilt de, Schaffung unterer Motor - Fehrredes .Motoioln* tu dem konhurrentlo* billigen Prell dei Bldilige getroffen haben. NSU VEREINIGTE FAHRZEUGWERKE A.--G. NECKARSULM WÜRTTEMBERG 3 äu Gieße« bei: Ernst Noll, Kaiser-Drogerie, Lindenplatz 5. yn Langd bei: Wilhelm Tietz. 358V ■■ Kat ■■ Auskünfte tnNechto-, Straf-. Famil.-Ange- legenvetten, Gesuche. Verträge. Beobach, langen. Ueberwachg. und Ermittlungen vretörv. streng dtskr. u. an all. Orten ert. u. erledigt Detektiv. Bnreeu.n.Auekenitei InU,K.6eri,Bad-fiian- bei«. Kvretr. 17. Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstrelle 7 Vertreter: Aug. Fö ster, Bahnhofstraße. Sirinroti Wir Xbesond. billig fGnmmlsdiQrzenA 1^0,üOu.MOd.St.l \ Drogerie WinlerhoII/ X^Kreuzplatz Bremsbelag und KuvvlungSbelas liefert Fr. 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März, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Marie Velten, geb Kehler Ernst Velten nebst Braut Familie Otto Möll und Kinder. Heute abend 6% Uhr entschlief sanft nach kurzer Krankheit mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Walltorstr. 12 1617 A Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Ernst Kalbfleisch Familie Wilhelm Stephan. [Verschiedenes! •Vunuomculcie.ie Saafka.fossel aruette A binar IN obron> i, Industrie u. Edel- traut ;1 3ir. 2 80 Dl. Pamassta, Massen« karfossel sehr einträglich LZ r.2.50'DL abzugeben ab > ter. Landwirt Hermann Bin ing Unter-Widdcrohelm 'iSoit» u Bahnsiation Ober - Widderöhetm uct Echzell in der Wetternu. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, für die vielen Kranzspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Sattler am Grabe und allen die ihm die letzte Ehre erwiesen haben sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Eliese Jung geb. Rau. A Knabeninstitut Lucius Forsthaus bei Echzell,Oberhessen Unterricht u. Erzieh. Sexta / Untersek. O Bealsch. u. Realgym. Gründl. Unter richt in kl. Klassen. Behebung v. Schul Schwierigkeit, durch sorgf. Erziehung zu Ptlichtbewußts. u selbst. Arb. Best. Erfo.ge auch bei nerv, n zersir. Jungen. Ges. Lage an ausgedehnt.Waldung Spon oh.Utiertr Persönl.Empfehl. Ausfuhr!. Prospe*--1d. I r.Lucius. im 80. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Klinkei, geb. Will nebst allen Angehörigen. Lollar, den 12. März 1931. Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. März, naebm. 2% Uhr, von der Leichenhalle aus statt. _______________________________________________1923l> Zuhab.InApotuei., Drogen u. wo Plakate lieh. har. «34 V Danksagung. Für die aufrichiige Teilnahme bei dem Heimgange unserer teuren Entschlafenen, Fräulein Käthe Becker sagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christoph Becker. Gießen, den 14. März 193L Danksagung. Für die überaus zahlreichen und herzlichen Beweise der Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. 500 W. gen. nute Sicherheit aus Prtvat and zu leihen gesucht. Schr. Ang. unt. 18S5D an den Glien. An reiner Heute nacht gegen l‘/4 Uhr entschlief nach kurzem schweren Leiden meine junge, innigst geliebte Frau, unsere hebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester. Schwägerin und Enkelin Anni Kohlberger geb. Völpel im Alter von 23 Jahren. Die t eftrauernden Hinterbliebenen: Otto Kohlberger und Kind Heinrich Völpel und Familie Ludwig Kohlberger u. Familie Philipp Völpel und Frau. Lollar, den 12. März 193L Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. März, nachtn. 2 Uhr. von der Leichenhalle aus stall. _________________________________________________________________192J D I Butzbach Heute morgen 5 Uhr entschlief nach langem Leiden, nach einer Operation, mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Herr Heinrich Velten im 57. Lebensjahre, W dem J 3m Fluge Hai s dem Kriege die 1 ein Gebiet in den heute nicht ihren reitet, steuert das bringt, flöht du spielt Tennis, ®i Wall. In alk auf dem Plan 11 men es mit man ctft jetzt ganz erj Wimgcn ist di der Lache, daß Merfreii lönnen. Die Frau Dettkampftä ven Leibesübunge Mann. Aber dies »rau schädlich Qu gememen gegen di, L".e Einwendung Meinungen der £ Leibesübun 6inÄUl^cit be lch°n Auswa giSS tos bei 5* faft^ e "ur bi, g ann L t 4 e Lohnen -b> den enornS ^nm Id Derk SÄ Raucher- Katarr^ wäre '°L währten A? «fs Brnst-C» reellen- b» rss Kaiser6 Brust- Caramdlen mitdeniTannen H i“ ®! 'Äa" Dieburi ’Ä Dieburg Hafl'U * ~ tze, Lisliga. O" hcrrorrogr Äkton°Z°^nd langer J (t ÄamiM. Lr L 2egM des A Länderspiel M durch 2iod'0 über Anzeige.) xMnnir^l geg< M ßonntag Echllhenhoufes v" genannten beid.n Überstehen. Es W «n- und Samen' Doppel ausgetrag Damen und -Hei verfügen, Hal JJ vom Daldfpor p. hiesige Derhaltnif Aeihen. Der Aue (5pidvereir Sie Fußballabiei lege zuläßt, am 5o schäften auf das 6 unh ßigareferoemar einem Ruf des ä seid, der auch z Fulda, gehört und (innimmt, somit 1 Hink verfügen hüt eine veränderte 1 müssen also sehr c Tressen erjolgreid Läuferreihe unh' sollte über even Sturm hinpeghel Die Ligarcserv sportverein Germ Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Marie Frey Wwe. geb. Schäfer wurde am 13. d. M. von ihrem schweren Leiden im 74. Lebensjahre erlöst. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Frey Familie Friedrich Frey Familie Adolf Frey Familie Paul Mania. Wieseck, Nieder-Bessingen, Leihgestern, Düsseldorf, den 14. März 1931. Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. März, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. _______________________________01549 ZumFaselmarkt stelle ich in meinem Fabrikhof gegenüber dem Bahnhof meine Qualitätserzeugnisse aus und lade zur gefälligen Besichtigung derselben freundlichst ein. 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Marz festgesetzt worden. — Die Ligamannschaft dos VsB. benutzt den Sonntag zum Austrag eines Gesellschaftsspiels gegen die Ligamannschaft der „Hassia" Dieburg auf dem Waldsportplah. — Hassia Dieburg repräsentiert beste Mainische KreiSliga. 3n der Kreisligatabelle hat sie einen hervorragenden Platz inne. Den Tabellenführer Viktoria Walldorf vermochte sie vor nicht allzulanger Zeit eindrucksvoll zu schlagen. — Die Mannschaft galt lange als Favorit für die Meisterschaft der Äreisliga. Die Liga des VfB. wäre diesen Umständen entsprechend in aller Stärke aufzustellen, wenn günstig abgeschnitten werden soll. Dieburg verfügt über eine technisch ausgezeichnete und schnelle Mannschast. Der Beginn des Spiels ist auf 14.30 Uhr festgesetzt, do ab 16 Uhr auf dem Waldsportplatz das Länderspiel Deutschland—Frankreich aus Paris durch Radio übertragen wird. - (Nähere- in der Anzeige.) Tischtcnnis-Klubkamps VfB. 08 Gießen gegen VfL. Wetzlar. Am Sonntag werden sich im Saale des Schützenhauses die Tischtennis-Abteilungen der genannten beiden Vereine im Klubkampf gegen* überstehen. Es werden ungefähr 16 Spiele, Herren- und Damen-Einzel, Herren- und gemischte Doppel ausgetragen werden. Während die DsL.» Damen und -Herren über eine längere Praxis verfügen, hat die junge Ping-Pong-Mannschaft vom Waldsportplah mittlerweile schon einige für hiesige Verhältnisse erstklassige Kräfte in ihren Reihen. Der Ausgang dieses Turniers ist offen. (Spielfrereitugung 1900 Giehen. Die Fußballabteilung schickt, sofern es die Wetter- l.'ge zuläßt, am Sonntag alle vier Senioren-Mann- fchaften auf das Spielfeld. Auswärts weilen Liga- und Ligareservemannschaft. Die Ligamannschast folgt einem Ruf des Sportvereins 1 906 Als - f c tb, der auch zur ersten Bezirksklasse, Gruppe Fulda, gehört und dort den dritten Tabellenplatz einniinint, somit über eine sehr beachtliche Spielstarke verfügen dürfte. Die Gießener, die im Sturm eine veränderte Aufstellung ausprobieren wollen, müssen also sehr auf der Hut sein, wenn sie dieses Treffen erfolgreich bestreiten wollen. Die fähige Läuferreihe und das solide Spiel der Schlußleute sollte über eventuell auftretende Schwächen im Sturm hinweghelfen. Die Ligareserve reist nach Marburg zum Rasensportverein Gerntania 08, einer spieltüchtigen Elf, die um die diesjährige Meisterschaft ein gewichtiges Wort mitredet. Da auch die Blauweißen in letzter Zeit recht Gutes leisteten, steht der Sieger in dieser Begegnung noch nicht fest. Die 1900er müßten nur in der Spielanlage mehr Mannschaftsgeist beweisen, dann blieb der Erfolg sicherlich nicht aus. Die dritte und vierte Mannschaft treten auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe der ersten und zwei ten Elf von Wieseck entgegen. Der Ausgang der beiden Kämpfe ist offen. Wiesecks Mannschaften haben In der letzten Zeit sehr an Spielstärke gewonnen. Jugcnöfpielc. Die Ligareserve hat die 1. Mannschast von Rieder-Weisel zu Gast und wird sehr aus sich herausgehen müssen, wenn sie siegreich sein will. Die 1. Jugend fährt nach Ridda und tritt dort zum Rückspiel der 1. Jugend vom Tv. Viktoria gegenüber. Das Vorspiel in Gießen konnten die damals mit Ersah spielenden 1900er mit 6:1 gewinnen. Da diele die Fahrt komplett antreten, rechnet man bestimmt mit einem Sieg. - Die Schüler messen ihre Kräsle mit der neugebildeten Schülerabteilung aus Wieseck. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. FC. 1926 Großen-vuseck (Liga) gegen Spiel- und Sportverein Ehringshausen. Zum letzten Verbandsspiel der 2. Vezirksklasse im Gau Gießen-Wetzlar stehen sich am Sonntag die obengenannten Mannschaften gegenüber. Das Spiel mußte infolge schlechten Wetters und Absage des Gegners bis jetzt zurückgestellt toerDcn. Der Spiel- und Sportverein Ehringshausen (Kreis Wetzlar) stellt eine äußerst starke Mannschaft, die aber durch den Abgang eines der besten Spieler etwas geschwächt sein wird. Trotzdem wird sich Großen-Buseck anstrengen müssen, um den Gegner zu überwinden. Die Mannschaft der Einheimischen, die durch Verstärkung eine bessere und durchschlagskräftigere Zusammenfassung gefunden hat, sollte, nach den seitherigen Leistungen, gut aus diesem letzten Spiel herauskommen. Durch eifriges Training wurden einige Schwächen behoben, die bei gutem Anpassungsvermögen in der Zukunft nicht mehr auftreten sollten. Der Busecker Torhüter will sich zum letztenmal aktiv beteiligen. Für den Verein wäre das um so mehr zu bedauern, als gerade er mit der Mannschaft sehr eng verwachsen ist. Handball im Gau Hessen (O. T.) Tv. Heuchelheim — Tv. Ivehlar-Riedergirmes. Anläßlich des hier stattfindenden Bezirksgeräte wetturnens findet auf dem hiesigen Sportplätze nachmittags ein Handballspiel zwischen dein hiesigen Turnverein und dem Turnverein Wetzlar-Niedergirmes statt. Der Gegner ist der diesjährige Meister der Meisterklasse und spielt im kommenden Spiel- Oie Frau und der Sport. Nicht dem Manne nacheifern. — Gesundheit geht vor Sieg im Wettkampf. 3m Fluge hat sich in den wenigen Jahren nach dem Kriege die Frau den Sport erobert. Kaum ein Gebiet in den Leibesübungen, in dem die Frau heute nicht ihren „Mann" steht. Sie schwimmt, reitet, steuert das QIulo, lenkt das Flugzeug, läuft, springt, stößt die Kugel, schleudert den Diskus, spielt Tennis, Golf, Hockey, Handball und sogar Fußball. 3n allen Sportarten erscheint die Frau auf dem Plan und die Spihenkönnerinnen nehmen es mit manchem Mann auf. Auf dem ihr erst jetzt ganz erschlossenen Tummelplatz der Leibesübungen ist die Frau mit so großem Eifer bei der Sache, daß Ueberfreibungcn nicht ausbleiben können. Die Frau, hat einen weit stärkeren Drang nach Wettkampftätigkeit bewiesen, als der ihr in den Leibesübungen von vornherein überlegenere Mann. Aber dieser Tiebereifer muß sich für die Frau schädlich auswirken. Werden auch im allgemeinen gegen die sportliche Betätigung der Frau feine Einwendungen erhöbe», so gehen doch die Meinungen der Sachverständigen bei der Frage, welche Leibesübungen die Frau ohne Gefahr für ihre Gesundheit betreiben kann, weit auseinander. Sind schon Auswahl und Ausmaß der sportlichen Hebungen für die Frau strittige Punkte, so verschärfen sich die Gegensätze noch mehr, wenn es heißt, die Beteiligung der Frau an sportlichen Wettkämpfen zu erörtern. Gerade im vergangenen Jahr hat uns die Japanerin Hitomi ein krasses Beispiel gegeben, wie es die Frau nicht machen soll. Obwohl Hitomi, wie kaum eine andere ihrer Geschlechtsgenossinnen, für sportliche Wettkämpfe prädestiniert ist, rächte sich selbst bei der zähen 3apanerin der von Wettkampf zu Wettkampf gehetzte Körper. Als die überanstrengten Muskeln den Dienst versagten, vermochte nur die ungeheure Energie und der fast männlich anmuteni>e fanatische Siegeswille der Tochter des fernen Ostens die letzten noch vorhandenen Kräfte zu Höchstleistungen anzupeitschen. Zu solch einem Raubbau sotten aber unsere Frauen ihren Körper nicht mißbrauchen. Lohnen schon einmal die errungenen Preise nicht den enormen Verbrauch an Kraft und Energie, so kann andererseits auch leicht die Gesundheit einer sonst kräftigen und widerstandsfähigen Sportlerin infolge Tieberanstrengung für das ganze Leben erschüttert werden. Die Frau ist auf einer falschen Fährte, wenn sie gleich dem Manne den Weg zu „Kraft und Schönheit" durch den Sport finden will. Was für den Mann bei Kraft und Schönheit finngemäß angewendet werden kann, kann und muß bei der Frau Disharmonie erzeugen. Selbst bei einer veranlagten, kraftvollen Frauennatur müssen übermäßige Beinmuskeln, breite Schultern, schwellende Bizeps unästhetisch wirken. Sehr wesentlich ist bei dieser Frage, daß zwischen Mann und Frau im Körperbau große Tlnterschiede bestehen. Sowohl in Größe und Gewicht bleibt die Frau hinter dem Mann zurück. 3m kleineren Brustkorb finden wir auch kleinere Organe. Der Schwerpunkt der Frau liegt tiefer als beim Manne und somit hat die Frau bei allen Fortbewegungen einen viel größeren Widerstand zu überwinden. Die Knochen der Frau sind leichter und dünner und damit auch weniger widerstandsfähig. Die Muskelmasse der Frau ist fettreicher und wirkt daher leichter ermüdend, ebenso wie die geringere Menge von roten Blutkörperchen, die eine stärkere Pulsarbeit bedingt. Diese herausgegriffenen Beispiele beweisen am besten, daß die Frau im Sport viel größere natürlichere Widerstände zu überwinden hat als der Mann. Entsprechend ihrem Wesen betreibt aber die Frau den Sport mit großer innerlicher Hingabe und kann im heißen Wettkampf viel leichter unbemerkt Schaden nehmen. Tleberanstrengun- gen sind daher auf alle Fälle zu vermeiden, Denn, wie bereits angeführt, kann die Frau durch die Eigenart ihres Körperbaues nicht in allen sportlichen Hebungen dem Manne nacheifern, da ihr von der Jtafur enge Grenzen gezogen sind, die nicht überschritten werden dürfen. Aber auch in den ausgewählten gefahrlosen Hebungen lege man lich weise Beschränkung auf und Überspanne nie die Kraftleistung. Wahre und echte Freude am Sport wird Die Frau nur genießen, wenn sie den Rat befolgt, daß für sie niemals dos höchste Ziel der Sieg ira Wettkampf sein Darf, sondern nur die durch sinngemäße Leibesübungen erzielte dauernde Gesundheit. — fahr in der Kreisklasse. Man Darf sehr gespannt aus den Ausgang dieses Freundschaftsspieles lein. Vorher spielt die Jugend gegen eine Mannschaft des Turnvereins Krofdorf. Dor dem Länderspiel. Nur noch knapp ein Tag trennt uns von dem mit so großer Spannung erwarteten ersten Fußball-Länderspiel gegen Frankreich, dos am Sonntag im Pariser Stadion Coloinbes ausgetragen wird. Die deutsche Mannschast ist nach verschiedenen Schwierigkeiten geboren worden und man muß ihr mit ziemlich viel Vertrauen gegenüberstehen, wenn auch einzelne Poften nicht richtig beseht erscheinen. Sie bange Frage der Besetzung des Sturmsührerpostens erscheint mit Der Ausstellung des Pirmasenser Hergert befriedigend geregelt. — 3n Frankreich nimmt man unsere Aufstellung sehr ernst und ist im großen und ganzen von einem deutsche »Siege überzeugt. Frankreich hat einen schweren Ausfall erlitten, da Der Mittelstürmer Ricolas außer Gefecht gesetzt ist. 3n Frankreich ist man über Das gewaltige 3ntcreffc, das diese Begegnung in Deutschland findet, erstaunt. Man nimmt zwar auch in Frankreich diesen Kampf sehr ernst, Die von deutscher Seite ausgebrachte Begeisterung ist aber für französische Verhältnisse unbegreiflich. Ob die deutsche Begeisterung in so hohem Maße berechtigt ist, darf man mit Fug und Recht bezweifeln; daß in einer Rotzeit 15 000 Deutsche lediglich um eines Fußballspieles wegen nach Poris sahren müssen, erscheint zum mindesten sehr überflüssig, wenn man schon davon absehen will, ein derartiges Massenausgebot an Zuschauern glatt abzulehnen. Man begeistert sich auch in Frankreich an sportlichen Großereignissen. Man wertet aber diese Ereignisse nicht in Der in Deutschland üblichen Weise und ist nüchterner und ruhiger in diesen Dingen. Der Rückkampf in Deutschland wird jedenfalls keine solche Zahl französischer Schlachtenbummler sinden. Man wird also in der französischen Hauptstadt ein großes Augenmerk aus Den Troß der deutschen Zuschauer lenken und es ist daher durchaus nicht unangebracht, alle nach Paris fahrenden Deutschen zu ermahnen, sich in fremdem Lande so aufzuführen, wie wir es zu Hause von Gästen erwarten. 90. Feldbergfess-Turntag der OT. Am Sonntag, 15. März, findet in Heddcrn heim der 90. Feldbergfest-Turntag statt, zu dem jeder Lerein des Mittelrheinkreises der DI. einen Vertreter entsenden kann. Der Turntag ist von besonderer Bedeutung, weil er über die neuen Satzungen zu beschließen hat. Ein Antrag des Tv. Nieder rad fordert, daß fiir Die Turner über 45 Jahre eine besondere Wettkampsklasfe eingerichtet wird. Als Tag für das diesjährige 7 7. Feldderfest wird dcr 14. Juni in Vorschlag gebracht. Bestleistungen der Allgemeinen Deutschen Turnerschast Zn einer Blindesturnausschusz.Sitzung in Raun heim wurde nachstehende iBcftleiftungskfte dcr 21 DI. ausgestellt: Lauf: 100 Meter: 10,8 Sek, Lemke, Barmen: 200 Meter. 23,0 Sek., Lemke, Bannen. 400 Meter. 52,8 Sek., Schäfer, Echzell: 800 Meter: 2:06,0 Min, Jäger, Ehningen: 1500 Meter: 4:19,0 Min., Eitel. Zell n. 91.: 5000 Meter: 16:14,9 Min., Siegel, Mor fcIDcn; 110-Meter-Hürden: 16,8 Sek., Kammerer, Asperg: 4X100-Metcr Staffel: 44,9 Sei., Oehler Io. Barmen: 3X1000-Meter Staffel > 27,6 Min., Svgg. Dcggcrlod); 1500 Meter Staffel: 3:41,8 Min., Iv. Kaltental. Weitsprung: 6,65 Meter, Lemke, Barmen: Hoch- fprung: 1,72 Meter, Kammerer, Asperg: Stabhoch iprung: 3,40 Meter, Roos, Duisburg; Hardt, Kelster bad); Kugelstoßen: 14,35 Meter, Schneider, Rüssels heim; Steinstoßen: 9,05 Nieter, Kaufmann. Munster: Diskuswersen: 40,02 Meter, Schneider, Rüsselsheim; Speerwersen: 53,23 Meter, Kaufmann, Münster. Gauschwimmen in Laubach. Aus dem 99. (Sauturntag des Gaues Hessen Der Deutschen lurnerschast. Der am vergangenen Sonn tag in Gießen stattsand, wurde beschlossen, das Kau schwimmen für 1932 Der I u r n g c in e i n D e U a u dach zu übertragen. Kurze Sportnotizen. Das Endspiel um den D F B. o k a l zwischen Süddeutschland und Mitteldeutschland am 19. April in Dresden wird von Dem Berliner Schiedsrichter 93 i r l e in geleitet werden. Taten für Sonntag 15 März. Sonnenaufgang 6.17 Uhr, Sonnenuntergang 18.03 Uhr. — Mondaufgang 5.31 Uhr, Monduntergang 13.43 Uhr. 44 v. Ehr.: Julius Cäsar in Rom ermordet. Taten für Montag, 16. März. Sonnenaufgang 6.15 Uhr, Sonnenuntergang 18.04 Uhr. — Mondaufgang 5.48 Uhr, Monduntergang 14.56 Uhr. 1925: der Mediziner August von Wassermann gestorben. Neues für den Büchertisch. — Leopold Ziegler: „25 Sätze vom Deuts-chen Stan t". Verlag Otto Reichl, Darmstadt. (11) — Deutschland steht nach Der Ausfassung Zieglers nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch hart am Abgrund, da es in einer Staatsform lebe, Die nicht die seine sei. Wrtschastlich wie staatlich, meint Ziegler, neige sich ein geschichtlicher Zu- stand unter schwersten .Krankheitserscheinungen seinem Ende zu, der schon darum als Ende begriffen werden müsse, weil er einen neuen Anfang fordere. Wenn nicht in den allernächsten Jahren ein neuer Zustand, „Status" oder Staat erstehe, werde es zu spät fein, und das deutsche Volk aus Der Reihe der geschichtlichen Urhebermäd)te ausscheiden. — Das Gothaische Jahrbuch für 1931 ist im Verlag von Justus Perthes für Das Jahr 1931 soeben erschienen. (35.) — Die tadellose Ausführung und Die Uebersichtlichkeit des Werkes bedarf keiner besonderen Hervorhebung. Angenehm fallt auf, daß diesmal alle Hinweise auf ältere Jahrgänge vermieden sind, so daß dieser Band wieder den gesamten Inhalt umfaßt. Bei den Staaten und Kolonien sind alle Grenzveränderungen seit 1900 angegeben. Der Aufbau des Britischen Reiches hat sich »ad) den britischen Reichskonferenzen grundlegend geändert. Statt Der Bezeichnung „SSSR." für die Sowjetunion ist Der Name „Rätebund" ein geführt worden. Neu ausgenommen sind u. a. Ostoberschlesien, die Vatikanstadt und der Allamerika- bund. Der Band ist geschmückt mit den Bildnissen des früheren Senatspräsidenten von Danzig. Dr. Sahin, und des südafrikanischen Ministerpräsidenten, Generals Hertzog. — Bruno Adler: Der Schuß in den Weltfrieden. Die Wahrheit über Serajcrwo. Verlage Dierk & Co., Stuttgart. 3n Ganzlernen 4.90 Mk. (71) — Trotz einer Flut von Literatur ist unser gesichertes Wissen um die dramatischen Vorgänge des 18.3uni 1914 und feine Vorgeschichte gering. Woher kam es. daß der Thnon- solger der ältesten Monarchie und seine Frau dem Verbrechen so leicht zum Opfer fielen? Hnd wer waren die Täter? Woher kamen sie, was wurde aus ihnen? „Ter Schuß in den Weltfrieden" heißt der Bericht, der Die Wahrheit melden will und versucht, frei von jeder politischen Tendenz den seltsamen, unheimlichen Dingen auf den Grund zu gehen. Diese Racherzählung bedeutender Schicksale ergreift und erschüttert tiefer als alle Phcm- kasiehelden und Konflikte der Abenteurer- und Detektivromane! — Handbuch der g c o g r a p h i s ch-e n Wissenschaft, Die Erde in Ratur, Kultur und Wirtschaft, herausgegrben von Pros ssor Dr. K l u t e, Gießen. Akademische Verlagsgelettschaft Athenaion, Wildpark Potsdam (665). Das dur:ch 3nhalt und Ausstattung gleichermaßen ausgezeichnete Werk ist um die Lieferungen 7 bis 10 fortgeführt worden. Sie behandeln die Erdteile Afrika, Südamerika und Australien. Der Herausgeber hat selbst den Abschnitt Landschaft, Pflanzen und Tierwelt Afrikas übernommen. Mitten in das Problem moderner südamerikanischer Einwanderung führt der Beitrag Professor Kühns über Verkehr und Wirtschaft Argentiniens, wahrend Professor Geißler das politisch, wie wirtschaftlich hochinteressante Australien behandelt. — Germania Romana, ein Dilderattas, herausgegebcn von der Römisch-germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, zweite erweiterte Auslage, Band V Kunst getoerbe und Handwerk, mit Erläuterungen nach der ersten Auflage von Friedrich Drexel, bearbeitet von Maria Dersu, C-. C. Buchners Verlag in Bamberg. (623) — Emil Ludwig, Geschenk des Lebens. Preis in Leinen 16 Mark. Verlag Ernst Rowohlt. K.G. Berlin W 50. (17) — Emil Ludwig, dessen bekannte, lehr verschieden beurteilte Biographien aus Literatur, Kunst und Geschichte in Millionenauflagen die ganze Welt überschwemmt haben, sieht in seinem fünfzigsten Geburtstage hinreichend Anlaß zu einem „Rückblick". Man könnte fast sagen, in Ermangelung anderer Objekte für seine biographische Feder nimmt er nach Goethe, Rapoleon. Bismarck, Wilhelm II., Lincoln, Christus, nach Rembrandt, Beethoven, Weber, Balzac, Leonardo nun s i ch selbst vor und widmet auch diesem neuen Gegenstand im ersten Anhieb rund 900 Seiten. Wir haben davon maiiche überschlagen und immer noch genug Hnerfreuliches, oberflächlich und salopp Hingehauenes gesunden, was noch lange nicht stichhaltig ist, weil der „große" Emil Ludwig es mit überlegener Sicherheit als fein Urteil zum besten gibt. Das gilt besonders von vielen Dingen, die Ludwig aus der Kriegszeit berichtet. Er war in dem kritischen Sommer 1914 Korrespondent des „Berliner Tageblatts" in London, später während des Krieges war Ludwig, da wegen Kurzsichtigkeit „d. u“. in Konstantinopel, Athen und Wien für Berliner Blätter tätig. Don deutschen Diplomaten, von Zuständen und Stimmungen bei unseren Verbündeten und in dem nur noch scheinbar neutralen Griechenland weiß er manch interessanten Einzelzug neben vielem altem Getratsch zu berichten. Der nachlässig arrogante Ton, mit dem er in späteren Kapiteln von seinen historisch-biographischen Arbeiten, namentlich von seinem Buch über Wilhelm II. und dessen Aufnahme in dec Oeffent- lichleit spricht, ist nicht jedermanns Sache und wohl auch kaum durch die heftige Kritik an der von ihm kreierten Art Der belletristischen Geschichtsschreibung genügend entschuldigt. Am erfreulichsten sind die Abschnitte, die sein Breslauer Elternhaus, seine Familie, namentlich seinen Vater, einen als Menschen wie Gelehrten gleich bedeutenden Augenarzt, schildern. Keine Wäsche ohne Burnus.' Das haben uns unendlich viele Hausfrauen geschrieben, nachdem sie Buirnus tennengelernt hatten. Burnus bat nämlich infolge seines Ge altes an Enzymen der Pankreasdrüse die wunderbare Eigenschaft, fast allen Schmutz an der Wäsche schon beim Einweichen abzulösen; es besorgt somit berei s den größten Teil der Wascharbeit ganz selbsttätig. Oie hierdurch erzielten Ersparnisse an Wasch- und Jeuerungsmaterial, die Erleichterung der Arbeit und vor allem die Schonung der Wäsche sind beträchtlich Wissenschaftliche Autoritäten, Fachleute und zahlreiche Hausfrauen hoben dies in zum Teil'begeisterlen Zuschriften bestätigt. Machen auch Sie sich diese großen Vorteile zunutze und verwenden Sie Burnus ist in einschlägigen Geschäften in Dosen gu den ermäßigten Preisen von 22 und 54 Pf. zu haben, »eitere Aufklärung über Burnus und feine Wirkung auf Wunsch durch die Aug. Jacobi Akt.-Ges., Darmstadt. Reichs-Handwerks-Woche Arbeit und Selbständigkeit! Von Handwerkskammer-Direktor Schüttler. Sie vom 15 bis 22. März stattfindende Reichshandwerkswoche gibt Veranlassung, einige Betrachtungen über das Wesen und die Bedeutung des Handwerks anzustellen. Welche Rolle das Handwerk im Mittelalter zur Zeit der Zünfte gespielt hat, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Es darf als bekannt vorausgesetzt wer- den daß das Handwerk in damaliger Zeit Achtung und größtes Ansehen genoß, daß es als alleiniger Produzent die Macht besaß, weshalb auch in den damaligen Stadtparlamenten lediglich nach wirt- schaftlichcn Gesichtspunkten regiert wurde, im Gegensatz zu heute, wo die Parteipolitik leider die Hauptrolle spielt. Die Erfindung der Dampfmaschine und das damit allmählich einsetzendc Anwachsen der Fabriken machte diesem Zustand jedoch ein Ende, nachdem schon vorher durch die Aufhebung des Zunftzwanges die Macht des Handwerks ins Wanken geraten war. Das weitere Vordringen der Maschine im Laufe des vorigen Jahrhunderts wurde allgemein als der kommende Untergang, als der Auftakt zum restlosen Verschwinden des Handwerks bezeichnet. Diese Ansicht wurde insbesondere von der nationalökonomischen Wissenschaft vertreten. Einer der bedeutendsten Gelehrten auf diesem Gebiet, Professor So m b a rt bezeichnete das Handwerk nur noch als Ueberbleibsel einer früheren Periode. Als jedoch eine für das Jahr 1907 aufgestellte Statistik ergab, daß 50 o. H. der Bevölkerung in Deutschland noch in Kleinbetrieben beschäftigt waren, gab Sombart seinem Erstaunen darüber Ausdruck und erklärte, die Zukunft des Handwerks fei gesichert, und wer es tot» sagen wolle, befinde sich im Irrtum. Auch die Betriebszählung 1925 und die Erhebungen des Enqueteausschusses in den Jahren 1927 und 1928 Hatzen bewiesen, daß das Handwerk noch acht Millionen Deutsche ernährt, daß es noch weiter- hin als mädjtiger Wirtschaftsfaktor eine besondere Rolle spielen, wird. Es soll keineswegs bestritten werden, daß 'Technik und Moderichtung starke Breschen in da-, Handwerk geschlagen haben. Einige Handwerkszmeige (z. B. Nagelschmicde) sind vollständig verschwunden, andere (z. B. Feilenhauer) nur noch ganz vereinzelt anzutreffcn, wieder andere (z. B. Dreher, Hol «bildhauer) haben infolge der geänderten Geschmacksrichtung schwer um ihre Existenz zu ringen. Dafür sint- aber wieder zahlreiche Arbeitsmögüch- keiten auf aendercm Gebiete entstanden. Eine große Anzahl bestehender Sch'ossereien, Schmiede- und Mechaniker betriebe hat sich umgcstaltet in Auto- schlossereien,, ferner sind die Autolackierereien und der Kaross'triebau zu erwähnen, die sich das Handwerk in Elffassung der durch die fortschreitende Entwicklung gergebenen Umstellung zu eigen gemacht hat. Man denke weiter an die Arbeitsmöglichkeiten auf dem Gebicite der Elektrizität, der Radioindustrie und der modernen Oberflächenbehandlung. Das Handwerk hat sich behauptet und wird auch weiterhin danach streben, die ihm in der Wirtschaft zukonnmende Stellung zu erhalten. Um dies zu erreichen, verlangt das Handwerk keine Son» derbehcindlunq für sich und seine Interessen, sondern lediglich Rücksichtnahme auf seine Wünsch«, die seiner besonderen Wirtschaftsstel- lung entjiiringen. Die au ff Industrie und Bergbau zugeschniltenen gesetzlichen, Bestimmungen der Nachkriegszeit haben dem selbständigen Handwerk schwere Schäden zugefügt, to sie die schematische Anwendung dieser Bestimmungen auf das Handwerk ohne jede Rück- fichtnahnrc auf desicn besonders gelagerte Verhältnisse durchgefÄhrt wurde. Handwerk und Industrie sind zwei Produktionszweige, die sich in den wesentlichsten Teilen der Produktionstätigkeit ganz beträchtlich unterscheiden. Handwerk in seiner ursprünglichen Bedeutung ist das mit der Hand vollbrachte Werk. Der Meister, der zugleich Geschäftsführer, Werkmeister und Kaufmann in seinem Betrieb ist, produziert in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Bedarfsdeckung. Das einzelne Werk wird meist nach besonderen Wünschen des Kunden hergcstellt. Die Geschicklichkeit und dos Können des Meisters und seiner Gesellen entscheiden über die Qualität des Werkes. Und gerade hierin liegt der besondere Vorteil gegenüber der Fabrikarbeit, die ihre Waren in Massen ohne Beachtung besonderer Wünsche bei dem einzelnen Stück herstellt. Der Handwerksgeselle hilft mit am ganzen Werk. Er selbst hat Freude an dessen Entstehen, während dem Arbeiter meist nur einzelne Teile in die Hand kommen. Die Zusammenarbeit zwischen Meister und Gesellen beweist auch, daß das Handwerk in sozialer Hinsicht ausgleichend wirkt. Der Handwerksmeister arbeitet Hand in Hand mit seinen Gesellen und Lehrlingen. Soziale Unterschiede gibt es nicht. Der Meister selbst war einmal Lehrling und Geselle, aber auch die Lehrlinge und Gesellen können und wollen einmal Meister werden. Hierzu gehört gerade in der heutigen Zeit nur großer Fleiß und eiserne Energie. Für jeden Handwerksgesellen besteht aber auch noch die Möglichkeit, gute und angesehene Stellungen als Techniker und Meister in allen möglichen Industriezweigen zu erhalten, wenn eine gründliche handwerkliche Ausbildung nachgewiesen wird. Wie schon erwähnt, verlangt das Handwerk für sich keine Sonderbehandlung. Die Wünsche des Handwerks sind ja so bescheiden: Durch Arbeitsmöglichkeit ein standesgemäßes Auskommen und Selbständigkeit. Es entspricht leider den Tat- fachen, daß das Handwerk trotz des Artikels 164 der Reichs'verfafsung in der Gesetzgebung der Nachkriegs, zeit sehr benachteiligt worden ist, sei es auf dem Gebiete des Steuerwesens, der Sozialpolitik u. a. Warenhäuser werden in steuerlicher Hinsicht gegenüber dem Handwerk begünstigt, städtische und staat- liche Regiebetriebe machen dem Handwerk Konkurrenz, bei Arbeitsvergebungen werden die Preise bis auf äußerste gedrückt, neuerdings versuchte man sogar Strafanstalten zu Arbeitsvergebungen heranzuziehen, die naturgemäß billiger produzieren können, da sie ihren Insassen keine hohen Tariflöhne zu zahlen brauchen. Es wäre ein Leichtes, noch unzählige derartige Beispiele anzuführen und nachzuweisen, doch das würde zu weit führen, auch dem Sinn der Handwerkswoche nicht entsprechen. Das Handwerk ist ein Wirtschaftsfaktor, der un bedingt Beachtung verdient. Wehe dem Staat, der feinen ausgleichenden selbständigen Mittelstand zugrunde gehen läßt. Es sei nochmals betont: Das Handwerk will Arbeit und Selbständigksit, es will Rücksichtnah meaufdiebesonderenBe- lange der H a n d w e r k s w i r t s cha-ßt. Um dies zu erreichen, und um von sich reden zu machen, für sich zu werben, veranstaltet das Handwerk vom 15. bis 22. März die Reichshandwerkswoche, die als erste einheitliche Gemeinschastswer- bung des gesamten deutschen Handwerks aufgezogen ist. Als Grundlage dieser Werbung wird hingc- roiejen auf die Qualität der handwerklichen Arbeit. Handwerksarbeit, die mit der Hand gefertigte Qualitätsarbeit, will für sich werben. In der Handwerksarbeit werden die Wünsche des einzelnen weitgehend berücksichtigt. Der etwas höhere Preis gleicht sich aus durch die Qualitätsarbeit, durch die Haltbarkeit. Möge jeder Deutsche während der Reichshandwerkswoche den Wert der Qualitätsarbeit und damit die Bedeutung des Handwerks erkennen, dann wird der Werbung Erfolg beschieden sein, dem deutschen Handwerk wieder ein größerer Freundes- und Kundenkreis zugeführt werden! MITBÜRGER VERGEBT EURE AUFTRÄGE Zur Ausführung erstklassiger fachmännischer Bauarbeiten jeglicher Art, bediene man sich dier fachmännischen Bauberatung durch die ortsansässigen Baugeschäfte Vereinigung der Bauunternehmer Gießen und Umgebung 1767D Gute und preiswerte MALER- UND WEISSBINDERARBEITEN werden ausgef Ohrt von den Mitgliedern der Vereinigung Gießener Maler- u. Weißbindermeister _________________ Die unterzeichnete FleischerinnungGießen und ihre Mitglieder empfehlen sich zur Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren aller Art in bekannter bester Güte bei billigster Preisberechnung Die Betriebe sind hygienisch, neuzeitlich eingeiSchtet, mit eigenen Kühlanlagen versehen und bieten zu jeder Jahreszeit die beste Gewähr für prompte und zuverlässige Lieferung Freie Fleischerinnung Gießen, gegründet 1886 1769 D Torten, feines Gebäck aller Art, Eis,Tafelstückei Wünschen Sie Qualitätswaren? So kaufen und bestellen Sie nur beim Fachmann, beim Konditor Vereinigte Konditoreien von Gießen wir Hausfrauen des Landkreises Gießen Kauft,euer Mehl, Brot und eure Brötchen nur bei den ortsansässigen Bäckermeistern. Ihr werdet dort stets gut bedient und erhaltet immer frische Ware. Unsere Mitglieder haben trotz^der Steigerung der Mehlpreise, sozialen Lasten und Steuern in An betracht dry Notlage eines großen Teiles unseres Volkes an dem seither niedrigeren Preise festgehalten. Berücksichtigt darum auch di e Geschäfte unserer Mitglieder. )g26 d Bäckermeister - Zwangs - Innung für den Landkreis Gießen Die Mitglieder der Bädrer»Innung Stadt Gießen offerieren ihre mit größter Sorgfalt hergestellten Backwaren allen Hausfrauen und Mitbürgern und sichern reellste Bedienung zu. Es ist Pflidit eines jeden Einwohners von Gießen seinen Bedarf auch am Ort zu decken, denn nur so kann dem hiesigen Handwerk geholfen werden. 1770D BadcersZwangsinnung Gießen, Zweigverband Hessen Bei vorkommenden Bau-Schlosserarbei en und Reparaturen bitten wfr um Berücksichtigung der ortsansässigen Fachschlossermeister, die auch die Lieferung aller in Frage kommenden Beschläge, Schlösser und Drücker übernehmen Lieferung von Marquisen, Jalousien und Rolläden Schlossermeister-Innung 1902 Gießen miD Bei Neueinrichtung und Erweiterung von elektrischen Anlagen jeder Art sowie bei Reparaturen wende man sich an die Mitglieder unseres Reichsverbandes. — Unsere Mitglieder liefern auch sämtliche elektrischen Gerate und Maschinen sowie Rundfunk-Empfangs-Anlagen zu den günstigsten Preisen und Bedingungen. mro Reichsverband des deutschen Elektro - Installateur - Gewerbes e. V. (V.E.I.) Ortsgruppe Gießen Autoreparaturen—Vertrauenssache Spezial-Fachkenntnisse, handwerkliche Fähigkeiten, zeitgemäße Werkstatt - Einrichtungen und Reellität sind die Voraussetzungen, die nur das anerkannte Fachgeschäft dem Automobilisten bietet Vereinigung des Kraftfahrzeug - Gewerbes Gießen und Umgegend -____ Wir richten an die Verbraucherschaft die ergebene Bitte sich im Bedarfsfälle der fachmännischen Beratung zu bedienen und Bau-, Spengler-, Gas- und Wasserinstailationsarbehen sowie Einrichtungen von sanitären Anlagen durch die ortsansässigen Mitglieder der unterzeichneten Vereinigung ausführen zu lassen. Spengler- und Installateur-Vereinigung Gießen 1772 D ERHALTUNG DES HANDWERKS TUT NOT Vom 15. bis 22. März 1931 AN DAS ORTSANSÄSSIGE HANDWERK fehlen lieh, ober feinen Schoben durch Derwen- bung billigsten Material- zu vermindern bestrebt war. Auf diese Weise wurde sowohl der Auftrag- geber, wie auch der Auftragnehmer geschädigt. Die Werbung um die Arbeit hatte also auch in diesen Fällen nicht den erhofften Orfolg. Aus Grund dieser vielfach gemachten Erfahrungen ist Veranlassung gegeben, sowohl den Austraggeber, wie den Auftragnehmer daraus hinzuweisen, dah eine derartige Wer- bung um Arbeit ihren Zweck nicht erreichen kann. Eine Werbung um handw rkliche Ard it durch Auftraggeber kann nur dann den erhofften Erfolg durch Veranstaltung ein - Wettbewerb- bringen, wenn der Auftraggeber unter Berücksichtigung der Qualität- eistung der Arbeit und der Güte de- Materials einem Angebot den Zuschlag erteilt, das in bezug auf den Preis dem anbietenden Handwerker auch einen angemessenen Verdienst gewährleistet. Der Auftraggeber soll sich zumindest aber auch über die Leistungsfähigkeit des in Betracht zu ziehenden Handwerkers vorher vergewissern: Denn nut der sachmännische Qualitätsarbeit leistende Handw. rker kann bei Verwendung guten Materia's und bei Berechnung eine- angemessenen Preises die erhoffte Zufriedenheit des Auftraggebers gewährleisten. Auch nur unter diesen Gesichtspunkten kann sich der Handwerker bei seiner Werbung für Arbeit Aussicht auf Erfolg versprechen. Der Kunde nimmt handw rkliche Leistungen in Anspruch. weil er durch sie in feinen Wünschen weitgch.ndst berückst t gt w.rden will, und daraus entsteht auch seine durchaus gerechtfertigte Forderung nach Qualitätsarbeit, nach Echtheit und Haltbarkeit. Ausgehend von der Wunfchbefriedigung deS Kunden trägt die Ware ober die geleistete Arbeit ben höchsten Grab der Werbekraft In fich. Die beim Kauf, ober bei der in Auftrag gegebenen Arbeit maßgebenden Vorstellungen von bet Qualit it deS Ob'ektS ober bet Arbeitsleistung mühen beim Gebrauch ober bei Dienstbarmock?ung mal r e l er ü It tr> r- beu. Ist die- nicht ber Fall, so führt die Enttäuschung zunächst zur Ablehnung deS Gegenstände- ober ber Leistung, und wenn biefe, wo anders gekauft ober hergestellt, eine stärkere Wunschbelriedigung au-zu ofen vermag, wird auch da- Geschäft ober der Arbeitleistende gemieden. Auch au- diesen Erwägungen ist der Schluß zu -'eben, daß die Gegenstands- und Ar- bett-aualität daS wichtigste Werbemittel ist und dah sie den Dauererfolg jeglicher handwerklichen Werbung bestimmt. De zu kommt noch alS w itereS Werbemittel für die handwerkliche Arbeit die Erwartung deS Kunden, dah ein Versprechen de- HandwerkerS von diesem auch cinge öft wird. Die- will sagen, dah, wenn ein Termin sür die Fertigstellung einer Arbeit ber Reparatur feft- gelegt, wenn ein bestimmter Preis für sie an* gesetzt wurde, diese Versprechen unbedingt zu halten sind. Die Geschichte deS Handwerks zeigt, wie da- 3Dcal der Qualitätsarbeit geworden ist und späteren Generationen Überliefert wurde. Man erwartet auch heute noch vom Handwerker hoch- qualifizierte Leistungen. Darin liegt das GefchäftSgeheimniS feines Er o'ges und Damit holt er sich einen Vorsprung vor seinen Konkurrenten. Bewegt sich die Werbung u m und f ü r handwerkliche Arbeit in der Dichtung der Anwendung gesunder wirtschastlicher Maßnahmen, so wird für Auftraggeber und Handwerker ber erhoffte Erfolg nicht au-bleiben. QuaMearbeil wirbt! Don Hcmdwerkskammerfyndilus Röhr, Gießen. Cßd allzu Arten von Arbei tsvergeb angen wirbt ber Auftraggeber u m bie Arbeitsleistung des HanbwerlerS und fordert diesen zu einem Wettbewerb mit anderen Handwerkern auf. Es hecht also für ben sich bewerbenden Handwerker, seine Leistungsfähigkeit -u ze gen. Diese Lex- stungssähi^keit ist in feinem Angebot,-um Ausdruck zu bringen, und zwar sowohl hinsxhtl.ch der Qualität der Arbeitsleistung und des zu verweil- benben Mater als, wie auch hinsichtlich des von ihm obzigcbenden Preisangebotes. Tiefer Wettbewerb birgt aber sowohl für den Auftrag xber, wie auch für den Handwerker man- derlei Uc ahr in sich. Die Gesahr für teil Austraggeber besteht darin, daß er sich durch einen ihm auf-erft b l ig ersche nenden Preis verleiten läßt, Dem billigsten Preis« gebot den Zus hlag zu er eilen, oh. e sich von der gebotenen Leistung, Deren Qualität und dm zur Ver-wendung gc- targenben Wa erial und dessen Güte genau über- xe gt zu haben. Dach der Arbeitsleistung wird d r Austrag seber meist erst den Schaden bemessen können, Der ihn betroffen hat. Der anbietende Handwerker ist besonders in Zeiten geringer Bef^äft gung geneigt, zur Er- re chung eines mögl chst b Il gen Angebot Preises unb zur Erlangong des Zusa) ags aunstände bei der Ausstellung feiru>r Berechnung außer acht zu lassen, d.e ihm nah ausg-eführter Qlrbe t letfhmg erst zum Bewußtsein bringen, daß er nicht nur ohne Verdienst, sondern sogar mit Verlust die Arbeitsleistung au-geführt hat. Derartige Erscheinungen. die besonders In den letzten Jahren bei der sich stet- verschlechternden WirtschastSlage leider in zune^mende.n Umfange zutage traten, bringen die Erkenntnis, dah die, zur Anwendung gebrachte Werbung um Arbeit entweder für den Austraggeber, ober für den Handwerker mit Schädigungen ober mit Verlusten verknüpft war unb ihren Zweck verfehlte. Besonders bei ArbeitsVergebungen durch Private sind in den letzten Jahren Mißstände ausgetreten, die in den meisten Fällen sowohl den privaten Auftraggeber, wie auch den mit der Ausführung Der Arbeiten beauftragten Handwerker geschädigt haben. Der private Auftraggeber hat in vielen bekannt gewordenen Fällen seine Werbung um die Handwerk iche Arbeit in ber Weise angestellt, dah er zwei ober drei Handwerker zur Abgabe von Angeboten ous- geforbert hat mit dem Hinweis, daß dem billigsten Ang bvt der Zuschlag erteilt werde. Dach dem festgesetzten Termin zur Abgabe der Angebote hat er sodann die Angebote verglichen, sich da- billigste Angebot ausgesucht und nunmehr weitere Handwerker unter B kanntgabe des in seinen Händen besind.ichen billigsten Angebots des zuerst au'geforberten Handwerkers aüsgesordert, ebenfal's Angebote abzugeben, jedoch mit dem Hinw-is daraus, dah der Zuschlag nur demjenigen erteilt werde. Der ein noch billigeres Angebot abgebe. 3n ihrem an und sür sich erklärlichen Arbeitshunger haben sich manche Handwerker verleiten lassen, bei Anstellung ihrer Berechnung unter Außerachtlassung eines angemessenen Derdienstsatzes für sich, ja sogar ohne Anstellung irgendeiner Berechnung, ihren Ang.bots' reis noch niedriger abzugeben. Bei der AuS ü >rung des dann erteilten Auftrags kam der Handwerker schon meist zu der Einsicht, daß er die Arbeit zu dem von ihm angebotencn Preise nicht aus ühren könn e, und et suchte nunmehr auf irgendeine 2lrt sich vor größerem Schaden zu bewahren, indem er cS an der sorgfältigen Ausführung der Arbeiten Polster-Arbeiten Tapezier-Arbeiten Dekoration*. Arbeiten Sattler-Arbeiten vergeben Sie am richtigsten an das ortsansässige Handwerk. Fachgemäße Bedienung ist Ihnen hier am besten gewährleistet. 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