Nr. 38 Erstes Blatt 181. Jahrgang Samstag, 14. Februar 1931 (Er|d)etnt täglich,anher Sonntags und Feiertag» Beilagen Du 3Ilu|ttieTtt Gietzene» Familienblättri Heimat im Bild Dt» Scholle monais Bejugsprets; 2.20 9teid)smarJi und 30 Reichspfenmg für Tröget» lohn, auch bei Nichterscheinen emzelnerNummern infolge höherer (Bemalt Ferusvrechanschlösse anierSammetnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger tieften, poßschecktonto: Srarlfurtam Main 11686. ©ieftener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmtf unö Verlag: vrühl'fche UnwerfitSkr-vuch- und Steinörndcret R. Lange in Sietzen. Sdjriftleitnng und Geschäftsstelle: Schulttratze 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanreigen von 70 inm Brette 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteure Dr Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Gange; für Feuilleton Dr fj.Ibgriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filier, sämtlich in (fließen. Parlament ohne Opposition. Auch Leute, die sonst stets das Gras wachsen hören, Höllen sich wohl kaum zu der Prophezeiung verfliegen, daß Der Reichstag so bald'schon nach Beendigung seiner ausgedehnten Weihnachtsferien zu einer großen Sensation kommen werde. Die radikale Rechte, Nationalsozialisten und Deutschnationale, hat als Protest gegen die Annahme der Geschästsordnungsreform durch die Mehrheit des Reichstags ihren Auszug aus dem Hohen Hau^e vollzogen. Für harmlose Gemüter gradezu die verkehrte Welt, alle politischen Begriffe, dank des Parteienwirrwarrs in Deutschland ohnehin müh- fam genug errungen, werden anscheinend auf den Kopf gestellt. Grade die Parteien, denen man bislang nicht grade besondere demokratische Neigungen nachsagen konnte, die das parlamentarische System entweder strikt abgelehnt ober zumindest ihm nur wenig Sympathie entgegengebracht hatten, ziehen als Märtyrer für die vergewaltigten Grundrechte der Demokratie ins Land hinaus, als Schützer der Verfassung, an der sie bis dato recht viel auszusetzen hatten, als Verteidiger des Parlamentarismus, den io nie gemocht hatten und der ihnen nur ein Sprungbrett zur Macht fein sollte, das sie über Bord werfen wollten, sobald für ihr eigenes politisches System die Stunde gekommen fei. Es ist schwer, Sinn in diese Widersprüche zu bringen. Und das Bild wird noch verworrener, wenn man sich ganz sachlich und nüchtern vergegenwärtigt, welches denn der äußere Anlaß zu diesem Exodus der radikalen Rechten war. Die Reform der Geschäftsordnung des Reichstages, die gegen ihre Stimmen beschlossen wurde, war feit Jahren überfällig. Das disziplinlose Gebaren der kommunistischen Fraktion, deren einziges om bei ihrer grundsätzlich antiparlamentarischen Einstellung Agitation und Propaganda um jeden Preis war, hätte eine Verschärfung der Geschäftsordnung und ihre straffere Handhabung schon lange notwendig gemacht. Das schlaffe Treibenlaffen, das jahrelang unser parlamentarisches Leben gekennzeichnet hat, Konlurrcnzfurcht der Sozialdemokraten Mißtrauen und Uneinigkeit im Bürgertum und eine, dem Deutschen besonders eigentümliche ideologische Gefühlsduselei, erlaubten Severings .politischen Kindern", die für ihre Harmlosigkeit Sen Gegenbeweis längst erbracht haben, unter dem Schutz der Verfassung und unter Ausnutzung aller Rechte der parlamentarischen Geschäftsordnung ungestörte Minierarbeit gegen Staat und Nation. Das mochte trotz schwerer Beeinträchtigungen noch angehen, solange einer immerhin kleinen, zu jeder Störung, jeder Sabotage bereiten Gruppe eine breite, starke Mehrheit gegenüberstond, die, wenn sie auch, politisch in zahlreiche Fraktionen ausern- anderste!, doch zur Verteidigung parlamentarischer Formen einmütig bereit war Schwierig wurde die Lage eilt, als nach den Wahlen des H (5ep tember nun auch auf dem rechten Flügel des Reichs- tags mit den N a t i o n a l s o z r a list e n eine ftarte Partei erschien, die zwar vor dem höchsten Gerichts- Hof des Reiches beschworen hatte, daß.sie ihr ÖlCl, die Erlangung der politischen Macht, auf .egalem Wege, also über das Parlament erstrebe, die ledoch aus grundsätzlicher Opposition gegen das System wie gegen das amtierende Kabinett zur Anwendung aller sich ihr bietenden Mittel bereit schien, um eme fruchtbare parlamentarische Arbeit zu verhindern. Man könnte darin einen unlösbaren '"neren Widerspruch sehen, wenn man nicht etwa als Zweck die er Methode den Versuch ansprechen will, das parlamentarische System durch sich selbst ad absurdum zu führen, sich selber zum eigenen Totengräber werden zu lassen. Der nationalsozialistische Kampfruf „Deutschland erwache!" hat im Reichstag Wun- der geweckt. Die Reichsboten find recht unsanft aus ihrem Dämmerschlaf aufgeschreckt unb haben überraschend schnell das kritische der Situation erkannt. Es mußte schon um die Grundmauern seiner Existenz, um die Wiedererlangung ferner Arbeitsfähigkeit und den Rest von Ansehen im Volke gehen, bevor sich der Reichstag in feiner Mehrheit m letzter Stunde zum Selbstschutz aufraffte Es war Notwehr, bitterste Notwehr, wenn sich Die Parteien von den Sozialdemokraten bis zum Landvolk zusammentaten und einen acmeinfamcn Antrag einbrachten, der nur den Anfang einer Parlamentsreform bedeuten darf, weil er lediglich Die gröbsten Unzulräglichkeiten wie sie sich i in Der Praxis der letzten zehn Jahre herausgestellt haben, aus der Welt schaffen kann. Die durch Annahme dieses Antrages zustande gekommene Gefchattsord- nungsreform mag in dem ober jenem Punkte an- sichtbar fein, im ganzen bewegt sie sich jedoch durchaus auf der Linie, die grade die Rechte zur Hebung des Deranlwortungsbewußtfeins des Parlaments und zur Stärkung Der «ekutiven Gewalt gegenüber der Legislative angestrebt hat. Man tue nur einen Blick in das Kommentar des deutfchnationalen Abgeordneten und Staatsrechtslehrers der Umucrytat Breslau, Professor Frhr. von Frentag-La- ringhoven zur Weimarer Verfassung। (Die Weimarer Verfassung in Lehre und Wirklichkeit, München 1924) und man findet sogar zu den rem disziplinarischen Bestimmungen der Geschäftsordnung kritische Beanftandungen genug, Die Die jetzt Durchgesetzte und von Der raDikalen Rechten bekämpfte Reform zu beseitigen bestrebt ist. Es müssen also doch wohl weniger sachliche Bedenken, als vorwiegend taktische Gründe für den überraschenden Exodus Der Nationalsozialisten unD Deutschnationalen" maßgebenD gewesen fein. Wenn man Die Meinung vertreten hört, daß Die Scheu vor der bevorstehenDen außenpolitischen Debatte und dem Dann notwendig werdenden Eintreten für Die eigenen radikalen Anträge Die beiDen Fraktionen aus dem Parlament getrieben habe, so scheint uns diese Begründung nicht ganz stichhaltig. Namentlich Die Deutschnationalen hatten ja Einigung über die Osthilse. Oie Besprechungen zwischen Preußen und dem Reich sind abgeschlossen. — Oas Osthilfegesetz wird heute vom Kabinett verabschiedet. Berlin, 13. Jcbr. (TU.) Die Osihilseverhand- lungen zwischen Reich und Preußen haben am Jrei- lagabenD nach mehrstündiger Dauer zu einer grundsätzlichen Einigung geführt. An den Besprechungen waren vom Reich Reichskanzler Dr. Brüning, Finanzminister Dietrich und der Leiter der Oskhilfensielle, Treoiranus. beteiligt. Bon Preußen Ministerpräsident Braun, Finanzminister Dr. Höpker-Afchosf und wohlfahrrs- Minister fjirlfiefet als preußischerOstkommissar. Außerdem nahmen auch die Präsidenten Der Ren- tcnbantfrebitanftalt und der Preuhenkasse an den Beratungen teil. 3m Mittelpunkt Der Aussprache stand die Frage Der h a f t u n g s o e r b ä n D e, die die preußische Regierung ursprünglich nicht annehmen wollte. Sie hat Den vom Entwurf Der Reichsregierung vorgeschlagenen Bestimmungen hierüber schließlich aber doch mit gewissen Abänderungen 3 u g e ft i m m t. 3m Anschluß an diese Konferenz hatte der Reichskanzler noch eine Besprechung mit Dr. Klepper und dem Araktionsvorsihenden der Landvolkpartei, Dr. (Betete. Sie soll morgen früh noch vor der Kabinettssihung fortgesetzt werden, weil inzwischen die Gestaltung der Haftungsoerbände formuliert werden muh. Außerdem wird auch noch darüber gesprochen, wieweit es möglich ist, in die Haftungsverbände einen gewissen behördlichen Einfluß einzuschalten. Ferner handelt es sich darum, daß die hastungsoerbände außer einer 25prozen- tigen Haftung für die zweite Hypothek auch noch die Mittel für die Zinsverbilligung aufzubringen haben. Es ist möglich, Daß diese beiden Fragen noch gegeneinander ausgehandelt werden. 3n politischen Kreisen beurteilt man das Ergebnis der heutigen Konferenz dahin, daß Preußen zwar in Einzelheiten Modifizierungen er- reicht, in der grundsätzlichen Frage aber nachgegeben hat. Das bedeutet nicht eine Aufgabe des preußischen Standpunktes, sondern ist dar- aufzurückzuführen, daß der preußische Ministerpräsident Die allgemein-politischen Gründe, die Der Reichskanzler in der Besprechung geltend machte, würdigte und deshalb sein Einverständnis zu der Lösung gab, die nun in der morgigen Kabinettssihung beschlossen werden wird. Was wird die Osthilfe enthalten? Entschuldung. — Siedlung. — Lasten- scnkung. —Bcrkchrösörderung. Dem Gesamtplan liegt die Nutzbarmachung Der Aufbringungsumla ge aus der Industrie zugrunde. Die Bank für Industrie - Obligationen, die bekanntlich umgebaut werden soll, soll einen Betrag von mindestens 500 Millionen Mark bereitstellen, und zwar für 1931 36. Die Osthilfe umfaßt außer den bisherigen Gebieten der Osthilfe die Provinzen Pommern, Brandenburg und Rieder- schlesien, sowie die beiden Mecklenburg. Zur Durchführung der neuen Maßnahmen sollen neue Landstellen errichtet werden. In den Rechnungsjahren 1931 bis 1937 sollen vom Reich je 36 Millionen Mark für Entschul- dungszwecke eingesetzt werden, von 1932 bis 1936 jeweils 50 Millionen Mark zur Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung. Bei der Entschuldung soll künftig Voraussetzung für die Gewährung eines Zuschusses oder einer Beihilfe fein, daß der Schuldner einen Teil seines Besitztums an das Reich abtritt. Zur älcberwachung der Entschuldungsmaßnahmen werden sogenannte H a f - tungsverbände gebildet, in denen sich Die Sch uldner zusammenschliehen sollen. Die Haflungsverbande sollen gemeinsam mit den Landsteilen die S ch ul den t i l gun g sp l ä ne ausstellen, die der Genehmigung der Bank für Industrie-Obligationen unterliegen. Für die bisherigen Osthilsegebiete w>rd außerdem besondere Erleichterung vorgesehen, so z.B. Frachtensenkung und die Senkung kommunaler Lasten. Zur'Behebung der wirtschaftlichen und gewerblichen Rotlage sollen 1932 bis 1936 je 20 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden. Meliorationsdarlehen sollen verbilligt werden. Die geplante Umschuldung soll vorsehen, daß die bisher gewährten Darlehen, die auf 15 Jahre lauteten, er ft in 25 Jahren rückzahlbar werden. Endlich sollen eine Anzahl neuer Eisenbahnlinien und Verkehrs st raßen gebaut werden, und zwar sowohl in Ostpreußen, wie in den beiden Schlesien und der Grenzmark Posen - West Preußen. Der Bau der Eisenbahnlinien soll aus einer Anleihe finanziert werden, deren Betrag auf 150 Millionen Mark geschätzt wird. Die pvlizeioffenswe gegen die AationalsoziMeii. Die Berliner Polizei hat mit großen Aufwand Haussuchungen bei nationalsozialistischen Führern in den Büros Der Nationalsozialistischen Partei abgehalten, um Spuren zu verfolgen, die im Zu- sammenhang mit einer politischen Mordtat stehen, die sich vor einiger Zeit in Berlin abgespielt hat. Es ist ganz selbstverständlich, daß Die Polizei alle Kräfte daranfetzen muß, um derartige Mordtaten aufzuklären. Wir finden es aber doch recht merkwürdig, daß man jetzt zu einer Art Polizei- offenfivc gegen die Nationalsozia- listen überhaupt schreitet und damit wildesten Gerüchten Vorschub leistet, die ohnehin Die Bevölkerung über Gebühr beunruhigen. Es kann doch nicht Sache Der Regierung ober der Polizeibehörden sein, dafür Sarge zu tragen, daß eine gewisse Presse für einige Tage mit Sensationen versehen wird, um mit dicken Schlagzeilen das Publikum anzureißen. Man weiß ja, was Berliner Boulevardblätter auf diesem Gebiet zu leisten vermögen. Die wildesten Phantasien sind möglich und erscheinen Dem vor- urteilslosin Publikum glaubwürdig. Aber man sollte sich sagen, daß jedes Zeitungsoerbot, jedes Eindrin- gen in Parteibureaus, jede Haussuchung bei nationalsozialistischen Führcren und Abgeordneten Märtyrer schafft. Und das soll man in der Politik grundsätzlich nicht tun. Die Polizei macht durch ihr Vorgehen nur immer wieder neue Reklame für Die Nationalsozialisten, die sich als die Verfolgten und Unterdrückten hinstellen können und diese ihnen von Der Polizei zugeschobene Rolle weiblich ausnutzen werben. Oie G. A. Äciii generelles Verbot beabsichtigt. Berlin, 13. Febr. (TU.) Wie Die „Vossische Zeitung" berichtet, befinden sich unter den beschlagnahmten nationalsozialistischen Dokumenten auch solche. Die Angaben über die Oluf gäben Der© A.-G ru ppen enthalten. Rach Der „Vos- sischen Zeitung" gehe aus Den beschlagnahmten Dokumenten hervor, daß die obersten Parteiinstanzen in München und Berlin in e n g st e r Verbindung mit Der ©21. standen und daß Die Leiter Der ©A.-Mannschasten nach wie vor ihre Anweisungen von Der Parteizentrale aus erhalten. Die ©A.-Trupps hätten nicht mehr den Charakter einer „Schuhtruppe", sondern würden ganz bewußt zu einer militärisch schlag- fräftigen A n g r i s f s t r u p pe umge- toanDcl t Diese UintoanDlung sei noch nicht abgeschlossen, ©ie hatte im Rovember begonnen und sollte im Marz dieses Jahres beenDet sein Zn ihrer Ausrüstung gehöre Die militärische Bewaffnung. Voraussichtlich werde man in den nächsten Tagen in Rorddeutschland und Bayern eine Reihe von bisher geheimen Wafsenlagern beschlagnahmen. Man halte in gut unterrichteten Kreisen das Material für so schwerwiegend, daß mit der Möglichkeit gerechnet wurde, gegen die SA. nunmehr mit einem Verbot vorzugehen, das in ähnlicher Weise begründet werden könne, wie das vor zwei schon lange auf eine Besprechung Der außenpoliti- schen Lage und des Ergebnisses der Genfer Rats- tagung hingedrängt. Sie haben gewiß nur ungern auf Die von ihnen in Aussicht gestellte kritische Abrechnung mit Curtius verzichtet. Klarer scheinen die Motive bei Den Nationalsozialisten zu liegen. Für sie war es wohl Doch eine Ueberraschung, daß Die allen Parteien sich in letzter Stunde noch einmal ermannten unD, von Der Energie Des Kanzlers angesteckt, von Der VerteiDigung zur Offensive übergingen. Sie fühlten vermutlich allzudeutlich Den Zwiespalt zwischen Den Aufgaben, Die ihnen ihre Anwesenheit im Parlament als verfassungsmäßige Pflicht zur Mitarbeit auferlegt, unD Den Zielen, Die sie selber sich für ihre Tätigkeit im Parlament gesetzt hatten. Sie fanDen keinen anberen Ausweg, als bas Zurückgehen auf ihre an sich antiparlamentarische Grundstellung. Wenn sich nach Dem Auszug Der raDikalen Rechten bei Den zurückgebliebenen Parteien ein Gefühl behaglicher Zufriedenheit breit machte, so, als ob man froh fein könne. Die unbequemen StörenfrieDe endlich los zu fein unD nun roieber „ganz unter sich" den Dingen ihren Lauf lassen zu können, so ist bas eine kurzsichtige Auffassung, mit der nicht schnell genug aufgeräumt werden muß, will man sich nicht eines Tages im alten Schlendrian wiederfinden. Dem man eben erst „auf ewig" Valet gesagt hatte. Nur eine unerhörte Aktivität von Regierung unD Reichstag, schärfste Disziplin unD stete Bereitschaft des Parlaments, energische Führung unD starke Initiative des Kabinetts können den Mangel einer Opposition ausgleichen, Die statt im Parlament anregenD, kritisierend, aufpeilschend mitzuarbeiten, draußen im Lande Die Dolksmassen gegen Regierung unD Reichstag aufruft. Ob Die raDikalen Parteien bas erreichen werden, was sie mit ihrem Exodus offenbar bezwecken wollen, ob nicht vielmehr ihre Abstinenz von Der parlamentarischen Mitarbeit sich sehr halb gegen sie kehren wirb, Das steht auf einem anDeren Blatt. Daß ihre Selbstausschaltung für Die Interessen Der Nation ein schwerer Schade ist, ja für Die ohnehin prekäre außenpolitische Lage Deutschlands geradezu eine Gefahr werden kann, wurde vielleicht schon bei der dem Exodus Der Rechten folgenden Debatte über Den Etat des Auswärtigen Amtes deutlich, Die man im In- unD AuslanD mit Spannung erwartet hatte unD Die ohne Das Echo^iner starken, unabhängigen Opposition wirkungslos verpuffte — -um Schaden unserer Außenpolitik, Der mehr Damit gedient worden wäre, wenn man nicht zu allem ja und Amen gesagt hätte. Damit sollen keineswegs die anregen- den und verantwortungsbewußten kritischen Bemerkungen und Ergänzungen unterschätzt werden, Die Leute wie Der Graf Westarp oder Prälat Kaas zur Debatte besteuerten, aber im ganzen genommen werden sie es kaum haben verhindern können, daß im Ausland Der durchaus falsche Eindruck entstand, als ob Die deutsche Volksvertretung alles in Ordnung fände. Vor besetzten Bänken der Rechten wäre vielleicht auch Die ElatsreDe des Außenministers etwas weniger matt ausgefallen. Dr. Eurtius gab einen ausführlichen Rechenschaftsbericht über die Genfer Ratstagung, was Wiederholungen und langatmige Erläuterungen unvermeidlich machte. Statt dessen halte man bei dieser Gelegenheit eine großzügige Darstellung Der weltpolitischen Lage unD eine klare Skizzierung Der wesentlichen außenpolitischen Ausgaben erwartet. Nur in seinen Schlußsätzen streifte er bas Revisionsproblem und — wohl im Hinblick auf ben Antrag Des Hauses — Die Kriegsschulbfrage. Die raDitale Rechte, Die Den Ehrentitel „nationale Opposition" befonbers für sich in Anspruch nimmt, sollte sich doch allen Ernstes bie Frage vorlegen, ob ihre rein innerpolilischen Zielen Dienenbe Taktik ben Verzicht auf ihre große außenpolitische Aufgabe lohnt. Die sie voll unD ganz nur innerhalb Des Parlaments erfüllen kann. Im Hinblick auf Die Wirkung im AuslanD scheint uns auch ein Passus in Der Erklärung, mit Der bie Nationalsozialisten ben Reichstag verließen, außerordentlich bedenklich. Der Abg. Stöhr erklärte ba für seine Fraktion: „Wir warnen Die Weltöffentlichkeit, Beschlüsse Dieses Hauses für Beschlüsse Des Deutschen Volkes zu halten." In Deutschland wird man diese Worte nicht über Gebühr tragisch nehmen, im Ausland, das nur zu gern geneigt ist, alles auf,3m bauschen, was Den deutschen Interessen abträglich ist wird man vielleicht Darüber anDers urteilen. Jedenfalls sollten sich die Nationalsozialisten auch in noch so gespannten innerpolitischen Situationen der Verantwortung bewußt bleiben, Die ihnen ihre Stellung als zweitstärkste Partei Des Reichs- to^ie^Ste flu n g Des Kabinetts Brüning zum Parlament wirD Durch Den Auszug Der raDikalen Rechten nicht leichter, wie man vielleicht annehmen sollte. Die beDauerliche Verschärfung Der Gegensätze -wischen Dem Zentrum und National sozialisten wie Deutschnationalen hatte schon vor Dem ExoDus Den Kanzler Der Gefahr ausgesetzt, in Die Gefangenschaft Der Sozialdemokratie zu geraten. In erstaunlicher Disziplin hatte sich die so zialdemokratischc Fraktion unter der starken Füh rung des Preußenzaren Otto Braun noch ben Septemberwahlcn bem Reichskanzler zur Verfügung gestellt, um noch zu retten, was zu retten war. Der Hinweis auf bie Schlüsselstellung bes Zentrums in Preußen unb auf die katastrophalen Folgen etwaiger 9kuroal)len im Reich unb in Preußen hatte genügt, bamit bie Sozialdemokratie die Notverordnungen schluckte, um derentwillen sie es im Frühjahr zur Reichstagsauflösung hatte kommen lassen, und noch einiges dazu. Damals wurde sie Gefangene des Kanzlers, jetzt wächst bie Gefahr riesengroß, baß bie Rollen vertauscht werden und Dr. Brüning, um sich überhaupt in bem Parlament burchsetzen zu können, ber Sozialdemokratie Konzessionen machen muß, bie seinen bislang eingehaltenen Kurs einer Sanierungspolitik von Grunb auf ernstlich beeinträchtigen müßten. Niemanb weiß, wie lange es Braun gelingen mag, feine Fraktion bei der Stange zu halten, wenn ber nationalsozialistische Alpdruck nicht unmittelbar fortwirkt. Werden z. B. realpolt’ tische Erwägungen über agitatorische Bedürfnisse siegen, wenn der Reichskanzler die Ermächtigung zu weiteren Streichungen am Etat fordert? Der große Vcrtrauensfundus, den ber Reichskanzler ganz per sönlich sich im Volke erworben hat, hat burch die Ereignisse ber letzten Tage gewiß keine Minderung erfahren, ebensowenig wie die Hochachtung vor ber stillen, zähen Energie, mit ber Dr. Brüning seinen Weg geht. Aber ber Kanzler muß stets dessen eingedenk bleiben, daß er die ihm vom Reichspräsidenten gestellte Ausgabe nur bann so wird lösen können, wie das Volk es erwartet, wenn er von Bindungen frei bleibt. Seit Jahren haben wir nicht mehr eine so starke Regierung gehabt, wie das Kabinett Brüning — die hier oft empfohlene Auffrischung in einigen Ressorts und eine Beschleunigung des Tempos in der Ingangsetzung Der als notwendig erkannten Reformen können Die Autorität ber Regierung nur heben. — Nach bem Trennungsstrich, ben Die Parteien Der raDikalen Rechten zwischen sich unD Dem Parlament gezoaen haben, bleibt Die Stellung des Kabinetts unbeschadet Der vorhin ausgezeigten Gefahren stark genug, wenn es ihm gelingt, seine Unabhängigkeit zu wahren unb bie Führung in ber Hand zu behalten. Jahren erfolgte Verbot des kommunistischen Rot- srontkämpserbundes. Wie jedoch das VDZ.-Burcau von amtlicher Seite erfährt, muß die Nachricht von einem etwa geplanten generellen S. A.°Berbot fchon deshalb als falsch bezeichnet werden, weil bisher das außerordentlich umfangreiche beschlagnahmte Material noch nicht einmal von der politischen Polizei völlig durchgearbeitet werden konnte. Das Innenministerium ist zur Zeit mündlich informiert. Außerdem werde ein generelles Verbot der 6.21. wohl kaum in Frage kommen, weil es sich bei dieser Gruppe um eine Art Funktionär- körper der Nationalsozialistischen Partei handelte im Gegensatz zum Noten Frontkämpfer-Bund, der eine selbständige Organisation war, deren Teilnehmer nicht der KPD. angehören mußten. Es stehe bisher lediglich fest, daß einige lokale Abteilungen der S. A. in drei oder vier Fällen politische nVerbre- chern zur Flucht verholfen hätten, worin eine Begünstigung des Totschlages liegen könne und weiter, daß sie gewisses widerechtlich beschafftes Material a u f b e w a h r t e n , was als Hehlerei zu werten sei. Daher würden die Erwägungen des Ministeriums wohl in erster Linie darauf gerichtet sein, welche Maßnahmen gegen diese lokalen Organisationen der S.A. zu ergreifen sind. Oer Innsbrucker (5. A.- Führer v. Maltih verhaftet. Innsbruck, 13. Febr. (WTD.) Der im Zu- sannnenhang mit den Haussuchungen bei den Berliner Nationalsozialisten genannte Führer der Innsbrucker <5. QI., Hauptmann a.D. v. Maltitz, der in dein Verdacht steht, in Innsbruck eine V e r b in d un g s st e l le mit der Berliner S. QL zu unterhalten, wurde heute auf polizeilichen Qlntrag aus Berlin von der hiesigen Kriminalpolizei verhaftet. Zu der Verhaftung wird der „Neuen Freien Presse" gemeldet: Hauptmann v. Maltitz hielt sich seit vier Monaten in Innsbruck auf. Er war von Hitler mit der besonderen Oluf gäbe betraut worden, die bei der NSDAP, in Innsbruck bestehenden Einstimmigkeiten auszugleichen und d i e Sturmabteilungen zu reorganisieren. Als bei den Innsbrucker Behörden vor einiger Zeit die Mitteilung der Berliner Polizei eintraf, in der die Vermutung ausgesprochen wurde, daß von Maltitz den drei Berliner Nationalsozialisten Kollah, Decker und Ha usch ke, die beschuldigt werden, in Berlin in der Silvesternacht zwei Reichsbannerleute erschossen zu haben, Dorschub geleistet habe, wurde Maltih von der Innsbrucker Polizei vernommen. Er gab zu, daß Ende Ianuar ein gewisser Decker zu ihm gekommen sei und um Arbeit gebeten habe. Er, Maltitz, habe ihm aber keine verschaffen können und Decker sei weggegangen. Wohin sich Decker gewandt habe, wisse er nicht. Auch sei ihm nicht bekannt gewesen. daß Decker eines Verbrechens beschuldigt w.rde. Kollatz und Hauschke habe er nicht gekannt: sie hätten sich auch bei ihm nicht gemeldet. D e polilik der Landvolkpartei. Der Reichsfnhrer Höfer üacr den Auszug der Nechtsopposttion. Weimar, 13. Febr. (TU.) Der Reichsführer der Landvolkpartei, Abgeordneter Höfer, nahm am Freitag Gelegenheit, vor der Presse seine persönliche Auffassung zu dem Auszug der Rechtsopposition aus dem Reichstag bar» zulegen. Er betrachtete diesen Auszug als nutzlose Demonstration, insbesondere deshalb, weil die Rechtsopposition Machtmittel für die Beeinflussung der Geschicke des Reichs in ihrem Sinne aus der Hand gegeben habe. Die Nachteile des Ausschc d.'ns der äußersten Rechten lägen vor allem aud> i.i oer Festigung der Stellung der Sozialdemokraten und im Abdrängen der Regierung Brüning nachlinks. Die Errichtung eines Rumpfparlaments brauche nicht ernst genommen zu werden. Höfer legte weiter die bekannten Gründe dar, die die Landvolkpartei veranlaßten, f ü r die Aenderung der Geschäftsordnung einzutreten. Mit dieser Haltung hätte sich die Landvolkpartei keineswegs außerhalb der nationalen Opposition gestellt. Er vertrat weiter den Standpunkt, daß die Opposition nicht eine solche um jeden Preis, sondern eine Opposition der Sachlichkeit sein müsse. Das stärkste Moment für den Auszug der Rechtsoppositton sei nach Meinung Höfers die Frage der Immunität gewesen. Die Immunität sollte grundsätzlich aufgehoben werden. Denn sei der Politiker für seine Tätigkeit voll verantwortlich, so werde zweifellos eine gewisse Entspannung der Lage die Folge sein. Auf den gegenwärtigen Reichstag wollte Höfer diese Forderung der Immunitätsaufhebung jedoch nicht ausgedehnt wissen, da dieser unter anderen Voraussetzungen gewählt worden sei. Im übrigen fcemerfte Hofer, daß sich das Ausscheiden der drei Abgeordneten aus der Landvolkpartei in vorbildlicher Form vollzogen habe. Die drei Qlbgeordneten hätten sich verpflichtet, beim Ausscheiden aus der Landvolk- fraktion ihre Reichstagsmandate niederzulegen. Wirtschastsdebatte im Reichstag. Oer Volksparieiler Albrecht gegen Hugenberg. - Außenhandelspolitik. Mittelstand und Landwirtschaft. Berlin. 13.Febr. (BDZ.) In der Fortsetzung der Aussprache über den Etat des Reichswirtschafts- ministeriums erklärt Abg. Albrecht-Hannover (OBP.) seine Freunde würden dem Etat zustimmen, weil er sparsam aufgestellt sei. Es kommt darauf an, die Ursachen der Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Dabei spielt eine große Rolle das Mißverhältnis zwischen Produktion und Absatzmarkt. Die Vergrößerung des Verteilungsapparates in der Nachkriegszeit ist darauf zurückzuführen, daß das kaufende Publikum viel anspruchsvoller geworden ist. Politische Gründe tragen ^wesentlich zu unserer Wirtschaftsnot bei. Es m u ß Ja zu einer Erschütterung des ausländischen und inländischen Marktes führen, wenn die zweitstärkste -und die drittstärkste Partei des Reichstages, die 'Nationalsozialisten und die Kommunisten, offen den Umsturz der gegenwärtigen Wirtschaftsform fordern und wenn in der gestrigen Kundgebung der deutschnationale Parteiführer Hu gen berg sagte: „Die Jugend verlangt von uns, daß wir die Verhältnisse von Grund aus umkehren müssen!" Ich frage: Seit wann ist es die Einstellung des deutschen Mannes, sein Handeln nach den Forderungen von Jünglingen zu richten. (Sehr gut!) Ist etwa der Aufbau nach dem Niederbruch von 1806'1807 durch die überschäumende Jugend oder ist er herbeigeführt worden durch reife Männer wie Stein und Gneisenau? (Zurufe der Kommunisten.) Ich gehöre zu denen, die mit vor'm Feinde standen, — aber die Jugend, die heute am lautesten schreit, ist viel zu jung, als daß sie vor dem Feinde gestanden haben könnte. (Sehr gut!) In den Ausführungen des deutschnationalen Parteiführers Hugenberg zeigte sich eine zynische Leichtfertigkeit gegenüber der Not, unter der unser Volk leidet. Wir sind gegen eine völlige Abkehr von unserem gegenwärtigen Handelsvertragesystem der Meistbegünstigung, denn unter diesem System haben wir es jetzt zum größten Fertigwarenexport von allen Ländern E u - r o p a s gebracht, und wir haben damit erstmalig sogar England überholt. Ganz zutreffend hat Abg. Dessauer darauf hingewiesen, daß für die Landwirtschaft kein Volk so viel geopfert hat wie das deutsche, und daß keine Regierung so viel für die Landwirtschaft getan hat wie die jetzige. Um so bedauerlicher ist es, daß ein Vorkämpfer der Landwirtschaft wie Schiele jetzt als Landwirt- schastsminister aus dem Lager der Landwirtschaft in heftig st er und niedrigster Weise angegriffen wird. Ein Regierungsmitglied kann sich doch nicht von Parteigrundsätzen leiten lassen. Es wäre verhängnisvoll, wenn bei uns d i e Verantwortungslosigkeit ans Steuer der Regierung käme. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung kann für die jetzige Notzeit nicht verantwortlich gemacht werden. Wir haben jetzt gar keine kapitalistische Wirtschaft, sondern ein Zwitterding unter viel zu starker Beteiligung der öffentlichen Hand. Wir haben einen politischen Lohn und ein politisiertes Arbeitsrecht. Was wir brauchen, ist die W i e d e r h e r st e l l u n g der freien Individualwirtschaft in Deutschland. Abg. Freiherr von Thüngen (Lv.) erklärt, angesichts der Preisschere, zwischen Agrar- und Jndustrieprodukten dürfe die Preissenkungsaktion nicht auf die landwirtschaftlichen Produkte ausgedehnt werden. In den Dörfern und kleinen Landstädten sollten gewisse Ausnahmen vom Sonntagsladenschluß zugelassen werden, damft auch die Bauern ihre kleinen Einkäufe besorgen können. Wir bedauern die Radikalisierung der Landwirtschaft, aber sie ist nur ein Symptom für den Todeskampf, in dem sich die Landwirtschaft befindet. Abg. Drewitz (Wp.) erklärt, es sei politisch von großer Bedeutung, daß ein starker Mittelstand vorhanden sei, der in dem scharfen Kampfe zwischen Arbeit und Kapital als Mittler wirken kann. Wenn wir nach dem Kriege sparsamer gewirtschaftet hätten, dann hätte unferm Volk die viel zu hohe Steuerlast erspart werden können, die zum großen Teil die große Arbeitslosigkeit verschuldet hat. Die erhöhte Spanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen ist sehr einfach zu erklären. Die Kosten für Handel und Kleingewerbe sind ganz gewaltig gewachsen durch die Steigerung der Löhne, der Soziallastem der Mieten und vor allem der Steuern. Wir wollen der Landwirtschaft Helfen, müssen aber fordern, daß die Landwirtschaft bei ihrer Absatzorganisation nicht den gewerblichen Mittelstand ausschaltet. Mit Zöllen allein ist der Landwirtschaft nicht zu helfen. Wir fordern Verbot des Zugabewesens, Aenderung der Reichsgewerbeordnung und vor allen Senkung der öffentlichen Ausgaben. Abg. Bausch (Chr.-Soz.) begrüßt die Zusage, daß ein Gesetz über Bausparkassen vorgelegt werden soll. Dabei dürfe aber nicht einer einzelnen Kasse eine Monopolstellung eingeräumt werden, sondern es müsse der freie Wettbewerb gelten. Lohnsenkungen sollten erst bann eintreten, wenn sich die Kaufkraft entsprechend gehoben hat, so daß nicht der Reallohn, sondern nur der Nominallohn gesenkt wird. Daneben muß eine zweckmäßige Arbeitseinteilung zur Linderung der Arbeitslosigkeit durchgeführt werden. Der stärkste Widerstand wird dem notwendigen Preisabbau entgegengesetzt durch die Kartelle und Syndikate. Sie heben das Gesetz von Angebot und Nachfrage auf. Dabei garantieren sie nicht einmal die gleichmäßige Versorgung, sondern nur gleichmäßige Gewinne. Die Regierung müßte viel mehr Gebrauch machen von der Kartellverordnung. Wer der Landwirtschaft helfen will, kann nicht den Nationalsozialisten nachlaufen, die unerfüllbare Versprechungen machen, oder Herrn Hugenberg, dessen Rettungsrezept von den berufenen Vertretern der Landwirtschaft abgelehnt worden ist. Abg. Meyer-Berlin £D. Gip ) erkennt an, daß der Haushalt sparsam aufgestellt sei. Die Regierung müsse endlich wieder dazu kommen, gute Handelsverträge abzuschliehen. Die Meistbegünstigung dürfe nicht preisgegeben werden: denn drei Viertel der deutschen Gesamtausfuhr sei lediglich durch die Gewährung der Meistbegünstigung gesichert. Eine gute Außenhandelspolitik fei auch ein Mittel für den inneren Preisabbau. Die Regierung solle die Preis- senlungsaktion energisch durchführen, aber auch so rasch wie möglich damit Schluß machen, um zu verhüten, daß der K a u f - bedarf zurück g e h a l t en und dadurch der Arbeitsmarkt weiter verschlechtert werde. Qlbg. Feuerbaum (D.Vp.) fordert größere Fürsorge für Handwerk und Gewerbe. Das Baugewerbe müsse von den letzten Fesseln der Zwangswirtschaft befreit werden. Die Betriebe der öffentlichen Hand müßten steuerlich ebenso behandelt werden wie das freie Gewerbe. Der Etat des Reichswirtschaftsministeriums wird in zweiter Beratung bewilligt. Samstag zweite Beratung des Iustizetats. Abstimmungen über den Kultusetal. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Oie Volksschulen. Darmstadt, 13. Febr. (WHP.) Der Finanzausschuß beschloß, die im Etat enthaltenen Sau« f r e ö i t e von insgesamt 3 Millionen RM. der Regierung jetzt schon zur Verfüguna zu stellen, damit diese zur Linderung der wirtichaftlichen Notlage die Arbeitsvergebung sofort einleiten kann. In der Abstimmung wurde das Kapitel Volksschule mit 7 gegen 2 Stimmen bei drei Enthaltungen angenommen. Aus einen Antrag der Volcspartei, einklassige Volksschulen grundsätzlich zu erhalten und in den Fällen einer Einsparung solcher Schulen die Gemeinden an den Ersparnissen zu beteiligen, ertlärt die Regierung, daß sie auch die in die Mehrstellen fallenden einklassigen Schulen möglichst erhalten wolle. Ein Landbundantrag, die Zahl der Kreis- und Stadtschulräte von 27 auf 18 zu vermindern, wird abgelehnt, ebenso der volksparteiliche Antrag, vier Schulratstellen zu streichen. Annahme findet ein Zentrumsantrag, drei Schulrats, stellen abzusetzen. Mit 10 gegen 3 Stimmen wird ein Landbundantrag, die Klassen mit erweitertem Lehrziel für das neunte und zehnte Schuljahr aufzuheben, abgelehnt. Die vom Landbund beantragte Streichung der gesamten Ausgaben für die Fortbildungsschulen wird abgelehnt. Auf Zentrumsantrag wird die Position Werkunterricht mit 7 gegen 6 Stimmen g e- strichen. Der Landbund zieht seinen Antrag, die für die Stellenbeiträge der Gemeinden vorgesehene Meßzahl von 45 auf 50 Schüler zu erhöhen, zurück. Nie Hochschulen. In der Qlbstimmung über die Kapitel äliti- versität Gießen und Technische Hochschule Darmstadt wird der sozialdemokratische Antrag einsttmmig angenommen die Regierung zu ersuchen, die in Gießen und in Darmstadt geführten Institute gleicher Art möglich st zusammenzulegen und nur an einer Hochschule zu führen. Die Sparcrnttäge des Landbundes werden mit der Maßgabe angenommen, daß die Regierung ersucht wird, Einsparungen in Richtung dieser Anträge insoweit vorzünehmen, als dies irgenbtoie tunlich erscheint. Das Kapitel Universität wird mit 11 gegen 2 Stimmen genehmigt. D,e paedagogischen Akademien. Mit 7 gegen 4 Stimmen bei einer Enthaltung wird dann folgender sozialdemokrattscher Antrag, angenommen: „Die Zusammenlegung der pädagogischen Institute oder die Errichtung neuer pädagogischer Institute betrachtet der Ausschuß als eine Angelegenheit bet Verwaltun g." Das Landestheater. Auf Grund dieser Qlbstimmung zieht der Kultusminister die Vorbemerkung im Etat mit der Ermächtigung der Zusammenlegung zurück. Vor der Abstimnnmg entspinnt sich über daS Kapitel Landestheater noch einmal eine Aussprache über die Herabsetzung des Zuschusses bzw. stärkerer Beteiligung d-e^Stadt Darmstadt. Das Zentrum verlangt nochmals Beteiligung von Stadt und Staat im Verhältnis von 60 zu 40 Prozent. Die Volkspartei weist darauf hin, daß bei den heutigen Verhältnissen die Stadt Darmstadt der Srunme nach mehr leistet als die Stadt Karlsruhe, da diese Stad- fast doppelt so groß sei. Die Sozialdemokraten fordern eine stärkere Beteiligung der Stadt, da Darmstadt allen anderen helft chen Städten gegenüber unverhältnismäßig geringe Realsteuern erhebe. Der Kultusminister erklärt: Ein Vergleich Darmstadts mit Karlsruhe sei nicht stichhaltig. Auf den Kopf der Bevölkerung leiste Darmstadt für das Theater mehr als Karlsruhe und andere Städte in ähnlicher Lage, auch wesentlich mehr als Mainz und Gießen für ihre Theater. Mit 8 gegen 1 Stimme bei 4 Enthaltungen findet ein sozialdemokratischer Antrag Annahme, für die Stadt Darmstadt eine Beteiligung von 55 Prozent vorzusehen. Das Kapitel selbst wird mit 5 gegen 2 Stimmen bei 6 Enthaltungen genehmigt. Aus aller Well. Das Reich als Erbe eines englischen Kapitäns. Der 1930 verstorbene ehemalige Kapitän eines englischen Handelsschiffes, Robinson, hatte in seinem Testament bestimmt, daß fein Vermögen in Höhe von 7000 Pfund Sterling der deutschen Regierung zur Llnt erst ützung der im Weltkriege verstümmelten deutschen Soldaten zufalle. Robinson hatte diese Verfügung damit begründet, daß das „siegreiche und wohlhabende England gut in der Lage ist, für seine im Welttriege verstümmelten Soldaten Vorsorge zu treffen“. Richter Maugham vom Obersten Gericht hat nun entschieden, daß dies Geschenk an die deutsche Regierung gültig ist. Robinson hatte übrigens in seinem Testament weiter noch bestimmt, daß, falls seine Verfügung angefochten wird, General S m u t s 1000 Pfund persönlich erhalten soll, und die übrigen 6000 Pfund von Smuts unter verstümmelte Duren, di« durch den südafrikanischen Krieg gelitten haben, verteilt werden sollen. D.e Gülttgkeit dieser Verfügung war ebenso wie die zugunsten des Deutschen Reiches angefochten worden. Zwei deutsche Offiziere zur norwegischen Militärschule abkommondierl. Major Diete und Oberleutnant Seiber er, beide aus München, sind zur Militärschule in Geilo in Norwegen abkommandiert worden, um dort die Verwendungs- und Bewegungsmöglich- teiten militärischer Verbände im Winterge- länbe zu studieren. Major Diete war im vorigen Jahre der Führer der deutschen Militärdelegation gelegentlich der internationalen Patrouillenskikämpfe in Oslo. Lin politische Bluttat vor Gericht. Nach dreitägiger Verhandlung wurde von dem Hagener Schwurgericht das Urteil in dem Prozeß gegen Zentarra und Gen. verkündet. Die Angeklagten waren beschuldigt, am 1. Dezember v. I. in Hagen den Nationalsozialisten Sanders überfallen und niedergestochen zu haben. Der Hauptangeklagte Zentarra erhiett wegen Totschlags eine Zuchthausstrafe von neun Jahren und einem Monat. Der nächst Zentarra am meisten belastete Karl O u i 11 m a n n wurde wegen schwerer Körperverletzung zu einer G e - fängnisftrafe von drei Jahren acht Monaten verurteilt, Die übrigen Angeklagten erhielten wegen Beihilfe Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis zu zwei Jahren sieben Monaten. Ueberfchwemmungskatastrophe in Rumänien. Durch die Ueberschwemmungen im Donaudelta ist das Fischerdorf Valkow vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Nur der Telegraphist hält vom Dachboden des Postge- b ä u d e s unter eigener Lebensgefahr noch die Verbindung mit den benachbarten Orten aufrecht. Nach feinen Meldungen spielen sich in dem Dorf die erschütterndsten Szenen ab. Zahlreiche Gebäude sind bereits eingestürzt. Die Einwohner haben sich aus die Dächer ihrer Häuser geflüchtet und erwarten sehnsüchtig Hilfe. Zwei Sinder im Spreuhaufen erstickt. In Wasungen bei Meiningen ereignete sich ein schwerer Unfall, dem zwei noch nicht schulpflichtige Knaben zum Opfer fielen, während ein dritter, wie durch ein Wunder noch im letzten Augenblick gerettet wurde. Die drei Knaben waren beim Rodeln von einem Schneesturm überrascht worben und hatten in der Nähe eines Gehöftes in einem Haufen sogenannter Waldspreu Schuh gesucht. Da dieser Haufen durch QIE> tragen, schon stark ausgehöhlt war, stürzte er über den Kindern zusammen unb zwei von ihnen erstickten, ehe der Unfall bemerkt wurde. Liu Schreinermeister zweifacher Doktor. Ss dürste zu einer Seltenheit gehören, daß ein Handwerker das zweifache Doktorat erwirbt. Peter D e h e n aus Karthaus bei Trier hatte nach seiner Schulentlassung drei Jahre bei einem Schreinermeister in der Lehre gestanden und war anschließend vier Jahre als Gesell« an der Hobelbank tätig.' An der Trierer Handwerkskammer legte er sowohl seine Gesellen- und Meisterprüfung ab, auch war er mehrere Jahre Mitglied der Handwerker - Prüfungskommission. Dann verlegte sich Dehen aufs Studium. Er erwarb sich nach kurzer Vorbereitung das Reifezeugnis promovierte 1927 an der Münchener Universitär zum Doktor der Philosophie und beschloß jetzt seine Studienzeit mit der Ablegung des juristischen Doktorexamens, das er mit der Note „sehr gut" bestand. Die Detterlaae. 5 inorshi/n- w- 0! Der leen dlti lern Ta -o/c w iyen Owoixenios Q neuer. ® halt) oedeext. e wolkig. • bedecn eftege^ * Schnee a Graupeln «Nebel K OrWit'rr.(g)Wmd$tllle. O-> seh» leichte, Ost rassige Südsüdwest \ stürmische- Nordwesl Die Piene fliegen mit dem Windt- Ole beiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Ole Limen verbinden Orte mit gleichet* euf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Unter Abflachung ist die seitherige Störung südöstlich abgezogen, ohne noch nennenswerten Einfluß auf die Wetterlage zu gewinnen. Gleichzeitig hat sich der hohe Druck über dem Balttkum weiter aufgejaut und südwärts ausgedehnt. Dabei verursacht seine ausfließendc Luft teilweise über Deutschland südöstliche Winde, welche zu Tempcraturrückgang führten, der im östlichen Teil des Reiches wieder Frost von 5 bis 9 Grad brachte. Ferner hat die maritime Polarluft über den britischen Inseln ebenfalls zur Entwicklung und Kräftigung von hohem Druck gesührt, so daß es zur Entstehung einer Hochdruckbrücke kommen dürfte. In Jhrem.Dereich werden zwar vorerst d.e noch zusammenttefjenden verschiedenen Lustmassen zu Bewölkung und Dunstbildung, sowie zu vereinzelt geringen Schneefällen führen, die Temperaturen neigen mehr zu Frost und werden namentlich bei Auf klaren mehr unter Null zu liegen kommen. Aussichten für Sonntag : Dunstig und bewölkt, Temperaturen um Null und nachts darunter, meist ttocken. Amtliche Wintersportnochrichlen. V o g e l s b erg, Hoherodskopf: Bedeckt, — 4 Grad, 110 cm Schnee, davon 10 cm Neuschnee, Pulverschnee: Ski und Rodeln sehr gut. S auer land, Winterberg: Nebel, —4 Grad, 90 cm Schnee, 1 bis 2 cm Neuschnee, Firnschnee: Ski und Rodeln sehr gut Schwarzwald, Feldberg: Schneefall. — 7 Grad, 240 cm Schnee, 6 bis 10 cm Neuschnee, Pulverschnee: Ski imb Rodeln sehr gut Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Schneefall, — 6 Grad, 55 cm Schnee, 3 biS 5cm Neuschnee, Pulverschnee: Ski und Rodeln sehr gut. Aus der Prvvmzialbouptstod« ©leben, den 14. Februar 1931. Bom deutschen Volkslieds. Es ist eine bekannte Tatsache, dah wir Deutschen bei stimmungsvollen Festen, wenn die Freude eigentlich am größten ist. wehmütige Lieder fingen. .Ich weih nicht, was soll es bedeuten", .2m schönsten Wiesengrunde" .Fetzt gong t ans Brün- nele“, daS sind so Lieder, die dann stets auf- tauchew Bei Volksfesten, bei Familienfeiern wird jedermann dieselben Erfahrungen machen Sv war ich auch gar nicht verwundert, als ich vor einiger Feit auf einer Hochzeit, in einem größeren Dorfe dicht bei der Stadt, das uralte, schöne Volkslied „Es waren zwei Königskinder" vernahm. Die älhr zeigte bereit- stark nach Mitternacht, und es war fast rührend, zu sehen und zu hören, nut welcher Andacht dieses Lied mehrmals gesungen wurde. 2hm folgten dann noch zahlreiche andere Volkslieder. , Erwähnen muh ich allerdings hier, dah vorher eine ganze Menge sogenannter Schlager, Gassen- lieder, bie jeder Schusterjunge pfeift, gelungen worden waren. Als dann — wie Aagt — die frohe Stimmung den Höhepunkt erreicht hatte, kam zuerst schüchtern, dann aber immer mächtiger unser altes Dolkslied wieder zum Vorschein. Das Dolkslied selber ist also nicht tot, wie man oft hört SS schlummert nur, und fremde Weisen leichtsinnige Lieder, die uns aus der Groh- staöt cntgegcnflattem, versuchen, eS zu verdrängen ES wird ihnen nicht gelingen. 2n unseren Volksliedern steckt eine urwüchsige, gewaltige Kraft, eine strahlende Schönheit geht von ihnen aus. .Alles, was ein Menschenherz, aber auch alles, was ein Doll bewegt, enthält das Dolkslied... Cs steigt hinab in alle Tiefen des MenschenherzenS und hinauf in alle Höhen des Menschengeistes " (2ulius Sahr.) Weit über 3000 deutsche Volkslieder sind von unermüdlichen Forschern gesammelt worden. Herder, Goethe, Achim von Arnim, "Brentano, Erk und Böhme, ihre ganze Liebe galt dem deutschen Volkslied. Als Goethe seine Sammlung an Herder sandte, schrieb er: „Auf meinem Herzen habe ich diese Lieder getragen.“ Ueberall, wo die deutsche Sprache klingt, ertönen auch deutsche Volkslieder. Sie ziehen mit den Menschen als treue "Begleiter in die fernsten Erdteile. Es ist für unS immer eine Herz- erfrischung, wenn wir Im Sommer den munteren Wandervögeln begegnen. Da ziehen sie hin mit ihren Lauten und Geigen, singen und musizieren. Wenn du hinhorchst, so vernimmt dein Ohr keine Schlager, keine leichte Musik, sondern uralte Volksweisen: Landsknechts- und Soldatenlieder, Minne- und Spinnstubengesänge, zum Teil schwermütige Weisen, aber auch luftige Tanz- und Schelmenlieder. Hier draußen im sonnendurchfluteten Wald, wenn die Luft vom Gesang der Vögel wider- hallt, wenn Käfer summen und die Schmetterlinge von Blume zu Blume gaukeln, ist ja auch kein Boden für oberflächliche Schlager und Gassenhauer. 2n der reinen unberührten Bahir kann nur das echte Volkslied erklingen. Das fühlen auch die jungen Menschenkinder, wenn sie wandernd die Welt durchstreifen. Es geht ihnen wie dem naturfrohen Menschen, der sich am Frühling erfreut und im Schauen der Herrlichkeit feine Alltagssorgen vergißt, Unb die Freude ist doppelt groß, wenn er dann am schützenden Rain, ganz versteckt, ein kleines Blümchen, das ihn mit feiner Blüte treuherzig anlächelt, findet: daS bescheidene Veilchen. So steht das Volkslied mitten in unferm Leben, eine köstliche Blume, die sich nicht hervordrängt, aber herzig und taufrisch ist wie ein Veilchen. 2n ihm liegt eine ganze Seele. Vichts Leeres, Abgedroschenes, sondern tiefste, echteste Empfindung schaut dir aus jedem Volkslied entgegen, läßt dich freudig oder mitleidsvoll mitzittern und bewegt dein 2nnerstes. Cs gab wohl eine Zeit, da fang das ganze Volk diese Lieder. Heute, im Zeitalter der Sachlichkeit, hören wir andere Musik. Auch die Spinn- ftube, diese alte Pflegestätte des Volksgesangs, gehört bald der Vergangenheit an. Diese Entwicklung können wir bedauern, aufhalten sicher nicht. Das lebendige Kleinod aber, das _ uns unsere Vorfahren überliefert haben, das dürfen wir nicht verlieren, das müssen wir erhalten und pflegen, weitergeben an unsere Kinder, damit auch sie noch Freude und Erholung finden bei unfern Volksliedern. Diese Lieder lieb und wert halten, das ist die wichtige Ausgabe, die wir haben. Das ist das rechte Gegengift für die Gassenhauer. Genau so wie wir den Kindern gute Bücher in die Hand drücken, um sie vorn Schund abzuhalten, genau so müssen wir gute Lieder bieten. Cs ist mit Freuden zu begrüßen, daß auch unsere Gesangvereine die Volkslieder immer mehr pflegen und ihnen den Platz antoeifen, der ihnen gehört. Alle aber, die im Familienkreise mit ihren Kindern fingen, bie sollten nur Volkslieder wählen, auch wenn sie manchmal über das kindliche Verstehen hinausgehen. Schon die anmutige Weise sollte uns so wertvoll fein, dah wir einen etwas merkwürdigen Text gern mit in Kauf nehmen. Lind wenn an langen Winterabenden ein Märchen erzählt wird, eine Sage aus längst vergessener Zeit heraufrauscht, dann denke man auch an das deutsche Volkslied! Menschen kommen und gehen, diese Lieder aber werden nicht vergehen. Mz- Straßenreinigung im Winter. Dom Pvlizeiamt Gießen wird uns geschrieben: Die mangelnde Reinigung der Bürge r ft e i g e bei Schnee und Ei6 hat in letzter Zeit zu berechtigten Klagen Anlaß gegeben. Wir machen daraus aufmerksam, daß nach der Polizeiverordnung über die Reinigung der Straßen und das Wegfchassen des Mülls in der Stadt Gießen dem Grundstückseigentümer die Pflicht jur Reinigung der Bürgersteige obliegt. Die allgemein verbreitete Ansicht, daß der Grundstückseigentümer oder der Aur Reinigung der Bürgersteige Derpslichtete erst durch einen Polizeibeamten hierzu aufgeforberl werden muh, ist nicht richtig. Der über Rächt gefallene Schnee ist bis spätestens um 9 Uhr wegzuräumen. 2st wegen andauernd starken Schneefalls die ständige Frei- Haltung nicht möglich, so muh die Abräumung in der Zeit von 9 bis 18 Uhr mindestens alle fünf Stunden einmal erfolgen. Sofern auf den Bürgersteigen Glatteis, eine gefährlich zu begehende Schneedecke, Schnee- ober Eisbuckel fich gebildet haben oder die Bürgersteige fonstwie schwer begehen sind, müssen sie in einer Breite von minbestens einem Bieter mit Sand, Kies, Asche oder anderem geeigneten ©trcumatcrial ausgiebig bestreut werden. Diese Derpflichtung erstreckt sich auf die Zeit von 7 bis 19 Uhr. Die Pvlizeibeamten sind angewiesen, auf die Einhaltung der Polizeiverordnung strengstens zu achten. Oeffentliche Handelslehranstalt Gießen Don der 2nbuftrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: 2mmer mehr bricht fich die Ueberzeugung Bahn, daß durch die Entwicklung des modernen Geschäftslebens eine theoretische "Vorbildung vor dem Eintritt in den kaufmännischen Beruf zur Rotwendigkeit geworden ist. Dieser Ueberzeugung verdankt auch die am 1. April 1924 ins Leben gerufeneOef fentliche Handelslehranstalt, deren Träger die 2ndustrie- und Handelskammer Gießen ist, ihre Entstehung. Die Zahl der Schüler ist von 22 im Fahre 1924 auf 140 Schüler in 1930 gestiegen, die zwei Abteilungen angehören. Die Höhere Han delsklasse nimmt nur Schüler mit Ober- fefunbareifc auf, bereitet sie in einem 2ahr auf ihren praktischen Beruf vor und gibt denjenigen jungen Leuten, welche das Klassenziel mit der Gesamtnote „gut" erreicht haben, die Berechtigung, ohne Ablegung der vorgeschriebenen „Prüfung für praktische Kaufleute" an einer Universität Handelswissenschaften zu studieren. Die zweijährige Handelsschule nimmt 14jährige Schüler auf, einerlei, welcher Schule sie bisher angehört haben. 2n zwei vollen Schuljahren werden die Schüler für ihren praktischen Beruf vorgebildet. 2n den beiden Abteilungen werden folgende Handelsbetriebsfächer gelehrt: Handelslehre mit Korrespondenz, kaufmännische Rechtslehre (Bürgerliches Gesetzbuch, Handelsgesetzbuch, Wechselordnung nach Auswahl), Buchführung (einfache und doppelte Buchführungsmethode, italienische, deutsche und amerikanische Methode und Durchschreibebuchführung als Vorübung für moderne Bureauorganifc t o i), Kontoru ter ichst kau - männisches Rechnen, Stenographie unvMaschinen- schreiben. Der sprachlichen Ausbildung mit besonderer "Berücksichtigung kaufmännischer Verhältnisse dienen folgende Fächer: Deutsch, Englisch (in der Höheren Handelsklasse auch Französisch) mit entsprechender Korrespondenz. Zur allgemein- wirtschaftlichen Fächergruppe gehören Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsgeographie, Warenkunde einschließlich Technologie. Der staatsbürgerlichen Erziehung dient die Bürgerkunde. 2nteressenten seien auf die heutige Anzeige aufmerksam gemacht. Gießener Wochenmarktprcise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kvchbutter Pfund von 1,00 Mk. an; Butter 1,20 bis 1,30; Blatte 30 bis 35; Wirsing 25 bis 30; Weißkraut 12 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 35 bis 40; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25: Rosenkohl 40 bis 50; Feldsalat 1.00 bis 1,50; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis 40; Kartoffeln 3,5 bis 4; Aepsel 30 bis 45; Dirnen 20 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 1,10; Suppenhühner 90 bis 1,10; Rüsse 50 bis 60; Käse (10 Stück) 60 bis 1.40; Tauben (Stück) 70 bis 80; Eier 11 bis 13; Blumenkohl 40 bis 70; Salat 25 bis 30; Endivien 20 bis 50: Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; Kartoffeln Zentner 2,50 bis 3,00; Weißkraut 8,00 bis 10,00. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Kavallerie-Verein: 2ahreshauptversammlung, 20 Uhr, „Hessischer Hof". — Damen-Vereinigung 1877 78: Versammlung, 20 Uhr, „Stadt Mainz". Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Weg nach Rio". — Astoria-Lichtspiele: „Die Straße der verlorenen Seelen" und „Hast du geliebt am schönen Rhein". Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 14 bis 16.30 Uhr, „Das öffentliche Aergernis"; 18.30 bis 21.30 Uhr, „Robert und Bertram“. — Gießener Konzertverein: Liederabend Cva Liebenberg, 17 Uhr, Universitätsaula. — Lichtspielhäuser: Programm wie am Samstag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz macht auf folgende notwendig gewordene Aenderungcn aufmerksam: Sonntag, 15. Februar. 14 Uhr (nicht wie bisher von den Gewerkschaften veröffentlicht 15 Uhr) geschlossene Vorstellung: „Das öffentliche Aergernis". — Faschingsdienstag, 17. Februar, 20 Uhr: „Das öffentliche Aergernis"; diese Vorstellung findet als 19. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement statt. Dafür Mittwoch, 18. Februar (Aschermittwoch), 20 Uhr, „Marius ahoi" für die Besucher des Dienstag-Abonnements. Diese Umstellung findet statt, um dem Faschingsdicnstag auch spielplanmäßig das ihm zustehende Gepräge zu geben. — Staatsbürgerlicher Vortrag. Auf Veranlassung des Fungdeutschen Ordens und der Volksnationalen Rcichsvereinigung findet am 24. Fe- bruar im Cafs Leib eine öffentliche Versammlung statt, in der Dr. Alfred K u e r in a n n (Köln) sprechen wird. Wie man uns mitteilt, werden im Rahmen dieses Vortrages Fragen staats- und wirt- schaftspolitischer Art auf dem Gebiete der Innen- und Außenpolitik behandelt, und zwar nicht vom interessenmäßigen Standpunkt einer einzelnen Wirt- schafts- oder Berufsgruppe aus, sondern im Sinne eines übergeordneten Staatsbürgertums, in dem alle Stände und Klassen gleichberechtigt vertreten sind. Ferner wird der Redner barlegen, aus welchem Grunde die jungdeutsche Bewegung jede Dik- taturabficht bekämpft. An den Vortrag soll sich eine Aussprache anschließen. (Siehe heutige Anzeige.) ** Sie Aluseen und der f) eiben türm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. Die Räume sind geheizt. •* Frerndenvorftcllung im Gießener Stadttheater. Man schreibt uns: Die Zeit steht im Zeichen des Faschings! Der Gießener Theater-Lpielplan ist daher für Sonntag ganz auf Fasching, Frohsinn, Stimmung eingestellt. 2n der Fremdenvorstellung am Sonntag, 15. Februar, werden die beiden Vagabunden .Robert und Bertram" ihre tollen Streiche unter der Epielsührung Heinrich Hubs verüben. "Beginn 18.30 Ahr. Ermäßigte Preise. Ende 21.30 Uhr. •• Reifeprüfungen an den Gießener höheren Schulen. 2m Laufe dieser Woche wurden an den hiesigen höheren Lehranstalten die Reifeprüfungen durchgeführt. Am Gymnasium unterzogen sich 17 Abiturienten, darunter zwei Damen, der Prüfung; das Examen wurde von allen bestanden. Am Realgymnasium beftanben von 31 Abiturienten 29 die Prüfung 2m Lyzeum brachten alle Abiturientinnen, 21 an der Zahl, die Prüfung mit Erfolg hinter sich, und in der Oberreal- schule bestanden von 65 gemeldeten Prüflingen alle das Examen. ee Städtische Brennholzver steigern n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen, Försterex Hochwart, wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheu (l.Kl.) 12,80 Mk.. (2. Kl.) 8 Mk., Eichenscheit (1. Kl.) 8,80 Mk., Fichtenscheit (2. Kl.) 5,40 Mk., Buchen knüppel 9 BH., Eichenknüppel 6 Mk., Birkenknüppel 6 Mk., Fichten- „Winterhilfe 1930/31" und Städtische Rothilfe 1930 wollen gemeinsam die Not lindern. Laßt ihren Aotrus nicht ungehört verhallen! knüppel 4,60 Mk., Buchenstöcke 6,20 BH. pro Raummeter, Buchenreisig (3. Kl.) 24 Mk. pro 100 Wellen. Vorsicht mit Hunden in Feld und Wald! Das Kreisamt Gießen macht im neuesten Amtsverkündigungsblatt darauf aufmerksam, dah nach Art. 25 des Hessischen 2agdstrafgesetzes derjenige sich strafbar macht, der einen Hund in fremdem 2agbgeE>iet bei sich hat und das Lior außerhalb der erlaubten Verbindungswege über 100 Schritt von diesem entfernt frei herumlaufen läßt. Die Polizei- und Gendarmerie-Beamten sind beauftragt, alle Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. •* Wildernde Hunde im Vogelsberg. Am Montagnachmittag traf der aus Gießen stammende, beim staatlichen Forstamt in Grebenhain be- schästigte staatliche Forstgehilfe Fritz Schmitt im Oberwald in der Nahe des Breungeshainer Weges zwei große, verwilderte Schäferhunde neben einem von ihnen niedergerissenen Reh liegend vor. Da der junge Forstmann feine Schußwaffe bei sich führte, konnte er die beiden vierbeinigen Räuber nicht zur Strecke bringen, es gelang den Kötern vielmehr, sich aus dem Staube zu machen. Am folgenden Tage erroifdjte Herr Schmitt bie beiben Schäferhunde mieberum beim Wilbern, als sie gerabe erneut ein Reh gerissen hatten. Da er jetzt seinen Drilling zur Hand hatte, konnte er den einen Köter auf der Stelle zur Strecke bringen, während er den anderen nach längerer Hetzjagd in der Nähe des am Mon- tagnachm.ttag gerissenen Rehes durch einen wohl» gezielten Schuß ebenfalls erledigen konnte. Wem die Hunde gehören und welchen Schaden sie bisher unter dem Wiidbeftand des Vogelsberges angerichtet haben, konnte noch nicht festgestellt werden. Die beiden Köter müssen aber schon längere Zeit unterwegs gewesen sein, da ie völlig verwildert waren. Von Interesse ist übrigens noch, daß Forstgehilse Schmitt vor einiger Zeit im Oberwald auch einen prächtigen Fischotter fangen konnte. Große Strafkammer Gießen. * G i e ß en, 12. Febr. Es wurde über zwei Berufungen verhandelt, die vom Bezirksschöffengericht verurteilte Diebe eingelegt hatten. Heber den erstinstanzlichen Verlauf der beiden Verhandlungen ist bereits an dieser Stelle berichtet worden. Der vierzigjährige Schlosser Otto Lippert aus Retschkau, wegen Eiaentumsverbrechens vielfach, zuletzt mit zehn Zähren Zuchthaus vorbestraft, war wegen fünf schwerer Diebstähle, die ihm und seinem ebenfalls bestraften Mittäter allerdings keinen großen Gewinn gebracht hatten, zu der verhältnismäßig geringfügigen Strafe von örei Fahren sechs Monaten Gesäng- n i s verurteilt worden. Sein Versuch, die Hauptschuld auf seinen weit weniger vorbestraften Komplizen, der keine Berufung eingelegt hatte, abzuwälzen, mißlang, da auch die Staatsanwaltschaft "Berufung wegen des Strafmaßes eingelegt ha'tte und die vom Schöffengericht verhängte Strafe im Hinblick auf die G^neingefährllchkeit dcS Angeklagten zu gering erschien, wurde auf eine Zuchthausstrafe von fünf Fahren erkannt; außerdem wurden dem Verurteilten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Fahren aberkannt. Der zweite Angeklagte, Paul Labus aus Königshütte, der in der Maske des Hausierers in Bad-Rauheim in ein Haus eingedrungen war und einem Dienstmädchen ein Paar Seidenstrüpse und Geld gestohlen hatte, erzielte mit seiner Berufung zwar nicht die erstrebte Freisprechung, denn die Beweisaufnahme ergab auch heute wieder einwandfrei seine Schuld; da er aber — obwohl er nach den bei ihm gefundenen "Wertgegenständen, die er unmöglich rechtmäßig erworben haben konnte, als gewerbsmäßiger Verbrecher zu betrachten ist — bisher wenig bestraft war, wurde die Strafe bedeutend ermäßigt. Mit einer Strafe wegen intellektueller Urkundenfälschung — er hatte sich unter falschem Ramen in das Ge- fangenenbuch in Bad-Rauheim eintragen lassen — erhielt er eine Gesamtzuchthausstrafe von einem Fahr und einem Monat. Kommunistische Ausschreitungen in Mainz. TU. Mainz, 13. Febr. Die Mainzer Polizei teilt mit: Arn Donnerstagabend gegen 23 Uhr. nach Schluß e er nat o..alsvz:alistis en "Bc.famm- lung in der ^tadthaue, wurden auf dem Vahnaof auswärtige Rationalsyzialisten von einer Anzahl von Kommunisten überfallen. Unter den Hcberfallenen befanden sich auch zwei Kriminalbeamte in Zivil au4 Mainz», die sich zu erkennen gaben. Hieraus wurden die Beamten angegriffen und von der Blenge beschimpft. Als einer b?r Beamten zu Boden geworfen wurde, gab er aus seiner Dienstwaffe einen Schuß ab und flüchtete dann in ein nahes Haus. Er versuchte die Tür zu schließen, wurde aber von der nachdrängendenk Blenge daran gehindert. Er gab einen Schuß ab, der einen der Angreifer tödlich verletzte. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er zwei Stunden später starb. Die Polizei konnte die Ordnung wieder herstellen. _________(Schluß bcs rebattioncUcn Teils.) Gewinnousnig S. Kloße 36. Preußisch-Süddeutsche (262. Preuß.) Elaais-Lotterie Ohne ©ctoäbr Nachdruck verboten Aus phe gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar se einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 3. Ziehungslag 11. Februar 1931 In der heutigen Nachmittagsziebung ipurben Gewinne ' über 400 M. gezogen 2 ®«tplnn« in 200000 «Ll. 33980 8 »ttninn« |u 10OOO CL 13118 21697 64544 274190 4 ®*toinne in 5000 M. 337306 347529 14 »ttPinne ju 3000 M. 58232 80268 297948 311299 316942 326593 332908 02 ®ttotnne »u 2000 M. 5355 25447 56458 60057 87436 96012 105872 134400 134565 139383 148615 172028 184414 199598 204160 206861 2445,44 246688 252735 282022 310764 320960 363649 67314 70352 75563 88767 95809 97432 112585 113421 386979 110107 158006 191861 253370 325339 37501 • 80213 ( 125589 153172 172917 195691 266754 283579 301775 325143 347183 373123 166713 216871 258653 340044 397697 133976 160267 175899 211540 268268 289306 310571 326450 348964 375660 120698 190664 224243 286417 364602 146003 168001 180303 258606 276193 294262 319808 335420 360744 381244 168476 180778 264432 277951 296192 321460 340308 363285 386323 136291 161228 177122 218475 274137 292894 318258 332312 368612 378334 161815 192817 267926 333193 118355 180349 221163 261720 359839 126766 191681 229154 310578 375627 82022 86332 91415 93806 97718 ------ ------ ------ 151036 371352 373423 373710 102 eteinn» in 1000 M 5350 6561 10815 26717 32211 35392 38262 60503 64340 55924 64165 ----- ----- ----- ----- ----- ----- 101547 380429 _____ ______ 160 Oeto.nn« m 500 QH. 21895 26091 29354 33582 35105 37601 38360 39704 50493 52059 60956 61808 124006 151438 171407 181673 266342 280910 296197 323601 345886 366711 393317 398427 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 600 000, 2 Gewinne zu je 600000 2 zu je 800OCX), 4 *u je 1000)0, 6 zu je 75 000. 10 zu je 50 000,, 24 zu je 25 000, 172 zu je 10 000 444 zu je 5IXXXI 906 zu je 8000. 2"86 zu je 2000. 6370 ju je 1000, | 8874 zu je 600.26680 zu je 400 M. 12. Februar 1931 4. Zlchungslag 3n der heutigen Bormkttagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 182194 149957 160141 149352 315722 307304 389048 375642 110199 195879 295289 307662 362025 313633 366430 2 OtBinne m 100000 HL 346669 2 Setninne m 50000 ®L 133555 2 ®etotnne |n 10000 M. 274464 2 ®ctntnnt in 5000 QZL 280916 22 fceroinne eu 3000 W. 2862 26955 56448 94175 138944 205625 225480 234499 252492 348269 202248 219428 260518 266504 281934 ------ ------ ----------- 325655 332108 353587 ------ ------ ------ --- - 120 »ewinn« in 1000 W. 16 8689 9394 9438 18551 19894 22430 37023 49721 50719 58190 68252 69328 71429 83468 91352 106152 115886 116801 391257 56 »ewtnn« in 2000 M. 51515 60117 76837 106900 ------ ------ ------ ------ ------ 191493 118177 126550 126993 135109 139218 149127 149558 165645 169936 175545 179294 188603 192971 196914 203289 204349 211057 213291 214089 220682 233828 240507 249374 249530! 283925 290852 294003 300445 305450 3248151 329533 330120 330712 338221 343848 349192 351015 364738 384593 218 »etninne iu 500 W. 388722 393165 4753 6188 9481 19878 23140 29118 33362 34272 43113 44/20 47243 52279 57336 64075 64173 64544 65972 73248 76545 81290 89594 93938 99484 100350 101478 108629 117002 119794 123598 125482 128669 129782 133897 139422 139718 142570 147143 147953 162697 163164 163436 163823 165706 181631 187196 189886 190012 191754 192203 196113 197709 198422 200354 211132 212722 215558 222609 227118 243856 249690 252101 253323 258129 260927 263577 265997 266560 266870 268521 270665 276929 279622 283569 288165 291289 291358 292857 295187 295291 297050 298681 299227 300116 301356 305416 305451 315558 324411 328566 332299 330237 344294 345634 349862 361565 352391 354487 356278 360223 364389 365358 366940 375301 378433 380220 382911 390665 394852 395934 Die Grippe geht um ...! Daher sind gerade jetzt Vorsichtsmaßregeln am Platze. Mit jedem Atemzug können Krankheitserreger in ben Mund und Rachen einbringen. Panflavin-Pastillen üben eine wachsturnhemmenbe Wirkung gegen bie Krkknkheitskeirne aus, schützen baher gegen Grippe, Halsentzündung und Erkältung. 245V Das ünabeninffituf Lucius blickt nunmehr auf eine mehr als 120jährige Tätigkeit zurück Seit 1878 hat es in landschaftlich besonders begünstigter Lage im sog. Jorfffjaus bei Lch;ell (Oberhessen) ein entsprechendes Heim gefunden. Zn der Gegenwart besteht mehr denn je ein Bedürfnis für derartige Erziehungsheime, wo die Jungen fern von äußeren Ablenkungen in gesunder Umgebung durch forgfäl- tigen Unterricht und liebevolle Erziehung entfchei- dend gefördert werden.1195V Die milde Winter- und Frühiahrswitterung des verflossenen Jahres hatte viele Landwirte verleitet, die Saaten weniger gut mit Nährstoffen zu ver- sorgen. Die geringen Erträge und die mangelhafte Kornerausbildung beeinträchtigten stark den Verkaufserlös und den Saatgutwert. Diese Erfahrungen müssen für die Zukunft Finderzeige dafür sein, keinesfalls die Dolldungung mit Kali zu verabsäumen. Gerade durch Kalidüngung wird nicht nur durch Erhöhung des Tausendkorngewicht»s eine Ertragssteigerung erzielt, sondern richtig verabreichte Kalidüngung ist ein vorbeugendes Schutzmittel gegen Lagerfrucht. 335V D Ihr im 35, Lebensjahre. Kutscherverein GieBen Beteiligung bittet 11930 gesucht. u. nebr. Klav. 12Y2 tthr. 1191 D Der Vorstand Bosch-Dienst - Varta Dienst Meß-Mim Außer Abonnement Ermäßigte Preise. Ruhl & Fetzer 223 D Giefoen, Schanzenftr.3 tungen. Ueberwachg. und Ermittlungen verleiht dauernd, in feinen nns 3rion6 schöner Ausf. 0904 Ein Lustspiel aus F. Gerttcubauer d. alten Oesterreich Wilhelmftraße 8 p, 0. Stephan Kama«. Instandsetzung sämtlicher Elektro-Anlagen an Kraftfahrzeugen der Vorstand. 0865 E. Meyer Gtttersloh I. 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Februar, nachm. 4 Uhr, statt. — Trauerfeier im Hause. 1194 D Kaum hat sich die Erde über dem Grab unseres einzigen Kindes geschlossen, da fordert ein unerbittliches Schicksal als neues Opfer meine innigstgeliebte herzensgute Frau, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwie gertochter, Schwägerin, Tante und Nichte Frau Else Schmitt geb. Frees In tiefer Trauer: Karl Gg. Schmitt Familien Frees, Schmitt und Wack 0907] 0871 Wieseck, den 13. Februar 1931. 1211D Wieseck. den 13.Februar 1931. 1210 D Allen denen, die unserer lieben Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen, auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen und für die zahlreichen Kranzspenden sowie den Vereinen und Kriegsbeschädigten für ihre Nachrufe, Herrn Pfarrer Sattler für die trostreichen Worte am Grabe auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: 1 d.N : Katharine Schäfer. Für die trauernden Hinterbliebenen: Karl Deibel IV. Weißbindermeister. Ar M. Landwirt, ^nde 40,roünit6t8e» unniftnlimgelunö. itbeitsfteublfl. tzrl. >der Wwe. im Aller MÄbiS4!)Jahnn W'Veltat.Smlaud) Wnbeital. edmhL Angebote unter i«B anbenGlebeneiAn- Mer erbeten. [ Vereine HM «... Saitn.limtao. abends 8 Ubr Wllllt Ä'Ä; ■L-^ülöunbbüio *« M nur beite iMrj 'teN. an {oste LNfoWel \tOOtlutLQ.yigi- Llein-Maütdsüe^ Wirksame erbe-Drucksachen bii Brthl, kbulifr* 1 5 Abba» ÄS VC6jeÄQu| C irt l. I) b. WW llttlÄlt mit lauten MMRtfil Ter Hörfianb. Stadttheater eoootag.lö.Aebk. von 14 bis lb ? iWt (üeltbloil-'BorueUng. öaüileDttW'* 1- Schwank In SÄltttt von üranr Arnold. ®°nn‘atioÄ; ! Auxine Prci'c , MsaiithE 1‘ -v $6 Ä1 L «LZ -- p- ”* SKW'iW« . %mbinöorW (xrmaklqie ^re'^ Posse mit Eesangeo i-SSZ । *8*S: «U"wKL?llbr SKS •Ä,. ■ LKS! #S,t 85g$E -ä'S?-* sfea nacü l‘auexic. »° eamstaEubr "Oi-rLorttella-. Nr. 38 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesfen)Samstag, U. $ebruar I93( Konstruktive Außenpolitik. Ltußenpoutische Umschau Von Dr. Otto Hoehsch, o. ö proi. der Geschichte an der Universität Berlin. Wiederum ist die Befestigung des Kabinetts Brüning, insonderheit die Der- stär.ung der Autorität des Reichskanzlers selbst eme Tatsache der Außenpolitik. Man glaubt im Ausland daher immer mehr, daß Deutschland die jetzige Krise trotz ihrer Dauer und Stärke überwinden werde. Desgleichen stellt man fest, daß sich die Stellung des Außen» ministers durch den Verlauf der Genfer Ratstagung verstärkt habe. Wie weit oder wie wenig diese Tagung den deutschen Erwartungen entsprochen hat, das haben wir ja bereits ausgesprochen: jedenfalls ist sie nicht mit einer großen Krise ausgegangen. Natürlich ist nicht zu überschätzen, daß sich jetzt die französischen Banken an der Aufbringung eines Zwischenkredits für die deutsche Regierung beteiligen, wobei es der ganzen französischen Behandlung dieser Dinge entspricht, daß, Finanz und Regierung zusammenarbeiten, die Banken nicht ohne die Zustimmung derRegie- r u n g vorgehen. So etwas Ungeheures ist dieser Kredit auch nicht: 700 Millionen Franken, die zudeiy durch die Verpfändung der Cisenbahn- vorzugsaktien gedeckt sind. Damit ist weder gesagt, daß wir nun vor der fortgesetzten Bedrohung sicher wären, daß bei der steigenden Krise die französischen Banken ihre kurzfristigen Kredite aus Deutschland zurückziehen, noch gar, daß nun der französische Goldüberfluh sich zu langfristiger Anleihe nach Deutschland wende. Aehnlicher Art ist der Vorschlag, den in der „L'Europe Rouvelle" der französische Publizist Gras Wladimir d'O r m e s s o n gemacht hat. Er schlägt vor die Anbahnung einer französischdeutschen Verständigung auf der Grundlage, daß Frankreich auf zwei 3ahre a.us 50 Prozent seines Anteils aus dem nicht gebundenen Teil des Boungplans verzichtet, wenn Nordamerika für die gleiche Zeit seine Forderungen an die europäischen Sieger auch um 50 Prozent herabsetzt. Diese Idee soll Amerika dadurch schmackhaft gemacht werden, daß Deutschland und Frankreich jedes auf ein Zwölftel der Ausgaben seines Heeresbudgets verzichte. Das würde für Deutschland eine Reduzierung um 58 Millionen Mark, für Frankreich um rund eine Milliarde Franken bedeuten, während Deutschland am Voungplan für die Zeit vom 1. April 1931 bis 31. März 1933 je 850 Millionen Goldmark an feiner Tributlast spart. Deutschland und Frankreich würden dann, um für die Abrüstungskonferenz gemeinsam vorbereitet zu sein, einen Vertrag schließen, wie er letztes Jahr auf der Flottenkonferenz zustande gekommen sei, also ein Maximum ihrer Rüstungen fest setzen. Was gegen diesen Plan spricht, liegt auf der. Hand. Die Zumutung an Deutschland, genau den gleichen Satz am Heeresbudget zu streichen wie Frankreich, ist die Festsetzung der Ungleichheit für Deutschland. Das kann man den Deutschen doch nicht einleuchtend machen, daß die Riesensumme des franzölischen Heeresbudgets nur vermindert werden könne, wenn der gleiche Prozentsatz am deutschen Heeresbudget abgezogen würde, das auf völlig anderen und vor allem völlig ungleichen Voraussetzungen und Bedingungen namentlich des Zwanges beruht, als das französische. So ist der Plan nicht ausführbar. Aus der Luft gegriffen hat ihn der Autor nicht. Es steht fest, daß er aus einer ganzen Reihe von Fühlungnahmen hervorgegangen ist, daß ihn Briand wohl auch kennt, und er ist der Versuch, etwas weiterzukommen. Denn damit kommt man nicht vorwärts, daß einfach die Unmöglichkeit einer Verständigung schlechthin sest- gestellt wird und nun alles auf diese Unmöglichkeit starrt. Gesprochen muß über solche Dinge werden. Der Versuch, im Verhältnis der beiden Länder konstruktive Politik zu treiben, muß gemacht werden. Wie gesagt, dieser Vorschlag ist so nicht zu verwirklichen, aber er Gießener Gtadttvearer. Franz Arnold: „Tas öffentliche Aergernis". Das 25. Iubiläumsmufenkind der Firma Franz Arnold (diesmal ohne Bach) — Schwänke am laufenden Band — heißt „Das öffentliche Aergcr- nis" und hat dank einer Paraderolle, welche dem Komiker Guido Thielicher wie angegossen auf den stattlichen Leib geschrieben sein soll, in Berlin bereits eine erstaunliche Aufführungsserie erlebt. Von hier aus gesehen, kann von Theaterkrise keine Rede sein. Bei uns erscheint dieser Allabendliche zu Fastnacht. Er ist nach probaten Rezepten montiert und unterscheidet sich von seinen älteren Geschwistern — als da sind „Die spanische Fliege", „Die schwebeirde Jungfrau", „Die bessere Hälfte", „Der keu che Lebemann", „Der kühne Schwimmer", „Der wahre Jakob". „Hurra — ein Junge!", um nur einige herauszugreifen — wenn man davon absehen will, daß niemand in Unterhosen erscheint oder mit verbundenem Kopf auf dem Schrank sitzt, nur unbeträchtlich. Das Aergernis ist eine exotische Tänzerin, zu der die Iosefine Daker Modell gestanden bat, und welche bloß mit etlichen Bananen bekleidet in einer großen Revue auf tritt (Keine Angst: auf der Bühne ist sie etwas reichlicher ausge- ftattet.) Aber auch so noch ist sie der Clou des Llbends. 3m übrigen hat der Autor an alles gedacht, was feit altersher gut und billig ist auf dem Theater, wie zum Verspiel die v:r.auschten Briefe, die adoptierten Kinder, der vertrottelte Graf, die urwüchsige Portiersfrau, die bekannte „feine Familie", die nicht minder bekannten dunklen Punkte in der Vergangenheit vermeintlicher Ehrenmänner und sonst iwch allerlet Es gibt sogar, unter der Dlütenlese bitterer Kalauer, einige gute Witze: schade, daß sie in der Minderzahl bleiben. Und schade, daß es ohne lodert vielleicht die Starrheit der öffentlichen Meinung Frankreichs und regt eine Diskussion an. Zu überschätzen sino solche Anregungen nicht, einfach beiseiteschieben soll man sie aber auch nicht: es müssen doch sozusagen Haken da sein, an denen eine Disku'iion angehängt werden kann. Beide Länder hab n kein Interesse daran, daß die bisherige .itarrung auch,nur im Gespräch zwischen ihnen b.eibt. Dor einer Abrüstungskundgebung der Internationalen Frauenliga hat Henderson schärfer von Englands Verpflichtungen in dieser Frage gesprochen, als es bisher je von einem englischen Minister geschehen ist. Er stellte sest, daß England „gleich jedem Mitglied des Völkerbundes durch Gesetz und Ehre zur Abrüstung verpflichtet fei", daß der Kellogg- pakt den Verzicht auf Gewalt in internationalen Angelegenheiten enthalte und daß dieser Verzicht auch den Verzicht auf die Mittel zum Kriege in sich schließe, und forderte nun die Freunde des Friedens auf, die zwölf Monate bis zum Deginn der Abrüstungskonferenz zu einer Mobilisierung der öf । entliehen Meinung der Welt zu benutzen. Diese Shxnbgcbung zeigt, daß es der englischen Regierung gewiß ernst ist, aber wir sehen noch nicht den Schritt und Weg vom Wort zur T a t durch England. Der Pole Z a l e s k i hat vor seinem Ausschuß ausführlich über Genf gesprochen, Opposition gefunden, aber schließlich läßt man ihn Weiterarbeiten. Ob Polen bis zum Mai seinen Verpflichtungen. nachkommt, wird man sehen. 3m Mai kommt bann zu der deutsch-polnischen noch die schwierige, besonders auch in England interessierende Angelegenheit der sog. .Pazifizierung Ostgaliziens" hinzu, d. h. der Gewalttaten der Polen gegen die Ukrainer zur Verhandlung. 3m Sejm ist die Erörterung über die Behandlung der Abgeordneten im Gefängnis von Brest-Litowsk erzwungen worden. Die Regierung war stärker, das ist kein Wunder. Aber der Ton der Opposition und ihre Unterstützung durch die besten Kräfte des Landes waren doch auffällig und zeigen, daß die Opposition nicht schlechthin mundtot gemacht ist. Was wird nun mit der Verfass ung 7 Der neue Verfass ungsentwurf des Regierungsblocks trägt die erwarteten Züge: Wahl des Staacs- präsidenten durch das Volk und Verantwortlichkeit der Regierung vor dem Staatspräsidenten, Einschränkung der Rechte des Parlaments und Aufhebung der 3mmunität der Abgeordneten. Man kann eigentlich nicht sagen, daß, abgesehen vom letzten Punkt, diese Vorschläge revolutionär seien, daß sie nicht als Re- form einer parlamentarischen Verfassung zu diskutieren wären. Aber es kommt darauf an, daß das Vertrauen in Recht und Gesetz, wie das bei der Diktatur, auch bei einer solchen Halbdiktatur, stets der Fall zu sein pflegt, — erschüttert wird, man also durchaus nicht sicher ist, ob eine solche Verfassungsreform wirklich ein Recht schafft, das als unerschütterliche Grundlage der Verwaltung und der Armee angesehen wird. So ist die innere Lage Polens alles andere als stabil, und das Gleiche gUt von der Wirtschaft und dem Staatsbudget. 3n der Wirtschaft ist weitaus der wichtigste Posten die Kohlenausfuhr, die im letzten 3ahr 12,8 Millionen Tonnen erreicht hat, 1,5 Millionen Tonnen weniger als 1929. Man hat im Norden und den baltischen Ländern den Absatz gehalten, dagegen ist er nach den Nachfolgestaaten Oesterreich-Ungarns außerordentlich zurückgegangen. Man glaubt nun die polnische Kohlenausfuhr dadurch am besten zu fördern, daß ganz überraschend die Kohlenwirtschast Polens durch Verordnung unter staatliche Aussicht geteilt wurde. Das heißt: Dikatur auch in der Kohlenproduk- tion und Kohlenausfuhr, eine gesamtpolnische Kohlenkonvention und ein Kohlensyndikat. Nahezu gleichzeitig ist der Vertrag mit der polnischen Regierung und einem französischen Konsortium unter Führung der Firma Schneider- Creuzot und der Bank „des Pays du Nord“ über die Anleihe von 1 Milliarde Frank und die 11 Übereignung der Dahn Oberfdjle- sien — Gdingen auf 55 3ahre an jenes Konsortium zustande gekommen. Cs bedarf keines Wortes, welche Bedeutung in jeder Beziehung ein paar grobe Geschmadlosigkeiten nicht abgeht, die noch dazu überflüssig breitgetreten werden. Spielleitung: Heinrich Hub: er hatte die Aufführung mit einem anerkennenswerten Tempo gestartet, das leider nicht ganz bis zum dritten Vorhang durchgehalten wurde: der Höhepunkt, wie es sich gehört, war der zweite Akt, wo die Drastik der Situation Triumphe feierte. Hub selbst war mit der Thielscher-Rolle in großer Fahrt, placierte die Pointen schlagkräftig und, wie es schien, nicht ohne 3mprovisationen eigenen Wachstums: er hatte sich über mangelnde „Lacher" nicht zu beklagen. Beatrice Doering erschien als 3osefine Daker, bräunlich getönt, in bunter Seide, tausend Worte exotisch sprudelnd: eine hübsche Leistung. — ßintmann, diesmal recht gemäßigt, machte den rassekundigen Professor, der den Anstoß nimmt am Aergernis: Frau Schuvert-3üng' ling als verkalkte Exzellenz: Wes en er und Leutholf, nettes Drautpaar: Agathe Walther-Lederer als Portiersfrau hatte sich erstaunlich aufgepuht, wirkte aber (Regiesehler!) in dieser Umgebung unmöglich: Herr Hauer gab den bedauernswerten Grafen, Frl. 3 a h n die falsche Gräfin. — Don Löffler: moderne 3n- nenöeforation in maigrün und rosenrot. Großer Deifall nach jedem Akt. Der Gießener Fasching kann beginnen. hth. Marion schreibt aus St. Moritz. Von Charlie JRoellingboff. Mein liebes Schatzichen! 3ch finde es direkt rührend von Dir, daß Du mich hierher, ins Sportparadies, geschickt hast und selbst aufopfernd weiter arbeitest! Wirklich! _3ft die Börse besser geworden, und, wenn ja, läßt Du es Dir auch an nichts fehlen? In diesem Falle kannst Du mir gern noch einen Tausender schicken. Wenn nicht, bann tun es auch zweimal Fünfhundert1 dieser Abschluß hat. durch den die Rüdgratbahn Polens hx 2!ord-Sud-Richtung unter französischen Einfluß kommt. Sie soll in einem Jahre vollständig fertig sein und läuft bann irrt ganzen von ©hingen über Bromberg, Hohcnsalza. Zdunska-Wola. Hcroy-Nowe, Kattow.y, Kra.au, Tarnow, Przemyll, Lenneg. Htanislau nach der polnischen Grenzstation Sniatyn, um in Rumänien über Czernowitz, Galatz nach Konstanza ihre Fortsetzung zu finden. Damit wird nicht nur die oberschlesische Kohle direkt durch Polen, unbeeinflußt durch irgendwelche internationale Regelungen, mit dem Meer verbunden, damit wird auch eine wichtige Verbindung mit Rumänien her gestellt, das der militärische VerbündetePolensist. Aber auch einc'Bcrbinbungmit Frankreich wird dadurch geschahen, die von Cherbourg, Le Havre und Calais durch die Nordsee um das Slagerrak in die Ostsee nach Gdingen läuft und so auch einen Anschluß nach Rumänien findet. Die französische Flotte ist den Flotten aller angrenzenden Länder überlegen, und bei solcher Derbinbungsmöglich.eit bedeutet natürlich auch die an sich kleine politische Kriegsmarine eine Stärkung für die französische. Schließlich ist mit der neuen Bahn auch eine Konkurrenz von unabsehbarem Ausmaß gegen Königsberg und Danzig in die Wege geleitet. So ist dcr nach langen Verhandlungen im Januar erfolgte Abschluß ein Vorgang von allergrößter Dedeutung. Polen hat selbst ungeheure Opfer gebracht, um die Dahn zu scha fen. Dazu tritt jetzt dieses französische Privatkapital, das dafür die Kontrolle über die Dahn und ihren Dclrieb erhält und somit gerade jetzt in die polnische Wirtschaft geleitet wird. Man kann geradezu sagen, daß damit der Korridor zu einem Teil zur franz 5 sischen Interessensphäre wird. Bei der großen Dedeutung dieser Vorgänge bars man sich mit Recht wundern, baß biefe Entwicklungen, bie nicht von gestern auf heute vom Himmel gefallen sinb, i n Deutschlanb mit so großer Gleich - Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Heisings ors, Februar 1931. Am 15.Februar wirb Finnland seinen dritten Staatspräsidenten wählen. Das Land, das vor wenigen Wochen den 13. Geburtstag feiner Freiheit feierte, hatte bekanntlich im Oktober 1918 dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen die Königskrone angeboten, die dieser nach dem Umsturz in Deutschland ablehnte. Nach der Reichs» verweserschaft von Senator Soinhufvud und später von General Mannerheim wurde der Verwaltungsgerichtspräsident Stahl berg zum ersten Präsidenten der Republik aewählt; ihm folgte der Landeshauptmann Relanoer, dessen sechs» jährige Amtszeit am 1. März abläuft. Mit Ausnahme von General Mannerheim, der sich anscheinend ganz vom politischen Leben zurückgezogen hat, stehen alle früheren Staatsoberhäupter wieder im Vordergrund des Interesses. S vin - hufvud und Stahlberg sind offiziell a l s Kandidaten aufgestellt worden; der jetzige Präsident Relander ist zwar nur von einer Minderheit der Agrarpartei nominiert worden, gilt aber in vielen Kreisen als der aussichtsreichste Bewerber. Auf der amtlichen Kandidatenliste stehen außerdem der frühere sozialdemokratische Ministerpräsident Tanner und der Landwirt K a 11 i o , der gleichfalls mehrmals Regierungschef gewesen ist. Das Ergebnis der Urwahlen — in denen die 300 „Elektoren" gewählt wurden, die ihrerseits Mitte Februar den Präsidenten bestimmen — bietet nicht die Möglichkeit, das endgültige Wahlergebnis vorauszusagen. Sicher ist nur, daß der Sozialdemokrat Tanner keinerlei Aussich- t c n besitzt. Die sozialdemokratischen Stimmen werden beim zweiten Umgang aller Wahrscheinlichkeit nach dem liberalen Kandidaten S t a h l b e r g z u f a l l e n , da die Sozialdemokraten um jeden Preis zu verhindern suchen, daß Du willst hören, was ich für Sport treibe? Du glaubst nicht recht daran? Das finde ich unerhört! Ich gehe ganz und gar auf im herrlichen Sport, mein Junge! Da wäre also zuerst mal das Eisläufen. Ich habe mir dazu ein neues Kleid machen lassen, fliederfarbenen Velours, weiht Du, nicht zu lang, mit Tibetschafbesah an Hals und Aermeln. Detty — sie ist vorgestern angekommen, auch ohne Mann —. Detty findet es abscheulich, ich kann mich demnach aufrichtig darüber freuen, und es ist hübsch 1 3a, also das Eisläufen, Du willst ja nicht glauben, daß ich überhaupt nur noch für Sport Sinn habe. 3ch habe mir Eislaufsttesel machen lassen — zwei Gedichte aus zartestem Wildleder, alpenrötlich mit Krokodileinsah, da darf nichts Nasses ran. Wenn ich sie ein wenig abgetragen habe, kann ich mir ja im nächsten Jahr vielleicht die Schlittschuhe ranschraubcn lassen. 3ch habe gestern eine Dame in einfachen braunen Straßenschuhen laufen sehen — eine gute Läuferin ist sie auch nicht —, wie findest du das? Und dann der herrliche Skisport! Der Herr Doktor Knippe — er sagt, er kennt Dich vom Klub her, ach nein, das verwechsle ich jetzt mit dem Baron 3ülphagen, der Dich von der Rennbahn kennt — Doktor Knippe sagt, das Herz geht ihm auf, wenn er mich im Skikostüm sieht, das ich in Zürich gekauft habe. (Da war nämlrch Tanzturnier, und wozu habe ich die vier Abendkleider mitgenommen, nicht?) Deine „angebetete Flamme", dieses gelbhaarige Schauerweib von der Knallerrevue, ist auch hier, steht morgens um sieben Uhr auf und geht mit einem Slilehrer Telephonsprünge machen, oder wie sie das nennen. Cs werden mehr Seitensprünge dabei sein — das ist meine Meinung, wenn Du mich fragst. Und angezogen ist sie — der ganze Sport lacht sich schief. Auch fürs Rodeln begeistere ich mich aus vollem Herzen. Du solltest sehen, wie sie alle vor Neid platzen, wenn ich, von jungen Leuten aus bester Gesellschaft nur so umschwärmt, beim Fünfuhrtee im Rodelkostüm auf der Terrasse sitze, die an der Rodelbahn liegt! Mein Rodelkostüm ist aber auch wirklich letzter Schick: blahblau, seidiger Flausch und gestickte Mokassins, denke Dir! gültigfeit angesehen werden. Wir zweifeln nicht, daß die verantwortliche Führung der Außenpolittk in unausgesetzter Wachsamkeit und Sorge diele Vorgänge verfolgt und die gctoal- tigen Schwierigkeiten erkennt, die sich sofort auftürmen, wenn man sich überlegt, was nun Deutschland dagegen tun sollte. Mit einem Satz ober gar mit einer Geste, einem Gefühlsausdruck oder einer Proklamation ist das nicht abgetan. Die Lage erfordert auch hier Voraussetzungen und Gedanken einer konstruktiven Außenpolitik und dazu eine Unterstühun« durch die öffentliche Meinung, biedoch sehr fehlt. Zum Beispiel: von Polen kommt die Geste der Ratifikation der beschlossenen Abkom- men mit Deutschland. Alle wir.schastlichen Bedenken gegen den deutsch-polnischen Handclsvcr- trag wird beute in der so gestiegenen Kris« lelbstverständl.ch jehermann würdigen. Aber eS geht nicht an. daß darauf so ort die Ablehnung in Bausch und Bogen kommt: ja daß die Llblehnung womöglich auch gleich zur Parteiforderung gemacht wird. Dazu sind diese Verhältnisse doch zu verwickelt und zu schwierig. Sie können auch nicht einfach ein Zustand steriler Ablehnung bleiben. Ans sind wahrhaftig alle Seiten des deutsch- polnischen Verhältnisses und Gegensatzes klar, aber auch die Lebensnotwendigkeiten zu Deutschland dar n. Doch bei dieser Feststellung kann man sich nicht einfach beruhigen. 3edes 3ahr c ner ungehemmten polnischen Nationalitätenpolitik und jede- Jahr solcher Dahir- bauten im Zusammenhang mit entsprechenden staatlichen Maßnahmen richtet sich gegen die 3nangriffnahme der Korridorsrage durch Deutschland. Allo muh dieses sie anfassen und sich den Kopf zerbrechen für eine — um es noch einmal zu sagen — konstruktive Außenpolitik, deren riesenhafte Schwierigkeiten wir am allerwenigsten verkennen, deren Notwendigkeit sich aber gerade angesichts des französisch-polnischen Abschlusses über Gdingen unwiderstehlich aufdrängt! Soinhufvud ans Staatsruder kommt, der nicht nur von der nationalen Sammlungspartei aufgestellt ist, sondern auch von der Lappobewegung. Die Liberalen und Sozialdemokraten bilden zusammen einen starken Block, dcr beinahe über die Hälfte der Elektoren» stimmen verfügt. Ein solcher Zusammenschluß würde — trotz der Unstimmigkeiten zwischen der nationalen Sammlungspartei und den Agraren — zweifellos zu einer gemeinsamen Front der beiden Rechtsparteien führen. Die Rechts, und Linksgruppe halten sich einigermaßen die Waage; jedenfalls wäre keine von beiden imstande, schon im ersten Wahl» gang die Schlacht zu entscheiden, da niemand die absolute Majorität aufbringen kann. Wie schon oft zuvor, wird auch diesmal d i e schwedische Dolkspartei den Ausschlag geben. Die schwedische Minderheit, die jetzt etwa 11 v. H. der finnischen Bevölkerung ausmacht, hat im Paria- ment zwischen der Rechten und der Linken ge- schwapkt, zuweilen auch die Sozialdemokratie unterstützt. Nicht aus gleicher politischer Gesinnung, sondern einzig und allein im Interesse ihrer kulturellen Selbständigkeit, die sie durch die Linksparteien am wenigsten bedroht glaubte. Auch in der Lappobewegung sahen die Schweden Finnlands im Anfang eine ernste Bedrohung für ihr Volkstum und ihre Muttersprache. In den letzten Monaten haben jedoch die Erklärungen der Lappoführer, daß ihre Bewegung ausschließlich gegen den Kommunismus gerichtet ist und in keiner Weise den Rechten der schwedischen Bevölkerung zu nahetreten will, zu einer deutlichen Entspannung und sogar Annäherung zwischen Lappo und den Schweden geführt. Unter den Präsidentschaftskandidaten steht in einer unbedingten Sonderklasse der erste Reichsverweser, Pehr Evind Soinhufvud. Nicht mit Unrecht hat man ihn den Hindenburg Finnlands genannt. Schon äußerlich erinnert der 70jährige, 3eht habe ich aber genug gesportelt, Schatzichen, nun wirst Du mir wohl glauben, daß der Wintersport -mein ein und alles ist. 3ch will heute; früher schlafen gehn, um halbzwei schon, damit ich morgen richtig ausschlafen kann. Morgen abend spielt nämlich 3ack Hylton mit seiner Jazzkapelle, und die besten Amateurtanzpaare erhalten wertvolle sportliche Preise! Da will Deine Heine Marionette doch auch einen haben, nicht? 3ch küsse Dich mit sportlichem Gruß Deine süße Heine gute Frau. Das Spielzeug als Wilddieb-Falle. Mit einem lustigen Trick haben die Polizisten von La Rochelle einige gefährliche Wilddieb eingefangen. nach denen sie seit langem auf der Suche sind. D.e Wildhüter des in der Nähe von La Rochelle gelegenen Forstes von Denon hatten sich beklagt, daß Wilddiebe in Kraftwagen schwere Schäden unter dem Tieroestand anrichten. Alle Nachforschungen blieben fruchtlos, bis man auf eine kleine List verfiel. Die Hüter der Gerechtigkeit stopften eine Kaninchenhaut mit Stroh auS und setzten das Ding auf kleine Räder, die sie von einem Spielzeug nahmen. Dann befestigten sie diesen „Köder' an einem Strick, setzten das ausgestopfte Kaninchen mitten auf die Straße und txrjargen sich hinter einem Dickicht, wobei sie die Schnur in der Hand behielten. Nach einigem Warten kam ein Kraftwagen mit starken Scheinwerfern daher. Er hielt an, und ein Schuß fiel. Das Spielzeug wurde von den verborgenen Gendarmen zurückgezogen, und sofort sprang ein Wann aus dem Kraftwagen mit noch rauchender Flinte und einem Hund. Er befahl dem Tier, im Dickicht nach dem Kaninchen zu suchen, und folgte selbst dem Hunde, so daß er den wartenden Schutzleuten direkt in die Arme lief. 3m 3nnem des Wagens befanden sich zwei andere Männer, die mit 3agbflinten bewaffnet waren, und noch ein zweiter Jagdhund. Alle drei Männer wurden verhaftet, und man stellte in ihnen die gesuchten Wilddiebe fefL Finnland vor der Präsidentenwahl. Von unserem vr. ^.-Berichterstatter. imposante „Ukko-Pekka" mit dem silbergrauen Bart an den deutschen Heerführer und Reichspräsidenten. Die aufrechte militärische Haltung Hindenburgs hat er freilich nicht bewahrt. Seine ganze Arbeitskraft hat Svinhufvud für den Freiheitskampf Finnlands eingesetzt; vier Jahre lang war er unter der Zarenherrschaft nach Sibirien verbannt. Auch auf Seiten der bürgerlichen Linken kann niemand ernstlich böse werden, wenn Svinhufvud gewählt wird. Doch er hat nie verstanden und nie danach getrachtet, allen nach dem Munde zu reden und sich überall beliebt zu machen. Obwohl aus altem finnlandschwedischem Adel und mit einer Schwedin verheiratet, hat der jetzige Ministerpräsident sich immer als finnischer Nationalist bekannt. Trotzdem dürften sich auch viele schwedische Stimmen auf ihn vereinigen, zumal die Schweden ja keinerlei Aussicht haben, einen eigenen Kandidaten durchbringen zu können und Svinhufvud im Sprachenkampf stets eine vermittelnde Stellung eingenommen hat. Der Name S t a h l b e r g ist im vorigen Jahre durch die Entführung des Präsidentenpaares weltbekannt geworden. Als „Mann ohne Lachen" wird er in den Zeitungen gekennzeichnet. Die Lappo- bcwegung und alle nationalen Elemente des Landes lehnen Stahlberg entschieden ab; nur ein um berechenbarer Zufall könnte ihn zum zweiten Male zum Staatsoberhaupt machen obwohl feine Kandidatur bei der Urwahl viel mehr Stimmen sammelte, als man erwartet hatte. Die mächtige Agrarpartei hat offiziell den österbottnifchcn Bauern K a l l i o — in Abstam- „Eenhundcrtzweeunachtzigdrerhundertundeensl" — „Hm!" Ein kleiner Saal im Zentrum Berlins, wie für ein Liebhabertheater geschaffen: eine etwas erhöhte Bühne, ein Zuschauerraum mit Stuhl- rcihen und Stehplätzen. Atemlose Buhe, gespannteste Aufmertsamkeit in der dichten Menge. Werben dort oben die ergreifenden Worte eines Dichters gesprochen? Begibt sich eine packende Handlung? Bein, nur Zahlen sind zu hören: olle fünf Sekunden eine lange, sechsstellige Zahl. Aber sie ist manchem wichtiger und erregender als alle Dramen der Welt, sie bedeutet mehr für ihn als sämtliche Dichterworte von Homer bis Bert Brecht... Wir sind im Ziehungssaal der Preu- hisch-Süddeutschen Klassenlotterie. Die Bühne wird von zwei Requisiten beherrscht, die in schnellem Tempo bedient werden wollen: es sind zwei drehbare trommeln mit gläsernen Wänden, die Lostrommel und die Gewinntrommel, beide voll von kleinen Papierröllchen. Sie stehen rechts und links an den beiden Enden eines langen Tisches, an dem drei Beamte sitzen. Der eine entnimmt der Lostrommel ein Röllchen nach dem andern und liest die aufgedruckte Rümmer vor, der zweite holt zugleich ein Röllchen aus der Gewinntrommel, öffnet es und sagt — meistens wenigstens — „Hm!", der dritte bekommt von rechts und links die beiden Stückchen Papier und spießt sie auf eine lange Radel auf. Der Sinn dieser Zeremonie ich nicht schwer zu erraten. Es werden die Gewinne einer Losklasse gezogen. „Hm" heißt: das betreffende Los hat den kleinsten Gewinn erhalten, • es kommt „mit dem Einsatz heraus". 01 nb die merkwürdige Aussprache des Bortesenden? Das i,st, wie uns gesagt wird, Tradition; „eens" und ,'zwee" soll besser zu unterscheiden sein als £ „eins" und „zwei". Seit jeher, wahrscheinlich schon seit dem Geburtsjahr der Klassenlotterie, 5'1794 werden diese Zahlen so ausgesprochen; sicher hat auch damals der gute alte Berliner Dialekt mit Pate gestanden! Andächtig lauscht die versammelte Gemeinde auf die ausgerufenen Zahlen, auf das „Hm!", das manchmal von einer aufregenderen Mitteilung abgelöst wiro: wenn ein Gewinnröllchen über „zweehundert" oder noch mehr Mark gezogen wird. 51nd wer genug Geduld hak, erlebt auch d i e großen Sensationen die beiden Gewinne zu 500 000 und die beiden Prämien im gleichen Werte. Eine Sekunde lang herrscht dann auf der Bühne und im „Parkett" Mäuschenstille — bis die Wogen der Erregung anschwcllen und die Stimme des Kontrollbeamten, der noch einmal Rümmer und Gewinn ansagt, mühsam durchzudringen versucht. Rach fünf Minuten hat lief) alles wieder beruhigt, man hat cs aufgegeben, im Gesicht des Rachbarn zu forschen, ob er etwa der glückliche Gewinner ist und die eintönige Litanei beginnt wieder: „Eenhundert ..." Hinter den drei Männern am Tisch stehen drei Kontrollbeamte, die auf ordnungsgemäßen Ablauf der Dinge zu achten haben; nach je hundert Losen werden die Rollen vertauscht, die Plätze an den Trommeln und hinter dem Tisch gewechselt, die Trommeln geschlossen und tüchtig gedreht, damit der Zufall unbeeinflußt walten kann. Unten an der Bühne sitzen sechs Schreiber vor großen Blättern, in die jede gezogene Rümmer eingetragen wird, wie ein phantastisches Ballett sieht es au^ wenn die Arme der sechs Schreiber gleichzeitig über das Papier rutschen, um die Losnummer an der dafür vorbestimmten Stelle einzutragen ... Das Interessanteste in diesem Raum sind aber — wenigstens für den, der kein Los in der Brieftasche behütet - nicht die Zahlen, sondern d i e Menschen. Auf den Stühle.n sitzen Leute, die sichtlich hier ihren Tag verbringen und der ganzen Ziehung bis zum Schluß beiwohnen. Mit Butterbrotpaketen beladen, stehen sie schon um acht Uhr vor dem Tor, um nur ja gute Plätze zu bekommen, und keine der vielen Borbereitungen zur Ziehung entgeht ihrer Aufmerksamkeit. Besonders wichtig ist für sie auch das C i n - schütten der Lose in die Glücksräder; manche gehen vorher, wenn die Lose noch geordnet in ihren kleinen Drahtkästchen liegen, zu den Kontrollbeamten und lassen sich ihre Rümmer herausnehmen und zeigen, um sicher zu sein, daß ihr Los auch mitgespielt wird! — Dann sitzen sie out ihrem Platz, stunden- und stundenlang, und gönnen sich keine Minute frische Luft — aus Angst, den großen Augenblick zu versäumen, da ihr Los den Treffer macht. Es sind sehr viel Frauen darunter, ein paar ältere und ärmliche Männer, die sich Wohl das Geld für ein Achtellos vom Mund abgespart haben. Aber merkwürdigerweise sind auch eine ganze Anzahl von Menschen dabei, die gar kein Los bemung, Sprache und Denkweise Urtyp der finnischen Rasse — als ihren Vertreter aufgestellt; eine Reihe von Wahlmännern haben sich ledoch bereits s ü r eine Wiederwahl des jetzigen Staatspräsidenten Relander ausgesprochen, der gleichfalls aus der Agrarpartei hervorgegangen ist. Außerhalb der eigenen Partei dürfte nur Relander imstande fein, die notwendige Unterstützung zu finden. Kallio muß im besonderen mit sachlich begrün« detern Widerstand von Seiten der schwedischen Minorität rechnen. Die finnische Verfassung läßt die Möglichkeit offen, daß bei der Präsidentenwahl noch neue Kandidaten ausgestellt und gewählt werden; u. a. sind der Reichsbankpräsident R y t i (liberal) und der Unioersitätskanzler S u o l a h t i genannt worden. In Wirklichkeit dürfte jedoch die letzte Entscheidung zwischen Svinhufvud und Relander stehen. Da die Lappobewegung in beiden Rechtsparteien starke Wurzeln besitzt, rechnen die nationalen Elemente Finnlands damit, mit Hilfe der Schweden Svinhufvud zum Staatsoberhaupt machen zu können. Das Wort Lappo wirkt jedoch auf alle Linkskreise wie ein rotes Tuch und man wird dort alle Kräfte einsetzen, um die vermeintliche Lappodiktatur zu verhindern. Sollte Svinhufvud sich nicht durchsetzen können, wird die Agrarpartei sicher auf den jetzigen Staatspräsidenten" Relander zurückgreifen, dessen vorsichtige und taktvolle Amtsführung nirgends Anstoß erregt und auch außerhalb der eigenen Partei Sympathien erworben hat. sitzen. Was führt sie her? Schwer zu sagen; die Hoffnung auf das Glück der anderen, die Atmosphäre des märchenhaften Schicksals, das hier waltet — oder auch nur die warme Stube, die sie sich zu Hause nicht verschaffen können. Dann gibt es noch die flüchtigen Besucher, die schnell mal auf einen Sprung hereinkommen, ein paar Minuten lang, rind neugierig die Prozedur an- sehen: Arbeitslose, die vom Stempeln kommen, Geschäftsleute mit Aktenmappen, die der Weg gerade vorbeiführt, interessierte Loskäufer, die einmal sehen wollen, wie es hier eigentlich zugeht. 51nd alle, alle blicken sich rasch um, wenn cini hoher Gewinn gezogen worden ist: steht es nicht neben mir, das Glückskind? Aber alle Blicke sind vergeblich die ältesten Ziehungsbeamten können sich nicht daran erinnern, daß jemals einer der Gewinner zufällig anwesend war — oder, selbst wenn er cs war, sich zu erkennen gab... Das Glück des Lotteriegewinnes ist nämlich gar nicht so eindeutig, wie cs scheinen mag. Und wer es nicht geschickt zu verbergen versteht, wenn er eine große Summe gewonnen hat, der läuft Gefahr, daß ihm nicht viel davon übrig bleibt und ihm obendrein noch das Leben sauer gemacht wird! Zunächst einmal die lieben Rach - barn, bie Verwandten und Dekann- ten! Hat sich das sensationelle Gerücht erst einmal mit Windeseile verbreitet, bann kann sich ber unglückliche Gewinner nicht mehr retten vor der Flut von Besuchern, Bittstellern, alten und neuen Freunden, Bettelbriefen, Crfinbern mit Riesenprojekten, Agenten unb — Heiratsanträgen. Deshalb sink» bie Lotterieeinnehmer von ihrer Direktion zur strengsten Verschwiegenheit verpflichtet, unb nur ber Gelbbriefträger ist eingeweiht in bas Glück des Gewinners, ber sich nun seinerseits vor allzu verräterischer Freube hüten muh. Dieser Gelbbriefträger spielt überhaupt eine große Rolle in ber Geschichte bes „Großen Loses", bie uns ein Historiker noch schreiben müßte. Wie benehmen sich bie Menschen, wenn ihnen mehr ober minber unerwartet Reichtum unb Glück in ben Schoß fallen — wenn sie aus einem ärmlichen ober kläglichen Dasein plötzlich hinaufgerissen werben in ben strahlenben Ab- Ö des Golbes? Gelbbriefträger, bie in plöh- Freude abgeküßt werben, gibt es nicht nur in Romanen, l'onbem in Wirklichkeit; oft zerrt man ben Boten bes günstigen Zufalls in die gute Stube, bewirtet ihn festlich und dankt ihm so herzlich, als sei er der alleinige Urheber alles ®uten._ Letztes Jahr erhielt der Geldbriefträger, der 125 000 Mark zu überbringen hatte, von dem freudestrahlenden Gewinner 100 Mark als Trinkgeld! Es war ein biederer Schlossermeister, ein Kriegsbeschädigter, ber seinem Beruf nicht mehr so recht nachgehen konnte. Jetzt hat er eine große Firma, sein Sohn studiert und seine Tochter bekommt einmal einen schönen Batzen mit. Ein anderer Fall: ein blinder Dürstenhändlcr spielte ein Achtellos. Run besitzt er ein Auto, sein Sohn schoffiert, und der Blinde darf sich ein bißchen Lebensfreude gönnen. In letzter Minute machte ein Junglehrer fein Glück: gerade wollte er sich mit einem armen Mädchen verheiraten, als sie das Große Los gewann und plötzlich zur „guten Partie" wurde. Vielfach werden große Gewinne im „Kollektiv" erzielt: 20 Arbeiter und Arbeiterinnen machten vor drei Jahren zusammen auf ihr Los den Haupttreffer, und dieses Jahr hatten 30 Angestellte einer Elektrizitätsgesellschast das gleiche Glück. Die Statistik — soweit sie uns die Diskretion der Lotteriedirektion zugänglich machte — zeigt, daß d a s Große Los m e i ft e n s den trifft, der e s gerade am nötigsten braucht, und daß die unbemittelteren Volksschichten den weitaus größten Anteil an Gewinnern stellen. Die letzten drei Jahre brachten folgende Gewinner des Haupttreffers: 8 Handwerker, 6 Gastwirte, 17 kleinere Beamte, 3 Vertreter, 4 Arbeitslose, 14 Angestellte, 10 Musiker, 5 Maschinenmeister, 7 Eisenbahner, 1 Photograph, 3 Buchhalter, 2 Hausfrauen, 4 Chauffeure, 2 Der- Käuferinnen, 2 Blinde; von beffergcfteUten Spielern gewannen das Große Los: 2 Fabrikbesitzer, 1 Landgerichtsdirektor, 1 Redakteur, 7 Gemeindevorsteher, 2 Geschäftsinhaber. Und doch ist diese Verteilung, die wie eine befon- bere Glücksbevorzugung der ärmeren Volksschichten oussicht, kein Zufall. Von den 800 000 Losen, denen 348 000 Gewinne — einschließlich der Einsatzrück- gewinne — im Betrage von 96 Millionen Mark entsprechen, werden 90 Prozent in eben diesen Volksschichtengespielt — denn wer ohnehin Geld hat, hat wenig Interesse an der Gunst des Lotterieglücks. Das aber ist ein Punkt, der von den Gegnern des ftaatlichen ßotteriefpiels — und es hat ernsthafte und scharfe Gegner — als stärkstes Argument benutzt wird: der Staat, so wird gesagt^ sollte sich schämen, gerade den Aermsten seiner Bürger das Geld aus der Tasche zu ziehen, die er jedem Privatmann streng verbietet; es wäre besser und gescheiter, in deutschen Kurorten Spielsäle zu eröffnen, in denen doch hauptsächlich Fremde oder Leute, denen es nicht viel ausmacht, ihr Geld verlieren würden. Vielleicht ist das aber ungerecht gedacht, und die Welt wäre ärmer, wenn jener gleißende Märchenstern nicht mehr glänzte am grauen Alltagshimmel — das Große Los. Oderheffen. Lano.rc.s Netzen. ch Aus dem Lumbatal, 12. Febr. In den letz.cn Wochen haben bie Preise für ( e 11 e Schweine eine star.e Senkung erfahren. Es werben zur Zeit nur 43 bis 50 Pf. |ür bas Pfund Lebendgewicht bezahlt. In allen Dörfern besteht vermehrtes Angebot. In Anoetracht der ungünstigen Preisverhättnisse werden viele Haus- sch.achtungen vorgenommen. Die Preise für er lei haben ebenfalls eine starke Senkung erfahren. v. Londorf, 14. Febr. Der Reichsbahnschaffner Georg Hillgärtner, ber bts vor einigen Jahren an ber hiesigen Station Dienst tat, beging am 5.Februar das Jubiläum seiner 25jährigen Dienstzeit bei der Reichsbahn. O Göbelnrod, 12. Febr. Unser Krieger- verein wurde im Jahre 1898 gegründet. Er besteht mithin jetzt 33 Jahre. Während dieser langen Zeit wurde der Verein dauernd von seinem jetzigen 1. Vorsitzenden, Bürgermeister Weber, geleitet. Für seine verdienstvolle Tätigkeit wurde ihm nun am vorigen Samstag anläßlich eines Familienabends von Bezirksvorstehcr Lehrer Roth (Grünberg) das H a f f i a - E h r e n k r e u z überreicht. Der Geehrte dankte für die Auszeichnung unb versprach, auch weiterhin seine Kräfte in ben Dienst bes Vereins zu stellen. t Grünberg, 12. Febr. Der hiesige Ob stund Gartenbauverein hielt feine ordentliche Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Assessor Dr. Böcher, erstattete zunächst den Jahresbericht, der einen Ueberblick über die Tätigkeit des Vereins, die sehr vielfältig gewesen ist, gab. Reben der 51nterstühung der Mitglieder in praktischer Hinsicht wurde auf theoretischem Wege die Weiterbildung der Mitglieder auf dem Gebiete des Obst- und Gartenbaues durch Veranstaltung von Vorträgen gefördert. Der Tätigkeitsplan für das laufende Jahr sieht wiederum 3 bis 4 Vorträge vor. Für einen vom Vorstand geplanten probewcisen Anbau von neueren Gemüsesorten erklärte sich eine Anzahl Mitglieder bereit. Die Rechnungsablage hatte einen Ueberschuß aufzuweisen. Dem Rechner, Kaufmann Schweiß au th, wurde Entlastung erteilt. Der vom Vorstände ausgearbeitete Satzungsentwurf wurde ohne Aussprache angenommen. Der Jahresbeitrag wurde in der vorjährigen Höhe belassen. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder. Zu dem satzungsgemäh zu wählenden stellvertretenden Vorsitzenden wurde Fabrikant Heinrich Schmidt lil. bestimmt. Sodann sprach Gartenbauarchitekt Schwarz, Gießen, über „Blütenstauden im Garten". An Hand von zum Teil farbigen und schönen Lichtbildern gab der Redner einen lieberblict über die Materie und vermittelte ben Zuhörern manche wertvolle Anregung. Der Vorsitzende dankte dem Redner in herzlichen Worten und schloß nach einer kurzen Aussprache die sehr anregend verlaufene Hauptversammlung. -/- Lich, 12. Febr. Der hiesige Frauenchor veranstaltete einen Unterhaltungsabend, dem eine besondere Rote zu eigen war. Eine Ouvertüre leitete den Abend ein, dessen Höhepunkt die Aufführung eines Singspieles von Abt darstellte, dem das Märchen „Aschenbrödel" zugrunde lag. Fräulein Lutz, Hungen, sang die Rolle des Aschenbrödels und zeigte eine ansprechende gesangliche Leistung. Die anderen Rollen wurden von Mitgliedern des Chores bestritten, die unter der Leitung von Fräulein Jäger die Aufführung zu einem großen Erfolg werden liehen. Die Höhepunkte des Märchens toaren in wirkungsvollen, von Fräul.in Weber geschaffenen Schattenbildern dargestcllt. Der Chor des Vereins bot im Laufe des Abends außerdem einige Sonntag, 15. Februar. 7 von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 von der Weihfrauenkirche, Frankfurt a. M.: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Liederstunde. 11.30: Erlebte Geschichten: „Das Postamt" von Ossip Kalenter. 12: Mittagskonzert. 14: Stunde des Landes 15: Stunde ber Jugend. 16 vom Kurhaus Wiesbaden: Karnevalistisches Konzert des Kurorchesters Wiesbaden. 18: „Rheinische Charakterbilder: Freiligrath am Rhein", Vortrag von Dr. Harrs Hartmann, Elberfeld. 19. Konzert. 20.15: Paganini, Operette in drei Akten. 22.35: Tanzmusik. Montag, 16. Februar. 7.15: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: „Welches Wahlsystem sichert am besten die parlamentarische Vertretung der Frauen?", Vortrag von Dr. D. von Velsen, Heidelberg. 16 von Freiburg: Zwei Stunden Buntfunk. 18.15: „Aus der Werkstatt der Opcrnschule am Hochschen Konservatorium", Dr. Herbert Graf und einige Schüler. 18 45: „Grenzprobleme der saarländischen Kunst: Die hohe Kunst", Vortrag von Dr. Zimmermann, Saarbrücken. 19.15 von Berlin; Zeitbericht. 20: 220 Minuten Karnevals-Konzert. Rur Unterhaltung! Dienstag, 17. Februar. . 6.45: Frühkonzert des Bläserquintetts 12: Schallplattenkonzert: „Rheinisch" — bevorzugt! 15.20: Haussrauen-Rachmittag. 16.30: Rachmittagskonzert. 18.15: „Die Kartellreform", Vortrag von Dr. Danielcik, Darmstadt. 18.45: „Lustiges und vorteilhaftes Rechnen", Vortrag von Dr. Karl Wenninger, Heppenheim a. d. B. 19.15 von Mannheim: Heiteres Bläserkonzert. 19 45: Lieschen und Fritzchen, elsässisches Singspiel von I. Offenbach. 20.15: Vier Grotesken von Cami. 20.45: Wellenblech, zwei heitere Funkstunden. 23.15: Schlagerstunde Mittwoch, 18. Februar. 7.15 von der Friedenskirche Frankfurt a. 22?.. Orgelkonzert. 10.20: Schulfunk. 12: Schallplattenkonzert 13.05: Mittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 15 20: Stunde der Jugend. 16 30: Rachmittagskonzert. 18.10; „Radja", Oper von Eduard Künnecke, Einsührungsoortrag von Oberregisseur Fricderici anläßlich der Urschöne Volkslieder und brachte auch ein Lustspiel zur Aufführung. Die Darbietungen fanden verdienten herzlichen Beifall. -/- 2 i ch. 12e Febr. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Geil hielt der Volksbildungsverein seine Hauptversammlung ab. Aach ber Begrüßung der Mitglieder und Gäste hielt S.iftspfarrer Draudt an Hand vorzüglicher Lichtbilder einen Vortrag über .,Volkscharakter unb Baustil". Der Redner behandelte besonders den griechischen, gotischen und ben Barockstil und fand für seine Ausführungen eine dankbare Zuhörerschaft. Rach dem Vortrag erstattete der Vorsitzende einen Bericht über die Tätigkeit des Vereins in den letzten zwei Jahren. Der Verein hat über 150 Mitglieder und unterhält eine Bibliothek von über 2000 Bänden. Rach Entlastung des Rechners und nach einer nötig gewordenen Qlenbcrung der Satzungen wurde die Vorstandswahl vorgenommen. Da Bürgerme.ster Geil wegen Arbeitsüberhäufung den Vorsitz niederlegen mußte, wurde Stifts- Pfarrer Draudt einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Weiler wurden Schrcinermeister Menges zum stellvertretenden Dorschenden, Kaufmann Goldschmidt zum Rechner, Lehrer Meckel und Hild zu Schriftführern, Lehrer Schön und Postbeamter S ch ä f er zu Bibliothekare, Dentist Insel und Spenglcrineister Al- b o h n zu Beisitzern gewählt. Der"^7nusikalische Teil des Abends wurde vom Posaunenchor unter Leitung von Herrn Müller bestritten. Rieder-Bessingen, 13. Febr. Der hiesige Gemischte Chor veranstaltete seinen ersten Unterhaltungsabend. Der Verein hat cs sich unter der Leitung von Lehrer Hinkel zur Ausgabe gemacht, nur gute Liedmusik zu pflegen. Das Programm brachte neben Volksliedern für gemischten und Fraucnchor auch ein Volksliederspiel. Außerdem gelangten neben einem Puppentanz zwei Schwänke zur Aufführung. Die Darbietungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Stunden fröhlicher Geselligkeit beschlossen ben Abend. s. Trais-Horloff, 13. Febr. Unter großer Beteiligung der Gemeinde wurde der Bürgermeister R u d l o f zu Grabe getragen. Pfarrer Dock (Hungen) hielt die Grabrede. Beigeordneter Otto Raab legte einen Kranz für die Gemeinde nieder und hob die großen Verdienste des Ver- ftiorbenen um die Gemeinde fcmor. Weitere Kranzniederlegungen fanden statt für den Kriege rüerein durch dessen Präsidenten, jen Veteran Georg 23lei, für ben Turnverein durch Friedrich Wilhelm Kraft, für den Radfahrerverein durch Karl F r i h g e s, für den Schulvorstand durch Lehrer Wahl, für die Bürgermeister des Kreises Gießen durch Bürgermeister Fendt (Hungen), für die Sozialdemokratische Ortsgruppe durch Karl B a u m b a ch, für ihre Bezirksleitung durch Parteisekretär Häuser (Gießen), für dieHessische Bauernschaft durch Schreiner Blei. Der 23er- storbene war sieben Jahre Bürgermeister und 31 Jahre Gemeinderatsmitglied. Kreis Schotten. * Groß-Eichen, 12. Febr. In dem Bericht über bie Versammlung bes VfR. Groß-Eichen mußte ber Name bes Vorsitzenben Ernst Rühl lauten. Preußen. Kreis Wetzlar. co Hörnsheim, 12. Febr. In ber Sitzung des Gemein berats wurde über bie Vergebung des Wusserleitungs b a u e s verhandelt. Der Zuschlag würbe ben Bauunternehmern Zöller (Dornholzhausen) unb Gümbel (Hörnsheim) auf ihr Angebot von 28 643 RM. erteilt. Den Unternehmern ist bie Verpflichtung auferlegt, baß sie bei dem Bau nur ortseingesessene Arbeiter beschäftigen unb auch bie erforberlichen Fuhrleistungen durch Fuhrwerksbesitzer aus dem Orte ausführen lassen. Mit dem Bau soll in Kürze begonnen werden. Zur Finanzierung des Wasserleitungsbaues soll eine Anleihe von 35 000 RM. ausgenommen werben. Der ©emeinberat beschloß, von einem vorliegenben entsprechenben Angebot ber Lanbesbank Gebrauch zu machen. aufführung am Kasseler Staatstheater. 18.20: „Theodor Acrcbürgcr", Vortrag von Geheimrat Dr. Ludwig Rosenmeycr. 18.45: „Der Kalerrder als Zeitspicgel II", Vortrag von Ernst Franzscph. 19.15: „Adagio bis Allegro", eine musikalische Plauderei von Gustav Görlich. 19.45: Heinrich Heine, ein Hörspiel von Hemnann Wendel. 21: Meister des Rokoko. Donnerstag, 19. Februar. 9 von Köln: Schulfunk. 11: „Eine Unterrichtsstunde über neuzeitlichen Frühkartoffelbau aus der Landwirtschastsschule Hof Geisberg in Wiesbaden. 12: Schallplattenkonzert. 13.05 von Köln: Mittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30; Rachmittagskonzert. 18.05: Zeitfragen. 18.25: „Frau Rat Goethe und ihre 25klt“, Vorlesung von Dr. Alfons Paquet aus seinem neuen Buch. 18.50: „Poincare", Vortrag von Dr. Friedrich Sieburg. 19 20: Französischer Sprachunterricht. 19.45: Unterhaltungskonzert. 20.10: Armin-Knab- Stunde. 21.10: Der Wunderdoktor, Hörspiel. 22.45: Tanzmusik. Freitag, 20. Februar. 7.15 von Luna°Lichtspiele: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: Erziehung und Bildung. 16.30: Rachmittagskonzert. 18.45: Eine Viertelstunde Deutsch. 19 15: Schweizer Jodel- Trio, Frey-Bernhardsgrütter singt. 20.15: Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang...! 21.15: Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.35: Unterhaltungsmusik. Samstag, 21. Februar. 7.15 nach Köln: Blas°Ko zert. 1023: Schu'f nk. 12. Schallplattenkonzert. 13.uj von Köln: Mck- tagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 15.20: Stunde ber Jugend. 16.30: Rachmittagslonzert. 18 05: „Wohlfah.tspf ege u.ti) Dildungsarbeik, Vortrag von Ilse Pheiß. 18.30: „Frau Rat Goethe erzieht ihren Sohn", Vortrag von Dr. Eugenie Schwarzwald. 18.55: „3m englischen Dergarbciterdorf", Vortrag von Professor de Man. 19 25: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Frau Aja, Hörszenen aus ihrem-Leben. 21.15 vom Palmengarten: Der geplatzte Rundfunk, ein bunter Abend. 22 aus der Stadthalls Stuttgart: 5. Stuttgarter Hallensportsest. 23 von Budapest: Zigeunermusik. Die Jagd nach dem Großen Los. 3m Ziehungssaat der Preußisch-Süddeutschen Ktaffenlotterie. Don Egon Larfen Rundfunkprogramm. S.UpOT< Zußbattgroßkampf aus dem ÄZaldsportplatz. Borussia Fulda (Bezirksliga) — VfB. (Bezirksliga). 2lm Sonntag findet auf dem Waldiportplatz das letzte Bezirksliga-Derbandsspiel der diesjährigen Saison statt, in dem die DfD.-Liga auf einen ihrer stärksten Gegner, „Borussia" Fulda, trifft. TZan sicht diesem Treffen im ganzen Bezirk mit besonderer Spannung entgegen, da sein Aus- gang unter Umstanden von entscheidender Bedeutung für die Meisterschaftssrage ist, die blsher noch völlig ungeklärt ist, aber am kommenden Sonntag vielleicht schon gelöst toerben wird. Die Führung hat „Sport" Kassel (15 Spiele ausgetragen, 9 gewonnen, 3 unentschieden beendet, 3 verloren, dabei 43:22 Tore und 21:9 Punkte erzielt. Dann folgt „Borussia" Suföa (13 ojnelc audactraaen 8 gewonnen, 1 unentschieden, 4 verloren, 27:13 Tore und 17:9 Punkte. VfB. Ku» hesien Marburg ist auf den dritten Platz zurück- gefallen (Punkteverhältnis 22:10). Fulda steht also mit dem Tabellenersten „Sport" relativ punktgleich und hat die Möglichkeit, den begehrten Titel zu erringen, vorausgesetzt, dah die Mannschaft in den restlichen.Spielen keine Puiikteinbuhe mehr erleidet. Unter diesen Umständen werden die Gäste des DsB. den Kampf am Sonntag sehr ernst nehmen und mit stärksten Vertretung erscheinen, umsomehr man auch in Fulda weih, dah der DsB. auf eigenem Platz schwer zu schlagen ist. Immerhin wird man den Gästen ein kleines Plus zusprechen müssen, da sie das ausgeprägtere System ihr eigen nennen und auch die größere Kampfkraft besitzen. Trotzdem sollten die Einheimischen durchaus in der Lage sein, Punkte au erringen, da sie in ihren letzten Spielen Lei- ftungen gezeigt haben, die einen Sieg über „Borussia" möglich erscheinen lassen. Ausserdem haben die VfDer bewiesen, dah ihr Können mit dem des Gegners wächst und dah sie gerade gegen die stärksten Mannschaften die besten Spiele liefern. Die Mannschaft wird voraussichtlich in der Ausstellung wie gegen Spiclverein Kassel antreten. Ein harter Kampf steht zu erwarten, unter normalen Voraussetzungen durfte sich aber nur eine knappe Tordifferenz ergeben. Während die Ligareserve pausiert, empfängt die dritte Mannschaft zum fälligen Derbandsrück-- spiel die zweite Laubringens Das Vorspiel konnte VfB. mit 1:5 für sich entscheiden. Die beiden Iugcndmannschaften des VfB. A l und A 2 haben die gleichen Mannschaften des VfB. Kurhessen Marburg zu Gast und sollten sich gegen diese Gegner um ein ehrenvolles Ergebnis bemühen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) In Frankfurt a. M.Fechenheim. Für den kommenden Sonntag haben die Blauweihen aus Giehen ein Rückspiel mit der Sportvereinigung 03 Fechenheim in Fechenheim vereinbart. Die Hiesigen bestreiten dieses Treffen voraussichtlich in stärkster Aufstellung. Im Vorspiel vollbrachten die 1900er eine grohe Leistung und erzielten gegen den Gegner ein ehrenvolles 3:3. Seitdem hat 1900 konstant gute Leistungen gezeigt, so dah man auch in Fechenheim mit einem guten Abschneiden rechnen kann. Die zur süddeutschen Oberliga gehörende Mannschaft Fechenheims ist schon von jeher zu Hause auf eigenem Platz ein sehr gefürchteter Gegner. Die Blauwcihen sollten deshalb mit allem Sieges- wi'.len in den Kamps gehen. Sturmsührer und Mittelläufer sollten bei den mit ziemlicher Sicherheit zu erwartenden schlechten Bodenverhältnissen die Flügelstürmer ins Gefecht schicken, damit nicht jeder Angriff im Schmutz vor dem gegnerischen Tor zum Stocken kommt. D.e Ligareserve trägt auf dem Sportplatz an Der Lie. igshöhe ein Cese.lschaftsrückspiel gegen die erste Mannschaft von Hermannstein bei Wetzlar — eine äuherst spieltüchtige Elf — aus. Die Hiesigen dürfen diese Begegnung keineswegs auf die leichte Schulter nehmen, wenn auch im Vorspiel mit starker Mannschaft ein ilnentf$ic- den (2:2) erzielt wurde. Bei 1900 wirkt der Student Trieb (früher Alemannia-Worms) au? Linksauhen erstmals mit. Der Ausgang des Kampfes ist o sen. Vormittags steigt das Wiederholungsspiel um die Punkte, 1900 4. Mannschaft gegen Bieber 1. Els. Handball im Gau Hessen (O.T.) 2Nlo. 1. Jugend — To. Dchlar 1. Jugend. Am Sonntag kommt auf dem Mtv.-Platze am Schiffcnberger Weg ein Handball-Freundschaftsspiel zwischen der ersten Iugendmannschast des Turnvereins Wetzlar und der gleichen des hiesigen Männertumvereins zum Aus rag. DieWeh- larer Jugend konnte überraschenderweise in den letzten Verbandsspielen vor den Männertumem, die als Favoriten galten, die Gau-Meisterschaft erringen und gilt wohl als die zur Zeit spiel- stärkste Iugendmannschast des ©aucs Hessen Da die Gastgeber voraussichtlich in stärkster Aufstellung antreten werden, wird den Wetzlarern wohl der Sieg nicht so leicht gemacht werden. Handball im Labn-Oünsbera-Gau Infolge der am vergangenen Sonntag durch- geführtcn Hallengerätewettkämpse herrschte in den drei Bezirken Spielverbot. Am kommenden Sonntag werden nun die Spiele fortgesetzt. Im 1. Bezirk treffen sich die Mannschaften Waldgirmes—Launsbach und Erda—Atzbach. In beiden Spielen sollten jeweils die Gäste siegreich bleiben. In Lollar findet ein Wiederholungsspiel zwischen Rodheim und Wihmar statt, dessen Ausgang kaum vorherzusagen ist. Im 2. Bezirk steht nur ein Tressen, Ackendorf I. — Londorf II. auf dem Programm. Den Kamps sollten die Plahbesiher sicher für sich entscheiden. Im 3. Bezirk stehen sich in dem Spiel QU- bach—Garbenteich zwei harte Gegner gegenüber, das den Gast als Sieger sehen mühte. Die beiden anderen Spiele, Steinbach—Wieseck und Beuern— Hausen sockten jeweils mit einem knappen Sieg der Gäste enden. Die Jugend trägt in Gruppe 2 ein Spiel aus. Die Iugendmannschaften von Staufenberg und Londorf stehen sich gegenüber. Beginn der $3<3amt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt: 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt: 20: Dortrag und Andacht. — Nidda. 8.30. Hochamt mit Predigt. —Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 18. Februar. Giehen. Nach der hl. Messe um 7 und 7.30 Uhr wird die geweihte Asche ausgeteilt. — Hungen. 7.15: Messe. Freitag, den 20. Februar. Giehen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. Sonntaa§n,enit d.Rcrric n.'Avordc'en am 15 2.31. Dr. Meuerboü. Dr. S. Klein. Hirschavoibefe. 3 ibnarAt l Adam D Wir haben noch größere Posten unserer Herren-Winter- und Lodenmäntel auch Jünglingsgröß. f. Schüler usw.sowie Damen-Wintermäntel zu sehr billigem Verkauf gestellt u. empfehlen von dieser günstigen Einkaufs- gelegenhelt Gebrauch zu machen. Beachten Sie die ausgestellten Stücke! H.Kaefe Nachfolger Inh.Wilhelm Horn & Sohn Kreuzplatz 15 Telefon 2773 Kreuzplatz 15 861 A Ausschneiden!! Warum nur 7,1 V Diamant StrictaÄßii? Wend. 2iend) an die Ltrickfchuted Elbe- Diamnu. werke A >Ä Frankfurt n.Main, Gr Korn narki 18. I Nicht der Preis nur die Güte sollte b. Kauf von Heilkräutern entscheidend sein. Denken Sie beim Einkauf daran. 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Und Graf Kentner lächelte wieder dieses tote, verlorene Lächeln. Er verbeugte sich mechanisch und ging zur Tür. Dort wandte er sich noch einmal um. Zum ersten Male ruhte sein Blick auf Maria. Seine Zähne knirschten hörbar aufeinander. „Ich gratuliere zur Verlobung Wie ungeschickt von mir, daß ich die Situation nicht längst begriff. Ich bitte noch nachträglich um Verzeihung." Riemand wußte, welche Kraft der Selbstbeherrschung nötig war. um diese ruhigen, fast hohnvollen Worte sprechen zu können. Maria! Die er geliebt hatte! Zerschmettert lag olles am Boden Der Glaube an fein Heiligtum war zertrümmert. .Frauen! Jetzt gab es diesen Begriff nicht mehr für ihn! Ausgelöscht sollten sie sein für immerdar auf seinem Lebenswege! Das harte, entstellende Lächeln auf Gras Kent- ners Gesicht bewies, daß er seinen Vorsatz halten würde. Roch eine Verbeugung, und Dann hatte Graf Kentner das Zimmer verlassen. Draußen kam ihm Diese ganze, traurige Komödie erst zum vollen Bewußtsein Warum hatte er die Sachlage dem Fürsten gegenüber nicht aufgeklärt? Worum hotte er zu der Eelbstbezichtigung der Fürstin geschwie- gen? Warum schonte er noch immer Maria? Ah! Wenn er sich doch noch einmal Luft schaffen könnte! Bonenbirchner! Er also doch! Maria! Seine Heilige hatte er fic bei sich genannt! Warum lachte er Denn jetzt nicht laut heraus über den Scherz, Den man fick mit ihm erlaubte? Scherz? Maria hotte aber doch Bonenbirchner erklärt, daß sie nichts mehr von ihm wissen wolle, sondern daß sie ihn. Gros Kentner, liebe? Wie ein wildes Tier stöhnte Graf Kentner auf. Was nützte ihn Marios Liebe, nachdem sie — Bonenbirchner gehört hatte? Graf Kentner rannte durch die Anlagen, sah nichts, hörte nichts, bemerkte nicht Den Major, Der ihm ganz verblüfft nachsah. Roch House! Dor allem erst einmal noch House! Und Dann war er oben in seiner Wohnung in der Moriohilferstroße. Freundlich knicksend öffnete ihm feine Leine, rundliche Wirtin die Tür. Und ihr Gesicht wurde traurig, als ihr vergötterter Herr grußlos an ihr vorüberschritt. Stephan stand in strammer Haltung auf Dem Sprunge. Die Sachen abzunehmen. „raus!" Graf Kentner brüllte es - - und bereute es im nächsten Augenblick doch schon. „Stephan, ich muß einige Minuten allein fein. Ich werde dich Dann raten." „Befehl, Herr Oberleutnant!" Als Kentner sich allein wußte, preßte er stöhnend beide Fäuste gegen Die heiße Stirn. Maria! Wie er sie geliebt hatte! Liebte er sie noch? 3a! Er liebte sie noch! Und er verachtete sie! Wie Feuer roste ihm dos Blut durch Die Adern. LiZortsetzung folgt.) / Wirtschaft. Holzversteigerungs - Termine. Montag, den 16. Februar. Versteigerer: Stadt Gießen. Dersteigrrungsort: Abteilungen des Stadtwaldcs: Zusammenkunft Straße nach Rödgen, 5. Schneise. 9.30 Ahr. Versteigerer: Bürgermeisterei Mainzlar. Vcr° steigerungsort: Gemeindewald Mainzlar, Zusammenkunft Hachborncr Straße am Waldeingang. 11 Ahr. Versteigerer. Bürgermeisterei Wieseck. Verstei- gerungsort: Forstorte Hegwald, Klause, Teufels- Pfütze; Zusammenkunft auf der Straße nach Al- ten-Buseck, am Waldeingang. 10 Ahr. Bezirkssparkaffe Grünberg. Grünberg, 13. Febr. Die Entwicklung der hiesigen Dezirkssparkasse im Jahr 1930 kann im Hinblick auf die außerordentliche Belastung durch wirtschaftliche Rot als erfreulich bezeichnet werden. Die Spareinlagen betrugen Anfang 1930 1 560 789 Mk. Im Iahr 1930 gingen zu an Einlagen und durch Zinsbeischreibungen 632 971 Mk., ab für Rückzahlungen 355 569 Mk. Es verblieb somit ein Retto-Zugang von 277 402 Mark, durch den die Spareinlagen auf 1 838 191 Mark anwuchsen. Die Aufwertungs'pareinlagen betragen rund 450 000 Mk.» so daß sich der Gesamtbestand an Spareinlagen am 1. Januar 1931 auf über 2,25 Millionen Reichsmark beläuft. Die Einlagen im Giro- und Scheckverkehr betrugen am Iahrescnde 119 575 Mk. Für die überaus rege Darlehnsnochfragc standen während des Jahres die nötigen Mittel zur Verfügung. Da Darlehen nur an Einwohner des Bezirks und Mitglieds-Gemeinden gewährt werden, so kamen die Darlehen restlos der Wirtschaft des Spar- kasscbezirts - der bekanntlich 40 Gemeinden umfaßt — zugute. An Darlehen gegen Hypotheken und Güterkaufgelder gelangten 386 712 Mk. zur Ausleihung, so daß sich der Bestand an diesen Darlehen nach Abzug von 177 625 Mk. Rückzahlungen um 209 087 Mk. auf 884 882 Mk. erhöhte. Ein großer Teil der neugewährten Darlehen floß dem Wohnungsbau zu und dürfte wesentlich zur Beschäftigung im Baugewerbe beigctragen haben. An Gemeinden und Feldbercinigungsgesellschaf- ten wurden neu ausgeliehen 279 994 Mk., zur Rückzahlung gelangten 195 364 Mk., so daß eine Erhöhung um 84 630 Mk. auf 744 753 Mk. eintrat. Auch mit den für diese Darlehen ausge- sührten Arbeiten ist Derdienstmöglichkeit für manchen Erwerbslosen geschaffen worden. Die im Kontokorrentverkehr gewährten Kredite betrugen am Iahresende 257 515 Mk. gegen 255 144 Mk. am Anfang des Iahres; sie erfuhren also keine wesentliche Veränderung. Ebenso blieben die an Private gegen Bürgschaft gewährten Schuldscheindarlehen fast unverändert, da die Reu-Ausleihungen durch Rückzahlungen ausgeglichen wurden. Der Stand dieser Darlehen am Iahresende war 115 383 Mk. Die trotz der schwierigen Verhältnisse der letzten Iahre günstige Entwicklung der Kasse stellt dem Sparsinn der Bevölkerung ein gut^s Zeugnis aus. Sind doch heute die neuen S p a r e i n - läge n auf 62 Prozent desDorkriegs- standes angewachsen. Zusammen mit den Aufwertungseinlagen belaufen sich die Spareinlagen auf 78 Prozent des Vorkriegsstandes. Wochenbericht vom Sronffurfer Effektenmarkt. Die Berichtswoche war eine ausgesprochene Hausseperiode. Am Freitag trat vorübergehend eine leichte Abschwächung ein, da das Stahl- helmvolksbegehrcn auf Auflösung des Preußischen Landtages verstimmte. Auch ungünstige Industriemeldungen drückten auf die Stimmung. Dagegen ging von der flüssigen Siemensbilanz eine Anregung aus, so daß sich später wieder eine neue Aufwärtsbewegung durchsetzte. Rachdem an den ausländischen Börsen, unterstützt durch eine außerordentliche Geldfülle, eine feste Tendenz zum Ausdruck gekommen war, begannen sich ausländische Kapitalistenkreise wieder für deutsche Aktien zu interessieren. Eine Beruhigung und Vcrtrauenssestigung ist unverkennbar. Indessen hat auch die deutsche Entwicklung Zeichen einer gewissen Besserung aufzuweisen, wenn freilich zunächst nicht auf wirtschaftlichem Gebiet. Daneben verfehlte die günstige Entwicklung des deutschfranzösischen Handels ihren Eindruck nicht, ebenso die Bevorschussung eines französischen Kredits für die Reichskasse. Reue eintre,sende Auslandorders liehen die Börse in fester Haltung verkehren, wobei das Geschäft zeitweise sehr rebhast war. Besonderer Rachfrage er'reuten sich hauptsächlich I.-G.-Farben, Elektro- und Kaliwerte. Später trat jedoch eine empfindliche Reaktion ein, so daß das Kursniveau sich teilweise beträchtlich senkte. Am am letzten Dörsentage hielt die schwächere Tendenz an, da die politische Ansicherheit weiter verstimmte und aus der Industrie neue ungünstige Meldungen vorlagen. Anter diesen Amständen verstärkte sich das Angebot, so daß die erzielten Kursgewinne zum Teil verloren gingen. Gegen die Vorwoche ergaben sich jedoch in der Mehrzahl nvch Kursgewinne. Von Bankaktien standen besonders Dank siir Brauindustrie mit plus 7 Prozent im Vordergründe, während die Werte der D.-Danken unter Schwankungen nur behauptet blieben. Am Schif'ahrts- und Dahnenaktienmarkt lagen AG. für Verkehrswesen 5 Prozent und Allgemeine Lokal- und Kraftwerke 6 Prozent fester. Reichsbahn-Vorzugsaktien hatten größeres Geschäft, die Kursbesserung war nur unwesentlich. Hapag und Rorddeutscher Lloyd blieben gegen die Vorwoche behauptet. Am Markt der Inoustriepapiere lagen besonders Rebenwerte wie Karstadt, Leonh. Tictz, Rhein. Elektro, Metallgesel.schaft, Zement Heidelberg und Zellstoff Waldhof von 3 bis 6 Prozent fester. Chemieaktien tendierten uneinheitlich, I.-G.-Farben konnten ihren Kursstand der vergangenen Woche nur knapp behaupten. Obavi-Minen und Mansfelder Bergl-au verzeichneten Kursgewinne bis zu 5 Mark bzw. Prozent. Am Montanmarkt war die Kursentwicklung ebenfalls unregelmäßig. Gelsenkirchen, Ilse Dcrgbau, Stahlverein und Phönix zogen bis zu 5 Proz. an, dagegen verloren Harpener, Klöckrer- werke, Rhein. Braunkohlen, Mannesmann und Buderus bis zu 3 Prozent. Don Kaliaktien zeigten nur Salzdetfurth eine Erhöhung von 6 Prozent. Don den schweren Elektrowerten lagen Schuckcrt um 5 Prozent gebessert, Siemens, Licht & Kraft und Gesfürel knapp gehalten. Stärkere Kursbesserungen hatten außerdem noch Schwachstromwerte, von denen Lahmeyer etwa 12 Prozent und Felten 6 Prozent fester notierten. Von internationalen Aktien Chade plus 8 Mark und Svenska plus 9 Mark. Am Anleihe in arkt lagen deutsche Anleihen bis zu 1 Prozent höher. Industrieobligationen im Einklang" mit der Dewegung des Aktienmarktes ziemlich fest, später? jedoch sehr ruhig und wieder abbröckelnd. Der Pfandbrief- markt hatte stilles Geschäft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Auf dem internationalen Markt sind größere Preisveränderungen nicht eingetreten, die erheblichen Bestände lasten immer noch auf dem Markt und nur ungünstige Wetterberichte aus den Erzeugungsländern verhindertem Den Preisrückgang. Am hiesigen Markt war das Geschäft im ganzen weiterhin ruhig. Die Stimmung war indessen nicht unfreundlich und Preisveränderungen traten nur sehr wenig ein. Die Insolvenz einer alten, angesehenen Mehlgroßhandlung am hiesigen Platze übte keinen nachteiligen Einfluß aus. Die Stimmung für Inlandweizen war bei etwas größerem Angebot im allgemeinen ruhig. Der schwache Mehlabsatz ließ kein größeres Geschäft aufkommen. Der Preis gab gegen die Vorwoche um 2,50 Mark per Tonne nach, lag aber gegen die Dotierung vom letzten Montag etwas fester. Auslandweizen wurde nur in beschränkten Mengen eingeführt. Die Preise konnten sich allgemein befestigen. Für Roggen war die Tendenz etwas matter, da das Angebot wieder umfangreicher geworden ist, uni so mehr, als der erhöhte Preisstand zu Verkäufen anregte, während die Müh'en infolge des langsameren Roggenmehlabsahes im Einkauf zurückhielten. In Hafer waren die Amsätze in der ganzen Woche wieder sehr klein. Das Angebot hat sich namentlich aus Rassau, Hessen und Baden verstärkt. Der Preis gab infolgedessen um 2,50 Mark per Tonne nach. Der Ger st en markt zeigte eine nur wenig veränderte Marktlage. Braugerste lag infolge der Zurückhaltung der Brauereien weiter ruhig. Futtergerste hatte nur kleinen Markt. Am Mehlmorkt war das Geschäft bei unveränderten Forderungen durchw g sehr klein. Der. Großmühlenpreis bewegte sich um etwa 0,50 Mark über dem Angebot seitens der zweiten Hand. Roggenmehl blieb unverändert. Der Futtermittelmarkt lag stetig bis fest. Während für vordere Sichten einige Käufe erfolgten, lag das Geschäft auf spätere Lieferung fast darnieder. Die Preise zeigten zwar keine Veränderungen, lagen aber im ganzen fest. Für Kraftfuttermittel war die Tendenz nicht einheitlich. Während Sojaschrot feinen Preis zu befestigen vermochte, und Kokos-, Erdnuß- und Palmtuchen sich gut behaupteten, mutzten Leinkuchen und Leinkachcnmehl ihre Preise ermäßigen. Infolge des starken Frostweiters fanden Amsätze in Waggonladungen für Kartoffeln nicht statt. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen (für Getreide je Tonne, für alles übrige je 100 Kilogramm): Weizen 282,50 bis 285; Roggen 182,50; Gerste 210 bis 215; Hafer 157,50 bis 162,50; Weizenmehl, süddeutsches 42,25 bis 43,25; Weizenmehl, niederrheinisches 42 bis 43; Roggenmehl, 60prozentige Ausmahlung. 26 25 bis 27,25; Weizenkleie 10; Roggenkleie 9,50 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt Am Frankfurter Schlachtviehmarkt machte sich im Verlauf der Woche weiter eine leichte Konsolidierung der Preise bemerkbar, trotzdem der Auftrieb zum Teil wieder erheblich größer war. Die Metzgerschaft schritt trotz der immer noch schwer lastenden Depression am Arbeitsmarkt zu größeren Käufen, da sich der Absatz infolge des etwas billigeren Preisniveaus merklich gebessert habe. Der Handel v ar dah r auf allen Märkten lebhaft, besonders bei Ruivern und Schweinen. Am Rindermarkt hielt sich der Auftrieb auf der Höhe der Vorwoche. Rach lebhaftem Handel wurde der Markt geräumt. Die Preise zogen allgemein um 2 Mk. an. Auch Bullen zwischen 12 und 14 Monaten waren mehr gefragt. Von Kühen fanden nur vollfleischige, junge Tiere Käufer. — Der K ä l b e r m a r f t lag in dieser Woche auffällig vernachlässigt. Das Geschäft hielt sich, wohl auch infolge des stärkeren Auftriebs, in engen Grenzen. Die Preise erfuhren gegen die Vorwoche Rückgänge von 1 bis 2 Mk. Beste Kälber, die allerdings nur sehr wenig am Markte waren, erzielten meist Preise über Rotiz. — Auf dem Schafmarkt war das Geschäft bei gleich- bleibenden Preisen lebhaft. — Am Schweine- markt war die Beschickung wieder erheblich stärker, doch war das Geschäft sehr lebhaft. Die Preise konnten sich um 4 bis 6 Mk. bessern. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1035 (1333 gegen die Vorwoche) Rindern, darunter befanden sich 240 Ochsen, 71 Bullen, 426 Kühe und 350 Färsen, ferner aus 1512 (1045) Kälbern, 308 (190) Schafen und 6263 (6046) Schweinen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 49 bis 52, a2) 44 bis 48, bl) 40 bis 43; Dullen a) 48 bis 50, b) 44 bis 47; Kühe a) 40 bis 43, b) 35 bis 39, c) 30 bis 34, d) 26 bis 29; Färsen a) 49 bis 52, b) 44 bis 48, c) 40 bis 43. — Kälber b) 62 bis 65, c) 57 bis 61. • Konkurse und Vergleichsverfahren im Ianuar. Im Laufe des Ianuar wurden im „Reichsanzeiger" 1085 Konkurse und 518 gerichtliche Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die Anzahl der Konkurse ist gegenüber dem Vormonat um 27,6 Prozent, die der Vergleichsverfahren um 8,6 Prozent gestiegen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 14. Febr. Tendenz: fester. — Zum Wochenschluß konnte sich nach ben'ftarfen Abschwächungen am gestrigen Tage die Tendenz wieder befestigen. Das Geschäft war jedoch infolge des frühen Börsenbeginns klein. Die Spekulation schritt zu einigen Deckungen, zumal in einigen Werten wieder größere Deconverts bestanden haben sollen. Bei kleiner Nachfrage ergaben sich gegen die Abendkurse Befestigung von 1 bis 2 v. H., im übrigen stellten sich Kursgewinne bis 2,5 v. H. ein. Am Farbenmarkt lagen I.-G.-Farben und Nütgerswerke je 2 v. H. höher. Bon Kaliwerten lagen Salzdetfurth 3,5 v. H. schwächer. Am Kunstseibemarkt zeigte sich weiteres Interesse für 21 tu, die 2 v. H. höher eröffneten. Bis zu 2,5 v. Sy höher lagen außerdem Deutsche Linoleum, Karstadt, Zellstoff Waldhof, Holz- mann. Am Montanmarkt kamen nur Rheinstahl, die 1,5 v. S). gewannen, zur Notiz. Bankaktien lagen unverändert An den übrigen Märkten herrschte infolge der Orderlosigkeit Stagnation. Anleihen ebenfalls ohne Geschäft. Nach den ersten Kursen ergaben sich kleine Erhöhungen, später kam jedoch Material an den Markt, so daß Kursrückgänge bis 2 v. S). eintraten. Die Umsatztätigkeit ging auf ein Minimum zurück. Am Geldmarkt lag Tagesgeld mit 5 v. Sy unverändert. Am Devisenmarkt lag das Pfund sehr schwach; der Dollar fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2090, gegen Pfund 20,4450, London gegen Kabel 4,856750, gegen Paris 123,94, gegen Mailand 92,85, gegen Schweiz 25,1850, gegen Holland 12,1050. Berliner Börse. Berlin, 14. Febr. Nachdem die gestrige Frankfurter Abendbörfe auf kleine Interventionen der Banken neue Abschwächungen gebracht hatte, wußte man im heutigen Bormittagsverkehr sich noch kein rechtes Bild von der Tendenzentwicklung zu machen. Die Nichtbestätigung des Gerüchts, daß sich die SPD. gespalten habe, genügte aber schon, um einer beruhigteren Auffassung Platz zu machen. Die Bankorders seitens der Kundschaft trafen spärlich ein dagegen zeigte das Ausland, besonders Holland und die Schweiz, etwas stärkeres Kaufinteresse, und für einen Samstag war auch das Geschäft zu Beginn der Börse ziemlich lebhaft. Die Spekulation schritt zu Deckungen, wobei sich Materialmangel einstellte. Die ersten Kurse lagen überwiegend fester. Jndustriepapiere erschienen gegen gestern mittag mit Gewinnen von 1 bis 2 L. H. Im Durchschnitt darüber hinaus waren Salzdetstlrth, AEG., Siemens, Gesfürel, Bergmann, Kunstseideaktien, BMW. und Deutsche Erdöl bis zu 3,5 v. H. gebessert, und Schubert & Salzer gewannen, obwohl zu Anfang mit Plus-Plus-Zeichen erschienen, 6,25 v. H. Anleihen roeiter-veränbert. Bon Ausländern Mexikaner weiter nachgebend. Pfandbriefe ruhig. Reichs- fchuldbuchforderungen eher freundlicher. Geld blieb zum Medio steif. Der Satz für Tagesgeld stellte sich auf 5 bis 7 v. H., Monatsgeld auf 6 bis 7,5 v. Sy, Warenwechsel 5,25 o. H. Im Verlaufe setzten sich Deckungen und kleine Meinungskäufe fort, zumal sich herauszustellen schien, daß die Befürchtungen hinsichtlich der folgenden Insolvenz der Magdeburger Bau-AG. gestern- übertrieben waren. Im Verlaufe zogen die Kurse meist um 0,5 bis 1,5 v. Sy an, nur einige anfangs besonders stark gestiegene Werte bröckelten etwas ab. AEG. für Verkehrswesen lagen heute schwächer (Anfangskurs —4 v. H., im Verlaufe weitere 2 v. Sy niedriger). Lpielplun -er Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 15. Febr.. 15 bis 18 ilßr: Der Zigeunerbaron. 19.30 bis 22.30 Ahr: Das Spielzeug Ihrer Majestät. Montag, 16., 19.30 bis nach 22 ilfjr: Dallett-Abend. Dienstag, 17., 19.30 bis 22.30 Ahr: Das Spielzeug Ihrer Majestät. Mi'twoch. 18., 19 bis gegen 22.30 Ahr: Tannhäuser. Donnerstag. 19., 19 bis gegen 22.30 Ahr: Carmen. Samstag, 21., 19.30 bis 22.30 Ahr: Don Iuan. Schauspielhaus. Sonntag. 15. Febr., 16 bis gegen 18.30 Ahr: Grand Hotel. 20 bis gegen 23 Ahr: Phaea. Montag. 16.. 20 bis nach 22.30 Ahr: Viel Lärm um nichts. Dienstag. 17., 20 bis nach 22 Ahr: Gelegenheit macht Diebe. Mittwoch. 18., 20 bis gegen 22 Abr: Clavigo.' Donnerstag, 19., 19.30 bis gegen 23 Ahr: Geschichte Gottlriedens von Devlichingen mit der eisernen Hand. Freitag, 20., 20 bis gegen 22 Ahr: Clavigo. Samstag, 21., 15 bis 18.15 Ufr: Wilhelm Teil. 20 bis nach 22 Ahr: Gelegenheit macht Diebe. Srieffaffen der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) Zahlungsbefehl. Sofortige Erhebung des Widerspruchs erscheint angezeigt. Der Ehemann ist nicht Besteller. Ihr eigenes eingebrachtes Gut haftete nach § 1412 Bürgerliches Gesetzbuch nur bann, wenn ber Mann seine Zustimmung gegeben hätte. Letzte Nachrichten. Oie Osthilfe vom Reichslabinett verabschiedet. B e r l i n, 14. Febr. (Eigene Conti-Meldung.) Wie wir erfahren, hat das Reichskabinell in seiner heuli. gen Sitzung, die gegen 13.30 Uhr zu Ende ging, die drei Gesetzentwürfe über die Oslhilfe verabschiedet. An der kabinetlssihung nahmen auch Vertreter dec zuständigen preußischen Stellen teil. Vie wir hören, ist es gelungen, eine vollständige Uebereinstimmung auf der bereits gemeldeten Grundlage herbelzuführen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende au. — Reichsbankdiskont 5 ü. Sy, Lombardzinsfuß 6 u. Sy :frannun a. . | Berlin Schluß«! (urd | l«Uhr« fiurd Schluß« Iure ’Unfanq» fturt Dalum 13.2. 14.2. 13.2. 14.2. 6% Seutldic Setdjfanleihe von 1927 ......... 84,75 — 84,8 __ 7% Deutsche ReichSanleihe von 1929 . ....... 98,65 — 98,65 Seutldic Sln1.-Ablöl.-Schuld mit Auelos.-Rechten....... 53,13 — 53 53,1 DcSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . 5,13 — 5,1 5,13 8% Heil. ypltHiaai von 1029 (rfidtoblb 102%)..... Cberbcffcn Provinz - Anleche mfi Aueiol.-Rechicn...... SS,5 _ 89,5 — 50 ' — _ — Deutsche Komm. Sammclabl. Anleihe Serie 1 ... 51,5 — 51,25 — 6% firnntf. hnp.-Bonk Goldpse XIII unkündbar bis 1931 . . . 100,5 7% flrants Hiw.-Aank Goldpse unkünvbar bis 1932 ... 93 _ _ _ 4>A% Rbeiniiche Hnp.-Bank Liqu. Goldpse....... 88,65 6% Pr. Lanverplandbriesanstakt, PlandbrieseR.lv 100,5 _ 100,5 — 8% Pr L'anDeirian:brief undbequemsten ßrennstoff^jgQ Dtiketis^ 39 14 29 32 14 12 7 7 5 5 5 2 1,04 1,22 können bei rechtzeitig Herrn Förster Pfeiffer, 22 17 4 1 1 6,56 7,95 9,72 19 4 3 83 108 47 23 7 3 1 4 4 3 28,26 20,72 7,44 2,71 Nuhholzverfieigerung Gemeinde Fellingshausen. 34 wo 150 Stets Eingang v.Neuheit.l Auch auf Teilzahlung! Bei Barzahl. 10°/o Rabatt! 10 180 174 86 17 50 42 10 1 4,0 rm 50,0 rm 72,0 rm 221,0 rm 41,0 rm 25 26 11 5 4 1 1 BEI BARZAHLUNG IHERRENRAM AB Wt« Kataloge und Prospekte iwort di» Brühl'sche Druckerei 2a. 2b> 3a. 3b. la. lb. 2a. 2b. 3a. la. lb. 2a. 2b. Drillmaschinen, Pflüge für alle Bodenarten, Kultivatoren, Acker- und Wieseneggen, Düngerstreuer, Glatt- u. Cambridgewalzen sowie alle Maschinen für die Landwirtschaft und Original-Ersatzteile liefert preis- Los 9. 10. 70 105 39 10 3 la.SU. lb- „ 2a> „ 2a- „ 2b, „ 2d- „ 3a» „ 3. la. lb. 2a. 2b. 3a. 3b. 4a» lb- 2a. 2b. Kein Rauch, kein Ruß. keinejc!/ac//e\ 10,03 10,65 2,11 0,91 1,68 59,53 102,71 83,46 21,35 0,21 2,12 3,56 2,67 1,35 fm 4,76 „ 3,04 „ 0,97 „ 0,55 fm 0,34 „ 0,43 „ 0,32 „ 1,18 „ 0,37 fm 2,11 „ 1,36 fm Dienstag, den 17. d. 2n„ nachmittags 3 Uhr, soll ein gut genährter Gemelndeeber auf der Bürgermeisterei versteigert werden. Stangenrod, den 12. Februar 1931. Hessische Bürgermeisterei. statt. Die Kinder müssen mit rcingcwaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zum öffentlichen Impftermin zu bringen. (Sieben, am 6. Februar 1931. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Seid. Nuhscheithol;: Erle, 4 m Ig. - Scheitholz: Erle, 1,25 m Ig. = Los 2. Nulzscheitholz: Kiefer, 4 m Ig. = Scheitholz: Kiefer, 1 m Ig. = Knüppelholz: Kiefer, 1 m Ig. = Los 3. Kl. 3a „ 3b „ 4a „ 4b „ 5a 3. Kl. 2b ERNST RAU WalltorstraBe 37,Telephon 2208 1217 a Langsdorf, den 14. Februar 1931. Hessische Bürgermeisterei Langsdorf. Kneipp. 2b 3a Hainbuche: Fichte: Polster-Möbel aus eigener Werkstätte! 3a. 3b. 16,81 8,06 5,85 3,51 1,22 N, 3b N, 4a N, 4b N, 5a A, 5b Auskunft erteilt Förster Bergk. Lang.Göns, den 11. Februar 1931. Hessische Bürgermeisterei. R 0 mpf. - 13,11 - 25,77 = 10,36 = 0.47 - 0,41 = 12,83 = 32,65 = 28,19 - 24,17 = 9,87 -- 5,21 = 1,11 - 1,18 - 1,42 M.Rosenthal Vuchen-Abschnitte. Stück mit 2,50 fm Kl. N. 3 „ „ 4,75 „ „ N, 4 „ ,, 3,23 „ „ N, 5 „ „ 1,26 „ „ A, 3 nicht entrindet: 1. Klasse 61,3 rm 2. „ 19,9 „ 3. 7,2 „ Sämtliches Stammholz und Abschnitte werden von der Gemeinde entrindet und „ 3b 4 ., „ 3,09 „ 4. Lichen-Stämme. Kl. 4, N 1 Stück mit 1,16 fm „ 4, F 1 „ ,, 0,80 „ 5. Llchen-Nuhscheiter. 14 rm prima Küferholz. Mainzlar, am 12 Fevniar 1931. Bürgermeisterei: Bogel- Weibtanne: 2a. „ 1 , 3a. „ 1 , Güteklasse F. 2 2 Sremihvlzverfleigtrungen der Stadt Gießen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: 1059C A. Wontag, den 16.Februar 1931, 9% Uhr beginnend, aus den Abt. 8, 9, 10, 28, 29 und 32a des Stadtwaldes, Försterei 1. Kl. 2. „ 3. „ 4. „ Nuhholzversteigerung. Die Gemeinde Riederweidbach. Kr. Biedenkopf, verkauft an nachstehenden Tagen im Saale der Gastwirtschaft Fuh», Tkleder- weldbach, folgendes Nutzholz: 1201V Freitag, den 27. Februar 1931 von vormittags 10 Uhr ab: Lichen A III.SU. 1 Stck. = 0,51 fm, IV. SU. 10 Stck. = 10,25 fm, V. SU. 10 Stck. = 13,72 fm, VI. SU. 4 Stck. - 6,45 fm. Lichen N I. Kl. 14 Stck. = 3,57 fm, Il.SU. 135 Stck. 64,40 fm, III. SU. 72 Stck. 55,19 fra, IV. ÄL 43 Stck. - 38,61 fm, V. KI. 36 Stck. = 40,67 fm, VI.SU. 4 Stck. 10,26 fm, VII. SIL 1 Stck. - 1,73 fm, VIII. Kl. 1 Stck. 3 25 „ „ 0,75 „ 2. Fichlen-Abschnitte. 2 Stück mit 1,64 fm Los 1. „ 2. „ 3. „ 4. „ 5. ,, 6. „ 7. „ 8. Nuhholzversteigerung. wsntog, den 16. L m., vormittags 11 Uhr, nach Zusammenkunft an der Hach» borner Straße, am Waldeingong, soll im Gemcindcwald wainzlar nachvcrzeichnetes Holz versteigert werden: 1133D 1. Fichten-Derbstangcn. SU. 1 177 Stück mit 15,93 fm Kiefern-Abschnitte. 11,50 fm SU. N, 2b im Wege des schriftlichen Angebots: Fichlenslämme. ' ~ 5 Stück = 0,91 fm Holzsubmission Die Gemeinde Grohen-Vuseck verkauft Bestellung von l, , „ . Niederweidbach, bezogen werden. -- 2,59 fm. Aufmaßlisten können bei rechtzeitiger » 12,84 = 10,71 = 15,95 = 38,83 = 13,14 = 21,66 Aus verschiedenen Forstorten des (Brünberger Stadtwaldes soll folgendes Holz auf dem Submissionswege verkauft werden: Los 1. L!cher Klstliachtsmarlt. Schaf-, Schweine- und KrämermarN am Montag, dem 16. Februar 1931. Bei Beschickung des Diehmarktes sind die seuchenpolizeilichen Dorschriften zu be» achten, Ursprungszeugnis für Züchter. Nachweis der Quarantäne für Händler. Es dürfen' nur Tiere aus unoerseuch» ten Gemeinden aufgetrieben werden. Auf» triebszeit vormittags von 9 bis 10 Uhr. Cid), den 9. Februar 1931. (1103D Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. (Strecke Lauterbach—Stockheim—Franr- surt a. M.) entfernt. Gebote sind bis zum 23. Februar bei uns cinzureichcn. Fede weitere gewünschte Auskunft erteilt das unterzeichnete Amt. 1207O Grebenhain, den 13. Februar 1931. _____Hessisches Forstamt Grebenhain. Nuhholzverkaus. Am Wittwoch, dem 18. Februar 1931, von 10 Uhr an, werden im Gemeindewald Fronhausen (Lahn) öffentlich meistbietend verkauft: 120(0 Lichenstämme: Eichenabschnllte von 27 bis 80 cm Durchmesser und mit 52 fm Inhalt 4 rm Eichennutzrollen, 2 m lang, 6 rm Eichennutzscheit; 3 Kiefernstamme mit 3 fm Inhalt. Zusammenkunft bei den Hainbuchen. Der Bürgermeister. Schnabel. Kein mühsameslreten mehr’. r Un9 Kein Schieben am Berg mehr’ •- . { n Oie idealste Lösung des Problems der Motorisierung des Fahrrades. Günstige Raten- und Zahlungsbedingungen.^ Papierhol; m lang, nach der Homa auf Arbeitsvergebung. Die Lieferung von etwa 10,50 cbm Hau-1 (leinen und Fußbodenplatten in grauer, dichter Basaltlava für die Errichtung eines Geiallenen-Lhrenmal» der Gemeinde Gro- Hen-Buscck wird auf Grund der Reichs- Verdingungsordnung im öffentlichen Wettbewerb vergeben. 11890 Angebotsvordrucke werden, solange der yorrnt reicht, bei uns, Zimmer 9tr. 10, abgegeben. ,, . Die Angebote find verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Erössnungstermin Freitag, den 27. Februar 1931, vormittags 11 Uhr, bet uns einzurelchen. Zuschlagsfrist vierzehn Tage. Gießen, den 14. Februar 1931. Hessisches Hochbauamt Gießen. D. D.: Kuhlmann. 2a, „ 52 Scheitholz: Fichte, 1 m Ig. = 465,5 rm Knüppelholz: Fichte, 1 m Ig. y 131,0 rm Angebote für jedes Los und jede For- mung sind in verschlossenen und mit der Aufschrift „Subrnisstonsholz" versehenen Umschlägen bis zum Mittwoch, dem 25. Februar 1931, vormittags 1014 Uhr, auf piefiger Bürgermeisterei einzureichen, woselbst Im Anschluß die Eröfnuna der Gebote bei Anwesenheit der etwa erschienenen Bieter stattfindet. Grünberg (Hessen), im Februar 1931. Bürgermeisterei: Dr. Mildner. bellt. Die ihr erteilte Prokura ist hierdurch erloschen. Der Hedwiy Moeser in Gießen jft Einzelprokuro erteilt. 1188D Gießen, den 10. Februar 1931. Hessisches Amtsgericht. , 11. 2b, „ 30 „ -- 11.10 ,, Sämtliches Holz ist geschält, jedoch mit Rinde gemessen. V , Angebote sind verschlossen, nach Losen, Sortiment und Klassen getrennt, bis zum Donnerstag, dem 19. Jebruat 1931, mittags 1 Uhr, bei der Bürgermeisterei, da- hier einzureichen, wo anschließend die (Eröffnung erfolgt. Die Bedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Angebote unterwerfen, können bei uns ein- gesehen werden, auch werden dieselben im Termin bekanntgegeben. Das Holz lagert an guten Abfuhrwegen, M bis zu 1 Stunde von der Bahnstation Großen-Buseck entfernt, und wird auf Wunsch durch Förster Wagner hier vorgezeigt Großen-Buseck, den 12. Februar 1931. Hessische Bürgermeisterei. Gans. farftorben. An seiner Stelle i[ Witwe, Antonie Moeser geborene Schu mann in Gießen, zur Geschäftsführerin be- ’ " Die ihr erteilte Prokura ist hierdurch Bekanntmachung. meistens Am Mittwoch, dem 18. Februar 1931, gearbeitet, wird in oer Zett von 15 bi» 16 Uhr in der Turnhalle der SchiUerjchule, Schillerjlraße, ein öffentlicher Impftermin abgehalten, in. welchem alle In 1929 und früher geborenen Linder für die bis jetzt der Nachweis der erfolgreichen Schutzpockenimpfung noch ntd)i erbracht wurde, dem Jmpfarzt vorgestellt werden fönhen. 1059C Die Jmpfnachschau sindet Mittwoch, den 25. Februar 1931, von 15 bis 1554 Uhr Fichte: ------ - - _ r Angebote sind in Reichsmark pro Fest- Meter nach Sortiment und Klassen getrennt, verschlossen, mit entsorechender Auf. schrift versehen, bis spätestens Dienstag, den 24. Februar 1931, nachmittags 3 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst auch die Be- bingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, ein» gesehen werden können. Zahlung bei ent- prechender Sicherstellung des Kaufpreises c zur Hälfte am l.Öuli und am 1. Oktober d. I. Das Holz ist mit Rinde gemessen. Die Interessenten werden ersucht, das Holz vor. her einzusehen, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden können. Aus- fünft erteilt die unterzeichnete Stelle und Förster Sarnes, Langsdorf. 3b- „ 1 „ = Stamm, Güteklasse A 4b-SU. 1 Stück = 1,53 fm QUALITAETS- MOEBEL zu zeitgemäßen Preisen! Abschnitte, Güteklasse N. 2b.SU. 1 Stück, 3a. „ 20 „ = 32,55 „ kiesernstämme. Ib-SU. 8 Stück = 1,70 fm Wir verkaufen koko Wald cn. 600 Raummeter Duchenscheiter 1. ftL und 100 rm Buchenknüppel 1. ftl. zu mäßigen Preisen ungetrennt oder in Losen von 50 rm auswärts zu den allgemeinen Verkaussbedin- gungen der Hessischen Staatsforstverwal- tung. Das Holz ist bester Dualität und sitzt an ober in nächster Nähe von chaussierten Wegen, 1—3 Kilometer von den Bahn- ftationen Ilbeshausen bzw. Grebenhain “ * Lauterbach—Stockheim—Frank- IHontag, den 16. Februar, nachmittag» 2 Uhr, bei Gastwirt Philipp Meder IX.: zirka 130 fm Nabelstärnrne, darunter mehrere Schnittstämme (Sticfcr). rm Eichen-Schichtholz. rm Naoel-Schichtholz. Stück 1.—3. StL Fichtenstangen. Fagd-Derpachiung. Die Jagdnutzung des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Lbersgöns soll am 1175V Samstag, dem 28. Februar 1931 nachmittags 3 Uhr 13,5 rm Eichenscheiter 14,2 rm Kiefern, und Fichtenscheuer 58,7 rm Eichenknüppel 11,1 rm Kiefernknüppel 16 2 rm Eichenreisig 1. SU. 210 Wellen Eichenreisig 2 Kl. 270 Wellen Fichtenreislg 2. Kl. 4,4 rm Fichtenreisig 1. Kl. 3,5 rm Fichtennutzreisig 88 Fichtenderbstangen 1. Kl. 725 Fichtenbohnenstangen. Das Holz aus den Abt. 28, 29 und und die im Stolzenrnorgen lagernden Derbstangen werden nicht vorgezeigt. Zusammenkunft: Straße nach Rödgen — 5. Schneise (an der Sandgrube). B Donnerstag, den 19. Februar 1931, 9^ Uhr beginnend, aus den Abt. 55a, 56b, 57a und 74 des Stadlwalde», Försterei Gießen: 14,5 rm Buchenscheiter 1. Kl. 17,7 rm Eichenscheiter 1. Kl. - 63,5 rm Kiefernscheiter 1. Kl. 24,1 rm Buchen- und Eichenknuppel 68,2 rm Kiefernknüppel 90 Wellen Buchenreisig 3. SU. 4,1 rm Kiefern- und Fichtenreisig 1. Kl. 4,0 rm Eichenreisig 1. Kl. 41,7 rm Fichtenstöcke 11,4 rm Buchen, und Eichenstökke 6 Fichtenderbstangen l.Kl. 25 Fichtenreisstangen 4. SU. Zusammenkunft: Kreuzung Aller Anne- röder Wea — 7. Schneise. Die Holzgeldschuld bi» zu 200 RM. kann zinslos bis ll.Rovember 1931 gestundet werden. Gießen, den 13. Februar 1931. Der Oberbürgermeister. 1.23.: Dr. R 0 senber g. 1 „ „ 1,95 w Kiefern-Abschnitte. 3 Stück mit 1,44 fm sind ohne Rinde gemessen. Es lagert an guten Abfuhrwegen in der Nähe der Pro- vinzialstrahe Gießen—Grünberg. Es wird empfohlen, das Holz zu besichtigen, da spätere Einwendungen wegen der Vermessung und der Güte des Holzes nicht berücksichtigt werden können. Angebote sind, nach Klassen getrennt, verschlossen, mit Aufschrift „Holzsubmisfion 23. 2. 31“ ocr- sehen, bis zum Termin am Montag, dem 23. Februar 1931, nachmittags 2 Uhr, bei 1 hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo in Anwesenheit etwa erschienener Käufer die Eröffnung erfolgt. Mit der Einreichung der Gebote unterwirft sich der Käufer den Verkaufsbedingungen, die bei uns eingesehen werden können, und auch im Termin bekanntgegeben werden. Nähere Auskunft erteilen oie Herren Förster Bechtold zu Hochwart und Bruck in Rödgen bei Gießen sowie die unterzeichnete Stelle. Annerod, den 10. Februar 1931. Hessische Bürgermeisterei. Horn. Die Stadt Gießen sucht zum 1. April 1931 einen staatlich geprüften Obcrgartner ^üandschastsgartner) nicht unter 30 Jahren, ter unter Leitung des Städtischen Hochoau- rmts die Grünanlagen. Baumocstande, »bftiulturen und den Anzuchtsgarien zu tetreucn hat. Bewerber mit Erfahrungen tei Stadtverwaltungen werden bevorzugt. Nach Ablauf einer Probedienstzeit von H> Dr. AMrefl Kuermann am Dienstag, dem 24. Februar, abends 8 Uhr, im Caf6 Leib 1196 o Jungdeutscher Orden — Volksnationale Reichsvereinigung Ölung! Ölung! 1 Gießen IZberingstraße 9), 14. Februar 1931 10291) im neuen Studentenhaus Mtn Ölung! Ölung! 12080 50) V RAD!^ BRINKMANN fabelhaft billig 318 A 1.75 autorisierter Telefunkendienst fähige Ware p. m 2.25 Aelteste Fachfirma Größte Erfahrung 2.70 101/ A jetzt per m 3.25 1197» Tönen per m Der zuriilkge CaleBelistreilSki""dRot|e|bahn grober 1212 D Fastnachts ßummei 0894 L. BERNARD In Wieseck Hamen-SalßD Neumann Stoffspezialhaus Blockstraße 16 Fernsprecher 2912 1191 n Schlufstermin der Anmeldung am 20. April 1931. 0800 0897 Maskenball bei Wilhelm Dorfeld Karl Schmidt, Gieße«/ Löberstr. 19/ Tel. 3075 Lichtspielhaus Gießen Heute Samstag Premiere 13* 1 India 61 D Ferner ein auserwähltes tönendes Beiprogramm 1132 C Ihre Vermahlung geben bekannt Kunstseiden-Crepe* V-0 cm breit, in 20 neuen Farben, schwere, trag Frankfurter Strafte Fastnachtsdienstag Agfa-Travis-Seide. 80 cm br„ der schönste Artikel für Wilsche. Unterkleider, Blusen usw. in all. Färb., p. m Seidentrikot. 140 cm breit, jahrelang bewährte Qualität, seither 3.50. Anfangszeiten: 4, 6, 8.30 Uhr Sonntags: 3, 5,30, 8.30 Uhr Kartenvorbestellungen u. 4077 erbet. K’seiden-Fiamenga, 95 cm breit, schwere Ware, in mod. waassrr und Gewichte aller Art empfiehlt u. werd.eichfähighergest. am Schiffenberg sehr gut! erregen muß. Ein Schaubild dar Unterwelt, wie es im deutschen Tonfilm so unverhüllt, so kraß, bo eindeutig noch nicht zu sehen war . . . Kurt Gerron, ein Doppelzeutnererfolg. Oskar Homolka, jedes Wort, jeder Griff wird ihm geglaubt.. Louis Ralph ausgezeichnet . . der Ton hervorragend und originell verwandt. Film-Kurier voiu 16. .Januar 1931, I>le Presse schreibt: Fs geht hier um die Gefahren und Schrecken des ausländischen Mädchenhandels, der nachdrücklich und warnend angeprangert. wird . . . Vieles ist gut beobachtet . . . für die Darstellung wurden einige außer- ordentlich echte Typen gewählt. B. Z. am Mittag vom 16. Januar 1931. flehentliche flanflelslehrsnstalt der Industrie- u. Handelskammer fliehen. l.Höbere Handelsschule einjähr, für Schüler(innen) mit Obersekunda-- oder Lyz'eumreite. 2. Zweiiähr. Handelsschule für Volksschüler(innen) und höhere Schüler(innen) mit Obertertiareife. Die Schüler der Oeffentlichen Handelslehranstalt sind vom Besuche der Fortbildungschule befreit. Anmeldungen schriftlich oder mündlich Mittwochs und Samstags von 111/2 —121/2 Uhr im Schullokal, Gießen, Liebigstr. 16 (Alte Klinik), II.Obergeschoß. Fastnacht-Dienstag: Karnevalistischer bk Xuijtfjt bi? auf bm gängig ger Miet der ko den Zühter b unö fren Zähl hu; emos. IHaura < er habe sich i düng ein ausgesprochen die sog. kon Ufer, die die ( sammlung fori werde der Jä Combo, mo Alhnzem die Jlolltienbig nclls der ^herbem hab, &er Temeii Grundlage dar i>it Cinbert ^enHalion ein Madcib, Verengue einer'SWUS triff fer f rengver begab Mittag 5( algb'eve die Regierung -ogelegenheii' chvngen mit Der König h< E1SU-Setten (Stahl n.Holzl PoIbL, Stahl- matr..Kin derb..Chaise!., an jeden. Toilzahlg. Katal. fr. tiiaenmabolfabrik SuhLTh. Einmal ist keinmal. Dieses Sprichwort wird oft als Ausrede gebraucht und hat dann nur lehr bedingte Geltung. Aber in vielen Fällen stimmt's doch. Wer z. B. gelegentlich einmal eine Flasche Köstritzer Schwarzbier trinkt, kann nicht erwarten, dah nun plötzlich sein Organismus von Grund auf gekräftigt wird. Wer aber dieses wohlschmedende herbe Bier als täglichen Haustrunk genießt. wird bald eine durchgreifende Regeneration feines Körpers seststellen können. Die fahle Gesichtsfarbe verschwindet, die Rerven werden neu belebt, Mattigkeit und Unlust weichen erhöhter Tatkraft und Schaffensfreude. - Vertretung: Gmil Schmoll, Ferntpr. 3883. Das Rätsel des Patent-Düngerstreuers Schieferstein Ab Montag befindet fich mein Gefchäft Bahnhofftrafee 35 __________________ 0881 Albert Lehmann Obereichmeister Friedel Lehmann, geb. 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Programm Eintritt 50 Pf., Kinder in Begleitung Erwachsener frei Der Weg nach Rio mit Maria Solveg — Oskar Homolka — Senta Soeneland — Kurt Oerron In diesem Film werden zum ersten mal die Tricks der Mädchenhändler >ervö*«' bestimmt vorrätig bei: Universitäts-Apotheke, Marktplatz; Central-Drogerie,Schulstr.; Drogerie Bornemann, Bahnhof- straBe 17; Drogerie Win- terhoff, Kreuzplatz 9 1V; Germania-Drog. Frankf. Str. 39; Kaiser-Drogerie, Lindenplatz 5; Kronen- Drogerie, Walltorstr. 29; Löwen-Drogerie, Seltersweg 79a; Medizinal-Drog. Haus Hindenburg,Selters- weg 68a; Viktoria-Drog., Marktstr. 5._______[978V Prima Speise- n. Solei- MIM W. Hantel NeuerrBänc7.'"O Telephon 2612 Der erste Tonfilm über den internationalen Mädchenhandel Gießener Konzertverein Achtes Konzert Sonntag, 15. Februar, 17.00 l’hr, Dnlversittttsaula Liederabend Eva Liebenberg Am Flügel: l>r. Stefan Temesvar.v Geistl. Lieder von Beethoven. Lieder von Schubert u. Brahms Eintrittekarten Mk. 4.00. 3.00 und 2.00 bei Ernst Chal’.ier (Fernruf Nr. 26711 und abends an der Kasse. — Studentenkarten Mk. 1.03 nur iiu Vorverkauf bei Herrn Sekretär Ritter und Die Mitglieder unserer Bank werden zu der am Montag, dem 23. Febr. 1931, abends 8 Uhr, im Restaurant Hindenburg stattfindenden 72.0FMI." ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1 Erstattung des Geschäftsberichtes für 1930 2 Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz und die dem Vorstand und Aufsichts- rat zu erteilende Entlastung 3. Verteilung des Reingewinnes 4 Ersatzwahl ausscheidender Mitglieder des Aulsichtsrats 5 Bericht über die Revision der Bank durch den Verbandsrevisor 6 Verschiedenes. Gießen, den 14. Februar 1931. Meis-uni Bewertetes eliil Der Vorsitzende des Aufsichtsrats: Adolf Noll. 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