fritbfen. Uonuar. bel l ödem Verdienst Kchi. Cchriliiilbr UMdgie unter Otte Qn_bfHgtehJni. ] ÄS1 1 Wtm ■ AMm MWtz zwei Lehrjungen für die Ausbildung als Laboranten In meinem dnltitin. Pros. Dr. flubn, Diiello, d. Hymen. ZniitmlS b. Landes. imtcerfiiQt. ntl) Hienge t«rotzband- luiifl such, jüngere, lohne ölrbciifr n Dom Vmtbe. SinnI. Angebote unter 02u3 an ben (äieu. fliu. AiZZ Zr-K« Jtz • • suchen. scheut ^Hering® chtej’ -SÄ^S- rf AÄP,1B BMH mn M5 monatlich durch S«jg Wen; sseg? i ^rnviial rn°''.^ieten^it slufnAÄäiinfe|1 be* -LS°°^K f°9e bts b-- • ^en fink Mer *ni, * * rfeld. San. Dry, k .. SÄ fiSHäs | Arirerer. tm tauft» h, hair niahrenes " Mädchen r' I lütS laße gesucht. r Zn ttit I. b, OeldJ't. xi I b. (Steh. Anz. 1215 r geluchi: 3ÖD ifctlöCr Holzbranche ähriger Verkausspraxis. ravzt ir ein KrciskrankenhauS. dav düng belAlbeiisgerichlert led)enb.'iPtati/all5 Oie iHedjtsabieilunfl einer MimeuniernciMNs. u Siebe« Mittwoch, 14. Januar 1931 181. Jahrgang GietzeimAnzeiger General-Anzeiger sur Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'fche UniversitStz-vuch. nnö Steinörticferei L Lange tn Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulttraße 7. Hernfvrechonlchlüsie anter5ümmelnummer2251 Anschnst lür Drohlnach- richten »nzerger Siebe». pofi|d)edtonto: SraHfuri am Main 11686. Snnahmr von anjetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis sur I mm höhe für Anzeigen von 27 mtn ‘Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Re« Klarneanzeigen von 70 ii.rn Breite 35 Relchspfennig, Platzvorschrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; sür Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für beit Anzeigenteil Max Filter^ sämtlich m (Biehen Nr. 11 Erstes Blatt Leiche,ni täglich, nutz« Sonmags und Feiertags Beilagen Vie Illustrierte Btetzenei Familienblätlei i Heimat im Bild Vie Scholle monats-Bejugsprets: 2.20 Neichsmark und 30 Neichspsennig für Träger» lohn, auch bei Nichter» scheinen einzetner'Nummern infolge höhere» Bemalt. Der Kalender des Völkerbundes. Den wenigsten unter uns wird es im Gedächtnis haften, daß der Völkerbund sich seit ^hn Jahren mit der Frage unserer Zettrechnung bc- faßt. Gin Studienausschuh, den er beauftragte, die Frage einer Kalenderresorm zu erörtern, hat jetzt seine Arbeiten zu einem Missen Abschluß gebracht, so das; sich auch die Oeffent- lichkeit mit den Ergebnissen befassen kann. Im Altertum rechnete man bekanntlich nach dein Mondjahr zu 355 Tagen, bis Julius Cäsar- im Iahre 46 vor Christi Geburt den Iulianischen Kalender einfuhrte Er zählte das Iahr zu 385 Tagen, schob zedoch für jedes vierte Iahr einen Schalttag ein, so bah dieses vierte Iahr 333 Tage aufwies, ohne baß damit alle Zeitrechnungsfchler beseitigt wurden. Erst der Kalender des Papstes Gregor XIII. brachte die erwünschte Ordnung. Der Kalender wprde sofort eingeführt in Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, Dänemark, spater in Holland, der Schweiz, Böhmen, Polen, Ungarn, Cngtand, Schweden. In Deutschland nahmen ihn nur die katholischen Länder an, während die protestantischen sich im Iahre 1700 zunächst auf einen „verbesserten protestantischen Kalender^ einigten, bis König Friedrich der Gröhe von Preußen im Jahre 1755 in Preuhen den gregorianischen Kalender einführte, der dann bald für das ganze Deutschland Geltung gewann. Der gregorianische Kalender hat im wesentlichen zwei Rachteile: einmal die verschiedene Länge der Monate, die auf_ das Geschäftsleben unb den Geschäftsabschluß störend wirkt, unb sobann ben veränberlichenTer- min bes Osterfestes, ber eine völlige Schwankung der Länge des ersten Vierteljahres mit sich bringt itnb damit auf viele Termine unseres bürgerlichen Lebens (z. D. Schulschluh. Geschäftsjahr) nachteilig einwirkt. Gegen diese Rach teile richten sich denn auch in erster Linie die Reformbestrebungen. Dem Dölkerbundsaus* schuh sind nicht weniger als 185 Reformvorschläge aus aller Herren Länder zugegangen, davon 24 aus Deutschland. Manche von ihnen sind sehr radikal, so der von Professor Ostwald (Leipzig), der die Monate überhaupt beseitigen und die Tage des Jahres von eins bis 365 durch- zählen will. Ein französischer Vorschlag wünscht dreizehn Monate zu je 28 Tagen, zu denen bann als 365. Tag der Reujahrstag käme, der ebenso wie der Schaltjahrstag zu keinem Monat rechnen würde. Weitere Vorschläge gehen dahin, ben Jahresbeginn ständig a u f einenSonntagzulegen und jedesViertel- jahr gleichmäßig in zwei Monaw zu dreihig und einen Monat zu 31 Tagen zu teilen; auch hier würden ein Rest tag und der Schaltjahrstag besonders zu rechnen sein. Dorgeschlagen wurde weiter eine Verlegung des Jahresbeginns auf den Tag der Wintersonnenwende (22. Dezember); ber Vorschlag hat aber wohl wenig Aussicht auf Annahme. Der Ausschuß bes Völkerbundes hat alle diese und auch andere Anregungen unter Hinzuziehung namhafter Sachverständiger eingehend geprüft. Er hat zunächst eine Umfrage an die einzelnen Dölkerbundsstaaten sowie an eine Reihe von Handels- unb Wirtschaftskorporationen gerichtet und will das Ergebnis dieser Umfrage abwarten. Für eine Kalenderreform sprechen die verschiedensten Gesichtspunkte, namentlich wirtschaftlicher Ratur, da der Beginn des Kalender- und des Wirtschaftsjahres nicht zusammenfällt. Man darf erwarten, daß der Völkerbund bei dieser Reform wenigstens eine glückliche Hand zeigen wird. Der Disput Frick-Wirth. Thüringens Rückfrage — Wirth beruft lirf) auf die Rerchsreg erung. Weimar, 13. Jan. (TU.) Rachdem der Reichsinnenminister die Zustimmung zu dem Verbot ber Ortsgruppe Gera des Reichsbanners abgelehnt hat, hat ber thüringische Snrven- minifter Dr. Frick, wie bereits kurz gemeldet, nach Berlin eine Rückfrage gerichtet, beren Wortlaut am Dienstag veröffentlicht worden ist. Cs heißt in dem Schreiben: „Aus Pressenachrichten ist uns bekannt geworden. daß im Jahre 1930 eine U e bun g d e s Stahlhelms im Rheinland vom Herrn Preußischen Minister des Innern mit Zustim- nung des Herrn Reichsminister des Innern verboten worden ist. Die Vorgänge die nach den Pre,fenachrichten zu diesem Verbot geführt haben sollen, schienen uns durchaus den Vor- gängen z u entsprechen, die uns zu dem Antrag auf Erteilung ber Zustimmung zu dem Verbot der Ortsgruppe Gera bes Reichsbanners durch den Herrn Reichsinnenminister beranlafet hat. Um für die Zukunft über die Ansicht des Herrn R?i ' Zminister des Innern zu ber Frage des Charakters von Uebungen ber Verbände Klarheit zu erhalten unb banach unser Verhallen einstellen zu können, bitten wir ergebens! um Mitteilung über bie bortige Auffassung baniber, worin der grunbsäh liche Un ter sch : e b des Charakters ber Uebungen bes Stahlhelms im Rheinland vom Charakter ber Uebungen bes Reichsbanners bei Gera nach Auffassung des Herrn Reichsministers b:s Innern zu erblicken ist. Wir sehen uns zu dieser Ditte um so mehr der- anlaßt, als nach bishet unwidersprochen gebliebenen Pressemeldungen ber Herr R e i ch s we h r- Minister seinerzeit zwar nicht Gelegenheit gehabt hat. zu bem vom Herrn Preußischen Wtnv- Zum Beginn der Senser Ratstagung Entschäbigung, unb darum geht es ben geschäftstüchtigen Amerikanern ganz allein, scheint aber noch nicht aus zu sein. Die Kläger machen ihre Ansprüche gegen das Deutsche Reich erneut geltenb unb hoffen, daß bas ganze Verfahren noch einmal aufgerollt wirb. Daß sie damit ihren Richtern ein Mißtrauensvotum ausstellen, spielt, für sie keine Rolle. Cs kommt ihnen lediglich daraus an, die vierzig Millionen Dollar, um die der Streit geht, für sich zu sichern. Allein, nachdem das Schiedsgericht nach jahrelangen peinlichen Untersuchungen zu einer Abweisung der SchadenLersahansPr_che gekommen ist, werden die amcr. konischen Muri ions- fabrifanten, bie ja ohnehin im Kriege schwer reich geworden sind, diese vierzig Millionen Dollar abschreiben müssen. einer allgemeinen wirtschaftspolitischen Aussprache über die hauptsächlichsten europäischen Krisenmomente bilden soll. Man nimmt an, daß ber Ausschuß am Montag ob?r Dienstag ber nächsten Woche seine Arbeiten abschließen unb sich sobann auf ben Mai vertagen wird. Die Kontrolle des deutschen Rüstungsstandes. Eine Note Der Botschafterkonferenz. London. 14. 3an. (MTB. Funkspruch.) „Times* meldet aus Paris: Die Volfchaftcrkonfercnz entwarf auf ihrer Sitzung am Montag eine Role, die zusammen mit dem endgültigen Bericht dec alliierten Militärfachoersländigen, die die Abrüstung Deutschlands überwacht haben, an den Völkerbundsrat gesandt werden soll. Der Bericht bezieht sich auf die Periode von 1927 bis zur Zurückziehung der mili- tärifchcn Sachverständigen im vorigen Jahr. Die Role Hal, wie cs heißt, in der Hauptsache formalen Charakter und enthält keine unerwarteten Vorbehalte oder Forderun. gen. Sie soll auch erst abgesandt werden, wenn die Antworten auf gewisse ergänzende Erkundigungen eingegangen find. Vertreter der Wirtschaftsverbände, nicht der Aröeiisdicnstb.w g-eng b.tiigt. Abgelehnt wurde lediglich dir von verschiedenen Parteien empfohlene sofortige Einführung einer allgemeinen Arbeitsdienst- pflicht. Die angeführten Ziffern, deren Stichhaltigkeit obendrein von sachverständiger Seite bezweifelt wird, beziehen sich lediglich auf diesen Plan. Die Demühungcn, einen freiwilligen Arbeitsdienst cinzuführ.n, sind durch die gestrige Besprechung nicht gescheitert; sie werden vielmehr fortgesetzt und haben Aussicht auf Erfolg, da hier bie finanziellen unb wirtschaftlichen Voraussetzungen bu rchaus günstig liegen. Das Kuratorium für Arbeitsbienst wirb alles baransetzen, um diesen inzwischen auch von anderer Seite unterstützten Plan zu verwirklichen. Don links nach rechts: Briand (Frankreich), Benesch (Tschechoslowakei), Zaleski (Polen), Henderson (England). Letzte Vorarbeit für Genf. Oer Reichsaußenminister berichtet bem Kabinett. — Oie Behandlung der Minderheitenbeschwerde vor dem Völkerbundsrat. Berlin, 13. Jan. (MTV.) Das Relchskabl- n e t t befchä,tigte sich heute nachmittag mit der bevorstehenden Tagung des völkerbunds- r a t e s. Der Reichsmini ft er des Auswär. tigen erstattete eingehenden Bericht über die in Genf zu behandelnden Fragen. Die hierüber gepflogene Aussprache ergab vollkommene Lin- m ü t i g k e i t über die von der deutschen Delegation einzunehmende Haltung. wie wir noch ergänzend erfahren, erstreckte sich das Referat des Reichsaußenministers vor allem auf eine ausführliche Schilderung der ganzen Lntwick- lung des Streitfalles mit Polen. Jlalur- gemäh konnte das Kabinett keine festen Beschlüsse fassen, da das verhalten Deutschlands ganz davon abhängt, wie die deutsche Beschwerde vom völker- bundsrat behandelt wird. Außer dieser Frage werden in Genf auch einige andere Dinge zur Sprache kommen, an denen Deutschland besonders interessiert ist. Dazu gehören ;. B. die Restpunkte aus den früheren Erörterungen mit Litauen über das Memelproblem. Ls handelt sich dabei z. V. um das Vetorecht bes Gouverneurs, den Finanzausgleich, den sogenannten Justizkonflikt, der wegen der Unabhängigkeit der Richter und ähnlicher Fragen entstanden ist, und den Kriegszustand, der bis- her dazu benutzt wurde, die einzelnen Vestimmun- gen des Aulonomieslatuts außer Kraft zu sehen. Ls ist anzunehmen, daß über diese Fragen zunächst direkte Verhandlungen mit der litauischen Vertretung stallfinden. Sollten sie zu einem Deutschland befriedigenden Ergebnis führen, fo würde der Völkerbundsrat sich wohl zumindest nur noch sehr kur; mit blefer Angelegenheit zu beschäftigen haben. Für den Fall, daß die deutsche Beschwerde auf Bestreben Polens und Frankreichs einem befon - deren Untersuchungsausschuß überrole- fen werden sollte, könnte sich, wie die „Börsen- zeilung- hört, die deutsche Delegation mit dem Einsehen eines solchen Ausschusses nur bann einoerftanben erklären, wenn vorher gewisse Voraussetzungen erfüllt würben. Als derartige Voraussetzungen werden genannt: 1. Zusammensetzung der llnlersuchungskommission aus einwandfrei neutralen und unparteiischen Person- lichkciten unter ber Leitung bes Präsidenten der gemischten Oberschlesienkommission, Lalonder; 2. polnische Garantien für eine ausreichende Wiedergutmachung des den deutschen Minderhellsangehörigen zugefüglen Unrechtes und Schadens; 3. polnische Zusicherungen und Vorbeugunakmaßnahmen gegen eine Wiederholung der Terrorakte; 4. grundsätzliches Bekenntnis der Polen zum Gedanken und zu den Prinzipien des Minderheitenschutzes. Die Tagung des Europäischen Ausschusses. Politische fragen werden nicht zur Deba le gestellt. G e n f. 13. Jan. (TU. I Die Tagung bes Euro pä i s ch e n A u s s chu ss e s wirb am Srcitag- vormittag burch Drianb z'machst m geheimer Sitzung eröffnet werben. Die Außenminister fast sämtlicher 27 europäischen Staaten, bar-« unter Drianb, Hrnberson, Granbi, Dr. C u r t i u s, Zaleski unb bie Außenminister ber Kleinen Entente, haben ihre Teilnahme an ben Verhandlungen bes Ausschusses zugesagt. Rur Schweben, Portugal unb Oesterreich werben nicht burch ihre Außenminister, sonbern burch hohe Staatsbeamte im Ausschuß vertreten sein. Die außereuropäischen Mitgliebsstaaten bes Döl- kerbunbes sinb auf gefordert worben, Vertreter & Tagung zu entfenben, bie jeboch lebiglich in achtender Eigen'chaft an ben Verhandlungen teilnehmen können. Die japanische unb chinesische Regierung haben bereits ihren Vertreter benannt. Es besteht hier ber begrünbrte Einbruck, baß auf ber bevorstehenden Tagung bie Dehanblung wirtschaftspolitischer Fragen, bar- unter insbesonbere bie landwirtschaftliche Krise, im Vordergründe stehen werben unb politische Fragen nicht zurVerhanblungae- gelangen. Die in bet beutschen Rote erwähnte Frage brr Zuziehung Sowjetruhlanbs unb bet Türkei zu ben Verhandlungen des Ausschusses soll ebenso wie bie Frage bet Bureau- bilbung des Ausschusses aufdienächsteTa- gung im M a i vertagt werben. Die sachlichen Beratungen bes Europäischen Ausschusses werben mit einem Bericht bes Präsibenten ber europäischen Zollwaffensti lstanbskorfrrenz, Sollt j n (Hollanb) beginnen, ber ben Ausgangspunkt Entschwundene Millionen. Meine Bewc.se für deutsche Labotageaktc in USA. Die Behauptung, baß deutsche Agenten während des Krieges eine große Munitionsfabrik in Kings land unb ben Güterbohnhof Black Tom zerstört hätten, wat in ben Vereinigten Staaten viele Jahre hinbutch eines ber Kernstücke bet antideutschen Propaganda. Dor kurzem sind nun bie sogenannten Sabotage- Prozesse gegen Deutschland zum Abschluß gekommen. Das Schiedsgericht lehnte einstimmig bie Ansprüche ber amerikanischen Kläger ab, weil sich nicht nachweisen ließ, bah bie Zerstörung biefer Anlagen durch deutsche Agenten vorgenommen worden war. Der Kampf um bie Bülows Erinnerungen und die Knegsschuldlüge. Welche Folgerungen man in Paris zieht. Paris, 12. Jan. (TU.) Eine Reihe Pariser Blätter beschäftigt sich eingehend mit ben Erinnerungen des Fürsten von Bülow, in denen sich der frühere deutsche Reichskanzler mit der Frage befaßt, ob Deutschland die Möglichkeit gehabt habe, den Krieg zu verhindern. Bestimmte Stellen aus den Erinnerungen Bülows, die im übrigen von den verschiedensten beteiligten Persönlichkeiten in Deutschland öffentlich als falsch und der Wahrheit widersprechend gekennzeichnet worden find, werden geflissentlich aus Dem Zusammenhang gerissen unb geschickt kombiniert. So wird besonders hervorgehoben, daß Bethmann-Hollweg Die Arbeitsdienstpsiicht. Zu dem ablehnenden Beschluß der wirtschaftlichen LP tzenverbände. Berlin, 13. Ian. (DDZ.) Das Kuratorium für Arbeitsdienst teilt mit: Ein Teil der Presse zieht aus ber Besprechung im Reichsarbeitsministerium üoer b'.e Frage der Ar- beitsdienftpflicht ben Sch uh, bah ber Arbcits- bienstgebanle nunmehr als unburchführbar erklärt unb enbgültig erlebig t fei. Das ist irrig. An ber Besprechung waren nur ster bes Innern ausgesprochenen Verbot des Stahlhelms im Rheinlanb Stellung zu nehmen aber ber Auffassung ift . ba& aubitefe Uebungen keinen militärischen Gha ratter getragen haben.' . Der Brief des thüringischen Innenministers an den Reichsinnenminister ist am Dienstagoormittag im Reichsinnenministerium e t n g eg a n= a e n. Vom Reichsinnenministerium trnrb hierzu darauf hingewiesen, daß die deutschen Lander schon wiederholt die Richtlinien und Ausfuhrungs- beftimmungen des Gesetzes über das Verbot der Uebungen militärischen Charakers erhalten hatten Auch Thüringen seien diese Richtlinien zugestellt worden. Dem thüringischen Innenminister. könne infolgedessen der Inhalt nicht unbekannt sem. Die letzte Entscheidung über alle derartigen Falle liege im übrigen bei der Reichsregierung. Die Reichsregierung könne ein Verbot auch dann aussprechen, wenn die Länderregierungen anderer Ansicht seien. Zum Schluß wird erklärt, daß der Reichsinnenminister die Angelegenheit nunmehr als abgeschlossen betrachtet. Ausland Veit Krieg erklärt habe, um in einem Kamps gegen den Zarismus die deutschen Sozialdemokraten mitzureihen, daß der österreichische Außenminister Gras Berchtold Serbien auf jeden Fall habe reizen trollen, um Oesterreich die Möglichkeit zum Einmarsch au verschaffen, daß vier oder fünf Personen in der .Dunkelkammer des Berliner Auswärtigen Amtes" Beschlüsse gesaht hätten, die Deutschland ins Verderben führten, und daß englische Dermittlungsvorschläge a limine abgelehnt, verschleppt oder sabotiert worden seien usw. Auch Oesterreichs I Ultimatum an Serbien sei vorher in Berlin • bekannt gewesen. Die französische Presse verzeichnet mit Genugtuung, daß damit d i e Schuld Deutschlands am Weltkriege nur einmal mehr bewiesen fei. Der .Matin" sagt u. a.: nach den Ausführungen Bülows könnten Gras Bernstorfs und Dr. Curtius getrost die Wiederaufnahme einesPro- z e f f e s betreiben. Es werde in Zukunft nicht meßr nötig sein, sich auf voluminöse Schriftstücke zu stützen; als sichere Beweisstücke würden vielmehr die Erinnerungen Bülows genügen, um das Gericht den Weg der Gerechtigkeit und der Wahrheit finden zu lassen. Was pole» aus -re deutsche Beschwerde autwortet. Warschau, 13.San. ($11.) Die polnische Presse verof.entlicht heute den Inhalt der polnischen Antwortnote auf d i e deutschen Beschwer devoten an den Völkerbund. Die polnische Bote besteht danach aus vier Teilen. Im ersten Teil wird nachzuweisen versucht, daß die Aktion der Reichsregie- rung den' in Minderheitenfragen zulässigen Rahmen überschritten habe und dah die deutsche Rote den Charakter einer unmittelbaren politischen Aktion trage. Das Verhalten der Reichsregierung habe die leidenschaftlichte Kampagne der deutschen Presse und öffentlichen Meinung, die sich aus erdichtete und übertriebene Tatsachen stutze, verstärkt. Der zweite Teil der Rote geht auf die Vorwürfe wegen des Wahlterrors in Ober- schlesien ein. Es wird versucht, diese Vorwürfe an Hand von Material zu widerlegen. Die tieferen Ursachen einer gewissen Erregung der Geister in Oberschlesien während der Wahlzeit seien in der Reaktion zu suchen, die in der polnischen öffentlichen Meinung durch den Terror gegen d ie durch keine Minderheitenverträge geschützte polnische Minderheit in Deutschland und durch die politische Aktion Deutschlands gegen den polnischen Staat als Ganzes ausgelöst worden sei. Dies habe in der polnischen Oefsentlichkeit Unruhe hervorgerufen und die deutsche Minderheit gehindert, dem polnischen Staat gegenüber ein loyales Verhältnis zu finden. Im dritten Teil wird der Versuch gemacht. Beweise zu erbringen, daß die Vorfälle während der Wahlzeit in Oberschlesien den Rahmen von Wahlzwischekfällen, die eine Folge derPar- teikämpfe darstellten, nicht überschritten hätten. Diese Zwischenfälle könnten nicht mit Wahlzusammenstößen in anderen Ländern, beispielsweise in Deutschland, verglichen werden, wo die Erhitzung der politischen ßeiben» schaften größeren Umfang angenommen und eine Anzahl von Opfern an Toten und Verwundeten nach sich gezogen habe. Zum Schluß gibt die polnische Regierung dem Völkerbundsrat die Anordnungen der Lokal- und Zentralbehörden bekannt, die in Zusammenhang mit den Zwischenfällen in Oberschlesien verfügt worden seien. Die polnische Rote, so heißt es endlich, stütze sich auf ein umfangreiches Beweis- material, das in 10 Anhängen zusammen gefaßt ist. Hierzu erfährt die Telegraphen-Hnion von zuständiger Stelle: Der von polnischer Seite unternommene Versuch, den deutschen Beschwerden einen politischen Anstrich zu geben, dient nur der Verschleierung der wirklichen Sachlage und ist gleichzeitig eine Anerkenntnis der Schwäche des polnischen Standpunk.es. Die deutschen Beschwerden sind nicht Mittel zum Zweck, sondern Selbstzweck, um der deutschen Minderheit den Schuh zu gewährleisten, den sie auf Grund der von den Polen übernommenen Verpflichtungen eigentlich haben müßten, aber tatsächlich nicht hat. E s gibt keinen Terro r gegen die polnische Minderheit in Deutschland. Bei den wenigen Verstößen geringer Ratur und lokaler Bedeutung, die gegen die polnische Minderheit als solche gerichtet gewesen sind, hat die deutsche Polizei stets rücksichtslos durchgegriffen, sofort Untersuchungen eingeleitet und die Schuldigen der Bestrafung zugeführt. Umgekehrt hat in Ostoberschlesien sich der Terror nicht nur unter Duldung, sondern teilweise sogar unter aktiver Begünstigung der polnischen Polizei abgespielt. Ein Vergleich zwischen den beiderseitigen Formen der Minderheitenbehandlung kann also nur zu ungunften Polens ausfallen und ist nicht geeignet, die unerhörten Vorgänge in Ostoberschlesien zu recht- fertigen. Die deutschen Minderheiten in Polen würden glücklich sein, wenn sie der Behandlung teilhaftig würden, die die polnische Minderheit in Deutschland genießt. Kein Glück mit Enilastungsprozeffen. Lieden deut che Angeklagte freigcsprochen. Kattowitz, 13.San. (WTB.) Vor dem Bezirksgericht in Kattowitz fand heute ein Prozeß statt, der in mancher Hinsicht an den Golassowitzer Fall erinnert. In der Wahlzeit wurden in Zalenze in einer Gastwirtschaft die Gebrüder Gregorzyk und fünf ihrer Arbeitskollegen von Aufständischen derart mißhandelt, daß sie mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus übergeführt werden mußten. Eigenartigerweise wurde gegen die Brüder sowie ihre fünf Begleiter, die sich lediglich in Notwehr befanden, ein Strafoef- fahren wegen Hausfriedensbruches und schwerer Körperverletzung eingeleitet. Die Beweisaufnahme ergab aber eindeutig die völlige Haltlosigkeit der Beschuldigungen. Nach Schluß der Zeugenvernehmung äußerte der Vorsitzende fein Befremden darüber, daß sich die Angeklagten in Untersuchungshaft befänden, -fioch einer auffallend kurzen Beratung wurden sämtliche Angeklagte freigesprochen. polnische Aufständische vor Gericht. Wegen brutaler Mißhandlungen verurteilt Rybnik, 13. Ian. (WTB.) In dem gleichen Gcrichtsgebäude, in dem gegen d i e Golassowitzer Angeklagten verhandelt wurde, hat in aller Stille eine weitere Gerichtsverhandlung stattgefunden, die sich mit den Terrorakten in Zb er.Wilcza befaßte. Angeklagt waren die Ausstandiscken Dzierzama, Las, Winch und Kosteczko. Die Angeklagten hatten am 15. November auf Veranlassung des Gemeindevorstehers Wiosna von Ober-Wilcza den Vertrauensmann der Deutschen Wahlgemeinschaft, Landwirt Joseph Greitzke, einen 60jähr,gen Mann, in abscheulicher Weise mißhandelt. Nachdem sie ihn zunächst mit einem Automobil entführt und öfters mitErschießenbedroht hatten, mußte Greitzke seine Füße entblößen, woraus ihm der An- Washington braucht jeden Dollar. Kein Gedanke an eine Gchuldenherabsetzung, sagen die Politiker. Reu York, 13. Ian. ($11.) Alle führenden Blätter berichten aus Washington, daß weder das Schatzamt, noch das Staatsdepartement auch nur im entferntesten daran dächten, ihre Haltung in der interalliierten Schul- denfrage zu ändern. Die Aussichten für eine Schuldenherabsetzung seien gerade jetzt um so geringer, als die Regierung jeden herein- kommenden Dollar benötige, wenn die in Angriff genommenen und noch geplanten Rot- standsarbeiten in vollem Umfang durchgeführt werden sollten. In ihren Meinungsäußerungen stehen die amerikanischen Zeitungen auf der Seite Wiggins. Die „Rew llZork Times" erinnert daran, daß schon Mellon vor einigen Iahren erklärt habe, ein wirtschaftlich gesundes Europa sei für Arne- . rifa wertvoller, als die Einziehung sämtlicher Kriegsschulden. Gegenwärtig wollten jedoch, so erklärt das Blatt, weder der Kongreß, noch die amerikanische Regierung diese Binsenwahrheit anerkennen. Die Frage der Herabsetzung der Kriegsschulden sei noch nicht erörterungsreif. Die gesunde Klarheit und Nüchternheit der Gedanken Wiggins werde sich durchsetzen, sobald wieder eine Herrschaft der Vernunft aufgerichtet fei. Die „New Vork World" nennt den Wiggin-Dericht die schärfste Verurteilung der Washingtoner Verdunkelungspolitik. Das „Sournal of Commerce" meint, dah eine geradezu unerklärliche Furchtsamkeit die einsichtigen Politiker hindere, die Führung zu übernehmen und dem Volke die Wahrheit zu sagen. London bleibt skeptisch. Es muß viel schlimmer kommen, che Amerika zur Einsicht w nmt. London, 13. Ian. ($11.) In der englischen Presse findet die Erklärung des früheren amerikanischen Botschafters in Berlin, Gerard, der daran erinnert, daß er schon im Dezember den Zusammenbruch verdeutschen Reparationszahlungen innerhalb von 18 Monaten und daran anschließend die Forderung Europas nach einer Revision der Schuldenabkommen vorausgesagt hätte, Beachtung. Den Eindruck in London faßt die „Morningpost" dahin zusammen, daß man den von Zeit zu Zeit in Amerika immer wieder auftauchenden Äußerungen über eine Revision der Schuldenabkommen zu viel Bedeutung beilege. Immerhin sei es sehr interessant, dah diese Aeußerungen von verantwortlichen Finanzleuten in Amerika gemacht wurden. Roch vor acht Iahren hätte man in Washington in solchen Erklärungen lediglich einen Versuch Englands gesehen» sich seinen Verpflichtungen zu entziehen. In Amerika gewinne jetzt die Auffaffung die Oberhand, daß die ursprünglichen englischen Ansichten i m InteressedergesamtenWelt lägen. Die „Times" sagt: Die Aeußerungen des Präsidenten Wiggin beweisen nichts weiter, als dah einige Fmanzleute liberalere Tendenzen tjabm als die Politiker. Die Lage wird sehr viel schlimmer werden müssen, ehe die Politiker bereit fein werden, zuzugeben, daß die USA. eine offiziell abgeschlo, sene Rechnung erneut prüfen fohlen, ober die amerikanische Regierung bereit fe'.n wird, eine Empfehlung In diesem Sinne zu machen. Oie W rtschastskrisis in England. Sparsamkeit oder grotz;üg'geS Arbeitsprogramm? London, 13. Ian. (WTB.) Am 27. Ianuar soll mit einer großen Versammlung in Conton ein Feldzug zugunsten größerer Spars amkeit bei staatlichen und kommunalen Ausgaben eingeleitet werten. Die Bewegung trägt nicht parteipolitischÄck Charakter, was schon daraus hervorgeyt, dah der Liberale Lord Grey und der Konservative Sir Robert Home, ein vormaliger Schahkanzler, zu den) Rednern gehören. „Moming Post" erklärt, eS sei klar, daß keine der politischen Parteien sich zur Annahme eines großzügigen Sparsamkeitsprogrammes entschließen werde, wenn nicht die öffentliche Meinung einen energischen Druck ausübe. Der bekannte Wirtschaftssachverständige Keynes sagte dagegen in einer Rundfunkansprache, das wahre Heilmittel für die herrschende große Arbeitslosigkeit bestehe nicht in gesteigerter Sparsamkeit, sondern im Gegenteil in großzügiger Verwendung des Geldes. QSer 5 Shilling täglich spare, mache damit einen Mann füt einen Tag arbeitslos. Am besten wäre es, wenn umfassend« Plane aufgestellt würden, z. D. Baupläne. Statt die Arbeiter der Rot preiszugeben und sie von der Arbeitslosenunterstützung abhängig zu machen, wäre es besser, ganz Süd-London von Westminster bis Greenwich einzureihen und neuer und schöner aufzubauen. Keynes betonte, wir find nicht untüchtig, wir sind nicht arm. Wir leben nicht von unserem Kapital, ganz im Gegenteil. Unsere Arbeiter und unsere Fabriken sind viel leistungsfähiger! als früher. Unser Rationaleinkommen vermehrt sich sehr schnell. Wir leiden nicht an greisenhaftes Schwäche, sondern an Kinderkrankheiten. geklagte Dzierzawa mit einem Lederriemen auf die nackten Fußsohlen schlug. Die Beweisaufnahme ergab einwandfrei den geschilderten Tatbestand. Der als Zeuge geladene Gemeindevorsteher Wiosna verweigerte die Aussage, worauf der Staatsanwalt Zechenter (Rybnik) mitteilte, daß er gegen ihn ein gesondertes Verfahren in dieser Sache einleiten werde. Das Gericht verurteilte unter dem Vorsitz von Dr. Stawarski den Hauvtangeklag. ten Dzierzawa zu 6 Monaten Gefängnis, Las und Winch zu je drei Monaten, Kosteczko zu zwei Monaten Gefängnis. Blutige Str. ikunruhen in Erfurt. Bei der Berlin-Erfurter Maschinen- fabrikHenry Pels & Co., Erfurt, war die gesamte Belegschaft in den S.reik getreten, weil die Werksleitung die im Thüringer Metall,cyieds- spruch vorgesehene 6proz. Lohnsenkung vorgenom- men hatte. Rach der Verbindlichkeitser- klärung des Schiedsspruches nahm die Hälfte der Belegschaft die Arbeit wieder auf, während die andere Hälfte, meistens Kommunisten, i m Streik verharrte. Schon Arontagnachmittag kam es vor den Werkstätten zu Beschimpfungen der Arbeitswilligen durch die an- gefammelten Streikenden und Erwerbslosen. Po'.i- zei muhte mit dem Gummiknüppel die Demonstranten zerstreuen. Sie wurde mit Steinen beworfen, wobei ein Polizeioffiz'^er eine Wunde am Kopse davontrug. Dienstag 17 Uhr kam es gelegentlich des Schichtwechsels in bergab. iE wieder mehrfach zu Zusammenstößen zwischen Arbeitswilligen, Streikenden und Erwerbs, o, en. Hierbei wurde ein Arbeitswilliger schwer verletzt. Die Polizei wurde, als sie eine Sttahe des Erfurter Rordrns räumen wollte. phttalelistische Feinheiten. Von *lfrei> $ Lichtenstein, Aeuyork. Dem bekannten amerikanischen Briefmarkensammler, Förderer der Philatelie und Besitzer hochwertiger philatelistischer Raritäten, verdanken wir die nachstehenden interesssanten Ausführungen. Gewöhnlich fängt das Briefmarkensammeln in der Jugend an. Ohne Rücksicht auf den Wert der Marke suO/t der jugendliche Sammler möglichst viele Stücke zusammenzubringen. Er kennt nocy nicht die strenge Methodik der Philatelie, er weiß noch nichts davon, daß ein unscheinbarer Riß im zarten Papier den Wert des besten Objektes ungeheuer herabmindert. Ihm kommt es vor allem auf die Quantität an. Doppelte Marken begrüßt er und verwendet sie für Tauschzwecke, um fo seine Sammlung immer mehr abzurunden. Im Laufe der Zeit aber erkennt er, daß der Reiz des Briesmarkensammelns mehr in der Qualität 'als in der Quantität, mehr in der weisen Beschränkung als in der Universalität und mehr in bem- gründlichen Studium des Briefmarkensck^itzes eines bestimmten Landes als in der katalogmäßigen Ansammlung möglichst vieler Markentypen liegt. Eine komplette Weltsammlung müßte nach dem heutigen Stande der Briefmarkenkunde etwa 70 000 Stück umfassen. Die restlose Zusammenttagung und ständige ä jour-Haltuna einer solchen Sammlung ist selbst bei größtem Eifer kaum möglich; ganz abgesehen davon, daß ihre Zusammenstellung bedeu- tende Geldopfer erfordert. Der wirkliche Sammler beschrankt sich daher lieber auf Spezialsammlungen einzelner Länder oder Epochen; er ist bestrebt, sei- ner Sammlung sozusagen den Stempel eines histo- rischen Dokumentes aufzudrücken. Auf diese Weise erhält er nicht nur die Möglichkeit einer gründlichen, äußerst lehrreichen Kenntnis seines speziellen Landgebietes, sondern ihm bietet sich auch die Gel-gen° heit überaus interessanter historischer und kultureller Studien. Diele Sammler folgen bereits diesem Prinzip. In richtiger Erkenntnis der Feinheiten des spezialisierens beschränken sie sich auf Sonder- gebiete. Da gibt es Sammler, die nur bestimmte Erdteile oder Länder, solche die nur englische Kolonien, Altdeutschland, Rußland, Balkan ober Spanien sammeln; andere wieder ziehen ihren Kreis noch enger. Sie sammeln zum Beispiel nur Abstimmungsbriefmarken, solche aus der Jnflations- zeit ober solche aus besetzten Gebieten. 3dj habe mich In einer meiner vielen «Sammlungen auf bas hochinteressante Land Britisch-Kolurn- bien spezialisiert, jenem zur Zeit des Auskommens eines primitiven privaten Postverkehrs noch wenig bewohnten und selbst heute stellenweise noch recht unwirtlichen Telle unseres Planeten, der an der Küste des Stillen Ozeans, etwa zwischen Alaska und den Rocky Mountains liegt. Britisch-Kolumbien ist ein Land mit wilden, teilweise von schneebedeckten Wipfeln gekrönten Bergzügen, mit reißenden Flüssen, großen, einsam liegenden Seen, ein Gebiet, das neben bedeutenden Schätzen an Gold, Silber und anderen Edelmetallen ungeheure Wälder besitzt, in denen wertvolle Pelztiere leben. Dieses Land wurde bis zu seiner Erhebung zur britischen Kronkolonie (1858) von zwei Handelsgesellschaften verwaltet, die sich vornehmlich mit dem Pelzhandel befaßten, der sogenannten Northwest Comp. und der Hudson Bay Co. Lange Jahre hindurch ging der Postverkehr in Britisch-Kolumbien in äußerst primitiver Weise vor sich. Pelzjäger, Indianer oder sonstige Reisende nahmen die ihnen an- vertrauten Briefe mit, die sie am Körper trugen, auf indianischen Ponys ober Mustangs ober auf Renntierschlitten beförderten, zuweilen aber auch auf dem Kopfe balancierten, wenn sie nämlich bei d«r Ueberquerung eines Stromes kein Kanoe oor- fanden und gezwungen waren, den Wasserlauf zu durchschwimmen. Der Umstand, daß im 3ahre 1857 in dem bas Land durchziehenden Fraserstrome Gold entdeckt wurde, führte zu einer starken Einwanderung von Goldsuchern, die hier bald reich au werden hofften. Infolge der dadurch beroirlten Zunahme des Verkehrs entstanden zu jener Zeit zahlreiche sogenannte „Expreßgesellschaften", die es sich zur Aufgabe machten, Postsachen nach einem eigenen System und nacf) eigenen Portosätzen zu befördern. Das waren jene Zeiten, in denen eine amtliche Briefpost noch nicht bestand, die Zeiten, um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, in denen jeder Brief ein besonderes Wertobjekt darstellte, das einzeln tariert und je nach den zu überwindenden Schwierigkeiten im Preise feftgelegt wurde. Die vergilbten Briefe aus lenen Tagen erzählen alle ihre eigene Geschichte, öie meist hochinteressant und spannend wie ein Ro- man ist. Manche dieser Briefe tragen einen primitiven Stempel, manche weisen eine mit der Hand geschriebene Anweisung auf, wonach der lieber» bringet sich bei der Ablieferung des Schreibens einen bestimmten Betrag vom Empfänger ausbezahlen lassen darf. Mit der Erhebung des Landes zur englischen Kronkolonie entstanden eine ggnze Reihe von Ge- fellschaften, die im Laufe der Zeit zur Ausübung eines regelrechten Postprioileges ermächtigt wurden. Sie hatten jedoch der staatlichen Postverwaltung des Mutterlandes eine Gebühr von 2% d per Brief als Abgabe zu entrichten, die sie wieder ihrerseits vom Kunden einkassierten. Derartige Gesellschaften waren zum Beispiel die Ballou’s Pioneer Fraser Kiver Express Co., die Viets & Nelson’s Columbia and Victoria Express Co. und Barnard’s Cariboo Express Co., die ihren Verkehr durch Renntierfahr- zeuge vermittelte. Während der Zeit der Kronver- roaltung gaben diese Gesellschaften zahlreiche überaus interessante Postwertzeichen heraus, die für den Spezialsammler eine nie versiegende Quelle intet- eßanter Studien bilden. Es sind meist sogenannte Ganzsachen, d. h. Briefe mit eingeprägter oder auf* geklebter Marke, bei denen nicht nur das Postwertzeichen selbst, sondern auch vor allem die Aufstempe- lung und die verschiedenen postalischen Vermerke eine wichtige Rolle spielen, haben doch alle Merkmale ihre besondere Bedeutung. Diese Ganzsachen — zum Teil Franko-Kuverts, für welche die Umschläge aus den Vereinigten Staaten mit eingeprägtem Wertstempel verwandt wurden und deren Entwertung biird) einen besonderen Aufdruck erfolgte — sind Stück für Stück eine Rarität, philatelistische Seltenheiten, deren eingehende Durchforschung einen hohen Genuß bereitet. Wir finden Briefe, die bereits beim Versand aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt waren, Briefe, die mit teilweise durchschnittenen Marken versehen sind usw. Solche Stücke sind Unica, von denen jedes einzelne seinen eigenen Lebenslauf besitzt, dessen verschlungenen Pfaden nachzuspüren zu den besonderen Reizen des Spezialsammelns, zu den .wahren Finessen der Philatelie gehört. Der Wann, der nichts vom Weltkrieg wußte Erst kürzlich wurde berichtet, daß bei der Moskauer Regierung ein Brief eingelaufen ist, der an das „Väterchen Zar" gerichtet war und von einem Bauern aus einem fernen Teil des Russischen Reiches herrührte. Dieser Muschik hatte also nichts von der Revolution und dem Sieg des Bolschewismus vernommen. Daß es aber Personen gibt, die noch viel weniger wissen — und nicht einmal in exotischen Weltfernen, sondern in den Vereinigten Staaten —, zeigt eine Geschichte, die amerikanische Blätter mitteilen. Zwei Beamte der lleberwachungsorganisation des Alkoholverbotes. Harrison und Webster, gelang- ten bei ihren Streifzügen in die Hinterwälder von Louisiana und kamen dort an eine ärmliche Holzhütte, in der sie einen alten, sehr alten Reger fanden. Er wußte nicht fein Alter anzugeben, aber sein Haar war schneeweiß, und er sprach in einem altertümlichen Französisch, wie man es heute noch in San Domingo spricht. Da er ihnen guten Whisky anbot, sie sich aber mit ihm nicht verständigen konnten, brachten sie einen Dolmetscher mit, und zwischen diesem und dem Reger entwickelte sich das folgende Gespräch: „Du machst Whisky?" „Ja, Massa, gewiß, sehr guten Whisky!" „Schon! Aber was wird der Richter sagen? Du kannst ins Gefängnis kommen." „Richter? Gefängnis? Warum??‘ „Weißt du denn nicht, dah das verboten IftF »Verboten? Seit wann?" „Run, doch bald nach dem Kriege, schon mehr als zehn Iahre." „Was ist das für em Krieg? Dauert er noch an?" „Rein, er ist seit 1918 zu Ende." „Um fo besser, bann hat er doch endlich mal aufgehört. Und wer hat denn gewonnen, der Rorden oder der Süden?" „Der Rorden, der Süden? ..." Es stellte sich heraus, daß der Reger geglaubt hatte, es handle nch um den Bürgerkrieg. Er hatte seitdem von der Außenwelt nichts mehr vernommen. Er war damals ein ganz junger Sklave gewesen, und die Weißen der Sadstaalen hatten ihn zum Kriegsdienst heranziehen wollen. Aber er hatte Furcht und war in den Wald geflohen, und dort hatte er weit über ein halbes Jahrhundert ganz allein gelebt, vollkommen fern von der Kultur. Als der Dolmetscher sich von seinem Staunen etwas erholt hatte, sagte er: „Das ist nicht mehr der Krieg, der ist seit langem zu Ende. Es ist ein anderer noch schrecklicherer Krieg." „Ach so. Aber natürlich auch wieder zwischen den Leuten des Südens und des Rordens?" „Rein, zwischen den Volkern jenseits des großen Meeres." Von denen hatte der halbe Robinson noch nichts vernommen, und als man ihm sagte, daß dieser Krieg die ganze Welt ergriffen habe, baß. er auf allen Meeren des Erdballs ausgefochten wurde und 15 Millionen Menschen das Leben kostete, da schüttelte er nur verwundert fein weißes Haupt. Man ließ Öen Alten in seiner glücklichen Einsamkeit, man ueß ihn auch weiter seinen Whisky brauen, man verlangte nur von ihm einen Schwur, daß er seinen Alkohol an niemanden Weiterverkäufen werde. Dolkesstimme. Mussolini hatte neulich irgendwo im Lande eine Autopanne. Um sich die Wartezeit zu oeitrei- den. besuchte er inkognito das Kino des Ortes. Zuerst kommt natürlich die Wochenschau. Jubelnde Faschistenmassen spazieren über die Leinwand, das ganze Publikum erhebt sich von den Sitzen, — nur der Duce duckt sich in seinen Parkettsessel, schlägt den Paletotkragen hoch, hält die Hände gedanken- voll vors Gesicht, und hofft, auf diese Art unerkannt 3U bleiben. . Jetzt zieht auch noch die königliche Familie vorüber. Das Publikum applaudiert. Musso- lini macht sich aus seinem Sessel so klein wie möglich. Endlich erscheint der Duce selber auf der Sein- roanb. Großaufnahme. Das Publikum applaudiert wie rasend. Da klopft Mussolinis Nachbar dem Duce auf die Schütter und flüstert ihm ins Ohr: „Witzen Sie, ich bin natürlich auch Antifaschist 77 ä?cr ro^n*? Sie keine Keile kriegen wollen, rat» ich Ihnen doch, aufzustehen! MnttDtrMenMWi! Vie Detterlaae. 50? jra Word" geboren. Bornotizen ------Ui •Wien mit einem Steinhagel empfange n. Sie muhte von der Schußwaffe Gebrauch machen. Hterbei wurde der 28jährige erwerbslo e Maurer Hoffmann tödlich getroffen und eine weitere Person durch Armschuh verletzt. Lohnsenkung Dotgenom« rbindlichkeitSer- ruHeS nahm die Hiilsie it mietet auf, während ns fiommuniften, i m hon MmlagnachMag lzuDeschimpsun- öligen durch die an- mb Erwerbslosen. Pv.i- Miinü-pei die Drmvn- wurdr mit Steinen in Polizeiossizirr eine (trug. Dienstag 1Z Uh ichtwechelsinderFab.ik nmenstbhen zwi^chm Aren und Eaverbs.o.en. Arbeitswilliger Polizei wurde, als sie Lkorüens räumen wollte, knüppel 4,50, Erlenknüppel 5,20, Eichenknüppel- reisig 4, Fichten knüppeireisig 3 Mk. pro Raummeter. ' Freie Schul st eile im Kreise Drehen. An der Volksschule zu Geilshausen ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer peigeworden. Eine Dienstwohnung steht zur Bei diesem Winterwetter müssen Sie morgens*, mittags und abends Ihre Haut mit CREME MOUSON einreiben ♦) Herren auch vor und nach dem Rasieren Es kostet t&glich nur 2 Pfennige und 5 Minuten Zeit Oi lagert | un, doch bald nach dem ie$n Jahre? „Was ist :tt er noch an?" ,Aein, 11 „Um so besser, dann mfgehött Und wer hat tben oder der Süden? !n? " Es stellte sch ,ealaubt hatte, es handle jit hatte seitdm von ihr vernommen. Cc war Sklave gewesen, und die Hutten ihn M W>* l Aber er hatte zellohen, und dort W Jahrhundert gan- allem XKultur. Wtz m Staunen etwas erhck nicht mehr der Kmg, «z - Ton denen Ham ®an lieh ^InSfamfeit. man Äsä* und eigenartige Gebilde gezeitigt hatte. An bcn Hängen des Mtenbergs entlang führt« bei Weitermarsch durch daS anmutige Tal der Salz- böde. Der recht friedlich fliehende Dach lieh tauir ahnen, ein wie reihender Strom er noch vor wenig Tagen gewesen war und dah seins Flute« das ganze Tal in einen See verwandelt hatten. Bei der idyllisch gelegenen Schmelz wurde das Tal verlassen, und über einen mähigen Höhen- rüdcn ging cs zum Endziel Fronhausen. Dei der Schluhrast wechselten Ansprachen und Lieder mit heiteren Vorträgen, namentlich des Heimatdichters Dasti an aus Odenhausen. Letzterer gab mehrere Erzeugnisse seiner Muse in der dortigen Mundart zum Besten. Der Abendzua brachte die Wanderschar in die Heimat zurück. •• Wichtig für Auswanderer nach Kanada. Reisebureau der Hamburg- Amerika-Linie Gießen, SeltcrSweg 93, teilt uns mit. dah über die Einrei'emögiichteiten sür Reueinwanderer für Kanada im Jahre 1931 bestimmt» Unterlagen noch nicht voriiegen. Soweit die Schiffahrts-Gesellschasten biS jetzt unterrichtet sind, werden Landwirte und landwirtschaftlich« Familien mit Kapital (etwa 500 bis 1000 Dollar» im Frühjahr 1931 in Kanada wieder zugelassen. Es ist zu erwarten, dah hierüber genau« Mitteilungen den Schiffahrts-GeseUschasten demnächst zugehen werden. Rach wie vor können Frauen und minderjährige Kinder, die zu ihrem in Kanada ansässigen Ehemann oder Dater reisen wollen, das kanadische Disum erhalten. Desgleichen wird das Einreisevisum an Personen erteilt, die im Desitze einer besonderen Einreise« j crtaubnis sind. Dies gilt auch für Dräute, die I sich eine derartige Einreiseerlaubnis von ihrem in Kanada ansässigen zukünftigen Ehemann beschaffen lassen müssen. Weiter wird auf Grund zahlreicher Anfragen mitgeteilt, dah nach Kanada zurückkehrende Reisende als „Non-Immigrants“, also als Richteinwanderer, behandelt werden, wenn sie innerhalb eine- Jahres die Rückreise antreten. Die Einholung eine- kanadischen Visums ist nicht erforderlich, doch muh der Rachweis der ersten gesetzlichen Zulassung in Kanada durch Vorlage der Landungskarte, I oder sonstiger Dokumente erbracht werden. der Schnakenplage, vom 28. Rovember 1911, zur Folge. " Der Mädchenmörder Lehr von Altenstadt, der am 4. Januar abends seine Geliebte Martha P e p p e l In der Absicht, sie zu töten, zwischen Or.enberg und Selters in die hochgehende Ridder stieh und erst nach mehrtägigen Demühungen der Polizei und der Gie- hener Staatsanwaltschaft die Mordtat cingestand. ist gestern vom Amtsgerichtsgefängnis Orteir- berg in das Landgerichtsgefängnis zu Gichcn überführt worden. Dah Lehr gleich am Tage nach der Mordtat, als der erste Verdacht sich auf ihn lenkte, sofort in polizeilichen Gewahrsam gcl rächt werden konnte, ist vor allem den nachdrücklichen Vemühungen des Kriminalpolizeimeisters Hofmann ton der Gichener Kriminalpolizei zuzuschreiben, der noch am Abend nach dem Mrrdtage mit Zustimmung des Giehener Staatsanwa ts Dr. E ck c r t zur Festnahme Lchrs schritt. Auch an den weiteren Rachforschungen in dieser Mordangclcgenheit war Kriminal» polizcimeister 55 ofinann in hervorragendem Mc.ße mit be. eilig? •* Zugendy erbergSvater Mandler 70 Jahre alt. Der Zugendherbergsvatcr Philipp Mandler, Asterweg 25, feiert heute. Mittwoch, in großer geistiger und krpcr- lichcr Frische seinen 70. Geburtstag. *• Stä d tischc Drennhvlzverstcige- rung. Dei der gestrigen Drennhoizv.rsteigerung aus den Waldungen der Stadt Giehen (Stadtwald) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 12,20 Mk.. Fichtenscheiter 5, Vuchenknüppel 9,80, Eichenknüppel 6, Fichten- Der jetzige deutschnationale Führer H u g e n - berg sei der bestgehaßte Mann. Man werfe ihm unsoziale Einstellung vor. Hugenberg sei so- I zial im modernen Sinne. Der Tributplan mache die Arbeiter brotlos. Deshalb bekämpfe er ihn. Deshalb fordere auch Hugenberg, um die Lasten 5u erleichtern, von allen eingeführten Waren eine leparationsabgabe zu erheoen, deshalb seine Vorschläge zur Entschuldung der Landwirtschast, deshalb sein Ruf nach Wehrpflicht oder Arbeitsdienstpflicht. Tie Unkosten bei der Warenherstellung mühten gesenkt werden, damit wir mehr absetzen könnten, die Lüge von der alleinigen Schuld Deutschlands am Weltkriege müsse verschwinden. Die kommende Reichstagswahl müsse die Wendung nach rechts vollständig machen. Rur das Kaisertum sei die Rettung für Deutschland, vielleicht erst nach der Uebergangszeit einer Diktatur. •• VHC. Giehen. Eine stattliche Wanderschar von nahezu 80 Teilnehmern hatte sich am Sonntagvormittag am Trcfspuntt eingefunden, um an dem schönen Wintertag die erste diesjährige Dereinswanderung des VHC. Giehen auszusühren. Lahnauswärts führte der Weg die Wihmarer Straße entlang; am sog. Felsen vorbei, von dem die Chronik berichtet, dah er einst die Steine zum Dau der Zeughauskaserne geliefert habe und dah eigens für diesen Transport ein Kanal von dort bis zum Drand angelegt worden sei. Am Dahnkörper der „Kanonenbahn“ her, wo man die Arbeiten an der neuen Eisenbahnbrücke über die Lahn beobachten konnte, ging' man zur Ruttershausener Strahe un^ auf dieser, zumeist am Lahnufer her, das hümche Landschastsbilder auf wies, durch Ruttershausen zur Mittagsrast nach Odenhausen. Einen interessanten Anbiick gewährten die verschiedenen hohen Steinbrüche vor Odenhausen, in denen das von oben herabsliehende Wasser gefroren war euf nteresniveee umgerrthntlte Luftdruck Wettervoraussage. Der Einfluß der Tiefdruckrinne, die mehrere Hel« nere Wirbel aufweist, bewirkt auch in unserem Bezirk neben stärkerer Bewölkung verbreitete Schneefälle. Durch das Vordringen der Kaltluft von den britischen Inseln her gehen über Westdeutschland und Frankreich die Temperaturen wieder zurück. Gleichzeitig gewinnt damit der hohe Druck im Westen auf dem Festlande an Raum. Im Gefolge der Kaltluft treten vorerst noch einzelne Schneeschauer auf, aber mit dem ansteigenden Luftdruck wird die Bewölkung wieder zurückgehen und die Riederschlagstätigkeit nachlassen. Kältluft und Aufklaren dürften dann wieder eine Frostzunahm« in Aussicht stellen. Aussichten für Donner-tag: Vorerst bewölkt mit leichteren Schneeschauern, dann wechselnd wolkig mit Aufklaren und kälter. Aussichten für Freitag: Wehr auf» klarendes und ausheiterndes Wetter mit Frost- zunahme. Lusttemperaturen am 13. Januar: mittags 1,1 Grad Celsius, abends —1,7 Grad; am 14. San.: morgens —2,7 Grad. Maximum 1,6 Grad, Minimum — 5.4 Grad. Erdtemperatuven In 10 cm Ties« am 13.3an.: abends —0,8 Grad; am 14. 3cm,: morgens —1,4 Grad Celsius. Amtliche Dinterfportnachrichten. Vogelsberg, H o h e r o ds k op f: — 4 Grad, heute morgen Schneefall, Im Wald 10 bis 15 cm Schnee, die Schneedecke ist etwas verweht, 5 cm Reuschnee; Sportmöglichkeit gut. Aus der Provinzialbauptstadt Giehen, den 14.Januar 1931. Blick in ein Kinderbuch. In einem Kinderbuch habe ich geblättert. Ein ganz simples Büchlein war es, mit primitiven Biloerm und großen Vuchstaben, naiven 'Vervchen und sonstigen Kinder tümUchi.eiten. And fast wollte ich ein wenig geringschätzig darüber lächeln, ja, es kam mich nahezu an. etwas spöttisch dreinzublicken. Ader da fiel mein Dlick auf ein kleines Mädchen, das hinter mir stand und mit mir in das Buch sah. Die großen, verträumten, erstaunten Augen des Kindes drängten alle meine überheblichen Empfindungen zurück. Wir war. als stunde ich meiner eigenen Kindheit gegenüber, und ich glaube, so muh es auch sein, wenn wir in Kinderbücher schauen. Die schlichten Berschen waren da gar nicht so dumm, sondern sie besahen sogar viel Sinn und vor allem viel Farbigkeit. Die etwas krausen Zeichnungen gaben eine Welt wieder, die viel reicher war als die, von der ich jetzt umgeben war. weil sie das ganze unendlich weite Reich der Phantasie erofmeten. Unö wie griff doch damals die Phantasie mächtig aus! Richts war ihr zu hoch, nichts zu steil, nichts unmöglich. So mannigfaltig war die Welt, so weit, und man brauchte nur zuzugreifen, so faßte man auch schon, was man begehrte. Hinter den Bergen lag daS Wunderland, und schon im ©arten vor dem Hause war eine bunte Fülle ausgebreitet, in der 'alles lebte und sich bewegte nach eigenem Wunsche. 3a, man hat viel, sehr viel davon abstreichen müssen. Bei jedem kleinsten Schritt ins Leben ging irgendeine Illusion verloren. Die bunten Bilder verblaßten, der Reichtum der Formen wurde ärmer und ärmer. Und was übrig blieb, war eben das bißchen graue Wirklichkeit, bei der man schon froh sein muß. wenn sie einige wenige Lichtpunkte aufweist. Mit kritischem Dlick schaut man in diese Wirklichkeit, und es kommt einem vor, als ob auch die Kindheit, die das Recht hätte, in diese graue Wirklichkeit buntes Leben hineinzudichten, diese Fähigkeit nicht mehr besähe. Ob das zutrifft? Wenn ja, bann könnte man vielleicht mit Recht sagen: Arme Iugerkd! Wenn nein, dann versteht man vielleicht, warum map einstmals eine Kluft spürte zu benen, bie bereits ein Stück weiter ins Leben geschritten waren, benn sie bachten unb empfanden damals ja so, wie wir es heute tun. Man kann nun aber auch nach der .Zukunft fragen. Denn unsere Jugend ist in eine bitter ernste Zeit hineingestellt, und unsere Zeit gibt ihr leider ein Erbe, das sie nicht erfreuen kann. Wenn sie aber schon in der Kindheit so angefaht wird, baß ihr für Kindertümlichkeit wenig übrig bleibt, wie wird sie einst, wenn graue Wirklichkeit ihr gegenübersteht, an diese Zeit zurückdenken, die ihr das Recht einräumen sollte, nach eigenem Gutdünken bie Gebanken unb Wünsche spielen zu lassen? Cs ist eine kleine Sache, so ein Kinderbuch. Aber wenn man ernst hineinfragt, gibt es Antworten, die man gar nicht lässig abschütteln kann. Und sollte man nicht ernsthaft fragen? —r. Taten für Tonnerstag, 15 Januar Sonnenaufgang: 7.59 Uhr. Sonnenuntergang: 16.20 Uhr. — Mondaufgang: 5.46 Uhr, Monduntergang: 12.47 Uhr. 1791: der Dichter Franz Grillparzer in Wien 'Nfiter. ' ZnUZ 'Ks *4 ilanh, ^•) Ain 2? tommlung u Jan«« 1 n ft e n 9Q;,Noa .^ahkanzkr mo (Tue-u? den, Oeicn sich nicht di« w energischem ft* i Hä”» U D. Bauplan«. Statt m .unb tat ngabfKmyg zn machen bud'Lvndon X einzureißen und aufzubauen. Key. 4 untüchtig, wir tinb von unserem Kaps. insere Arbeiter und un- Mleinkommen vermehtt tat nicht an greisenhas- an Kinderkrank- Ländlich irgeudv" ■Ä-S Ä auf dtest " (öms^ auch "och gjfuffo- likuw oPP*^ jn lliie «SS» ** — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: „Der Kaiser von Amerika", 19.30 bis 22.30 Uhr. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Das Flötenkonzert von Sanssou i“. — Astoria- Lichtspiele: „Meine Schwester und ich". — Aus i>env S t a d 11 h e a t e r bureau wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, erste Wiederholung der Komödie: „Der Kaiser von Amerika", von Bemard Shaw unter bet Spielleitung von Walter -Bäuerle. — Tie Vorbereitungen für bie Shakespeare-Erstaufführung: „Der Widerspenstigen Zähmung", unter der Spielleitung von Peter Fassott sind in vollem Gang. In völlig neuer Inszenierung bringt Fassott das Lustspiel heraus. Sie Erstaufführung des Lustspiels findet am Freitag, 16. Januar, 20 Uhr, statt. - Samstagnachmittag, 15.45 Uhr, findet eine Wiederholung des Lustspiels: „Der Widerspenstigen Zähmung" als Schülervorstellungstatt. — Sonntag, 18. Januar, 18.30 Uhr, als Fremden- vvrstellung zum letztenmal: .Die erste Frau Eelby", von Ervine. , w — Die Deutschnationale Volks- Partei, Ortsgruppe Gießen, lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu einer öffentlichen Der- fammlung am nächsten Dienstagabend in der Turnhalle am Oswaldsgarten ein. Redner ist der Reichstagsabgeordnete Dr. von Freh- tagh-Loringhoven. Räheres in der heutigen Anzeige. e •• Schneefall. Nachdem das Ende der vorigen Woche trockenen Frost brachte, trat gestern ein leichter Witterungsumschwung ein, der etwas mildere Temperaturen zeitigte. Heute morgen begann es zu schneien, und es ist zu hoffen, daß der Schnee auf dem geschloss.nen Boden sich einige Zeit zu halten verniag, sofern nicht eine völlige Aenderung des Wetters den Schnee zu Wasser werden läßt. Den Anhängern des Rodel- und Skisports ist jetzt auch Gelegenheit gegeben, sich zu betätigen. Richt weniger wird der Landmann den Schneefall begrüßen, denn die Schneedecke schützt seine Saaten vor Frostschaden. •• Bekämpfung der Schnakenplage. Das Polizeiamt Giehen teilt mit: Die Grundstückseigentümer werden nochmals auf bie Bekanntmachung des Kreisamts Gießen im Amts- verkündigungsbiatt Rr. 89 vom 5. D.zember 1930 hingewiesen, wonach jeder Grundftückseig'ntümer verpflichtet ist, in den Monaten Dezember bis Februar bie auf seinem Grundstück befindlichen, den Schnaken zur Brut dienenden Gewässer (Wassertümpel), Regenfässer, Bassins, Wasserlachen, Iauchegruben, Abortgruben usw. mit einem zur Vertilgung der Brut geeigneten Mittel (Saprvl, Petroleum usw.) zu. übergießen. Richtbefolgung hat Bestrafung gemäß 8 3 der Polizeiverordnung, bett:, die 'Bekämpfung Große Schmuggelasfäre in Rumänien. Das rumänische Finanzministerium hat eine besondere Kommission in den Grenzort Dalea Mihai entsandt zwecks Erhebungen in einer großen Dchmuggelaffäre, an der nicht nur ein Teil ber Bevölkerung, sondern auch das gesamte Grenzzollamt mit dem Amtsleiter an der Spitze, sowie der Stationschef beteiligt sind. Sämtliche Beamte werden suspendiert und eine Untersuchung gegen sie eingeleitet. Die Kommission hat eine Geldstrafe von 36 Millionen Lei festgesetzt, welche von allen Schuldigen gemein« f a m z u zahlen ist. Balea Mihai ist ein kleiner, abgelegener, mehrere Stunden von Grvst- wardein entfernter Grenzort. wo der Schmuggel ungestört feit Jahren blühen konnte. Die Cin- wohncr hatten sich unter Duldung unb Mitarbeit der Beamtenschaft vollständig auf diese Tätigkeit ver'egt. Bier britische Militärflieger tödlich verunglückt. Bei Flugzeuaunfällen sanden vier Mitglieder der brittschen ßuftftreitfräfte den Tod. 2n der Röhe von Misson (Grafschaft Rottingham) rannte ein Bombenflugzeug, das eine Rotlandung vornehmen muhte, in einen Graben, schlug um unb wurde zertrümmert. Die drei Insassen, zwei Offiziere und em Sergeant, konnten nach mehrstündiger Arbeit nur noch als Leichen geborgen werden. 2n der Grafschaft Essex stießen bei einem Geschwaderfluge von Einsitzern zwei Flugzeuge zusammen und das eine stürzte in die Tiefe. Der Insasse, ein Offizier, war sofort tot. 3m ganzen sind hiermit im neuen Jahre bisher sieben Mitglieder der britischen Luftstreitkräfte tödlich verunglückt. Pestseuche In Lonstanline. In der französischen nordafrikanischen Provinz Constanttne ist die Pest ausgebrochen. Die Seuche scheint sehr viel größeren älmfanges zu sein, als man französischerseits zugeben will. Die sanitären Schutzmaßnahmen, die jetzt ergriffen worden sind, lassen jedenfalls erkennen, daß für die Bevölkerung größte Gefahr besteht und dah sich aus der im Entstehen begriffenen Seuche leicht eine unübersehbare Katastrophe entwickeln kann. Auf Anordnung der Gemeindebehörden wurde nunmehr eine große Zahl von Bahnhöfen ber Provinz geschlossen. Reisenbe, die dort eintreffen, werden sofort in Quarantäne gesetzt und dürfen bie Ortschaft vorläufig nicht wieder verlassew Hm Constantine herum wurden zehn äl'b rwachungsposten eingerichtet so daß es praktisch keinem Einreisenden möglich ist, den Fuß in bie Stadt setzen ohne vorher untersucht worden za fein. Ern arabisches Dorf mußte von sämtlichen Bewohnern geräumt werden; diejenigen Häuser, in denen Pestfälle zum Ausbruch gekommen waren, wurden durch Feuer vernichtet. Lin Caftaulo fährt in eine poliieifdjülergroppe. Ein Lastauto aas Siegburg fuhr an oer Bonner Drücke in eine auf dem Markt befindliche Lehrabteilung der Bonner Polizei- schule. Sieben Polizeischüler wurden verletzt unb mußten ins Beueler Krankenhaus eingeliefert werden. Der Lenker des Lastwagens will bei der angeblich mangelhaften Beleuchtung der Rheinbrücke in der Dämmerung die dunklen Uniformen der Polizeischüler nicht gesehen haben. Der Wagen soU so schnell gefahren sein, daß einzelne der verunglückten Schüler bis zu 15 Meter beiseite geschleudert wurden.________ Qwoitenlos. onengf. 3 naib üedecKt.» wolkig. • wueckt * Sehnte vreopein. e NeDtl K Orwiiler^uiwiiite.o, «etile» O$i nessle' tüdiudwesi ’S sturmryhy icrdwtsl Oie Piene wegen mn dem winde. Die oeiden Stationen jtenenden zaty «en geben die Temperatur an. Die Linien verbind« Orte mit gleiche® Die Frage der Ovppetverdiener. Aus dem Ftnan ausschutz des Hessischen Laidtasts. 2) a r m ft a b t, 13. Jan. (WHP.) Im Finanzausschuß wurden die als erste Punkte auf der Tagesordnung stehenden Anträge Aur Arbeit s- losensrage zuruckgestellt. Das Kabinett wird morgen darüber noch einmal beraten, da sich berausfleftelU hat, daß die Anträge neue Milli o n e n b e t r ä g e notwendig machen wurden, deren Bereitstellung noch nicht gesichert ist. Die Frage der Doppelverdiener brachte eine längere Aussprache insbesondere über bie Klarm g ber Begriife „Doppelverbiener" unb „Nebenverdienst". Schließlich wurden Anträge der Sozialdemokraten und des Zentrums teilweise angenommen, in denen die Regierung ersucht wirb Maßnahmen zu treffen, baß in staatlichen Betrieben unb bei Behörden lebe Doppelbeschaf- tigung möglichst vermieden wird. Eine entiprechenbe Prüfung soll oorgcnommen werden. Auch auf bie unterstellten Derwaltungskorper soll im gleichen Sinne eingewirkt werden, damit auch hier geeignete stellenlose Angestellte neu eingestell wer- den können. Weiter wirb die Regierung aufge ordert, tunlichst folgendes zu berücksichtigen: „Erhalten Beamte des Staates, der Gemeinden ober ber Körperschaften öffentlichen Rechtes für eine nebenamtliche Tätigkeit Bezüge au s öffentlichen Mitteln, so sinb bicse Neben- einnahmen auf bas Gehalt anzu rechnen. Für eine Tätigkeit, bie ber Beamte wahrend seiner Dien st zeit verrichtet, wie z. B bei den Kreisämtern usw., barf keine besondere Vergütung mehr gewährt werden. Doppelverdiener sollen bei staatlichen Behörden nicht mehr beschäftigt werden." Aus oller Welt. Do X startet am 25. Januar. Der Führer des Do X, Kapitän Christiansen, erklärte, daß Do X am Samstag ober Sonntag bie Werft inLissabon verlassen und am 25. Januar den mit seinen einzelnen Etappen bereits angekündigten Südamerikaflug fort- setzen werde. Die Zeit bis zum Start soll mit mehre- reu Probeflügen ausgefüllt werden. Als wahrscheinlicher alleiniger Passagier wird auf besondere Einladung des Kapitäns Christiansen am Transozean- ffug Senator Gago Coutinho teilnehmen. Verfügung. ------- "DeutschnationalerArbeiterbund. berliner SöFft. Der Deutschnationale Arbeiterbund in Giehen ,, . , . hielt am Samstagabend im „Postkeller" einen I Berlin, 14. Ian. (WTB. Funkfpruch.) Rach»« Vortragsabend ab, in dem der Landtagsabgeord- dem gestern abend etwas interveniert worixm ncte Rüfser über „Deutschnationale Volkspar- war. konnte man im heutigen Frühverkehr m>ch tei und Arbeiterschaft" sprach. Der Redner gab keine Tendenz erkennen. Die Spekulation verht^tz zunächst einen geschichtlichen Rückblick über die sich weiter abwartend. Kurse waren noch nicht Entwicklung der deutschen Arbeiterbewegung zu hören. Am Devisenmarkt nannte man ßon- überhaupt und ging dann auf die gegenwärtigen don gegen Paris 123.84, London gegen Mai- Verhältnisse ein. Er führte hierzu u. a. aus: land 92,74, London gegen Spanien 46.65 zu Rach der Revolution von 1918 habe eine Heber- 46,70, London gegen Kabel 4,8550, London gegen treibung der sozialen Fürsorge eingesetzt. D^ev Berlin 20,4225, und Kabel gegen Berlin 4,2080. Marxismus sei ans Ruder gelangt und seine Herrschast habe dem deutschen Volke nur älnfcgen auf allen Gebieten gebracht: den Vertrag von Versailles, die Inflation, den Tributplan, die Wirtschaftslatastrophe. Die soziale Frage habe heute ein anderes Gesicht, wie zu früheren Zeiten. Heute laute sie: Wie schaffen wir Brot und Verdienst? Der Vortragende ging dann auf die Entstehung der Deutschnationalen Dolkspartci ein, die ein Sammelpunkt aller national Gesinnten sein wolle. Infolge ihres großen Erfolges bei den Reuwahlen 1924 habe sie dem Drängen von Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe nachgegeben und sei in eine Koalitionsregierung eingetreten. Aber ihr Eintritt fei verfrüht gewesen. Koalitionsregierung sei immer Kompromiß-Regierung und so sei es gekommen, daß die Partei viele ihreo Programmpunkte nicht habe verwirklichen können. Doch sei unter ihrer Mitwirkung wertvolle Arbeit geleistet worden. Die Zahl der Arbeitslosen sei von 2 Millionen im Frühjahr 1925 auf 425 000 im Herbst zurückgegangen. Der drohende Zusammenbruch der Invalidenversicherung sei ab- getoenbet und die Knappschaftsversicherung etn- gcsührt worden u. a. m. Die Deutschnationalen hätten nur gegen solche soziale Gesetze gestimmt, die nach russischem Muster gestaltet waren, wie das Bettiebsrätegeseh, das sich ja auch nicht bewähre. Zu der heutigen Wirtschaftskatastrophe übergehend, erklärte der Redner, daß es untich- tig sei, wenn man die Weltwirtschaftskatastrophe für die heutigen Zustände in Deutschland verantwortlich mache. Der Grund hierfür sei in dem Weltkrieg und seinen Folgen (Versailler Vertrag usw.) zu suchen. Die Kaufkraft Deutschlands sei geschwächt, der Staat und die Gemeinden seien verschuldet, Deutschlands schwebende Schuld an das Ausland belaufe sich auf etwa 18 Milliarden. itO< our$ U JanMlycri’ ^an5 3 ( lordoya -----3- Bernardi Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an I übermorgen Ziehung Wohlfahtts-Geldioilerie 12500 Gesamtgewinn Katharina Bester Ww., geb. Wissemann. Ä Lollar, den 13. Januar 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. Januar, nachm 4 Uhr, statt 415 D Die Beerdigung findet am Freitag, dem 16. Januar, nachm. 4 Uhr, statt. 414D Primate! fessiou, gläubig und ledig sind. 897 D 4030 H. G. 1?3 an A’a. Hamhurti 39. 401V 41W [' Nabrungsmittclwerk mit bekannten Marken sucht 1 einen jüngeren, tüchtigen Reisenden »um Besuch der Detatlknndschait in Gießen und Umgeg. I Herren ans der VeUenemutelbrandie bevorzugt. Schrifit. I An geb. mit Leben laus. Seuantaabfctitiften und Eingabe I der GebaltSansvrüche erbet, unt. 421V an den Gieß. An» ü -03 D Unerwartet verstarb heute nach kurzem, schwerem Leiden in der Chirurgischen Klinik zu Gießen mein lieber Mann, unser guter, treu- sorgender Vater. Schwiegervater. Bruder, Schwager, Pate und Onkel Gestern morgen um */,6 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Bäckerei au frt ifen oder au pachten aes cht. Schr Ang. unt. 0197 an den Gieß. AnAetg. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 15. Januar. 14*4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Von Beileidsbesuchen bitte ich abzusehen. Radium!! K.ipttalkrä't.A.'Ä. sucht tür pment. neuarttaeRadtum- Kompressen Aimi Bern leb an Br t- üaiciüo it gen Vertreter, der schon in Muren.:Habtuui= Kompressen, im u- enlschen Arnkelu ufro gearbetiei Dai. Oss. n. L. 8. 21 an „Ala“Haasenstein 4 Vogler, Leipzig. 3flly Lang-Göns, Marburg, Friedberg, Nieder-Ofleiden, Kohden, den 14. Januar 1931. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 15Januar, nachmittags iy2 Uhr statt Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Verlust unserer teuren Entschlafenen Frau Marie Philippi, geb. Oehler sowie für die überaus zahlreichen Kranzspenden sagen wir innigen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: H. Philippi, Bauinspektor. Gießen, den 13. Januar 193L Durchaus tüchtiges Mädchen verfett tut Kochen uns tn Hausarben. kinderlieb, für kleinen Hansbali gesucht. Nur wiche mii lang- iabiigen Zeugnissen wollen sich schriftlich melden linier 0228 bet dem Greg. Anz. Em Aachlra ^Voranschlag der Gemeinde Garbenieich Mr Rj. 1930 liegt vom 13. Januar 193-1 eine Woche laiig auf der Bürgermeisterei zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einwendungen offen. Zu der beschlossenen Nachtrags- Umlage haben auch die Ausmärker beizutragen. 406D Garbenteich, den 12. Januar 1931. Hess. Bülgermeisterei Garbenteich. Burk. 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Bahnh. 0-33 Holzversteigerung. - Die Fürst Solms-L'.chsche Oberförsterei Hohensolms versteigert: 410D Montag, den 19. d. 2H., aus den Distrikten Eichelsberg und Scheuernwald im Saale des Gastwirts Führer in Hohensolms: Nutzholz, Stammholz, Eichen 3. Kl. 1 St. mit 0,57 fm, Eschen 1. und 2. KL 6 St. mit 0,71 fm, Kiefern 4a-KL 1 St. mit 0,38 fm, Fichten la= und Ib-Kl. 147 St. mit 22,65 fm, 2a- und 2b-Kl. 5 St. mit 2,46 fm, Derbstangen, Fichten 1. KL 235 St., 2. Kl. 346 St., 3. Kl. 465 ©t, Reisstangen 4. und 5 KL 160 St., Brennholz, Buchen-Scheitholz 153 rm, Prügelholz 185 rm, Reisholz 7270 Wellen, Eichen» Prügelholz 44 rm, Reisholz 1880 Wellen, Nadelholz-Prügelholz 42 rm. Außerdem aus Distrikt Grundwald (an der Kreisstraße) Stammholz, Eichen 3. Kl. 1 St. mit 0,41 fm, Fichten la- u. 1 b-Kl. 12 St. m. 3,35fm, 2a-, 2b- u. 3a-Kl. 9 St. mit 4,88 fm, Stangen 4. u. 5. Kl. 20 St., Nutzrollen, Eichen, 2 m lang, 2 rm. Anfang 11 Ahr mit Nutzholz. Donnerstag, den 22. d. M.» aus dem Distrikt Helfholz im Gerlachschen Saale in Bieder bei Gießen. Nutzholz, Stammholz, Buchen 3. u. 4. Kl. 7 St. mit 4,90 fm, Schichtnutzholz, Eiche, 2.15 m lang, Scheit und Rollen, 16 rm, Nutzknüppel, 3rm; Brennholz, Buchen, Scheitholz 213 fm, Prügelholz 155 rm, Reisholz 99.0 Wellen, Eichen-Prügelholz 15 rm, Reisholz 1070 Wellen, Eschen-Prügelholz 2 rm, Fichten« Prügelholz 7 rm. Anfang 10 Uhr. Samstag, den 24. d. Al., aus Distrikt Jsselscheid an Ort und Stelle. Nutzholz, Stammholz, Kiefer 3a-Kl. l.St. = 0,72 fm, Fichten la- u. Ib-Kl., ca. 6 fm, Derbstangen 1. Kl. 55 St., 2. Kl. 154 St., 3. KL 1025 St., Reisstang. 4. Kl. 590 St, Bohnenstangen 400 St., soll, mehr nach Bedarf bis 6400 St. Brennholz, Buchen, Scheit und Knüppel 8 rm, Reisholz 2600 Wellen, Eichen, Reisholz 300 Wellen, Nadelholz, Reisholz 265 rm. Anfang 11 Uhr an der Landstraße am Frankenbocher Feld. SchttitMuhe tn großer Auswahl (Sogar Bommann, Gifenroatenöflotlg. Neustadt ii. 36>A Holzversteigerung im Graf zu Solms-Laubachschen Revier Arnsburg. Mittwoch, den 21. 3anuar, 10 Uhr, im Thörnerschen Saale zu Arnsburg aus den Distrikten: Hain, Kalkofen, Wetterberg, Seewald, Kolnhäuserkopf, rm Sche.ter: 230 Buche, 38 Eiche, 6 Nadel; Knüppel: 215 Buche, 115 Eiche, 13 Nadel; Stöcke: 40 Buche, 3 Eiche; Stammreiser: 326 Buche, 250 Eiche; Astreiser: 380 Buche; 1 rm Eichen-Nutzscheit aus Hain. 411D Rot unterstrichene Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt Förster Melchior, Arnsburg, bei welchem auch Gesuche wegen Abgabe von Fichtenbauholz. Fichtenreis und Derbstangen eingereicA werden können. Holzversteigerungen der Graf zu Solms-Laubachschen Iorsk- amts Laubach. 1. Montag, den 19. d. M.» 10i Uhr. im „Solmser Hof" zu Laubach, aus verschiedenen Abteilungen der Distrikte: Lenzes- berg, Hubberg, Hirschrot, Borngraben, Altenger.cht, Biberloh, Glashau, der Försterei Ruppertsburg, rm Scheiter: 600 Buchen, darunter 10 rm Werksch. aus Lenzes- berg 3b, 20 Eiche, 5 Dirke (rund), 5 Erle, Elsbeere; Knüppel: 360 Buche (tls. abstgO, 10 Hainbuche, 50 Eiche, Birke, 3 E|che, 5 Elsbeere, Fichte; Stöcke: 60 Buche; Rei- serknüppel: 35 Buche, 3 Eiche; Bucher 90 Stammreiser, 570 Zopfreiser. Buchenscheiter, -Knüppel-, -Stöcke, aus Glashau und Biberloh, sowie die mit F bezeichneten Nummern werden nicht au-geboten. Auskunft erteilt Förster Becker, Friedrichs- Hütte, Fernruf: Laubach 11. 1 411D 2. Dienstag, den 20. d. M^ 10i Uhr, im „Solmser Hof" zu Laubach aus oersch. Abtlgn. der Distr.: Judenrain, Hoher Rain, Kirchberg, Thomasbiegel, Strickbera, Langhecke, Lingelbach, Seifenberg, Sch.ffenberg, der Försterei Jägerhaus, rm Scheiter: 700 Buche, teils 2. Kl., 4 Eiche, Kirschb., Nadel; Knüppel: 250 Buche 1., 400 2. (Stammknüppel abstg.), 11 Eiche, Kirschb.; Buche: 40 Stöcke, 120 Reiserknüppel, 600 abständige Stammreiser (Kirchberg, Hoher Rain, Judenrain). Rot unterstrichene Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt Förster Melchior, Jägerhaus bei Schotten, Fernruf: Laubach 104. Tüchtiger. Auuerlaff. Vertreter für Gteßen mit größerem Außenbezirk von alter, leistungsfähiger Kornbren- nerei gesucht. Slom- mtisiotislager wird evtl, eingerichtet. Wilh. Uhley Koinbrauniwetn- brennerei. .,,t) Nordhaufen a. H. Kaufgesuche | Gehr. KucJenherd 'rechts» für so on au kauf, u gefacht. Schr. Ai geb. um Preis u. 0223 an den Gß. An,. | Verschiedenes! Tägliche SMWIiWg öersdiüiatöeiien bis Sexta. 0232 Stevbattttraße341 Wer erteili endWen AWogkruihMch!? Schrif t Angebote mit Prei-ang. .d.üch durchBcnichd. Privaikundsch. m. le chlverkäuiUch. tontiineiiAL Schlauer- Neuheit (i .N.P) gute ExtitenA nchern will. 5t)0 Mk. 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Januar, 10 Uhr, im iaaie zu Arnsburg aus den in, Kalkofen, Setterberg, äuserkopf. rm Eche.ter: 230 e, 6 Radel; Knüppel: 2 5 Je, 13 Radel; Stöcke: 40 Stammreifer: 326 Luche, trcifer: 380 Buche; Irm t aus Hain. 411^ ichene Nummern werben n, Auskunft erteilt Förster bürg, bei welchem auchM- bqabe von Fichtenbauhoß. d Derbftangen eingereicht lerfletgerung. 5*6-2* fts&gä lw, 2a- u>w i N, zÄ 465 6t, eisholZ f2Jv Neüen, rm, MJ.1 Außerdem der Kreis. iholz, ^"| 1961.^.3^°» , Anfang 11 , < m aus dem M 22-,Ä Saale i« Ist ’f.waj « Wor aus D'l"'? ftang^^nach^a^r» flat'»’?, 300 a« W Er. U Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Mittwoch, '4. Januar 1031 Das Recht im täglichen Leben. Oer Kraftfahrer am schrankenloten Bahnübergang Wit den Pflichten des Kranfahrers bei der Annäherung an einen schrankenlosen Bahnudergang hat sich in einer Entscheidung vom 31. War 1929 (Juristische Wochenschr.ft 59. Jahrgang S. 3428) daS Bayerische Oberste Landesgericht sehr em- gehend besaht und dabei für ine Sorgfalts- Pflicht der Kra.tfahrzeugfnhrer beachtendwerte Grundsätze von allgemeinem Interesse aufgestellt. Delanntlich bilden Bahnübergänge, tnsbeson- dere die nicht mit Schranken versehenen einen Defahrpunkt erster Ordnung für den Kraft- verkehr für Leben und Gesundheit nicht nur der Insassen des Kraftfahrzeuges, sondern auch derjenigen des Eisenbahnzuges. Die 'Rücksicht auf diese wertvollsten und unersetzlichen Guter läßt cs gerechtfertigt erscheinen, von jedem Kraftfahrer die äußerste Sorgfalt und Kraftanstren- gung zu verlangen, eine Auffassung, die allgemein von der oberftrichterlichen Rechtsprechung anerkannt wird. Diesen Grundsatz bringt auch das Bayerische Oberste Landesgericht in der oben erwähnten Entscheidung in sehr prägnanten Ausführungen zum Ausdruck. Das Urteil geht davon aus, daß der Kraftfahrer, der sich einem schrankenlosen Bahnübergänge nähert, durch keine Warnungseinrichtung aus das gleichzeitige Heran- nahen eines Zuges aufmerksam gemacht wird. Das Pfeifen und Läuten der Maschine des ZugeS ist. wie die tägliche Erfahrung lehrt, nur ein unzureichendes Warnungsmittel. Der Kraft- fahrzeug,ührer muh in jedem Falle damit rechnen, dah in dem gleichen Zeitpunkt, in welchem er sich dem Uebergang nähert, auch ein Zug vorbei- fahren kann. Er darf die Fahrt über die Gleise nur wagen, wenn er sich vorher bestimmt und sicher überzeugt hat, dah in dem gleichen Zeitpunkt nicht ein Zug in Annäherung begriffen ist. Dies ist ein Gebot der gewöhnlichen, ganz allgemein und In jedem Falle zu verlangenden Borsicht. Rur das Wah der Borsicht wird verschieden sein, je nach der gröberen oder geringeren Schwierigkeit. mit der die unbedingt erforderliche Ge* wihheit zu erlangen ist. Es ist gegebenenfalls von ihm zu fordern, dah et sich nur mitSchritt- geschwindigkeit an den Uebergang heran- tastet, um allenfalls sofort halten zu können, und es ist ihm sogar zuzumuten, dah er in geeignetem Abstande vor dem Uebergang anhält, sein Fahrzeug verläht und sich durch Umschau vergewissert, wenn er sich in anderer Weise eine zuverlässige Kenntnis nicht verschaffen kann. Unter allen Umständen muh dem Kraftfahrzeugführer die Sicherheit des Verkehrs, und zwar auch des Eisenbahnverkehrs, und namentlich die Rücksicht auf das Leben und die Gesundheit, sowohl der Insassen seines Fahrzeuges, wie der Fahrgäste des Eisenbahnzuges höhet stehen als die eigene Bequemlichkeit und das Bestreben, das Kraftfahrzeug seiner Zweckbestimmung entsprechend zu möglichst raschem Borwärtskommen zu gebrauchen. Hat ct sich durch pflichtwidrige Vernachlässicung der erforderlichen Sorg'alt gegen das Gesetz vergangen, so macht ihn selbst ein Milverschulden der Eisenbahn nicht straflos. Die Verantwortlichkeit des Kraftfahrers wird nicht durch die Möglichkeit ausgeschlossen, dah der Zusammenstoß auch bei pfkichlmähigem Verhalten hätte eintreten können, sondern durch die Gewihheit, ober einen an Gewißheit grenzenden Grad der Wahrscheinlichkeit, daß er auch bei Anwendung der gebotenen Vorsicht eingetreten wäre. (Reichsgerichtsurteil vom 17. Wat 1927.) Die Anforderungen, die hiernach auf Grund der obersten Rechtsprechung an die Sorgfalt und Aufmerksamkeit der einen Bahnübergang befahrenden Kraftfahrzeugf^hrer gestellt werden, sind als hoch anzusehen, können jedoch nicht als überspannt bezeichnet werden, da es sich hier um die wertvollsten Güter, nämlich um die Sorge für menschliches Leben und Gesundheit, handelt. Dr. V. Reklameanlagen und Gtädie. Für die Anbringung von auf die Straße hinaus wirkenden Reklameanlagen, insbesondere von Lichtreklamen, die über den Luftraum der Straße hinausragen, ist polizeiliche Genehmigung erforderlich. Darüber hinaus versuchen aber vielfach Städte und Gemeinden, aus einer solchen Reklameantage für sich Kapital zu schlagen, indem sie als Eigentümer der Straße eine besondere Gebühr für die Anbringung derarti ger Anlagen verlangen. Dieses Bestreben der Städte ist infolge der Finanznot verständlich. Eine andere Frage dagegen ist die, ob ihre diesbezügliche Forderung auch rechtlich haltbar ist. Das Reichsgericht (5. Z. S. 40/28) hat einen solchen Anspruch der Städte ab gelehnt und ein Feststellungsurtcil dahingehend erlassen, daß die Stadtgemeinden nicht berechtigt seien, bei Verweigerung der Zahlung der Gebühr eine Lichtreklameanlage, die in den Lustraum über die Straße hineinragt, zu beseitigen oder seine Beseitigung zu verlangen. Die Feststellung richtete sich gegen den Anspruch einer Gemeinde, die als Eigentümerin des Straßengeländes die For- I berung gestellt hatte, für die Anlage eine jährliche Gebühr äu zahlen, andernfalls würde von der Gemeinde, als Eigentümerin des Strahengelän- des, die sich aus ihrem Eigentum erstreckende Anlage untersagt werden. Das Reichsgericht führt in seiner Entscheidung aus, dah für die Beurteilung der Frage, ob bii Gemeinde als Eigentümerin deS Straßengelän- des an der Ausschließung der Lichtreklame ein Interesse habe, es sowohl auf die augenblicklichen Verhältnisse ankomme, als auch auf die Möglichkeit künftiger Aenderung. Wenn beispielsweise die Stadtgcmeinbe selbst innerhalb des Strahen- raumes irgendwelche Anlagen errichten wolle und dabei die Reklame hinderlich sein könnte, so wäre eine Untersagung gerechtfertigt. Demgegenüber ist aber ein besonderer Gesichtspunkt entscheidend zu berücksichtigen, nämlich der, ob nicht dem Anleger an einer öffentlichen Straße infolge der Bestimmung der Straße für den öffentlichen Verkehr die Befugnis zurHal- tun g einer Lichtreklame über den Luftraum zusteht, wenn sie polizeilich genehmigt ist und den Verkehr nicht behindert; ob also das Eigentum am Straßengelände durch die Widmung, für den öffentlichen Verkehr derart beschränkt worden ist, dah diese Anlage geduldet werden muh. Diesem Gesichtspunkt, der sich schon aus den Bestimmungen des allgemeinen Landrechts ergibt, hat das Reichsgericht ausschlaggebende Bedeutung zugemessen. Die Lichtreklameanlage ist dem Straßenverkehr und anderen dort befindlichen Anlagen nicht hinderlich, was sich daraus ergibt, daß die polizeiliche Genehmigung erteilt worden ist. Dann kann aber auch die Stadtgemeinde darüber hinausgehende Ansprüche nicht geltend machen. K. L. Das neue Weingesetz. Don Amtsgerichtsrat Frarz Gros, Gießen. (Rachdruck verboten.) Zweck dieser Zeilen ist es, den Geier in knappen Zügen mit den wefentlichsten Bestimmungen des neuen Weingesetzes vom 25. Juli 1930 bekanntzumachen. Wein ist das durch alkoholische Gärung aus dem Safte der frischen Weintraube hrrgestsllte Getränke. Aber auch $roienbeerenau8lc'ei, _ zu deren Herstellung Beeren benutzt Leeden, die über die Reife hinaus hängen bleiben, und fog. Dessertweine fallen unter diesen Begriff, wie der Rotwein, bejen Herstellung teilweise eine andere als die des Weißweines ist. Von besonderer Wichtigkeit ist die Herstellung des sog. Verschnittweins. Man versteht hierunter solchen a. s Erzeugnissen verschiedener Herkunft. Rotwein bar, nur mit Rotwein verschnitten werden, es sei denn, daß er in Schaurn- weinsabrilen, Weinbrennereien oder Weinessigfabriken verwendet wird, wobei es erlaubt ist, deutschem Rotwein bis zu einem Viertel der Gesamtmenge ausländischen Rotwein zuzu- setzen. Verboten ist es. brutschen Weißwein mit ausländischen Erzeugniisen zu vermischen. Die Herstellung des besonders in Baden und Württemberg i e breite en „S,,illerwe'. e3‘ ist den Aus- I führungsbestimmungen Vorbehalten. Rach Goldschmidts Kommentar zum Weingrsetz wird Schillerwein auf dreierlei Art gewonnen. Einmal dadurch, daß weihe und blaue Trauben zusammen gelesen und gekeltert werden, sodann in ter Weise, baß man blaue Trauben kurz angähren läßt, und schließlich dadurch, daß dem Weißwein Rotwein zugeseht wird. Diese Schillerweine sind an ihrer schwachrötlichen, d. h. schillernden Färb: erkennbar. Dessertwein, d. h. schwerer süßer Wein südlicher Herkunft, bars wieder nur Dessertwein zu- gesetzt werden, es sei denn, daß es sich um Ausfuhr dessertwein handelt. Schließlich bestimmt bas Weingesetz, daß aus amerikanischen Ertragskreuzungen hergestellter Wein (sog. Hybri. en- wein), sowie Traubenmost und Traubenmallche nicht mit anderen Weinen verschnitten und nur als .Hybridenwein" in den Verkehr gebracht werben darf. Ein besonderes Kapitel bildet die Zuckerung des Weines: Dem aus inländischen Trauben gewonnenen Traubenmost ober Wein — und bei Herstellung von Rotwein auch der vollen Traubenmaische — darf Zucker, auch in reinem Wasser gelöst, zugesetzt werden, um einem natürlichen Mangel an Zucker ober Alkohol, oder einem natürlichen Uebermaf) an Säure insoweit abzuhelfen, als es der Beschaffenheit des aus Trauben gleicher Art und Herkunft In guten Jahrgängen ohne Zusatz gewönne» Erzeugnisses entspricht. Dieser Zusatz darf jedo^ niemals mehr als ein Viertel der gesamten Flüssigkeit betragen. Auch darf die Zuckerung nur innerhalb der am Weinbau beteiligten Gebiete und nur in der Zeit von Beginn der Lese bis zum 31. Januar des der Ernte folgenden Jahres vor- genommen werden. Die Zuckerungsabsicht muh der Behörde mitgctcilt werden (in Hessen nach der Dollzugsordnung vom 20. Rovember 1930 der Ortspolizei, Polizeiamt o;er Bä rg crmeister). Zur Zuckerung darf nur technisch reiner, nicht färbender Rüben-, Rohr-, Jnvert- (Trauben- und Fruchtzucker) ober Stärkezucker verwendet werden. Alkoholzusatz ist stets verboten. Bei der K e 11 e r- behanblung, unter der das Gesetz die nach Gewinnung der Trauben auf die Herstellung, Erhaltung and Zurichtung des Weines biZ zu seiner Abgabe an den Verbraucher gerichtete Tätigkeit versteht, dürfen dem Wein Stoffe irgendwelcher Art nur insoweit zugeseht werden, als die Kellerbehandlung es ersordert; der Zusatz non Ob ft »einen zu Wein ist verboten. Auch hier ist Alkoholzusay unterlagt. Erlaubt ist dagegen bei ber Wcinbercitung bic Verwendung frischer, gesunder, flüssiger Weinhefe (Drusen) zur Einleitung und Förderung ber Gärung, ober um Mängel von Farbe und Geschmack des Weines zu beseitigen, ferner die Entsäuerung mittels reinen kohlensauren Kalkes, das Schwefeln nach bestimmten Vorschriften, die Verwendung von reiner, gasförmiger ober verdichteter Kohlensäure, von gewissen SchönungS- und Filtriermitteln und von ausgewaschener Holz- unb gereinigter Knochenkohle. Erlaubt ist ferner das Behandeln ber Kork- stopfen unb das Ausspülen der Aufbewahrungs- gefähe mit aus Wein gewonnenem Alkohol, "ütc auch vom Reichsgelundheitsamt befürwortete Weinklärung miltcls reinen Ferrozyankaliums, sofern im geklärten Weine seine Verbindungen nicht gelöst verbleiben, der Zusatz von Zuckerkulör. schließlich bei dem sog. Haustrunk, ber nur jeweils bis zum 31. Dezember hergestellt werden darf, bie Verwenbung von Zitronensäure bei der Verarbeitung getrockneter Beeren außerhalb solcher Betriebe, aus denen 'Dein gewerbsmäßig in Verkehr gebracht wird. Rach der schon erwähnten Dollzugsverordnung muh die beabsichtigte Herstellung von Haastrunk der Ortspol.zeibehörd: angezeigt werden. Die Kreisämter sind zuständig, bie Herstellung von Haustrunk zu beschränken oder unter besondere Aufsicht zu stellen. Haus- trunk darf nur im Haushalt des Herstellers verwendet ober o h ne Entgelt an bie in seinem Betriebe Beschäftigten zu eigenem Verbrauche abgegeben werden. Erlaubt ist auch bekanntlich die Herstellung von Getränken aus Stein-, Kcm- ober Veerenobst (z. B. von Apfel- ober Johannisbeerweinl, sowie aus Hagebutten ober Schlehen, aus frischen Rhabarberstengeln, Malzauszügen ober Honig. Bei der gewerbsmäßigen Herstellung dieser soeben angegebenen Getränkearten darf aber Wein nicht verwendet werden. Verboten ist es, Traubenmaische oder »most und Wein, bie ganz ober teilweise aus amerikanischen Ertragskreuzungen gewonnen worben fi.b, in ben Verkcbr zu bringen, unb solche Erzeugnisse bürfen (§ 15 bes Gesetzes) nicht zur Herstellung von weinhaltigen Getränken, Sekt ober Schaumwein ähnlichen Getränken, von Weinbranb ober Weinessig verwenbet werden. Ausländische Trauben (T a f e 11 r a u b e n) dürfen nicht zur Bereitung von Oie Mietaufhebungsk age. Don Mar von Vliesen, Gerichtsa essor. Nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches hat der Vermieter bas Recht, dem Mieter unter Einhaltung bestimmter Äünbigungsfriften die gemietete Sache zu kündigen, ohne dabei an besondere Voraussetzungen gebunden zu sein, es sei denn, daß eine bestimmte Mietszeit vereinbart ist. Nach dem heute geltenden Recht, wie es im „Gesetz über Mieterschutz und Mieteinigungsämter" niedergelegt ist, muß ber Vermieter eines Gcbäubes ober eines Gebäudeteiles, wenn er bas Mietverhältnis beenbet wissen will, eine Klage auf Aufhebung desselben erheben, der bas Gericht nur ftattgeben darf, wenn bestimmte, vom Gesetz bezeichnete Gründe für die Aufhebung gegeben sind. Nach der neuesten Fassung des Mieterschutzaesetzes hat zwar der Vermieter auch die Möglichkeit . der Kündigung, der Mieter kann aber, wenn er mit der Kündigung nicht einverstanden ist, den Vermieter auf den Pro- zcßweg zwingen. Das Mieterschutzgesetz gilt nur für die Vermietung non Gebäuden unb Gebäudeteilen. Seine besonderen Schutzvorfchriften gelten nicht für die Vermietung etwa eines Lagerplatzes, oder eines möblierten Zimmers; hier werden neben dem Raum bewegliche Sachen, nämlich Möbel, vermietet; auch pflegt zugleich mit dem Mietvertrag ein Dienstvertrag über bie Besorgung und bas Instandhalten des Zimmers abqeschlosten zu werden. In den §§ 2 bis 4 des Mieterschutzgesetzes sind die Voraussetzungen bestimmt, die ausschließlich und allein einer Mietaufhebungsklage zum Erfolge zu verhelfen imstande sind. Am wichtigsten und praktisch bedeutsamsten sind die Aufhebungsgrunde des §2. Der Vermieter kann auf Aufhebung des Miet- verhältniffes klagen, wenn der Mieter, oder eine Person, die zu seinem Hausstände oder Geschäftsbetriebe gehört, sich einer erheblichen Belästigung des Vermieters, oder eines Hausbewohners schuldig macht. Es kommen also Belästigungen bes Mieters selber, wie seitens seiner Familienangehörigen, ober Dienstboten, ober Angestellten in Frage. Die Belästigung muß erheblich sein. Als erhebliche Belästigungen sinb etwa anzusehen grobe Mißhandlungen, tätliche Angriffe, Verstöße gegen bie Sittlichkeit, grobe Beleidigungen, Hausbiebstähle, Erregung beträchtlichen ruhestörenben Lärmes,'Entwicklung übler, in bie Räume eines Mitbewohners bringenden Gerüche, Einschleppen van Wanzen, gewerbsmäßige .Kuppelei, dauernder Streit mit ben Hausbewohnern ufro. Der Mieter unb bie anberen in Betracht kom- menben Personen müssen sich einer erheblichen Belästigung schuldig machen. Schuldhaftes Verhalten ist aber gegeben, wenn eine Person, ber man überhaupt ihre Hanblungen zurechnen kann, vorsätzlich, d. h. wissentlich und willentlich, ober fahrlässig, b. h. unter Außerachtlassung ber gebotenen unb zuzumutenden Sorgfalt, handelt. Kindern unter 7 Jahren unb Geisteskranken sinb ihre Handlungen nicht zuzurechnen, sie können nicht schuldhaft handeln. Wer In der Trunkenheit handelt, handelt schuldhaft, unb zwar fahrlässig, es sei denn, daß er ohne Schuld in diesen Zustand versetzt worben ist. Ein weiterer Aufhebungsgrund ist es, wenn ber Mieter, ober eine ber genannten Personen den Mietraum ober bas Gebäube erheblich gefährdet, ei es burch unangemessenen Gebrauch der Miet- ache, ober Vernachlässigung ber gebotenen Sorg- alt. Durch unangemessenen Gebrauch wirb ber Mietraum ober bas Gebäube gesährbet, wenn etwa in ber Küche bes Mieters bauernb gewaschen wirb, was eine Schäbigung des Fußbobens, unter Um- ftänben sogar bie Bilbung von Hausschwamm, zur Folge haben kann. Gefährdung durch Vernachlässigung ber gebotenen Sorgfalt liegt z. B. vor, wenn ber Mieter wiederholt mit einer brennenden Petroleumlampe auf ben Boden geht. Ein Grund zur Aufhebung des Mietverhältnisses ist es endlich, wenn der Mieter den Gebrauch des Mietraumes, ohne dazu befugt zu fein, einem Dritten überläßt und diesem bann weiter den Gebrauch beläßt. Ucber- laffung bes Gebrauchs bes Mietraumes fetzt voraus, baß ber vollstänbige Gebrauch, ber Besitz, die tatsächliche Gewalt, an ben Dritten Übergeht. Dies ist nicht ber Fall bei Familienangehörigen, Dienstboten unb Gästen. Es kommen hier nur Fälle in Betracht, wo ber Gebrauch bes Mieters bezüglich eines bestimmten Raumes für eine gewisse Zeit Dollftänbig ausgeschaltet ist, also z. B. wenn ber Mieter einem Verwandten ein Zimmer zum ausschließlich eigenen Gebrauch für eine bestimmte Zeit einräumt, ober wenn er ein Zimmer untervermietet. Die Ueberlassung bes Gebrauches an einen Dritten ift unbefugt, wenn sie ohne bie Erlaubnis des Vermieters geschieht. Hat aber ber Mieter mit Erlaubnis bes Vermieters ben Gebrauch der Mietsache einem Dritten überlassen, so kann bei Vermieter nicht nach der Ueberlassung bie Erlaubnis roiberrufen. Untervermietet ber Mieter also ein Zimmer mit Einwilligung bes Vermieters, und ist nachher bas Verhalten bes Untermieters ein ber- artig unangemessenes — z. B. der Untermieter kommt jede Nackt unter Verursachung beträchtlichen ruhestörenden Lärmes nach Hause —, daß den Vermieter die erteilte Erlaubnis gereut, so kann er sie nicht widerrufen. Befand er sich aber bei Erteilung ber Erlaubnis im Irrtum über wesentliche Eigenschaften bes Untermieters, so kann er seine Erlaubniserklärung wegen Irrtums anfechten. Damit wirb biefe hinfällig; es ist genau fo, als ob sie nie gegeben worben wäre. Der Mieter hat bann also ohne die Erlaubnis des Vermieters untervermietet, unb bie Ueberlassung bes Gebrauchs an ben Untermieter war bemzusolge unbefugt. Alle die erwähnten Gründe sind aber nut Bann geeignet, die Grundlage für die Aufhebung des Mietverhältnisses zu bllden. wenn der Mieter ungeachtet einer Abmahnung des Vermieters das Verhalten fortsetzt,. oder es unterläßt, eine Ujm mögliche Abhilfe zu schassen; z. D. er sorgt nicht dafür, daß ein Familienangehöriger eine Belästigung unterläßt, er verhindert nicht, dah die Küche weitrrhin a.s Waschraum benutzt wird, er kündigt dem Untermieter nicht, bzw. er erhebt feine Aufh.bungs Lrgr gegen ihn. Wenn freilich dos Verhallen des Mieters und der notigen in Frage kommenden Personen ein solches war. daß dem Vermieter die Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht zugemutet werden kann, so kann dieser sofort auf Aushebung klagen; z. B. der Mieter hat den Vermieter oder einen Angchör.gen mißhandelt, oder in gröbster Weise beleidigt. Halle srll.ich der Vermieter oder eine zu seinen Hausstände odcr Geschäftsbetriebe ge- bür ge Person die Belästigung durch eigenes Vcr.chulden reran.'aht, so findet eine Aufhebung des M.ellerhältnisses wegen erheblicher Belästigung nicht statt. Dio Vermieter muh die Aufhebungsklage binnen sechs Monat-en von dem Zeitpunkt an erheben, in dem er von dem Auf- hebungsLrande Kenntnis erlangt hat. Sie Klage ist ausgeschlossen, wenn seit dem Entstehen des Aufhebungsgrundes ein Jahr verstrichen ist. D.r Vermieter kann auch dann auf Aufhebung flogen, wenn der Mieter mit der Mieke im Rückstände ist. Hat der Mieter den Mir.zins in kürzeren als v.e.teijährllchen Zeitabschnillen zu entrichten, so kann der Vermieter auf Aufhebung klagen, wenn d:r Mieter mit einem Betrage im Verzag ist, welcher den für die Dauer eines Monats za entr'.ch.enden Mietzins übersteigt. D.r Mie.cr hat z. B. im Monat 50 Mark zu zahlen. Hat er zwei Monate nicht gezahlt, so kann gegen ihn der Vermieter auf Aufhebung (lagen. Erreicht der rückständige Betrag aoer nicht den Mietzins für zwei Monate, so kann der Vermieter erst 14 Tage nach der Fälligkeit Hagen. Der Mieter hat am 31. Januar für den Januar 25 Mark bezahlt. Am 28. Februar bezahlt cr nichts. Er ist also im Verzüge mit 75 Mark, einem den Mietzins für zwei Monate nicht cr.eichenden Betrage. Der Vermieter kann ihn erst 14 Tage nach der Fälligkeit, allo am 15. Mürz, verklagen. Ist der Mietzins in vierteljährlichen oder .änge.en Zeitabschnitten zu entrichten, so kann die Klage erst erhoben werden, wenn der M eter mit einem Betrage im Verzug ift. welcher den Mietzins für die Dauer eines Vierteljahres erreicht. Sind also vierteljährlich 150 Mar; zu entrichten, so muß der Mieter mit vollen 150 Mark im Verzüge fein. Bei nur einmaligem Rückstände ist die Erhebung der Klage erst 14 Tage nach Fälligkeit zulässig. Ist also für das erste Quartal nichts bezahlt, so kann die Klage erst am 15. April erhoben werden. Immer aber mutz der Mieter im Verzug sein. d. h. seine Richtzahlung zu vcr.re en haben. Dies ist der Fall, wenn er absichtlich nicht gezahlt hat. ober feine Zahlung aus unentschuldbarem Versehen oder Irrtum unterlassen hat, oder aus, Mangel an Geldmitteln im Rückstände geblieben ist. Das Gesetz hebt noch besonders hervor, dah entschuldbare ölnkenntnis des Mieters über den Betrag, oder den Zeitpunkt der Fälligkeit, ober irrige Annahme eines Ausrechnungs-, Minderungs- odcr Zurückbehaltungsrechtes den Anspruch auf Aufhebung des Mietverhältnisses ausschlleßen. Endlich kann der Vermieter die Aufhebungs- flage erheben, wenn für ihn aus besonderen Gründen ein so dringendes Interesse, an der Erlangung des Mietraumes besteht, daß auch bei Berücksichtigung der Verhältnisse des Mieters bie Vcrenthaltung eine schwere ilnbilligleit für den Vermieter bedeuten würde. Wmn z. D. die Zahl dcr Kinder des Vermieters sich so vermehrt hall dah er unbedingt mehr Raum braucht, oder wenn der Vermieter ein Gewcrle beginnen unb in dem Mietraum eine Werkst.it le e.nrich'en will, so kann er auf Aushebung klagen. Dir Klage braucht sich nicht auf den g?famlen Mie raum zu richten, sie kann sich auch auf einen Teil d sselben erftreaen. Auch kann drr Richter dir Aushebung auf einen Teil d;s Mietraumes beschränken. Wird das Mietvm:hültnis lediglich aus diesem zuletzt erwähnten, in der Person d:s Drrmie ers liegenden Grunde aufgehoben, so kann das Gericht auf Antrag des Mir ers den Vermieter im Urteil verpslichten, dem Mieter die für den Um* zug innerhalb des Gerneindebez'.rles e.forderlichen Kosten ganz oder tciltcei e zu erse' e i. Ebenso ist in solchen F Ilen der D:rm.eler auf Antrag des Millers zur Sicherung ausre'.chrndm Er atz- raumes zu vecurleilen, es sei drnn, daß dir Versagung eines solchen keine unbillige H rte für der Miller bcb,uten würde. Wird ein Qhie Verhältnis aufgehoben, weil brr Mieter einem Drillen ben Gebrauch unbefugt überlassen ha", ober mit btr Zahlung des MirtzinseS im Verzug ist, so kann das Gericht ben Vermieter zur Sicherung einer Ersahwohnung verurteilen. Das Mietverhältnis ist für den Zeitpunkt au'zu* heben, für den eine zur Zeit der Klagerrhebunz ersolgende Kündigung zullssig sein würde, oder an dem das Mietverhlltnis ohnehin a'igelaufen wäre. Es kann aber auch auf Antrag des Vermieters mit sofvr.iger Wirkung auf gehe den werden. Dem Mieter tarnt auf seinen Antrag ei. c angemessene Frist zur Räumung gewährt w.rden. Diese Frist kann auf Antrag des Mieters einmal verlängert werden, und zwar höchstens um drei Monate. Zuständig für bie Miefaufhebungsklage ist das Miellchöfsengericht, d. h. das Amtsgericht in der De'etzung mit einem Amtsrich er als Vorsitzenden und mehreren Bei itzem, die zur H Ijte te i Kreise der Hausbe itzer, zur H lste dem b'r Mieter entnommen sein müjen. Die Entscheidung erfolgt durch Urteil, das mit der Berufung beim Landgericht angeiochlen werden kann. Most oder Wein dienen, in Hessen aber mit Erlaubnis des Ministers für Arbeit und Wirtschaft (Verordnung vom 20. November 1930) zur Herstel - lung von Essig oder Branntwein. Schaumwein (Sekt), der gewerbsmäßig verkauft oder feilgchalten wird, muß so bezeichnet sein, daß das Land erkennbar ist, in welchem er auf Flaschen gefüllt wurde: ebenso muß bei solchem Sekt auf etwaigen Zusatz fertiger Kohlensäure hingewiesen sein. Als Weinbrand darf solcher nach Kognakart hergestellte Trinkbranntwein bezeichnet werden, dessen Alkohol ausschließlich aus Wein ye- wonnen wurde. Hierbei dürfen Weine aller Art in- und ausländischer Herkunft verwendet werden. Unter erlaubtem Weinbrandoerschnitt versteht man Branntwein, der neben Weinbrand auch Alkohol anderer Art enthält, wenn mindestens ein Zehntel des Alkohols aus Weinbrand stammt. Das Versailler Diktat hat den Gebrauch des Wortes Kognak (Cognac), das früher allgemein verwendet wurde, eingeengt. Es fand seinen entsprechenden Niederschlag im Weingesctz. Danach darf (§ 18) als Kognak nur solcher Weinbrand bezeichnet werden, der nach französischem Recht diese Bezeichnung führen darf und trinkfertig in Frankreich oder unter deutscher Zollaufsicht auf Flaschen gefüllt wurde. Andernfalls darf selbst in Wortbil- düngen das Wort Kognak auf der Flaschenausschrift nicht verwendet werden. Weinbrand und Wcinbrandverschnitt müssen in 10 Raumteilen mindestens 38 Raumteilc Alkohol enthalten. Don besonderer Wichtigkeit ist die Verpflichtung zur Buchführung nach § 19 des Gesetzes für alle, die gewerbsmäßig Trauben zur Weinbereitung, Trau- benmaifche, Traubenmost oder Wein in Verkehr bringen oder zu Getränken verarbeiten. Hierüber werden neben dem Gesetz die bisher zum größten Teil noch nicht erlassenen Ausführungsbestimmungen das Nötige angeben. Das Gesetz will kleineren Betrieben und Zweiggeschäften, in denen nur fertiger Wein bezogen und unverändert wieder abgegeben wird, Erleichterungen ober Befreiungen zugestehen. Inwieweit das geschieht bleibt abzuwarten. Die Vorschriften des Weingesetzes werden von der Lebensmittelpolizei und ihren Sachver. ständigen überwacht. Letztere sind aud) im Haupt- beruf zu bestellen. Den Genannten sind die Her- stellungs-, Lager, und Geschäftsräume zugängig: es steht ihnen die Einsichtnahme z. B. in Frachtbriefe und Bücher zu, sowie gegen Entgelt und Bescheinigung die Entnahme von Proben zu Untersuchungs- zwecken. Ein Teil der Probe ist amtlich verschlossen oder versiegelt zurückzulassen. Mit dem Vollzug des Weingesetzes sind die Lan- desregierungen betraut. Es trat, bis auf wenige erst am 1. April 1931 (§ 2, Abs. 3, § 4, Abs. 1 Satz 3 und 4) oder am 1. September 1935 in Geltung tretende Bestimmungen am 1. September 1930 in Kraft. Es ist in seinem Wortlaut und in seiner Auslegung ein schwieriger Gesetzesstoff, der seitens derer, die es angeht, eines um so eingehenderen Stu- diums bedarf, als Verstöße gegen das Gesetz mit empfindlichen Strafen bedroht sind. Es besteht nur aus 34 Paragraphen, die ohne gründlichen Kommentar kaum zu erfassen sind. Höchst wichtige Bestim- mungen sind ausdrücklich der Vollzugsordnung und den Ausführungsbestimmungen Vorbehalten, die gesetzmäßig am 1. April 1931 in Kraft treten müssen. SJL-^poit Eisweitkämpfe -er Gießener Schulen. Der Gießener Eisverein hat für die Schulen zum kommenden Samstag Wettkämpfe ausge- geschrieben. Von den Zehnjährigen an sind gestaffelte Hebungen im Kunstlauf und Schnellauf ausgeschrieben. Von den Kleinsten toerben nur einfache Dorwärtsbogen verlangt, während für die Oberklasse schon recht ansehnliche Schwierigkeiten in den Hebungen liegen. Neben diesen Einzelkämpfen werden noch Staffeln von Schulmannschaften gelaufen, die guten Anklang gefunden haben. * Prüfungen für das Sportabzeichen auf dem Cis. Wie bekannt, können die Gruppen 4 und 5 der Bedingungen für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen noch auf dem Eis erfüllt werden. Sn Gruppe 4 wird verlangt 1500 Meter in 3‘/z Minuten, in Gruppe 5 die 10 000-Meter-Strecke in 27 Minuten. Bei den am Samstag stattfindenden Giswettkämpfen ist Gelegenheit gegeben, diese beiden Bedingungen zu erfüllen. Gelaufen wird auf einer 400-Meter-Dahn mit 2 Kurven. Eiskegeln — der Sport für ältere Herren. Das Eiskegeln, das der hiesige Eisverein durch die Einrichtung einer besonderen Kegelbahn auf der Eiswiese an den Eichgärten möglich machte, erfreut sich bei den älteren Herren allgemeiner Beliebtheit. Das Spiel, das fid> in sehr einfachen Formen vollzieht und leicht erlernbar ist. interessiert besonders die Kegley denn sie betreten mit einiger „Vorbildung" die Kegelbahn. Se vier Mann bilden bei diesem Spiel eine Mannschaft. Seher einzelne hat eine Scheibe nach dem Mal zu schieben und zu versuchen, sie in die nächste Nähe des Pflockes, der das Mal darstellt, zu bringen. Wer seine Kegelscheibe dem Mal am nächsten zu bringen vermag, erntet die meisten Punkte. Das Spiel, das erhöhten Reiz dann bringt, wenn es im Wettkampf durchgeführt wird, dürfte sicherlich auch auf der Gießener Eisbahn manchen neuen Anhänger finden. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Dsv. vuhbach (Liga) — FL. Grohen-Vuseck 2:1. Die Busecker vermochten in diesem Kampf gegen einen schweren Gegner doch ein sehr ehrenvolles Ergebnis zu erzielen. Der Plahbesiher bewies auf Grund einiger Spieler, die bereits in der Bezirks- Itga vertreten waren, ein Plus an Spielreife und Erfahrung. Das Spiel wurde allerdings von feiten der Butzbacher reichlich hart durchgeführt. Sn der ersten Hälfte gaben die Butzbacher den Ton an, nach dem Wechsel entfalteten sich aber die Dusecker und führten ein flottes Spiel vor. Die Niederlage ist im besonderen dem Hrn- stand zuzuschrciben, daß der beste Stürmer der FC.-Mannschaft nicht antreten konnte. Sportverein 1928 Sarbenteich. Garbenleich I — 1900 Gießen IV 4:4 (3:1). 1900 IV. Mannschaft weilte am Sonntag in Garbentcich zum fälligen Verbandsspiel. Garbenteich zeigte einige He Verlegenheit und führte bereits nach 20 Minuten mit 3:1, mußte sich jedoch bis zum Schluß ein Ergebnis von 4:4 gefallen lassen, da der Ersatztormann völlig versagte. Spiele der „Deutschen Zugendlrast". Am Sonntag trat Nieder-Mörlen in Ober- Wöllstadt mit nur 10 Mann an und muhte mit 4:0 nach Hause fahren. Friedberg empfing Ober-Mörlen und nach einem vornehmen Spiel siegte Friedberg mit 5:0. Vilbel weilte in Wetzlar und konnte nach hartem schönen Kampfe mit 3:2 die Punkte erringen. Am vorhergehenden Sonntag war Friedbergs Reserve nach Gießen gefahren und muhte sich Sie kleine Motette. Vornan von Paul Hain 18 Fortsetzung Nachdruck verboten Sie hatte schon eine Weile neugierig seinem Schreiben zugefchen. Nun nahm sie das Blatt auf und las, während ihre Wangen sich färbten, mit leise klingender Stimme, was Ward.hoff da so heimlich in sich versunken geschrieben hatte. Es war ein Gedicht. Hnd also lautete es: ..Ein jeder hat sein eigen Schloß Voll heimlich-stiller Räume, Hnd zieht auf einem weihen Roh Durch blumenbante Träume. Ein jeder hat sein Königreich, Das ihm fein Gott einst schenkte Sn einer Stunde, blütenreich, Die sich vom Himmel senkte. Hnd doch zieht jeder wie ein Kind, Wie Tristan in die Weite, Dah er sich Glück und Glanz geschwind Mit Schwert und Spich er ft reite. Hnd ahnt doch niemand, wo und wann Er Cchloh und Roh versäumte, Hnd wo voll Müdigkeit er dann Sein Königreich verträumte. Hnd erst, wenn er dem Narren gleich Steht vor den letzten Toren, Weih er, dah er fein Königreich Vergessen und verloren —“ Nicvlette lieh das Blatt sinken. »Hnd — das darf ich behalten?" „Gewiß. Sie haben mich ja dazu inspiriert. Es gehört Shnen." Sie reichte ihm impulsiv die Hand. »Sch danke Shnen —" „Nicht doch. Sch krieg' ja schon die Blumen", lachte er und fühlte, wie die kleine Hand in dev seinen liegenblieb. Sa — wie lange? Niemand zog die Hand zurück. Shre Augen waren ineinander verfangen. Hnd ihre Gesichter neigten sich dichter zu. Es war wie ein Zwang. Wördehoff fühlte es. Er konnte ihm nicht mehr entrinnen. Ein leiser, füher Duft hing um Nicolette. Nie hatte er ihn so ergreifend empfunden wie jetzt, nie war er ihr so nahe gewesen. Shm war, als könne er ganz in die Tiefe dieser klaren Augen sehen, die in ihn hineinstrahlten, und als läge seine ganze Seele bloß vor ihrem Blick. Herrgott — es war doch — nicht möglich! Sie wußte ja nicht, dah er — gebunden war. Hnd dennoch: Sein Herz jubelte plötzlich auf. Sie liebt mich! Liebt mich mit aller Kraft ihrer reinen, vollen Sugend. Hnd ick — gehöre ihr! Da öffneten sich seine Lippen. Hnd mit einemmal flüsterte er trunken: „Nicolette —" Da war laut geworden, was jeder heimlich für sich schon so lange geträumt hatte. Der Duft des ganzen Waldes drängte sich um sie und warf sich in ihre Seelen, Nicolette lächelte. Es war ein Lächeln tiefster Seligkeit. Shre Hand zitterte, und ihre Lippen, diese feuchten, roten Lippen, rissen auseinander in einem leisen, verslattemden Subellaut: „Du — Hubert!" . Er zog ihre Hand empör, preßte sie an den Mund, strich mit behutsamer Zärtlichkeit über die weiche Linie ihres Armes. Sie lachten einander an und in diesem Lachen sank ihm Nicolette zu und Ihre Lippen boten sich ihm zum Kuh. „Mein Königreich", flüsterte er ergriffen und atmete berauscht den Duft ihres Haares und fühlte ihre aufgewachte Sugend, die sich scheu an ihn schmiegte. „Nicolette — Liebste —“ „Du — endlich hast du gesprochen", raunte sie an seinem Munde. „Hnd ich habe ja so lange auf dich gewartet." „Du -?“ •Ungläubig sah er in ihre Augen. „Sa — feit damals — weißt du noch? — Wo wir. uns zuerst sahen — trag’ ich dich in mir. Sch hab' dich nicht vergessen tonnen. Niemals —“ „Nicolette — Nicolette —“ „Aber ich war dir wohl — zu klein und unbedeutend, so dachte ich. Du warst so oft mit einer schönen Frau zusammen, damals — erinnerst du dich —" „Still doch - still —" „Hnd nun — ist es doch so gekommen, wie ich träumte —" Wördehoff strich über die Augen. Nichts verraten — jetzt! Nichts gestehen! Es wäre furchtbar gewesen! Ah — was dachte er denn da? Was hinter chm lag, als Srrtum — es mußte ausgelöscht werden! Nicolette liebte ihn! DaS war alles! Gegenwart und Zukunft! „Mein Wunder — du! Mein llebeS, liebes Mädel!" „So lieb hast du mich, Hubert?" „Es war mein Schicksal, Nicolette. Sch muhte wohl hierher — zu euch!" Ihre Lippen sanden sich In einem neuen Kuh. „Nicht sprechen. Liebster —" So saßen sie unter der Buche. Ganz für sich. Ganz ineinander versunken und eingehüllt vom Glück oer Erfüllung. DIS Nicolette plötzlich erschreckte und lächelnd rief: »Wir müssen gehen, Hubert, es wird ja schon dämmrig." Da erhoben sie sich. Standen voreinander und sahen sich wie trunken an. dem besseren Können Gießens mit 6:0 Toren beugen. Ober-Wöllstadt hatte Heldenbcrgen empfangen und nach einem sehr schönen fairen Spiel gewann Ober-Wöllstadt mit 2:0 Toren die Punkte. Gerätemeisterschasten der OT. = Die Gerätemeistcrfchaften der DT. finden am 26. April in Essen statt: sie bestehen aus einem Zehnkamps, der sich aus je zwei Pflicht- und einer Kürübung am Reck und Barren, einer Pflicht- und einer Kürübung am Seitpferd, einem Sprung (Grätsche rückwärts) über das langgestellte Pferd und einer Kürfreiübung zusammensetzt. Sieger ist, wer 150 von 200 erreichbaren Punkten erhält. Da insgesamt nur 100 Turner aus der DT. zugelassen werden, beschränkt sich die Teilnahme auf eine Auslese der besten deutschen Kunstturn-Meister. Unser heimischer Mittelrheinkreis stellt 10 Teil- nehmer. Er wird seine K r e i s b e st e n am 22. März in einem Ausscheidungsturnen in Frankfurt a. M. ermitteln, mit dem gleichzeitig die Ge- räte-Kreismeisterschaften verbunden sind. Da sich auch unser Heimatgau Hessen an den Kreismeisterschaften beteiligen wird, fand am Sonntag in Gießen eine Uebungsstunde der geübten Geräteturner des Gaues unter Leitung von Gauoberturnwart W. Will statt, in deren Verlauf die recht schwierigen Uebungen für die Gerätemeisterschaft durchgeturnt und eingehend besprochen wurden. Das Treffen galt gleichzeitig der Vorbereitung auf den hessischen Provinzialkampf im Kunstturnen, der im Herbst In Darm- stadt erstmalig zum Austrag kam und voraussichtlich schon am 29. März in Mainz feine erste Wiederholung findet. Soweit sich jetzt übersehen läßt, dürsten in der Zusammensetzung der Mannschaft des Gaues Hessen keine wesentlichen Aende- rangen gegenüber ihrem letzten Auftreten in Koblenz eintreten. Arbeiter Turn» und Sportbund. Gießen I — Watzenborn I 6:4. Beide Mannschaften lieferten sich auf dem Trieb ein schönes Spi«l. Die Gäste enttäuschten nach der angenehmen Seite. Nach wechselvollem Kampf führte bei Halbzeit Watzenborn mit 4:3 Toren. Nach Seitenwechsel kam Gießen mehr auf. Obwohl die Gäste noch öfters dem Tore der Einheimischen gefährlich wurden, blieb ihnen jeder Erfolg versagt, während es den Gießenern gelang, zum Ausgleich noch zwei Treffer zu buchen. Gießen 1b — wiefeck 1b 3:1. Trotz aller Anstrengungen sah man auf beiden Seiten nur wenige schöne Momente. Gießen gelang es, die Führung an sich zu reißen, dem bis Halbzeit die Gälte den Ausgleich entgegensetzten. Nach Seitenwechsel gelang es dann Gießen noch zweimal erfolgreich zu fein, während eine sichtliche Hilflosigkeit des. Gästesturmes die sichersten Sachen unausgenützt ließ. Im Spiel der ersten Jugendmannschaften beider Vereine, konnte Gießen die mit nur neun Mann antretenden Gäste mit einer 4:l°Neiderlage entlassen. Heuchelheim I — wiefeck I 0:2. In Heuchelheim standen sich beide Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. In einem überaus flotten Spiel kamen beide Tore oft in Gefahr. Allmählich trat aber eine merkliche Überlegenheit der Gäste zutage, dem auch das oft recht körperliche Spiel der Einheimischen keinen Abbruch tun konnte. Dis Halbzeit gelang es Wiefeck zweimal erfolgreich zu sein. Nach Seitenwechsel blieben die Gäste weiter im -Vorteil, während es den Einheimischen nicht gelang, das Schlußtrio der Gäste zu überwinden. Annerod I — Großen-Linden I 2:4. In Annerod stellten sich die Mannschaften zum Rückspiel, in dem die Gäste bei Halbzeit mit 2:1 Toren führen konnten. Nach Seitenwechsel stellte Annerod wohl den Ausgleich wieder her, konnte jedoch nicht verhindern, daß die Gäste als Sieger den Platz verließen. Der Regen hakte aufgehört. „Sa — wir müssen gehen", sagte Wördehoff, „Der Himmel wird schon grau. Nicolette! Nicolette!" Er breitete die Arme weit auS und zog sie an sich. „Darum also zog es mich so geheimnisvoll in dein Schloß. Darum mußte ich wandern. Darum —" „Sa, darum wurdest du überhaupt geboren, vu Philosoph", lachte Nicolette hell und zog ihn mit sich. „Hnd darum hat es sicher auch geregnet und uns unter die Buche getrieben. Du lieber, lieber Mann!" Arm in Arm schritten sie nun durch den Wald. Einmal aber, sie hatten bald den breiten Weg zum Städtchen erreicht, blieb sie stehen, legte die Arme um Wördehof>s Hals und flüsterte: „Du — ich hab' eine Ditte an dich —" „Ditte nur, Lieb." „Aber — nicht böse fein —" Gr schüttelte lächelnd den Kopf. „Wie könnte ich denn das?" Da wurde ihre Stimme noch leiser. „Wir wollen — ein paar Tage noch — unser Geheimnis für uns behalten, ja?" Glühende Röte stieg in ihre Wangen. „Du bist — der erste Mensch, den ich so liebe, daß ich nichts anderes mehr denken kann. Hnd — es ist doch etwas Heiliges um solche Liebe. Latz uns unser Glück ein paar Tage lang allein wie ein ganz, ganz kostbares Geschenk genießen. Nachher —" Wördehoff verstand sie. Shr erstes, junges Liebesglück — sie wollte e8 heimlich tragen. „Nachher — sagen wir es dann Papa —" Sie hob den Kopf wieder, den sie verlegen hatte sinken lassen. Da nickte er ihr herzlich zu. „Sa — Nicolette." Hnd er war entschlossen, Kinna, dem Künstler und Menschenkenner und gütigen Freund, unter vier Augen alles zu beichten. Gr glaubte bestimmt, hoffen zu dürfen, dah dieser ihn vertreten würde. Nicolette aber sollte — In ihrem Himmel bleiben. Stolz hob er den Kopf. Hnd so schritt er an ihrer Seite dahin. 12. Frau Warthe brachte das Abendessen. Der Herr Professor habe schon gegessen, sagte sie, er bäte die Herrschaften, nicht auf ihn zu warten. Er habe noch zu tun. Wo er denn wäre? fragte Nicolette. Sm Mufikzlmmer! Er habe sich eingeschlossen. Es sei wieder einmal sehr schlimm. So sahen sie denn beide allein draußen am Tisch vor dem Haus. Nicolette blickte traurig. »Papa scheint da wieder allzu sehr bei der Ar- waldgirmes I — £lrf> I 3:0. Lich kam mit unvollständiger Elf einer Rücksplek- vcrpflichtung in Waldgirmes nach. Trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit lieferten die Gäste dem Platzbefitzer ein ebenbürtiges Spiel, mußten sich aber doch geschlagen bekennen. Auf dem Wiefecker Sportplatz standen sich Wiefeck zweite Jugend und Staufenberg Jugend gegenüber. Das Spiel sah die Gäste mit 1:0 als knappe Sieger. Der dritten Jugend des Platzvereins gelang es, die Jugend von Haufen mit einer 2:1-Niederlage nach Haufe zu senden. Handball wieseck I — Wißmar 1 4:1. Während Wieseck auf eigenem Platze mit Ersatz antreten mußte, stellten sich die Gälte in verstärkter Ausstellung dem Unparteiischen. Bis Halbzeit gelang es Wieseck mit 1:0 zu führen. Nach Seitenwechsel erhöhte Wieseck in gleichmäßigen Abständen auf vier Tore. Den Gästen gelang nur das Ehren" tor. Westdeutsche Athletikkämpfe. Der Westdeutsche Spiel-Verband wird auch in diesem Sahre zwei Leichtathletik-Länderkämpfe mit Holland durchführen und hat jetzt mit der Niederländischen Athlelik-Hnion die Termine festgelegt. Die Begegnung der beiderseitigen Männermannschaften findet am 23. August statt, während der Damenländerkampf. .Westdeutsch» land — Holland am 5. Suli in einer westdeutschen Stadt durchgeführt wird. — Einen zweiten Länderkampf werden dann die westdeutschen Damen Mitte des Sahres in Paris gegen Frankreich austragen. Die Deutsche Sportbehörde hat die vom Französischen Frauensport-Derbanb gemachte Anregung angenommen, will sich aber nur durch eine westdeutsche Auswahl vertreten lassen, da ein nationales Aufgebot den französischen Damen zu überlegen fein würde. Der Länderkampf Westdeutschland — Frankreich würde sich zusammenfetzen aus Laufen über 100, 200 und 800 Meter, 80 Meter Hürdenlaufen, viermal 100 Meter Staffel, Hoch- und Weitsprung. Tagung des Deutschen Tennis-Bundes. Der Deutsche Tennisbund hält am 15. Februar in Weimar seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Vorläufig interessiert nur die Tagesordnung, die u. a. die Neuwahl des Bundespräsidenten unb einen Bericht deS Generalsekretärs über Verhandlungen mit der deutschen Studentenmannschaft und dem Reichsverbanb der Firmen und Sportvereine aufweist. Oeuffchland nicht bei der Eishockey« Weltmeisterschast. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft, die im vergangenen Sahre die Europa-Meisterschaft gewann, wird ihren Titel in Krynika nicht Verteidigern Das Fehlen Deutschlands ist auf Mo politische Spannung mit Polen zurückzuführen. Kurze Gporinoiizen. Hellas Magdeburg wurde tm Wasser- ballkampf in Hannover von den dortigen „Wasser- freunden" mit 4:3 (4:1) geschlagen. • Sm Tennlskampf Berlin — Paris in der neuen Berliner Tennishalle führten am Sonntagabend die Franzosen mit 6:2. • ElaaS Thunberg, der bekannte Eisschnell- läufer, konnte am Dienstag in St. Moritz einen neuen Weltrekord über 500 Meter aufstellen. Cc durchlief die Strecke in 46,2 Sekunden vor seine, i Landsmann Blomquist. Die Südwestdeutsche Eishockeymei - st e r s ch a f t fiel an den SEE. Schwenningen. Ost- preußenmeister im Eishockey wurde DfD. Königsberg. beit zu fein", sagte sie. „8s kommt selten vor, dah er sich einschlieht. Dann ist er nachher tagelang wie zerschlagen. Sch bin ordentlich in Sorge um ihn." „Sa — eS ist sonderbar, waS er manchmal förmlich für eine Schaffenswut in fick hat. Hnd er hätte es doch gar nicht mehr nötig. Dein Name ist bekannt genug und feine Lieder nicht minder Er sollte wirklich ausruhen vom künstlerischen Schaffen." „Sa — das sollte er wohl." Nicolette seufzte leise auf. Eine Welle herrschte Schweigen »wischen ihnen, bann legte sie zutraulich die Hand auf Wörde- Hoffs Arm. „Du —“ Er blickte sie zärtlich an. „Sch habe oft Angst um Papa. Du weist nicht, wie groß mein'e Angst schon war —" Heberrafchung malte sich in seinem Gesicht. „Angst? Sa — warum denn?" Nicolette zögerte noch, dann aber fuhr sie fort? „Vielleicht ist diese Angst auch übertrieben - ich weih es nicht. Liber ich kann doch nicht für meine Gefühle —" »Sprich nur —" „Papa, ist doch schon alt. Du schätzt ihn vielleicht jünger, als er wirklich ist. Gr hat siebzig hinter sich. Sein Körper hält diese geistigen und seelischen Anstrengungen nicht mehr aus. Darum ist er ja vom Theater weggegangen — es war eben zu viel für ihü —" „Sa — ja —" „Aber er kann doch nicht ganz ohne seine Kunst leben. Er muß etwas tun — und wenn er mit Gewalt eine neue Melodie aus der Brust reißen! soll. Einmal —“ Sie stockte, ihre Augen wurden feucht. „Einmal ist er hier oben schon zulammengebrochen. Das war im Winter. Dr. Windthorst, der Arzt aus der Stadt, hat chm damals gründlich den Kopf gewaschen. Wenn er Wert darauf lege, noch einige Sahre am Leben zu bleiben, dann dürfte er nicht so gegen feine Gesundheit wüten. Oh, er sagte ihm mancherlei, und Papa, mutzte mir versprechen, in Zukunft sich mehr in acht zu nehmen und weniger zu schaffen. Er hat damals viele Wochen lang gelegen." Wördehoff war bestürzt. Leise streichelte er Nicolettes Hand. DaS hatte er wirklich nicht gedacht. Traurig fuhr Nicolette fort: „Aber er kann es nicht lassen. Settdem dev Sommer da ist, lebt er wieder wie tm Fieber. Sch merke das ja besser als du. Hnd manchmal — so in den letzten Wochen — ist mir schon beti Gedanke gekommen, daß er dich nur eingeladen hat zu bleiben, dam t ich in meiner Aufmerksamkeit abgelenkt werde und er ungestört arbeiten! kann —" (Fortsetzung folgt) Wirtschaft Nachdruck verboten Ohne Gewähr 12. Januar 1931 1. Ziehungslag 304080 363238 2 C?e»mn« tu 6000 W. Banknoten. äFiTT «elb 13.1. ! 14.1. Datum 13.1. 14.1 117,5 14. Januar 13. Januar 67,75 68,25 65,5 38 46 92,25 28,IE 73 114 117.5 125.5 183.5 120 122.5 34.5 41 66 20,25 95,25 94 228 117,5 120.25 39,75 65 53.75 29.75 119,5 127 183 41 66 172242 234091 316511 600 M. 142665 366809 387414 31080 74786 97170 302131 9786 15097 21408 34879 259280 30742 138414 322237 279581 66740 163997 355867 Dr. Rr öd Errichtung und eines in seinem 54,5 29.75 122 128 186 15 30 29 73 64,25 59 83 146 115 67 i 67 38 i 143 122 48.4 44,75 87,9 67,25 77,25 96,75 21 95,75 29,25 40,25 95,75 228 59 148 115,5 2000 M. 1000 W. 223356 800 an. 134437 228832 600 an. 122658 190043 334463 318662 67606 173113 391284 12 . 6 . 5- . 6 . 6 . 8 16'/, 10 10 15 47 ,43 88 66,4 139 119,25 47 43,5 86 65,25 77 94.5 20.25 92.5 28,5 39,75 95 213 120.65 56 35 41,25 66,5 SmfL» Stott- Bu»n.-Aires Brff.-Antw. Lhristiania • Aopenbagzn Stockholm - HelfingforS. 55.4 30 123 129,5 186,75 erfolgt ist. Ein Gesuch des praktischen Arztes in Alsfeld um Genehmigung zur eines Privatkrankenhauses Privatentbindungsheimes Haus« wurde nicht beanstandet. 16 12 18 14 13'/, 12 , . S ’ 0 i I ö , . 0 , . 6 . 10 12 Gewinn, »u 379519 395309 24 Gewinne ju 61807 82566 340450 381361 30 Gewinne »u 105246 129265 206484 211514 42 Gew nn» »u 86825 108825 180138 182019 299458 332290 109589 126373 202658 214781 300701 308339 38 Gewinn» «u 67641 102554 279122 312088 379895 381717 Beteln täte Stahlwerke Olavi Minen . . . . Raliroette Aschersleben Raliroerfe Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth In der heutigen Nachmittagszichung wurden Gewinne über 300 M. gezogen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose glcicbcr Nummer in den beiden Abteilungen I und II Gewinnauszug 4. Klaffe 36. Preubisch-Süddeulfche (262. Preith.) Staats-Lotterie I. s. Narben-Industrte . . Dynamit Nobel..... Sckeibeanstal!...... Goldschmidt ...... RülgerLwerke...... Metallgeiellschasi..... Kirche und Schule. Landkreis Wietzen. X W i e s e ck. 10. Jan. In unserer Pfarrei wurden im Jahre 1930 getauft 55 Kinder (1929 55), konfirmiert 31 (51), getraut wurden 30 Paare 48 , kirchlich beerdigt wurden 39 Gemeindcglteder (29). 21m hl. Abendmahl nahmen teil 780 (829). X 21 lten - Buseck . 10. Jan. In der P s a r r e t Alten Buseck Trohe wurden im Jahre 1930 getauft 15 Kinder (1929: 23), davon in Trohe 3 (5), konfirmiert 12 (40), davon von Trohe 3 (6), getraut wurden 10 Paare (11), dabei von Trohe 3 (0), kirchlich beerdigt wurden 13 Gemeindeglieder (18), dabei in Trohe 2 (0). Am hl. Abendmahl nahmen teil 1366 (1468). Wenn ort .. Parts.... Schweiz .. Sva -icn . . Japan . . - 4tio de Jan. Wien in 2-‘ Ceft. abgeft Prag . . . - Beiirad . . 2>doat>.*ft . . Bui arten . ftffaöon . . lamtg. . . .Ronft rum. Silben. . . Ganaoa . . Um uat). . Tatro ... 14,9 30,5 28,25 34965 82730 84416 102075 178307 200417 201768 262162 283828 296045 360532 379790 385381 6827 45261 47104 49408 157010 269211 276537 365923 372440 377743 8552 8716 29148 76350 127320 166994 173910 215945 226232 271211 358080 362276 Einbruch in eine Butzbacher Schuhfabrik. • Butzbach, 14. San. Wie gestern schon kurz gemeldet, wurde in der hiesigen Schuhfabrik von Dreher ein Einbruchsdieb st ah l verübt. Aach den Feststellungen der Landeskrtrninal- polizeistelle Gießen ist der Täter mittels einer Leiter und auf Strümpfen gehend, von der Rück- seite des Geschäftsgrundstüdes aus über ein Dach hinweg auf das Dach des Lagerhauses gelangt und hier durch ein Dachfenster in das Haus eingedrungen. Der Spitzbube entwendete etwa 25 Paar Schuhe, meist braune und schwarze schwere Arbeiterschuhe, ferner einige Frauen-Halbschuhe, die er den Kartons entnahm und in einem Sack verstaute, während er die Kartons vorsichtiger weise in den Lagerregalen zurüdlieh. Auf dem gleichen Wege, den er gekommen, verlieh er den Schauplatz seiner nächtlichen Tätigkeit wieder. Allem Anschein nach ist der Einbruch in der Aacht zum Sonntag verübt worden. Die Tat wurde am Montag im Laufe des Tages entdeckt. Die polizeilichen Aachforschungen sind im Gange. Lattvkrcis «licftcii. X Klein-Linden, 13. Jan. Gestern konnte Frau Marie Weigel Wwe., geb. Jung, Wetzlarer Straße 49. ihren 8 0. Geburtstag feietn, während Frau Margarethe Deibel Witwe, Lahnstrahe, 7 0 I a h r e alt wurde. * Alten -Buseck, 13. San. Am Samstag fand die Generalversammlung des Ke - In der heutigen Vvrmiitagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen Holzverfieigerungs - Termine. Donnerstag, den 15. Januar. Versteigerer: Vürgermeisterei Lich. Dersteige- rungsort: Distrikt Groß-Heuserberg. Zusammenkunft am Waldeingang der Provinzialstraße Aieder-Vessingen—Langsdorf. 10 Uhr. Srnntiuvtcr Getreidebörse. Frankfurt a. M. 14. San. Es wurden notiert: Weizen 1 272,50 bis 274: Weizen2 177 50: Braugerste 215; inl. Hafer 157 bis l60: süddeutsches Weizenmehl Spezial 0 41,50 bis 42 50 Roggenmehl 26.25 bis 27.15; We^enklme 9.25 bis 9,50; Roggenkleie 9 Mark. Tendenz: Ruhig. Futtermittel fester. ,'tanffurtet Maschinen .... 4 Griyner • . 6 Heyligenftaedt ...... 0 3imflbani....... . . . 6 fiedimede..........S Mainkraswerte Höchst a. M.. .8 Miag 10 Gebr. Roeder ...... 10 Sotgi & Haesfner ..... S Süddeutsche Zucker .... 10 2 Gewinn» ju 50000 M. 379380 2 D«winn« |u 10000 M. 327827 ----- !37378 Frankfurt a. M., 14. San. Tendenz: schwach. — Aachdem bereits die gestrige Abend- bbrse trotz leich'.er Snterventionstätigkeit^schwächer tendierte, eröffnete die heutige Dörse in sehr schwacher Haltung. Ein Druck auf die Stimmung wurde namentlich von den schwachen Auslandbcr en ausgeübt, so daß allgemeine Kursrückgänge ein traten. Es kam wieder viel Material auf den Markts das vorwiegend aus schwachen Depots herrühren soll. Man weist außerdem auf den ungünstigen Quartals'chiuh des Stahlverbandes und auf die bevorstehenden Genfer Verhandlungen hin, von denen man für Deutschland nur sehr wenig Günstiges erhofft. Auch die schwache Haltung der internationalen Aktien wirkte kursdrückend. Da auch die Vaissepartei zu einigen Blankoabgaben schritt und dem entartt feine Aufnahmestimmung gegenüberstand, ergaben sich gegen die gestrige Abendbör e Rückgänge von Ibis 3 Prozent. Durch größeren Kursverlust fielen am Dankenmarkte Reichsbank auf, die 7,25 Prozent schwächer lagen. Die übrigen Vankwerke erlitten Rückgänge von 1 bis 1,5 Prozent. Desvn- ders schwach lagen Montanwerte, Gelsenkirchen und Rheinstahl 4 Prozent Verlust, während sich im übrigen Einbußen bis zu 2 Prozent ergaben. Kali setzten von 2,5 auf 4,5 Prozent nichtiger ein. Am Elektromarkt standen Siemens mit minus 3,5 Prozent stark unter Kursdruck, AEG. mit minuS 2 Prozent, von Chemiewerten lagen S.-G- Farben und Scheideanstalt je zu 0,5 Prozent abgeschwächt. Angeboten waren außerdem Deutsche Linoleum (minus 3,5 Prozent) und Hapag minus 25 Prozent. Am Kunstseidemarkt verstimmte die Stillegung der gesamten Demberg- betriebe. QIÄU. verloren 1 Prozent, ‘Bömberg wurden 3 Prozent niedriger taxiert. Arn Vauunternehmungsmarkt waren Wayß & Frey» tag stärker angeboten, ein Kurs kam jedoch nicht zustande (Taxe 4 Prozent schwächer). Zement Heidelberg büßten 1.5 Prozent ein. Von internationalen Werten wurden Chade und Svenska erneut mit je 10 Mk. niedriger taxiert. Am Anleihemarkt standen Aeubesih unter Kursdruck, Altbesitz relativ behauptet, Ausländer ohne Geschäft. P andbriefe still. Reichsschuldbuchforderungen schwächer. Sm Verlaufe bröckelte die Abgabeneigung weiter ab. Reichsbank konnte sich 1 Prozent erholen. Am Geldmarkt blieb der Sah für Tagesgekd unverändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2080, gegen Pfund 20,43, London gegen Kabel 4,8550, London gegen Paris 123.83, gegen Mailand 92.75, gegen Madrid 46.95, gegen Schweiz 25,07, gegen Amsterdam 12,0613. Berliner Börse. Verl in. 14. San. Die heutige V"r'c eröffnete, wie schon vormittags, bei der Fülle der vorliegenden ungünstigen Rachrich'en natürlich nicht anders zu erwarten war, in schwache rHal- t u n g. Der wenig erfreuliche Quartalsbericht des Stahlverbandes, der schwache Schluß der gestrigen Aeuyorker Sorte, die bevorstehenden Genfer Verhandlungen, die schwache Reichsmark usw. waren genügend Momente, um sowohl Stadt- als auch Provin-kundschaft und das Ausland zu Abgaben zu veranlassen. Teilweise waren diese allerdings auch nicht freiwillig. Obwohl es sich meist um Veträge von 6 Mill, handelte, die zum Verkauf gestellt wurden, summierte das bei den Hauptwerten doch so stark, daß llmfätic bis 100 Mill, ziemlich häufig waren. 2llte Reichsbank verloren 7.75 Pro;, und neue Reichsbank 4 25 Pro;. Schultheiß und Svenska verloren le 10 Mart. Chadeaktien 9.75 Proz.. Rh-instahl 4.75. Gelsenkirchen 4.75 Proz. Kaliwerte bis zu 4 Proz. niedriger. Sulius Torger büßten auch auf da» Dementi von dem russischen Turbincnau^rag 3,t5 Prozent ein. Anleihen neigten ebenfalls zur Schwäche. Reubrtih notierten anfänglich mitMi- nus-Minus-Zeichen 0,39 Proz. niedriger. Mexikaner verloren mit Minus Minus bis zu 1 Proz., die übrigen Ausländer waren etwa behauptet Pfandbriefe uneinheitlich, aber überwiegend schwächer. Geld war weiter angezogen. Tagesgeld 3 75 dis 5,75 Pro) und nur noch vereinzelt 3.^0 Prozent. Monatvg.ld 6,25 bis 7,50 Proz. wechsel 5.39 bis 5 P-.oz. etwa. Auch nach den ersten Kursen blieb die Tendenz unsicher Die Mehrzahl der Papiere erfuhr weiteren 1- biS 1 50pro>. Abschlag. Rur die besonders stark gewordenen Werte zeigten kleine Erholungsneigung. 7tränrrün^^J""'"2erhri^ Schluß«. 1-Ubr- l E^luA- Amang, lurti I fluni | Ines I flun» Schul chetL Patzenhoser . . Cftroerte...... • »tu.......... Bemberg Zellstoff Waldhos . . . . ßellfioff Vifdiaffenburfl . . Cbarlotten bürget Baffer . Tesiauer (Ba5..... Taimlet Motoren . . . . Teulfche Linoleum . . , IQaichincnbau 2L-0. . . . Nai. Automobil . . . • • OrenOein S Koppel . . . Leonhard Tietz . . . • • SvenLka........ Zit (in, 13 Januar_______I amen!an0d-,e Roten ...... Sclgüdie Roten ....... £duüdie Noten ....... Cng'iidie Noten...... • • RinnibniAe Noten ...... Hollanblsche Noten Iialienische Noten. ...... Norwegische Noien Deutich-Lesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten....... Schlvedische Noten • Schweizer Roten . Evanlfche Kosen........ T>checho>iowaHiche Noten Üngariidje Noten Devisenmarkt Berlin — Oberheffen. Oie Bürgermeistenvahl in Holzheim gültig. Vom Kreisamt Gießen wird mitgeteilt: Die Ermittlungen, die auf Grund eines Einspruchs vom 7. Dezember 1930 gegen d i e Dürgermei st erwähl in Holzhei m an- aestellt wurden, haben ergeben, daß ein An - laß zurDeanstandung derWahl nicht vorlag. Die Wahl ist vollkommen einwandfrei verlaufen; insbesondere sind Line Tatsachen fest- gestellt worden, die geeignet waren, das Wahlergebnis in unlauterer Weise zu ändern. (Stabfoorftanb in Alsfeld. >* Alsfeld. 13. San. Sn der gestrigen Stadtvorstandssihung stand eme Reihe bedeutungsvoller Vorlagen auf der Tagesordnung. Heber die E inf ü h r ung de r ® u t - g e r ft c u e r entspann sich eine lebhafte Debatte. Schließlich wurde die Steuer mit 12 gegen 8 Stimmen der Linken und des Rationalsozialisten a n - genommen. Die Einführung wurde vorn s-ech- nungsjahr 1931 ab nach dem Landessatz beschlossen. Der nächste Gegenstand der Beratung betraf die Erhöhung der Kanalbenuhungs- gebühren. Aus der von der Bürgermeisterei gegebenen schriftlichen Erläuterung ergab sich, daß für das in Ausführung begriffene Rotstandsprogramm zur Beschäftigung von ausgesteuerten Erwerbslosen mit Kanalisationsarbeiten in Hohe von 150 000 Mk. eine jährliche Mehrbelastung von 14 750 Mk. entsteht, die zur Hälfte aus den Er- trägjriffcn der erhöhten Biersteuer, zur anderen Hälfte aus einer 50prozentigen Erhöhung der Kanalbenutzungsgebühren gedeckt werden soll, da eine Erhöhung der Umlagen für das Rechnungsjahr 1931 gesetzlich nicht möglich ist. Die vorgesehene Erhöhung der Gebühren um 50 Prozent mit Wirkung vom 1. April 1931 wurde genehmigt und die entsprechende Aenderung der Gebührenordnung beschlossen. Für die Herstellung einer Asphalt- betonöede der Straße Alsfe ld—Altenburg, die gemeinsam mit der Provinz Oberhessen durchgeführt wurde, ist von der Provinz eine Rachforderung von etwa 3000 Mk. gegenüber dem ursprünglichen Voranschlag erhoben worden. Es wurde dazu beschlossen, die Rach- foröerung abzulehnen, da die Provinz die Stadt von den Unterlagen für die nachträglich geltend gemachte Mehrforderung nicht vor Ausführung der Arbeiten in Kenntnis gesetzt hat. Der Stadt- vorstand steht einstimmig auf dem Standpunkt, daß die Straßenverbreiterung ausschließlich im Snteresse des Verkehrs auf der Provinzialstraße • Der Aktienindex. Der vom Statistifchen Rcichsamt errechnete Aktienindex (1924 26^100) stellt sich für die Woche vom 5. bis zum 10. Sa- nuar auf 85,0 gegenüber 85,1 in der Vorwoche, und zwar in der ^Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 78,8 (78.8), Gruppe verarbeitende Snbuftrie auf 74,4 (74,6), und Gruppe Handel und Verkehr auf 108,8 (108,9). • Bankkrach in Haiger. Die Haiger Dank G. m. b. H. in Haiger s Dillkreis) hat ihre Zahlungen eingestellt. Der Grund für diese Maßnahme ist in der außerordentlich ungünstigen Situation zu suchen, die durch die Stillegung fast der gesamten Sndustrie entstanden ist. Die Verwaltung strebt einen Stundungsvergleich an. • Ungünstige Lage im Erzbergbau des Lahn-Ditl-Gebietes. D'.e Hngewih- heit über das Ausmaß des Erzabruses im neuen Sahre wirkt sich auf die Grubenbetriebe des Lahn-Dill-Gebietes ungünstig aus. Ein weiterer Rückgang der Abrufe würde die Gefahr von Betriebseinstellungen in den Bereich der Möglichkeiten rücken. Verhandlungen über Lohnsenkungen haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Frankfurter Börse. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schnftteitung.) h. in G. Ihre Einrede der Unzuständigkeit des auswärtigen Gerichts wird voraussichtlich keinen Erfolg haben da Ihnen auf Grund der längeren Geschäftsverbindung bekannt mar, daß die Liefer firma ihren eigenen Wohnsitz als Gerichtsstand au Grund Vereinbarung gelten lassen wolle. Ihr früheres Schweigen wird nunmehr als Zustimmung zu den Geschäftsbedingungen der Lieferfirma angesehen werden können. Rr. 99. 1. Für den Fall, daß zur Zeit der zweiten Eheschließung Ihres Vaters minderjährige oder bevormundete Abkömmlinge vorhanden waren, mußte er sich mit diesen wegen des Nachlasses der Mutter vertraglich auseinanderseyen. Holen Sie eventuell hierüber mündlich oder schriftlich Auskunft bei dem zuständigen Amtsgericht ein. 2. Bei einer nach dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs geschlossene Ehe gilt, wenn die Ehegatten weder ein Testament noch einen Erbvertrag errichtet haben, das gesetzliche Erbrecht. Da Kinder vorhanden sind, erbt der überlebende Ehegatte ein Viertel des Erstverstorbenen. Das Gesetz kennt keinen „Witwensitz" in diesem Falle. 3. Obwohl Sie hierüber nichts Genaueres angegeben haben, vermuten wir, daß Ihr Vater am Vermögen Ihrer Mutter nur den Besteh hatte, während Sie nach Solmser Landrecht Erbe geworden waren. Deshalb darf er die Substanz der Erbschaft keinesfalls pflichtwidrig verletzen ober verkommen lassen. A. 100. Das Kirchnotgeld wird auf Grund landeskirchlicher Anordnung mit staatlicher Genehmigung, und zwar nicht nur einmal erhoben. Pfändungen sind natürlich im Falle der Nichtzahlung möglich. Wenden Sie sich, wenn Sie die Zahlung zu hart trifft, an Ihr Pfarramt. g e lklub s „Gut Holz" statt. Dem Sahres- bericht war zu entnehmen, daß sich der Klub auch im Sahre 1930 rege an allen Kegelveranstaltun- gen beteiligt hatte. Beim Bundesmannschaftskegeln in Wieseck und Trohe wurde je der 2. Preis errungen. Das An- und Abkegeln innerhalb des Vereins wurde werbend durchgeführt. Den Kassenbericht, der einen Tieberschuh aufzuweisen hatte, erstattete Rechner W. Wagen- b a ch. Der seitherige Vorstand wurde mit Ausnahme des Schriftführers, der fein Amt niedergelegt hatte, wiedergewählt. gck. G r oß e n - D u s e ck , 13. San. Sm Saale des Gastwirts Wilh. Wagner beging der Gesangverein ..Sängerkranz" fein 3 0. Stiftungsfest. Vorsitzender W. E e i v p begrüßte die zahlreich Erschienenen, dankte dem Dirigenten und den Mitwirkenden für ihre hingebungsvolle Arbeit und gab der Hoffnung auf ein weiteres Blühen des Vereins Ausdruck. Er konnte wiederum einer Anzahl von Mitgliedern das Ehrendiplom für 25jährige Zugehörigkeit zum Verein überreichen. Die unter der erfolgreichen Leitung des Dirigenten K. Rico- l a i gebrachten Chore fanden wohlverdienten Beifall. Eine angenehme Tleberraschung bot W. Drehwald durch den Vortrag von Loe- wes „Tlhr'. Mit seinem umfangreichen Weichen Bariton brachte der Sänger die Komposition einwandfrei zu Gehör. Heimatdichter Gg. Heß (Leihgestern) bot in bekannter sympathischer Art eine Reihe seiner lebensnahen, humorvollen Dichtungen. Auch zwei flottgespielte heitere Szenen sorgten für willkommene Abwechslung. Verlosung und Tanz brachten den harmonisch verlaufenen Tlnterhaltungsabend zum Abschluß. Kreis Friedberg. * Groß-Karben, 13. San. Sn der letzten Rächt wurde im hiesigen Dolkshaus Turnhalle ein Einbruch verübt. Der Täter drang nach Zertrümmern einer Fensterscheibe in das Gebäude ein und stahl einen Radioapparat mit Schalldose im Werte von etwa 500Mk. Die alsbald benachrichtigte Landeskriminal- polizeistetle Gießen machte die erforderlichen Feststellungen und brachte die Rachforschungen nach dem Täter in Gang. Kreis Büdingen. Ridda, 13. San. Seinen 70. Geburts- t a g darf morgen Sanitätsrat Dr. K o ch in bestem Wohlbefinden begehen. Der Subilar, den eine 41jährige berufliche Wirksamkeit mit unserem Städtchen und seiner Umgebung verbindet, ist eine in weiten Kreisen bekannte und hoch- angesehene Persönlichkeit, die bei ernstester Berufsauffassung sich ein teilnehmendes Herz, heiteren Sinn und soziales Verständnis bewahrt hat. 4 ©etoinne xu 5000 M. 200975 210028 10 Dewin»« jiu 3000 M. 99266 116219 377087 387988 , 4 Gewinn« ju 2000 M. 4609 396366 20 Gewinn« ju 1000 M. 65448 70793 92321 135790 200969 249083 261831 320899 342136 352238 44 Gewinne xu 800 M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 d. 5). Philipp Hohmann Zementwerk Heidelberg . . 10 Lemcntmerk Karlstadt. ... 10 Wayb & Kregtag......6 Sranltun a. M. Strhn Datum । Sraniiun a. Dl. | Äcrlin Schluß«! lurt 1 1-Uhr- flur.' Schluß-j für- 1 tinfa g- flurs Ea?.up«: l-udr- tur» | fl r« Schluß- lurt 1 4ln,ang» flurd Datum 13.1. 14-1. 13.1. | 14.1. 13.1. | 14.1. 13.1. 14.1. 6% Deutiche Reichiameihe 7% Dculsche RetchSanleihe von 192D ......... • Seutfdie Anl..Slb1öi.-<-chuId mii eUKloi.'tHcrtlcn....... Deegl. ohne Aiiolvl.-Reckte . . 6% Heil. PoMiiaat von 1929 85,5 100,5 51,65 4,45 90 50 50,5 99,75 92,5 89 100 97 - 1,25 17 17,65 1,45 3 2,95 2,95 8,75 13,5 6,9 1 | 22 1 1 1 1 1 1 1 l 1 1 II 1 1 1 1 1 1 II 1 H 85 100,4 51,6 4,4 89,7 50 100 97 97 26,4 2,15 1,35 21,9 18,13 1,4 2,9 2,9 9 13,6 6,95 ä*o i 21 1 i i i i' i I l I l l s« l i r>amvurg.Ämertla Pake! . . . Hamburg-Südam. Dampsschtfs. 8 fcania Tampslcklss.....io Rorddeuticker Lloyd.....8 Ällgemeine TeuticheCrrdtlanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Hanbel-gelellschafi . 12 Üommen- und Privai-Bank . 11 Tarmstädler und Nationalhank 12 Tcuilche Bank und Disconlo-ÄeseUschast, ... 10 Dre«dner Boni......10 Reichel! anl........12 •a.G.®............b Bergmann.........9 difttt. Lteterungsgesellschast. 10 tllchi und ftiaft......io gelten & Guilleaume ... 7}^ Besellschatr für Elektrische Unicrnehmungen .... 10 Hamburger ElektrizitätS-Werle 10 j.bx'inlidif Eiekrrtzität .... 9 Lchlciilche Eiekrrizirät. . . . io srtiudctt&tto.......11 Llemrnr S Halrte ..... 16 -.'obmeverL Co.......10 Buderus..........6 Deutsche ErdSI . ...... Ei'cner Steinkohle ...... L 56 = 1 56.5 98 100 108,25 140,75 107,5 108,25 231 87^5 90 92 71 86,5 112,5 104,5 141 108 41,25 57 74 72 51 57 32 53 143 61,75 54 100 107.25 106,5 107 223,75 85,5 9M 137J> 40 70 70 55 51 58,25 1 — 56.25 118,5 97.5 56.65 98 100 118.75 108,25 140,65 108 108.5 232,5 87,75 95 90 93.5 72 88 102.9 111,75 95 103,75 140,75 120 109 41,25 56,5 75,25 72 60 160 51,5 65.13 58 32,5 32 63,4 53,5 144 62,75 72 54,5 116 96 55,4 97.75 100 117.5 107.25 139 107 107 224,5 86,5 91.25 89 91.75 69,5 86 — 93 101 139 119.65 41 55,13 n. 69 159.75 49.5 55,5 I 31,5 l 62,5 52 141 i CbriMfcn Provinz . Anleihe mi' Aueioi.-Neckiicn...... Deuiiclit Komm. Sammelabl. Bnicihc Serie ....... 8% KranU. Hov.-Bnnk Soldpie XIII uuhmBbar bl- 1934 . - - 7% r.rantl. Hvv.-Aant Soldpfe 4U% Ndelniiche Hvp.-Banl Biqu. Goirpse........ 8% Pr. Lanberv'andbriesanltall. yinnftbrii-fr ')! I 9 .... 6% Pr l'anocer । an^biiefanftalt, aomm.-Lbi. R. 20...... 7% Pr. «anecov an Dbriefanftolt, YlonCbricle fit. 21 ..... Sl.S.Q). obfl. 8?ot.tiefl8-Obligationen. rückzahlbar 1932 .... 4% Ceftcnrtditldif ©oißrrnte . . 4,20% Ocfterrelchilche CUbcrrente 4% Lellerrelchilche Einheilliche 4% Ungarische Soldrenie . . . 4% Ungarische Slaalsrente v. 1910 4H% vesgl. von 1913..... 4% Ungarisch, Sronenrenle . . 4% rürlilche Zollanleide von 1911 4% Türitiche Bagdadbahn-Anl Serie ............ 4% ve4gl. Serie 11 . . - - - • • 5% Rumänische veretnh. Rente von 1903 ......... Rumänische veretnh. Rente von 1913 .......... <% Rumänische veretnh. Rente Harpcnct. . ........ 0 Hoesch Eisen. ....... 61^ Iilc Bergbau.......10 klöckncrwcrke........? SSIn-Ncucssen........7 Mannesmann-Röbren • • • • ’ Manssclder Bergbau..... Cbcridllci. Siienbedatt .... 5 | Lberschles. tiokswerte..... Pbönir Bergbau......6’A Rdetnlsche Braunlohle» . . 10 1 Rhein stahl..... 6 1 Stiebeck Montan......7,2 4,195 4.215 53.33 58,57 111.98 112.42 20.41 20.49 16.45 16,51 168.76 169.44 21.98 22.06 111.98 112,42 58.89 59,13 2.475 2.495 112.30 112.74 81.31 81 .63 43,41 43.59 12.405 12.465 73,15 73,45 Frankfurt a.M. Amtliche Notierung Amtliche Notierung foflO Sries Geld Leies 169.03 169.37 169,15 169,40 1.268 1,272 1,243 1.247 58.46 58,68 58,57 58,69 112,27 112,49 112.32 112,54 112,27 112,49 112,32 112,54 112,45 112,67 112,53 112,75 10,571 10.591 10.576 10.596 22.00 22.04 21,905 22.035 20,395 20,435 20,409 20,449 4,2015 4,2095 4,204 4,212 16.475 16,515 16,475 16,515 81.36 81,52 81,39 81,55 43.81 43,89 43.36 43.44 2,081 2,085 2.079 2,083 0,390 0,392 0,390 0,392 59,06 12,441 59,18 12,461 /12442 , 7.529 - 73.41 , 3.044 l 18,84 81 .52 —59,20 l5.«di 7,428 7,442 7.443 73,375 73.515 73,55 3,041 3.047 3,050 18,825 18.865 18,88 81,48 31,64 81.68 1.784 1.789 6 1 784 1,789 5.44 5.45 1 5^445 4 191 5.455 4,190 4,198 4.199 2.847 2,853 2 J47 2.753 20,91 20,95 20,92 20,96 11 A In großer Auswahl stets vorrätig Schmücker OeOentl. Versammlung Das Ende derTribnt-Politik! Aussteuern Großer Preis-Abbau bei Mädchen leilnehmen. 0227 im 0220 Benützen Sie weiter diese Gelegenheit! 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Januar 1931, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. einen Herrenzimmerschrank, ein Büfett, einen Waschtisch, drei Sofas, drei Vertikos, vier Mähmaschinen, einen Regulator, einen Schreibtffch, einen Rauchtisch, zwei Diwans, einen Kassenschcank, eine Schreibmaschine, eine Blumenkrippe, ein Grammophon mit 28 Platten, eine Qe- derwalze, eine Steppmaschine, ein Wirtschaftsbüfett, zwei Warenschränke, eine Flurgarderobe, ein Nachtschränkchen, em Fahrrad (Eldi), eine Schneider-Nähmaschine, zwei Bettstellen, eine Korbmöbelgarnitur, zwei Tische, zwölf Stühle, eine Ladeneinrichtung, eine Haarschneidmaschine, ein Motorrad. 4160 2. Bestimmt: 13 Hemden, ein Cont. blauen Handtuchstoff, ein Cont. Neglige, drei Cont. Schürzenstoff, ein Cont. Manchester, ein Cont. gestreiften Flanell, ein Cont. Cemsy, sechs Deckchen, 18 Röckchen, zwei Kilo T-Wolle, 15 Stränge Roevenwolle, eine Frauen-Futterhose, drei Futteranzüge, eine Futtertaille, ein Cons. Haustuch, drei Meter gestreiftes Flanell, drei Handtücher, drei wollene Schals (sämtliche Gegenstände neu), 23 neue Herren- und Damenfahrräder. 3. voraussichtlich bestimmt: 100 Äokosbesen, zwölf Roßhaarbesen, 15 Kinderklappstühle, zwei Holländer, zwölf Pferdchen, acht Puppenwagen, 92 Siinberfpiete, 40 Fahrleinen, fünf Waschleinen, 24 Fruchtsäcke^ 20 Feldstühle, fünf Klappstühle, 100 Kartons Christbaumschmuck, einen Aga-Wagen, einen Opel- Omnibus — letzterer an Ort und Stelle, Ort wird in dem obigen Lokal bekannt- gegeben. Sern Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstrah« 13 «= Telephon 4101 Für 2 bis 3 Personen 1 Pfd* Perlbohnen..........20 Pf. Fetten Spedc, 14 Pfd*..... 25 Pf. zusammen 45 Pf.