nr. 266 Erstes Blatt 181. Jahrgang Freitag, 15. November 1951 ErIcheinl täglich.oußei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bie^ener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsyrechanschlüsse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Eietzen. Postscheckkonto: Sranffiirtam Main 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger sm Oberhessen Drnck und Verlag: vrützl'sche Unlverfilalr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchristleitung und GeschiftsNelle: S-Wtra^e 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20" , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Die deutsch-französischen Verhandlungen. Roch alles in der Schwebe. - Die Möglichkeit einer Einigung auf zwei parallelausschuffe zur Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit. Berlin, 12. Rov. (TU.) Der französische Botschafter Francois Poncet ist heute vormittag wieder in Berlin eingetroffen. Entgegen der Behauptung der „B. Z", die unter den großen Überschriften „Europakonferenz ist beschlossen" — „Verständigung in Paris" behauptete, daß die „Pariser Mission" des Botschafters beendet fei, und die deutsch-französischen Verhandlungen praktisch als abgeschlossen anzusehen seien, kann auf Grund von Erkundigungen an zuständiger Stelle gesagt werden, daß alles noch in der Schwebe ist. lieber die Frage der Zuständigkeiten des BIZ.- Ausschusses ist eine Einigung bisher noch nicht erzielt worden. Heberhaupt dürfte es leicht übertrieben sein, von einer „Pariser Mission" Poncets zu sprechen, der nach Paris gefahren war, um seine Gattin nach Berlin zu holen und bei dieser Gelegenheit selbstverständlich auch mit der französischen Regierung Besprechungen gehabt hat. Die Derhandlungssührung auf deutscher Seite liegt dagegen selbstverständlich in der Hand des deutschen Botschafters von Hoesch, dem Ministerialdirektor Ritter vom Auswärtigen Amt neue Weisungen der Reichsregierung übermitteln wird. Ministerialdirektor Ritter begibt sich bekanntlich als deutscher Generalsekretär-des deutsch-französischen Wirtschaftsausschusses heute nach Paris zu der am Freitag beginnenden ersten Sitzung. In Berliner politischen Kreisen rechnet man nunmehr damit, daß die Entscheidung "bereits in allernächster Zeit fallen wird, vielleicht schon in den nächsten Besprechungen, die der Botschafter von Hoesch mit Laval haben wird. Diese Besprechung dürfte wohl bereits am Freitag stattfinden. Unter der Voraussetzung, daß sie eine Einigung bringt, würden dann die entsprechenden Beschlüsse der Reichsregierung sehr bald zu erwarten fein. Man kann wohl annehmen, daß dann gleichzeitig zwei Ausschüsse einberufen werden, also sowohl dec beratende Sonderausschuß bei der BIZ., wie auch ein Stillhalteausschuß. Beide Ausschüsse würden dann zwar nebeneinander tagen, cs liegt aber auf der Hand, daß die Ergebnisse ihrer Beratungen nur einheitlich bewertet werden könnten. Wie wir erfahren, entspricht die Ankündigung, daß Botschafter Francois Poncet nach seiner Rückkehr aus Paris noch heute eine Unterredung mit dem Reichskanzler haben werde, nicht den Tatsachen. Er hat sich bis zum Abend nicht bei Dr. Brüning angemeldet, und da dieser morgen nach Mainz fährt, um dort am Abend eine Rede zu halten, liegt es auf der Hand, daß der Botschafter wohl zunächst den Staatssekretär von Bülow über seine Pariser Eindrücke unterrichtet. 3m allgemeinen beurteilen politische Kreise den Stand der diplomatischen Fühlungnahme über Oie weitere Entwickelung der Reparationsfrage recht zuversichtlich. So sehen die Dinge nun allerdings nicht aus, wie sie heute in einem französischen Blatt, dem „Cxcelsior", dargestellt werden. Er behauptet, daß der Standpunkt der französischen Regierung sich in vier Punkte zusammenfassen lasse. Danach soll erstens der Sonderausschuß genau begrenzte Vollmachten haben. Demgegenüber muß man seststellen, daß die ganze Prüfung keinen Zweck hat, wenn sie sich nicht auf den gesamten Komplex der einschlägigen Fragen beziehen würde. Es hört sich ja auch merkwürdig an, wenn das Blatt — das ist der zweite Punkt — behauptet, _ es handele sich darum, die deutsche Lage zu prüfen und nicht, die deutsche Zahlungsfähigkeit noch einmal zu kalkulieren. Das ist ein Wider- sprach in sich, der auch nicht gerade dadurch an Logik gewinnt, daß das Blatt uns vorwirft, wir seien ein reiches Volk, das nur durch schlechte Verwaltung seinen Kredit zerstört habe. Ein so sachverständiges und maßgebliches Gremium wie der Wiggins-Ausschuh hat ausdrücklich festgestellt, daß Deutschland alles nur Mögliche getan hat, um seine Finanzen in Ordnung zu halten. Rach dem dritten Punkt des „Excelsior" will Frankreich sich dagegen wehren, daß die Reparationen den kurzfristigenKre- diten geopfert werden sollen. Riemand hat ein solches Verlangen gestellt. Aber Deutschland hat gefordert und muß diesen Standpunkt selbstverständlich weiter vertreten, daß die Gesamtlage berücksichtigt wird und sie wird von der Frage der kurzfristigen Kredite natürlich sehr stark beeinflußt. Schließlich wird rn dem vierten Punkt die Regelung der Reparationen von einer parallelen Schuldenherabsetzung durch die Vereinigten Staaten. abhängig gemacht, das ist schon nach dem ganzen Gang der bisherigen Reparationsbesprechungen eine Unmöglichkeit. Sie stehen eben doch so, daß Präsident Hoover den Prozeß gewissermaßen an die erste Instanz zurückverwiesen hat, indem er Deutschland und Frankreich sich zunächst einmal untereinander auseinandersetzen läßt. In diesem Stadium kann aber keine Rede von den Schulden bei Amerika sein, auf deren Gestaltung Deutschland nicht den geringsten Em- sluß hat. Aus allen diesen rein sachlichen Unmöglichkeiten kann man eigentlich nur schließen, daß es sich mehr um vier Punkte des „Excelsior" als der französischen Regierung handelt. Ilm so notwendiger erscheint es, ihnen sofort die Wirklichkeit entgegenzustellen. Laval berichtet den Kammerausschüssen. Tie Regierung hat sich alles bobcliftUen. Paris, 12. Rov. (WTD.) Ministerpräsident Laval erstattete in den vereinigten Karnineraus- chüssen für Auswärtige Angelegenheiten und Finanzen ein eingehendes Expose über die internationalen Verhandlungen, die auf Hoovers Vorschlag vorn Juni d. I. folgten. Er gab bekannt, daß nach Prüfung der Lage in Europa und insonderheit in Deutschland Präsident Hoover und er darüber einig gewesen seien, daß die Initiative für die Einberufung des im Poungplan vorgesehenen beratenden Sonderausschusses ergriffen werde. Erst nach Einbringung des Berichtes der Sachverständigen würden die Regierungen die Bestimmungen der neuen Regelung, die für die Depressionsperiode in Kraft treten soll, ins Auge zu fassen haben. Auf eine Frage des Abgeordneten Guernut erwiderte der Ministerpräsident, daß innerhalb der Reparationen und Kriegsschulden er die Freiheit der französischen Regierung Vorbehalten habe, genau wie Präsident Hoover diejenige seiner Regierung. Die Rechte des Parlaments seien von jeder Seite gewahrt worden. Eine Regelung Deutschland von außen gesehen. Ein optimistischer Bericht der Times. London, 12.Rov. (WTD.) Heber die Rotlage Deutschlands und Oesterreichs sagt „Times" in einem Leitartikel u. a., Deutschland sei so schwer verschuldet, daß es seine jetzigenBerpflich- tungenwedervollkommennochpünkt- l i ch erfüllen könne. Ob es überhaupt jemals zur vollständigen Erfüllung imstande sein werde, werde wahrscheinlich bald offiziell untersucht werden. Die Zahl der Arbeitslosen betrage mehr als 4,5 Millionen und steige noch immer. Löhne und Gehälter seien wiederholt herabgesetzt worden und der Lebens st andardsei soniedrig, daß Tausende von verzweifelten Leuten Revolution oder Anarchie als Ausweg predigten. Aber die Verzweiflung sei gegenwärtig nicht die vorherrschende Rote. In der Finsternis zeige sich ein Sjoff° nungsschimmer, ein intuitiver Glaube, daß bessere Tage bevor stünden. Gerade die Riederdrückung des Lebensstandards der Arbeiter habe Deutschland zum größten Exportland der Weltgemacht. Es habe den Vorteil, einen wirklichen Führer zu besitzen oder vielmehr ein Triumvirat von Führern, und bisher habe es jedem Aufruf, den Dr. Brüning habe ergehen lassen, mit Disziplin und Geduld Folge geleistet. Der Zweck der jetzigen verbissenen Entschlossenheit des deutschen Volkes sei, größere Freiheit von den Lasten eines verlorenen Krieges zu erlangen. In Deutschland wie in Oesterreich ist das normale politische, wirtschaftliche und finanziell^ Leben einer so schweren Belastung ausgesetzt, wie sie g e - r a d e noch erträglich ist. Es ist von größter Wichtigkeit für die gesunde Entwicklung Europas zu verhindern, daß die Belastung derartig wächst, daß ein Zusammenbruch erfolgt, und jede Anstrengung zu unternehmen, um die Last zu erleichtern. In einem zwei Spalten langen Aufsatz des Berliner „Times"-Korrespondenten über die Lage Deutschlands heißt es u. a.: Die ilmstände haben nach Ansicht vieler Deutscher dem Lande bei den kommenden internationalen Verhandlungen eine Überlegenheit gegeben. Man hoffe, daß Deutschland nur sehr wenig Reparationen zu bezahlen haben werde und den größten Teil davon in Sachlieferungen, während die T i l- gung s einer privaten Schulden in erträglichen Jahresraten erfolgen werde, so daß die vormaligen politischen Gläubiger direkt ein Interesse daran haben dürsten, sich Deutschland gegenüber gut zu benehmen. Die Aussichten darauf, daß die deutschen Verbindlichkeiten vielleicht eine erhebliche Herabsetzung erfahren werden, haben die Führer der deutschen Oeffentlich- keit veranlaßt, die Ration aufzufordern, d i e jetzigen Opfer als den Preis einer besseren Zukunft zu tragen. Die ganze Lage hat sich zweifellos vorwärts entwickelt, unbedingt zum Besten Deutschlands und vielleicht auch zum Besten der Welt. Bezeichnend ist, daß ein Rationalist kürzlich seine Anhänger aufforderte, energisch j.eht nach der Macht zu streben, weil alles reif für d i e Lösung unserer auswärtigen Probleme ist. Wenn sich bei der Rechten eine zunehmende Bereitschaft zur Zusammenarbeit zeigt, mag diese Bereitschaft sehr wohl auf den Wunsch zurückzuführen sein, mitzuhelfen, die Früchte des Erfolges einzusammeln. Inzwischen geht das Leben in Deutschland so ziemlich seinen gewohnten Gang. Das Land leidet unter Einschränkungen, aber die Einschränkungen sind nicht übertrieben. Es hat noch niemals eine so wohlwollende Diktatur gegeben. Die Rotlage, der seit 18 Monaten mit Rotverordnungen begegnet wurde, war nicht eine bevorstehende Revolte oder Katastrophe, sondern die Unfähigkeit des Reichstages mit seiner Unzahl von Gruppen und Parteien als gesetzgebender Körper zu arbeiten. Rotverordnungen, die einen sehr extremen Eindruck machen, sind im Geiste der Mäßigung zur Anwendung gebracht worden. MMvsmdebatle in der sranMchen Kammer. Ministerpräsident Laval lehnt eine Arbeitslosenversicherung ab. Knappe Mehrheit für die Tagesordnung des Kabinetts. Paris, 12. Rov. (WTB.) Die Kammer ist heute nachmittag nach viereinhalbmonatiger Pause wieder zusammen getreten. Die Winter- session hat diesmal eine besondere Bedeutung, weil die innen- und außenpolitischen Verhältnisse es mit sich gebracht haben, daß rund 100 Interpellationen eingereicht wurden, um den Ministerpräsidenten zur Stellungnahme zu zwingen, einmal auf dem Gebiete der Außen- politic, dann auf dem der Arbeitslosigkeit und schließlich wegen der Frage der von der Regierung einzuschlagenden Agrarpolitik. Anläßlich der heutigen ersten Sitzung hatten die Arbeitslosen eine Kundgebung vor dem Parlamentsgebäude angekündigt, weshalb das Palais Bourbon im weiten Umkreise von Polizei bewacht wird. Rur die dürfen das Gebäude betreten, die mit Ausweiskarten versehen sind. Die angefagte Kundgebung ist jedoch im Sande verlaufen, da sich nur wenige Teilnehmer eingefunden hatten. An der Eröffnungssitzung nahm das ganze Kabinett teil. Um die Festsetzung der Tagesordnung kam es zu scharfen Auseinandersetzungen. Ministerpräsident Laval stellte dabei die Vertrauensfrage. Die Abstimmung über sie ergab eine Mehrheit von nur 39 Stimmen für d ie Regierung. Es wurde beschlossen, am DienStag die außenpolitische Aussprache zu beginnen. Der Sozialistenführer Leon Blum forderte beschleunigte Aussprache über die Arbeitslosenfrage. Er warf der Regierung das Fehlen einer Arbeitslosenversicherung in Frankreich vor. Er fragte dabei, was wohl aus Deutschland und England geworden wäre, wenn sie die Versicherung nicht hätten. Die Regierung müsse sagen, ob sie den Gemeinden helfen und eine Arbeitslofenkasse gründen wolle. Laval erwiderte u. a., die Regierung verkenne die Wirtschaftskrise nicht und wolle alles tun, um gemeinsam mit dem Parlament die Lage zu bessern. Die Einführung einer Arbeitslosenversicherung müsse er jedoch entschieden ab- lehnen. Gerade die übertriebene Ausgestaltung der Arbeitslosenversicherung habe es zu Wege gebracht, daß Deutschland und England unter der Wirtschaftskrise besonders schwer zu leiden hätten. (Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum.) Die Regierung sei zu durchgreifenden Maßnahmen bereit; hierzu werde am Freitag ein Erlaß erscheinen, nach dem der Staat 50 v. H. der Krisenhilfe auf sich nehme, während die übrigen 50 v. H. von den Gemeinden gedeckt werden mühten. Auf Zwischenrufe der Linken entgegnete Laval, er wäre seinen Gegnern für eine „Zauberformel" dankbar, die es ihm erlauben würde, gleichzeitig die öffentlichen Finanzen zu schützen und die Forderungen der Arbeitslosen zu befriedigen. Leon Blum forderte, unterstützt von dem bisherigen Vorsitzenden der Radikalsozialistischen Partei Daladier, die sofortige Beratung seiner Anfrage über die Finanzkrise bei den französischen Cisenbahngesellschasten. Laval stellte 0en Gegenantrag, die Erörterung über die Anfrage Blums erst nach der außenpolitischen Aussprache vorzunehmen. Diesen Antrag verband der Ministerpräsident mit der Vertrauensfrage. Bei der darauf folgenden Abstimmung erzielte die Regierung mit312Stimmen gegen273Stim- men die Mehrheit. — Die Sitzung wurde dann auf Freitag vertagt. der Kriegsschulden habe als realisierbare Hypothese, sobald die Umstände dies gestatteten, ins Auge gefaßt werden können. Der Ministerpräsident äußerte sich auch über die Berliner Verhandlungen eingehend und gab sehr charakteristische Einzelheiten über die Möglichkeiten einer deutsch-französischen Zusammenarbeit sowie über die Schaffung der gemischten deutsch-franzö- ischen Kommission. Rach dem „Echo de Paris" hat der Abgeordnete Guernut (unabhängige Linke) Laval gefragt: „Als es sich um die Bewilligung einer b-Milliarden-Anleihe zugunsten Deutschlands handelte, haben Sie, Herr Ministerpräsident, erklärt, Frankreich könne evtl, daran teilnehmen, aber nur vorbehaltlich politischer Bedingungen. Welches siiE diese Bedingungen?" Als solche Bedingungen, auf die von Reichskanzler Brüning ebenso freimütig, wie nega - t i v geantwortet worden sei, habe Laval genannt, Entspannung der Geister in bezug auf den Anschluß und den Danziger Korridor sowie Beendigungen der Kundgebungen des Stahlhelms und der Rationalsozialisten. — Auf die weitere Frage, ob Laval Hoover aufgefordert habe, das Problem der Kriegsschulden und der Reparationen miteinander zu verbinden, habe Laval geantwortet, es sei verabredet worden, daß die Frage der Verbindung dieser beiden Probleme neuerlich geprüft werden könne. Aber Frankreich wie Amerika hätten volle Handlungsfreiheit behalten. — Der radikale Abgeordnete Bergery habe gefragt: Laval habe Hoover gegenüber erklärt, daß Frankreich, wenn nicht internationale Abmachungen zugunsten der Sicherheit Frankreichs bestünden, seine Handlungsfreiheit für d i e Abrüstungskonferenz sich vorbehalte. Liege hierin nicht ein Widerspruch der grundsätzlichen Billigung des Genfer Vorschlags einer Rüstungspause? Laval habe geantwortet, das sei kein Widerspruch. Oer Wrrtschasisbeirat beerbet die Generalaussprache. Festlegung der Leitsätze. Berlin, 12. Rov. (TU.) Amtlich wird mifge- fcilt: Die aus den Mitgliedern des Wirtschustsbei- eales der Reichsregierung gebildeten beiden Aus - s ch ü f f e zur Jrage der Produktionskosten und Preise und Fragen des Zinses und Kredits haben ihre Generalaussprache heute in einer vormittags- und einer Rachmittagssihung in der Reichskanzlei unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning zu Ende geführt. Die Reichsregierung wird nunmehr während der nächsten Tage unter Leitung der nächstbeteiligten Reichsminister i n Linzeibesprechungen mit den Ausschußmit- glieöern d i e Formulierung von Leitsätzen über die Gestaltung des Wirtschastspro- gramms vorbereiten. Diese Leitsätze sollen den beiden Ausschüssen, die nach dem Bußtag in der zweiten Hälfte der nächsten Woche wieder lagen, zur endgültigen Begutachtung vorgelegt werden. Reue Zottverhandtungen mit Rußland. Berkin, 12. Rov. (Sil.) 2m August hatten zwischen Deutschland und Rußland Zolltarif- verhandlungen begonnen, die im Oktober ergebnislos abgebrochen werden muhten, da Deutschland den Russen keine Zugeständnisse machen konnte. Die Russen hatten Zoll- ermähigungen und Zollkontingente verlangt und ferner gefordert, daß Deutschland die Erhöhung der russischen Einfuhr nach Deutschland ermögliche. Deutschland berief sich demgegenüber auf das Meistbegünstigungsrccht und riet Rußland, auf den freien Markt zu gehen; denn der Mangel der Elastizität des Handelsmonopols könne von Deutschland nicht durch Regierungskäufe ausgeglichen werden. Runmehr sind zwischen Deutschland und Rußland erneut Verhandlungen eingelei- t e t worden. Der neue Reichswirtschaftsminister Warmbold hat die russischen ilnterhändler bereits zur ersten Besprechung empfangen. Die offiziellen Verhandlungen werden am Samstag beginnen. Es wird sich um folgende Punkte handeln: 1. die Steigerung der russischen industriel - lenEinfuhr, . 2. die Steigerung der russischen landwirtschaftlichen Ausfuhr, 3. um Zolltarif-, Dahn - und Hafengebühren. Cs sollen drei Ausschüsse gebildet werden, in denen diese Fragen behandelt werden. Die russischen ilnterhändler sind der Botschafter C h i n- ch u k, der Chef der Berliner Handelsvertretung, Ljubimow und Generalsekretär Weizer. • Wie die Telegraphen-ilnion erfährt, sind den Verhandlungen von Regierung zu Regierung "Verhandlungen mit den am Rußlandgeschäft beteiligten deutschen Firmen vorausgegangen, in denen u. a. von einer etwaigen Ablösung der bisherigen Bezahlungsform durch russische Warenlieferungen für neue deutsche Lieferungen nach Rußland die Rede war. Was die Verhandlungen von Re- gierung zu Regierung betrifft, so gehört bekanntlich Ruhtanb zu den meistbegünstigten Staaten, deren Zustimmung für d e 3i krastseyung dcrVor- zugs-ollabmachungen mit Rumänen und Ungarn im Laufe diese- Monat- erwartet wurde. Oie Wirtschastsverhandlungen mit der Schweiz. Berlin. 12 Nov. Heute vormittag traten die beiden Delegationen für die deutsch'schweizerischen ch a n d e l s o e r t r o g s v e r h a n d . l u n g e n , die vor kurzem in Bern begonnen haben, in Berlin im Auswärtigen Amt wieder zusammen. Ministerialdirektor Dr. K o p k e begrüßte namens der Reichsregierung die schweizerische Delegation und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Verhandlungen zu einem beide Teile befriedigenden Ergebnis führen werden. Rach einer Erwiderung des schweizerischen Gesandten in Berlin. Dr. Rüfenacht. der sich diesem Wunsche anschloß. wurde in die sachlichen Verhandlungen eingctreten. Angesichts der Verhandlungen lohnt es sich, einen Blick auf die schweizerischen A u ß e » h a n d e l s z i f f e r n für den Monat Oktober zu werfen. Entgegen den Schweizer Be- surchtungen zeigt der Oktober keineBerschlech- t e r u n g der Außenhandelsbilanz. Die Ausfuhr in Höhe von 112,8 Millionen Franken ist sogar stoch mit 4,1 Millionen höher als im Vormonat, und zwar infolge vermehrter Ausfuhr nach Deutschland. Auch die Einfuhrziffer zeigt nicht die gefürchtete lieber- schwemrnung mit deutschen oder englischen Waren. Sie beläuft sich auf 192,1 Millionen Franken. Das sind 7,1 Millionen mehr als im September. Oie Reform der Sozialversicherung. Le stungsicnkung und rVerwaltungS» Dcreny(id)unfl Berlin, 13. Rov. ($11.) Heber die Absichten d r Reichsregierung in der Frage der Reform der Sozialverlichcrunq erfährt die ,Telegraphen- llnion" von zuverlässiger Seite, daß einmal an eine Leistungssenkung gedacht wird, zum anderen erhebliche organisatorischeDer- änderungen geplant werden. Diese letzteren betreffen in erster Linie die Aufsichtsbehörden. Man denkt daran, die bestehenden 100 Dersicherungsämter, die mit den Kreisen bzw. Stadtverwaltungen verbunden sind, auf- zulöfen und die Gesamtaufsicht den Oberversicherungsämtern bei den Regierungspräsidenten zu übertragen, die erforderlichenfalls Zweigstellen unterhalten sollen. Außerdem wird erwogen, auch bei den Organisationen der Versichern ngsträ- ger Vereinfachungen durchzuführen durch rein gebietsmäßige Zusammenfassung von gleichartigen Kassen. An eine Zusammenlegung von verschiedenartigen Versicherungen wird nicht gedacht. Auch nicht an die von gewisser Seite geforderte Außerkraftsetzung eines ganzes Versicherungszweigcs. Die Reformpläne werden voraussichtlich Anfang nächster Woche das Kabinett beschäftigen. Widerstände sind zu erwarten bezüglich der Leistungssenkung von den Gewerkschaften, bezüglich der Derwaltungsreform von den Ländern, die einen Eingriff in ihre Hoheitsrechte befürchten. Man glaubt aber, diese Widerstände überwinden zu können. Bei Durchführung der bevorstehenden Maßnahmen ist man überzeugt, daß alle Zweige der deutschen Sozialversicherung durchzuhalten sind. Neuer Appell Dnands im Mandschurei-Konflikt. (Sl)ina be.ürchtct ernst Kämpfe. Genf, 12. Rov. (WTB.) B ri a nd hat in seine. Eige..schäft als Rats »räs.d.nt wiederum einen Appell an China und 2 apan gesandt. Ec erinnert nochmals daran, daß die be.den Parteien sich vor dem Rat verpflichtet hätten, jede Verschärfung des Konflikte- zu vermeiden und bestehl darauf, daß den Kommandanten der beiderseitigen Streitkräfte die striltesten Anweisungen gegeben werden, s i ch jeder militärischen Aktion au enthalten- 3m übrigen spricht Briand Die Erwartung aus, daß den Ratsmächten, die vielleicht Beobachter an Ort und Stelle entsenden, um sich ein Bild über die Vorgänge zu machen, die Ausübung ihrer Aufgabe ermöglicht werde. Der Vertreter Chinas Dr. Sze hat Briand dringend ersucht, sofort bei der japanischen Regierung vorsletlig zu werden, weil infolge der aggressiven Haltung Japans schwereKämpfe in der Maiidschurei zu befürchten seien. 3n der chinesischen Rote wird auLgeführt Am 12 Rovember mittag.* hat die Provinz.aliegierung von Hailungtiang vom General Honjo ein Ultimatum erhalten, worin der General M a. der Präsident der Provinzialregierung, aufgefocdert w.rd, sein Amt niederzulegen und sofort Tsitsikar zu räumen. Die japanischen Truppen sind im Begriff, entlang der Eisenbahnlinie Taonan-Angangcyi die Stadt Tsitsikar zu besetzen Die chines.schcn Truppen haben sich nach Sanchienfanglze, 17 Meilen vorn Bahnhof von Tahsin entfernt, zurückgezogen. Der Bahnhof ist im Augenblick in den Händen der Japaner Wenn die Japaner ihre Absicht, Tsitsikar zu besetzen, ausführen, so würde das eine flagrante Verletzung der dem Rate gegebenen Ve.sprechen bedeuten, und man müßte leben Augenblick mit dem Ausbruch schwerer Kämpfe rechnen. Japans Anspruch auf die Mandschurei. Paris, 12 Rov. (TU.) Der japanische Botschafter in Paris und 'Vertreter Japan- beim Di erbund. P o s h i s a w a, erklärte auf einem ®f|\n der anglo-amerikanischen Presse' Von der Regelung der mandschurischen Frage hänge d i e Zukunft seines Landes ab. Japan habe aus der Mandschurei eine blühende Provinz ge- niacht, die sich mit jeder anderen chinesischen Provinz messen könne. Die Bevölkerung fei von einer halben Million auf 30 Millionen gestiegen und überall habe bisher Zufriedenheit und Wohl- ergeben geherrscht. Die japanischen Staatsangehörigen seien von den chinefischen Behörden terrorisiert worden, weshalb Japan sich ge- Atoungcn gesehen habe, die wichtigsten Punkte der Provinz zu besetzen. Die japanische Regierung und das ganze japanische Volk seien heute in dem Gedanken einig, die Rechte zu verteidigen. die ihnen die Verträge in dec Mandschurei einräumten. Zypern folgt dem Beispiel Indiens Einwohner der zyprischen ftüftenortc gewinnen Salz aus dem Meerwasser, um damit gegen das englische Salzmonopol zu demonstrieren. Dieser Akt zeigt, daß Zypern nunmehr die Kampssorm des unbewaffneten Widerstandes gegen England ergreift. Zypern-Kundgebungen in Griechenland. England und das Lelbstbisttmmunqörecht der Völker. Athen, 11. Rov. (TU.) Griechenland hat den Waffenstillstandstag in einen Zypern-Denk- t a g umgewandelt als eindrucksvollen Protest gegen die „Vergewaltigung der Insel Zypern" durch die Engländer entgegen dem als Kriegsziel feierlich verkündeten Selbst- bestimmungsrecht der Völker. Die Adresse der Jnselbeoölkcrung an die griechische Regierung wurde an den ehemaligen Staatspräsidenten Admiral Ko nduriotis übergeben, nachdem die griechische Regierung den Empfang einer Abordnung der Zyprioten verweigert hatte. Während der Uebergabefeier schlossen alle Geschäfte in Athen und im Hasen Pyräus. Der ganze Verkehr wurde für kurze Zeit stillgelegt. Alle Schulen Griechen- lands ließen eine Unterbrechung im Unterricht Eintreten. Auch sämtliche Theater unterbrachen ihre Vorstellungen. Aus allen Gegenden Griechenlands laufen Proteste gegen die englische Besetzung Zyperns ein. Die griechische Presse veröffentlicht grausige Berichte über barbarisches Vorgehen der eng- lischen Truppen auf dec Insel. Die englische Gesandtschaft in Athen steht unter verstärktem Polizei- schütz. Die griechische Regierung hat england - feindliche Kundgebungen aufs strengste verboten. Ministerpräsident Benizelos hat einen Aufruf an das Volk erlassen, in dem er die Volksregierung und die scharfe Sprache der Presse verurteilt, do er anscheinend einen englischen Schritt in der Zypernangelegenheit vermutet. Vor der Universität in Athen kam es zu Zusammen- stößen zwischen Studenten und der Polizei Die Studentenkrawalle konnten durch Eingreifen von Feuerspritzen beigelegt werden. Das System der Gebrüder Sklarek. Oie Zuwendungen an den kommunistischen Stadtrat Gabel. Oie Lieferanten der Stadt Berlin muffen für die „Lichtwoche" spenden. Oos pelzgeschäst der Sklareks. treten sollte, würde die Todesstrafe für ihn nur in Frage kommen, wenn er durch fein Verhalten eine Gefahr für die Sicherheit des Staates und der Republik bedeuten würde. Sämtliche Güter, Rechte und Wertpapiere des Schuldigen, soweit sie sich in Spanien befinden, sollen z u - au n ft en des Staates konfisziert werden. Dieses Urteil soll, sobald es von den Cortes gebilligt und von der Regierung der Republik sanktioniert ist, an allen Bürgermeistereien Spaniens öffentlich angeschlagen und den diplomatischen Der- tretem sämtlicher Länder sowie dem Söller- bunb bekanntgegeben werden. Hindenburg Inhaber eines ungarischen Regiments. Berlin, 12. Rov. Am Sonntag trifft in Berlin ein Deputation des 3. königlichen ungarischen Infanterie - Regt-., Garnison Stuhlweißenburg. ein, um dem Reichspräsidenten v Hindenburg die 3nhaberschast des Regiments anzutragen. Diese Ehrung, die im Auftrage deS Reich-verweser« v. Horthv erfolgt, ist um so sreudiger zu begrüßen, als bisher — außer dem Reichsverweser — nur der König von Italien zum Ehef eines ungarischen Regiment« ernannt wurde. Das kleine ungarische Heer, ebenso eingeengt durch die Bestimmungen von Trianon wie unsere Reich-Wehr unter dem Diktat von Versailles, hat unter dem seit 1929 amtierenden Hon- vedminifter G ö m b ö « einen ungewödn ich hohen Grad der Au-bildung erreicht, fowie jenen Geist der Tapferkeit und Schlagkraft in fich verlebendigt, der besonders auch von unteren Heerführern des Weltkrieges allezeit an den ungarischen Truppen hochgeschätzt wurde. Die Deputation steht unter Führung des Regimentskommandeur« Oberst v. Koo«, dem ein Oberstleutnant, ein Major, ein Hauptmann und ein Oberleutnant beigegeben sind Vor dem vorgesehenen Empfang beim Reichspräsidenten wird sich die Deputation mit dem verdienten ungarischen Militärattache General Stojakowitsch zum Ehrenmal in derReuen Dache begeben, um zu Ehren ihrer im Weltkrieg gefallenen deutschen Waffenbrüder einen Kranz niederzulegen. „llj Rernzedek" schreibt dazu: Die gesamte ungarische Oeffentlichkeit nimmt den Entschluß des Reichs- Verwesers mit großer Befriedigung auf. Diese Geste erneuert und befestigt die Freundschaft zwischen dem deutschen und dem ungarischen Soldaten, eine Freundschaft, von der die Weltgeschichte zahlreiche Beispiele aufrocift Die größten Schlachten der Weltgeschichte haben deutsche und ungarische Soldaten miteinander geschlagen, sie dürfen sich mit vollem Recht Kamera- den nennen. Das Blatt erinnert sodann daran, daß noch zwei ungarische Regimenter Staatsoberhäupter als Ehefs haben, und zwar das Honved-Infanterie- Regiment in Kanisza, das den König Viktor Emanuel III zum Chef hat, sowie das Szege- diner Infanterie-Regiment, dessen Chef der u n - garische Relchsverweser Nicolaus von H o r t h y ist. Aus örter Wert. Berlin, 12. Rov. (ERB.) 3m Sklarek-Prozcß wurde die Frage der Zuwendungen der Sklareks an die einze nen Angeklagten erörtert. Der Angeklagte Gäbel beziffert fein damaliges monatliches Einkommen auf 900 bis 1000 Mark, das sich aus seinem Geha't. seinem Monatsgehalt von der KPD., feiner Aufwandsentschädigung als Stadtverordneter und aus journalistischer Betätigung zusammensehte. Daß er gelegentlich bei den Sk'a- reks in den Geschäftsräumen gewesen sei, gibt er zu. Seinen Sommerurlaub hat er im Jahre 1928 in Misdroh mit Leo Sklarek verbracht. G. bestreitet, irgcndwe chc Zuwendungen erhalten zu haben: auch fei es nicht feine Art, zu nassauern. Leo Sklarek bemerkt hierzu, er habe niemand eingeladen, die Gäste seien von selbst gekommen. Derartige Abcnde hätten stets 1500 vis 2000 Mark gekostet. Sein Wochencndgeld in Höhe von 1000 Mark sei Sonntagabend stets alle gewesen und dabei sei er nur mit den Proletariern, sozusagen mit der Linie, ausgegangen. Bei seinem Bruder Max sei die Sache noch teurer geworden. Einmal sei er, Leo Sklarek. von neun Stadtverordneten nachts aus demBettnachder Valencia - Bar gerufen worden, wo er noch rechtzeitig zum Bezahlen angekommen fei. Sein Bruder Max habe zu Ostern und zu Weihnachten immer 20Präsentkörbe versandt, wovon höchstwahrscheinlich auch G. einen erhalten habe. Gäbel gibt zu, in den letzten drei Jahren von den Sklareks 2000 Mark zu Wohlfahrtszwecken erhalten zu hab. n. Sie Sklareks hatten eine oifcnc Hand gehabt und a. D. auch Oberbürgermeister Boß Geb gegeben, denn Böß habe einmal zu ihm gefagt: .Don den Sklareks kann ich haben, was ich will." Mit Tränen in den Augen sagt Leo ©Garel: „Wer zu uns kam, hat bekommen, ich war Mitglied der SPD., aber gleichgültig, ob Kommunisten oder Sozialdemokraten, sie haben alle bekommen. Das war unserSystem. 3d) stand auf dem Standpunkt, daß die SPD. und die KPD. letzten Endes doch Ausammenhängen. Eine geschlossene Macht ist stärker als eine zersplitterte." Rach der Mittagspause kündigte Rechtsanwalt Dr. Kurhig einen neuen Leweisantrag an. in dem behauptet wird, daß sämtliche Lieferanten der Stadt auf Veranlassung des Oberbürgermeisters lausend Spenden gegeben hätten. Aus Veranlassung des Oberbürgermeisters hätten alle Zirmen anläßlich der .Spiel- und Sportwoche", der .Lichtwoche" und bei ähnlichen Anlässen gedruckte Formulare erhalten, in denen sie unter Hinweis auf die De- schäftsbeziehungen mit der Stadt um Spenden ersucht wurden. Zum Beweise dafür berief sich der Verteidiger auf das Zeugnis der Firmen .Behala", Loefer & Wolff, Tietz, Leiser, Salamander, 3fracl und Karstadt, und bemerkte nod), daß Kommerzienrat Schöndorf von der Firma Karstadt dem Oberbürgermeister für einen bestimmten Zweck 10 000 Mk. gegeben habe. Auch .dieStadträte selbst hätten derartige Spenden bekommen und nicht nur der Angeklagte (Säbel, sondern auch der deutschnationale Stadtrat Wege. Man erörtert dann die weiteren Zuwendungen, die Gäbel erhalten haben soll. Gäbel bestritt, im 3ahre 1929 einen Bisammantel erhalten au haben. Rach der Anklage soll auf Veranlassung der Sklareks bei der Firma Turgel eine Auswahlsendung von Pelzen zu Gäbel in sRathausgeschickt worden fein. Davon will Gäbel erst aus der Anklage erfahren haben. Willy Sklarek gab zwar zu, daß etwa 20 bis 30 Pelze zur Auswahl ins Rathaus geschickt worden feien, von denen nurdieHälftewie- der zurückgekommen sei. Diese Pelze seien aber für d i e Bekannten von Max gewesen, zu denen Gäbel nicht gehört habe. Gr, Willy Sklarel, habe nur einmal Frau Oberbürgermeister Böß bedient, als sie sich eine Pelzjacke ausgesucht habe. Auch Leo Sklarek bestritt, daß Frau Gäbel einen Pelz bekommen habe, und Staatsanwaltschaftsrat Weißenberg deutete an, daß den Pelz eine andere Frau bekommen habe. Weshalb auf dem Lieferschein der Firma derRame ..Gabrie l", der Deckname für Gäbel, steht, konnte nicht aufgeklärt werden. Gäbel bestritt auch weiter, einen sogenannten .Rie-Dolt-Koffer" erhalten zu haben, und räumte nur ein, daß ihm Leo Sklarek bei Rosenhain einen Schrank- foffer besorgt habe, den er aber bezahlt habe. Auch von mehreren Brücken und Diwandecken, von denen in der Anklage die Rede ist. will Gäbel erst später erfahren haben, daß seine Frau diese von den Sklareks erhalten habe Er habe geglaubt, daß diese Anschaffungen von dem Wirtschaftsgeld gemacht worden feien, das monatlich 400 —500 Mk. betragen habe. Von der Anfertigung eine« Bücherschrankes, der 1600 Mk. gekostet hatte und der auch von den Sklareks bezahlt sein soll, wollte Gäbel gleichfalls nichts gewußt haben. Das neue (Spanten uni) Alfons XIII. Tcr Unicrinchuncvansichuß der (Sortco fordert lebenslängliche Zuchthausstrafe für den .tiditg. Paris, 12. Nov (WTB.) Haoas meldet aus Madrid, daß die Kommission, die die Verantwortlichkeit früherer maßgebender Personen der Regierung fest stellen soll, heute in der Kammer den Bericht über die Berantwortlichkeitdesfrüheren Königs Alfons XIII. niedergelegt hat. In erster Linie wird dem König Meineid vorgeworfen, er wird als Urheber des Staats st reiches Primo de Riveras und infolgedessen als Anstifter oller an der Verfassung des Landes porgenommenen Aenderungen bezeichnet. Die Kommission fordert, daß Alfons XIII. zum Vaterlandsoerräter erklärt und ihm dosBetreten spanischen Gebietes unterlagt wird Die Kommiision schlägt den Cortes vor, Alfons von Bourbon Habsburg-Lothringen der Majestatsbeleidigung gegen d i e Souveränität des Volkes für schuldig zu erklären, ferner ihn für schuldig zu erklären, auch der Führerdes Militär st oats- st r e i ch e s gewesen zu fein, der bezweckte, die be- stehende Regierungsform in eine persönliche Regierungsgewalt }u ändern. Dank dieser absoluten Gewalt Hobe Alfons das fpomsche Volk sieben Jahre hindurch aller grundlegenden Freiheiten und Rechte beraubt. Es werden deshalb gegen ihn folgende Strafen beantragt: Der Schuldige wird aller seiner Rechte, Titel und Würden entkleidet, die er weder für sich noch seine Nachkommen jemals wird wieder fordern können. Obwohl die Schwere feiner Vergehen dem früheren König die Todesstrafe hätte eintragen müssen, schlägt die Kommission vor, •hn zu lebenslänglichem Zuchthaus zu oerurteilen. Falls er spanisches Gebiet wieder beDie Todesnebel im Maastal. Die Ergebnisse der Untersuchung über die Todesfälle infolge be« Rebel« im Maastal Belagen, daß man in erster Linie diese Tode» alle auf Schwefelsäure Aurücksühren müsse. i\e dadurch entstanden sei, daß durch die Beruß- run g des Sauer stosse« der Luft mit den im Rebel enthaltenen Wasser- und Staubteilchen die schweflige Säure, die alle Feuerstätten in Fabrik- und privaten Anlagen des MaStales zwischen Lüttich und Engis verbreiten, oxydiert ist. Damit diese Oxydierung die bekannten verhängnisvollen Ausmaße erreichen konnte, muhten ganz besondere atmosphärische Bedingungen eintreten, durch die der gewöhnliche Luftdurchzug im Maastal verhindert und dieses von Lüttich bis Engi« in eine Ar t geschlossenes Gesäß umgewandelt wurde, in dem durch die Anhäufung zahlloser Fabriken und Wohnhäuser eine starke Verunreinigung der Lust entstehen könnte. Diese besonderen Umstände waren der äußerst schwache Wind und der hartnäckige dichte Rebel, wodurch die Erwärmung deS Bodens durch die Sonne während de« Tage« und die Wärmeausstrahlung während der Rächt verhindert wurden. Die Todesfälle sind in bet großen Mehrzahl bei alten Personen ober bei Personen, bie an Erkrankungen ber Luftwege litten, eingetreten. E« wirb al« dringlich bezeichnet, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, durch die in Industriegegenden eine übermäßige Verunreinigung der Atmosphäre verhindert und die Gesundheit der dort lebenden Bevölkerung geschützt werden kann. Gegen das Banditentum auf Korsika. Auf der Insel Korsika ist von der französischen Gcndarmerie eine große Säuberungsaktion einge- leitet worden, die dem Banditentum au Leibe gehen fcU, das seit Jahrhunderten die Insel beunruhigt Bisher wurden etwa 70 Verhaftungen durch- aeführt, ohne daß es gelungen ist, bi» zu den Zufluchtsorten der Banditenführer vorzudringen. Man hofft, ihrer durch Aushun- g c r u n g habhaft zu werden. Verschiedentlich setzte die Bevölkerung der Gendarmerie energisch Widerstand entgegen, da sie Bergeltungsmaß- regeln der Banditen befürchtet. In einigen in den Bergen gelegenen Gemeinden war es nur unter Androhung mit dem Maschinengewehr möglich, die an- geordneten Haussuchungen bei Verwandten und Freunden der Banditen durchzuführen. Jedesmal wurden regelrechte Munition», und Waffenlager entdeckt. Dor allem In den Wohnungen Spadas und B o r n e a », den beiden gefurcht elften Banditen, wurden Gewehre, Revolver und Munition in großen Mengen gefunden. Samt- l'che Zugangestraben zu den Bergen find polizeilich gelpcrrt. Man kann nicht in die hochgelegenen Gebiete gelangen, oder au» den Bergen ins Tal steigen, ohne von der Gendarmerie kontrolliert zu werden. Man rechnet aber nichtsdestoweniger noch mit mindestens acht Tagen, bis die Säuberungsaktion ihren Zweck, bi- Unschädlichmachung der korsischen Banditen, erreicht hat und alle lichtscheuen Elemente hinter Schloß und Riegel gebracht worden sind. Ein polnischer Offizier wegen Spionage erschossen. Vor dem Standgericht in Thorn fand eine Verhandlung gegen einen Leutnant ber Reserve statt, ber Spionage zugunsten eine« Rachbarstaates getrieben haben soll. Das Gericht Dcrurteillc ihn zum Tode. Da ber StaatSprä- fibent von feinem Dnabenrecht keinen Gebrauch machte, würbe ber Verurteilte noch am gleichen Tage erschossen. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 13. November 1931. Oie langen Abende. Die Sonne wird jetzt immer früher wandermüde. Morgens steigt sie schwer aus dem Osten herauf und am Abend sinkt sie zeitiger am westlichen Horizont. Wir waren von der Sonne und ihrem Lichtsegen verwöhnt. Die Sehnsucht nach dem Genuß der Natur in Wald und Feld will uns verdrießlich werden lassen, ehe wir uns dem Wechsel der Zeiten unterwerfen. Die Sonne schläft. An ihrer Stelle leuchtet das künstliche Licht zu den Darbietungen der Winterabende, die Wiese, Wald und Feld vergessen machen. Die Theater öffnen die Pforten für ihre Spielzeit, und in den Kon- zertsälen klingen die Schöpfungen unsterblicher Meister und halten uns gefangen im Bann ihrer Töne Vortrags- und Dezitationsabende machen uns mit den Ergebnissen der Wissenschaft und der Dichtkunst bekannt und vermitteln, wo selbst das Verständnis für das rechte Lesen fehlt zwischen Verfasser und Hörer, beide einander näher brrn- ^Äsonders beglückte Menschen haben in ihrem H:im und in ihrem Herzen der Kunst einen Tempel errichtet. Musik und Gesang werden eifrig gepflegt, gute Bücher gelesen und besprochen, in Handfertigkeiten kleine Kunstprodukte geschaffen. Dreimal glücklich, wo ein Kreis solcher Menschen zusammen ist. Auch einsame Menschen können über die langen Abende hinwegkommen in ihrem Heim. Gute Bücher sind liebe Freunde. Sie führen aus den engen Wänden hinaus über Berg und Tal, lassen uns Nachtigallenklang hören oder das Bauschen des Meeres. Sie entführen uns in eine Tropenlandschaft oder in die-Eisfelder der Arktis. Ehe man es gedacht, sind die Abendstunden vorüber. Noch stehen wir im Dann des Gelesenen und geistig Miterlebten... Die kurzen Tage bringen aber auch die traulichen „Schummerstündchen", die ihren eigenen Zauber haben. Das Dämmerlicht verwischt die harten Konturen der Gegenstände und Gestalten. Eine bessere Gelegenheit für älnwirkliches gibt es wohl kaum als diesen älebergang vom hellen Tag zur völligen Finsternis. Das ist die rechte Zeit zum Märchenerzählen. Die Feen und Hexen, die Zwerge und Wichtlein, sie scheinen in den Zimmerecken zu hocken. Es ist, als müßte jeden Augenblick ein heimliches Wispern hörbar werden. Das Lampenlicht macht aller Heimlichkeit und allem Spuk ein Ende. Die Kinder reiben sich die Augen und seufzen tief auf. Sie kommen wirklich aus einer anderen Welt... Die kurzen Tage haben auch ihr Gutes. Man muß sie nur nicht als Gegner des Sommers an» sehen, sondern als seine am Ende notwendige Ergänzung. Die langen Tage führten uns hinaus, und die kurzen führen uns wieder zurück ins Haus zu stillen, innerlichen Freuden. M. Gr. Kein Grund zur Beunruhigung. Unter der Ueberschrift „Bedenkliche Spielereien, Putschoorbereitungen der NSDAP.?" veröffentlicht die „Frankfurter Zeitung" in ihrem gestrigen Zweiten Morgenblatt die nachstehende Meldung: „Darmstadt, ll.Nov. Der „Hessische Volksfreund", der bereits vor einigen Taaen einen „Befehl" des stellvertretenden Obersten SA.-Führers veröffentlichte mit genauen Anweisungen, wie die arbeitslosen Sturmabteikungsmanner her' Hitlerpartei unter Einführung einer Kontroll- und Meldepflicht in besondere Trupps einzureihen seien, bringt heute weitere Dokumente, aus denen geschlossen wird, daß die nationalsozialistische Bewegung neuerdings wieder eine Schwenkung zur Illegalität beabsichtige. So teilt das Blatt eine Liste des Nachrichtendienstes Gießen der NSAPD. mit, in der diejenigen Personen verzeichnet sind, die im Falle eines Putsches in Gießen zu verhaften seien. Es sind dies u. a. der Kreisdirektor Ritzel, der Reichsbankdirektor Klipstein, der Beigeordnete Dr. Hamm, Oberbürgermeister Dr. Keller, mehrere Polizeibeamte, Landgerichtsrat Triim- pert, Amtsgerichtsrat Schudt, Oberstaatsanwalt Dr. Brill, Schulrat Fischer (Führer der Staatspartei in Oberhessen) und verschiedene andere. Wir geben diese Direktiven wieder, wobei wir dahingestellt sein lassen möchten, wieweit sie auf Spielereien von örtlichen Befehlshabern der nationalsozialistischen Bewegung zurückzuführen sind, oder wieweit Ernsteres dahinter- steckt." Auf Anfrage bei der leitenden Stelle des Polizeiamtes Gießen hören wir, daß dem Polizeiamt Gießen von diesen angeblichen Putschplänen nicht das geringste bekannt ist und daß man sie als sehr unwahrscheinlich ansieht. Bornotizcn. — Tageskalender für Freitag. Oberhessischer Kunstverein: Ausstellung „Drei Frauen der Gegenwart", 15 bis 17 Uhr, Turmhaus am Brandplatz. — NSDAP.: 20 Uhr, Volkshalle, Goebbels- Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „M“. — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Das Mädel mit der Peitsche" und „Räuber der Unterwelt". — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß der Kammermusikabend des Wendling-Quartetts am Sonntag mit Rücksicht auf die Wahlen erst um 17.30 Uhr beginnt. Zudem ist eine Programmänderung zu berichten; statt des vorgesehenen Verdi-Quartetts wird das Haydn-Quartett op. 77 Nr. 2 gespielt werden. Den Anlaß zu dieser Aenderung geben die hohen Gebühren, welche auf allen Werken lebender oder noch nicht 30 Jahre verstorbener Komponisten liegen. Es ist dies der Grund, weshalb der Vorstand zu seinem eigenen größten Bedauern sich genötigt sieht, von der Aufführung moderner Werke abzusehen. Auch das ursprünglich vorgesehene Verdi-Werk unterliegt noch dieser, für die augenblicklichen Verhältnisse untragbaren Schutzgebühr, durch die die Ausführungskosten eine wesentliche Steigerung erfahren würden. Das gewählte, wundervolle Haydn- Quartett ist in Gießen noch nie aufgeführt worden. Zu ihm kommt am Schluß das Klarinetten-Quintett, auch dieses durch seine besondere Klangfärbung und Tonschönheit ein für die Gießener Kammerrnufik- abende seltener Genuß. — Die SPD. Gießen kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil eine öffentliche Wahlkundgebung für morgen abend in der Volkshalle an. Als Redner werden Reichstagspräsident L ö b e, Innenminister L e u s ch n e r und Dr. G u m b e l genannt. In der Anzeige wird noch darauf hingewiesen, daß aus Anlaß der Versammlung mehrere Spätzüge ab Gießen zu einem späteren Zeitpunkt abfahren. (Siehe Anzeige.) ".Die Gießener Buchhandlungen wenden sich im heutigen Anzeigenteil mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit und bitten, bei Ausgabe-von Zeitschriftenbestellung sich der ortsansässigen Buchhandlungen zu bedienen. Auswärtige Zeitschriftenvertriebe überschwemmen, wie man uns schreibt, fortlaufend die Stadt mit Reisenden und arbeiten vielfach mit falschen Angaben und verwerflichen Methoden, um auf diese Weise den hiesigen Buchhandlungen die Abonnenten wegzunehmen. Es ist eine traurige Statistik, daß mehr als 2000 Zeitschriftenabonnenten hier am Platze von auswärtigen Zeitschriftenvertrieben beliefert werden, zum Schaden des ortsansässigen Buch- und Zeitschriftenhandels. Man beachte die Anzeige. ** Gemeindefeier der Markus- gemeinde. Von Jahr zu Jahr wächst der Besuch der Gemeindefeier der Markusgemeinde, so daß auch am letzten Sonntag — wie man uns berichtet — die Turnhalle viel zu klein war und infolgedessen leider sehr viele Gäste keinen Platz mehr fanden. Nach herzlichen Begrüßungsworten von Kirchenvorstehcr Horst folgte ein reiches Programm, in dem die Markus-Mädchenvereinigung, die Wartburg-Gruppe, die Kinder der Kinderkirche mit schönen Spielen, Volkstänzen und Reigen mitwirkten, wobei sie viel gespannte Aufmerksamkeit und reichen Dank fanden. Ganz besonders dankbar wurden ausgenommen zwei Bachlieder, die Stadtorganist Lehrer Simon nach kurzen einleitenden Worten fein zu Gehör brachte, wozu ihn Frau Dr. Fischer mit großem Verständnis auf dem Klavier begleitete, und ebenso Ätoei religiöse Volkslieder, womit der Frauenchor der beiden Stadtkirchengemeinden unter Leitung von Lehrer Simon sich in den Dienst der Sache stellte und die große Versammlung erfreute. Von Mädchen und Mitgliedern des Frauenvereins wurde Kaffee und Kuchen angeboten, und eine Verlosung von vielen wertvollen Gewinnen fand vielen Anklang. Die Kuchen und die Gewinn- gegenstände waren alle von Gemeindegliedern geschenkt bzw. von dem Frauenverein hergestellt. Auch musikalische Darbietungen (Trio für Klavier, Cello, Violine) fehlten nicht. Im Mittelpunkt der Feier stand eine packende Ansprache von Prof. Dr. Schmoll, die anknüphe an die beiden Gedenktage — 31. Oktober als Reformationstag und 20. November als Luthers Geburtstag — und mit ernstem Nachdruck hinwies auf die starken seelischen Kräfte evangelischen Glaubens, die für uns als Volk, Gemeinde, Familie und Einzelne gerade in der gegenwärtigen Notzeit zur Weg- Weisung und zum Wiederaufbau unentbehrlich sind. Es waren schöne Feierstunden, die man erlebte, und die etwas gedrängte Enge wurde gewiß gern ertragen. Allen freundlichen Helfern und Mitwirkenden wurde am Schluß aufrichtig herzlicher Dank gesagt. " Erfolgreiche Gießener Geflügelzüchter. Auf der von Freitag bis Sonntag in Würzburg abgehaltenen 17. Süddeutschen Geflügelausstellung und der Großen Deutschen Zwerghuhnschau konnten einige Geflügelzüchter unserer Stadt nennenswerte Erfolge für sich buchen: Friedrich Bauer erhielt auf einen Rhodeländer Hahn die Bewertung „sehr gut" und auf eine Henne „sehr gut 2" mit einem Ehrenpreis. C. Rübsamen errang auf einfach- kämmige Rhodeländer Hennen „sehr gut 1" mit einem Ehrenpreis, „sehr gut" und „gut". Auf ausgestellte Peking-Enten konnte derselbe Züchter bei Erpeln „sehr gut 1". „sehr gut 1“ und „sehr gut 2“ erzielen, auf Enten „sehr gut 1" mit einem Ehrenpreis, „sehr tzut 1“ und „sehr gut 2“. Inflö .Nordi üo Üäl ’Lom Oie Wetterlage. Oonnerdag den 'fi.Mwmber <$51, 4$Uhr Jywi Paris ?^ranKl/-tf— •taa s er* /< . . “len IV« )W O womenios <3 neuer. . sehe •eichte» osi $5 massige» Südsüdwest q stürmische- lordwesl öle Piene fliegen mit dem winde Die oeioen Stationen stenenoen Zahlen geben die Temperatui an. Pie Limen verbinden Orte mu.gleichet^ Mui Meeresniveau umaerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Durch den Zustrom etwas kühlerer Lust an Der Rückseite der Nordrneerstörung hat über Dem Festlands Luftdruckanstieg eingesetzt. Unter seinem Einfluß wird sich Das Wetter vorübergehend bessern, Dabei gehen in klarer Nacht Die Temperaturen bis in Gefrierpunktnähe zurück, stellenweile sogar darunter. Da über dem Atlantischen Ozean aber eine neue kräftige Störung erschienen ist, ist später wieder mit unbeständigerem Wetter zu rechnen. Aussichten für Samstag: Neblig, bewölkt und aufheiternd, Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht sich verschärfend, trocken. Aussichten für Sonntag: Wieder mehr Bewölkung aufkommend und im ganzen milder. Lufttemperaturen am 12. November: mittags 10,5 Grad Celsius, abends 9,1 Grad, am 13. November: morgens 5,1 Grad. Maximum 10,6 Grad, Minimum 4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. November: abends 5,4 Grad , am 13. November: morgens 6,5 Grad. — Niederschläge 0,8 mm. — Sonnenscheindauer Vt Stunde. In *P°,h " ««TTS-aS. Die natürliche Eigenschaft jeder Pflanze,ihre Kräfte zur Blüte emporzw senden,wird durch die Gärtnerkunst des macedonischen Tabak-Bauern noch gesteigert. Er erntet die unteren Blattstände zuerst,damit alle Kräfte der Pflanze den oberen MAXOUL- B1 ättern zugute kommen. So erhalten diese Spitz en-Tabake einen ungewöhnlichen Reichtum an Aroma und eine Nachreife, die siebesonders leicht und bekömmlich machen. 6 PF. in Maxoul-Mischung" Heuchelheim, den 11. November 1931. 06*47 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei dem Heimgänge unserer lieben unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Becker für die trostreichen Worte. Die trauernden Hinterbliebenen: Paul Sack Karl Freitag II. und Frau K Nachruf. Schmerzlich beklage ich den Verlust meines Reisenden Herrn Alfred ßoldsdunidt aus Nieder-Weisel Nachruf. Am. 10. d. M. wurde uns durch einen plötzlichen Tod unser lieber Kollege Herr Alfred Goldschmidt jäh entrissen.—Wir beklagen in dem leider allzufrüh Dahingeschiedenen einen pflichtbewußten und treuen Mitarbeiter, der es verstanden hat,sich in lang- jährigerTätigkeit dieFreundschaft aller zu erwerben, die ihm geschäftlich oder persönlich näher traten. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Angestellten der Firma Karl Zwang. __________________________________________________________________7691 i> der so jäh um das Leben gekommen ist. Er stand bereits 12 Jahre in meinem Dienst und war mir in dieser Zeit ein äußerst gewissenhafter und wertvoller Mitarbeiter. Der Heimgang desVerstorbenen bedeutet für mich einen schweren Verlust Ich werde ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Karl Zwang. ____________________________________________________________7^2 I JeuWnalivnale Volkspartei Unser Wahlbüro befindet sich am Sonntag, dem 15. November, im Hotel Viktoria. Zur Entgegennahme des Wahlergebnisses ver- sammeln sich unsere Mitglieder und Freunde daselbst am Sonntag von 7 Uhr ab. Wagen für unsere Wählerinnen und Wähler, die nicht zum Wahlraum gehen können, stehen zur 7709 d Verfügung, Fernruf 3838. Oer Vorstand. 8MF* Siele Nltze Vermietungen MlWIllWW 1 Pfund mit Lellage 45 Pfennig 1 Pfund ohne Beilage 64 Pfennig Fritz Keßler Neuenweg 33. 7706 d Herren-Hemd Nur das gute Hemd ist billig Nicht der niedrige Preis ist immer ausschlaggebend Sondern die Qualität bestimmt den Wert Deshalb kaufen Sie meine anerkannten Qualitätshemden Hauptpreislagcn: 9.80 840 7.30 6.30 5.25 Fr. Levermann Gießen, Seltersweg 71 Bielefelder Herren-Wäsdie 7712 d Neuenweg 18 Ist die Metzgerei für Qualität u. Billigkeit I Iller kaufen Sie: 1.Qual. Ochsenfleisch m.Kn., ff 68 H, h.Qual.Kalbfleisch.a.Rolihr.// ?oT7 1.Qual.Mastfleisch m.Kn. .. ff 50$ 1.Qual.Schweinefleisch zum Braten, auch Rollbr., ff 85$ 1. Qual. 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Multis % 6* SJ?' £bcr -r'ap ^ders gtitt. e“farnmcnge' gibt » urch tfi Und D^sSsarb m allton' idCht re mfiel e®ber 1931, ielie lemokratisien »lihft Hands 6ieien i-X allen Lebewohl »erinfpettor 3rau. 06683 Mi »rtrag - Begeifernde kannte Alpinist Itiir tTirol/ iyUilb in^nniPhoto- auteenommen y^D chuler u. Militär :g. Ausweis 50 Pf. ie. Seltersweg 26; r.-Buchh.(Legleri, i Herrn Yerwalt.- ;;e ab 1950 Ulir. Wwfi irgerho^ eD, Plockstraße 5 r 1931,18 Uhr von Gießen und ir das vollständig ; sein, die werten h Verabreichung orzüglicherBack' •der Hinsicht^ ssaal im L Stock estensempfoblen- ' e.end*: gid0n, l»*8inehm»n- Ss- -"- A DOP' I und5 ™ .lu.u0^ E, KS- n. L 9 wflb ober- '**•# Nr. 266 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, (3. November (YZl VolkszMungsschwindel in der Tschechoslowakei. Wie man in Prag das Minderheitenproblem löst. Bon unsrem V.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Prag, November 1931. Volkszählungen und Wahlen sind in der Tschechoslowakei Korrektive zueinander, wenn man ein Instrument, das der Staat zur Uebervorteilung der Minderheiten mißbraucht, als ein Korrektiv bezeichnen will. Dom Gesichtspunkt des tschechischen Nationalstaates aus gesehen, hat die Volkszählung die Aufgabe, das in der geheimen Wahl bekundete freie Bekenntnis der Staatsbürger zu der oder jener Nationalität zugunsten der Staatsnation zu verfälschen. Der Zweck ist der, daß Orte oder Gerichtsbezirke die sprachlichen und materiellen Rechte einer sogenannten qualifizierten Minderheit verlieren, d.h. daß die Einwohnerzahl der Minderheit auf unter 20 v.S). herabgedrückt wird. So verliert die Minderheit das Recht, sich im Verkehr mit Aemtern und Behörden ihrer Sprache bedienen zu dürfen, an die Fonds für kulturelle Zwecke Ansprüche stellen zu dürfen, oder überhaupt mit Haushaltsmitteln der öffentlichen Hand bedacht zu werden. So ist es bei der letzten tschechoslowakischen Volkszählung im Dezember 1930 in einer Unzahl von Orten und Bezirken geschehen. In Olmütz, Ostrau, Hohenstadt, Brünn und in vielen ländlichen Bezirken, die vor zehn Jahren noch rein oder überwiegend deutsch waren, sank die Zahl der Deutschen auf unter 20 v.H. Aber nicht etwa fcuvd) natürlichen Bevölkerungsschwund, sondern allein durch die unerhörten Methoden der Zählung. Es war für jeden Tschechen eine Ehrenpflicht, das Seine für Verfälschung des wahren Volksbckennt- nisses beizutragen und jeder hat den auf ihn gesetzten Erwartungen voll entsprochen. Gleichgültig, ob es Privatpersonen waren oder Organe der staatlichen Verwaltung: geschwindelt wurde, daß sich die Balken bogen. Die Vielfalt der Methoden ging von der gewöhnlichen Versprechung eines materiellen Vorteils bis zum Nachdruck mit dem Gewehrkolben. Das war die Zählungsart in erster Linie dort, wo die Völkerscheidung keine präzise ist, also im Hultschiner Ländchen, im Völkerkunterb'.'.nd Ostschle- sicns, in gewissen Gebieten der Slowakei und in Karpathenrußland. Nach tschechischem Recht und Sprachgebrauch gibt es z. B. eine mährische Nationalität, von der die Völkerkunde sonst nichts weiß. Die Hultschiner sind samt und sonders in den Augen der tschechosowakischen Staatsbehörden Mährer, d.h. tschechisch Marovane, oder im Eigen- schqftswort „m o r a v s k y". Bekannte sich ein Hultschiner trotz.allem Nachdruck mit Gendarmeriebajonetten — und viele gerade deswegen — zum deutschen Volk, dann hatte er in den Zählbogen ein kleines „n", also „n e m e y" (deutsch) einzutragen. Vorauf der Zählkoi^missar kam, die Bogen absammelte und an alle „n" einen Strich anfügte. So entstand ein „m", einMoravan (Mährer) — und ein Mährer ist nach tschechoslowakischem Recht und Gesetz das gleiche wie ein Tscheche. Durchschlagender nocy in der Wirkung war die zweite Zählungsart, die die Theorie vom tschechischen „Nationalstaat" rechtfertigen sollte. Nämlich: Stichdatum für die Volkszählung war die Nacht vom 1. zum 2. Dezember 1930. Jeder Staatsbürger wurde dort gezählt, wo er sich in dieser Nacht auf hielt. Nun ist es zwar nach den Gesetzen auss strengste verboten, für das Datum der Volkszählung willkürlich seinen Wohnsitz zu ändern. Solche Verbote gelten aber immer nur für die Minder- heitenangehörigen. Zum mindesten war es bei der letzten Volkszählung so. Denn am 1Dezember setzte eine Massenabwanderung von Tschechen in jene Gebiete einL wo die Deutschen wenig über 20 v. H. der Vevölke- rung ausmachen und tatsächlich sind dadurch, daß so der tschechische Vevölkerungsanteil willkürlich hinaufgedrückt wurde, die deutschen qualifizierten Minderheiten verlorengegangen. Und mit umgekehrten Vorzeichen wurde so mit jenen Städten und Bezirken verfahren, wo der tschechische Hundertsatz unter 20 blieb. Hier ging es darum, daß mehr als 20 v. H. Tschechen gezählt würden, denn eine solche Stadt hat nach dem Sprachengesetz zuerst in der Staatssprache, und dann erst in der Sprache der Minderheit, die in Wirklichkeit natürlich eine erdrückende Mehrheit ist, zu amtieren. Heber die Grenzen des Staates hinaus sind unter dieser spezies die Volkszählungssoldaten vonTrautenau bekannt geworden. Trautenau zählt 17 v. H. einheimische Tschechen, wenn man „einheimisch" sagen will, denn es handelt sich auch nur um Staatsbeamte, die erst nach dem Almsturz dorthin verpflanzt wurden, in Oesterreich war Stau » tenau rein deutsch. Aus „strategischen" _— nämlich aus volkszählungsstrategischen — Gründen wurde die Trautenauer Garnison am 1. Dezember um ein paar tschechische Bataillone verstärkt, und siehe: die Volkszählung ergab einen tschechischen Vevölkerungsanteil von über 20 v. H. So geschah es natürlich auch in einer Neihe anderer Städte. Wo die Militärverwaltung nicht eingreifen konnte, wurden die Tschechisierungsvereine mobilisiert, die ihre Anhänger zu Hunderten in die Städte mit unter 20 v. H. Tschechen oder wenig über 20 v. H. Deutschen dirigierten. Auf diesen Schwindel ist schon bei der Volkszählung selbst mit Nachdruck hrngewiesen worden, ohne daß sich aber die Staatsbehörden bemüßigt gefühlt hätten, ihn abaustellen. Wie denn auch? Es geschah doch zur höheren Ehre des tschechischen Vaterlandes, und die deutschen Vertreter in der Negierung sind zu ängstlich, als daß sie dagegen aufgemuckt hätten. Es kam so, wie es kommen mußte: als die ersten Volkszählungsergebnisse — viele Monate nach der Zählung — bekannt wurden, herrschte eitel Jubel und Freude in der tschechischen Presse, „weil so viele deutsche Bollwerke überrannt wurden". Aber jetzt haben die Kommunalwahlen den ganzen Betrug an den Minderheiten entlarvt. In Olmütz z. B. hat die Stadt mit den Wahlen gleichzeitig eine neuerliche Volkszählung durchgeführt, änd den 65 939 Einwohnern am 1. Dezember 193) stehen 61605 Einwohner zu Beginn dieses Jahres gegenüber. Eine natürliche Verschiebung ist in den wenigen Tagen Zwischenzeit nicht cingetreten. Jetzt geben es selbst jene zu, die den Volkszählungsschwindel nie wahrhaben wollten, daß diese Merkwürdigkeit ihre Erklärung darin findet, daß die 1300 so urplötzlich abhanden gekommenen Bürger nichts anderes waren, als „Volkszählungsjoldaten" und Schlaf- kompanien der Tschechisierungsvereine. „Alnd ein ganz unerklärliches Rätsel ist vns H u l t s ch i n", wehklagt heuchlerisch die tschechische Presse. Das nach der Volkszählung rein tschechische Hultschiner Ländchen hat nach den Wahlen, also nach dem freien, weil geheimen, Bekenntnis der Bevölkerung in einer ganzen Neihe von Orten deutsche Mehrheiten in den Gemeindevertretungen. Manche Orte wieder haben sogar ein rein deutsches Gemeindeparlament. Wer vermag da wohl noch von der von Behörden vielgerühmten Objektivität der Volkszählung zu sprechen? Jetzt jammert die tschechische Presse und hetzt: das Wahlergebnis sei nur deswegen so ausgefallen, „weil die Behörden mit den Hultschinern zu wenig scharf ins Zeug gehen". Aber gerade das Gegenteil ist wahr: der sinnlos brutale Druck der tschechischen Behörden auf die Hultschiner Bevölkerung hat von allem Anfang an Dämme aufgerissen zwischen dem Staatsvolk und den Hultschinern und bei ihnen die deutsch- und reichsfreundliche Gesinnung eher erstarien lassen. Die Hultschiner haben nie aufgehört, der goldenen Zeit, da sie noch Bürger des Deutschen Reiches waren, nachzutrauern. „Ja, früher, im Reich, da war es doch ganz anders . - Und wie und wo sonst noch geschwindelt wurde: In Mährisch-Schönberg wurden im Dezember des Vorjahres 22,5 o. H. Tschechen gezählt. Bei den Kommunalwahlen aber brachten es die Tschechen auf kaum 10 v. H. aller abgegebenen Stimmen. Hätten nicht soviele Deutsche die Wahl versäumt und hätte die Staatspolizei das Meldewesen besser in Ordnung — 800 Deutschen wurden keine Wahllegitimationen zugestellt! —, so hätten die Tschechen noch schlechter abgeschnitten. Und waren nicht soviele Staatsbeamte, durchweg Tschechen, an Stelle der früheren deutschen Beamten gekommen, wären nicht hunderte von Offiziers- und Feldwebelfrauen wahlberechtigt, Militärpersonen selbst sind es nicht, dann hätten die Tschechen in Mährisch-Schönberg überhaupt kein Mandat. So sieht das von Dr. Be- nesch gern zitierte „friedliche Nebeneinanderleben" zwischen Sudetendeutschen und Tschechen aus, das angeblich gelöste Minderheitenproblem, die tschechische Minderheitenpolitik, die, wieder nach Benesch, „keinesfalls auf Tfchechisierung der Minderheiten ausgeht". In Mährifch-Schönberg muß mindestens ein ganzes Volkszählungsregiment übernachtet haben. Anders läßt sich das Schwindelergebnis nicht erklären. Das sind nur drei Beispiele für hundert. Denn so war es im ganzen Sprachgrenzgebiet. Leider ist das Korrektiv in Gestalt der Wahlen, das zugunsten der Minderheiten spricht und zum Unterschied vom behördlichen Korrektiv die Wahrheit sagt, von geringerer Bedeutung als die Volkszählung. Denn die staatliche Statistik kennt als Unterlage für ihre Berechnungen nur die Volkszählung. Wo keine qualifizierte deutsche Minderheit gezählt wurde, verlieren die Deutschen ihre ohnehin so schmählich-kärglichen Sprachenrechte und wenn in Wirklichkeit der Hundertsatz 50 zu 50 steht. Und obendrein berichtet die tschechische Presse, daß angesichts dieser Wahlergebnisse eben doppelt scharf an die Tschcchisierung gegangen werden müsse. Die Tschechisierungsvereine versenden Fragebogen an ihre Vertrauensleute in gemischtsprachigen Gemeinden, die mit dem Satz beginnen: „Bis wann kann Ihre Gemeinde vollkommen tschechisch sein?" Ein bekannter Vorkämpfer der Tschechisierung, ausgerechnet ein tschechischer Sozialdemokrat, schreibt: „Unseren nationalen Vormarsch kann man nicht als beendet ansehen. Die deutsche Minderheit, die durch das nahe, mächtige Stammgebiet gestützt wird, erschwert unsere politische, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung ständig empfindlich. In den Minderheitsstellungen im Grenzgebiet ist es notwendig, daß sich unsere teschechische Arbeit verzehnfacht. Eine feste wirtschaftliche Verankerung unserer Ansprüche in jeder Gemeinde im Sprachgrenzgebiet muß unser erstes Ziel sein. Die Sicherung unserer Minderheiten durch tschechische Schulen und die Aemterreinigung (restloser Hinauswurf aller deutschen Beamten) wird in kurzer Zeit beendet sein." In dieser Tonart geht es fort. Da versteht man, daß sich im Ausland die Frage erhebt: was sagen die deutschen Mini st er dazu? Ihre Beantwortung aber, daß die Minister der deutschen Agrarier und Sozialisten völlig einflußlos und von den Tschechen nur ge = duldet werden, weil Benesch dem Ausland so eine „Befriedung der Minderheiten" weismachen kann, will man immer noch nicht glauben. Deuifchnaiionale Volkspartei. Die Deutschnationale Volkspartei hielt gestern abend im Cafe Leib ihre letzte Wählerversammlung vor der Landtagswahl ab. ReichsiagSabg. Schmidt-Hannover sprach über Deutschlands Innen- und Außenpolitik und über die deutsche Zukunft. Die Demokratie des heutigen Deutschland sei diskreditiert, die Weimarer Verfassung fei eine Hausordnung, der man sich nicht mehr fügen wolle, der Druck von Versailles sei unerträglich geworden. Bedauerlich sei es, daß sich in Deutschland kein Echo rege, wenn in England von bedeutenden Führern davon gesprochen werde, daß die Kriegsschuldlüge unhaltbar fei: das amtliche Deutschland nehme davon kaum Kenntnis. Für die heutigen Verhältnisse in ihrer Gesamtheit sei das Zentrum verantwortlich, denn durch feine Schlüsselstellung in Parlament und Regierung habe es immer entweder „Ja" oder „Rein" zu sagen Gelegenheit gehabt. Das Zusammengehen mit der Sozialdemokratie habe sich als ein Verhängnis erwiesen. Die bevorstehende Hessenwahl sei das Stimmungsbarometer für ganz Deutschland und über das Land hinaus mitbestimmend für die nächste politische Zukunft. Der Redner beschäftigte sich dann mit der Reichsregierung. Brüning habe den Etat des Reiches saniert auf Kosten der Länder und Gemeinden, eine Notverordnung nach der anderen erlassen, dem Staatsbürger eine Freiheit nach der anderen entrissen usw. Zur Zeit sei das Thema Preis- und Zinssenkung aktuell. Hugenberg habe sich schon vor langer Zeit mit diesem Thema befaßt, einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, auf Grund dessen die Landwirtschaft hätte entschuldet und die Zinsen gesenkt werden können und der praktische Vorschläge zur Lösung der Wirtschaftskrise enthalten habe. Man habe den Entwurf ignoriert, später niedergestimmt. Zwangsläufige größere Beeinflussung der Wirtschaft von der Seite des Staates wäre nie das geeignete Mittel, eine Aenderung wirtschaftlicher Verhältnisse herbeizuführen. Wichtiger sei eine fühlbare Ent- steuerung. Der Mittelstand müsse wieder lebensfähig gemacht werden. Das Aufsaugen der Erwerbslosen sei doch nur dann möglich, wenn die Entsteuerung den Geschäftsmann instand setze, Mittel frei zu halten für die Entlohnung von Arbeitern und Angestellten. Es sei unwahr, wenn von verschiedenen Seiten behauptet werde, Hugen- berg habe in Kreisen von Wirtschaftspartettern erklärt, die deutsche Währung müsse dem Sterlingskurs angepaht werden. Die Regierung Brüning, die große außenpolitische Chancen habe, werde diese sicherlich wieder nicht ausnühen, weil die Ausnützung der Chancen eine Aenderung der bisherigen Politik zur Boraussehung habe. Es sei ein Irrtum, wenn man glaube, daß man dem Reparationsproblem erst dann nähertreten könne, wenn die inneren Verhältnisse stabilisiert seien. Wenn in Deutschland alles in Ordnung sei, denke das Ausland nicht daran, die „Heiligkeit der Verträge" verletzen zu lassen. Rach dem Zusammenbruch des Zollunionspla- nes hätte, so führte der Redner weiter aus, jede andere Regierung abtreten müssen. In Deutschland sei nichts wesentliches geschehen. Die Dan- kenkrise vom 13. Juli habe nur Notverordnungen ausgelöst, während ein klarer währungspolitischer Plan fehlte. Die „Machtstellung des Schuldners" habe man nicht ausgenützt, wie man auch aus dem Konflikt zwischen England und Frankreich, zwischen Frankreich und Amerika (Goldabzüge) keine Nutzanwendung zu ziehen vermocht habe. Man habe die Chancen zum Angriff auf die Reparationsfrage ignoriert, dafür um die Stillehaltung gebangt und an der „bewährten" Politik festgehalten. Der Osten sei schutzlos, die Korridorfrage vernachlässigt, und bei all dem regiere das Zentrum auf Grund einer Mehrheit von 27 Stimmen, zu einer Zeit, da die Kommunisten den Barrikadenkampf vorbereiteten und Deutschland zwischen Versailles und Moskau hin- und hergerüttelt werde. Leider habe die Mitte durch ihre unbestimmte Haltung die Schlüsselstellung der Zentrumspartei ermöglicht. 'Die Deutschnationale Dolkspartei kämpfe daher gegen das Zentrum. Heute sei die nationale Opposition im Wachsen, man begrüße jede Verstärkung, bejahe die Nationalsozialisten und fordere allenthalben die Anerkennung der traditionellen Farben Schwarz- Gießener Gtaöttheaier. Gastspiel Uday Lhan-Kar. Das Gastspiel der Hindu-Tanzgruppe Al d a h Shan-Kar und Simkie mit einem Hindu- Orchester stellte sich als eine sehr sehenswerte, originelle und .fremdartige Unterbrechung und Bereicherung des üblichen Theaterspielplanes dar. Es handelt sich um ein Orchester, dessen Vorführungen auf der Pariser Kolonial-Ausstellung einen besonderen Anziehungspunkt bildeten. Die Gruppe verfügt über mehr als fünfzig original- indische Instrumente. Die Musik für die Tänze ist von Ti mir Baran Bhattacharyya mit Unterstützung von Dishnu Dass Shi - raIi, sämtliche Tänze sind von Alday Shan- Kar arrangiert. Es ist — da dem durchschnittlichen Mitteleuropäer, auch dem musikalisch gebildeten, gewisse Voraussetzungen zum Verständnis fehlen — kaum möglich, mehr als persönlichste Eindrücke von dieser Musikübung wiederzugeben. Man kann sie von unserem abendländischen Standpunkt wohl überhaupt nicht unbefangen werten: man muß sich vielmehr darauf beschränken, auf die grundsätzlichen und elementaren Unterschiede zwischen dieser indischen und unserer eigenen Musik hinzuweisen. Die indische Musik ist vor allem viel entschiedener vom Kultischen her zu erklären und an religiöse und mythische Vorstellungen gebunden, ols das bei uns der Fuck ist. Sie gibt, obwohl wie die abendländische unter bestimmten Kompositionsgesetzen stehend, der Individualität des Ausübenden mehr Freiheit und Spielraum. Sie ist in ihrem Klangcharakter tief und grundsätzlich von der unseren verschieden, was sich schon aus dem ganz anders und übrigens außerordentlich variabel zusammengesetzten Jnstrumentalkörper erklärt. Es gibt da die verschiedenartigsten Trommeln und Saiteninstrumente (die noch am ehesten an die einheimischen Gitarren und Mandolinen erinnern), dann Flöten, Hörner, Glocken, Zymbeln, Gongs und viele andere, deren Bau, Namen und Klangfarbe uns vollkommen neu und fremdartig anmuten. Es ist schwer, irgendwelche Anklänge aufzu- spüren (manchmal fühlt man sich flüchtig an russische und primitiv-afrikanische Lautwirkungen erinnert) — im allgemeinen empfindet man diese Hindumusik bei aller Variabilität im Einzelnen als verhältnismäßig monoton; charakteristisch erscheint uns ferner das Vorherrschen des rhythmischen Prinzips vor der reinen Melodie, ... vor allem aber der lautmalerische Reichtum dieser Musik, die in viel höherem Maße, als man es bei uns gewohnt ist, beschreibend, darstellend und symbolisch erscheint. Ihre engen Beziehungen zum Tanz, zur Pantomime und zum Drama sind hieraus unschwer abzuleiten. Außerdem ist die Musik an Tag- und Jahreszeiten streng gebunden (ein uns ziemlich fremder Zug) uni) Ausdruck einer bestimmten und oft sehr scharf umgrenzten seelischen Stimmung und Gemütslage. * Man hört etwa den „Rag Bhairavi"; Zeit: Morgen: Stimmung: anhaltende freudige Beschwingtheit. Oder „Sindha Bhairaoi"; Rag des Vormittags; Stimmung: weibliche Hingabe. Es ist für den Europäer ungeheuer schwer, ohne ein Wort des Kommentars, sich in diese musikalischen Ausdrucksformen einzufühlen.Ganz religiösen Charakter tragen etwa die Rhythmen des Khol, einer Terrakotta- oder Metall-Trommel. Diese Beispiele mögen als Andeutung genügen. Was den Tanz angeht, so ist er viel unmittelbarer als die reine Musik unserem Empfinden und Verständnis angenähert, weil er an sich schon über eine entschiedene und gewissermaßen „selbstverständliche" Ausdruckskraft verfügt, die durch pantomimische Untermalung, durch die scharfe Rhythmik der Bewegungsformen und endlich durch den Zusammenklang von Bewegung, Tonfolge und Farbenspiel (der schönen und phantasievoll zusammengestellten Gewänder) noch gesteigert wird. * UdayShan-Kar.der einen tänzerisch prachtvoll durchgebildeten, aufgelockerten Körper und tüchtige technische Schulung besitzt, begann mit dem „Indra" — „Stimmung: dunkel, majestätisch, voll tiefer Hochachtung" — einem kultischen Tanzbild, das aus der Standbasis entwickelt wird und auch wieder zum ruhenden Ausgangspunkt zurückkehrt. Schon hier war zu bemerken, was für alle oder fast alle Tänze der Hindus bezeichnend ist: das Schwergewicht des Ausdrucks, die oft überraschende Feinheit der Nuancierung liegt, dem pantomimischen Prinzip entsprechend, im Oberkörper, besonders im Spiel von Armen und Händen. Ein rhythmisch scharf akzentuiertes, farbig bewegtes, stellenweise fast barbarisch anmutendes Bild bot der „Ländliche Tanz" von Shan-Kar und Simkie. — Sehr lieblich in der einfachen Erfindung der „Frühlingstanz" der kleinen, geschmeidigen Simkie; das idyllische Motiv — ein Mädchen verjagt die Nachtigall aus dem Garten, die den Blumensamen aufgepickt hat — wird verblüffend in Bewegung umgesetzt. Zeit: Abend; Stimmung: kindlicher zlergcr, kokettes Schmollen. — Von prachtvoll ausholendem Schwung getragen: der traditionelle, nordindische „Schwerttanz" (Shan-Kar und und Simkie). Den Abschluß der Vortragsfolge bildete die Auf- sührung des archaischen Tanzdramas „Tandava Nrittya", das, tänzerisch überzeugend gelöst, in seinem Zusammenklang van Bewegung, stummer Handlung, scharfem Rhythmus, einfacher Melodie und leuchtender Farbe auch dem Europäer in seinen Grundelementen — vor allem dem höchst dramatischen Kampf des Gottes Shiva mit dem Elefanten- bämon Gajafur — eingehen mußte. In den Hauptrollen, wenn man es so nennen darf, wirkten neben Shan-Kar und Simkie Debendra und KanakLata. — . * Die sehr eigenartige und fesselnde Aufführung war gut besucht und fand lebhaften Beifall. hth. Zeitschriften. — Di e Haltung der „neuen Generation" ist vom Friedrich Langenfaß, dem Mitherausgeber der „Zeitwende" (Verlag C. H. Deck, München), im Novemberheft gezeichnet. Langenfaß zeigt, daß diese Haltung tiefe Wurzeln im Geistigen hat. Eindringlich macht er aber auch auf die Gefahr aufmerksam, daß diese geistigen Hintergründe durch Tagespolitik und Parteidogma völlig verschüttet werden. Noch freilich ist Rettung möglich: Wenn es nämlich zu einer lebendigen Begegnung der neuen Generation mit der „Mitte der deutschen Geschichte" kommt, mit der Reformation. Nur im Gehorsam gegenüber dem lebendigen Gott kann das Volkstum seine Kräfte wirklich fruchtbar entfalten. Die neue Generation steht also — ob sie sich dessen bewußt ist oder nicht — vor der Gottesfrage. Die Entscheidung fällt auf dem Schlachtfelde der Reformation. Höchst lebendig und eindringlich stellt Langen- fah diese Schicksalsfrage vor uns. Eine sonderbare Malerrechnung. Die überaus schnurrige Rechnung, die ein alter Maler ausgestellt hat, wird in den „Schlesischen Monatsheften" veröffentlicht; sie rührt von einem Dekorationsmaler Jaques Caspour her, der im Jahre 1700 eine Klosterkirche renovierte und für seine Arbeiten 78 Livres 10 Sous Brabanter Münze forderte. Der Abt des Klosters hielt aber die Rechnung für zu hoch und forderte daher von dem Maler, daß er alle feine Arbeiten einzeln führen und den entsprechenden Preis angeben solle. Das hat denn auch der wackere Malermeister getan und die folgende Rechnung aufgesetzt, die jetzt in dem Archiv des Klosters aufgefunden wurde: „1. Die zehn Gebote korrigiert und frisch überstrichen = 13 Livres; 2. Pontius Pilatus verschönert und ein neues Band an seine Mütze gesetzt = 4 Livres 17 Sous; 3. dem Hahn von St. Petrus einen neuen Schwanz gemacht und seinen Kamm repariert - 2 Livres 4 Sous; 4. den guten Schächer wieder ans Kreuz befestigt und ihm einen neuen Finger gemacht = 1 Livre 8 Sous; 5. den linken Flügel des Erzengels Gabriel erneuert und vergoldet = 15 Livres 19 Sous; 6. die Magd des Hohenpriesters Caiphas gewaschen und frisches Rot auf ihre Wangen aufgetragen = 6 Livres 13 Sous; 7. den Himmel erneuert, zwei Sterne hinzugesügt, die Sonne frisch vergoldet und den Mond gesäubert = 8 Livres 15 Sous; 8. das Gewand des Herodes überstrichen, zwei seiner Zähne und seine Perücke neu hergestellt = 3 Livres 15 Sous; 9. die Lederhosen des Haman ausgebes- sert und zwei Knöpfe an seine Weste gesetzt = 2 Livres 5 Sous; 10. dem jungen Tobias, welcher mit dem Engel Gabriel reist, ein Paar neue Stiefletten und einen neuen Riemen an seinen Reisesack = 2 Livres 6 Sous: 11. die Ohren von Bileams Esel gesäubert und denselben frisch beschlagen = 4 Livres 7 Sous; 12. einen neuen Stein an Davids Schleuder gemacht, Goliaths Kopf vergrößert und seine Beine weiter zurückgestellt = 3 Livres 3 Sous; 13. ein Paar neue Ohrgehänge für Abrahams Weib Sarah = 4 Livres 1 Sous; 14. dem Eselskinnbacken, womit Simson die Philister erschlägt, neue Zähne eingesetzt = 1 Livre 5 Sous: 15. die Arche Noah frisch geteert und dem Vater Noah ein Paar neue Aermel gemacht = 7 Livres: 16. das Hemde des verlorenen Sohnes ausgebessert, seine Schweine gewaschen und Wasser in ihre Tröge getan — 3 Liv. 4S.: 17. einen neuen Henkel an den Krug der Samariterin gemacht = 1 Livre 5 Sous. In Summa =• 78 Livres 10 Sous." Weih-Rot. Es gelte heute, die Werte der deutschen Scholle, der deutschen Seele zu erhalten und dafür zu sorgen, dah sie nicht in einer Massen- dernokratie untergehen, sondern durch die wahrhaft nationale Volksgemeinschaft gesichert würden. Die Jugend bejahe das festgefügte Deutsche Reich. Die Wahi in Hessen müsse eine Zelle des wahren Reiches schaffen. In deutschen Landen, in deutschen Städten und auf deutschen Bürgen müsse wieder die schwarzweihrote Fahne wehen, wenn unsere Wege in die Zukunft weisen sollten. tAn- haltender starker Beifall.) Hierauf entwickelte der Redner auf eine Anfrage hin das deutschnationale soziale Programm. Man fordere für den Arbeiter Arbeit statt Fürsorge, Unterbindung der Sklaven- herrschaft des internationalen Finanzkapitals, Bildung eigener Kapitalreserven, verantwortungs- tewußte nationale Wirtschaftspolitik, Belebung des Binnenmarktes usw. Man bekämpfe eine falsche Gewerkschaftspolitik, durch die der Aufbau der deutschen Wirtschaft verhindert werde, bekämpfe die Tewerkschaftsmonopole, die Zwangsbewirt- schastung der Löhne und der Preise, die Tarifpolitik der Gewerkschaften, die nur einem Teil der Arbeiterschaft hohe Löhne vermittle, und schließlich das Parteibuchbeamtentum besonders in der Sozialversicherung, durch das die Liquidität der Sozialversicherung gefährdet werde. Man wolle dagegen die nationale Kameradschaft ins Leben rufen und das BerantwortungSbewuhtsein aller gegen alle. Rechtsanwalt Zimmer-Giehen erklärte, die Deutschnationalen im Hessischen Landtag hätten stets eine Derwaltungsrcform an- gestrebt. Hessen bedürfe keiner fünf Minister, keiner so aufgeblähten Verwaltung, wie sie in Darmstadt amtiere und einen Kostenaufwand von 4,5 Millionen fordere. Der Staat habe sich dafür einzusehen, dah Ordnung und Sauberkeit gewahrt bleibe, und er solle sich von Dingen fernhalten, die seinem Zweckbereich nicht entsprächen. Man fordere ernsthafte Eparmahnahmen und die Durchführung der bisher unveröffentlichten Vorschläge des Reichs-Sparkommissars, ohne den Steuerzahler erneut zu belasten. Es dürfe den Mittelparteien bei der kommenden Wahl keine Möglichkeit mehr gegeben werden, maßgeblichen Einfluh zu erlangen, wenn man verhindern wolle, dah in Hessen eine zweite Regierung Brüning ans Ruder komme. Die Deutschnationalen hätten ein klares Programm, das die Zukunft für sich habe, und deshalb dürfe es gefühls- und ver- standesmähig nicht schwer fallen, deutschnational zu wählen. Kundgebung der Deutschen Staatspartei. In einer öffentlichen Wählerversammlung, die von der Deutschen Staatspartei gestern abend in der Turnhalle am OswaldSgarten veranstaltet wurde, sprach als erster Redner der frühere preuhische Finanzminister Or. Höpker-Aschoff M. d. 2R. Er beschäftigte sich zunächst mit der Frage der Reichsreform und bezeichnete es als ein Hauptziel der Deutschen Staatspartei, mit den alten Bundesstaaten Schluß zu machen und durch «ine Rcichsrcform den deutschen Einheitsstaat zu schaffen. Zu diesem Zweck sei die Beseitigung des Dualismus der beiden großen Zentralregierun- aen in Berlin, der preußischen Regierung und der Reichsrcgierung notwendig. Eine starke und einheitliche Führung der Geschäfte in Deutschland sei nicht möglich, solange diese beiden Regierungen nebeneinander bestünden, die oft auch gegeneinander gearbeitet hätten. Der Redner forderte deshalb das Aufgehen der preußischen Regierung In der Rcichsregierung und die älmgestaltung der norddeutschen kleinen Länder zu Reichsländern. Wenn Bayern, Württemberg, Baden und Sachsen dann etwas anders zur Reichsgewalt stünden und besondere Rechte hätten, so könne man das schon in Kauf nehmen, denn man wäre immerhin ein Stück weitergekommen. Auch für Hessen könne das Aufgehen im Reich auf dem Wege der Reichsreform nur förderlich sein. Weiler beschäftigte sich der Redner u. a. mit der Reparationsfrage und der Stillhaltung. Er gab dabei in grohcn Zügen einen Mcbcrblid über die Entwickelung d-r Reparationen im Laufe des letzten Jahrzehnts, besprach kurz die Kreditopera- lionen bis zum Ärifenmonat Juli und betonte schliehlich, wenn es gelinge, zu einer vernünftigen Lösung dieser beiden großen Fragen zu kommen, so würden wir nach seiner Lieberzeugung über den Berg hinüber sein, das grobe Mißtrauen würde schwinden, und dann sei mit einer allmählichen Wiederbelebung unserer Wirtschaft und der Weltwirtschaft zu rechnen. Rotwcndig sei eS aber auch, daß bei der Regelung dieser großen Fragen ein einiges und geschlossenes Volk hinter der Reichsregierung stehe. Leider seien es aber auch hier die radikalen Parteien, die in der entscheidendsten Stunde der deutschen Politik das Ansehen und den Einfluß der Reichsregierung zu untergraben sich bemühten. Die Staatspartei sehe, wie bisher, ihre Aufgabe auch weiter darin, diese Politik der Verständigung mit Frankreich zu unterstützen, weil unser Volk nur auf diesem Wege allmählich aus dem Zwangsturm der Reparationen befreit werden könne. Diese Politik der Verständigung mit Frankreich sei keine nationale Würdelosigkeit. Sodann warnte der Redner nachdrücklich vor einem Moratorium, da hierdurch Deutschland aus dem weltwirtschaftlichen Verkehr ausgeschaltet würde und eine ungeheure Armut mit riesenhafter Arbeitslosigkeit in unserem Volke die Folge wäre. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß es der Reichsregierung gelingen möchte, diese großen Fragen zum Bcsten D:u:schlands durch Verständigung mit Frankreich zu meistern und damit gedeihliche Arbeit zu leisten, während die Rationalsozialisten mit ihren Reden dem Volke nur Steine statt Brot böten. Bei einer Betrachtung der gegenwärtigen Wirtschaftsprobleme und -Verhandlungen sprach sich der Redner mit Entschiedenheit gegen jede Absicht einer Inflation aus, durch die unser Volk nur in schwerstes Llnglück stürzen würde. Zur Verbilligung der Produktionskosten gehöre nicht nur die Senkung der Gehälter und Löhne, sondern auch der Abbau der Mieten, der Warenpreise und der Zölle. Unsere Agrarpolitik sei überspannt und müsse zur Senkung der Produktionskosten ebenfalls rückwärts revidiert werden, denn die Zölle seien jetzt so hoch, daß die Lebonsmittelpreise in Deutschland weit über dem Preisniveau im Auslande lägen. Aber nicht nur in unsere falsche Agrarpolitik, sondern guck in die Trusts, Kartelle und in die Preis- Vereinbarungen müsse eine Dresche geschlagen und die freie Wirtschaft des freien Unternehmers und freien Mittelstandes wiederhergestellt werden. Zum Schluss beschäftigte sich der Redner noch lurt polemisch mit der Wirtschaftspartei, der Deutschen Volkspartei und mit den Radikaldemokraten. um dann zu betonen, daß die Deutsche Staatspartei das Sammelbecken für alle politisch Heimatlosen sein wolle, um aus dieser Zusammenfassung der aufbaubereiten Kräfte heraus mit- zuarb"iten im Dienste des Vaterlandes. (Lebhafter Verfall.) Oberamtsnchter Schreiber M. b. £. besprach hauptsächlich Fragen der hessischen Politik, nachdem er auf die große politische Bedeutung Wessen Knd bin ich? Vornan von Fr. Lehne. (Urheberschutz durch L. Ack.rinann, Romanzentrale Stuttgart.) 2. Fortssßung. Nachdruck verboten. 2. Ein schwüler Iulitag neigte sich. Der Abend hatte keine Kühlung von der drückenden TageS- hitze gebracht: man ersehnte und fürchtete zugleich das Gewitter, das schar und drohend im Südwesten stand: vereinzelte Blitze zerrissen schon die unbewegliche Wolkenwand. Der Lehrer Lenz und seine Frau saßen vor dem Hause. Sie strickte an einem Strumpf, und er las ihr aus der Zeitung vor, solange cs das schwindende Tageslicht noch gestattete. Der kleine Ehristel kniete zwischen den Erdbeeren und aß nach Herzenslust. Hatte er eine besonders schöne Frucht gesunden, brachte er sie der Mutter, wichtig und fein auf einem örbbccrblatt an- gerichtet. „Es wird Zeit, Christel, daß du ins Bett kommst", rief Frau Lenz jetzt, „höre auf mit dem Esten, sonst wirst du krank!" „Roch ein Weilchen, Mama!" bettelte das Kind und kam angesprungen, ..bitte, ich möchte noch bei euch b*.eiben!" Zärtlich schmiegte sich Christel an die Mutter. Es durchrieselte sie wohlig, und föfter preßte sie den Knaben an sich. Dieses blühende, gesunde Kind würde ihr der Himmel doch lassen! Wie reich war sie noch in seinem Besitz! Des (Satten Hand tastete nach der ihren: herzlich gab sie seinen Händedruck zurück, und in zusriedenem Schweigen saßen sie da. Ein plötzlicher Windstoß ließ Frau Berta erschreckt zusammenfahren: klirrend schlug ein Fen- fter zu. „Das Gewitter kommt herausF ..Ich glaube nicht!' erwiderte der Lehrer nach einem piüfenden Blick auf den Himmel. ..es zieht seitwärts ab! Dennoch, wir wollen hineingehen. Christel muß zu Bett: auch dir, Liebste, tut die Ruhe gut." Er streichelte >hr di« Wangen, dann hob er den Buben hoch, setzte ihn auf seine Schultern, und man ging ins Haus. Mitternacht war vorüber, als Frau Lenz plötzlich aus dem Schlaf aufschreckte und sich im Bett aufrtebtete. ..Hörst du nichts. Christian?" „Rein, Berta, was soll ich hören?" fragte er noch schlaftrunken, „vielleicht kommt daS Ge- Witter doch wieder." „Rein, eS ist etwas andere« — da ist etwa« vor unserem Hause, im Garten", flüsterte sie aufgeregt, „Leute sind in unserem Garten." Die Aengstlichkeit seiner Frau ermunterte den Lehrer vollends. Er sprang aus dem Bett und eilte an das Fenster, das er öffnete. Lauschend bog er sich hinaus. Das Schlafzimmer lag an der Schmalseite des Hauses, von der man tagsüber die Landstraße weit überblicken konnte. Er suchte das Dunkel völlig zu durchbohren; doch nichts Verdächtiges nahm er wahr. Der Wind rauschte stark in den Bäumen, und schwere dunkle Wolken jagten zerrissen dahin. Es hatte sich merklich abgekühlt: irgendwo mußte ein Gewitter niedergegangen sein. Unheimlich, gleich schmalen, gezackten Feuerbränden zuckten die Blitze über den Himmel hin, und im Schein eines solchen sah der Lehrer einen Kraftwagen auf der Landstraße dahinsausen. „Es ist wirklich nichts. Berta! Rur ein Auto fuhr vorbei — das hast du vielleicht gehört!" „Meinst du?" Erleichtert legte sich die junge Frau in die Kissen zurück. Seit dem Tode des Töchterchens war sie so empfindlich und ängstlich geworden, daß sie in den harmlosesten Dingen etwas Schreckha'tes vermutete. Oft war ihr Mann deshalb nachts schon aufgcstanden und in der Wohnung herumgegan- gen, um sie zu beruhigen. „Ob es wirklich nur das Auto war?" fragte sie, von neuem ängstlich geworden. Die Bäume rauschten vor ihrem Fenster so unheimlich, und so klagend der Wind, der um das Haus pfiff und sie nicht zur Ruhe kommen ließ. Sie konnte nicht wieder einschlafen: sie lauschte angestrengt in das Dunkel der Rächt hinein. Kaum war es hell, so hielt sie es nicht mehr im Bett; sie erhob sich, und sogar zeitiger als ihr Mann, der ein Frühaufsteher war. „Aber. Kind, was willst du so früh schon auf ?" „Ich kann doch nicht schlafen, Christian! Heute vormittag will ich bügeln, damit ich am Rach- mittag Zeit genug habe, den Anzug Christels endlich fertig zumachen." Während Frau Berta in der Küche Feuer anmachte und das Kaffeewasser aussehte, ging Lehrer Lenz in seinen E orten. Einen Augenblick blieb er vor der Haustür stoben, in tiefen Zügen die würzige Morgenluft einatmend. Mit zufriedenen Augen blickte er um sich. Wie schön war sein Garten In den ersten Strahlen der Frühlingssonne, die die Tautröpfchen wie Diamanten aufleuchten lieh! Wie stark und süß die Rosen dufteten! Plötzlich stutzte er. Die Gartentür war nur an- gelehnt, und der gelbe Kies zeigte Abdrücke von Männerfüßen, die gestern abend bestimmt noch nicht dagewesen waren. Sr batte den KicSplatz vor der Taruslaube erst frisch gehackt, ehe er sich zu seiner Frau vor der Haustür gesetzt. Da lag auch eine Zigarettenschachtel. Entschieden muht« jemand in der Rächt in seinem Garten gebet bevorstehenden Landtagswahl hingewiesen und vor der Politik d«S Radikalismus auf beiden Flügeln gewarnt hatte. Er polemisierte dann wiederholt gegen die Deutsche Volkspartei, ferner gegen die Gründung der Radikaldemokratischen Partei, die er als einen Frevel am demokratischen Gedanken bezeichnete. Sodann kritisierte er die starke steuerliche Belastung te« Mi.teistandeS, insbesondere durch die letzten Steuerbeschlüsse deS Landtages. gegen die er sich mit Energie, aber leider vergeblich gewandt habe. Dagegen begrüßte er die Senkung der Rcalstcuem, die vom Reiche her zur Entlastung des Mittelstandes durchgeführt wurde, ebenso billigte er den bis 1934 durchzuführenten Abbau der Wohnungszwangswirtschait, der endlich auch dem Hausbesitz Entlastung bringe. Er forderte, daß auch Hessen den Weg der bewährten Mittelstandshilfe energisch gehen solle. Er stehe auch heute zu dem, was er in den letzten zwölf Jahren als Demokrat gutgeheißen habe: die Politik der hessischen Koalition als Ganzes gesehen, müsse er als einen Ersolg bezeichnen. Aber er heiße nicht alles gut, was in den letzten Jahren in Hessen geschehen sei. Gr übte in diesem Zusammenhang Kritik an der hessischen Personalpolitik, bekannte sich entschieden zum DerufS- beamtentum und lehnte es ab, der Ucbcrtragung von Deamtenstellen an Leute ohne die erforderliche Vorbildung zuzustimmen. Weiter nahm er scharf Stellung gegen die Beamten des Staates, die sich an der Hetze gegen den Staat beteiligten. 5>cr Regierung machte er zum Vorwurf, daß sie in der Vereinfachung des Verwaltungsapparats, insbesondere an dem .Wasserkopf der Zcntraiverwal- tung, nicht genügend getan und vor allem auch eine organische Reform unterlassen habe. Hessen leide an einer zu starken Zentralisation der Aufgaben, bei den Zentralbehörden hätten 33 Prozent und vielleicht noch mehr abgebaut werben können. Ein dahingehender Antrag von ihm sei im Lanbtag von der Regierungs-Koalition und von den Radikal- demokraten nicdergestimmt worden, weil sie nicht wahr haben wollten, daß ein Abbau von Beamten bei den Zentralbehörden möglich sei. Er sei aus der Koalition ausgeschieden und habe der Regierung sein Vertrauen entzogen, als er gesehen habe, daß die Regierung trotz Landtagsverlängerung nichts an der Derwaltungsreform getan habe, ebenso wenig auch um die Reichsreform bemüht gewesen sei. Minister K o r e l l habe sich schnell zum Föderalisten entwickelt und ter Abgrordnete Reiber habe gegen seinen (Schreibers) Reichsreformantrag gestimmt. Der Redner schloß mit einem Bekenntnis zur Reichsresorm zwecks Angliederung Hessens an das Reich, einer scharfen Absage an den Radikalismus und mit dem Aufruf zur Mitarbeit in der Deutschen Staatspartei zur Sicherung der Einheit des deutschen Volkes auf ter Grundlage der staatsbürgerlichen Freiheit. (Lebhafter Beifall). An die beiden Vorträge schloß sich eine Aussprache an, die von mehreren Rednern und den beiden Referenten bestritten wurde. Oberheffen. Oie Licher Derkehrswerbearbeii. -/- Lich, 12. Rov. Linker Leitung von Bürgermeister Geil fand die diesjährige zahlreich besuchte Hauptversammlung des Verkehrs- und V e rschönerungsve r e i ns statt. Rach Worten der Begrüßung gedachte Bürgermeister Geil des kürzlich verstorbenen Rechners des Vereins, Kaufmann Moritz Goldschmidt, und nahm die übliche Ehrung vor. Der von dem rührigen Geschäftsführer, Lehrer H i l d, vorgetragene Tätigkeitsbericht bot ein Bild regster und erfolgreichster Vereinsarbcit, an welcher der Vorstand besonderen Anteil hat- Durch die Mitwirkung des Vereins wurde im Geschäftsjahr u. a. die Postverkraftung mit dem hiesigen Postamt als Ausgangspunkt durchgeführt, die Stadt Lich mit ihrer schönen ilmwesen sein; Berta hatte recht gehört! Die Kirschen und Beeren waren reif, und er war eS schon gewöhnt, daß dem Garten zu dieser Zeit ab und zu Besuche von ungebetenen Gästen abgeplattet wurden! Aufmerksam um sich schauend, ging er nach ter Gartenpforte, um sie zu schließen: da bemerkte er auf der Bank in der Laube einen mit einer blau- seidenen Decke verhängten Korb, und aus dem Korbe klang eS — er glaubte seinen Ohren nicht zu trauen — wie Kinderweinen. DaS war doch unmöglich, eine Sinnestäuschung narrte ihn; aber alS er nähertrat und sich über den Korb beugte, sah er, daß er sich nicht geirrt: in dem Korbe lag ein ganz kleines Kind, dessen Köpfchen mit einem durchsichtigen seidenen Schleier überdeckt war. Wie kam das Kind hierher? Er mußte sich einen Augenblick setzen; die Lleberraschung war zu groß! Das Kind schrie mehr: da stand er auf und rief seine Frau, die so'ort kam. Sein ernstes, betroffenes Gesicht fiel ihr auf. „Was ist, Christian?" fragte sie beklommen. Er faßte sie bei ter Hand. „Komm und sieh!" Fast feierlich klang seine Stimme. „Ein Kind — ? Wie kommt da« hierher?" stammelte sie, und hilflos sah sie den Gatten an, der den Kopf schüttelte. „Ich weiß eS nicht." Da kam ihr ein Gedanke; aufgeregt faßte sie nach seinem Arm — — „aber ich weih eS jetzt --in ter Rächt--das Auto, das du gesehen — die Leute sind vor unserem Haute gewesen und haben das Kind gebracht — oh. ich habe doch recht gehabt, als ich etwas gehört —!" Sie neigte sich über daS stärker weinende Kind: „Du hast gewiß Hunger, armes Würmchen, und hast die ganze Rächt draußen sein müssen!" Sie nahm es aus dem Korbe und wiegte es auf dem Arme hin und her. um eS zu beruhigen. AlS sie den kleinen Kinderkörper fühlte, durch- zitterten sie unbeschreibliche Empfindungen. Tränen erfüllten ihre Augen: „Wer sind deine Eltern? Warum hat man dich hierhergebracht?" murmelte sie. Der Lehrer packte mit Händen, die vor Aufregung gitterten, den Korb au«, um nach einem Anhaltspunkte zu suchen. wessen daS Kind war. Ganz zu oberst fand er einen großen versiegelten Briefumschlag, ohne Adresse, den er unschlüssig in ter Hand drehte; sollte er ihn öffnen? F ag*no sah er seine Frau an. .Gewiß. Christian! Wir myssen doch wissen, warum man unS das Kind gebracht hat." Sie gingen beide in daS HauS zurück, fle mit dem Kinde auf dem Arm. er den Korb tragend. Drinnen machte er ten Brief auf; ein halber, nur mit wenigen Zeilen in Schreibmaschinenschrift bejpxir.italtunfl. r robft. und Varl i.’ Vt Lantesstell' h er einen Dxnten lundcn Do .|pt04 cMbaumspcl •«tuen Abend hie» Hhrig (SarmflaDt »üd geigte, w>e man |ji5t Zeit haltbar n Krei j Laubach, 10. Sa, kttlöbrige S b t D-lbcadcnb 6fr hie L^calf öti „Solmfer iBüifnunjMiarfd) bei j xmr.s und der Be mr»oorfwnb ' 'tijt Lehrlinge ' it) ta Drielle tgeri hatten. ')?dern «bvengler u I«Durgbracht fi (Bogner), Äc ?Mmt), Hrinri gebung in steigendem Maße durch .«turfrembe und Ausflügler besucht, weitere Bänke an schönen ; Plätzen der Umgebung ausgestellt, im Flur de« Rathauses fanden zwei Postautomaten Aufstellung, weitere sollen folgen, im Hessenkalonder 1 ist die Stadt mit schönen Bildern vertreten, der s Blumenschmuck an den Häusern und in den Vorgärten wurde infolge deS Einflußes deS Der» i eins bedeutend vergrößert und verschönert. Für I das nächste Jahr ist in Verbindung mit dem ’ Verkehrsverein von Bad-Rauheim eine größere | Anzahl von Autobusfahrten durch Lich mit । Aufenthalt dah er geplant, dick Aufstellung wei- i tcrer Bänke soll erfolgen, mit dem Südwestfunk j wird wegen einer Führung durch Lich und ArnS- 1 bürg verhandelt werden, die Errichtung einet ’ Jugendherberge wird weiter im Auge behalten. 3n der Aussprache über den Bericht wurde Lehrer H i l d der besondere Dank ter Versammlung ausgesprochen, ferner wurde u. a durch Kaufmann Hahn die Beflaggung der Stadt an den größeren Märkten angeregt, ebenfalls beim Dlumenfchmuckwet bewerb eine besondere Bewertung der Fenster bzw der (Ballone u"d Vorgärte», Gärtnereibesitzer S ü s s e l übernahm für nächste« Jahr die Ausschmückung des Platzes vor dem Postamt auf eigene Kosten. Rach dem Kassenbericht, für den Entlastung erteilt wurde, wurde Kaufmann Herbert Goldschmidt alS Rach» folger seines Vater« einstimmig zum Rechner gewählt. Den Abschluß der Hauptversammlung bildete die Ausgabe der ersten und zweiten Preise, die im Dlumenschmuckwettbewerb zuerkannt waren. Es konnten 21 erste und 50 zweite Preise, i bestehend in schönen Blumenstöcken und sonstigen " pra t schcn Gcg n ä .d n, vorteilt werden. Außer- 4 dem wurden v5 lobende Anerkennungen ausae- 1 sprachen. Einer Anregung au« der Mitte der i Versammlung folgend, unternahmen die Verein«- f Mitglieder am Sonntag einen AuSflug zu ten von Kammerdirektor a. D Müller vorgenommenen Ausgrabungen in der ilmgegenö. Kammerdirektor Müller hatte selbst die Führung übernommen, gab die nötigen Erklärungen und wußte den Rundgang sehr interessant zu gestalten. Gemeinderat in Hungen. d. Hungen, 11. Rov. In ter gestrigen Gemeinderatssitzung wurde ter Waldwirtschaft-plan für 1732 vorgefegt und genehmigt. Zur Fällung sind 28?0 Festmeter vorgesehen: bei Ruhholz werden 10 Prozent gekürzt. Für Kultur- und Wegbaukosten usw. sind rund 6500 Mark vorgesehen. Bei ter Holzhauerei werten nur hiesige Erwerbslose beschäftigt: gegen die Absicht, nur vier Mpnn starke Holzbauerrotten zu bilden, sprach sich der Gcmeinterat mit Rücksicht auf die ©erätebefdjaffang au«. — Weiter wurde der Ortsbauplan besprochen. Landkreis Gictzen. • Klein - Linden, 13. Rov. Kommenden Sonntag sind eS 25 Jahre, seitdem Herr fratl Sinn die Stelle deS hiesigen Kirchendieners bekleidet. Aus Veranlassung von Bürgermeister Schaum und Pfarrer Schulte übernahm Karl Rinn am 15. Rovernber 1906 sein Amt, da« er bis heute mit großer Gewissenhaftigkeit und Treue versieht. LInscre Kirchturrnuhr. ein ganz alte- Werk, ist seit tem Dienstantritt Karl Rinn« in bester Ordnung. Kirchendiener Rinn hat viele Geistliche kommen und gehen sehen. g. Klein - Linden, 12. Rov. Rachtem die Wasserleitung und die Kanalisation fn unserer i Orte seit einiger Zeit fertiggestellt sind, mußte sich 1 ter Gemeinderat in feiner jüngsten Sitzung mit ter Festsetzung der Au-schlagsähe für daS Wassergeld und die 5t a n a l gebühren beschäftigen. Es war ursprünglich vorgesehen, Wassermesser einbaucn zu lassen, man mußte aber au« finanziellen Gründen davon Abstand nehmen. Der Gemeinderat beschloß, die Gebühren für Wasferbezug auf die Haushaltungen, auf Familienglieder, Vieh usw. auszuschlagcn. Dementsprechende Monat^sähe wurden Im einz > «Äff •3” luitragen I S letzten ■»J tn£it Beginn n r u v e * ö • - 5 «autele üä - W sonder» Ü ’ M) k'f M iu-n ,n u IthtN _ Dt Lauft deckter Dogen fiel ihm entgegen, sowie ein kleinerer Briefumschlag. Mit vor Erregung bebender Stimme la« er langsam und laut: »MeseS Kind ist ehelich geboren am zwanzigsten Mai dieses Jahre«. Es ist actauft auf denÄamen Ebba. Ich bitte, es als Ihr eigene« anzunehmen und ihm eine sorgfältige Erziehung zu geben, wofür inliegende Summe — einhunderttausend Mark — bestimmt ist, über die Sie nach Belieben verfügen können! Ich denke, es wird ausreichend genug sein als Entschädigung für Ihre Mühe und die Erziehungskosten!" Das war alle«! Kein Rame, kein Ort — nichts, was Aufschluß geben konnte! Der Lehrer öffnete ten anderen Briefumschlag, der dick mit Tausendmarkscheinen gefüllt war. Sprachlos sahen sich die beiten an. Träumten sie, oder wachten sie? DaS war doch alle« so unnatürlich — — aber nein, da war ter Korb, da war das Kind--Frau Lenz wickelte es aus und legte c« auf den Tisch: e« war ein reizende«, runde«, gut genährte« und gepflegte« Kinderkörperchen, da» da zum Vorschein kam. Sie hätschelte e«: .Arme« Würmchen, dich aus- zusehcn! Solche Rateneltem!" Aus tem Korbe nahm sie frische Windeln und legte daS Kind trocken. ..So, nun bekommst du auch gleich etwa« zu trinken." Lehrer Lenz beobachtete seine Frau. Mi! welcher Engigkeit sie sich doch um daS fremde Kind bemühte! Wie sie zärtlich sprach und tändelte, via sie sich freute, als eS gierig au« der dargereichte» Flasche trank! Lind wie eine Erleuchtung kam c« da über Christian Lenz: die Sorge für da« fremde, hilflose Vöesen würde seine Frau sicher von ihrem Schmerz und Trauer um da« eigene verlorene Kind ablenken — würde sie dem Leben zurückgewinnen — als eine Gnade de« Himmels erlchic« ihm nun diese« seltsame Geschehen. Da« Kindchen war gesättigt und ruhig. Berta Lenz legte e» behutsam auf« Sofa und unterzog dann ten Inhalt de« Korbe« einer genaueren Prüfung. Die Wäsche — da« Dettzeug. die Windeln, Hemdchen und Jäckchen — war vom allerbesten, doch ohne jede« Zeichen. .WaS sollen wir tun?" fragte der Wann. .WaS wir tun sollen?" — beinahe erregt klang Frau BertaS Gegenfrage — .da überlegst du noch? Wir müssen da« Kind behalten! Do willst du e« sonst Einbringen?" .Rach der Stadt, nach dem Waisenhause! Da« geht un« da« Kind fremder Leute an? Du hast eine viel zu große Last und Arbeit." Lehrer Lenz sprach nur zum Schein so; er wollte den Widerspruch der Frau heraus!ordern, um ihre wahre Ansicht zu hören. Innerlich freute es ihn, daß sie jetzt beinahe heftig wurde. (Fortsetzung folgt.) Arte Ihr« drin losl die । Radi uh norm: Wied. Orig.- G N< W£ Futtermittel verwendbar ist. Zu haben in allen Apotheken. 6467 V liBltllmg Stadt LiG k tfif C ÖRE DRUCKSACHEN "l iX ö EnBrUhl'sche Druckerei Wo 11 stof fe - bevo rzugt! Telephon 3414 Neuenweg 28 3.80 5.50 6 60 Am Sonntag: U66IJ9 Bekanntgabe d. Wahlergebnisse Karl Volkmann VII 7702 A dunkelgrün 100 und 130 cm breit Einfarbige Gewebe in welcher, fließender Ware, auch dunkelbraun und OvomoIHne gibt Kraft zu gesundem Schlaf urjj duftig Die Ondulation bleibt erhalte n -fit I erreichen diel durch die Haarwäsche ohne Votier I Schwarzkopf \Ji' Trocken-Schaumpoiv Daten für Samstag, 14. November. 1825: der Schriftsteller Sean Paul (Friedrich Richter) in Bayreuth gestorben. — 1831: der Philosoph G. W. Fr. Hegel in Berlin gestorben. Literatur mit ärztlichen Gutachten, klinischen Berichten und Probe-Tabletten kostenlos durch: Radiosclcrin-Gcsellschaft m. b. H.. Berlin SW 68128. Da der literarische Robelpreis dem verstorbenen schwedischen Lyriker Karlfeldt zugesprochen wurde, werden beim Robelfest am 10. Dezember d i e drei Preisträger sämtlich Deutsche fein. Den medizinischen Preis erhielt bekanntlich Prof Warburg, Berlin. In diesem Jahre sind zum 30. Male die Zinsen zur Nobelstiftung zur Berteilung gelangt. An diesem internationalen Kulturbarometer gemessen steht Deutschland weitaus an der Spitze aller Länder. Deutschland hat nicht weniger als 3 7 Preise erhalten. An zweiter Stelle steht Frankreich mit 24 Preisen. Auffällig ist die deutsche Führerstellung in den Chemiepreisen. Hier sind bis jetzt im Ganzen 27 Preise verteilt worden, wovon Deutschland 14 erhalten hat. An zweiter Stelle folgt Frankreich mit vier Preisen. Eine Tasse Ovomaltine vor dem Schlafengehen - das gibt dem Körper und den angestrengten, übermüdeten Nerven die notwendige Kraft zu einem ruhigen Schlaf. Und zum Frühstück wieder eine Tasse - das gibt Ihnen eine Kraftreserve für den ganzen Tag. Ovomaltine, diese leichtverdauliche Kraftnahrung aus Malz, Milch, Eiern, Kakao und Nährsalzen, sorgt dafür, dass Ihnen die tägliche Arbeit leichter von der Hand geht, dass Sie an Lebensfrische, an Lebensfreude gewinnen. Ovomaltine Ist sehr einfach zu bereiten. Man löst 2 bis 3 Kaffeelöffel davon In trinkwarmer Milch und zuckert nach Belieben. Auch in Kaffee oder Tee wird Ovomaltine gern genommen. O rlgi na Idosen i 500 g zu M. 4,45, 250 g zu M. 2,40, 125 g zu M. 1,25 in allen Apotheken und Drogerien. Tafel-Silber-Beitecke direkt ab Fabrik, mass. 800 gestemp.. ferner mit stärkst. Feinsilberauflage und Stempel 100, alleräuß. Preise z.B. kompl 72teil. Garnitur RM. 108 Erstklass. mod. 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Die Akademie der Wissenschaften in Stockholm hat am Donnerstagabend beschlossen, den diesjährigen Nobelpreis für Physik nicht zu verteilen, sondern bis zum nächsten Jahre zurückzustellen. Die Akademie hat ferner beschlossen, den diesjährigen Nobelpreis für Chemie zwischen den Professoren Bosch und Friedrich B e r g i u s zu verteilen wegen ihrer Erforschung der Entstehung und Entwicklung der Hochdruckmethode. Samstag,14.Nov.Schlachtfest Ab 9 Uhr: Wellfleisch mit Kraut Abends die beliebten reichhaltigen Schlachtplattcn Bekannt billige Preise! Aufmerksame Bedienung! Täglich reichhaltige Speisekarte Spezialität: Tägl. und zu jeder Tageszeit Rippchen mit Kraut Wie seither jeden Samstag bis 4 Uhr morg. geöffnet Neuzeitliche Radioanlage m. Kraftverstärker Heuchelheim Morgen Samstag, 14. November Metzelsuppe Ab 9 Uhr; Wellfleisch mit Kraut Gebr.lmheuser am Marktplatz Damenfrisieren | Shampoonierenmit prima Ondulation Bubikopf-Schneiden (vollendete Ausführung) sowieManikureund Vibrationsmassage 47920 Bernh. Bosch Damen - und Herren- Friseui geschäft Neuen Baue 12, Ecke der Weidengasse Samstag, 14. Nov., 8.30 Uhr, Im Helm Vortrag von Herrn stnd.phil. Szciech über: Dnsere Beimat in vor-u. frühgeschichtlicher Zeit Sonntag, 15. Nov„ vorm. 1O3,4 Uhr Besichtigung des Heimat-Museums Treffpunkt Alt. Schloß. Fing. Brandplatz Damen und Mite willkommenI 7717D __——■7'jZel durch a^ett S mit mit bem bei. durch die ■t im den Lbrhalten. JÄSoF EtääJ ^rnahin für ffi dem u erteilt wurdeL chMldt Q[g Z U'gzum Rechner?^ 'uptversammlM??. und zweiten Preis« Kauetfannttoi sDS SsÄi 'lcis. tootöenommenen .^genb. L°,c Führung über, ^laningcn und wühle u°ut zu gestalten. in.Hungen. 3n der gestrigen ©(. » der Wald. L_32 vorgelegt und 128'0 Fcstmeter Borgt« 10 Prozent gekürzt ukosten ufto. sind turj i der Holzhauerei tom se beschästigt: gegen dü starke Holzhauerrottn Gemeinderat mit W ifhmg aus. - Dean besprochen. Gießen. . 13. Aov. Roms« Jahre, seitdem«r )es hiesigen Kirch?.- Veranlassung Bon Iraner bchulte übenchm der 1906 sein Qlti das GevissenhastiM und Ikirchtunnuhr, ein ganz Dienstantritt ÄadHinti 'nöiener 2i!mi hat Biele hcn sehen. 12. 2?ov. ‘Zaubern die rmiWation in unseren Bellt finb, mußte [icj liner jüngsten Sitzung t Ausschlagsähe und die bannige- war ursprünglich w Lauen zu lassen, man len Gründen davon D .ntJcrat beschloh, die aus die HaushaltunA ieh usw. auszuschlagö ^sähe wurden im cinp Gemusterte Ware Noppö, Boucle, Schotten, Tweed, in reichhaltiger Auswahl und vornehmer Geschmacksrichtung 70 und 100 cm breit..... 1.90 2.50 3.00 4.20 »ranftaltung. . ,, - 4 fiangb, 12.Nov. Auf Antrag des hiesigen flfrft- und Gartenbauvereins veranstal» fde die Landesstelle für gärungslose Früchtever- Ixrtung h er einen zweitägigen Kursus. Es tour- fcmettoa 700 Liter Süßmost hergestellt. An beiden 2beiten Abend hielt der Leiter des Kurses, Herr khrig (Darmstadt) einen lehrreichen Vortrag mb zeigte, wie man auf einfachste Weise Obst für lange Zeit haltbar machen kann. Kreis Schotten. i ßaubad), 10. Nov. Am Sonntagabend fand fcs diesjährige Abturnen, verbunden mit einem ßeibeabenb der hiesigen Turngemeinde im (aale des „Solmser Hof" statt. Nach einem flotten iräjfnungsmarsch der Kapelle des Laubacher Mu- ftoereins und der Begrüßungsansprache des 1. 23er- insoorsitzenden Braun zeigte die Turnerriege cosgezeichnete Leistungen am Reck, Barren und erb. Großen Beifall fanden auch die Barren- und eiübungen der Knaben, sowie die Reigen der ätzchen. Reallehrer Haas hielt dann einen Vorüber den Wert des Turnens. Der turnerische fccfl des Abends wurde mit exakt ausgeführten ulenübungen und zwei beifällig aufgenommenen i gen der Turnerinnen abgeschlossen. Gerichtsvoll- ifjjer Craß dankte namens des Vorstandes allen itmirfenben, die mit hervorragenden Leistungen s gewartet hatten. , ■’ Gedern, 10. Nov. Dieser Tage fand hier ; UeberreichungderGesellenbriefe sechs Lehrlinge und zwei Lehrmädchen statt, sich der Gesellenprüfung mit Erfolg unter» ojen hatten. Es waren dies Ernst Sauer- iklem (Spengler und Installateur), Karl N e u t- 0 i-Durgbracht (Wagner), Otto Erk- Effolder- (ach (Wagner), Karl Hof-Gedern (Sattler und Elfterer), Heinrich Kaltenschnee - Sichen- ßier- und Speiserestaurant Zum Löwen Inh.: Fritz Greil ich Rjadiosclerin“ (Wz. Nr. 813 844) die seit Jahren bewährten raaiumhaltigen Brunnen-Tabletten (mH konlroll. Radiumgehalt). Nach Gutachten erster med. Autoritäten bewirkt reines Radiumsalz Entkalkung der Gefäße und damit eine bessere Blutzirkulation, sowie normale Funktion der lebenswichtigen Organe, besonders des Drüsensgstems und Wiederherstellung geistiger und körperlicher Frischt. Orig.-Röhre Mk. 2.60, Orlg.-Packg. mit 6 Röhren Mk. 11.-, Orig.-Packg. mit 10 Röhren Mk. 20.-. hausen (Zimmermann), Jakob Bornstein- Marburg (Polsterer), Ilse Rosenbaum -Gedern (Schneiderin) und Ottilie Nies» Hirzenhain (Schneiderin). Prüfungsmeister Alexander R e u h- Gedern händigte die Gesellenbriefe aus und richtete ermahnende Worte an die jungen Gesellen. Gewerbelehrer L i m p e r t von der hiesigen Berufsschule machte besonders darauf aufmerksam, daß erwerbslose Gesellen die Gewerbeschulen in Büdingen und Nidda besuchen können, ohne hierfür Schulgeld bezahlen zu müssen. Kreis Alsfeld. lb. Merlau, 10. Nov. Am Sonntagabend veranstaltete der Landesverein für Innere Mission einen Filmvortrag in unserer Kirche. Der Bildstreifen führte in die Großstadt, an die Wirkungsstätten der Inneren Mission; zeigte, wie die Mission den Armen und Kranken ihre Hilfe angedeihen läßt und wie den von der Not Bedrängten in jeder Lage geholfen wird. Zwischen den einzelnen Akten sang die Gemeinde einige Choräle. Die Vorführung war sehr gut besucht. •w Maulbach, 10. Nov. Etwa 40 Mitglieder der Abteilungen des Reitervereins Alsfeld trafen sich am Sonntag in unserer Gemeinde, um hier eine althergebrachte Reiterveranstal- t u n g durchzuführen. Unter Leitung des Vorsitzenden, Grafen von Dredow-Altenburg, nahm das Iagdreiten seinen Anfang. Das Gelände bot mancherlei natürliche Hindernisse, die noch durch künstliche vermehrt worden waren. Als beste Reiter gingen aus dem Wettbewerb die Herren K o r e l l - Angenrod, Bock- Schadenbach und Becker- Nieder ^Semünden hervor. Die Veranstaltung wurde von zahlreichen Schaulustigen verfolgt. Nach dem Ritt war man in Maulbach beim Kaffee zu Gast und blieb später in der Gastwirtschaft Stroh beim Austausch von Erinnerungen noch lange beisammen. Die Kapelle der Homburger Feuerwehr erfreute mit musikalischen Darbietungen. Preußen. Kreis Wetzlar. —<3— Wetzlar, 10. Nov. Mit dem gestrigen Tage ist der bisherige Pächter des Hotels „Z u m Herzoglichen Haus" aus dem Pochtverhältnis zur Stabtgemeinbe Wetzlar ausgeschicben unb hat sich auf den Betrieb des Gasthauses „Zum Deutschen Haus" zurückgezogen. Durch die immer schlechter werbenben baulichen Verhältnisse bes einst weithin bekannten Gasthofes ging ber Verkehr in biesern Hotel nach unb nach so stark zurück, baß ein wirtschaftliches Arbeiten nicht mehr möglich war. Das Hotel, bas in bester Lage am Domplatz steht, stammt aus der Zeit bes Reichskammergerichts, bas auch zum Teil dort seine Sitzungen abgehalten hat. Hoffentlich werben Mittel unb Wege gefunden, bas schöne Gebäube, bas unter Altertumsschutz steht unb eine Zierbe bes ganzen Domplatzes bilbet, roieber in einem neuen Kleibe erstehen zu lassen. Z Groß-Rechtenbach, 10. Nov. Am Samstag wurde hier durch einen Polizeibeamten ein Hausierer kontrolliert, ber Wäsche, Hanb-, Taschen- unb Wischtücher feilbot. Der Hausierer war im Besitze eines Wandergewerbescheines und gab auf alle Fragen Auskunft. Wie sich später herausstellte, hat er sich in verschiedenen Häusern taubftumm g e - st e l l t und eine dementsprechende Bescheinigung vorgezeigt, die offenbar gefälscht war. Als der Polizeibeamte von diesem Schwindel erfuhr, stellte er sofort Nachforschungen nach dem inzwischen in ber Richtung Gießen verschwundenen Hausierer an, konnte ihn jedoch nicht mehr festnehmen. Der Schwindler soll mit seiner „Taubstummenbescheinigung" in den umliegenden Ortschaften schon 8 bis 14 Tage „gearbeitet" haben. Die polizeiliche Untersuchung wurde sofort eingeleitet. > Wißmar, 10. Nov. Die Personenstandsaufnahme vom 10. Oktober d. I. ergab Arterienverkalkung Ihre Vorboten und Begleiterscheinungen, wie: hoher Blut- druck.Atemnot Schwindelanfälle. Herzbeschwerden. Schlaflosigkeit, Gicht. Rheuma bekämpfen Sie durch nm festgelegt. In größeren Betrieben follen als- lelb Wassermesser eingebaut werden; der Kubik- m.'ier Wasser wird dabei mit 40 Pf. berechnet, jic Neubauten sollen dem Bauunternehmer pro lau 10 Mark berechnet werden. Die Kanalgebühr Mcägt von je 100 Mk. Brandversicherungswert fr:r Gebäude 50 Pf. jährlich. Die Gebührenpslicht fir Wassergeld und Kanalisation beginnt mit dem LOttober 1931. Das Wassergeld soll monatlich, je Kanalgebühr zweimonatlich erhoben werden. OBurkhardsfelden.12. Nov. Aus Man- gd an Aufträgen war die hiesige Zigarren» slbrik in den letzten Wochen auf Kurzarbeit ein- g stellt. Seit Beginn dieser Woche ist die Fabrik ga n d ftillgelegt worden. In guten Zeiten sm Len in der Fabrik mitunter bis zu 80 Ar- bibskräfte Beschäftigung. Grünberg, 11. Nov. Am Sonntag war liiere neuerrichtete Zentralheizung (Warm- tlei3ung) der Kirche zum er st en mal in ie trieb. Heber 25 Jahre lang wurde die Kirche rah zwei große Oefen geheizt. Eine Untersuchung kTii die Baubehörde hatte nun ergeben, daß die E ÜLN unb besonders die Kaminrohre nicht mehr den «LHerheitsvorschriften entsprachen. Der Gemeinderat |»loß daher die Erbauung einer Zentralheizung, inten- W vcl^ tc SindH 8 da & ic’ätÜfltJff? A lliiieA i-'Äd Mcs- " w Los Los Mensch, sei keinTor - sieh Dich vor Los Los bereiten. Los Los Herr.-Plüschfutterhosen n f\r 2fädig ägypt. Mako, Or. 4-6, 2.95 L*LvJ Los TU HABEN NUR IN Sonderangebot in Los 8. 85 cm 80 cm Los 9. <.60 7695 A Los 10. heFiitr Los 11. Seitenweg 27, Liehen, Bahnbolslr. 14 7674D zureichen. 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Am Rachmittag war an den internationalen Devisenmärkten das Geschäft in französischen Franc und Reichsmark lebhafter. Dollar und Pfunde waren ebenfalls gefragt. Das englische Pfund war häufigen Schwankungen unterworfen: nachdem es sich bis auf 3,80 gegen Der Devisenmarkt. Oie Reichsmark international ziemlich fest. sehen, in verschiedenen Betrieben des Walzwerkes Neu-Oberhausen weitere Einschränkungen oorzuneh- men. Es ist vorsorglich Antrag auf Entlassung von 230 Arbeitern gestellt worden. * Nordlloyd. In der Aufsichtsratssitzung berichtete der Borstand, daß das Geschäftsergebnis nach den bis zum 30. September vorliegenden Zahlen erwarten ließe, daß im Jahresabschluß die Einnahmen ohne die Freigaben die Ausgaben reichlich decken würden, ein in Anbetracht der augenblicklichen Verhältnisse nicht ungünstiges Ergebnis. Bei den Erläuterungen über die einzelnen Geschäftszweige wurde u. a. eine leichte Belebung des Geschäftes festgestellt. Es wurde mitgeteilt, daß der aufgelegte Schiffsraum, der zeitweilig 210 000 Bruttotonnen betrug, wieder auf etwa 50 000 Bruttotonnen zurück- gegangen ist. ersten Halbzeit zum Opfer gefallen. Mit dem Schlußpfiff konnte Leihgestern als einzigen Erfolg der zweiten Halbzeit einen Handelfmeter verwandeln. Schiedsrichter Speckhardt - Gießen hatte das Spiel jederzeit in der Hand. Auszahlung gekündigter Gelder über 1000 RM. ruhig verlaufen. Eine Umfrage bei Genossenschaftsbanken ergab, daß überhaupt bis jetzt der Monat November im Unterschied zu den Vormonaten verhältnismäßig normal verlaufen ist. Es stellte sich heraus, daß die Rückzahlungen gekündigter Einlagen nur zu einem geringen Bruchteil tatsächlich erfolgen. Zum großen Teil findet eine Abhebung der Gelder überhaupt nicht statt. * Neue Kündigungen b e i der Gute- hoffnungshütte, Oberhausen. Wie die Verwaltung der Gutehoffnungshütte AG., Oberhausen, mitteilt, hat man sich infolge weiterer Schrumpfung des Auftragsbestandes gezwungen ge- den Dollar wieder befestigt hatte, gab es am Spätnachmittag erneut auf 3,7890 nach. Gegen den Gulden stellte es sich auf 9,42, gegen Zürich auf 19,42, gegen Paris auf 96,65 und gegen die Reichsmark auf 16,06. Der Franc zog an den verschiedenen Deviscnplähen ebenfalls an, der Dollar konnte sich stärker befestigen, die Reichsmark lag international ziemlich fest. Stimulierend wirkten bei der Bewegung der letzteren Pariser Gerüchte, nach denen die deutschfranzösischen Besprechungen einen günstigen Verlauf nehmen. 3n Amsterdam befestigte sie sich auf 58,75, während sie sich in Zürich auf 120,95 bis 121,00 stellte. Sn Reuyork wurde sie mit 23,65 nach vorgestern 23,60 gehandelt. Die Rorddevisen, der holländische Gulden, Madrid und Zürich waren behauptet. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. (Hauklasse: Garbenteich 1 — Ahbach I 7:3 (5:3). Der Plahbefttzer ging kurz nach Beginn in Führung und spielte auch weiter klar überlegen. Rach wechselnden Torerfolgen auf beiden Seiten stand das Spiel zur Pause 5:3 für Garbenteich. Rach dem Wechsel gelangen dem Platzbesitzer zwei weitere Torerfolge, die den sicheren Sieg bedeuteten. Dorlar I — Allendorf I 1:4 (0:2). Während Allendorf in der ersten Halbzeit nach ausgeglichenem Spiel zwei Lore vorlegen konnte, blieb dem Platzbesiher der Erfolg versagt. Rach dem Wechsel waren die Gäste überlegen, erzielten zwei weitere Tore, denen die Dorlarer nur das Ehrentor entgegensetzen konnten. Bezirksklasse: Kinzenbach I — Erda I 0:1 (0:0). Die Gäste waren immer etwas im Borteil und konnten das Spiel, wenn auch knapp, so doch verdient für sich entscheiden. Der Torwart von Kinzenbach verhütete durch sein ausgezeichnetes Spiel eine höhere Riederlage. Wißmar I — Launsbach I 1:4 (abgebr.). Rach einem harten Kampf, in dem zwei Spieler der Wißmarer Mannschaft des Feldes verwiesen wurden, mußte kurz vor Schluß das Spiel vom Schiedsrichter abgebrochen werden. Rodheim I — Waldgirmer I 6:2 (5:0). Der Platzbesitzer war den ersatzgeschwächten Gästen während der ersten Halbzeit klar überlegen und konnte 5 Tore erzielen. Rach dem Wechsel klappte es bei Waldgirmes besser, sie hielten das Spiel offen, schossen schließlich auch zwei Lore, konnten aber nicht verhindern, daß die Platzbesitzer ein 6. Mac erfolgreich waren. Lollar II — Nordeck I 3:3 (1:2). Rach kurzer Zeit der Führung des Gastes glich Lollar aus. Rordeck spielte aber weiter überlegen, vermochte aber nur einen zweiten Treffer zu erzielen. Mit 2:1 wechselte man die Seiten. Das Spiel endete mit einem gerechten Llnent- schieden von 3:3. Ruttershausen I — Allendorf II 5:1 (5:0). Ruttershausen war dem Gast gegenüber stets etwas im Borteil und hatte bereits bei Halbzeit den Sieg sichergestellt. Rach dem Wechsel fiel für die Gäste der verdiente Ehrentreffer. Albach I — Steinbach I 11:3 (5:1). Dieses Lokaltreffen wurde sehr hart durchgeführt. Obwohl Albach in der ersten Halbzeit immer in Führung lag, konnten die Gäste doch das Spiel offcnhalten. Rach dem Wechsel spielte Steinbachs Hintermannschaft härter, zwei Mann wurden des Feldes verwiesen und in kurzen Abständen erzielte Albach die hohe Torziffer. Beuern I — hausen I 3:3 (2:1). Hausen erzielte in der 5. Minute das Führungstor. Beuern glich aus, übernahm seinerseits die Führung und behielt sie bis zum Wechsel. Rach der Pause verschafften zwei schnelle Durchbrüche den Gästen Ausgleich und Führung und erst kurz vor Schluß errang Beuern den Ausgleich. Burkhardsfelden I — Albach 11 7:2 (5:0). Die Platzbesitzer spielten stets überlegen gegen die mit nur 10 Mann antretenden Gäste und errangen einen sicheren Sieg. Die Mannschaft aus Albach befleißigte sich aller Fairneß. In der Iugendgruppe errangen die Jugendlichen von Kesselbach über die Jugend von Staufenberg mit 5:2 (3:0) einen sicheren Sieg. Handball im Gau Hessen (O. T.) Am Sonntag treffen sich die Mannschaften von Allendorf und Klein-Linden in Allendorf zu einem Gesellschaftsspiel. Da hier zwei ziemlich durch einen Deckungsfehler der Steinberger digung in Führung gehen. Halbzeit! In Spannung erwarteten die Zuschauer die Hälfte des Kampfes. Wer hält das Tempo Wer hat den größeren Siegeswillen? Die Teutonen nahmen das Heft in die Hand und noch dreimal mußte sich der Leihgesterner Tormann geschlagen bekennen. Leihgesterns Els war dem Tempo der Strafkammer Gießen. * Gießen, 10. Rov. Das Schöffengericht hatte vor kurzem einen jungen Mann wegen schwerer Urkundenfälschung zu drei Monaten Gefängnis unter Gewährung bedingten Strafaufschubs verurteilt. Cs war ihm zur Last gelegt worden, einen ihm vom Arbeitsamt Alsfeld zu- gestellten Ablchnungsbescheid dadurch verfälscht zu haben, daß er auf diesen den Tag der Ausstellung abänderte, um damit die Rechtsgültigkeit des von ihm gegen den Bescheid eingelegten Einspruchs nachzuweisen. Der Angeklagte, der gegen das ilr= teil Berufung verfolgte, bestritt, irgendwelche Abänderungen auf dem Bescheid vorgenommen zu haben und behauptete, daß ihm dieses so ausgehändigt worden sei. Obwohl die heutige Beweisaufnahme wiederum eine große Reihe Verdachtsmomente gegen den Angeklagten ergab, hielt das Abschwächung in Berlin. Berlin, 13. Nov. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Freiverkehr wies gegenüber den gestrigen Abendstunden eine Abschwächung auf. Man hatte diese plötzliche Aufwärtsbewegung auf festere Haltung der deutschen Werte im Auslande zurückführen wollen, in Wirtlichkeit wurde aber wohl nur stärker gedeckt, da seitens der Kulisse noch größere Lieferungsvcr- bindlichkeiten bestehen, die infolge des Nachlassens der Auslandverkäufe auf Materialmangel stießen. Die Kursgewinne gingen heute teilweise wieder verloren da bei den Banken auf Grund pessimistischer Auffassungen hinsichtlich der Pariser Verhandlungen inige Verkaufsorders vorgelegen haben, denen gegenüber die Spekulation Zurückhaltung übte. Auch inner- politisch hat sich nichts Neues ereignet, weil man hier erst wieder die Entscheidungen in der Außenpolitik abzuwarten scheint. Trotzdem bleibt die Ansicht vorherrschend daß in der großen Linie eine Einigung in Paris erzielt werden wird und daß nach der großen Rede Lavals in das letzte Stadium der Vorverhandlungen eingetreten werden kann. Während das Fehlen der Aus- landverkäufe das Geschäft an den Aktienmärkten geringer geworden ist, profitiert anscheinend der Pfandbriefmarkt aus den Erlösen derselben, die bekanntlich nach der neuen Verordnung nicht mehr abgezogen werden dürfen, in stärkerem Maße. Die Befestigung der 8 - v. H.- E m i (\ i o n e n machte heute weiter einige Fortschritte und ging dis zu 2 v. H. Viel besprochen wurde der neue Vorschlag einiger Berliner Bankiers zur Regulierung schwebender Differenzen, nach dem die Verpflichtungen in fünf gleichen Raten abgedeckt werden sollen. Die Ansichten über einen Erfolg dieses Vorschlages find geteilt. Nicht mit Unrecht vertritt man den Standpunkt, daß es einem Schuldner entweder möglich ist zu bezahlen, dann könne er es auch in zwei Nafen tun, oder es ist ihm nicht möglich, dann würde er die Schuld auch nicht in fünf Raten abzahlen können. Mit Interesse wurden auch die Forderungen nach Wiederaufnahme des Devisenter- m i n h a n d e l s zur Kenntnis genommen. Auch daß die demnächst fällige Rate aus dem Stillhalteabkommen bezahlt werden wird — Gegenteiliges ist jedenfalls von der Reichsbank bisher nicht bekannt geworden und auch wohl nicht beabsichtigt — machte einen guten Eindruck. Ruhiges Geschäft in Frankfurt. Frankfurt a. M., 12. Nov. Der heutige Effektenfreiverkehr zwischen den Bureaus kennzeichnete sich durch ru h i g e s Geschäft sowohl am Aktien- als auch am Rentenmarkt. Wohl blieb der erneut schwächere Schluß der Neuyorker Börse und die überwiegend nachgebende Haltung der deutschen Werte ohne Einfluß, doch machte sich bei der Spe - kulationstarkeZurückhaltung bemerkbar, da man die Auswirkungen der neuen Devisen-Not- verordnung abwarten will. Der Wiedereröffnung der deutschen Börsen sieht man in hiesigen interessierten Kreisen weiterhin recht pessimistisch entgegen. Die Tendenz war aber nicht unfreundlich, da die weiterhin feste Stimmung des Pfandbriefmarktes auch dem 2(ftienniart't Anregung gab. So stellten sich die Hauptwerke, wie JG.-Farben, Siemens, Schuckerk, AEG. ufw., gegen1 gestern nochmals 1 bis 2 v. H. höher, während Montan- und Bankaktien fast unverändert blieben, mit Ausnahme von Danatbank und Reichsbank, die etwas im Angebot lagen. Scheideanstalt setzten ihre Aufwärtsbewegung aus den bekannten Gründen um weitere 3 o. H. fort. Arn Rentenmarkt ist nach dem gestrigen lebhaften Geschäft heute etwas Beruhigung em- getreten doch blieb auch hier die Tendenz freundlich. Goldpfandbriefe zogen erneut um 1 dis 2 v. H. an, unterlagen aber später mehrfachen Schwankungen. Gegen Mittag löste kleine Realisationsneigung 0,5= bis 1-v. H.-Rückgänge aus. Gesucht und hoher lagen ferner Altbesitzanleihe, Reichsschuldbuchforderungen und Liquidationspfandbriefe. Die neue Notverordnung wirkte sich auf das Geschäft in Dollarbonds zunächst äußerst lähmend aus. Von fremden Werten neigten Mexikaner zur Schwäche. Deoiienmarft Berlin — Frankfurt a. M. gleichstarke Mannschaften Zusammentreffen, dürfte ein spannendes Spiel zustande kommen, dessen Ausgang noch ungewiß ist. Zum Gesellschaftsrückspiel tritt die 1. Mannschaft des To. D o r h e i m am kommenden Sonntag gegen die 1. Elf des Tv. Großen-Linden in Großen- Linden an. Im Vorspiel gelang es den Großen-Lin- denern, einen knappen 4:3-Sieg zu erringen. Auch biemal kann man ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften erwarten, dessen Spielausgang offen ist. — Großen-Lindens Jugend trägt ihr letztes Pflichtspiel in Hochelheim aus und wird wohl eine Niederlage hinnehmen müssen. (Spielvereinigung 1900 Gießen. Jugendspiele. Die erste Jugend der Spieloereinigung spielte gegen die erste Jugend des VfR. Lich auf des Gegners kleinem Platz und fand sich dort nur sehr schlecht zurecht. Lich kämpfte energisch um den Sieg, die Blauweißen hatten einen schweren Stand, und erzielten erst kurz vor Schluß aus dem Gedränge heraus das Siegestor. Die 2a-Jugend spielte gegen 2b-Jugend. Beide Mannschaften lieferten sich ein lebendiges Spiel, das die ^.-Mannschaft mit 6:4 für sich entschied. Die 3. Schüler gewannen gegen die 1 Schüler von Garbenteich auf Grund des besseren Zusammenspiels verdient. Der einzige Treffer, das Siegestor für 1900 fiel durch einen Eismeterball. IC. ,,Teuioma"Watzenborn-Gieinberg Watzenborn-Steinberg — Leihgestern 5:4 (2:3). Am Sonntag konnte die erste Mannschaft des FC. „Teutonia-Steinberg" vor etwa 1500 Zuschauern einen weiteren Sieg der diesjährigen Verbandsspielserie auf dem Leihgesterner Platz anreihen. Sofort mit Anpfiff legten beide Mannschaften mächtiges Tempo vor. Steinbergs Rechtsaußen sandte das erstemal ein; kurz darauf fiel der Ausgleich. Im Angriff auf das Leihgesterner Tor verloren dann die Teutonen durch Verletzung ihren Halbrechten, der aber 20 Minuten später wieder erschien. Beide Mannschaften kämpften verbissen um Sieg und Punkte. Wieder führte Steinberg durch seinen Rechtsaußen. Durch eine Elfmeterentscheidung konnte * Ruhiger Verlauf des Einlagenoer- kehrs bei den Genossenschaftsbanken. Nach Mitteilungen, die dem WTB.-Handelsdienst von genossenschaftlicher Seite gemacht werden, ist der durch die Bestimmungen der Notverordnung vom 8. August 1931 festgelegte Dreimonatstermin für die 12. November 13. November Amtliche Tiolicrunq Amlliche Notierung Meld Seiet Geld »rief Hellingtor« . 8,29 8,31 8,24 8,26 Wien.... 58,94 59,06 58,94 59,06 Prag . . . 12,47 12,49 12,47 12,49 Budapest . . 73,28 73,42 73,28 73,42 Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3.063 Holland . . 169,73 170,07 169,63 169,97 Oslo .... 89,01 89,19 88,41 88,59 Kopenhagen. 90,31 90,49 90,16 90,34 Stockholm 89,41 89.59 89,66 89,84 London. . . 15,89 15,93 15,91 15,95 Buenos Aires 1,128 1,132 1,138 1,142 Neunort . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,66 58,78 58,54 58,66 Italien. . . 21,73 21,77 21.73 21,77 Paris . . . 16,55 16,59 16,53 16,57 Schweiz . . 82,22 82,38 82,19 82,35 Spanien . . 36,66 36,74 36,46 36,54 Danzig. . . 82,22 82,38 82.22 82.32 Japan . . . 2,058 2,062 2,058 2.062 Rio de Ian.. 0,259 0,261 0,259 0,261 Iugoflawien. 7,473 7,487 7,473 7,487 Lissabon . . 14,49 14,51 14,44 14.46 Berlin, 12 November Geld »rief Ameritanische Noten....... 4.20 4,22 Belgische Noten......... 58,50 58,74 Dänilck'e Noten......... 90,12 90,48 Englische Noten ......... 15,85 15.91 Französische Noten........ 16,54 16,60 Holländische Noten........ 169,36 170,04 Italienische Noten........ 21,71 21,79 Norwegische Noten........ 88,82 89,18 Deutsch, Lesterreich, 4 1OO Schilling 58,68 58,92 Rumänische Noten........ 2,49 2.51 Schwedische Noten........ 89,22 89,58 Schweizer Noten......... 82,04 82,36 Spanische Noten...... . 36,53 36,67 Ungariiche Note»........ * ---- Reichsbankdiskont 8 v. h., Lombardzins uß 10 v. h. Gericht doch einen zweifelsfreien Beweis dafür, daß nur er der Täter sein muß, nicht für erbracht. Das erstinstanzliche Urteil wurde aufgehoben und der Angeklagte mangels ausreichenden Beweises sreigesprochen. Ein Metzger war durch das Amtsgericht Schlitz wegen Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz zu einer Geldstrafe von 200 Mark, evtl. 20 Tage Gefängnis verurteilt worden. Er hakte bei Zubereitungen von Lebensmitteln die im Interesse der Volksgesundheit von einem Gewerbetreibenden zu fordernde Pflicht, auf unbedingte Reinlichkeit zu achten, in einer nicht mehr zu überbietenden Weise vernachlässigt. Da die Strafe in Anbetracht der Schwere des Falles zu gering erschien, verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung und beantragte gegen den Angeklagten eine Freiheitsstrafe auszusprechen, und ihn wegen Unzuverlässigkeit im Betrieb die Weiterführung des Geschäfts ganz oder teilweise zu untersagen. Das Gericht kam aber noch zu keinem Urteil, da es zunächst die Beeidigung eines auswärts vernommenen, bisher unbeeidigt gebliebenen Zeugen für erforderlich hielt. Büchertisch. — Dr. Wilhelm: Volk im Dienst, Wesen und Wirken der allgemeinen Arbeitsdienstpslicht, ein deutscher tzieben-Jahr-Plan. Preis kartoniert 4,95 Mark, Verlag Paul List, Leipzig. — (323) — Der ehemalige sächsische Wirtschaftsminister behandelt hier auf Grund eingehender Studien und sorgfältig zu- sammengestelltcn Materials ein Problem von außerordentlicher Aktualität, das bisher alllzuoft nur von der gefühlsmäßigen Seite und recht theoretisch erörtert worden ist. Um so sympathischer, daß hier einmal ein wirtschaftlicher Praktiker klar und nüchtern Wege zeigt, wie man mit Aussicht auf Erfolg der Arbeitslosigkeit zu Leibe gehen kann. — Graf Alexander Stenbock - Fer- rnor: Deutschland von unten. Reise durch die proletarische Provinz. Mit 62 Bildern. Kartoniert 5,50, Leinen 7,50 Mark. 3. Engelhorns Rachf., Stuttgart, 1931. (401). — Gras Stenbock-Ferrnor, der Verfasser des Buches „Meine Erlebnisse als Bergarbeiter", ist wieder in das Dunkel eingefahren, aber nicht zu feinen Kumpels, sondern zu anderen Menschen, die auch im Dunkeln leben und denen keine Sonne ihr freudloses Dasein erhellt, zu den Elenden und Aerm- sten des Proletariats, den Holzflöhern, Handwebern, Handstickern, und Korbflechtern im Frankenwald, den Porzellanarbeitern in Waldenburg, den Webern im Eulengebirge, den Spielzeug- schnihem und Holzarbeitern im Erzgebirge, den Glasbläsern und Puppenherstellern im Thüringer Wald. Er besucht auch eine weibliche Fürsorgeanstalt in Thüringen, er trifft feine alten Derg- arbeiterkameraden im Ruhrgebiet und geht zu den Arbeitern des Leunawerks. Eine furchtbare Welt des Hungers und der Armut tut sich auf. Ein anderes Deutschland, als es der Ausländer sieht, erscheint hier, das Deutschland von unten. Nüchtern und sachlich werden hier Tatsachen und Zustände geschildert und in erschütternden Bildern gezeigt, wie sie um uns sind und von denen sich doch die meisten keine Vorstellung machen können. Dieses Buch wird den Gleichgültigen aufrütteln und jedem Menschen, sei er nun Deutscher oder Ausländer, zurufen: „Seht, so ist es! Denkt darüber nach, wie es zu ändern ist!", es will weder zum Klaffenkampf ausreizen noch zum Bürgerkrieg, sondern nur Klarheit schaffen — denn Zustände können erst geändert werden, wenn man sie voll erkannt hat. — Friedrich Schnack: 21 u f ferner I n - sei. Glückliche Zeit in Madagaskar. 150 Seiten 8° mit 69 Abbildungen nach Aufnahmen von Dr. Paul Denso. Geb. 6 Mark. Verlag Dietrich Reimer, Ernst Vohsen, Berlin 1931. (408.) — Friedrich Schnack, als Lyriker, Erzähler, Naturforscher rühmlich bekannt, hat monatelang auf Madagaskar als einer Wunschinsel gelebt und hier einen Dichter- Traum in glückliche Wirklichkeit verwandelt; er hat unter den braunen Kindern des Landes gewohnt, als wäre er einer der ihren. Seltsame Schicksale streiften ihn in Stadt und Dorf, erstaunliche Erlebnisse mit Schlangen und Eidechsen, Vögeln und Schmetterlingen regten ihn an und formten das Buch, das uns eine Ahnung gibt von der wilden Liebe und grausamen Schönheit dieser uralten und urjungen Tochter der Erde, die in tropischer Ueppig- keit voller Rätsel und Geheimnisse blüht und geistert. Niemand wird sich dem Zauber entziehen können, den die leidenschaftlichen Schilderungen der tropischen Landschaft und die merkwürdigen Schicksale einiger nach dem Leben gezeichneter Männer und Frauen ausüben. Sie geben dem Ganzen Bewegung, Handlung und Unmittelbarkeit, so daß sich das Buch wie ein fesselnderONoman lieft. — Dr. Paul Denso unterstützt die meisterliche Darstellung durch eine große Anzahl schöner und seltener Aufnahmen. — EduardEngel:Selb st gedachtes. 219 Seiten 8°. Ganzleinen 4,50 Mark. Koehler & Arne- lang, Verlag, Leipzig. — (403) — Der nun achtzigjährige Eduard, Engel, bekannt als Verfasser von Gesamtdarstellungen der deutschen, der französischen und der Welt-Literatur, auch der „Deutschen Stilkunst", um nur das Wichtigste aufzuführen — zieht hier in kurzer aphoristischer Form die Summe seiner Lebensweisheit und Welterkenntnis. Er letzte sicy zum Ziel, alles (nach Goethes Wort) schon Gedachte und Gesagte noch einmal auf eigene Weise durchmdenken und die Ergebnisse niederzuschreiben. Er spricht über Literatur und Kunst, über Schule und Bildung, über Wissenschaft und Presse, über Geschichte und Staats- kunst, über Recht und Glauben, über Gott und die Liebe, auch über Tiere und zuletzt über sich selbst. So entstand ein kluges und vielseitig anregendes Buch, das den Leser zu eigenem Urteil zwingt, gerade weil es ihn immer aufs neue zum Widerspruch reizt und herausfordert. Wer's gut mit Ihnen meint wird Ihnen dringend abraten von Waschmittel» mit aller- Hand Zusätzen, die Ohre schöne Wäsche zerfressen. Nur reine Seife wäscht wirklich gut und schonend. Namnann's weihe Kernseifeist v°m°mmen «in und Mild und so schäum- und waschkräftig, daß man Ihnen nichts Besseres raten kann für Wäsche und Hausputz. Nr. 266 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) ür alle Arten 'Geschäften »igebotli (ohlermaiw Fernruf M ■ 98^ leidl,bedienCPll2l6r' Nehmen laßt Sie nnen- de„E~ 9r*"'* e"Ere'9-««„eiwt rerf0l*»i=IF,fud, :NDE-Radiov,.l. UAl^IS.A%Sr' SU--- Freitag, 13. November 1931 ibimc 3" Kamelhaarstoff-Schnallenstiefel 395 • verschiedene 95 5" 0 7-6Q A Aufruf? ?707D 163D RASSOL ■■ ■ . .......... !I! :,ir ::!■ Handarbeiten 5V1 7711 D Pfund 46 S la 'unges Mas.fleisch ... per an der Tageskasse 7708 C 1 (9; Q o e € - c 7696 D e. iß ■- s- c Pt '*■ 0 €i Paar Armblätter 1 •J90 SH r, und beige- -Größe 1 b Jede weitere Größe 25 Pfennig mehr c 7701 A Elmsno Ecke Volksbad. Kela Lales. ß Schulstr. Wogoa Ersparnis hoher Ladenailete 1 Treppe hoch !■ 17.'1 la Rindfleisch. la Kalbfleisch. la Hackfleisch la Würstchen . per per per per Pfund Pfund Pfund Pfund 70 H 70 H 70 S, 70 H Sendungen nach auswärts gegen Nachnahme ! Umtausch gestat et! Die Preise meiner Qualitätsware sind der heutigen Zeit entsprechend allerbilligst und finden Sie grüßte Auswahl in 2.95 4.75 Vielewissenes- aber noch mehr sollen es hören: Stick-, Strick- und Häkelwollen und -seiden in reichster Farben-Auswahl 125 1" 980 1 flt. Fl. 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Diese Werber haben in einzelnen Fällen angegeben, daß das von ihnen angebotene Blatt Mode und Heim nur durch sie und nicht durch denBuchhandel z. beziehen sei. Diese Angaben sind natürlich unwahr, die Zeitschrift kann zum Heftpreis von RM. 0.50 ohne jede Zeit-Verpflichtung durch die Unterzeichneten bezogen werden. Ferberscho Univ.-Buchhandlung. Seltersweg.'— Goethe-Buchhandlung. Neuen BäueS—Buchhandlung Keiner, KrcuzplatzS — Dr. Wolffl. Meyer, SelterswegH5 — Pfeiffersche Buchhandlung, Walltorstr. 21 — Bickoracko Univ.-Buchhandlung. Südanlage & Telefon T L—1 । T-w y* Sonnenstr. Nr.2454 J » 1 Ll Lilli Nr. 25 r Braune Boxkalf- Herren - Halbschuhe Original - Goodyear-Welt echte Rahmen- 4A90 arbeit, clegan- j ■ ■ te Form...... H 1 Paar Damcn-Strumpfhaltcr.... I Paar Armblätter, Doppelstoff.. 5 Meter Wäsche-Feston 2 Stück Hemden passe, m. 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Südanlage a menau E SKtrotechmk /erkme'6te-äC:e q s SV E E r-» <•-» E L> O « t<5 » T- e <-» o s Td -2^. B 3 .21 ’3 O o vO c _ s £§3 "9 in E — a o J-. 5*0 .E TO-C- Cu ö 3 3 's = B o o ■*- ZD /D c S 3 - - c 0 — _ .ts I—1 /o a = = c.E c •» « s i -- B®u) g-2’ .5 E *-*-B C-gJ2“5 o c m — o •— ’S 2~ a-a = — H S O£o Z.-T.2 5 § c -2t e^-b 5a P c g E ’S -3 c., cj «e - " " 35 2?5 ■ 3 E 2 2 2 E .19 c 2 c? o - 05 o c u> ro E 3 10 E 3 a (9 5 .EW •5 b1 2 2 ZD 'p .2» ' irLia B - - S °'A p cd (9 2. E « - o E^.o(9 to S A OK) O P - n® o □ 2.S o® ,2i *3 Ä m z> - = "B73 I? V Ää L Sk>; §a^ c 3 73 ZD iSD 1- . E «*• r-> O W L o s D >S? 3 3 c 'S 05 3 3 Q o E . ■ 2P 3 Xt P o ' Q ,E -S’/a L «;i " o 3 -B r* •— Q C 00 - O .21 »1 — ä. L N 2 3^19 35p— P73 3§!^oe 73 3 '*77 O S’äÄ-IS 3-B- — 3 — 3=3 o ,3'P" ■-- ZD Ü) 53 *C ■C‘*E> o, S 3 SX7 JZ> 05 o — 3 3 OZL E3-- S E -23 0 ;=.!=! _ E S ■■£ g-2/3 o % 3 .E - § S.toS-5 >-ö O O o o 3 -5" , 2®.E?ESä=^ä2.2 t -B -UC3.3 -3 ä 2; zd ,E B- 3 _ T7*Q -3 P o £ :— 3 3 35 - " o to/D Ä--9 -O — lO Z o 3 p •“ *B 5 «bE ö 3 2^i Ö'Z = «^ ■e b3 •B^ p(9 a 6? B B' 3"-=-y-' 2 ‘Öp- ■B'c0 S E >n :o o 21. 2 cj a-. 3 CD ZD 89 Ä 53 (9 E E E ’S? E B 3 S 8ZD .S E B E =ti o §B® e2<3-! W L-.D rO^C-ZD 2 S E-Z 53 Ö E o §8 = B p"B fl CD 3 LB >B E Ao . 2 B- C7p — BB äc c = E E E« o® ö . m 19- GQ«J c,2 E S(9SS-^L x> (9 p “ .. Q 2 - O 3 E E -°(9 l®5 » §5 E e E P o 35 ÄS'" ® ® ~(S >- B -B (SÖS § S' 3 = o. ^3 » = => y S» —SD g>«~ = 5 z eg Es s 8‘ 3 -• er £ = a- ty v 7S '■ c — or CZ _ J? - —■ —- c; -s ■;■ ° • — — ® = z=Z Rx-°^° I* ■3 Siö 3 i?l ?& e » Ö2-2' • -jßSe* =■ Ss^s- 3 CZ=" er o- = 5rSn 7 e 2 er a-15f 3 ~ 7? _ 5 y^I = = * s--§ o fflS X = ÖC3 oz^ _£ ® o O -T 2 <5 OZ. z~ AäE°° =^»& ■=> § er cz - S'Z.Z.ey — —• c. •*• — 3 cz — 2^~- ~ ö 2. = 2 tS = 5 -. 2 — 3 H = •' ' ZWZM 3 e ' (Tr2, S' S- - s: 2. X S- er 5 ~ S" O O- Q 5 S' »3 ET — er O" *» 5. = H ■so« E>S 5 ?o. s — = ” er 5 3* X» QM s s o es I , O . u> 2.(2 3. c ■-5 3 £2 Ö O <$t c 3 23, 3 ~» CO o hsi '*2 = « ® e 0 "8 § g 2 ■ ='3-8 o o 3 J2, tf> ~ <0 -=• <2 =• MZ2-U5 , — er3 «3->—3° fSüeSS2 — O o z» 3 Öt5 2 e o X) 3 O o ^o Z-I » 3^ ” -C 0 o _ ■ r "z § in L-nI ‘ e()n#r au, 0 ■■ :/;pührt 2 indMrtung der- ■—ntinbongenben ^rMltnifit«J f Suke gehabt, dab i jj;;puntttn gn ludfiurmspoW ntoUt spielen Ion ttidM auigewo (•mmlunatn rat cd)ltttn Lcr^ch' iu fpe.jieUen yrc rjtürhd) die iv ibc< ■rtroB*® *' 6 für -ie Jlr. 79 238^3 8Hm=*ey w 2 3"gm==3 -2-M3 ä> I 3« = 8^2-S >x> 3 -1 ■31 3 d ^3 -L3 D2 5 8 ~ ^.3-8aS c Öl rn 8 Ö3 3 3 = 5o g 3 = 3 3 D" 3 zz. — 3 = t3 2 3* S 8 Ö 8 5 5 38“ S Söü ^2 — ? o" 8 8 ™ M2 3 a 3 *2*23x33 ÄS ?£> M-5 8-tz^ 3 15 8 2 3 5.3- 3 tc 535 2 2 2« ra3 3 X> 3 2= 2 te.3x e 3 *-13 e3 E X3 2-3(1)02. 8 02 330 2q 8 X 5.-<'i*5 E H Ogg 8 S 2 2 3 S 3 * ®3 O2S-' -z AO ° 2 3 2 3 3 c H O 8 c 2 x. 3 x> o (11 32. 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