Landnöten Anzug. Allem Anschein nach handelt es sich u m 76 unb bcn S' Ä LZ 37902» | Berlin. 12. Aug. (CAB.) Zu dem Eisen, bahnattentat bei Kloster Zinna teilt die Kriminal- Polizei noch mit. das; von der Untersuchungs- kommission Abbildungen der wichtigsten Beweis st ücke verösfentlicht werden. Es handelt sich hierbei einmal um das von dem unbekannten Täter noch bestellte dritte Bohr, das durchaus den zur Aussirhrung der ten hat. Das Generalsekretariat des Völkerbundes ist aufgeteilt wie die Verwaltung eines großen Staates. Der Unbekannte war etwa ^,75 Dieter groß, von slawischem Typ, mit dunklem haar und dunklem Laval und Briand werden noch im August ' in Berlin erwartet. cs sich um Teil« eine- ursprünglichen größeren Rohres handelt. Wie bereits berichtet, hat di« durch Obe» regierungSrat Dr Ritter von der Ehemisch- Techniscs^n Reichsanstalt vorgenommene Untersuchung ergeben, daß ein hochbrisanter Sprengstoff zur Verwendung gelangt ist. Räheres über die Art dieses Sprengstoffes konnte noch nicht sestgestellt werden. Die durch entsprechende Füllung des Sprngkörpers hergerich- tcten Rohre waren in Kenntnis der Art der Sprengwirkung längs des betreffenden Schienen st ückes angebracht. Tatsächlich ist auch nur das betreffende Schienenstück zerstört worden. An dem Wagen bzw. der Lokomotive 10. August 1931 j tvurkfl ©twinw 1 n 12571 174082 60 359072 1 38 62449 77527 1 340879 365359 1 54 74318 78261 I @ Sät I SIS 5® s® 381527 383V-' 1 i28 09 113 61 50 21 ,38 ,19 ,66 Oie Einladung. Mein festes Programm für die Besprechungen. Berlin, 12.Aug. (CJIB.) 3n Berliner polltl- schen Kreisen wird heute abend betont, daß entgegen allen anderslautenden Dachrichten der Besuch Lavals und Brland» voraussichtlich doch im letzten Augustdrlttel stattfinden werde. In Paris ist offenbar heute nachmittag in dieser Angelegenheit erneul Jüfclung genommen worden. Dabei scheint man noch nicht zu einem Abschluß gekommen zu sein. Aber es ist immerhin möglich, daß die Frage bereite morgen ober übermorgen so weit geklärt ist, daß d i e d e u t - sche Einladung offiziell hinausgehen und ein feste, Datum vereinbart werden kann. In Pariser Pressemeldungen ist davon die Bebe, daß vorher auch ein feste» Programm ausgestellt werden müsse. Da, trifft nach unseren In- sormationen nicht zu. Die Berliner Besprechungen werden in demselben Rahmen gehalten sein, wie die von Paris, denen auch kein Beratungsprogramm voraufgestellt war. Keine Verschiebung. Gebessertes Befinden vriandö. mit Ul I ötrtrff Sfttnci! I Motorrad bn I 0e ier 3ug IM,. I bevor er ju», I fm Zusammk^- I intanf tnj I [u in Helle, I Der Milsahr,,! E ein Liegnipr^ I 3nnai?nit ooi Snzelge, für dir Tagesnummer bi, zum Nachmittag vorher. Prell für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mrn Breit« örtlich 8, au,märt, 10 Neichspsennig; für N- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20', mehr. Chefredakteur Dr ynedr Wilh. Lange, verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lana«- für Feuilleton Dr H.IHynot; für den übrigen Teil Ernst vlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen denselben Mann, der in einem anderen Geschäst die beiden Rohre und die Rolle mit L e l t u n g , d r a h t gekauft hat. Seine Einkäufe scheint er gerade In den Vormittagsstunden erledigt zu haben, um dann mittags einen bestimmten Zug benutzen zu können. Offenbar ebenfalls mit der Angelegenheit im Zusammenhang steht ein Fund, der am Freitag, dem 7. August, in einem Hause in der Kastcmien- allee gemacht wurde. Hinter der Holztür wurden zwei eiserne Rohre gesunden, die in graues Packpapier eingeschlagen waren. Frische Schnittflächen lasten erkennen, daß hältnisse kann aber diese an sich erhebliche Geld- vermchrung noch als erträglich angesehen werden. zumal sie keinerlei inflationistische Wirkungen zur Folge hatte. Besonders hervorzuheben ist. daß sich die Rotendeckung auf 38,2 Prozent gehoben hat. Rach Lage der Dinge ist anzunehmen, daß schon im nächsten Reichsbankausweis die gesetzliche Rotendeckung von 40 Prozent wieder erreicht sein wird. Unter diesen Umständen kann es der Reichsbankleitung auch nicht allzu schwer gefallen fein, den ungewöhnlich hohen Diskontsatz am Dienstag wieder auf 10 Prozent und den Lombardsah auf 15 Prozent abzubauen. Aber auch dieser Satz ist *,yte fördert wurden in der ersten Hälfte 1931 rund 44 Millionen Tonnen gegen noch 56 Millionen Tonnen Kohle in der gleichen Zeit 1930. Die gesamte Belegschaft des Ruhrbergbaus, die Ende 1930 noch 290 000 Mann betrug, ging bis auf 251 000 Mann am 30.3uni 1931 zurück. Die Bereinigten Stahlwerke müssen jetzt wieder über 1000 Bergleute entlassen. Da auch auf anderen Wirtschaftsgebieten eine Verschärfung eingetreten ist, muß man damit rechnen, daß die kommenden Monate eine stärkere Zunahme der Arbeitslosigkeit bringen, die in der zweiten Iulihälfte nur eine unwesentliche Erhöhung erfuhr, so daß die Arbeitslosenziffer vier Millionen in diesem Zeitpunkt noch nicht überschrit- Die Lage der Industrie hat sich in letzter Zeit tociter zugespiyt. Don einem Abebben der Krise ist nicht viel zu verspüren. .Dies ist vor allen Dingen am Kohlenmarkt ersichtlich Im Es gibt die verschiedensten Ressorts, die sich mit allen möglichen Dingen zu beschäftigen haben. Rur hört man höchst selten etwas von den Arbeiten dieser Abteilungen, es sei denn, daß das Sekretariat dem Dölkerbundsrat Ressortberichte oorlegt, die sich aber zumeist auch nur auf den Mädchenhandel und den Opiumschmuggel zu beziehen pflegen. Sie werden eigentlich immer nur bann in den Vordergrund geschoben, wenn in Gens irgendwelche unpolitischen Dinge zur Debatte stehen. Offenbar hofft man immer wieder von neuem namentlich durch die Opiumberichte das Interesse von den großen politischen Ereignissen ablenken zu können. 3n der Tat ist das Thema Rauschgiftschmuggel unendlich intereffant, weil neben dem Völkerbund so ziemlich jedes Land sich gegen diesen Schmuggel zur Wehr setzt, weil es fast überall scharfe Gesetze gibt, aber trotzdem der Schmuggel wegen der Gewinne, die er abwirft, gleich bleibt, sich von Zeit zu Zeit sogar noch hebt. Den stärksten Import an Rauschgiften, namentlich an Opium, besitzt nun China. Die Nanking-Regierung hat vor längerer Zeil sogenannte staatliche Kontrollstellen zur Unter- drückung des Opiums eingerichtet, deren Aufgabe darin besteht, den Opiumverbrauch zu bekämpfen, um das Land vor diesem gefährlichen Gift zu bewahren. Sehr bald hatten es aber die Händler verstanden, sich dieser staatlichen Einrichtungen zu bemächtigen. Sie hatten offenbar aus dem Verhältnis zwischen den amerikanischen Alkoholschmugglern und den Polizeibehörden viel gelernt Jedenfalls brachten sie die Das Cisenbahnatieniai bei Jüterbog. Langsame Fortschritte der Untersuchung. - Wer waren die Käufer von Draht und Rohren in der Berliner Friedrichstadt? - Ein irischer Offizier in Caputh „hinter Potsdam" ermittelt, aber mit den Käufern des Materials nicht identisch. Wir find in dcm letzten Tagen mit dem Kampf um den Volksentscheid in Preußen innerposi- tisch so vollkommen beschäftigt gewesen, daß wir den Sinn für außenpolitische Vorgänge vorübergehend verloren hatten. Darunter hat auch d i e Romsnhrt des Kanzler« zu leiben ge- habL Und da« ist schade drum. Man soll gewry die Wirkungen einer solchen .Diplomatie im Umherziehen" nicht überschätzen Die Probleme Posi- tischer. finanzieller und wirtfchaftlicher '3rt, die heute auf Europa lasten, sind zu schwer und zu groß, al« daß sie bei den FrühstückSkonferenzen einer solchen Staat«vifite auch nur annähernd au«geschöpft werden könnten. Aber in dem Versuch einer engeren Fühlungnahme, wie er in den Fahrten nach Ehequers, Pari« und Rom zum Au«druck gekommen ist, zeichnen sich doch die Möglichkeiten einer neuen Entwicklung ab, die festgehalten zu werden verdient- gerade Italien gegenüber festgehalten zu-werden verdient, weil die römifche Regierung ganz offensichtlich das Bestreben gehabt hat, den beiden deutschen Ministern einen besonder« herzlichen Empsang zu bereiten. In solchen Dingen ist e« immer der Ton. der die Musik macht Und der Ton war auf eine so freundschaftliche Rote gestellt, wie wir sie selbst in den Tagen de« unglücklichen Dreibünde« kaum erlebt hoben. Daß Mussolini seine Kenntnisse der deutschen Sprache hervvrholte und sich mit den deutschen Pressevertretern deutsch unterhielt, daß er zum erften- mal in feiner Diktatorenlaufbahn italienischen Boden verlassen und den Gegenbesuch in Berlin machen will, fällt au« dem Rahmen des Ueblichcm heraus und darf ebenso wie die geradezu herzliche Stimmung in den offiziellen Reden al« der Wunsch gedeutet werden, mit Deutschland wieder in Tuchfühlung zu kommen. Ueber den sachlichen Inhalt ihrer Besprechungen haben sich die Staatsmänner in ihren Reden wie in ihren Kommunique« die denkbar größte Zurückhaltung auferlegt. Wir fehen aber gerade darin einen Beweis, daß in den Unterhaltungen nicht nur Phrasen gewechselt sind, sondern daß die Aussichten einer engen Zusammenarbeit praktisch durchgesprochen sind, vielleicht in der Erwartung, daß bei dem Gegenbesuch schon greisbare Ergebnisse vorliegen könnten. Wenn Italien sich dazu entschließt, bc „ 2 '' ' in 6 ü b 111 o 1 ihr kulturelles lvutdenSkvin« l&g 203471 2578« : 52 5259'AZ Ss Ueberwachungsstellen unter Ihre Kontrolle so daß aus der Bekämpfung ein flotter Opiumhandel wurde. Skandale mannigfachster Art sind denn auch nicht ausgeblieben. Sie haben die Oessentlichkeit erregt, sind aber ebenso rasch wieder vertuscht worden, eben weil die maßgebenden Stellen, namenttich die Militärbehörden, ein allzu Großes Interesse an einem ungestörten Opiumhandel oben. Teils brauchten sie das Gift für sich, teils verdienten sie einen schönen Batzen Geld damit. Auch der Staat ging nicht ganz leer aus, so daß man sich bei der Zentralregierung veranlaßt sah, beide Augen zuzudrücken. Neben dem Opium gibt es aber noch zahlreiche andere Rauschgifte, die Immer wieder die Polizei aller Länder in Bewegung setzen, und für die auch immer China ein dankbares Absatzgebiet ist. Im Jahre 1928 wurden an der chinesischen Grenze 760 Kilo Morphium, 2316 Kilo Heroin unb 60 Kilo Kokain beschlagnahmt, die aus dem Auslande kamen. Nach den Schätzungen der Zollbehörden soll es sich bei diesen Mengen nur um den 40. Teil der Rauscygisteinsuhr nach China handeln. Aber auch das sind alles nur Schätzungen. Im China-Iahrbuch 1929 30 befindet sich unter dem Titel Staatseinkünfte ein Posten von 18,6 Millionen Dollar, der sich aus den Opiumeinnahmen von nur sechs Provinzen zusammensetzt. Man kann sich an Hand dieser Summe ein ungefähres Bild von den RauschgisimengeN machen, die alljährlich nach China hineingelangen. tolfät ttk j)bxud wtolcn b zmi flirte war sr rim in dm W il sich bei den ganz verschiedenen Mentalitäten der Regierungen in England, Frankreich und Italien durchgefetzt hat und überall auf Vertrauen gestoßen ist; ein Beweis, wie stark jenseits unserer Grenzen der Glaube an die deutsche Wirtschaftskraft auch jetzt noch ist. Woraus wir wieder die Zuversicht schöpfen können, daß wir bei drid)« iet !ügsi ZK S S SS -* ’W S MA °rse. Uri?n Wirrt | sV'SI )■ Lei Seital Wenb XIII 214031 S 377693 hast. Äd Elchen Gar, E? W" A 2lr- | Pari«, 13. Aug. kWTB. Funkspruch.) Die Meldung einer Rachrichtenagentur, daß der Besuch deS französischen Ministerpräsidenten des französischen Außenministers nicht in letzten Augusttagen, wie man allgemein angenommen hatte, sondern vermutlich erst nach der Tagung deS Völkerbundes stattfinden werde, wird vom „Malin" als ein Eorn- muniqus bezeichnet, das nichtvon der französischen Reaierung ausgeh«. DaS Blatt schreibt, man müsse darauf aufmerksam machen, daß die französische Regierung kein Eommuniqus über den Besuch der französischen Minister in Bersin ausgegeben habe und daß di« deutsche Presse zu Unrecht gewissen Agenturmeldungen diese offiziöse Bedeutung beigelegt habe. Wir glauben jagen zu können, daß gestern abenb keine offizielle Einladung seitens der deutschen Regierung in Paris eingegangen ist. Wenn, was wahrscheinlich ist, dies« Einladung dies«r Tag« eintrifft, so wird sie von der französischen Regierung herzlichst aufgenommen werden. Nachlasse, n. 'irdeckhr btt ein, bei Tkg- Sin&eit, haben prnihischr I rutsche md ? die Dervssmt- • kachlalfes tvr- i d dos Lebens- I nannti bohl- as Bett um- | ammenftetiung x t bzaultragl-'» und bet bron N Linsühtungw2 ? ymxnraltungfr f.Dr.Drevi, I Dokumente wt- J ______. _»«n Deutschen Der Funkzua der Kriminalpolizei auf dem Bahnhof ________ihr kulturelles Eigenleben zu von Grüna Kloster Zinna. Oben rechts: Kriminalrat jassen, ist ja in der Tat jede- Hindernis einer Gen not, der Letter der Untersuchungskommission, engen politischen Kooperation beseitigt; nicht, wie Paris befürchtet, mit einer Spitze gegen Frank- benutzten beiden Rohren gleicht Weiterhin reich. Wir haben keineswegs den Ehrgeiz, als e Ho Izirommel abgebildet, auf der Spielball zwischen den Rivalen Frankreich und ^er nichtverbrauchte Leitung sdraht aufge- Italien hin und hergeworsen zu werden. Aber wickelt ist. Wichttg ist auch eine Klärung der wirtschaftlich würde der Vorteil bei einer gegen- Frage, in welcher Weise die Rohre usw. a n (eiligen Organisation deS Düteraustauschs und t) c n Tatort gebracht wurden. Allem An- auch etwa bei einer Aufteilung der Interessen schein nach hat der Täter zwecks Ankauf der zur auf dem Balkan auf beiden Seiten liegen, und Durchführung der Tat erforderlichen Materia- auch In der Abrüstung decken sich die Interessen I [|en mehrere Läden aufgesucht. So er- ItalienS mit unseren sehr weitgehend. will fc^icn am vergangenen Freitagvormittag in einem immerhin schon etwa- sagen, wenn Dr. Brüning Geschäft in der Friedrichstadt ein Herr, der in ,i! K - clusländischem Akzent fragte, ob er v i e r- hundert Meter Spulendraht erhalten könne. Es wurde ihm erklärt, der Draht könne vor Montag nicht geliefert werden, worauf er entgegnete, er benötige ihn sehr dringend schon vorher. Er kam dann auch am Samstag , v . - _, . . nochmals in das Geschäft und lieh sich sog. dem notigen Selbstvertrauen der inneren Schwie- Klingeldraht vorlegen. Er verlangte 400 rigfeiten Herr zu werden imstande sind. Meter. Schließlich ließ er sich, da nur Heinere e Mengen vorrätig waren, 280 Meter in Der - Die Wiederingangsetzung des freien schiedcnen Längen zusammenpacken. Zahlungsverkehrs hat sich dank der Sin- @r ging dann fort mit dem Bemerken, daß er sicht der Bevölkerung im großen und ganzen ohne hirg vor 12 Uhr wiederkommen würde, da er Störungen vollzogen. Die Abhebungen blieben um 12 Uhr mitdem Zug fortfahren müsse, hinter den Erwartungen zurück. Gs erfolgten so- ($r zahlte eine Mark an, ließ sich aber nicht wieder gar starke G e 1 d r ü ck f l ü s f e^ wodurch die sehen. Abgesehen davon, daß er die Anzahlung Situation am Geldmarkt eine völlig« Derände- I jm Stiche ließ, ist es ausfallend, daß er keine rung erfuhr. Auch bei der Schröderbank in Angabe über den Verwendungszweck Bremen, die ihre Kaffen erst in den letzten | Drahtes machte. Tagen wieder offnen konnte, da sich die Rekonstruktionsverhandlungen länger als erwartet hin- auSzögerten. wickelte sich der Verkehr in normalen Grenzen ab. Unter die Entwicklung der Schröderbank. die die hauptsächlichste Triebfeder für die Konzentrationsbewegung innerhalb der norddeut- schen Industrie gewesen ist, dabei aber ihre Kräfte für die völlig ausgepumpte deutsche Wirtschaft weit überschätzt hat. ist mit den durch bremisch« auf längere Dauer nicht tragbar. Es ist deshalb WirtschaftSkreise. den bremischen Staat und das zu hoffen, daß die Konsolidierung des Geld- Reich ermöglichten Sanierungsmaßnahmen ein Marktes weiter rasche Fortschritte macht, damit Schluhstrich gesetzt worden, was schon aus der völ- die Reichsbank recht bald zu einer neuen figen Abänderung der Firmenbezeichnung in Herabs etzung deS Diskontsatzes schrei- 2Ü»rdd«utsche DereinSbank hcrvorgeht. | len kann. . ..... Ä Die Wendung am Geldmarkt ist bereits im letzten Reichsbankausweis deutlich zum Ausdruck gekommen. Statt der erwarteten starken Erhöhung des Rotenumlaufs ist eine Derminde- —o— — — „ — . rung eingetreten, so daß der Gesamtnotenumlaus Ruhrrevier liegen allein 113 Zechen still- De- mit 6055 Millionen Mark gegenüber dem Vor- fördert wurden in der ersten Hälfte 1931 rund fahr nur um HO Millionen Mark höher liegt. | 44 Millionen Tonnen gegen noch 56 Rsillumen Gegenüber dem Vormonat ist allerdings eine Ausweitung um 293 Millionen Mark eingetreteu. In Anbetracht der besonders schwierigen Der- sin- Deschäbigungen durch die Explosion nicht fcftaestellt worden. Die Meldung eines Berliner SpätabendblattcS, wonach die Attentäter bei Jüterbog ein Autobenutzt haben sollen und das Auto bereits aufgefunden sein soll, entbehrt jeder Grundlage. Es sind vorläufig lediglich weitere Rohre gefunden worden, die zur weiteren Ermittlung sichergestcllt wurden. Dem Berliner Kriminalkommissar Lissigkett ist es gelungen, einen ehemaligen irischen Offizier in Berlin zu ermitteln, der bis vor etwa einem Vierteljahr tatsächlich „hinter Potsdam", nämlich in Lapulh, gewohnt hat. Die erinnerlich, hat der Unbekannte, der Ende voriger Woche in einem Berliner Installa- tionsgeschäft die Materialien für den Anschlag auf den V-Zug gekauft hatte, dem Laden- inhaber erzählt, er sei ein ehemaliger irischer Offizier und wohne hinter Potsdam in einem Häuschen mit drei Zimmern. Ls hat sich nun die überraschende Tatsache ergeben, daß der heute nacht ermittelte 3re, eia gewisser Larnell. in der Tal bis zum 15. wär; d. 3. in Laputh in der Ringstraße in einem einer Jro7Din\ 4*n Xnx* p*i er als Infanterie-Offizier mttgemacht. Er ist verwendet und mit dem KriegSkrcuz ausgezeichnet morden. Er ist auch Offizier der Ehrenlegion. Aach dem Kriege gründete er eine toirt- schaftliche Studien- und Aachrichtcngeiellfchaft, deren tägliche Bericht« in Frankreich txm Banken und großen Wirtschaftsorganisationen vielsach benutzt werden. 3m Jahre 1924 wurde Poncet m Paris zum Abgeordneten gewählt. Seit dieser Zeit hat er der Kammer angehört und war verschiedentlich Staatssekretär. Zuletzt war er UnterstaatSlekretär de« Ministerpräsidium« und Wirtschaftsministerium« und er hat in dieser Sigenschast an allen Sitzungen der lettzen Monate m Pari-, London usw teilgenommen. Poncet ist verheiratet und hat vier Kinder. Er hat eine große und schnell« Karriere gemacht und güt in Frankreich als einer der kommenden Männer. • wurde betont daß Einsparungen von nur em paar Millionen keinen Zweck hätten, sondern daß zum mindesten auf eine Ersparnis von 8 »ei Milliarden Mark hingezielt werden mutzte. Frankreichs neuer Botschafter in Berlin. ^raupne Poncet, der kommende Mann Berlin. 13. Äug. (TU.) An Stelle deS bisherigen Botschafter« d« M ärgert«, der seit 1922 die französische Republik in Berlin vertritt, wird nun Francois Poncet dte Lettung der Botschaft übernehmen Der neu« französische Botschafter ist 1887 geboren; kin Tater war Kammerpräsident. Poncet war Schuler der «cote Normale in Pari» und ist al» Doktor und Professor auS dieser Schule hervorgegangen. Sr hat verschiedene Bücher geschrieben, so eine« über Oie Finanzierung der Ernte. NeichSminister Or. h r. Schirle speicht im Nundfun». B e r l i n, 12. Äug. (WTB.) Reichsemährungs- Minister Dr Schiele sprach im Berliner Rund- funk über die Srntesinanzierung und die von der Regierung eingelciteten Hilfsmaßnahmen Der Minister legte dar, daß die Vorgänge der letzten Wochen aus dem Geld- und Kreditmarkt nicht ohne schwerste Rückwirkungen für die Landwirt- schast bleiben konnten. DaS deutsche Volk werde nunmehr erkennen, welchen Aktivposten seine Landwirtschaft in seiner Wirtschastsbtlanz darstelle. Di« Ernährung des deutschen Volkes sei zu einem über alle« Erwarten großen Teile auf feiner heimischen Scholle gesichert- Wenn die Regierung trotzdem, und zwar aus Grund der derzeitigen Devisenlage der Reichsbank, zunächst eine weitgehend eAus- ledetung der Devisenbewirtschaftung vorgenommen habe, so habe sie doch gleichzeitig in nüchterner Erkenntnis deS anhaltenden Ernstes der Situation an daS deutsche Volk, an die Verbraucher, den Handel und die Danken die dringend« Mahnung gerichtet, nur bann zur AuSlandware zu greifen, wenn der Bedarf auS eigener Produktion nicht hinreichend gedeckt werden könne. ..Ich wiederhole den Appell, sich bei der Einfuhr, insbesondere von LuxuSwaren und Genußmtttcln b* durch die Wirtschaftslage gebotene Zurückhaltung aufzuerlegen, weise aber gleichzeitig auch daraus hin daß allein von der Besonnenheit des deutschen Volke« die weiteve Devisenregelung ab- Mngen wird.- Die bitter« Notwendigkeit, alle Produktion«- und DerbrauchSmöglichkeiten innerhalb der deutschen Volkswirt- schast voll auszuschöpfen. werde zwangsläufig zu einer neuen Gleichgewichtslage innerhalb der deutschen Volkswirtschaft zugunsten der bisher benachteiligten Landwirtschaft führen. Die agrarpolitischen Maßnahmen der ReuhS- regierung hätten in erster Linie der Bewegung und Finanzierung der Ernte gegolten. Die Reichsregierung habe die notwendigen Schritte eingeleitet, um ein lieberangebot in 5er Landwirtschaft zu verhindern und aus der anderen Seite die Aufnahmefähigkeit des Marktes für bas herandrängende Angebot au verstärken Die erste Aufgabe, einem übereilten An-ben- Markt-bringen bet Ernte vorzubeugen. könne gelöst werben, wenn bte Lanbwirtschaft trotz ihrer bebrflngten Lage ihre Ruhe und Qbefonnenbeit bewahre, und keinesfalls zu überstürzten Ang st Verkäufen schritte. Beim Roggen stände einer Ernte von 7,2 Millionen Tonnen ein ebenso großer Bedarf und beim Weizen einem Bedarf von etwa 4.8 Millionen Tonnen eine Ernte von nur 4,5 Millionen Tonnen mit einem sich infolgedessen ergebenden Einfuhr- zuschuhbedars von 300 000 Tonnen gegenüber. Um durch Verringerung des Geldbedarfes der Landwirtschaft eine allmähliche Verwertung der Ernte zu ermöglichen, habe sich die Reichsbank in Verhandlungen bereit erklärt, die von ihr rediSkvntterten landwirtschaftlichen Wechsel zu prologieren. Zur Beschaffung von Geld werde dem Landwirt weiterhin die Lombardierung feiner Srn tevo träte zu eigen« hierfür verbilligten Zinssätzen dadurch ermöglicht werden, daß die Deutsche Getreide- Handelsgesellschaft durch Rotverordnung ermäch- ttgt worden fei, tnboffoble Lagers cheine au-zustellen. Zur Verringerung des Angebvts- btucks der Landwirtschaft sei wetterhin mit Hilfe verschiedener Danken die (Betreibe-, Industrie- unb Eommissions-AG. wie in den Vorjahren durch Dereitstellung von 50 Millionen Reichsmark mit entsprechender Zinsverbilligung wieder in die Lage versetzt worden, die DevorschussungSge- schäfte zu tätigen. Zur Steigerung der Aufnahmefähigkeit der abnehmenden Hand habe er zunächst für eine möglichst schnelle Wiederingangsetzung des handelsrechtlichen Lieferungsgeschäftes Sorge getragen. Um für Handel und Wühlen ausgedehntere Kreditmöglichkeiten für die Erntebewegung zu schaffen, habe sich die Reichsbank in den Verhandlungen bereit erklärt, die ErntebewegungS- wechsel von der allgemeinen Kreditrestriktion au szunehmen. Eine gleich« Zusicherung lüge zu dem g'cichen Zweck für die Getreide-, Inbustrle- unb EornrnissionS-AG in einem Umfange von 50 Millionen Mark seitens der Reichsbank vor. lieber biefe allgemeinen Maßnahmen zur Stützung des Getreidemarktes hinaus werbe beim Roggen Aur Ueberwindung de« Saison- brude« in erster Linie eine Magazinierung von notfalls einigen 100 000 Tonnen nötig. Die Entlastung des Roggenmarktes werde wetterhin dadurch gefördert werben, bah schon .in den nächsten Tagen bie Möglichkeit geschaffen werbe, Roggen auszuführen. Der DorzugSzoll- satz bei der Wiedereinfuhr dieses Austausch- geschästes werd« 1 Mk. je Doppelzentner betragen. In gleicher Weise wie beim Roggen werde auch beim Weizen ein Austausche xpvrt bei einem Wiedereinfuhrzoll von 2Mk- je Doppelzentner eingeleitet. lieber die Finanzierung Der AuSfuhrschein« schwebten zur Zeit noch Verhandlungen. Das Reich werd« sowohl bie Erntebewegungskredite wie die zur Bevor» schullung und Durchführung bet Lombardierung nötigen Kredite aus eigenen Mitteln für di« Dauer eines Reichsbankdiskonte« von 10 Prozent und darüber um 6 Prozent verbilligen. Soweit der ReichSbankdiskontsah unter 10 Prozent finkt, ermäßigt sich die ReichSverbilligung von 6 Prozent entsprechend. Oer Reichslandbund zum Ernteangebot. Berlin, 12. Aug. (TU.) 3n der Sitzung des Bundesvorstandes des Reichsland', b u n d e s ab 11. August wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Der Reichsland' l'und stellt mit Befriedigung fest, daß in fast allen Teilen des Reiches sein Aufruf zum oorsichti- gen Angebot der Ernte Zustimmung gefunden hat und von den Landwirten im wesentlichen befolgt worden ist. Nachdem nunmehr auch von der Regierung Maßnahmen getroffen worden sind, die geeignet fein können, die Bewegung der Ernte in geordnete Bahnen zu lenken, erwartet der Reichslandbund, daß auch dort, wo das Angebot bisher der Nachfrage noch nicht angepaßt wurde, die Landwirte unter Ausnutzung aller gebotenen Möglichleiten entsprechend den Richllinien des Reichslandbundes den Verkauf zurückhaltend gelt alten. Es muffen baldmöglichst wieder Preise erzielt werden, die den Herstellungskosten einigermaßen entsprechen. Dies ist um so notwendiger, als die bisherigen Druschergebnisse in den meisten Gebieten des Reiches hinter dem erwarteten Ergebnis zurückbleiben. Maßnahmen, die ein zurückhaltendes Angebot der landwirtschaftlichen Erzeugnisse erleichtern, sind. 1. Inanspruchnahme der für die Erntebewegung I zur Verfügung gestellten verbilligten Kredite, insbesondere des auf 4 v. H. verbilligten Erntebevorschussungskredites. 2. Inanspruchnahme der Möglichkeiten des n e u e n Lagerfcheingesetzes. 3. Teilweise Zahlung von Löhnen und anderen Ausgaben durch Gutschrift unter gleichzeitiger Hinterlegung von Getreide als Deckung. 4. Förderung des Gedankens teilweiser Steuerzahlung durch Naturalien und Sicherstellung der Wohlfahrtsunterstützung durch Naturalien im Winter seitens der Kommunal- verbände." Aus aller Welt. Der Reichspräsident auf Urlaub in Dietramszell. Der Herr Reichspräsident hat sich mit dem fahrplanmäßigen Zuge von Berlin über München nachDietrarnszell begeben, wo er einen drei- bi« vierwöchigen Erholung s- und Iagdaufenthalt zu verbringen beabsichtigt. Der Herr Reichspräsident traf heute 9.02 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Berliner Schnellzug in München ein und fuhr in einem Auto der Landespolizei nachDietrarnszell weiter. Heradsehung der Gebühren für Zahnbehandlung bei den Krankenkasten. Amtlich wird mitgeteilt: Am 10. August verhan- beiten die Epiyenverbände der Zahnärzte und der Krankenkassen im Reichsarbeitsministerium über bie Herabsetzung der Vergütungen für die zahn- ärztlich« Tätigkeit. Die Verhandlungen führten zu einer Vereinbarung, auf Grund deren die Zahnärzte den Krankenkassen Abschlä ge gewähren, bie je nach der Höhe der bisherigen Kosten für ben Behandlungsfall 10 bis 15 v. H. betragen, soweit schon bisher örtlichweitergehende Ermäßigungen vereinbart worden sind, verbleibt es bei diesen. Es wurde weiter feft- St, daß während der Dauer des Abkommens ärzte. die im Vertrags Verhältnis zu einer stehen, nur aus einem wichtigen Grunde (8 626 BGB.) von der Kassentäli^ett ausgcschlos- fen werden können. Ferner werden die Kassenver- bände sich bei ihren Mitgliedern dafür ein setzen, daß dort, wo Kassenkliniken bestehen, die Versicherten nicht zur ausschließlichen Denut- zuna dieler Kliniken gezwungen toerben. Am 12. August führten Verhandlungen zu einer entsprechenden Senkung der Gebühren der Zahntechniker. Bei der 3agb auf Schmuggler erschaffen. Bei der Verfolgung eines Schrnugglerautos in den Straße Aachens wurde ein unbeteiligter Passant erschossen. Der Erschossene befand sich a u f b e m Heimwege und lief mit anderen jungen Leuten die Straße entlang, durch die ein Polizeiwagen das Schmugglerauto verfolgte. Bei Schüssen, die die Po- lizeibeamten auf das Auto abgaben, prallteeine Äugel an einem Stein ab und traf den jungen Mann tödlich. 3m Bregenzer Duld verstiegen. Bei der Suche nach Edelweiß auf der Kadisfluh im Bregenzer Dald verflieg sich ein reichs- deutscher Tourist, dessen Name noch nicht bekannt ist. An der Nordwand kam er weder vor noch rückwärts und mußte die Nacht an der Wand verbringen. Es ging eine Re 11 u n g se r pe d i- tion ab, die aber wegen der Unzugänglichkeit der Unglücksftelle ergebnislos zurückkehren mußte. Dann stieg eine zweite Rettungsexpedition auf unter Führung des Gendarmerie-Inspektors Düringer bei strömendem Regen. Als Düringer bis m die Die riesige Nordschleuse von Bremerhaven, ein Wunderwerk der deutschen Wasserbautcchnlk, ist jetzt mu einer Durchschleusung des größten deutschen Schiffe», der „Bremen", feierlich in Betrieb genommen worden. Nähe der Stelle kam, wo der reichsdeutsche Tourist sich befindet, ftür Ate er, wahrscheinlich infolge Ausbrechens eines Felsengriffes, in 200 Meter Tiefe ab. Düringer blieb zerschmettert liegen. Zwei weitere Mitglieder der Rettungsexpedition hängen zur Zeit ebenso wie der reichsdeutsche Tourist noch an der Norbwand ber Kabisfluh. Sie können weder vor noch rückwärts. 3n den Jlammen umgekommen. In dem Dorfe Neu-Kaletka im ostpreußischen Kreise Allenstein, da» erst kürzlich von zwei Groß- feuern heimgesucht worden ist, gerieten ein Stall und eine Scheune, die unter einem Dach vereinigt sind, in Brand. Auf dem Heuboden schliefen vier Söhne des Besitzers. Rur einem ber vier Söhne gelang «s, sich durch die Lucke des Heubodens zu retten. Der zweite stürzte in den brennenden Stall und kam in den Flammen um. Der Vater versuchte mit der Axt ein Loch in den Boden des Heuschuppens zu schlagen, aus dem er auch schließlich einen weiteren Sohn retten konnte, der jedoch schon erhebliche Brandwunden erlitten hatte. Auch das vierte Kind wurde vom Vater g e • rettet, doch hatte es schon so erhebliche Verletzungen daoongetragen, daß es bald darauf im Krankenhaus starb, lieber die Ursache des Brandes ist bisher nichts bekannt. Tlotlanbung eines Flugzeug, im Jeflungeratjon von Metz. (Ein von dem Deutschen Heinrich Stale aus Rastatt gesteuertes Flugzeug welches einem Hol- l ä n d e r namens Friedrich Raster gehört ist auf dem Militärflugplatz von Frescaty bei Metz ge- landet. Die Flieger, die auf dem Weae nach Groningen waren, gaben an, sich infolge des schlechten Wetters verirrt und nicht gewußt zu haben, daß sie sich in der Zone von Metz befanden, deren Uebcrfliegen verboten ist. Das Flugzeug wurde beschlagnahmt. Die Flieger bleiben bis zur Klärung der Angelegenheit in Metz. Seine vier Kinder ermordet. Der Wirtschostspächter Moser in Asritz (Kärnten) hatte die Anzeige erstattet, daß sein 17jähriger Sohn Äarl nicht mehr nach Hause zurückgekehrt sei. Daraufhin wurden im Gebirge Nach- sorschungen angefteUt, an denen sich Moser selbst beteiligte. An einer schwer zugänglichen Felsschlucht fand man Äarl Moser tot auf. Die Gendarmerie bezichtigte den Vater an Ort und Stelle des Mordes da schon früher Verdachtsmomente Vorlagen. Moser gestand schließlich, daß er nicht nur diesen Sohn, sondern auch seinen Sohn Andreas und zwei neugeborene Kinder ermordetundim Walde vergraben habe. Der Ehe Mosers waren sieben Kinder entsprossen, von denen er also vier beseitigt hat. Anschlag auf den Schnellzug Temesoar—Bukarest. Die verbrecherischen Anschläge auf die rumänischen Eisenbahnen finden noch immer kein Ende. In der Nah« der Stadt Jablanitza im Banat verübten vier bewaffnete Individuen einen Ueberfall auf den Schnellzug Temesoar—Bukarest. Es gelang ihnen, in den Postwagen einzudringen und mehrere Pakete zu rauben. Da das Zugpersonal unbewaffnet war, gelang es den Räubern, im Dunkel der Nacht zu verschwinden. Ein Postpaket haben sie auf der Flucht verloren. In Süd-Bessarabien wurde auf einen Personenzug ein Anschlag versucht, indem die Attentäter einige Eisenbahnschwellen entfernten. Der Zug konnte jedoch rechtzeitig zum Stehen gebracht werden. Auf der Strecke von Bukarest nach Sinaija wurden ein Streckenwachter und ein Soldat von einer Gendarmeriepatrouille überrascht, als sie unter dem Gleis eine Grube aushöhlen wollten. Die Beiden wurden verhaftet. Die tägliche Liste bet Antvuasälle. Auf der Landstraße Nürnberg— Feucht fuhr ein Personenkraftwagen vermutlich durch einen Dremssehler an einen Baum. Der Wagen überschlug sich und kam wieder auf allen vier Rädern m einem Straßengraben zum Stehrn. Die Kaufleute Geigelöder und Flamm aus Nürnberg wurden getötet, der Kaufmann Groh- meier schwer verletzt. Ein vierter Mitfahrer, der bekannte Ringer und Olympiasieger Leucht aus Nürnberg wurde leicht verletzt. — Dr. E d e - n e r. der sich in den bayerischen Bergen aufhält, stieß in der Nähe von E n d o r s. von Äönig«fce kommend, mit seinem Wagen mit einem Berliner Lieferfrachtwagen zusammen, wobei da« Lieferauto in den Straßengraben geschleudert wurde und sich dort überschlug. Das Auto Dr Eckeners, das von ihm selbst gesteuert wurde, ist leicht beschädigt. Bei dem Zusammenstoß erlitt glücklicherweise niemand Verletzungen.— Auf der Landstraße zwischen Herrenalb und Wildbad stieß der Vertreter der Mer- cedes-Venzwerke Hans v. 2adum aus Bingen u| voller Fahrt mit seinem Personenwagen gen einen Daum. Durch den Zusammenprall entstand eine Explosion, und der Wagen fing Feuer. Der Führer des Wagens, der offenbar durch den Zusammenstoß schwer ve rieht wurde, tomtte sich nicht mehr in Sicherheit bringen. Er wurde ein Opfer der Flammen. — Aus der Landstraße 2schcrSleben—Hoym fuhr ein Arzt aus Aschersleben mit seinem Kraftwagen in eine Gruppe Radfahrerinnen. Zwei Frauen wurden so schwer verletzt, daß si« kurze Zeit daraus starben. Der Arzt fuhr, ohne sich um die Getöteten zu kümmern, i n scharfem Tempo weiter, er konnte jedoch tn Frose von der Polizei verhaftet werden. — In Duisburg fuhr an der Oberbürger* meister-Karl-Lehr-Brüde zwischen Dui-burg unb Ruhrort, an der, um den starken Verkehr nicht zu behindern, während der Nachtstunden Repara* turarbeiten vorgenommen werden. daS Auto einer Fahrschule, in dem sich vier Herren befanden, durch die geschlossene Schranke und stürzt« Hinte« der Schranke indenHasen, da dieser Brücken- tcil während der Reparaturarbetten hochgezogen war. Das Auw mit den Insassen versank in den Fluten, und ehe Hilfe herangeschafft werden tonnten, waren sämtliche vier Personen ertrunken. — Aus dem mit Schranken versehenen Bahnübergang, kurz vor dem Bahnhof Hersfeld, wurde ein Personenkraftwagen aus Berlin von einem Güterzug überfahren. Don den Insassen wurde eine junge Dame fofort getötet; ein Herr wurde mit schweren, aber nicht leben-gefährltchen Verletzungen nach dem Krankenhaus übergeführt. Die Ursache des schweren Hnglüd« ist allem Anschein nach darin zu suchen, daß der Schrankenwärter dieSchrankenzuspätgeschlvssen hatte. Das Automobil wurde vollständig zertrümmert. Der Schrankenwärter erlitt nach dem Unglück einen Toösuchtsanfall und muhte in Schutzhaft genommen werden. >1 '-35. )Uffi '5t :nt .Nado/i ---tt w u. Mro f Vie Wetterlage xN* 11- Awgxtf i dem wmde Oie Dooen Sutioee» itcnenstr, len -eben d e Temperatur en. Oie Limen eeromdeo Orte eit oieichCQ «uf neercmnreeo ueeertenaelen Lnfldrace Wettervoraussage. Die flache Störung über Skandinavien hat durch das Vorhandensein von feucht-warmer Ozeanluft auf dem Festlande ihre Zugrichtung wieder südwärts genommen und sich erneut vertieft. Infolgedessen wurde der hohe Druck sehr rasch abgeschwächt und die in Aussicht gestellte Besserung der Wetterlage kommt zum Schwinden. An der Rückseite des TiefS leitet kühlere ozeanisch« Luft unbeftänbige« Wetter ein. Eine Umgestaltung auf Besserurm ist vorerst nicht zu erleben, denn mittlerweile sind westlich der brittschen Inseln Anzeichen einer neuen Störung vorhanden. Mit dem wechselhaften Witterungscharakter schwanken auch die Temperaturen welche anfänglich etwas zurückgehen und mit dem Herannahea der neuen Störung wieder ansteigen. Vorhersage für Freitag, llnbeftänbt* ges Wetter, wähselnd bewöltt und zeitweise Regenschauer, Temperaturen schwankend, nach anfänglich leichterem Rückgang wieder Anstieg. Zur Gesichts-Bräunung aber auch gut Bräunung des ganzen Körpers bet Sonne» bäbem verwende man bie reijmilbembe unb tühlenbe Cremt Leodor — fettfref ln roter Packung: fetthaltig ht blauer Packung, Tube 60 Df. u. 1 SIL Ätttfam unierjtützt durch Leodor-Cdek seife Stück SO Pf. 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Was die Schule der Weisheit für den Rus Darmstadts in der Welt bedeutet, braucht nachstehendes mit: Die Erfahrungen zweier Monate sind ausreichend gewesen, um die Lasten, die die neue Notverordnung vom 5. Juni 1931 zahlreichen Bevölkerungskreisen auferlegt, jedem einzelnen deutlich zu machen. Be. risch abgelehnt. Der Ordinarius der Botanik, Dr. Kurt 17 o a (f inHallehat den Ruf an die Universität Berlin als Nachfolger von H. Kniep angenommen, hingegen die Berufung nach Freiburg i.Br. als Nachfolger von Prof. Oltmanns abgelehnt. Prvf. Noack wird in Berlin den Lehrstuhl zu Beginn des bevorstehenden Wintersemesters Neuyork» Oberbürgermeister der populäre Jimmy Walker, verbringt seine Urlaubszeit diesmal in Deutschland. Der Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd, Heineken (links), und Weltmeister Max S ch m e l i n g begrüßen Jimmy Walker (Mitte) bei der Landung in Bremerhaven. aufs neue von seiner edlen Gemütsart erhoben, die bei voller Lebensbejahung feines Dasein- Glück-werte verdoppelt. A. B. rm >c Arm t.b.lOi- fertbb :zt7.50. tage Preisen: .60J-PI- •Balkon 1.60 RM. Nach dem Volksentscheid. Ein staatsrechtlicher Rückblick. Don D Dr. Joseph Dredt, ehem. ^eichsminisier der o. ö. Profeffor der Rechte an der Universität Marburg. Lleberwinterung in der Eishöhle. Die Mitglieder der Polarexpedition deS verunglückten Prof. Alfred Wegener, Dr. Georgi, Dr. Fritz L o e w e und Dr. Ernst Sorge, haben den ganzen Winter 1930 31 in banger Ungewißheit auf der Station .Eismitte" verbracht, eifrig damit beschäftigt, oas von Prof. Wegener ausgestellte wissenschaftliche Programm durchs- führen. Erst am 6. Mai 1931 erhielten sie die schmerzliche Gewißheit, daß ihr Führer auf feinem Rückweg nach dem Hauptlager in der Nähe der Westküste Grönlands umgekommen war. Ein mit Bildern ausgestatteter Bericht von dieser Ueberwinterung ist nun nach der Heimat gelangt, und daraus wird einiges von Dr. A. Lang in der Leipziger llustr i r te n Zeitung" mitgeteilt. Die Station .Eismitte" ist 400 Kilometer von der Ostküste Grönlands und ebensoweit von der Westküste entfernt und liegt auf einer 3000 Meter hohen, endlosen Eisebene, die zu den Küsten hin langsam absällt. Am 5. Oktober 1930 mußten die Forscher hier eine Eishöhle beziehen, die sie sich mühsam aus Firnquadern gebaut batten. Bis dahin hatten sie in einem Zelt gelebt, das aber bei der zunehmenden Kälte, die schon Anfang Oktober — 40 Grad erreichte, keinen Schutz mehr bot. Dieser Unterstand im Eis war 2 Meter tief und der Zugang gegen Schneeverwehungen durch eine 2 Meter hohe, kreisförmige Mauer aus Firnblöcken gesichert. Am Eingang waren Renntierfelle und Säcke angebracht, um das Eindringen der furchtbaren Auhenkälte nach Möglichkeit zu verhindern. Die Decke dieser Eisbehausung, die anfangs 2 Meter dick war, wuchs durch die Schneefälle aus eine Dicke von 3 Meter an und begann sich durch die zes, der man durch die Anbringung eines Stützpfeilers aus Eis zu entgehen suchte. Alles in dieser arktischen Wohnung war aus Eis hergestellt: sogar die 1 Meier hohen Pritschen, auf denen die Gelehrten schliefen, bestanden au- Eisblöcken, und auf diesem furchtbar kalten Lager verbrachten die Forscher den ganzen Winter, in ihre Schlafsäcke gehüllt. Nur wenn sie sich bewegten oder irgendeine körperliche Arbeit unternahmen, konnten sie die in dem Raum herrschende durchschnittliche Kälte von 20 Grad ohne Schutz aushalten. Das schlimmste Schicksal traf Dr. Loewe, der sich auf dem Marsch zur .Eismitte" beide Füße erfroren hatte: die beiden anderen mußten ihm mit Taschenmessern und ähnlichen primitiven Werkzeugen sämtliche Zehen abnehmen: er konnte während der ganzen sieben Monate überhaupt nicht aufstehen, beteiligte sich aber trotzdem im Schlafsack, halb liegend, halb sitzend, mit größtem Eiser an den wissenschastlichen Arbeiten. Ein Petroleumofen konnte nicht benutzt werden, weil man nicht genügend Petroleum besaß. Der Proviant wurde vorsichtigerweise von vornherein in sehr mäßigen Rationen ausgegeben, so daß er bis Mitte Mai reichte, als die Hilfsexpedition in .Eismitte" eintraf. Die leeren Konservenbüchsen benutzte man zur Herstellung von Petroleumlampen. gemeinbeit bereits gebracht hat. An die Stelle einer Milderung des Leistungsabbaues der Versorgung, die mit Recht hatte erwartet werden dürfen, ist durch einen Erlaß des Reichsarbeitsministeriums noch eine erhebliche Verschar- ung eingetreten, indem sämtliche Kannleistungen der Versorgung, die nach der Entwicklung der Gesetzgebung einen bedeutsamen Anteil an der Durchfüh- Der Dvlksentscheid hat die erwartete Mehrheit für die Auflösung des Preußischen Landtages nicht gebracht und es hat wenig Wert, nach den Ursachen zu forschen. ES «nag sein, daß die Kom- munisten der Parteiparole nicht gefolgt sind, es mag auch fein, daß die Stellungnahme anges^e- ner Blätter, wie namentlich der .Kölnischen Zei- tung". hier sehr gewirkt hat in den Reihen der rechtsgerichteten Parteien. Einstweilen kann nur die Tatsache hingenommen werden, daß der Landtag nicht aufgelöst wird, sondern feinem natürlichen Ende im kommenden Frühjahr entgegengeht Nachdem nun aber die entscheidende Schlacht geschlagen ist, tut man gut, sich einmal mit Ruhe die Lage zu überdenken nicht nur vom politischen, sondern auch vom staatsrechtlichen Ge- Hinterbliebenen von dem Leistungsabbau der Versorgung durch die Notverordnung betroffen. E» ist jetzt schon feftjuftcllen, daß die Einsparungen im Der. sorgungshaushalt des Reichs durch den erfolgten Lei- ftungsabbau der Versorgung großer sind als der Voranschlag angenommen hatte. Das Verlangen der Lersorgungsberechtigten, baldigst eine Milderung der rigorosen «parrnaßnahmen herbeizuführen, erscheint deshalb durchaus gerechtfertigt. Wie wir hären, hat der Verband der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser" an die Reichsregierung aus diesem Grunde eine Eingabe gerichtet, in der es u. a. heißt: „... Es ist bereits zu übersetzen, daß der Spar- ertrag der neuen versorgungsrechtlichen Vorschriften die veranschlagte Summe weit überschreitet. Im Hinblick hierauf müßen wir es aufs tiefste bedauern, daß nicht alsbqjö eine Milderung des Leistung»- abbaues durchgesührt worden ist. nachdem auch amt- lich zum Ausdruck gebracht wurde, daß mit den Maßnahmen der Notverordnung die Grenze dessen erreicht ist, was dem deutschen Volke in allen seinen Beoölkerungsschichten auferlegt werden kann. Außer, dem handelt es sich hier um den Teil der Bevölkerung, der durch Hingabe von Leben und Gesundheit in schwerster Zeit die größten Opfer für die All- große Belastung mehr und mehr zu senken. Alm von ihr nicht erdrückt zu werden, mußten die Bewohner dieses seltsamen Zufluchtsortes den Raum mehrfach vertiefen, so daß der Boden schließlich einen halben Meter unter dem ursprünglichen lag. Gegen Ende des Winters rechnete man dauernd mit der Gefahr des Einstur- | übernehmen. «,_____e ... chfuh- rung Der Versorgung der Kriegsopfer haben, auf das rigoroseste unterbunden worden sind. Durch diesen Erlaß ist die als untragbar erkannte Beschränkung der Versorgung durch die Notverordnung noch weiter wohl hier nicht erwähnt zu werden. Eine andere Gründung des Grafen Hardenberg ist die Gesellschaft Hessischer Bücherfreunde, die es in kurzer Zeit verstand, das Interesse für hessische Buchkunst- und hessisches Buchgewerbe in weiten Kreisen über Darmstadt hinaus zu erwecken. Auch im Ausstellung-- und Derkehrswesen der Stadt Darmstadt hat sich Graf Hardenberg immer mit besonderer Dorliebe betätigt: wir wollen nur an die schöne Kelsterbacher Porzellan-Ausstellung im Dchlohmuseum erinnern und an die Ein- hundertjohr-Ausstellung in der Kunsthalle am Rheintor, in denen er dank seiner gründlichen Kenntnisse in der hessischen Malerei und ihrer Meister eine fesselnde Schau der hessischen Kunst des 18. Jahrhunderts zusammenstellte. Literarisch ist Graf Hardenberg immer vielseitig tätig gewesen. Als Reiseschriftsteller wußte er unterhaltend und interessant über seine Orientreisen zu plaudern. Mit der Derlagsanstalt Koch steht er seit dreißig Jahren als Mitarbeiter in regen Beziehungen. Als Künstler-Biograph ist er mit seinem Buche über den Maler Johann Ehristian Fiedler, mit seinem umfangreichen Werk über den romantischen Maler Eaxl Fohr, das er mit Edmund Schilling hcrausgab (im Urban-Derlag zu Freiburg) und mit seiner Ge- dächtnisschrist zu Ehren des verstorbenen Malers und Bildhauers Sascha Schneider an die Öffentlichkeit getreten. Seine Novellen, Märchen und kleinen Erzählungen sind vor allem unter den Mitgliedern der Gesellschaft Hessischer Bücherfreunde bekannt getoorben, wo er sich seit Jahren als Dorsitzender, geschmackvoller Bibliophile, Autor und Herausgeber zeigt. Außerdem betätigt sich Graf Hardenberg vor allen Dingen im Sinne einer pietätvollen Pflege der Kulturübcrlieferungen und der Kulturschätze des Grvhherzoglichen Hauses. Möchte es dem jugendlichen Sechziger noch lange vergönnt sein, in bekannter Lebhaftigkeit und Frische seine vielen Aufgaben zu erfüllen. Alle, d.e sich der Freundschaft des Jubilars er- Vesteo- :S gesteigert worden Im vollen Bewußtsein der Verantwortung, welche die gegenwärtige Gesamtlage jedem einzelnen auf- erlegt, halten wir uns für berechtigt und verpflichtet, die Aufhebung der die Dersorgungsansprüche geradezu vernichtenden Ruhensvorschriften, die erhöhte Berücksichtigung sozialer Gesichtspunkte bei den Renten- kürzungen und die Befristung des gesamten Lei- stungsabbaues sowie die sofortige Aufhebung des erwähnten ministeriellen Erlasses zu fordern. Wir stellen diese Forderung aus moralischen, so- zialen und politischen Gründen. Die im Kampfe um die wirtschaftliche Selbstbehauptung schwächeren Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen werden von den ihnen auferlegten Lasten erdrückt, wenn ihnen nicht sofort und wirksam geholfen wird." Aus der Provinzialhaupistadt. Gießen, den 13. August 1931. Marie Zaul-Wittich f. In Dresden starb vor einigen Tagen die gefeierte Wagner-Sängerin Frau Marie Faul- Wittich. Die Dcrstorbene, die ein« große künstlerische Laufbahn hinter sich hatte, war Gießener Kind, die Tochter eines hiesigen Kaufmannes. Die Sängerin, deren hohe stimmliche Begabung früh erkarmt wurde, erfuhr eine gründliche Ausbildung. Die frühere Opernsängerin Otto-Ub- r ich (Würzburg) hatte die Ausbildung der be- ?;abten Künstlerin übernommen und ihre Fähig- eiten stark entwickelt. Bald erhielt di- Sängerin ehrenvolle Engagements in Basel und Schwerin und schon mit 21 Jahren wurde sie an die Dresdener Hofoper verpflichtet, wo sie als außerordentlich gefeierte Künstlerin die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte. 25 Jahre wirkte sie an dieser Stelle. Die Künstlerin, die nicht nur in gesanglicher, sondern auch in mimischer Hinsicht den höchsten Anforderungen gerecht wurde, verfügte über einen im Gleichmaß der Stärke und Schönheit erfreulich umfangreichen Sopran, der sich später zur echten hochtzramatischen Stimme entwickelte und die Künstlerin zu den ersten Rollen prädestinierte. Reben ihrem ständigen Wirken an der Dresdener Hofoper, der sie mit einem Repertoire von nicht weniger als 70 Rollen zur Derfügung stand, gastierte sie mit großem Erfolg oft im Ausland«. Den Höhepunkt stellte Sochschulnachrichien. Prof. Dr. Gotthold Weil, Direktor der Orientalischen Abteilung an der Preußischen Staatsbibliothek in B e r I i n, hat den Rus auf den Lehrstuhl der semitischen Philologie in Frankfurt am Main als Nachfolger von Prof. Jos. Horowitz angenommen. Prof. Dr. Fritz Külz in Kiel hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Pharmakologie an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf als Nachfolger von Prof. A. I a - Graf Kuno von Hardenberg. 3u seinem 60. Geburtstag am 13. August. Dem jungen Schopenhauer schrieb Goethe inS Stammbuch: Willst du dich des Lebens freuen. Mußt du dem Geben Wert verleihen!" Gras Kuno von Hardenberg gehört zu den Künstlernaturen, die es verstehen, ihrem Leben Wert zu verleihen. Er ist der .Idee" Angegeben, hie Idee" durchdringt sein Leben und schaffen. Er wird von dem Glauben beseelt, daß Poesie, Philosophie und Religion sich zu einer neuen Lebensmacht verschmelzen. Gras Hardenberg ist Optimist, sofern er von der Fortpflanzungskraft der Ideale und ihrer Entwicklungsfähigkeit über» z^^raf Kuno von Hardenberg erblickte am 13. August 1871 aus dem alten Stammsitz der Familie zu Hardenberg bei Hannover das Licht der Welt. Nach Beendigung der Schulzeit widmete er sich aus Wunsch feiner Eltern dem juristischen Studium in München, Berlin und Göttingen, das er mit dem Referendar-Examen abschloß. Nach kurzer Zeit in der Praris nahm er, seinen eigenen starken Neigungen folgend, seinen Abschied und wandte sich der Kunst, dem Kunstgewerbe und der Kunstgeschichte zu. Er studierte in Paris und ergänzte seine Bildung auf Reisen in den europäischen Ländern und im Orient. 5r ließ sich dann in Dresden nieder, wo er bis zum Kriege eine künstlerisch und literarisch rege Tätigkeit entfaltete. Da er seine Einjährigenzeit in Darmstadt verlebt hatte und bei dem Hessischen Leibdragon er-Regiment Nr. 24 Referveosiizier geworden war, machte er den Weltkrieg im Stabe der 25. Infanterie-Division als Kommandant des Stabsquartiers mit Im August 1917 wurde er vom Großherzog von Hessen nach Darmstadt berufen, um das Hosmarschallamt zu übernehmen. Nach dem Umsturz wurde er vom Großherzog -um Ehes der Grvtzherzoglichen Haus- und Der- Mögensverwaltung ernannt. Seiner Tätigkeit verdankt die Stadt Darmstadt die Einrichtung des Jagdmufeums Kranichstein und die Gründung des Schloßmuseums, das durch seine unermüdlichen Bemühungen zu einer der besten Uniformen- Sammlungen Europas und zu einer der schönsten Schenswürdigkeiten Darmstadts geworden ist. _ aber zweifellos ihr Auftreten zu den Wagnerfestspielen zu Bayreuth dar. In den Jahren 1901, 1902 1903, 1904 und 1906 sang sie die Sieglinde, die Kundry und die Isolde in WagnerS großen Werken. Besonder« als Isolde feierte sie zusammen mit ihrem Partner Alfred v B a r h große Triumphe. Bei den Wagnerfestspielen im Münchener Prinz-Regenten-Thcater und In den Pariser Colonne-Konzerten war sie nicht weniger ersolgreich Am l.Mai des Jahre« 1914 feierte die Künstlerin daS Jubiläum ihre« 25jahngen Wirkens an der Dresdener Hofoper unö &er- abschiedete sich damit gleichzeitig von der Statte ihrer erfolgreichen künstlerischen Betätigung. Allerdings zog sie sich noch nicht völlig von der Bühne zurück, sondern gab noch manches Gastspiel. Mit Stolz und hoher Genugtuung durste die nunmehr Derstvrbene auf ihre künstlerische Laufbahn zurückblicken. In richtiger Einschätzung ihrer Bedeutung als Wagner-Sängerin lebt sie in der Erinnerung vieler fort, die das Glück hatten, sie zu hören und auf der Bühne zu bewundern. Taten für Donnerotaq, I». August. (Sonnenaufgang 5.07 Uhr, (Sonnenuntergang 19.52 Uhr. — Mondaufgang 3.59 Uhr, Monduntergang 2°1802: der Dichter Nikolaus Lenau (Niembsch von Strehlenau) in Csatad geboren; — 1913: August Bebel in Passug bei Chur gestorben. Gictzener Wochcnmarktpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt da« Pfund: Butter 140 bis 150, Matte 30 bi« 35; Käse (10 Stück) 60 biS 140, Wirsing 8 biS 10, Weißkraut 8 bi« 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Nüben 10 bi« 15. rote Rüben 10 bi« 15, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen 10 bl« 15 älnter-Kohlrcwi 5 bi« 6, Erbsen 10 bi« 15, Tomaten 20 bi« 25. Zwiebeln 10 bis 12. Kürbi« 5 bis 6 Pilze 20 bis 25. Kartoffeln 4, Frühäpfel 12 bi« 15, Falläpsel 4 bis 5, Dirnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35. Heidelbeeren 20 bi« 25, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 20 bi« 25, Pflaumen 15 bi« 20, Zwetschen 30 bl« 35. Mirabellen 30 bi« 35, Reineklauden 20 bi« 25, Pfirsiche 40 bis 60, Preißelbeeren 35 bis 40, Honig 40 biS 50, junge Hähne 90 bis 110, Sup- penhÄner 90 bis 100; da« Stück: Tauben 50 bi« 70, Eier 9 bis 10, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 5 bis 10. Salatgurken 10 bis 20, Ginmachgurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 8 bi« 10, Lauch 5 bi« 10. Rettich 10 bi« 15, sich einigen aus einen Ministerpräsidenten So würde in einem kommenden Landtage sicherlich eine Mehrheit aus Rechtsparteien und Kornrnu- nisten die genügenden Stimmen aufbringen für einen Sturz der Regierung. E« ist aber völlig undenkbar, daß sich Rechtsparteien und Kommunisten einigen aus einen Ministerpräsidenten. Vermutlich würde also gar keine Wahl zustande- kommen. Es kann sogar dahin kommen, daß die bestehende Regierung am Qi über bleibt, wenn etwa die Kommunisten sich schließlich der Stimme enthalten. Kommt nun eine Ministerpräsidentenwahl nicht zustande, dann jetzt der Artikel 59 der Verfassung ein, welcher in Abjatz 2 bestimmt, daß im Falle des Rücktritts der gesamten Staatsregierung die zurück- getretenen Minister die Geschäfte weiterjuhren bis zu deren Uebernahme durch die neuen Minister. Die jetzige Regierung bliebe also einftrocilen im Amte und ist auch durch kein neues Mißtrauensvotum zu beseitigen, weil alle» davon abhängig ist, daß ein neuer Ministerpräsident gewählt wird. Sieht man also genauer zu, so findet man, daß die Regierung in Preußen verfassungsmäßig ft örter a e ft ü ft t ift als die Reichsregierung. Dies zeigt sich auch darin, daß für die Landtagsauflösung erschwerende Bestimmungen ausgenommen sind. Es wird in Artikel 6 Absatz 6 der Verfassung ausdrück- sich gefugt, daß ein Antrag auf Auflösung des Landtags zu feiner Annahme der Zustimmung der Mehrheit der Stimmberechtigten bedarf. Deshalb war es bei dem jetzigen Volksentscheide richtig, daß sich die Gegner der Auslösung sernhielten. Die abgegebenen Nein-Stimmen sind im Grunde sinnlos. Hätte die Abstimmung so gelautet, daß Ja- und Nein-Stimmen gcgenübergefteUt worden wären, so wäre vielleicht bas Ergebnis ein anberes gewesen. Man kann vom rein rechtlichen Stanbpunkte aus zweifelhaft fein, wie die preußischen Verfassungs- beftimmungen zu beurteilen sind. Politisch gesehen wirken sie zur Zeit gegen die Rechtsopposition. Sie' haben aber immerhin auch bas Gute, daß die Regierung gegen z u häufigen Wechsel gesichert ist. Daß die Weimarer Koalition dies bei Schaffung der Verfassung genau übersehen und bedacht hat, kann gar keinem Zweifel unterliegen. Bisher haben die Bestimmungen ja auch ihren Zweck in solchem Sinne erfüllt. Sie können aber ebensogut einmal einer Rechtsregierung zugute kommen, wenn solche zustande kommt. Daß dies lediglich vom Zentrum abhängt, braucht nicht weiter betont zu werden. Solange das Zentrum sich in Preußen nach links hält, solange wird es in Preußen sehr schwer jein, eine Rechtsregierung zustande zu bringen. Was aber die staats- rechtliche Seite angeht, so wollen wir hoffen, daß jene angeführten Bestimmungen bald einmal einer solchen Rechtsregierpng zugute kommen und daß sie sich dann ebenso bewähren, wie sie sich heute zu Gunsten der bestehenden Linksregierung bewährt haben. Kriegsbeschädigtenfürsorge und Notverordnung. Der Verband derKrieasbeschädiatenund Krieger Hinterbliebenen der Kriegerkameradschaft „Hassia", Darmstadt, arbeitet in engster Fühlungnahme mit seiner Spitzenorganisation, dem Deutschen Reichskriegerbund .Iyfftzäuser", Berlin um bei der Reichsregierung die Milderung der Härten der Notverordnung zu erwirken. Die Kriegerkameradschaft „Hassia" teilt uns fichtspunkte au«. Wenn es gelungen wär«, bie erforderliche Zahl von Stimmen aufzubringen, wäre zunächst der Landtag aufgelöst worden und es hätten cne Neuwahlen stattgefunden. Mit ziemlicher Sicherheit kann man annehmen, daß dabei eine Mehrheit für die im Amt befindliche Regierung nicht herau«gekornmen wäre. Heute liegen bte Dinge in Preußen so, daß Regierungsparteien und Opposition sich ungefähr die Waage halten und daß die Regierung meist nur nut genauer Rot ihre Dorlagen durchbringt. Des öfteren schon hat sie zum AushilfSmittel der Notverordnung greifen müssen. Im kommenden Landtage würde schon eine kleine Verschiebung nach rechts genügen, die Regierungsparteien i n ei ne endgültige Minderheit zu bringen. Ss würde dann vermutlich möglich sein, die Regierung zu stürzen. Daß dies bisher n ich t möglich war liegt an einer kleinen Bestimmung der Preußischen Dersasfung. die bisher zu wenig beachtet zu sein scheint. Während nämlich tm Reiche die Regierung gestürzt werden kann durch einen einfachen Beschluß der anwesenden Retchs- tagsmehrheit. ist dazu in Preußen die Mehr- beit der vorhandenen Abgeordneten notwendig. Man kann damit rechnen, daß regelmäßig auf beiden Seiten de« Hauses verhältnismäßig dieselbe Zahl von Abgeordneten krank oder verhindert ist. Im Reichstag gleicht sich dies auS< In Preußen wirkt die Bestimmung nur auf Veiten der Opposition, die nach Artikel 57 Absatz 5 die Hälfte der Abgeordneten zur Abstimmung mit Rein bringen muß. aus denen zur Zeit der Abstimmung der Landtag be- steht. Dies ist nur in sehr seltenen Fal- l e n möglich und die« ist der Hauptgrund für die Tatsache, daß in Preußen eine sehrbestän- dige Regierung am Ruder ist. während im Reiche die Kabinette schnell gewechselt haben. Ob nun im Falle einer Neuwahl die heutigen OpprsilicnSparteien soviel« Mandate bekommen hätten, daß sie die ersorderliche Zahl für ein Mißtrauensvotum zusammenbekommen hätten, da- läßt sich natürlich mit Sicherheit nicht sagen. Sehr wahrscheinlich ist es aber und so war« damit zu rechnen gewesen, daß die Preußische Regierung gestürzt worden wäre. Auch dann wäre man noch nicht am Ende aller Schwierigkeiten gewesen. Der Reichskanzler wird vom Reichspräsident ernannt. In Preußen wird der Ministerpräsident vom Landtage gewählt. Hierzu genügt eine einfache Mehrheit und es ist nur notwendig, daß sich genügend viele Parteien oder Abgeordnete vorher auf eine bestimmte Persönlichkeit einigen. Es ergibt sich aber der gar nicht genug zu betonende Unterschied gegenüber dem Mißtrauensvotum, daß es sich hier nicht um eine negative Bekundung gegenüber der Regierung handelt, sondern um eine positive Wahl. GS ist durchaus möglich und parlamentarisch gar nicht zu beanstanden, daß mehrere Parteien zusammen für ein Mißtrauensvotum stimmen, die an sich in scharfer Gegnerschaft zueinander stehen. —,s e G- ist aber undenkbar daß feindliche Parteien sonders hart sind die Kriegsbeschädigten und Krieger- Sellerie 10 bis 15; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,50 Mt. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Anna Chriftie". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das letzte Gastspiel auswärtiger Bühnenkünstler findet am Sonntag, 16. August, als 9. Vorstellung im Sommerabonnement statt. Die Intendanz hat das Ensemble Berliner Bühnenkünstler (E. L. Franken, Lottina Baart und Eurt Unser), die bereits zweimal mit Erfolg unsere Gäste waren, noch, mals verpflichtet. Die Künstler werden sich mit der einmaligen Aufführung des Lustspiels „Meine Eou- sine aus Warschau" von Louis Verneuil verabschieden. Ermäßigte Sommerpreise. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Straßensperrung mitgeteilt vom Ober, hessischen Automobil-Club (A. v. D.), Giaßen: Die Prooinzialstraßenstrecke Vaitshain — Greben. Hain im Zuge der Straße Lauterbach—Ortenberg wird vom 17. August ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Crainfeld. "DHC-Wanderung. Bei sehr günstigem Wanderwetter unternahm am Sonntag der DHE. Gießen mit nahezu 70 Teilnehmern seine August- Wanderung. Dom Ausgangspunkt Aßlar aus führte der Weg sofort in kräftigem Anstie^ zur Höhe. Eine prächtige Rundschau bot sich den Teilnehmern. Tief unten wand sich das Dilltal mit mehreren Ortschaften, während auf den angren- zenden Bergen u. a. Dianaburg, Greifenstein und Schloß Braunfels zu sehen waren. Rach einer Weile nahm der Wald die Wanderer auf. Zum Teil auf weichen Pfaden führte der Weg über den Dreiherrnstein zu einer längeren Rast auf die Heide. Diese Ruhepause wurde mit allerlei Belustigungen für die Kinder ausgefüllt. Ein Fuhballmatch für die älteren Semester rief viel Heiterkeit hervor. Der Weitermarsch führte dann der gelben Kreuzmarkierung nach, zunächst durch schöne Waldpartien, später durch freie Gegend mit prächtigen Ausblicken auf Hohensolms, auf Königsberg, den Dünsberg und die benachbarten Hohen am Altenberg vorbei nach Bieber. Don Bieber aus wurde die Heimfahrt angetreten. " Bahnsteigkarte berechtigt zum Betreten der Züge. Dielfach ist noch nicht bekannt, daß das Verbot, mit einer Bahnsteigkarte daS Innere eines Eisenbahnwagens zu betreten, nicht mehr besteht. Eine neuere Tarif- bestimmung vom 6. April erlaubt daS Betreten der Züge mit Bahnsteigkarten unter der Dor- auSsehung, daß für einen Reisenden Handgepäck in den Wagen geschafft wird oder hilfsbedürftige Reisende oder Frauen untergebracht werden. " Auswanderer zahlen keine Aus - landreisegebühr. Die Hamburg-Amerika- Linie. Hamburg, und der Rorddeutsche Lloyd, Bremen, weisen auf Grund vielfach an sie gerichteter Anfragen darauf hin, daß nicht allein die Auswanderer fremder Staatsangehörigkeit, die auf deutschen Schiffen und über deutsche Häsen nach dem Auslande reisen, von der Aus- landreisegebühr in Höhe von 100 Mk. befreit sind, sondern auch alle Auswanderer, die die deutsche Staatsangehörigkeit besinn. Um von dieser Gebühr befreit zu sein, genügt der Besitz der Einreiseerlaubnis für das Zielland. ** Rundfunk st örung stets rechtswidrig. Don der Südwestdeutschen Rundfunk AG. wird uns geschrieben: Der Inhaber eines Lebens- Mittelgeschäfts in Berlin störte durch seine elektrische Kühlanlage den Rundfunkempfang. Einer der ge- schädigten Rundfunkhörer erhob Klage. Das Amts- aöricht Berlin-Mitte verurteilte den Störer. Das Landgericht I Berlin wies seine Berufung kosten- '-pflichtig zurück. Die Entscheidung führt aus, daß den Mundfunkhörern gegen Störungen durch elektrische Maschinen und Geräte, wie mit Recht überwiegend angenommen werde, der Besitzstörungsanspruch aus Unterlassung zustehe. Von einer Ortsüblichkeit der Das bißchen Erde. Vornan von Richard Slowronnel. Copyright by I. Engelhorns Rachf., Stuttgart. 4 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Hab's schon gemerkt", ries Malte über die Schulter zurück, „aber für dieses eine Mal wird's wohl noch halten!" Wotan bekam die Sporen eingesetzt, so daß er aus seinem gemächlichen Trab in gestreckten Galopp fiel, und der alte Lentz kehrte bekümmert und niedergeschlagen auf die Diel« zurück. Eine plötzliche Angst hatte ihn überfallen, daß bei der Duellaffäre irgend etwa- iricht in Ordnung wäre, und er wußte ja, wie heikel di« Herren in diesen Fragen dachten. Wenn einer von ihnen darin einen Verstoß beging, mieden bi« andern ihn toi« einen Pestkranken, taten ihn mit seinem ganzen Haus« in Acht und Dann. Und das mußte Wohl so sein, denn die Herren hatten sich ja selbst diese Gesetze gegeben ... Soviel cr aber auch grübelt« und nachdachte, er konnte nicht finden, toi« sein Graf Malte gegen dies« Gesetze verstoßen haben sollte. Der Baron von Köhnemann hatte ihn am Dor- mittage schwer beleidigt, am Äachmittage kriegte er prompt seine Forderung, am nächsten Morgen aber wurde er über den Haufen geschossen. Und daS von Rechts wegen. Wenn dieser alte Stänker von der Welt war, gab es wieder Frieden im Land, und daß Graf Malte bei diesem Zweikampfe etwa den kürzeren ziehen sollt«, war ausgeschlossen. Seine Hand war sicher und sein Auge scharf, und oft genug hatte er's ja mit angesehen, wie er von dem kleinen Erker aus, der vor dem Schreibzimmer lag, di« auf dem See ziehenden Haubentaucher schoß. „Lenh, zähl mal, fertig, eins, zwei, drei" ... Auf das Kommando eins hob sich schon die Pistole, im selben Augenblicke kracht« der Schuh, und der Taucher zeigte die weih schimmernde Brust, paddelte im Verenden mit den schwärzlichen Schwimmern in der Luft. Woher also diese plötzliche Angst, die ihm fast das Herz abdrückte und die ihn jedesmal überfiel, wenn Menschen, die ihm nahestanden, «in Unheil droht«? Und fast immer war diese Dorahnung eingetrvffen, auch beim Tode seines Herrn Rittmeisters. Roch am Dormittage hatte der ihn scherzend gefragt:,, Ra, Lentz, was machst du heut« für ein beteppertes Gesicht? Hast du Zahnschmerzen, oder Plagen dich vielleicht wieder dein« Ahnungen?" Da hatte er ausweichend geantwortet, es wäre ihm nicht gut, wohl wegen einer ®tlältung, am Abend aber kam die Erfüllung. Der Herr Rittmeister setzte sich in der heitersten Laune zu Tisch, führte ein Glas Rotwein zum Munde, und mit Störungen könne keine Rede sein. In einem kürzlich veröffentlichten Urteil hatte das Landgericht Schwerin den Anspruch des Rundfunkhörers auf Störbefrei- ung von dem früheren Vorhandensein der Rundfunks anlage abhängig gemacht. Das Landgericht I Berlin und über 60 andere Gerichte haben anders geurteilt: 91ad dem Besitzrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist es gleichgültig, ob die Rundfunkanlage früher ober später als die' störende Vorrichtung angeschafft ist. Der Störer muß die Störungen auf seine Kosten beseitigen. Drosselung der Ausgaben in Hessen. DaS Hessische Gesamtministerium hat an sämtliche Derwaltungs- und Kassenbehörden folgndes Rund,chrei- ben gerichtet: „Die augenblickliche Lage erfordert schärfste Drosselung aller Ausgaben. Dorläufig sind durch Einschränkung von Bestellungen, Anweisungen und Auszahlungen nur Ausgaben auf Grund gesetzlicher Beipflichtungen oder solche Ausgaben zu leisten, die andernfalls aus dem Gesichtspunkt des Schadenersatzes oder aus ähnlichen zwingenden Gründen demnächst höhere Aufwendungen für das Land verursachen würden, d. h. nur Ausgaben, die aus rechtlichen und sachlichen Gründen zwingend sind. Bei Auslegung dieser Festsetzung ist allerdings schärfster Maßstab anzulegen; durch geeignete Maßnahmen ist strengste Durchführung dieser Ausgabenbeschrankung sicherzuftellen, die für das Durchhallen in der gegenwärtigen schweren Krisis unentbehrlich ist. Die Beschränkung wird, sobald sich die Lage bessert, wieder gemildert werden. Die Kassenbestände der Außen- kaffen sind möglichst niedrig zu halten und überflüssige Bestände jeweils unverzüglich an die Hauptstaatskaffe abzuführen. BfB.-Gießen. VfB. Gießen — Weidenau 3:0. Trotzdm die DsB.-Mannschast am Samstag ein schweres Spiel hinter sich brachte, war die Elf sehr gut auf dem Damm und trat der 1. Mannschaft von Weidenau energisch gegenüber. Die ausgeruhten Wei- benauer mußten sogar eine Nieberlage hinnehmen, mit ber sie sicherlich nicht gerechnet hatten. Die Gießener traten mit folgender Mannschaft an: Balser; Singel, Hetzel, Lehrmunb, Kreß, Leutheuser; Fehling Feuster, Bärenfänger, SB Io ba red, Schmibt. Die Grün-Weißen waren den Piatzbesitzern technisch unb im Spielausbau wesentlich überlegen. Der beste Mann in ber Mannschaft bes Gegners war ber Mittelläufer Katz, ber jedoch in diesem Spiel nicht voll zur Entfaltung kam, da er oft gezwungen war, Deckungsarbeit zu leisten. Die Gießener gingen bereits in der 4. Minute nach einem geschlossenen Angriff in Führung unb zeigten sich in der Folge stets leicht überlegen. Das zweite Tor fiel kurz vor der Halbzeit durch einen schonen Schuß von Schmidt, der die gesamte Deckung überlaufen hatte. Nach dem Seitenwechsel wurden die Platzbesitzer vorübergehend leicht überlegen, da Hetzel wegen einer Verletzung für einige Zeit ausschied, die zuverlässige Hintermannschaft verhinderte aber auch während dieser Zeit jeden zählbaren Erfolg ber Gastgeber. Nachdem sich bann die Grün-Weißen roieber vervollstänbigt hatten, rückte man roieber energisch auf, unb nach oorausgegangener schöner Kombination bes gesamten Sturmes konnte Bärenfänger ein drittes Tor schießen unb damit einen verdienten Sieg sicherstellen. Weidenau versuchte für den Rest ber Spielzeit bas Ergebnis mit Gewalt au korrigieren, es gelang ihm jedoch nicht, benn Balser, ber roieber einen großen Tag patte, hielt sein Heiligtum rein. Das Spiel hat gezeigt, baß die Mannschaft auf Grund des systematischen Trainings, dem sie sich in ber letzten Zeit unterzogen hat, tatsächlich an Durchschlagskraft und Stehvermögen gewonnen hat. VfB. Cigareferoe — Daubringen I 5:5 (2:2). Am vergangenen Sonntag standen sich obige Mannschaften in Daubringen gegenüber. Beide Gegner haben in der letzten Verbandsspielserie manch' harten Strauß miteinander ausgetragen. DfD. hatte große Mühe, das Spiel unentschieden zu gestalten. Dis kurz vor Spielende führt« Daubringen noch mit 5:3. DfD. zeigt« das technisch bessere Spiä, jedoch konnten sich die Gießener gegenüber dem körperlich weit stärkeren Gegner nicht immer durch'ehen. Anzuerkennen ist der Endspurt der DsBer. Am DerfaffungSiag spielte die Ligareserve des DfD. in Leihgestern gegen die dortige Erste. Mit mehrfachem Ersatz antretend, verlor sie hoch mit 4:8. Durch das forsche Spiel der Gastgeber ließen sich die Gießener aus dem Konzept bringen. Die Riederlag« in dieser Höhe ist jedoch unverdient. Rwch ihren erfolgreichen Spielen in Grünberg und Herborn hatte die A.-H.-Mannschaft am Der- fassungstag die erste Mannschaft von Steinberg auf dem Waldsportplah zu Gast. Sie hatte sich etwas zu viel voraenommen, denn sie kam gegen die aktive Mannschaft nicht auf und verlor 0:10. Wenig angenehm wurde die Tatsache bemerkt, daß der Schiedsrichter vom Gartenstuhl aus amtierte. Iugendspiele. VfB. 1. 3ugenb — Lollar 1. 3ugenb 9:1. Der Rachwuchs des DsB. war an den beiden Sonntagen in vollem Spielbetr.eb. Recht verheißungsvoll begann di« 1. Sugeirdmannschaft die neue Spielzeit. Lollar steAte eine stabile und gutdisponierte Mannschaft ins Feld, die jedoch trotz Einsatzes allen Könnens gegen die technisch hervorragende DfD.-Sugend nichts erreichen konnte. Das Spiel nahm einen interessanten Verlauf und wurde einwandfrei geleitet. Die 2. Sugendmannschaften von D f D. und 1 9 0 0 standen sich am Sonntag auf dem Waldsportplah gegenüber. Das Spiel endete mit einem Unentschieden 2:2. Der Schiedsrichter war ausgeblieben, so daß ein Herr vom Plahverein daS Spiel leiten muhte. Seine Entscheidungen fanden nicht immer den Beifall der Gegenseite, so daß cr gezwungen war, das Spiel gegen Ende abzubrechen. Di« 1. Schülermannschaft spielte am vergangenen Sonntag gegen die 1. Schüler von Lollar 1:1 und verlor am Dersaffungstag gegen di« gleich« von Steinberg 0:1. Westdeutscher Leichtathletik-Sieg. 3m „Vierländerkampf" in Luxemburg. In Luxemburg kam am Sonntag ber leichtathletische Dierlänberkarnpf um ben „Mayrisch-Pokal" zum Austrag, zu dem die DSB. ben Westdeutschen Spielverbanb mit ihrer Vertretung beauftragt hatte. An bem Kampf nahmen noch Vertreter von Frankreich, Belgien unb Luxemburg teiLSie westdeutschen Vertreter waren in allen Konkurrenzen siegreich. Der Kampf war von 3000 Zuschauern besucht unb würbe von ben Veranstaltern groß aufgezogen. Unter ben Klängen ber Nationalhymnen zogen bie Mannschaften in bas Stadion ein, unb nadj Schluß bes Kampfes wurde ber siegreichen Mannschaft von Westbeutsch- lanb ber Pokal von ber Witwe bes Großindustriellen Mayrilch persönlich unter bem Jubel ber Zuschauer überreicht. Wohl bie beste Leistung des Tages voll- brachte ber Bochumer Ionath, ber bie 100 Meter in 10,6 Sekunden lief. einem Mal« sackte er auf dem Stuhle zusammen, das Glas fiel aus seiner Hand, zerschellte klir- renö auf ber Diele. Sr sprang eilends hinzu, aber es war nichts mehr zu Helsen. Sein Herr Rittmeister seufzte ti«f auf, streckte sich noch einmal, und es war zu Ende--- Die alte Miken kam aus der Küche herauf, fragte ängstlich, was all das Hin und Her am Tage wohl zu bedeuten hätte, der Besuch des Herrn von Letoenitz unb bie beiden Fahrten nach Alten-Krakow. Da brummte er sie erst mißmutig an, das wären Männersachen, die neugierige Frauenzimmer nichts angingen, als et aber sah, daß in dem Gesicht seiner treuen Dienstgefährtin bie bange Sorge stand, erbarmte er sich unb erzählte das wenige, was er wußte. Unb danach setzten sie sich zusammen, sprachen flüsternd, was den Baron von KöhnemaTM Wohl bewogen haben mochte, feine Tochter bem Kammerherrn von Perkwald auf Hinrichshagen zu versprechen, der mit ihm beinahe im selben Alter stand und fein verschworener Saufbruder unb Spielkumpan war im Streliher Hof in Molhahn. Unb sie fanden keine ander« Erklärung, als daß bet Alten-Krakower durch feine liederliche Wirtschaft bis an den Hals in Schulden geraten wäre und nun an der Hand seines einzigen KindeS einen Ausweg sucht«; denn der Hinrichshagener war schwerreich, und alles, waS er anfahte, wurde zu Gold. Diese- neumodische Düngemittel, das man Kali nannte, wurde auf seinem Gute gesunden, «ine Aktiengesellschaft aus Berlin befaßte sich damit, es tief aus der Erde zu graben. Die Eisenbahn wurde gebaut von Moltzahn nach Waren, die ganze Gegend, durch die sie ging, war schwarze Erde, Lehmboden unb Mergel — das einzige Kieslager weit und breit besaß ber Hinrichshagener! Unb ebenso verfolgte ihn das Glück am Spieltische in Moltzahn. Tausende gewann et zuweilen in einer Rächt, unb es war ein offenes Geheimnis — in so einem kleinen Städtchen bleibt auf die Dauer ja nichts verborgen —, baß ber Graf Hacknih auf Waschow und Zühr sich erschoffen hatte, weil er dem Herrn von Perkwald die ins Ungeheure an» gewachsenen Spielschulden nicht zahlen konnte. Also wat wohl auch der Alten-Krakower bei ihm in die Kreid« geraten unb zahlt« nun mit bem jungen Leib« seiner Tochter. Man wußte ja, daß ber Hinrichshagener seit bem Tode seiner Frau wieder auf FreierSfüßen ging und sich auf allen Edelhöfen in der Rund« einen Korb nach dem andern holte. Der Reichtum wäre ja ganz schön gewesen, wenn er nur nicht diese ekle Beigabe gehabt hätte: ein vertrocknetes und verhutzelte- Männchen mit kahlem Kopf, dem mitten im Gesicht eine kupferne Rase brannte ... So klöhnten Die beiden Altchen fort unb fort, gruselten sich gegenseitig ein mit längst vergangenen Geschichten, bi- mit einem Male bie Wanduhr zwölf Schläge tat. Da erschraken sie heftig, Henn nun war es klar, daß bei ber heikeln Shrenangelegenheit irgend etwas nicht stimmte. Ohr junger Herr hätte doch sonst schon längst wieder zu Hause fein müssen ... Lind plötzlich schoß es Lenh durch den Kopf, ber Alten-Krakower hatte sich geweigert, für bie schwere Beleidigung Satisfaktion zu geben, Graf Malte aber war nach den strengen Anschauungen der andern Herren «in Ehrloser, der von nun an auf der Welt nichts mehr zu suchen hatte! Derrückt war das, wenn man genauer hinsah, aber der junge Herr war doch in diesen Anschauungen e Solen Lcknvr bische Solen Schwerer Solen......... €panl|d)e Solen. ........ Ungartidie Solen..... . . • Derfchlechterung der Arbei t» - Marktlage in Helsen und Hessen- Nassau. Heber die Arbeit-Marktlage in H:fien und He'fen-Naffau be.Lchtet da» La iNiartat«amt Hessen in Frankfurt a.M: Tie Verschlechterung der Arbeitsmarktlage hat auch in brr zweiten Iulihälfte angebalten. Tie Zahl der Arbeitsuchen- den ist um 3050 auf 255 630 gestiegen. Turch di« Zunahme sind besonders stark belastet die Gruppen Lohnarbeit wech'ender Art mit 1349. BekftidungS- getperbe mit 665. Metallindustrie mit 530. Dau- »ewerbe mit 337 und Gastwirtschaft mit 131. — Tie Zahl der Hauptunterst ühungSempfänger in der Arbeitslosenversicherung ist um 4210 auf 67 829 jurüdgegangen. was meist auf Aussteuerung und Nicht gewährung von Unterstützung an Jugendliche zurückzulübren ist Rrisenurrterstützung haben am 31. Juli 1931 60 931 Personen bezogen, da- sind 4149 mehr als am 15. Juli 1931. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Hl. Arbeiler-Turn' und Gporibund. Gießen I — Heuchelheim I 3:3. Zum Beginn der RreiSMaffenfbiele hatte Gießen I die erste Elf von Heuchelheim aus dem Trieb zum Gegner. Heuchelheim legte ein flottes Tempo vor. Gießen muhte sich energisch weh- ren. Dis Halbzeit gelang e» den Gästen mit 2.0 zu führen. Nach dem Wechsel kam Heuchelheim überraschend zum dritten Tor. Nun erst kam Diesten auf und konnte mit viel ®Iüd ein Unentschieden herbeiführen. wiesed 1 — Jlieber-Jlorftabt 1 4:3. Wiesed hatte Nieder-Florstadt zu Gast. Tie Gäste stellten eine flinke Mannschaft. GS ent- widelt« sich ein flottes Spiel. Schon in der dritten QU.nut« wird ein für Wiesed gegebener Elfmeter verschossen. Auf beiden Seiten werden die sichersten Sachen ausgelassen. Tie Einheimischen waren besonders vom Pech verfolgt. Kurz vor Halbzeit brachte ein Slfmeterball die Nieder-Flor- städter in Führung. Nach dem Seitenwechsel sah man die Gäste mehr im Angriff. Sin zweite» Tor fiel und ein Eigentor der Wiefeder verhalf den Gästen zum billigen dritten Srfvla. Sine Niederlage der Einheimischen erschien sicher. Plötzlich erzielten die Wieseder durch einen prachtvollen An- 2,70 Meter: 2. König, Ober-Mörlen. 2,50 Meter. 3000-Meter-Laus: 1. Dölzing, Gießen. 4xl00-Meter-Iugendstassel 1. Gießen: 2. Friedberg und Nodenberg. 4 X 1 0 0 - M e- ter-Stassel. Senioren: 1. Friedberg: 2. Gießen 3xl000-Meter-Stassel: 1 Gießen. Nach den Kämpfen wurde ein Fußballspiel gegen eine Auswahlelf ausgetragen, das Nieder- Mörlen mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Kircklicbe Tiodiridifen. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatseier de, 15. August. Freitag abend 7.10 Uhr; Samstag vor« mittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.35. —• Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 7 Uhr. -Da» Gau-Jugend-Saalsportsest, mit dem der Lahngau daS erstemal an die Oefsentlichkett trat, nahm einen glänzenden Verlauf. Ter Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schnftlettung.) L. D. Laut Verordnung des Reichspräsidenten vom 5. August haben sich die Abhebungen von Guthaben aus Sparkonten und Sparbüchern in den Grenzen der Sa Rungen des Spar- unb Giroverban- des zu hasten. Diese Satzungen schreiben vor, baß innerhalb eines Monats bis zu 300 Reichsmark ohne vorherige Rünbigung abgehoben werben können. Für Beträge von meyr als 300 Mark bis 1000 Mark beträgt die Kündigungsfrist — soweit keine anderen ftünbigungsfriften vereinbart sind — 1 Monat, für höhere Beträge 3 Monate. Eine Ueberweisung außer, halb dieses durch die Nowerordnung vorgeschriebenen Rahmens kann die Sparkasse nicht tätigen. 4.20 58.43 112.23 20.39 16.45 169.36 21.94 112.23 59.08 2.475 112.28 81.84 35.67 72.95 13 Bmllidw Xotitruna Umilidx Xotttnmfl Oein (Mb VNri Adlütgfox« . fettn .... 10.585 59.15 10.605 59.27 10.59 59,15 10.61 59.27 12.467 12.487 12.467 12.487 fluNipcft . . 73,43 73.57 73.43 73,57 Sofia . . . 3.052 3.058 3.052 3,058 (vlhmb . . 169.73 170,07 169.73 170.07 C#4o . . . . 112.49 112.71 112.49 112.71 eoprnbann. 112.49 112.71 112.49 112.71 etodioi™ 112.M 112.76 112.54 112.76 London. . . 20.445 20.485 20 445 20.485 Buenos fitrrl 1.193 1.197 1,193 4.209 1,197 Heunort . 4.209 4.217 4.217 Brussel. . - 58.61 58.73 58.61 58.73 Italien . . 22.04 22,08 82.05 22.09 fort« . . . 16.485 16.525 16.49 16.53 k-dwet, . . 82.07 82.20 82.04 82.20 kvanie» . . 36.16 36 24 36 06 36.14 Tanjifl . . 81.69 81.85 81.69 81 85 Haran . . 2.080 2.084 2.080 2 084 »w kx 3 M.I88, E D-Dit5 s*tf LS *sÄ m- JtrtM genug gedau reits leit b Einigung S.e set gründ! a planes ech var eine |d) (tagen alleti bei den Lvn men ist, ber> nughmng. an dem uti rnngen Dnt des vesenllich Die groß gen der 5 bleni der S CtteiNS rclche Antrc Küifoirfung sür die bed mivolle Sol liening dies WN €t Hilteln i Mader! dvnivhst den, vir 1 der KM Praktisch /ä-rige tttoa 1,6 tert Mio baten Ders' Verden mü für die 1 gesehene 1 Obligation einem Ps Daves-Pl. lastrmg sür gestöndnis, beten Annu gewöhnliche vurden unt Damit hat Ichubs gege durchgeseht. nach der S noch schwer Forderung s.ähigkei uderstei. 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Gegenüber den früheren Auftrieben zum Sommermarkt in den Vorkriegsjahren (der oft mehrere tausend Stück betrug) ist der Viehauftrieb sehr zurückgegangen. An Ständen, Verkaufsbuden, Schaubuden usw. war dagegen eine große Zahl aufgestellt; mehr als jemals in früheren Jahren. Die Schloß- und die Marktstraße hat nicht ausgereicht, es muhten auch die Seitenstraßen noch hinzugenommen werden. Karussell, Affentheater, Kasperletheater, Schießbuden und dql. sorgten für Unterhaltung. Eine große Zahl Marktbesucher war anwesend^ Am Dienstag fand in der Turnhalle das übliche Sommermarktskasino statt, das zugleich mit einer Verfassungsfeier verbunden war. Das Philharmonische Orchester unter Leitung von Dr. Se u- l i n g gab gute Musik zum Besten. Fräulein Hedwig Ulrich- Schotten sang einige schöne Lieder. Rektor Reiber, M.d. L., hielt die Festrede. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf. Am heutigen Mitt- woch fand der S ch w e i n e m a r k t statt. Aufgetrie- den waren etwa 550 Ferkel, 50 Läufer und 50 Einleger. Die Preise bewegten sich für Ferkel bis 6 Wochen zwischen 12 bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen 15 bis 22 Mark, 8 bis 13 Wochen 23 bis 36 Mark. Läufer und Einleger kosteten 35 bis 48 Mark. Der Geschäftsgang war anfangs etwas schleppend. In den verschiedenen Lokalen der Stadt herrschte heute großer Betrieb. Hessische Bauvereine tagen in Friedberg WEN. Friedberg, 12. Aug. Der Verband der Dauvereine in Hessen hielt am Sonntagvormittag eine gutbesuchte Tagung ab. Nach De- grußungsworten des Derbandsvorsitzenden Ministerialrat Klump (Darmstadt) hielt Oberregierungsrat Kadel (Landesfinan^amt Darmstadt) einen Vortrag über „Die neue Einheitsbewertung sür den bebauten Grundbesitz", in der er die Grundsätze der neuen Einheitsbe- wertung in Hessen darlegte und u. a. zeigte, wie die neuen Einheitssätze aus der Rohmiete mit Hilfe sogenannter Rormalsätze festgestellt werden. Aus dem Geschäftsbericht, den hierauf der Vorsitzende erstattete, ging hervor, daß sich die gemeinnützige Bautätigkeit infolge der starken Kürzung der verbilligten Vaudarlehen in bescheidenen Grenzen gehalten habe. Don den 1930 in Hessen erbauten 5400 Wohnungen seien 1140 auf gemeinnütziger Grundlage erstellt worden. Der Verband umfaßte am 1. Januar 1931 rund 50 Verbandsmitglieder mit 7400 Einzelmitgliedern. Der- bandsrevisor £ e r gen (Darmstadt) erstattete den Revisionsbericht. 3m abgelaufenen Jahre wurden 26 ordentliche und vier außerordentliche Revisionen durchgesührt. An Stelle von Ministerialrat Klump, der sein Amt als Vorsitzender nirder- legte, wurde Rechtsanwalt Dr. R e u s ch ä f f e r (Darmstadt) zum ersten Vorsitzenden gewählt. Landkreis Gießen. g. Klein-Linden, 12. Aug. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung machte der Bürgermeister zunächst davon Mitteilung, daß die -Beigeordneten-Stichwahl auf Sonntag, 16. August, festgesetzt ist. Der Gemeinderat l stimmte den durch ministerielle Verordnung fest- . gesetzten Erleichterungen auf dem Gebiete der Sondergebäude ft euer zu, wenn die Einspruchsfrist eingehalten wird. Die Brücke am Lahnweg, die seither mit Holzbelag versehen war, soll aus Beton neu hergerichtet werden. Die Ausführung wurde Maurermeister Karl Jung 11. dahier zum Voranschlagspreis von 287 Mk. übertragen. Don dem Abschluß einer Schülerversicherung soll Abstand genommen werden. Hinsichtlich der Freistellung der vor dem 1. April 1931 bezugsfertig gewordenen Wohngebäude von der Gemeindegrundsteuer schloß sich der Gemeinderat dem Dorgehen des Hessischen Finanzministers an. Für diese Gebäude ist also die Steuer für die nächsten 5 Jahre erlassen. Bezüglich der Installationsarbeiten in den Gemeindegebäuden wurde eine nachträgliche Mehrforderung in Höhe von etwa 700 Mk. für die Durchführung von Arbeiten, die im Doranschlag nicht vorgesehen waren, genehmigt. V Watzenborn - Steinberg, 12. August. Am vergangenen Sonntag fand im Gottesdienst die We i he des Wimpels für unsere Mädchenvereinigung statt. Auf dem von Linden beschatteten Kirchrnplah versammelte sich eine zahlreiche Gemeinde. Rach gemeinsamem Gesang, nach der Weiherede und dem Weihespruch des Pfarrers schloß die junge Schar sich um ihr Der- einszeichen im Kreise zusammen mit dem Dundes- liede „Kein schöner Land". Mit dem „Vater unser" und dem Segen schloß die Feierstunde. s. Beuern, 12. Aug. Tie hiesige Zweigzigarrenfabrik der Firma Roll, die seither ihre gesamte Belegschaft voll beschäftigen konnte, sieht sich genötigt, von dieser Woche ab Kurzarbeit einzuführen. Montag und Samstag wird nicht gearbeitet, an den übrigen vier Wochentagen je neun Stunden. Auf diese Weise werden Entlassungen vermieden. + (8rünberg,12.Aug. Für die Wabl eines Beigeordneten, die auf den 30. August an- beraumt Ht, sind drei Bewerber vorhanden, die sämtlich dem Gemeinderat angehören. Es sind dies Metz- aermeister Karl B ö ß, der gemeinsame Kandidat des Landbundes und der Mittelstandsoereinigung, ferner Fabrikant Karl Repp und Bahnassistent Ernst S ch e l l h a a s. = Aus der Wetterau, 12. Aug. Der Sch nitt des Getreides ist beendet. Die Winterfrucht ist bereits eingefahren oder wird gegenwärtig auf dem Felde gedroschen. Trotzdem die Witterung des Iahres als günstig zu bezeichnen ist, ist der Körnerertrag nur gut mittet. Das regnerische Wetter fördert den Wuchs der Hackfrüchte ungemein. Die Kartoffeln lassen eine Rekordernte erwarten, auch Dickwurz stehen prächtig. Der Futtermittelüberfluß macht sich durch starke Milchanlieferung zu den Molkereien bemerkbar. Infolgedessen wurde der M i l ch p r e i s neuerdings von 13 auf 12 Pf. je Liter ermäßigt. Kreis Büdingen. ow. Unter - Widdersheim, 12. August. Ein tragisches Ende fand am Sonntag der 78iäh- rige frühere Weißbindermeister Philipp Karl Schäfer von hier. Er wurde nach 18 Uhr t o t im Dvrfbach gefunden. Anscheinend hat sich der alte Mann an abschüssiger Uferstelle zum Ausruhen niedergesetzt, ist in das Wasser gefallen und ertrunken. _ --- Aus dem Riddatal, 12. Aug. In den hochgelegenen Teilen des Vogelsberges, in denen sich die Heuernte sehr lange hinzog, bereitet das Einbringen der Fruchternte infolge der Unbeständigkeit der Witterung groheSchwie- tigfeiten. In vielen Gemarkungen ist nur das Korn in den Scheunen. Am Rande des Gebirges sind die Fruchtfelder zum größten Teil geräumt Rur vereinzelt trifft man noch Fruchthaufen in den Gemarkungsteilen. Kreis Schotten. Schotten, 12. Aug. Das Kreisamt hat eine Polizeiverordnung erlassen, die der zunehmenden Verschandelung des Landschaftsbildes durch Anbringen von Reklameschildern entgegenwirken soll. Sie verbietet das Anbringen oder Aufstellen von Schildern, Aufschriften und Abbildungen für Werbezwecke außerhalb der geschlossenen Ortschaften. Vorhandene Reklametafeln müssen entfernt werden. Auch innerhalb der Ortschaften dürfen an öffentlichen Straßen, Plätzen oder Wegen keine Schilder angebracht werden, die für das landschaftliche Bild mißständig erscheinen oder die vorhandenen Verkehrszeichen verdecken. lOber-Lais. 12. Aug. Die hiesige Feld- Bereinigung, für deren Zurückstellung zeitweise sehr lebhaft gekämpft wurde, kommt nun doch zur Durchführung. Man hofft, dabei die Wohlfahrtserwerbslosen beschäftigen zu können. Daneben müssen allerdings große Teile der nötigen Arbeiten im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes der Grundbesitzer durchgeführt werden, da andernfalls die finanzielle Belastung des einzelnen zu groß werden würde. Als erste Arbeit soll die Geradelegung des Laisbaches vorgenommen werden, die unbedingt erforderlich ist, um Ueberschwemmungen vorzubeugen. • Hartmannshain, 11. Aug. Bei der Kleinbahn Wächtersbach — Birstein — Hartmannshain (Vogelsberger Südbahn) AG., Gelnhausen, wurden neu in den Aufsichtsrat gewählt Reichsbahndirektionsvizepräsident Dr. Fr. Haas- Frankfurt a. M., Oberregierungsrat W. Vogler- Kassel und Geh. Oberbaurat I. G e i b e l - Darmstadt. Kreis Alsfeld. »-»Alsfeld, 12. Aug. In der Stadtvorst andssihung vom Montag befaßte man sich nochmals mit dem erst in der letzten Sitzung behandelten Gegenstand der Erbauung einer Kläranlage für die städtische Ge - samtkanalisativn. Der vor kurzem abgeschlossene Rachtragsvertrag mit der Firma Deutsche Abwässer-Reimgungsgefellschaft, Städtereinigung Wiesbaden, und dem Unternehmer Reuß (Friedberg), der die Finanzierung des Bauvorhabens sicherstellte, muhte einer Abänderung unterzogen werden, da die ausführende Firma im Hinblick auf die inzwischen erfolgte Erhöhung des Reichsbankdiskontsatzes auf 15 Prozent einer Aendernrng der Bedingungen hinsichtlich der Stundung der Dertragssumme wünschte. Die vorgeschlagene Abänderung wurde genehmigt, so daß nunmehr die begonnenen Arbeiten fortgesetzt werden können. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 48 000 Mark. Die Anlage soll noch im Laufe des Herbstes fertiggestellt werden. Die Arbeiten werden hauptsächlich unter Zuhilfenahme von Wohlfahrtserwerbslosen ausgeführt. Rheinhessen. TU. Mainz, 12. Aug. In den Abendstunden des Dienstags wurde das Gebäude der sozialdemokratischen „Volkszeitung" mit Hakenkreuzen bemalt. Drei aus den Fenstern hängende schwarz- rot-goldene Fahnen wurden abgerissen. Auch in der Gerichtstraße versuchten Kommunisten am Gewerkschaftshaus die Reichsflaggen herunterzuholen. wurden aber von der Polizei daran gehindert. In Gau-Odernheim kam es zwischen Reichsbannerleuten und Äationalsozialisten zu einem blutigen Zusammenstoß, bei dem auch geschossen wurde. Sieben Personen wurden schwer verletzt. Ein aus Mainz herbeigerufenes Ueber- fallkommando verhaftete fünf Personen, in deren Besitz man Schußwaffen und Munition fand. Sie wurden ins Landgerichtsgefängnis Mainz eingeliefert. Die Untersuchung über diese Vorfälle ist noch im Gange. Preußen. Kreis Wetzlar. WSN. Wetzlar, 12. Aug. In den Morgenstunden des Mittwoch brach im Hinterhaus einer in der Altstadt gelegenen Schneiderwerkstatt ein Feuer aus, das den Dachstuhl des Hauses in Asche legte und große Waren- und Stoffvorräte vernichtete. Da sich der Brandherd inmitten eines Komplexes uralter und äußerst feuergefährlicher Häuser befand, entstand ein außerordentliches Gefahrenmoment, das die Feuerwehr nur durch äußerste Maßnahmen beseitigen konnte. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. WSN. Wetzlar, 12. Aug. Beim Abmarsch des Reichsbanners von der Verfassungsfeier wurde der Reichsbannerzug durch beleidigende Zwischenrufe von politischen Gegnern provoziert. Es entwickelte sich, ehe die den Zug begleitenden Polizeibeamten eingreifen konnten, eine schwere Schlägerei. Ein einer Rechtspartei angehörender junger Mann erhielt einen tiefen Messerstich und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Der Verletzte wurde, als er zusammenbrach, von einem Polizeibeamten in einen Hausflur geschafft. Die erregte Menge drängte nach und riß von dem Treppengeländer Stangen heraus, die als Waffen benutzt wurden. Dabei gab es noch mehrere Verletzte. Das Ueber- fallkrmmando sperrte die angrenzenden Straßen- züge ab und sicherte den Weitermarsch des Zuges. Gegen 21 Uhr war die Ruhe in der Stadt wiederhergestellt. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 12. Aug. In der Nacht zum Montag ereignete sich auf der Straße zwischen Naunheim und Waldgirmes ein Un- gl ü ck s f a 5l. Ein Kraftwagen, der aus der Richtung von Naunheim kam und einschließlich des Kraftwagenführers von drei Personen besetzt war, kippte in einer Kurve um. Alle drei Insassen erlitten Verletzungen. Die beiden Fahrgäste Heinrich Gaus und Adolf Hoffmann aus Waldgirmes, bzw. Bieber, muhten nach der Gießener Chirurgischen Klinik gebracht werden. Heinrich Gaus erlitt einen Unterschenkelbruch, Adolf Hoffmann trug einen Oberschenkelbruch davon. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 12. Aug. Als ein Kaufmann aus der Feuerbachstraße am Dienstag von seinem Urlaub zurückkehrte, mußte er feststellen, daß Einbrecher während seiner Abwesenheit seiner Wohnung einen Besuch abgestattet hatten. Die Tür war mittels eines Nachschlüssels geöffnet worden. Die Diebe hatten eine fachmännische Auswahl unter dem Schmuck getroffen und unter Beiseitelassung aller anderen Dinge für 9000 Mark Schmucksachen mitgenommen. Unter dem gestohlenen Schniuck befindet sich auch ein Kollier im Werte von 6000 Mark. Kombinierter Reichsbahn-Krastpost-Betrieb. Nach dem zwischen der Deutschen Reichsbahn- GeseUschaft und der Deutschen Reichspost am 1. Juni v. I. in Kraft getretenen Abkommen über den Gemeinschaftsbetrieb sind im Bereich des Reichsbahnbeauftragten für das Kvaftfahrwesen für die Direktionsbezirke Frankfurt a. M., Köln, Karlsruhe, Stuttgart, Trier und teilweise Wuppertal im Benehmen mit der Kraftpost- Betriebsleitung Südwest in Frankfurt a. M. eine Reihe von Vereinbarungen zustandegekommen, die eine begrüßenswerte Erleichterung des Ausflugsverkehrs bringen. Im Anschluß an bestehende Reichsbahnverbindungen wurden für die hauptsächlichsten Ausflugstage der Woche, Mittwoch, Samstag und Sonntag, Postkraftverbindungen nach besonders beliebten Ausflugspunkten eingerichtet, ebenso auch für die Rückfahrt. Dke Fahrkarten für diese Kraftpoststrecken sind ermäßigt, sie werden bei den Fahrkartenausgaben der Reichsbahn ausgegeben. Eine weitere vorteilhafte Vereinbarung besteht darin, daß das Gepäck nach den Postanstalten dieser Kraftpostlinien durchgehend abgefertigt wird. Diese Postanstalten geben auch umgekehrt Fahrkarten für die Reichsbahnstrecken aus und fertigen das Gepäck ebenfalls durchgehend ab. Reichsbahn schafft DezirkSnehkarten. Wie WSN. erfährt, wird die Deutsche Reichsbahn in der nächsten Zeit, vielleicht schon zum 1. September, die sog. DezirkSnehkarten einführen. Man ist zur Zeit mit der Abgrenzung der dafür besonders zu schaffenden Bezirke beschäftigt. Grundsätzliche Bedenken dürften nicht mehr bestehen. Zeitschriften. — Wie ist eine so verbreitete Gegnerschaft gegen eine so geistvolle und viele neue Erkenntnisse vermittelnde wissenschaftliche Richtung entstanden, wie sie die Psychoanalyse darstellt? Man muh den Aufsatz von Professor Aschaffenburg, dem Kölner Psychiater, über „Psychoanalyse und Strafrecht" in dem neuen Sonderheft „Gegen Psychoanalyse" der „Süddeutschen Monatshefte" lesen, um die Verzweiflung und Fassungslosigkeit zu begreifen, mit der gerade manche heiß bemühten wisfenschastlichen Kreise bestimmten unleidlichen lleberfteigerungen der psychoanalytischen Lehre gegenüberstehen. Das Heft wendet sich nicht gegen die neuen Erkenntnisse, wie wir ihr auch nach Auffassung dieser Monatsschrift auf einem genau umgrenzten Gebiet zweifellos verdanken, aber es wendet sich da gegen sie wo sie beansprucht, über Dinge zu urteilen, die ihr nicht zugänglich sind. — Das Augustheft der „Zeitwende" (C.H. Beck. München) bringt einen Essay über Reichsfreiherrn Karl vom Stein von Tim Klein, ein scharf herausgemeißeltes Bild des großen Staatsmannes. Um ein niedergebeugtes Volk am Bilde seiner großen Vergangenheit wieder aufzurich- ten, gibt uns Alexander Cartellieri einen knappen Ueberblick über den „Höhepunkt des alten deutschen Kaisertums", dessen das Abendland beherrschende innere und äußere Machtstellung er um das Iahr 1000 unter Heinrich III. erreicht sieht. — Neben diesen historischen Beiträgen bietet das Heft eine Einführung in eines der gewaltigsten Dichtungen der Weltliteratur: das Buch Hiob. Mit geschickter Hand führt uns Matthias Simon zum innersten Verständnis dieses Menschheitsbuches. Fritz Hauh schildert in einem fesselnden Reisebericht Bilder aus den deutschen Siedlungen in Süd-Bessarabien. Iohan Falk- bergets „Siri", Erzählung aus dem norwegischen Bergbaugebiet des 17. Jahrhunderts, wird fortgesetzt. Hingewiesen sei noch auf Karl Simons aufschlußreichen Aussatz über die Nazarener und Oskar Langs Randbemerkung über den Maler Otto Wirsching, aus dessen Werken das Heft zwei Bilder darbietet. — Im Augustheft des „Kunstwarts" (Verlag G. D. W. Callwey, München) ist ein breiter Raum dem Dichter Hermann Burte, dem Kleist- preisträger von 1912 und Schillerpreisträger von 1927, gewidmet; ein Aufsatz von Kurt Martin würdigt die wenig bekannte Doppelbegabung Burtes, der als Dichter und daneben auch als Maler und Zeichner gestaltet; von seinem bild- künstlerischen Schaffen geben die Reproduktionen nach Gemälden und Federzeichnungen sympathische und überzeugende Proben; hingegen scheint der Dichter des „Wiltfeber" und des kraftvollen preußischen Schauspiels „Katte" in feiner lyrischen Produktion doch wohl überschätzt zu werden. Der beigegebene Derlagsprospekt zitiert sehr rühmende Aeußerungen Rilkes über einiges aus dem Band „Ursula", doch vermögen die im vorliegenden Heft abgedruckten, z. T. sehr schwachen Gedichte dieses sicherlich gewichtige Urteil kaum zu rechtfertigen. — Aus dem übrigen Inhalt scheinen besonders lesenswert ein „Blick auf das Theater" von Franz Graeher; ferner Briefs Jacob Burck- hardts; die „Chronik des Films"; und die tultur* kritischen Miszellen aus der Tagespresse. Aus alter Wett. Am Skilfser-Ioch verunglückt. Eine Gruppe deutscher Touristen, die von Prato dello Stelvio aus einen Aufstieg auf den Monte Livrio im Stilfser Ioch (3174 Meter hoch) unternommen hatte, wurde Zeuge eines ungewöhnlichen ' Unglücksfalles. Der Eisenbahninspektor Eugen A u p p e l aus Stuttgart, der zusammen mit dem Münchener Ingenieur Hermann Huber vorausgegangen war, fand während des Aufstiegs einÄrtilleriegefchoß. Er wollte es aufheben und in eine Schlucht schleudern, als das Geschoß explodierte. Ein Splitter drang Huber in die Brust. Auf die Detonation hin eilte der übrige Teil der Gesellschaft herbei und fand Huber in feinem Blut liegen, während Aup- pel die Besinnung verloren hatte. Auf einer notdürftig hergerichteten Tragbahre wurde Huber talwärts gebracht und in das Krankenhaus von Mals im oberen Dintschgau eingeliefert, wo die Aerzte feststeUten, daß Huber die Lunge durchschlagen worden war. Er schwebt in Lebensgefahr. • ' Kunst und Wissenschaft. 15 000-Mark-Novellen-Preis. Zur Linderung der Not des deutschen Schrifb tums hat die Monatsschrift „die neue l i n i e" (Beyer-Verlag, Leipzig) einen Preis von 15 000Mk. ausgesetzt. Der Preis soll auf die Dauer von fünf Jahren jährlich in Höhe von 3000 Mark zur Verteilung kommen. Die Ausschreibung erfolgt alljährlich für ein bestimmtes Novellenthema, das für das kommende Jahr noch bekanntgegeben wird. Der Jury gehören an: Dr. Paul Fechter, Berlin; Dr. Alfons Paquet, Frankfurt a. M.; Frau Helene v. Nosti tz, Berlin; Dr. Wilhelm von Scholz, Berlin; Dr. Bruno E. Werner, Berlin. Die näheren Bedingungen wird das Septemberheft der „neuen linie" enthalten. Neuerscheinungen im Propyläen-Verlag. Der Propyläen-Verlag in Berlin gibt jetzt fein Herbstprogramm bekannt. Es enthält il a. die folgenden wichtigen Neuerscheinungen: Propyläen-Weltgeschichte: Das Zeitalter des Absolutismus. Dies ist der 6. Band des neuen großen von Professor Dr. Walter Goetz, Leipzig, herausgegebenen Verlagsunternehmens, in dem zum erstenmal der Versuch gemacht wird, das Weltgeschehen aus dem Blickfeld des20.Jahr- hunderts darzustellen. — Propyläen-Kunstgeschichte: Die Geschichte des Porzellans in Europa. Nach Abschluß seiner 16bänbigen Kunstgeschichte ist der Verlag dazu übergegangen, Teilgebiete der Kunst in Einzeldarstellungen zu behandeln. Der „Baukunst des Möbels", der „Geschichte der graphischen Kunst" folgt dieser vom Direktor des Münchener Residenzmuseums Friedrich Hofmann noch kurz vor feinem Tode vollendete Band, in dem eine Lebensarbeit zu- fammengefaht ist. — Propyläen-Gesamtausgaben: Allen Stürmen der Kriegs- und Nachkriegszeit zum Trotz gelangen mit dem 45. (Register-) Band der große Propyläen- Go ethe, und mit dem 12. Band Turgenjews Werke zum Abschluß. — Propyläen- Romane: „Nippernaht und die Jahreszeiten". Mit diesem Buch wird der estnische Dichter Aug. G a i l i t in Deutschland eingeführt. Der Held des Romans entflieht, den Menschen Hamsuns ähnlich, aufs Land, um in Natur und primitivem Liebeserleben wieder zu gesunden. Unzählige in die Geschichte verwobene Volksmärchen geben ihr eine eigenartige und poetische Farbe. Verantwortlich für Lokales: i. V. H. L. Neuner. Line Bereicherung des Küchenzettels bringt die Maggi-Gesellschaft mit ihren beiden neuen Suppensorten: Rheinische (grüne Erbsen mit Karotten) und Legierte mit Gemüse. Wer Freund einer guten Suppe ist, sollte diese beiden Sorten probieren: Wie alle Magg'i-Suppen schmecken auch sie vorzüglich. 5303D EINE GANZ ÜBERRASCHEND SCHMERZSTILLENDE WIRKUNG 1