Ur. 156 Erstes Blatt 181. Jahrgang Samstag, 13. Juni 1931 6t|d)etnt tflgltd),rmtza Bonntags und Feterlag» Beilagen: Die Illustriert« Stehen« FamilienblLttei Heimat im Bild Die Scholle Olonau« Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchlüfle anterSammelnnmmer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: firar.ffurt am Main 1168«. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen VniS unb Verlag: vrühl'sche Unwersillttr-Vuch- und Stetn^rudcrel H. Lange tv Stehen. Zchriftlettvng unb SeschSstrftelle: Zchulftrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrift 20% mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange, verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyrioi; für den übrigen Teil Ernst vlumschein und für den Anzeigenteil Max Fitter, fämtlich in Gießen. Tribut - Revision - Abrüstung. Don Dr. Paul Rohrbach Man wird über Chequers nicht richtig erteilen, wenn man nicht bedenkt, daß die erste Anregung dazu aus amerikanischen Kreisen kam. denen daran lag, der Wirtschaftsdepression in den Bereinigten Staaten auf dem Wege über eine S a • nier^ngdereuropäischenKauskraftzu Hilfe zu kommen. Für Deutschland ist es dabei ein Schaden daß in den Jahren 1924 bis 1930, auch als in Wirklichkeit die Dinge schon sehr schlimm bei uns standen, im Auslande immer noch die Parole galt: Deutschland kann alles! Man stand unter dem Eindruck der „unerhörten" Wiederherstellung der deutschen Wahrung und Wirtschaft, der politischen Ordnung, des äußeren deutschen Bildes, der Erfindungen, leider auch des Wohllebens gewisser deutscher Kreise, und man sagte: So etwas ist noch nicht gewesen, die Deutschen sind das leistungsfähigste Bolk der Welt! Wir wissen seht, daß unsere nationale Leistungsfähigkeit viel zu diesem Bilde beigetragen bat, daß aber der Zufluß von geborgtem Geld aus dem 21 u s (a n b e stark mitroirtte. Nachdenkliche Leute sagten vom Anfang an: Man kann keinen großen Krieg verlieren und danach beschließen, roe- niger pro Tag zu arbeiten, besser zu leben und größere Lebenssicherungen zu beanspruchen. Jetzt, wo uns die Weltkrise überfallen hat, wo kein Auslandgeld mehr zu uns hereinfließt, und wo wir uns ernstlich daran haben machen müssen (zum erstenmal!), die ungeheure Tributläst nicht mit geborgtem Selbe zu bezahlen, fonbern sie aus eigener Kraft aufzubringen, sehen wir unser wirkliches Gesicht. W i r sehen es, aber bie anbern wollen noch wenig daran glauben. Wenn sie daran glauben, wenn ihnen zum Bewußtsein kommen wird, daß Deutschland wirklich am Ende seiner Kräfte, von Zerrüttung bedroht ist, dann werden sie sich besinnen — nicht so sehr uns zu Helsen, als Gefahren abzuwendcn, die auch auf sie übergreifen können. Ursprünglich lag also einflußreichen amerikanischen Wirtscbastsmagnaten daran, eine Aussprache zwischen englischen und deutschenSkaatslenkern herbeizusühren. Jeder Politiker weiß, wo die Widerstände sitzen die überwunden werden müssen. Der eine Widerstand sitzt in Frankreich. Die Franzosen sind in erster Linie politisch gegen Deutschland interessiert. Sie wollen die deutschen Tribute, von denen ein großer Teil bei ihnen verbleibt, und sie wollen die deutsche Schwäche. Frankreich hat durch die Friedensdiktate eine absolut vorherrschende Stellung in Europa erlangt. Diese will es behaupten, und dazu dient seine eigene Rüstung, bient ihm die Rüstung seiner osteuropäischen Trabanten, dient ihm bas deutsche Geld. Der zweite Widerstand liegt in Amerika. Auch bie amerikanische Wirtschaft liegt schwer in der Krisis, die Steuereingänge haben sich stark vermin- bert, im Staatshaushalt klafft ein Defizit, unb wenn in dieser Situation die europäischen Schuldenzab- lungen gestrichen ober vermindert werden sollen, so bedeutet das mehr Steuern für den amerikanischen Bürger. Der zahlt zwar viel weniger als jeder Europäer an seinen Staat entrichtet, aber trotz- dem: Steuerhöhung ist in USA. soviel wie moralischer Regierungs- unb Parteibankrott. Also auf bie Art geht es nicht. Die Aussprache von Chequers sollte Eng- lanb bahin bringen, baß es den Ernst der Lage in Deutschland begriff und daraufhin mit in die von den Amerikanern gewünschte Sanierungsfront ein- rüdte. Sanierung im deutschen Sinne heißt: Stundung und Herabsetzung der Tribute. Sanierung im amerikanischen Sinn heißt: Wiederherstellung der europäischen Kaufkraft. Daß dies nicht möglich ist, wenn die in der Hauptsache von Deutschland getragenen europäischen Schuldenzahlungen an Amerika fortbauern sollen, das sehen zwar amerifa« niiche Wirtschaftsführer ein, aber die Konsequenz daraus zu ziehen, verbieten ihnen amerikanische innerpvlitische Rücksichten. Es gibt aber einen Um- tpeg, auf dem auch eine amerikanische Regierung dahin gebracht werden könnte, der Schuldenherabsetzung näherzutreten, wenn nämlich in Europa eine gründliche Abrüstung zustande käme. Dann würde soviel unproduktiv verwendetes europäisches Geld für den Wirtschaftsverkehr frei werden, daß Amerika davon erstens den großen Profit, zweitens die moralische Genugtuung hätte, "daß es der Welt den wahren Frieden wiedergegeben hat — vorausgesetzt, daß die Abrüstung ihm zu „verdanken" ist. Die amtlichen Mitteilungen über Chequers besagen soviel, wie daß England bereit wäre, sich an einer internationalen Verhandlung über bie Tributrevision zu beteiligen. Warum die Ausdrucksweise hierüber so zurückhaltend ist, begreift man sofort, wenn man sich überlegt, was bie Englänber bei sich benfen. Sie denken erstens, daß, wenn Deutschland einen Nachlaß bekommt und Amerika auf seiner Zahlungsforderung besteht, sie, die Engländer, erhöhte Leistungen aufbringen müssen. Zweitens denken sie, daß, sobald sie etwa daran gingen, auf Frankreich zu drücken, die Franzosen mit unangenehmen Gegenforderungen kommen werden, zum mindesten mit der Forderung, daß Deutschland für eine möglichst geringe finanzielle Erleichterung einen möglichst hohen p o I it i - schen Preis zahlen soll. Ein solches Geschäft aber kann keine deutsche Regierung der Nation zumuten. Die Stimmen, die jetzt nach Chequers aus Amerika herüberklingen, sind vollkommen deutlich. Einige davon zeigen Verständnis dafür, daß Deutschland am Ende seiner Kräfte ist, und daß es gefährlich wäre, seinen Verfall noch weiter fortschreiten zu lassen; alle aber sind einig in dem Ruf: Ab r ü st u n g, S a n i e- rung durch Abrüstung! Der wirkliche Schlüssel der Lage liegt also, nach wie vor in Amerik a. Das einzige Mittel, durch das Deutschland die Entwicklung einen entscheidenden Schritt vorwärts Atempause im Kampfe um die Reichstags-Einberufung. Oer Reichskanzler vom Reichspräsidenten zurückgekehrt. Berlin, 12.3uni. (ERB.) 3n Berliner politischen Kreisen erörtert man naturgemäß fortgesetzt die innerpolitische Entwicklung. Dabei interessiert man sich besonders auch für die Frage, welche Entscheidung die Landvolkpartei treffen wird. Die „Deutsche Tageszeitung", die dem Landvolk am nächsten steht, berichtet heute abend, diese Fraktion werde sich voraussichtlich ähnlich entscheiden wie die Deutsche Boltspartei, und so fei bie (Einberufung des Reichstages so gut wie gewiß. 3n Kreisen, bie bet Reichsregierung nahestehen, hält man es dagegen noch keineswegs für sicher, daß sich am Dienstag im Aelteslenrat eine Mehrheit für bie Parlamentseinberufung ergibt. Man hofft immer noch, baß für bie Deutsche Boltspartei sich doch noch die Möglichkeit findet, auf bie (Einberufung zu verzichten. Die Fraktion tritt am Montag erneut zusammen, um sich mit dem fachlichen Inhalt ber Rotverordnung zu beschäftigen. (Es liegt nahe, bah man sich bei biefer Gelegenheit auch noch einmal über bie grunb- sähliche Einstellung zur Reichstagseinberufung unterhält, zumal bie gestrige Mehrheit für bie (Einberufung nur zwei Stimmen betrug; von den 28 anwesenben Abgeorbneten hatten 15 für bie (Einberufung und 13 bagegen gestimmt. Rach anberslautenben Darstellungen hat übrigens Dr. (E u r t i u s nicht vorher bie Beratungen verlassen, sonbern sich nicht an ber Abstimmung beteiligt. Die weitere Entwicklung wirb wesentlich von ber Besprechung bestimmt werben, bie heute abenb in Reubeck zwischen bem Reichspräsibenten, bem Reichskanzler unb Staatssekretär Meißner stattfinbet. wenn man baoon spricht, baß ber Kanzler eventuell Bollmachten z. B. zur Auslösung bes Reichstages mitbringen würbe, so hanbclt es sich nur um Bermutungen, benen sehr starke Zweifel entgegengesetzt werben. Eher wäre es nach Auffassung unterrichteter Kreise möglich, bah noch Bemühungen zu einer sachlichen Bet- flänbigung zwischen bem Kanzler unb ber Deutschen Boltspartei einsehen, wie ja auch noch mit ben Sozialbemokraten verhanbelt werben muh. Die enbgültige Entscheidung fällt erst am Dienstag in ber Sitzung bes Aeltestenrates. Brüning bei Hindenburg. Reudeck, 12. Juni. (WTB.) Der Herr Reichspräsident empfing heute nachmittag den Reichskanzler Dr.Brüning zum Dortrag über die Reise nach Chequers und zu einer Besprechung über die innenpolitische Lage. Meder in Berlin. Berlin, 13. Juni. (CRB. Funkspruch.) Reichskanzler Dr. B r ü n i n g ist heute früh von seinem Besuch beim Reichspräsidenten in Reudeck wieder in Berlin cingetroffen. Einstimmiges Vertrauensvotum für Oingeldey. Tagung des Rcichsaushchunes der TBP. Berlin, 12. Juni. (CNB.) Im Reichstaa trat heute der Reichsausschuß der Deutschen V o 1 k s p o r t e i zusammen. Es waren fast sämtliche Mitglieder des Reichsausschusses erschienen, alle Wahlkreise waren vertreten. Der Parteiführer Abg. D i n g e l d e i) erstattete einen einleitenden Bericht über die politische Lage, wie sie seit dem Erlaß der bringen kann, ist eine autonome Erklärung des Inhalts: Die Voraussetzungen, unter denen wir den Youngplan unterzeichneten, haben sich teils verändert teils sind sie von der Gegenseite nicht erfüllt, und' daher steht uns das Recht zu, die Tri- butZahlung ganz oder zum größten Teil etn-- zuste 11 en. Daß ein Risiko dabei ist, liegt auf der Hand, aber das Risiko ist nicht größer, als das weitere Fortschreiten der wirtschaftlichen (und politischen!) Krise bei uns, und wir bringen die Gegen- feite dahin, daß sie aus dem Stadium der Unver- binbliqjfeiten und der versteckten Zurückhaltung ber- austreten muß. Frankreich wird sich dann als das großeHindernis vor der Welt offenbaren. Solange wir aber zahlen, spielen wir sein Spiel, indem wir ihm den eigentlichen amerikanischen Druck ersparen. Wenn Chequers eine Etappe auf dem Wege dorthin war, so ist es gut; wo nicht, so müssen wir seinen Wert skeptisch beurteilen. Der preußische Landtag gegen Lockerung des Tarifrechts. Berlin, 12. Juni. (TH.) Der Preußische Landtag beschäftigte sich heute mit den Rn- trägen der Deutschnationalen und der Wirtschaftspartei, in denen eine Einwirkung auf die Reichsregierung gefordert wurde, daß das b e - stehende Tarifrecht den Rotwendigkeiten des Wirtschaftslebens angepaht und e l a st i - Notverordnungen sich gestaltet hat. Der Vortrag des Parteiführers wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. Die folgende Entschließung sand einstimmige Annahme: „Der Reichsausschuß stehl in Geschlossenheit hinter bem Parteiführer unb hat zu seiner Führung volles Berlrauen." In einer eingehenden Aussprache wurde zu den Einzelfragen Stellung genommen und über die Auffassung der Parteiorganisationen berichtet. Es beteiligten sich daran die Herren Reichsminister Dr. Curtius, Dr. Becker - Kassel, Dr. Sch n e 11 • Halle, Dr. Zehle - Magdeburg, Abg.. v. Kar- dorff, Iochmus- Bielefeld, Dieckmann- Dresden, fi u b t e r • Duisburg, Abg. Dr. Kalle, Dr. Rode- Klein-Flottbeck, Einbeck - Lüdenscheid, Sauerborn - Koblenz, Stettiner • Königsberg. Der Parteiführer Abg. D i n g e l b e tj schloß die Tagung mit dem Ausdruck der Genugtuung darüber, daß die Partei als einheitlicher Körper den politischen Aufgaben entgegensieht im Vertrauen darauf, daß sie mit ihrer Arbeit der Zukunft des Vaterlandes am besten dienen werde. Die OVp. begründet ihren Beschluß. Berlin, 12. Juni. (TU.) Gegenüber mancherlei irreführenden Kommentaren zu dem Beschluß der Reichstagsfraktion der DBP., im Acltestenrat für eine Einberufung des Reichstages zu stimmen, verlautet aus führenden Kreisen der Deutschen Dolkspartci, daß der wirkliche Sinn dieses Beschlusses nichts anderes sei, als die Autorität des Reichskanzlers, die nicht nur durch die Rotverordnung, sondern auch durch das Dersagen einzelner Persönlichkeiten des Kabinetts gelitten habe, wiederherzusteilen. Die bevorstehenden Aufgaben der inneren Gesundung, besonders die nunmehr aufgerollte Tribut- reVision, seien so schwierig, daß sie mit Aussicht auf Erfolg nur dann durchgeführt werden könnten, wenn der Glaube an den unbeugsamen Willen der Regierung aus dem von ihr als richtig erkannten Wege fortzuschrei- ten, immer weitere Kreise erfasse. Daß die DBp. irgendwelcher Katastrophen- polltit Borschub leiste, sei ein völlig absurder Was die englischen Beobachter sagen. bank keine Anstrengungen spare, um selbst auf Kosten einer beträchtlichen Verminderung des Goldbestandes die Stabilität der Währung aufrechtzuerhalten. London, 13. Juni. (ERB. Funkspruch.) Die Lage inDeutschland und ihre weitere Entwicklung wird von der englischen Presse mit Aufmerksamkeit verfolgt. In den Berichten der Berliner Korrespondenten wird zwar kein Hehl daraus gemacht, daß die Derhalt- nisse schwierig sind, insbesondere wird das Zunehmen der Strahentumulte stark beachtet. Trotzdem werden die Dinge nur registriert und keineswegs sensationell aufgebauscht. Im allgemeinen ist die Beurteilung objektiver und ruhiger, als in manchen deutschen Organen. Im „5> a i l i) Herald" finden die in Deutschland umgehenden Gerüchte über Diffahirplänc, die von der Schwerindustrie ausgehen und die Riederwerfung der Gewerkschaften zum Ziele haben sollen, viel Beachtung. „DailyTelegraph" beschäftigt sich mit dem Dorstoß der Deutschen Volkspartei. Er rechnet nicht damit, daß die Partei an ihrem Entschluß, die Einberufung des Reichstages zu verlangen, festhalten wird. Der „Times"- Korrespondent schreibt, die politischen Schwierigkeiten seien zuzugeben. Cs sei die übliche Krisis, die durch bie; eiben Parteien und in derselben Art wie früher verursacht worden sei. Wenn sie auch angesichts der allgemeinen Lage außergewöhnlich ernst sei, so dürfte sie doch in der üblichen Weise gelöst werden. Des Kanzlers Festigkeit werde allgemein als das richtige Mittel angesehen, um mit der Situation fertig zu werben. Es handele sich im Augenblick um einen Versuch, die chaotische Diktatur von Parteicliquen wieder herzustellen, von der Brüning die Regierung habe befreien wollen. Ein einmaliges Nachgeben des Kanzlers werde wahrscheinlich die Autorität, die er aufgebaut habe, wieder zunichte machen. Schon früher habe üorigens die DDP. im letzten Augenblick nachgegeben. „Financial News" stellt fest, daß die finanzielle Lage Deutschlands gestern in der Londoner City das Hauptgesprächsthema gebildet habe. Das Blatt registriert auch die Tatsache, daß die in Berlin in Umlauf gesetzten Gerüchte über einen angeblichen Rücktritt der Regierung Brüning Kurseinbußen der deutschen Anleihen in London herbeigeführt hätten. Es sei offensichtlich, so schreibt das Blatt weiter, daß die Reichs- Biel hänge davon ab, ob während der nächsten zwei oder drei Wochen eine wirkliche Besserung der politischen Situation eintrete. was die innere Lage anlange, so bestehe kein Grund zur Besorgnis. Für den Fall, bah ber gegenwärtige Zustanb ber Unsicherheit andauern sollte, rechnet bas Blatt jeboch damit, daß der Abfluß von Kapital und die Berminberang der ausländischen Kredite ihren Fortgang nähmen. Es stellt zum Schluß fest, daß letztenendes die Lösung bes Reparationsproblems über alles entscheiden werde. »Financial Times" warnt in einem Leitartikel davor, die deutschen Finanzschwierigkeiten aufzubauschen. Es lasse sich wieder einmal erkennen, daß das Reparationsproblem solange nicht erledigt ist, bis es nicht gelinge, bie internationale Aktion in biefer Angelegenheit mit ber Regelung ber Kriegsfchulben unb ber wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands und ber übrigen Rationen in ein vernünftiges Gleichgewicht zu bringen. Man tue Deutfchlanb Unrecht, wenn man erkläre, es steuere vorsätzlich auf eine Richterfüllung bes Houngplanes hin. Für diese Annahme lasse sich kein Beweis- material vorbringen. Aus den letzten Rach- richten gehe hervor, daß das deutsche Kabinett sich noch zu keinem endgültigen Schritt in der Reparatiousfrage entschlossen habe. Vorläufig sei die Position der Reichsbank nicht schwach. Sie habe die jüngsten Devisenschwierigkeiten gut behandelt. Es sei klar, daß London und andere Finanzzentren jede Unter ft ü^ung, die sich in Zukunft als notwendig Herausstellen sollte, gewähren werden. England habe Kredite in nennenswertem Umfange nicht zurückgezogen. Frankreich anscheinend auch nicht. Allerdings könne dasselbe nicht von den USA. behauptet werden. Das sei die Strafe dafür, daß man sich auf die Mittel eines Landes verlassen habe, welches in der Tradition der Kreditgewährung an das Ausland nicht geschult sei. scher gestaltet werde. In Zeiten wirtschaftlichen Tiefstandes sollten bie Ta - rifverträge zum Zwecke der Erhaltung von Betrieben und der Weiterbeschäftigung der Angestellten und Arbeiter für eine bestimmte Zeit außer Kraft gesetzt werden können, falls zwischen dem Arbeitgeber und der Mehrheit der Arbeitnehmerschaft eines Betriebes eine Vereinbarung über eine anderweitige Regelung der Arbeitsbedingungen nicht zustandegekommen ist. Rach längerer Aussprache wurden diese Anträge mit den Stimmen des Zentrums und der Linken abgelehnt. Oie Ausbildungsreise der deutschen Flotte. Berlin, 12. Juni. (WTB.) Am 15. Juni tritt, wie bereits gemeldet, die Flotte eine Ausbildungsreise an, in deren Verlauf einige norwegische Häfen unb Aorde besucht werden. Die Reise, an der die Linienschiffe ^Schleswig- Holstein", »Hannover", »Schlesien", »Hessen", sowie die Kreuzer »Königsberg" und »Köln", die erste und zweite Torpedobootsflottille, die erste Minensuchhalbflottille und ber Flottentender »Hela" teilnehmen, dient in erster Linie der w e i - teren Ausbildung im Verbände. Reben artilleristischen Hebungen soll ba£ Ravi- gieren und Fahren in schwierigsten Gewässern geübt werden. In Rorwegen werden Bergen, sowie der Songne-, Hardanger-, Rord-, Rams- dals- und Starsjord angelaufen. Auf der Rückreise wird die zweite Torpedobootshalbflottille die auf der schwedischen Insel Stensholm liegenden Gräber von einigen in der Seeschlacht vor dem Skagerrak gefallenen Marineangehörigen besuchen. Hnter diesen Gröbern befindet sich auch das Grab von G o r ch Fock, der auf dem Kreuzer »Wiesbaden" in der Skagerrakschlacht den Tod fand. Rach Abschluß der gemeinsamen Hebungen werden die deutschen Seestreitkräfte am 3. bzw. 4. Juli in ihrem Heimathafen eintreffen. Englische Beklemmungen über die russische Lustpolitik. London, 12. Juni. (WTB.) In der »D a ilh Mail" erklärt der diplomatische Korrespondent des Blattes, daß die Luftfahrtpolitik der Sowjetunion Europa ernstlich beunruhige und eine Regierung des Kontinents bereits eine Denkschrift darüber Dorbereite, die den anderen Regierungen unterbreitet werden solle. Der Korrespondent behauptet, daß in der Sowjetunion jährlich 30 000bis50 000 Piloten und Flugzeugmechaniker ausgebildet würden, was ein bezeichnendes Licht auf die russische Luft- fahrtpvlitik werfe. Belgiens neuer Kurs zur Beruhigung betrachtet. ment Oer neue Präsident des französischen Senats die größte amerikanische Notenbank, die Federal Reserve Bank of New Bork, heute den A n kauf von Markdevisen vorgenommen. Dies wird in unterrichteten Kreisen als ein wesentliches Mo- Frankreichs gesegelt. Frankreich hat darauf gedrückt, daß der belgische Derteidigungsgürtel mit einem Kostenaufwand von Hunderten von Millionen weiter ausgebaut wurde, um eine ständige Flankenbedrohung Deutschlands darzustellen. Verzichtet Belgien jetzt auf diese schwere Rüstung, dann verliert es als Bundesgenosse für Frankreich einen Teil seines Wertes, dann gewinnt es aber gleichzeitig auch die Möglichkeit, sich 'außenpolitisch ganz anders zu orientieren, wie es den Wünschen der Blamen entspricht, die sich aus den französischen Fesseln befreien und Annäherung bei Holland auch auf wirtschaftspolitischem Gebiete suchen wollen. Die Stimmung im Lande ist dem französischen Kurs nicht mehr günstig, es -besteht kein Zweifel, daß Neuwahlen eine starke Verschiebung im Parlament zugunsten der Vlamen bringen würden. Das ist auch der Grund, weshalb die Regie« rungspac^een um jedrü Pr.is eine Auslö sung vermeiden wollen. Das ist der stärkste Anker, an den sich das Kabinett Renkin klammern tarnt. Ob er aber hältl Heute und morgen vielleicht, auf lange indessen nicht mehr, dann sind Neuwahlen doch unvermeidlich, und damit beginnt für Belgien eine Zeit der Neuorientierung, die gerade wegen der besonderen Stellung zu Frankreich eine europäische Umschichtung bringen tarnt, die in ihrer Bedeutung weit größer sein würde, als es dem territorialen Einfluß Belgiens eigentlich entspricht. Und deshalb ist Deutschland an der weiteren Entwicklung der belgischen inneren Politik auch maßgebend interessiert. nung bringen werde, und daß bei dieser Gelegenheit erörtert wurde, welche Ersparnisse für die Zechen erzielt werden würden und für eine Preissenkung verwendet werden könnten. Der Bergbau hat aber zum Ausdruck gebracht und begründet, daß er denPlan derRegierungfürver- fehlt £wlt. Deshalb kann man von einer Verhandlung mit dem Bergbau über eine Preissenkung nicht sprechen. Dieser kann seine Hand zu einem Vorhaben der Regierung, das er für schädlich hält, nicht bieten. Hitler über die Tributrevision. München, 13. Juni. (TU. Funkspruch.) Auf einer Kundgebung der NSDAP, im Zirkus Krone sprach gestern abend Adolf Hitler. Er erklärte u. a., es sei widersinnig, wenn man er st die deutschen Finanzen f a- nieren und dann eine Revision der Tributverpflichtungen anstreben wolle. Das Ausland werde stets darauf Hinweisen, daß ein Volk, das Milliarden neuer Steuern aufbringen könne, auch zur Zahlung der Kriegslasten fähig sei. Man saniere in Deutschland die Finanzen, richte aber das Volk zugrunde. Man solle umgekehrt er st das deutsche Volk sanieren und es zurückführen zu den Grundsätzen, die es groß machten. Line Revision des Trlbulplanes werde nie aus wirtschaftlichen Gründen, sondern nur aus politischen Gesichtspunkten heraus erfolgen. Senator Lebrun, ein Vertrauter Poincarös, wurde an Stelle des jetzigen Staatspräsidenten Doumer zum Präsidenten des französischen Senats gewählt. Revirement in der französischen Diplomatie. Paris, 12. Juni. (WTB.) Heute vormittag fand der letzte Ministerrat unter dem VorsiH des Präsidenten der Republik Doumergue statt. Auf Vorschlag des Außenministers B r i a n d wurde der französische Botschafter in Madrid, (Sorbin, zum französischen Botschafter; in Brüssel ernannt. Der derzeitige französisch« Botschafter in Brüssel, Perettide LaRocca^ tritt in den Ruhestand. Der französische Botschafter in Moskau, Herbette. ist zum französischen Botschafter in Madrid ernannt worden. Am Schluß des Ministerrates hat Ministerpräsident Laval int Namen der Regierung dem Präsidenten der Republik den Dank Frankreichs ausgesprochen. Gaston Doumergue bedankte sich seinerseits für die Mitarbeit der Regierungsmitglieder und betonte sein Vertrauen in das Geschick Frankreichs. Diplomatericmpfang bei Doumergue. Paris, 12. Juni. (WTB.) Der Präsident der Republik hat heute vormittag im Elysöe den A b sch i e d s em p f a n g des diplomatischen Korps entgegengenommen. Die Frage heiße nicht: „Könnt Ihr zahlen?" sondern: „Was ist mehr wert, Euer Geld oder Euere Kraft als Verbündete?" Der Nationalsozialismus marschiere in rasendem Tempo seinem Siege entgegen. Die Verfassung werde ihn bis zum Siege geleiten. Am Tage des Sieges aber werde das deutsche Volk eine neue Notverordnung erhalten, die es in die Lage versehe, nach London und Rom zu gehen, um zu erklären: „Wir zahlen nicht mehr, denn das Deutschland von heute ist nicht mehr das Deutschland von gestern. Ein neues Deutschland ist auferstanden. Die Not hat und wieder zur Ordnung gebracht und in ihr liegt die Kraft und Macht und unser Brot." Erhöhung des Reichsbankdiskonts? Berlin, 12. Juni. (CNB.) Der Z e n - tralausschuh der Reichsbant ist für morgen 12 Uhr zu einer Sitzung einberufen worden. Wie man in Bankkreisen vermutet, soll es sich um die Frage einer Diskonterhöh ung handeln, über deren Ausmaß aber noch nichts bekannt ist. Voraussichtlich will man die Entwicklung des morgigen Tages abwarten. Neuyork kaust Marldevisen. N e u h v r k, 12. Juni. (CNB.) Die Reichs- banf hat gestern rund 8,8 MillionenDvl- lar Gold aus ihrem Neuhorker Depot verkauft. Zur Erleichterung der Situation hat Gin Verkehrsflugzeug abgestürzt Bier Tote. Saarbrücken, 13. Juni. WTV. Eigene Drahtmeldg.) Das Flugzeug D 1455 Saarbrücken — 6 öln, das heute früh um 7.50 Uhr abfliegen sollte, hatte eine Verspätung bis 8.30 Uhr. Ls ist dann aus einer höhe von 10 0 Meter über der alten Arlilleriekaserne brennend abgestürzt und fiel in der Röhe des Kriegerdenkmals auf die Erde. Ls find v i e r T o l e zu verzeichnen, der Flugzeugführer, der vordmonteur und zwei Passagiere. Oie Namen der Opfer. Saarbrücken, 13.Juni. (TU. Eigene Draht- Meldung.) Bei dem Flugzeugunglück sind die Fahr- gäste Fromm und W e i g e l der erste Flugzeug- ührer W e i ch a r d und der Flugzeugmaschinisten- unkmeister Kampfmeier bei dem verbrannten Flugzeug getötet worden. Bei dem verbrannten Flugzeug handelt es sich um eine Dornier-Merkur- Maschine. Immer noch Gtraßentunmlte Oie Polizei beherrscht überall die Lage. Aus Brüssel wird uns von unserem ständigen Mitarbeiter geschrieben: Das Kabinett Renkin, das nach langen Schwierigkeiten als Ersatz für die unter dramatischen Umständen gestürzte Regierung I a s p a r schließlich gebildet worden ist, hat sich gestern der Kammer vorgestellt: mit einer kleinen Sensation: Allen Bemühungen der Blamen zum Trotz war die Regie- rnngssprache bisher nur französisch: der neue Ministerpräsident hat mit dieser Tradition gebrochen und seine Regierungserklärung in französischer, wie in v l a m i s ch e r Sprache vorgetragen, hat also dem Vlamischen die Gleichberechtigung zuerkannt und damit den Sprachenstreil um einen ent- scheidenden Schritt vorwärts gebracht. Das ist aber auch das einzig politisch Bedeutsame dieser Antrittsverlesung. Im übrigen hat sich das Kabinett auf Allgemeinheiten beschränkt und sich vorsichtig um die Schwierigkeiten herummanövriert, aus denen die letzte Krise entstanden war. Ja s p a r war gegangen, weil eine Verständigung über die Rüstungskredite nicht zu erzielen war. Sein Nachfolger begnügt sich damit, anzukündigen, daß er für d i e Landesverteidigung die notwendigen Kredite bewilligen werde. Damit ist alles, oder auch nichts gesagt. Deshalb ist es im Augenblick auch noch zweifelhaft, ob sich in der Kammer beim Abschluß der Aussprache, die für die nächste Woche zu erwarten ist, überhaupt eine Mehrheit zusammenfindet, die ein verwässertes Vertrauensvotum trägt. m Es handelt sich ja in Belgiern un Grunde schon um eine Staatskrise, die in der Frage der Rüstungskredite nur ihren sichtbaren Ausdruck findet: 'Belgien ist bisher im Fahrwasser Darmstadt. D a r m st a d t, 12. Juni. (WSN.) Im Anschluß an eine erlaubte Kundgebung des Kommunistischen Kampsbundes gegen den Faschismus, zu der sich etwa 150 Personen auf der Insel eingefunden hatten, versuchten heute abend die Beteiligten einen Demonstrationszug zu bilden. CBeim Anrücken der Polizei liefen sie auseinander, versuchten aber in den Nebenstraßen sich erneut zu formieren. Die Polizei war wegen des Widerstandes der Demonstranten gezwungen, vom Gummiknüppel Gebrauch zu machen. In dem Kleiderhaus von Hoß wurden die Schaufensterscheiben eingeschlagen und drei Mäntel gelt ob leit, während vor dem Gasthaus „Zur Krone' ein La st kraftwagenumgeworfen wurde. Die Polizei, die sofort energisch einschritt, wurde mit Steinen beworfen, konnte aber schließlich die Ruhe wiederhersteUen und drei Ruhestörer fest nehmen. verbot einer kommunistischen Tageszeitung. Koblenz, 12. Juni. (WTB.) Der Ober- Präsident der Rheinprovinz hat die in Koblenz erscheinende kommunistische Tageszeitung „Sozialistische Republik" wegen Aufhetzung zu Gewalttätigkeiten anläßlich des für den 7. Juni in Siegburg geplanten „Deutschen Tags" und Aufforderung zum Ungehorsam gegen bestehende Gesetze auf die Dauer von vier Wochen verboten. Wuppertal. Wuppertal, 12. Juni. (WTB.) In einigen Straßen hatten sich gestern abend wieder große Ansammlungen gebildet. Auf der Parade- straße wurden einige Straßenlaternen zertrümmert, das Pflaster in der ganzen Strahenbreitei auf etwa 50 Zentimeter aufgerissen und die Steine aufgetürmt. Mehrere Male muhte Polizei die Straßen säubern. Eine Anzahl Personen wurde zwangsgestellt, aber nach Feststellung der Personalien wieder entlassen. Köln. Köln, 12. Juni. (WTB.) Heute nachmittag versuchten in der Buchheimer Straße in Köln- Mülheim mehrere hundert Demonstranten, die sich überwiegend aus Kommunisten zusammenseh- ten, einen Zug zu bilden. Als. mehrere Polizeibeamte sich dem Zug entgegehftellten und die Demonstranten zum Auseinandergehen aufforderten, leisteten sie tätlichen Widerstand. II. a. wurde aus der Menge auf die Polizei- beamten geschossen. Die Beamten erwiderten darauf das Feuer, wobei ein Demonstrant einen Beinschuß erhielt. Ein Polizei- Hauptmann, der von den Demonstranten angegriffen wurde, erhielt einen Messerstich. Herbeigerufene weitere Polizeimannschaften lösten den Zug auf und nahmen mehrere Personen fest. Wettervoraussage. Der im Westen eingesetzte Barometeranstieg hat zur weiteren Kräftigung des hohen Druckes geführt, so daß von Deutschland das Gebiet westlich der Elbe bereits im Hochdruckbereich liegt.^Jm Grenzgebiet der nach Finnland abziehenden Störung und dem neuen Hoch fließt kühlere Luft abwärts, welche auch bei uns leichten Temperaturrückgang bewirkt. Die Wetterlage wird vorerst durch den hohen Druck beherrscht, wenn auch mit dem Wechsel der Luftzufuhr etwas Wolkenbildung auftritt. Die Schwüle der beiden letzten Tage wird dadurch ebenfalls beseitigt und die Temperaturen nehmen der Jahreszeit entsprechende Werte an. Aussichten für Sonntag: Bewölkt mit Aufheiterung, trocken, warm, jedoch nicht schwül. Aussichten für Montag: Außer Temperaturanstieg wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 12. Juni: mittags 26,3 Grad Celsius, abends 19 Grad: am 13. Juni: morgens 19 Grad. Maximum 27 Grad, Minimum 16 Grad. — Erdtemperaturen In 10 cm Tiefe am 12. Juni: abends 23,6 Grad; am 13. Juni: morgens 18,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5% Stunden. Oie Bundessührer des Stahlhelm verurteilt. Berlin, 11. Juni. (CNB.) Dor dem Schöffengericht Berlin-Mitte sand heute der Prozeß gegen die beiden Bundessührer des „Stahlhelms". S e l d t e und Duesterberg, sowie gegen den Hcruptschriftleiter des Bundesorgans, K l e l n a u , statt. Die Anklage stützte sich auf den Inhalt eines Aufrufs, der von den Genannten im Anschluß an die Einbringung des Stahlh^m-Dolks- begehrens erlassen wurde und in dem von „denn undeutschen Zwischenreich des bismarckfeindlichen Marxismus" die Rede war. Die Verteidigung hatte den Wahrheitsbeweis für die in dem Aufruf enthaltene Behauptung angeboten und dafür die Ladung einer großen Anzahl prominenter Zeugen beantragt. Das Gericht hat jedoch die Ladung von Zeugen abgelehnt. Oberstaatsanwalt Kehler beantragte gegen Seldte und Duesterberg wegen Verächtlichmachung der Republik aus tz 5 Ziffer I des Republikschuhgesehes an Stelle einer an sich verwirkten Strafe von zwei Monaten Gefängnis je 800 Mark Geldstrafe, gegen Redakteur Kle in au an Stelle von einem Monat Gefängnis 40 0 Mark Geldstrafe. Das Schöffengericht folgte dem Anträge: nur für Kl. wurde die Geldstrafe auf 300 Mark im Urteil herabgesetzt. In Köln-Mülheim kam es in den Abendstunden wiederum zu Zusammenstößen. Die Demonstranten versuchten eine Straße aufzureihen, wurden jedoch von zwei lleberfcrllkommandos daran gehindert. Am Abend sind insgesamt 2 3 Personen verhastet worden. Bei ihnen wurden mehrere Schlagringe, sowie Hieb- und Stichwaffen gefunden. Die Polizei hat von Köln aus Verstärkung erhalten und sieht in höchster Alarmbereitschaft. Bremen. Bremen, 12. Juni. (WTB.) Bei dem gemeldeten lieber fall von Kommuni st en auf Polizeibeamte und Nationalsozialisten, der sich in den gestrigen Nachtstunden zutrua, sind, wie sich herausstellt, insgesamt zwölf Polizeibeamte und eine ganzeReihevvnNationalsozialisten v erleh t worden. Zwei Nationalsozialisten erlitten so schwere Verwundungen, daß sie dem Diakonissenhaus zugeführt werden muhten. Dem dort eingelieferten SS. - Führer Kuhlen- k a m p f f ist die Schädeldecke zertrümmert worden. Er schwebt in Lebensgefahr. Die Polizei hat insgesamt neun Kommunisten fest- genommen und diejenigen, die einwandfrei auf frischer Tat ertappt wurden, die Mehrzahl von ihnen, in Haft behalten, um sie dem Untersuchungsrichter zuzuführen. Sie werden sich wegen Landfriedensbruches zu verantworten haben. Die Polizeidirektiion hat jetzt für Bremen-Stadt, Bremen-Land und in Vegesack alle politischen Versammlungen unter freiem Himmel einschlieh- lich aller politischen Umzüge und Propagandafahrten wegen unmittelbarer Gefährdung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bis auf weiteres verboten. Hamburg. Hamburg, 12.Juni. (WTB.) Soweit bisher festgestellt werden konnte, sind bei den gestrigen Zu- sammenstößen sechs Personen, darunter ein Polizeibeamter verletzt. Drei von ihnen mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Schwerverletzten sind ein 16jähriges Mädchen, das auf dem Nachhauseweg aus einem Lichtspielhaus in den Oberschenkel geschossen wurde, ferner ein Demonstrant und der Polizeiwachtmeister. Wie der Polizeibericht dazu mitteilt, muß aus dem Demonstrations. zug heraus auf die Poli^eibeamten geschossen worden sein. Mehrere Demonstranten konnten se st genommen werden. Heute gegen 17 Uhr kam es am Schaarmarkt wie- der zu einem Zusammen st oß zwischen Polizei und Demonstranten. Etwa 500 Kommunisten versuchten zu demonstrieren. Einschreitende P o l i z e wurde beschossen und erwiderte das Feuer. Ein Hafenarbeiter erhielt einen Knieschuß, eine an der Demonstration nicht beteiligte Frau einen Fußschuß, Die Polizei nahm zehn Ver- Haftungen vor. Berlin, 12.Juni. (VDZ.) Die sozialdemokra- tische Reichstagsfraktion stellt fest, daß die neue Notverordnung eine große Anzahl von Bestimmungen enthält, die die werktätigen Massen auf das allerschwerste belasten. Ihre Durchführung würde eine unerträgliche Verschlechterung der Lebenshaltung des werktätigen Volles zur Folge haben. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion war und ist bereit, zur Sicherung der sozialen Einrichtungen und zur llebcrtoinbung der Wirtschaftskrise an der Sanierung der öffentlichen Finanzen mitzuwrrken. Die neue Notverordnung hat aber durch ihre krasse Einseitigkeit, die die unteren^ Volksschichten auf das schwerste belastet, die größte Erregung ausgelöst. Diese Erregung ist um so berechtigter, weil die Notverordnung Eingriffe enthält, die sozial nicht gerecht, unzweckmäßig und nutzlos sind, dabei ungeheuer erbitternd wirken. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion verlangt deshalb eine Aenderung der Notverordnung, die den berechtigten Forderungen der breiten Massen des Volkes entspricht. Die Fraktion hat davon Kenntnis genommen, daß der Fraktionsvorstand Verhandlungen mit der Reichsregierung ausgenommen hat, um eine durchgreifende Aenderung der Notverordnung zu erreichen. Sie wird die Entscheidung über ihre weiteren Schritte von dem Ergebnisdieser Verhandlung en abhängig machen. Deshalb vertagt sich die Fraktion auf Dienstag vormittag 9 Uhr. In der neuen Sitzung wird sie sich entscheiden, ob sie eine . Einberufung des Reichstags verlangen soll. Abg. Breitscheid erläutert. ' Berlin, 13. Juni. (CNB.) Der Vorsitzende . der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Abg. Dr. D r e i t s ch e i d, beschäftigt sich in einem Artikel im „Vorwärts" mit der Stellungnahme der Sozialdemokraten zur Notverordnung. Es lasse sich noch nicht übersehen, so führte er aus, ob die Verhandlungen zu einem günstigen Ergebnis führen werden. Man müsse in dieser Beziehung außerordentlich skeptisch sein. Die Fraktion habe sich die Frage vorzulegen gehabt, was eine Aufhebung der Notverordnung im gegenwärtigen, oder auch in einem späteren Zeitpunkt bedeute. Nach dem dann unvermeidlichen Sturz des Kabinetts Brüning trage die Sozialdemokratie dann nicht mehr die unmittelbare Mitverantwortung für die Lasten. Diese Erwägung könne sehr wohl in den nächsten Tagen zu einer Aenderung der bisherigen Taktik führen. Aber die Lasten selbst würden auf diese Weise nicht verringert werden. Erst wenn sich herausstelle, daß alle Bemühungen vergeblich seien oder daß die Härten, die beseitigt werden könnten, gegenüber denen, die noch blieben, nicht ins Gewicht sielen, sei der Augenblick gekommen, über das Abweichen von der Linie, die die Sozialdemokratie seit dem September v. 3. innegehalten habe, zu diskutieren und zu beschließen. Breitscheid polemisiert dann gegen die Haltung der Deutschen Volkspartei, die den Konflikt wolle, um das industrielle Großkapital zum unbeschränkten Herrscher über die deutschen Geschicke aufschwingen zu köimen, und sagt zum Schluß seiner Ausführungen: Der Regierung und den bürgerlichen Parteien sei mit aller Deutlichkeit gesagt, daß wir unmittelbar vor der Grenze stehen, bis zu der wir gehen können, und daß es daher notwendig ist, den Forderungen, die wir in bezug auf die Notverordnung an sie richten, Entgegenkommen zu zeigen. Wir erwarten, daß namentlich das Zentrum Verständnis für die Bedeutung eines A b - schwenkens der Sozialdemokratie aufbringt. Der Ruhrbergbau gegen Dietrich. Essen, 12. Juni. (END.) In der heutigen Zechenbesiherversammlung wurde folgende Stellungnahme des Rheinisch - Westfälischen Kohlenstzndikates zur neuen Kohlen- preisfenkung feftge'egt: NachPrcsseäußerun- gen soll der Reichsfinanzminister Dietrich in einer Sitzung der Deutschen Staatspartei die Mitteilung gemacht haben, daß mit den Vertretern des Bergbaues über eine Herabsetzung der Kohlenpreise von einer Mark je Tonne verhandelt werde. Richtig ist. daß vor Erlaß der Notverordnung der Ruhrbergbau bariiber unterrichtet wurde, was die Notverord- Gedanke. Rur Besonnenheit könne uns vor- wärtsbringen. Zur Besonnenheit gehöre aber in einer so gefahrvollen Lage, wie heute, auch der Wille, von dem als richttg erkannten Wege sich durch keinerlei Einflüsse abbringen zu lassen. Eine Regierung, die danach handele, könne der vollen Unterstützung der Deutschen Volkspartei gewiß sein. WirischastSparieiler gegen Wirischastsparteiler. Berlin, 13. Juni. (ERB.) Eine größere An- zahl von Vertrauensleuten der Wirt- schäft spar t e i aus Berlin und dem Lande hat, dem „Börsenkurier" zufolge, in einer gestern in Berlin stattgehabten Zusammenkunft einstimmig eine Entschließung angenommen, in der der Beschluß der Vorstands- und Führertagung der Wirtschaftspartei, die Einberufung des Reichstages zu fordern und der Notverordnung Kampf anzusagen, aufs schärfste verurteilt wird. Die Notverordnung berücksichtige bei der Krisensteuer die schwere Lage und die verminderten Einnahmeii des Mittelstandes in jeder Beziehung. Die Führung der Wirtschaftspartei habe mit ihrem verantwortungslosen Beschluß die wahren Mittelst andsi nie ressen aufs schwerste geschädigt. Die Entscheidung der SPD. vertagt. Berlin, 12. Juni. (VDZ.) Heute früh begann im Reichstag die F r a k t io n s s ih u n g der Sozialdemokraten, in der die Mitglieder der Fraktion vollzählig erschienen waren. Einleitend berichtete der Fraktionssuhrer Dr. Br eit scheid über die politische Lage. Die Sitzung endete bald nach 14 Uhx. Die Fraktionsführer wurden zu weiteren Verhandlun- gen mit dem Reichskanzler ermächtigt. Oie offizielle Mitteilung über das Sihungsergebnis. Dahlheim iabgeW »umergue. Präsident der n Elyse« bat »iplvmati- l' ”1 «ÄL nwie gegen den s, Al ein au, jf den Inhalt raten im An» chthckn-Mir» bem vvn „bem >martfieinbli Riederhessischer Katholikentag statt. Am Vormittag wird auf dem Schlohplah ein feierliches Pontifikalamt zelebriert, am frühen Aachmittag findet im Garten des Gesellenhauses eine Festkundgebung der Männer und Iünglinge, und im Anschluß daran eine Festversammlung in den Stadtsälen statt. ** ORT-Bewegung in Gießen. Am Montagabend versammelte sich im Saale des Hotels Schütz eine zahlreiche jüdische Gemeinde unter dem Borsitz von Rabbiner Dr. Sander, der die Zu- Hörer auf die Bedeutung und den Zweck der Zu- fammentünfte hinwies. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Generalsekretärs der ORT» Bewegung, M. Traub (Berlin) über „Das Wesen und Wollen der ORT". (ORT bedeutet die russische Abkürzung für eine „Vereinigung zur Arbeitsförderung".) Der Redner umriß zunächst die Lage der jüdischen Bevölkerung im Osten, schilderte insbesondere die ßaae der Juden in Rußland, die als „Deklassierte" schwer um ihre Existenz zu ringen hätten. Er ging weiter ein auf die Entwicklungsgeschichte der Juden zu Händlern und verwies auf die Schuld der Menschen im Mittelalter die es den Juden unmöglich gemacht hätten, ein Handwerk zu erlernen. Aus der pwvinzialhaupistadt. Gießen, den 13.3uni 1931. Lichtseiten des Lebens. Es ist nötig, daß sich in der heutigen Zeit, in der nur noch von wirtschaftlicher Not, politischer Zersetzung und moralischem Niedergang des deutschen Volkes geredet wird, auch die Optimisten wieder ein- mal melden unb versuchen, den Blick nach den Lichtseiten ju richten. Selbstverständlich erkennen sie auch die Not der Z»ir au, glauben aber, daß es nützlicher ist, wenn man auf die Schönheiten des Lebens — die es doch auch gibt — hinweist und feinen Mit- menschen Mut macht, statt jeden Tag zu jammern und zu llagei)! Die Grundmauern des deutschen Volkes sind stark und fest geblieben, trotz Krieg, trotz Entwertungs- zelten. Das deutsche Volk ist in seinem Wesen noch gesund, wenn auch zur Zeit die Not es schwer bc- drückt. Ich sah vor etlicher Zeit ein Bild über die durchschnittliche Lebensdauer in Deutschland. An brennenden Kerzen wurde erläutert, daß wir heute ein höheres Lebensalter erreichen, als vor 50 Jahren. In dem Jahrzehnt nach 1870 betrug das Durch, schnittsalter der Deutschen 37 Jahre, zwischen 1890 und 1900 42, von 1900 bis 1910 46 und 1924/26 57 Jahre. Ist das kein Lichtblick? Aber lebendiger als alle Statistik und alle Abbildungen sind Tatsachen, Erlebnisse. Da stand vor kurzem in der Zeitung daß eine Anzahl Vereine beschlossen hätte, freiwilligen Aufsichtsdienst in den Badeanstalten zu übernehmen, da im vorigen Sommer sehr viele Deutsche durch Unachtsamkeit ihren Tod 4m Wasser sanden. Bei einer solchen Nachricht klopft einem das Herz doch schneller. Das ist doch eine Nachricht, die man zweimal lesen muß, die uns den ganzen Tag erhellt! Freiwillig melden sich Der- einsmitglieber und opfern ihre Zeit, um bei Gefahr ihren Mitmenschen, die sie gar nicht kennen, deizu- springen! Kann man da noch von moralischem Niedergang sprechen? Weiter: Irgendwo sand ich einmal einen Aus- sprach, daß sich die Kultur eines Volkes in feinem Verhalten zu den Tieren spiegele. Er mag wohl von einem großen Tierfreund stammen, aber trotzdem, etwas Wahres ist schon daran. Und ich will deshalb hier eine kleine Begebenheit erwähnen, die ich als Optimist zu den Lichtseiten rechne: In einem deutschen Kurort hing an einer verkehrsreichen Straße ein Briefkasten, dessen Ein- wurssklappe schon seit einiger Zeit fehlte. Eines Tages bemerkte der Briefträger beim Leeren des Kastens, daß sich ein Meisenpärchen in dem Brief- kästen ein Nest gebaut hatte, und daß es schon am Brüten war. Das gab natürlich große Aufregung auf dem Postamt. Was geschah? Ein Stück vom alten Briefkasten entfernt wurde ein neuer aufgehängt, und der alte erhielt eine Aufschrift: „Briefkasten außer Betrieb! Zur Zeit Meisen- ne ft! Briefe in den anderen Kasten werfen!" Müßte diese Geschichte nicht in jeden Tierschutz- kalender, in jedem Lesebuch stehen? Zeigt sie uns aber nicht auch den Bureaukratismus der Post? fragt der Pessimist. O nein! Er übersieht ja ganz, daß der Postvorsteher gerade das Gegenteil von einem Bureaukraten tat; denn dieser hätte das Nest entfernen und eine neue Klappe anbringen lassen. So aber zeigt der Vorgang das tierliebende Herz des gesamten Postamts. Und daß sie das Rechte getroffen hatten, bewies das Verhalten der Kurgäste. Den ganzen Tag über wandelten Neugierige vorbei, um sich nach dem Befinden des Meisenpärchens zu erkundigen. Gas es dann in dem kleinen Städtchen nicht einen großen Auflauf, als bekannt wurde, daß fünf junge Meislein im Neste waren? Du meinst das wäre doch keine weltbewegende Tatsache, diese Geschichte vom Meisennest im Briefkasten? Gewiß nicht, aber ist sie nicht nachdenksam, und zeigt sie uns nicht auch, daß selbst Behörden (die viel geschmähten Behörden!) ein gutes Herz haben können? Und wie uns an einem trüben Tage ein einziger Sonnenstrahl etwa? Freude bereiten kann, so sollten uns auch die angeführten Tatsachen, nicht zuletzt aber die kleine Geschichte vom Meisennest, den Tag erhellen und uns in dem Glauben stärken, daß es trotz aller Not vorwärts geht im deutschen Vaterland! —ll—. Pornotizcn. — Tageskalender für Samstag. Garde-Verein: Mvnaisversammlung, 20.30 Uhr im Vereinslokal. — Reichsbund der Zivildienstberechtigten: Monatsversammlung, 20 30 Uhr, Aquarium. — Kurzschriftverein von 1861: Ver- einsabend. 20.30 Uhr im Kaufmännischen Ver- einshaus. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Privatsekretärin". — Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See: 19 Uhr auf der Liebigshöhe „Wohltätigkcits-Tanz-Tee". — Tageskalender für Sonntag. Musikalische Morgenfeier, veranstaltet von Elisabeth Felchner, 11.15 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Privatsekretärin". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz seht am Dienstag, 16. Iuni, die Reihe der für die Sommerspielzeit angckündigtcn Gastspiele mit einer einmaligen Aufführung des Ensemble-Gastspiels Lottina Daart, C. L. Franken. Kurt Unser fort. Zur Aufführung gelangt die Tragödie „Rju" des russischen Dichters Ossip Dymow. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr bei ermäßigten Som- merpreisen. Ende 22 Uhr. gesehenen Betrag um 5000 Mark zu ermäßigen. Der Rest von 1047 Mark soll aus dem Reservefonds entnommen werden. Hiernach wurde die Hauptsumm» aller Einnahmen und Ausgaben auf 568 939,67 Mark festgesetzt. Nutzholz aus bem Stadtwald, das im Januar bei Der Submission wegen unzureichenden Preises nicht vergeben worden war wurde auf Grund eines erneuten Angebots der Hirma Son« dermann 8: Bücking in Alsfeld zugeschlagen. Infolge des starken Austriebs auf den Ferkelmärkten und des verhältnismäßig günstigen Absatzes hat das Kreisveterinäramt die Einführung weiterer Ferkelmärkte angeregt, die etwa alle 14 Tage abgehalten werden sollen. Die vermehrte Einführung der Märkte wurde beschlossen. Auf Grund eines Antrages bei der Doranschlagsberatung beschloß der Stadtvorstand jetzt, die B a d e. gebühr für Erwerbslose im städtischen Schwimmbad auf 10 Pf. pro Person herabzusetzen. Die Benutzung des Bades zu dem verbilligten Preis darf nur auf Grund einer von der Bürgermeisterei ausgestellten Ausweiskarte erfolgen. Ebenso wurden die Badegebühren für die Badeanstalt der Stadtschule unter den gleichen Bedingungen um 50 v. H ermäßigt. In die Baupolizeiorbnung wurde eine ergänzende Bestimmung ausgenommen, nach der neue Düngerstätten, Abfallgruben und dergleichen an Straßen oder öffentlichen Plätzen nicht mehr errichtet werden dürfen. Für das Jugendheim des DHE. (Vater- Bend er-He im) auf der Herchenhainer Höhe wurde ein einmaliger Beitrag von 50 Mark bewilligt. Landkreis Gics;en. Q Lollar, 12. Juni. Gestern vormittag ist dek Lollarer Heinrich Seipp mit seiner Familie nach einem zweijährigen Aufenthalt in Deutschland wie- der nach Afrika ab- bzw. zurückgereist. Herr Seipp wanderte im Frühjahr 1903 nach Südwestafrika aus, begründete dort eine Farm, die er lange bewirtschaftete, siedelte aber schließlich nach Windhuk über. Der Vorstand des hiesigen Veteranen- und Krieger- Vereins gab den Scheidenden zur Erinnerung an die Heimat eine Fahnenschleife in den Kqffhäuser» färben schwarz-weiß-rot und in den hessischen Landesfarben rot-weiß mit, die er dem deutschen Kriegerverein Windhuk übermitteln soll. O Holzheim, 12. Iuni. Frau Marie Iä- ae r, der ältesten Frauen unseres Ortes, feierte in diesen Tagen bei verhältnismäßig guter Gesundheit ihren 81. Geburtstag. In ihren jungen Iahren war sie lange Iahre in Australien, wohin auch ihr Sohn mit 17 Iahren auswanderta und dort jetzt eine Schuhfabrik betreibt. — Del der am 1. Iuni durchgeführten Schweinezählung wurden hier 817 Tiere fcstgestellt; das sind 47 weniger als am l.März. Im letzten Vierteljahr fanden trotz der heißen Tage noch 113HauS- schlachtungen statt. Ll Rodheim a. d. Horloff, 11. Iuni. Unter dem Mirsih von Wilhelm Kröll II. fand hier die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Spar - und Darlehenskasse Rvdherm statt. Rechner Karl Hofmann erstattete den Jahresbericht und anschließend die Rechnungsablage, die mit 122 210,98 Mark Aktiva und 120 938,38 Mk. Passiva einen Reingewinn von 1282,60 Mk. erübrigte, von dem 10 Prozent als Dividende auf das Geschäftsguthaben der Mitglieder vergütet werden. Der verbleibende Rest wird teils dem Reservefond, teils der Detriebsrücklage zugewicsen. Die Mitglieder- zahl beträgt 119 und die Haftsumme je Mitglied 1000 Mk. Sowohl auf laufende Rechnung als auch auf frühere Sparguthaben soll eine 10pro- zentige Auswertung stattfiy-den. Rechnung und Bilanz wurden genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die sahungsgemäh ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, Wilhelm Kröll II. und Gustav Hofmann II. wurden wiedergewählt, ebenso oas Vorstandsmitglied Wilhelm Reichhardt II.; neu in den Vorstand trat Otto Momberger I. ein. — In der vorigen Woche konnte Herr Otto Hofmann seinen 84. Geburtstag in geistiger und körperlicher Frische feiern. Er bekleidet heute noch das Amt eines Kirchenrechners und war bis vor zwei Iahren nod) Gemeinde- und Sparkassenrechner. Der Iubilar erfreut sich in allen Kreisen der Bevölkerung großer Wertschätzung. Verantwortlich für Politik: t. 23. Ernst Blumschein. Legen Sie Ihr Geld richtig an! ADAM OPEL A.C., RÜSSELSHEIM AM MAIN • Opel 1,1 Ltr. Vierzylinder von BM 1990 bis BM 2700 ab Werk, fünffach bereift. wenn es darauf ankommt, höchsten Gegenwert für jede Marl zu erhalten, wenn es gilt, für wenig Geld ein richtiges Automobil zu kaufen. - Lassen Sie sich nicht auf Experimente ein! 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Auftriebszeit an beiden Markttagen von 7 bis 8 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Dieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 13. Juni 1931. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Seid. Ka»cM für Gemeindekassen geeignet, 80X180 cm, zu verk. Näher. 0.3455 Landgr.-Ph.-Plat» 10. DKW-Motorrad 200 ccm, auch repa» raiurbedürstlg, zu kaufen gesucht. [*Mr KarlUlrick,Gieken Walltorstrane 48. | Verschiedenes [ Asbest- Platten 1,2, 3,4 und 5 mm, wieder am Jg.Mädch.20J„ eo„ kinderl., Lyz., Frauenberusssch. des., crf. t. Kochen, Hausarb, Nahen Stütze Jam.-Anfchluß u. Geh. n. Bereinb. Ob -Hess. u. Hess.- 9tassau bev.Schr. A.u.03452a.d.G.A. Haus (3 Wohn.) umständehalber zum halben Sticbcndtocrt, für Mk. 18000.- zu verkaufen. Wohnung v. öZimmernfrei.Schr. Angebote unt. 03470 an den Gtetz. Anzeig. Nuhholzversteigerung vom 1. Juni 1931. Die Nutzholzoersteigerung der Stadt Gießen vom l.d.M. wurde genehmigt. Die Absuhrscheine können bei dem Ortsvorstand des Wohnorts noch Erfüllung der Berkaufsbedingungen ab 16. d. M. in Empfang genommen werden. 4007C Gießen, den 12. Juni 1931. Der Oberbürgermeister. I. B.: vr. Seid. Heute morgen um 10 Uhr ist unsere gute Mutter, Schwiegermutter. Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Frau Marie Schwarz Witwe geb. Mahler toi 83. Lebensjahre sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Schwarz Witwe Familie Johannes Klos IX. Familie Georg Jost Familie Georg Schwarz Witwe Familie Heinrich Rau Familie Johannes Becker Trohe, Gießen. Rödgen, Lollar, den 12. Juni 1931. Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Juni, nachm. 1 Uhr statt. _________________4004 1 Sonntag. 14. Juni Familienausflug nach Weilburg Treffen mit Ortsgruppen d. Kret'es 2 u. Buretka im Hotel Bekanntmachung. Betr.: Vergebung (Versteigerung) der Wochenmarktverkaussplätze. Die Verkaufsplätze auf dem Wochenmarkt sollen für die Zeit vom 1. Jun 1931 bis 30. Jun 1932 an Ort und Stelle neu vergeben werden. Die Plätze werden am Samstag, dem 20. Juni 1931, vormittags 10)4 Uhr, auf dem Wochenmarkt, beginnend in der Marktlaubenftraße, öffentlich versteigert. Die näheren Bedingungen sind aus dem Anschlag an der Standgelderhebe- stell? zu ersehen, sie werden außerdem vor Beginn der Platzvergebung im Hofe des Turmhauses verlesen werden. 3847C Gießen, den 13. Juni 1931. Der Oberbürgermeister. I. V.: vr. Seid. Große Nachlaßversteigerung. Im Auftrage der Erben der Familie Kaufmann versteigere ich am Montag, dem 15. d. 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Balser Familie Wilhelm Erb Familie Karl Pfeiffer Ludwig Schäfer Los 1. 13 Stück „ 2. 151 „ Plötzlich und unerwartet verschied heute morgen um 11 Uhr in der Klinik zu Gießen meine innigst geliebte Frau, unsere herzensgute treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Mette DeBis geb. Launspach im 45. Lebensjahre. Die tief trauernden Hinterbliebenen: Philipp Debus VI. und Kinder Reiskirchen, den 12. Juni 1931. Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Juni, nach- Nürnberger LebensversicberunOs-Bank gegründet 1884 Leben, U nfall, Haftpflicht, Auto- Vers., Bauspar-Versicherung Wir suchen für den Bezirk Oberhessen einen tüchtigen Reise-Inspektor Geboten werden angemessene Bezüge, Prov. und Reisespesen. Auch | Vermietungen | Beschlagnahmefreie, sonnige 4-Zimmer-Wobn. mit icicbl. Zubehör, Bad u. Zetitr.-Hetz, herrl.FernsichtlSüd» viertel» evtl, zum 1.7. zu vermieten. Schr. Angebote unt. 03450 an den Gieß. Anz. 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Juni 1931 unter Benutzung der vorgeschriebenen Vordrucke abzugeben. Die Vordrucke werden den Steuerpflichtigen rechtzeittg vom Finanzamt übersandt werden. Wer am 1. Januar 1931 ein steuerpflichtiges Gesamtvermögen von mehr als 20 000 RM. besessen hat, muß, auch wenn er einen Vordruck vom Finanzamt nicht übersandt erhält, eine Vermögenserklärung abgeben; der hierfür erforderliche Vordruck ist vom Finanzamt anzufordern. Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 11. Juni 1931. Die Finanzämter. Klavier gut erhalten, preiswert au verkaufen. Schr.Ang.unt.4006D an den Gtesi.Anzeig. Gelegen Heils kauf Elegantes, sastneueS Speisezimmer Umstände halber fof. gegen Kasse zu verkaufen. Nah. 103459 Gnantbstr. 22 v. r. Vekarmtmachimg. Der Voranschlag der Gemeinde villingen für Rechnungsjahr 1931 liegt vom 13. Juni bis einschließlich 19. Juni 1931 auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit vorgebracht werden. Zu der beschlossenen Umlage haben auch die Ausmärker beizutragen. 3997V Villingen, den 11. Juni 1931. Bürgermeisterei Villingen: Pauli. CarlSchunck Gieß.freiw. Feuerwehr Montag, 15. Juni. abends 8 Uhr Hauplübuna Vollzähl. Erscheinen erforderlich— Unis.: Dtenstanzug, Helm. ^,v Das Kommando. Zwangsversteigerung. Dienstag, den 16. Juni 1931, nachmittags 3 Uhr, versteigere ich in Lberftadt, Kreis Gießen, zwangsweise gegen Barzahlung oder genügende Sicherheitsleistung: eine Dreschgarnitur, bestehend aus einer Selbstfahrlokomotive von 1916, einem Lanz-Dreschwagen (60zöllig), teilweise Kugellager mit Spreubläser und Sackheber, einer Lanzschen Handbinderpresse (1500 mm Kanalweite), einem Werkzeugwagen, einer Kraft-Häckselmaschine mit Transportwagen, einer Schrotmühle — Fabrikat Tröster — (600 mm Steindurchmesser), einem Kreissägetisch. 3907V Versteigerung findet ganz bestimmt statt. Lich, wen 10. Juni 1931. Mon Gerichtsvollzieher in Lich. 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Der vom Gemeinderat beratene Voranschlag der Gemeinde Garbenteich für 1931 Rj. liegt vom 13. Juni 1931 eine Woche lang auf der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsichtnahme offen. Nur während obiger Frist können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll er- Möbl.Zimmer mit fev. (Sinn. z. vrm. ms» Stcinstr. 51 v. 2 große helle Zimmer feinste Lage, leer od. gut möbliert,!.Stock, sep. Eingang, eletir. Licht (auch einzeln!, für sofort ob. später au vermieten. Wo sagt b. Geschäftsstelle bes Gieß. Anz. [03475 200 qm große, Helle Werkitatt auch als Lager, zu vermieten. Näh. naeD SchtHeaberg.Wefl 24 lerksl. D.Lagerrräume im Hinterh. Franks. Str. 34, sofort zu vermieten. Näh. «mD A. Becker, Keplerstraße 9 Telephon 3804. Garagen zu vermieten. __Sckubertttr. 2. Löwengasse 11 Stall mit kl. Seltener auch als Lager, zu vermiet. Näh. [«-»d A. Becker, Keplerstraße 9 Telephon 3804. Mietgesuche | 6-r-Zimmer- Wohnung mit Zubehör, fof. od. später au mieten gesucht. Schrtstl. 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Wie alles in der Welt, so haben auch die Steuererträge einmal ihre Grenzen. Man darf nicht glauben, daß man zur Behebung eines Haushaltsdefizits nichts weiter nötig habe, als immer nur neue Steuern auszuschreiben oder die Steuersätze zu erhöhen, dann werde auch der entsprechende höhere Steuerertrag eingehen. 3m Gebiete des Steuerwesens gilt nicht dos Recheneinmaleins, wonach 2X2—4 ist, sondern das „Steuereinmaleins", und nach dem ist 2X2 in den seltensten Fällen -= 4, manchmal nur 2, unter Umständen sogar nur 1. Weshalb ist dem so? — Ein sehr feiner Kopf, einer der geistvollsten Sathriker Englands, Jonathan Swift, Hot bereits im Jahre 1728 — also vor mehr als 200 3ahrcn — in einer kleinen Schrift über dos „Steuereinmaleins" die Antwort darauf gegeben. Swift sagt nämlich, daß es bei den verschiedenen Steuern jeweils eine Grenze gebe, jenseits deren der Steuerertrag hinter der Erhöhung des Steuersatzes zurückbleibe. Zu hohe Zollsätze machen den Schmuggel lohnend: infolgedessen geht der Zollertrag zurück, da nicht mehr genügend Waren auf dem ordnungsmäßigen Wege die Grenze überschreiten. Zu hohe Steuern auf mehr entbehrliche Artikel und Luxuswaren lassen den Verbrauch dieser Waren zurückgehen, da sie vom Kauf obschrecken. Mit dem Rückgang des Verbrauches geht aber natürlich auch der Steuerertrog zurück. Zu hohe Steuersätze aus Einkommen und Vermögen führen zur Verheimlichung, zur Steuerdesraudation und -Hinterziehung. Damit geht natürlich auch der Steuerertrag zurück. Zu hohe Steuersätze auf Fabrikate können ferner dazu führen, dah die Rachfrage nach diesen nachläßt, daß sie sog. „Erdrosselungssteuern" werden, die das Wirtschaftsleben schädigen, indem sie Geschäfte und Unternehmen eingehen lassen. Die Fabrikanten und Händler sind infolgedessen nicht mehr imstande, die bisherigen Einkommen- und Gewerbesteuern zu zahlen. So geht nicht nur der Ertrag der hohen indirekten Steuern zurück, sondern auch die Erträge der direkten Steuern bleiben hinter den Erwartungen zurück. Kurz: Steuern schmälern immer die Kaufkraft der Bevölkerung. ganz besonders, wenn sie in der rigorosen Weise wie gegenwärtig erhöht werden. Wovon lebt aber die Wirtschaft? — Don der Kaufkraft der Bevölkerung, und wovon lebt der Staat? — Von" den Einnahmen der Wirtschaft. Wenn die Kaufkraft durch Steuern geschmälert wird, leidet die Wirtschaft und damit der Staat. Das, was der Staat auf der einen Seite an Steuererhöhung einnimmt, büßt er auf der anderen Seite — um ein Vielfaches vergrößert — dadurch ein, daß er die Kaufkraft und dadurch die allgemeine Steuerkraft seiner Bevölkerung wie Wirtschaft untergräbt. Die Lehre vom „Steuereinmoleins" verdient also sehr große Beherzigung seitens der Regierung wie der Gesetzgeber. Man kann nicht ungestraft den Gesehen der Wirtschaft spotten. Dabei ist aber noch etwas zu berücksichtigen. Jede neue Steuer und meist auch jede Steuererhöhung erfordert einen erhöhten Verwaltungsaufwand. Abgesehen davon, daß schon allein die Einziehung der Steuern Kosten verursacht, ist jo auch stets eine Kontrolle notwendig, wenn man einigermaßen sicher gehen will, dah die Steuer auch das tatsächlich einbrinat, was sie einbringen kann. Sich allein auf die Steuer- moral der Bevölkerung zu verlassen, erscheint recht bedenklich, besonders, da der Vermehrung und Erhöhung der Steuern ein Sinken der Steuermorol folgt. Rament- lich, wenn von der Bevölkerung die Erhebung und Ausgestaltung der Steuern nicht als gerecht empfunden wird, ist die Bereitwilligkeit, diese Steuer auch ohne jede Kontrolle in voller Hohe zu entrichten, recht gering. Gerechte, d. h. moralisch^ berechtigte Steuern und Steuermoral der Bevölkerung bedingen sich gegenseitig. Don den in der letzten Zeit geschaffenen Steuern wird man aber kaum sagen können, dah sie von den durch sie betroffenen Kreisen als gerecht ernp- funden werden. Damit wächst die Rotwendigleit erhöhter Kontrolle und somit vermehrten Ver- waltungsauswandes. Aber gerade Abbau und nicht Zunahme desDerwaltungs- oufwandes. Derringerung und nicht Erhöhung der Derwaltungskosten, das ist es, was heute gefordert werden muh. Aber leider sehen wir nirgends Abbau, sondern fortgesetzte Erweiterung des Derwaltungs- und Steuerapparates. Ein anderer englischer Saltz- riker, S i d n e h S m i t h. hat im 3ahre 1820 einmal ein Bild von einem Lande entworfen, das die Steuerschraube zu scharf angezogen hat. Cs heißt da: „Steuern von jedem Gegenstände, welcher in den Mund eingeht oder den Rücken deckt oder unter den Fuß gelegt ist, Steuern auf alleö, was angenehm zu sehen, zu Horen, zu fühlen, zu riechen oder zu schmecken ist. Steuern auf Wärme, Licht und Beförderung. Steuern auf alles auf der Erde und die WÄser unter der Erde, auf alles was vom Auslande kommt oder daheim erzeugt wird. Steuern auf das Rohmaterial, Steuern auf jeden frischen Wert, der durch die Betriebsamkeit hierzu hinzugefügt wird. Steuern auf die Soße, die den Appetit des Menschen überreizt, und auf die Arznei, die ihn wieder gesund macht: auf den Hermelin, welcher den Richter ziert, und auf den Strick, womit der Der- brecher gehenkt wird: aus des armen Mannes Salz und des Reichen Spezerei, auf die Messingnägel des Sarges und die Bänder der Braut: zu Bett oder bei Tische, beim Schlafengehen oder Aufstehen, müssen wir zahlen. Der Schuljunge peitscht seinen besteuerten Kreisel: der bartlose 3üngling bändigt sein besteuertes Pferd mit einem besteuerten Zügel, auf einer besteuerten Straße: und der sterbende Engländer gießt seine Medizin, welche sieben Prozent bezahlt hat, in einen Löffel, der fünfzehn Prozent bezahlt hat, wirft sich dann zurück auf fein Kalikobett, welches zweiundzwanzig Prozent bezahlt hat, und verscheidet in den Armen eines Apothekers, welcher eine Lizenz von 100 Pfund bezahlt hat für das Privileg, ihn zum Tode zu befördern. Sein ganzer Rachlaß wird dann sogleich mit zwei bis zehn Prozent besteuert. Abgesehen vom Erbschein werden bedeutende Gebühren dafür verlangt. daß er am Altarplah beerdigt wird. Seine Tugenden werden der Rachwelt auf versteuertem Marmor verkündigt, und er wird dann zu seinen Dätern versammelt, um nicht mehr versteuert zu werden." Wer denkt da nicht an unser armes Deutschland! 100 Jahre Ostpreußen Don Or. W. Steffens, M Am Sonntag, 14.3uni, wird die Provinz Ostpreußen die 700jährige Wiederkehr der Zeit begehen, da der Deutsche Orden in dieses Land einzog. An geweihter Stätte, im Remter der Marienburg, wird man in Anwesenheit des Reichspräsidenten v.Hindenburg, des Sohnes westpreuhischer Erde, des Retters Ostpreußens aus Kriegsnöten, dankbar der Begründer des Deutschtums in diesen Landen gebenfen. 3m Hasten und Jagen unserer schweren Tage ist es sehr berechtigt, eine stille Stunve der Besinnung der Dergangenheit zu weihen, eine Stunde der Dankbarkeit, eine Stunde aber auch der Erhebung an den gewaltigen Ruhmestaten d. L, Marienburg. früherer Geschlechter und der Stählung des Kampfwillens gegen alle Röte und Gefahren der Gegenwart und Zukunft. Dor 700 3ahren sind die ersten Sendboten des Deutschen Ordens, die Männer mit dem schwarzen Kreuz auf weißem Grund, in das damals unwirtliche Land eingezogen. In 50jährigen schweren Kämpfen haben sie es dem Orden, haben sie eS dem Deutschtum gewonnen. Richt in den kriegerischen Kämpfen liegt Wesen und Bedeutung ihrer Tat, sondern in ihrer Kulturarbeit. Die waren mit dem Schwert — kaum je ist für eine große segensreiche Kolonisation so wenig Blut geflossen! — nur die Wegbereiter für die langen WAPPEN des Dagö Wendel owna LITAUEN AHenstein POLEN Bischöfe Maßstab 1: 3000000 o 1 JO 400 -ITO__ 1OO I GEBIET DES DEUTSCHEN ORDENS tllllllllll Stand vor 1309 Bewerbungen bis 1410 G^land Windau iiiiiiiiiiiin L VLAND uünaburq Thon den harten Willen stählen, nicht hinter den Altvorderen zurückzustehen, in Sonderheit alles daranzusehen, jene uns widerrechtlich entrissenen Gebiete, deren Städtewappen den Remter mahnend schmücken, dem deutschen Vaterlande zurückzugewinnen. Am Abstimmungsdenkmal wird unser Hindenburg einen Kranz niederlegen: Symbol, Mahnung und starker Ausdruck eines unerschütterlichen Willens zum Durchhalten. Denn an diesem Denkmal vor der Marienburg stehen die Worte, die nicht nur an diesem Tage, sondern immer, immer in alten ost- und west- preußischen, allen deutschen Herzen erklingen als Bekenntnis und als Warnung an unsere Rachbarn: Dies Land bleibt deutsch!! Luchs, ich sah, wie du dem Tedesco schöne Augen machtest, Täubchen, und lachtest, wie die Sonne im Mai. 3ch..." Liskow fuhr auf und wollte den Trunkenen zur Rede stellen. Aber ein erschreckter, bittender Blia Colombas hieß ihn, sich ruhig zu halten. Sie zwinkerte Massimo zu, der Mario denn auch beschwichtigend die Hand auf den Arm legte und «sagte: „Aber Mario, wer wird so aufbegehren. Kümmere dich doch um deine eigenen Sachen, anstatt um die anderer Leute. Was ist dabei, wenn eine schöne Frau, die noch dazu Witwe ist, einmal spazierenfährt am hellichten Tag! Soll sie dich dann etwa erst um Erlaubnis fragen, Mario?' „Recht hast du, Massimo, sag es ihm ordentlich", sagte Colomba und nahm unmutig Massi- mos Glas vom Tisch, um es neu zu füllen. »Tut er doch, als wäre er Herr im Hause^ hier und hätte mir etwas zu befehlen, Llnb ein für allemal sage ich dir, Mario, wenn du schon getrunken hast, dann brauchst du nicht hier hereinzukommen, das schickt sich nicht für mein ehrbares Haus." „Ha, ha, ehrbare Wittib, ehrbares Haus. Mach das einein andern weiß, Colomba, das mit der Ehrbarkeit, nicht mir, dem Mario. Lind wenn du zehnmal das Kräutlein Rührmichnichtan spielst, ich glaub dir nicht mehr. Mir machst du keine schönen Augen, Colomba, kaum kannst du ein freundliches Wort aufbringen, wenn wir kommen, der Massimo und ich. Hab ich nicht recht, Massimo? Gilt ihr Lachen, ihre Freundlichkeit nicht allweil dem Fremden, der um sie herumschleicht wie der Marder um die Hühner? Warum müssen wir uns das gefallen lassen, Massimo? „Genug", sagte jetzt die Wirtin mit großer Bestimmtheit, „Massimo führe den Betrunkenen hinaus, er mag sich weitertrollen und erst wiederkommen, wenn er nüchtern geworden ist. Richt zum Aushalten ist es mehr mit ihm." Massimo erhob sich auch gehorsam und zog mit kräftigen Armen und leise überredenden Worten Mario vom Stuhl hoch. Cs war ein hartes Stück Arbeit, aber Colombas kleine, fest zugreifende Hände halfen dabei, und sie kehrte sich nicht an die tückischen Blicke Marios, der mit schwerer Zunge lallte. „Eintränken werd' ich dir das, Colomba, nicht vergessen wird es dir Mario." Aber dann ließ er sich doch gutwillig von Massimo hinausführen, nicht ohne Liskow einen finsteren, haßerfüllteii Blick zuzuwerfen. Der war ruhig auf seinem Stuhl sihengeblieben auf einen beschwörenden Blick Colombas hin, der ihm bedeutete, sich nicht an dem Gewaltstreich gegen den Burschen zu beteiligen. Rach einer Weile kam Massimo zurück und setzte sich wieder auf seinen Platz. , (Fortsetzung folgt.) Hansheinrich Liskow schritt mißmutig die Calle de Fabrice hinauf, der Osteria Colomba Ser- ras zu. Wenn er sich auch zehiimal des Tages vornahm, nicht mehr die Rühe der koketten Frau zu suchen... wenn die Dämmerung kam, litt es ihm nicht mehr drunten in den eleganten Gesellschafts- räumen des Hotels. Er mußte den gewohnten Weg gehen, er muhte Colombas schwarze Augen Wiedersehen, ihr girrendes Lachen hören. Schalt sich selbst einen Rarren und machte sich doch auf ben Weg. t .. Längst hatte Renate aus Abreise gedrängt, fte merkte an seinem ungleichmäßigen Wesen, daß er wieder einmal in einer schweren Krise sich befand. Mit wachsamen Augen der Liebe sah sie dies... und schwieg. Aber sie bot alle ileber- redungskunst auf, ihn zur Abreise äu bewegen. Mußte sie doch, daß mit einer Entfernung von dem, was ihm Llnruhe schaffte, auch fein Gleichmaß wiederkehren würde. Aber umsonst. Liskow hielt starrköpfig an der Behauptung fest, daß ihm Luft und Temperaturverhältnisse hier ausgezeichnet bekämen, er wollte nichts von Abreise hören. Lind nun gerade jetzt abreifen, wo doch auch sie sich endlich akklimatisiert hätte und das böse Kopfweh verschwunden wäre. Rein, sie würden bleiben. Wie immer hatte Renate sich gefügt. Wenn sie doch ein einziges Mal aufbegehren würde, zornig ihren Willen behaupten wollte, ein einziges Mal nicht mit überlegenem Lächeln und Achselzucken sich von ihm abtoenben wollte, um schließlich sanftmütig unb gehorsam aller seiner Schroffheit die Spitze abzubrechen! Zur Verzweiflung konnte einen diese Sanftmut bringen, unb doch war sie immer wieder ber einzige Halt seiner Ehe. Wußte Renate im geheimen wohl von den meisten seiner Liebesabenteuer, wachte nicht eifersüchtig und wußte doch...? Ober ahnte sie meist, was ihm die Ruhe seiner Tage nahm? Einen sechsten Sinn muhte sie wohl haben, nie spürte sie seinen Wegen nach, vornehm, wie sie war. Aber wußte doch...? Ohne Hut eilte er hinaus, wo der See im Gold der untergehenden Sonne lag und ihm die Augen blendete. Verwundert schauten ihm die Passanten draußen nach, als er den Quai hinunter an ihnen vorüberstürzte. War es ein Geistesgestörter? Sollte man Die Polizei benachrichtigen? Aber er lief so rasch und war bald ihren Augen entschwunden. Auf einer Bank nahe am Ufer sank Petrowitsch endlich nieder und legte fein Gesicht in die auf» gestützten Hände. „Geboren am 18.2.1888 in Odessa, murmelten feine bleichen Lippen. „Gras Alexander Kyrill Semjonow... geboren in Odessa." Zrandungdesübens Vornan von Käte Lindner. (Copyright 1931 by Verlag Alfred Bechthold in Braunschweig.) Petrowitsch stutzte: Der Herr hatte ein tadelloses Französisch gesprochen, aber mit unverkennbar russischem Akzent. Also ein Landsmann. Was hatte der Page vorhin gesagt? «Die Frau Contessa wünschen zu tanzen?" Also wäre doch biefer Landsmann ein Graf, wenn er eigentlich auch nicht danach aussah. Welch' glücklichem Umstand verdankte es dieser Mann, hier so standesgemäß auftreten zu können? Wer von allen seinen Standesgenossen war so glücklich gewesen, auch nur einen Bruchteil seines Vermögens aus dem Zusammenbruch retten zu können? Alle waren sie doch vollständig verarmt, hatten zumeist nur das nackte Leben davongebracht. Rachher muhte er doch gleich den Direktor fragen, wie der Rame dieses Landsmannes fei. 3mmcr war er so gleichgültig allen Gästen gegenüber, was kümmerten ihn ihre Ramen und Herkunft. Aber jetzt war sein 3nteresse erwacht. Er konnte kaum die Beendigung der Teestunde erwarten, bann eilte er hinaus, suchte ben Direktor, unb als er ihn nicht fand, verlangte er vom Portier bas Fremdenbuch. „Es ist nicht hier, aber ich kann 3hnen vielleicht Bescheid sagen, Signore Petrowitsch. Oder noch besser, ich habe jetzt nicht viel Zeit, hier sind die Fremdenzeltel, die Zugänge der lebten Woche, ober genügt bas nicht?" Hastig nahm ihm Petrowitsch bie Zettel aus ber Hanb. „Was ich suche, werde ich hier finden, dande, Signore Luino." Er eilte in bie Halle, suchte einen versteckten Platz unb Kubierte eifrig einen nach bem anberen ber Fremdenzettel. Und plötzlich starrte er wie verloren auf bie Melbung in seiner Hanb. Ein Zittern flog burch seinen Körper, totenbleich lehnte er sich auf seinen Sih zurück, um bann wieder wie geistesabwesenb auf den Fremdenzettel nieberzustarren. Denn da stand: Graf Alexander Kyrill Semjonow, geboren 18.2.1888 zu Odessa, mit Gemahlin 3eanne Vvette Semjonow und Bedienung. Letzter Aufenthaltsort London. „Was ist 3hnen, Signore Petrowitsch, sind Sie krank?" klang jetzt neben ihm die Stimme des Direktors. Er raffte sich zusammen, nahm mechanisch die Zettel auf, um sie zurückzutragen. „Richts, Herr Direktor, ein vorübergehendes Linwohlsein. Es ist schon besser." Rein, er blieb. Lind wenn er zehnmal um keinen Schritt weitergekommen war bei dieser sizilianischen Katze, er hoffte doch noch den Sieg über ihre Sprödigkeit davonzutragen. Hatte sie sich neulich auf der Autotour nach Arco nicht benommen wie eine sehr wohlerwogene, ehrpußlige Dürgersfrau aus der Kleinstadt, ihm kaum erlaubt, ihr molliges Händchen zu drücken, ihr in die brennenden Augen zu sehen? Lind bei dieser langweiligen Base Gelsomina war sie so lange sihengeblieben, derweil er voller Wut und Langeweile in einer schmutzigen Trattoria sah und Fliegen fing? Dann war sie endlich erschienen^ hatte ihm beschwichtigend die Hand gedrückt, als er brummte wegen ihres langen Ausbleibens unb hatte ihm freudestrahlend erzählt, bah bie Base Gelsomina gewillt sei, ihr bie junge Tochter wohl eine Zeitlang in Obhut zu nehmen unb gut auf» zupassen, dah ber Schlingel, dieser verliebte Nachtvogel, ber Russo Domenico, ihr nicht mehr zu nahe käme, bis sie, die besorgte Mutter, einen anderen Ausweg gefunden habe. Als wenn ihn das etwas anginge, als wenn er diese Sorgen nachfühlen könnte. Ganz unzugäng» lich war sie gewesen auf ber Heimfahrt, hatte alle seine Annähcrungsversuche mit ber gewohnten Grazie, aber sehr bestimmt abgelehnt, älnb als er ihr von einem mehrtägigen Ausflug mit ihm nach Malcesine unb Riva gesprochen hatte, ba hatte sie sich sehr gekränkt abgetoanbt unb hatte gesagt, er solle boch nicht vergessen, bah sie bie Wirtin eines angesehenen Albergos unb Witwe bes einstmals sehr angesehenen unb hochgeachteten Philippe Sercas wäre unb sich viel zu gut dazu dünke, das Spielzeug eines feinen Herren zu werden. Ein für allemal solle er sich bas gesagt fein lassen. 3a, werd' einer aus den Weibern klug. Gar leicht hatte ihn ber Sieg gehängt, unb nun sollte er abziehen wie ein gemaßregelter Schuljunge. Ein paar Lage war er schlechter Laune gewesen, heute freute er sich boch toi eher auf ein Plauder- stünbchcn mit ihr. Sie war schlagfertig unb gern anbt in ber Unterhaltung. 3hre aufreizende Persönlichkeit ging ihm ins Blut toie der Wein, den sie schenkte. Aber er traf bie schöne Wirtin nicht auetn, wie sonst um biefe Stunde. Der alte Massimo unb Mario sahen schon am Stammtisch, Mario war angetrunken unb lärmte, heute gelang es Frau Colomba nicht, ihn zu beschwichtigen. Ms Liskow eintrat, begrühte er ihn mit einem tückischen Blick seiner Augen. Dann schrie er halblaut über ben Tisch hinüber: „Eine saubere Wirtin bist du mir, Colomba. Schickt sich das, wenn du mit dem Tedesco im Wagen fährst wie eine feine Contessa? Meinst du, ich hätte dich nicht gesehen vorige Woche, als du neben ihm sähest und durch die Gassen nach Arco hinausfuhrst? Mario hat Augen wie ein Oie Ersparnisse im Gießener Eia« für 1931. V. (Schlllh)* Finanzverwaltung. Bei ber Betrachtung der Ausgaben in dem Kapitel Finanzvertoaltung des Voranschlags für 1931 ist die starke Minderung ber Ausgaben für Schuldentilgung gegenüber dem vorjährigen Betrage besonders auffällig. Während im vorigen 3ahre für Schuldentilgungszwecke ein Betrag von 519 228,51 Mark auf der Ausgabe- feite stand, ist für das neue Wirtschaftsjahr nur eine Ausgabe von 132 303,50 Mark vorgesehen. Dieser erhebliche Unterschied findet seine Erklärung darin, dah in ber vorjährigen Etatsumme die Verzinsung und Tilgung der städtischen Anleihen für einen Zeitraum von fünf 3ahren (1926 bis 1930 einschl.) zum Ausdruck kam, während im Voranschlag für 1931 nur bie normale jährliche Schuldendienstsumme in Erscheinung tritt. Ratür- lich ist auch auf ber Einnahmeseite gegenüber dem Vorjahre ein erheblicher Abschlag zu verzeichnen. Hier ist die Schlußsumme von 451 729,84 Mark im vorigen 3ahre auf 52 196,24 Mark für 1931 zurückgegangen. Aus den städtischen Werken waren im Vorjahre für Schuldentilgungszwecke der 3ahre 1926 30 insgesamt 185 277,02 Mark abzuliefern, im neuen 3ahre dagegen kommt nur bie übliche 3ahressumme von insgesamt 52 196,24 Mark zur Ausgabe. Der Rücklagefonds für Anleiheaufwertung hatte als Summe für bie 3ah re 1926 30 zum vorjährigen Haushaltsplan 266 452,82 Mark bei- zustcuern, für das neue Haushaltsjahr 1931 ist keine Ablieferung aus diesem Fonds vorgesehen. Wenn also auch rein rechnerisch in diesem Teile des neuen Haushaltsplanes ein starker Rückgang auf der Ausgabenseite festzustellen ist, so wird er nicht nur auf geh oben durch die Minderung auf ber Cinnahmeseite, sondern er wird auch für den Steuerzahler leider nicht fühlbar dadurch, dah die Stadtverwaltung und der Stadtrat im Hinblick auf die außerordentlich verstärkten Ansprüche für andere Zwecke der Verwaltung gezwungen waren, Erhöhungen bei anderen Positionen vorzunehmen, bie leider über bas Ausmah der Entlastung hrn- ausgehen mußten. Bei den K a p i t a l z i n s e n tritt im neuen Voranschlag bei der Verzinsung der Anleihen von 1926 31 ebenfalls ein Abschlag in Höhe von rund 100 000 Mark gegenüber bem Vorjahre in Erscheinung. Hier waren im Vorjahre als Zinsendienst für bie 3ahre 1926 30 insgesamt 124 855 Mark . vorgesehen, als laufende Rate für dieses 3ahr sind jetzt nur noch 29 932 Mark zu bemerken. Leider * Teil I in Rr. 102 vom 2. Mai, Teil 11 In Rr. 108 vom 9. Mai, Teil HI in Rr. 119 vom 23. Mai, Teil IV in Rr. 130 vom 6. 3uni. _____ steuer hofft man auf 50 000 Mark (im Vorjahre 55 000). Als Wertzuwachs st euer find 7760 Mark vorgesehen (im Vorjahre netto 19 700 Mk). Von der Hundesteuer wird ein Rettoer trag von 17 900 Mark, gegen 18 350 Mark im Vorjahre erwartet. Die Bürgersteuer ist mit 140 000 Mark veranschlagt, als vorjährige Ziffer sind 78000 Mark angegeben. Die Getränkesteuer steht mit 30 000 Mark im Voranschlag verzeichnet (im Vorjahre 7000 Mark). Als Ertrag der F i l i a l st e u e r sind für bas neue Wirtschaftsjahr 10 000 Mark veranschlagt, gegen 12 000 Mark im Vorjahre. Bei der Grund-, Gewerbe- unb städtischen Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz rechnete man bei ber Verabschiedung des Voranschlags mit einem Lieberschuh von 1 349 800 Mark, gegen 1 385 900 Mark im vorigen 3ahre. Wenn man bie wirtschaftliche Entwickelung ber letzten Monate betrachtet unb dazu nun bie Auswirkungen ber neuesten Rotverorbnung der Reichsregierung in Rechnung stellt, so wirb man wohl nicht mit Llnrecht hinter alle diese Vorauschilagssummen ein g r o - ßes Fragezeichen sehen dürfen. Leider wird auch hier wieder das ernste Bestreben verantwor- tungsbewuhter kommunaler Körperschaften nach Ausgleich unb Sicherung des städtischen Haushalts durch bie höhere Gewalt bes^Reiches durchkreuzt und damit bie Finanzuot bet' Kommune nur noch verstärkt. Wie es bei dieser Sachlage schließlich gelingen soll, ben ohnehin schon mit einem Fehlbetrag von 304 800 Mark verabschiedeten Haushaltsplan schließlich ins Gleichgewicht zu bringen, ist heute mehr denn je ein Rätsel. Vermögensrechnung. 3n dem Kapitel Grundbesitz, Lanb-und Forstwirtschaft ist bie Ausgabesumme für Gebäude und Grundstücke von 37 000 Mark int vorigen 3ahre auf 27 000 Mark für das neue 3ahr herabgesetzt worden, auf ber Einnahmeseite rechnet man aus dem Verkauf von Gebäuden unb Grundstücken mit einem Erlös von 10 000 Mark, gegen 25 000 Mk. im Vorjahre. Der Forstbetriebsstock soll bei einer Zinseneinnahme von 6150 Mark eine Ausgabe von 27 000 Mark an die Detriebs- rechnung leisten; es wird also hier mit einer Summe von über 20 000 Mark auf ben Fonds selbst zurückgegriffen. Bei der Dau Verwaltung ist für die Erweiterung und Verbesserung der Straßenbeleuchtung eine Summe von 50 000 Mark in ben Voranschlag eingestellt, im Vorjahre war hierfür nichts vorgesehen. Für Straßenbauten steht ein erneuter Betrag von 200 000 Mark in Bereitschaft. Dazu kommen weitere rund 68 000 Mark aus Krediten, die in den 3ahren 1927/29 bewilligt wurden unb von denen die erwähnte Summe bis jetzt noch verfügbar geblieben ist. 3m übrigen ist in diesem Abschnitt nichts besonderes zu bemerken. Bei der Lagerverwaltung hat man durch Einsparung von 20 000 Mark bei der Beschaffung und Herstellung von Straßenbaumaterial die Gesamtausgabe von 154 161 Mark im Vorjahre auf 134 261 Mark für bas neue 3ahr ermäßigt, um ben gleichen Betrag ist auch bie Einnahmeseite verringert worden. 3m Kapitel Schulen sind in den beiden letzten 3ahren für Reu- und Umbauten 939 000 Mark verbraucht worden, bewilligt waren aber 1 500 000 Mark. Der nicht zur Verwendung gekommene Betrag wurde auf 1931 übertragen. Bei ber Finanzverwaltung ist bemerkenswert, bah zur Finanzierung des Wohnungsbauprogramms für 1931 gar nichts aus Anleihen vorgesehen werden konnte, während man für diese Zwecke im Vorjahre noch 478500 Mark im Voranschlag hatte. Für bas Wohnungsbaukonto stehen für das neue 3ahr lediglich 60 630 Mark aus ber Tilgung von städtischen Darlehen zur Verfügung. Als Kapitalaufnahme wird in ber Dermögensrechnung mit einer Summe von 480 126 Mark gerechnet. Hoffentlich läßt sich biefe Finanzen England wurde die Nachricht von den Zollunionsverhandlungen zwischen Deutschland und Oesterreich seinerzeit von den maßgebenden Finanz, und Wirtschastskreisen mit absoluter Ruhe ausgenommen. Es gab keine Gemüter, die sich erhitzten, und die Diskussion spielte sich einzig und allein im Rahmen nüchterner, sachlicher Be- trachtungswei e ab. Allgemein wurde natürlich die weitgehende Bedeutung des Plans erkannt, und eine sehr sorgfältige Prüfung schien im Interesse aller Beteiligten wünschenswert zu sein. Die öffentliche Meinung Englands billigte daher wohl einmütig den Vorschlag Hendersons, das Projekt zwecks Begutachtung seiner Legalität vor den Weltgerichtshof zu bringen. , , ,, Gegen die Idee des Anschlusses als solche hat man in England selbst vom politischen Standpunkt aus nichts einzuwenden. Man berücksichtigt hier die natürliche Verwandtschaft der beiden Völker, die auch wirtschaftlich unbedingt aufeinander ange- wiesen zu sein scheinen. Wir Engländer glauben auch, daß die mögliche militärische Gefahr, 3U Deutschlands 60 Millionen Einwohner weitere 7 Millionen hinzu- zufügen, in manchen anderen Ländern stark überschätzt wird. Für England selbst treten daher die politischen Folgen des Zollunionsplans gegenüber seinen wirtschaftlichen Auswirkungen in den Hintergrund. In erster Linie interessiert es den Engländer na- türlich ob die Zolltarife für aus England importierte Waren als Resultat der Zollunion höher oder nicd- rigcr sein werden. Man befürchtet allgemein das erstere denn Tarife sind viel leichter zu erhöhen, als zu' ermäßigen! In zweiter Linie interessiert es den Engländer, wie sich eine derartige Zollunion in der Richtung einer allgemeinen Senkung der Zoll- mauern auswirken würde. Deutschland und Oesterreich haben selbstverständlich erklärt, daß die vorgeschlagene Zollunion so beschaffen sein wurde daß sich ihr andere Nationen anschließen könnten. Aber aller guter Wille wird in dieser Beziehung nicht viel ausrichten können. Zum mindesten wünscht man hier daß die bestehenden Tarife der beiden Vertragsstaaten bei dieser Gelegenheit einer Revision unterzogen werden. Die wirtschaftlichen Zusammen- hänge zwischen Deutschland und Oesterreich werden hier mit aller Deutlichkeit und ohne jede Borein- ist aber durch unabweisbar nottoenbige Neuaufnahmen von kurzfristigen Darlehen unb vorsorglich für etwa neu aufzunehmende langfristige Anleihen eine Steigerung des Gesamtbetrages für Kapital- zinsen eingetreten, so bah sich jetzt bie Schlußsumme in diesem Abschnitt auf 596 875 Mark gegen 571 161 Mark im Vorjahre beläuft. Demgegenüber ist bedauerlicherweise bie Summe ber Ein» nahmeseite von 334 401 Mark im Vorjahre aus 299 703 Mark für den neuen Haushalt zurück- gegangen. Hier gilt leider bie gleiche Sch'ußfolge- rung, wie bei der vorstehenden Betrachtung über die Schuldentilgung. Der Voranschlag für Zwecke des Wohnungsbaues ist auf ber Einnahme- unb auf der Ausgabeseite mit 543 564 Mark ausgeglichen. Hier war es möglich im neuen Haushalt die Einnahmen zur Erfüllung der Zinsverpflichtungen für die seit 1919 erstellten städtischen Reuwohnungen von 125 295 Mark im Vorjahre auf 173 529 Mark für das neue 3ahr zu steigern unb den Ertrag der Zinsen von Darlehen von 119 200 Mark im Vorjahre auf 139 400 Mark zu erhöhen. Die Einnahme aus der Sondersteuer für 1931 für Zinsen- und Tilgungsd-ienst ging dagegen nach ber Voran- I schkagsschätzung von 273 354 Mark im Vorjahre ... auf 230 000 Mark für das neue Wirtschaftsjahr | jähre, zu Buch Bet der Vergnugungs wird. Die Atempause, die durch die Verweisung an den Weltgerichtshof geschaffen wurde, wird von England nicht nur dazu benutzt werden, um die Einzelheiten des Zollunionsprojektes einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen, sondern auch dazu, alle möglichen anderen, mit der Zollunion nur in losem Zusammenhang stehenden Methoden zu erwägen, die zu einer Senkung der bestehenden Zolltarife führen könnten. Die deutsch-österreichischen Verhandlungen haben sicherlich das Verdienst, diese Frage erneut vor das Forum der Oesfentlichkeit gebracht zu haben. Alle diesbezüglichen Anregungen von anderer Seite sind bisher ziemlich fruchtlos geblieben. Ein Hindernis war in erster Linie immer die Meist- begünftigungstlaufel der Handelsverträge. Diese Klausel wurde nicht nur von England, sondern auch von Staaten mit Hochschutzzöllen dazu benutzt, um anderen Ländern eingeräumte Zollvergünstigungen für sich in Anspruch zu nehmen! In früheren Zeiten hat die Meistbegünstigungsklausel zweifellos der Idee des Freihandels gute Dienste geleistet in der Gegenwart aber hat sie sich durch die Art ihrer '^and'und Mbesumne Kr V Markt« für das neue fSirmoWite 1 Gebäuden und 'N 10000 Warf rrMbrtriebz, rvmtztHMrk an die Mitte- ' hm mit einer auf den Fond- »SB ® -».ZN ZZ der neue. fun9ln Aech. L"' n- ^'der wich yrantteo" Ä w ^chrs durch. feftw mit itQtf derabs^». le MAU 3 ist für die 6r- ■ Strahenbeleuch. fort in den Dor- war hierfür nicht» sicht ein erneuter Bereitschaft. Dazu Marl aus Kre- bewilligt wurden Summe bis jetzt 3m übrigen ist besonderes zu >ng hat man durch i der De'chasfung tmatetial die Seim Vorfahre auf ermäßigt, um den ltahmeseite derrin- in den beiden letz- tuten 939 000'M iren aber 1500000 ig gdommene De- L ung ist bantr- des Wvhmngs- ichtS aus Mriwährend man für och 418500 Mark ii Dvhnungsbau- hr lediglich 60 630 Mischen Darlehen snahme wird in der Summe von 490126 iJi^iele^W des^schömAugen j(t, wie die vome lte den Trunkenen cschreäter, bittender h ruhig zu ballen. t Mario denn auch ten Am legte und aufbegeM^ men Sachen, anM ist dabei, menneutt Ditve ist. e'nmal rt&g. gjSonÄ!* 0®ba’lh»w'11 Ito« ,a® 6>n®«- , chre ö* 1? ^Inder J®* L Qjaium die Hu^Msjino2 Dirt>n ^Men hre de" « wieder' i^S Aiigrcif^ ;**** ch^küw einen J Liskvv «" 0 ■**’ * , Platz- vperation bei der gegenwärtigen Gage beS Geldmarktes durchführen. Zieht man das Ergebnis aus den eirrgehenden Betrachtungen des neuen Haushaltsplanes, so ist festzustellen, daß er sowohl in der Detriebsrech- nung, wie auch in der Dermöaensrechnung der unerfreulichste Plan seit der Markstabilisierung ist, nicht durch die Schuld der Stadtverwaltung oder deS Stadtrates, sondern lediglich als Folge deS ständigen weiteren Abgleitens der deutschen CEDtrt- schaftsverhältnisse. Erfolge der hessischen Ziegenzucht. Der Lairdesverband der Ziegenzucht vereine für den Dolksstaat Hessen führte auf der Ausstellung der Deutschen Landwirt - schafts^Sesellschaft (DLG.) in Hannover 22 Ziegen bzw. Böcke bei dem Wettbewerb in Eintel- klassen vor. Hiervon wurden 20 Stück mit Preisen bedacht. Acht Ausstellungsziegen stammten aus der Provinz Starkenburg, vornehmlich aus dem bekannten Zuchtort Pfungstadt, der Rest aus O be rhessen. Die aus Oberhessen bei den Cinzelprä- miierungen vorgeführten Tiere erhielten nachstehende Preise: Bock der Stadt Lauterbach Is-Preis und Ehrenpreis der Landwirtschafts- kcrmmer für Hessen: Stationsbock Leu sel II. Pr.: Bock der Gemeinde Billertshausen III. Pr.; StationSbock Alsfeld Anerkennung: Bock der Gemeinde Hattenrod In-PveiS: Dock der Gemeinde Angersbach II. Pr.: Ziege des Hch. Münster (Hattenrod) Is-Preis und Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer für Hessen; Ziege des .Rau IV. (Hattenrod) IV. Pr.; Ziege des o Schwarz (Griedel) II.Pr.; Ziege des Leonh. Decher t (Maar) II. Pr.: Ziege deS Hch. Dreut II. (Griek^l) III. Pr.: Ziege des Ehristoph Scheid VI. (Grohen-Duseck) IV. Preis. Oberhessen stellte somit in den beiden wichtigsten Klassen, der Klasse der älteren Böcke und der Klasse der älteren Ziegen, die Spihen- tiere. 3m Milchlei st ungs Wettbewerb erhielten die Ziege des Hch. Rau IV. (Hattenrod) einen II. Preis, die Ziege von Münster (Aattenrod), ’ r Außerdem wurde der Sammlung des Landesverbandes der Ziegenzuchtvereine für den Dolksstaat Hessen der la- und Siegerpreis des Reichsernährungsministeriums zugesprvchen. Schwerer Verkehrsunfall. Zwei Schwer, und ein Leichtverletzter. Marburg. 12. Juni. (MSN.) In der Deutsch- Hausstraße ereignete sich gestern gegen 22 Uhr ein schwerer Berkebrsunsall. Als der Reisende Rothman n aus j)annDoer, der Sohn des Garagenbesitzers Röll aus Marburg sowie der Autoschlosier Hellmann aus Marburg damit beschäftigt waren, eine Panne an dem Auto des Reisenden aus- zubessern, fuhr ein hiesiger Geschäftsmann mit feinem Auto in rasender Fahrt so dicht an dem unter einer brennenden Straßenlaterne stehenden Auto vorbei, daß er die drei an ihm beschäftigten Personen umriß und etwa 20 Meter mitschleiste. Rach kurzem Halten fuhr der rasende Autofahrer weiter, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Rothmann erlitt einen doppelseitigen Schenkelbruch, eine Gehirnerschütterung und innere Verletzungen, so daß an seinem Auskommen gezweifelt wird, während Röll einen Schenkelbruch und Hellmann schwere Quetschungen daoontrug. Wie festgestellt wurde, ist der Führer des rasenden Autos betrunken gewesen. Oer Frankfurter Kreditbrief- fchwindelversuch. 30 Kreditbriefe gefälscht. WSR. Frankfurt a. M., 12.3uni. Der versuchte Kreditbriefschwindel in Frankfurt entpuppt sich jetzt als eine sehr genau vorbereitete Sache internationaler Gauner. Das Kreditbriefpapier ist echt und wurde von einem ungetreuen Bankbeamten in Montevideo (Uruguay) den drei Gaunern geliefert, die etwa 30 Kreditbriefe auf Beträge von 3000 bis 4000 englische Pfuikd fälschten. Zwei von den Burschen wurden, wie bereits gemeldet, gefaßt: einer, der 31 Jahre alte Pedro Gomez enttarn. Gomez ist der einzige, der noch über einige Geldmittel verfügen dürft«- Weitere Fahndungsmaßnahmen sind bereits getroffen worden. Das Rote Kreuz in Hessen. Helft helfen! Roikreuztag am 14. Zuni. Wenn der Rotkreuztag herannaht und man sich mit Bekannten über seinen Zweck unterhält, muß man immer wieder die Beobachtung machen, wie wenig eigentlich manche Kreise unseres Vol- kes von dem Wesen und der Tätigkeit des Roten Kreuzes wissen. Deshalb ist es vielleicht nicht ohne Rutzen, wenn nachstehend ein kurzer Ueberblick über die Tätigkeit in Hessen gegeben wird. Der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz, der nun seit 66 3ahren besteht und in 53 Zweigvereinen und 80 Sanitätskolonnen etwa 7000 Mitglieder zählt, hat in den letzten 3ahren insofern seine Struktur perändert, als die Freiwilligen Sanitätskolonnen an Bedeutung außerordentlich gewonnen haben. 3hre Zahl ist von 21 im Jahre 1919 aus 80 in diesem 3ahre angewachsen, und cs vergeht kaum ein Dtzonat, ohne daß sich neue Formationen bilden. Das ist ersreulich, denn bei der außerordentlichen Ausdehnung unserer Der- kehrsverhältnisse besteht für jedes größere Gemeinwesen ein starkes Bedürfnis, eine pflichteifrige und gut ausgebildete Mannschaft zu besitzen, welche in der Lage ist, bei Unfällen rasch und zuverlässig erste Hilse zu leisten. DieS wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern, denn der Krastwagenverkehr breitet sich immer mehr aus, der intensive Sportbetrieb unserer 3ugend führt zur häufigen Ansammlung großer Menschenmassen, und auch die vermehrte Maschinenverwendung in Industrie und Landwirtschaft hat zur Folge, daß Unfälle leiber weit häufiger vorkommen, als in früheren Jahren. Reuerdings haben die Freiwilligen Sanitätskolonnen ihre Tätigkeit über die Krankenbeför- derung und die erste Hilfe hinaus noch erweitert, indem sie auf Anregung des Hessischen Landes- vreins noch neue Dienstzweige ausgenommen haben. Hier ist zunächst der Slraßenhilfvdienst »u nennen, in dem an allen durchgehenden Straßen ein ununterbrochenes Reh von Unfallmelte- unb Hilfsstellen eingerichtet wurde, welche letztere mit mehreren gut ausgebildeten Sanitätsleuten besetzt und mit Tragen und Verbandsmaterial ausgerüstet sind. Ferner ^wurden an allen größeren Badeplähen an Rhein und Main gemeinsam mit der Deutschen Lebcnsrettungsgesellschast Rettungswachen ausgestellt. Und endlich wurde eine große Zahl von Kolonnen mit Gasschuhgeräten ausgerüstet und ausgebildet. Daneben werden in jedem Winter im Einvernehmen mit den Unfallberufsgenossenschaften eine große Anzahl von Betriebshelfern für die Industrie ausgebildet und wird die Heranwachsende Jugend in den höheren Schulen in der ersten Hilfe in regelmäßigen Lehrgängen unterrichtet. Wie groß die Tätigkeit der hessischen Sanitätskolonncn ist, erhellt daraus, daß im Jahre 1929 die Zahl der Krankentransporte 5585 und die der Hilfeleistungen 22 149 betrug. Im Jahre 1930 ist die Zahl der Krankentransporte auf 8246 und die der Hilfeleistungen auf 25 732 gestiegen. Ein wichtiges Arbeitsgebiet des Landesvereins ist nach wie vor die Fürsorge für die Altveleranen und Invaliden aus den Kriegen von 1866 und 1870/71, sowie für die Kriegerhinterbliebenen und Kriegsbeschädigten des Weltkrieges. Der gleichfalls schon 64 Jahre bestehende Lan- desfrauenverein vom Roten Kreuz (der Alice-Frauenverein) widmet sich in erster Ginie der Krankenpflege. Er bildet Krankenschwestern in vier Mutterhäusern aus, unterhält die Schwesternschaften in 25 hessischen Krankenhäusern und Krankenpflegestationen (430 Schwestern), betreibt die Krankenhäuser Alice- Hospital in Darmstadt und Alice-Heim in Mainz, und ist bestrebt, diese Anstalten mit allen neuen und erprobten Einrichtungen zu versehen. In einer besonderen sozialen Abteilung bearbeitet er in großem Umfange die Mittelstandsfürsorge, Studentenfürsorge und Erwerbslosenfürsorge. Gerade in letzterer Hinsicht haben beide Vereine gemeinsam im vorigen Winter durch Kinderspeisungen, Einrichtung von Freizeiten für erwerbslose Mädchen und Schaffung eines Tageraumes für erwerbslose Frauen und Mädchen ihr Teil zur Linderung der großen Rot beizutragen versucht. Ebenso haben sie im Schloß Bingenheim in Oberhessen schon vor mehreren Jahren ein Kinderheim errichtet, in dem zahlreiche erholungsbedürftige Kinder jedes Standes Auf- Sonntancibicnitb. •2(crAtrn.‘2luotbcfenam 14.6.31. öräul. Dr. Gürtler. Dr. W. Klein. Hirlchavvii eke. 3(ilmarAt: i n Fächer. D Am 14.3uni: Tag des Roten Kreuzes. Dom Wirken des Roten Kreuzes: Ein Kranker wird zur dringenden Operation mit dem Flugzeug nach dem nächsten Ort mit Krankenhaus befördert. nähme finden, wobei die Kosten der je vier Wochen dauernden Kur teilweise oder ganz vom Hessischen Roten Kreuz, der Arbeitsgemeinschaft beider Vereine,'getragen werden. An Hausangestellte beiderlei Geschlechts, die mindestens 20 Jahre in der gleichen Familie gedient haben, verleiht das Hessische Rote Kreuz jedes Jahr am Osterfest Anerkennungen in Gestalt silberner Broschen und Radeln. Es darf schließlich noch erwähnt werden, daß das Hessische Rote Kreuz im vorigen Winter die Anregung zu einer gemeinsamen Rothilfesammlung aller Spihen- verbände der freien Wohlfahrtspflege in Hessen gegeben hat, deren Ergebnis 70 000 Mark betrug und im wesentlichen auch für die Erwerbslosen verwetrdet wurde. Man wird zugeben müssen, daß diese umfangreiche und in eminentem Sinne gemeinnützige Tätigkeit, weil sie jeden Volksgenossen ohne Rücksicht aus seinen Stand, auf seine Konzession und seine politische Gesinnung zugutekommt, jede Förderung und Unterstützung verdient. Und so hofft das Rote Kreuz, daß sich auch am 14. Juni die Herzen und Hände unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen öffnen, um es in den Stand zu setzen, sein menschenfreundliches Werl fortzusehen und möglichst noch weiter auszubauen. Jede, auch die kleinste Gabe wird willkommen fein! Mit dein Rotkreuztag ist eine behörd- l i ch genehmigte öffentliche Sammln n g verbunden. Jede Spende, die der Sammlung zuflieht, kommt vermöge der in den Rotkreuzvereinen geleisteten ehrenamtlichen Tätigkeit restlos den Anstalten, Heimen und Einrichtungen des Roten Kreuzes und damit unmittelbar den Hilfsbedürftigen zugute. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 12. Juni. Ein Provisionsreisender aus Frankfurt a. M. hatte sich im Oktober 1930 in einem Gasthof eines Landortes emgemielet, um in der Gegend Fußbodenöl zu vertreiben. Eines Tages kehrte er von seinen Geschäftsgängen nicht mehr zurück und schrieb von einem andern Ort dem Wirt, er würde in den nächsten Tagen bezahlen. Das war aber nicht der Fall: erst nach Monaten erhielt dieser sein Geld von der Firma des Reisenden, der selbst Rame und Wohnort seines Gläubigers vergessen haben wollte. Wegen Rückfall- betrugs angeklagt, wurde er mangels ausreichenden Beweises freigesprochen; seine Angabe, er habe geglaubt, seine Zech^chuld bei dem Wirt könne gegen die Forderung seiner Firma aus Oellieferung aufgerechnet werden, war nicht einwandfrei zu widerlegen. Zwei Handwerksburschen hatten im Mai d. I. in Bad Wildungen den Geldbehälter eines Scho- koladenautvmats erbrochen, aus dem Stationsgebäude in Butzbach der Dutzbach-Licher Bahn einen Kasten gestohlen, in dem sie Geld vermuteten, der aber Verbandszeug enthielt, und schließlich aus einem Hof in Eberstadt Hemden und Strümpfe entwendet. Der eine erhielt fünf Monate zwei Wochen, der andere wegen Rückfalldiebstahls e i n 3ahr neun Monate Gefängnis. Beide erkannten das Urteil an. 3m Januar 1929 waren ein Schlosser, ein Melker und dessen Geliebte, in eine 3agdhütte bei Blofeld eingebrochen und hatten dort alle möglichen Sachen mitgenommen, die sie teils verkauften, teils für sich verwendeten. Wegen Rückfalldiebstahls wurde der Schlosser zu einem 3 ahr Zuchth aus verurteilt: der Melker erhielt acht und seine Geliebte drei Monate Gefängnis. Auch dieses Urteil wurde alsbald anerkannt. kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 14. Juni. 2. Sonntag nach Trinitatis,. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfr-Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Pfr. Mahr: 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinde; Pfr. Mahr. — Zohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarrassistent Seemann; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer: 20: Bibelbesprechung im Jo- hannessaal: Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Alken Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elisabeth-Kleinklnderschule. 9.45:. Pfr. Lic. Ußaas. Bei schönem Wetter Waldgottesdienst im Bergwerkswald. — 3m Saale der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Neue Aula. 11.15: Universitätsgottesdienst; Predigt: Professor D. Rudolph. — Klein-Linden. 9: Hauplgottesdienst; Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.30: Kindergottesdienst. — Wicseck. 9.30. — Alken-Vuseck. 11. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend: 13.30: Mainzlar. — Haufen-Garbenteich. 10: Hausen, anschließend Christenlehre: 12.30: Garbenteich. — Dahenborn-Skein- berg. 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Lich. 8: Stiftspfarrer Draubt; 9.30: Stiftsdechaot Kahn: Christenlehre für die männliche Jugend. katholische Gemeinden. Samstag, den 13. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 14. Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte-, 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt. — 11: Messe mit Predigt: 14: Christenlehre und Andacht: 15: Ver- sammlung der Jungfrauen-Kongregation. — Echzell. 10.45: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt: 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 14. Juni. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 16. Juni. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. 9 weil es nicht teurer ist als gewöhnliches Benzin. OER FACHMANN DER RECHNENDE, SHELL Auto-Benzin, das sich bei den Versuchsprüfungen 1929 auf der Avus als ein Kraftstoff von besonderer Wirtschaftlichkeit erwiesen hat. 8 H E L L S|i HJ El L Ab heute, nur solange Vorrat reicht, verkaufen wir ganz ohne Rücksicht auf den Gestehungspreis zu nachstehenden spottbilligen Preisen! Jetzt schlagen wir dem Fall den Boden aus Waschstoffe 1 Meter B’wollmousseline QE in verschiedenen Mustern................. 1 Meter Indanthrenstoff CO 80 cm breit, für Gartenkleider.............. UU -S> 1 Meter Wäschebatist CO 80 cm breit, in vielen Farben............. 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Dom Hoyerberg Übersicht man entzückt diese westliche „Most-Ecke" Bayerns, das an trinkbaren Flüssigkeiten von jeher nicht arm war. Und drüben über'm See blüht es im Hagnauer Kirschenparadies! Tag für Tag pendeln zur Erntezeit die „Kirschenschiffe" hin und her, beladen mit lirschenschmausenden Manschen, die den Reichtum in Körben und Körbchen nach Hause tragen. Diese „Hagnaäer Kirschenwal l s a h r t" , heißt es, sei die angenehmste und beliebteste im ganzen Gau. Der^Wandcrer steigt auf den weihen Boden- seedampfcr, fährt an den großartigen Aussichtsmolen von Friedrichshafen vorbei und steuert aus dem Majestätischen ins 3ntime, in die Duchten des Ueberlinger Seearmes. Wenn irgendwo, so beglückt uns hier deutscher Süden, eine kleine, sonnen reiche Riviera zwischen blauer Seeflut und weich schwingenden Rebhügeln, zwischen strotzenden Fruchtgelanden, Wäldern und Gärten, wo das dunkelschwere Erdreich oft wahre Pflanzenwunder entfielen läßt. Hoch und grün schwimmt Rebberg an Rebberg vorüber: der erste Weingau, den Rheinwasser auf deutschem Boden wässert, nicht verwässert. Mitten darin die uralte Meersburg. Alles erinnerungsschwer — Schlösser und Städtlein, gleich einer bunten, mittelalterlichen Chronik mit vielen kunstvollen Arabesken. Lleberraschend ist der südliche Einschlag in steilen Treppengäßchen, manchem freskenge- fchmücktem Haus, riefigen Kellergewölben, wo im Herbst der Traubensegen in die Kelter rauscht. Üebcrall Dlumengerank um schmale Fensterborde, Freude für Äünftleraugen. und in altväterischen Gaststätten weinfrohe Winkel, Freude für Künstlerherzen, die auf den roten Meersburger schwören. Begeisterte erklimmen den gewiß poetischsten Rebberg der Welt, den Deutschlands größte Dichterin, die D r o st e, erst kaufen konnte, als ihr erstes Lyrikbändchen erschienen war... Herrlich geht von hier die Schau über den licht- funkelnden See, über Städte und Berge zur gewaltigen Alpenbühne im Süden, vom silberweißen Säntis beherrscht, und man träumt so ins Blaue, bis das Konstanzer Schiff drüben seine Rauchfahne aufzieht. Dringende Mahnung, daß gerade noch Zeit ist, den Steilhang hinabzusausen und den Anschluß zur Mainau zu erwischen. Berühmt ist der fast exotische Pflanzenwuchs der mit künstlerischem Verständnis angelegten, liebevoll gepflegten Gärten, die vom mildesten Klima dieser Gegend sprechen. Reizvoll umblühte Wege, üppige Bosketts, stille Laubgehege, Marmorbilder, fremd vor fremdländischen Taxushecken, auch gärtnerische Spielereien, Grotten und Brunnenrieseln. Draußen aber, wo die Hänge sich sanft zum Seespiegel neigen, ein wildes, buntes Blumenleben auf allen Wiesen, mächtige Baumgruppen stehen zwanglos verstreut, und die Wege ziehen weiter, in die Wälder hinein. Es gibt ilebergänge zu den Konstanzer Forsten, wundervolle Duchenhallei', öurd) die man die alte Dischofsstadt, Hauptstadt des deutschen Do- denseegebietes, in wenigen Stunden erreicht. Man kann quer über den „Dodanrück", durch unberührte Waldeinsamkeit zum Untcrfce, bis Radolfzell schweifen, und der Wanderer nach ilebetlingen findet Höhenwege, von deren Schönheit fich die meisten Dodenseesahrer nichts träumen lassen! Schon das dichte Waldreich um Dodrnan, das man auf dieser Wanderung zuerst erreicht, ist mit seinen Gründen und Zobeln, den versteckten Burgen, Frauenberg, Hohenbodman, mit dem verträumten Seeneskchen Bodman selbst, eine der interessantesten kleinen Welten in diesem Gau der Mannigfaltigkeit. Bodman war bekanntlich die älteste Alemannensiedlung am See, dem sie im Mittelalter den Ramen gegeben haben soll. Bemerkenswerte römische Funde, Aufdeckung von Alemannengräbern, Pfahlbauten, Resten einer karolingischen Königspfalz zeugen von eifriger Forfcherarbeit und geben dem grünen Bodanwin- kel ein fesselndes Relief. — Don Bodman fährt man am besten im Kahn über den schmalen See- arm nach Friedrichshafen und erreicht hiermit den herrlichsten Hohenweg am deutschen Ufer, der in wechselvollem Auf und Ab nach Meberlmgen führt. Lichter Buchenhochwald und blumige Wiesenpfade; Aussichtskanzeln — der bezaubernde Blick von Steinpalmen (675 Meter hoch); das Idyll des Haldenhofs mit Ruine Alt- Hohenfels, einst die Minnesängerburg Herrn Burkhards von Hohenfels; abenteuerliche Schluchtengen beim Hödlingertobel mit der einsamen Süßenmühle — und sogar eine Diets «Herrn ü h k e im Felsgeklüft, die größte und dennoch wohl die unbekannteste aller Gletschermühlen: Gleich einem vielfarbigen Filmband ziehen die Bilder dieses köstlichen Weges vorbei, bis man endlich zu den seltsamen „He i de n h ö h 1 e n" absteigt, jebem „Ekkehard"-Freund wohlvertraut, und nach einer weiteren Diertelstunde Ueberlin- gen anläuft — dort, wo es am merkwürdigsten ist I Dieses vielseitige Dodenfeestädtlein — höchst mittelalterlich adjustierte Reichsstadt mit Mauern und Türmen, ernsthaftes Mineralbad, lustiges Seebad und Sommerfrische — hat den absonderlichsten Kurpark der Welt, und zugleich vielleicht den schönsten deutschen Tropengarten: im Festungsgraben. Ein Gärtnergenie kam auf die Idee, zwischen den zyklopischen Molasse-Felswän- den, der natürlichen Umwallung mehrerer Gräben, ausländische Gewächse, südliche Radelhölzer, Agaven, selbst Kakteen, in herrlichen Gruppen anzupslanzen, und der absolute Windschutz, feuchtes Seeklima und wahrscheinlich auch die Doden- beschaffenheit dieser uralten Erdgänge halfen mit zum Erfolg. Neue Reiselüeraiur. — Rheinland. Von Herbert Eulen, berg. Mit vielen Zeichnungen von F. M. Jansen und Otto Pankok. Farbiaer Umschlag von Walter Trier. Kartoniert 3,80 Mark, Leinen 4,80 Mark. München, Pioer. — (213) — Ein neuer Band, der zwölfte, der bekannten Führer „Was nicht im Baedeker steht". Was Eulenberg als geborener Rheinländer über seine engere Heimat schreibt ist wirklich erlebt und geschaut und so kenntnisreich, daß nicht nur der Reisende, sondern auch der Einheimische viel aus dem Buche lernen kann. Eulendera führt uns mit Luft und Laune, zu Fuß und zu Wagen durch das Gebiet von Tanten bis Bingen, durch die Täler der Mosel, Ahr und Lahn und durch die Eifel bis nach Aachen. Heber große und kleine Städte, über Schlösser und Burgen, über Klöster und Abteien und nicht zuletzt über die kleinen alten Weinnester und die Weine selbst erzählt er tausend unterhaltende und instruktive Dinge. — Zum Ostseejahr 1931 hat der Verlag Bibliographisches Institut AG. in Leipzig die Ostsee- führet seiner bekannten Sammlung „Meyers Reisebücher" in gänzlich neuer Bearbeitung heraus- gebracht. — (209/211) — In drei handlichen Bänden ist die gesamte deutsche Ostseeküste von der Flensburger Förde bis zum Memelgebiet einschließlich des Hinterlandes ausführlich behandelt. Die Osthälfte Schleswig-Holsteins bis Hamburg im Süden und das ganze Mecklenburgische Gebiet sind in dem Band „M e rf l c n b u r g" vereinigt (300 Seiten mit 22 Karten, 27 Plänen und 4 Grundrissen. In Ganzleinen 4 RM.). Das Buch gibt zuverlässige Auskunft über alle Seebäder, Kurorte und Sommerfrischen, es führt zu den Schönheiten der Förden und den waldumrahmten Binnenseen der mecklenburgischen und holsteinischen Schweiz, es zeigt die Sehenswürdigkeiten der alten Hanfastädte Lübeck und Hamburg, die interessanten Werft- und Hafenanlagen Kiels, die Kunstschätze der Kirchen, Schlösser und Museen. — Der anschließende Band „P ommer n" (284 Seiten mit 10 Karten und 14 Plänen. In Ganzleinen 3,75 Reichsmark) behandelt in gleicher Ausführlichkeit den mittleren, wohl meistbesuchten Teil der deutschen Ostseeküste einschließlich der schönsten und größten deutschen Insel Rügen und der vielbesuchten dänischen Insel Bornholm. — Endlich:, ,O st p r e u ß e n" (212 Seiten, mit 11 Karten, 12 Plänen und einer (See- zeichentafel; in Ganzleinen 3,50 RM ). Der Ostpreu- ßenführer zeigt alle Zugangswege; für Polen, Memelgebiet, Litauen werden wertvolle Verhaltungsmaßregeln gegeben; die Seebäder von Zoppot bis Memel, die Kurische Nehrung und die Masurischen Seen, die sehenswerten Städte und die Schlachtfelder von 1914/15 sind ausführlich dargestellt. Meyers Ostseebände enthalten zusammen die stattliche Zahl von 43 Marten und 53 Plänen. Auch in der farbigen Gestaltung und in der Klarheit und Vielseitigkeit sind diese unübertroffen. Sogar Jugendherbergen und Autobuslinien sind überall verzeichnet. Wanderfahrten. Butzbach — Cleeberg — Vodcnrod — Hausberg — Butzbach. Wir fahren mit Sonntagskaste nach Butzbach, überschreiten den Bahnkörper und gehen über den Schrenzcr schwarzen Punkten nach am gastlichen Forsthaus Butzbach vorüber durch einsame Waldung und schließlich über Felder zu dem 312 Meter hochgelegenen Dorf Cleeberg, das, von einer Ruine überragt, eine anmutige Lage hat. Von hier folgen wir grünen Strichen, die uns, meist durch Wald, nach dem hochgelegenen Taunusdörfchen Bodenrod führen. Roten Strichen nach gelangen wir in einer Stunde über altgermanische Ringwälle zum Hausberg, von dessen Turm wir einen umfassenden Rundblick über die Wetterau mit zahlreichen Dörfern haben. Von hier gehen wir roten Keilen nach über das reizend gelegene Dörfchen Hausen nach Butzbach zurück. Marschzeit 5'/i Stunden. Gießen — Wißmar — Ruttershausen — Odenhausen — Schmelz — Fronhausen. Wir gehen von der Unterführung in- der Eder- straße blauen Strichen nach, die uns den Bahndamm entlang führen. Kurz vor der Badenburg verlassen wir das Zeichen, überschreiten die Lahnbrücke und kommen nach Wißmar. Gleich nach den ersten Häusern schlagen wir nach rechts einen Feldweg ein, der uns an der Eisenbahnbrücke vorüber auf die Rutters- hauiener Straße bringt. Wir gehen nun zumeist am Lahnufer mit hübschen Landschaftsbildern entlang, durch Ruttershausen und hierauf an hohen (Stein- brüchen vorbei nach Odenhausen. (Gute Einkehr.) Wir durchschreiten das Dorf, wandern am Altenberg her durch das anmutige Salzbödetal bis zur Schmelz, von wo wir jetzt schwarzen Punkten folgen und über einen mäßigen Höhenrücken nach unserem Endziel Fronhausen gelangen. Dauer der Wände- rung 4% Stunden. Reifewinke. Nordsecbad Borkum. Nordseebad Borkum, die weit ins offene Meer vorgeschobene grüne Inlel mit ihrem reinen Hochseeklima gewährt jährlich Tausenoen oqn Menschen angenehmen Aufenthalt und Erholung. Badeverwal- tung und Einwohner sind eifrig bemüht, den Gästen die Kurzeit recht angenehm zu gestalten. Borkum hat vorbildliche Badeanlagen: Seebäder Warmbad mit einem neuzeitlichen Inhalatorium, Licht und Lust- bad. Den Wünschen der Gäste entsprechend ist in diesem Jahre Gelegenheit gegeben, unabhängig von Ebbe und Flut zu jeder Tageszeit zu baden. Statt der festen Kursteuer ist eine Tageskurtaxe eingeführt, die längstens bis zum 15. läge des Aufenthaltes zu zahlen ist. Die Preise für Unterkunft und Verpflegung sind äußert niedrig gehalten; neu eingeführt sind preiswerte Pauschalkuren. Nordseeschlick als natürliches Heilmittel. Vor 3 Jahren ist durch die Deutsche Zentralstelle für Balneologie der Nordseeschlick als Heilmittel entdeckt worden. Ein fachmännisches Gutachten stellt fest, daß der bei Wilhelmshaven unter besonders günstigen Bedingungen anfallende Nordseeschlick „Zweifellos ein ebenso brauchbarer Heilschlamm ist, wie die untersuchten berühmten russischen Fangovor- kommen". Das bedeutet, daß mit einem Schlage für Deutschland auch hinsichtlich der Heilschlamme die Unabhängigkeit vorn Auslande gesichert ist. Die fräf- tige Wirkung des Schlicks, von der Wissenschaft im voraus fcftgefteUt, wurde durch die lebendige Erfahrung bestätigt. Trotz des herrschenden Kapitalmangels hat die Stadt Wilhelmshaven die erforder- lichen Mittel herbeigeschafft, und sie hofft, spätestens am 1. Juli eine neue Kuranstalt dem Betrieb übergeben zu können. In bestimmten Erkrankungsfällen empfiehlt es sich, Schlickbäder im Wechsel mit Moorbädern und Warmseebädern zu verabreichen. Auch die dafür erforderlichen Einrichtungen sind vorhan- den. In Aerztekreisen wird dem Schlickheilverfahren schon jetzt starke Bedeutung beigemessen. Die Wilhelmshavener Badeverwaltung hat über den Schlick als Heilmittel eine hochinteressante Schrift herausgebracht, die auf Anfordern kostenlos übersandt wird. Sommer- und Hcrbftreiscn 1931 der Schiller-Akademie. Die Schiller-Akademie bringt im Rahmen ihrer übrigen kulturellen Veranstaltungen auch im kommenden Sommer und Herbst eine Reihe von allgemein zugänglichen, gemeinnützigen Studien, und Ferienfahrten zur Durchführung, die unter anderem im Juni und September nach dem Sonnenland Dalmatien, in den Ferienmonaten Juli und August nach den Weltstädten Wien, Budapest, Paris und London sowie nach Norwegen, Schweden und Dänemark führen. Anläßlich der Studienfahrt nach Paris werden die Schlachtfelder und Gräber um Verdun besucht und kann ein Ausflug in die Normandie und nach den Weltbädern Deauville und Trouvllle unternommen werden, während von London aus Ausflüge nach Oxford, Stratford und zur Insel Wight sowie nach Schottland vorgesehen sind. Jrn Herbst veranstaltet die Akademie zwei besonders schöne Fahrten, und zwar eine Reise nach Spanien und Marokko und eine Fahrt nach Athen-Konstantinopel zu überaus günstigen Bedingungen. 3563 V Sommerkur für Erholuoüstieim „Eicbhof“, Laaterbacli Strecke Gießen—Fulda (Hessen) beste Erholung und Genesung 3077 D Römlinghofen Post Öberkasfel i. Rh. 3533 D Gasthaus Thörner. Pension Höhnet 3669 D SchloB-Cafö Marburg zimmer, Saal, Garage usw. 3978 D Mittwoch: 5-Uhr-Tanz-Tee 3572 D PROSPEKTE UND AUSKÜNFTE DURCH DIE BADEVERWALTUNGEN UND ALLE REISEBÜROS Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs Täglich ab 15.30 Uhr: Konzert Dienst.,Donnerst.,Sonnab. u. Sonnt. :Tanz-Abend Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschlag» Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstrafle 1 1 I 10 Min. von Bad Salzschlirf, am Südostabhang des Eichbergs, mit großen in die Waldungen des Eichbergs übergehend. Parkanlagen, macht einen Aufenthalt einzig idyllisch. Einzel- u. 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Nachdem sich gegen Ende der vergangenen Wochr eine leichte Erholung durchgeseyt hatte, gestützt auf eine bessere Beurteilung der außenpolitischen Lage, setzte sich der Kursabbau zu Beginn des neuen Berichtsabschnittes weiter fort. Der weitere Verlauf brachte dann wieder die tiefsten Kurse im letzten Halbjahr. Täglich kam in den führenden Werten Material heraus, das nur zögernd Aufnahme fand, so daß die Kursverluste zum Teil katastrophales Ausmaß annahmen. Die Nachrichten aus Chequers fanden an der Börse sehr geteilte Meinungen. Sn diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß zu Beginn der Woche englische Danken ihre Kredite prolongiert haben, offenbar nicht ohne Zusammenhang mit den politischen Vorgängen. Trotzdem war die Stimmung sehr gedrückt, da die inzwischen veröffentlichten Notverordnungen sehr verstimmten. Der gewisse Tendenzumschwung an der Neuyorker Börse nach der langen Daisseperiode konnte die Fülle der inneren Sorgen nicht verwischen. Die günstigsten Abschlüsse in der Industrie, wie Norddeutsche Wolle und Rütgerswerke und der evtl. Dividendenausfall bei dem erst zusammengeschlossenen Hoesch-Köln-Neuessen-Konzern, wirkten sehr störend. Das Hauptverstimmungsmoment in dieser Woche bildeten jedoch die anhaltenden starken Verkäufe am Rentenmarkt, die namentlich von dem ängstlich gewordenen Kleinpublikum vorgenommen wurden, wobei man nicht ganz grundlos Kapitalfluchtbestrebungen vermutete. Auch die starken Goldabgaben der Reichsbank im Zusammenhang mit der Schwäche der Mark wurde ungünstig fommentiert, ebenso die sich mehrenden Ablehnungen gegen eine Revision des Voung- planes, besonders von amerikanischer Seite. Die durchschnittlichen Kurseinbußen betrugen auf allen Marktgebieten von 3 bis 6 Prozent. Darüber hinaus verloren Allgemeine Lokal- und Kraftwerke, Elektrowerte, IG.-Farben, Schiffahris- aktien, Warenhauswerte, Mannesmann, Rhein. Braunkohlen. Stahlverein und Kunstseidepapiere bis zu 12 Prozent. Die größten Kursrückgänge hatten naturgemäß Aschersleben (— 19 Prozent), Salzdetfurth (—17 Prozent). Westeregeln (— 20 Prozent) und Ilse Bergbau (— 22 Prozent). Am Pfandbriefmarkt betrugen die Abschwächungen bis zu 2 Prozent, bei Industrie- obliaationen bis zu 4 Prozent und bei Reichs- schuwbuchforderungen bis zu 5 Prozent. Von Staatsanleihen gaben b.bprozenttge Vcunganleihe 4 Prozent nach. Liquidationspfandbriefe bis zu 1,5 Prozent rückgängig. Auch Stadtanleihen lagen mit bis minus 4 Prozent sehr schwach. Reichs- altbesihanleihe —1.5 Prozent, Schutzgebiete minus 0,5 Prozent, Reubesih ziemlich gehalten, ebenso ausländische Renten. Der Geldmarkt zeigte während der ganzen Woche eine leichte Verfassung und erst gegen Ende der Woche trat eine Versteifung ein. Am Devisenmarkt log die Mark andauernd unter Druck, dagegen konnte sich Madrid erholen. Wochenbericht vom frankfurter Schlachtviebmarkt. Die Preise am Frankfurter Schlachtviehmarkt sind weiter im Absinken begriffen. Rach wie vor bilden die hohen Auftriebe Anlaß hierzu. Der Absatz an den Konsum wurde durch die günstigen Witterungsverhältnisse weiter sehr erschwert. Die . Abschwächung ist nicht zuletzt auf die unsichere Lage im Schweinehandel zurückzuführen. Obwohl «. der Auftrieb mit 5464 Stück um 535 Stück weniger war. bewegte sich das Geschäft in engen Grenzen. ? Rach schleppendem Handel verblieb ziemlich Lieberstand. Die Preise konnten gegen die Vorwoche um 5 Mk. anziehen. Am Nebenmarkt für Schweine drückte jedoch außerordentlich starkes Angebot derart auf die Stimmung, daß die erzielten Gewinne wieder voll verloren gingen. Am R i n d e r m a r k t hat sich die Lage scheinbar etwas beruhigt; die Preise blieben durchweg gut behauptet, Bullen konnten sogar um 2 Mk. anziehen. Der Auftrieb war mit 1354 Stück (gegen 1157 Stück in der Vorwoche) ebenfalls größer. Das Geschäft konnte nach langem etwas lebhafteren Umfang annehmen, so daß der Markt geräumt wurde. Cs ist aber nicht ausgeschlossen, daß die Preise wieder nachgeben, zumal bereits von anderen Viehmärkten niedrigere Rotterun« gen gemeldet werden. Der Kälbermarkt hatte einen ziemlich erhöhten Auftrieb (1834 gegen 1614 Stück) zu verzeichnen. Nach anfangs lebhaftem Geschäft und um 2 bis 5 Mk. erhöhten Preisen, trat tim Kälberhauptmarkt durch die starke Beschickung ein scharfer Preissturz ein. Der Handel war schleppend, doch wurde der Markt geräumt. Die Preise lagen schließlich wieder bis zu 6 Mk. niedriger. Das Geschäft am S ch a f m a r k t ist nach wie vor sehr schlecht. Forderungen ermöglichen es nicht, den ziemlich schwachen Auftrieb (83 Stück) abzusehen. Es notierten per Zentner Lebendgewicht in Mark' Ochsen al) 45 bis 49, a2) 40 bis 44, bl) 33 bis 39; Bullen a) 41 bis 44, b) 36 bis 40; Kühe a) 35 bis 39. b) 29 bis 34, c) 22 bis 28; Färsen a) 45 bis 49. b) 40 bis 44, c) 35 bis 39. — Kälber b) 56 bis 59, c) 48 bis 55, d) 35 bis 47. — Schafe nicht notiert. — Schweine b) 45 bis 48, c) 47 bis 50. d) 47 bis 50, e) 45 bis 48. * * Dyckerhoff k Widmann AG. «Wiesbaden. Die GV. der Dyckerhoff & Widmann AG. genehmigte einstimmig den bekannten Abschluß mit der Verteilung einer 8prozentigen Dividende. Bezüglich der Aussichten für das laufende Geschäftsjahr wurde erklärt, daß sich eine Prognose zur Zeit nicht stellen lasse. Es wurde darauf hingewiesen, daß die öffentliche Hand als Auftraggeber sehr stark zurückgegangen sei und daß die Privatwirtschaft sich äußerste Zurückhaltung auferlege. * Cornelius Heyl AG., Worms. Die GV. genehmigte debattelos den bekannten Abschluß für das Geschäftsjahr 1929/30, wonach aus 0,93 Millionen Mark Reingewinn 4 v. H. (i. V. aus 0,25 Mllionen Mark Reingewinn keine) Dividende verteilt werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 13. Juni. (WTB. Drahtbericht.) Tendenz: unsicher. Die Wochenschlußbörse verzeichnete zu Beginn, im Anschluß an die leichte Erholung an der Abendbörse, weiter etwas f e ft e r e St u r f e doch war die Haltung noch ziemlich nervös. Anfangs bewirkten Deckungen der Spekulation und vereinzelt eingetroffene Kunden- oröers 1 bis 2 v. H. höhere Notierungen, wobei die Markstützung im Auslande etwas anregte. Nach den ersten Stursen kam wieder einiges Material heraus, was nur zu etwas ermäßigten Stursen Ausnahme sand. Wegen der immer noch angespannten inner- politischen Lage verwies man auf die heutige Sitzung der Reichsbank, in der eine Erhöhung des D i s k o n t s a tz es um 1,5 v. H. erfolgen soll, um damit der Markschwäche entgegenzuwirken, ferner auf das nicht unerhebliche Angebot am Rentenmarkt. Bei kleinen Umsätzen ergaben sich Besserungen d o n 1 b i 5 2 d. S). im Durchschnitt. Darüber hinaus gewannen Kaliwerke bis zu 3,5 v. H., Gesfürel 3,75, Bemberg 4 v. H., Chade 4,50 Mark. Am Chemiemarkt betrugen die Erholungen bei JG.-Farben 1, Deutsche Erdöl 2,5 und Rütgerswerke 2 v. H. Montanwerte von 0,5 bis 2 v. H. gebessert. Schiffahrtswerte und Bauunternehmungsaktien gewannen bis zu 1,7-5, Deutsche Linoleum 1,5, Siemens und Aku bis zu 1 v. H. Am Anleihemarkt Altbesitz 0,25 v. H. schwächer, Neubesitz knapp gehalten. Die Verkaufswelle am Rentenmarkt nahm heute an Umfang und Schärfe eher zu. Liquidationspfandbriefe, Stadtanleihen und Jndu- strieobligütionen weiter angeboten und schwächer. Neichsschuldbuchforderungen lagen um 2,5 v. H. schwächer. Die Schwäche des Rentenmarktes blieb wiederum nicht ohne Einfluß auf die Börse. Obwohl kein großes Angebot zu verzeichnen war, gab die Mehrzahl der Kurse im Verlaufe bis 1,5 v. H. nach. Am Geldmarkt machte sich in Erwartung einer Reichsbankdiskonterhöhung eine Marktversteifung geltend. Tagesgeld wurde um 1 c. H. auf 5 o. H. erhöht. Am Devisenmarkt lag das Pfund international etwas schwächer, die Reichsmark aus den obenerwähnten Gründen etwas gebessert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2142, gegen Pfund 20,4950, London gegen Neuyork 4,8630, gegen Paris 124,20, gegen Mailand 92,89, gegen Madrid 48,25, gegen Schweiz 25,0475, gegen Holland 12,0850. Berliner Börse. Berlin, 13. Juni. (WTB. Drahtbericht.) Das Hauptmoment für die heutige Börse war die Einberufung des Zentralausschusses der Reichsbank für heute und die beabsichtigten diskontpolitischen Maßnahmen. Man war sich darüber einig, daß es im Moment wichtiger ist, eine Entspannung am Dividendenmarkt herbeizuführen, selbst auf Kosten der deutschen Wirtschaft. Da aber auch innerpolitisch eine Beruhigung durch die etwas nachgebende Haltung der DVP. erkennbar war, konnte sich die Stimmung zu Beginn des offiziellen Verkehrs allgemein etwas bessern. Die Spekulation sah sich zu Deckungen veranlaßt, die Kurserholungen von 1 bis 3 v. H. zur Folge hatten, und das am Aktienmarkt herauskommende Material war nicht umfangreich. Größeres Angebot bestand aber noch am Rentenmarkt, was zum Teil darin feine Aufklärung findet, daß die gestern übriggebliebene Ware Unterkunft sucht. Man sah zu den Anfangskursen verschiedene Plus-Plus-Zeichen, bsonders die im Kurse niedriger stehenden Werte waren gesucht. Das Geschäft bewgte sich aber im allgmeinen in sehr engen Grenzen und bestand in der Hauptsache aus Dckungen dr Spekulation, lieber 1 bis 2 v. H. waren nur einzelne Werte gebessert. Julius Berger 4 v. H. Deutsche Erdöl 3,25, Kaliwerte bis zu 3,5, Elektrische Lieferungen und Schlesische Gas 4, Siemens 3, Gesfürel 3,5 v. H. usw. Mit Minus-Minus- Zeichen erschienen dagegen Deutsche Eisenhandel und Nordwolle, bei dnen heute die entscheidende Bilanzsitzung ftattfinbet. Am Anleihemarkt konnten sich die letzten Kurse etwa behauptet, auch Ausländer wiesen kaum Veränderungen auf. Pfandbriefe waren, wie schon oben erwähnt, überwiegend weiter an- geboten. Reichsschuldbuchforderungen um eine Kleinigkeit erholt. Am Geldmarkt trat schon in Erwartung einer 1- bis 2-v. H.-Diskonterböhung eine Erhöhung ein. Auch im Verlaufe wurde das Geschäft sehr klein, es setzten sich aber zunächst weitere kleine Kurserholungen um 1 bis 2 o. H. fort, im Anschluß an eine Sonderbewegung der Reichsbank. Polyphon und Elektrische ßiefrungen wurden plötzlich auf Effektivabgabe von Bankseite recht schwach. Gics;cner Wochenmarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 150, Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 25; Weißkraut 20 bis 25; Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10 bis 15, ausländische Bohnen 40 bis 45, Spargel 30 bis 60, Erbsen 20 bis 30, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 80, Zwiebeln 15 bis 20, Rhabarber 10 bis 15, alte Kartoffeln 5 bis 6, neue Kartoffeln 15 bis 20, ausländische Aepfel 50 bis 60, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 25 bis 45, unreife Stachelbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 40 bis 55, Aprikosen 70 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis 100-, Suppenhühner 90 bis 100; das Stück: Tauben 50 bis 70, Eier 9 bis 9, Blumenkohl 40 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 70, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bs 50; das Bund: gelbe Rüben 15 bis 20, Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 4 bis 5 Mark. Schweincmarkt in Lauterbach. Zum Schweinemarkt in Lauterbach waren an Ferkeln und Läufern 442 Tiere und acht große Mutterschweine zur Prämiierung aufgetrieben. Für sechs Wochen alte Ferkel wurden 12 bis 14 Mark, für ältere 18 bis 20 Mark und für Läufer je nach Größe 30 bis 40 Mark bezahlt. Der Handel ging flott vonstatten. Daten für Samstag, 13. Juni. Sonnenaufgang 4.09 Uhr Sonnenuntergang 20.39 Uhr. — Mondaufgang 2.11 Uhr, Monduntergang 18.08 Uhr. 1525: Vermählung Martin Luthers mit Katharina von Bora; — 1831: der Physiker James Clerk Maxwell in Edinburg geboren; — 1886: König Ludwig II. von Bayern verunglückt mit dem Irrenarzt B. von Gudden im Starnberger See. Talen für Sonntags 14. Juni Sonnenaufgang 4.09 Uhr, Sonnenuntergang 20.41 Uhr. — Mondaufgang 2.31 Uhr, Monduntergang 19.28 Uhr. 1828: Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar in Graditz gestorben; — 1880: der Dichter Walter von Molo in Sternberg i. M. geboren. Spielplan der Frankfurter Theater. Schauspielhaus. Sonntag, 14.Suni, 20 bis nach 23 Uhr: „Der Hauptmann von Köpenick". — Montag, 15., 20 bis gegen 23: „Elisabeth von England". — Dienstag, 16., und Mittwoch, 17., 20 bis nach 22.30: „Komparserie". — Donnerstag, 18., 20 bis nach 23: „Der Hauptmann von Köpenick". — Freitag, 19., 20 bis 22: „Margot urtib das Zugendgericht". — Samstag, 20., 20 bis gegen 23: „Robert und Bertram". — Sonntag, 21., 11 bis 13 (kein Kartenverkauf, Auslosung): „Die Laune des Verliebten" (Sonderveranstaltung des Vereins Opernhilfe). „Lehrstück" (Frankfurter Schauspielschule). 20 bis nach 23: „Der Hauptmann von Köpenick". Opernhaus. Sonntag, 14.3uni, 19.30 bis 22.30 Llhr: „Der Zigeunerbaron". — Montag, 15., 20 bis nach 22: „Wozzeck". — Dienstag, 16., 20 bis 22.45: „Der lustige Krieg". — Mittwoch, 17., 20 bis nach 22.30: „Die Boheme". — Donnerstag. 18., 19.30 bis gegen 22.30: „Cosi fan tutte“. — Freitag, 19., 20 bis gegen 23: „ilnöine“. — Samstag, 20., 18.30 bis gegen 23: „Die Walküre". — Sonntag, 21., 20 bis 22.45: „Der lustige Krieg". Aus aller Wett. Unwetter über Trier. Gestern nachmittag ging über dem Trierer Talkessel ein schweres Llnwetter, begleitet von Hagel und gewaltigen Regenmengen nieder. Viele Straßen wurden so stark überschwemmt, daß Keller und untere Wohnräume geräumt werden mußten. 3n das Selbstanschlußamt des Postamtes drang Wasser ein, so daß der gesamte Fernsprechverkehr in der Stadt zum Erliegen kam. Hitzewelle in Frankreich und Spanien. Seit drei Tagen lagert über Frankreich eine Hitzewelle, die sich besonders in den südlichen Provinzen stark auswirkt. In der Gegend von T a r b e s wurden gestern nicht weniger als 35 Grad im Schatten und 50 Grad in der Sonne gemessen. Seit 40 Jahren hat man hier eine derartige Hitze nicht mehr erlebt. * In Sevilla wurde gestern mit 44 Grad im Schatten die höchste Temperatur der Pyrenäenhalbinsel verzeichnet. Ungeheure heufchreckenichwärme im Süden Desiaraviens. Der Süden Westarabiens wird bereits seit einigen Tagen von ungeheuren Heuschreckenschwärmen heim- gesucht. Nicht weniger als 20 000 Hektar Saaten sind bisher von den Heuschrecken vernichtet worden. Etwa 15 000 Personen arbeiten Tag und Nacht an der Bekämpfung der Plage. Srieffaflen der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der SchriftleUung.) Stammtisch Nr. 1. § 62 des Reichsversorgungs- gesehes bestimmt: Hat ein Versorgungsberechttgter neben den Versorgungsgebührnissen ein Einkommen aus öffentlichen Mitteln, das nach der Berechnung zur Einkommensteuer monatlich 350 Mark beträgt (nach der vorletzten Notverordnung minus 6 Prozent — 329 Mk. — D. Red.), so ruht ein Zehntel der Dersorgungsgebührnisse. Für je weitere 60 Mk. ruht ein weiteres Zehntel. Dem Dersorgungsberechttgten bleiben jedoch mindestens drei Zehntel seiner Versorgungsgebührnisse. Z. 100. Rach den gesetzlichen Vorschriften sind- Sie zur Beisteuer für den Unterhalt Ihrer Mutter verpflichtet. Diese Zahlungsverpflichtung kann bis zur äußersten Grenze Ihrer eigenen Lebenshaltung in Anspruch genommen werden, solange Ihre Mutter sich in öffentlicher Fürsorge befindet. H. K. Die Kinderzulage steht Ihnen für den Mai zu. Machen Sie Ihren Anspruch bei dem vorgesetzten Ministerium geltend. Letzte Nachrichten. Schwere Llnruhen in Köln. Köln, 13. Juni. (2BIB. Funkspruch.) In der oer- gangenen Nacht ist es in fast sämtlichen Stadtteilen Kölns zu größeren 2!nfammlungen gekommen, wobei an einigen Stellen aufruhr- artige Szenen zu verzeichnen waren. In Köln- Kalk, Mühlheim, Lhrenfeld und mehreren anderen Stadtteilen wurde geschossen, dabei wurden einigepersonenverleht und zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Auch das Rathaus in Lhrenfeld wurde von den Aufrührern beschossen. Die Polizei war überall Herr der Lage und trieb die Zusammenrottungen auseinander. Line große Anzahl Personen, schätzungsweise an die 2 0 0, wurde sistiert. Die Polizeireviere der Altstadt haben Verstärkungsmannschaften erhalten, um etwaigen Wiederholungen in voller Alarmbereitschaft zu begegnen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 o. H Krankten a. 1)1. Berlin _________________________________________________________________1 Krankten a. Dl. Berlin Schmß- hird 1-Uhr- Äurd Schluß- terd Ansang- flur4 Schluß- lurd 1-Uhr- Kurs Schlichters Ansang- fiurd Datum 12-6. 13.6. 12.6 13.6. Dalum 12.6. 13.6. 12.6. 13.6. 6% Deutsche RetchSaniethe von 192? ......... 7% Deutsche ReichSanIethe von 1929 .......... Deutsche AnI.-BblSs.-SchuId mH Aullos.-Rechien....... Detgl. ohne Aulios.-Rechte . . 8% Hell. AoUrkiaat von 1929 trbckzahlb. 102%)...... vberhcllcn Provinz - Anleihe mti Audlos.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammel abl. Anleihe Serie 1....... 8% firanlf. Hyv.-Bank Goldpse XIII unlünbbar bU 1934 . . . 7% firanlf. Hyp.-Bank Goldpse unlünbbat bU 1932 ..... 1%% Rheinische Hov.-Bank 84 95,7 50,75 4,45 89 48,5 99 .93 87 100,5 96,5 19,5 16,13 14,5 2 2,5 2,5 7 12,25 5,1 | | «•* | | | | | | | | 1 1 II 1 1 1 1 1 1 II 1 II 84 95 50,9 4,5 88,5 48 100,5 96,5 20,2 16,4 15 2 2 6,8 12,5 5,1 50,8 4,5 1?2 16,25 2,05 2,13 13 5,1 z?omburg-AmeriIa Palei ... 7 Hamburg-Südam.Dampfschiss, 8 Hansa Tampsschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine Deutsche Creditanst. 10 Barmer Bankverein ... 10 Berliner HanveiSgesellschast . 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 Darmllädl-r und Nationalbank 12 Deutsche Bank und DiSconto-Gesellschast, ... 10 Dresdner Bank......10 MeichSbant .......12 A.E.lS............8 Bergmann.........9 Elektr. LleferungSgesellschast. 10 Licht und Krast......10 gellen & Guilleaume ... 7% GeleUschas» für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektrizitätS-Werke 10 Rbemische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schlickert S Co.......n Siemens & Halske.....16 TranSradto . ........ 8 Lohmeyer S Co.......10 Buderus . . ........6 Deutsche Erdäl . ...... 6 diener Steinkohle ...... k Geilenkirchener ....... t Harvcner . ....... 0 Hoelch Eilen........6% Iile Bergbau ....... 10 Kiückncrwerke ....... .7 Köln-Ncucssen..... 7 ManneSmann-Rähre» .... 7 Oberschlcs. Eilenbevars .... 6 Lberlchlel. Kol-werke.....7 Phöniz Bergbau..... 6% Rheinische Braunkohle« . . 10 Rhelnitahi.........6 Riebeck Monte«......7,2 38 40,25 102 100,25 110,25 100,25 100,25 118 76,5 89 55 93,75 125,5 87 28,5 47,5 52,5 37 46,5 23 36 130 54 39,75 41,25 100,25 110,5 100 100,25 118,25 76,5 89,25 79,5 93 126 22 50 48 36,5 56 38,5 86,25 68 40,25 102,4 100,25 110,25 100,25 100,25 116 75,4 59,75 83 88 54,5 75,5 90 92,75 123 86 26 47,5 52,75 46,5 35,13 122,5 36,5 37,5 45,25 23,75 51,25 35,5 130 53,25 39,4 87,5 86,5 41,5 102,5 100,25 111 100,25 100,25 117,25 76 87 88 56 79 93,75 126 88 28 51 54 48,5 125 37,5 48 25,25 53,25 35,13 132 55 8% Pc. LandeSpsandbriesanstalt, Blandbrtele R.l»...... 8% $r. LondcSplonvbriesanNaU, Romm.-Cbl. 81. 20...... ?% Pr. LandeSpiandbriekanitaU, $|anbbrie|c 81.11...... ll.E-G. abg. ®onrieg8-Obl!gatü> neu, rückzahlbar 1932 ..... 4% Oesterretchtlche Goldrente . . 1,20% Ocilerreichilche Silberrenle i% Ocilerreichilche Einheitliche Mente........... 1% Ungarische Goldrente .... 1% Ungarische Slaatsrente V. 1910 iy*% belgl. von 1913..... 1% Ungarische Kronenrente . . . 1% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Lagdadbahn-Anl. Serie 1........... 4% de-gl. Serie II....... 6% Rumänische vereint). Rente von 1903 .......... »%% Rumänische veretnh. Rente von 1918 .......... 1% Rumänische betetet. Rente . Krankten a. JJi. Leriln Schluß« 1 terd | 1-Uhr- Äurd Schteß- terd Ansang- Äurd Datum 12.6. 13.6. 12.6. 13.6. Bereinigte Stahlwerke 33 34,25 32,25 33,5 Otavi Minen . . . 16'/. — 17 16 17 Kaliwerke Aschersleben ■ ■ 10 100 102 98 101 Kaliwerke Westeregeln ■ 10 103 106 103 105 Kaliwerke Salzdetfurth • - • 16 154 157,5 153,5 157 I. ®. garben.Invuftrte 12 111 112 110 112,13 Dynamit Nobel . . . . 6 Scheideanllalt.... . 9 108 108,5 — — . 6 12,5 — 33 33 Rütgerswerke .... . 6 33,5 35,5 34 35,25 Metallgelelllchatt. . . . 8 52 52 53,25 — Dhilivp Holzmann . . . 7 58 59,5 57 59 Zementwerk Heidelberg a • 10 50,25 — — Cementwerk Karlstadt. ■ r. 10 86 —— — — Wavb & grevtaa . 8 15,5 16 15 — Schullbeis Patzenhoser • 16 — — 112 113 Oitwerte...... e ♦ 12 — —— —— Aku ...... < • • 18 . 56,5 57.25 55,5 56,25 Bemberg...... e e - 14 65 68,75 65 68 Zellstoss Waldbos . . e e 1V'/. — —— 63 63,5 Zellswll Alchassenbura • 12 49,25 — 47 Charlottenburger Wäger • • . 8 — — — Deliauer GaS . 9 — — 101,5 103,5 Daimler Motoren . . e e e . 0 17,5 — 17,13 18,5 Deutsche Linoleum . e e e e . 46 47,5 45,65 46,5 Molchinenbau A.-G. . . 0 —- Not. Automobil . . e e e . 0 — — — — OrenNein & Kovvel . . 6 — — 32,25 32,65 Leonhard Tietz . . . • • • 10 77 — 77,5 79,5 Evenska ... • • • • • 193 — 191,75 193 grankturter Maschine» - . 4 9 ■ 8 __ Gritzner...... . 6 27 — 25 —— Heyllgentiaedl . . . . t — — Iungbans. . . . . . 6 — — — — — — — — Maintrattwerle Höchst a. M.. . 8 52,6 — — — Miag........ IC — _ — Gebr. Roeder .... 10 — _ —— Böig« & Haesfner . . • - . 9 — _ _ _ Süddeutsche Zucker . • 10 95 — 95,25 — Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin, 12. Juni Geld Arles Amerikanische «Roten...... 4,24 4,26 Belgische Roten. ...... 58,53 58,77 Dänische Noten ........ 112,58 113,02 Englische Noten ........ 20,51 20,59 Französische Noten ....... 16,50 16,56 Holländische Noten ....... 169,66 170,34 Italienische Noten........ 22,02 22,10 Norwegische Noten....... 112,58 113,02 Deutsch-Oesterreich, I 100 Schilling 59,04 59,28 Rumänische Noten....... 2,495 2,515 Schwedische Noten....... 112,88 113,32 Schweizer Noten........ 82,02 82,34 Spanische Noten........ 42,02 42,18 Tschechoslowakische Roten..... 12,47 12,53 Ungarische Noten ....... 73,30 73,60 12-3uni 13. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Gew ' Aries Geld Aries Amst.« Rott. 169,41 169,75 169,41 169,75 Buen.-AireS 1,283 1,287 1,289 1,293 Brss.-Antw. 58,63 58,75 58,62 58,74 Cbrtstiania. 112,71 112,93 112,71 112,93 floDcnbagcn 112,71 112,93 112,71 112,93 Stockholm ■ 112,80 113,02 112,80 113,02 HcllmgforS. 10,599 10,619 10,595 10,615 Italien. . . 22,06 22,10 22,06 22,10 London. . . 20,474 20,515 20,475 20,515 Okutiort . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Paris. . . . 16,475 16,515 16,475 16,515 Schwei» .. 81,79 81,95 81,79 81,95 Spanien. . 42,46 42,54 42,68 42,76 Japan . . . 2,012 2,086 2,082 2,086 Rio de Jan. 0,331 0,333 0,326 0,328 Wien in D^> £?eft. abgeft. 59,185 59,305 59,18 59,30 Prag . . . . 12,479 12,499 12,473 12,493 Belgrad . . 7,455 7,469 7,455 7,469 Budapest. . 73,50 73,64 73,48 73,62 Bulgarien . 3,049 3,055 3,047 3,053 Lissabon . Danzig. . . 18,58 18,62 18,58 18,62 81,815 81,975 81,815 81,975 Äonfuntin. 1,784 1,789 1,784 1,789 Alben. . 5,458 5,468 5,458 5,468 Lanada . . 4,193 4,211 4,199 2,428 4,207 Uruguay. . 2,428 2,432 2,432 Lotev 21,00 21,04 21,00 21,04 SJL-tfpont Wer wird deutscher Fußballmeister? Hertha BSC. Berlin und SV. München 1860 im Finale in Köln. 3m Kölner Stadion wird am Sonntag der Schlußstrich unter eine Angelegenheit gezogen, die in diesem Jahre wie sonst nur selten die Gemüter der deutschen Fußballgemeinde in Erregung und Wallung versetzte. Aach allerlei Zwischenfällen und dem von einer Reihe von unglücklichen Zufällen bedingten Ausscheiden der süddeutschen Ersten und Zweiten hat sich der deutsche Meister des Dorjahres wieder für das Endspiel qualifiziert, in dem er unerwartet wieder auf einen süddeutschen Vertreter, den SD. München 1860, trifft. Daß die "Berliner in diesem Jahre bei der Art ihrer Bevorzugung hinsichtlich der Ansetzung ihrer Spieltermine und Orte bis ins Finale gelangen würden, hatte man erwartet. Allgemein rechnete man mit einer Wiederholung der vorjährigen Endspielpaarung zwischen Hertha BSE. und Holstein Kiel. Beinahe wäre es auch so gekommen, wenn nicht München 1860 durch den Sieg über Kiel den bewußten Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Süddeutschland hat also wiederum einen Der- tretet im "Rennen und es wäre durchaus verfehlt, diesem nun ohne weiteres eine sichere "Niederlage gegen die Berliner zu prophezeien. 3n der "Vorschlußrunde benötigte der deutsche Meister eine Verlängerung der Spielzeit, um sich des HSD. erfolgreich zu erwehren, während die Münchener gegen Holstein, das in seinem „Rekord" einen Sieg über den Dresdener Sporlclub hat, eigentlich recht sicher gewann. "Verfolgt man den "Verlauf der bisherigen Runden, so hat sich München ohnedies erheblich schwerer getan als sein sonntäglicher Gegner, der vor allen Dingen völlig ausgeruht in die Endspiele gehen konnte. Hertha/BSC. besitzt eine gute und schlagkräftige Mannschaft. Das wird den Berlinern niemand bestreiten wollen. Dor dem tollkühnen, manchmal aber auch unzuverlässigen Geelhar steht eine solide Verteidigung. Die Läuferreihe hat in Müller, der in seiner Veceinsmannschaft weil mehr zu zeigen in der Lage ist, als im Länderspiel gegen Oesterreich, einen überragenden Führer und im Sturm sind Hanne Sobeck, Ruch und Kirsey die treibenden Kräfte und die gefährlichsten Leute. München 1 860 hat sich seit der Ucbernahme des Trainings durch den allen Karlsruher Internationalen Max Breunig zu einer Klassemannschaft entwickelt. Die glänzende Form in den Trost- rundenspielen der Gruppe Südost wurde gegen Ende dieser Runde von einer vorübergehenden Schwächung abgelöst und inzwischen scheinen die „Löwen"" ihre alte Stärke wieder gefunden zu haben, Der beste Mann der Elf ist der Mittelläufer Pledl, vor dem ein ganz ausgezeichneter Sturm steht, dessen bester Mann der Internationale Lachner ist. Aber auch Stiglbauer, Oelden- berger und Huber sind ausgezeichnete Könner. Die Hintermannschaft, vornehmlich der Torwart Riemke, ist zuverlässig und sicher. Spieltechnisch werden die Münchener ihrem g u'en Gegner nichts nachstehen. Hertha hat den Süddeutscher aber die größere Härte und die längere Erfahrung und Routine voraus. Den Kampf selbst betrachten wir als offen. Schiedsrichier des Treffens ist Fis- f cnetoer tf) (München-Gladbach). DsB.-Gießeu. VfB. Liga — Germania 01 Bieber. Am Sonntag hat die Ligamannschaft des VfB. auf dem Waldsportplah einen Vertreter aus dem Maingebiet zum Gegner. Die Ligamannschaft der „Germania" Bieber spielt in der ersten Bezirksklasse zusammen mit Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach u. a. und spielte in dieser achtbaren Gesellschaft immer eine gute Rolle, wenn es der Mannschaft auch nicht gelang, an die Spitze zu kommen. Der Gegner stellt eine kampferprobte Els, in der verschiedene fähige Fußballspieler tätig sind. So hat zum Beispiel der Verteidiger Lukas einen guten "Namen, der linke Läufer Stahlheber und der Mittelläufer Meier sind Stützen der Mannschaft: außerdem verdient der Halblinke Kühnle genannt zu werden. Gut ist auch Winter im Tor. Die DfBer stehen vor keiner leichten Aufgabe. Es bedarf aller Energie, wenn die Grün-Weißen gewinnen, oder auch nur ehrenvoll abschneiden wollen. Die Mannschaft muß immer noch ohne Harrpt antreten, allerdings steht an feiner Stelle diesmal nicht Fehling, sondern ein neuer Mann, namens Greger früher Duisburg), der allerdings erst zu beweisen haben wird, in welchem Maße er sich in die Mannschaft einfügt. Außerdem besieht die Möglichkeit, daß ein weiteres neues Mitglied mitwirkt. Im übrigen tritt die Mannschaft in folgender Aufstellung an: "Böckler: Henrichs, "Dingel: Leutheuser, Kreß, Lehrmund: Schmidt, Fehling, Greger, Fcuster, Ritter. — Auf den Ausgang dieses Kampfes darf man gespannt sein Die Ligareserve des VfB. ist spielfrei. Die dritte Mannschaft fährt bereits heute nach Flensungen und trägt gegen den Gastgeber ein Propagandaspiel aus. Am Sonntag nimmt dann die "Mannschaft an einem Pokalturnier des Gastvereins teil. In Flensungen wird guter Fußball gespielt. Die Dritte wird hier im Handgalopp kaum Siege zu erringen vermögen. Die AH.-Mannschaft tritt auf dem Waldsport- plcw der gleichen vom Tv. Wieseck zum Rückspiel entgegen. Das Vorspiel endete 4:4. Jugendspiele. Vor Eintritt der Sperre sind alle Jugendlichen des VfB. nochmals auf dem freien Rasen tätig. Die 1. Iugendmannschaft trifft in Aß - l a r auf die gleiche des dortigen VfB. In Aßlar dürften die Gießener einen schweren Stand haben. Die 2. Jugend empfängt die 1. Jugend von Älein-h.-cDen; aus uicfem Kamps dürften die unsrigen BfBer als Sieger hervorgehen. Beide Schülermannichaften toe len in Wieseck um gegen die gleichen Mannschaften des Tv. Wieseck zu spielen. Zugendspiele der Spielvereimgung 1900. 21m Sonntag sind die letzten Wettspiele. 1900 hält noch einmal fiecr(d)au über seinen Nachwuchs und sendet alle Jugendmannschaften ins Gefecht. Die 1. Jugend hat sich als Abschluß dieser Spielserie etwas Besonderes vorgenommen und keine geringere als die A 1. Jugend der Eintracht- Frankfurt verpflichtet, die in ihrem Bezirk an führender Stelle steht. Der Gast tritt in stärkster Aufstellung an und wird den typischen süddeutschen Fußball vorführen. 1900 erscheint ebenfalls mit seiner besten Jugend und wird von Anfang bis Ende alles aus sich herausgeben müssen, um die Abschluhprobe in Ehren zu bestehen und damit zu zeigen haben, daß seine letzten stetigen Erfolge nicht nur Zusallserscheinungen waren. Die 2. Jugend trägt ein längst fälliges Rückspiel aus und erwartet die 1. Jugend aus Ettingshausen. Die 3. Jugend empfängt die 1. Jugend aus Dutenhofen zum Rückspiel. Der Gast besitzt noch wenig Spielerfahrung. Die l-8-Schüler fechten bereits Samstag nachmittag ein Rückspiel gegen die BsB.-Schüler aus. Beide Mannschaften sind wohl gleichstark uNd wird es dq> her ein heißes Ringen um den Sieg geben. — Die I-A-Schüler werden sich bemühen, ein Rückspiel ge- Aen die Schüler des SB. Wetzlar, wohl die beste «chülermannschaft des hiesigen Bezirks, eine schwere Niederlage wieder auszugleichen. Sämtliche Spiele finden auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 statt. Leichtathletik der Sp.-Bg. 1900. Kommenden Sonntag veranstaltet die Kasse- lerTurngemeinde veichsoffene Wettkämpfe, an denen auch die Mitglieder von DSB.-Ver- cinen startberechtigt sind. Auch die 1900er werden sich auf der herrlichen Hessenkampfbahn einfinden. Sie sind vertreten durch drei Aktive und sieben Jugendliche. Von den erstgenannten beteiligt sich am Stabhochsprung, Weitsprung und über 110-Meter-Hürden Heini Jung. Besonders für die Hürdenstrecke yat sich Hopfenmüller prepariert, er wird außerdem Las Speerwerfen bestreiten. Lieber 100 Meter Kl. III will sich Schwab versuchen. Die Jugend hat die fünf ausgeschriebenen Wettbewerbe belegt, nämlich 100 Meter, 1000 Meter, Hochsprung, Speerwerfen und 4xl00-Meter-Staffel. Koch, Felsing, Guthardt, Gräf, Baumstieger, Mooh und Schlarb Oie Wundemixe Helen Madison kommt nach Europa. fielen Madison, die 16jährige amerikanische Wunderschwimmerin, die 15 Weltrekorde hält, wird in diesem Sommer eine Europareise antreten, bei der sie in mehreren Zentren des Schwimmsportes starten wird. bestreiten die Konkurrenzen. Schaaf läuft die 5000 Meter und will sich um eine besondere Zeit bemühen. Außerdem bestreitet er voraussichtlich die 1500 Meter. Auch der VfB. entsendet seine besten Leichtathleten. In der Leistungsklasse I bestreitet W. Müller die 100 Meter, Steines den Stabhochsprung. Kugelstoßen und Diskus M o h l und Gugel. In der Leistungsklasse II will Müller die 200 Meter lausen. Reih geht mit guten Aussichten zu den 1500 Meter an den Start. 3m Hochsprung wird Steines, der schon in Wetzlar 1,70 Meter sprang, die Farben seines "Vereins vertreten. Diskus und Kugelstoßen werden auch hier M o h l und Gugel bestreiten. Willi Müller ist für den Weitsprung in Klasse III gemeldet. Frauen und Jugend entsendet der VfB. nicht. Die Gießener Leichtathleten werden es in diesen Wettbewerben nicht so leicht haben wie in Wetzlar. "Namhafte Konkurrenz aus allen Teilen des Reiches ist am Start. Man hofft auf ein günstiges Abschneiden und zum mindesten auf einige günstige Plätze. Handball im Gau Hessen (O.T.) To. Großen-Linden. Während die 1. Mannschaft am kommenden Sonntag pausiert, tragen die zweite und die Schülermannschaft Freundschaftsspiele gegen die gleichen Mannschaften des Tv. Klein-Linden in Klein- Linden aus. Die Iugendmannschaft tritt auf eigenem Platze gegen Dutenhofens Jugend an. F.E. „Teutonia" W.-Steinberg. Am kommenden Sonntag treffen sich die zweite Mannschaft des FC. Teutonia Wahenbom-Stein- berg und der Spielvereinigung 1926 Leihgestern in Steinberg zum Gesellschaftsspiel. Das Vorspiel in Leihgestern endete 6:4 für Watzenborn-Steinberg. Ob bei diesem Spiel der Platzbesitzer das Spiel für sich entscheiden kann, muh in Frage gestellt werden. Die I. Dchülermannschaft fährt nach Steinbach, um sich mit der dortigen Schülermannschaft im Gesellschaftsspiel zu messen. Man rechnet den Watzenborn-Steinbergern ein kleines Plus zu. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi? 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Preußen. KreiS Wetzlar. Wißmar. 12. Juni. Eine schlimme Erfahrung mußte ein hiesiger Butter- und Gierhändler machen. Er hatte seit einiger Zeit einen Handwerksburschen in Diensten, der sich bald das Vertrauen seines Herrn zu erwerben wußte, bis er jetzt plötzlich unter Mitnahme eines Geldbetrages von etwa 140 Mark und einer Ubr verschwand. Die Polizei hat die Rachforschungen nach dem Flüchtling auf genommen und auch schon Spuren gefunden. — In unserem Gemeindewald macht sich der äußerst schädliche "Buchenrotschwanz. ein kleiner Schmetterling, bemerkbar, der jetzt an die Buchenstämme seine Eiablage vornimmt. ihn der drohenden Gefahr, die durch Massenauftreten der im Herbst geschlüpften jungen Raupen entstehen würde, zu egegnen, sollen unter Mithilfe der Schulkinder, soweit eS möglich ist, die Schmetterlinge gefangen und die »Eierfpiegel" zerstört werden. # Ahbach, 12. Juni. Der Landwirt Friedrich Will von hier erzielte auf der DLG.-Ausstellung in Hannover einen großen Erfolg. Er erhielt auf einen Bullen und auf eine Kuh je einen 1. Preis, auf die Kuh außerdem noch einen Ehrenpreis. —6— Hochelheim, 12. Juni. Gute Aussichten für eine reiche Ernte bietet in diesem Jahre der Behang der Kirschbäume. Schon in der näcbften Woche werden die ersten Frühkirschen geerntet werden können. Auch bei K e r n o b ft kann auf eine befriedigende Ernte gehofft werden, während der Behang der Zwet- schenbäume unterschiedlich ist. O Groß-Rechtenbach, 11. Juni. 3n- folge der Sperrung der Straße Klein-Linden— Lützellinden (Wasserleitungsbau in Klein-Linden) werden auf der Postautolinie Gieße n— Hochelheim die Haltestelle Abzweigung Groß- Rechtenbach auf der Vormittagsrückfahrt von Gießen und die Haltestellen Groß-Rechtenbach und Klein-Rechtenbach auf der Abendrückfahrt von Gießen bis auf weiteres nicht mehr angefahren. 00 Hörnsheim, 11. Juni. Da der Gemeinderat die Erhebung der Gemeindebiersteuer ablehnte, hat der Kreisausschuß in Wetzlar die Biersteuer vom 1. Juni ab mit den einfachen Sätzen für die hiesige Gemeinde eingeführt. Auch für fiochelheim wurde die Biersteuer vom Kreisausschuß beschlossen. I Dornholzhausen, 11. Juni. Bei der öffentlichen Verpachtung der Gemeinde, j a g d wurden zunächst die beiden Jagdbezirke einzeln und dann zusammen ausgeboten. Für den Gesamtjagdbezirk bot Kaufmann Ottmar Wetzel aus Frankfurt a. M. 910 Mark. Da die bisherige Pacht 1610 Mark betrug, wurde der Zuschlag nicht erteilt. Rundfunkprogramm des Frankfurter SenderS. (Aus bet „Radio-Umschau".) Sonntag, 14. 3uni. 7 bis 8 Uhr: Hafenkonzert aus dem Bremer Freihafen. 8.15: Kassel: Morgenfeier, veranstaltet von der evangel. Freiheiter Gemeinde zu Kassel. 9.15: 6 tu nix des Chorgesangs. 10.45: Oberursel: Iugendtag der christlichen Gewerkschaften. 11.30: Leipzig: Reichssendung, Kantate zum 2. Sonntag nach Trinitatis, von Ioh. Seb. Bach. 12.15: Schallplattenkonzert: Puc- cini-Kvnzert. 14: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16: Wiesbaden: Konzert des Kurorchesters. 18: Erlebte Geschichten von Andreas Zeitler. 18.25: Elisabeth-Kirche Marburg. 19.30: Bunter Abend. 20.45: Cannstatt: Blasmusik des Philharmonischen Bläfer- vrchesters. 22: Mannheim: Jazz auf zwei Flügeln. 22.50 bis 24: Tanzmusik. Montag, 15. Juni. 7.30: Bad Orb: Konzert des Kurorchesters. 11.50: Schallplattenkonzert. 16.30: Schlangenbad: Konzert des Kurorchesters. 18.15: „Vollmensch und Rollmensch in Henrik Ibsens „Brand" und „Peer Ghnt", Vortrag von Clemens Taesler. 18.45: „Vorn Fliegen", Vortrag von Ernst Fuhrmann. 19.15: Englischer Sprachunterricht. 19.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 21.20: Die Edertalsperre. Hörbild. 22: Rach Leipzig: Zeitbericht. 23 bis 24: Tanzmusik. 10000 KM FAHRT DES A.V. D. 9 FORDWAGEN STARTEN 9 FORDWAGEN AM ZIEL DER 100000 - KM -WAGEN ERRANG AUF DIESER FAHRT DEN 1. 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